22 3 mein Haus mir mollen dem herr vienen 1875. дв 5019 18 с que 1871Bintal Plung Das h.Abendmahl. The Lord's supper. Verlag von SERZ& Cie in Nürnberg. Neues sangbuch zum Gebranch der evangelisch lutherifchen gemeinden in der Grafschaft Hanau. Neue, jedoch unveränderte Auflage. Mit gnädigstem Privilegium. 3 ur Nachricht. In ben Ausgaben von 1779 und 1792 ist bermöge eines Druckfehlers bie Nr 94 ¡ weimal gesebt, weshalb bie neueren richtig gebruckten Ausgaben damit nicht übereinstimmen, und, Sa die Lieber nach den neueren Ausgaben angesteckt werden, die Bestger der Ausgaben von 1779 unb 1792 bei ben Nrn. 95, 96 c. 2. die nächste Nummer bis 384 rüdwärts aufsuchen müffen. Hanau, Druck und Verlag des vereinigten evangelischen Waisenhauses. 1871. Gb 5019 ch/ r SC Bunla 0 natnismaji nattinsolul hist panas. 190 Col. 3, 16: Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen, in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Univ.- Bibl. Giessen 101 Siday 28 -810 nuichou gandistadroff Inhalt. ist# 670 R sid eusdia? Bad puutadurre erodinn Beim Anfang und Schluß des öffentlichen Gottesdienstes S. IX bis XII Erste Abtheilung. 2 Lieder über die christlichen Glaubenslehren. 18 e I. Von Gott und seinen Eigenschaften. II. Von der heiligen Dreieinigkeit III. Von der Schöpfung IV. Von den Engeln ● #he '. Seite 1 bis 21 .. 21, 24 .. 24, 28 7.. 28 28 31 $. 31 31, 39 39 44 11 V. Von der Vorsehung Gottes VI. Von dem Menschen und seiner Bestimmung VII. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. s VIII. Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung des Menschen und dem Weihnachtslieder Von dem Namen Jesu Auf die Erscheinung Christi 61 TEL Darstellung Christi im Tempel 281 281 Anfang des Kirchenjahrs X. Von dem Wandel Jesu auf Erden ● ● OOD ee Erlöser.... IX. Von der Menschwerdung und Geburt Christi 59 101 Adventslieder# 44, 48 ♦ 48, 59 11 73 11 75963 63 69 70 71 72 11 M 19 19 it 73" 69 70 71 72 73 76 IV 18 28 48 XI. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu A 88 Inhalt. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jeſu.. ST Ueber die Thränen Jesu. Dankbare Erwägung des Leidens Jefu ad ng's S Kraft und Trost des Leidens Jesu Gebet zu dem Versöhner. Das Leiden Jesu am Delberge. Ueber die Sünde Petri Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gerichte.. Ueber die Verurtheilung Jesu Das Leiden Jefu am Kreuze Die letzten Worte des sterbenden Erlösers. Die Fürbitte Jesu am Kreuz für Ueber die geöffnete Seite Jesu ed Auf das Begräbniß Jesu.. XII. Von der Auferstehung Jesu XIII. Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sitzen zur Rechten Gottes 0 seine Feinde. Ueber das Wort des gekreuzigten Jesu an den gläubigen Schächer Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu XIV. Vom heiligen Geiste XV. Von dem Worte Gottes Vom Gesetze Vom Evangelio. Seite 76 bis 101 76, 77 79 77" 79 M 84 84 85 85 N 85 M 86 86 87 87, 88 88 89 89, 94 94, no - 95 96 96, 98 IV " 95 98 99 99 100 " 100, 101 101, 101 112 112, 119 119- 127 P9 M 127, 136 132 133 133 136 Inhalt. XVI. Bon der heiligen Taufe. XVII. Vom heiligen Abendmahle.... Vor dem heiligen Abendmahle.. 148 Nach dem heiligen Abendmahle. 148, 151 151 157 • On Seite 8.2. 137 bis 139 140, 151 XVIII. Von der christlichen Kirche XIX. Bon der Vergebung der Sünden und Glückseligkeit im Stande der Gnaden 157 164 XX. Vom Tode. .. 165 165 XXI. Von der Auferstehung der Todten. 174, 179 174 XXII. Von dem jüngsten Gerichte und Ende dieser Welt. XXIII. Von dem Leben in der Ewigkeit. 3weite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. I. Von der Buße und Bekehrung... II. Vom Glauben 2. Furcht Gottes 3. Liebe zu Gott 4. Freude in Gott od 5. Gehorsam gegen Gott. .0 ... III. Von der Ausübung des Glaubens oder dem christlichen Wandel.. IV. Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott 1. Erkenntniß Gottes und Andenken an Gott.. " . 180, 185 185, 191 1. 2.1 11 6. Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen.. 7. Geduld im Leiden V .. 218, 233 - 191 bis 207 207, 218 233, 309 11 233, 236 236 238 238 240 240 243 243, 244 19 M 244 257 0.257, 265 VI Inhalt. Seite Er sidTE 8. Lob Gottes und Dankbarkeit ge- no 178 265 bis 284 284, 298 298, 301 301, 309 309, 336 309 312 312 313 113. Sorge für die Seele... 313, 318 4. Sorge für den Leib 318 321 081 5. Sorge für die zeitlichen Güter und deren Gebrauch gen Gott alcomanack. 181 9. Von dem Gebete 10. Von dem öffentlichen Gottesdienste Ja 11. Gesinnungen gegen den Erlöser V. Von den Pflichten gegen uns selbst... tot 1. Selbsterkenntniß und Demuth 613. Selbstliebe 101 do ● 7. Arbeitsamkeit und Treue im Beruf 8. Rechter Gebrauch des Lebens und der Zeit. 9. Vorbereitung zum Tode 1904 ..321, 323 6. Genügsamkeit und Zufriedenheit 323 325 325 327 ● " 1 2. Gerechtigkeit.. 66215 3. Dienstfertigkeit u. Barmherzigkeit 4. Sanftmuth und Versöhnlichteit. 5. Aufrichtigkeit, Treue und Wahrheit 6. Pflichten und Glück der Freundschaft 7. Von der Kinderzucht. 19 " 1 11 10:. 347 348 " 327, 331 1905" 331 336 349 336, VI. Von den Pflichten gegen den Nächsten 81% 10% 1. Liebe des Nächsten.. 18.336, 338 U 338, 339 339 341 11 341, 345 345, 347 M Dritte Abtheilung. Lieder in besonderen Zeiten und Umständen. I. Bei dem Wechsel des Jahrs... II. Bei den Jahrszeiten. 348 349 349 bis 355 355, 357 III. Morgenlieder... 268 1368 3n In Krankheiten IV. Abendlieder SUA TOP 80 Inhalt. In Krankheiten: 868 Am Sonntage 808 Am Sonnabend ... 50 V. Für die Stände und einige kirchliche Ge000 bräuche 105 00 1. Von der Obrigkeit... VI. Bei der Ernte dim Bei reicher Ernte Nöthen Dank u. Fürbitte für gute Regenten 2. Von dem Lehrstandegidas -304 Bei Einführung eines Predigers 376 SON 3. Von dem Hausstande..376, 377 Bei Einsegnung neuer Ehegatten 377 TO 4. Bei der Konfirmation junger Christen. 5. Bei Katechismuslehren Bei sparsamer Ernte VII An öffentlichen Bußtagen und in gemeinen 012 Suspic 1. In Friegszeiten 2. Bei unfruchtbarer Witterung • a) Um Regen. b) Um Sonnenschein 3. In Theurung. 4. Bei Donnerwettern Seite 1.1: 357 bis 365 ..364, 365 366, 374 369, 372 372 373 373 373 374 VIII. Bei besonderen Nöthen ● ● ● 5. In Wassersnoth. 6. Bei ansteckenden Krankheiten 1. In geistlichen Anfechtungen • • ● ♦ • 374, 380 374, 375 375, p. 375, 375 ● ● ● " 9 M 19 19 " 1 11 11 IX 377 379 379 380 380, 382 380 381 381 382 19 " M 11 382, 392 384, 387 387 388 387 388 388 389 391 391 392 392 398 394 M VII 11 11 19 - .. 392, - - - — 389 391 VIII Inhalt. 3. In Krankheiten IX. Nach geendigten gemeinen und besonderen 2. In leiblichen Nöthen und Wider- pol 394 bis 395 wärtigkeiten 395, 398 Nöthen CE are Nach der Genesung X. In Todesnöthen Nach erlangtem Frieden Nach dem Regen... Nach erhaltenem Sonnenschein..399 399 400 TE Nach dem Gewitter 3d 602 400 400 401 Nach geendigter Wassersnoth. Nach geendigter Feuersnoth Fürbitte für Sterbende XI. Bei Begräbnissen die. 708 .. 398, 402 398 399 399 Seite asfalquts nigh Tik 19 RETUSAJ . 401 402 * 402 406 407 M 19 19 Pf 401. ?? " 19 M Anhang einiger Zieder in besonderen persönlichen Umständen. Am Geburtstage. 408 bis In der Jugend 408 410 410 412 In dem Alter In Armuth 412 In glücklichen Umständen. 412 11 M M - M - 402 - 407 407 408 - - 3 Gewöhnliche Lieder beim Anfang und Schluß des öffentlichen Gottesdienstes. 1. Beim Anfang. 2. Deffn' uns zu deinem Lob den Mund, und mach Komm, heiliger Geist, uns deinen Willen kund; rühr erfüll die Herzen bei unser Herz, stärk den Verner Gläubigen, und entzünde stand, so wird dein Nam' uns in ihnen das Feuer deiner recht bekannt. göttlichen Liebe, der bu durch Mannigfaltigkeit der Zungen 3. Bis wir einst, deinen die Völker der ganzen Welt Engeln gleich, dich preisen, versammelt hast, in Einigkeit Herr, in deinem Reich, und des Glaubens! Hallelujah, schauen dich. von Angesicht in Hallelujah! ewger Freud und selgem Licht! de 4. Dir Gott, den Erd und 11. Mel.: Herr Jesu Christ, du. Himmel preist, dir Vater, err Jesu, send uns deinen Sohn und heilgem Geist, dir, Geist, den Geist, der wie heilige Dreieinigkeit, sei Lob dein Wort verheißt, mit sei- und Preis in Ewigkeit! ner Gnade uns regiert, und auf den Weg der Wahrheit führt! Did Bei dem öffentlichen Gottesdienste. III. In bekannter Melodie. Glauben uns schon hier zu Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Dienste stets bereit, deine Wahrheit anzuhö- mit Vorschmack jener Seligren! Lente Sinnen und Be- feit! gier zu des Himmels süßen Lehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezo= gen werden. X V. Mel.: Liebster Jesu, wir. Herr err vor deinem Angesicht hat die Andacht uns ver. 2. Dieses Lebens Wissen sammelt! Ach, verwirf die schaft bleibt mit Finsterniß Bitte nicht, die dein Volk umhüllet, wenn nicht deines dir, Höchster, stammelt; hör Geistes Kraft uns mit Licht auf unsre schwachen Lieder, von Gott erfüllet. Gutes den- und sieh gnädig auf uns nieken, thun und dichten, mußt der! du selbst in uns verrichten. luideoil 3. O du Glanz ver Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Mach uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren! Unfer Lehren, Hören, Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen! 2. Laß das Wort, das hier erschallt, unsern Widerstand bezwingen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Herzen dringen; laß es unsern Sinn erneuen, und des Irrthums Nacht zerstreuen! 119 3. Daß von Eifer ganz entbrannt, wir, was du befohlen, üben; dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns eide! im von dieser Liebe bring, 45 dast IV. In bekannter Melodie. Gott, unsre Freude hier und dort verleih, daß uns dein göttlich Wort Hören so zu Herzen daß es in uns auch Früchteojulallor bring! VI. Mel.: Jesu, deine tiefe W. Jesu, meiner Seele Leben, 2. Dein Geist allein gibt deine Güte sei gepreist, diese Kraft, die uns zu Jün- daß du mir dein Wort gegegern Jefu schafft. Laß uns ben, das mich herrlich unterdem Geist gehorsam sein, zu weist, das zur Seligkeit mich deinen Kindern uns zu weihn! lehrt, warnet, bessert, straft, bekehrt; auch, wenn Kreuz 2. Zeuch unsre Herzen, und Trübsal drücket, mich mit Gott, zu dir, und mach im süßem Trost erquicket! Bei dem öffentlichen Gottesdienste. 2. Gib, daß ich dein Wort Kraft dazu; gib zum Wissen recht liebe, ohne Schein und auch das Wollen, und zum Heuchelei; daß ich mich da- Wollen das Vollbringen, so rinnen übe, und kein bloßer wird alles wohl gelingen! Hörer sei! Denn, wer seinen Willen weiß, thut ihn gleich nou wohl nicht mit Fleiß, der ist ärger als die Heiden, und soll doppelt Streiche leiden. 025, silhot VIII. Mel.: Liebster Jesu, wir. elig sind, die Gottes Wort hören und zugleich bewahren! Laß, mein Gott, mein Heil und Hort, mir dies Glück auch widerfahren, daß mir das Gehörte bleibe, und zur Heiligung mich treibe! 3. Darum schreib, was ich vernommen, jetzt in meine Seele ein; laß mich zur Erkenntniß kommen, und des Wortes Thäter sein! Dein Geist treibe mich stets an, daß ich dich, so gut ich kann, gläubig fasse, fürchte, liebe, und mit Sünden nicht betrübe! 4. Dein Wort sei auch mei nen Füßen eine Leucht und helles Licht, daß ich möge Trost genießen, wenn es mir XI Drück es fest dem Herzen ein, so wird es kein Feind mir rauben, und ich werde felig sein auch schon hier in meinem Glauben. Meine Seele wird sich laben, und des Himmels Vorschmack haben. an Trest gebricht; es versüße IX. Mel.: Es ist das Heil uns. alle Qual in dem finstern Todesthal, führ mich endlich aus dem Leide zu der süßen Himmelsfreude! Ah hilf, Herr, daß wir barn guten Lande, und sein werden gleich dem fruchtan guten Werken reich in unserm Amt und Stande; viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Sehr und VII. Mel.: Liebster Jesu, wir. Höchster Gott, wir danken Huld in einem guten Herzen! dir, daß du uns dein Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß auch wir nach demfelben heilig leben! Gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke! X. Mel.: Liebster Jesu, wir. Szib, Herr, daß dein theures Wort meine Seele ganz durchdringe, und in mir auch fort und fort, Frucht zum ewgen Leben bringe, gib, daß es mich mächtig stärke zur Voll2. Uns, o Bater, Lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schenk uns deine bringung guter Werke! Bei dem öffentlichen Gottesdienste. 2. Laß es sein mein Trost XI. Mel.: Liebster Jesu, wir. und Licht, Herr, auf allen mei nen 3uXII versicht, wenn sich Zweifel in mir regen; meines Herzens höchste Freude, wenn ich von der Welt einst scheide! diur Unsern Ausgang ſegne Gott, unsern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen; segne uns mit selgem Sterben, und mach uns zu Himmelserben! # 984) 194 A 30 slot than and con Erste Abtheilung. fieder über die christlichen Glaubenslehren. 1. Von Gott und seinen Eigenschaften, Mel.: Herzliebster Jesu. 6. Was hülfs, daß ich mich Was 1. Müßt ich nicht: Gott gut zu werden übe? ist! Gott hat mich könnt ich hoffen? Wer vererschaffen, was hätt ich wider diente Liebe? Verzweiflung Furcht und Gram für Waffen? Wäre dann statt Trost dem Gleich steuerlosen Schiffen in Herzen in seinen Schmerzen. den Seen würd ich vergehen. 7. Flieht, tödtende Gedanken, ihr beflecket von ferne schon die Seele, die ihr schrecket; flieht: denn ich kenne meines Lebens Quelle, entweicht zur Hölle! 8. Ich weiß, daß Gott ist, weiß, an wen ich glaube: weß 3. Wär ich nicht elend? Hauch die Seel ist; wer den Wär ich nicht verloren? Ach, Leib von Staube so künstlich besser wärs, ich wäre nie ge- baut, mich trägt, mich unterboren, als nicht in grauen- stüzet, und täglich schüßet. vollen Finsternissen von Gott zu wissen.. 9. Ich weiß, auf welchen Grund ich mein Glück baue, 4. Die Menschen hätten wen ich verehre, wem ich mich Sinne, hätten Seelen, mit vertraue. Ihm zu Gefallen tausend bangen Zweifeln sich will ich mich nun üben, und zu quälen, umsonst erst ein stets ihn lieben. unendlich Gut zu suchen, sich dann zu fluchen. 2. Dann würd ich unter mir das Thier beneiden, und mir versiegte jeder Quell voll Freuden; und jedes Eden würde mir auf Erden zur Wüste werden. Mel.: Christ unser Herr. 2. 5. Wir flögen gleich dem Staub auf, sänken wieder, wie Gott, mache du mich leicht verwehter Staub, zur selbst bereit, vor deiErbe nieder. Schön wär das nen Thron zu treten, und deine Laster, wenn ich Gott nicht große Herrlichkeit voll Ehrfurcht finde, die Tugend Sünde. anzubeten; laß, Herr, vor deinem 1 Luth. Dess. 2 Von Gott und seinen Eigenschaften. Angesicht mein Herz sich deiner dann freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich noch hier umgiebet. 6. Unendlich ist, Herr, deine macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der Frevler 2. Du bist der Herr und dich verlacht, auch Rach an teiner mehr; nichts sind der ihm zu üben; gib, daß mich Heiden Götter; nur dir ge deiner Allmacht Schutz stets bühret Preis und Ehr; kein als ein Schild bedecke, mich Helfer noch Erretter ist außer auch nicht Menschen Grimm dir: laß mich allein auf dich, und Truß, nur deine Strafe o Herr, vertrauen, mein ganz schrecke; bu tödtest Leib und zes Leben dir nur weihn, mein Glück blos auf dich bauen, und dich niemals verleugnen. Seele. rechtschaffen handeln, wann Finsterniß mich decket: 7. Voll höchster Weisheit 3. Du bist der höchste voll- bist du, Gott! kein Mensch kommne Geist, der Vater aller kann sie ergründen; umringt Geister; dich preiset, was ver- uns allenthalben Noth, du, nünftig heißt, als seinen Herrn Herr, weißt Rath zu finden: und Meister; laß meiner Seele gib, daß ich im Vertrauen hohen Werth mich reine Tu- ruh, du werdest für mich sorgend lehren, und so wie es gen, auch Uebel's weder denk dein Wort begehrt, dich un- noch thu; denn dir ist nichts geheuchelt ehren, im Geist und verborgen, du prüfest Herz in der Wahrheit. und Nieren. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, fannst feine Sünden dulden; wer sagen will, er sei dein Knecht, der meide Sündenschulden: gib, daß ich mich 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, und wirst allzeit be stehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen: laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich der Heiligkeit mit rechtem stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. Ernst befleiße, nachjage der Gerechtigkeit, und deine Wege preise, so wunderbar sie scheinen. 5. Gott, was sein wird, 9. Du bist sehr gnädig, fromm ist und war, und was wir und gut, vergibst die Schuld thun und dichten, das ist dir dem Sünder; erbarmst dich, wie alles offenbar; bu wirst einst ein Vater thut, von Herzen alles richten; laß mich dein deiner Kinder: laß reichen Trost helles Auge scheun, aufrichtig von deiner Gnad auf meine vor dir wandeln, und, beines Seele kommen; von mir set Beifalls mich zu freun, auch meine Missethat so fern hin Von Gott und seinen Eigenschaften. weg genommen, so fern der her auszubreiten; die Liebe Oft vom Abend. bist du selbst; Verstand und 10. Gott, dessen Wahrheit Rath sind dein, und du gestets besteht, wohl denen, die brauchst sie gern, zu segnen, dir gläuben! Wenn Erd und zu erfreun. Himmel einst vergeht, wird 4. Du sprichst, und es gedein Wort ewig bleiben. Gib, schieht. Auf dein allmächtig: daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du bräuest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. 3 11. Gott, wenn ich dich so fenn und ehr, dein Wort zum Grunde sege, erfreu ich mich darüber mehr, als über alle Schäße: bis ich dort, o mein Heil und Licht! dich ohne Lallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich schaue, dich erkenne, und unaufhörlich lobe. was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr; der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; auch Geister fannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß beſtehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besizet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schüßzet; den Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir; willst du, so wird er nichts: du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich seO flöße meinem Geist die hen? Rein sterblich Auge reicht tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir soll Ehrerbietung sein. bis zu den Lichteshöhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle thronst, und unterm frohen Lob der Himmelsheere wohnst. 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von teinem Leide; stets ruhig in dir selbst, schmeckst 8. Was wir, Unendlicher, du vollkommne Freude; dein von deinem Wesen wissen, das ist die Herrlichkeit; auch ohne hast du selbst zuvor uns offenKreatur bist du dir selbst ge- baren müssen: die Schöpfung nug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen kund. 9. Doch hier erkennen wir 1* Mel.: Nun danfet alle Gott. 3. Anbetungswürdger Gott, mit Ehrfurcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde; mit deinem kräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, Von Gott und seinen Eigenschaften. bid noch gar unvollkommen; Er kennt une, fennet, was er wird aber bermaleinst der Vor- schafft, der Wesen ganze Rette; bang weggenommen, ber jegt bei ihm ist Weisheit und Verbas Heiligste noch unserm Blick stand, und Kraft und Stärke; verfließt, dann sehen wir dich, seine Hand umspannet Erd und Gott, fo herrlich, wie du bist. Himmel. 10. 3nbeß sei auch schon jett bein Ruhm von uns befungen; verjámähe nicht ein Lob von Lallend schwachen Zungen! Dort fall, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht ſtebn, ein Lied im höhern Sher dich, großer Gott, erböba 5. 3ft er nicht nah? iſt er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Wölkt keine Schatten um euch her; Gebanten selbst erfennet er in ihrer ersten Bildung. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor feinem Falle? Allgegenwärtig breitet 4. Der Herr iſt Gott und sich dein Fittig über alle. Du bell teiner mehr: froblockt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, fo berrlic, fo vollkommen? Der Herr iſt groß! fein Ram ist groß! Er ist unendlich, grenjonlos in seinem ganzen Wesen. bist voll Freundlichkeit Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Bater, ein Berioner. 2. Er ist und bleibet, wie er ift; wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Se bens? Wir Menschen sind von Fülle. gestern her; eb noch die Erde war, war er, noch eher, als die Himmel. 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang und Ehre. Kommt, werdet Gottes 3. Um seinen Thron ber Lobgefang, ihr, alle seine Heere! strömt ein Licht, das ihn vor Der Herr ist Gott, und feiner uns verhüllet; ihn fassen alle mehr! Wer ist ihm gleich? Himmel nicht, wie weit er sie wer ist, wie er, so herrlich, erfüllet; er bleibet ewig, wie so vollkommen? er war, berborgen und auch offenbar in seiner Werke Wunbern. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiftit mit Bonne! Du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, der Seligkeiten Mel.: Dreieinigkeit, der sc. 4. Wo wären wir, wenn seine 5. Srhabner Gott, was Rraft uns nicht gebildet hätte? reicht Von Gott und seinen Eigenschaften. Denk ich an dich, so fühl ich ich mehr von deinem Rath meine Blöße; ich fühle, Herr, erfahren: wenn ich nur dem, daß du unendlich bist, und daß was mich dein Wort gelehrt, umschränkt mein forschend Den- geglaubt, gefolgt, und treu fen iſt. dich hier verehrt. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann kommen: was ists, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach, nur ein Theil von deiner Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen; bas, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand: von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 5 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen, und, froh in dir, dein ewig Lob erhöhen: Herr! du bist groß und zeigſt es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, UnMel.: Aus meines Herzens. endlicher, dich völlig zu er- 6. Schwingt, heilige Gegründen? O mache mich von folchem Dünkel frei, daß mir Erde dein Wort des Glaubens Richt- allen schnur sei. danken, euch von der los! Gott, frei von Schranken, ist unaussprechlich groß. Lobsinget Gott! 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen; dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich 2. Rein Sinn fann ihn erdein göttlich Wesen nicht, so reichen; kein endlicher Vergnüge mir davon bein Unter- stand; wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz lobsingt vor seinem AngeLichte, zu dem kein Auge sichte! Er wohnt in einem bringt. richt. 6. Von dir, durch dich, zu erkannt? Macht euch von ihm dir sind alle Dinge: gib, daß kein Bild! Wer kann den ich sir mich selbst zum Opfer Höchsten sehen, ob er gleich bringe. Begreif ichs nicht, wie alle Höhen und jede Tief erdu die Welt regierst, so sei füllt? mirs gnug, daß du mich selig führst. 3. Die Sonn in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; 7. Einst wirst du dich mir glänzt heller noch ihr Sterne, näher offenbaren; einst werd was seid ihr gegen ihn? Mit Von Gott und seinen Eigenschaften. aller eurer Pracht, in euerm um groß von dir zu denken, schönsten Lichte vor seinem in dir versenken. Angesichte noch dunkler, als die Nacht. 2. Sei dann allein, wenn ich dich, Herr, betrachte, mir gegenwärtig; meine Seele schmachte nach dir allein, damit mich, dir zur Ehre, dein Glanz verkläre. 6 4. Wie soll ich, Gott, dich nennen, dich, Vater der Natur? Was wissen wir? Wir kennen der Wesen Fläche nur. Wie wandeln Körper sich, selbst bei dem schönsten Schim mer! Gott aber wechselt nimmer, er ist unkörperlich. 5. Preist unsern Herrn und Meister, der selbst uns unter weist: Er sei der Quell der Geister, ganz Geist, der höchste Geist: Selbstthätigkeit und Kraft, ganz Weisheit, Freiheit, Leben. Kommt laßt uns ihn erheben, daß er auch Geister schafft! 6. Das preist der Engel: finge du, meine Seel, ihm auch! Auch du,( froblocke, singe!) bist seinesOdems Hauch. Empfinds! verkenne doch nicht deinen Werth! Verachte, was sterb. lich ist, und achte für Sünden dich zu hoch! 7. 3m Geiste bet ihn, Seele, in der Wahrheit an! Lieb ich des Herrn Befehle, wie selig bin ich dann! Er hat Unsterblichkelt und Seligkeit und Leben; das alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. Mel.: Herzliebster Jeſu. 7. Wenn ich, Gott, meinen Geist zu dir erhebe, dich suche, dich zu finden mich bestrebe, muß ich mich ganz, 3. Was ist im Himmel, Höchster, was auf Erden, das so, wie du, verdient, erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? lichste der Sorgen; du bist 4. Dich suchen ist die herrmir unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt und Stärke; auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! uns unterwieſen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn, was du lehrst, wir nur getreu bewahren; wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns bessern wollen. 7. Ach möcht ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, frei von Sorgen und Geschäften, mein Herz, zu dir mich leichter aufzuschwingen, zur Stille bringen. 8. Ach, mein Verstand ist unstät, träg und scheuet der Ueberlegung miühe, schnell zerstreuet, und sinket leicht, wenn Von Gott und seinen Eigenschaften. ich dich inne werde, zurück zur| O hilf uns allen thun nach Erde. deinem Wohlgefallen! 9. Auch täuscht das Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, seiner Gränzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen. 4. 3mmer bleibst du, Gott! ein Feind derer, die das Unrecht üben; immer bleibst du, Gott! ein Freund derer, die das Gute lieben; laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle; gib mir, weil ihre Kräfte leicht ermüden, Ernst, Lust und Frieden. 11. Dann werd ich immer heller dich erkennen, und täglich mehr von deiner Lieb entbrennen, dir gern gehorchen, 6. Stets ist Wohlthun deine fröhlich dich erheben, und dir Zust; ewig währet deine Liebe; nur leben. wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich in deinem Willen übe! Dann, o Herr! wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohlsein fehlen. 7 5. Deine Worte trügen nicht; du bist ewig der Getreue, der da hält, was er verspricht. O, daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr! auch getreu zu bleiben. Ewigkeit Gottes. Mel.: Liebster Jesu, wir. 7. Erd und Himmel wird 8. Gott, du bist von Ewig- vergehn; alle Welt wird mich feit! und dein herr verlassen; nur durch dich kann lich großes Wesen ändert sich ich bestehn. Deine Hand wird zu feiner Zeit; du bleibst stets, mich umfassen, wenn ich nun was du gewesen. Laß dies von hinnen scheide; du biſt meinen Geist beleben, ehr- ewig meine Freude. furchtsvoll dich zu erheben. 8. Laß mir doch zu jeder 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Zeit, Herr des Himmels und Was dir einmal Wahrheit war, der Erden! diese deine EwigWas dir einmal Wahrheit war, feit einen starken Antrieb werwird es ewig bleiben müssen. feit einen starken Antrieb werNiemals kann dein Ausspruch den, dich zu lieben, dir zu fehlen. Laß mich ihn zum Leit- trauen, und mein Glück auf stern wählen. dich zu bauen. 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gesinnt; was dein Rathschluß 9. vormals wollte, willst du noch. Mel.: Nun komm, der. Unermeßlich ewig ist Gott, Jehovah! Herr, 8 Von Gott und seinen Eigenschaften. du bist, wie du dich uns offen- jeder Himmel und die Welt barst, nun und ewig, der du stürze hin, wenn Gott mich hält. warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weis allein und gnadenMel.: Dreieinigkeit, der. reich, ewig mächtig und voll 10. Herr Gott, du biſt und die aller 3. Alle Werke deiner Hand Zeiten; denn du bist Gott in waren dir, o Gott! bekannt, allen Ewigkeiten. Du warst eh die Welt auf dein Geheiß, es schon, eh Erd und Himmel da stand, deiner Weisheit ward, eh noch dein Arm sich Preis. uns geoffenbart. 4. Wie gegoßne Spiegel 2. Was bin ich, Herr, und stehn deine Himmel; doch ver- alle Menschenkinder? Staub gehn deine Himmel und die sind vor dir die Sterblichen, Welt sinkt, wenn sie dein Arm die Sünder. Wie schnell entnicht hält. flieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 5. Du nur bleibest, wie du bist; was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig stets wie du. 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du lügest; nicht gesinnt wie der Mensch, der wandelbar, nimmer bleibet, was er war. 7. Was du zusagst, ist gewiß; zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch bin, wählt, bereut plötzlich wieder, was ihn freut. 8. Und ich sollt auf Fleisch vertraun, nicht mein Heil auf dich nur baun; ohne Weisheit und Berstand Brunnen graben in den Sand? 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden; du bleibest, wie du bist; denn welche Zeit umgränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte: Du schüßest sie mit deiner starken Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun, und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig 9. Nein, Unwandelbarer, dein soll sich meine Seele freun; dein. sei mein Fels, Gott, sei mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. Und in allgemeine Nacht sinke dann mit seiner Pracht 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab Von Gott und seinen Eigenschaften. 9 trennt mich, o Gott, von dir, auch die Finsterniß ist vor dir mein Fels, mein Heil; das belles Licht; die Nacht glänzt bleibst du ewig mir. wie der Tag vor deinem Angesicht. Allwissenheit Gottes. Mel.: Nun danket alle. 11. Herr, du erforschest mich, dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen; was meine Seele denkt war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in mei ner Seel entstand. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh ich war schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen; dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest; du schaffest, was ich thu; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich; wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 8. Was für Erkenntnisse, für föstliche Gedanken! Unzählbar sind sie mir; denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, 1o gut ich kann, erhöhn. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? 9. Erforsche mich, mein Gott, Wo könnt ich jemals mich deinem Aug und prüfe, wie ichs meine, ob Führ ich gen Himmel auf, so ich rechtschaffen bin, wie ich bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. wohl entziehen? von Außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht Mel.: Dreieinigkeit, der zc. verborgen; auch da umschlösse 12. O großer Gott, der alle Ding erfüllet; mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. vor dessen Blick kein Dunkel uns verhüllet! Wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? Und wohin fliehn, von dir, Herr, ungesehn? 2. Könnt ich auch schnell 5. Spräch ich zur Finsterniß: Sei um mich, mich zu decken! So sucht ich doch umsonst, vor dir mich zu verstecken; denn Von Gott und seinen Eigenschaften. mich zu den Wolken schwin- von deiner Richtschnur wanken: gen, und wieder schnell bis in bin ich, o Gott, noch auf verdie Tiefe dringen; so hielte kehrtem Steg, so führe du mich doch deine Hand auch mich auf der Wahrheit Weg! da; denn wo ich bin, da bist du, Herr, mir nah. 10 Mel.: Es ist gewißlich an. 3. Dein Auge sieht, was Nacht und Abgrund decken; es kann sich nichts vor deinem 13. Umsonst, unsonst verLicht verstecken; du kennst ge- Herz, in Finsternisse, was kann hüllst du dich, mein nau das Innre der Natur, ich Gott verbergen? Ich, daß der ganzen Welt, und jeder er nicht alles wisse? Sei, fannſt Kreatur. das Auge Gottes schaut hinab, du, dunkler, als das Grab, und fennet deine Tiefen. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Volk das Künftige ge= lehret; du aber weißt, was fünftig wird geschehn, und läßt auch uns in deinem Wort es sehn. Einsamkeit, die mich vor ihm 2. Wo ist die Nacht der verhehle? Er fieht euch schon, eh ihr noch seid, Gedanken 5. Du weißt und hörst, was selbst empfinden kann, von meiner Seele. Eh ich euch deine Kinder beten; du siehst, eurer ersten Bildung an, bis wenn sie im Stillen vor dich ihr euch ganz entfaltet. treten; noch eh ihr Mund dir ihren Kummer sagt, vernimmst du schon, was dir ihr Seufzen klagt. 6. Vor Menschen bleibt hier manche That verborgen; dir aber ist die Nacht ein heller Morgen und was hier noch in Finsterniß geschieht, entdeckt einst dein Gericht, dem nichts entflieht. euch, wenn ihr euch schnell 3. Erkennet und erforschet entziehet; bemerkt euch, wenn auffahrt, schnell entfliehet; verihr Strahlen gleich, schnell gebens wünsch ich: sterbt, vergeht: Ich haß euch! Aufgezeichnet steht ihr all in seinem Buche. 4. Der Herr gedenket ihrer 7. Wohl dem, der hie vor den. Sie leben und ich träume noch; Jahrhunderte verschwindeinem Antlitz wandelt, und doch, Gedanken sind nicht Sünder vor dir und Menschen red- den. Sie alle müssen an das lich handelt, der steht alsdann, Licht, wenn Gott kömmt, daß als dein bewährter Freund, er im Gericht der Herzen Rath getrost vor dir, wenn nun dein enthülle. Tag erscheint. 5. Dann wird das Siegel 8. O prüfe selbst die inner- seines Buchs vor aller Welt sten Gedanken, ob sie vielleicht gebrochen; das Urtheil des ver Von Gott und seinen Eigenschaften. dienten Fluchs Gedanken selbst 4. Was du zu thun dir vorgesprochen; wo ist die Nacht, genommen, krönt auch, so bald die sie verhehlt? Der Richter du willst, die That; wenn tauhatte sie gezählt, und keinen send Hindernisse kommen, so sterben lassen. 6. Seid heilig, seid von Gott nur voll, Gedanken meis ner Seele, daß, wenn gerichtet werden soll, kein einziger mich quäle! Seid heilig! und dann fürchtet nichts; Gott wird am Tage des Gerichts, gleich Thaten euch belohnen. Weisheit Gottes. Mel.: Wer nur den lieben. 14. Du weifer Schöpfer aller Dinge, der alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maas, Ziel und Regeln vor. 11 triumphirt dein hoher Rath; den besten Zweck wählt dein Verstand: die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß doch den deinen bloß erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt, und aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 6. Weisheit! dece meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle, in ihrem sonst verwirrten Lauf; ich weiß den Weg des Friedens nicht: ach, gönne mir dein sichres Licht! 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem klugen Rath geführt; mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs beste mich regiert: o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit. 2. Die vielen wundervollen Werke, was unsern Augen fern und nah, stehn alle, wie durch deine Stärke, so auch durch Mel.: Von Gott will ich. deine Weisheit da. Unendlich, 15. Ich lobe dich und Herr, ist dein Verstand: der preise o mein ganze Weltbau machts bekannt. Gott, allein! Wer ist, wie 3. Mit eben diesen Meister- du, so weise? Verstand und händen, mit welchen du die Rath ist dein! Ach möchte, Welt gemacht, regierst du auch Herr., mein Geist in allen an allen Enden, was dein deinen Werken, auf deine WeisVerstand hervorgebracht; du heit merken, die, wer dich kennet, brauchst, o unerschaffnes Licht! preist. der Menschen Rath und Beistand nicht. 2. Wohin mein Auge blicket, ist alles Harmonie, gut und Bon Gott und seinen Etgenschaften. zugleich geschmücket; voll Kunst, sammelt sie? Wer bricht die voll Pracht durch sie; sie schaf- Flüsse, wenn sie schwellen; fet, sie erhält, zu segnen, zu spricht zu der Meere Wellen: ergößen, nach herrlichen Ge- Hierher und weiter nicht! segen, den weiten Bau der Welt. 12 8. Wer hat den Wald gepflanzet? Wer ruft das Gras 3. Sie hing in lichten Fer- herauf? Gibt Korn und Most nen, hoch über uns hinauf, die und schanzet Gebirg und ThäSonne mit den Sternen, uns ler auf? Wer schmückt sie zu erleuchten, auf; da hanget sie an nichts, von ihr nur unterstüßet, wärmt, schimmert und erhitet; ein Schatten bei nes Lichts. überall? Wer gräbt dem Feuer Schlünde, legt in der Tiefe Gründe den Marmor, das Metall? 9. Herr, deine Weisheit 4. Wer hält im Gleichge- schmücket, bereichert und erhält, wichte so großer Körper Last? nährt, segnet, schützt, beglücket Wie schwimmt die Welt im die lebenvolle Welt: fie rühme Lichte, das du geschaffen hast! mein Gesang! Ich finge dir Wer lenkt der Strahlen Flug, und preise dich, Gott, denn daß sie nur nützen können, be- du bist weise: dir weiß ich geiſtern, nicht verbrennen, so Lob und Dank. wunderbar, so klug? 5. Wer rief uns zu umge= ben, der Luft, die alles trägt? Mel.: Ach, was soll ich. Durch sie hat alles Leben, 16. Unerforschlich ſei mir und alles wird bewegt; da immer meines Gotsammeln Dünste sich, und wer- Weg und Rath, und die Nacht den Thau und Regen, und sei ohne Schimmer, die mich Fruchtbarkeit und Segen, für hier umschattet hat; doch ist alle Thier und mich. alles, was er thut, wies auch scheine, weis und gut. 2. Sollt ich das von Gott nur loben, wo ich Rath und Weisheit seh? Ifts nicht ein Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg versteh? Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 7. Wer hob, o Gott, die 3. Soll ein Vater unterlas Erde aus deinem Meer heraus, sen, was dem Rinde Thorheit theilt, daß sie fruchtbar werde, ist? Kühner Tabler! Engel so gleich die Wasser aus? Wer fassen das, wo du im Dunkeln 6. Wer hat sie so bereitet, daß sie den Blitz gebiert: daß sie den Wind verbreitet, den Schall zum Ohre führt; den leichten Vogel hebt; den schnellen Fisch zum Schwimmen, und unsers Mundes Stimmen für deinen Ruhm belebt? Von Gott und seinen Eigenschaften. bist: hier sollst du dem Herrn eilend da, was noch zuvor vertraun, lernen, noch nicht kein Auge sah. völlig schaun. 3. Du hast dein großes 4. Sollt er zu Regiererinnen Schöpfungswerk allmächtig seiner Werke, seiner Welt, ausgeführet; es bleibet stets meine Lüste setzen? sinnen, dein Augenmerk, und wird ordnen, thun, was mir ge durch dich regieret; noch imfällt? Wohl uns, wenn er merhin besteht die Welt, weil nie gewährt, was ein thöricht dein allmächtig Wort sie hält. Herz begehrt. 5. Hier in meinem Pilgerstande sei mein Theil Zufriedenheit! Dort in meinem Baterlande wohnt die wahre Seligkeit: find ich dort gewiß mein Heil; o so sei mein Weg hier steil. 13 Allmacht Gottes. Mel.: Auf, Christenmensch 2c. 17. Herr, err, deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet; nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet; es ist kein Ding so groß und schwer, das dir zu thun unmöglich wär. 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer! dein Vermögen weit über die Gesetze steigt, die die Natur bewegen; du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkühr auf. 5. Wer deiner Gnabe folg6. Wenn du auch auf rau- sam wird, sein Herz zum Guhen Wegen wandelst, Seele, ten neiget; und wenn er sich flage nicht: was hier schmer- von dir verirrt, vor dir sich zet, wird dort Segen, was innig beuget: o dem vergibst hier Nacht ist, wird doch licht, und ich fasse Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. du Sünd und Schuld mit allmachtsvoller Guad und Huld. 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen; wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt! 7. Allmächtger! mein erstaunter Geist wirft sich vor vir darnieder; die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgiebet meine Glieder: mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft! 2. Du sprichst, und auf dein 8. O zünd in mir den Glaumächtigs Wort fällt alles dir ben an, der deine Macht erzu Füßen; du führest deinen greifet, der stark und mächtig Anschlag fort bei allen Hin- werden kann, wenn er auf dich dernissen; du winkst, so stehet sich steifet! Gib, daß ich traue 14 Von Gott und seinen Eigenschaften. deiner Kraft, die alles kann und alles schafft. Allgegenwart Gottes. Mel. In dich hab ich. 18. Allgegenwärtiger! ich bin dir nicht verborgen, wo ich bin, wollt auch auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 3. Steig ich vor deinem Zorn hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab: du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. 2. Flieg ich zum Himmel hoch empor, mich unter seinem Sternenchor im Glanze zu verstecken: so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande auch, wenn ich leide. wird mich decken. 4. Der alles schuf, ist überall: o fürchterlicher Donnerschall in aller Sünder Ohren! Sie fürchten keinen Ueberfall; nun zittern sie, die Thoren! 5. Der Gott des Himmels ist so nah; das Heiligste der Wesen sah, was wir im Her zen dachten; was in geheimer Nacht geschah, wenn wir und Satan wachten. 7. Noch keines Herzens böser Rath, ihr Sünder, keine schnöde That ist seinem Aug entronnen. Er kennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 6. Wir Thoren haben wobl gedacht: du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken. Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen seinen Schrecken. 8. O, gehe nicht, Herr, ins Gericht, wenn wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke nichts entflieht, was war and ist und einst geschieht, sei meine Ruh alles weiß und sieht, der weiß und Freude! Ein Gott, der auch, wenn ich leide. Mel. Auf, Christenmensch. 19 Nie biſt du, Höchſter, von uns fern; du wirkst an allen Enden; wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen; durch dich nur leb und athme ich; benn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, weißest du; du prüfest meine Seele; du siebst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich feble; nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamteit mein Herz an dich ergebe, und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe, so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege Von Gott und seinen Eigenschaften. wählet; und bleibt auch eine kinder; bestimmest jedem seinen böse That vor aller Welt verhehlet; so weißt du sie, und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. Lohn, dem Frommen und dem Sünder; nie siehst du die Personen an; allein auf das, was wir gethan, siehst du als rechter Richter. 5. Du hörest meinen Seuf zern zu, daß Hülfe mir er= 3. Viel Gutes und Barmscheine; voll mitleid, Vater, herzigkeit gibst du schon hier zählest du die Thränen, die den Frommen; du schüßest sie ich weine! Du siehst und wä- vor manchem Leid, darein die gest meinen Schmerz, und stärkst Sünder kommen. So zeigest mit deinem Trost mein Herz. du vor aller Welt, daß dir 6. O drück, Allgegenwärti- der Eifer wohlgefällt, den man ger! dies tief in meine Seele: der Tugend widmet. daß, wo ich bin, nur dich, o Herr! mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln; daß du, o Gott! stets um mich seist; dies tröst und beßre meinen Geist! Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. 15 2. Du siehst von deinem festen Thron auf alle Menschen4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen; wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen; sein wohl, ist er gleich nicht so, Werk und Dienst gefällt dir wie er soll ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer; Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, und Tod ist seiner Bosheit Lohn, oft schon in diesem Leben. Mel.: Es ist gewißlich an. 20. Gerechter Gott! vor dein Gericht muß sich stellen; du wirst 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen; das Feuer, das auf Soalle Welt dom fällt; Egyptens lange in ihrem Angesicht auch mir Plagen, und andre Wunder mein Urtheil fällen: o laß deiner Macht, sind Zeugen, mich dein Gericht stets scheun, wenn dein Zorn erwacht, wie und hier mit Ernst beflissen du den Sünder lohnest. sein, vor dir einst zu bestehen. 7. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Von Gott und seinen Eigenschaften. Rechenschaft, der feines Sün- sein; nie besteht vor dir der ders schonet; da stellst du, Sünder; denn du bist vollHerr, ins Hellste Licht, wie kommen rein: Du bist nur der recht und billig dein Gericht; Frommen Freund; Uebelthädann trumphirt der Fromme. tern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann von dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht verwirk inniges Betrüben, wenn scherzen, was du uns noch zusich die Sünd in mir noch gedacht, schaff in uns stets regt; dein Herz, das lauter reine Herzen! Tödt in uns Gutes hegt, sei meines Herzens der Sünden Macht! Denn Muster. was sind wir, Gott, vor dir? 16 8. Gerechter Gott, laß mich wie du, das Gute eifrig lieben: gib selber mir die Kraft dazu; 9. Und weil vor dir, gerech- Du bist heilig, aber wir sind ter Gott, nur die allein be- verderbt, und wer kann zählen, stehen, die gläubig auf des großer Gott! wie oft wir fehlen. Mittlers Tod bei ihrer Reue sehen; so laß mich die Ge rechtigkeit, die mich von Straf und Schuld befreit, im Glauben eifrig suchen. 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin: O so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn; gib uns, wie du selbst verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe. gesichte nur ein 6. Keiner sündlichen Bereiner Wandel gilt; ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut; laß sie uns doch kräftig dringen, wirst du, Herr! nur die erheben, nach der Heiligung zu ringen! die im Glauben heilig leben. 2. gierde bleibe unser Herz geweiht; unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaffneHeiligkeit! Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir; ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was bein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit teines Armes Stärke wirkst du stets vollkommneWerke. Mel.: Kommt, laßt euch. 21. Gott vor desfen AnWahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel.: Wer nur den lieben. 22. Noch nie hast du dein Wort gebrocheu, 3. Herr, du willst, daß deine nie deinen Bund, o Gott! verKinder deinem Bilde ähnlich letzt; du hältst getreu, was du Von Gott und seinen Eigenschaften. unsers Glaubens werth. versprochen; vollführst, was du Mund beschwört, ist völlig dir vorgesetzt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen; vertraue Gott, der treu es meint; such ihn zum Muster anzunehmen, der Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Gottes Rind, dem Treu und Wahrheit heilig sind! 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, zur That; scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. Güte und Barmherzigfeit Gottes. Mel.: In eigner Melodie. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb uns zugedacht; so wird, wenn du Vergeltung übest, dein 23. Wie groß ist des AllDrohwort auch gewiß voll- Ist der ein Mensch, den sie mächtgen Güte! bracht. Wer dich, o Gott! nicht rührt; der mit verhärtetem beharrlich haßt, fühlt deiner Gemüthe den Dank erstickt, der Strafe schwere Last. ich 4. drücke dies tief in ihr gebührt? Nein, seine Liebe mein Herze, daß es vor beinem zu ermessen, sei ewig meine Wort sich scheut; gib, daß Pflicht. Der Herr hat Wort sich scheut; gib, daß ich noch nie vergessen; vernie leichtsinnig scherze mit beiner Strafgerechtigkeit; mein Herz, auch seiner werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. nie 6. Wie start sind unsers Glaubens Gründe! Hier ist dein Wort, das niemals trügt; und daß dies allen Beifall fins de, hast du den Eid hinzugefügt, Wahrhaftger! was dein Luth. Gefb. 17 größte mein si, giß, nicht.. bereitet? Der Gott, der mei2. Wer hat mich wunderbar 5. Doch laß mich auch mit ner nicht bedarf. Wer hat festem Glauben dem Worte mit Langmuth mich geleitet? deiner Gnade traun. Wer Er, dessen Rath ich oft verkann den Trost uns jemals warf. Wer stärkt den Frieden rauben, ben wir auf dein Ver- im Gewissen? Wer gibt dem sprechen baun? Du bist ein Geiste neue Kraf:? Wer läßt Fels; dein Bund steht fest; mich so viel Glück genießen? wohl dem, der sich auf Gott Jsts nicht der Herr, der alles verläßt! schafft. 3. Schau, o mein Geist! in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch 2 Bon Gott und seinen Eigenschaften. Gottes Güte sind sie dein: tigen Gebirgen steht die HeiligSieh, darum mußte Christus keit, die dich erhöht. leiden, damit du könntest selig ſein. 18 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwach heit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott! laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; fie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks! Mel.: Wer nur den lieben 2c. 24. So weit, Herr, deine Himmel reichen, reicht deine Huld, die uns erhält. Eh werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wanft und fällt. Gleich mäch2. Gott, dir ist kein Geschöpf verborgen; keins ist vor dir gering geacht; du würdigst jedes deiner Sorgen, und biſt auf aller Wohl bedacht. Vom Menschen bis auf jedes Thier dankt alles seine Hülfe dir. 3. Mit Heilig freudigem Gemüthe erheb ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte; wie liebst du uns so väterlich! Daß Menschen ohne Furcht und Graun im Schatten deiner Flügel traun! 4 Mit welchem reichen Ueberflusse von Gütern füllest du dein Haus! Du theilst sie allen zum Genusse, bis sie gesättigt werden, aus. Herr, unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir, unerschaffne Sonne! schauen in deinem Lichte nur das Licht; entzeuch doch denen, die dir trauen, dein gnadenvolles Antlitz nicht! Gott, deine Huld sei über die, die dich verehren! Schüze sie. Mel.: Sei Lob und Ehr 2c. 25. Wie vieleFreuden dank ich dir, die du mir, Herr, verliehen! Und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden nicht verziehen! D Gott von Langmuth und Geduld! noch täglich häuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet! 2. Bedenk ich, Schöpfer! deine Von Gott und seinen Eigenschaften. Macht, blick ich in jene Ferne, ist, und so ward ich( o welch und überseh des Himmels ein Glück!) durch die Geburt Pracht, und Sonne, Mond und ein Christ. Sterne, so bet ich dich voll Ehrfurcht an: Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! 3. Dein Auge schaut auf ihn herab; so geht er nicht verloren; nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er allein geboren. Die Welt vergeht mit ihrer Lust: Der du den wieder drauf geführt. Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wenn ich erwache, denk ich dein, und wenn ich schlafen gehe; denn du, mein Vater, fannst verleihn, um was ich kindlich flehe. Trum seusz ich immerfort zu dir: Herr! was mir nützet, schenke mir, um deiner Güte Willen! Mel.: Nun sich der Tag 2c. 26. Wenn sich mein Geiſt, Allmächtiger! der Gnaden Menge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt! 2. ist mein 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß für heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 19 4. Du sprichst des Sterblichen Geschick, eh er geboren 5. Schwach, an der Brust, vernahmst du schon, was fein Gebet noch war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. 6. Wenn ich als Jüngling mich verirrt, hat mich, un von dem Pfad der Tugend sichtbar, Herr, dein Rath oft 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr, vor Unglück und Gefahr; und vor dem Laster, das noch mehr, wie sie zu fürchten war. 8. Ich sah, vor Krankheit bleich, durch dich mein Leben hergestellt; und deine Gnade schmückte mich, wenn Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und mir, in wahrer Freundschaft Glück, mehr, als ich wünsche, gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann! Dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was an mir gethan. 11. Rein Tag soll würdger 3. Als ich noch in der mir vergehn, als, Ewger, dir Mutter Schooß, in Nacht ver- zum Preis; ich will frohlockend borgen schlief, bestimmtest du, dich erhöhn, als Jüngling und o Herr, mein Loos, das mich als Greis. zum Leben rief. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth, trau ich allein auf dich; durch dich gestärkt, ist 2* Von Gott und seinen Eigenschaften. selbst der Tod mir nicht mehr abzubauen; du wartest sein fürchterlich. mit großer Treu, und hörst, damit er fruchtbar sei, nicht auf, an ihm zu bauen. 20 13. Wenn krachend jetzt der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt.is 4. Langmüthigster! so große Huld bezeugst du frechen Sünbern, und o! nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern; sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Nege stellt, oft sicher, matt und träge; fie straucheln, Mel.: An Wasserfl. Bab. 2c. 27. Getreuer Gott, wie sie vergehen sich, und fehlen viel Geduld be- oftmals wider dich, auf falsch. weifest du uns Armen! Wir gewähltem Wege. häufen täglich unsre Schuld; du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen; und gleichwohl, Va ter, suchst du ihn langmüthig davon abzuziehn, zur Beßrung zu bewegen. 2. Der Menschen Elend jammert dich; wenn sie sich gleich verstocken, so suchst du sie doch väterlich durch Huld zu dir zu locken. Wie lange Geduld und Langmuth Gottes. bin 5. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft sie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzustehen; du trägest sie mit Baterhuld, bist willig, ihre Sündenschuld durch Christum zu vergeben; gibst ihnen neue Glaubenskraft, und nach vollbrachter Pilgrimschaft, ein ewig Freudenleben. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unser Herze rühren; nie müsse deine Vaterhuld zur Sicherheit uns fühsahst und riefest du nicht eh- ren! Trag uns erbarmend mals deinem Volke zu, daß sich ihr Herz befehrte! Wie trugst du nicht mit Gütigkeit die erste Welt so lange Zeit, eh sie die Fluth verheerte! 3. Noch immer gibst du Sündern Raum, der Strafe zu ent gehen; du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen; du schoneft sein von 28. Zeit zu Zeit, verziehest voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich gen, die fernerhin; doch gib uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde hassen, und uns noch in der Gnadenzeit, den Reichthum deiner Gütigkeit, zur Buße leiten laſſen. Mel.: Wunderbarer König. numschränkte Liebe! Gönne blöden Auzum Irdischen kaum Von Gott und seinen Eigenschaften. taugen, daß sie in die Strahlen sie weinend vor dir stehen. deiner Langmuth blicken, die Deine Rechte dräuet, und er den Erdkreis huldreich schmük- barmt sich wieder, legt die Pfeile fen, und zugleich freudenreich, gerne nieder: Da man doch, Bösen und den Deinen, wie wenn du noch sie kaum wegdie Sonne scheinen. geleget, dich zum Zorn beweget. 5. Herr! es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete, ist ein Schauplatz deiner Güte. Dei ner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben, die dich hassen! Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn lieben. 21 6. Höchster! sei gepriesen, daß du so verschonest, und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Scepter führet! Fahre fort, Zions Hort! Langmuth auszuüben, und die Welt zu 11. Von der heiligen Dreinigkeit. Mel.: Herre Gott, beg. 2c. Güte, Macht, stets über seine 29. ch glaub an einen Werke wacht. Er ist mein Gott allein, der Vater und mein Gott, der mir alle Dinge, Groß und Klein, zur Hülfe kommt in Noth, im Himmel und auf Erden mich schützet und ernähret. aus nichts hat lassen werden; 2. Ich glaube auch an Jeder zum Genusse seiner Gnab sum Christ, den Herrn, der auch Menschen hier erschaffen Gott vom Vater ist, als wahhat; mir Leib und Geist gegeben, Sinn und Vernunft und Leben; der reich an Weisheit, rer Mensch geboren, zu retten, was verloren; der mir des Vaters Huld erwarb, am Stamm Von der heiligen des Kreuzes für mich starb, fuhr in die Tiefe nieder, stand auf zum Leben wieder, vollendete den schönen Lauf, und fuhr zum Himmelsthron hinauf: Von da kommt er einst Mittler, Mensch und Gott! sichtbarlich, dann weckt und richtet er auch mich, und sondert seine Heerde. 4. Des Vaters und des 3. Ich glaub auch an den Sohnes Geist, Geist, ausgeheilgen Geist, den wahren Gott; fandt zu trösten die, denen er ist und heißt der höchste Christus dich verheißt, die Herr der Geister, den Jesus glaubenden Erlösten! Rett uns unser Meister vom Vater sand- aus jeder Seelennoth! Wir te, der uns lehrt, erleuchtet, sind durch Jesu Christi Tod reiniget, bekehrt; stärkt uns erlöst zu jenem Leben. zu edlen Trieben, als Brüder uns zu lieben. Ich glaube, daß zu einer Heerd, ein Herr, Mel.: Es woll uns Gott sc. ein Geist uns heilgen werd, 31. Herr, unfer Gott, daß ich hier von dir gleich? rein, dort herrlich auferwecket sein, und ewges Reich foll erben. 22 Dreieinigkeit. 3. O Jesu Christ, des Vaters Sohn, du warst dahin gegeben; du führst uns zu des Himmels Thron zurück, zurück ins Leben, Lamm Gottes, Mel.: Allein Gott in der H. 2C. 30. Gott in der Höh sei Ehr allein, sei Dank für seine Gnaden! Der Herr hat uns, sein Volk zu sein, erbarmend eingeladen; mit Wohlgefallen schaut herab auf uns, der seinen Frieden gab dem menschlichen Geschlechte. erhör das Flehen unsrer Noth! Erbarm, erbarm dich unser! Du bist das höchste Wesen; und doch haft bu, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben; mit deinem Heil willst du uns hier, und ewig einst begaben, du sei begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Vater! an; sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Bäter ihrer Kinder. Du haft für uns aus 2. Dich preisen wir, dich großer Huld selbst deinen Sohn flehn wir an, du herrschest, gegeben; bein Herz voll Güte Gott, ohn Ende; die Himmel und Geduld verleih uns Trost sind dir unterthan, sind Werke und Leben, daß wir dich kinddeiner Hände; unausgeforscht lich fürchten. und ewig ist die Macht, durch 3. O Jesu, ewger Gottesdie du Herrscher bist; wir sohn! Du Heil, darauf wir freun uns dein, o Vater! hoffen, durch dich steht zu des Von der heiligen Dreieinigkeit. 23 Vaters Thron der Weg uns Herr, Jehova Zebaoth! Sei wieder offen. Uns zu befrein hochgelobt, Gott, unser Gott! von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf Erden. O laß uns, unser Herr und Gott! Froh deines Segens werden, und dir im Glauben dienen. 2. Sohn, ich darf mich zu dir nahn, Gott, Ebenbild des Vaters! Tief im Staube bet ich an, dich, eingen Sohn des Vaters! Mensch Vaters! Mensch gewordner, der du bist, und sein wirst. der du warest, im Fleisch dich offenbarest der Welt, vor der 4. O beilger Geist, du Geist von Gott! Wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns du warest. Herr, wer gleichet der Sünde sterben! Du gibst dir? wer ist, wie du, Gott zum Guten Lust und Kraft: über alle? Daß alles dir geLaß es uns stets erfahren; falle, versöhnst du zu dir alle: stärk uns in unsrer Pilgrim Sohn, Jehovah, Zebaoth! schaft, bewahr uns vor Ge- Sei hochgelobt, mein Herr fahren, hilf uns dir willig folgen! und Gott! 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon, als unsers Gottes freuen! Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor 3. Geist der Vaters und des Sohnes. Du fennst die Tiefen Gottes; Siegel unsers Gnadenlohns, mach uns zu Tempeln Gottes! Geist der dir gedeihen! Dein ist das Heiligung, du bist vom Vater Reich, die Herrlichkeit, dir uns gegeben, damit wir ewig wollen wir hier leben; und leben, und ewig ihn erheben! du wirst nach vollbrachter Zeit, Heilig, heilig, heilig ist der uns einst dahin erheben, wo Bater mit dem Sohne, der wir dich ewig schauen. Geist auf einem Throne mit ihm und seinem Sohne! Einiger, Herr Zebaoth! Sei hochgeløbt, Gott, unser Gott! Mel.: Gott der Vater zc. 32. Gott, ich darf mich zu dir nahn, ich, ein Erlöster Christi; tief im Mel.: Erhalt uns, Herr 2c. Staube bet ich an, dich, Bater 33. Kommt, opfert Ehre, singet Ruhm tem Jesu Christi! Unsichtbarer! der du bist, und sein wirst, der du warest: du schaffest und bewahrest die Welt, vor der du warest. Herr! wer gleichet dir? wer ist wie du, Gott, über alle, daß alles dir gefalle, in allen und durch alle? den eingen Sohn, der für uns Herrn im höchsten Heiligthum, dem Vater, dessen Wort die Welt, aus nichts erschuf und noch erhält! 2. Preist den, der auf dem ewgen Thron allmächtig herrscht, Von der heiligen Dreieinigkeit. Mensch, ward, für uns starb, Tempel, heilger Geist, sind und uns die Seligkeit erwarb. wir; wir leben und wir sterben 3. Bringt Ehre Gott dem dir. Halleluja! heilgen Geist, der uns den 4. Sing, Psalter! FreudenWeg zum Himmel weist, der thränen, fließt! Heilig, heilig, uns mit Licht und Tugend heilig ist Gott, unser Gott! schmückt, uns uns mit seinem Jehovah dir, dir leben und Trost erquickt. dir sterben wir. Halleluja! 24 4. Hochheilige Dreieinigkeit! dir sei hienieden in der Zeit, noch besser in der Ewigkeit, Mel.: Gott der Vater wohn 2c. Herr, Gott Bater, steh uns bei, und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei, und hilf uns selig sterben. Durch des Glaubens Licht und Kraft, laß ganz auf dich uns trauen, auf deine Hülfe bauen, bis wir dein Antlitz schauen. In der Erde Pilgerschaft laß alle deine Christen entfliehn des Satans Listen, mit Waffen Gottes sich rüsten, überwinden durch die Kraft, die du, Herr, gabst! Halleluja! Anbetung, Preis und Dank 35. Herr, geweiht. 34. Mel.: Gelobet seist du zc. reis eis ihm! er schuf und er erhält seine wundervolle Welt. Du sprachst, da wurden, Herr, auch wir; wir leben und wir sterben dir. Halleluja! 2. Preis ihm! er liebt von Ewigkeit, wird ein Mensch, stirbt in der Zeit; erlöst hast du uns, Christe, dir; dir leben und dir sterben wir. Halleluja! 2. Jesus Christus steb uns bei, 2c. Geist des Herrn, o 3. Preis ihm! er führt des Himmels Bahn, führt den steh uns bei, 2c. schmalen Weg hinan. Dein III. Von der Schöpfung. Mel.: Sei Lob und Ehr 2c. wie ich dich erheben soll, mein 36. Wenn ich, o Schö- Gott, mein Herr und Bater! pfer, deine Macht, 2. Mein Auge sieht, wohin die Weisheit deiner Wege, die es blickt, die Wunder deiner Liebe, die für alle wacht, an- Werke. Der Himmel, prächtig betend überlege: so weiß ich, ausgeschmückt, preist dich, du von Bewundrung voll, nicht, Gott der Stärke! Wer hat Von der Schöpfung. die Sonn an ihm erhöht? unendlich gut! wir finden dich, Wer kleidet sie mit Majestät? der unendlich gütig ist, wo Wer ruft dem Heer der Sterne? wir nur sind! empfinden, o Herrscher! deine Majestät, daß Erd und Himmel dich erhöht, erfüllt von deiner Güte. 25 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erden auf, mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar 4. Den Menschen hast du, bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu er- Herr, gemacht; von dir hat kennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. er sein Leben: Du hast durch deine Güt und Macht ihm, was er bat, gegeben. Was ist vor dir, o Gott, was ist der Mensch, daß du so gnädig bist, ihn deiner würdig achtest? 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, 5. Du hast ihn mit Verund alle Welt sag Amen! und stand geziert, und Freiheit ihm alle Welt fürcht ihren Herrn, verliehen; ihn hast du in die und hoff auf ihn, und dien Welt geführt, zum Himmel ihm gern! Wer wollte Gott ihn zu ziehen! Er ist sowohl, nicht dienen? o Herr! dein Kind, als es die höhern Engel sind, du liebst ihn wie ein Vater. Mel.: Sei Lob und Ehr zc. 37. Wie herrlich bist du, Gott! du bist 2. Der Jüngling, Herr, schweigt von dir nicht, der ohne dich nicht wäre; der Säugling, großer Schöpfer, spricht von deiner Macht und Ehre! Von allem, was ich seh vor mir, erschallen Lobeslieder dir, o Vater aller Dinge! 3. Die Himmel sind von deiner Hand, die alles hat bereitet, weit, wie ein Teppich, ausgespannt, und dir zum Ruhm verbreitet. Du, der im höchsten Himmel thront, bu schufft die Sterne, schusst den leuchten. Mond, uns in der Nacht zu 6. Stimmt, Menschen, Lobgesänge an, daß Gott erhöhet werde! Gott macht uns alles Von der Schöpfung. unterthan, was ist und lebt Tag erwache, der Morgenröthe auf Erde! Wie viel ist hier, Strahlen aus. Sie prangt; das uns erquickt, wie sehr sind so tritt vom Brautgemache der wir durch dich beglückt! was frohe Bräutigam heraus. Sie kannst du mehr uns schenken! läuft den Weg, den Gott ge7. Wie herrlich bist du! beut, mit Freuden, wie ein Gott, du bist unendlich gut, Held sich freut. wir finden dich, der unendlich gütig ist, wo wir nur sind; empfinden, o Herrscher, deine Majestät, daß Erd und Himmel dich erhöht, erfüllt von deiner Güte. 26 Der 19. Pfalm. Mel.: Wer nur den lieben 2c. 38. Die Himmel rufen, jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht. Die ausgespannte Feste lehret die Werke, die sein Arm gemacht; und aller Welten Harmonie verkündigt und besinget fie. im Morgen, bis in den fernen 5. Ihr hoher Aufgang ist West ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen; sie gehet allen segnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Graun der Nacht, beseelt die Welt und gibt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stärkt die Seelen, daß sie leben, und gibt den kranken Herzen Kraft. Sein Wort ist ohne Falsch die Einfalt klug. und Trug, erhellt und macht 7. Aus seinen richtigen Gesetzen quillt Freude für die Traurigkeit. Sie heiligen, wenn sie ergötzen: Wie lauter ist, was Gott gebeut! Herr, deines Wörtes reines Licht erleuchtet jedes Angesicht. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht, doch, wer hört ihre Stimme nicht? 8. Die Furcht vor Gott erhebt und schmücket ein folgsam 3. Die Ordnung kunsterfüll- Herz und macht es rein. Und ter Kreise verherrlicht Gott ewig bleiben die beglücket, die durch jedes Land, und macht, sich dem Dienste Gottes weihn. damit der Mensch ihn preise, Denn alles, was der Herr ſein Lob der fernsten Welt gebeut, ist Wahrheit und Gebekannt. Der Herr schuf rechtigkeit. mitten in der Welt der Sonn ein majestätisch Zelt. 9. Die Zeugnisse des Herrn sind besser, und mehr der Sehn4. Früh streut sie, daß der sucht werth, als Gold. Ihr Univ.- Bibl. Giessen Von der Schöpfung. Werth ist köstlicher und größer, die prächtige Natur; so ruft als alles noch so feine Gold. wir alles, alles zu: Wie groß Süß sind sie, wie der Honig ist Gott, wie klein bist du. ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. 3. Uns zeigen alle Elemente Macht, Güt und Weisheit 10. Wie strahlen sie nicht überall! O, wenn das Stumme deinem Knechte! Der hat viel reden könnte, wie groß wär Segen, der sie hält! Doch stets der Jubelschall: Rühmt, oft vergißt man deine Rechte: Wer merkt, o Gott, wie oft er fällt? Vergib, das bitt ich, Gott, von dir, auch die verborgnen Sünden mir! Menschen, Gottes Güt und Macht, der uns für euch hervorgebracht. 11. Enthalte mich von frechen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Üebertretung ſei! 12. Vernimm voll Huld aus meinem Munde die Reden, die sich deiner freun, und laß, zur angenehmen Stunde, dir mein Gebet geseufzet sein! Ich habe ja dein gnädig Wort, Herr, mein Erlöser, Gott, mein Hort! 27 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd ist deiner Güte voll. O, gib mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann, und hab, und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der, statt bes Nutzens, Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne sein! Mein Schatz und Ziel sei du allein! 6. Hier ist mein Leben eine Reise; hier geht mein Weg andern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt. Und end ich diesen kurzen Lauf, so nimm in deine Ruh mich auf! Topuzur Mel.: Wer nur den lieben 2c. 39. Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begriffen werden, da Niemand dir verborgen ist: Ach, ziehe meinen Sinn zu dir, und offenbare dich in mir! Mel.: Wer nur den lieben 2c. 40. Gott! den alle 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner von dir Gottheit Spur. Wenn ich voll Pracht. Himmel ehren, kommt aller Himmel Was wir nur Schönes Andacht überdenke dein Werk, sehn und hören hat deine Hand Von der Schöpfung. allein gemacht. An deine die Größe deiner SchöpfersWeisheit, an dein Licht, reicht macht. feines Menschen Denken nicht. 28 4. Aus dir, du Quelle alles 2. Du bists, der die Ge- Lichtes, fließt auch der Sonne schöpfe weidet, der ihnen ihre feurig Meer. Ja, großer Zierde schenkt; du bist es, der Schöpfer des Gesichtes, von die Erde kleidet, und sie mit dir kommt auch das Wunder grünem Schmuck behängt; du her, daß mir die Schönheit bist es, der durch seine Kraft dieser Welt so strahlend in dem Frühling neue Anmuth die Augen fällt. schafft. 6. Was zeugt das Heer von 3. Daß Kraut und Pflan- tausend Sternen, das selbst die zen sich verjüngen, und alles Nächte reizend macht? Von neues Leben fühlt; daß alle ihnen soll ich hier schon lerBäume Blüthen bringen, das Feld mit tausend Farben spielt: das fließt allein aus deiner Gnad, die unsre Welt gezieret hat. nen, wie groß, o Schöpfer, deine Pracht! Gott, du bist nichts als Heiterkeit; nur Licht und Strahlen sind dein Kleid. 7. Ach Schöpfer! heilge mein 4. Wie viel vermag dein Gesichte, wenn ich so voll mächtig: Werde! Erhabenster, Berwundrung steh, daß ich in Herr Zebaoth! Dein Lob ver deines Geistes Lichte allein fündigt zwar die Erde, doch auf dich, den Ursprung, seh. herrlicher noch, reicher Gott! Ach! reinige selbst meine Brust verkündiget der Himmel Pracht von jeder schnöden Erdenlust. IV. Von den Engeln. Mel. Nun ruhen alle W. 2c. 41. Du Herr der Seraphinen! dem tausend Engel dienen, und zu Gebote stehn; Gott, aller Welten Meister, und Vater aller Geister! mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Machten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, gibit bu zu meiner Wacht; sie schaun in hellem Lichte bein herrlich Angesichte, doch nehmen sie auch mich in Acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese Wunderschaar; das menschliche Geschlechte beschützet deine Rechte durch ihren Beistand in Gefahr. 4. Laß ihren Schutz mich decken, wenn Angst und Noth Von den Engeln. mich schrecken, daß mich kein daß heut oder morgen ich, Leid betrübt; ich sei in meinem dein geliebtes Kind, mit allen Leben von ihnen stets umgeben, Seraphinen in jenem hellen von ihnen immerdar geliebt! Licht dir ewig werden dienen, vor deinem Angesicht. 5. Doch sollen sie nicht weichen; so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben, und wahre Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen, den laß mich auch erfüllen; sie leben heilig, rein: Olaß mich nichts beflecken, auch wenn mich Schatten decken, stets diese reinen Geister scheun! 4. Sie leben frei von Sünde bei Gott, veralten nicht, sind 7. Hilf Aug und Herz be- schmückt mit Glanz und Licht. wachsam und geschwinde, gezähmen, kein Aergerniß zu Nichts schwächet ihre Stärke, nehmen, lehr mich behutsam fie dürfen niemals ruhn; und sein; nie durch ein sündhaft das sind ihre Werke, den Leben dem Nächsten Anstoß Willen Gottes thun. geben, denn dieses stürzt in ewge Bein.. 8. Wenn ich denn endlich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Händen ein: da werd ich dich erst loben, und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. dom s Mel.: Herzlich thut mich zc. 42. Gott, meines Lebens 29 2. Mir ist es noch verborgen, was diese Geister sind: bis 3. Von keinem Leib bedecket, sind sie ganz Kraft und Geiſt, von dem ganz unbeflecket, was schwach und sterblich heißt. Ihr Wissen übersteiget den menschlichen Verstand: weil ihnen Gott sich zeiget, wie ihn kein Mensch erkannt. 6. Wie manches Wert der Freude that uns ihr froher Mund, zum Trost in unserm Meister, du Herr Leide, auf Gottes Rathschluß der ganzen Welt, der so viel fund! Sie waren Christi Botausend Geister um seinen ten, da er geboren ward, und Thron bestellt! wie herrlich aufstand von den Todten und mußt du wohnen! wie groß bei der Himmelfahrt. mußt du nicht sein, da Cheru bim und Thronen sich deinem Dienste weihn! 5. Sie sind die Hochvertrauten be ten des Herren Zebaoth, die ihn von Anfang schauten, ihn, Ihr den verborgnen Gott. Heilig, Heilig, Heilig entzücket jedes Ohr, und jeder drängt sich eilig, sobald Gott winket, vor. 7. Mein Gott, sei hoch gepriesen, daß du der armen Welt die Wohlthat hast erwiesen, und Engel uns bestellt, die uns auf unsern Wegen hülfreich zur 30 Von den Engeln. Seite stehn, wenn wir, o Herr, um Segen und Hülfe zu dir flehn. 8. Die Zeit wird auch einst kommen, da ich verklärt und rein, und aller Angst entnommen, bei Engeln werde sein; dann schallt in ihre Chöre mein beßrer Lobgesang, und bringt dir ewig Ehre, Anbetung, Preis und Dank. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben; sende deiner Engel Schaar, daß sie schützend uns umgeben; wo wir ausgehn oder ein, laß sie unsre Wächter sein.is Out 6. Mach es wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben; laß mich dann auch eben so deines Himmels Freuden erben; bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Vaterland. Mel.: Jesus meine Zuversicht 2c. 7. Laß mich dann vor dei43. Herr, err, du hast in dei- nem Stuhl, bei den Ausernem Reich große wählten stehen; wenn die Schaaren heilger Engel! Ihnen Bösen in den Pfuhl der Verbin ich noch nicht gleich; denn dammniß zitternd gehen. Maich bin noch voller Mängel. che mich in deinem Reich völAch! wann werd ich auch so lig deinen Engeln gleich! rein, als die guten Geistert sefubdi mo sein? mit 2. Mich beschwert noch Fleisch Mel.: Werde munter mein 2c. und Blut; stärke mich bei der 44. Höchster, deſſen ſtarke Rechte Zuflucht, Kraft und Muth, daß ich hier Schirm und Schatten gibt; der schon auf der Erde, als dein das menschliche Geschlechte Erbe und dein Kind, immer wie ein treuer Vater liebt; himmlisch sei gesinnt. der in dieser großen Welt alles, was er schuf erhält; der als Herr uns in Gefahren mächtig kann und will bewahren. 3. Gib mir Weisheit, gib mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erkennen! Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd deinen Engeln ähnlich werd. 4. Herr! dein Wille soll geschehn, wie im Himmel so auf Erden; laß uns doch stets darauf sehn, daß wir dir gehorsam werden; so in deinem Willen ruhn, wie die reinen Geister thun! 2. Viele tausend Seraphinen jauchzen, und lobsingen dir; dich zu loben, dir zu dienen, sind sie willig für und für: aber auch auf uns zu sehn, und uns Schwachen beizustehn, sind sie deinem Wink gewärtig, und dir zu gehorchen fertig. 3. Gott der Engel, Herr der Welten! Ach was sind wir Menschen doch, daß wir so viel Von der Vorsehung Gottes. 31 von dir gelten! O wie hälst unsers Thuns. Laß uns einſt du uns so hoch! Deine Engel in ihren Chören ewig dich im dienen uns, und sind Zeugen Himmel ehren! V. Von der Vorsehung Gottes. Mel.: Lobt Gott, ihr 2c. 45. Noch immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab. Früh strömt und spät ergießet sich dein Regen, Gott, herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, Jehovah, Zebaoth. Du fegnest, du erfüllst das Land mit deinen Gütern, Gott! 3. Dein Fußtritt in den Wolken träuft von Fett und Fruchtbarkeit, die Saat geht auf und blüht, und reift, und sättigt, und erfreut. 4. Von dir gesegnet gibt der Baum den Schatten, den man sucht, und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur. Es fließt sich immer gleich der Freude Quell, und die Natur ist unerforschlich reich. Mel.: Nun freut euch lieben 2c. 46. Job sei Gott, der den * Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmükket; Preis sei ihm! Ehre, Stärk und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält; er di liebt und segnet seine Welt. Lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Eh noch der Mensch den Herrn verließ in jenen selgen Tagen, da war die Erd ein Baradies, frei von der Sünde Plagen. Nun hat sie Sünd und Straf entstellt; doch ist sie noch des Schöpfers Welt, ein Vorhof seines Himmels. 6. Wem strömt fie nicht, von dir erfüllt, in tausend Bächen zu? Wer ist so gut, so trea, so mild, so väterlich, wie du? deine Huld; wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdientens auch, und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch! 8. Wer, Gott, erfährt nicht 9. Ach, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägts, und denket nun, was hat Gott schon an uns gethan! Was will er nicht noch thun? 3.. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder; es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Von der Vorsehung Gottes. Staube weht, der Vogel, der alles jauchzt zu dir empor, in Lüften schwebt, erfreut sich vor dem die Wetter schweigen. seines Lebens. 32 9. Von dir kommt, was 4. Der Erden Antlig ist uns hier erfreut, du Brunnverjüngt; erheitert glänzt der quell aller Gaben. Dort wirst Himmel; Gebirg und Thal du uns mit Seligkeit in reiund Wald erklingt von freu- chen Strömen laben. Wohl, digem Getümmel: und voll wohl den Menschen, die schon Erbarmen schaut herab, der hier sich dir ergeben, und einst allen Sein und Leben gab, auf dir in Christo freudig sterben. seiner Schöpfung Werke. Der 9. Psalm. Mel: Befiehl du deine 2c. 5. Doch fühllos nur und unbeseelt sind Auen und Gefilde; auch hast du nicht die Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet 47, Gott, meine ganze deiner sich, kennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben. Seele macht dei6. Lobsinget ihm, er ist uns nah; fingt alle seine Heere! nen Ruhm bekannt. Dir dank ich und erzähle die Wunder frob. Ich singe; Herr, meine deiner Hand. Mein Herz ist Cust bist du. Dir, dem ich Der Herr ist allenthalben da, Lieder bringe, dir, Höchster, im Himmel, Erd und Meere. Ich preise dich, ich finge dir, denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht, Lieb und Gnade! jauchz ich zu. 7. Du rufft die Wolken in das Land, und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde; du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freude Quellen. 2. Du sigest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Menschen schmähen, Urtheil fällt. Wenn dich die dann rächst du ihren Spott. Du schiltst, und sie vergehen vor deinem Zorn, o Gott! richte sich seinen Thron er 3. Der Herr hat zum Gehöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, wer widersteht. 8. Selbst wenn, vom Don- Ihr fühnen Sünder zittert; nersturm bedräut, erschrockne bereut noch euern Spott. Sein Länder zittern, strömtStärkung, Thron wird nie erschüttert;". Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht der Herr bleibt ewig Gott. und Ungewittern. Dann bricht 4. Der Herr regiert und liedie Sonne neu hervor, und bet, was ungerecht ist, nicht. Von der Vorsehung Gottes. 33 Er wägt die Welt, und übet eilt, mit Heil sie, die um Heil parteilos sein Gericht. Die ihn bitten, zu überschütten. Waage sinkt und steiget, wie sein Gesetz gebeut. Und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 3. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand sie väterlich erquicke; du gibst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preise. 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. 4. Herr, du erhältst mit deiSie traun auf sein Erbarmen, nem Wohlgefallen, was lebt, wenn ihnen Unfall droht. Die thust deine Hand auf und gibst Thränen, die sie weinen, sind allen, was sie bedürfen; feiner dir bekannt und werth; du, sucht vergebens dich, Quell des Gott, versäumest keinen, der Lebens. deinen Schutz begehrt. 5. In allen Wegen Gottes 6. Ihr Bürger Zions prei- strahlet Gnabe; untabelhaft set, verkündigt in der Welt, sind alle seine Pfade, und was wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er klaget, und stillt der Wetter Wuth. er thut, gereicht zu seinem Preise, ist gut und weise. 6. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine Hülfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 7. Herr, sei mir gnädig! Schaue voll Huld auf meine 7. Der Herr behütet alle, Noth. Du bists, dem ich ver- die ihn lieben; die aber, die traue. Du hilfft auch selbst Gewalt und Frevel üben, vervom Tod. Nach überwundnen folgt er, daß er sie zum Fluche Leiden geh ich ins Heiligthum; mache, mit seiner Rache. und über dich, voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. 8. Auf ewig will ich seinen Namen loben; von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten! Der 145. Pfalm. Mel.: Herzliebster Jesu. 48. Dein Reich, o Gott, ist herrlich! Ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob besungen. 2. Der Herr bewahret alle, welche fallen; der Höchste hilft den Unterdrückten allen, und Luth. Gess. Mel.: Nun lob mein S. 49. Kommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigen, den Weisen, der keinen, der ihm gleich sei, hat! Der Herr thut 3 Von der Vorsehung Gottes. große Werke; wer hindert O Staub, aus Staub geboren, seine Kraft, wer seines Armes nur Gottes rühme dich. Stärke, die, was nur gut ist, schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, die weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 34 5. Herr, dein ist alle Stärie und alle Hülfe, Gott, ist dein! Das preisen deine Werke, die deiner Kraft allein sich freun; wir auch erfreun uns ihrer; 2. Er will, und Sonnen ihr Lob sei unsre Pflicht! O flammen; auch drängt das Vater, o Regierer! wen hält, Wasser, wenn er spricht, in wen schützt sie nicht? Du lebst, Wolken sich zusammen, und du wirkst in allen, dir, dir ihre Schläuche reißen nicht; vertrauen wir! Erhalter! wer er ruft den Ungewittern; das kann fallen, getragen, Herr Meer wird ungestüm; des von dir? Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blize zünden Gebirg an; sie vergehn. Er spricht und 50. Gott, deine ruft den Winden; schnell wird sein Himmel schön. Mel.: Vater unser im H. weise Macht erhält die 3. Wer, wer gebeut den Wellen: Hierher, nicht weiter! legt euch hie! Er legt in Felsen Quellen, sie rieseln und ganze lebenvolle Welt, und aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie alle liebst, und allen ihre Speise gibst. versiegen nie. Er füllt auch 2. Du öffnest deine Hand, Wüsteneien mit seinen Wun so fließt herab, was fedem, dern an; heißt Thiere da sich nöthig ist; mit Wohlgefallen freuen, wo niemand wohnen sättigt sie dein Aufsehn und fann. Wer kann die Sterne versäumt sie nie. Nie sind Ge führen? Wer weiß, als er schöpfe deiner Hand dir, unallein, die Himmel zu regie- werth, oder unbekannt. ren? Und du wagst, stolz zu ſein? 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich 4. Rannst du mit deiner mein bescheiden Theil; gabst Stimme, o Stolzer, donnern, mirs mit Huld und Freundwie Gott thut? Streu aus von lichkeit, so lang ich bin, zn deinem Grimme Verderben, dei- rechter Zeit. Kein Vater sorgt ner Blite Gluth; leg an Ge- so väterlich für seinen Sohn, walt, und zeige dich mächtig, als du für mich. wie der Herr; schau an die 4. 3ch bins gewiß, du kannst Stolzen, beuge, versenke sie, wie mich nicht verlassen, meine Zuer. Was rühmen denn die versicht! Ich bins gewiß, du Thoren mit ihrer Stärke fich? thust mir wohl, so lang ich Von der Vorsehung Gottes. hier noch leben soll. Nicht Himmel und auf Erden! Du Ueberfluß bitt ich von dir; was bist der Höchste, und dein ich bedarf, das gibst du mir. Reich kann nie begriffen wer 5. Der Vogel bauet nicht das Land, du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich, die nicht zur Arbeit eilt, als ich. Bergiß es, meine Seele, nie: Weit mehr bin ich vor Gott, als sie! den. Unendlich ist die Majestät, die über alle dich erhöht, die Kron und Zepter tragen. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit; mein Ziel ist in der Ewigkeit; gabst mir Vernunft und Freiheit, Gott! Für mich ging Jesus in den Tod. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet? Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit, geht deines Reiches Herrlichkeit, du herrschest über alles. 7. Von dir, berdas an mir gethan, werd ich auch Speis und Trank empfahn; selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Gebet. Und fleht ich nicht darum zu dir, gewährtest du sie dennoch miv. 8. Laß du mich nur vergnügsam sein, und deiner Gaben mich erfreun; mehr aber deiner, der du dich so freundlichst zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus wel cher alle Wohlthat fließt. 9. Bei deiner Gaben Ueberfluß erhalt mich mäßig im Ge nuß. Bewahr mich in der Dürf tigkeit vor Schmach nad Un zufriedenheit! Du nährst mich immer; Preis..und Dank bring ich dir, Gott, mein Leben lang! 35 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach heiligen Gesetzen; du willst auch deiner treuen Huto das Kleinste würdig schätzen; auf alles geht dein Augenmerk, und immer ists dein liebstes Werk, zu segnen, zu beglücken. 4. Wie recht, ist Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig Maß hält dein Gewicht, wenn du Bergeltung übest; du handelst stets nach Billigkeit in dieser und der fünftgen Zeit, beim Strafen und Belohnen.. TES 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! 3ch, dein ge ringster Unterthan, Herr, bete dich in Demuth an: O, sieh auf mich in Gnaden! Mel.: Es ist das Heil uns. 6. 3ch bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Tugend51 Dir, unser Gott, ist wege nicht stets so eifrig, als niemand gleich im ich soll; bin oft zum Guten 3* Von der Vorsehung Gottes. träge; doch du bist gnädig, leidsvoll; hilfft liebreich deinen und voll Huld vergibst du Kindern sie tragen und' verminReuenden die Schuld; drum dern; beförderst stets ihr Wohl. hoff ich auf Vergebung. 7. Ich hoff es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er verföhnet. 36 8. Herr, ewig will ich dei nen Ruhm, mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod, nach deinem heiligen Gebot, durch deinen Beistand wandeln. 4. Es hat in meinem Leben mir diese Zuversicht stets neue Kraft gegeben, und fehlt noch jetzo nicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt ich und war stille, und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei gepriesen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen, mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr! mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jetzund und immerdar. 6. Du hast mir wohl gerathen, und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht gnug rühmen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, verflärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen, dir danke fort und fort. Mel.: Von Gott will ich. allen 52. Gott, der an Enden viel große Wunder thut, in dessen treuen Händen mein ganzes Leben ruht, der in der Prüfungszeit Mel.: Wer nur den lieben. mir jeben meiner Tage, mein 53. Fürwahr, du biſt, o Glück und meine Plage beGott, verborgen! stimmt von Ewigkeit. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sorgen. Ach, Bater, wie vermag mein dürftiger Verstand das Gute zu erheben, das du in mei: nem Leben mir huldreich zugewandt. 3. Du fängst uns an zu lieben noch eh wir sind, und hast nie Lust uns zu betrüben; doch schickst du eine Last, so bleibst du mit Dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgtest, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich; dies sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunklen Weg gewählt. Von der Vorsehung Gottes. 3. Nie sind die Tiefen zu Nacht müssen es beweisen; ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; du sprichst, o Gott, und es geschicht. Sonn und Mond sind lauter Zeugen; was sich regt und bewegt, kann es nicht verschweigen. 3. Schau die Werke seiner Hände; Mensch und Thier melden bir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so fleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. 4. So weicht denn, ängstliche Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele! in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Führung sich ergibt. 5. Drum will ich mich dir überlassen, mit allem was ich hab und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Güte war. 6. Gib, daß dies mein Ver> trauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid; schick alles, Herr, zu deiner Ehre, und meiner Seelen Seligkeit. So preis ich einst vollkommen dich, so freu ich dein auf ewig mich. 54. Mel.: Warum sollt ich. ei zufrieden, mein Gemüthe, Gott ist gut, was er thut, ist voll Lieb und Güte; schaue seine große Thaten, was die Welt in sich hält, ist ihm wohl gerathen. 2. Beides, Erd und Himmel preisen seine Macht; Tag und 37 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werfe; jeder Wurm, Wind und Sturm, preisen seine Stärke. 5. Wie muß ich sein Lob erheben! Wie sogar wunderbar gab er mir mein Leben! Seel und Leib ist sein Geschenke; bin ich nicht ihm verpflicht, wenn ich dies bedenke? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen: wenn die Last kaum gefaßt, half Gott selber tragen; war nicht mehr Geduld vorhanden: seine Kraft hat geschafft, daß ichs überstanden. 8. Nun mein Herz! das hat schon lange Gott gethan, denke bran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen; es geschicht wahrlich nicht; er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergib dich seinem 38 Von der Vorsehung Gottes. Willen, heiße gut, was er thut, wählte Plage; ein ewig Wohler wirds auch erfüllen; denn sein folgt ihr nach. Du führst er ist in allen Sachen groß die Deinen in der Zeit durch von Rath, stark von That; er, Leiden zu der Herrlichkeit. er wirds wohl machen. 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Vater, zu dir um Hülf und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, dit sorgst für alles, was da lebt. 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl, nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich; du leitest mich recht väterlich. Mel.: Wer nur den lieben. 55. Herr und Schöpfer unsers Lebens, du Hegst ein wahres Vaterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens. Du siehst und linderst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. 2. Dem Fluche, der die Welt noch drückrt, die ganz im Argen sicher liegt, hast du zwar schon dein Volk entrücket, das durch den Glauben an dich siegt; es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Ge- 56. Mein Auge sieht, o richt die Sünder schreckt. Gott zu dir; von Mel.: Vor deinem Thron. 3. Allein des Lebens bange deinem Throne hilf du mir; Sorgen beschweren hier noch mein Heil kommt nur von oft ihr Herz. Oft hältst du, deiner Macht, die diese Welt Retter! bich verborgen, als hervorgebracht. fenntest du nicht ihren Schmerz. Der Stolze wühlt im Ueberfluß, oft, wenn der Fromme darben muß. 2. Getrost, mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird; der dich behütet, schlummert nicht, in Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schützet dich; durch seine treue Vaterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt dir Sicherheit; sein Trost füllt 5. Du zählst und segnest dich mit Freudigkeit. Er leitet unsre Tage; und dieses Lebens dich auf ebner Bahn, und Ungemach ist uns zum Heil ge- nimmt dich einst in Ehren an. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht bloß für dieses Leben schufst, wo uns vollkommne Freuden fehlen, nein, sie zum bessern Erbtheil russt; dein Sohn ging auf der Leidensbahn uns zum Erempel selbst voran. Von der Vorsehung Gottes. 39 5. Herr, segne und behüte bens baun wir dann. Will er mich! Du bist mein Heil, ich die Stadt nicht schützen, er hoff auf dich. Dein Segen groß, durch Rath und Macht, folg aus dieser Zeit mir bis was wird der Wächter nützen; in jene Ewigkeit. umsonst ists, daß er wacht. Aus dem 127. Psalm. Mel.: Befiehl du deine. 57. Nimmt Gott, dem wir vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, verge2. Ihr wachet spät und frühe, und eßt voll Traurigkeit das Brod der Sorg und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nüßt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer und unerwartet gibt? VI. Von dem Menschen und seiner Bestimmung. Mel.: Wer nur den lieben. 4. Wenn ich auf meinen Kör58. Dein bin ich, Gott; dein ist mein Leben. per sehe, den du so kunstvoll ausgebildt, so wird, o Vater Wie tröstlich ist mein Ursprung in der Höhe, mein Herz mit mir! Du hast den Odem mir Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein gegeben; mein ganzes Wesen jedes Glied, ein jeder Sinn, kommt von dir. Du, Vater, reißt mich zu deinem Lobe bin. riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Wie viel hab ich dir zu verdanken, Herr, der du mich bereitet hast! Als mich die engen finstern Schranken des ersten Daseins noch umfaßt, da war dein Auge über mir, da lebt ich, Höchster, nur in dir. 5. Durch deiner Vorsicht gnädigs Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hierher noch erhalten, so, daß der Tod vorüber ging. Ich stehe noch, und preise dich, Herr, deine Rechte schützet mich. 6. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; beschämt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht leugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Seel und Leib befleckt. 3. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang im Fleische lebt, bis sie, daß ihr kein Wohlsein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt; du hast mir Sinne und Verstand, 7. Ja, Herr, ich habe meine Begierd und Willen zugewandt. Glieder zu Sündengliedern oft Von dem Menschen und seiner Bestimmung. gemacht. Vor dir fall ich in noch kann ich nicht, wie schön, Demuth nieder; vergib, was wie wundervoll sie sei, verich nicht recht bedacht! Ver- stehn. wirf mich, Vater, nicht von dir! Schaff selbst ein reines Herz in mir! 40 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu und stets ein Freund der Tugend sei. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend ich dieses Lebens Lauf: O Gott, so richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf! Dein ewges Leben sei mein Theil, so preis ich ewig dich, mein Heil! Mel.: Wer nur den lieben, 59. werde Gott von 6.8 8 dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist; ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein, und seiner Liebe mich zu freun? 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt: doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt, mir, mir, dem Thone seiner Hand, gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig, zum Entzücken, ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und den4. Für Engel nur, und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd erhob, sind sie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf! 5. Ich, Gott, kann denken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne Gedanken tausendfacher Art. Ach, strebt ich alle Gott zu weihn: wie selig könnt ich hier schon sein! 6. Ich fann sie sammeln, sie verbinden, sie trennen, wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab ich Kraft; die gibt mir Gott, der alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! nur daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld; du schaffest, was du schaffst, aus Huld. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt ich nur dich, Gott, lieb gewinnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit! Bon deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Von dem Menschen und seiner Bestimmung. Ruhm und Seligkeit! Nimmst an, Gott sehen und empfinden. du zum Erben, Gott! mich an; Mein Mund sei voll von deihab ich nur dich, was fehlt nem Dank, und deiner Schöpmir dann? fung Lobgesang sei mein Gehör gewidmet. 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? 3hn, der mich schuf, sein Bild zu sein, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? Mel.: Es ist das Heil uns. 60. Dir, Gott, sei Preis und Dank, gebracht! Dich rühme Harf und Psalter! Jch bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, sammt einem jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, so künstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe, und alle Glieder sagen mir: Ich sei, o Gott, ein Werk von dir, ein Werk von deiner Weisheit. 41 5. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag Herz, entflamme mich, o Blut, daß ich den Höchsten preiſe! 6. pries ich, Höchster, immer dich, wenn ich die Sinne brauche, geh, lieg, und ausruh, oder mich bewege, athme, hauche! Gib, daß ich ewig bein mich freu, und daß mein Leib cin Tempel sei, worin dein Geist stets wohne! Mel.: Wer nur den lieben. 61. Was ist vor deinem Angesichte der Mensch, Gott, daß du sein gedenkst, und einen Strahl von deinem Lichte auf ihn, den Staub, hernieder sentst! Was ist er, wär er noch so groß? Ein bald zerfallner Erdenklos. 2. Du sabest an den Menschenkindern den schweren Fall 3. Ach, hättest du mein Auge nicht so künstlich zubereitet: was nützte mir der vor langer Zeit; und dennoch Sennen Licht, ihr Glanz, vor hast du diesen Sündern aus mir verbreitet? Dann säh ich göttlicher Barmherzigkeit unnicht, mit welcher Pracht, du zählig viel zu gut gethan, ja Herr, durch deine weise Macht, mehr, als jemand fassen kann. was du erschaffen, schmückest. 3. Du hast den Leib, ob4. Ich jauchze, daß ich sehen schon aus Erde, doch wunderkann, und hören und empfin- bar und schön gebaut, daß er den, und reden. Beten will ich der Seele würdig werde, ihm Von dem Menschen und seiner Bestimmung. Sprach und Sinne anvertraut.| zusehn, wie dich, Herr, deine Du hast die Güter dieser Welt Schöpfung preist, mit ihr dich des Menschen Herrschaft heim- zu erhöhn. geſtellt. 4. Du hast ihm noch viel mehr geschenket; du gabest ihm, zum bessern Theil, die Seele, welche will und denfet, und ihr hast du ein ewigs Heil, 4. Und ich, ich sollte fühllos noch ehe sie nach dir gefragt, sein? Ich rühmte dich, Herr, in deinem Worte zugesagt. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. nicht? Ein Herold deines Ruhms zu sein, bleibt meine größte Pflicht. 5. Drum laß es mich sehr wohl bedenken, was bu, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenfen kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 5. O, mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll! Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält 6. Und nimm indeß sie alle dein Gebot; ihm ists nicht beide, Allmächtiger, in deinen Last, nicht Pein. Drum gib Schutz! So bieten wir in al- auch mir die Kraft, o Gott, lem Leide den Störern unsers gehorsam dir zu sein. Glückes Truß. Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohl ergehn. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 7. Doch, wenn erhöhet von der Erden, im Himmel, deiner ewgen Stadt, dich Leib und Seele schauen werden, von deinem Licht stets froh und fatt, so sollen sie auch beide dich vollkommen rühmen ewiglich. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigfeit schmeckt er, dir, Höchster, zugethan, in dir Zufriedenheit. 42 Mel.: Ich finge dir mit H. 62. Jd Ich bin, o Gott, dein Eigenthum. Du 9. Nach hier vollbrachterPrüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr, laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein! Mel.: Allein Gott in der H. schufst mich, dein zu sein; mein ganzes Leben dir zum Ruhm, und deinem Dienst zu weihn. 63. Wie wichtig ist doch 2. Du gabst mir den vernünftgen Geist, bewundernd ein- uns der Herr gegeben! Gott, der Beruf, dent 43 Von dem Menschen und seiner Bestimmung. als uns deine Liebe schuf, da Herz, das wird allein sich ewig schuf sie uns zum Leben, zum deiner Güte freun, und einſt Leben, welches ewig währt, dein Antlitz schauen. das weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich als dein bewährtes Kind zu deiner Treue gebe. 2. Nicht hier ist unser Baterland; allein bei dir, Gott droben, da ist der Ort, wo deinen Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier find wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. Mel.: O Gott, du frommer. 3. Olaß mir doch dies 64. 2llmächtig großer große Ziel durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn, wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? Gott, wer kann dich genug erheben! Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Hulb gebaut, die jetzt noch alles trägt. 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier, laß mich dies nie vergessen! Nur wenig Tage hast du mir zur Wallfahrt zu gemessen. Schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene besfre Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches 2. Du schufst, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre! Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Hand geschenkt. 3. O, welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, vollkommen sein, wie du! O wohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu! 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben; mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun sei dies, o Gott, Von dem Menschen und seiner Bestimmung. allein, daß ich auch so, wie dem Wohlthun Freude macht, du, gesinnet möge sein! der Kummer und Beschwerde 5. Du bist der Wahrheit dem Nächsten gern erspart, Freund; laß mich auch Wahr- sein Leben ihm versüßt, und heit lieben, und mit stets mun- wo er helfen kann, zum Helterm Fleiß in alle dem mich fen willig iſt. üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allen Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Ziele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. 44 7. Gib, daß ich so, wie du ein Freund der Menschen werde, 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. VII. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. Mel.: Wo soll ich fliehen. 65. alle Menschenkinder, und findt u, der kein Böses sie alle Sünder; da ist vor dir, thut, du schufft Herr, keiner unschuldig, auch den Menschen gut; du, Höch nicht einer. ster! gabst ihm Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handelu. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur was dein Wille wollte, mit freubenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren, leider! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf 3. Hier ist kein Unterschied. ewig laben. Dein Auge, Höchster, sieht auf 6. Dir folgen, dünkt uns Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. Zwang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe; und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7.0 Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir vom Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzufagen! 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleich gesinnt zu werden. 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben! 45 3. Sie schöpfte stets aus ihrer Quelle, aus welcher sie entsprungen war; noch war die Weisheit ihr Geselle, und leitete sie immerdar; sie hatte Glück und Ruhm gefunden, weil du dich selbst mit ihr verbunden. 4. Ihr Leben war, dich stets zu lieben; ihr Alles, ewig dein zu sein. Wär sie so, wie sie war, geblieben, so wär sie frei von Qual und Pein; allein, der Feind hat sie verderbet, und Sünd ist allen angeerbet. 5. Dem irdischen nur ganz ergeben, liebt sie die Eitelkeit der Welt, indem ein sinnlichs fleischlichs Leben sie ganz und gar gefesselt hält; sie suchet Ruh in schnöden Dingen, zu schwer, zu Gott sich aufzuschwingen. 6. Sie ist in Thorheit ganz versunken, spielt forgenlos mit eitlem Tand, vom Taumel schnöder Lüste trunken, ganz leer an Weisheit und Verstand, ganz taub und blind in deinen Werken, Gott, deine starke Hand zu merken. Mel.: Wer nur den lieben. 66. Der Mensch ist, Gott, dazu geboren, daß ihn, was göttlich ist, erfreu; du, Schöpfer, hattest ihn er foren, daß er dein Bild und Gleichniß sei. Wie wird die Ehre gnug gepriesen, die deine Güt an ihm bewiesen! 7. Gott, der du uns dein Heil gegeben, du hilfst der Seele wieder auf; erwecke sie zum neuen Leben, und lenk zum Himmel ihren Lauf; laß mich die Weisheit wieder finden, und sie von 2. Kein Adel glich der Seelen Abel, kein Glanz kam ihrer Schönheit bei; sie war ganz neue Liebe mich entzünden! rein uud ohne Tadel, Elend und von Sünde frei; zu ihrem Glück konnt ihr nichts fehlen: du, Gott warst selbst das Licht der Seelen. 8. Sei du mein Himmel, meine Sonne, mein Reichthum, meine Herrlichkeit, mein Schatz und Theil, und meine Wonne, mein Leben hier schon in der Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. Zeit, so wird mein Leben mir| Fleisch und Blut unter deinen auf Erden, ein Eingang zu dem Willen zwingen; denn dein fünftgen werden. Wille, Gott, ist gut. Was nicht kann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben! 46 Mel.: Herr, ich habe mißg. 67. Herr, err, du kennest mein Verderben! Ach, es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben, sich noch immer böse Zust, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böse Thaten zeuget. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd in mir sich regt; bilf mir selber muthig kämpfen, alle böse üste dämpfen! 8. Sollt ich etwa unterlie2. Wie verderbt sind meine gen, o, so hilf mir wieder auf! Wege! Wie verkehrt mein eig- Laß in deiner Kraft mich siener Sinn! Ich empfind es, gen, daß ich meinen LebensGott, wie träge ich, dir zu ge- lauf unter deinen treuen Hänhorchen, bin. Ach, wer wird den möge gut und selig enden! vom Hang zum Bösen mich noch endlich ganz erlösen! 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden erbten Noth; heile meiner See len Schaden durch des Mittlers Kreuzestod; tilge alle meine Sünden; laß mich vor dir Gnade finden! Mel.: Alle Menschen müssen. von der anges 68. Großer Gott, erhabnes Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen dir zum Dienst erlesen, ach, was ist der Mensch vor dir! Wenn ich deine Größ er4. Deinen Willen hier auf wäge, und, was ich bin, überErden zu vollbringen, wird, lege, o wie dürftig und wie klein mir schwer. Soll ich dazu muß ich mir nicht selber sein! 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken, leider! mein Gemüth, machen mich zu einem Kinde, das vor seinem 5. Schaffe denn ein reines Vater flieht. Tausend Mängel, Herze, Herr, durch deinen tausend Flecken schänden mich Geist in mir, daß ich nicht zu meinem Schrecken, und in mein Heil verscherze. Laß der der verderbten Brust regt sich sündlichen Begier mich mit täglich böse Lust. Nachdruck widerstehen, und auf 3. Was ich Gutes an mir deine Hülfe sehen! habe, ist von deiner Vaterhand. O, wie manche gute Gabe haft du, Herr, mir zugewandt! Seltüchtig werden, mußt du selbst von oben her Kraft und Stärke mir verleihen, und mein sündhaft Herz erneuen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hilf mir selbst, mein Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. ber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach, was würd mir übrig sein! 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Un- 2. Des bösen Herzens Grund dank an, weil ich sie oft ganz wird oft durch Thaten fund, vergraben, oft damit nur groß die mich vor dir verklagen, gethan, oft voll Leichtsinn sie und mein Gewissen nagen. verschwendet, und zu Sünden Herr, willst du sie bestrafen, angewendet. Q, wie bäuft wer wird mir Rettung schaffen! sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 3. Ich habe wider dich, den Nächsten und auch mich, vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Wienschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft 4. Ein jegliches Gebot zeugt auf deine Batergüte, und mein wider mich und droht, weil ich tief beschämt Gemüthe, das( dies schlägt mich nieder) nur den Muth fast ganz verlor, gar zu oft dawider gedacht, hebt sich noch zu dir empor. gethan, gesprochen, und deinen Bund gebrochen. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz 5. Verwirf mich nicht von zu dir. Ach, erhalte selbst die dir; hilf, Herr, erbarmend Triebe treuer Dankbarkeit in mir! Erneure meine Seele, mir! Bater, laß das schwache daß sie nur Gutes wähle! Lallen meinesLobes dir gefallen! Wer kann mich sonst vom BöBilde mich, dein Eigenthum, sen, als du, o Herr, erlösen? ganz zu deines Namens Ruhm! 6. Drückt mich der Sünden Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit mächtger deine Gnade; wie groß auch sei mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des Fleisches Macht in mir ihr Werk vollbracht, so gib mir Lust und Stärke, daß ich nur gute Werke beschließe und vollbringe, und ewig dir lobsinge. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst be reit. Herr, ich falle vor dir nieder tief mit Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sei die Quelle meiner Freuden! Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt! 47 Mel.: Wo soll ich fliehen. 69. Mein Gott, bir ist bewußt die innre böse Lust, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. D, heile du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden! 48 Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. Mel.: Was Gott thut, das. 4. Wir gehn in Unvoll70. Ach, wird denn dein kommenheit auf dieses Lebens Erlöster nie frei Pfade; doch unsre schwache vom Gesetz der Sünden! Ich Frömmigkeit belohnst du auch kämpfe täglich wider sie, und mit Gnade. Das Herz soll kann nicht überwinden. Ich rein von Bosheit sein, so haß ihr Joch, und trag es doch, willst du die Gebrechen der du siehst, Herr, dem ichs klage, Menschlichkeit nicht rächen. wie ungern ich es trage! 5. Ich weiß, mein Mittler, 2. Weit mehr, mein Gott, Jesus Christ, hat meine Schuld betrübt mich dies, als alle getragen. Weil er für mich Noth der Erde, daß ich noch gestorben ist, wie könnt ich immer nicht gewiß und fest im denn verzagen? Verdammte Guten werde. Wie fürcht ich mich dein Zorn, der ich zwar mich, ich werde dich, durch schwach bin, aber glaube, was Fleisch und Blut getrieben, nützte mir mein Glaube? nicht treu, nicht ewig lieben! 3. Doch ich will ruhig sein in dir, der du die Herzen prüfest. Du kennest uns: nur Staub sind wir, den du ins Leben riefest. Gott, dein Gericht verdammt uns nicht, wenn wir nicht schon auf Erden wie können. Engel heilig werden. 6. Hilf du mir fämpfen, daß ich, Herr, mich selber überwinde, so werd ich täglich heiliger und freier von der Sünde. Dort, bort wird sie mich ewig nie von deiner Liebe trennen, mich nie verführen VIII. Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung des Menschen und dem Erlöser. In bekannter Melodie. bracht, daß sie war abgefal71. Durch Adams Fall len, so herrschet mit tyrannist sehr verderbt scher Macht die Sünde nun der Menschen ganzes Wesen; in allen. Uns drückt der Tod; dies Gift ist auf uns fort in solcher Noth beschloß Gott, geerbt. Wir wären nie genesen, uns zu geben den eignen Sohn was Jesu Heil nicht unser zum Gnadenthron, damit wir Theil für unsre tiefen Wun- möchten leben. den. Ach, jeder hat in Evens That des Satans Neid em pfunden! 2. Seit Satan die dahin ge3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder, so bringt uns eine fremde Huld in Christo alle wieder. Und Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung des Menschen. 49 wie wir all in Adams Fall] meinem Mund wollst du dein des ewgen Todes starben, so Wort nicht nehmen, so, weiß rettet Gott, durch Christi Tob, ich, läßt dein theurer Bund die außer ihm verdarben. mich Sünder nicht beschämen. Der Sünden Schuld deckt deine Huld. Nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr vertraut, auf sie fest baut, der wird den Tod nicht schauen. 4. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, da wir noch Feinde waren; der ist für uns ans Kreuz gehenkt, erstanden, aufgefahren. Tod und Gericht trifft uns nun nicht, so wir 9. Mir zeigt schon jetzt dein ihm nur vertrauen; fest steht heiligs Wort den Himmel aus bies Wort! Wem mag hinfort der Ferne; denn dies Licht noch vor dem Tode grauen? führt zu Christo fort, dem Er ist das Licht, der hellen Morgensterne; bricht Weg die Pfort, die Wahrheit der nun an, so fasset man als. und das Leben, des Vaters bald die hohen Gaben, die Kraft, sein ewges Wort, zum Gottes Geist auch uns verheißt, Heiland uns gegeben. Dem so wir nur Glauben haben. Feind zum Trutz umgibt sein Schutz uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt; die Sei5. nen wird aus seiner Hand nichts rauben. Mel.: Wenn dein herzlieb. 72. Gott, hätte dein geliebter 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, und wird zuletzt zu Spotte, der solchen Trost mein sich angenommen, und wär er nicht von seinen Thron bei Menschen sucht, und nicht so müßt ich ewig elend sein, zu uns ins Fleisch gekommen, bei seinem Gotte. Denn, wer ihm will ein ander Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Feinds Gewalt und arge List erschrecken. gemartert in der ewgen Pein, um meiner Sünde willen. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, fann nie zu Schanden werden. Wohl, wer auf diesen Fessen baut! Trifft ihn schon hier auf Erben viel Angst und Müh, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich nur fest auf Gott verläßt; Gott hilft den Seinen allen. 8. Herr, meinem Herzen, Luth. Gelg. 2. Doch der schafft dem Gewissen Rast. Ich darf nun nicht verzagen. Für mich hat meine Sündenlast dein eigner Sohn getragen. Am Kreuz versöhnt er mich mit dir. Da floß sein Blut, damit er mir die Seligeit erwürbe. 3. Wohl mir! mein Herz schöpft neuen Muth, faßt findliches Vertrauen. Auf dies sein ewig geltend Blut darf ich mein Heil nun bauen. Sein Blut, bas mich erkaufet hat, wäscht 4 50 Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung des Menschen. mich von meiner Missethat, hat Gott die Welt geliebt, uns daß ich ganz rein erscheine. seinen Sohn zu schenken. 4. Sein Blut stillt alle 2. Hoch über die Vernunft Kümmerniß, und wandelt sie erhöht, umringt mit Finsterin Freuden. Ich suche Gnad nissen, füllst du mein Herz mit und bin gewiß, nichts kann Majestät, und stilleſt mein von dir mich scheiden. Was, Vater, mir der Sohn erwarb, da er in Schmach und Martern starb, kann Satan mir nicht rauben. Gewissen. 5. Nichts hilft hier die Gerechtigkeit, die stolz auf Werke bauet. Der ist von seinem Heil noch weit, der seinen Kräften trauet; er erntet Scha den statt des Lohns. Nur die Gerechtigkeit des Sohns macht uns gerecht und selig. 6. Auch mich macht sie gerecht, weil ich sie fest im Glauben jasse. Ich weiß auch, selig macht sie mich, weil ich nie von ihr lasse. Der treu erfüllt, was er verheißt, erhält auch mich durch seinen Geist in seines Sohns Gemeinschaft. 7. Du, Vater, warfest alle Schuld auf deinen Sohn, als Bürgen! Du, Jesu, ließest in Geduld dich wie ein Lamm erwürgen! Du, Geist, theilst dieses Heil uns zu! Von allen Herzen drum sei du, Dreieiniger, gepriesen! 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne. Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So fann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist, so werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, so werd ich irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Spötter rauben! Ich fühle seine Göttlichkeit, und halte fest am Glauben. 8. Ich bin dein ewges Eigenthum, durch dich des Himmels Erbe; dies, Sohn des Höchsten, ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe! 3oh. 3, 16. 9. Du gibst mir deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stärken, und bilMel.: Ich dank dir schon. 73. Gedanke, ver uns Le- dest mich durch deine Hand ben gibt, wer fann zu allen guten Werken. dich ganz durchdenken? Also 10. So lang ich deinen Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung des Menschen. 51 Willen gern mit reinem Her- aller Sünder! Du, mein Erzen thue, so fühl ich eine barmer, halfft auch mir, du ToKraft des Herrn, und schmecke desüberwinder! Schon jauchzte Fried und Ruhe. dein und unser Feind: Gott sei nicht mehr des Menschen Freund; auch Adam sei gefallen. 2. Wir waren unsres Ruhms beraubt, verwundet und voll Beuten; ganz krant vom Fuße bis aufs Haupt, und niemand konnt uns heilen; du kamst und machtest uns gesund, dir, dir frohlocke Herz und Mund, dir jauchze der Erlöste! 3. Du hast uns, Herr, gewaltiglich der Hölle Finsternissen, bast meinem Untergange mich, Allmächtiger, entrissen. Ihr Heiligen, sein Eigenthum, erhebt, besinget seinen Ruhm, die Allmacht seiner Liebe! 4. Der Herr hatt' uns den Tod gedroht, doch wollt er auch vergeben; Gefallen hat er nicht am Tod, er hat nur Lust am Leben. Erschrecklich ist der Zorn des Herrn; doch glaubet nur, er rettet gern, und seine Gnad ist ewig. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zu dir, Herr, trete, weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst, und mich einst aus der Erde erweckst, und zu dem Reich erhebst, da ich dich schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für dich jemals erkalten? Dies ist die Lieb, o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen halten! 14. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich alle zeit treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, hier um dich Schmach zu leiden, so laß mich teine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden! 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freud empfinden, so wirk er doch sein Werk in mir, und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt( laß mich noch sterbend denken), wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken? Mel.: Sei Lob und Ehr. ch preise dich, und singe dir, Versöhner 5. Die ihr noch nicht geheiligt seid, noch lieget im Verderben, entflieht der Ungerechtigkeit! Ach, warum wollt ihr sterben? Es kommt die Stunde des Gerichts; sprecht nicht mit Trotz: Wir fürchten nichts, den Tod nicht, nicht die Hölle. 6. Wenn euer eitles Glück entfleucht;( ach, was ist dieses Leben!) wenn Gottes Zorn nicht mehr verzeucht, wie wer4* 52 Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung des Menschen. det ihr erbeben! Daß ihr durch kühnen Blick in den Abgrund kein Gefühl noch wißt, wie deiner Güte; send ihm einen furchtbar er den Süubern ist, Blick zurück; einen Blick voll das banket seiner Langmuth. Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem 7. Gott ist bereit, euch zu verzeihn, nicht nach dem Tod auf Erden. Warum wollt ihr Lichte blicket. verworfen sein, und könnt errettet werden? Ach fleht ihm, eh noch sein Gericht herbei tommt, eb sein Angesicht sich ewig von euch kehret. 8. Ich preise, Vater, Jesu, dich, die Liebe deines Sohnes. Sie führe, kommt der Richter, mich zur Rechten seines Thrones. Hier nimm dich meiner Schwachheit an, damit ich nie von deiner Bahn zur Sünde mich verirre. 9. 3st gleich ber kurzen Prüfung Zeit voll Mühe, voll Beschwerden; wie kurz ist meines Glaubens Streit! Soll ich nicht selig werden? Es wartet mein ein himmlisch Haus; du zeuchst mein irdisch kleio mir aus, und gürtest mich mit Freuden. 10. Wenn ich des Todes stille Nacht einst ausgeschlummert habe, dann geh ich, Gott, durch deine Macht, verklärt aus meinem Grabe; dann rühm ich in der Ewigkeit, zur Unvergänglichkeit erneut, dich, Bater, dich, Versöhner! Mel.: Werde munter mein. 75. wge Liebe, mein Gemüthe waget einen 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet haft, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, der verdammnißwerthen Welt durch ein theures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben, Gnab und Freiheit zu erwerben. 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, welcher uns hülflosen Armen Gnade, Trost und Hülfe beut! Liebe, bie des Sohns nicht schont, der in ihr höchstselig wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß darinen jeder bliebe, der am Segen Antheil nimmt. Wer nur an den Mittler gläubt, der ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Da du keinen zum Verberben ohne Grund verbannet haft, tragen Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Bosheit Last; wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn; sein muthwillig Widerstreben schließt ihn aus vum Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank besungen, was dein Rath beschlos= Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung des Menschen. 53 nicht sterben lassen. Wir Sünder hatten Zorn verdient, doch wollt er uns nicht hassen. Er bat: Laß, Gott, fie leben! sen hat! Mit uns preisen En gelzungen diesen weisen heilgen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein; richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge, ich sei auf dem rechten Wege. 3. Sohn, bitte, sprach der Vater, nimm die Sünder an zum Leben; nicht fühlen sollen Zorn und Grimm, die dir ihr Herz ergeben! Gib allen Sündern, die die Last der Sünde drückt, Erquickung; gib allen Müden Fried und Rast, den Treuen die Entzückung und Wonne deines Himmels! 4. So reizt doch nicht den Zorn des Herrn, aufs neu 8. Laß mich meinen Namen ihn zu entbrennen; dient Jeſu, schauen in dem Buch des Ze- seinem Sohne, gern, lernt seine bens stehn, alsdann werd ich Güter kennen; thut Buße, ohne Grauenselbst dem Tod ent- glaubt und heiligt euch, eh gegen gehn; keine Kreatur wird eure Zeit vergehet; kommt, mich( denn du liebest ewiglich), Sünder, weil euch in sein Reich deiner Hulb entreißen können, der Eingang offen stehet, der noch von deiner Liebe trennen. Eingang in den Himmel! Mel.: Es woll uns Gott. 76. Warum verschmähen 77. Heil Sündennoch iſt Mel.: Es ist das Heil uns. uns! aus unsrer Rettung uns erworben. Der Herr will nicht des Sünders Tod; was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt; wie werth sind wir vor ihm geschätzt, wie groß ist sein Erbarmen! Rettung ihrer Seelen, und säumen, Christi sanftes Joch, die leichte Last, zu wählen? So vieler Herz verlanget nicht nach seinen edlen Gütern; das Glück des Glaubens und der Pflicht ist fleischlichen Gemüthern ein Schatz, den sie nicht fennen. 2. Und doch hat, der im Himmel wohnt, zu seines Vaters Rechte, selbst seines Lebens nicht verschont, daß er sie retten möchte. Er selbst hat uns mit Gott versöhnt, hat uns uns wieder zu erwerben. 2. Selbst seinen eingebornen Sohn fandt er zu uns aufErden, von dem verdienten Sündenlohn ein Retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser Heil; er tam, am ewgen Leben Theil 54 Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung des Menschen. 3. Wo ist, o Tod, dein Zeuch mächtig unser Herz zuStachel nun? Hier ist dein rück von schnöder Sündenliebe; Ueberwinder; für unsre Schuld an dem uns theur erworbnen genug zu thun, starb er, das Heil laß uns im wahren GlauHeil der Sünder. Wo ist nun, ben Theil stets suchen und geSünde, deine Kraft? Hier ist winnen! der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. Mel.: Herzliebster Jeſu. jott, der du für uns deinen Sohn ge= auf Erden schon das wahre geben! Wer kann doch gnugGlück nicht fehlen, getrost und froh in Gott zu sein; wenn wir uns nur dem Heiland weihn, den Gott für uns verordnet. fam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnaden Stärke. 4. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn, der Retter unsrer Seelen! Nun kann uns auch 78. 2. Dein ewger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder; der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil nns zuzuwenden, das er so 3. Er wird das Lamm, das liebreich uns erwarb, als er aller Sünden träget, drauf für uns am Kreuze starb. du die Strafe weislich selbst Wohl allen, die ihm trauen! geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürfteſt strafen. 6. O, laßt uns ihm uns anvertraun, und niemals sein uns schämen! Auf seine Mitt4. Was ist der Mensch, daß lers Hülfe baun, und sein du dein so gedenkest, und deiJoch auf uns nehmen! Das ist nen Sohn ihm zum Versöhner der Weg zum ewgen Wohl, schenkest? Was findest du an der Weg, auf dem man frie- mir und an uns allen für denvoll auch schon auf Erden Wohlgefallen? wandelt. 5. Verdient Verachtung gött7. Herr, laß uns diese Se licher Gesetze, verdient Verligkeit doch über alles schätzen! schwendung unschätzbarer SchäNie können Güter dieser Zeit ge, verdient ein selbstgemachter den Mangel uns ersetzen, wenn böser Schade bes Richters uns das größte Gut gebricht: Gnade? ein reines Herz voll Zuversicht zu dir, Gott, unser Vater. 8. O, lent auf dies erhabne Glück der Seele stärkste Triebe! 6. O, welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust noch mehr zu un Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung des Menschen. 55 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen; hast willig unser Fleisch und Blut, o Herr, an dich genommen! Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, wardst du ein Fluch auf Erden. O Huld, die sonst nichts Gleiches hat, du ſtarbſt für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden! serm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen und zum Gehersam dir mein ganzes Leben willig ergeben! 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei in mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen! 4. Du warst es uns, und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne, die ihr noch dienen, zu befrein; beschwerter Herzen Trost zu sein, ist deines Herzens Freude; du gibst den MüdenSeelenruh, und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. Mel.: Ein Lämmlein geht. 79. Dob, Ebre, Preis und Dank sei dir, o Jeju, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für: wer fann dich gnug erheben? Eh noch dich die Welt ward, warst du schon groß, herrlich und des Höchsten Sohn, ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die HerrDein ist das die lichkeit, und du beherrschest weit lichkeit, und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 5. Du hörst der Deinigen Gebet, und endest ihre Plage; du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage, sei ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und MarRuhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb ich mich zu eigen bin; gib, daß ich mich, so lang ich 2. Dein sind sie; denn durch bin, in deinem Lobe übe! wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer Mel.: Wir Chriſtenleut. 80. Wirf, blöder Sinn, sprach zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Allmachteden Kummer hin! ruf die ganze Welt aus nichts Gott ist für dich; was will dich erschuf; du bists, der alles ferner fränken? Halleluja! Sein träget, was sichtbar und un- Schn ist da! Wie sollt er uns sichtbar ist, was Erd und mit ihm nicht alles schenken? immel in sich schließt, und was im Meer sich reget. 2. Schlägt dir das Herz vor Angst und Schmerz, empfindest Univ.- Bibl. Giessen 56 Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung des Menschen. du, wie sehr die Sünden frän- erschien mir ein gewünschter ken? Dein Heil ist hier; wie Tag, der that mir, Herr, durch sollte dir nicht Gott mit ihm deinen Bund, Heil, Segen und auch Gnad und Friedeschenken? Erlösung kund. 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Scham an deine Schwäche denken? Er, der dir gibt, das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 3. Zu diesem neuen Bund der Gnaden, woraus uns Heil und Segen quillt, hat Jesus alle eingeladen, nachdem er das Gesez erfüllt, so daß, wer fest an Christum gläubt, gerecht und ewig selig bleibt. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn 4. Dies Gnadenbündniß muß der Bosheit schlauen Ränken? bestehen, wenn Satan, Höll Erschrick nur nicht! Gott ist und Sünde tobt. Wird Welt dein Licht; er wird dir mit dem und Himmel gleich vergehen, Sohn auch Weisheit schenken. bleib ich doch meinem Gott verlobt; denn Christi, meines Bürgen, Blut, macht alle meine Schulden gut. 5. Gebricht es dir bald da, bald hier; sorgst du, wer dich noch speisen wird und tränken? O, fasse Muth! Das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch, was noth ist, schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigkeit versenken! Dein Heil ist da! Halleluja! Wie follt uns Gott mit ihm nicht alles schenken? 5. Der Menschen Bündnisse vergehen; sie sind oft List und Heuchelei; doch Gottes Bund bleibt ewig steben, ein Bund von ewig fester Treu. Er bleibt mein Schild und großer Lohu. Hier ist mein Bürge Gottes Sohn. 6. Eh müßten Berg und Hügel reichen, eh müßt die ganze Welt vergehn, als daß dein Bund, dein Gnadenzeihen, nicht sollte ewig fest bestehn. Der Friedensbund den Gott vollstreckt, macht, daß die Hölle mich nicht schreckt. Mel.: Wer nur den lieben. 81. Mein Gott, wie groß ist dein Erbarmen, das mir dein Gnadenbund beweist! Du nimmst mich auf mit Vaterarmen, und gibst mir deines Sohnes Geist, daß ich von Sünden rein und frei dein neuer Bundsgenosse sei. 7. Wer kann mir nun den Himmel rauben, den Gott durch diesen Bund mir schenkt, der mich verpflichtet, fest zu 2. Ich war zuvor von dir glauben, der meinen Geist gewichen, da ich in meinen schon dahin lenkt, wo ich in Sünden lag; doch, da dein vollem Gnadenschein soll unSohn die Schuld durchstrichen, aufhörlich selig sein? Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung des Menschen. 57 8. Laß mich nur, Herr, bis 5. Du Freund der Menschenan mein Ende getreu in beinem finder, verwirf uns, Jesu, nicht; Bunde stehn, und leite mich dein Name, Heil der Sünder, Drum durch deine Hände, daß meine ist unsre Zuversicht. Tritte richtig gehn; so führst kommen wir zu dir; hilf uns du mich, von Sünden rein, die Nacht der Sünden noch gewiß in deinen Himmel ein. glücklich überwinden; denn dein, o Herr, sind wir! 6. Bei dir steht unser Leben; zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben; gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam sein! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. Mel.: Von Gott will ich. 82. Erhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Hei land ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. Mel.: Herr Christ, der ein. 83. 2. Erlöst! o, welche Gnade Chriſte, Eingeborhat uns der Herr erzeigt! ner von Ewigkeit Der uns betroffne Schade, der gezeugt! des Vaters Auserforuns so tief gebeugt, ist nun ner, zu dem sein Herz sich neigt! nicht unheilbar; von Sünden Mit ihm von Einem Wesen, und Verderben uns Rettung stets wirksam, stets gewesen; zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. ihm gleich an Herrlichkeit. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt; voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt; der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durchs Todes Leiden sein groBes Werk vollbracht. 2. Für uns ein Mensch ges boren, der teuschen Jungfrau Sohn, wie Gottes Eid geschworen, erlittst du Qual und Hohn; starbst, daß wir leben möchten; erhubst uns zu Gerechten und Erben deines Reichs. 4. Er hats vollbracht! O, bringet Gott euern Lobgesang, erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seelen Schaden. O, nehmt ihn gläubig an! 3. Laß uns stets mehr ertennen, was du an uns gethan; stets mehr in Lieb entbrennen; stets mehr zu dir uns nahn; dich über alles schätzen; an dir uns ganz ers götzen, stets dürftiger nach dir! 4. Du Schöpfer aller Dinge, des Vaters ewge Kraft, ohn den ich nichts vollbringe, der 58 Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung des Menschen. alles Gute schafft! Hilf! daß mich nichts verblende, nichts mein Herz von dir wende, nichts dein Herz mir entzieh! Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes 5. Laß mich, mit dir be Wort. Das Große und Ge graben, mit dir auch aufer- ringe geht bloß durch deinen stehn; mit dir zur Höh er- Willen fort. Sohn Gottes, du haben, nicht auf das Eitle regierest den ganzen Kreis der sehn; dich wissen und dich hö- Welt! Weil du die Herrschaft ren; nach dir allein begehren; führest, geschieht, was dir gedein todt und lebend sein! fällt. Bei dir steht Tod und 6. Dank, Lob und Preis und Leben. Drum wird einst jede Ehre sei Gott in Ewigkeit für Gruft die Toden wieder geben, solche süße Lehre, mit der er wann deine Stimme ruft. uns erfreut! Sie tröst uns, wann wir leiden; sie stärk uns, wann wir scheiden; sie schütz uns im Gericht! 4. Gott läßt dir Ehr erzeigen, die feinem andern widerfährt; dir soll sich alles beugen, denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth! Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der fann. nicht selig werden; wer aber Größe geht über dich verehrt, dem hilfst du alle Himmel weit! Wer ist, der vom Verderben, schaffst ihm sie ermesse? Du warst bei Zufriedenheit, und machst ihn Gott von Ewigkeit; du bist einst zum Erben vollkommner der Erstgeborne vor aller Krea- Seligkeit. Mel.: Nun lob mein Seel d. 84. Mein Heiland, deine tur; kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit; eh noch die Welt geworden, hattst du schon Herrlichkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Same, der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen. Seraphinen, erhabner Men2. Der Himmel und die schensohn! Mit Freuden dir Erde sind durch dein frästges zu dienen, stehn sie vor deinem Wort gemacht; auf dein all Thron. Wer sollte dein sich mächtig Werde! entstand die schämen? Werth bist du, Preis Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch ehr erkannt. Ein Erbe über alle, das ist dein ewger und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes, ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und befehre die, die 59 Von der Menschwerdung und Geburt Christi. dir noch nicht zugethan. Die ihnen Gnade mit, dich gläubig deinem Wort nicht glauben, zu erkennen. Laß nichts, die dich und dir, der für sie litt, die erkannt, von deiner Liebe trenschuldge Ehre rauben, theil nen; dein Ruhm füll jedes Land IX. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. Adventslieder. reitet, zu dem kommt Jesus Mel.: Aus meines Herzens. 85. Mit Ernst, o Men- Christ. chenkinder, macht euer Herz bereit! Er fommt, das Heil der Sünder, der Herr der Herrlichkeit. Er kommt von ſeinem Thron ins Elend gern hernieder, wird einer unsrer Brüder, er, Gottes eigner Sohn. Mel.: Werde munter, mein. 2. Er dürstet voll Verlangen zu euch auch sich zu nahn. Ihn würdig zu empfangen, macht eilig ebne Bahn. Der 86. Marum willſt du draußen stehen, du Geerst im Fleisch erschien, seht, segneter des Herrn? Eile, zu der will nicht verschmähen, zu euch auch einzugehen. Drum auf, empfanget ihn! mir einzugehen! Mein Geliebter tritt nicht fern! Helfer in der rechten Zeit, der mit ewgem Trost erfreut! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer; stille des GeDenn dies 5. Doch, was vermag ich Schwacher, ich Sünder, ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! Schon seufzt mein Herz nach dir! Schon jauchz ich dir entgegen! Komm, komm mit deinem Segen, und wohne stets in mir! 3. Die ihr gerecht euch dün fet, legt euren Dünkel ab! Die ihr euch aufbläht, sinket von eurem Stolz herab! Die ihr um Gnate fleht, wißt, daß ihr hier sie findet! Denn wer sein setzes Dräun! Nichts empfindet, der wird von ihm erhöht. Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Ge4. Ein Herz, das Demuth bein; es verkündigt Fluch und übet, ist ihm von allen werth. Tob. Ach, wie schrecklich wird Ein Herz, das Hochmuth lie- mir, Gott! Komm, von des bet, wird nie von ihm geehrt. Allmächtgen Pfeilen mein verEin Herz, das reuvoll ist, wundet Herz zu heilen! glaubt, und den Feind bestrei- 3. Sieh, wie Satan seine tet, das hat sich recht be Lügen noch in diese Schrecken Von der Menschwerdung und Geburt Christi. Weh mir! mischt, als müßt ich, gleich Wohnung wähle, und da klag ihm, nun liegen in der Glut, ihm, was dich quäle. die nie verlischt. zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerrißnes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerriſsen. 60 4. Flieh ich denn, die Angst zu lindern, da ich so beängstigt bin, zu der Welt und ihren Kindern; fall ich vollends ganz dahin. Da ist Freude, die betrübt; Trost, der nicht Er quickung gibt; Helfer, die mir Unlust machen; Freunde, die wohl meiner lachen. 5. Was ist hier, das nicht beschwerlich, nichtig, oft auch schädlich wär? Stolze Hoheit ist gefährlich; Reichthum läßt die Seele leer: Ruhm täuscht oft, so sehr er gleißt; Lust verzärtelt leicht den Geist; und hat nicht, was heut er freuet, oft mich morgen schon gereuet? 6. Aller wahrer Trost im Leide ruht in dir, o Jesu Christ! und auch du allein gibst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach, wie sehn ich mich nach dir! Eile, Jesu, komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh ich in der Angst vergehe! 8. Wohl dir, daß dich Jesus liebet! Sprich, was nun dir schaden kann? Was du Böses selbst verübet, das sieht Gott nun nicht mehr an. Auch wird, was sich in der Welt Böses dir entgegen stellt, statt dich in den Staub zu legen, dir nun lauter Glück und Segen. 9. Selber das dient dir zum Heile, was die Sünder schreckt und quält, denn du hast zum besten Theile deinen Jesum dir erwählt. Sei ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet fest dabei, daß du mit den Engeln broben ihn dort ewig werdest loben. In bekannter Melodie. 87. Wie soll ich dich emmeine Zier! O, aller Welt pfangen, o Jesu, Verlangen! wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an, womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen fann? 2. Dort streut dir Zion Palmen und grüne Zweige hin. Auch ich will dir mit Psalmen bereiten Herz und Sinn. Dir, könig, will ich bringen Lob, Ehre, Dank und Preis, und deinen Namen singen, so gut ich kann und weiß. 7. Herz, sei froh, du bist erhöret, denn in dich auch zieht er ein. Zu dir ist sein Gang gefehret. Laß es ihm gewidmet sein! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! bereite im Staube saßen, gebeugt vom dich ihm zu, daß er dich zur schwersten Leid. Mir war das 3. Nichts hast du unterlassen zu unsrer Seligkeit, als wir Von der Menschwerbung und Geburt Chrifti. Reich genommen, wo Fried| 9. Du kommst zum Weltund Freude lacht; du, mein gerichte, verklärter MenschenHeil, bist gekommen, und hast sohn, in majestätschem Lichte, mich froh gemacht. und mit bir fommt dein Sohn. Geh auf, o wahre Sonne und leucht in vollem Glanz! Erfüll mit ewger Wonne das 4. 3ch lag in schweren Ban den, du kommst und macst mich los. Ich stand in Spott und Schanden, du kommst und Herz der Deinen ganz! machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie zeitlich Geld und Gut. 5. Was hat dich, Herr, ges trieben, dich, den fein Himmel hält, als nur dein treues Vie ben, womit du diese Welt bei ihren lauten Alagen, bei ihrer Jammerlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast? 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr. Seib unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür; der euch im Elend labet und tröstet, stehet hier. 61 7. Sollt euch nun noch er schrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil, macht sie zu Gottes Kindern, und Gott zu ihrem Theil. Psalm 24. Mel.: Nun freut euch lieb. 88. Die Erb ist Jesu Christi, sein, wer auf der Erde wohnet; deß müsse sich die Erde freun, und wer auf Erden wohnet. Er schuf, er rettete die Welt; er trägt, er segnet, er erhält die Welt, die er beherrschet. 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volke der Erlösten? Wer darf des hohen Segens werth, sich seiner Herrschaft trösten? Der, der zu bir, o Mittler, sich befehrt, und gläubig wird, und dich zu seinem Herrn erwählet. 3. Und wer in deinem Blute rein, der Unschuld sich befleißet; wagt sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüsten gleißet; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 8. Laßt eure Feinde bräuen, weicht darum nicht zurück! der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, der große König, der Rächer eilt geschwind, stürzt Feinde, die zu wenig zum Widerstande sind. ner Herrschaft werth; der ist 4. Wer, auch umringt mit Leiden, gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herr im vollen Maß empfangen; den macht er sei 62 Von der Menschwerdung und Geburt Christi. sein Erbe; der gehört zum Volfe der Erlösten. 5. Kommt, Sünder, kommet in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König, er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbank. 6. Kommt willig, willig in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König, er will euch auch seg. nen, auch regieren. Wer, fragt ihr, dieser König sei? Der Sohn, der seinem Bunde treu, den Himmel gibt den Seinen. 3. Du, du bist der Völker Segen; kamst, vom Fluch uns zu befrein; und wir können deinetwegen nun noch Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben, o so haſt du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu sein! 4. Du, du bist der Mittler worden, der die Welt mit Gott versöhnt, hast der schwachen Menschheit Orden wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen, und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht einen Anker, der nicht bricht. Mel.: Sollt ich meinen Gott. 89. D er du uns das Heil errungen, Mensch gewordner Gottes Sohn, ewig 5. Sollte Gott mich nun sei dir Lob gesungen, daß du wohl hassen? Hier ist ja 3mvon des Himmels Thron uns manuel. Sollt er mich wohl zu gut ins Fleisch gekommen; hülflos lassen? Hier iſt ja der der du so voll Freundlichkeit Hülfe Quell. Was vermag längstens schon vor meiner mich anzufechten? Er, der meiZeit dich auch meiner angenen Jammer tennt, und mich nommen, und mein Bruder seinen Bruder nennt, sitzt als worden bist. Sei gelobt, Herr Herr zu Gottes Rechten; Jesu Christ! durch ihn bin ich Gott vereint; Gett ist mein versöhnter Freund. 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O, wie hoch 16. Herr, wie groß ist deine hast du geehret unser sterb Güte! Meine Seele freut sich liches Geschlecht! Herr, du dein. Laß doch stets mein ganz hast es selbst vermählet mit Gemüthe voll von deinem der göttlichen Natur, und vor Rubme sein. Nimmer will ich aller Kreatur es zum Eigen- dein vergessen; dir will ich thum erwählet; ja, in dir, du mich ganz vertraun, freudig Gottessohn, sitzt der Mensch auf Gottes Thron. folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unermessen. Gib, daß Von der Menschwerdung und Geburt Christi. ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei!: Weihnachtslieder. Mel.: Vom Himmel hoch. 91. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Welt geliebt, daß Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Was sein erbarmungevoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da fandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder 3. Er, aller Menschen höch- fassen will, so steht mein Geist stes Gut, der alle segnen kann, vor Ehrfurcht still; er betet nimmt, wie die Kinder, Fleisch an, und er ermißt, daß Gottes und Blut, doch ohne Sünde, an. Lieb unendlich ist. Mel.: Lobt Gott ihr Christ. 90. Also hat Gott die er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb! 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir; du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? 3st Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 63 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! Nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und bringst uns Heil. 5. Du Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, 5. Dein König, Zion, kommt Kraft und Held, mein Vater zu dir! Ich komm, im Buche und mein Friedefürst, so wie steht von mir: Gott deinen das Heil der Welt. Willen thu ich gern." Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Was mir zum Seligsein gebricht, das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab ich mun an dir. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, du Friedefürst, auf den die Bäter Hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch and Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir, 8. Gedanke voller Majestät! Du bist es, der das Herz erhöht! Gedanke voller Seligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut! 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid; durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn, durch den er Gnad erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb ihn auch, mein Geist! 64 Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt. der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der 6. Rath, Kraft und Held, heiligsten Geburt! Und Erde, durch den die Welt und alles die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, ben Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! Mel.: Wir Christenleut. 92. Auf, schide vich, recht feierlich des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb ist der Dant, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb erhöhen. 5. Aus Dant will ich in Brüdern dich, dich Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; ber Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun, und bein dabei gedenken. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil; thu täglich Buß, und glaub an seinen Namen! Der ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr, spricht, und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. ist, im Himmel und auf Erden, die Christenheit preist dich erfreut, und Aller Knie soll dir_gebeuget werden! 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Halleluja! Halleluja! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Mel.: Ein Kindlein, so I. 93.& in Kind, dem keines jemals glich, hat eine Jungfrau heute geboren, 2. Sprich dankbar froh: daß des Kindes sich der ErdAlso also hat Gott die Welt freis ewig freute. Sollt es in seinem Sohn geliebet. O, uns nicht geboren sein, so träf wer bin ich, Herr, daß du uns alle Straf und Bein. mich so herrlich hoch in dei Nun schafft es Heil uns allen. nem Sohn geliebet? Sei gepriesen, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist! Dein Lob soll stets erschallen. 3. Er, unser Freund, mit uns vereint, zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren; er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb als Mensch zu offenbaren. 2. Ach, welche freudenreiche Zeit! Gepriesen sei dein Name! Er selbst, der Glanz der Herrlichkeit, kommt als der Weibessame, der aller Welt Gesete gab; der Herr des Himmels tommt herab, daß er ein Knecht hier würde. Selbst von aller Sünde rein, trug er, uns nur zu befrein, doch unsre Sündenbürde. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 3. Wohl jedem, der auf 3. Der du zu uns, gesandt dieses Heil von ganzem Herzen vom Herrn, aus deinem Himtrauet! Wohl ihm! Er bat mel famest, und unser Fleisch am Himmel Theil, weil er und Blut so gern in Demuth auf Christum bauet. In Christo an dich nahmest! Sohn Gotsegnet Gott uns nun; denn tes, o wie hast du dich so der ist, für uns gnug zu thun, tief erniedrigt auch für mich! vom Vater ausgegangen. Un- Wie arm bist du erschienen, erhörte Wunderthat! Mit wie um meinem Heil zu dienen. großer Gnade hat uns Gottes Lieb umfangen! 4. O, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht 4. Nun dankt ihm, seine faffen! Was reizte dich, auf Christenheit, für solche große dieser Erd dich so herab zu Güte; fleht, daß er mit Barm- lassen? Hier warteten dein herzigkeit sie auch forthin be- nichts als Noth, Berachtung, hüte. Behüt uns, Gott, vor Kummer, Schmerz und Tod, Menschenwahn, der leicht den Seelen schaden kann, auf daß wir stets bezeugen: Er, des Menschen Sohn, ist Gott, wie sein Vater, ewger Gott; und Menschenliebe. unsre Knie ihm beugen. Mel.: Ermuntre dich m. 94. Gott, deine Gnade sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geist, ihr Wohlthun zu erheben! Denk an die Nacht, da diese Welt des Höchsten Sohn zum Trost erhält, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O, große That, erwünschte Nacht, von Engeln selbst be sungen! Du hast den Mittler uns gebracht der uns das Heil errungen! In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Uleberwinder. Luth. Dess. 65 und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. Schmerz und Tod war beine 5. Noch stärker, Herr, als Du sahest unsre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu sein, in deines Vaters Rathschluß ein; wardst Mensch und kamst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. 3mmanuel, dein freu ich mich! Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Bessrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund! für deine Treue geben? Du bists, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr, was ich 5 Von der Menschwerdung und Geburt Christi. hab und was ich bin, das gebeuer Hort schon für euch erlitich dir zum Dienste hin! Ich ten. Er wird niedrig euretwill dich ohn Aufhören, mit wegen. Welch ein Freund! Er Leib und Geist verehren. erweint seinen Feinden Segen. 66 im 8. Zwar seh ich dich Fleisch noch nicht, doch du wirst wiederkommen; und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ, dich schaun, so herrlich wie du bist! Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. Mel.: Fröhlich soll mein H. 95. aßt uns unserm Gott lobsingen! Höchsteffreut laßt uns heut, ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt ver loren, freue fich inniglich: Chriz stus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rath= den, Armuth, Noth, Schmach 6. Er, er will, für eure Schulund Tod, göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erfennen! Gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eur innres Sehnen sehen kann! Betet an! Opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Liebe brennet! Traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet! 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; zittert nicht, denn er spricht: Ich will euch erquicken. Tage, euern Schmerz fühlt ſein 9. Ihr Erdulder schwerer Herz! Kein Erlöster zage; Bringet ihm an seinem Feste Zutraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. ihr Schwachen! Mehr als ihr, 10. Er verläßt euch nicht, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden? schluß fassen? Aber dies ist gez wiß: Gott kann uns nicht has sen. Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her, wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm er dann Mensch- 11. Gottmensch, du nahmst heit an! Er spricht: Ich errette! meine Bürde gern auf dich, daß Deß soll sich der Erdkreis freu- auch ich frei und selig würde! en! Zum Gericht kommt er Wer kann deine Lieb ergründnicht, sondern zum Verzeihen. den? Ewig soll freudenvoll 5. Eilt im Geist nach Beth- sie mein Herz empfinden. lems Hütten, seht, was dort 12. Dir, mein göttlicher Be Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 67 freier, folg ich nach, obwohl des Himmels mich! Sing ihm, schwach, doch um so viel treuer! o mein Gesang! Keine Kreatur, fein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden! 13. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte! Gott, wie wird der Frevler leben! Dann werd ich deiner mich freun und ewig 97. Chriſtenheit ſei Mel.: Wir Christenleut 2c. , leben. erfreut! Das Heil der Welt, der Mittler, ist geboren, der uns erlöst und ewig tröst't. Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 2. O, große That! Nach Gottes Rath hat sich sein ewger Sohn für uns gegeben. Ein Menschenkind, doch ohne Sünd, ward er für uns, und bracht uns Heil und Leben. 3. O, Seligkeit erhebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 3. Es äußert seiner Gottheit recht sich willig Jakobs Held, wird niedrig, ja es wird ein Knecht der Schöpfer aller Welt. 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank! Du wurdest 4. Er ist von Davids Stamm, Mensch, damit wir selig würder Zweig, durch den in dieser den. Du machst uns groß, Zeit Gott aufgerichtet hat und völlig los vom Fluch der sein Reich, sein Reich, die Chri- Sünd und ihren schweren stenheit. Bürden. 5. Wunder, seiner Liebe voll, dich faßt der Glaub allein! Er selbst wird sterblich, und ich soll durch ihn unsterblich sein. Mel.: Lobt Gott ihr Chr. 96. Lobt Gott auf seinem höchsten Thron, ihr Christen freuet euch! Er schenkt uns heute seinen Sohn, mit ihm sein Himmelreich. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß, und wird ein Mensch wie wir; liegt, daß wir werden reich und groß, arm in der Krippe hier. 7. Heut schleußt er wieder auf das Thor zum Paradies; es wacht des Cherubs Schwert nicht mehr davor, 3hm sei Lob, Ehr und Macht! 6. Er wird ein Knecht, ein Herr werd ich. Mit welchem hohen Rang beglückt der Herr 5. Gelobt sei Gott! Auf unfre Noth sah er als Bater mitleidsvoll hernieder. Christenheit, preis ihn erfreut! Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieber. 5* Von der Menschwerbung und Geburt Christi. Mel.: Jesu meine Freude. Mel.: Ich dank dir, licber. 98. Jhr, die ihr wart verz 99. Christus ift gekommen. loren, was 68 euch trösten kann: Der Heiland Frommen, dankt ihm, daß er ist geboren und nimmt sich fam! Daß er hier auf Erden, eurer an. Deß freuet sich unser Heil zu werden, seine dort oben der Engel heilge Wohnung nahm! Mensch wie Schaar, und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. wir, erschien er hier, der zur Schöpfung sprach: Entstehe! Der einst spricht: Vergehe! 2. Zast uns niederfallen, 2. Sie wissen nichts vom Neide, freun sich mit uns zugleich, und singen: Große Freude verkündigen wir euch! danken, daß er allen Freund Euch ist das Kind gegeben, und Bruder ist! Gott auf euch solches Heil bereit, bei seinem Throne liebt uns in Gott tereinst zu leben in steter Christ. Welch ein Heil, am uns in Jesu Seligkeit. Sohne Theil, Theil durch seiner Zukunft Gaben an Gott selbst zu haben! 3. Daß sich kein Mensch betrübe; dies Kind zerbricht das Joch, bringt euch des Baters Liebe. Was trauert ihr nun noch? Er schenkt ein himmlisch Erbe dem, der ganz an ihn gläubt, daß jeder fröhlich sterbe, da solch ein Schatz ihm bleibt. 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, die wieder euch gekämpft, hat er an eurer Stelle bestritter und gedämpft. Dies Kind tritt sie darnieder; nun seid ihr wohl gerächt; und Gott erhöht nun wieder das sterbliche Geschlecht. 5. So rühmen sie, mit ihnen frohlocket jeder Christ, daß Gott im Fleisch erschienen, im Fleisch sein Bruder ist. Dein sind nun unsre Herzen. Herr, dir geloben wir: trennen weder Schmerzen, noch Freud und Glück von dir. 3. Keine Macht der Leiden, kann von ihm uns scheiden! Er bleibt ewig treu! Dort wird er vom Bösen gänzlich uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen, noch sie hülflos lassen. 4. Wenn wir einst ermüden, führt er uns im Frieden in des Grabes Nacht. Unfre tobten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den auch Staub bedeckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Schne unsern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er aller geben, die noch dann ihm traun. Er ward hier versucht, wie wir. Ueber Von der Menschwerdung und Geburt Christi. schwenglich wird er lohnen, und zeigt nun Gott, er wolle nicht die Schwachheit schonen. des Sünders Tod. 6. Eilet, eilt ihr Sünder, werdet Gottes Kinder, werdet feiner Werth! Eilet, eilt ihr Frommen, seid wie er will kommen; bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben. Mel.: Vom Himmel kam. 100. omHimmel kommt der starke Held, der Retter einer ganzen Welt; die Unschuld, die von ihr entflohn, bringt er zurück von Gottes Thron. Von dem Namen Jesu. Mel.: Es ist das Heil uns. 101. Mein Jesu, du haſt unsreSchuld mit ihrer Strafe Plagen, o unerhörte Lieb und Huld, freiwillig wollen tragen! Du, der Gerechte, ließest dich zur Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht Jesus nur, du bist auch, was du beißest, da du die menschliche Natur aus allem Jammer reißest. Die That stimmt mit dem Namen ein. Du wolltest, was du heißest, sein, mein Heil, mein Seligmacher. 3. In keinem andern ist ja Heil; tein Nam ist uns gegeben, darin wir können neh4. Wie tief ist deine Nied- men Theil, an Seligkeit und rigkeit, zu der du dich für uns Leben. Du bists allein, der geweiht; zu welchem ehren- jedermann ein ewigs Leben vollen Glück bringt deine schenken kann. Gelobet sei Demuth uns zurück! dein Name! 2. Er wird ein Mensch, o welche Huld, nimmt über sich der Menschen Schuld, bezahlet, was er nicht geraubt und rettet den, der an ihn glaubt. 3. Gelobet feist du, Jesu Christ, der du nun unser Bruder bist! Um deine Brüder zu befrein, willst du für fie das Opfer sein. 5. Arm wolltest du geboren sein, uns reich zu machen; deine Bein, die du hier littest in der Zeit, wirkt unsre ganze Seligkeit. 69 6. Der Erde wünschen Engel Glück; denn Gottes Friede kommt zurück; mit Wohlgefallen 7. Lobsing ibm, meine Seele, ganz! Auch dir strahlt seines Friedens Glanz; auch du sollst glücklich sein durch ihn, wirst du ihn nicht durch Sünde fliehn. 4. O Name, werde doch in mir durch Gottes Geist verkläret, da, was verborgen ist in dir, tein fleischlich Herz erfähret! Denn die Vernunft begreift es nicht; ohn deines Geistes Gnadenlicht blieb es unaufgeschlossen. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 5. Laß mich empfinden deine sei mein fester Stab, daß ich Kraft, von heißer Lieb ent- nicht gleit und falle; in Hitz brennen, mich, was dein Name Gutes schafft, stets aus Er fahrung kennen! So wird der Sündennoth gewehrt, in Hoffnung meine Furcht verkehrt, und Seligkeit mein Erbe. 70. ein Schatten mir; mein Schirm vor Satans Wuth; mein Reichthum, Ehr und Ruhm; er sei mein höchstes Gut! 6. Er sei mir stets der Weg, die Wahrheit und das Leben! Er wolle mir zuletzt aus Gnaden dieses geben. daß ich, erscheinet nun auch mir mein Sterbetag, mit großer Freudigkeit in ihm entschlafen mag! 7. Bis dahin helf er mir, so auf Erden durch keine Zunge fann genug gepriesen werden! lang ich hier noch wandle, daß Ich danke dir, daß du des Zornes schwere Last, im Fleisch geoffenbart, von mir genom men haft! ich in meinem Thun, wie sichs gebühret, handle! Er steh auch bei, erhalt in meinem Amt und immerdar mit seiner Kraft mir Stande mich getreu! 2. Wie leicht, wie bald wird nicht mein banges Herz gestillet, wenn mich mit seinem Trost dein süßer Nam erfüllet. So lieblich ist kein Trost, als den dein Name gibt, der Name deß, der uns bis in den Tod ich dir danken für und für. geliebt. 8. Dir leb ich, und in dir, in dir will ich auch sterben! Herr, sterben will ich dir, in dir will ich ererben das ewge Himmelreich! benn das erwarbst du mir. Von dir erklärt will Mel.: Gott, du from. 102. Ych Jesu, bessenTren deſſen im Himmel und 3. Sesu, höchstes Gut, nur du kannst Freude bringen! Mir kann nichts lieblicher, als Jesu Name klingen. Dein Name fündigt mir, hab ich des Trauerns viel, in dir den Heiland an, der selig machen will. 103. 4. Will des Gesetzes Fluch, will Tod und Grab mich schrekken, so soll dein Name, Herr, mich schützen und bedecken! Er sei mir Trost und Hülf in al ter Angst und Noth, so bin ich unverzagt im Leben und im Tod. 5. Er sei mein Licht, wenn ich im finstern Thale walle; er Auf die Erscheinung Christi. Mel. Nun freut euch I. Dein heil hat heut, Volk Gottes, sich zu nähern angefangen; ein helles Licht ist auch für dich dem Erdkreis aufgegangen! Dies sei dir stets ein Freudentag! Die Nacht, die auf den Völkern lag, durchbrach zuerst seinSchimmer. 2. Kaum sandte Gott mit seinem Sohn der Erde große Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 71 Freuden, so sammelt er sich te? Was helfen Opfer des selber schon die Erstlinge der Gebets zum wahren Gott, Heiden. Zu ihrem neugebor- wenn du noch stets der Welt nen Herrn muß sie ein wun- abgöttisch dienest? derbarer Stern aus fernen Landen führen. 8. Was hilft es, daß du Gott erkennst und seinen gan3. Der vorgen Zeit denkt, zen Willen, wenn du das Thun Christen, doch; Heil euch, sie und Wissen trennst, zu träg, ist verschwunden! Was wart ihn zu erfüllen? Wenn du ihr, eb der Herr euch noch, eft tren gelobst und sprichst, eh ihr noch ihn gefunden? zwar christlich glaubst und Fragt euch nur selbst, was christlich sprichst, und doch waret ihr? O, werthes Volk, wohl heidnisch wandelst? erwecket dir dein vorige Bild nicht Grauen? 9. Ach, prüfe dich! Gott nimmt sein Licht, wenn mans nicht schätzt, zurücke. Steh auf vom Schlaf, damit er nicht sein 4. Ein Bolt, mit Gott ganz unbekannt, von seinem Bund entfernet, das von dem Guten ort auch dir entrücke! Gott, abgewandt, nur Böses thun ge- hör nicht, uns zu tragen, auf, lernet; das tobten Stein, ge- und fördre deines Wortes Lauf schnitztes Holz, wohl gar auf noch zu den fernsten Heiden! seine Blindheit stolz, als seine Götter ehrte. Tempel. 5. Du gingst in Schand und Laster hin, wie jede Luft dich führte; wenn ja noch den verkehrten Sinn einst das Gewissen rührte, so konnte da doch aus der Noth, die die 104. Wohlauf, Natur Mel.: Kommt her zu. mein Herz, verlaß schon Sündern droht, die Welt, dem, der für dich dir nichts den Ausweg zeigen. sich dargestellt, nun dich auch 6. Beglückter Tag, der alle darzustellen! Er ist das Licht; Macht der Finsterniß entwen- drum sei gewiß, er wird auch bet, baran uns Gott nach deine Finsterniß durch seinen langer Nacht sein Licht und Glanz erhellen. Heil gesendet! Da Gott in dir, Immanuel, mit deinem wahren Ifrael nun auch die Heiden danken. 2. Ach, du sollst ihm sein Tempel sein! Er selbst macht dich von Sünden rein, und hat hier Lust zu wohnen. Nun finstres Herz, auf, werde Licht! Denn Jesus wohnt in Herzen nicht, die noch der Lüfte schonen. 7. Nun prüfe heut, Bolk Gottes, dich vor seinem Angesichte! Beharrst du unveränderlich in seiner Wahrheit Lich3. Was nur dem Fleische Darstellung Christi im 72 Von der Menschwerdung und Geburt Christi. wohlgefällt, das opfre die verkehrte Welt dem Satan, ihrem Gotte. Sie erntet Schaden bloß für Müh; für ihren Sündendienst wird sie einst ewiglich zum Spotte. 4. Doch, wer begehret Gottes Sohn, vom Geist erweckt, wie Simeon, zu seinem Heil zu haben; Gott fürchtet, sich der Welt entwöhnt, aus ihr sich nach dem Himmel sehnt, der opfert rechte Gaben. Klarheit uns ein Licht, das 3. Hier erscheint in größrer Wort der Wahrheit; dies verGüter, Friere und Erbarmen; spricht den geistlich Armen 5. Wer auf das Wort der Wahrheit baut, im Glauben seinen Heiland schaut, der kann hier ist Heil für Menschenin Friede fahren. Der Heiland kinder; hier ein Bürge für hält, was er verspricht. Er die Sünder; hier steht allen, wird sich ihm in seinem Licht die sein hoffen, nur der Weg dort herrlich offenbaren. zum Himmel offen. 6. Herr, mache mich gerecht und rein! Herr, laß mich stets voll Glauben sein, mich stets im Geiste leben! Bis du auch mich, wenn dirs gefällt, in Friede wirst aus dieser Welt in deine Wonn erheben. 2. Die Vernunft zeigt deine Größe, und entdeckt mir meine Blöße, ruft, mit dir mich zu verbinden; toch dies hindern meine Sünden. Und wie kann ich sie verfühnen? Meine Kraft kann nichts verdienen. Ach, Vernunft! dies ist der Schade, aber wie find ich nun Gnade? Anfang des Kirchenjahrs. 4. Lob und Preis, und Dank und Ehre, Herr, sei dir für diese Lehre, die dein Sohn, den du zum Leben der verlornen Welt gegeben, und den du zum Licht erwecket, uns auf Erden selbst entdecket! Ihre Wahrheit, Werth und Stärke zeigten seine großen Werke. 5. Gott, wie reich an Trost und Segen und wie groß in deinen Wegen lehrt dich uns dies Wort vom Glanben! Wer will uns den Himmel rauben, wenn wir auf dein Zeugniß bauen, deiner Vaterhuld vertrauen, unsern Mittler gläubig fennen und in deiner Liebe brennen? Mel.: Schmücke dich, o. 105. Gott, dein unsicht. bares Wesen läßt sich in dem Lichte lesen, das du uns, um rir zu leben, bei dem Ursprung schon gegeben! Herr, ich muß aus deinen Werken dein nothwendigs Da- 6. Aber ists von uns geschesein merken; und die Pflicht, dich zu verehren, kann mich deine Schöpfung lehren. hen? Vater, trage das Vergehen, trag es noch nach deiner Treue; gib uns Glauben Von der Menschwerdung und Geburt Christi. nach der Reue; laß uns nichts Nie schwäche mir der Frevler von dir entfernen; stets getreu Spott den Glauben an dies von Jesu lernen, und uns einst, Wort von Gott! bewährt durch Ringen, in das Reich des Lichtes dringen! 5. Du lehrtest uns durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit ſteter Treu dir nachzufolgen, eifrig sei! 73 Mel.: Vater unser im. 106. Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich bist du sowohl durch Wort, 6. Du bist es, Herr, von als That, der schwachen Men dem das Amt, das die Verschen sichrer Rath. Es freut söhnung predigt, stammt! Du mein Geist im Glauben sich, Herr, Jesu, dein und lobet dich! 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilbaftig werden seiner Huld. Auf ewig fei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was, nach des Höchsten weisen Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen fund. 4, Dies und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort; du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8 Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ; vom Eigendünkel mich befrei, damit ich dir gehorsam sei; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreut! X. Von dem Wandel Jesu auf Erden. Mel.: Auf, Christenm. allerhöchsten Liebe! Du warst, 107. Du wesentliches o Jesu, ganz erfüllt mit Gott Ebenbild der geweihtem Triebe; Gott war Von dem Wandel Jesu auf Erden. dein Zweck, dein höchstes Gut; lernt, geheilt von eurem Wahn, ihm folgtest du mit Helden- hinfort euch selbst bezähmen! muth! 74 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz, sein Wille war dein Wille; du ehrtest ihn, auch unter Schmerz, stets mit zufriedner Stille; auch auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 2. Gott war sein Alles; zur an dem hing seine ganze Liebe. Dem dienen, war ihm angenehm; dem weiht er seine Triebe." Wozu er stets fich willig fand, war dies: den ganzen Willen des Vaters, welcher ihn gesandt, vollkommen zu erfüllen. 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu er3. Hoch über Welt und Eifüllen, und unterwarfst dich bis telkeit, ganz heilig, ganz Gott zum Tod ganz deines Vaters eigen, vermied er nie aus Willen; dein Hauptgeschäft Schüchternheit, sich, wie er war das allein, ein Herold war, zu zeigen; und wenn er seines Ruhms zu sein. Bosheit freveln sah, war er voll edler Schmerzen; wenn aber Gottes Wort geschah, quoll Freud aus seinem Her4. Du gingst verstummt zur Schlachtbank hin, Gehorsam zu bezeigen; man sah dich mit gelaßnem Sinn zur Schädelstätte steigen; du warst zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugst die schwerste Kreuzeslast. zen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken; und rein bewahrte 5. O Heiland, der du mich sich sein Geist, ganz rein von versöhnt, laß dein Verdienst allen Flecken. In allem sah mich decken, wenn mich, der er immerbar mit Eifer, nie ich Gott oft verhöhnt, ver- zum Scheine, auf das, was diente Strafen schrecken! Hilf seiner Brüder war, nicht aber mir, daß ich so gern wie du, auf das Seine. den Willen deines Vaters thu. 5. Stets floh er das Geräusch des Ruhms, blieb niedrig und geringe, entschlug sich alles Eigenthums, Erbe, aller Dinge. Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. Mel.: Was mein Gott. 108. Kommt, die ihr noch gewohnt nicht seid, daß ihr euch selbst entsaget; die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wolluft fraget! Kommt, schauet Jesu Borbild an, dies, dies muß euch beschämen! Kommt, Tropfen Blut war er dem auf6. War Gottes Hand auf ihm schon schwer; er fands doch gut und billig. Denn jeden Von dem Wandel Jesu auf Erden. zuopfern willig. Etets zeigt wahrer Güte; und so, Herr, er, daß ihn keine Noth auch war dein Gemüthe! nur zur Klage reize. Er ward gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. 3. D, du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und 7. Von Gott verlassen blieb Heil genommen, der gebeugt sein Herz an ihm, trotz alles zu dir gekommen? Wie ist dir Spottes. Sein Sehnen war dein Herz gebrochen, wenn im bangsten Schmerz nichts, dich Krante angesprochen, und als das Antlitz Gottes. Folgt, wie pflegtest du zu eilen, das Menschen, seinem Vorbild nach! Gebetne mitzutheilen! Er hat für euch gelitten. Er selbst hat euch, seid ihr schen schwach, die Kraft dazu erstritten. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir stets als vor Augen setze; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud und Leben schätze. 75 Mel.: Schmücke dich o. I. 4. Die Betrübten zu erquifken, fie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu sich zu locken: das war täglich wand deiner Kräfte. dein Geschäfte, selbst mit Auf5 O, wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen fittest, mit gelaßnem Herzen dich von Sündern liefst verhöhnen, und zum Schimpf mit Dornen frönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! 109. schenliebe, war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O, wer faßt bie starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren: das sind Proben wie wenig hast du je nach Ruhm 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Klagen, Andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die lästerung zu segnen, deine Feinde zu vertreten, und für Mörder selbst zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. getrachtet und auf Menschenlob| wägen, und bei des Gewissens geachtet! Willig littst du, um Schmerze tröste mich dein huldden Willen deines Vaters zu reich Herze; heilge doch auch erfüllen, Armuth und Ernie-| meine Triebe zu rechtschaffner drigungen. Lob sei dir dafür Menschenliebe; laß mich imgesungen! mer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! 76 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen, deinen Wandel oft erXI. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. Vorbereitung zur Be- mein Verdienst darnieder; es trachtung des Leidens stürzt mich tief und es erhebt Jesu. mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. Mel.: Herzl. Jesu wir. 110. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld.des Bösen uns zu erlösen! 2. Vereint mit Gott, ein lichen Gedanken; allein sollt 7. Sie übersteigt die mensch. Mensch gleich uns auf Erden, ich darum im Glauben wanund bis zum Tod am Kreuz fen? Ich bin ein Mensch; gehorsam werden; an unsrer darf der sich unterwinden, Gott Statt gemartert und zerschla- zu ergründen? gen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen. Gott iſt die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dantendem Gemüthe in deine Güte. 8. Das Größt in Gott ist, Gnad und Lieb erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen; zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. dich wieder lieben und stets mit kränkt die Welt die Deinen. Freuden deinen Willen üben. O, gib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! Ueber die Thränen Jesu. Mel.: Allein zu dir, H. J. 111.( sweinet um Jerufalem mein JeBemächtiget dann meiner sich der Kummer, o, so tröst ich mich. Der Grimm, den die an dir verübt, die du geliebt, hat bis zu Thränen dich betrübt. 5. Herr, du siehst meine Thränen an, und du hast sie gezählet, wenn ich sie selbſt zählen kann, daß dir eine fehlet. Sie bleiben bald dein Herz zu mir, daß immerdar, vor dir, und neigen sus heiße Zähren, und zeugt, es sei ihm angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wie es, da du oft gleiche Last ersollte je vor unserm Schrein fahren hast, bei meinem Jamsein zärtlichs Herz verschlossen mer Mitleid faßt sein? Aus seinen Thränen, Sünder, wißt, daß Jesus Christ, ein treuer Hoherpriester ist! Thränen sät, zu Gott in De6. Der Christ, der hier mit muth stille, der erntet, wann Fülle. Er erntet Freuden, welche er aufersteht, der Freuden reiche man hier nicht verstehn, nennen Tem kurzen nennen kann. Tem kurzen Leiden dieser Zeit folgt Seligkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. noch 2. 3a, Heiland, diese Thränen sinds, die kräftig für mich bitten, wenn ich die Pflichten eines Kinds treubrüchig überschritten. Wie hoch sind sie vor Gott geschätzt! Wer sie zu seinem Troste setzt, der wird, wenn er voll Traurigkeit sein Thun Leibereut, mit Gnad und Heil von Gott erfreut. 7. Du selbst erduldest Qual und Spott, eh Wonn und Preis weintest du zu Gott, uns SünThränen erst, dann gingest du aus allem der zu versöhnen. Du stritteſt Streit in deine Ruh. Dort3. Ach, diese Thränen mache doch, mein Heiland, mir zum Segen! Laß fie, drückt mich der Sünden Joch, mein Inner- hin erhebst du einst auch mich; stes bewegen, daß nicht, wenn dann preis ich dich für deine jeder Kummer leicht zu bittern Thränen ewiglich. 77 nicht nicht Thränen mich erweicht, mein Herz allein bei seiner Reu die Thränen scheu, ihr Quell nur dann verschlossen sei. 4. Ich muß ja oft vor her- 112. bem Schmerz hier bange Thränen weinen. Der Bosheit An blick quält mein Herz; auch Mel.: Herzlich thut mich. Weg Welt mit deinen Freuden und was dir wohlgefällt! Mein Jesus muß jetzt leiden, der sich Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. zum Opfer stellt. Entfernet du mußt erblassen, bin ich euch ihr Lüste! der Herr trägt vom Tode frei. Qual und Bein. Wie kann 7. Die ausgestreckten Hände fein Knecht, ein Christe, dabei sind gegen mich gewandt; du wohl fröhlich sein? neigst das Haupt am Ende, das ist ein Liebespfand. Ich seh in deinem Streite die Ruhe für den Schmerz, und durch die offne Seite seh ich, Herr, in dein Herz! 2. Ach, seht sein Seelenschrecken! Er wird in Tod be trübt, und muß den Zornkelch schmecken, den ihm sein Vater gibt. Seht, wie er uns zu Gute, selbst mit dem Tode ringt, und wie sein Schweiß mit Blute ihm aus den Adern dringt. 78 3. Er wird verkauft, ver rathen, man legt ihm Fesseln an; auch unsre Missethaten, 8. Die Welt mag voller Freuden den Weg zur Hölle gehn. Ich will bei Jesu Seiden und seinem Kreuze stehn. O Jesu, deine Liebe trieb dich in Tod und Grab, drum sterb, die haben dies gethan. Er aus gleichen Triebe mein lässet sich verklagen, er wird Herz den Lüsten ab! verhöhnt, verspeit, verspottet und geschlagen, der Herr der Herrlichkeit. 4. Man setzt dir, Gottes Mel.: Ein Lämmlein geht. Schne, mit Geißeln grausam 113. Erforsche mich, erfahr mein Herz zu; du trägst die Dornenkrone, du Himmelskönig, du! Du wirst ans Kreuz geheftet, das du getragen hast, doch, was dich mehr entkräftet, das ist die Sündenlast. 5. Wer hätte bei den Mördern die Unschuld doch gesucht? Den Segen zu befördern, wirst du für uns verflucht. Die dich zu Boden treten, verspotten und verspein, für diese willst du beten, bei Gott ihr Mittler ſein. und sieh, Herr, wie ich meine; ich denk an deines Leidens Schmerz, an deine Lieb und weine. Dein Kreuz sei mir gebenedeit! Welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wann hab ich dies genug bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst und Held! 3In Fleisch und Blut gekleidet, wirst du 6. Dein Durst, du Lebens- das Opfer für die Welt, und quelle, geht auf mein Seelen- deine Seele leidet; du ringst heil; du fühlest Tod und Hölle, mit Angst und Todesnoth und das Leben ist mein Theil. gebst noch willig in den Tod. Du wirst von Gott verlassen, O, Liebe sonder Ende! Du damit er bei mir sei, und weil nimmst auf dich der Sünden Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. Schuld, und gibst mit gött beit hab ich dir gemacht. Herr, licher Geduld dich in der meine Seele zittert! Was ist Sünder Hände. der Mensch, den du befreit? finden! Und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wieder lieb, und dich nie kreuzige mit 3. Du trägst der Missethäter, wär ich doch ganz DankLohn und hattest nie gesündigt, barkeit! Herr, laß mich Gnade du, der Gerechte, Gottes Sohn! So wars vorher verkündigt. Der Frechen Schaar begehrt dein Blut, du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zut erretten. Dein Mörder, Jesus, war auch ich, denn Gott warf aller Sünd auf dich, damit wir Friede hätten. 4. Erniedrigt bis zur Knechtsgestalt und doch der Größt im Herzen, erträgst du Spott, Schmach und Gewalt, voll Krankheit und voll Schmerzen. 79 5. Ein Opfer, nach dem ewgen Rath, belegt mit unsern Plagen, um deines Voltes Missethat gemartert und geschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig, als der Helden Held, trägst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. Sünden! 7. Welch Warten einer ewgen Bein für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu sein, nach keinem Glauben trachten, für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn, als einen Sündendiener! Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht. Wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist Wir sahn dich, der du fein Versöhner. Verheißung Ziel; doch da 8. Du hasts gesagt, du wirst war nichts, das uns gefiel, die Kraft zur Heiligung mir und nicht Gestalt noch Schöne. schenken. Dein Blut ists, das Vor dir, Herr, unsre Zuver- mir Trost verschafft, wenn sicht, verbarg man selbst das mich die Sünden fränken. Laß Angesicht; dich schmähn des mich im Eifer des Gebets, laß Bundes Söhne. mich in Sieb und Demuth ſtets vor dir erfunden werden. Dein Heil sei mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letzter Trost auf Erden! Dankbare Erwägung des Leidens Jesu. In bekannter Melodie. 114. Jesu, meines Lebens 6. Du neigst dein Haupt. Es ist vollbracht. Leben, Jesu, meiDu stirbst. nes Todes Tod, der du dich Die Erd erschüttert. Die Ar für mich gegeben in die tiefste Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. Seelennoth, in das äußerste bulb, gar den herben Tod geVerderben, nur daß ich nicht schmecket, um zu büßen meine möchte sterben. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Tank dafür! 7. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick Deine Demuth hat geund Banden, du Gerechter, büßet meinen Stolz und UeberGottes Sohn, mich Elenden muth, dein Tod meinen Tod zu erretten von des Satans versüßet; es kommt alles mir Sündenketten. Tausend-, tau- zu Gut. Dein Verspotten, sendmal sei dir, liebster Jesu, dein Verspeien muß zu Ehren Dank dafür. mir gedeihen. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesammte Roth, für die Wünden, für die Schmerzen, für den herben bittern Tod, für dein Zittern, für bein Zagen, für so unerhörte Plagen; Herr, für alle deine Pein, will ich ewig dankbar sein! 80 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Blagen und zu setzen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend-, tausendmal set dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, und mit Dornen gar gekrönet; was hat bich bazu bewegt? Daß du möchtest mich ergötzen, mir die Ehrenkron aufseßzen. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein geschlagen, abzuwenden meine Pein, fälschlich lassen dich anflagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du ohne Trost gehangen. Tausend-, tausend mal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast dich in Noth gestecket, hast gelitten mit GeMel.: Christus, der uns s. 115. Jesu, meiner Seele Licht, Ursprung meiner Freuden! Meines Herzens Zuversicht ist allein dein Leiden. Nimm dafür den Dank jetzt an, ist es schon ein Lallen, da ich nicht mehr geben fann, wird dirs doch gefallen. 2. Ich erwäg es oft und viel, was dich doch getrieben, uns ohn alles Maß und Ziel, wie du thatst, zu lieben, da bu, uns nur zu befrein, Streich und Hohn in Banden, Geißeln, Martern, Todespein willig ausgestanden. 3. War es unsre Würdig Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. feit? Nein, des Vaters Güte, du, du bist's allein, welcher deines Herzens Freundlichkeit mich beschirmet, wenn gleich und dein treu Gemüthe. Dies alle Höllenpein auf mich bringt hat dich ans Kreuz gebracht, und stürmet. daß kein Mensch verzagte, wenn der Sünden Meng und Macht das Gewissen nagte. 9. Hier bin ich dein Eigenthum; soll dort mit dir erben. Drum will ich blos deinem Ruhm leben und auch sterben; daß auch ich einst rühmen mag, aus dem Grab erstanden: Meines Jesu großer Tag, Heil mir, ist vorhanden! 4. O, du wunderbarer Rath, den man nie ergründet! O, du unerhörte That, als man nirgends findet! Sünden, de ren, Gott zum Hohn, Menschen sich erfrechen, die läßt Gottes eigner Sohn an sich strenge rächen. 5. Meine schwere Sünden< schuld traf den treuen Bürgen. Er ließ gar aus großer Huld sich für mich erwürgen. So hat er uns Heil gebracht. Sollt uns nicht geziemen, seiner Liebe starke Macht ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein Friede sei mit mir, und auf mein Gewissen, wenn es zaget, laß von dir Trost und Freude fließen! Trost ergieß in jedes Herz sich aus deinem Herzen, auch den bangsten, herbsten Schmerz heilen deine Schmerzen. 7. Laß, so bald mein Herz erschricht über seine Sünden, wenn auf dich mein Glaube blickt, mich, Herr, Gnade finden! Sieh ich fall, zerknirscht von Reu, mit wahrhafter Buße und dem Vorsatz begrer Treu, Jesu, dir zu Fuße! 8. Nun ich weiß, worauf ich bau, und bei wem ich bleibe, wessen Fürsprach ich vertrau, und an wen ich gläube. Jesu Luth. Sess. 81 Mel.: Herzliebster Jesu. 116. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe! 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden! Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben? Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. 3ch sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich sie, sie meine Brüder hassen? Und nicht, wie du, wenn sie 6 Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 82 mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger, du Herr und Haupt der Elieder, schaltst auch nicht wieder! 13. Gott, eile nicht, sie rächend zu zerschmettern! Erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 14. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, 7. Ein reines Herz, gleich so laß dein Kreuz mir wieder deinem edlen Herzen, dies ist Ruhe schenken; dein Kreuz, der Dank für deines Kreuzes dies sei, wenn ich den Tod Schmerzen. Und Gott gibt einst leide, mir Fried und uns die Kraft in deinem Na- Freude! men, dich nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! Du littest uns zu gute. Ich bin Mel.: Christus, der uns. versöhnt in deinem theuren 117. Mein Erlöser, GotDu da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. tes Sohn, der 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben! du für mich littest, und auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest! Welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! O wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden! 2. Unermeßne Herrlichkeit 10. Ja, wenn ich stets der Tu war dir, Herr, gegeben, und gend Pfad betrete, im Glauben du konntest jederzeit ganz in kämpf, im Glauben wach und Freuden leben. Aber, o der bete, so ist mein Heil schon so ge- großen Huld, daß ich selig wiß erstrebet, als Jesus lebet. würde, übernahmst du in Ge11. Lockt böse Lust mein duld schwerer Leiden Bürde! Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke! 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden, denn du starbst nach Gottes Rath, auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aer gerniß und eine Thorheit werden, so seis doch mir, trotz allen frechen Epottes, die Weisheit Gottes. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 83 durch dein Kreuz bereitet. fröhlich scheiden! Herr, so. Nicht vergebens darf ich nun bank ich ewig dir für dein mich um Kraft bewerben, Got- bittres Leiden! tes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, hast aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen! 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kom. men! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft( du hast sie in Händen), was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! Mel.: Herzliebster Jesu. 118. Sei hochgepriesen, Liebe! Sie drang dich zu dem Herr, für deine mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! Du ließeſst unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? 7. Laß das Wort von dei nem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sün- 4. Für mich, o Herr, bist denreiz hier zu widerstreben. du ja auch gestorben! Was Treib mich mächtig dadurch du der Welt durch deinen Tod Gottes Zorn zu scheuen, erworben, das hast du ja, von was ich Unrecht je gethan, großer Treu geleitet, auch mir innig zu bereuen. bereitet. 8. Drückt mich meine Sün5. O stärke selbst mein Herz dennoth, straft mich mein Ge- in diesem Glauben! Kein banwissen, o dann laß aus deiger Zweifel müsse mir ihn nem Tod mich den Trost gerauben! Er müsse mich zum nießen, daß du auch für meine Fleiß in guten Werken bestänSchuld büßend bist gestorben, dig stärken! und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erworben! 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, 9. Stärke mich durch dei- die dich tödtete, zu dienen? So nen Tod auf die letzten Stun- wär ich ja, o Herr, nicht dein den! Wie du deine Todesnoth Erlöster, du nicht mein Tröster! siegreich überwunden, o so 7. Nein, dir allein, der du hilf dazu auch mir! Laß mich durch deine Wunden auf ewig 6* 84 Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. mich zu deinem Dienft ver- dann und ringen, mich der bunden; nur dir, mein Hei- Welt, der Welt entschwingen. land, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! 4. Wenn ich innig an dich glaube, o wie werd ich hingerückt über alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt! Deines Trostes Freuwirst weiden, wo deine Liebe digkeit reißt mich fort zur mit verklärten Zungen stets Ewigkeit. Herr, sie haſt du wird besungen. mir erworben, da du bist für mich gestorben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort 5. Hab ich dich in meinem Herzen, Geber aller Seligkeit, se empfind ich keine Schmerzen, keine selbst im letzten Streit. Zu dir flieh ich, hab ich nun gnug gewandelt, um zu ruhn. Ueberwunden, überwunden hab ich, durch dich überwunden. Kraft und Trost des Leidens Jesu. Mel.: Jesu, deine tiefe. 119. Jesu Christ, durch deine Wunden, deinen gnadenvollen Tod, hab ich immer Heil gefunden, immer Trost in meiner Noth! Sollt ich mich durch Sünd entweihn, und ich dächt an deine Pein? Sie, sie zeigt mir meine Blöße und der Sünde ganze Größe. 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o so blick ich auf dein Leiden, schnell verwischt die wilde Glut. Satans Pfeil verfehlet Mel.: Wenn meine S. mich ist mir nicht mehr fürch- 120. Wenn mich die Sünterlich, flieh ich auf den Todeshügel, Gottmensch unter deine Flügel. 3. Will mein schwaches Herz mich führen auf der Ehrbegierde Bahn, we nur Thoren sich verlieren, dann, dann schau ich betend an deiner Todesqualen Last, die du, Herr, geden kränken, D Heiland Jesu Christ, so laß mich froh bedenken, wie du gestorben bist, und wie du meines Elends Last am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast! 6. Du, nur du bist mein Vertrauen, meiner Seele ZuverGrauen, gehst mit mir nicht sicht; du besiegst des Todes ins Gericht; denn ich hab am ewgen Heil, hab an Jesu Christo Theil. Aufzustehn zu mein Gott mir geben! jenem Leben, wirst du, Gott, 2. O Wunder ohne Maßen fürs menschliche Geschlecht hast tragen hast. Kämpfen kann ich du dich martern lassen, du Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. Herr, dich für den Knecht! Der Wunden zu meinem Troste zu! Sohn des Vaters, Gott von Du bists allein, auf den ich Gott, hat sich für uns, die trau, stärk meine Seel im Tode, Sünder, gegeben in den Tod. daß ich dich ewig schau! 3. Was kann sie mir nun schaden, wie groß die Sünd auch sei! Bei Gott bin ich in Gnaden und aller Schulden frei. Sie sind getilgt durch Christi Blut, und ich darf nicht mehr fürchten der Hölle Qual und Glut. 85 Gebet zu dem Versöhner. In bekannter Melodie. 121, Lamm Gottes, D unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlach. tet! Allzeit gefunden geduldig, wie sehr du wurdest verachtet. 4. Ich sage dir von Herzen, mit freudigem Gefag, für deine Bein und Schmerzen, Erlöser, Lob und Dank; für deine Die Sünd hast du getragen, Noth, dein Angstgeschrei, für sonst müßten wir verzagen. dein unschuldigs Sterben für Erbarm dich unser, o Jesu! alle Zieb und Treu. :: Gib uns deinen Frieden, Versöhner! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, ach, alle meine Noth hilf mir geduldig tragen! Ja gib, mein Herr und Gott, daß ich verläugne diese Welt und folge jenem Bilde, das du mir vorgestellt! 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meis In bekannter Melodie. den die sündliche Begier. Nie 122. Christe, du Lamm komm es mir Gottes, der du Sinn, wie viel es dich ge trägst die Sünden der Welt, fostet, daß ich erlöset bin! erbarme dich unser!:: Gib uns deinen Frieden. Das Leiden Jesu am Delberge. Mel.: Ein Lämmlein geht. 7. Laß mich an andern 123. So gehst du, Jeſu üben, was du an mir gethan, williglich, dein und meinen Nächsten lieben, Leiden anzutreten, mit heißen gern dienen jedermann, ohn Thränen auch für mich zu Eigennuß und Heuchelschein kämpfen und zu beten. Du, und wie du mirs erwiesen, aus der du nichts verbrochen hast, reiner Lieb allein! gehst hin, um aller Sünden 8. In meinen letzten Stun- Last auf dich allein zu laben. den ström du mir Kraft und Da schon das Schwert ges Ruh und Heil aus deinen zücket war, stellst du dich sei 86 Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. nen Streichen dar, damit sie| da richtet Gott für uns den uns nicht schaden. Sohn, den er uns selbst ges geben. Nun jauchze, Seele, bu kommst nicht in Gottes schreckliches Gericht, du dringst hindurch ins Leben. 2. Du Held, der andern Stärke gibt, was kann dich so erschüttern? Ach! seine Seele wird betrübt. Des Helden Glieder zittern. Ach! hinge- 6. Doch denk, um welchen junken auf die Knie, arbeitet theuren Preis dein Heiland er in schwerer Müh, und kämp- dich erkaufet! Für dich rang fet im Gebete. Er wünscht den er im Todesschweiß, für dich bangen Kampf verkürzt. Wer mit Blut getaufet! Ach Seele, sieht dies und wird nicht be sorge, daß dich nie die Sünd stürzt? O schauervolle Stätte! in ihre Netze zieh, nichts deine 3. Gott, wie bist du so Treu erschüttre! Reizt dich wunderbar in allen deinen das Fleisch, ach, höre nicht! Werken! Ein Knecht, ein Engel, Schau hin ins furchtbare Ge muß sogar den Herrn vom richt, das Jesum traf, und Himmel stärken. Schweiß träuft zittre! von seinem Angesicht. Für Schweiß( ach wer entsetzt sich nicht?) für Schweiß träuft Ueber die Sünde Petri. Blut zur Erden. Der du in reinster Unschuld prangst, wie konntest du von solcher Angst, o Herr, bestürmet werden? Mel.: Wenn meine Sünd. 124. Vo on Furcht dahingerissen, verläug4. Ach, Herr, der Sünden- net Petrus dich. Bald straft fnecht war ich! Ich sollte ihn sein Gewissen, da weint Blutschweiß schwitzen. Es soll er bitterlich. Tief dringet ihm ten billig nur auf mich der dein Blick ins Herz. Er fleht Rache Wetter blizen. Ich zu dir um Gnade, und du Armer, wie entränn ich da! stillst seinen Schmerz. Vor Gottes Zorne müßt ich ja ohn allen Trost versinken, und da kommst du, daß du ihn stillst. Sohn Gottes, du, du selber willst den ganzen Zornkelch trinken. 2. Wie wuchs nun deines Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt ihn nicht mehr beugen; für dich, Herr, floß sein Blut! Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 5. Heil mir, der Sohn des Höchsten hat für mich sich richten lassen! Gott, welch ein wundervoller Rath! Wer kann dein Thun doch fassen? Ach, da uns Fluch und Rache drohn, 3. Betrübt ist meine Seele, erfüllt mit Reu und Schmerz. Was hilft's, daß ichs verhehle? Du schaust mir ja ins Herz! Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. Bekennen will ich es vor dir, Wer ist es, der mir schade? ich habe dich verleugnet. Vergib, vergib es mir! Du hilfst mir aus, mein Gott! Von meinem Haupte fällt kein Haar, und drohten sie mir alle die schrecklichste Gefahr! 4. Wenn deines Namens Hasser dich schmähten, wenn ihr Spott von ihrem Mund als Wasser dahin floß wider Gott, dann schwieg ich furcht Das Leiden Jesu vor sam, schämte mich, ein Christ dem weltlichen Gerichte. zu sein, und scheute mehr ihren Spott als dich. 87 Mel.: O Gott, du frommer. 5. O du, der du dein Leben, du Herr der Ewigkeit, so wil: 125. Seht, welch ein Lig Mensch! Ach hingegeben für meine Se- seht, mit Schmach ist er beligkeit! Wie undankbar, wie decet, der Glanz der Herrschwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! lichkeit! Schaut Menschen und erschrecket, des Höchsten Sohn Habt ihr so tief herab gebracht! So schwere Müh hat ihm nur eure Schuld gemacht! 2. Seht, welch ein Mensch! Weh euch, wenn hier noch vor den Sünden nicht eurer Seele gräult! Sein Zorn wird sich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht betehrt, im Zorn von eurer Hand. 3. Seht, welch ein Mensch! Die ihr in Heiligkeit ihm dienet, schaut, wie er Sünden büßt, schaut, wie er uns verfühnet! Wohl euch, daß seine Schmach euch schmerzet und betrübt! Erfreuet euch des Heils, das diese Schmach euch gibt! 6. Ach, rechne nicht zur Sünde mir diese Schwachheit zu! Den Schmerz, den ich empfinde, Erlöser, siehe du! Du schenktest Petro seine Schuld, bedeck auch mein Vergehen mit deiner Lieb und Huld! 7. Laß diese meine Reue mir unvergeßlich sein! Ich will zu ewger Treue bir meine Seele weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod! 8. Ich will dich frei bekennen; wann Gott Gericht einst hält, wirst du mich auch befennen dem Richter aller Welt! Dein Kreuz ist meine Zuversicht! Selbst denen, die dich schmähen, verhehl ichs, Jesu, nicht. 9. Bedeckt von deiner Gnade, veracht ich ihren Spott! 4. Seht, welch ein Mensch! Hier steht Verbrechern gleich gebunden, an dem sein Richter selbst ganz keine Schuld gefunden! Dies Zeugniß ist mir werth. Denn wär er nicht ganz Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. rein, wie könnt er da für uns nie Spott noch Schande ein gültigs Opfer sein? scheun. 88 5. Seht, welch ein Mensch! Ach seht, wie ist sein Leib Ueber die Verurtheizerrissen! Seht, was für Strölung Jesu. me Bluts aus seinen Wunden fließen! Heilsame, theure Fluth! Mel.: Herzl. Jesu, was. Aus diesen Wunden quillt, 126. Unschuldger Jeſu, was hast du verwas unsre Schäden heilt und das Gewissen stillt. brochen? Dein Todesurtheil 6. Seht, welch ein Mensch! haben sie gesprochen? Ein Ach seht, schmerzhafte Dornen Fluch gemacht sollst du am krönen sein majestätisch Haupt! Kreuze sterben, wie Sünder Doch mag die Welt dich höh, sterben? nen! Mein Jesu, mir bleibst du ein König auch noch hier! Voll Ehrerbietigkeit beug ich die Kniee vor dir. 2. Gegeißelt wirst du unt zur Schmach gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet! Mit Finsterniß des Todes schon umschattet, gehst du ermattet! 3. Du trägst dein Kreuz, du eilst auf blutgen Wegen voll Zuversicht, voll Muth deni Tod entgegen! Ich sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, voll Wunden sterbend! 4. Was ist die Ursach dieser deiner Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Wir, großer Mittler, haben das verschuldet, was du erduldet! ter, deine Strafe; der gute Hirte 5. Wie wunderbar ist, Richleidet für die Schafe! Die Schuld bezahlt der Mittler, der Gerechte, für seine Knechte. 6. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Die Unschuld stirbt; der das Gesetz gebrohen, wird losgesprochen. 7. Ach, unsre Seele war 7. Seht, welch ein Mensch! Ach seht, er muß, vom Rohr zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frevels Werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese Hand ein eisern Zepter trägt! Sorgt, Frevler, daß sie euch nicht einst im Zorn zerschlägt! 8. Seht, welch ein Mensch! Schaut hin, erblickt ihr nicht mit Schrecken, wie Schand und Speichel ihm sein Antlig überdecken! Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thränen sich. 9. Seht, welch ein Mensch! Mein Herz im Leibe will mir brechen, ob diese Leiden schon mir ewgen Trost versprechen. Herr, ich kann ihrer nie mich ohne Wehmuth freun! Herr, laß mich ja für dich Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jeſu. 89 entstellt von Sünden, an uns| wir noch sterblich sind, im Verbrechern war nichts Guts Staube schmachten; doch zu finden! Das hätten wir, nimmst dus an. Du wirst von Gott verworfen, müssen uns dennoch geben dein ewigs auf ewig büßen! Leben. 8. Liebe, Liebe, niemals auszusprechen! Du willst, an dir soll es der Rächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throne, geschmücket mit der Ueberwinder Krone, dein großes Lob viel würdiger besingen, stets Dank dir bringen. 11. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! Ö send uns deinen Geist, der uns regiere, zum Himmel führe! Das Leiden Jesu am Kreuze. Mel.: Werde munter, mein. 10. Doch, du sagst selbst, Eins werde dir gefallen: wenn 127. Der am Kreuz iſt meine Liebe, meiwir vor dir mit Buße nieder- ne Lieb ist Jesus Christ. Weicht fallen, und unser Herz von ihr schnöden Fleischestriebe, neuem nicht entzünden mit Alles fern, was eitel ist! Eitle alten Sünden. Wollust wirkt den Tod. Wer sie liebt, ist nicht von Gott. Meine Lieb ist der Erwürgte, der für mich beim Richter bürgte. 2. Der am Kreuz ist meine 12. Dann wollen wir mit Liebe. Welt, was wunderts vollem Dank betrachten, was dich, daß ich stets in seinem du gethan hast, diese Welt Lob mich übe? Er, er blutete nicht achten. Wir wollen für mich. Dürstend, bleich, wachen, beten, deinen Willen zum Fluch gemacht, hing er mit Freud erfüllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, Alles wagen; kein in des Todes Nacht. Meine Wonn ist der Erwürgte, der für mich beim Richter bürgte. Kreuz nicht fürchten, keine 3. Der am Kreuz ist meine Schmach noch Plagen; uns sollen Spott, Verfolgung, Tod und Leiden nie von dir scheiden! Liebe. Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Undank für so blut14. Dies Alles ist zwar gen Schmerz? der beflecke nie nicht für groß zu achten, weil mein Herz; und mein Schutz 90 Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jeju. sei der Erwürgte, der für mich beim Richter bürgte. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Nun mein Herz, was zagest du? Schau, wie aus so heißem Triebe schafft er dem Gewissen Ruh! Stille dich, denn Jesu Blut macht die böse Sache gut, und dein Trost sei der Erwürgte, der für mich beim Richter bürgte. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe, der so sehnlich mein begehrt! Wenn ich ihm nicht treu verbliebe, wär ich da des Lebens werth? Nein, mich trennt von ihm kein Dräun, teine Schmach, Gefahr noch Bein, und mein Fels ist der Erwürgte, der für mich beim Richter bürgte. Fleiße! mit Blut und Todesschweiße ist ganz sein Leib bedeckt, und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmeckt. In bekannter Melodie. 128. Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau mit 3. Wer hat dich so geschlagen und dieses Heer von Plagen, Herr, wider dich erregt? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder; wie sind dir Strafen auferlegt? 4. 3ch, ich und meine Sünden, der sich so viele finden, die haben dich geschlagen, die als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen auf dich und dieses Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen in ewgen Finsternissen, was nun dein Tod versühnt; die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das alles, Herr, hab ich verdient! 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Nun, o Tod, bist du mein Freund! Wenn ich, wie ein Staub, zerstiebe, werd ich ganz mit ihm vereint, dann er- 6. Du nimmst auf deinen fahr ich ganz sein Heil. Mei- Rücken die Lasten, die mich ner Seele Licht und Theil drücken, wie ein Gebirge bleibet ewig der Erwürgte, der schwer. Du wirst ein Fluch: für mich beim Richter bürgte. dagegen erwirbst du mir den Segen und o wie gnadenreich ist er. 7. Du setztest dich zum Bürgen, ja läsfest dich selbst würgen für mich und meine Schuld; für mich läßt du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Für mich ihn zu erlegen, eilst du dem Tod entgegen mit großem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, noch ewig Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. lich verderbe; o unerhörte| schlagen mein Fleisch und dem Liebesglut! 9. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden! Ich bin dein Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, soll Seel und Leib dich preisen, und dir gehorchen sei mein Ruhm. absagen, was dir, Herr, nicht gefällt! Was deine deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 91 Mel.: Haupt voll B. 10. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele 129, scheiden, mich trösten und erfreun; es soll von meinen Pflichten mich täglich unter richten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 11. Wie strenge Gott Vers brechen an denen einst wird rächen, die seine Huld ver- 2. schmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Bergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. der Menschen wohlgefällt, 14. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, bräun; wie du, gelassen bulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 15. Ich will ans Kreuze er du voll Blut Der und Wunden für uns am Kreuze starbst, und unfern letzten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben; mein Heil, wie dank ich dir! Wie viel hast du erlitten, erhabner Menschensohn, als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz aufSchmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach, da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, 13. Nach dir will ich mich hingst du an deinem Kreuze, üben, die Feinde selbst zu lie- ein Fluch vor aller Welt. ben, nach dir, der für sie bat. Dich flohen deine Freunde; Ich will des Lebens Plagen du warst der Leute Spott; getrost und willig tragen, und dich höhnten deine Feinde: thun, wie mein Erlöser that. Wo ist denn nun dein Gott? 4. O schreckliches Empfinden! Du fühlest das Gewicht vom Fluche unsrer Sünden, und Lindrung ward dir nicht; stets wuchsen deine Plagen; kein Helfer kam für dich; man hörte dich selbst klagen: Gott, wie verläßt du mich! Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 5. Mein Heil, was du er- und laß im Geist mich offen, duldet, das ist auch meine Last; Herr, deinen Himmel sehn! Daich habe mit verschuldet, was hin laß mit Entzücken alsdu getragen hast. Sieh gnä- dann mich glaubensvoll nach dig auf mich Armen, der Zorn dir, mein Heiland, blicken! verdienet hat, und hilf mir aus Wer so stirbt, der stirbt wohl. Erbarmen von meiner Missethat! 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin sollt ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? 92 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trübsal Trost und Freuden, die ewig sind, ver schafft. Ogib an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil, so wird mein Seelenschade durch dich, Erlöser, heil! 8. 3ch danke dir von Her- 3. Heilig bist du, Herr und zen, o du mein größter Freund, rein! Was dich schlug, hatt' für deine Todesschmerzen! wie ich verschuldet; und du hast gut hast dus gemeint! Ach so schwere Pein bloß aus gib, daß ich mich halte zu freier Lieb erduldet. Aus dir und deiner Treu, und bis des ewgen Feuers Glut mich ich einst erfalte, ganz nur der zu retten, fließt dein Blut. deine sei! 9. Wenn ich dann einst soll scheiden, ach dann verlaß mich nicht! Sei auch in Todeslei den mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, dann reiß mich aus den lengsten Kraft deiner Angst und Bein. Mel.: Meinen Jesum I. 130. ( chwing dich auf Seel, an deines Heilands Kreuze gen Golgatha! nimm zu Herzen, wie dich da seine Pein zur Buße reize. Härter bist du noch als Stein, wenn du hier kannst fühllos sein. 2. Schau, wie Angst sein Herz erfüllt und doch ihm kein Trost sich bietet; Blut aus so viel Bunden quillt, Schmerz in jeder Ader wüthet! Schau, ach schau,( erschrickst du nicht?) wie sein sterbend Herz ihm bricht! 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn, 4. Du für uns erwürgtes Lamm, groß, ach groß ist deine Liebe! Schau von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schuldig; aller Schmerz, der dich trifft, durchbohrt mein Herz! 5. Herr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebest, geben? Nimm, was ich ver mag, von mir! Dir, nur dir gehört mein Leben! Wie du Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. mein bist, will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Nur bei dir allein such ich Hilf in meinen bängsten Stunden! Schmachtend, lech- Wohlthäter! zend sehn ich mich nach dem Trost aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Wasser schreit, bis er meine Seel erfreut. 93 Mel.: Zeuch mich, zeuch. 131. Jesu, bester Freund der Spies und Stangen vor ein falsch Gericht gebracht. Ach, ein Freund war dein Verräther, und du warst des Feinds 7. Neige du mein Herz, daß ich willig deinen Kreuzpfad gehe. Führst du schon, mein Heiland, mich Wege, die ich nicht verstehe, folg ich dennoch dir, denn du führest mich dem Himmel zu. 5. Welch ein Mensch, o wie verhöhnet von der frechen Sünderschaar! Ja, mit Dornen 8. Endlich laß mich alle Noth gar gekrönet, er, der unser Köfreudig sterbend überwinden. nig war! Wie mißhandelt, Nirgends müsse mich der Tod wie zerschlagen mußt er noch als bei dir, mein Heiland, sein Kreuz selbst tragen! finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getrost: Es ist vollbracht! 3. fangen, als sie dich in jener Nacht, Mördern gleich, mit 4. Wie voll Wahrheit konntst du zeigen, du seist nicht der Bande werth! Wie beschämend war dein Schweigen, da man dir das Recht verkehrt! Wie gelassen, wie geduldig littst du alle Schmach unschuldig! 6. Dennoch hast du voll Erbarmen auch für sie um Gottes Huld: Vater, o vergib den Armen, die so blind sind, ihre Schuld! Göttlich wollteft du vergeben; die dich tödten, sollen leben. 7. Dich nur fühltest du an deinem Leiden mich die ge verlassen, als du an dem wisse Richtschnur wählen, wie Kreuze hingst, und was Engel ich soll bekennen dich! Rath auch nicht fassen, selbst nicht und Trost sind deine Wunden Einen Trost empfingst; nur auch für meine Leidensstunden. um Trost uns zu erwerben 2. Heuchler unter Schein in dem Leben, Leiden, Sterben. von Wahrheit machten dich Verbrechern gleich, und auf ich leide, laß mich auf dein 8. O mein Heiland, wann deiner Tugend Klarheit stürmten sie mit Satans Reich. Doch Beispiel schaun! Fehlt mir weit über sie erhoben, mußte dieses Lebens Freude, laß mich auf das künftge baun! Dein Geist müsse mich erheben, meinen Feinden zu vergeben! dich dein Wandel loben. 9. Unschuld leite meine Tage Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. durch der Prüfung kurze Zeit;| Sterblicher empfunden, und fühl ich dieses Lebens Plage, bracht uns wieder Gottes tröste mich die Ewigkeit Won Huld. ne frönt dort all mein Sehnen, dort versiegen meine Thränen. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich sei10. Still, gelassen und zu- ner Feinde an; er ruft mit frieden sink ich in des Todes fanftmuthsvollem Herzen: Sie Nacht; nur von dir, Gott, un- wissen nicht, was sie gethan! geschieden sprech ich froh: Es Der göttliche, der größte Beist vollbracht! Vater, Vater, ter, fleht liebreich noch für ich befehle deinen Händen Missethäter, Werkzeuge seiner meine Seele. Pein und Schmach. O Mensch, den Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! 94 Die letzten Worte des sterbenden Erlösers. Mel.: Wie wohl ist mir, o. 132. Begleite mich, o Christ, wir gehen zum schmerzensvollen Golgatha, auf dessen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an! Sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 4. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl! Ach, wird mein Aug einst um die Meinen in seiner legten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Trost verleihn! Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was 2. Schon zeigt der Blutberg zu dem gebeugten Schächer sich von weitem, erschrick und der Mund der Liebe sterbend zittre frommes Herz! Sieh spricht: Du wirst, so ruft er deinen Retter, sieh ihn streiten, ihm entgegen, noch heute deiund werde ganz Gefühl, ganz nes Glaubens wegen mit mir Schmerz! Hier hing, den Mördern übergeben, am Holze Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld, empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein im Paradiese sein. Herr, laß an des Todes Pforte einst diese trostesvollen Worte auch meiner Seele Trost verleihn! 6. Wer kann die hohen Lei Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jeſu. den fassen, als Christus an Du rufest: Bater, ich befehle dem Kreuze rief: Mein Gott, in deine Hände meine Seele, wie hast du mich verlassen! die allen Menschen Heil er Wie beuget ihn die Last so warb! Nun war das große tief, die unsre Sünden auf ihn Werk vollendet, wozu der Babrachten! Vor Angst und Pein ter ihn gesendet; da neigt er müßt er verschmachten, wär sanft sein Haupt und starb. Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht 95 10. Bewein ihn fromm mit stillen Zähren, o Christ, du hast ihn sterben sehn! Bald wirst du ihn mit Freuden ehren, und jauchzend seinen Den deine Ruhm erhöhn. Seufzer jetzt beklagen, der wird als Held nach dreien Tagen vom Grabe siegreich auferstehn. Den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von allem, was erquidt, entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland, rufet dir noch heute aus tausend Armen dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel Oselig wer den Ruf erfüllet! drückt. Denn wer den Durst des Die Fürbitte Jesu a m Armen stillet, der hat den Kreuze für seine Feinde. Heiland selbst erquickt. Mel.: Herzlich hab ich. 8. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heiland spricht: Es ist vollbracht! 133. um Gnade für die Sünderwelt rufft Wort des Sieges, Wort du, mein Heil, am Kreuz geder Freuden, du nimmst dem quält von frecher Sünder Tod seine Macht! Heil uns! Rotten! Dir blutet das bewer darf es nun wohl wagen, drängte Herz, wenn dich bei uns, die Erlösten, zu verklagen, deinem herben Schmerz die da er für uns genug gethan? Bösewichter spotten. Du Gib, daß am Ende meiner siehst mit segensvollem Blick Tage auch ich, o Herr, mit von ihnen weg auf den zurück, Freuden sage: Vollbracht ist den diese Schaar in dir entnun des Leidens Bahn! 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner ehrt; rufst, daß es Erd und Himmel hört: Vergib, o Gott, und führe nicht sie ins GeGottes, sei auch mein! Laß richt, denn was sie thun, veres in meiner Todesstunde mir stehn sie nicht! Muth und Zuversicht verleihn! 2. Erstaunend seh ich diese 96 Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. Huld. Wie mitleidsvoll ist wird mir versüßt, wenn du die Geduld, die Mörder so mein Trost im Tode bist. erträget! 3hr, die ihr euren 5. Den sanften liebevollen Heiland ehrt, fühlt seiner Sinn, daß ich ein Freund der Großmuth hohen Werth und Feinde bin, flöß, Herr, in danket ihm beweget! Er hat meine Seele! Gib daß bei durch segnendes Gebet auch der Verfolgung Schmerz ich uns ein ewig Heil erfleht. dir des Feindes hartes Herz, Er sagt auch uns, zu unsrer und meine Sach empfehle; Ruh, Erbarmen und Verge- Besänftige mein reges Blut; bung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott. und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch ein Gebet selbst deinen Mördern Gnad erfleht! 6. Mich tröste dein Ver3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt und föhnungstod! Es bilde mich ihnen Frist zur Buße schenkt, dein Geist, mein Gott, daß eh er nach Schulden lohnet; ich dir ähnlich werde! O, daß ich noch fröhlich sagen zeuch mich, du erhöhter Held, kann: Auch mich, mich Sün- zu dir hinauf vom Dienst der der, nimmt Gott an, hast du Welt, zum Himmel von der durch deines Fürspruchs Kraft, Erde! Du bist der Deinen mein treuer Heiland, mir ver- Schutzpanier. Zeuch dir uns schafft! O Jesu Christ, mein nach, so laufen wir, so wollen Herr und Gott, mein Herr wir uns deiner Bein und deiund Gott, vertritt du mich ner Fürbitt ewig freun. Herr bis in den Tod! Jesu Christ, wie jelig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o dann versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket. Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht 134. Heute, sprach mein fürchterlich! Und schließ ich Ueber das Wort des gefreuzigten Jesu an den gläubigen Schächer. Mel.: Werde munter, mein. Heiland, meine Pilgrimschaft, so stärke an sein blutigs Kreuz erhöht, mich mit neuer Kraft, Herr als ein Sünder ihm zur Seite Jesu Christ! Der letzte Kampf sterbend noch um Gnade fleht; Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 97 heute, so betheur ich dir, heute von Engeln, der im Herrn noch sollst du mit mir, in mein entsblafne Christ. Was sein Paradies erhaben, Theil an Glaube je gethan, jedes gute meinem Reiche haben! Werk folgt dann seiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 2. Theures Wort aus Jesu Munde, fest versiegelt durch sein Blut, in der finstern To: 7. Nun auch ich, o Herr, desstunde gibst du Freudigkeit befehle, wenn ich kaum noch und Muth! Wenn der Christ lallen kann, die durch dich ernun scheiden soll, bleibt er löste Seele deinen treuen Hänfester Hoffnung voll, sieht die den an! Und du, Heiland, Nacht in Licht verwandelt, stärkest mich, rufest mir auch weiß gewiß, wohin er wandelt. zu, daß ich noch am Tage, da 3. Ohne Zagen kann er ich sterbe, deine Herrlichkeit sterben, seine Seel erstirbt ja ererbe! nie. Ihr droht nicht nur fein 8. Ja, noch an demselben Verderben, auch kein Schlaf Tage geh ich in den Himmel betäubet sie, wo sie erst aus ein, los von aller Furcht und langer Nacht nach Jahrhun- Plage, Herr, bei dir daheim derten erwacht. Nein, sie soll zu sein! Hier genieß ich deizu neuem Leben scheidend noch nes Lichts, bis der Tag des empor sich heben. Weltgerichts auch dem Grab die Macht entwendet, ganz die 4. Theures Wort des ewgen Lebens, tröste du mein bre- Seligkeit vollendet. chend Herz, und dann ängstet nur vergebens meinen Geist di der Trennung Schmerz. Er sinkt nicht in Finsterniß; denn wahrhaftig und gewiß ist das 135. Wort des treuen Zeugen. Hier ze des muß jeder Zweifel schweigen. Mund. 5. Herr, nun fühl ich abzuscheiden eine heilge Lust in mir. Dort sind unbefleckte Freuden, aber Müh und Sünden hier. Kein auch noch so frühes Grab fürzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. Mel.: Wer nur den lieben. Ss ist vollbracht! So ruft am Kreusterbenden Erlösers Wort voll Trest und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt; die Felsen beben, der Sonne Schein verliert sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich; der Vor6. Selig, furchtlos, rein bang reißt, die Erde fracht, von Mängeln, ja von nun an und die Versöhnung ist vollselig ist, brüderlich begrüßt bracht. Luth. Gelb. Univ- Bibl. Giessen 7 Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 3. Wie viel, mein Heil, den Trost auch sterbend schmehast du vollendet, als dir das cken, daß du ihn überwunden Herz im Tode brach! Du hast hast. So tret auch ich ins den Fluch hinweg gewendet, Todes Nacht, mit dem Trider auf der Welt voll Sünder umph: Es ist vollbracht! lag; für uns hast du genug gethan. Gott nimmt uns nun noch gnädig an. 4. Dankvolle Thränen, nett die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war; er, den mir Gott zumn Freund gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5.0 Herr, laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt; laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beß rung ganz vollbracht! 98 Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu. Mel.: Ermuntre dich, mein. 136. Gesprochen hat des Mittlers Blut am Kreuz mit lauter Stimme. Gott dräut nicht mehr; sein Donner ruht, er straft nun nicht im Grimme. Mich schützt mein Mittler Jesus Christ. Die Stimme seines Blutes ist hinauf vor Gott gekommen, sein Opfer angenommen. 2. Stark schrie dies Blut, indem es floß, gen Himmel von der Erde, daß meine 6. Du littst so viel zu mei- Schuld sei noch so groß, mir nem Leben; drum laß mich doch vergeben werde. Herab stets voll Eifer sein, mich dei- aus seinen heilgen Höhn ant nem Dienste zu ergeben, und wortet da Gott auf sein Flehn keine Schmach dabei zu scheun! mit majestätscher Stimme, in Dein Dienst, mein Heiland, Gnaden, nicht im Grimme. sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum! 3. Gott redet und die Erde bebt. Er spricht: Blut sei 7. Soll ich, bei dir ergeb- erhöret! Ich bin versöhnt. Der nem Herzen, auch hier durch Sünder lebt, wenn er zu mir manche Trübsal gehn, und hat sich fehret. Gott selbst( schau, mein Gott gehäufte Schmerzen Herz, und stille dich!) bezeugts, zu meiner Prüfung außersehn, o wie so feierlich: Er wolle so laß auch mich den Trost nun vergeben, die Sünder solerfreun: Es kommt das Ende len leben. meiner Bein! 4. Die Sonne strahlet wie8. Ja, fühlt mein Herz des der hell, nicht mehr in Nacht Todes Schrecken, so stärke verhüllet. Des Tempels Vormich in solcher Last. Laß mich hang reißet schrell: denn alles Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. ist erfüllet. Schnell öffnen det? Ich eile jenem Kreuze auch die Gräber sich. O welch zu, an dem mein Jesus leidet, ein reicher Trost für mich! in schwerer Müh mir Heil Das Heiligthum steht offen, erwirbt, arbeitet, duldet, bludie Gräber stehen offen. tet, stirbt. Ruh, Freude, Trost und Leben kann mir dies Kreuz nur geben. 5. Gott ist versöhnt! Hallelujah! Auf, laßt uns rühmen, Brüder! Werth ist das Blut des Mittlers ja, werth unsrer besten Lieder. Dies Blut bringt uns Gerechtigkeit, Trost, Hoffnung, Sieg und Seligkeit. Gott selbst( tönt, Pfalter, tönet!) bezeugts, er sei versöhnet. 2. Doch, kann darauf mein Auge sich wohl ohne Wehmuth lenken? Muß nicht, so oft ich hinschau, mich des Kreuzes Anblick tränken? Wie blutet Jesu, mir mein Herz! Ach, so viel Jammer, so viel Schmerz hast du durch mich empfunden! Ich schlug dir deine Wunden. 6. Geflossen ist des Mittlers Blut, getilgt sind meine Sünden. Ich darf, zu Gott 3. Von ganzem Herzen haß mit frohem Muth zu flehn, ich sie, die Sünden, die mich mich unterwinden. Er schaut tödten. Sie sind mir Gräul; mich mit Erbarmen an. Ich darf mich freudig zu ihm nahn und kann Erhörung hoffen. Der Zugang steht nun offen. 7. Geflossen ist des Mittlers Blut, erlöst bin ich ins Leben. Tod, sammle deine 4. Und euch, ihr Sünden, ganze Wuth, und ich will doch euch sollt ich nicht fliehn, vernicht beben! Besiegt, zermalmt abscheun, hassen? Aus Liebe ist deine Macht. Es müssen hat der Herr für mich ans hier aus ihrer Nacht die Kreuz sich heften lassen. Mich Gräber in das Leben die dringen Lieb und Dankbarkeit. Todten wieder geben. Mein Heiland, ja ich bin bereit, das Fleisch ans Kreuz zu heften; doch, Herr, mir fehlts an Kräften! Ueber die geöffnete Seite Jesu. 99 Mel.: Ermuntre dich, mein. 137. Wo findet meine ach, ich kann nie sie anschaun ohn Erröthen! Sie brachten Jesu so viel Bein, und dennoch durft ich sie nicht scheun? Doch Jesum so betrüben und sie aufs neu verüben? 5. Heil mir, was sich, o Jesu Christ, aus deiner Seit ergossen, der milde Strom des Lebens ist auch mir zum Trost geflossen! Du kommſt( Herr, Seele Rub, ewig Dank sei dir!) mit Wasauch dann noch, wenn sie schei- ser und mit Blut zu mir, des 7* Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. Fleisches Macht zu steuern, 5. Es ist vollbracht! riefst und ganz mich zu erneuern. du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlichfrei habest hingegeben! 6. Ich bin, Herr, durch dein Wasserbad in deinen Tod begraben. Dies beut mir zu Entschluß und That des Geistes reiche Gaben. Labt mich im Abendmahl dein Blut, wie stärkt nicht dies den schwachen Muth, gern jede Last zu tragen, gern jeden Kampf zu wagen! 7. Wie süß, wie köstlich sind sie mir, die Segen deines Blutes! Ja ewig, Herr, bleib ich bei dir, bei dir fehlt mir fein Gutes. Du, du bist selbst mein höchstes Gut. Die Seele hat nun, wo sie ruht; sieht sich durch dich bedecket, auch wenn der Tod sie schrecket. 100 6. Hochheilge That! Des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erfinder meines Heils wird mirs einst erklären. der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden. Zeicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 101 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen! 9. Ich preise dich; erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du siehest's, wenn ich still meinen Dank dir weine. Auf das Begräbniß Jesu. 10. Bergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen! Mel.: O Traurigkeit, o H. 138. 2m Kreuz erblaßt, Herr, ich will, so lang ich bin, deine der Marterlaſt Mel.: O Traurigkeit, o H. in stiller Ruh, 2. Ein heilger Schmerz 139. So schlummerst du durchbringt mein Herz, und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gerühret schlagen. der du für uns gestorben, uns am Kreuz in schwerer Müh ewigs Heil erworben! 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbſt das Leben! Gleich als Sterbliche hält dich nun ein Grab umgeben. 4. Du hasts gethan; dich bet ich an, du König der Er- 3. Doch, Heil sei mir! Herr, lösten! Dein will ich im Tode du willst hier nicht die Vermich glaubensvoll getrösten. wesung sehen, sondern bald aus Von der Auferstehung Jesu. eigner Kraft aus dem Grabe Verwesung! Ich, ich hoff in gehen! Christo einst meines Leibs Erlösung. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch 7. Nein, nichts verdirbt! mich erwecken. Sollte denn Selbst das, was stirbt, der mein gläubig Herz vor der Leib wird auferstehen, und zu Gruft erschrecken? Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 8. So sink ins Grab mein Leib hinab! Ich will mich drum nicht fränken, theurer Heiland, mir zum Trost an 6. Ihr, die die Welt gefes- dein Grab gedenken! selt hält, zagt nur vor der XII. Von der Auferstehung Jesu. Mel.: Christ lag in Tod. 140. Bringt Preis und Ruhm dem Heis land dar! Frohlocket ihm alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! Hallelujah! 101 aufs herrlichste bewährt, da er bich auferwecket. Hallelujah! 4. Erstandner, ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest! Du lebst und siegst, daß du auch mir das ewge Leben gebest; daß du mein Erretter seist und neue Kräfte mir verleihst, mit Freuden Gott zu vienen. Hallelujah! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns nun den Trost grund rauben: daß du unser Heil vollbracht und von des ewgen Todes macht uns Sünder haft erlöset. Hallelujah! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Hallelujah! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu du gelehret, der Wahrheit erwecken. Du rufft einst, und Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth hat er der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd ich auch 102 Von der Auferstehung Jesu. Herr Jesu Christ, durch dich ligkeit. Bald, bald entschlafen einst auferstehen. Hallelujah! wir, entschlafen, Jesu, dir; 7. O laß mich, weil ich ruhn im Frieden die kurze hier noch bin, im Glauben an Nacht, bis deine Macht den dich wandeln, und jederzeit Tag der Ewigkeiten ruft. nach deinem Sinn rechtschaffen 3. Ob uns Gräber gleich sein und handeln; daß ich, bebecken, wirst du doch unsern wenn ich aufersteh und dich, des Todes Sieger, seh, vor dir dann nicht erschrecke. Hallelujah! Staub erwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir heilig ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Hallelujah! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 8. Da, wo du bist, da foll auch einft dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dieses auch mein Erbtheil sein, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden. Hallelujah! 4. Rob sei, Vater, deinem Namen! Gelobt sei Christus. Amen! Amen! Gelobt sei Vater, Sohn und Geist! Selbft von seinen Seraphinen, die heiliger, als wir, ihm dienen, wird nie Jehovah gnug gepreist. Doch ihr anbekend Chor Lobsingt zu ihm empor: Heilig, heilig ist unser Gott, Gott Zebaoth! Die Welt ist seiner Ehren voll. Mel.: Wachet auf, ruft. singt 141. Hallelujah, jauchzt, Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes, und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis Mel.: Christ lag in Tod. ihm, er hats vollbracht! Hal- 142. Der Herr lag in lelujah! Er hats vollbracht, er der die Macht des Todes und des Grabes hat. das Grab gestreckt, für uns dabingegeben. Nun, da ihn Gott hat aufs erweckt, bringt er uns Sieg und Leben. Lasset drum uns fröhlich sein, vor Gott von Herzen uns erfreun, Hallelujah ihm singen. Hallelujah! 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt that, würgt alle Men2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesfetten uns befreit. Wir, von Gott gefallne Sünder, sind nun mit ihm versöhnt, find Kinder und Erben seiner Se Von der Auferstehung Jesu. schenkinder. Hier wußte nie- 7. Wir heiligen uns ganz mand Trost und Rath; denn dem Herrn, der uns zum alle waren Sünder. Drum Heil geladen. Der alte Saufället uns der Tod so bald, erteig sei fern vom theuern von seiner fruchtbaren Gewalt Wort der Gnaden! Christus sind wir nun dort errettet. selber will allein der Seele Hallelujah! Speis und Nahrung sein; der Glaube lebt blos seiner. Hallelujah! 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unsere Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns und los. Vom Tode blieb ein Schatten bloß; sein Stachel liegt zerbrochen. Hallelujah! 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Tem Leben blieb zu letzt der Sieg, es hat den Tod verschlungen. Längst verfündigt es die Schrift. Ein Tod ward hier des andern Gift. Nun kann kein Tod uns schaden. Hallelujah! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, das unsre Schuld getragen. Am martervollen Kreuzesstamm ward es für uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns sein Blut. Dies gibt dem Glauben Stärk und Muth. Der Würger geht vorüber. Hallelujah! 103 Mel.: Wachet auf, ruft. allelujah, Jesus 143. Habet Exfote Menschen, o erhebet des groBen Mittlers Majestät! Hörts, betrübte Sünder! Gebet der Freude Raum; denn Jesus lebet. Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Gesang schall ihm zu Preis und Dant! Hallelujah! Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält! 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! Lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er erstritt! Seht, der Tod ist überwunden; die ganze Hölle ist gebunden; der herrscht, der für euch starb und litt! Laßt eure Feinde dräun, ihr könnt getrost euch freun; Jesus lebet von Ewigfeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut. 6. So feiern wir das hohe Fest in großer Freud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt. Er selber ist 3. Nun verzagt auch nicht, die Sonne. Mächtig strahlt Verbrecher! Gott ist euch nun sein Glanz daher. Das finstre kein strenger Rächer, wenn ihr Herz erleuchtet er. Es flieht die Schuld vor ihm bereut. die Nacht der Sünden. Hal- Durch des Todes Ueberwinder lelujah! ist er versöhnt, und gegen Von der Auferstehung Jesu. Sünder ein Vater der Barm- Leben wiederbracht. Er, der herzigkeit. Er ruft sein Volk uns Ehr und Sorg erstritt, hinauf; schließt seinen Him er bringt uns seinen Frieden mel auf, sie zu segnen. Der mit. Hallelujah! Himmel tönt: Gott ist verföhnt! Weil Jesus lebt ist Gott versöhnt. 104 3. Zwar ist hier nicht ganz fund gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht, der 4. Tod, wo sind nun deine edle Schat, die reiche Beut, Schrecken? Nicht ewig wird der sich sein Volk vor ihm das Grab uns decken, verwest erfreut, Hallelujah! der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Le ben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Enter da für Thaten that, als er schlafnen ruft. Dann wird der Schlange Kopf zertrat. das todte Feld zu einer regen Hallelujah! Welt. Alles lebet, so wie verneut, zur Frühlingszeit, das Pflanzenreich die Erde fleidt. 5. O edler Sieg! o starker Held! Wo ist ein Feind, den 5. O Erstandner, welch ein er nicht fällt! Wo eine Plage Segen erwartet uns, wenn so ergrimmt, der Christi Sieg wir auf Wegen einhergehn, die Macht nicht nimmt! Haldie dein Fuß betrat! Unnenn lelujah! bare Seligkeiten, die ewig 6. Und daß der Herr erwähren, sind die Beuten, die standen sei, das ist von allem uns dein Sieg erkämpfet hat. Zweifel frei. Ja, es ist je geBald sind sie unser Theil; wißlich wahr, das leere Grab bald krönet uns das Heil dei- machts offenbar! Hallelujah! nes Lebens. Hallelujah, der 7. Die Erd erbebt; es Herr ist nah! Bald ist der wälzt vom Grab den Stein Tag des Sieges da! ein Engel Gottes ab, und fündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger sahn. Hallelujah! Mel.: Erschienen ist der. 144. Raum steigt zu ih rem frohsten Lauf die Sonn in voller Pracht herauf, seht, so verläßt der Herr sein Grab, der einst für uns sein Leben gab. Hallelujah! 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn, und die Verzagten sind nun fühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. Hallelujah! 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie 2. Vertrieben ist der Sün- herzlich er mich liebt; und stürb den Nacht, Licht Heil und auch alle Welt mir ab, gnug, 105 10. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich. Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm ich auch hin, weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. Hallelujah! Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen. Hölle, fälle nun den Sieger! Gottes Krieger, der erstanden, macht nun deinen Stolz zu Schanden. 11. Durch ihn bin ich mit 3. Leer ist die Gruft, die Gott versöhnt, durch ihn mit ihn umgab. Sei mir gegrüßt, Gnad und Heil gekrönt. Mein mein künftig Grab, du Wohbanges Herz ermanne sich! nung erster Stille! Nur weGott und die Engel lieben nig Tage werden sein, o so mich! Hallelujah! empfängst du mein Gebein in 12. Durch seiner Auferste- deiner Schatten Hülle. Ewig hung Kraft vollend ich meine selig werden werden wieder diese Pilgerschaft; freu seiner mich Glieder auferstehen, werden in seinem Reich, und bin dort die Verklärung sehen. seinen Engeln gleich. Hallelujah! Von der Auferstehung Jesu. daß ich ihn zum Freunde hab. Hallelujah! Mel.: Du bist ein Mensch. 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir 146. Wenn wir dereinst dein Antlig sehn, soll dich ein würdger Lied erhöhn. Hallelujah! manis 146. Das Grab ist leer, verläßt der Todten Grüfte, desHöchsten Sohn und seiner Jünger Jubelton dringt freudig durch die Lüfte. Du, den der Engel Loblied preist, entreiße, Heiland, meinen Geist den Lüften dieser 145. Triumph, Triumph, Erde, daß er dir heilig werde. Mel.: Wie schön leucht. und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang, und uns, den Staub, erhöhte! Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenröthe. Bebet, gebet, stolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre! 2. Die Menschheit, Herr, erlaubt mir nicht, mit dir empor zu steigen, bis dieſe schwache Hütte bricht. Wird sich mein Haupt einst neigen, alsdann nimm, nach volls brachtem Lauf, auch mich in deinen Himmel auf; nimm, Herr, an meinem Ende den Geist in deine Hände! 2. Heil uns, Triumph, das Grab ist leer! Fest steht es, wie ein Fels im Meer, das 3. Doch soll ich einst, o Gottes Sohn, in deinem Reich dich sehen, so muß ich auf der 106 Von der Auferstehung Jesu. Erde schon vom Tod auch auferstehen. Der lebt nicht, den die Lust der Welt und ihre Pracht gefesselt hält. Nach Gott und Tugend streben, nur das heißt wirklich leben. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name jei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz 4. Du auferstandner Men- erhöht! Was ist der Erde schenfreund, erweck in mir die Majestät, wenn sie mein Geist Triebe, durch die man sich mit mit der vergleicht, die dich dir vereint, den Glauben und durch Gottes Sohn erreicht! die Liebe! Ich will, o Herr, 6. Vor seinem Thron, in dein eigen sein, laß mich mit seinem Reich, unsterblich, heiErnst die Sünde scheun, und gib selbst Muth und Kräfte zum Heiligungsgeschäfte! 5. lig, Engeln gleich, und ewig, ewig, selig sein; Herr, welche Herrlichkeit ist mein! So kann ich als ein wahrer Christ jetzt leben und einst sterben, und einmal da, wo du, Herr, bist, vollkommne Freude erben. Dahin, mein Heiland, hilf du mir, so bring ich, ewig froß in dir, mit deiner frommen Menge dir Lob und Dankgesänge! Mel.: Vom Himmel hoch. 147.( Frinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichfeit; halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwundrung wallt in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Gott, auf mein Angesicht! 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst? Und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun? 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken gött lich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn? 10. Mit Engeln und mit 2. Fühl alle Dankbarkeit Seraphim, mit Thronen und für ihn, als ob er heute dir mit Cherubim, mit allen Fromerschien, als spräch er: Friede men aller Zeit soll ich mich sei mit dir! So freue dich, freun in Ewigkeit? mein Geist, in mir. 11. Zu welchem Glück, zu 3. Schau über dich und bet welchem Ruhm erhebt uns ihn an. Er mißt den Sternen nicht das Christenthum! Mit ihre Bahn. Er lebt und herrscht, dir gekreuzigt, Gottes Sohn, mit Gott vereint, und ist bein sind wir auch auferstanden König und dein Freund. schon. Von der Auferstehung Jesu. 12. Nie komm es mir aus| keine Herrlichkeit, kein Leiden. meinem Sinn, was ich, mein Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; Heil, dir schuldig bin, damit dies ist meine Zuversicht. ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Tobesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 13. Er ists, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Mel.: Meinen Jesum I. Mel.: Jesus meine Zuversicht 2c. esus lebt, mit ihm 149. Auf, mein Herz, ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben! Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O wie hoch sind wir getröst! Jesus hat die Welt erlöst. 148. Jeſus auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 107 3. Jesus lebt, wer wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein, und den Lüsten widerstreben; er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meis ne Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu schei, den, keine Macht der Finsterniß, 2. Er ist Gottes ewger Sohn. Ewig sei er auch gepriesen! Seiner Feinde Schaar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllte durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen. Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unsre Schuld nicht Gold, nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Von der Auferstehung Jesu. Kraft? Grab, wo sind nun 5. Hast du den Tod bedeine Ketten? Hier ist Gott, zwungen, bezwing ihn auch in der Hülfe schafft. Hier ist mir! Du bist hindurch gedrunJesus, der kann retten, wenn gen; zeuch mich, ich folge dir. gleich unser Fleisch und Bein Laß Teufel, Höll und Sünden wird in Staub verwandelt sein. 108 6. Herr, dies glaub ich dir zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens; denn ich bin dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet sing ich dir jetzt und ewig Dank dafür. 7. Mein Ziel, wonach ich strebe, sei deines Namens Ruhm! Hilf, daß ich dir nur lebe, er du zum Eigenthum mich theuer dir erworben, da du für mich gestorben, für mich erstanden bist. 8. welch ein herrlichs Erbe verspricht dein Leben mir! Wohl mir, auch wenn ich sterbe! Nur ziehe mich zu dir, daß ich dem Fleisch nicht lebe, stets 2. Auf, daß du dich ermannest, mein Geist, aus deiner Angst, des Todes Furcht verbannest, mit der du oftmals nach dem Himmel strebe, wo rangst! Schwing dich aus deinen du, mein Heiland, biſt! Klagen empor, und wirf dein Zagen in Christi leeres Grab. 3. 3st Jesus auferstanden, mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Ist er dem Tod entrissen, so läsfet Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. Mel.: Herr Christ, der einge. 150. Der Held hat überwunden der Höllen ganzes Heer; der Drache liegt gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durchs Gesetz verdammen; denn alle zornes flammen hat Jesus ausgelöscht. mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan. 16. Wehr selber dem Verderben, erhör mein sehnlich Flehn! Laß mich, wie mit dir sterben, auch mit dir auferstehn; hinfort ganz todt für Sünden, nur denken, thun, empfinden, wie Gott gefällig iſt. 4. Gib meinem Glauben Klarbeit, zu sehn, Herr Jesu Christ, daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bist! Laß nicht mehr die Se danken in bangem Zweifel wanfen, und mache mich gewiß. Mel.: Es ist gewißlich an. 151. Tod, wo ist dein S Stachel nun? Dein Sieg, o Grab, verschwindet! Was kann forthin uns Satan thun, ba Jesus überwindet? Geendigt Geendigt ist der schwere Krieg. Gott sei gedankt, daß er den Sieg durch Christum uns gegeben! n 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, als Christus mit ihr kämpfte, und, wie ergrimmt Von der Auferstehung Jesu. sie auf ihn drang, doch ihren und hoffuungsvoll, daß unser Grimm bald dämpfte? Ob sie Leib dort gleichen soll des ihn in die Fersen sticht, so Herrn verklärtem Leibe. fiegt fie darum dennoch nicht; der Kopf ist ihr zertreten.. 109 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Dein Sieg, o Grab, 3. Lebendig geht der Herr verschwindet! Was kann forthervor, und nimmt den Feind hin uns Schaden thun, da Jegefangen, zerbricht der Hölle sus überwindt? Gott sei geSchloß und Thor, trägt weg dankt; der schwere Krieg ist den Raub mit Prangen. Nichts nun geendigt, und der Sieg hält in seinem Siegeslauf den durch Christum uns gegeben! starken Held aus Juda auf.onid null, Er überwindet alles. 4. Des Herrn streitbarer Mel.: Vom Himmel hoch. Arm behält den Sieg, und ist 152. Dich bet ich an, erhöhet. Des Herrn erhabne Rechte fällt, was stolz ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was uns droht; besiegt ist Teufel, Höll und Tod; ihr Zorn ist kraftlos worden. erstandner Held, Erretter einer Sündenwelt, du unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich! Erlöst auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel famst, dein Leben gabst und wieder nahmst. on 4. Wer ists, der mich verWer täglich hier durch dammen kann? Ich glaub an wahre Reu mit Christo aufer dich und sage dann: Der stehet, ist dort vom andern Gott, durch den die Himmel Tode frei, dem feiner sonst sind, der ist mein Vater, ich entgehet. Genommen ist dem sein Rind. Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht, und unvergänglich Wesen. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein fegensreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil! 7. Dies ist die große Se ligkeit, der wir theilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und 6. Holdselig sprachst du: Erde sei der Schauplay meiner auf Erden. Hier sind wir still Huld und Treu! Wir sehen 5. Es ward getödtet Jesus Christ, und sieh, er lebet wie der! Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Christo gläubt, nicht in der Nacht Todes bleibt. Er lebt, ob er gleich stirbet. Von der Auferstehung Jesu. deine Huld und Treu auf dei- den des Himmels mich erhebt! ner Erde täglich neu. Gedanke, der im Leiden mit 7. Zwar trifft noch mancher reichem Trost belebt! Des Schmerz uns hier; noch, o höhern Lebensquelle, mein Erbarmer, sterben wir! Doch Schild in jeder Noth! Wo du regierst und wir sind dein, und ewig werden wir es sein. ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 8. Ich weiß, daß mein Er- 3. Des Felsen Grund erbelöser lebt. Du Trost, der bet, die Wächter fliehn, das meinen Geist erhebt! Ich seb, Grab ist leer. Der todt war, durch dich gestärft, aufs Grab sieh, er lebet; Er lebt und mit nnerschrocknem Aug hinab. stirbt hinfort nicht mehr. Die 110 9. Welch eine Welt voll schwachen Jünger wanken; er Sie Seligkeit erwartet mich nach stärkt die Wankenden. dieser Zeit! Da findet der sehn ihn, freun fich, danken Auferstandenen. Sie verklärte Christ das Heil, das dem unaussprechlich ist. sehn empor ihn steigen, und gebn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. Mel.: Nuu lob mein S. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt! Die Gözzentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube; bin freudenvoll ein Christ. Ich bet ihn an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, 153, Nobsinge, meine Seele, den Welter löser bet ich an, lobsing ihm und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er wann er auch mich erhebt. Der hat für dich gerungen. Durch Herr ist mein Vertrauen; er seine Macht hat er des Todes starb für mich nnd lebt. 10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun! Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Trot darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns krönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. Mel.: Allein Gott in der. 154. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen! Eil 2. Froh führte seine Sonne zu dem Auferstandnen hin, ihn den festlich hohen Tag herauf, freudig zu empfangen! Denn da stand er, meine Wonne, aus des Todes finsterm Thor mein Gott und mein Versöh- bricht der Gefreuzigte hervor, ner, auf. Gedanke, der zu Freu- der ganzen Welt zur Wonne. Von der Auferstehung Jesu. 2. Steh von dem Tod der und Sünden. Und durch die Sünden auf, steh auf, erwach Siege seines Bluts wirst du ins Leben, voll Eifers, einen auch überwinden; wenn du neuen Lauf im Glauben anzu- nur männlich widerstehst, im heben! Denn, wie Gott Je- Glauben wachest, betest, flehſt, sum auferweckt, sollst du auch, nicht der Begierden schonest. mit ihm auferweckt, im neuen Leben wandeln. 8. Schreckt dich der letzte Feind, der Tod, auch den 3. Vergiß denn, was auf wirst du bezwingen. Durch Erden ist; dein höchstes Gut ihn aus aller deiner Notb ist droben. So sei renn auch dein Herz, o Christ, zu Jesu stets erhoben. Forthin sei statt 111 hindurch ins Leben bringen. Er ist verschlungen in den Sieg; der siegreich aus dem der argen Welt, der Himmel Grabe stieg, hat ihm die nur, was dir gefällt, wo Jesus lebt und herrschet. Macht genommen. 9. Hilf den Verkündgern 4. In jeder Noth bleib un- deines Ruhms! Hilf, Herr, verzagt, auf ihn wirf deine uns, deinen Brüdern; uns Sorgen; Der stillste Kummer, Volke deines Eigenthums, uns der dich nagt, ist ihm doch deines Leibes Gliedern! Hier nicht verborgen. Der Aufer- laß in deinem Schuß uns standne hilft auch dir. Er, sein; dort bring uns in das der versucht ist, gleich als Leben ein, das uns dein Tod wir, kann mittleid mit uns erworben. haben. 10. Sei hochgelobt in dieser 5. Klag unverholen ihm Zeit von allen Gotteskindern, dein Leid, du flagst es nicht und ewig in der Herrlichkeit vergebens. Durch ihn hast von allen Ueberwindern, die du Gerechtigkeit und Hoffnung überwunden durch dein Blut! ewgen Lebens. Er, der für O Jesu, gib uns Kraft und dich den Tod empfand, für Muth, daß wir auch überdich von Todten auferstand, winden! kann deiner nicht vergessen. 6. Dich schrecke nicht die Wuth und List und Menge deiner Feinde. Ihn, der ihr Mel.: Jesu, meine Freude. Ueberwinder ist, haſt du zum 155. Christus iſt erſtantreuen Freunde. Er hilft dir den von des Tosiegen, ihm vertrau; denn öf- des Banden; schaut das offne fentlich trug er sie schau im Grab! Es hielt den vergebens, hohen Siegsgepränge. der als Fürst des Lebens andern Leben gab. Siegreich geht, der aufersteht, der Versöhner 7. Geh an den Streit voll kühnen Muths mit Satan, Welt Von der Auferstehung Jesu. Gottes heute mit des Lebens ihm gestorben, geh, durch ihn Beute. sperworben, in sein Leben ein. 2. Wär er nicht erstanden Nirgends ist, Herr Jesu Christ, von des Todes Banden, ach, mir ein stärkrer Grund zum dann stürben wir muthlos und Leben, als von dir gegeben! verlassen nirgends Trost zu fassen, schon unglücklich hier! Ach, dann fiel der Hoffnung Ziel, und bei diesem Weltgetümmel wär für uns kein Himmel! 5. Ja, ich kann nun sterben, ohne zu verderben in des Grabes Staub. Einst erwach ich wieder, denn des Hauptes Glieder sind nicht Todes Raub. Ewger Glanz umstrahlt mich ganz dann am Auferstehungsmorgen, frei von Nacht und Sorgen. 6. Seele, welche Wonne bringt dir diese Sonne, die dich dann umstrahlt, wenn sich oft mit Rummer hier in deinem Schlummer Nacht des Todes malt! 4. Wie sein Tod für Sün- O wie wird der treue Hirt der, so ist auch nicht minder Jesus dann bei dem Erwachen dies sein Leben mein. Ich, in ganz dich glücklich machen! 112 3. Unvergänglichs Leben kann er nun uns geben, wie er uns verspricht; denn er sah im Tode, der uns allen drohte, die Verwesung nicht. Jesus lebt, und mich erhebt dies sein Leben aus dem Grabe, das ich vor mir habe. XIII. Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Siken zur Rechten Gottes. Mel.: Von Gott will ich. 156. Der Herr fährt auf Heere, die seiner Pracht und Ehre sich gleich als wir erfreun. gen Himmel mit 3. Mit freudigem Gebete hellem Jubelschall, it jauch werd er von uns erhöht! zendem Getümmel, und mit Wir wissen nun die Stätte, Posaunenhall. Lobsingt, lob- die uns bereitet steht. Der finget Gott; Lobsingt, ihr Na- Heiland geht voran, läßt uns tionen, dem Herrscher aller nicht von ihm trennen, macht, Thronen, dem Herrn Gott daß wir fólgen können, uns Zebaoth! freie sichre Bahn. 4. Wir Pilgrime der Erden, die hier das Elend baun; wir sollen himmlisch werden, und Jesum ewig schaun. Auf, 2. Der Herr wird aufgenommen in königlicher Pracht. Deß freun sich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein des Himmels laute Kinder Gottes, auf! Wo Jesus Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 113 hingegangen, dahin steh eu'r weit, geht seine Macht und Verlangen, dahin kehrt euren Herrlichkeit. Ihm dienen selbst Lauf! die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 5. Gen Himmel laßt uns bringen mit herzlicher Begier! Dahin, wenn wir nur ringen, gelangen einst auch wir. Hi nauf zu Gottes Sohn soll sich der Geist erheben. Er ist uns Licht und Leben und unser großer Lohn. 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohuter Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 6. Hinweg mit deinen Schäz5. Erschützet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget du gleißnerische Welt! ihm, lobsinget ihm mit hoher Sollt uns dein Nichts ergötzen? Dort ist, was uns gefällt! Er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, gibt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Gut. 7. Wann wird es doch geschehen, wann kommt die frohe Zeit, daß wird ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du, Tag, wann wirst du sein, da wir ihn mit Entzücken zum erstenmal erblicken? O Tag, brich bald herein! Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Sott, dein Gott erhöht! 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht. Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel Luth. Gess. 7. Wohl nun auch uns! Denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir! Nimmst du dich unser hülfreich an, was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. Mel.: Bom Himmel hoch. 9. Du holst uns nach aus 157. Auf, Jeſu Jünger, dieser Zeit, bei dir zu sein in freuet euch, Herr fährt auf zu seinem Ewigkeit. Nach treu vollbrachReich! Er triumphirt. Lob- tem Glaubenslauf nimmst du finget ihm, lobsinget ihm mit hoher Stimm! uns in den Himmel auf. 10. O zeuch uns immer mehr zu dir, hilf uns mit eifrigster Begier nach dem nuc trachten was da ist, wo du, verklärter Heiland, bist! 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, 8 114 Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sizen zur Rechten Gottes. dir zu traun, bis wir dereinst hält und schüßt. Du, unsre dein Antlitz schaun. Kraft und unser Licht, biſt mitten unter uns auch ist. 12. Dann wird sich völlig unsre Teel in dir erfreun, Immanuel! Dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. 8. Von deinen Brüdern sei gelobt, Held, der du uns den Sieg erstrittst, daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße trittst! Mel.: Vom Himmel hoch. 9. So setzen wir denn unverzagt und freudig unsre Wallfahrt fort. Den Lohn. 158. Sau, großer Herr den du uns zugejagt, erwartet der herab vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wink beunser Geist erst dort. reit, die Schaar der starken Helden steht. 10. Ja, aufgefahrner Jesu Christ, auf dich nur schaun und hoffen wir! Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. 11. Vollenden wir dann unsern Lauf, so eil, uns mächtig fern Pauf, so eil, uns mächtig beizustehn! Nimm unsre Seelen zu dir auf; laß deine Herrlichkeit uns sehn! 2. Denn als du ganz dein Werk vollbracht, beschlosfest du den edlen Lauf, und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Vater wieder auf. 3. Ein ewigs Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun sitest du in großer Kraft, als unser Haupt auf Gottes Thron. 4. Dein Arm, du GottMel.: Es ist das Heil uns. mensch, herrscht und siegt, du 159. mit lautem Schall bist uns allenthalben nah, und selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da. frohlocken wir: Der Herr ist aufgefahren. Wir sind zwar noch im Elend 5. Schau, Herr, aus deiner hier, und unter viel Gefahren; heilgen Höh auf uns, die Dei- doch sinkt drum unser Muth die du kennst, daß alle nicht hin. Durch Jesum wissen Welt erkenn und seh, daß du wir, wohin uns unsre Walluns deine Brüder nennst. fahrt führe. I 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen, aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und seufzen noch im Elend hier. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns 2. Das Leben ist ans Licht gebracht. Uns steht der Himmel offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Begierig schaut der Glaub empor; doch säumt er nicht, auch hier zu Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 115 vor des Heilands Pfad zu drum bleibst du unsre Zuverwandeln. sicht. Hallelujah! 3 Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seines Lichts genießen. Wer ihm nicht folgt, dem wird auch er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht, zum Himmel einzugehn, der läßt in seinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Himmel. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! Hallelujah! 4. Umsonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt: durch deine Macht ist er besiegt. Hallelujah! 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns immermehr entwöhnen; stets sorgen, was dem Herrn gefällt; zu 5. Du unser triumphirend ihm hinauf uns sehnen. Er Haupt, wie selig ist, wer an aber sieht auf uns herab. dich glaubt! Du bist sein Licht, Von uns läßt seiner Treu sein Trost, sein Theil, sein nicht ab, bis wir zusammen starker Schutz, sein ewges kommen. Heil. Hallelujah! 5. Tag, noch an größern 6. Herr, unsre Herzen traun Freuden reich, wann wirst du auf dich. Dein freuet unsre uns erscheinen? Gott macht Seele sich. Du Held von ununs dort dem Sohne gleich, ferm Fleisch und Blut, bist und stillet Leid und Weinen. unser Trost und höchstes Gut. O Wonne, wenn in Ewigkeit Hallelujah! uns nun das höchste Gut erfreut! Gott, schenk uns dies Leben! 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ift in deiner Hand. Von keinem Frommen bist du fern; du siehst auf ihn und hilfst ihm gern. Hallelujah! Mel.: Erschienen ist der.. 160. Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, daß du zur Rechten Gottes bist. Du starker Herr, Immanuel! O stärt im Glauben unsre Seel. Hallelujah! 8. Sieh auf uns gnädig allezeit som Throne deiner Herrlichkeit. Hilf unserm schwachen Glauben auf und beilge unfern Lebenslauf. Hallelujah! 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und 2. Du sigest auf der Him- Richter aller Welt wird dich mel Thron als unser Freund, dereinst der Erdkreis sehn. als Menschensohn. Auch da Laß uns dann freudig vor schämst du dich unser nicht, dir stehn. Hallelujah! 8* 116 Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sizen zur Rechten Gottes. 10. Dann triumphirt der ihnen rauben, und wirkst in Glaub an dich. Dann jauch- des Vaters Haus ihnen eine zen wir dir ewiglich. Hilf Wohnung aus. uns dazu, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist. Hallelujah! Mel.: Du, v schönes Welt. 161. Großer Mittler, der zur Rechten Got tes, seines Vaters, sitzt, und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt, in der königlichen Krone prangst du auf der Gottheit Throne, dir bringt aller Engel Heer stets in Demuth Preis und Ehr! 5. Die Verdienste deiner Leiden stellst du deinem Vater dar, und vertrittst mit Macht und Freuden deine theur erlöste Schaar; bittest, daß er Kraft unb Leben deinen Freunden wolle geben, und sie einst nach dieser Zeit auch erhöhn zur Herrlichkeit. 6. Doch vergißt du auch dienen, nicht, weil dein Herz cer Armen, die der Welt noch dir aus Erbarmen über ihrem Elend bricht; bittest, daß Gott ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er die, die noch dich fliehn, kräftig wolle 2. Dein Geschäft auf dieser Erden, wie es Gottes Rath zu dir ziehn. bedacht, daß es sollt erfüllet werden, Herr, dein vollbracht. Denn da du für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns einst dem Tod entgehn. preisen dich, daß du im Hei7. Großer Mittler, o wir ligthum so viel Treu uns willst beweisen! Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Dein Verdienſt laß uns vertreten, wenn wir zu dem Vater beten. Wenn 3. Nun ist dieses dein Ge- der Tod die Lippen schließt, schäfte in des Himmels Hei- sprich für uns noch, Jesu Christ! ligthum, die erworbnen Lebenskräfte durch dein EvanMel.: Schmücke dich, o. gelium allen denen mitzutheilen, die zum Thron der Gna- 162. König, dem kein den eilen. wird uns durch gleichet, deine Hand Heil und Segen dessen Ruhm kein Lob erreis zugewandt. 4. Du gedenkest stets der Deinen, bleibest ihnen ewig treu; zählst die Thränen, die sie weinen, und stehst ihnen mächtig bei. Du verschaffst, daß ihren Glauben keine Feinde Mittler, als dem Sohn! chet; Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt offenbaren, als das Bild des Unsichtbaren dir gehört das Recht zum Throne, als dem Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 117 2. Himmel, Erde, Luft und üben; hier mit Leiden, kämpMeere müssen stets zu deiner fen, Streiten, dort mit HerrEhre dir, Herr, zu Gebote schen, dir zur Seiten. stehen, und dein Wille muß Mel.: Freu dich sehr, o. geschehen! Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und von deinem mächtgen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 163. Herr, du fährst mit Glanz und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit! 3. In des Gnadenreiches Doch mich drücken noch die Gränzen sieht man deine Leiden dieses Lebens, dieser Wunder glänzen, wo viel tau Zeit. Gib mir Jesu Muth und send treue Seelen dich zu Kraft, daß ich meine Pilgrimihrem Haupt erwählen; die schaft so in dir zurücke lege, nach deiner Vorschrift leben, dir nur zu gefallen streben, alles gern für dich verlassen, und, wie du, das Unrecht bassen. daß ich stets bein bleiben möge! 4. In dem Reiche deiner Ehren hört man stets dein Lob vermehren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort, ohne Furcht und Grauen, dein verklärtes Antlig schauen; die dich unermüdet preisen, und bir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen! Dir ist Niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, an des Regimen tes Länge, an Begnadigung der Freunde, und an Siegen über Feinde! 6. Nun herrsch auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieFen, und mich im Gehorsam 2. Laß mir deinen Geist zurücke, aber zeuch mein Herz nach dir; wenn ich nach dem Himmel blicke, o so öffn ihn gnädig mir! Neige meinem Flehn dein Ohr, trag es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr und lebe! 3. Lehre mich die Welt verachten und was in ihr eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist! Wollust, Ehrsucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe? 4. Diese müsse mir nichts rauben. Du erwarbst sie theuer mir; jetzt seh ich sie schon im Glauben, dort find ich sie ganz bei dir. Tort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun, und ver wandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden.n 5. Dort bereit auch mir die 118 Ben der Himmelfahrt Jesu und seinem Sizen zur Rechten Gottes. Stätte in des Vaters Hause lichkeit mit dir sich freun, dein zu! Rufst du frühe oder späte Antlig ewig schauen. mich zu meines Grabes Ruh. 4. Zeuch uns dir nach, so Leucht auch mir in dieser laufen wir; laß uns dein Nacht durch die Stärke deiner himmlisch Wesen in Worten, Macht, die des Tores Macht bezwungen und für uns den as den Sieg errungen. Werken und Begier von Stund an gern erlesen. Zeuch unser Herz dem Himel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur sei bei dir bort oben! 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dies ſer Zeit, o so sammle meine 5. Was droben ist, laß Glieder, die Verwesung hier künftighin uns unablässig suzerstreut; heilge und verklär sie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz dann nicht mehr ven Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde! chen; was eitel ist, das laß uns fliehn; was sündlich ist, verfluchen. Weg, Welt! dein Lust- und Freudenschein iſt viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther! 6. Kleinod, das im pimmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! O Perle, bie die Welt nicht zahlt, dich will ich mich O Mel.: Nun freut euch lieb. 164. Glieder Ruhm, and Zufriedenheit, Himmel du starkes Haupt der Schwachen, du hast ein ewigs Prie- voller Seligkeit, sei mein aus ſterthum, kannst allzeit felig Jesu Gnaden! machen; du bist der das Gebet erhört, und der des Glaubens Wnnsch gewährt, so bald wir zu dir fommen! 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen. Du hast den Weg ge= offenbart, wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. 7. Wann fahr ich auf aus dieser Noth! Wann komm ich, Heilserstatter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein und meinem Vater! Wann komm Wann seh ich einst dein Anich zu dir, höchstes Licht! gesicht! Komm bald, o Jeſu, Amen! Mel.: Allein Gott in der H. 3. Geht unser Haupt zum pimmel ein, so werden auch 165. Mein Jesus sitzt zur die Glieder gewiß nicht ausrechten Hand bes geschlossen sein; du bringst Vaters in der Höhe; er herrcht sie alle wieder. Sie werden in meinem Vaterland, das ich da, wo du bist, sein, der Aehn- von ferne sehe, und wo ich • Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sißen zur Rechten Gottes. 119 mit dem Herzen bin, wo alle Hände. Du stehst uns bei in Engel Gottes ihn als ihren aller Noth; du streitst, du König ehren. siegst, du hilfft im Tod durch Glauben überwinden. 2. 3hm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Zeit, als dort genannt mag werden. Was Kraft und Macht nur heißen kann, das ist ihm alles unter than; er herrschet über alles. 6. Auf! sprichst du, kämpf, ich bin bei dir und will im Kampf dich schützen, und nach dem Sieg sollst du mit mir auf meinem Throne sigen; wie ich auch nach erstrittnem Sieg nun meines Vaters Thron besetzte. 3. Du mußtest Hoherpriester stieg, mich ihm zur Rechten sein; dein Opferblut, dein Beten, dein Segen konnte nur allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohespriesterthum in Ewigfeiten währet. Mel.: Komm, o Gott S. 166. Anbetung, Lob und Preis sei dir, Sohn Gottes, auch von uns geweiht! Du fährest auf, deß jauchzen wir, zu deines Baters Herrlichkeit. 4. Nun hörst du unser Flehen gern, wir sind dir unterthänig; nun waltest du als 2. Zu unserm Vater fährst Herr der Herrn und der Mo- du auf und nimmst die Wohnarchen König. Herr über nung Gottes ein. Laß nach Ewigkeit und Zeit, du Herr- vollbrachtem Pilgerlauf auch scher der Gerechtigkeit, Herr uns dort ewig bei dir sein! über Tod und Leben! 3. O segne heut in uns 5. Immanuel, du bist bei das Wort, das uns von deiuns bis an der Zeiten Ende, nem Throne lehrt. Es sei zur und die Regierung unsers ewgen Freude dort, zum Trost Thuns gab Gott in deine hier stets dem Herzen werth! XIV. Vom heiligen Geiste. Mel.: O du allersüßte Fr. auf uns Schwache siehst, stehe 167. Geist vomBater und du mir mächtig bei, daß ich vom Sohue, der Gott ergeben sei; o so wird du unser Tröster bist, und von mein Herz auf Erden schon unsers Gottes Throne hülfreich ein Tempel Gottes werden! Vom heiligen Geiste. 2. Laß auf jedem meiner Ueberwinden, deines Geistes Wege deine Weisheit mit mir Trost empfinden. sein; wenn ich bange Zweifel Hege, deiner Wahrheit mich erfreun. Lenke träftig meinen Sinn auf mein wahres WohlMel.: Liebster Jesu wir. sein hin. Lehrst du mich, was 168. Hott, du hast in deinen Sohn recht ist, wählen, werd ich nie mich von Ewigkeit erwählet; mein Heil verfehlen. sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet. und gib mir des Geistes Gaben; durch sie werd ich Alles haben. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe; daß mir nichts so wich tig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erböhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge, und mein Herz zur Beßrung neige. 120 2. Bin ich noch in Sünden todt und zum Guten ganz verloren, heilger Geist, mein Herr und Gott, mache du mich neu Verderben, laß mich nicht in geboren! rette mich von dem Sünden sterben! 6. Stehe mir in allem Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz, bis zum frohen Nacht falscher, zweifelnder Ge 3. Treibe weg die finstre danken, wenn die Welt mich irre macht, halte die Vernunft in Schranken; wenn ich mich von dir entferne, wo ist's, daß ich Weisheit lerne? 5. Reize mich, mit Flehn 4. Schaff in mir ein reines und Beten, wenn mir Hülfe Herz, daß ich stets an Gott nöthig ist, zu dem Gnaden- gedenke, und mich oft mit Reu stuhl zu treten. Gib, daß ich und Schmerz über meine Sün auf Jesum Christ, als auf den kränke; doch nach den be meinen Mittler schau, und auf trübten Stunden tröste mich ibn die Hoffnung bau, Gnad mit Jesu Wunden. um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute Rebe Früchte bring und in ihm lebe. 10 6. Glaube, Lieb und Hoffnung sei stets die Zierde mei 121 Vom heiligen Geiste. ner Seele. In Versuchung steh| ter, hochgelobter Gottesgeist, mir bei, daß ich stets das der du menschliche Gemüther Beste wähle. Gib mir De besserst und mit Trost erfreust, muth in ren Freuren, und nach dir, Herr, verlangt auch Geduld und Muth im Leiden. mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 7. Hilf mir reden recht und wohl und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Heuchelei verrichten; christlich leben, selig sterben und dein himmlisch Reich ererben. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. Mel.: O du allersüßte Fr. 169. Vater, der du an uns denkest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, schenkest, wie uns ihn dein Wort verheißt; demuthsvoll fleh ich vor dir, Bater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 6. Geift des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich lieb und Sanftmuth übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden fann dem nächsten nütlich werden. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt 7. Lehre mich, mich selber dir entrissen und dem Dienst fennen, die verborgnen Fehler der Welt geweiht, wenn er sehn, sie voll Demuth Gott nicht durch seine Kraft tie bek nnen, und ihn um VerGesinnung in mir schafft, daß ich mich dir ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ächter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. gebung flebn. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint, 4. Ewge Quelle Heiger Gü- o dann laß es meiner Seelen Vom heiligen Geiste. nicht an Trost und Stärkung nicht Bein und Müh, der Geist feblen! der Stärke stärkte sie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, bekannten seinen Namen frei, und lobten ihn im Tode. 122 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. Oso setze durch dein Wort deine Gna denwirkung fort, bis sie durch ein seligs Ende herrlich sich an mir vollende. Mel.: An Wasserflüssen B. 170. Dir, Bater, dankt mein Herz und fingt, daß du den Sohn ge. geben; den Sohn, der Heil den Sündern bringt und unvergänglichs Leben! Ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Bunder preist, zur Erde hast gesendet. Der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß sie dein Wert vollendet. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn sie die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren; der ganze Erdkreis 4. Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, der Jesu neue Jünger schafft, des Höllenreichs Zerstörer. In Sündern wirkst du Buß and Leid, in frommen Seelen Trost und Freud, und Muth im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh, daß sie dich froh empfinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach heilge mir ein neues Herz, gib wahre meine Triebe! Schaff du in Buß und Sündenschmerz, hilf mir; im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen. Mel.: Wer nur den lieben. hört erfreut bie Botschaft 171. O großer Sott, du unsrer Seligkeit; Vernunft reines Wesen, und Wahrheit siegen; das Laster und die Blindheit flieht; wo man den Finger Gottes fieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt; sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt der du nur reine Herzen dir zur steten Wohnung auserlesen, ach, schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das von der argen Welt sich rein und unbefleckt erhält! 2. Vor allem mache mein Gemüthe durch durch ungefärbte Buße rein, und laß es, Herr, Vom heiligen Geiste. durch deine Güte und Christi| Eigenthum erkauft. Auf dich, Blat entsündigt sein! Dann dreieinger Gott, sind wir zu mache mich zur Reinigkeit des deines Namens Preis getauft. Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem Geiste, der mein getreuer Bei, stand sei und mir erwünschte 123 4. Nun, heilger Geist, so sei auch dir von uns Anbetung, Preis und Ruhm! Wir sind dein Werk, dir heilgen wir uns ganz zum ewgen Eigenthum. ülfe leiste! Gott, stehe mir aus Gnaden bei, und gib mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und heilig heißt! 5. Zagt, die ihr kühn ihm widersteht, und haltet nicht 4. Doch, weil ich meine sein Wort für Spott! Wißt, Schwachheit merke, mein Ba- wer den Geist der Gnaden ter, so verwirf mich nicht, und schmäht, der schmäht nicht stoß mich wegen meiner Werke Menschen, sondern Gott. ja nicht von deinem Angesicht! Laß hier mich in der Gnade stehn, und dort in deinen Himmel gehn. 6. 3hr aber, die ihr ihm euch weiht, wohl euch, welch Glück ist eurem gleich! Wißt, daß ihr Gottes Tempel feid; denn der Geist Gottes wohnt in euch. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, doch nun und nimmermehr von mir. Ach leite mich durch seine Tricbe, durch seinen Beistand für und für; ja, führe du mich durch die Zeit bin zu der reinen Ewigkeit. Mel.: Komm, o Gott Sch. 172. Du Führer, der mit treuer Hand den Weg uns zu dem Himmel weist, du unsers Erbes theures Pfand, gepriesen seist du, beilger Geist! 7. Wohn auch in uns, du Geist der Kraft! Du Geiſt der Weisheit, Lieb und Zucht! Du bist es, der uns neu erschafft, und uns mit Gnad und Heil besucht. 8. Uns Todte haft nur du belebt, gleich als die werdende Natur, die, als bu über ihr geschwebt, schon deine Schöpferskraft erfuhr. 9. Du auch bereitetest dem Sohn die Menschheit, die er fich erlas; und damals falbtest du sie schon mit deinen Gaben ohne Maß. 2. Auch dich preist deine 10. Als aber ihm am Jor Christenheit, du Geist des Baters und des Schns! Du bist, dan bort des Vaters Stimme wie sie, von Ewigkeit, mit Zeugniß gab, kamst du auf ihnen Herrscher eines Throns. ihn, das ewge Wort, gleich Dem Vater und dem einer Taube, schnell herab. und dir sind wir zum 11. Der Gottheit Willen 3. Sohn 124 Vom heiligen Geiste. Mel.: Nun bitten wir d. thust t du kund. Durch dich weissagte der Prophet. Du legteſt ihm in seinen Mund das Wort des Heils, das nie vergeht. 173. Des Vaters und des Sohnes Geist du, der uns den Weg zum Heile weist, gna12. Nichts schließt vor dei, denvoller Tröster, laß wenn nem Blick sich zu. Den Ab- mir sterben, uns das ewge grund der Unendlichkeit, der Leben ererben; gib uns Jesu Gottheit Tief ergründest du Frieden! mit göttlicher Allwissenheit! 13. Du hast dem Erdkreis offenbart, was keine Weisheit je erkannt, als dich nach seiner Himmelfahrt, der Herr den Seinen zugesandt. 2. Es leucht uns Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns dräun; lehr uns Jesum Christum, den Sohn erkennen, und in der Liebe des Sohnes bren nen, lebend und im Tode. 14. Welch eine Pracht verflärte dich! Ein schnelles Brausen füllt das Haus, da gießest du dich sichtbarlich auf sie in Feuerflammen aus. 15. Sie scheuen nun nicht Schmach und Müh, denn du hast alle Furcht entfernt. Die Thaten Gottes preisen sie in Sprachen, die sie nie erlernt. Mel. Dreicinigkeit der 2c. 16. Wir haben, Geist der Gnad und Stärk, an deinen Gaben gleichfalls Theil. Un sichtbar schaffest du dein Werk in uns, zu unsrer Seelen Heil. 17. So setz auch unser Herz in Glut! Mach uns des Lobes Gottes voll! Stärt 174. D Geist des auch in Drangfal unsern Muth! Tröst uns in Angst und leit uns wohl. 18. Des Vaters Liebe, Chri18. Des Viebe, Chri Vaters fti Gnad, und die Gemeinschaft deiner Kraft, verleih ans Segen, Trost und Rath auf unsrer ganzen Pilgerschaft. von Gott ausgehest, und doch Herrn, der du mit ihm in einem Wesen stehest! in Gnaden bei, damit mein Kraft aus der Höh, steh mir Lob dir wohlgefällig sei. zünde mein Gemüthe; erfüll es 2. Erquick das Herz, entselbst mit neuer Lieb und Güte; du heilge Kraft, ach komm, ich wart auf dich! Komm, Geist 3. O du, der Liebe Geist, erhöh unsre Seele, daß sie schmeck und seh, wie der Herr uns liebte; laß in den Brüdern, als in seinen geheiligten Gliedern, Jesum stets uns lieben. 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf getreu uns sein bis in den Tod! Heilig laß uns leben; uns nicht verzagen, wenn uns unsre Sünden verklagen vor der Welten Richter. Vom heiligen Geiste. des Herrn, komm und belebe mir Leib und Seele kräftig rühmich! ren. Du göttlich Licht, ent3. Du bists, der uns allein zünde mein Gebet, daß ich vor die Weisheit sendet; der Men- Gott mit heißer Andacht tret. schen Witz ist ohne dich verblendet. Gib mir Verstand, Erkenntniß, Rath und That zu al lem, was dein Wort bezeuget hat! 10. Gib mir schon hier den Vorschmack jener Freuden, daß ich dabei der Erden Schmach und Leiden vergessen kann; on ja gib mir Christi Sinn und ziehe mich stets nach dem Himmel hin. 11. Romm, heilge mich, ja schmücke Geist und Sinnen zum Tempel aus, und wohne selbst darinnen. Erneure mich, so wird durch dich allein mir jeder Tag ein frohes Pfingstfest ſein. 4. Ach, lehre mich mein Heil daraus erkenner; lehr Christum mich recht einen Herrn stets nennen. Ja, reiner Geist, erleuchte meinen Geist, daß er verlaß, was falsch und irrig heißt! 125 5. Entdecke mir der Wahr heit heitern Morgen, und schließ mir auf, was noch vor mir verborgen; verkläre doch des Vaters Wort in mir, und führe Mel.: Komm heilger. mich durch deinen Glanz zu dir. 175. Komm, Geiſt des 6. Laß mich mein Herz dir Herrn, von Gott gläubig übergeben; entsündge gesandt, mach deine Kraft auch mich, schaff mir ein neues Le- uns bekannt. Geuß deines Trostes Seligkeiten auf uns, die Christo sich weihten. Die Völker aller Welt führst du ins Heiligthum, zu Gottes Ruh. Es schall Anbetung dir zum Ruhme; singt, Völfer, ihm im Heiligthume: Hallelujah! Hallelujah! ben. Gib, daß mein Geist in Buße, Leid und Reu, durch deine Kraft zerknirscht, zerschlagen sei. 7. Ach, reinge mich von allen eitlen Trieben, laß mich nur dich, und nicht, was sündlich, lieben! Ja, mache mich von dem, was irdisch, frei, daß deinem 2. Du heilges Licht, du Wink ich stets gehorsam sei. starker Hort, durch dich leucht 8. Versiegle mich und stärke uns des Lebens Wort; den mich im Glauben, laß mir den Ewigen lehr uns erkennen, Feind die Siegestron nicht von Herzen Vater ihn nennen. rauben. Du Freudenöl, ver- Ein neuer Irrthum ist erwacht, leih mir reine Kraft, die zerstreue du des Irrthums Sie wollen, Herr, Friede, Trost und Freude in Nacht. mir schafft. uns unsern Glauben, den Mittler Jesum Christum rauben. Bekehre sie, befehre sie! 9. Laß, reiner Geist, mich deine Wirkung spüren, laß sie Vom heiligen Geiste. 3. Du heilge Ruh, du süßer| durch uns vor jenem Thron Trost, hilf, daß wir freudig dein und ihr hohes Lob ertönt! und getrost in unsers Gottes Dienste siegen, unter feiner Noth erliegen. Das Leben ist der Prüfung Zeit, wir überwinden durch dich weit. Du 177. In eigner Melodie. Jhr Chriſten, rühint, bilfst, o Geist, mit Muth uns erhebet froh mit Herz und erhebt und preiset, ringen, zu dir durch Tod und Leben bringen. Hallelujah! Hallelujah! Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich, und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen. Er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 2. Gesalbet mit dem Del der Freuden vollendet Jesus seinen Lauf. Nun Herrschet er nach seinem Leiden und thut uns seine Schätze auf. Sein Geist, in den Aposteln kräftig schmückt ihm ein Volk zu sei nem Ruhm, das nun, in seinem Dienst geschäftig ihm danket, als sein Eigenthum. 126 In eigner Melodie. 176. Komm, o Gott, Schö: pfer, heilger Geist! Mach auch an uns dich offenbar! Erneur uns selber, denn du weißt, wie dein Geschöpf von Anfang war. 2. Der Tröster wirst du, Herr, genannt, der Führer, der uns lenkt und treibt, die Gabe Gottes und das Pfand, die Salbung, welche bei uns bleibt. 3. Wie herrlich thatest du dich kund! Bom Bater kamest du herab, als deine Kraft der Jünger Mund in uner lernten Sprachen gab. 4. Erleucht mit Weisheit den Verstand, gib uns ins Herz der Liebe Glut. Wie schwach wir sind, ist dir bekannt, drum stärk allmächtig unsern Muth. 5. Treib alle List des Fein des fern; dein Friede zieh mit 4. So laß uns dann die Kraft uns an, so führst du Pfingsten halten im Geist und uns, wir folgen gern, und nicht im Fleisessinn. Verbleiben auf der ebnen Bahn. bleiben wir allzeit im Alten, 6. Stärkuns im Glauben an so ist dies Fest uns kein Ge den Sohn und Vater, bis das winn. Wir müssen neu geboSchaun ihn krönt, und dann ren werden, so daß sein Geist 3. Auf, auf ihr Herzen, auf, ihr Zungen, verkündigt Gottes hohen Ruhm! Sein Name werde stets besungen von seinem heilgen Eigenthur daß ein Geist des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll; daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will. Vom heiligen Geiſte. 127 auch in uns lebt, und unser Ziele, den Zweck, wozu mich Geist schon hier auf Erden durch ihn zum Himmel sich erhebt. Gott erschuf, in meinem Herzen fühle; dann flammt mein Geist zu Gott empor, dann öffnest du mir, Geist, das Ohr, auf deinen Rath zu merken. 5. Ach, Jesu, schenke du uns Sündern durch deinen Geist die neue Kraft! Mach uns zu Gottes ächten Kindern, theilhaftig 4. Wie schön ist mir die teiner Eigenschaft! Ach, zünde Tugend dann, wie schön, mit deine reine Liebe in unser aller ihr zu wallen! Und alles, was Seelen an und schaffe, daß ich wünschen kann, ist dann: mit heilgem Triebe, was Gott zu gefallen. Im Glück dich ewig loben kann! der Welt, im Kreuz und Leid, im Umgang, in der Einsam, keit ist sie mir unentbehrlich. lebt, 5. O decke mich mit diesem Schild in der Versuchung Stunde, laß mich, geschmückt mit Jesu Bild, treu bleiben seinem Bunde! Und kommt mein Tod, so laß durch ihn, Geist Gottes, se laß durch ihn, Geist Gottes, mich der Erd entfliehn zum wonnevollen Leben! Mel.: Sei Lob und Preis. 178. Trost meines Lebens, Gottes Geist, Führer meiner Tage, der mich aus Furcht des Todes reißt, erquickt in jeder Klage! Was wär ich ohne deine Kraft, die in mir Schwachen Muth erschafft, wenn mich die Lasten drücken? Mel.: Allein Gott in der. 2. Ja, du bist meiner Seele 79 Geist vom Bater Licht, erklärst mir Gottes Wil len, der durch sein Wort zu und dem Sohn, mir auch spricht, und lehrst Gott, bochgelobt mit beiden! mich ihn erfüllen. Da schließt Erfüll uns heut vor deinem du mir den Himmel auf und lenfest meinen Pilgerlauf, den Weg dahin zu richten. 3. Wenn ich den höheren Beruf zum Kleinod an dem schauen. Thron mit Andacht Licht, und Freuden, daß wir die kurze Lebenszeit so weihen unsrer Ewigkeit, um Gott dereinst zu XV. Von dem Worte Gottes. Mel.: Liebster Jesu, wir. ich mich und dich erkenne; daß 180. Herr, mein Licht, er ich voll Vertrauen dich meinen leuchte mich, daß Gott und Vater nenne! Höch 128 Von dem Worte Gottes. ster laß mich doch auf Erden jenem Leben mich ein hellres weise zu dem Himmel werden! Licht umgeben. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Mel.: Nun danket alle. Forschen fort, richtig daraus 181. Ge elobt seist du, o einzusehen, was zn meinem Heil mich führet und mir, deinem Kind, gebühret. Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein! 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen! Höchster! leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, bloß andern Menschen glauben! Das heißt sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Togesnacht. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen 4. Mein Gott, bewahre mich aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre. Gib jener Herrlichkeit deinen Geist ins Herz, der Gewicht, und wie glücklich der Luft und Kräfte gibt, daß man zu nennen, der darnach mit die Wahrheit lernt, prüft, Eifer trachtet, und die Lust glaubt, erfährt und übt. der Welt verachtet! 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam ſein, den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Streiche leiden müssen. 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir ſelbst erfahre. 3a, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse ver mehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren, laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu hanMel.: Ach, Gott und Herr. deln, und vor dir gewissenhaft, 182. Gott ist mein Hort und auf sein Wort als bein treues Kind, zu wandeln; so wird einst in soll meine Seele trauen. Ich Von dem Worte Gottes. wandle hier mein Gott, vor ist heilig und untadelhaft. Es dir im Glauben nicht im stärkt die Seelen, daß sie leSchauen. ben und gibt den kranken Herzer: Kraft. Sein Wort ist ohne Falsch und Trug, erhält und macht die Einfalt flug. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 2. Aus seinen richtigen Gesezen quillt Freude für die 3. Wo hätt' ich licht, wo- Traurigkeit. Sie heiligen, wenn fern mich nicht dein Wort die sie ergößzen. Wie lauter iſt, Wahrheit lehrte? Gott, ohne was Gott gebeut. Herr, deisie verständ ich nie, wie ich nes Wortes reines Licht er= dich würdig ehrte. leuchtet jedes Angesicht! 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit erhebt und schmücket ein folg3. Die Furcht vor Gott und Leben. Zur Ewigkeit iſt dieſe Zeit von dir mir über- sam Herz und macht es rein. diese Zeit von dir mir über- und ewig bleiben die beglücket, geben. 5. Dein ewger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen; den kennt ich nicht, weihn. Denn Alles, was der die sich dem Dienste Gottes Herr gebeut, ist Wahrheit und Berechtigkeit. wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 4. Die Zeugnisse des Herrn sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, Süß sind sie, wie der Honig als alles noch so seine Gold. ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermags ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben. Mel.: Wer nur den lieben. 183. Das Recht, das uns der Herr gegeben, Luth. Dess. 129 5. Wie schmücken sie nicht deine nechte! Der hat viel Gegen, der sie hält; doch oft wer merkt, o Gott, wie oft er vergißt man deine Rechte; man fällt? Vergib, das bitt ich, Gott, von dir, auch die verborgnen Sünden mir! 6. Enthalte mich ven frechen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in bein Joch sich beugt, daß ich unschuldig, rein und 9 130 Von dem Worte Gottes. frei von großer Uebertretung man sie redlich sucht, und aus ſei. Gewissen liebt. 7. Vernimm voll Huld aus meinem Munde die Reden, die sich deiner freun, und laß zur angenehmen Stunde dir mein Gebet geseufzet sein! Ich habe ja dein gnädig Wort, Herr mein Erlöser, Gott mein Hort! Mel.: O Gott, du frommer. 6. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den Gott, daß mein Herz läßt du inne werden, die Lehre zur Heiligkeit genese! Drum sei von dir, die uns die Bibel gib, daß ich dein Wort oft gibt. Man lernt ihr Wort und mit Andacht lese; das verstehn, wenn man es treulich übt. Wort, das deinen Rath von unserm Heil enthält. Dank ſei dir für dies Wort, den größten Schatz der Welt! 2. mein 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehrfurcht und Vertrauen, mit Lust und frommem Ernst, dadurch mich zu erbauen. Du bists, der in der Schrift zu meiner Seele spricht. O segne doch an mir, Herr deinen Unterricht! 184. Du willst, 5. Gib, daß dein kräftig Wort, o Gott, mein Herz auch rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt; o stärke mich durch ihn, mit Ernst und Munterfeit das Gute zu vollziehn! 3. Mein Gott, vor welchem ich jetzt meine Hände falte, gib, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Du aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren lassen! Untrüglich ist dein Wort; o laß mich daraus fassen, so viel mein Heil verlangt. Du bists, der Weisheit gibt, wenn 7. Spricht sie geheimnißvoll, so laß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was nicht mir dein Wort erklärt, nicht was mein Wig verlangt, ist meines Glaubens werth. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschärfe Pflicht, und weise Demuth ists, zu glauben, was Gott spricht. 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel kränken, und lehre mich dabei, zu meinem Heil bedenken! Dort ſei die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 10. Find ich in deinem Wort Von dem Worte Gottes. noch manche Dunkelheiten, jo 4. Hilf, daß der Frevler laß mich einen Freund, der frecher Spott uns nicht vom mehr als ich sieht, leiten! Ein Wort abwende; denn du bist forschender Verstand, der sich ein gerechter Gott, und strafft der Schrift geweiht, ein an- gewiß am Ende. Gib du selbst gefochtnes Herz hebt manche deinem Donner Kraft, und Dunkelheit. laß der Wirkung, die er 11. Stets sei dein Wort schafft, uns niemals widermir werth! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! Die Lehre, die sie schmähn, bleibt doch dein Wort, o Gott! streben. 5. Ach öffne uns Verstand und Herz, daß wir dein Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen, daß wir nicht Hörer nur allein, nein auch des Wortes Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. Mel.: Es ist das Heil uns. 185. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissen und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht zeiget. 2. Drum hast du ehmals ausgesandt Propheten, deine Knechte; du machtest uns durch sie bekannt dein Heil und deine Rechte; zuletzt ist selbst dein eigner Sohn, o Vater, von des Himmels Thron gekommen, uns zu lehren! 131 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist, laß uns dabei verbleiben, und gib uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben; daß wirs annehmen jederzeit mit Demuth, Ehrfurcht, Lust und Freud, als Gottes nicht der Menschen! 6. Der Saam am Wege wird sofort vom Feinde weggenommen; in Fels und Steinen wird das Wort die Wurzel nicht bekommen, und wenn der Saam in Dornen fällt, hat Sorg und Wollust dieser Welt bald seine Kraft erfticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem fruchtbarn guten Lande, und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in einem guten Herzen. 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, der Sünder Weg vermeiden; gib, daß wir halten fest an dir in Trübsal, Kampf und Leiden; rott aus, was dir, Herr, nicht gefällt, hilf uns die Sorgen dieser Welt und böse Lüste dämpfen. 9. Erhalt uns dein Wort klar und rein, und laß es un9* Von dem Worte Gottes. sern Füßen zu jeder Zeit die Sehnsucht werth, als Gold. Lenchte sein; hilf, daß wir Ihr Werth ist köstlicher und draus genießen Kraft, Rath größer, als alles noch so seine und Trost in aller Noth, daß Gold. Wer das thut, was wir im Leben und im Tod dein Wort gebeut, dem ist sein hierauf beständig trauen. Segen stets bereit. 132 10. Laß sich dein Wort zu deiner Ehr, o Gott, sehr weit ausbreiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten! O beilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Geduld, Lieb, Hoffnung, Glauben. 5. Drum laß auch mich mit Lust betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, und auf das mit Gehorsam achten, was es von mir zu thun begehrt; so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. Mel.: Wer nur den lieben. 186. Dein Wort, o Höchster, ist vollkomVom Gesetze. Mel.: Vor deinen Thron. 187. men: es lehrt uns unsre ganze Denk an die heilgen Pflicht; es gibt dem Sünder zehn Gebot. Sie und dem Frommen zum Leben gab uns der Herr Zebaoth; sichern Unterricht. O selig, aus finstern Wolken sprach er wer es achtfam hört, bewahrt sie herab vom Berge Sinai. und mit Gehorsam ehrt. 2. Ich bin der Herr, sonst 2. Es leuchtet uns auf un- feiner mehr, mich und sonst sern Wegen, vertreibt des Irrs teine Götter ehr. Mich fürchte, thums Finsterniß; es füllt mit mir vertraue dich. Nichts sollst Freuden, bringt uns Segen, du lieben, so wie mich. und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Du sollst nicht freventlich entehrn den Namen Gottes, deines Herrn. Mit tiefer Ehrfurcht nenn ihn nur, und halte deines Eides Schwur. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben! lehrt, wie viel Guts du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du lügest nicht! 4. Der Sabbath sei ein Tag der Ruh, bring ihn in frommer Andacht zu; komm dankend vor mein Angesicht, und stärke dich in deiner Pflicht. 5. Den Vater und die Mutter ehr, gib ihnen williges Ge4. Gott, deine Zeugnisse hör; sei eifrig ihnen beizustehn, sind besser, und mehr der so wirst du langes Leben sehn. Vom dem Worte Gottes. 6. Du sollst nicht tödten, vom Friedensbunde, Evangeund dich scheun vor Zorn und lium! Bald, da wir gefallen, Haß, nicht Rächer sein; be- ließ dich Gott erschallen; du leidigt zeige sanften Muth, der bist unser Ruhm! Gottes Kraft, auch an Feinden Gutes thut. die Glauben schafft, gute Bot7. Die Eh sollst du bewah- schaft, uns zum Leben von ren rein, und auch dein Herz Gott selbst gegeben. soll heilig sein; dein Leib und Geist sei mir geweiht, dein Ruhm sei Zucht und Mäßigkeit. 2 Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen, Gott, bestimmet hat; was sonst dunkle 8. Mit Unrecht mehre nicht Schatten vorgebildet hatten, dein Gut; verflucht ist der, das vollführt dein Rath. Daß der Unrecht thut. Betrüge nie dein Eid dich nie gereut, zeigst und wuchre nicht, und Wohl- du nun; in Jesu Namen wird thun sei dir Freud und Pflicht. er Ja und Amen. 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, Verläumdung, Lügen, Schmähsucht scheun. Des Nächsten Unschuld rette du, und seine Schande decke zu. 10. Des Nächsten Haus begehre nie, auch nicht sein Weib, Knecht, Magd und Vieh; gönn ihm sein Glück und flieh den Neid, wenn Gottes Segen ihn erfreut. 11. Die heiligen Gebote sind gegeben, daß du deine Sünd erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor Gott recht leben soll. 12. Das hilf uns du, Herr Jesu Christ, der du der Mitt ler worden bist! und stärk uns stets mit deiner Kraft, die in uns alles Gute schafft! 133 Vom Evangelio. A Mel.: Jesu, meine Freude. 188, Mort aus Gottes 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar; ja er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre. Ach, erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten, was für frohe Boten! Trostreich ist ihr Mund, liebreich ihre Füße, ihre Lehren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld tilgt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von im erhöret. 5. Auf, und wehrt den Schmerzen! Kommt, ihr, deren Herzen das Gesetz zerschlug; kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug! Jesu Tod versöhnt euch Gott! Gott, der euch als Vater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Chrifto mich vertrauen, und Munde, Wort in ihm mich freun. Ihm nur 134 Von dem Worte Gottes. will ich leben, ihm mich ganz ten; daß Gottes Sohn von ergeben, ewig tren ihm sein. seinem Thron nach dem Gesetz So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland selig sterben, und den Himmel erben. wird alle Völker richten. Mel.: Wir Christenleut. 189. Herr, bir fei Breis! offenbaret. Ich glaub und 8. heiligs Buch! ein weiß: Der Grund des Heils ieder Spruch ist Honigseim, sind deine Lebensworte; bei ist manna, Geist und Leben. diesem Licht verfehl ich' nicht Herr, es ist wahr, Herr, mir den schmalen Weg, die enge von Gott eingegeben! ists flar, die ganze Schrift ist Himmelspforte. 2. Wir Menschen sind verkehrt und blind, kein Weiser fehrt und blind, kein Weiser weiß den Weg ins ewge Leben. Den Unterricht, der uns gebricht, kann uns allein das Wort der Wahrheit geben. 9. Dies Wort erfreut bei Kummer, der mich drücket; die Traurigkeit, ich fühle nicht den Schwermuth weicht, das Herz wird leicht, wenn mich in Angst dein tröstlich Wort erquicket. 3. Daß vor der Zeit mit Gütigkeit Gott schon an mich in dem Geliebten dachte; daß er die Welt schuf und erbält: daß mich mein Gott nach seinem Bilde machte. 7. Daß er mein Freund, bis er erscheint, den Gläubigen die Krone treu bewahret: dies alles hat dein Liebesrath, dein heilges Wort allein mir 4. Daß Jesus Christ mein Heiland ist, daß er als Mensch für meine Schuld gestorben; daß ich durch ihn erlöset bin, daß mir sein Blut die Selig feit erworben. 10. Ein Rind des Herrn liests oft und gern, es forscht und sieht den Weg zum wahren Glücke; das, was Gott schrieb, ist ihm mehr lieb, als feines Gold, als tausend goldne Stücke. Welt und mich, Gott meines 11. Hilf, daß ich dich, die Heils, aus deinem Wort erwirksam sein, daß meine Seel fenne; laß seinen Schein so in Liebe zu dir brenne. 12. Wenn Satans List mir 5. Daß sich mein Geist dem Leib entreißt, daß er durch Gott unsterblich ist und blei- furchtbar ist, so laß mein Herz bet; daß mich mein Hirt er wecken wird, wenn gleich den Leib des Todes Macht zer stäubet. den Trost der Schrift genießen; und hört mein Lauf dein Wort mir noch den Tod der Wallfahrt auf, so laß versüßen. 6. Daß einft die Welt in Nichts zerfällt, daß sie ter Herr mit Feuer wird vernich Von dem Worte Gottes. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei. 190. D Der er Spötter Strom reißt viele fort. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, so können wir uns, Vater, dein im Leben und im Tode freun! 2. Ein Haufe Lästrer magts, o Gott, mit wildem ausgelaßnem Spott den Heiland, deis nen Sohn, zu schmähn, durch den selbst Himmel einst vergehn! 3. Ach, ihrer Lehre Pest, o Herr, schleicht jetzo nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor! 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt; Herr, Herr, wenn uns bein Arm nicht hält, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gib Sieg und Leben durch dein Wort! 135 hovah, offenbarest, das du regierst und väterlich auf ebner Bahn bewahrest! Heil uns, denn dies dein Volk sind wir! Du lehrst uns deinen Willen recht erfüllen, und unsern Durst nach dir selbst aus der Quelle stillen. 2. Weh denen, die sich Finsterniß, Gott, für dein Licht erwählen! Wie hoffnungslos, wie ungewiß sind ihre stolzen Seelen! Du selbst berufst sie immer noch, dein himmlisch Reich zu erben, nicht zu sterben! Shr Leichtsinn stürzt sie doch in ewiges Verderben. Mel.: Ich ruf zu dir, Herr. 191. Heit eil deinem Volfe, 3. Der Spötter sagt, du werdest nicht uns deine Rechte lehren, denn die Vernunft ſei unser Licht, dich würdig zu verehren. Ach, wem dies schwache Licht nur scheint, der fann nicht vor sich sehen, nichts verstehen, und sinket, wenn er meint auf festem Grund zu stehen! 5. Beschüß uns, Heiland Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist! Sei unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spötter Heer: 6. Du hast von Ewigkeit gesehn, wie lange noch ihr Trop bestehn, und wider dich hier schnauben soll; vielleicht ist nun ihr Maß bald voll. 4. Gott, die Vernunft erfennet dich in allen deinen Werken, weiß dein Gebot, doch weiß sie sich zum Guten nicht zu stärken! Wir sündigen, und sie tann nie uns 7. o 7. Auch sie, o Herr, hast wieder dir versöhnen. Unsre du versöhnt, sie, deren Spott Thränen siehst du; doch köndich jetzt verhöhnt! Gib, daß noch vor der Todesnacht zur ernsten Reu ihr Geist erwacht! nen sie nicht gnug thun, nicht versöhnen. 5. Aus Fucht des Todes wären wir im ganzen Leben Knechte, wenn uns dein Wort nicht, Gott, von dir Trost aus der Höhe brächte! Der dem du dich, Je- Sünder fann durch Jesum Von dem Worte Gottes. Christ für alle seine Sünden 4. Gott, was uns dein Gnade finden; der Lüste Macht Wort verspricht, wird und muß und List durch Glauben über- geschehen; deine Drohung kann winden. auch nicht leer vorüber gehen. 6. Ach, theur und werth Haben Tausende nicht schon, sei uns dies Wort, denn du welche vor uns waren, deine hasts uns gegeben! Es leit Strafen, deinen Lohn dir zum uns hier, es bring uns dort, Ruhm erfahren? o Gott, zum ewgen Leben! 5. Seele, wolltest du nicht Lehr auch die Spötter, die es Gott zuversichtlich glauben? noch mit stolzem Muth ver- Soll der Leichtsinn, soll der achten, darnach schmachten, Spott deinen Trost dir rauund unter Jesu Joch nach ben? Die die Himmel aufgeseinem Reiche trachten. baut, kann die Wahrheit[ iigen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 136 Mel.: Christus, der uns sel. 192. Der du selbst die Wahrheit bist, Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge, alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern! Sie erleuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 6. Stille die Vernunft, die sich wider Gott empöret, wider seinen Geist, der dich sein Geheimniß lehret. Lach des Spötters, der sich bläht, mehr als Gott zu wissen; er wird einst, vielleicht zu spät, Gott noch glauben müssen. 7. Erd und Himmel wird 2. Vorurtheil und Finster- vergehn; Gott, dein Wort niß füllen unsre Seelen; unser wird bleiben! Lasterhafte, die Blick ist ungewiß, unsre es schmähn, werdens nicht verSchlüsse fehlen; aber dein treiben. Könige sind Staub Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigfeit und Klarheit. vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lachest ihr, wenn sie sich empören. 8. Du bist Wahrheit; ewig 3. Wirf dich, sterbliches soll mich von dir nichts trenGeschlecht, dankbar ihm zu nen, mich die Welt, von ArgFüßen! Seine Wahrheit und list voll, nicht erschüttern könsein Recht lässet er dich wis nen. Muß ich hier gleich um sen. Weit erschallt das Wort dein Wort Schmach und Trübdes Herrn, das die Welt be. sal leiden, so belohnst du mirs kebret; glaubt es freudig, folgt doch dort, Gott mit Ehr und ihm gern, Völker, die ihrs Freuden! höret! Vnn der heiligen Taufe. XVI. Von der heiligen Taufe. Mel.: Christ, unser Herr. 193.[ ls Christus selbst zum Jordan kam, und nach des Vaters Willen die Taufe von Johannes nahm, um Alles zu erfüllen, da ſtiftet er für uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, daß wir hier könnten Heil und Rath und Kraft zum Guten finden; es galt ein neues Leben. 3. Er selber wollt uns dieses klar in Wort und Bildern lehren. Am Jordan ließ sich offenbar des Vaters Stimme 137 5. Die Jünger sandte Jesus Christ: Geht, alle Welt zu lehren; es müsse, was verloren ist, zur Buße sich bekehren. Wer glaubet und sich taufen läßt, der soll den Himmel erben. Hält er an solchem Glauben fest, er kann nicht ewig sterben, denn er ist neu geboren. 2. So hör und merke jeder 6. Wer Gottes weisen Gnawohl, was Gott selbst Taufen denrath verachtet, bleibt in nenne, damit er, was er glau- Sünden, und büßt, was er ben soll, von Wahn und Irr- verwirket hat, einst in der Hölle thum trenne. Gott will, daß Schlünden. Es fehlt ihm Lust es zwar Wasser sei; doch ist die Taufe kräftig; sein heilges Wort ist auch dabei, sein Geist ist selbst geschäftig; er ist der rechte Täufer. Erlösungswerk, das er getreu vollendet, mit Geist und Kraft gesalbet. 4. Er steht, als Gottes Sohn verklärt, der größte unsrer Brüder, und gleich als eine Taube fährt auf ihn der Geist hernieder; daß hieran jeder wiß und merk, Gott selbst hab ihn gesendet, und ihn zu dem und Kraft und Licht, den Sünden abzusterben; sein eignes Thun befreit ihn nicht vom Tod und vom Verderben; er fann sich selbst nicht helfen. Mel.: Wer nur den lieben. hören. Er sprach: dies ist 194 Jch bin getauft auf deinen Namen, mein lieber Sohn, an ihm Gott Vater, Sohn und heilhab ich Gefallen. Sprecht ger Geist! Ich bin gezählt nicht ihm widerspenstig Hohn, zu deinem Samen, zum Volk, er zeigt mein Heil euch allen, drum folget seiner Lehre. das dir geheiligt heißt! O welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig sein! 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil! Du 138 Von der heiligen Taufe. willst, mein Leben Gott zu o Vater, Sohn und heilger weihn, Geist Gottes, selbst Geist, es sei nichts zu vergleimein Beistand sein! cher mit deiner Gnad und Liebe! 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt! O laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen famst! 4. Du bist getreu; auf dei ner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja, selbst wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn. Du klopfst an mein Gewissen an, und lockst mich auf die rechte Bahn. 3. Dadurch bin ich nun, als dein Kind, versichert deiner Gnaden; was sich für Schwachheit an mir findt, das läßt du mir nicht schaden. Den Geist der Gnaden gibst du mir; und wenn ich vor dich trete, mein Herz ausschütte, Gott, vor dir, nach deinem Willen bete, werd ich allzeit erhöret! Welt! o Sünde, weich! Gott verpflicht't, ich woll ein gut 4. Hingegen hab ich mich hört es; jetzt entfag ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott, meines laß mich dein auch ewig sein! 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin! Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Gewissen stets bei des Glaubens Zuversicht zu halten sein beflissen dich; Vater Sohn Gott erkennen, mit tiefer Ehrund Geist, allzeit für meinen erbietigkeit auch meinen Herrn dich nennen, und dir alleine dienen! 2. Du hast in deinen Gnadenbund zum Kind mich aufgenommen, und machst voll Huld den Weg mir kund, wie ich zu dir tann kommen. Du hattest Ursach, uns vielmehr zu strafen und zu haffen, und bast dich, großer Gott, so sehr zu uns herab gelassen, den Bund mit uns gestiftet! Mel.: Christ, unser Herr. 195. 5. Dem Satan hab ich abgesagt, auch allen seinen Werken; und wenn er sich Gott, bei dir ist nun an mich wagt, fann dieHeil und Gnad ser Bund mich stärken. Zum in aller Noth zu finden; du Tempel richtest du mich zu. gibst uns durch dein Wasserbad Dir bin ich neu geboren, daß Vergebung unsrer Sünden! ich nur gute Werke thu; dazu Dein unerforschter Rath erweist bin ich erkoren, erschaffen und une durch ein sichtbar Zeichen, erlöset. Von der heiligen Taufe. 6. Dem alten Menschen ist auch nach dem Sterben sterb ich ab, damit der neue ewig Segen zu ererben. lebe, und daß ich standhaft 4. Laß mich denn, wie dirs bis ins Grab den Lüsten wi- gefällt, deinem Dienst, Herr, derstrebe. Dem Guten hang ganz ergeben, und entfernt ich eifrig an, und liebe deinen Willen; mit Fleiß und Sorgfalt denk ich dran, wie ich ihn mög erfüllen durch deine Kraft und Stärke. vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe! 7. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih, daß ich fest an dich gläube, mich meines Taufbunds tröst und freu, darin beſtändig bleibe; daß ich das Böse flieh und haß, des Fleisches Rüste dämpfe, im Guten niemals werde laß, hier bis ans Ende kämpfe, und dort dein Reich ererbe. Mel.: Liebster Jesu, wir. 196. Mein Erlöser, der du mich dir zum Eigenthum erkaufet, als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, recht zu sein das, was ich heiße! 139 Mel.: Liebster Jesu, wir. 197. Herr, wir ſtehen vor dir laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige bein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden! 2. Wasch es, o Herr Jesu, rein durch dein Blut von seinen Sünden! Laß es deinen Geist erneun und mit dir genau verbinden; da wir ihm den Namen geben, schreib es in dein Buch zum Leben! 3. Hirte, nimm dies Schäflein an! Haupt, mach es zu 2. Laß mich oft mit Acht- deinem Gliede! Lehrer, zeig samkeit meiner Taufe Bund ihm deine Bahn! Friedefürst, betrachten; und nur das zu sei du sein Friede! König, laß jeder Zeit für mein größtes es deinen Willen fünftig imWohlsein achten, daß ich, Jesu, mer treu erfüllen! deinen Willen treulich suche zu erfüllen! 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben; endlich auch, wenn dirs gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ewgen Glücke. Davon Christen kommen! 140 Von dem heiligen Abendmahle. XVII. Von dem heiligen Abendmahle. was mir gebricht! O stärke meine Zuversicht, daß du auch Gelobt seist du Herr, mein Versöhner seist und mich vom ewgen Tod befreist! Herr, dieser Trost sei fest in mir, voller Freuden dir! sei fest in mir, so dien ich Mel.: Herzlich lieb hab ich. 198. Zebaoth! Gelobt für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! Wie haft du, Gott, auch mich gez liebt! Er, der uns ewges Leben gibt, ist auch für mich gestorben; mein ganzes Herz in 4. Zur Weisheit und GeSeligkeit bist du mir auserrechtigkeit, zur Heiligung und ich lobfinge dir! Gib, daß ich lichsten Gewinn gabst du dein mir Herrjeden Tag aufs neu ner Baterhuld erfreu! Gott Leben willig hin; drum hör meines Heils, jei ewig mein, auch jetzt mein Fleben. Mein ſei ewig mein, und laß mich Heiland, zeuch mich ganz zu dir recht dankbar sein! dir; ja, durch den Glauben 2. Voll froher Ehrfurcht wohn in mir, so nimmt in beug ich mich vor dir, Sohn mir die Seelenruh und meines Gottes, der du dich für mich Herzens Beßrung zu! Mein dahin gegeben! Es komme mir Herr und Gott, verlaß mich nie aus dem Sinn, wie viel nicht, verlaß mich nicht, so ich dir, Herr, schuldig bin! komm ich einst nicht ins Gericht! Dein Tod bringt mir das Le5. Zu deinem Himmel hilf ben. Durch deines Opfers du mir! Der Freuden Fülle ewge Kraft hast du, o Herr, ist bei dir; laß mich sie einst auch mir verschafft, was mich genießen! Belebe mich mit vor dem Verderben schützt, Muth und Kraft, so meine ganze was meinem Geiste ewig nügt! Pilgrimschaft zu führen und zu Herr Jesu Christ, wie liebst schließen, daß mir dein Wort du mich, wie liebst du mich! stets heilig sei, daß ich, bis gib, daß ich ewig liebe dich in den Tod dir treu, mit Freu3. Mit Inbrunst fleh ich, den thu, was dir gefällt, und Herr, zu dir: Befördre du doch dich auch ehre vor der Welt! O selbst in mir ein gläubiges Herr mein Heil, sei stets Gemüthe! Mich dürftet gleich mit mir, sei stets mit mir, fo dem dürren Land, bei deiner komm ich einst gewiß zu dir! Liebe Unterpfand, nach deiner großen Güte. Ich fühle, Herr, Von dem heiligen Abendmahle. Mel.: Schmücke dich, o. 199. Seele, willst du Ruhe finden; drücket dich die Past der Sünden; komm, Vergebung zu em pfangen, denn dein Licht iſt aufgegangen, und der Herr, voll Heil und Gnaden, hat zu sich dich eingeladen! Deinen Bund sollst du erneuen, und dich seines Todes freuen. 2. Eil, wie wahre Christen 2. Eil, wie Christen pflegen, glaubensvoll demHerrn entgegen! Komm, den gnaden vollen Willen deines Heilands zu erfüllen! Komm, mit brünstigem Verlangen feine Güter zu empfangen! Daß er dich der Sünd entlade, gibt er heute Gnad um Gnade. 141 und Jubel singen, daß sie hier dein Mahl empfingen, Sohn des Vaters, Licht vom Lichte; Laß von deinem Angesichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreuen! 6. König, Hoherpriester, Lehrer, du mein göttlicher Bekehrer, du, der selbst dein eignes Leben für mich in den Tod gegeben, hier fall ich zu deinen Füßen: Ach, laß würig mich genießen dieser deiner Himmelsspeiſe, mir zum Heil und dir zum 7. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmac jener Freuden, die du, Heiland, mir erstrittest, als du unaussprechlich littest, als dich Todesschweiße deckten, und die Schrecken Gottes schreckten, 3. Herr, ich freue mich mit Beben! Laß mich Gnad empfahn und leben! Du willst als du selbst für mich gestor pfahn und leben! willst dich hier mit den Deinen durch ben, mir des Vaters Huld des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen tränfen, und dich ihnen selber schenken! O wer darf sich un terwinden, beine Liebe zu ergründen! erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, dir will ich mich ewig weihen! Eng ist jenes Lebens Pforte; noch schau ich im dunklen Worte; einst werd 4. Herr, ach laß mich wür- ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß fie mich auch hier empfinden! Hilf mir, hilf mir überwinden! dig nahen, Heil und Leben zu empfahen! Ach, wie pflegt ich oft mit Thränen mich nach deinem Mahl zu sehnen! Ach, wie wünscht ich meiner Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden! Laß, Erlöser, laß Mel.: Jesu, du mein. mich nahen, Heil und Leben 200. Jeſu, heilges Gotzu empfahen! teslamm, der du aus Lieb am Kreuzes stamm für mich dich willig opfertest, ich feire hier dein Opferfeſt! 5. Du, dem unsrer Väter Schaaren, die, wie wir, auch Sünder waren, Dank und Preis Von dem heiligen Abend mahle. 2. Ich komm zu deinem kann kein Feind verderblich Abendmahl, verderbt durch sein; was böse scheint, vermanchen Sündenfall, krank, wandelt mir in Segen sich; unrein, arm; du kennest mich, wie schwach ich bin; erbarme dich! in diesem Glauben stärke mich. 142 3. Du bist der Arzt, ders redlich meint, der Schwachen Stärk, der Blöden Freund, die Zuflucht der Bekümmerten, 12. Bis du mich, o du eder Trost der Gnadenhungrigen. bensfürst, in deinen Himmel 11. Befestge mich in meiner Pflicht; der freudge Geist verlaß mich nicht; ach laß mich meine Tag in Ruh und Friede christlich bringen zu! 4. Zu dir, mein Helfer, nehmen wirst, daß ich bei dir komm auch ich, ach reinige, dort ewiglich in deinem Reiche ach heilge mich! Gib neue freue mich! Kraft, gib neues Licht, ich weiß ja, du verstößt mich nicht! Mel.: Wer nur den lieben. 5. Dein Wort scheint mir in Finsterniß, dein Geist mach 201. Hier bin ich, Jeſu, was meinen Geist gewiß, entkräft in mir die alte Lust, tilg ihre Macht aus meiner Brust! 6. Dein Wort, dein Mahl ist Lebensbrod. Dies nähre mich, mein Bundesgott, so daß mein Glaube, meine Treu und Dankpflicht unvergeßlich ſei! 7. Lösch in mir aus Zorn, Stolz und Geiz; bewahr mich vor der Wollust Reiz; veredle Sinnen und Begier; dein Bild, o Jesu, pflanz in mir! 8. Mit dir, allgegenwärtger Freund, bleib ich im Glauben fest vereint; ich weiß, daß mich dein Auge schüßt, daß du mir gibst, was ewig nützt! 9. Durch dieses deines Bundes Kraft hast du mir neuen Muth verschafft; mit täglicher, mit reicher Huld bedeckst du meine Schwachheitsschuld. 10. Gott ist für mich, mir du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, auch mir sei dein versöhnend Büßen von deiner Gnade zuerkannt! So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich! 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deines Mittleids Triebe, die dich bis an das Kreuz ge bracht! O gib von deinem Todesschmerz jetzt neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du als Opfer starbst, durch schnö Von dem heiligen Abendmahle. den Mißbrauch nie entweihen, meiner Treu dein Abendmahl was du so theuer mir er- gesegnet sei! warbst! Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 143 Mel.: An Wasserflüssen B. 5. Ich übergebe mich aufs 202. Ich komme, Herr, neue, o du mein Herr und und Gott, an dich; ich schwöre dir mühsehlig und beladen. Gott, beständge Treue vor deinem mein Erbarmer, würdge mich Tische feierlich: dein eigen will des Siegels deiner Gnaden. ich ewig sein. Du starbst für Ich liege hier vor deinemThron, mich, drum bin ich dein. Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müb; ich suche Ruh und finde sie 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man bir erweist: mich nie zu einem Schein bequemen, im Glauben der Erlösten. den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein! 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: Es ist vollbracht. Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt. Gott war in mir dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Schuldenlast du aus Huld erlassen hast! 3. So freue dich, mein Herz, 8. Es stärke sich in mir der in mir! Er tilget beine SünGlaube, daß meine Seele den, und läßt an seiner Tafel ewig lebt, und daß einst aus bier dich Gnad um Gnade des Grabes Staube mich dein finden. Du rufft und er erallmächtger Ruf erhebt, wenn hört dich schon, spricht liebreich: du dich, großer Lebensfürst, sei getrost, mein Sohn, die den Völkern sichtbar zeigen Schuld ist dir vergeben! Du wirst! bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligteit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rau9. Gebeugt lieg ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung Von dem heiligen Abendmahle. ben. Sieh, ich vereine mich daß ich ja mit tieffter Ehrmit dir; ich bin der Weinstock; furcht dir mich nah! O Herr, bleib an mir, so wirst du mein Mund empfahe nicht des Früchte bringen. Ich helfe Lebens Speise zum Gericht! dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 6. Hilf, daß mühselig und beschwert mein gläubigs Herz darnach begehrt, der Wohlthat ganze Größ ermißt, auch deiner Liebe nie vergißt. 5. Ja Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod, um Kraft zu meinem Willen! Laß mich von bot. nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch durch eine wahre Besserung mir und der Welt erweisen! 144 7. Hier deinen liebevollen Tod verkündigen, ist dein GeHilf, daß ich ihn als vor mir seh, auch sein Geheimniß wohl versteh! 8. Den Fluch, den da mein Bürge trug; die Wunden, die auch ich dir schlug; die Segen, die du, als du starbst, durch deinen Tod auch mir erwarbst. 9. Mein Herr und Gott, ich glaub an dich, und weiß gewiß, du segnest mich. Wenn wir mit Glauben dir uns nahn, willst du dich uns mit Gnade nahn. Mel.: Herr Jesu Christ, w. 203. Herr, der bu, als ein stilles Lamm, am martervollen Kreuzesstamm, zur Tilgung meiner Sündenlast, für mich auch dich geopfert hast. 10. 3ch, Erd und Asche, bins nicht werth, daß so viel 2. Hier feir ich deinen Mitt- Heil mir widerfährt; du willst, lertov; hier nährst du mich Erhabner, nicht verschmähn, mit Himmelsbrod; hier ist das zu meinem Herzen einzugehn! 11. Mein Herz steht offen, unschäßbare Gut, das du mir gibst, dein Leib und Blut. richt es du dir selbst zu deiner 3. Hier labet mich als dei- Wohnung zu. Wirf alle Lanen Saft der Leib, den du ster ganz hinaus, schmück es geopfert hast, dein Blut, das mit jeder Tugend aus. 12. Du kommst; gesegnet dir vergessen ward, mit gött feist du mir! Du bleibst in licher Allgegenwart. Ich end 4. Liebe, welcher keine mir und ich in dir. gleicht! Wunder, das kein in dir einst meinen Lauf, und Wig erreicht! Mir unbegreif- du weckst mich von Todten auf. lich und doch wahr! Du sagst es, und dein Wort ist klar. 5. O Gottmensch, hilf mir, Von dem heiligen Abendmahle. In voriger Melodie. 145 204. 9. Und wenn du mich, du Lebensfürst, zur Seligkeit volwie so große lenden wirst, ergößt mit FreuSegen gibt dein wie Leib und Blut dem, der dich den ohne Zahl mich dort dein liebt! Shm ists ein Pfand der ewigs Abendmahl! Seligkeit, ein Siegel der Gerechtigkeit. 2. Es überzeugt in ZweiMel.: Freu dich sehr, o m. Freuden, felmuth von der Erlösung burch 205. 3itternd, doch voll dein Blut, auch von Erlassung unsrer Schuld, und Gottes uns geschenkter Huld. 3. Ach, wie so reich ergießet sich hier meines Gottes Lieb in mich! Hier schau ich seine Mildigkeit; hier schmeck ich seine Freundlichkeit. G 4. Wie brünstig du, mein Jesu, liebst, bezeugt dies Pfand, das du mir gibst! Nichts scheidet ferner dich und mich. Mich liebest du, ich liebe dich! 5. Dich, Herr, dich lieb ich unverrückt, wenn Weltlust lockt, wenn Drangsal drückt! Berschmachtet Leib und Seele mir; doch lieb ich dich und bleib an dir. 7. Es steuert allem Stolz und Neid; verknüpft zu Lieb und Einigkeit; gibt Trost, der nie das Herz verläßt; und macht den guten Vorsatz fest. 8. Nun, Jesu, führ ihn selbst zur That und leite mich nach deinem Rath, so bring ich in gelassner Ruh die Tage meiner Wallfahrt zu. Luth. Gefb. komm ich, Herr, auf dein Gebot, und gedenk an deine Leiden, und an deinen Martertob! Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, ach möcht ich mich würdig nahen, und das Leben hier empfahen! 2. Weil du, Heiligster, aus Gnaden aller meiner Sünden Last mir zum Heil auf dich geladen, und am Kreuz gebüßet hast, darum stellet mich nun nicht Gott, der Richter, ins Gericht; darum will er mein Verbrechen mir verzeihn und nimmer rächen. 6. Auch stärkt mich dieses Mahles Kraft auf meiner gan zen Pilgerschaft, den Feinden stark zu widerstehn, die mir 3. Herr, dies glaub ich, und empfinde Freudigkeit und Zuversicht! Stellt doch Gott um meine Sünde nun mich nimmer ins Gericht. Bin ich nach meiner Seele stehn. doch durch deinen Tod völlig ausgeföhnt mit Gott, und wenn ich im Glauben sterbe, ewig seines Himmels Erbe! 4. Laß mich vor dein Antlig kommen, dein Gedächtniß zu erneun! Laß mich heut mit deinen Frommen deines Todes Zeuge sein! Herr, ich schau nach Golgatha, wo dein Gott dich opfern sah, sehe dich in 10 Bom heiligen Abendmahle. deinem Blute, wie du littest ich dir getreu, und mein Vormir zu gute! satz standhaft sei, jede Sünd 5. Möcht ich, Jesu, nicht und ihre Freuden bis an meivergebens mich zu deinem nen Tod zu meiden! Kreuze nahn! Möcht ich dieses Mahl des Lebens nicht mir zum Gericht empfahn! Mel.: An Wasserflüssen B. Ach, es gründ und stärke mich, 206. Du Herr, haft aus Barmherzigkeit Mittler, im Vertraun auf dich! 146 Ach, es lenke meinen Willen, zum Denkmal deiner Gnaden dein Gesetz, Herr, zu erfüllen! das ganze Volk der Christeneingeladen! 6. Diesen Vorsatz, den ich heit wohlthätig habe, mich nicht wieder zu Du rufft: Mühselge, kommt entweihn, laß doch, Jesu, bis zu mir! Du Weltversöhner, zum Grabe stark in meiner ja zu dir komm ich auch heut Seele sein! Vor der drohen- ein Sünder! Verstoß von dei den Gefahr, der zu werden, nem Angesicht, verstoß mich, der ich war, beb ich zaghaft, o mein Heiland, nicht vom und empfinde schon von fern Erbtheil deiner Kinder! die Macht der Sünde. 2. Zwar meiner Missethat 7. Wenn sie mich von dei- ist mehr, mehr, als ich fönnte nen Wegen schmeichelnd ab- zählen. Sie drückt mich, Herr, zuführen droht, laß mich ernst- ich zittre sehr vor Unruh meivoll überlegen, welch ein Tod ner Seelen. Weltrichter, ac. war Jesu Tod! Gott, vor dem im 3orne nicht, im Zorne er im Gericht stand verlassen, laß mich nicht mich in ihm verlassen sehen, und ihn noch durch Sünden schmähen! geh nicht ins Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! Du kennst, was ich nicht recht ge than. Erbarmer, sieh mein Herz auch an, mein reuendes Gemüthe! 8. Wenn ich in der Irre wandle, geh du mir, Erbarmer, nach; zeig mir, wie ich unrecht handle, stärke mich, denn ich bin schwach, und ertrage mit Geduld meine Schwachheit, meine Schuld! Sage: ou sollst Gnade finden; ich, ich tilge deine Sünden! 9. Dir will ich es ewig danken, daß du so barmherzig bist. Saß mich nur nicht wie der wanken, mein Erretter Jesu Christ! Hilf mir, daß meines nicht verachten. 3. Es seufzt um Trost und ängstet sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Ver dienst nidt, nur auf dich, Er löser, hofft mein Glaube! Ge beugte willst du nicht ver schmähn, versprichst denSchwa chen beizustehn, die nach Er rettung schmachten. Stets bleibst du deinem Worte treu, und wirst ein gläubig Herz voll Reu, auch Von dem heiligen Abendmahle. 4. Mein Gott, regiere fünf vor dir gebeugtes Herz den tig mich, daß ich vorsichtig großen Trost empfinden, daß handle, und heilig, voll Ver- du aus Gottes Baterhuld auch traun auf dich, nach deinem mir Bergebung meiner Schuld Rathe wandle! Gib, daß aus auf Buße hast erworben! Dank für deine Huld in Lieb, 5. Der Trost, den mir dein im Glauben, in Geduld ich Tod verschafft, werd ewig mir dir auf Erden lebe; bis ich zum Segen! Er stärke mich dereinst in deinem Reich ver- mit neuer Kraft, auf allen klärt, unsterblich, Engeln gleich meinen Wegen nur das zu dich ewig rein erhebe. thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden! für aus Segen finden! Erlösung der Todesnoth, Verge bung aller Sünden, Gewis sensruh, zur Beßrung Kraft, das hast du, perr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest! 147 Mel.: Es ist gewißlich an. 207. Ich preise dich, o O Herr mein Heil, für deine Todesleiden! Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt denn meinen Freu Du wardst ein Opfer auch für mich. O gib, daß den? meine Seele sich deß ewig Ben Zweck mir stets vor Au7. Laß deines Leidens grofreuen möge! 2. Was kann mein Geist gen stehen! Nimm alle Hindurch deinen Tod nicht noch dernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig den erlösten Geist zu deiner Vorbild weist, und die einst Freude führet. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. mache selbst mein Herz geneigt, sie nimmer zu vergessen; daß ich aus ächter Segentreu dir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. du du dich für mich dahin 8. Zum ewgen Leben hast gegeben. Dein abendmahl er3. Dein Mahl ist mir ein wecke mich, mit Ernst darnach Unterpfand von dieser großen zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! stärke mein Gemüthe zum gläubigen Ver- dein Tod mein Leben. traun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte! Mel.: Jesus meine Zuv. 4. 3ch fühle, Herr, voll 208. Tag, den mir der Reu und Schmerz die Last Herr gemacht, von meinen Sünden! Laß mein sei gesegnet, Tag der Freude, 10* 148 Von dem heiligen Abendmahle. du erhellst des Kummers Nacht nicht, verwirf mich nicht von und erquickest mich im Leide! deinem Angesicht, von deinem Heil und Leben schenkst du Angesicht, nnd nimm deinen inir. Gott, wie dank ich dir heiligen Geist nicht von mir! dafür! 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab ich meinen Gott betrübet, ihn, der mich zum Glück erMel.: Wachet auf, ruft. ſchuf und mich ſtets so treu 210. Herr, du wollst ſie geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. ( uns) vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, jei mitten unter ihnen( unter uns o) Gott! Heil und Leben 3. Der ich fühn sein Recht zu empfahen, laß sie,( uns) o entehrt, der ich seine Macht Sohn, sich( uns) würdig naverkennet, ach ich bin es nicht hen, und sprich sie( uns) los mehr werth, daß er noch sein von Sünd und Tod! Sind Kind mich nennet! Ich ver- sie( wir) schon nicht ganz rein, diene Fluch und Tod, wie sein so sind sie( wir), Jesu, dein Mund den Sündern droht. und unsterblich! Laß, laß sie ( uns) sehn in deinen Höhn von fern der Ueberwinter Lohn! 4. Dennoch nimmt der Gütge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut vergißt er väterlich seines Zorns und meiner Sünde, gibt durch seiner Boten Hand mir mir der Gnade süßes Pfand. 5. Tag der Wonne, heiligs Mahl, ewig will ich dein gedenken! Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben soll allein seinem Ruhm gewidmet ſein. Vor dem heiligen Abendmahle. 2. Nehmt und eßt zum ewgen eben das Brod, das euch der Herr will geben! Sein Trost und Friede sei mit euch! Nehmt und trinkt zum ewgen Leben den Kelch des Heils, auch euch gegeben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht, eure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal, seid in der Zahl der Steger, die der Richter krönt! Nach dem heiligen Abendmahle. In bekannter Melodie. Mel.: Gott sei geløbet. 209. S Schaffe in mir, 211. Herr, ſei gelbet Gott, reines daß du hast dein Herz, and gib mir einen neuen Leben für uns Sünder hin gewissen Geist!:,: Verwirf mich gegeben! Stärk unsern Glau Von dem heiligen Abendmahle. ben! Deine Himmelsspeise hei- Mel.: Jesus meine Zuvers. lige uns dir zum Preise, du Versöhner Gottes! 149 214. Rühme, Seele; dein Gesang triumphire, rühme, singe; gib ihm Flügel, daß sein Dank big zum Throne Gottes dringe; in der Engel jauchzend Chor hebe sich sein Flug empor! 2. Meine Sünden dräuten mir schon mit meinem Untergange; ich erbebte, Gott, vor dir, um Erquickung war mir bange. Ewigkeit, Gesetz und Grab schreckten mich, und Gott vergab. Mel.: Allein Gott in. 213. Sefu, dir sei ewig Dank für deine Treu und Gaben! Ach, laß durch diese Speis und Trank auch mich das Leben haben! Denn du gibst mir des Lebens Brod; mein wird dein Leiden, Blut und Tod; wie soll ich dir Dank sagen? 3. In der feierlichsten Nacht rang für fündige Geschlechte Jesus Christ, zum Fluch ge. macht, daß der Richter schonen möchte. Und der feierlichsten Nacht hat der Richter Gott gedacht. 4. Šei getrost, vergeben sind, wenn du glaubest deine Sünden; ewig bist du Gottes Kind! 2. O Jesu Christ, du kannst Wer vermag das zu empfinallein mein Herz beständig la- den? Welche Seligkeit und Ruh! ben! Nun bin ich dein, und Gott, wo ist ein Gott, wie du! du bist mein mit allen deinen Gaben. Hier hab ich, was ich haben soll; dein Gnadenbrunnen ist stets voll: Hier find ich Trost und Leben. 5. Ich empfing ihr göttlich Pfand, seinen Leib für mich gegeben, und sein Blut; ich nahms und fand in dem Blute Heil und Leben. Preis der feierlichsten Nacht! ewig werde dein gedacht! In voriger Melodie. 212.Jh habe, Herr, entlastet von der Bürde meiner Sünde, deinem Namen mich ganz geheiligt; würde nur, ach würde mein Gelübde That und Amen! Hilf dazu, Herr Jesu! 3. Laß mich auch ewig sein in dir, laß dir allein mich leben, und bleib du ewig auch 6. Mittler, auserwählter in mir! Mein Gott, du wollst Freund, Ursprung aller meiner mir geben, daß ich kraft die Freuden! Du hast mich mit ser Speis und Trank stark dir vereint: nichts soll mich bleibe, wenn ich schwach und von dir je scheiden; ewig, ewig frank die letzte Prüfung dulde! bist du mein, ewig, ewig bin ich dein. 7. 3ch entzückt an deiner Von dem heiligen Abendmahle. Brust will auf deine Stimme Liebe nie vergessen, die so viel merken. Hohe himmelvolle Luft Segen in sich faßt! Laß meinen flammt mich an ju großen Glauben thätig sein, und mir Werken. Furcht vor Gott und zum Guten Kraft verleihn! Heiligkeit sei mein Schmuck und Feierkleid. 150 5. 3m Streite hilf mir überwinden, und stärke mich zu meiner Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk mir im Todestampfe Muth! 6. Und euch, ihr seines LeiGlieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb ich stets als seine Brüder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben Einen Herrn und Gott; 215. Nun habe Dank für uns speist und tränkt Ein Wein, bes Mel.: Wer nur den lieben. Ein Brod. Deine Liebe, du großer Mittler Jesu Christ! Gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist! Laß deines Leidens Angst und Pein mir im merdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben? Ich, der ich Fluch uitd Tod verdient, ich soll nicht 8. Hier will ich mich mit sterben, sondern leben, weil euch vereinen, die ihr ihn ewigbu mich selbst mit Gott ver- lich erhöht, und wenn wir einst fühnt. Ach, du sein Sohn, du vor ihm erscheinen im Glanze ſtarbst für mich! Wie preis seiner Majestät, dann geh ich ich, Herr, wie preis ich dich? 3. Heil mir, mir ward das Brod gebrochen, ich trank, Herr, deines Bundes Wein! Boll Freude hab ich dir versprochen, dir, treuster Jesu, von deiner Liebe scheiden, die treu zu sein. Ich schwör es nun noch einmal dir; schenk du nur deine Gnade mir! im Triumph mit cuch, ihr Auserwählten, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Freud und Lust der Welt mich, Herr, nun selbst im Tode mich erhält! Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig sein! 8. Ich ein Pilgrim strecke mich nach dem Kleinod an dem Ziele, sicher, daß ich bald durch dich Gottes Seligkeiten fühle da, wo stets dein ob erschallt. Komm, Herr Jesu, komme bald! 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten hast, und deine lands Namen sein Volk ver 7. Wie jetzt in unsers Hei ihm versammelt war, so kommen wir noch einst zusammen vor ihm mit seiner Engel Schaar, und preisen als sein Eigenthum dann ewig seines Namens Ruhm. Von dem heiligen Abendmahle. Mel.: Sollt es gleich. gelebt zu leben, will ich täg216. Lob und Dank sei lich mich bestreben. 8. Dir gelob ich: deine Glieder, Jesu Christ, als meine Brüder immer mit den reinsten Trieben, jeden wie mich ſelbst zu lieben. dir, mein Retter, mein Erbarmer, mein Ver treter! Wer, o Tilger meiner Sünden, wer fann deine Lieb ergründen? 151 2. O mit welch erhabnem 9. Ich gelobe dir von HerHerzen wolltest du die tiefsten zen: meiner Brüder Noth und Schmerzen, Schmach und Spott Schmerzen täglich brüderlich für meine Schulden, ja den zu lindern, Elend, wo ich kann, Kreuzestod erbulden! zu mindern. 3. Herr, ich falle vor dir 10. Ich gelobe dir mit Freunieder, danke dir und singe den: auch das Unrecht still zu Lieder: Was du willst für leiden; ungeduldig nie zu klagen, Gnaden schenken, übersteiget an dir niemals zu verzagen. 11. alles Denken. Was du hasfest, will 4. Meine Sünden willst du leiten lassen; nie mit Borsas hassen; ganz von dir mich decken, willst mich Todten aufich erwecken, willst ein ewig selges dich betrüben; Alles, was du Leben mir, wenn ich dir glaube, geben. liebest, lieben. 12. Welt und Tand, und alle Güter eitler sündlicher Gemüther sollen nie mein Herze locken, mein Gewissen nie verstocken. 5. Ich hab nun den Leib empfangen, der für mich am Kreuz gehangen. Ich hab nun das Blut genossen, das für mich am Kreuz vergossen. 13. 3war ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dies verspreche! Morgen hab ich im Staube dich anbet und an oft gebrochen, was ich heute dich glaube, kann ich Theil dir versprochen. 6. Wenn ich, Heiland, hier an deinen Gaben, Theil am deinem Himmel haben. 14. Darum hilf du mir und stärke mich zu jedem guten 7. Nun so sei der Bund Werke; komm und eile, mich erneuet; ganz sei dir mein vom Bösen, vom Verderben Herz geweihet! wie du hier zu erlösen! XVIII. Von der christlichen Kirche. Mel.: Ein feste Burg ist. Kirche Jesu Christi. Ob Erd 217. Auf ihrem Felsen- und Himmel untergeht, bestehst grunde steht die du, Kirche Christi. Gottes 152 Von der christlichen Kirche. ewger Sohn schützt von seinem Me..: Ein feste Burg ist. Thron dich, die ihm vertraut! 218. Ein starker Schußz Du stehst, von ihm erbaut, ist unser Gott. wie ein Gebirg im Meere! Auf ihn steht unser Heffen. 2. Was kann dir Satan Er hilft uns treu aus aller thun, der sich stolz wider Gott Noth, so viel sie uns betroffen. empöret? Sei ruhig, ob er Satan, unser Feind, der mit gegen dich und Christum sich ver- Ernst es meint, rüstet sich mit schwöret. Christus überwand List, trotzt, daß er mächtig ist. ihn mit starker Hand. Seine Ihm gleicht kein Feind auf Macht und ist, du Kirche Erden. Jesu Christ, ist dir ein Spott geworden. 2. Nicht unsre Macht isté, die ihn fällt: wir wären bald 3. Was können Spötter, verloren. Es kämpft für uns die dir drohn, zu Schanden der rechte Held, den uns Gott dich zu machen? Die findisch selbst erforen. Fragst du, wer träumen, daß du schon ver- er ist? Er heißt Jesus Christ. gehst, wenn sie nur lachen? der Herr Zebaoth; und ist Ihre Pfeile sind Spreu, ver- kein andrer Gott. Den Sieg weht vom Wind Ruhig siehst muß er behalten. du zu! Sie selbst vergehn, und du, du Kirche Jesu blei beſt! 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, und droh uns zu verschlingen: Truß ihr! uns rüstet Gott mit Muth, es soll uns noch gelingen! Wenn der Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, schreckt er uns doch nicht Er ist ja längst gericht't. Ein Wort kann schon ihn fällen. Was können Feinde, welche sich in deinem Schooße nähren, der falschen Christen Heer, die dich durch ihre Sünd entehren? Ihrer Laster Lohn wartet ihrer schon. Dich, o Kirche, nicht, sie selbst wird das Gericht des Sündenrächers treffen. 4. Das Wort steht fest, die stolze Welt mag noch so hef5. Erhebe dich in deinem tig toben! Der Herr mit uns, Gott! Preis ihn mit Harf rer starke Held! Der gibt und Psalter; er selbst, Jeho uns Sieg von oben. Törten vah Zebaoth, er selbst ist dein sie den Leib, nehmen Kind Erhalter. Huldreich sieht er und Weib, rauben Gut und hier seine Lust an dir; herr- Ehr: Sie nehmens, was ists lich wird er dort, denn Wahr mehr? Uns muß der Himmel heit ist sein Wort, dich segnen bleiben. und erhöhen. Von der christlichen Kirche. 153 In bekannter Melodie. 6. Sein Licht beschütz uns, 219. ch Gott vom Him- daß uns nie das frevelnde mel sieh darein, Geschlechte in seine schlauen und laß es dich erbarmen! Netze zieh, nie unter uns sich Wie wenig Herzen sind doch flechte; denn alle Bosheit dein! Entzieh dich nicht uns wächst geschwind, wo frecher Armen! Dein theures Wort hält man für Spott, empört sich wider dich, o Gott, will deinen Sohn nicht fennen! Spott erst Kraft gewinnt; sein Gift ertödtet Seelen. 7. O dämpfe selbst, du starfer Gott, die dir die Ehre rauben! O Jesu Christ, bei ihrem Spott stärk kräftig unsern Glauben! Oheiger Geist, verleih uns Gnad, daß wir vor Abfall und Verrath mit ganzem Ernst uns hüten! 2. Sie lehren eitel Träume rei, was Eigenwit erfindet. In keiner Wahrheit ist dabei ihr unftät Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das; es nennen sich ohn Unterlaß, die mit Vernunnft sich brüsten. 3. Ach Herr mein Gott, vertilge doch der Frevler schnöde Lehren. Sie troßen: Wir 220. nur sinds, die noch dem Aberglauben wehren. Wir schaun seinen tief Segen geben! Mit in die Wahrheit ein. seines Angesichtes Schein erUns täuscht kein gleißnerischer Schein. Nur blinde Herzen glauben. 4. Gott siehts und spricht: Bald kommt die Zeit, daß ich dem Frevel steure, damit sic) in der Christenheit fein Hei 2. So danken dir und lo: denthum erneure. Indessen ben dich die Nationen alle; greif den schnöden Wavn mein so freut der ganze Weltkreis Wort mit starken Waffen an, sich und singt mit großem und bleib unüberwindlich! Schalle, daß du sein Gott und Vater bist, nicht läßt die Sünde walten; und daß dein heller, und durch Verspot- Wort das Mittel ist, uns alle tungen bewährt, strahlt Gottes Wort auch heller. Der Strahlen stegende Gewalt 3. So dankfe, Gott, und lobe durchbricht der Zweifel Nebel dich dein Volk durch gute Thabald und blendet selbst die ten! Es bringe Frucht und Feinde. begre sich; dein Wort laß 5. 3m Feuer siebenmal bewährt, glänzt edles Silber zu erhalten, und uns zu dir zu führen. Mel.: Es woll uns Gott. Es wolle Gott uns gnädig sein, und leucht er uns zum Leben! Laß uns erkennen, unser Gott, dein großes Wert auf Erden! Laß Jesu Christi Heil und Tod erkannt von allen werden, und alle dir bekehren! Von der christlichen Kirche. wohl gerathen! Der Vater Mel.: Eine feste Burg ist. segn' uns und der Sohn, und ber, so herrscht mit beiden! Es segn' uns Gott, geb uns den Lohn, der nach der Erde Lei den die müden Pilger tröstet! 154 222. Menn Christus seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sitzt, bat Macht, ihr zu gebieten. Mel.: Herzliebster Jesu. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßzet seinen Ruhm und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen! 221. Laß boch, o Jeſu, laß dein Reich auf Erden unter den Sündern ausgebreitet werden! Schenke noch ihnen, deiner Leiden we gen, Leben und Segen! 2. Gott sieht wohl Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören, die den Gefalbten, seinen Sohn, den Herrn 2. Gib ihnen Gnade, dich der Welt nicht ehren. Sie recht zu erkennen, daß sie dich schämen sich des Worts des gläubig ihren Herren nennen! Heilands, unsers Horts; sein Gib ihnen Eifer, deinen guten Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! Willen treu zu erfüllen! 3. Mit heilger Achtung laß die Schrift sie ehren; denn fie verfündigt deines Mundes Außer ihr suchen Sterbliche vergebens Worte Lebren. des Lebens. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. 4. Steure, Erbarmer, deiner Gelobt sei Jesus Christ! Wer Feinde Grimme! Warne die hier sein Jünger ist, sein Wort Deinen vor des Irrthums von Herzen hält, dem kann Stimme! Lebre fie prüfen, die ganze Welt die Seligkeit daß sie falsche Freuden flug- nicht rauben. lich vermeiden! 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch fein Drohn erschrecken; der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken! Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod. Was 6. Schüße uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz wirst uns erlösen, bis wir zum Umgang will uns dann erschrecken? der verklärten Frommen frohlockend fommen! 5. Sei du ihr Licht in ihren Finsternissen! Heile selbst ihr verwundetes Gewissen! Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder, stärke sie wieder! Von der christlichen Kirche. 155 Mel.: Wär Gott nicht mit. 6. Ein reines Herz schaff in Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu verwüsten, du aber, Mittler Gottes Sohn, beschützest deine Christen! Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. 223. Die Feinde deines uns, Herr, ein Herz nach deinem Billen, und Lehre täglich fertiger uns dein Gesetz erfüllen! Gehorsam deiner Vorschrift sein, und dann uns deiner Gnade freun, sei unfer Heil auf Erden! 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, fein Werk von Menschenkindern, drum konnt 7. So wird dein Volk dir unterthan, und lernt die Sünden meiden, und du führst es auf ebner Bahn zu deines Reiches Freuden! Und herrlich auch keine Macht der Welt, wird in dieser Zeit, noch herrHerr, seinen Fortgang hindern! Dir können deine Hasser nie dein Erbe rauben; selbst durch sie wird es vergrößert licher in Ewigkeit dein großer Name werden! werden. 8. Voll Zuversicht erwarten dich, Beherrscher, deine Frommen! Der Tag ist nah, deß freun sie sich, da du wirst wieder kommen. Den Sündern kommst du zum Gericht; uns segnet dann dein Angesicht mit Wonne der Gerechten. 9. Ja komm, o Jesu, tom me bald zu deinem Volte wieder! Befrei durch deines 4. Auch deine Feinde, die Arms Gewalt uns, deines dich schmähn, die frevelnb sich Reiches Glieder! Tein Him empören, laß deiner Gnade melreich ist uns bereit; von Wunder fehn, daß sie sich Ewigkeit zu Ewigkeit wird nech bekehren! Sehr sie mit unser Erbtheil bleiben. uns gen Himmel scaun, und unerschüttert im Bertraun auf deine Zukunft warten! 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch in deiner Welt verbreiten, und unter deinem sanften Joch die Völker alle leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank, und glaub an deinen Namen! 5. Uns deine Christen wolIn bekannter Melodie. left bu fest in der Wahrheit 224. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, gründen, daß wir für unfre Seelen Ruh in deiner Gnade wehr aller Feinde List und finden! Mach unfres Glau- Mord, die Jesum Christum, bens uns gewiß! vor Irrthum deinen Sohn, vom und vor Finsterniß bewahr frech zu stürzen drohn! uns, weil wir leben! 2. Zeig deine Macht, Herr, Throne Von der christlichen Kirche. Jesu Christ, der du Herr Nam erhoben, ewig frohlockend aller Herren bist! Beschirme müsse dich einst loben, o du deine Christenheit, daß sie dich Beschirmer deiner schwachen lob in Ewigkeit! Heerde, Himmel und Erde! 156 3. Gib, heilger Geist, uns einen Sinn, nimm alle Zwietracht von uns hin! Vor deines Wortes Licht und Macht Mel.: Es ist gewißlich an. entflieh des Wahns und 3rr- 226. Gott, Bater thums Nacht! 4. Herr, laß uns dir be fohlen sein in aller Noth; wir sind ja dein! Erhalt im Glauben uns getreu, und mach uns von den Feinden frei! 5. Olehre sie erkennen doch, du unser Herr Gott lebest noch, und stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt! Mel.: Herzliester Jesu, w. 225. Schüße die Deinen, die nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen! Laß dei nen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen! 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden! Mach ihre Siege herrlicher auf Erden! Gib Muth und Weis heit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren! 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen; führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus den Kampf hienieden zum ewgen Frieden! 4. Ewig, o Heiland, sei dein der Barmherzigkeit, schon in dem alten Bunde, doch seit der vollen Gnadenzeit dafür mit einem Munde schaft, die du durch deines erkannt auch von der HeidenGeistes Kraft zu deinem Reich berufen! 2. Getrennt durch Mannichfaltigkeit der Meinungen und Sprachen, ward sie, da ihr seit langer Zeit Verstand und Licht gebrachen, Gott, durch dein kräftigs Wort gerührt, durch deinen Geist zurückgeführt zur Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sei doch auch zu dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig, und mach uns von Uneinigkeit des Glaubens los und ledig! Gib, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen! 4. Ach schaue, wie des Satans List vereinte Brüder trennet; wie man der Liebe leicht vergißt, von blindem Eifer brennet; und dann von Wissen aufgebläht um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet! 5. O Herr, hilf diesem Uebel ab, und gib, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Von der Vergebung der Sünden u. Glückseligkeit im Stande der Gnaden. 157 Stab genau verbunden werde, wohnen, und ihrer Schwachheit im Wesentlichen einerlei, in wechselweis mit Zärtlichkeit Nebendingen aber frei, in verschonen; o was kann anallem liebreich denke! genehmer sein! Du selbst, Herr, wirst dich ihrer freun, und sie 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß vertraut beisammen mit Segen frönen! XIX. Von der Vergebung der Sünden und Glückseligkeit im Stande der Gnaden. Mel.: Wer nur den lieben. 227. jott, deine Gnad ist unser Leben; sie schafft uns Heil und Seelenruh! Dein ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu! Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Recht! Hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jezzt bei Gott vertritt! 5. O Herr, wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut. Sie klagt nicht, daß ein Glück ihr fehle; ihr Loos ist die Zufriedenheit. Und, Gott, rein Fried ist weit mehr werth, als Alles, was 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns die Welt gewährt! selbst deinen Sohn! Der litt, damit wir Friede hätten, für uns den Tod, der Sünden Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt! Welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sei deiner Treue, die Niemand gnug erheben kann! Nun nimmst du jede wahre Reue mit Baterhuld noch gnädig an! Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, und gläubig seinen Vittler ehrt! Dein Friede stärkt mit frohem Muthe das Herz auch in der größten Noth; gibt Hoffnung zu dem ewgen Gute, und macht getrost selbst in dem Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Lust, die des Himmels Anfang ist, 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn! Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 4. Den, Herr, befreist du von den Plagen, die dem Gewissen furchtbar siud; der kann 8. O laß mich dies im getrost und freudig sagen: Gott Glauben fassen, und mich mit ist für mich, ich bin sein Kind! starker Zuversicht auf deine 158 Von der Vergebung der Sünden u. Glückseligkeit im Stande der Gnaden. Bundestreu verlassen! Wenn entgegen. Die gibt ihm Muth alles wankt, wankt sie doch und Freudigkeit auf allen seinicht. Mit Reu und Demuth nen Wegen. Denn dort macht such ich dich). Gib mir den selbst, o Herr, dein Mund den Trost: Gott ist für mich. wahren Werth der Menschen fund! Da wird der Fromme 9. Robfingend will ich dich erheben, mich ewig deiner siegen. Gnade freun, und deinem 5. So hilf denn, daß ich Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Daß, Herr, bei dir vergeben sei, das mach in deiner Furcht mich treu! mir zum Heil ein unverlegt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sei be flissen! Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein; dein heilig Recht nicht zu entweihn, das sei mein größter Eifer! Mel.: Es ist gewißlich an. 228. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre; und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre! Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld voll Reu und Glauben suchen! welch ein un schätzbares Gut ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müsfen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 7. Mit deiner Gnade tröste mich, und stärke meine Seele, 2. Sich deines Beifalls, und nie aus Vorsag daß sie für Sünden hüte sich, Gott, bewußt, ruht er in dei- und nie aus Borsatz ner Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht fehle! feble! Denn wer nur reines Herzens ist, hat immer dich durch Jesum Christ, Alwissender, zum Troste! er in aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch das Gift der 229 Lästerungen; wird seines Herenn ich ein gut Gewissen habe, große Seligkeit. beste zens Ruhe doch dadurch nicht so hab ich ganz bezwungen. Genug, er Es ist des Himmels weiß davon sich rein und flieht Gabe, das höchste Glück in auch sorgsam bösen Schein. dieser Zeit. In Freud und Gott wird die Unschuld retten. Leiden gibt es hier die wahre 4. Sein Geist sieht mit Ruh der Seele mir. zufriedenheit der künftgen Welt 2. 3chh bebe nicht, wenn Mel.: Wer nur den lieben. Von der Vergebung der Sünden u. Glückseligkeit im Stande der Gnaden. 159 Sünder beben, daß Gott gegebüßet hat, tilgt alle meine recht und heilig ist. Mein Missethat. Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 8. O Seele, darum sei beflissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht! Und du, 3. Getrost wag ichs, vor mein Gott, regiere mich! Denn Gott zu treten, und ihn voll o! was fönnt ich ohne dich. Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. Mel.: Wie schön leucht'. 230. Wie groß ist unfre Seligkeit, 4. Mit Muth trag ich des Gott, schon in der PrüfungsLebens Leiden, sie sind ein zeit, selbst unter viel BeHerber Augenblick, und des schwerden, wenn unser Herz Sewissens innre Freuden sind sich dir ergibt und treu in süßer, als der Erde Glück. Jesu Dienst sich übt! Wie Ind was kann höhern Trost verleihn, als obne Schuld im Leiden sein? groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erntet von der Saat der Leiden! 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenkest, dein Geschlecht und Bundesvoll zu heißen! Bei dir ist unser Baterland; und wer will deiner starken Hand, Allmächtger! uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwac uns sinden, hilfst du uns doch überwinden! 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; sie ist mein Labsal in den Schmerzen und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Ich eile mit geseytem Schritte des Lebens letzter Stunde zu; zerfällt des Leibes morsche Hütte, so findet sie im Grabe Rub, indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und schreckt mich ja noch manche Sünde: mein Heiland gibt mir Trofst und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut. Er, der für mich Muthes sind auf Erden in 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Rub, und stärkest uns mit Freude! Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sein erkauftes Eigenthum und Schafe seiner Weiden. Gutes 160 Von der Vergebung der Sünden u. Glückseligkeit im Stande der Gnaden. Beschwerden unsre Seelen.| Pein, mich selber zu verklagen, Herr, was kann bei dir uns in meinem Busen tragen? Groß fehlen? würde meine Thorheit sein! 4. Es bleibet zwar der hohe 4. Sein eignes Herz bekämWerth der Gnade, die uns pfen, und seine Neigung dämwiderfährt, verborgen hier auf pfen, ist freilich schwere Pflicht. Erden. Doch wenn der Herr Doch, wenn wir uns besiegen, vor aller Welt in Majestät welch seliges Vergnügen geGericht einst hält, dann wird währt uns die Vollbringung er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, als die Seinen ewig uns mit ihm vereinen. nicht? 5 Wie glücklich, Gott, sind Christen dann! Wie viel hast du an uns gethan! Olaß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde! Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und das Leben ganz zu Jesu Dienst zu geben! 6. Die Güter zu verachten, wonach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Herz, dies größte Gut. Mel.: In allen meinen Th. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlösten, darf ich mich deiner trösten! Weld Glück, mein mich stets genießen; denn hab Gott, kann größer sein! hab ich dieses nur, so ist für wissen einst diesen Trost ge8. Läßt du mich im Ge mich in wenn andre ängstlich zagen, nichts Schreck231. Sin ruhiges Ge wissen laß, Herr, liches in der Natur. nießen, wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet, und sich mein Leben endet, so wird mir selbst das Sterben leicht. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübfal drücket: Wie unschätzbar ist mein Gewinn! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unter Glück erhöhen, als ein geruhigs Herz; das shaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Lust der Sinnen geben; und dann die innre 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts Berdammlichs an mir sei. Von der Vergebung der Sünden u. Glückseligkeit im Stande der Gnaden. 161 Mel.: Jesu, meine Freude. 6. Der du Blut und Leben 232. Wie getrost und hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe. Groß ist deine Liebe; stärker als der Tod! Herr, und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen? Dir mein Herz nicht weihen? dies sei mein Bestreben, 7. Würdig dir zu heiter, Herr, mein Licht und Peiter, machst du meinen Geist! Der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreust! Niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen! meine leben, Deinem Rath ergeben, 2. Lust und Pflicht! Was die freu ich mich, zu leben; was Welt vergnüget, o mein Heil, du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du mein Seligmacher rüstest mich mit Muth! Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich berecken! das gnüget meiner Seele nicht! Hab ich dich, wie gern will ich das, wornach die Heiden trachten, reich in dir verachten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde, durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: Mein Erlöfer lebt! Jch weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Geist; Herr, du willst, die Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines FrevlersHerz erschüttern: Was brauch ich zu zittern? dich verehren, ewig wieder 4. Auch in mir ist Sünde. Doch ich überwinde fte, mein Hort, durch dich! Sint ich oft doch nieder, du erhebst mich wieder, du begnadigst mich! Deine Huld tilgt meine Schuld, nie entziehst du deinem Knechte der Erlösten Rechte. ehren! 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden, und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligteiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein, durch dich allein, bleib ich dir getreu im Glauben. Wer kann sie mir rauben? 10. Boll von deiner Güte 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, seiner mich zu freun; daß ich bier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich dir allein! Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem dort dein Lob zu singen! Pfade, das ist deine Gnade! Luth. Sess. frohlockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden, stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherztund froheinst durchs Thal des Todes dringen, 11 162 Vonder Vergebung der Sünden u. Glückseligkeit im Stande der Gnaden. Mel.: Ewigkeit, du Don. in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße 233. Mein Glaub ist Pflicht: doch fühl ich es, ich Lebens bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies: Gott hat Geduld, und straft mich nicht nach meiner Schuld. Ruh, und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts mei6. Der du den Tod für ner Seele raube! Tief präg mich bezwangst, du hast mich, es meinem Herzen ein, welch Mittler, aus der Angst, in der Heil es ist, ein Christ zu sein! 2. Du hast dem sterblichen ich lag, gerissen! Dir, dir 2. Du haft dem sterblichen verdank ich meine Ruh; du Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod heiltest meine Wunden zu, du erworben. Nun bin ich nicht ſtilltest mein Gewissen. Und mehr Asch und Staub, nicht fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. mehr des Todes ewger Raub: 7. Gelobt sei Gott, ich bin du bist für mich gestorben! ein Christ! Und seine Gnad Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn, und Wahrheit ist an mir auch 3. 3ch bin erlöst und bin nicht vergebens. Ich wachs' in ein Christ. Mein Herz ist meiner Heiligung; ich spüre ruhig und vergißt die Schmer- täglich Besserung des Herzens Lebens. Ich fühle, zen dieses Lebens. Ich bulbe, und des Lebens. Ich fühle, was ich dulden soll, und bin daß des Geistes Kraft den des hohen Trostes voll: Ichneuen Menschen in mir schafft. leide nichts vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu: hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 8. Dank dir, o Vater, Dank und Ruhm! Du lehrtest mich das Christenthum fest glauben, willig üben. Dir, Gott mein Lehrer, Lob und Preis! Ich lieb es immer noch und weiß, ich werd es ewig lieben. Jetzt und mein künftig Leben lang bring ich dir, Höchster, Preis und Dank! 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich meiner Ewigkeit mit Rub entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquidt er mich, weil ich ihm bier vertraue. Bald, bald verschwindet mir mein Schmerz und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. Mel.: Wer nur den lieben. 234. Wie theuer, Gott, 5. Bin ich gleich schwach, ist deine Güte, so trag ich doch nicht mehr die alle Missethat vergibt, der Sünde schmachvoll Joch sobald ein reuendes Gemüthe Von der Vergebung der Sünden u. Glückseligkeit im Stande der Gnaden. 163 die Sünden, die es sonst ge- dich; sie dringe stets und leite liebt, erfennt, verdammt und mich! ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. O laß mich ja nicht ficher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei; daß ich sie meiner Beßrung weih! 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen; vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwundt Gewissen mit Trost an deiner Vaterhuld! Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam sein. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Bater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel sein! 3. 3war, deine Gnabe zu verdienen, sind Reu und Beßrung viel zu klein. Doch darf Herr, deine Stimme sich auch ein Mensch erkühnen, Huld! Du siehst erbarmend, zu glauben, dir versöhnt zu wenn ich fehle; zürnst nicht, sein, wenn er noch liebt, was hast väterlich Geduld; schickst dir mißfällt, deinen Geist, mich zu regieren; sprichst meinem Herzen freundmich zu führen, so viel ich lich zu; wirst niemals müde, falsche Tritte thu. und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der tann tein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 2. Erbarmer deiner Kreaturen! Viebreicher Gott der reiche Spuren in jedem Songanzen Welt, die deiner Güte nenstaub enthält! Mein Herz denkt nimmer so vermessen, daß es dir, Vater, trogen kann! Nie soll es undankbar vergessen, was du zu seinem Heil gethan! 3. Sollt ich nun noch den Gott mit Willen beleidigen, der wir vergibt? Der mir Gebote zu erfüllen gegeben hat, weil er mich liebt? Der die Erfüllung kleinster Pflichten als eine Wohlthat mir vergilt? Und der, anstatt mich streng zu richten, mein Herz mit Trost und Freud erfüllt! 11* 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschentet sei, will ich durch Uebung guter Werke beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen Mel.: Wie groß ist des All. 235. Wie mächtig spricht in meiner Seele, voller 164 Von der Vergebung der Sünden u. Glückseligkeit im Stande der Gnaden. 4. Sein Dienst ist eben entfernt von mir, die mir be= meiner Seele; Gehorsam meine wußten Sünden! Dann, dann Seligkeit! Wie kindlich wein mein Gott, verzeihest du, und ich, wenn ich fehle, vor ihm, läßt die müde Seele Ruh in dem Vater, der verzeiht! Ich deinem Frieden finden! fühle jede meiner Sünden, die weder Mensch noch Engel büßt; wie selig fann ichs dann empfinden, daß Christus mein Erlöser ist. 4. Die Frommen werden deine Huid, und deine schonende Geduld, o Vater, ewig loben! Du bleibest ihre Zuversicht; die Flutb, die aus den Ufern bricht, mag noch so mächtig toben. 5. Den großen, tröstenden Gedanken geb ich für alle Welten nicht; wahr bleibt er, 5. Mein Schirm bist du; wenn auch Thronen wanken; zu dir fleh ich, wenn drohende fest steht er, wenn die Welt Gefahren mich mit Schrecken auch bricht. Es mögen sün- überfallen. Du machst dich digen und zittern, die Kinder mir in der Gefahr als meides Verderbens sind! Gott nen Retter offenbar, und läßt wird der Erde Grund er mich sicher wallen. schüttern; ich bebe nicht; ich bin sein Kind. Mel.: Kommt her zu mir. 236. Wie jelig, Gott, wie selig ist der Sünder, dem du gnädig bist, den Todesfurcht nicht schrecket! Dem, weil ihn seine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergibt; den dein Er barmen decket. 2. Wer seine Sünde dir verhehlt, deß Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entrissen. 3. Darum, mein Gott, befenn ich dir, was deine Huld 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir! Dich soll meir Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht bes ewgen Vaters Unterricht! Er führt zu Seligkeiten. 7. Wer nicht von Gott die Weisheit lernt, der ist verblendet und entfernt von allen wahren Freuden. Wer aber sich auf Gott verläßt, den, den hält seine Gnade fest, auch in den schwersten Seiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr Frommen an! Euch wird des Höchsten Güt umfahn! Denn allen seinen Knechten bleibt Gott stets ihre Zuversicht. Er rächet ihre Sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten! Vom Tode. XX. Vom Tode. 165 In bekannter Melodie. ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn, und opfern Dank ihr unendlich Lebenlang. verklärter Vaterland 237. Alle Menschen müs sen sterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Welcher von den Himmelserben lebet, 6. der den Tod nicht sieht? Frommen, Heil, UnsterblichStaub wird dieser Leib von keit und Ruh, was kein SterbErde; doch damit er himmlicher vernommen, Gottes Heil lisch werde, wird er einst von gewährest du! Freudenernten G. tt erneut, und zieht an Unsterblichkeit. schenkt er denen, die erst hier gesät mit Thränen. Alle Thränen trocknet er; Sünd und Elend sind nicht mehr. 2. Wollt ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? Seinem Reiche 7. Ich entbrenne von Berzuzueilen, laß ich gern die langen, dieß verheißne Land Prüfungswelt. Jesus tilget zu sehn, jene Krone zu emmeine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden; auch in meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. pfangen, bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, die zerstäube! Ich, ich weiß, an wen ich gläube. Wir ist Sterben mein Gewinnn, denn zum Vater geh ich hin. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freun. Ja, mir solls durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinem Heiland, ihn zu sehn! 8. Welche Tröstung, das zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn 4. Dort bei ihm ist wah- ich christlich sie ertrug, bis res Leben. Millionen stehen Gott spricht: Es ist genug. schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen fingen mit anbetend Lob zu bringen dem Erbarmer Jesu Christ, der so Lobenswürdig ist. 5. Alle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Veid; weihen Mel.: Wer nur den lieben. 238. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Die Zeit geht hin, es kommt der Tod. Ach wie geschwind, ach wie behende kann fommen meine Todesnoth! Mein Gett, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 166 Vom Tode. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; so lang ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denken, und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken, und ja nicht sparen Buß! Mein Gott, durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! meine ich bitt 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für, und sagen fönn in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 5. Vermehr in mir die Lust zum Himmel, verbittre mir die eitleWelt! Gib daß durch dieses Weltgetümmel mir deine Führung stets gefällt! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! Noth! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 8. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists, der mich im Tod erquickt. Drum glaub ich fest: Durch Christi Blut machts Gott mit meinem Ende gut! 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, damit ich hier Bergebung finde, und dort bei dir vollkommne Ruh! Mein Gott, ich bitt durch ChristiBlut, machs nur mit meinem Ende gut! Mel.: Ich hab mein Sach. 239. Dein sind wir, Gott, in Ewigkeit; in deiner Hand steht unsre Zeit! Du hast der ganzen Menschenschaar ihr Todesjahr bestimmt, als feine Zeit noch war! 2. Wenn nun zu der gesetzten Frist auch unser Lauf vollendet ist, so hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott! Ein sanfter Schlaf werd uns der Tod! 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf, in deine ewge Ruh uns auf; verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, o Herr, von deinem Angesicht! 4. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz verleih uns einen starken Muth, der in dir ruht, auch in der Schmerzen stärkster Wuth! 5. Gib Hoffnung zu der 7. Nichts ist, daß mich von ewgen Ruh! In unsern Her Jesu scheide, nichts, es sei le- zen wirke du, Geist Gottes, ben oder Tod! er bleibt im daß wir glaubend trann, und Leiden meine Freude, mein ohne Graun hin in die Nacht Schutz, mein Alles in der des Todes schaun! Vom Tode. 6. Hilf unsrer Schwachheit, und Tod dich dieß reine Herz Geist des Herrn! Zeig uns erheben; dann erschreckt dich den Himmel dann von fern! kein Gericht; Gott ist deine Laß uns, wenn wir zum Bater Zuversicht. flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn! 7. Ach, Gnad ergehe dann für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der heiligste nicht rein. Wer fann wohl dein, Gott! ohne deine Gnade sein? 8. O sei uns denn nicht fürchterlich! Erbarme, Vater unser dich! Wenn unser Auge sterbend bricht, leit uns dein Licht, so fehlt uns Trost im Tode nicht! 167 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, uur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun; sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich ſelbst bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag! Mel.: Jesus, meine Zuv. 240. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod! Säume nicht, denn Eins ist noth! Mel.: Wer nur den lieben. Du Herr und Ba2. Lebe, wie du, wenn du ter meiner Tage, stirbst, wünschen wirst, gelebt du weißt, daß ich, dein schwazu haben. Güter, die du hier ches Kind, des Todes Keim erwirbst, Würden, die dir in Gliedern trage, die irdisch Menschen gaben, nichts wird und zerbrechlich sind! Drum dich im Tod erfreun; diese gib, daß ich zu jeder Zeit zu Güter sind nicht dein. meinem Tode sei bereit! 241. 2. Daß du, o Höchster, meinem Leben ein mir gegebnes ziel bestimmt; und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt, das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu sein! 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sün 168 den abzuziehn, mich von der Weltlust zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn; o mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt! Vom Tode. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott meihier kein solches Erbe, das ewig rauert und besteht! Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblick geht sicher hin! Wie bald zerbricht nicht eine Scherbe! ner Seele Theil, ist mir das Die Blumen müssen bald verBeste aufgehoben! Dort ist blühn. Drum mache du mich für mich vollkommnes Heil; stets bereit hier in der Zeit da, wo mein Schag ist, sei zur Ewigkeit! mein Herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts! 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein Himmeireich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein, und deine Hülfe mich erfreun! 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; dem einen wird das Scheiden herbe, wenn je ner sanft und ruhig fällt! Doch, wie du willst, gib nur dabei, daß ich wohl zubereitet sei! 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher 6. Willst du mich länger Sand mein Grab bedeckt! leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn! Doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Flehn! Sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht! Doch wenn ich nur das Heil ererbe, daß mich rein Wort zum Leben weckt, so kann dies mir gleichgültig sein, die Erd ist allenthalben dein! 5. Nun, liebster Vater, wenn ist sterbe, so nimm bu meinen 7, Dir will ich gänzlich mich Geist zu tir! Denn bin ich ergeben, dir, dessen Eigenthum nur dein Kind und Erbe, und ich bin; bist du, mein Heiland, hab ich Jesum nur bei mir, nur mein Leben, so bleibt selbst so gilt mirs gleich und geht Sterben mein Gewinn! Ich mir wohl, wann, wie und wo lebe dir, ich sterbe dir; sei ich sterben soll. nur mein Trost, fo gnüget mir! Mel.: Befiehl du deine. Mel.: Werde munter, mein. 242. Mein Gott, ich weiß 243. Gern will ich mich ergeben, dich zu wohl, daß ich verlassen, Welt! Ich geh zum sterbe! Ich bin ein Mensch, bessern Leben, so bald es Gott der bald vergeht, und fince gefällt. Was wärs, was mich Vom Tode. betrübte? Dort schau ich ewig du ganz befreit von Sünde den, den meine Seele liebte, und von Sterblichkeit, entnoch eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Rub! Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben sein! 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzüften laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder, du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst! 169 fliehen dieser Erde. Freu dich innig, stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann bein Gott wird geben! Mel.: Wie schön leuchtet. 244. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir entschlafen werde? Dann, Seele, wirst 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nierer. Doch du, o Herr, erleichterst mir das Joch; mein Herz stärkt sich in dir, glaubt und erhebt sich wieder! Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben! 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun in jenem 4. Der frohe Siegsgedanke: bessern Leben! Er sei dir Wo ist dein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth! So ist, wenn ich auch sterbe, Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. doch nicht mehr fürchterlich! Zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erbeben! Hier wird dein Hirt, nach Thränen, nach dem Sehnen, dich Erlösten völlig und auf immer trösten! 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Na- Stunde nicht, die mich, wenn 4. Herr, Herr, ich weiß die men ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in ist, Erlöser meiner Seele, du die Liebe bist! nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammlet! Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, mir eh ich dies Flehen noch vollder bracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! Ich befeble meine Seele beinen Händen! Laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, sei roch 170 Vom Tode. mein Leben dir geweiht, um Nacht umhüllet mich; ein Weltlust unbekümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu ergeben, daß ich droben dich unendlich möge loben! Traum ist nun mein Leben. Doch schweigen meine Sünden nicht; sie fordern mich vor das Gericht. 6. Wie wird mir dann, mein 4. 3ch höre der Posaune Heiland, sein, wenn ich, mich Ton, ich höre meinen Richter deiner ganz erfreun, dich dort schon das Endurtheil mir anbeten werde? Dann bin ich sprechen; ich seh vor seinem frei von Sünd und Leid, ein Angesicht, ich sehe in dem Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht hellsten Licht die Reihe der mehr ein Mensch von Erde. Verbrechen, die ich in dieser Preis dir, daß mir durch dein Welt gethan; wer ists, der Leiden jene Freuden offen stehen, mich nun retten kann? ewig will ich dich erhöhen! 245. J Mel.: Ewigkeit du Don. bin ja, Herr, in deiner Macht, 5. Kein Geld und Gut bes freiet mich; umsonst erbeut ein Bruder sich, den andern zut erlösen; ein jeder wird alsdann empfahn nach dem, was er allhier gethan; nichts schützt Gott zum Verzeihn bereit; alsdann die Bösen. Hier ist dort übet er Gerechtigkeit. du hast mich an das Licht gebracht, du forgest für mein Leben; du kennest meiner Tage Zahl, weißt, wann aus diesem Jammerthal mein Geist sich soll erheben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Gott des Lebens, wohl! Gott, bestehn, wenn du in das 6. Wie soll ich denn, o Gericht willst gehn, und nach Berdienst mir lohnest? Wie kann ich deiner Rach entfliehn, und deiner Strafe mich ent ziehn, wenn du nicht meiner schonest? Ach, Vater, geh nicht ins Gericht! Verwirf 2. Wer wird in meiner letzten Bein mich Sünder trösten, mich erfreun, mir Muth und Hoffnung geben? Wer nimmt sich meiner Seele an, mich armen Sünder nicht! 7. Voll Reu und Buße wenn ich von dem, was ich gethan, Gott Rechenschaft soll such ich dich. Errette, Gott, geben? Wer ist, der alsdann für mich spricht; thust du es, o mein Heiland, nicht? bekehre mich, und tilge meine Sünden! Dir weih ich meine Lebenszeit; dein Dienst sei 3. Mich vünkt, da lieg ich meine Seligkeit! Ach, laß schon; ich seh, daß ich am fin- mich Gnade finden! Gib, daß stern Grabe steh, mit Tobes- ich meiner Pflicht getreu, zum angst umgeben; der Augen Licht Tode stets bereitet sei! verdunkelt sich, des Grabes Vom Tode. Mel.: Herr Jesu Christ, w. 9. Der wird nicht kommen ins Gericht, und den Tob ewig schmecken nicht, und ob mit nichten er darum verdirbt! er gleich hier zeitlich stirbt, und Spott, für mich den Tod 10. Vielmehr will ich mit des Kreuzes starbst, und 246. Herr Jesu Chrift, err Jesu Christ, mein Herr und Gott, der du erlittest Angst mir des Vaters Huld erwarbst! 2. 3ch bitt durch deiner starker Hand das Grab zerbrechen, das ihn band; ihn Leiden Pein, du wollst mir zu mir nehmen in mein Reich; Sünder gnädig sein, wenn ich da herrscht er dann mit mir einst fomm in Sterbensnotb zugleich. und ringen werde mit dem Tod! 3. Wenn mir vergehet mein Gesicht, und meine Ohren HöGesicht, und meine ren nicht; wenn meine Zunge 11. Mit dir zu leben ewiglich, dazu hilf uns, Herr, gnädiglich; vergib uns unsrer Sünden Schuld; schenk uns zum Kampf Muth und Geduld! 12. Mach unsern Glauben vor Angst das Herze bricht! stark und fest, wenn uns die nicht mehr spricht, und mir 4. Wenn mein Verstand im Dunkeln irrt, und Menschen hülfe kraftlos wird, so steb im letzten Angstgeschrei mir, Herr, mit deiner Hülfe bei! ganze Welt verläßt, und bricht des Todes Schlaf herein, so laß ihn sanft und selig sein! 5. Und führ mich aus dem Jammerthal, verkürze mir des Todes Qual; laß deinen Geist stets bei mir sein, und seinen Trost mein Herz erfreun! 6. Wenn sich die Seel vom Leibe trennt, so nimm sie, Herr, in deine Händ; der Leib ruh in der finstern Gruft, bis einst dein großer Tag ihm ruft! 171 8. Das Leben( Herr, ich traue dir) verheißt dein eignes Wort selbst mir: Fürwahr, fürwahr euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich: Mel.: Wenn mein Stündl. 247. Wenn einst mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarret und selbst nicht, daß er entschläft, empfindet; wenn um mich den Entschlummernden, Gott, alle meine Lieben stehn, und angstvoll zu dir weinen; 2. Dann, Schöpfer, nimm 7. Dann laß ihn fröhlich auferstehn, und mich dein gnä- mich auf, den Geist, der freudig Antlitz sehn! Gedenke nicht mehr meiner Schuld, gedenk an deine Lieb und Huld! dig zu dir fliehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet! Und tröste, die betrübt um um dich dich mit Thränen klagen; laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab Vom Tode. verschließen. Heil mir, das Das thust du, Herr, alleine! Grab wird dennoch dir ihn wieder geben müssen! Du kommst, Erwecker! deine Macht, die ihn aus nichts hervorgebracht, kann auch aus Staub ihn bauen! Preis ihm! wir überwinden weit durch des Herrn Barmherzigkeit. Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, barmherziger Tröster! 4. Wie könnt ic trauren, Du ewiger Gott! Laß uns daß im Tod mein Fleisch zu Gnade finden in der letzten, Staub vermodert? Wie fönnt letzten Noth; erbarm dich unser! ich klagen, da es Gott vom 3. Ach wenn uns in dieser Tode wieder fordert? O Hoff- Angst unsre Sünden treiben; nung, daß nach kurzer Ruh mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! wo entfliehen wir dann hin, da wir können bleiben? Zu dir allein, Versöhner; vergossen ist dein heiligs Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger Mit ler, Gott! Heiliger barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Stärke, stärk im Tode uns durch deiner Liebe Trost; erbarm 172 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, verachten, mit meinem Blick, gewandt auf dich, nach meinem Ziele trachten, und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, dich unser! das Jesus mir erworben! Mel.: Wachet auf, ruft. 249. Selig find des Him248. ir der Erde Pilmels Erben die ger sind mit Todten, die im Herrn hier sterdem Tod umfangen. Wer, ach ben, zur Auferstehung eingewer errettet uns, daß wir Gnad weiht! Nach den letzten Auerlangen? Das thust du, Herr, genblicken des Todesschlummers alleine! Es reut uns unsre folgt Entzücken, folgt Wonne Missethat, die dich, Herr, er der Unsterblichkeit! 3m Frie zürnet hat! Heiliger, Schö- den ruhen sie, los von der Erde pfer, Gott! Heiliger Mittler, Müh! Hosianna! vor Gottes Gott! Heiliger, barmherziger Thron zu seinem Sohn be Tröster! Du ewiger Gott! gleiten ihre Werke sie! Laß uns nicht versinken in des Todes tiefer Nacht; erbarm dich unser! 2. Dant, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Verföhner Jesu Christ! Ihr der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert Mel.: Mitten wir im Leb. 2. In den Tod ergreifen uns unsrer Thaten Schrecken; Ach, wer wird, wer wird uns dann vorm Gerichte decken? Vom Tode. 173 ist! Er sant, wie wir, ins ruft. Er ruft mich durch den Grab; wischt unsreThränen ab, alle Thränen. Er hats voll bracht! Nicht Tag, nicht Nacht, wird an des Lammes Throne sein. Tod. Der reißt die Sündenalieder, den trägen Leib darnieder; mich selbst führt er zu Gott. 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh aus dem Kampf hervor. Hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub empor. Da tret ich in die Reihn der Engel, meiner Brüder; in ihre hohen Lieder stimm ich mit ihnen ein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn! Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht 5. Gott schaut von seinem mehr im Dunkeln, nicht von Throne mit Huld auf mich fern. Nun weinen wir nicht herab, dem er in seinem mehr; das Alt ist nun nicht ohne das Recht der Kind mehr. Hallelujah! Er sank schaft gab. In seiner Ewighinab, wie wir, ins Grab! Er feit sind alle meine Freuden, ging zu Gott; wir folgen ihm! die meine Seele weiden nach Thränen dieser Zeit. Mel.: Aus meines Herzens. 250. Der er letzte meiner 6. Die Leiber seiner Frommen sind Saat, von Gott gefät. Die Freudenzeit wird Tage ist mir kommen, da reif die Ernte vielleicht nicht fern; o dann steht. Dann wird der Erntewird meine Klage ein Robge tag ein neues, ewges Leben fang dem Herrn. Bollbracht auch meinem Staube geben, ist ganz mein Lauf; ich trete der tief im Tode lag. zu dem Throne, und Gott ich im setzt mir die krone der Ueber- Bunde, Herr, meines Lebens winder auf. Fürst, der du mir einst die 7. Mit dir steh 2. Für seines Reiches Er- Stunde des Todes senden ben hat Jesus mich erklärt. wirst! Erhalt mich stets beWas fürcht ich mich zu ster- reit im Glauben deiner Fromben, wie er mich sterben lehrt? men; laß dann die Stunde Mir ist der Tod Gewinn. tommen, die mich und fie Daß ich unsterblich werde, befreit. entschwing ich mich der Erde, ich, der ich Erde bin. 8. Dann geh ich, frei von Rummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht nach kurzem Schlunmmer ein ewger Morgen 3. Nicht mich, nur meine Bürde, verschließt die finstre Gruft. Mich hebt zu höhrer an. Heil mir, er ist nicht fern, Würde mein Vater, der mich der letzte meiner Tage! Er Vom Tode. tommt, und meine Klage wird Herr über Tod und Leben, o Lobgesang dem Herrn. dann verlaß mich nicht! 174 Mel.: Befiehl du deine W. 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf dem in solcher Angst, für 251. Die auf der Erde den du, Heil der Sünder, wallen, die Sterb- selbst mit dem Tode rangst! lichen, find Staub; sie blühen Und wenn des Kampfes Ende auf und fallen, gewiß des To- gewaltiger ihn faßt, nimm des Raub. Verborgen ist die ihn in deine Hände, den du Stunde, da Gottes Stimme erlöset haft! ruft. Doch jede, jede Stunde 5. Des Himmels Wonn bringt näher uns zur Gruft. und Freuden ermißt fein sterb2. Getrost gehn Gottes lich Herz; o Trost für kurze Kinder die schreckenvolle Bahn, Leiden, für kurzen Todeszu der verstockte Sünder ver- schmerz! Dem Šündenübers zweiflungsvoll sich nahn; wo winder sei ewig Preis und Dank! selbst der freche Spötter nicht Preis ihm, der für uns Sünmehr zu spotten wagt, und der den Kelch des Todes trant! vor bir seinem Retter erzittert und verzagt. 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel 3. Wenn, diese Bahn zu weihn; die, aufgelöst zu wergehen, dein Will einst mir ge- den, mit heilger Furcht sich beut; wenn vor mir offen freun! Bereit, es ihm zu gestehen Gericht und Ewigkeit; ben, wenn Gott, ibr Gott wenn meine Kräfte beben, und gebeut, fließt dies ihr sterblich wenn mein Herz schon bricht, Leben hin zur Unsterblichkeit. XXI. Von der Auferstehung der Todten. Mel.: Wachet auf, ruft uns. ist nun vorbei! Erwacht! 252. Wachet auf! so Hallelujah! Macht euch bereit Sein Tag, sein zur Ewigkeit! großer Tag ist da! ruft die Stimme einst nach der Zeit, der Engel Stimme; verlaßt das 2. Erd und Meer und Hölle Grab, verlaßt die Gruft! Wa- beben, die Frommen stehen auf chet auf, erlöste Sünder! Ver- zum Leben, zum neuen Leben sammelt euch, ihr Gotteskinder! stehn sie auf; ihr Versöhner Der Welten Herr iste, der euch fommt voll Klarheit; vor ihm ruft! Des Todes stille Nacht ist Gnade, Treu und Wahrheit! Von der Auferstehung der Todten. der Tugend Lohn krönt ihren daher auch einmal zu Staube Lauf. Licht ist um deinen werden. Dieses weiß ich, Thron und Leben. Gottes doch wird er mich erwecken Sohn! Hosianna, Erlöser, dir, aus der Erden, daß ich in dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit! der Herrlichkeit bei ihm sei in Ewigkeit. 175 3. Ewigs Lob sei dir gesun- 5. Dann wird eben diese gen; wir sind zum Leben durch- Haut mich umgeben, wie ich gedrungen; am Ziel sind wir glaube. Gott wird dann von beim großen Lohn! Christus mir geschaut, wenn ich aufsteh strömt der Freuden Fülle auf aus dem Staube; ja in, dieuns; wir schaun ihn ohne sem Fleisch werd ich Jesum Hülle, ihn, unsern Freund und sehen ewiglich! Gottes Sohn. Kein Auge sahe sie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne. In Ewigfeit sei dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr und Preis! 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen. Ja ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur, was Schwachheit heißen kann, wird von mir sein abgethan. In bekannter Melodie. 7. Was hier leidet, seufzt 253. Jesus meine Zu- und fleht, wird dort frisch versicht und mein und herrlich gehen; irdisch Heiland ist im Leben. Dieses werd ich ausgesät, himmlisch Zu weiß ich sollt ich nicht mich werd ich auferstehen. darum zufrieden geben? Was verwesen, sink ich ein, dann die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht. werd ich unsterblich sein. 2. Jesus, mein Erlöser, lebt; ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser lebt. Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch dies Daupt ein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 8. Seid getrost und hocherfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht Statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gräber dringt. 9. Zittert nicht vor eurer 3. Ich bin durch der Hoff Gruft, Fromme, nicht vor nung Band zu genau mit ihm Tod und Höllen! Denn ihr verbunden; er schließt mich sollt euch durch die Luft in seine Hand, in den dunkeln eurem Heiland zugesellen; Todesstunden, daß mich auch des Todes Bann nimmer von ihm trennen kann. dann liegt Schwachheit und Verdruß völlig unter eurem Fuß. 4. Ich bin Fleisch und muß 10. Nur, daß ihr den Geist 176 Von der Auferstehung der Todten. Mel.: Auf, Christenmensch. erhebt von den Lüsten dieſer Erden, und schon hier dem Gotte lebt, mit dem ihr ver- 255. Herr, du biſt meine Zuversicht! Du eint follt werden. Dann lebst, ich werd auch leben! bleibt Wonne, Sieg und Heil Du wirst mir, was dein Wort ewig, ewig euer Theil. verspricht, Unsterblichkeit einst geben! Dein Jünger kommt nicht ins Gericht; dies stärket meine Zuversicht! Mel.: Was Gott thut, das. 254. Ich freue mich der frohen Zeit, da ich werd auferstehen. Dann werd ich in der Herrlichkeit dich, Gott mein Heiland, sehen; dann werd auch ich, o Herr, durch dich vereint mit allen Frommen, zur ewgen Ruhe kommen! 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen! Ich leide und verzage nicht; denn du bist meine Zuversicht! 3. Hier trag ich deine sanfte 2. 3a, Herr, du führst sie Last. Wie groß ist meine einst heran, die Stunde der Würde! Jedoch die Welt, die Erlösung; die Stunde, da ich sie nicht faßt, nennts fälschlich hoffen kann Trost, Freiheit schwere Bürde. und Genesung; da Engeln gleich, im Himmelreich mich Rube, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben! 4. Sint immerhin, mein Leib, in Staub, Gott wird 3. Der du die Auferstehung dich neu beleben! Hier werd bist, du bists, an den ich ich nur des Todes Raub; gläube! Ich weiß, daß ich dort werd ich ewig leben. durch dich, Herr Christ, im Wie stark ist dieses Trosts Tode nicht verbleibe! Und Gewicht! Wie sicher meine dein Gericht wird mich dann Zuversicht! nicht mit Trübfal, Anast und Schrecken, so wie die Heuchler, Einst trifft den Spötter dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht! decken. 5. Herr, diesen Segen dank ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus dei4 Ich hoffe dann mit Freu- nem Grab herfür. Du lebſt, digkeit vor dir, mein Haupt, und ich soll leben. Ich glaub zu stehen, und mit dir in die es dir und zweifle nicht; dein Herrlichkeit frohlockend einzu geben! hilf mir doch aus 6. In diesem Glauben stärke Gnaden noch, zum Glück der mich! Laß mich den Trost, Ewigkeiten mich würdig zu empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich dich den Tod Wort ist meine Zuversicht. bereiten! Von der Auferstehung der Todten. fann überwinden; Grab und ist mir in jener Welt bereitet! Verwesung schreckt mich nicht; Der Freuden Fülle ist bei dir. denn du bleibst meine Zuver- Von dir, o Herr, geleitet, werd ficht! ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen! Mel. Es ist das Heil uns. 256. Mein Heiland lebt, und hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein. Haupt; sein Sieg ist mein Cein soll mein ganzes Leben sein, und ihm will ich auch fterben. 6. Denn, wo du bist, da ſollen die, die vir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, genießen deiner Herrlichkeit. was sind leiben dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben, und oft in dieser 2. Nicht ewig wird, wer Prüfungszeit mein Herz dahin dein Wort hält, den Tob, o erheben, wo feine Schwachheit Jesu, schauen! Das ists, was uns mehr drückt, wo wir, der mich zufrieden stellt, selbst bei Sterblichkeit entrückt, frohder Gräber Grauen. Ich blockend vor dir wandeln! 8. Erwecke mich dadurch getroft und unverzagt, weil den Deinen zugesagt: Ich leb zum Fleiß, der Tugend nachund ihr sollt leben! zustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch noth und Schmerz, so tröste selbst damit mein Herz: Es komm ein beßres Leben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebildt erheben, wenn du, o großer Lebensfürst, nun deinen Tobten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen! Mel.: Wer nur den lieben. 177 4. Wie froh und herrlich 257. Warum erbebst du, werd ich dann vor dir, mein meine Seele, Heiland, stehen! Dann nimmst bei dem Gedanken an das du mich mit Ehren an, läßt Grab? Nicht dich umschließt in dein Reich mich gehen. Forthin von feiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein seligs Theil Luth. Defb. einst seine Höhle, nur deine Hütte fintt hinab. Sie schuf der Allmacht Wink aus Staub, drum wird sie der Verwesung Raub. 2. Du, zur Unsterblichkeit 12 Von der Auferstehung der Todten. erlesen, schwingst dich empor| Menschenglück erfreut, preise zu Gottes Licht, und schaust deine Herrlichkeit! 178 den Ursprung aller Wesen von 2. Weltbeherrscher, Macht Angesicht zu Angesicht; bewun- und Stärke zeichnen deiner derst deines Gottes Macht in Füße Spur; von der Weisjener Welten Bau und Pracht. heit deiner Werke predigt jede 3 Dann, Seele, wirst du Kreatur; aber daß ich ewig das verstehen, was hier kein lebe, daß ich, wenn mein Leib weiser Mund erklärt, was hier verwest, doch hernach vollkommen Wissens Trieb umsonst begehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. einzusehen, des Tod erlöst, aus dem Staube mich erhebe, diese That ist namenlos, macht dich über Alles groß. 4. Dann wirst du den, ach, den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der dich ewig zu beglücken, für deine Sünd am Kreuz ver schied! Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott. 3. Gott, du hast aus freier Milde mir Unsterblichkeit verliebn; diesen Zug von deinem Bilde, o vor allen schäß ich ihn! denn welch eine Jammerquelle: seines Daseins Werth verstehn, und darauf in Nichts vergehn! Qualgedanke, fleuch zur Hölle! Nein, o Gott, das Geisterreich ist dir selbst an Dauer gleich! 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre darum nicht, daß deiner Hütte Bau zer bricht! 4. 3war verdammte mich die Sünde zur unselgen Ewigteit; ich erblickte tiefe Schlünde peinlicher Verworfenheit; doch dies Elend abzulehnen, tilgte nach hochheilgem Rath Jesus meine Missethat; er nur konnte Gott versöhnen. Preis ihm, der am Kreuze starb, und mir ewges Heil erwarb! 258. , ich soll einst auferstehen! 5. Du Gedanke reich an Wonne strömt durch meinen Wonne, daß ich ewig glücklich Geist! Soll die Seligkeiten bin, hebst mich über Erd und sehen, die mir Gottes Wort Sonne und in Gottes Himmel verheißt! 3st es möglich, daß hin! Nun mag Grab und ich Armer dieses Glückes wür- Hölle schrecken, mich Erlösten dig bin? 3n den Staub, Herr, schrecket Nichts; die Posaune sink ich bin, spreche: Groß ist des Gerichts wird mir keine mein Erbarmer! Wen noch Furcht erwecken. Der schützt, Mel.: Sollt ich meinen Gott. Von der Auferstehung der Todten. 179 der an meiner Statt Seelen Freund ward die Seel aufs angst erduldet hat. 6. Heil mir, voll des ewgen Lebens, denk ich dieser Erde kaum! Weltlust winket mir vergebens; ihr Genuß ist doch ein Traum. Und ihr, irdische Beschwerden, wären eurer noch so viel, ihr habt ein bestimmtes Ziel, und müßt dann vernichtet werden! werden! Krankheit, Sorgen, stürmt herzu; laßt nur, laßt mir Geistesruh! neu vereint. 9. O was seh ich, Gottes Ehre, offne Gräber ohne Zahl! Welch Gewimmel, welche Heere neuer Menschen überall! Fromme wandeln mir entgegen, und ihr Auge redet Glück; andre treten scheu zurück, zittern ihres Schicksals wegen. Komm, o Richter, dein Gericht schrecket mich Erlösten nicht!" 10. Heil mir, Heil uns, sei7. Sättigt auch, ihr Men nem Volte! Feldgeschrei, Poschenhasser, euren Neid und saunenton, und sein Wagen, Uebermuth; tobt und braußt, jene Wolke, zeugen: Das ist wie große Wasser, und ver- Gottes Sohn! Jesus kömmt, doppelt eure Wuth! Kurz nur von Pracht umgeben; hellem sind die größten Leiden; kurz Schnee gleicht sein Gewand. ist selbst die Grabesnacht; Seht, er hat in seiner Hand meines Jesu Huld und Macht Fluch und Segen, Tod und lohnt mir dann mit ewgen Leben! Legionen Seraphim, Freuden. Süßer Trost: Ver- sein Gefolge, dienen ihm. druß und Schmach folgt mir 11. Heil mir, zu des Richnicht zum Himmel nach! ters Rechten werd ich von ihm selbst bestellt! Liebreich 8. Heil mir, e mich dünft, ich sehe schon den großen ruft er: Ihr Gerechten, kommt, Wonnetag, da ich aus der Gruft erstehe, wo ich Staub beim Staube lag! Odem Gottes floß Hernieder, Allmachtsstimme fuhr ins Grab; da zerbarst es schnell und gab meinen Leib verherrlicht wie der, und mit ihrem alten erbt eine beßre Welt! Kommt und schmeckt des Himmels Frieden! Was kein menschlicher Verstand noch begriff, kein Herz empfand, das und mehr ist euch beschieden! Lebt nun ewig, dankbar preist mich, den Vater und den Geiſt! SC 12* 180 Von dem jüngsten Gerichte und Ende dieser Welt. XXII. Von dem jüngsten Gerichte und Ende dieser Welt. Mel. Es ist gewißlich an. hier verschmäht, gehn dann 259. Schon ist der Tag gewiß zur Höllen. Hier trifft von Gott be sie unausforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter sein? 3hr Warten ist ver loren. stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nachdem 6. Sie, die Gerechten, leuch er hier gehandelt. Er fommt, er fommt, des Menschen Sohn, ten dann so, wie der Glanz er kommt, und Wolken sind am Himmel. Du ſelbst nimmst sein Thron, der Erden Kreis sie zu Ehren an. O welch ein zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit, auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter. frob Getümmel! Nun seh'n sie mit erstanntem Blick, daß Glaub und Lieb das höchste Glück aus Gottes Gnad ererben. 7. Sie gehn nun in das selge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; kein Rummer, teine Traurigkeit stört ihre ewge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leis den fränken! Es reize mich, gewissenhaft, und eingedent der Rechenschaft, nach deinem 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird feine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List, hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll Wort zu wandeln! und tiefgebeugt. Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu ter frommen Mel.: Wachet auf, ruft. Schaar. Doch die, die widers 260. Wachet auf vom spenstig war, heißt er nun von sich weichen. ihr Sünter! Erwacht, denn euch, 5. O Herr, mit welcher o Menschenkincer, erwarten Majestät wirst du das Urtheil Tod und Ewigkeit! Lohn und fällen! Die Sünder, die dich Strafe, Tod und Leben hat Von dem jüngsten Gerichte und Ende dieser Welt. 181 Gott in eure Hand gegeben. gehen: Steht auf! dann werErwacht, noch ist zur Buße Zeit! Gerecht, gerecht ist Gott, er hört der Frevler Spott! Frevler zittert! Wißt, was er spricht, gereut ihn nicht; er kommit gewiß, und hält Gericht! ten überall tie Toden auferstehen; tie aber noch am Leben sind, die wird des Höchsten Macht geschwind verwandeln und verneuen. 2. Schrecklich wird sein Zorn entbrennen; dann wird der Epötter ihn erkennen, des Baters eingebornen Sohn. Jauch zet, jauchzt, ihr seine Frommen, er wird zu eurem Heile kommen; bald kömmt er und mit ihm sein Lohn! Euch richtet Christus nicht, er selbst ging ins Gericht für die Sünder. Gott ist versöhnt, mit uns versöhnt; wer überwintet, wird gekrönt! 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen, denn plößlich bricht sein Tag herein. Und der Richter Herr, bewahr mich wird vom Bösen sein Reich, die vor der Gluth, wo böse GeiErde ganz erlösen, von Sünd ster leiden, und zeichne mich und Tode sie befrein. Heil, mit beinem Blut zu jenen Wonne, Seligkeit ist ewig uns selgen Freuden! Beschäme bereit. Anen! Amen! Die meine Zuversicht vor deinem Zeit ist nah, bald ist sie da. Richterthrone nicht, daß du Gelobt sei Gott! Hallelujah! mich ausgeföhnet! Mel.: Es ist gewißlich an. 261. 8 tommt gewiß die letzte Zeit den 6. Da sei du meine Sicherheit, und laß mich mit den Deinen, als Erben deiner Herrlichkeit vor aller Welt erscheinen! So geh ich in den Himmel ein, um ewig dort Bösen und den Frommen; der bei dir zu sein, dir ewig Dank Richter tommt in Herrlichkeit, und plöglich wird er tommen. 3u singen. Erwache doch, verstockte Welt, eh alles einst in Flammen fällt, und dich die Rache wecket! 3. Alsdann eröffnet sich das Buch, in welches Gott geschrieben, was hier zum Segen und zum Fluch die Menschen je getrieben. Da hört mit Zittern mancher an, was er für Böses hier gethan, auch was er längst vergessen. 4. O weh der Seele, die allhier res Höchsten Wort verachtet, und nur mit irdischer Begier zu fündigen getrachtet! Wie schändlich wird sie dort bestehn! Mit welchem Jammer wird sie sehn sich dort von Gott geschieden! 5. Mel.: Sei Lob und Ehr. 2. Sobald mit der Posaunen 262. Hall das Machtwort wird erEr kommt, er kommt zum Weltgericht, 182 Von dem jüngsten Gerichte und Ende dieser Welt. der Heiland, den wir ehren.| wohlzuthun, sie zu dem HimO weigert euch, Erlöste, nicht, mel führest, dann, Herr, wird jetzt auf sein Woet zu hören! völlig offenbar, daß dein die Wer hier nicht seine Stimme Macht und Gnade war, die hört, und hier nicht mit Ge- Deinen zu beglücken! horsam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 7. O laß mich dann, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor 2. Herr laß mich deiner dir stehen, und dir, so herrMajestät mit wahrer Freude lich du auch bist, getrost entdienen! Wie herrlich dich dein gegen sehen! Wenn deiner Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen. Doch, was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wenn du wirst wieder kommen. Feinde Rotte zagt, von Ren und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele! 8. Daß ich dies Glück erleben mag, so laß in diesem 3. Wenn vor dir die Natur Leben, o Heiland, deinen grodann bebt, und unter deinen Ben Tag mir stets vor Augen Füßen sich alles, was dir wi- schweben! Er reize mich, dir derstrebt, wird völlig beugen mich zu weihn, in deinem müssen; wenn alle Engel vor Dienste treu zu sein, und nie dir stehn, dann werden aller dich zu verleugnen! Augen sehn, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Wenn dann, o Herr, auf Mel.: Befiehl du deine W. dein Geheiß die Todten wie- 263. Ich denk an dein der dein Feind mit Gerichte, du RichFurcht, dein Freund mit Preis ter aller Welt! Der Thor sich aus dem Grab erheben; nenns ein Gedichte, das wer wird dann noch, Herr Schwachen nur gefällt! Mich Jesu Christ! daß du die Auf- soll sein Wahn nicht stören, erstehung bist, mit Frechheit weil mich dein göttlich Licht leugnen fönnen? und mein Gewissen lehren, du haltest einst Gericht. 5. Wer spotttet dann noch deiner Kraft, wenn du, die 2. 3ch höre die Posaunen, hier dich fliehen, für ihre o Herr, im Geiste schon; ich Schuld zur Rechenschaft mit sehe mit Erstaunen dich auf Majestät wirst ziehen? Wenn dem Richterthron, um den bie nun ihr Auge dich erblickt, heilge Menge erhabner Engel und sie dein Strafgerichte drückt, steht. Welch herrliches Ge dann werden sie verstummen. pränge! Welch hohe Majestät! 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre zierest, und, ihnen ewig fliehn. Herr, alle Menschen3. Unisonst sucht nun der Sünder vor beiner Macht zu Von dem jüngsten Gerichte und Ende dieser Welt. finder wirst du zur Rechnung als Herrscher eingenommen, ziehn. Du rufft und sie erscheinen vor deinem Richter thron. Den Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. du wirst dereinst zu rechter Zeit in großer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen! Gib, daß dann froh und mit Bertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun! Schon hier dem Fluch ent- 2. Wer faßt, o Heiland, 4. Frohlockend sehn dieFrommen dein göttlich Angesicht. nommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft sie! 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verböhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt! Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ewger Pein, und führest die Gerechten zu dei nen Freuden ein. 183 Mel.: Ewigkeit, du Don. 264. rhöhter Jesu, Gottes Sohn, der du schon längst der Himmel Thron jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die sich vor dir, Herr, beugen! Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 3. Dann tönt dein Raf in jedes Grab mit allmachtsvoller Straft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer das große unzählbare Heer der Todten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beſeelt, nun alle auf und feiner fehlt! 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß mich fromm wandeln, und hier zu aller Zeit so, wie ein Weis ser handeln, der seinen Richter scheut! 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Zohn nach seiner 7. Ist dann dein Tag vor- That zu geben. Dann trifft handen, wird diese Welt ver den Bösen Schmach und Bein, gehn, so hoff ich nicht mit den Frommen aber führst du Schanden vor deinem Thron ein in das verheißne Leben. zu stehn. Du stellst mich dann Wer leugnet dann roch, Jesu zur Rechten, von aller Schuld Christ! daß du der Erden befreit; führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Richter bist? dann 5. D gib, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir noch den Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh! ganz frei von Fluch und Von dem jüngsten Gerichte und Ende dieser Welt. Sünde! Laß mich im Glauben erbarmt er sich, und sein Gewacker sein und auch die kleinste richt ist fürchterlich. Sünde scheun! 6. Dein Name sei mir ewig werth; und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Niemals ermüde mir mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit! 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall und tönender Posaunen Hall der Erde Grund erschüttern, und plößlich nun der Bau der Welt wankt, frachend stürzt, in Trümmern fällt, wenn selbst die Himmel zittern, und vor den Richter hin gerückt der Spötter glaubet und erschrickt. 184 Mel.: Ewigkeit, du Don. 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit; wo werdet ihr Barmherzigkeit und Gnad und Rettung finden? Die ihr der Sünden Maß noch häuft, 265. Der er unsre Menschheit an sich nahm, als er uns zu versöhnen fam, fühlt, eh euch dieser Tag erkommt einst zu richten wieder. greift, die Lasten eurer SünNicht fern ist seiner Zukunft den; daß ihr nicht selbst euch Zeit. In aller seiner Herrlich einst verflucht, und in Ver feit steigt Jesus dann hernie- zweiflung Vindrung sucht! der. Vernimms, o Welt, und beßre dich! Der Tag des Schredene nahet sich. bebt in mir mein Innerstes, 6. Mein Herz erschrickt, es o Gott, vor dir! Ich bin ein 2. Warum verzeugt er? Missethäter. Begnadige, wenn fragt der Spott; wo bleibt dein Gericht, auch mir mein der Sündenrächer, Gott? Hört, ewig Urtheil spricht, mich, Herr, Sünder, hörts mit Beben! den Uebertreter! Du, der die Euch, die ihr frech ihm wider Sünde nicht verstößt, du Jeſu, strebt, und in der Bosheit hast auch mich erlöst! sicher lebt, zur Beßrung Frist zu geben! Doch bald ist euer Maß erfüllt! bald kommt der Richter und vergilt. 7. Tag Gottes, Tag der Ewigkeit, du predigst uns den Werth der Zeit, laut mit bes Donners Stimme! Reizt, Men3. Dann öffnet um euch her schen, nicht durch eure Schuld sich weit der Abgrund jener den Gott der Langmuth und Ewigkeit mit allen seinen Geduld, daß er nicht schnell erSchrecken. Dann wird euch, grimme! Denn schredlich wird wenn der Richter droht, nicht der Sünder Pein, und groß Berg noch Meer, nicht Grab der Frommen Wonne sein. und Tod vor seinem Zorne decken. Denn nun nicht mehr Von dem jüngsten Gerichte und Ende dieser Welt. 5. Aber einst erscheinet, ehe der man es meinet, doch sein Erden wird zu großer Tag, da des Zornes Wettern keiner von den Spöttern dann entfliehen mag. Feuersgluth schlägt dann mit Wuth über Erd und Welt zusammen; Alles steht in Flammen. Mel.: Jesu meine Freude. 266. Dieser Bau 185 Asche werden, fommt einst unser Herr. Kommt er zum Gerichte, so macht er zu nichte euch, ihr Zweifeler! Stolz seid ihr. wird all hier Alles, wie es ist, bestehen. Nichts wird je vergehen. 2. Solche Spötter waren 6. O wie sollen Christen allen Erdenlüsten ernstlich wiauch in jenen Jahren, eh die derstehn, wenn Gott sie zum Sündfluth kam. Aber diese Spötter fanden keinen Retter, Leben, das er bort will geben, dort dann soll erhöhn! Ja, der in Schug sie nahm. Troß schon hier, hier müssen wir dem Spott, berief doch Gott gern die Wege Gottes gehen, Wasser zu der Welt Verder- um ihn dort zu sehen. ben. Sünder mußten sterben. 7. So schaun wir im Glau3. Also, währts gleich lange, ben, den uns nichts soll rauspart zum Untergange Gott ben, auf die beßre Welt; sind nun auch die Welt. Einst stürzt in Hoffnung selig, sind getrost sie zusammen, wenn durch und fröhlich, wenn der Leib Feuerflammen sie in Asche fällt. zerfällt. Und wenn Gott einst Unser Herr, gerecht ist er, nach dem Tod lässet diese kommt dereinst zum Weltge Welt zertrümmern, wirds uns richte, macht denSpott zu nichte. nicht bekümmern. 4. Scheint er zu verziehen; 8. Gott kann sein Verspretausend Jahr entfliehen wie ein chen gegen uns nicht brechen, Tag vor ihm. Noch währt sein dessen wir uns freun. Ewige Verschonen; noch will er nicht Belohnung wird in seiner lohnen, strast noch nicht im Wohnung unser Erbtheil sein. Grimm. Seine Huld läßt noch Noch sind wir zwar sterblich Geduld über diesen Weltkreis hier, aber unvergänglichs Lewähren, Sünder zu bekehren. ben wird er dort uns geben. XXIII. Von dem Leben in der Ewigkeit. Mel.: Wer nur den lieben. wenn er sich dieses Körpers 267. Se ist noch eine Banden nach Gottes Willen Ruh vorhanden einst entreißt, und nun nicht für jeden Gott ergebnen Geist, mehr so eingeschränkt, als 186 Von dem Leben in der Ewigkeit. hier auf Erden, lebt und des Lebens müde werden, und denkt. fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt! 8. Gib, daß in Hofinung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Fürbild bist; so ernt ich von der Last der Zeit einst Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, wie selig sind doch alle die! In deinen Himmel aufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Last, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so segnet mit Zufrie: völlige Zufriedenheit! denheit auch deine Gnade die Erlösten nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst Mel.: Wer nur den lieben. ihnen offenbar, wie gut stets 268. Nach einer Prüfung deine Führung war. kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt mit frohem Lobgesang selbst für die aus gestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank! Nun jauchzen sie: es ist vollbracht! Der Herr hat Alles wohl gemacht. 5. Forthin erwartet sie kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr. Gott führt sie zu vollkommnen Freuden, und krönet sie mit Preis und Chr. O unaussprechlich süße Ruh! Wie herrlich, Höchster, segnest du! 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick, doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald 6. Wer kann hier deine kämpft in seinem eignen HerGnade fassen? Du willst den, zen ein Feind, der öfter siegt, der dich redlich liebt, nicht als fällt; bald sinkt er durch ewig in der Unruh lassen, die des Nächsten Schuld in kumdieses Leben noch umgibt. Omer und in Ungeduld. mach auch mich hier in der Zeit geschickt zu dieser Ewig feit! 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt, hier 7. Mein Heiland der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich kann der Mensch nie frei von Vom dem Leben in der Ewigkeit. Bein, nie frei von eigner| zu Millionenmalen noch segnen, Schwachheit sein. daß er mir ihn wies; da find 5. Hier such ichs nur, dort ich in des Höchsten Hand den werd ichs finden; dort werd Freund, den ich auf Erden fand. ich heilig und verklärt der 11. Da ruft, o möchte Gott Tugend ganzen Werth empfin- es geben! vielleicht auch mir den, den unaussprechlich gro- ein Selger zu: Heil sei dir, ßen Werth; den Gott der denn du hast mein Leben, die Liebe werd ich sehn, ihn lie- Seele mir gerettet, du! O Gott, ben, ewig ihn erhöhn. wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 187 6. Da wird der Vorsicht beilger Wille mein Will und 12. Was seid ihr Leiden diemeine Wohlfahrt sein; und ser Erden noch gegen jene Herrlieblich Wesen, Heil die Fülle, lichkeit, die offenbart an uns am Throne Gottes mich er- soll werden, von Ewigkeit zu freun. Dann läßt Gewinn Ewigkeit? Wie nichts, wie stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein 269. Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott mein Heil sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig fingen dem Camme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn Mel.: Wie schön leucht. zückt, wenn Mein ganzer Geiſt, Gott, wird entHimmel blickt, den du für uns er nach jenem bereitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet! Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 9. Da werd ich in der 2. Was sind die Freudent Engel Schaaren mich ihnen dieser Zeit, Herr, gegen jene gleich und heilig sehn, das Herrlichkeit, die dort bei dir nie gestörte Glück erfahren, zu finden? Du stellst uns hier mit Frommen stets fromm auf Erden zwar viel Wunder umzugehn; da wird durch je- deiner Güte dar, zum fröhden Augenblick ihr Heil mein lichen Empfinden. Doch hier Heil, mein Glück ihr Glück. sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr 188 Von dem Leben in der Ewigkeit. Dort wischest werd ich dich, Herr Jesu Christ, so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen! Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben! und kein Grab. du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu; das alte ist vergangen! Hin fort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen 4. In unsers Gottes Heilig- vorbehält! Kein Mensch kann thum schallt seines Namens sie erwerben. D Jesu, Herr hoher Ruhm von lauter frohen der Herrlichkeit, du hast die Zungen. Hier strahlt die Herr Stätt auch mir bereit, hilf lichkeit des Herrn; hier schaut sie mir auch ererben! Laß man sie nicht mehr von fern; mich eifrig darnach streben, hier wird sie ganz besungen. und so leben auf der Erde, Völlig gibt sich den Erlösten, daß ich dort dein Erbe werde! sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 5. Bor seinem Antlitz wanMel.: Befiehl du deine. deln sie, auf ewig frei von 270. Erhebt das Haupt, seine aller Müh, und schmecken Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausend fache Lust kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, fein treit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder! Ewig werd ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen. O ein Umgang voller Segen! Schnell, schnell entflieht die Zeit. Der letzte Tag wird kommen, und dann ist Ewigkeit. Rein Ohr hats ganz vernommen, kein Auge ganz erblickt; in kein Herz ists gekommen, wie Gott uns dann beglückt. 2. In des Erlösers Lichte erwachet unser Staub, und wird vor dem Gerichte dann nicht der Hölle Raub. Was sterblich war, verschwindet, Schmerz wird zufriedenheit, und der Gerechte findet gehoffte Seligkeit. 3. Dann wird in ewger Wonne sich unser Geist er 7. Wo ist mein Freund, des freun, der Herr selbst unsre Höchsten Sohn, der mich ge- Sonne und unsre Freude sein. liebt? Wo glänzt sein Thron? Dann schau ich mit den SeiIn jenen Himmelshöhen. Da nen, wie mire sein Wort ver Von dem Leben in der Ewigkeit. spricht, befreit vom Schmerz| das mir dein Tod verund Weinen, des Heilands heißt! Angesicht. 4. Dann werden wir im Lichte der Weisheit Rath verstehn, wenn wir von AngeMel.: Allein Gott in der. fichte Gott voll Bewundrung 271. Der Freuden Fülle sehn. ist bei dir, mein Dann werden wir ihn Gott, in jenem Leben! Da preisen, daß er une gut ge geführt, und ihm den Dank beweisen, der ewig ihm gebührt. wirst du ewig, ewig mir die volle Gnüge geben. Da seb ich dich im reinen Licht von Angesicht zu Angesicht, voll hoher Himmelsfreuden. 2. Auch deine Werke werd ich dann in ihrer Größe sehen; mehr als ich hier begreifen kann, werd ich davon verstehen, wenn mein verklärtes Aug dich sieht, und ich dein unbeschränkt Gebiet in Engelkraft durchwandle. 3. Belebt von größrer Heiligkeit in allen meinen Trieben, werd ich, was dich, mein Sott, erfreut, ohn alle Mängel üben! welche Quelle reinster Lust, sich keiner Sünde mehr bewußt, in deinem Licht stets handeln! 5. Dann weicht, was un vollkommen und was vergänglich war, und ewig wird den Frommen Gott näher offenbar. Da schenkt uns WeisheitFreude, Vollkommenheit bringt Rub. Dann ist des Lebens Weide das höchste Gut, Herr, du! 6. Dann wird uns das enthüllet, was wir hier dunkel sahn; ganz wird das Herz gestillet, und darf dem Herrn sich nahn. Dann rühmen wir den Segen, ben des Allmächt gen Hand uns auf verborgnen Wegen durch Christum zugesandt. 189 7. Was die Vernunft nicht denket, was hier kein Mensch ermißt, das wird uns bort geschenket, wo Gott uns Alles ist. Da wird das, Danklied schallen: Herr Jesu, hier iste gut! Und Alles wiederballen Herr Jesu, hier ists gut! 8. Erretter meiner Seele, wie hast du mich geliebt! 5. Mit nie geschwächter Ach! wenn ichs dort erzähle, Munterfeit der neuen Lebenswo mich dein Licht umgibt: träfte, vollbring ich immer wie freudig will ichs singen! hoch erfreut die himmlischen Hilf mir durch deinen Geist Geschäfte, wozu mich mein zu diesem diesem Leben bringen, Beruf dann weist, wenn dich 4. Mein Leib, zur Herrlichfeit verklärt, ganz Stärke, Kraft und Leben, von Allem frei, was hier beschwert, mit Himmelsglanz umgeben, nimmt an der Hoben Wonne Theil, an allem Glück, an allem Heil, das meinen Geist entzücket. Von dem Leben in der Ewigkeit. mein ganzes Wesen preist im ein Gast; doch leicht wird Denken, Reden, Handeln. dieses Lebens Last, die sonst so oft ermüdet. 190 6. Dort glänzt um mich das reinste Licht von deinem 2. 3ch denke meine Jugend ewgen Throne, dein väter liches Angesicht seh ich in deinem Sohne. Dein schöner Himmel ist mein Haus; ich gehe bei dir ein und aus, mit Seligkeit umgeben. mir, und dann die manchen Jahre, die ich durch sie als Pilger hier, vom Glücke meiner Bahre noch lang getrennt, durchwandern kann. O Gott, mein Vater! dent ich dann, wann werd ich dich erblicken? 7. Den Jesum, den ich hier geliebt, seh ich in seiner Wonne. Die Herrlichkeit, die ihn umgibt, ist mir auch Licht und Sonne. Was jetzt noch unaussprechlich ist, vergnügt mich dort durch Jesum Christ, den Schöpfer meiner Freuden. 8. Mit den Beglückten jener Welt, die deinen Thron umgeben, Gott, werd ich ihnen zugesellt, in süßster Freundschaft leben! Dann werd ich erst der Freundschaft Glütd rein, obne finsteres Geschic, mit ihnen ewig theilen. 9. Ja Herr, mein Gott. allein bei dir ist aller Freuden Quelle! Ich schöpfe braus! doch bleibt sie mir stets voll und frisch und helle. Welch lieblich Wesen findet sich zu deiner Rechten ewiglich! Gott, laß auch michs genießen! 3. Wann preis ich deine Güte da, wo ewig Freude wohnet? wäre mir die Stunde nah, die deine Frommen lohnet; die mich zur kühlen Todesgruft, und da zum bessern Leben ruft! Wird sie mir bald erscheinen? 4. Ja, dieser Stunde, Herr, wart ich mit trosterfüllterSeele! Sie führt zu meiner Wonne mich, von der sich meine Seele nur schwach das Glück hier denken kann, das mich erwartet, wo mir dann mein ewig Erbtheil bleibet. Mel.: Wenn mein Stündl. in der Welt, und 273.& in Pilger bin ich kurz sind meine Tage; so mans dhe Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage; doch, Vater deine Ewigkeit versüßt mir meine Pilgerzeit, und stärkt mich selbst im Leiden! Mel.: Sei Lob und Ehr. 272. Wenn sich zu jener 2. Jetzt da die Sünde mich Seligkeit hinauf noch drückt, seufzt meine bange die Seele schwinget, und dir, Seele. Wie bald ist nicht mein o Gott, von ihr erfreut, auch Herz berückt! Wer merkt, wie bier dein Lob schon singet, oft er fehle? Doch einst werd dann dünk ich mich hier nur ich vollkommen rein, ganz hei Von dem Leben in der Ewigkeit. mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage, so mildert 3. Vor meinen Augen wan- mir die Ewigkeit das kurze deln die, die dich, o Jesu, Elend dieser Zeit, daß nicht schmähen; ihr freches Herz mein Herz verzage. bethöret sie, daß sie dein Heil 6. Wenn einst, der jetzt von nicht sehen! Einst bebt der ferne dräut, der Tod mir näSpötter, Herr, vor dir, wenn her winket; wenn nach der Ardu als Richter kommst und beit dieser Zeit mein Haupt wir frohlockend dich erheben. zum Schlummer sinket, so sterb 4. In stiller Nacht wein ich ich froh; die Ewigkeit zeigt oft, Herr, hinauf zu deiner mir des Himmels Herrlichkeit, Höhe; mein schwaches Herz die Alles übersteiget. seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe! Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 7. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen; mich stärke deine Ewigfeit bei meiner Wallfahrt Schmerzen! Sie sei in meinem Leid mein Heil, und einst mein längst genünschtes Th. il, wenn ich vom Tod erwache! lig und ganz selig sein; dies tröstet meine Seele! 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in un Zweite Abtheilung. Lieder über die chriftlichen Lebenspflichten. 1. Von der Buße und Bekehrung. 191 Mel.: Vater unser im H. 274. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb res Sünders Tod; mein Wunsch und Wille an der Erlösung Theil. Hier findest du Trost, Gnad und Heil, und Gott besiegelts mit dem Eio. O selig, wem cie Sünd ist leid! ist vielmehr, daß er rechtschaffen 3. Doch hüte dich vor Sisich bekehr, sich beßre in der Gnadenzeit, und mit mir leb in Ewigkeit! cherheit; denk nicht: zur Buß ists immer Zeit, ich will mich meines Lebens freun, und werd 2. Dies Wort bedenf, o ict, dessen müde sein, alsdann Sünder wohl; verzage nicht will ich bekehren mich, Gett verzweiflungsvoll; du nimmst wird wohl mein erbarmen sich. Von der Buße und Bekehrung. 4. Wahr ist es, Gott ist stets du oftmals sein Gemüthe, zu bereit zum Wohlthun, zur fühlen seine Sündennoth. Wohl Barmherzigkeit; doch, wer auf dem, der deine Stimme hört, GnadeBöses thut, und der Ver- und redlich sich zu dir bekehrt! söhnung theures Blut verachtet, seiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnädig an; machst ihn zu deis In seinem Sohne will nem Kind und Erben, daß er dir Gott das Leben schenken frohlockend rühmen kann: Wie für den Tod; allein, entd edt groß ist Gottes Baterhuld! jein Wort dir wohl, wer von Er tilget meine Sündenschuld! uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben ist dir fund; verborgen ist die Todesstund. 6. Heut lebst du, heut be. febre rich; eh morgen kommt, fanns ändern sich; wer heut ist stark, gesund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn. Stirbst du nun ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich mich gläubig nahe dir, und ich betebre unverweilt, eh mich mein Ende übereilt, damit ich heut und jederzeit zum letzten Auftritt sei bereit! 192 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer, muß ber verschmachten, von dem, Gott deine Gnade weicht! Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering sie schätzt. 5. So gib daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sei, damit mich ja nicht die Verstodung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sündendienste zugebracht, zu deinem Zorngefäße macht! 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben; drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Mel.: Wer nur den lieben. 275, Gott, hilf mir, daß Sündenelend sich entreißt! ich Buße thue 7. Verleihe mir dazu die weil mich noch deine Stimme Gnade, die uns vom Sünrenlodt! Bewahre mich vor fal- eienst befreit, und leite mich scher Ruhe, dabei das Herz sich selbst auf rem Pfare der christ leicht verstockt, wenn du selbstlichen Rechtschaffenheit! Wie das Gewissen rührst, und zum selig bin ich dann schon hier; Gefühl der Süncen führst! wie glücklich einst, mein Gott, 2. Du willst, nach deiner bei dir! großen Güte, nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst Von der Buße und Bekehrung. In eigner Melodie. dir allhie in meiner Noth mit Thränen; in Demuth beugt nes Geistes Sehnen; vergieb fich dir mein Knie; hör meidu Brunnquell aller Gnaden, mir Alles gnädiglich, was ich sich doch wie mein gebeugter von Kind auf wider dich so Muth mit Schmerzen ist beladen! Ach Gott, wie schwer brückt deine Hand! Du drobst; bein Bogen war geſpannt; dein Pfeil dringt ins Gewissen. schwer verschuldet habe! 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie von meinem Herzen, der du die Schuld gebüßet hast am Kreuz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht mit großem Web in meinen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage! 110 7. Mein Heiland, ach vermens willen, laß deine Wahrgib die Schuld um deines Naheit, deine Huld des Herzens dir nicht mehr erbeb, und dir Zweifel stillen, daß ich vor hinfort zu Ehren leb, im kindlichen Gehorsam! 3. Gott, meine Thorheit auch empfinden! Wie schrecklich stört mich aus der Ruh der Anblick meiner Sünden! Ja, ich weiß weder aus noch ein, und müßte gar verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 276. Herr Jefu Christ, du höchstes Gut, 193 8. Etärf mich mit deinem deiner Wunden, wasch mich Freudengeist, heil mich, Kraft meinen letzten Stunden, und mit deinem Todesschweiß in nimm mich dann, wann dirs gefällt, im wahren Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten! 4. Weil aber dies dein Mel.: Straf mich nicht. ligster mich in ceiWort mir sagt, der Sünder 277. Strafe nicht, o Heisolle leben, der thränend seine Schuld beklagt; du wollest ihm nem Grimme! Höre, Herzensvergeben; ja weil du alle kündiger, meines Flehens Stim, Huld verheißt dem, der sich me! Sende du Trost mir zu, mit zerknirschtem Geist im reiß mich aus den Glauben zu dir nahet. sehe sie mich tödten! Nöthen, 5. Und weil auch ich in 2. Wird dies Herz im Grabe meinem Sinn, als aus dem sich deiner Güte freuen? Gott Schlaf erwecket, ein höchst be- des Lebens, todt kann ich dir trübter Sünder bin, den sein kein Danilied weihen! Rette Gewissen schrecket, und mögte mich, daß ich dich, weil ich gern von Sünden rein und hier noch lebe, dankbar froh durch dein Blut begnadigt sein, erhebe! wie David und Manasse. 3. Nichts als deine Vater6. So komm ich denn zu huld kann mich glücklich maLuth. Sess. 13 194 Von der Buße und Bekehrung. chen. Ach, gedent nicht meiner Gott, ins Gericht! Dein Sohn Schuld, stärke du mich Schwa- hat mich verfühnet. chen! Heile mich, zeige dich mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 4. Colls ja so sein, daß Straf und Bein auf Sünden folgen müssen; so fahr hier fort, nur schone dort, muß ich auch viel hier büßen. 5. Vergieß der Schuld, gib mir Geduld und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze! 4. Wann wirst du mich doch erfreun? Wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr ich dein, und ich hab in Zähren meine Nacht oft durchwacht! Eil, Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tief gebeugt bin 6. Verfahr mit mir, wies ich, und von Seufzen müde; dünfet dir; du stärkst mich, es meine Seele sebnet sich nur zu leiden. Nur wollst du mich umsonst nach Friede. Ach, wie nicht ewiglich von deiner Gnade lang soll ich bang, Heiland scheiden! müder Seelen, trübe Stunden 7. Das thust du nicht; mit zählen? Zuversicht kann es mein Glaube hoffen. Durch Christi Tod steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 8. Herr Jesu Christ, mein Zuflucht ist das Kreuz, an dem du starbest, und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest! 6. Doch, o Seele zage nicht! Gott verstößet keinen, der ihm fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Christ seiner theur Erlösten; deß will ich mich trösten. In bekannter Melodie. 9. Hier, hier bleib ich und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden. Ich werde dort 278. Ach Gott und Herr, bei dir, mein Hort, ererben ewge Freuden! wie groß und schwer sind meine vielen Sün den! Wie drückt mich doch 10. Gott Ehr und Ruhm! des Elends Joch! Wo kann ich Hülfe finden? sein Eigenthum bleib ich in Jesu Namen! Ich zweifle nicht; mein Heiland spricht: Wer 2. Flöh ich gleich weit, voll Bangigkeit, bis an des Erbe glaubt, wird selig. Amen! reichs Enden, der Angst und Bein befreit zu sein, würd ich sie doch nicht wenden. starim Mel.: Herr, ich habe mißg. 3. Zu dir flieh ich, verstoß 279 Dir ir allein hab ich gesündigt, Herr, nicht mich, der ichs so sehr verdienet! Ach geh doch nicht, bei dem ich Gnade such! Ein Von der Buße und Bekehrung. gerecht Gefeß verkündigt jedem Uebertreter Fluch. Und was kanu vor seinen Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 2. Rann ich deinem Arm entfliehen? Du bist allenthal- 6391 ben nah. Flöh ich, dir mich Mel.: Allein zu dir, Herr. 280. Auf dich allein, Herr zu bu da. Stürzt ich in die Tiefe nieder; deine Rechte hält mich wieder. 3. Herr, ich flieh in deine Hände! Außer dir ist keine Ruh; dein Erbarmen hat kein Ende. Wer ist gnädiger, als bu? Du bist Gott und kannst vergeben; ach, vergib und laß mich leben! 4. Groß sind meiner Sünden Schulden; ihre Bast ist mir zu schwer. Ja, wenn, länger mich zu bulben, beine Langmuth müde wär, müßt ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. 195 finden, zieh mich immerdar zu dir! Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben! 5. Mich für straflos zu erflären, reichet nicht Bedaurung zu, und verflöß mein Herz in Zähren, fänd ich darum doch nicht Ruh. Können eines Sünders Thränen dich, o Heiliger, versöhnen? mein Vertraun sich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden! Es ist kein Retter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nothen helfen kann. Dich ruf ich an, du bists, der helfen will und kann. 2. Erlöser, meine Schuld ist groß, sie reuet mich von Herzen! Erbarme dich und sprich mich los durch deines Todes Schmerzen! Weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast; mein Glaub umfaßt dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb erweise! Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Na6. Gottversöhner, dein Er- mens Preise! Sei mir in meibarmen, dein für mich ver- ner Prüfungszeit ein Helfer goßnes Blut, und dein Tod voll Barmherzigkeit; und naht erlöst mich Armen, heilet mich die letzte Stunde sich, dann und gibt mir Muth! Dein zeige dich in deiner Snad und Verdienst ists, was mich decket, rette mich! wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Mel.: Jesu meines Lebens. Sünden, ſchaff ein reines Herz 281. Jch erhebe mein in mir, laß bei dir mich Ruhe sehn13* Von der Buße und Bekehrung. suchtsvoll, mein Gott, zu dir! willst leiten, der dir Treu und Denn ich kenne deine Güte! Glauben hält, offenbarst du Owie theuer ist sie mir! Gott allen Seelen, die zu ihrem der Liebe und des Lebens! Theil dich wählen. Deinen Keiner harrt auf dich verge- ganzen Gnadenbund machst du bens. Nur Verächter deiner deinen Kindern fund. Huld stürzet thre eigne Schuld. 7. Dir will ich mich gern 2. Lehre mich, Herr, deine ergeben; Gott, mein Gott verWege; zeige deinen Willen mir, laß mich nicht! Laß mich imdaß ich nicht verirren möge, mer heilig leben, Herr, vor führe du mich selbst zu dir! deinem Angesicht! Keine schnöde Gett, du siehest mein Ver- Lust der Sünden müsse mich trauen! Eicher kann ich auf mehr überwinden! Ach bewahr, dich bauen. Deine Batertreue ich bitte dich, meinen Geist ist ewig, wie du selber bist. und stärke mich! dute 196 3. Ach, gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! Laß mich Armen Gnade finden, den eige Mel.: O Gott, du frommer. dnit Gott vor deinem Angesicht! 282. Herr, höre mein " Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen! Oso höre denn auch mich; meine Seele hofft auf dich! um deiner Wahrheit willen! Du bist an Gnade reich, und wirst mein Seufzen stillen. Ach geh nicht ins Gericht mit deinem armen Knecht! Vor diro Herr, ist ja tein Sterblicher gerecht! 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth! Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir 2. Die Größe meiner Schuld befehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht! schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind ich sie; o tröste tu mich wieder, daß mir der Seele Echmerz nicht alle Kraft verzehrt! Wer ist, der außer dir mir wahren Trost gewährt? 5. Tu erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, 3. Zu dir, o treuer Gott, über ihre Schuld betrübt. erheb ich Herz und Hände! Freude schenket deine Güte Mein Heil steht nur bei dir. dem geängstigten Gemüthe, O daß ich Hülfe fände! Für welchem du die Sündenlast Recht laß Gnad ergehn! Ich liebreich abgenommen hast. hoffe, Herr, auf dich! Zeig 6. Herr, zu was für Selig- mir den rechten Weg, denn feiten du in jener bessern nach dir sehn ich mich. Welt jeden Frommen noch 4. Ich will, o stärke mich, Von der Buße und Bekehrung. ich will die Sünde hassen! Mel.: Wer nur den lieben. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen! das was dir gefällt, auch von mir gethan! mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn! 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers willen! Laß seines Opfers Trost auch mein Gewissen stillen! Du bist die Liebe selbst, ganz unveränderlich. Dein will ich ewig sein; o Gott, erhöre mich! astid armer Nur 284. Jch armer Menſch, werd der steh hier vor Gottes AnFühr gesicht. Ach Gott, ach Gott, derfahr gelinder, und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! ist Mel.: Herzliebster Jesu, w. 197 283.[ us dunkler Tiefe, Herr, mit schwerem Herzen ruf ich zu dir in meiner Sünden Schmerzen! O mache mich, Gott, meines Kummers ledig, und sei mir gnädig! 2. Beschämt erfenn und fühl ich meine Sünden. Laß, Bater, mich Erbarmung vor dir finden! Willst du auf Schuld und Uebertretung sehen, wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben! Du willst nicht tödten, nein, wir sollen leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir, Herr, alle meine Fehler! Dein harret, Bater, meine müde Seele! Laß Trost und Ruh, um des Versöhners willen, mein Herz erfüllen! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner Missethat! Hilf, daß ich wie der Gnab erlange, weil mich dein Sohn verföhnet hat! Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! 3. Erhöre doch mein sehnlich Schreien, erbarmungsvolles Vaterherz! Eil, mir die Sünden zu verzeihen, und lindre meinen Seelenschmerz! Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! 4. Ach, laß mich nicht vergeblich klagen! Erhöre mich; verwirf mich nicht! Wirst du die Gnade mir versagen, die mir dein Wort so oft verspricht? Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! 5. Wahr ist es, übel steht der Schade, den niemand heilt, als du allein. Ach aber, Vater, Gnade, Gnade! Laß mich doch nicht verloren sein! Erbarme dich, erbarme dich, Gett mein Erbarmer, über mich! 6. Ach nicht, wie ich verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd! Um Jesu willen, Vater, schone! 198 Von der Buße und Bekehrung. Erkenn mich wieder für dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! 7. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, nur dieses Wort ist mein Begehr: Geh hin, die Sünd ist dir verge ben, doch sündige forthin nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! 8. Ich hoff auf dich, ich bin erhöret; erhöret bin ich zweifelsfrei, weil sich der Trost im Herzen mehret; drum end ich gläubig mein Geschrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! In eigner Melodie. 285. Nus tiefer Notb vertrauen. Verkündigt doch sein wahres Wort mir ihn als Trost und treuen Hort; das soll er ewig bleiben. 4. Und müßt ich hoffen bis zur Nacht, dann wieder bis zum Morgen; doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thue mit mir jeder Christ, er harre deß, der gnädig ist, des alten treuen Gottes. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Arm, zu helfen, hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der uns, sein Volk, erlösen wird von allen unsern Sünden. Mel.: Ein Lämmlein geht. schrei ich zu 286. Erbarm bich, Herr! dir, Herr, höre meine Stimme; verbirg dein Antlitz nicht vor mir, laß ab von deinem Grimme! Denn gehst du mit uns ins Gericht, ach Heiliger, so kann ich nicht, so kann kein Mensch bestehen! mein schwaches Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz sich auf den. Irrweg leiten! So wankt ein Rohr, vom Wind regiert. So irrt, von Leidenschaft verführt, 2. Die stolze Selbstgerech- auch oftmals meine Seele. tigkeit darf, Gott, vor dich Herr, hilf mir, daß ich als nicht kommen; sie hat stets ein Christ das flieh, was vor ein beflecktes Kleid, auch bei dir strafbar ist, und nur das den größten Frommen! Aus Gute wähle! Gnade nur, aus Vaterhuld vergibst du Sündern ihre Schuld, daß man dich rühm und fürchte. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken! Erhebe den verirrten 3. Drum will ich nur auf Sinn zu himmlischen Gedanmeinen Gott, nicht auf Ver- fen! Wenn von dem Dienſt dienste bauen; ich will in mei- der Eitelkeit mich deines Gei ner Sündennoth dem Gütigen stes Kraft befreit, so wird es Von der Buße und Bekehrung. mir gelingen. Ich halte deis zu dir geeilet, weil ich sonsten nem Geiste still; ich will mich ändern; Herr, ich will, gib selber das Vollbringen! niemand find, der mich Armen heilet! Meine Wunden sind sehr groß, groß sind meine Sünden; mach mich von denselben los, laß mich Gnade finden! 3. Umsonst such ich der Tugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und mich, be freit vom Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leitest. Du hafsest jeden falschen Schein; sehen. Doch mit Ernst willst du verehret sein. Herr, hilf um Jesu willen! Erhebe den gebeugten Muth! hilf mir der Seidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen. 2. Zwar ich bins nicht werth, zu dir kindlich aufzudu bleibst ein vernimmst mein mein Herz, ermunterst mich, es vor dir zu stillen. Du erhörst mich väterlich noch um Christi willen. Vater mir, du Flehen; kennst 4. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht der Sünden meiner Jugend! Wie hart schien mir oft meine Pflicht; wie rauh die Bahn der Tugend! Und doch trugst du mich mit Geduld. Laß, Vater, laß mich diese Huld nicht undankbar verachten! Dir folgen ist mein wahres Heil. O laß mich als mein bestes Theil auch immerfort betrachten! 5. Ich bin ein Mensch, du kennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte! Doch meine Seele hofft auf dich! Du wirst 5. Preis sei dem Allgütigen, zu dem Geschäfte der Heili- der mein Seufzen kennet, der gung mir Kraft verleihn, und dem Gnabesuchenden freien mich mit deiner Hülf erfreun, Zutritt gönnet! Sing es, Seele, vor bir gerecht zu leben. Ich, vor dem Herrn, fleuß von bein erfauftes Eigenthum, will Freuden über: Gott, dein Gott, dafür deines Namens Ruhm verstößt nicht gern, er begnain Ewigkeit erheben. 089/ digt lieber. von 6. Ewig bist du so gesinnt, Mel.: Schwing dich auf. Schöpfer meiner Seele! Ach, 287. Niebster Bater, ich wenn ich dein strauchelnd Kind dein Kind, fomm noch aus Schwachheit fehle 199 3. Du bist meine Zuversicht, außer dir ist keiner. Dein Geschöpf verwirfst du nicht, Gott, dich jammert seiner, der du deinen Sohn für mich in den Tod gegeben; sein Erlöster bin auch ich, theur erkauft zum Leben! 4. Cies, dies soll in jedem Schmerz mein Vertraun erwecken; vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir erschrecken. Trauen will ich, Vater, dir, stets die Sünde hafsen, nie vergessen, daß du mir so viel Schuld erlassen! Von der Buße und Bekehrung. so gedenkst du, der du weißt,| 4. Mein Vater, schaue Jedaß mein Herz dich ehret, ich sum an, den Gnadenthron der sei Staub und du verzeibst dem, Sünder, der für die Welt ge= der wiederkehret. nug gethan, durch den wir Gottes Kinder und Erben der Mel.: Herr Gott, der du. dem ich Ruhe find; er ist ja Verheißung sind. Der ists, bei stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott jei mir Sünder gnädig! 288. Dönig, 200 deſsen Majestát sich über Alles hebet, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem der Erdkreis bebet, der Himmel ist dein helles Kleid, und Einn in diesem ganzen 5. Regiere doch mein Herz du bist voll Macht und Herr- Leben; du bist mein Gott, und lichkeit, sehr groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich gonz ben immerdar durch wahre gar, GlauLiebe thätig! Läßt sich denn noch viel Schwachheit sehn, so ſoll mein Herz mit WehSünder gnädig! muth flehn: Gott sei mir 6. Mein Leben und mein 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deinen Trost und Rath; mein Gott, du hilfst ja gerne! Doch, meiner Fehler große Zahl schrect und verfolgt mich überall; Mein Glaube ist nicht thätig. Drum schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sei mir Sünder gnädig! Sterben ruht allein auf deiner Gnade. Mir geh es übel oder gut, gib, daß es mir nicht schade! Und kommt mein Ende nun heran, so stärk mich auf der Todesbahn, mach mich von Sünden ledig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer 3. Die Schulden, der ich mich bewußt, beschweren mein Gewissen; drum schlag ich reuend an die Brust, die an: Gott sei mir Sünder Schmerz und Leid zerrissen. gnädig! Ich, der ich mich von dir gekehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du Mel.: Herzliebster Jesu. wintft, ſo bet ich mit ganz 289. Allein an dir, mein zerknirschtem bangen Geist, Gott, hab ich ge= der gleichwohl dich noch Bater sündigt! O laß die Gnade, heißt: Gott sei mir Sünder die dein Wort verkündigt, gnädig! wenn Sünden uns von gan Von der Buße und Bekehrung: zem Herzen reuen, auch mich erfreuen! 2. auch Dein Sohn hat ja sich für mich gegeben. Laß mich vor dir um seinetwillen leben. Tilg aus die Laster, welche mich entweihen, weil sie mich reuen. eine 3. Erschaff in mir, Gott, ine Seele, ein neues Herz, das deine Wege wähle! Befestge es, und stärke sein Bestreben, nur dir zu leben! 4. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! Gib deinen Geist, daß er mich unterrichte; gib ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege mich leiten möge! 5. Erquicke mich in meiner Seele Leiden mit deiner Hülfe; gib den Geist der Freuden, damit er, weil ich keine Kraft besige, mich unterstütze. 201 Mel.: Wenn mein Stündl. 290. O Vater der Barmdir zu Fuße, und thu noch in herzigkeit, ich falle der Gnadenzeit von ganzem Herzen Buße! Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbardeiner großen Güte! mer, das verzeihe mir, nach 8. Ein Herz voll Kummers, dich erzürnt zu haben, das liebst du, das willst du mit Troste laben. Du wirst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht verachten! 2. Du Geber wahrer Seelenruh, nimm von mir, was mich quätet! Durch deine Gnade wirke du, woran es mir noch fehlet. Gib mir den Geist der Heiligung, daß ich in meiner Besserung es täglich weiter bringe. 3. Und du, o Jesu, der du du hast aus freier Huld auch dich für uns dahin gegeben, mich erlöst zum ewgen Leben! Dein Seligmacher und mein Gott, erbarm dich meiner Ceelennoth, und gib mir deinen Frieden! 6. Mit neuer Treue will ich dich verehren. Ich will die Sünder deine Wege lehren. Mein Beispiel soll sie reizen, deinen Willen gern zu erfüllen. 7. O höre, Gott, erbar mend auf mein Flehen! Wie von der Lasterbahn, und von solltest du ein reuend Herz der Lüste falschem Wahn mich verschmähen, ein Herz, das immerdar zurücke! dich im Glauben ernstlich sutheures Blut, zur Rettung vom 4. Für Sünder floß dein Verderben. So tomm es denn auch mir zu gut, im Leben und im Sterben! Es schrecke chet, der Sünde fluchet? Seelen Licht, Regierer der 5. Geist Gottes, du der Gedanken, erinnre mich ans Weltgericht, wenn ich beginn Rotte flieb, uni Ehrsucht, Geiz zu wanken, daß ich der bösen und Wollust nie mein Herz beflecken möge! POTON 6. Und schlägt die letzte Stund auch mir, so bilf mir Von der Buße und Befehrung. überwinden! Laß meine Seele soll mich dir entreißen, der ich Trost bei dir, du Gott des dir angehöre; folg ich nur Trostes, finden! Belehre mich deiner Lehre. daß Schmerz und Noth, und selbst der letzte Feind, der Tod, mich doch zum Leben führe! 7. Der du mein Herz gewannst, Gedanken lesen kannst, vor dem ich dankbar weine, du siehest wie ichs meine, du siebest mein Bestreben, dir kindlicher zu leben. 202 Mel.: Wo soll ich fliehen. 291. Me flieb ich Sünder hin, der ich umgeben bin von Schrecken meiner Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Hilift u, Herr, mir nicht wieder, so fint ich trøstlos nieder! sink 2. Ja du, o Jesu, du rufft mir noch gnädig zu! Mithoffendem Gemüthe flieh ich zu deiner Güte. Du hilfst beladnen Seelen, die dich zum Retter wählen. 3. 3ch traue nur auf dich; dein Blut floß auch für mich. 8. Herr, deß ich ewig bin, gib mir den festen Sinn, das alles stets zu meiden, was mich von dir kann scheiden! So leb ich dir, und erbe den Himmel, wenn ich sterbe. mel, wenn ich sterbe. Mel.: Sei Lob und Ehr. 292. Dein bin ich, Herr, dir will ich mich zum Opfer übergeben; lebendig, heilig, rein will ich vor deinen Augen leben! Wie könnt ich eines andern sein? Bin Tilger meiner Sünden, laß ich nicht durch die Schöpfung mich den Frieden finden, der niederschlägt, was fränket und den die Welt nicht schenket! dein, und dein durch die Erlösung? 4 Wie groß die Sünde sei, machst dn mich dennoch frei, der ich dein Kreuz umfasse, und dir mich überlasse. Du sprichst: Tir ist verziehen! und alle Schrecken fliehen. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte! Erbarmen war dein. Angesicht, mich von der Finsterniß ins Licht zu dir zurückzurufen. 5. Zwar viel noch mangelt mir; doch, Gütiaster von rir tommt jede gute Gabe, die ich noch nöthig habe! Du wirst mich unterstützen, und in Versuchung schützen. 3. Dein, dein ist die Barm herzigkeit, eu liebest selbst bie Sünder. Seid, russt eu, heilig, mir geweiht, und meiner Gnade Kinder! Laßt euch er6. Wie unerschrocken rubt neuren, werdet gut; dort fliedas Herz in deiner Hut! Du ßet der Versöhnung Blut, von hast ja selbst verheißen: nichts Sünden euch zu waschen. Von der Buße und Bekehrung. 4. Dein Sohn erniedrigt werth; dennoch hat in seinem sich und stirbt zur Tilgung unfrer Strafen, büßt für die Laster, und erwirbt Befreiung ihren Sklaven. Wie könnt ich eines antern sein? Bin ich nicht durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung? Worte er sich gnadenreich erflärt, und des ewgen Lebens Pforte durch sein Blut selbst aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm erkauft mit seinem Leiven, will ich mich, Gott, dein Eigenthum von dir nie wieder scheiden! Gekreuzigt werde mir die Welt, getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirke deine Kraft in mir! Ich habe kein Vermögen, die Sünd und alles, Gott, was dir verhaßt ist, abzulegen! Hier ist mein Herz, nimm mich ganz hin, und gib mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle! nd 203 4. Rommet alle, fommet her, fommet, ihr betrübte Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf, und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung fin7. So werd ich, der ich den, daß dies Wort mich tröfinster war, ein Licht in dei- sten kann: Jesus nimmt die nem Lichte, besteh einst mit Sünder an. der kleinen Schaar der From= 6. Nun so faß ich neuen men im Gerichte; frohlocke Muth. Sind schon meiner dann und lobe dich, daß dei- Cünden viele, schafft doch dein ne Gnad und Treue mich ge- Versöhnungsblut, daß ich mich recht und selig machte. entlebigt fühle, und voll Trostes jauchzen kann: Jesus nimmt die Sünder an. Mel.: Jesus, meine Zuv. 293. Jefus nimmt die Sünder an. Sagt doch dieses Trostwort allen, welche von der rechten Bahn 3. Wenn ein Schaf verlo= ren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen zaget nicht. Will mich das Gesetz verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts auf verkehrten Wegen wallen! verdammen kann. Jesus nimmt Hier ist, was sie retten tann: die Sünder an. 400 Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesu nimmt die Sünder 2. Reiner Gnade sind wir an; mich hat er auch ange Von der Buße und Bekehrung. nommen, und den Himmel 5. Sich voll Leichtsinns stets aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an. andission zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüste scheuen, ist der Welt nicht Christi Geist. Wer ihn wünscht zu haben, kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sicherm Stolze Mel.: Jesu, deine tiefe W. 291. Shaffet, schaffet, leben, und den Lüsten sich erMenschenkinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet geben. nicht, wie sichre Sünder, auf die ungewisse Zeit; unverweilt bekehret euch, ringet nach dem bekehret euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, selig dort zu werden. 204 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorg falt sich bemühen, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt; dieses wollen und vollbringen heißet nach dem Himmel ringen.s e 2 Doch, soll dieses recht geschehen, o so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan widerstehen! Nur was Gott, 7. Drum entreißet euch den das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures e- üsten, die ihr noch gefeſſelt bens Rochtschnur sein, es mag Christen muthig, standhaft in seid, und beweiset euch als eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. dem Streit. Schont der lieb3. Selig wer im Glauben sten Neigung nicht, wär es tämpfet, selig, wer im Kampf auch die schwerste Pflicht, und besteht, wer des Fleisches Lüfte denkt oft an Christi Worte: dämpfet, und den Reiz der Dringet durch die enge Pforte. Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 8. Zittern will ich vor der Sünde; und dabei auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ja mein Heiland, ach 14. Werdet ihr nicht stand geb nicht mit mir Armen ins haft ringen, sondern träg und Gericht! Gib mir deines Geis lässig sein, eure Neigung zu stes Waffen, meine Seligkeit bezwingen, wie kann euch der zu schaffen! Sieg erfreun? Ohne tapfern 9. Gib zum Wollen das Streit und Krieg folget nie Vollbringen, Muth und Kräfte Triumph und Sieg; nur den zu dem Streit; lehre mich, Sieger schmückt zum Yohne mich selbst bezwingen, und ver unverwelkt die Himmelskrone. leih Beständigkeit! Zeige mir Von der Buße und Bekehrung. von deinem Thron den ver- tert mich für Pein! Höre, heißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel bringe! höre, Herr, mein Schrein! 5. Der du mein rich angenommen, laß die Segen deines Bluts über meine Seele kommen, fo bin ich getrosten Muths! Wahrlich, so hast du 295. Jefu, Retter meiner geschworen, wer nur glaubt, Seele, daß mich nicht ein ewger Tod in der Hölle Schlünden quäle, scheu wird verloren! lebt er; ins Gericht femmt, wer an mich glaubet, nicht. test du nicht Schmach noch Noth! Du entsagteſt allen Freuden, übernahmst die herb: sten Leiden, trugest schnöder Frevler Wuth, und vergossest 6. Herr, ich glaube; rette, rette, denn mich schrecket fein Gericht! Du starbst, daß ich Friede bätte. Hör mein Schrein, verlaß mich nicht! Ach gib Trost, die Angst zu lindern! Furchtbar donnert zu den Sündern dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab znm Feuerpfuhl. gern dein Blut. s Mel.: Alle Menschen müssen. jisipideys) 205 2. Blindlings, als verirrte Schafe, eilten wir der Hölle zu; aber unsre Schuld und Strafe, treuer Hirte, trugest du! Und nun rufst du allen Sündern: Kommt, laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich! Herr, hier bin ich, heile mich! schmerzen heile meiner Seele 7. Herr, durch deine TodesSchmerz! Dudu Kündiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz! Dies mein Herz, von Angst bedränget, doch auch durch dein Blut beſprenget, übergeb ich, Jefu, dir! Nim.n es gnädig an von mir! 3. Ach, wie von der ersten Jugend stets mein Dichten eitel war, nie mit Ernst bemüht um Tugend, blieb es dies auch immerdar! Owie bin ich voll Gebrechen! Oft schon hab ich Mel.: O großer Gott, von. mein Versprechen leicht ver- 296. Du bist viel gnägessen, und der Welt mich in Sünden gleich gestellt. diger, als es der Mensch erkennt! doch auch 4. Wollt ich diese Sünden viel heiliger, wenn nun dein zählen, weh mir, zahllos sind Zorn entbrennt. Dein Heil schon die! Und wie oft wir täglich feblen, merken ja wir Cünder nie. wie ist mein Herz zerriffen! O wie zaget mein Gewissen! D was fol. Sünder. und deines Fluches Tod sehn wir nie ganz; denn du bist Gott, und wir sind Menschenfinder, ja schwache, blinde Von der Buße und Bekehrung. 2. Gesündigt haben, Herr, liebet, mit Vergehungen begefündigt haben wir, vor dir, trübet! der einst Gericht wird halten, 2. Alle meine Seelenträfte, Gott, vor bir! Und unser meine Glieder sind ja dein, Wandel sollte rein, er sollte und sie sollten zum Geschäfte bir geheiligt sein. Ach laß, deines Dienstes fertig sein. wir flehns mit Beben, laß, O wie hab ich sie entweiht!. Herr, uns wieder leben! Ach, zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden! 3. Verflucht ist, wer den Bund des Allerhöchsten bricht! Mit solchen Sündern geht Jehova ins Gericht. Ach dein Gericht ist fürchterlich; erbarme, Gott, erbarme bich! Laß uns, nicht ganz verderben, nicht ewig, ewig sterben! 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu! Bon wie manchen schweren Sorgen machtest du mein Herze frei! Was mir nützte 4. Wir wichen nicht allein gabst du mir. Aber ach! wie vom heiligen Gebot; ach wir dank ich dir! O wie hab ich vergaßen auch des großen so vermessen deines WohlMittlers Tod! Verschmähte thuns Zweck vergessen! Gnad ist fürchterlich; sie mehrt die Schuld. Erbarme dich, Gott laß uns nicht verderben, nicht ewig, ewig sterben! 5. Wir hielten uns nicht mehr des ewgen Lebens werth. O du, der bei sich selbst Buß fertgen Gnade schwört, erbarme dich, erbarm dich noch; befrei uns von der Sünde Joch. Ach Vater, Vater, shone in Jesu, deinem Sohne! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 206 5. Ach, an dir hab ich gesündigt; Gott, mein Vater, zürne uicht! Dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. Ach vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! Mel.: Jesu, deine tiefe W. 297. Höchster, denk ich an die Güte, die du mir bisher gezeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering ge schäßt, dein Gebot hintan ge setzt, und dich, der du mich ge- Wort verheißt. Was dein 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; gib, daß mein beschwerter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Vom Glauben. 207 Sohn auch mir erwarb, da Kraft mir fehle, folgsam dei. er für die Sünder starb, Fried nem Wort zu sein! Stebe mir und Freude im Gewissen, ach, stets mächtig bei; mache du das laß auch mich genießen! mich selbst recht treu, dich zu 7. Stärte selbst in meiner li. ben, dir zu leben. Ewig Seele den Entschluß, mich dir will ich dich erheben! zu weihn! Gib, daß keine II. Vom Glauben. Mel.: Gott, du frommer. 298. Herr, err, ohne GlauGott im Geist und Wahrheit nennen! Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That als meinen Heiland ehrt! ben kann kein Mensch vor dir bestehen; drum wend ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen: Ozünde selbst in mir den wahren 5. Dein göttliches Verdienst Glauben an, weil ich durch sei mir, o Herr, iets theuer; meine Kraft ihn mir nicht geben kann! 2. Dein Dasein laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glaues fülle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schnöden Lasterdienst; es stärte nich mit Kraft zu deines Naben! Nichts müsse mir das mens Ruhm in meiner PilWort aus meinem Herzen rauben: Daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust! 3. Wahrhaftig ist dein Wort; laß mich ihm völlig trauen! Nie wanket deine Treu; las mich darauf stets bauen! Gib, meines Heils, dazu! daß ich dir im Glück und Unglück stets getreu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgsam ſei! 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erken nen; dich meinen Herrn und ist, allein zu suchen haben, o Gaben, und grimschaft! 6. Wie selig leb ich dann im Glauben schon auf Erden! Wie herrlich wird mein Theil dereinst im Himmel werden! Dann schau ich, was ich hier geglaubt, in ewger Ruh. O stärk im Glauben mich, Gott Mel.: Gott, du frommer. 299. Bater, unser Gott, bei dem wir alle was une nüßlich 208 Vom Glauben. fieh erbarmend mich in meiner 7. 3n deiner Mittlershand Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht vertrauen kann! 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben; oft will die Zweifelsucht alle Ewigfeit! mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne sein! ist Heil und aller Segen. Herr, unterstütze mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glau- s bens Ziel, der Seelen Seligteit, erlange, dir zum Preis in 5. Mach diese Zuversicht in mir, o Gott, so fräftig, daß ich mein lebenlang in deinem Dienst geschäftig, und stets beflissen sei, zu thun, was dir gefällt, so hab ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt! an wen soll ich mich wenden? 3. Oreiche du mir selbst alts Gnaden deine Hände! Hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende! Daß man recht glaubt und Ist schon dem Senfkorn gleich standhaft ist, steht nicht in unmein Glaube noch sehr klein, von oben her, daß ich geſtärkt sern Händen. O hilf du mir so laß ihn doch bei mir im je steten Wachsthum sein! die mehr und mehr, recht und beharrlich glaube! 4 Gib, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seist, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir verge ben sei, damit mein Herz sich dein, als seines Gottes, freu! 6. Mein Heiland, der du einst für deine Jünger batest, und, wenn sie wanketen, beim Bater sie vertratest, o unterstüt auch jetzt mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht! Mel.: Es ist gewißlich an. 300.. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ! weise mich, daß ich den Vater 2. Komm denn, und unterfenne; daß ich mit freudger Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zu= gleich den heilgen Geist, der uns den Weg zum Himmel weist, von ganzem Herzen ehre! 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken, und mich dazu an meinem Theil mit allem Eifer schicken! Nur in dir find ich Trost und Ruh, und erges Heil; der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. Ogib, daß ich den thenres Wort recht tief zn Herzen fasse; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst. verlasse; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, nen Mittler, hoffe! Vom Glauben. als mei5. Doch laß auch meinen Glauben sich des Bluts, das du vergossen, nicht anders trösten, als daß ich zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was fie dir entgegenstellt, von Her zen haß und fliehe! 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein; oft fann ich ihn faum merken. Wer hilft mir denn? Nur du allein; du kannst mich mächtig stärten. Das schwache Rohr zers brichst du nicht, und löschest nicht ein glimmend Licht. Er barm dich denn auch meiner! 209 10. Dein ists, was Guts sich in mir findt; mit dir wird mirs gelingen; du wollst, was du hast angezündt, zu vollen Flammen bringen! Dies fordert beines Namens Ehr. Stärk meinen Glauben immer mehr, und frön ihn durch das Schauen! Mel.: O Gott, du frommer. 301. Mag doch der Spötmens Jesu spotten; dich, Heiter Heer des Naland, bet ich an; du kommſt, sie auszurotten! Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stärkt, ists Heil und Majestät. 7. Gib, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistand sehe; und dann, mit Macht gestärkt durch dich, fest in dem Glauben stehe! Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, laß mich allezeit des Glaubens Kraft beweisen! 2. Nur du, des Höchsten Sohn, machst uns zu Gottes Erben, und konntst uns neues Recht zum ewgen Glück erwerben. O beides ist gleich sein, und eine Welt, die fiel, groß, der Welt ein Schöpfer von ihrem Fall befrein! 8. Wohn in mir durch den Glauben so, o du der Deinen Stärke, daß ich als dein Er3. Wer kann die Majestät löster froh auch auf dein Bei der Lieb und Großmuth fasspiel merke; dir nachfolg auf sen? Als Sohn des Ewigen der rechten Bahn, und eifrig, der Himmel Thron verlassen, gleich als du gethan, Gott sich selbst erniedrigen, einher und dem Nächsten diene! in Demuth gehn, der Wahr9. Insonderheit gib mir die heit Herold sein und sich verKraft, daß ich an meinem spottet sehn? Ende, des Glaubens voll, die 4. Die Wunder Gottes Pilgerschaft mit Freudigkeit thun, und an das Kreuz gevollende! Steh dann zu mei- schlagen mit himmlischer Genem Trost bereit, daß ich der duld der Menschen Schulden Seelen Seligkeit, des Glau- tragen, um der zu sein, der bens End, erlange! uns ein ewges Heil erwirbt? Luth. Dess. 14 Vom Glauben. groß, am Kreuz gelitten hast, du trugest ja auch meine Last, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, befreie mich durch deinen Tod! 210 Deß Herz ist göttlich der selbst für Feinde stirbt. 5. Dies müsse mein Vertraun zu dir, o Herr, erwecken! Zu schwach, der Gottheit Rath vom Menschen zu entdecken, bet ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. 3. Du, du bist meine Zuversicht; durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren 6. Herr, deine Ewigkeit wird Lohn der Sünden. Durch dich mir mehr Licht gewähren, und kann ich dem Fluch entgehn deine große Lieb im Schauen und mich mit Gott vereinigt mir erklären! Unendlich ist sehn, durch dich das Leben mein Heil! O Glaube, der finden. Dein Tod ist der vererfreut! Gelobet sei der Herr, lornen Heil; gib mir an sei gelobt in Ewigkeit! nem Segen Theil; er sei auch mir Beruhigung, und meines Lebens Heiligung! Herr Jesu Christ, ich hoff auf dich, ich Mel.: Herzlich lieb hab ich. 302. ch kommeFriedens- hoff auf dich; in dieser Hofffürst, zu dir; er nung stärke mich! 4. Mein ganzes Leben preise barmend rufst du ja auch mir, den Frieden zu empfangen! dich! Erlöst, mein Mittler, Der Sünden Last ist mir zu hast du mich, dein Eigenthum schwer; o laß mein Herz von zu werden! Wennich dein bin, Trost nicht leer! Laß es die so fehlt mir nichts; nichts Ruh erlangen, die du dem einst am Tage des Gerichts, tiefgebeugten Geist, der zu dir nichts hier auf dieser Erden. fliehet, selbst verheißt! Wer Auf dieser Bahn zum Vatertröstet mich, als du allein? land entzeuch mir niemals deine Wer macht mein Herz von Hand! Zu deinem Dienste Sünden rein? Herr Jesu Christ, stärke mich, und laß mich fiemein Trost und Licht, mein gen einst durch rich! Herr Jesu Trost und Licht, verwirf, ver- Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, zum Le wirf du mich doch nicht! ben führ mich einst der Tod! 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir! Dein Antlig neige du zu mir, und sei mir Sünder gnädig! Wenn mein Verum so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du Mel.: Kommt her zu mir. 303. Ich hoff, o Gott, mit festem auf deine Gnad und Christi Blut! Ich hoff ein ewig Leben. Vom Glauben. Du bist ein Vater, ber vers Schild werd ich bedeckt; was zeiht, hast mir das Recht zur kann mir denn nun schaden? Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaus sprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! Im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren; es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Trost erfüllen! Mel. Sei Lob und Ehr. 304. Jh weiß, an wen mein Herz sich hält; kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 211 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit; erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen 3. Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du hast dich mir gegeben! Von fern glänzt mir mein Kleinod zu; du schaffst mir nach dem Streite Ruh, und reichst mir meine Krone. 4. Herr, lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf mei ner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel! Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel. beschwert, ist mir noch nicht 5. Jeßt, da mich dieser Zeib erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig vienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlig heiter. Hier ist die Sünde noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort ist er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden! Auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist 14* Vom Glauben. mir, ich dir bekannt! Mein Trost und Luft durchströmt die find des Himmels Freuden. Brust; denn ich bete nie verge8. Wie groß ist meine Herr- bens zu dem Herrn des Lebens. lichkeit! Empfinde sie, o Seele! 5. Seine Lieb und Gnade Vom Tand der Erde unent- folgt mir auf dem Pfade seiweiht erhebe Gott, o Seele! nes, Beispiels hier. Wenn ich Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerecten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. ihn vollende, reichet er am Ende seine Krone mir. Ich verneut zur Seligkeit bin dann ewig mit den Frommen herrlich und vollkommen. 212 Mel.: Jesu, meine Freude. 305. Jesus ist mein Hirte. Als ich mich verIn bekannter Melodie. irrte, ich verlornes Schaf, 306. Ist Gott für mich, kam er mir entgegen, eb auf so meinen Wegen mich ein Un- alles wider mich; so eft ich heil traf. Siech war ich, doch ruf und bete, zeigt er mit er trug mich zu der Heerde Hülfe sich. Hab ich ihn nur voll Erbarmen selbst auf sei zum Freunde, ist er mein Helnen Armen. fer Gott; was kann mir thun der Feinde und Widersacher Spott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich weiß es als ein Christ, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater ist; daß er zu allen Zeiten mir seine Hände reicht, im Kampfe mir hilft streiten, in Noth nicht von mir weicht. 3. Der Grund, worauf ich gründe, ist Christus und sein Blut! in ihm ists, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts, das mir gehört! was Christus mir gegeben, ist nur der Liebe werth. 2. Jesus ward mein Leben, will mir Alles geben, was das Herz erfreut. Keine wahre Freude mangelt seiner Weide, feine Seligkeit. Voll und hell ist auch sein Quell, der mich, wenn mein Kreuz mich drücket, stärket und erquicket. 3. Er, daß ich nicht falle, bält mich, und ich walle sicher seine Bahn. Folgsam seinen Rechten, stößt in finstern Nächten nie mein Fußtritt an. Schreckt und droht mir selbst der Tod; du, wenn Furcht und Angst mich schrecken, bist mein Stab und Stecken. 4. 3ch bei meinem Freunde fürchte feine Feinde, ich von 4. Er ist mir Ruhm und ihm beschützt. Darb ich, er Ehre, er ist mir Glanz und hat Gaben, gibt mir, mich zu Licht; wenn er nicht bei mir laben, was mir ewig nügt. wäre, so täm ich ins Gericht; Vom Glauben. geliebt, und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. und wie wollt ich bestehen, der Sünden Sklav und Knecht? Läßt Gott sich gütig sehen, so ist er auch gerecht. 5. Doch meiner Sünden Schmerzen nahm Christus selbst auf sich; er gab dem tranten Herzen die Ruh und heilte mich. Ich darf mich sei10. Nichts, was wir hier erheben, nicht Engel, Fürstenthum, nicht dies noch jenes Leben, nicht Macht, Gewalt und Ruhm, nichts, was wir denten können, soll mich( dies weiß ein Christ) von Gottes ner freuen mit unerschrocknem Liebe trennen, die im Erlöser ist. Muth, und kein Gericht mehr scheuen, gereinigt durch sein. Blut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nicht Welt und Himmel nicht, nicht Höll und ihre Flammen, nicht jenes Strafgericht. Mir ist das Heil erworben, und meine Schuld gebüßt, da er für mich geftorben und auferstanden iſt. 213 7. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trost wort zu: wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und ihm allein vertrauet; er zeigt ihm Gottes Stadt, wo Aug und Herz einst schauet, was es geglaubet hat. Mel.: Wer nur den lieben. ch 307. J babe nun den der meine Hoffnung ewig hält; Grund gefunden, wo anders als in Jesu Wunben? Da lag er vor der Zeit der Welt; ein Grund, der beweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. unmen, das alles Denken über2. Es ist das ewige Erbarsteigt; es sind die offnen Liebesarmen deß, der sich zu dem Sünder neigt; er geht nicht mit uns ins Gericht und will den Tod des Sünders nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll 8. Das ist mein Theil und geholfen sein; deßwegen kam Erbe, ich steh voll Zuversicht. sein Sohn auf Erden und Wenn ich gleich fall und sterbe, nahm den Himmel siegreich fällt doch mein Himmel nicht; ein. Nun ruft sein Wort und und muß ich auch mit Zähren Geist uns zu: Kommt her zu oft meinen Weg bestreun, bort mir; bei mir ist Ruh! ernt ich ohn Aufhören die Frucht des Friedens ein. 4. O Abgrund, welcher unsre Sünden durch Christi Tod 9. Was kann mich jemals verschlungen hat! Das heißt scheiden von Gottes Liebe? die Wunden recht verbinden, Noth? Verfolgung? Trübsal? da findet kein Verdammen Leiden? Schwerd? Hunger? Statt, weil Christi Blut beBlöße? Tod? Nichts, nichts! ständig schreit: BarmherzigIch überwinde in dem, der mich keit! Barmherzigkeit! Vom Glauben. 5. Darein will ich mich zagts, daß das Gesetz mir gläubig senken, dem will ich bräut? Er litt, für mich zur mich getrost vertraun, und wenn büßen. Der Sohn ist hie; was mich meine Sünden kränken, schreckst du doch mich, Fluch nur bald nach Gottes Herzen des Herrn des Richters, noch? schaun; da findet sich zu aller Der Sohn ist mein Vertreter. Zeit unendliche Barmherzigkeit. 2. Versammeln meine Sün6. Wird alles andre mir den sich zu meiner Qual zuentrissen, was Leib und Seel sammen; der Herr verzeiht und erquicken kann, muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an, scheint die Errettung noch so weit: mir bleibet doch Barmherzigkeit. liebet mich. Wer darf denn mich verdammen? Sie fordern Tod; sie dräuen mir Verderben; Gottes Sohn ist hier, der ist für mich gestorben. 3. Für mich, für mich! Ich habe zwar den Zorn des Herrn ist auch 7. Muß ich selbst an den besten Werken, die ich in dieser Welt gethan, viel Unvoll verdienet; allein das ser Welt kommenheit bemerken, so treibt ewig wahr: Der Sohn hat michs zwar zu Demuth an ihn, er macht gerecht; der mich verfühnet. Ich glaub an doch ist mir auch der Trost Herr fann nicht für seinen bereit: Ich hoffe auf Barm- Knecht umsonst gelitten haben. herzigkeit.. 4. Eins bitt ich Gott, das 8. Es gehe nur nach dessen hätt ich gern: Kraft, was er Willen, bei dem so viel Er- baßt, zu hassen, und meinen barmen ist; er wird gewiß sein Wort erfüllen, er, der die Heiland, meinen Herrn, nie sein Wort erfüllen, er, der die treulos zu verlassen. Um seiner Seinen nie vergißt. Sie wäh Liebe willen sei mein ihm ge ret ja in Ewigkeit, die gött heiligt Herz getreu. Was hab liche Barmherzigkeit. ich dann zu fürchten? 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen, fällt alles andre gleich dahin. So sing ich einst nach dieser Zeit: Abgrund der Barmherzigkeit! 5. Er leite mich durch seine Kraft auf meines Jesu Pfade: und würdig seiner Gnade; er er mache mich gewissenhaft überwinde meinen Hang zur Uebertretung, und mein Dank wird ewig ihn erheben. Mel.: Nun freut euch, lieb. 6. Erhöre mich; du hast gesagt: Ihr sollt mein Antlik suchen; ich, wenn mein schwaches Herz verzagt, ich will dein Antlig suchen. Ich bitte bebt denn mein Gewissen? Was Stärke, Gott, von dir; ver308. Der Sohn ist meine Heiligkeit; was 214 Vom Glauben. 215 birg dein Antlitz nicht von und reinigt sich, wie er rein mir, denn du nur bist mein ist. Helfer! 7. Ich hab es dir gelobet, ich will, was du hassest, hassen; hilf mir, wenn meine Kräfte mich auf deiner Bahn verlassen! Ach, wank ich, nimm dich meiner an, erhalte mich auf deiner Bahn, um deines Sohnes willen! 8. Ich werde nach der Prüfungszeit, o Gott, dein Antlitz sehen; ich werd in deiner Herrlichkeit vollkommner dich erhöhen. Ich bin getrost und unverzagt; du hasts, mein Heiland, selbst gesagt: Wer glaubt, soll ewig leben. Mel.: Jesu, meines Lebens. 310. Sweiget, bange Zweifel! Schweiget! Mein Erbarmer ist getreu; und sein Geist in mir nicht hält, und bezeuget, daß ich Gott versöhnet sei. Mir drohn nicht der Hölle Flammen; und will mich mein Herz verdammen; dennoch täuscht mich nicht sein Schmerz. Gott ist größer, als mein Herz. Mel.: Mir nach, spricht. 309. Ver Gottes Wort 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Got tes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Cherubim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die Lieb; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. spricht: Ich kenne Gott, der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein 2. Er, der das Verborgne Wort erzeugt, muß auch die kennet, kennt auch mich und Liebe zeugen. Je höher dein weiß allein, wie dies Herz von Erkenntniß steigt, je mehr wird Sehnsucht brennet, ganz sich diese steigen. Der Glaub er- seinem Dienst zu weihn; schaut leuchtet nicht allein; er stärkt den Kummer meiner Seele, das Herz und macht es rein. der mich beugt, so oft ich 3. Durch Jesum rein von fehle, und nicht meiner ZweiMissethat, sind wir nun Got- fel Wahn, meine Sehnsucht tes Kinder. Wer solche Hoff- sieht er an. nung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt Christi Beispiel als ein Christ, 3. Und wie nie sein Urtheil wanket, wankt auch nie sein ewger Rath. Rühmet, Chri 216 Vom Glauben. In eigner Melodie. ich nicht, da er den Sündern, den Verlornen, 311. Meinen Jesum laß gab er seinen Eingebornen. sich für mich gegeben; sollt Wahrlich, alles, alles gibt ber, ich nicht aus Dank und Pflicht der seinen Sohn uns gibt! 4. Mir auch ist sein Sohn ben? Er ist meines Lebens an ihm hangen, in ihm legegeben. Durch den Glauben Richt. Meinen Jesum laß ich ist er mein. Ja ich weiß, ich nicht. werde leben und in ihm einst selig sein. Mich sah Gott von seinem Throne; mich erwählt er in dem Sohne, eh noch seiner Allmacht Ruf mich und alle Wesen schuf. 5. Wer will denn nun noch verklagen, den Gott selber auserwählt? Wer den zu verdammen wagen, den er zu den Ceinen zählt? Hier ist Gott, in dessen Schutze ich der Macht der Hölle trutze. War ich schon ein Sündenknecht, er mein Gott spricht mich gerecht. sten, danket, danket, groß ist was er an uns that! Uns, 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang und Vippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht. 6. Theuer bin ich ihm er- 4. Dort auch laß ich Jeworben. Heil mir, hier ist sum nie, hange stets an ſeiJesus Christ! Er, der auch nen Blicken! denn nach dieses für mich gestorben, auch für Lebens Müh leuchtet dort, mich erstanden ist, nun zur mich zu erquicken, ewig mir Rechten Gottes sitzet, auf mich sein Angesicht. Meinen Jesum sieht, mich mächtig schützet, laß ich nicht. mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst. 7. Laßt denn rauhe Wetter stürmen, alles um mich her sei Nacht; Gott, mein Gott, wird mich beschirmen, der für meine Wohlfahrt wacht! Wenn ich lang auch hilflos bliebe, leitet mich doch seine Liebe durch die Nacht( drum fürcht ich nichts) in die Wohnungen des Lichts. 5. Weder Welt noch Him. mel ists, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu bists! Denn für mich, mit Fluch beschweret, wandtest du Zorn und Gericht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht! 6. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden! Weh euch, die ihr sein vergeßt; ihr beraubt euch ewger Freuden; Selig aber der da spricht: Jesum laß ich nicht. Vom Glauben. Meinen 217 von dem mich wenden mich treu erhält! Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden! 6. Weicht, der Weltlust In eigner Melodie. 312. Jesu, mein Freude, bester Trost im Leide, bestes Gut im Glück; du hast meine Liebe, du füllst meine Triebe, an dir hängt mein Blick! Habich dich, wie reich bin ich; doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. Liebe. Weicht, des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr! mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden! Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, ihr beschweret das Gewissen! Stolz, Schmähsucht, Neid, Euch will ich nicht wissen. 2. Unter deinem Schirme können feine Stürme mir er7. Weichet, Sorg und Zagen! Schweiget, bange Klaschrecklich sein. Laßt auch Fel- gen! Jesus ist ja mein! Jesen splittern, laßt den Erdkreis den, der ihn liebet, muß, was zittern, und den Einsturz bräun! erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Hab ich hie viel Angst Was ists mehr? Rings um und Müth; Jesu, auch im mich mag donnern, trachen, blizen: Jesus will bängsten Leide bleibst du meine mich schützen. Freude. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme; Jesus stillet sie. Mag der Tod sich In eigner Melodie. nahen, mich das Grab um- 313. Wir glauben an fahen; Jesus läßt mich nie. den eingen Gott, Mich schreckt nicht das Welt- Schöpfer Himmels und der gericht. Freudig, daß ich Jesum Erden. Er aller Vater, unser sehe, blick ich auf zur Höhe. Gott, hieß uns seine Kinder 4. Wer ist, der den Glau- werden. Er will uns auch stets ben meinem Herzen rauben, ernähren, jedes wahre Gut ihn erschüttern kann? Bei der gewähren. Er erwog schon, eh Hölle Toben stimm ich, Gett wir waren, unsre Rettung in zu loben, Freudenlieder an. Gefahren. Er ists, der für uns Jesu Macht hält mich in Acht, sorgt und wacht, und alles die kann selbst der Hölle Wü- steht in seiner Macht. then Ruh in Eil gebieten. 2. Wir glauben auch an 5. Lockt nur, Gold und Jesum Christ, Gottes Sohn, Schäße! Ehre sei der Götze den Eingebornen, den Gott, der betrognen Welt! Mich der Mensch geworden ist, den sollt ihr nicht blenden, nicht Erretter der Verlornen. Er, 218 Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. er achtete fein Leben nicht zu uns verheißt, uns zum Beitheur für uns zu geben. Er stand und zum Führer, der erstand, herrscht, hoch erhöhet. in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt auch uns im Grabe nicht, und kommt der einst zum Weltgericht. in Trübsal seine Christen weiß mit Kraft und Muth zu rüsten, der uns lehrt, Vergebung finden, und der Tugend Werth empfinden; er flößet uns im 3. Wir glauben an den Todesschmerz des ewgen Leheilgen Geist, unsern göttlichen bens Trost ins Herz. Regierer, den Jesus Christus III. Von der Ausübung des Glaubens, oder dem. christlichen Wandel. Mel.: Ein Lämmlein geht. 314. Was as hilft es mir, ein Christ zu sein, wenn ich nicht christlich lebe, und heilig, fromm, gerecht thums und rein zu wandeln mich be- ob er strebe? Wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten blos, nicht durch die That und gute Werte preise? 2. Was hilft der Glaub an Jesum Christ, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist, und ich bie Frucht verliere; wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Lust gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe, und fühlbar für der Sünden Reiz, Zorn, Hoffahrt, Fleischeslüste, Geiz in Werk und Thaten übe? 3. Weit ftrafenswürdger bin ich dann, ich, der ich Christum kenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finsterniß des Irrtappt, noch ungewiß, auch richtig wandle. Drum ließ der Herr ein Vorbild hier in seinem Weg und Zeugniß mir, damit ich darnach handle. 4. Und ach, wo find ich Trost und Ruh, wenn mich die Leiden drücken, und mein Gewissen tritt herzu, die Schulb mir vorzurücken! Wo find ich Trost in jener Noth, kommt hier der schauervolle Tod, mein Grab mir aufzudecken, und meine Sünden lagern sich umher gewaffnet wider mich, mit einer Hölle Schrecken? 5. Weh mir! was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an. Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe? Wenn Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. 219 teine fromme gute That mein scheut! Gott will ihm die Leben hier bezeichnet hat, den Schuld verzeihn, Kraft zum Glauben zu bestärken? Denn Guten ihm verleihn, und er meine ganze Seligkeit wirkt soll schon hier auf Erden, und Glaube und Rechtschaffenheit, auch dort getröstet werden. der Glaub in guten Werken. 4. Selig ist, wer Sanftmuth 6. Gott, dieser Hoffnung übet, seinem Feinde niemals werth zu sein, hilf, daß ich flucht, seine Fehler ihm verchristlich lebe, und vor dir giebet, nie sich selbst zu rächen heilig, fromm und rein zu sucht, ruhig seine Pflicht vollwandeln mich bestrebe! Gib bringt, und sein eigen Herz mir Erkenntniß, Kraft und bezwingt! Gott wird selber Muth, damit ich Sünde, Fleisch ihn beschützen, und er wird und Blut im Glauben über- das Land besigen. winde; daß ich nach wohl durchlebter Zeit den Lohn in jener Ewigkeit für meine Werke finde. Mel.: Freu dich sehr, o meine. 315. Kº Pommt, laßt euch von Jesu lehren, 5. Selig, die nichts mehr verlangen, als gerecht vor Gott zu sein; die fest an dem Guten hangen, und sich ganz der Tugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt! Gott wird ihr Verlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. und kommt, und lernet allzumal, 6. Selig, wer der Noth des welche die sind, die gehören Armen niemals fühllos fich zu der rechten Christen Zahl! entzieht, ihm aus zärtlichem Die im Glauben fest bestehn, Erbarmen wohlzuthun sich froh freudig Gottes Wege gehn, bemüht, und wenn er um Hülfe und den Heiland frei bekennen weint, ihm mit Trost und dürfen sich die Seinen nennen. Hülf erscheint! Dieser wird 2. Selig, wer in Demuth auch Hülf empfangen, lebet, seine Schwachheit nie Barmherzigkeit erlangen. vergißt, Gott allein sich nie 7. Selig sind, die sich beerhebet, wenn er groß und mühen, züchtig, keusch und glücklich ist! Gottes Huld wird rein zu sein; die der Wollust ihn erfreun, und das Himmel- Stricke fliehen, und der Heireich ist sein; Gott wird dort ligkeit sich weihn! Die der zu Ehren setzen, die sich hier Lockung dieser Welt, und was geringe schätzen. Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft widerstehen, werden Gottes Antlig sehen. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden lebet; 8. Selig, wer im Frieden wer die Ruh und Ei 220 Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. nigkeit zu erhalten stch bestre- weist! Erinnre mein Gewissen, bet, und wenn Feindschaft, wie in der Wahrheit und im Haß und Streit, seiner Brü- Geist die dich verehren müsder Glück zerstört, sie die sen, die dir gefallen wollen! Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die um Christi willen leiden, und sich dessen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen, selbst den Martertod nicht scheun! Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für ihre Treu einst mit unverweltten Kronen auf das herrlichste belohnen. 10. Herr, du wollst mich selber leiten auf der wahren Tugend Bahn, daß ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen fann! Gib, daß ich de müthig sei, meine Schuld vor dir bereu, die Gerechtigkeit stets liebe, auch an Feinden Sanftmuth übe! 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die Herr! zu Jesu sagen, und nicht mit rechtem Ernst zugleich der Heiligung nachjagen! Nur die, die deinen Willen thun, läßt du als deine Kinder, o Gott, in ewgem Frieden ruhn, wenn Heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie blos äußerlich bekennen! Gib, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen! 4. Du fennst, o Gott, der 11. Daß ich Armen helf Menschen Herz, und liebſt, und diene, immer hab ein rei die reolich handeln! Olaß nes Herz, die in Feindschaft in Freude wie in Schmerz, stehn, verfühne, dir anhang mich richtig vor dir wandeln! in Freud und Schmerz! Vater, hilf von beinem Chron, daß ich glaub an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße guter Werfe! Dein Wille sei mein Augenmerk; hilf mir selbst ihn vollbringen! Durch dich muß je des gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine Hülfe suchet. Mel.: Es woll uns Gott. 5. Doch, wenn ich aus Unwissenheit und Uebereilung 316. Bewahre mich, Herr, fehle, so thu an mir Barmdaß der Wahn herzigkeit, und richte meine nie mein Gemüth bethöre, als Seele durch deine Gnade auf wär es schon genug gethan, vom Fall; erhalt mich bei wenn dir nur äußre Ehre der dem Einen, daß ich dich fürchte Mensch, dein Unterthan, er- überall, bis ich einst mit Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. 221 den Deinen dir ohne Fehltritt diene! nem Ruhm, mein Gott, bas wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe beständig, fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchelschein! Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach wirk in mir zu einem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! Mel.: Wer nur den lieben. 317. Mein Gott, ach lehre mich erkennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein! Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Jilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestor ben sei; laß mich dir sterben und dir leben, und mach in mir, Herr, alles neu! Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! Mel.: O Gott, du fromm. 318. Da sagst: ich bin 3. Reiß los mein Herz von ein Christ. Wohl dieser Erden, laß mich, per dir, wenn Werk und Leben ich unsterblich bin, nach dei dir ressen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben, und wenn dein ganzes Thun, durch Gottes Kraft und Geist, von deinem Christenthum die ächten Proben we st! nem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn! uch wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine 2. Du sagft: ich bin ein Seele, damit ich Christo folge Christ. Der ists, der Jesum nach und stets ten schmalen kennet, ihm seinen Gott und Steg erwähle, ja Ehre such Herrn nicht bloß vor Menin Christi chmach. Uch wirk schen nennet, nein, sendern in mir zu deinem Ruhm mein gern auch thut, was ihm sein Gott, das wahre Christenthum! Herr gebeut. Thust tu das 5. Gib mir zum Streite nicht, so ist dein Ruhm nur Muth und Kräfte; hilf, daß Eitelkeit. ich dir verbleibe treu, daß ich 3. Du sagst: ich bin ein an Christi Kreuz mich hefte, Christ. Wer sichs will nennen und mir die Welt gefreuzigt lassen, muß leben, wie er sei! Ach wirt in mir, zu dei- glaubt, und alles Böse hassen. 222 Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. Der liebet Christum nicht, der beim Gottesdienst voll heißer noch die Sünde liebt, ist auch Andacht bist. tein Christ, ob er sich gleich den Namen gibt. 9. Du sagst: ich bin ein Christ. Wer fann es dir ge= stehen, er könne solches denn Rührt nicht dein ganzer Ruhm aus deinem Wandel sehen? falschem Grunde her? 4. Du sagst: ich bin ein Christ; denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet aus Ja wohl! doch prüfe dich, wie Wer Christi Jünger ist, der stehts mit deinem Bund, den wandelt so, wie er. 10. Bist du ein wahrer du mit Gott gemacht in jener Christ, so müssen Sinn und Gnadenstund? Triebe nach Christi Vorbild 5. Hast du ihn nicht vor sein. Wenn unverfälschte Liebe längst gar oft und viel ge- dein ganzes Herz erfüllt; wenn brochen? Hast du als Gottes du voll Sanftmuth bist; voll Kind dich, wie du ihm versprochen, in allem Thun er zeigt; dem Guten nach gestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? Demuth wie der Herr, so sag: ich bin ein Christ. 11. Jedoch, so lange dich noch Eitelkeit regieret, noch Stolz und Uebermuth und Schmähsucht dich verführet, statt Sanftmuth noch in dir herrscht Zorn und Haß und Neid, so bist du ja gewiß vom Christenthum noch weit. 6. Du sagst: ich bin ein Christ, weil ich die Gnaden lehre zu Haus und öffentlich beständig les' und höre. Wohl! aber thust du auch, was Got tes Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, der ist dem Höchsten werth. 7. Du sagst: ich bin ein Christ; ich laß mich öfters finden bei Jesu Abendmaht, mit Gott mich zu verbinden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach solchem heilgen Brauch? 12. Du sagst: ich bin ein Christ, und rühmst dich deß mit Freuden; doch thust du auch wohl mehr, als manche fluge Heiden? Ach! ich befürchte sehr, sie klagen einst dich an, weil du vielleicht noch nicht so viel, als sie, gethan! 13. Sag nicht: ich bin ein Christ, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was du Du sagst: ich bin ein sagst, Beweis und Zeugniß Christ: ich sündige nicht gröb- geben. Der Name machts lich, ich bet und singe gern. nicht aus; ein Christ muß Das alles ist sehr löblich, ohne Schein das, was er wofern dein Innres auch rein, heißen will, im Wesen selber wie dein Neußres ist, und du sein. Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. 223 14. Gott, schenke mir doch 5. Laß mich mit jedermann Kraft, mich ernstlich zu be- in Fried und Freundschaft lefleißen, ein wahrer Christ zu ben, so weit es christlich ist. sein, und nicht nur so zu hei- Willst du mir etwas geben an Ben! Denn wer den Namen Reichthum, Ehr und Glück, hat, und nicht die That zu- so gib auch dies dabei: daß gleich, gelanget nimmermehr ich nicht ungerecht, nicht stolz zu dir ins Himmelreich. noch sicher sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter mancher Last Hindurch ins Alter dringen, so gib Gebuld; laß mich auf deinen Alter noch, Herr, deinen Ruh m Wegen gehn, und auch im In bekannter Melodie. 319. Gott, bu from mer Gott, Brunnquell aller Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben! Gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib! 2. Gib, daß ich mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet! Gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wann ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl! erhöhn! 7. Laß mich an meinem End auf Christi Too abscheiden; die deinen Freuden! Der Leib, Herr, Seele nimm zu dir hinauf zu bis ihn dein Allmachtswort ruhe sanft in einer stillen Gruft, verklärt ins Leben ruft! In bekannter Melodie. 320. Herr Jesu, Gnadenfonne, du wah3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß res Lebenslicht, laß Leben, Licht kein unnüßes Wort aus mei- und Wonne, wie mir dein nem Munde gehen, und wenn Wort verspricht, auch mich nach meiner Pflicht ich reden von dir erfreuen, und meinen foll und muß, so gib den Wor- Geist erneuen! Mein Gott, ten Kraft und Nachdruck ohn versag mirs nicht! Verbruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, 2. Vergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, so laß mich nicht verzagen, laß allen Zorn verschwinden gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gib, und hilf mir gnädiglich! Laß deine Friedensgaben mein ardaß ich meinen Feind mit mes Herz stets laben; ach Sanftmuth überwind, und zur Herr, erhöre mich! Versöhnlichkeit bereit sei, als dein Kind. 3. Vertreib aus meiner Seelen des alten Adams Sinn, 224 Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. und laß mich dich erwählen, ich nur dich begehre, mein auf daß ich mich forthin zu ganzes Glück nur such in dir, deinem Dienst ergebe und dir zu und dich allein verehre; daß Ehren leben, weil ich erlöset bin. ich in Noth dich meinen Gott 4. Befördre dein Erkenntniß und Vater gläubig nenne; in mir, mein Seelenhort, und daß weder Leid, noch Glück öffne mein Verständniß, Herr, und Freud mich jemals von durch dein heilges Wort, da bir trenne. mit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe; trok Satans List und Mord! 2. Erfülle mich mit wahrerReu, wenn ich dich Gott betrübe, gib, daß ich alles Böse 5. Leit mich durch diese scheu, und stets das Gute liebe. Wüste, und unterbrück in mir Laß mich doch nicht, Herr, die Herrschaft böser Lüste; ja meine Pflicht mit Vorsatz je laß mich für und für der eit verlegen! Der Seele Heil, len Welt absterben, und nach mein ewges Theil, laß mich dem Fleisch verderben, mein recht theuer schätzen! Gott, fo leb ich dir! 6. Ach, zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohl gefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 3. Mein Gott, ich bitte dich, verleih mir einen festen Glauben, der standhaft bleibt und thätig sei, und laß mir den nichts rauben! Gib, daß ich mich allzeit auf rich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getroft umfaffe! 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Muth und Kraft; denn das sind Gnaden= werke, die dein Geist in uns schafft! Mein eigenes Bestreben ist ohne Kraft und Leben, unlauter, wechselhaft. bin, daß ich den Heiland liebe, 4. Hilf mir, der ich erlöset und bilde mich nach seinem 8. Darum, du Gott der übe, auf ihn zu sehn, ihm Sinn; gib, daß ich mich stets Gnaden, du Bater aller Treu, nachzugehn, mich seiner wend allen Seelenschaden, und mach mich täglich neu! Gib Eifer, deinen Willen mit Freu den zu erfüllen, und sieh mir kräftig bei! nicht zu schämen; und stets bereit, mich zu nehmen! mit Freudigkeit sein Kreuz auf Mel.: Sei Gott getreu. 321. Hilf mir, mein Gott, verleihe mir, daß 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterkeit zur Rache mich verführen! Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe; gib, daß den Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. 225 Feind, sowie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe! Herz in Freud und Schmerz bir zu gefallen streben, und du 6. Nach vielem Reich thum, wirst mir, Gott, einst bei dir Gut und Geld, Herr laß mich den Lohn der Treue geben! ja nicht trachten! Laß mich blid bod chin Rom die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Mel.: Was mein Gott will. Bracht, nach Hoheit, Macht 322. Sei Gott getreu, und Namen streben; balt seinen Bund, o Mensch in deinem Leben! Bau allezeit auf diesen Grund, 7. Die Falschheit, List und und bleire Gott ergeben. Denk Heuchelei hilf mir sorgfältig dem Vertrag der Taufe nach, fliehen; nie müß ich mich durch da er sich dir verschrieben, bei Gleißnerci um Menschengunst seinem Eid in Ewigkeit als bemühen! Laß ja und rein Vater dich zu lieben. mir heilig sein; laß mich nicht lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und Sanftmuth schlichten! laß mich vielmehr nach deiner Lehr in wahrer Demuth leben! 2. Sei Gott getreu; denn mit ihm sind auch Lasten zu ertragen. Ist er dein Vater, du sein Kine, so kannst du alles wagen. Das höoste Gut macht rechten Muth; kann seine Huld dir werden, nichts bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 9. Gib, daß ich stets den Müssiggang sammt aller Träg3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust, nicht leiren in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden. O Gottes Treu wird täglich neu, sein Wort kann heit fliehe; daß ich der Welt niemals lügen! Was er vermein Lebelang zu dienen mich bemühe! Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott, mir wohl gelingen; und segnest du das, was ich thu, bir dafür ich thu, bit b Ehre bringen! spricht, das bricht er nicht, laß dir hieran genügen. 4. Sei Gott getren in deinem Stand, worein er dich gesetzet. Hält dich der Herr mit seiner Hand, wer ist, ter 10. Ach gib mir deinen gu- dich verlegzet? Wer seine Gnab ten Geist, der selbst mein Herz zur Brustwehr hat, dem fann regiere, und mich, wie es dein tein Teufel staden. Groß ſei Wort verheißt, auf deinen die Noth: mit uns ist Gott! Wegen führe, so wird mein so bleibt uns wohl gerathen. Luth. Selb. 15 8. Herr, lehre mich Enthaltsamkeit, gib mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Lust mich hüte! Der Lügen Feine, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln! 226 Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. 5. Sei Gott getreu sein lie- Herz durch deinen guten Geist, bes Wort beständig zu beken- daß ich dem folgsam sei, was, nen; dies Licht scheint auch Gott, dein Wort mich heißt! am dunklen Ort, laß dich da- 2. Verleih, daß ich zuerst von nichts trennen. Was diese nach deinem Reiche trachte, Welt für herrlich hält, muß und kein vergänglich Gut zu endlich doch vergehen; sein übermäßig acte! Wer nach Wort allein trifft richtig ein, dem Ewigen mit rechtem Eifer und bleibet ewig stehen. ringt, empfängt schon hier zum was wahre Ruhe bringt. 6. Sei Gott getreu; denn Lohn, dieser läßt sich treu und guäs 5. Gib, daß ich von der dig finden; streit unter ihm Welt mich unbefleckt erhalte, im Glauben fest, und laß der und daß in mir der Trieb Lust zu Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht; und ist ein Fall gesehen, so sei dirs leid, ſo sei bereit, gleich wieder aufzusteben. zum Guten nie erfalte! Hilf, baß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung start und fest gegründet fei? A 7. Sei Gott getreu bis in 4. Sib, daß ich als ein den Tod, von ihm laß dich Christ auch Christus Sinn nichts wenden; er wird und tann in aller Noth dir seinen Gemüth zu seiner Lehre neige. bezeige, und achtsam mein Beist and senden. Und käm au Sein Geist regiere mich, und gleich das Höllenreich aufpich nicht der Geist der Welt, so herein gebrungen, eil Christo wandl ich Herr, vor bir den zu und glaube du, du bleibst weg, der dir gefällt! doch unbezwungen. 8. Das Ende, bleibst du 15. Hilf, daß ich dich, mein Gott getreu, wird auf die Art Gott, von ganzer Seele liebe, beweisen, daß er dein lieber und Lieb und Güttigkeit auch Vater sei. Er nimmt, wie er ohne Uebermuth mich bei des an dem Nächsten übe! Laß verheißen, dich sicher auf zu Glückes Schein, und ohne sich hinauf, wo Fried und nomisin. Aoy Freude wohnen. Dort spricht Ungeduld in trüben Tagen fein! er: Nun, nun sollst du ruhn, und ich will dir wohl lohnen! Tria Mel.: Gott, du fromm. somed 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust ergeben, und nie dem schnöden Geiz; mein dir geweihtes Le323. Mein Vater und ben sei von Betrug und Neid, mein Gott, der von Unbarmherzigkeit, von undu in diesem Leben zur Veuchte gerechtem Gut und stolzem meinem Fuß dein heilges Wort Sinn befreit! 18 gegeben, regiere doch mein 7. Will deine Hand mich Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. 227 hier auf rauhe Wege leiten, muth zu meinen Pflichten, so so unterstütze mich, wenn mei- mag die Welt, wie ihrs gene Tritte gleiten! Laß mich fällt, mich richten! Ehrt mich in aller Noth auf deine Hülfe dein Beifall, so kann ich mit baun, und auch, wenn sie ver- Freuden Verachtung leiden! zeucht, dir doch getrost vertraun! 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen, wirst billig alles richten und belohnen; mit Herrlichkeit und Ehre beine Kinder, mit Schmach die Sünder. 8. Erlös auch endlich mich von allen meinen Leiben; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Bater, so verlaß, wenn meine Hütte 7. Bald, bald vollend ich bricht, mich Sterbenden mit meiner Prüfung Stunden; Trost und froher Hoffnung werd ich im Tode nur benicht! obwährt erfunden, wie schön verwandeln sich dann meine Leiden, und werden Freuden! Hap Mel.: Herzl. Jesu, was. 324. J ch habe, Gott, mir ernstlich vorges Mel.: Es ist gewißlich an. nommen, nie auf der Ueber- 325. Herr, wer ist hier auf treter Pfad zu vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben! Wen willst du dort belohnen? Wer wird sich ewig deiner freun, und ewig bei dir wohnen? Der heilig vor dir lebt und gut, gern deinen Willen immer thut, sein Herz vom Bösen kehret. 1 2. Der treu die Wahrheit 3. Wenn deine Furcht mich liebt, und nicht mit seiner überall begleitet, und meinen Zunge lüget, schmähsüchtig Gang, wenn mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wandeln, wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln 2. Erforsche mich, sieh, ob ichs reblich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine; mit allen Kräften strebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! nie von andern spricht, und andre nie betrüget; nie den Geringern unterdrückt, weit lieber wohlthut und beglückt, als einen je betrübet. mich dein Auge scheuen; ver- 3. Der die Verächter Gotschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien, als obs des übertünchten Lasters Werke nicht seh und merke! tes flicht und Gottes Freunde schäget, sich niemals seiner Pflicht entzieht, nie seinen Eid verleget, der redlich schwöret, redlich hält, und mehr als 5. Gibb Eifer, Kraft und 15* 228 Von der Ausübung des Glaubens, ober dem christlichen Wandel. Beifall einer Welt Recht und Gewissen ehret. is sid om 4. So lang ich noch ein Frembling bier in diesem Leibe 4. Der ungerechten Wucher walle, so schaffein reines Herz nie mit Leihen sucht zu pres- in mir, ein Herz, das dir gesen, und Armen ihres Lebens falle. Und leite mich auf ebner Müh durch Wohlthun macht Bahn durch deinen Geist zu vergessen; der den Verlaßnen dir hinan. Hülf und Rath, nicht bloß 5. Es sei mein Ruhm, dir durch Worte auch durch That, werth zu sein, was du gebeutst, als Menschenfreund beweiset. zu üben; mein höchstes Gut, 5. Der nie das Recht dazu mich dein zu freun, von Herbestimmt, nach Gunst damit zen bich zu lieben; mein Trost, zu handeln, Geschenke nicht auf deinen Schuß zu traun, von Reuten nimmt, die frumme und meine Hoffnung, dich zu Pfade wandeln. Wer so recht- schaun. libin schaffen lebt und rein, wird ein Kind des Höchsten sein, und ewig bei ihm leben. der 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und Mel.: Mir nach! spricht. 326. Bald oder spät des was versüßt mir einst den Tod? dieser Todesu Raub, wall ich noch hier auf Erden, 7. Verzagt und schwach sind ich Sterblicher; doch Fleisch und Blut, und eitel Staub soll einst unsterblich unsre Werke; der Glaub allein werden, und dann, dann ist gibt Kraft und Muth, und mein ewige Theil, o Gott, nur durch Christi Stärke sind Verwerfung oder Heil! wir in Angst und Traurigfeit 2. Mit Furcht und Zittern getrost, und überwinden weit. soll der Christ nach seinem 8. Was ist die Trübsal dies Heile ringen, verachten, was ser Zeit, und alles Leid der auf Erden ist, hinauf zu Gott Erden, Gott, gegen deine sich schwingen, getrost den Herrlichkeit, die fund an uns Pfad der Trübsal gehn, und soll werden? Wie schnell flieht standhaft in Versuchung stehn. dies mein Leben hin da, wo ich ewig selig bin! 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß; noch bin ich in 9. Heil mir, ich bin sein den Schranken; noch nicht am Eigenthum! Nichts soll von Ziele, voch mein Fuß beginnet ihm mich scheiden, nicht Weloft zu wanken. Herr, stärke lust, Güter oder Ruhm: nicht mich durch deine Kraft auf Schmach, nicht Tod, noch leidieser kurzen Pilgrimschaft! den! Ich bin durch Jesu Blut Von der Ansübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel: 229: erkauft; ich bin auf seinen Gett, der Weisheit hat; er Tod getauft. sngrodze 42900 leitet unsre Schritte durch sei10. Der uns in Christo nes Geistes Rath. Wer ruft alles gibt, Gott wird mich zu ihm hinauf, dem nicht der nicht vernichten; der uns bis Herr gewähret, was er von in den Tod geliebt, der wird ihm begehret? Er gibt und mich einst nicht richten. Wenn rückts nicht auf. Erd und Himmel untergebn, werd ich zum Leben auferstehn. 2. Gib, Vater, meiner Väter, mir einen weisen Sinnn! 11. Nicht Trübsal mehr, du gibst die Uebertreter in nicht leid noch Schmerz be- ihren Sinn dahin. Ich aber trübet dort die einen; nicht wünsche mir ein Herz, das klagen mehr wird unser Herz, dich nur liebe, gern, was du nur Freudenthränen weinen. forderst, übe, das wünsch ich Er, der für uns sein Leben mir von dir. di dod gab, er trocknet unsre Thränen ab. ! Tim nd i 12. Dort schauen wir und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wie werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 13. 3hr, die ihr ihn erhab- 4. Kaum treff ich, was auf ner preist, ihr Engel, meine Erden mir gut und heilsam Brüder, dann singet mein ist; wie kann ich selig werden, perklärter Geist in eure Ju- wenn du mein Licht nicht bist! bellieder, und eurer hohen Regierst du nicht dein Kind, Harfen Klang ertönt in mei- so wirds ein Uebertreter, da nen Lobgesang! meines Heils Verräther selbst meine Sinne sind. 1001 14. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jesu, michs er. erben Du, der für seine Menschen starb, laß Jeju, dir mich sterben! Gib, daß ich bir im Leben treu, getren bis in den Tod dir sei! 3. Der Leib beschwert die Seele; wie leicht verirr ich mich, wenn ich mein Glück mir wähle, erleuchtet nicht durch dich. Durch jeden Schein verführt, wähl ich mir falsche Güter, wenn, meines Lebens Hüter, mich nicht dein Rath regiert. 5. Du, Herr, regierst und lenkest solch eine große Welt! Geschieht nicht, was du dentest, nicht, was dir wohlge fällt? Wann überschritt ihr Gleiß die Sonne, die du schufest? Was ehrt nicht, wenn du rufest, gleich willig dein Gebeiß? Mel.: Aus meines Herzens. 6. 327. MemWeisheit fehlt, der bitte von ben, Wenn deine Meere tound du gebeutst nur: 230 Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. Ruht! haft kaum die Hand heilig ganz zu sein, mich erhoben, so legt sich ihre Wuth. von verborgnen Fehlern rein! Wie leicht, wenn böser Lust Empörung in mir wüthet, ruht, wenn dein Wink gebietet, der Aufruhr meiner Brust! 4. Bon aller eitlen Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft! Erweck und mehr in mir die Triebe zu dem, was wahre Beßrung schafft! Laß meinen Fleiß gesegnet sein, und meine Heiligung gedeihn! 7. Ach lenke du mein Seben; bir sei es ganz geweiht! Mein einziges Bestreben sei, was dein Rath gebeut! dann bin ich weis und flug! dann thu ich recht auf Erden; dann werd ich selig werden; dann hab ich, Gott, genug! 5. Du wirst das demuthsvolle Flehen des Sünders, der dich scheut und ehrt, o Gott! der Gnade, nicht verschmähen! Du bist es, der Gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir. Das, was ich bitte, gibst du mir! Mel.: Wer nur den lieben. Mel.: Durch Adams Fall. 328. Wie selig, Herr, ist der Gerechte! 329. Oft denkt mein HerzDu bist sein Schild und growie schwer es Ber Lohn. O daß ich ganz sei, Herr, deinen Weg zu gerecht sein möchte! Doch ach, wandeln, und täglich deinem wie wenig bin ichs schon! Du weißt es, Gott, ich bin noch weit entfernt von der Vollkommenheit! Worte treu zu denken und zu handeln! Wahr ists, die Tugend kostet Müh, sie ist der Sieg der Lüste; jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht fämpfen müßte? 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift stimmt! Das Herz berücken oft noch Sünden, wenn es auch bessern Borsatz nimmt. 3a, oft verlet ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht! 2. Die, welche sich des Lasters freun, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sklaven eigner Pein und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüsſte dämpft, hat oft auch seine Leiden; 3. Wer kann, wie oft er allein der Schmerz, mit dem feblet, merken? Nur du, du er kämpft, verwandelt sich in siehst mich, wie ich bin; nur Freuden. bu kannst mich im Guten stärken; brum fall ich, Vater, 3. Des fasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg vor dir hin! O mach, um durch Auen; allein sein Forts Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. 231. gang wird Gefahr, sein Ende aber nicht hat, dem wird auch Nacht und Grauen. Der Tu- das, was er hat genommen. gend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister! Ihn zeigte mir, und ihn betrat ja selbst mein Herr und Pleister. Olaß mich nie des Frechen Sport auf diesem Pfade hindern! Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Wienschenkindern! 4. Gott, hättest du es uns vergönnt, nach unsres Fleisches Willer, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, bie Lüste frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Bos9. Gib, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer heit uns zu kränken, was Jahre vergleich, und ernstlich müßten wir doch dann von dir, du weiser Vater, denken? alle Zeit gedenk an meine Bahre! Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich oft im Geist erheben! 10. Erhalte mich stets unverzagt, wenn mirs nicht immer glücket, wenn mich, so viel mein Herz auch wagt, stets neue Sawachheit drücket! Du siehst nicht auf die That allein, du siehst auf meinen Willen; 6. Dich fürchten, das ist ein göttliches Verdienst ist mein. Weisheit nur, und Freiheit Dies laß mein Herze stillen! ists, sie wählen. Ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigen5. Du willst, wir sollen glücklich sein, drum gabst du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schätze. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewis sen, was wir Geschöpfe dei ner Hand fliehn oder wählen müssen. Mel.: O Gott, du frømmer. thum? Was sein Beruf auf 330. Ich danke dir, mein Erden? Die Tugend. Was ihr Gott, du Lohn und Ruhm? Dir, Höch- mir hast gegeben den ster ähnlich werden! inn, so gut ich kann, zu deinem 7. O stärke mich dazu mit Preis zu leben! Du weißt, Kraft, so wird es mir ge- Gott, wie viel Kraft dein Kind lingen. Du bist es, Gott, der noch nöthig hat! Berleihe du beides schafft, das Wollen sie mir; bei dir ist Rath und und Vollbringen! Wer Kräfte That! hat, wird durch Gebrauch von 2. In allem meinem Thun dir noch mehr bekoinmen; wer laß mich auf dich nur sehen; 232 Von der Ausübung des Glaubens, oder dem christlichen Wandel. nieuntreu meiner Pflicht, Freund. In dieser hohen mich eigne Wege gehen! Laß Würce steh ich und fürchte diese Wahrheit mir allzeit vor keinen Feiud, und achte keiner Augen stehn! Gott siehts, Gott Bürde. Der Rang erfüllt mit hörts, Gott straft; du kannst Muth und Kraft mein Herz ihm nicht entgehn. in dieser Pilgrimschaft des and Lebens und der Leiden. hli 3. Gerante leite du mich stets in allen Fällen! Ists renn auch recht, wenn ich der Welt mich gleich will stellen? Und sieht auch jetzt schon mich der Menschen Auge nicht, ists recht vor Gott? Ists recht vor seinem Angesicht? do 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; er ist zu fest gegründet. Er stürzet sich voll Zuversicht auf Jesum Christ, und sindet bei ihm allzeit Trost, Heil und Ruh; er eignet sein Verdienst sich zu, und trotzet Welt und Hölle. 3. Sollt ich um Hoffart, Eitelkeit, und Güter dieser oder 4. Ach, führe mich, mein Gott, wie kann ich sonst bestehen? Und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur ge- Erden, aus Wollust hen! Mir überlassen selbst, stürz ich mich in den Tod. Wenn du mich aber führst, so fürcht ich keine Noth. 5. Lehr mich die schwere Kunst, mich selber zu verleugnen, und was ich hab und bin, Gott, dir nur zuzueignen! Wer sucht, was Gottes ist, der findet dann sein Heil; wer bleß das Seine sucht, verliert sein bestes Theil. Sicherheit, der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Too; allein die Tugend segnet Gott mit Leben und mit Friede. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Stronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? Was dieses Lebens turze Frist, Gott! gegen das, was ewig ist? Sollt ich nicht muthig fämpfen? 6. Gott, deine Gnade sei an mir doch nicht vergebens! 5. Ich fürchte nicht des ToErfülle du mich selbst mit des Macht mit allen seinen Kräften deines Lebens, daß Schrecken. Gott will mich aus ich in dir allein mich hier schon glücklich seh, und meine Seele dort voll Freuden vor dir steh! des Grabes Nacht zum großen Tag erwecken. Ich fürchte nicht der Hölle Gluth, erkauft durch des Erlösers Blut zum Eigenthum und Erbe. don Mel.: Herr Jesu Christ, w. Mel.: Wer nur den lieben. 331. Ich bin ein Christ; 332. Schön ist die Tugend, Gott mein mein Berlangen Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. und meiner ganzen Liebe werth;| kein Friede in mein verschmach mit aller Kraft ihr anzuhangen, tendes Gebein! Wie bin ich hat meine Seel auch oft begehrt. dieses Wechsels müde! Wann Ach könnt ichs, wie würd ich werd ich fest im Guten sein? mich freun! Wer heilig ist, Wann nicht mehr straucheln, muß selig sein. allezeit nur deinem Dienste, Gott! geweiht? na sig anst 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Denn sein Verstand ist Licht; sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten. Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klarheit beſtändig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sei! 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgennebeln gleich, da. hin. Bald wähl ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 6. O bilde, Vater, meine Seele; nach deinem Herzen bilde mich; daß ich kein liebers Gut mir wähle, als nur, du Liebenswürdger, dich! So bin ich ganz dein Eigenthum, und ewig sing ich deinen id Ruhm. had met 1 800 4. 3ch Armer, darum fommt dison nol Bonnen 3X IV. Von den Pflichten und Gesinnungen Tablicar mnist 4 gegen Gott. 233 eve sdn 10 mi man musd 1. Erkenntniß Gottes darauf achte, als auf ein Licht und Andenken an Gott. im dunkeln Ort; und wenn Mel.: Wer nur den lieben. ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort. Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen sein! 333. Mein Gott, du woh nest zwar im Lichte, dahin fein sterblich Auge dringt; doch gibst du uns zum 3. Dein Wort sei mir ein Unterrichte dein Wort, das uns Licht im Glauben, das mich Erkenntniß bringt, was du, o zur wahren Weisheit führt! Allerhöchster, bist, und was mit Laß mir durch keinen Irrthum uns dein Endzweckt ist.rauben, was mir ein ewig Heil 2. So gib denn, daß ich gebiert! Stein Spöttergeist ver 234 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. führe mich; tein Zweifel sei mir hinderlich! 4. Dich kennen, ist das ewge Leben. Drum hilf mir, Vater, daß ich dich, und den, den du für uns gegeben, hier so er fenne, wie du mich in deinem Wort es selbst gelehrt, bis einst sich meine Einsicht mehrt! 5. Vor allem laß bei mir lebendig, o Höchster, dein Erfenntniß sein! Laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb und Ehrfurcht weihn! Gib, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahren Trostes sein! Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glauben deiner da Gott, mein Freund, sich völliger mit mir vereint? freun! Dort seh ich dich im hellern Licht, von Angesicht zu Angesicht. 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu dei4. Dürft ich am Fuße seines ner Liebe treibt? Was nüßt Thrones mit seinen Engeln vor ein aufgeklärt Verständniß, ihm stehn; könnt ich im Antlitz wenn doch das Herz noch seines Sohnes, wie seine Seliböse bleibt? Drum hilf, daß gen ihn sehn; ich, der ich hier ich der Wahrheit treu, und faum stammeln kann, welch daß mein Glaube thätig sei! hohes Loblied stimm ich an! Mir macht zwar jedes seiner Werke mehr, als ich rühmen fann, bekannt, es Stärke und seinen weisesten zeigt mir mir seiner Allmacht Berstand, und Gnade, die nie würdig gnug erhob. selbst Davids Lob zu schwach, 5. Mel.: Wer nur den lieben. 6. Auch sprichst du, wie mit einem Kinde, in deinem Worte, Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde, verdunkelt mir dies Licht von dir. 334. Wo find ich den, Was kann ich wissen, wenn den meine Seele dein Geist nicht selbst von vor allen ewig lieben will, den dir mich unterweist? ich zu meinem Freunde wähle? 7. Doch, wenn in meinen Ich ruf ihn, aber er schweigt Finsternissen er auch mein blöstill. Wann kommt die Zeit, des Aug erhellt, was lern ich, 0 2. Wie wollt ich meinen Gott nicht preisen, wenn ich ihn sähe, wie er ist! Zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich schön du bist. Wie schimmern sie! Doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichfeit nicht ganz. 3. Ich sehe Gott nun hier im Spiegel, und bet ihn unvollkommen an. Ach, hätte meine Seele Flügel, sich meinem Schöpfer mehr zu nahn, wie würde sie sich seiner freun, wie selig, wie verherrlicht sein! Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Gott, von dir? Mein Wissen und wenn er seinen Schöpfer bleibt immer Stückwerk in der preist, der Engel Werk vollWelt. Ich suche dich und bringt! forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 2. Wer gleicht ihm? Wer ist so geschmückt mit Herrlich feit und Licht? Er ist der Schönste! Wen entzückt des Schönsten Anblick nicht? 3. Ein voller Strom von Wollust quillt aus aus seiner Wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er ging aus seiner Ewigkeit heraus, um nicht allein, nicht blos für sich, wie vor der Zeit, der Selige zu sein. 5. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ift und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er.fa 10. Welch Elend! Vater, ich empfinde mein Elend! Zeuch mich Herr, zu dir! Entkräfte 6. So will es der, der mich selbst die Macht der Sünde; erschuf, auch ich soll selig dein Geist der Weisheit wohn sein. Heil, Seele, dir! denn in mir, damit ich vor der dein Beruf ist, seiner dich zu Täuscherei der Sinnlichkeit freun! gesichert sei! 7. Schon siehst du durch 11. Gib, daß der Strahl ein dämmernd Licht den Unvon deiner Wahrheit mein Le- aussprechlichen. Dort wirst ben feite, bis ich dort dich du ihn von Angesicht zu Annäher seh, und mit mehr Klar- gefichte sehn. heit, als hier an diesem Prü- sat do fungsort! Ich, der ich hier faum stammeln fann, erhebe würdiger dich dann. 8. Und hört ich nur auf deine Stimme in deinem Worte; hört ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobfingenden Natur: so lernt ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freun! 9. Wie brünstig würd ich dann dich lieben! Mit welchem Eifer würd ich mich dir, Vater, zu gefallen üben! Wie selig wär ich bloß durch dich! Nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kindern Tand, wenn er nur gleißt. s Mel.: Von Gott will ich. 235 336. An dich, mein Gott, gedenken, ist Pflicht und Trost für mich! Wenn Sorg und Gram mich fränken, so sieht mein Aug auf dich. Mel.: Nun sich der Tag. 335, Wie selig bin ich, Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die banhinauf zu Gott sich schwingt, gen Sorgen, wie Nebel vor wenn mein Geist 236 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. dem Morgen, und Ruh er- Erden keiner mein eingebent füllt mein Herz. 73d ist mehr ist. suhintmy disid u hid hi 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich dann erfreut! Wenn alles um mich trübe, und mir ein Wetter dräut, ist sie ein Sonnenschein. Mich können keine Leiden von deirids 2. Furcht Gottes. Mel.: großer Gott, von. ner Liebe scheiden, so groß fie 337. bu erhabner Gott, immer sei'n. an Macht unendlich reich! Wer ist dir auf der Erd, und wer im Himmel gleich? Vor dir erbebt die ganze Welt, und, was der Himmel in sich hält, muß sich mit tiefem Schweigen vor deinem Throne beugen. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk ich an deine Treu; denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu! Seh ich nur stets auf dich wird mir die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße, du unterstützest mich. schizol 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Armen dein Kindschaftsrecht erwart. In ihm, Gott, bist du mein! Drum kann ich Hoffnung fassen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer sein. 2. Du hast durch deine Kraft den Himmel ausgestreckt, die Erde fest gegründt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt sie in des Meeres Schlund; du sprichst, so fliehn selbst Welten, o Herr! vor deinem Schelten. 3. In deiner Hand find wir, 5. Wie gut ists, bein ge- wie Thon in Töpfers Hand. denken! Die Welt mag im Was an uns Gutes ist, haſt merhin ihr Herz aufs Eitle du uns zugewandt. Du lebrst lenken! Wie schlecht ist ihr das menschliche Geschlecht Gewinn! Zu dir halt ich mich, durch die Vernunft und Schrift Gott! Dies bringt, auch wenn dein Recht; willst, daß wir ich leide, dem Herzen Trost Thun und Denken nach deiund Freude; dies stärkt mich ner Vorschrift lenken. einst im Tod. #Te 4. Erleuchte meinen Geist, 6. Drum will ich an dich o Gott, mit deinem Licht! denken, so lang ich denken Dich fürchten, sei mir stets kann. Wird man ins Grab so Seligkeit als Pflicht. Hilf, mich senken, so geh ich zwar daß ich als dein Unterthan, die Bahn, da mein die Welt der niemals dein entbehren vergißt; doch du, Herr, denkst kann, bemüht sei, deinen Wilnoch meiner, wenn auch auf len gehorsam zu erfüllen! onid Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 5. Laß beine Gegenwart mir zur Sünde hat, der fürchtet stets vor Augen sein, und mich dich nicht in der That. mise im Dunkeln auch dein helles 3. Gib, daß ich stets zu Antlitz scheun! Erinnre mich Herzen nehme, daß du allgegenan dein Gericht, wenn zur wärtig bist, und das zu thun Verletzung meiner Pflicht die mich ernstlich schäme, was dir, Welt mich will verleiten. Laß mein Gott, zuwider ist! Der meinen Tritt nicht gleiten! Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt! 6. Doch zünd auch in mir selbst das Licht des Glaubens an, daß ich in Christo dich als Vater lieben kann! Gib, daß ich, frei vom fnechtschen Geist, mit Freuden dir Gehorsam leist, und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen übe! 7. Laß, Bater, deine Furcht des Lebens Leitstern sein, so nimmt kein Irrthum mich zu meinem Schaden ein. Sie mache mich von Heuchelei, von Menschenfurcht und Trägheit frei, so werd ich im Gewissen die füße Ruh genießen! B e 5 bim sizi 237 dhi lisdois avd ug dim of 577 Mel.: Wer nur den lieben. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben teinem Dienst zu weiben, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich, bei aller Missethat, so liebreich noch getragen hat! 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, mich nux um deine Gunst bemühn! 338. Vor bir, o Gott, sich findlich scheuen, ist unfre allergrößte Pflicht! Rein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in 7. In deiner Furcht laß mich mir durch deinen Geist die stets wandeln, und überall, Furcht vor dir, die findlich heißt! 6. Gib, daß ich stets ein gut Gewissen vor dir zu haben sorgsam sei; und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei! Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu than, was dir gefällt. auch wo ich sei, nach deiner Vorschrift redlich handeln! Du basfest alle Heuchelei. Wer bich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Bater, werth! 2. In allem, was ich thu und denke, laß, Herr, dae meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun! Denn wer noch Lust weder Tod noch Grab, so werd 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, so schreckt mich 238 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. ich jenes Leben erben, dazu Einsamkeit; auf des Gewissens dein Sohn sich für mich gab! Stimme hören, und willig thun, Gott, deine Furcht bringt was er gebeut; auch das lehrt Segen ein; ihr Lohn wird dich die Furcht des Herrn; auch groß im Himmel sein! das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läst bich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst; die Furcht des Höchsten wird dich Mel.: Wer nur den lieben. Wered Gott, 339. Willst du der Weis- stärken, daß du die Welt verheit Quelle kenachten lernst. nen? Es ist die Furcht vor dem Höchsten, wohlgefällt, ist Gott dem Herrn. Nur der glücklich, selbst beim Spott ist weis und klug zu nennen, 7. Sich stets vor dem Allder alle seine Pflichten gern, mächtgen scheuen, gibt Heldenweil Gott sie ihm gebeut, muth und Tapferkeit, wenn vollbringt, wenn gleich dazu uns der Menschen stolzes tein Mensch ihn zwingt. der Welt. 2. Lern Gottes Größe recht Dränen, was Gott mißfällt, empfinden, und fühle beine zu thun gebeut. Ift Gott Nichtigkeit, so wirst du nie mein Schug, mein Heil, mein dich unterwinden, mit thörichter Sicht, so bebich vor den Menschen nicht. Verwegenbeit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 19 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf 3. Wirst du den Höchsten dich, den Höchsten, sehn; laß der füh. findlich scheuen, so wird dir sie mich zu der Weisheit fübteine Pflicht zur Last; nur ren, so werd ich niemals irre das wirst du vor ihm bereuen, gehn! Wohl dem, der dich daß bu fie oft versäumet haft. stets tindlich scbeut! Dich Wer Gott als Zeugen vor fürchten, Gott, ist Seligkeit! fich hat, der freut sich jeder guten That. nast blns10 4. Wenn Nacht und Dunfelheit dich decken, die dem 3. Liebe zu Gott. Verbrecher Muth verleihn, Maslin wird dich die Furcht des Herrn Mel.: Wer nur den lieben. erwecken, auch dann, was un- 340. Du, Bater deiner ist, zu scheun. Dent nur vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagelicht. 5. Den Höchsten öffentlich verehren sowohl als in der der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und von Mitleid ist, laß mich von gan Bon den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. zem Herzen dein, laß michs selbst mein Gewinn. mit allen Kräften sein! 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt! Auch Trübsal führt zu ewgen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, geduldig trägt, und weislich nißt, wird mächtig von dir unterstützt. 239 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein, mich übe, wie du mir dazu Vorschrift gibst! Was dir gefällt, gefall auch mir! Nichts scheide mich, mein Gott, von dir! mie Mel.: Jesu, der du meine. 3. Vertilg in mir durch 341. Quelle der Vollkommenheiten, deine Liebe den Hang zur Gott, mein Gott, wie lieb ich Liebe dieser Welt, und gib, bich! Und mit welchen Selig daß ich Verleugnung übe, feiten sättigt deine Liebe mich! wenn mir was Eitles noch Geel und Leib mag mir vergefällt! Wie sollt ich doch die schmachten; hab ich dich, werd Kreatur dir vorziehn, Schöpfer ichs nicht achten! Mir wird deine Lieb allein mehr als Erd und Himmel sein. der Natur? 4. Laß mich um deines Na mens willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Billig teit, und rechne mir nach dei ner Huld die Schwachheit, Bater, nicht zur Schuld! 2. Dent ich deiner, wie er bebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werte, deine Güte, beine Stärke, wie Befümmerniß und Schmerz! entledigt er mein Herz von 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt! Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt! Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich behutsam sein! 7. In deiner Liebe laß mich sterben! Dann wird der Tod Dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Bollkommenheit, dich, Bater der Barmherzigkeit! 3. Floß aus deiner Gottesfülle mir nicht tauseno Wohlthat zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das machst du. Daß ich bente, daß ich wähle, dafür dankt dir meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, und dich ihren Vater nennt. 4. Du erkauftest vom Verderben mich durch deinen Sohn, o Gott! Vießest den Gerechten sterben; mir zum Leben ward sein Tod. sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, hast du mir durch ihn gegeben; ewig dei 1240 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. ner mich zu freun, und von dir geliebt zu sein. 47 Zeit verflossen, da du, mein Gott, mich zu erfreun, mir 5. Sollt ich dich nicht wie nicht noch weit mehr Guts der lieben, der du mich zuerst gethan, als ich jemals ausgeliebt? Der mit mehr als sprechen kann? sil Vatertrieben so unendlich mich 3. Wie sehr, Herr bist du mir geliebt? Könnt ich ruhig hier gewogen! Du liebtest mich von auf Erden ohne deine Liebe Anbeginn, und hast mein Herz werden? Ohne sie nach dieser zu dir gezogen! Bewahre selbst Zeit würdig sein der Seligkeit? in mir den Sinn, daß dir, voll brünstger Dankbarkeit, mein ganzes Leben sei geweiht! d 6. Deil mir, daß ich es empfinde, wie so liebenswerth du bist; daß mein Herz vom Haß der Sünde, die dich haßt, durchdrungen ist; daß ich dein Gebot recht achte, und es zu erfüllen trachte! Heil mir, du verbirgest nicht einst vor mir bein Angesicht! 4. O welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Veben weihn! Gib du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet sein! Ist deine Gnade nur mit mir, fo bleib ich stets, mein Gott, an dir! 7. Noch lieb ich dich unvoll- 5. Führst du mich gleich kommen; meine Seel erfennt auf rauhen Wegen, so thust es wohl. Dort im Vaterland du es zu meinem Heil. Auch der Frommen! lieb ich dich, unter harten Kreuzesschlägen Herr, wie ich soll! Ganz werd hab ich an deiner Huld doch ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen. Gib mir dann von deinem Thron der vollkommnern Liebe Lohn! Theil und nach vollendter Leidensbahn nimmst du mich einst mit Ehren an. 6. O reiche mir, auch wann ich sterbe, Herr, deine Vaterhände zu; dann tröste mich mein fünftges Erbe; dann fübre mich in deine Rub! lieb ich dich dann in Ewigkeit. Mit völliger Zufriedenheit Mel.: Wer nur den lieben. 342. Wie sollt ich dich, mein Gott! nicht lieben? Du hast mich ja zuerst geliebt, und von Erbarmen angetrieben den Sohn geschenkt, der Leben gibt. Herr, dies Geschenk zeigt rührend an, wie huldreich du zu mir zu- 343. gethan! 2. Von Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe sein; und wann ist eine 4. Freude in Gott. Mel.: Jesus meine Zuversicht. Habe deine Lust am Herrn; bei dem Herrn ist Freud und Leben, und er wird( denn er gibt gern) dir auch, was dir dienet, geben. Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Seine Liebe beut dir an, was in dir, was mein Herz begehdein Herz nur wünschen kann. ret; meinen Vater, der mich 2. Laß der Welt die eitle hier pfleget und ernähret; der Luft, die in Weinen sich ver- mich durch sein göttlich Wort fehret. Glaube, wer in seiner hie zum Guten lenket, und mit Brust Gottes Liebe fühlt und Himmelswonne dort meine nähret, findet stets auf seiner Seele tränket! Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Wenn ich ernstlich dein Gebot und mit Freuden übe; 3. Lust an Gott erfüllt mit wenn ich kindlich dich, mein Licht, wenn man Gott im Gott, fürcht und ehr und Worte fennet. Lust an Gott liebe; o wie ist mir dann so stärkt uns zur Pflicht, wenn wohl, wie ist mein Gemüthe man in der Liebe brennet. seliger Empfindung voll, voll Solche Lust beut alles an, was von deiner Güte! das Herz nur wünschen kann. 4. Dann darf ich mit Zuverficht nach dem Himmel blicken. Meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch drükken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 4. Wer die Lust am Herrn nur hat, fühlt auch Lust an seinem Willen; suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen; und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trag geduldig die Beschwerden: wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden, und du triffst im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. 241 5. Du bist mein, so jauchz ich dann! Wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: Mein ist deine Gnade! Tir ist meine Wohlfahrt werth! Du gabst mir mein Leben; wirst auch, was mein Leben nährt und erfreut, mir geben! Mel.: Schwing dich auf. 344. Deines Gottes freue dich; dank ihm meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren bräuen? Ists nicht Wollust, ists nicht Pflicht, seiner dich zu freuen? 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bessern Le2. Ja, mein Gott, ich hab bens, himmlische VollkommenLuth. Dess. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau, ihn bet ich an, glaub an seine Leiden; und die Macht der Sünde kann mich von dir nicht scheiden. 16 242 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. heit, such ich nicht vergebens! mein Wohl, wirst gnabenvoll Wenn mein Lauf vollendet ist, mich nimmermehr verlassen. und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu deinen Freuden. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus 8. Meine Freud in dir, Schwachheit fehle. Du gibst mein Gott, wird dann ewig mir Theil an seinem Heil, währen; noch so furchtsam sei der Tod; er kann sie nicht stören! Willig werd ich mein Gebein der Verwesung geben. Herr, dein Tag bricht bald Herein, mit ihm neues Leben! dieß tröstet meine Seele. 9. Gib mir, Gott, so lang ich hier in der Frembe walle, 5. Du bist mein Leben, das Bewußtsein, daß ich dir Trost und Licht, mein Fels als dein Kind gefalle! Diese und Heil; drum frag ich nicht fanfte Freudigkeit, die ich zu nach allem Glück der Erde. bir habe, sei mein Heil in Herr, ohne dich ist nichts für dieser Zeit, und mein Trost mich, das mir erfreulich am Grabe! werde? 10. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres wohl beruht. In dir leb ich mit Vernunft und Glauben! zufrieden. So dort als hier, Gib mir deinen Geist, der Herr, bleiben wir in Liebe mich und mein Thun regiere, ungeschieden! daß ich mein dich ewig nicht verliere! Vertraun auf 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs beste mit mir meint. Wo find ich deines Gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben fucht, dem wirds doch nicht gelingen Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewiglich mein gan zes Herz, Gott, weiden! Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt, mag mich die Welt doch hassen! Du liebst dein Himmel einst bewährt; 9. Noch hats fein menschlich Ohr gehört, was uns Mel.: In dich hab ich. 345. Jo freue mich, mein Gott, in dir! Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen! Du Herr, bist mein und ich bin dein! Was mangelt mei ner Seelen? Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 243 doch seb ichs schon im Glau-| 7. Nur das, was bös und ben. Bollkommnes Heil ist da schädlich ist, und uns entehrt, mein Theil; das wird mir verbeut uns Gott. Weh dem, niemand rauben. der seine Pflicht vergißt! Er stürzet sich in Schand und Noth. 8. Gott ist, wenn er Gesetze gibt, kein menschenfeindlicher Tyrann. Bloß weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt Mel.: Vor deinen Thron. 346. Sjett, bein ist Ma- er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Last und 5. Gehorsam gegen Sott. jestät und Macht, und alles ist dir unterthan! Dir werde Dank und Ruhm gebracht! Fallt nieder, men schen, betet an! sanft sein Joch; wers willig trägt, ſetzt seinen Lauf stets freudig fort, und fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst wieder auf. 2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und 10. Bald heißt uns seine der Wurm. Dich ehrt gehor- aus Dankbarkeit; bald warnt Lieb und Huld gehorsam sein sam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor; uns rühret und erweckt sein Geist. Ach nie verschließ ihm, Herz, 3. Wohin mein Auge, Gott, nur blickt, ist Ordnung, Eintracht, Harmonie! Und ich, mit deinem Bild geschmückt, empörte mich und störte sie!' 4. Du schufst das mensch liche Geschlecht; durch dich, dein Ohr! Gott, sind wir, was wir sind! 12. Nein Gott, dir sei mein Du bist mein Herr, ich bin Herz geweiht! Gehorsam sei bein Knecht; du bist mein Ba- mein größter Ruhm! Verleihe Knecht; du bist mein Va- mir Beständigkeit, und heilge ter, ich dein Kind. mich, dein Eigenthum! dein 5. Wie darf, wer, Vater, dich nicht ehrt, des Glücks, dein Kind zu sein, sich freun? Nur die sind dieser Ehre werth, Mel.: Wer nur den lieben. die ganz sich deinem Dienste 347. Mein Gott, du weihn. kannst der Welt befehlen! Auch ich muß dir gehorsam sein. Will ich das beste Theil erwählen, so muß dein Wille mich erfreun. Du bist der Herr, ich bin der Knecht, 16* 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Gott gebeut! Wohl dem, der seinen Willen thut! 3hn thun, ist Freud und Seligkeit. Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. mir dein Geist der Freude mit Trost zum stillen Dulden 2. Gehorsam soll vor allen bei! Ein Kind, das deine Dingen dir stets das liebste Ruthe küßt, erfährt doch, wie Opfer sein. Drum laß mich geliebt es ist. 244 und was du willst ist gut und recht. dir dies Opfer bringen, und stets mit Lust und Freude weihn! mich dein In bekannter Melodie. mein Gott Gebot aus Liebe thun, und 348. Was will, gescheh nicht aus Noth. 3. Dein Sohn that deinen allzeit; sein Will ist stets der Willen gerne, und stellte sich bereit, der an ihn glaubet beste! Zu helfen ist er dem zum Muster dar, daß ich Ge= horsam von ihm lerne, wie feste. Der treue Gott hilft in er dir selbst gehorsam war, Maßen. Wer ihm vertraut, der Noth, und züchtiget mit und mit dem Herzen mit der fest auf ihn baut, den wird That bis in gezeier nie verlassen. get hat. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, auch Hoffnung, Freude, Leben. Drum, was er dankbar widerstreben. Sein will, dem will ich nicht unWort ist wahr; er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet. Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wenn es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen, so will ich, voll Ergebenheit, in seinen Rath mich fassen. Dir, Gott, befehl ich meine Seel in 6. Will mich die böse Welt meinen letzten Stunden! Dein verleiten, daß ich dir nicht Sohn, o Gott, hat Höll und gehorsam sei, so laß mich, Tod für mich auch überwunden. Herr, dawider streiten, und 4. Laß mich nicht erst in solchen Dingen mit Fleisch und Blut zu Rathe gehn, die mein Gehorsam soll vollbringen; es würde sonst nur widerstehn! Im Eigenwillen reget sich oft unsre Thorheit gegen dich. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mein Herz bereit, daß ich sie im Gehorsam ehre, und thue, was sie mir gebeut! Ein Hörer soll ich nicht allein, nein auch zu gleich ein Thäter sein. mach mich deinem Willen treu! Wer Menschen mehr als dir 6. Bertrauen auf Gott gehorcht, hat für sein Wohlund Ergebung in seisein schlecht gesorgt. nen Willen. Mel.: Was Gott thut, das. 7. Und endlich gib auch, wenn ich leide, ein Herz, das 349. dir gehorsam sei! Es wohne Auf dich, Herr, nicht auf meinen Rath, Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. will ich mein Glücke bauen, Herrn! Er hilft uns gern. und dir, der mich erschaffen Seid fröhlich, ihr Gerechten! hat, mit ganzer Seele trauen! der Herr hilft seinen Knechten. Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Du Mel.: Nun ruhen alle Wälder. Ewigkeit, was mir hier nügen 350. Auf deine Weisheit würde; bestimmtest meine Le benszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? schauen, auf deine Güte trauen, Gott, ist Zufriedenheit! Wer kann mein Wohl enscheiden? Wer schenkt mir beßre Freuden, als du, Quell aller Seligkeit? 3. Du Herr, weißt, was mein Herz begehrt und hättest, was ich bitte, mir gnädig, eh ich bat, gewährt, wenns deine Weisheit litte! Du forgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschehe! 2. Bor dir ist nichts verborgen; wie sollt ich ängstlich sorgen, da du mein Vater bist? Du Herr, gabst mir mein Leben, so wirst du mir auch geben, was zur Erhaltung nöthig ist! 3. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn sie uns gelingen, des Unglücks Quellen sind. Ein Schein, der uns bethöret und unsern Stolz vermehret, macht uns für wahre Güter blind. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 245 4. Der Hang zu Eitelkeiten raubt uns die Seligkeiten des wahren Christenthums. Wenn wir dir unser Leben, o Vater, übergeben, dann wird das Herz voll deines Ruhms! 5. An dem, was wirklich glücklich macht, läßt du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, 5. Dein Rathschluß sei mein Glück und Pracht sind nicht wille! Ich will in heilger. das Glück der Seelen. Zu- Stille mich deiner Vorsicht frieden ist ein wahrer Christ, freun. Dein ewiges Erbarmen, er mag von irdschen Gaben dein Beistand soll mir Armen viel oder wenig haben.. Zufriedenheit und Reichthum sein! 6. Laß mich nicht zweifelnd wanken, wenn traurige Gedanken, mir deinen Trost entziehn! Nie werd ich doch vergebens zu 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überschwunden! Hoff auf den Gesinnungen gegen Gott. Freudenstunden, weiß, wenn ein Glück uns nüglich sei, und 7. Erleichtre meine Leiden wenn er uns bewährt erfundurch deines Geistes Freuden, den, aufrichtig ohne Heuchelei, durch Muth und Hoffnung so kommt Gott, eh wirs uns mir! Drückt mich die Last der versehn, und lässet uns viel Schmerzen, dann spricht zu Guts geschehn. meinem Herzen: Ich, dein Erretter, helfe dir. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshite, daß dich dein 8. Was sollt ich mich be- treuer Gott vergißt, und daß trüben? Den Menschen, die der ihm im Schoße sitze, der dich lieben, muß alles Segen reich und groß und mächtig ist. sein. Ich bin ja dein Erlöster; Die Zukunft ändert oft sehr viel, sonst weiß ich keinen Tröster; und setzet jeglichem sein Ziel. sonst keinen Schuß als dich allein. 246 Von den Pflichten und dir, o Freund des Lebens, in findlichem Vertrauen fliehn! 6. Was sind vor Gott der Menschen Sachen? Sein starker Arm vermag sogleich den Reichen klein und arm zu maIn bekannter Melodie. 351. Wer nurben lieben hen, den Armen aber groß Gott läßt walund reich. Wie leicht ist es höhn, bald stürzen kann! von dem gethan, der bald erten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Trau- Gottes Wegen, verrichte deine 7. Sing, bet und geh auf rigkeit. Wer Gott dem Aller Pflicht getreu, trau ihm und höchsten traut, der hat auf seinem reichen Segen, so wird feinen Sand gebaut. er bei dir werden neu. Denn 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unfer 352. Befiehl du deine In bekannter Melodie. Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. Wege, und was dein Herze kränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Weltfreis lenkt. Er zeichnetStern und Winden die abgemeßne Bahn; sollt er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs foll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm bestehn. 3. Man halt in frommer Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad und heilger Wille und sein allweiser Rath es fügt. Gott der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die wahren wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Gott läßt durch Sorg und Grämen und durch selbst eigne Bein sich keine Wohlthat nehmen; sie muß erbeten sein. 3. Dein Aug, o Gott der Gnade, sieht immer unge schwächt, was gut sei oder schade dem sterblichen Geschlecht! Und, was du denn erlesen, dein Rath fürs beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. 4. An wunderbaren Wegen fehlt dirs, Allweiser, nicht! Dein Thun ist Gnad und Segen, dein Gang ist Recht und Licht. Und wenn du deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Werk nichts hindern; du willst, so ists vollbracht. 247 6. Auf, wehre beinenSchmerzen! Der Sorgeu bange Nacht entweich aus deinem Herzen! Auf, brich der Schwermuth Macht! Bist du doch nicht Regente, ber alles führen soll; Gott sitzt im Regimente, jund führet alles wohl. 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath, das Werk hinausgeführet, das dich geängstet hat! 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, und würde dir oft bange, daß er dich nicht gehört; er wird dir Hülfe senden, wenn dus am mindesten gläubst, und all dein Unglück wenden, wenn du ihm treu verbleibst! 9. Wohl endlich deinerTreue! Du trägst den Sieg davon! Auf, daß dein Herz sich freue! Schau nur den reichen Lohn! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 10. Mach End, o Herr, mach Ende, hier aller unsrer Noth, und reich nns deine Hände im Leben und im Tod! Stets laß uns beiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein! 5. Hoff, o bedrängte Seele, hoff, und sei unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, den Rummer, der dich nagt. Er wird dich ihm etrücken; erwarte nur Mel.: Befiehl du deine W. die Zeit, bis dich mit holden 353. Christ, alles, was Blicken sein Angesicht erfreut. dich fränket, befiehl getrost dem Herrn! Er, der die Himmel lenfet, ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! Er siehet deinen Kummer, und liebt noch väterlich. 2. Sinds Sünden, die dich schmerzen? Ja, fühle deine Schuld; doch trau mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Reu, die Gott gefällt; und bittern Tob gebiehret die Traurigkeit der Welt. 3. Tran Gott und seiner Führung die Wahl des Besten zu. 248 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Die weiseste Regierung ist wei-| meiner! Denn höre, was er ser ja, als du. Gottweiß auch, spricht: was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück. 9. Von Müttern gibt es keine, die ihres Sohns vergißt; und sollte denn auch eine, obs gleich unmenschlich ist, derLeibesfrucht vergessen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herrr ists, der es spricht. 4. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen hoch heilig, weis und gut; und was er seinen Kindern zu ihrem Heil erfah, tann kein Geschöpf verhindern. Wenn er gebeut, stehts da. 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiß, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach 5. Es mag die Hölle wü- einer Weile dich desto mehr then! umsonst empört sie sich, erfreun; zu deinem größern wenn er dich will behüten; Heile verzieht er; harre sein. und er behütet dich! Wer 11. Wohl dir alsdann, du gleicht ihm? Seinen Winken gehorchen Erd und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken; dein Schirm und Schild ist er. Treuer, wie groß ist einst dein Lohn! Dein Richter, dein Befreier, reicht dir die Siegeskron. Auf kurze Prüfungstage dann schweiget jede Klage und folgt ewger Preis und Dank; wird zum Lobgesang. 6. Gott zählet deine Thränen, und möchte dich nur gern in Lieb und Leid gewöhnen zur Stille vor dem Herrn. Er ist ein Hort der Frommen; Hoff unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. Mel.: Was Gott thut, das. 354. Gott, du bist meine Zuversicht, und meines Geistes Stärke! Wenn 7. Ergib dich ihm mit Freu- Menschenhülf in Noth gebricht, den; sei stark in seiner Kraft; hilfst du mir, deinem Werke. sei auch zur Zeit der Leiden Wenn selbst die Welt zerbricht ein Christ und tugendhaft. und fällt, will ich doch nicht Und dann ergreif im Glauben erschrecken. Du Gott, wirst den Trost der Ewigkeit. Wer mich bedecken. kann dir diesen rauben, der schon im Leid erfreut? 2. Wo ist ein solcher Gott, wie du, der Strafen gern ver8. Sei froh, dein Gott re- schiebet, und selbst beim Stragieret! ein Rath ist wunder- fen unsre Ruh und Glück wohlbar. Einst wirst du überführet, thätig liebet? Voll Gnad und daß er der beste war; viel besser Huld, hast du Geduld, und ja, ale deiner. Indessen denke Lässest für die Schwachen dein nicht: Der Herr vergisset Auge hülfreich wachen. Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 249 3. Dem Sünder, der zu dir, gen? Er ist mein Vater, ich sich naht, kommst du mit Güt sein Kind. Er sorgt für heut, entgegen. Du führest ihn nach er sorgt für morgen, so daß deinem Rath, und krönest ihn ich iäglich Spuren sind, wie mit Segen. Wenn Höll und Gott die Seinen väterlich ver. Tod mit Schrecken droht, er sorgt und schützt. Gott sorgt hälst du ihn im Glauben; den für mich. kann kein Tod ihm rauben. 2. Gott forgt für mich, ihm will ich trauen; ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd ich zu meinem Glücke schauen, sobald er nur sein Machtwort spricht. Drum bin ich jegt und ewiglich gar wohl versorgt. Gott sorgt für mich. 4. Du selbst lehrst ihn in deinem Wort: Ihm, ihm sei Heil erworben. Ist nicht der Mittler, unser Hort, dein Sohn für uns gestorben? Vertritt er nicht uns im Gericht, wenn wir mit heilgem Leben ihm nachzufolgen streben? 5. Gib mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du. Hier, Bater, ist mein Herze! Erfüll es, Gott, mit Trost und Ruh, stärk es im Kreuz und Schmerze! Er leuchte mich, auf daß ich dich, mein Schöpfer, recht erkenne, und kindlich Vater nenne! 6. Laß täglich meine Seele sich 4. Gott forgt für mich bei in wahrer Tugend üben, mich theuren Zeiten; auch in der alle Menschen brüderlich, ia größten Hungersnoth kann er wie mich selber, lieben! Laß mir einen Tisch bereiten, und zum Verzeihn mich willig sein, gibt mir dann auch täglich mich denen, die mich schelten, Brod. 3sts gleich nicht viel, nie Haß mit Haß vergelten! doch fest glaub ich, er jegnet 7.Die Hoffnung froherEwig- es. Gott sorgt für mich. keit wollst du in mir vermeh5. Gott forgt für mich und ren, und meinen Geist schon in der Zeit die Kunst zu ster- für die Meinen, wenn wir ben lehren, damit sich dir sonst ganz verlassen sind. Er mein Herz schon hier voll läßt uns seinen Trost erscheiwahrer Inbrunst weiße, und nen, wenn alle Hoffnung schon sterbend selbst sich freue! zerrinnt, und geht es uns oft fümmerlich, bleibt er doch treu; Gott sorgt für mich. 6. Gott sorgt für mich in meinem Leiden. Das Kreuz, das er mir auferlegt, verMel.: Wer nur den lieben. 355. Gott sorgt für mich, was will ich sor3. Gott forgt für mich nach Seel und Leibe; sein Wort ists, das die Seele nährt; und wenn ich mein Berufswerk treibe, wird für den Leib mir Brod gewäht. Wohl dem, der ihm nur festiglich vertraut und glaubt: Gott sorgt für mich! Von den Pflichten und Gesinnnungen gegen Gett. wechselt sich gar bald in Freu- 2. Auch auf den allerrauhden und wenn er gleich die sten Wegen führst du uns zur Seinen schlägt, so schlägt er Glückseligkeit. Selbst Trübfal doch nur väterlich zu unserm bringt dem ewgen Segen, der Wohl. Gott sorgt für mich. dir sein ganzes Herze weiht. 3hr Ausgang wird doch herrlich sein, siehts gleich der blöde Geist nicht ein. 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter, da hebt und trägt mich, der mich liebt; denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke gibt; wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 250 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfungen bestimmt. Dein Baterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 8. Gott forgt für mich auch in dem Sterben. Mein Heiland starb, drum kann ich 4. Uns bleibt oft, was uns nicht in Sünden sterben und nützt, verborgen. Wer hats verderben. Ich weiß, ich komm je ganz genau erkannt? Wie nicht ins Gericht; denn er oft sind unsre Wünsch und nimmt meinen Geist zu sich Sorgen voll Thorheit und in seine Ruh. Gott sorgt für voll Unverstand! Wer kann, mich. was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 9. Gott forgt für mich im fühlen Grabe; dem Leib ge 5. Nur du, du kennst und währt er seine Ruh, und wenn wählst das Beste! O Vater, ich ausgeschlafen habe, so mache selbst mein Herz in dieführt er mich dem Himmel ser Ueberzeugung feste! So zu, wo Seel und Leib auf ehr ich auch im größten ewig sich vereinigen. Gott Schmerz dich noch mit der sorgt für mich. Gelassenheit: Was mein Gott will, gescheb allzeit! Mel.: Wer nur den lieben. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich voll356. Herr, mache meine kommnes Glück erfreut; denn Seele stille! Bei einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath ber beste war! allem, was mich fränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bists, der Alles ändern kann, und was du thust, ist wohl meinen gethan. 7. Dann wird von allen Plagen der ewge Nugen mich erfreun; dann Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. wird mein Herz statt aller gen wieder zu meines Lebens Klagen, voll von dem Dank Pflicht; irr ich auf finstern und Lobe sein: Der Herr, der Wegen, eil ich dem Kreuz entfür mein Heil gewacht, hat gegen, so sei sein Wort mein alles mit mir wohl gemacht! Trost und Licht! 7. Schein ich von ihm verlassen, so will ich mich doch Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 357, In allen meinen faſſen und seiner Hülfe traun; und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glaubens in die Zukunft schaun. 8. 3hm hab ich mich ergeben zu sterben und zu leben, lebe oder sterbe, fo bleibt wie und wann er gebeut; ich so mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. 9. So sei nun Seele stille; dein Ruhm sei desfen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; dein Vater allen Sachen Rath. in der Höhe, der weiß zu Thaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, solls anders wohl gelingen, der Helfer sein durch Rath und That. 2. Was nützen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glück und Plage, und bös' und gute Tage, eh wir noch waren, zugezählt. 3. Was Gott für mich ersehen, das soll und muß ge schehen, ist mein beschieden Theil. Drum bin ich stets zufrieden mit dem, was er hie nieden mir gibt zu meinem wahren Heil. 4. Ihm trau ich in Gefahren; er wird mich wohl be wahren, er, der da will und kann. Such ich nur seinen Willen gehorsam zu erfüllen, so nimmt er selbst sich mei ner an. 5. Er laffe meine Sünden vor ihm Vergebung finden, durchstreiche meine Schuld! Und wenn ich zu ihm schreie, so schenk er mir aufs neue in Christo seine Baterhuld! 6. Leg ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Mor251 Mel.: Hör unser Flehn. 358. Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir; statt seine Hand zu fassen, riß ich mich oft von ihr. Doch seine Vatertreu war neu mit jedem Morgen; mein Bestes zu besorgen stand er mir kräftig bei. 2. Der Menschen Huld und Güte. währt oft nur kurze Zeit; doch Gottes Gnad und Friede währt bis in Ewigkeit. Er hilft aus aller Noth; er wehret dem Verderben, und schützt uns, wann wir sterben, doch vor dem ewgen Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen, 252 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott.! und nie wirds mich gereun. Die 9. Herr, es gescheh dein gläubig auf ihn schauen, wird Wille, du bist mein Schutz und er im Leid erfreun. Ihm sei es Rath! Ich hoffe und bin stille, heimgestellt. Leib, Seele, Gut und trau auf deine Gnad. Gott, und Leben will ich ihm über- Vater, Sohn und Geist, du geben. Er thu, was ihm gefällt. wollst mein Herz regieren und mich zum Himmel führen, wo man dich ewig preist! 4. Und nichts kann ihm gefallen, als was uns nüßlich ist. Er schenkte ja uns allen den Heiland Jesum Christ. Wie sollt er uns denn nun nicht auch zu diesem Leben, Gewiß, er wird es thun! wir bedürfen, geben? 5. Lobt Gott mit Herz und Munde, da er uns alles schenkt. Ofelig ist die Stunde, da man an Gott gedenkt! Verloren die Zeit, die man der Welt lust schenket; die, da man sein gedenket, bringt FruchtinEwigkeit. ist 6. Die eitle Welt vergehe mit ihrer stolzen Pracht! Uns ist dort in der Höhe ein Erbtheil zugedacht. Den Leib zwar legt der Tod ins Grab, da er verweset; doch er, auch er geneset, denn ihn erwecket Gott. Mel.: Jesu, meines Lebens. 359. Gott, der Wahrheit, dessen Treue unsre Hoffnung stützt und hält, ich Kleinmuth oft befällt! Ach mein erkenn es voller Reue, daß mich Herz hängt noch an Dingen, die doch keinen Troft mehr bringen! doch keinen Trost mehr bringen! O wie oft vergeh ich mich, ängstlich zweifelnd, wider dich! 2. Gott, vergib mir diese Sünde! Nimm die Strafe von mir hin! Schenke Vater, deinem Kinde einen dir ergebnern Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz aufs Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht! 7. Der Geist, von nun an selig, den Engeln gleich gefinnt, 3. Laß mich Gram und Sorschmeckt Freuden, die unzählig gen meiden, weil du für mich und unaussprechlich sind; und sorgst und wachst, und bei alwartet hoch erfreut, des Tags lem Druck der Leiden dich um der Auferstehung, der herrlichen mich zur Mauer machst! Laß Erhöhung, der vollen Seligkeit. mich auf dein Wort stets hof8. Darum, ob ich schon fen, das noch immer eingedulde hier Widerwärtigkeit, troffen! Gott, wer deinem wie ichs auch wohl verschulde, Wort nicht traut, hat auf kommt doch die Ewigkeit. Oleichten Sand gebaut! die ist freudenvoll! Dann wird mir Gott versüßen, was ich hier dulden müssen; dann geht mirs ewig wohl. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sei, o so werd ich hier auf Erden von so mancher Un Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. ruh frei! Dann werd ich, mein 2. Was nüßt es, heidnisch Gott, mit Flehen stets auf sorgen, und jeden neuen Mordeine Hülfe sehen; dann wächst gen mit neuem Kummer sehn? meine Zuversicht, und die Hoff- Du Vater meiner Tage weißt, nung trügt mich nicht! eh ich dirs noch sage, mein 5. Bater, meine Hoffnung Leid und auch mein Wohlergründet sich auf deines Soh- gehn! 253 nes Tod! Meine Seele sucht 3. Auf deine Hand zu schauen, und findet darin großen Trost dir kindlich zu vertrauen, das in Noth. Ja, sein siegreich Herr ist meine Pflicht! Ich Auferstehen läßt mich zu dem will sie treulich üben, und dich, Leben gehen, das kein traurig mein Vater, lieben; denn du Ende nimmt, wo mir ewges verläßt die Deinen nicht! Heil bestimmt. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, weißt alles, was mir fehlet! Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn, und glaube nur! 6. Muß ich gleich noch hier, auf Erden, Gott, vor dir ein Pilger sein, wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befrein! O erwünschte selge Stunden! Ewig aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland, sehn und zu deiner Freude gehn! 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht, bis daß alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht! Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nicht vergebens! Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, bei dir! 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die mich verborgen in meinem Geiste nagt, werf ich auf dich, den Treuen, dit weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt! 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so klag ich dirs, dem Herrn. Dir Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele! Du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. Mel.: In allen meinen Th. 360. Was soll ich ängstlich klagen, und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er 8. Du führest, Herr, die sorgt, daß meiner Seele kein Deinen nie so, wie sie es meiwahres Wohlsein fehle. Ge- nen, nein nur nach deinem nug zum Trost, mein Herz, Rath! Ob ich mich auch befür dich! bleibt doch dein Rath trübe, 254 Von den Pflichten und voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan, kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 5. Was zagst du? regiert die Welt, und der ist ein Erbarmer; dir sagts ein theures Lösegeld; auch Sündern ein Erbarmer. Auf, fasse Muth! Des Sohnes Blut sagts dir bei jedem Leide: er segne gern mit Freude. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und er ist auch geduldig. Zwar, wenn er ins Gericht uns stellt, sind selber Fromme schuldig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. auch dein in seinem Sohne. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. 7. Nun, Gott, da du die Welt regierst, wie dürft ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll 2. Was zagst du? Gott renie mich niederschlagen. Ich giert die Welt, und der ist ja Hoff auf dich. Du läsfest allwissend. Selbst was dein mich bald deine Hülfe schauen, Herz verborgen hält, ist den- dir, dir will ich vertrauen. noch ihm wohlwissend. Sollt 10. Dort bei der Frommen Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit Freuden, nach überstandnem Leiden den Dank, der deiner Huld gebühret. Mel.: Was Gott thut, das. 361. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und der ist ja allmächtig. Den Arm, der alles Fleisch erhält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth, Schwert, Feuergluth, uns schon ereilet hätten, da kann doch er noch retten. Gesinnungen gegen Gott. giert die Welt, und ist allgegen- wärtig; wenn sich dein Herz verlassen hält, dir nah, zu helfen fertig. Sein Odem nur trägt die Natur, trägt, wo auch jeder walle, doch allenthalben Alle. Gott Mel.: Aus tiefer Noth. ihm dein Schrein verborgen ſein? Die Bitte, die vu thas 362. Du hast, mein Bateß, wußt er noch eh du batest. ter und mein Gott, mich durch dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freuden einst verkehret, und daß ich alles, was mich fränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen! 2. So will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und er ist der Allweise. Stets dient der Weg, der ihm gefällt, zum Heil dir, ihm zum Preise. In Finsterniß führt er gewiß, oft aus der Nacht der Leiden ins hellste Licht der Freuden. 4. Was zagst du? Gott re Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. mich entschütten. Erhöre du, dadurch den Muth bis an mein Fels, mein Hort, mein mein selig Ende! kindlich Flehn und Bittten! Gib meiner Seele wahre Ruh! Was mich bekümmert, lenke du zu meinem ewgen Besten! In bekannter Melodie. Gott trau ich in 3. Der Sorgen Macht hat 363. Auf meinen lieben freilich oft mich übrwältgen Angst und Noth; er kann mich wollen; so hab ich nicht auf allzeit retten aus Trübſal, dich gehofft, als ich wohl hof- Angst und Nöthen. Mein fen sollen. Mein Gott, wie groß ist meine Schuld! An dir hab ich durch Ungeduld vielfältig mich verfündigt. Unglück kann er wenden; es steht in seinen Händen. 4. Erbarmender, vergib es mir, nach deiner großen Güte, und stärke zum Vertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe! Gib, daß ich freudig hoff auf dich, du werbest nie, als Bater, mich verlassen noch versäumen! 255 2. Ob mich die Sünd anficht, verzag ich dennoch nicht. Auf Christum will ich bauen, und ihm allein vertrauen; ihm bleib ich fest ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Nimmt mich der Tod auch hin, so ist Tod mein Gewinn. Denn Christus ist mein Leben; dem hab ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, die Seel wird er versorgen. 5. Seh ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege offen, so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hoffen! Du bleibst 4. O mein Herr Jesu Christ, doch immer groß an Rath, der du so willig bist für mich und immer mächtig auch an am Kreuz gestorben, mir hast That, mein bestes zu besorgen. das Heil erworben, führ du 6. Dies sei mein Trost, mich aus dem Leiden zu ewgen dies sei mein Licht, wenn mich Himmelsfreuden! die Sorgen fränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so Mel.: Ach, was soll ich. laß mich gläubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil 364. Ach, wie ist der du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs Reichlichste ersetzen; wenn ewge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergötzen. Da ist mein Erb und 2. Aber deiner Liebe trauen, höchstes Gut. O stärke mir Höchster, das gereuet nie; denn so veränderlich, so talt! Wie erstirbt sie nicht so bald! Setze nie auf diese Liebe, die nicht hält, was sie verspricht, Seele, deine Zuversicht! 256 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. ein starker Fels ist sie! Die Glauben stehen, und erfahren, auf diesen Felsen bauen, woh- wie so treu deine Vaterliebe nen unverletzt, und sehn ruhig sei! selbst die Welt vergehn. 3. Täglich sag ichs meiner Seele: Gott liebt ewig; seine Treu wird mit jedem Morgen neu. Ihn, den Ewigen erwähle 365. Herr, mein Gott, durch den ich dir zum Freund und jauchze ich bin und lebe, gib, daß ich dann, daß kein Feind dir schaden kann. mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen heilgen Willen mein, und was du thust, dem Herzen theuer sein! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke! Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke! Was zag ich denn noch einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst nichts als mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Soos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schickst, ist für mich Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage! Allein verwehret es mein ewig Heil, so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil! 4. Und ich will auch dich erwählen, Vater, ich will dir allein, ganz dir mein Vertrauen weihn! Aber ach, die Kräfte fehlen meinem Vorsatz; bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du biſt! 5. Plözlich überfällt mich wieder Sorge der Vergänglich keit, irdisch Hoffen, irdisch Leid. Und dann sink ich muthlos nieder, suche bei den Men schen Ruh; und mein Helfer wärst doch du. 6. Ach, vergib mir, der im Staube dieses Leibes dich noch nicht, Gott, erkennt von Angesicht! Ach, vergib mir, daß mein Glaube hier noch wankt, und sich nicht fest, als er sollt, auf dich verläßt! 7. Täglich laß es mich empfinden, wenn mein Herz auf sie sich stützt, daß nicht Men schenhülfe nützt! Allen Trost laß mir verschwinden, bis ich wieder flieh zu dir; und dann, Vater, hilf du mir! 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhörst, und sie selbst auch flehen lehrst; laß mich fest im In eigner Melodie. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Lud ich sie nicht auf mich durch meine Schuld, so zag ich nicht, du gibst dabei Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 257 Wege führen, so wirst du, trachtet, und die sich jetzt in denn du hörst mein findlich finstrer Schwermuth Flehn, mir auch alsdann noch Prüfung der Seelen? eine Hülf ersehn. quälen, 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im wahren Glauben mein, wie sollte dann der Tod mir schrecklich sein? 7. Geduld im Leiden. Mel.: Herzliebster Jesu. 366. Sin Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig! Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen! 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse bulben, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulben, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen! 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen lassen! 7. Jag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle! 8. 3ch bin ein Gast und Pilger auf der Erden, nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und gegen euch, was sind, ihr ewgen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde; wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dies stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau über dich! Wer 4. Ist Dürftigkeit, in der die trägt der Himmel Heere? Merk Trägen klagen, find Haß und auf! wer spricht: bis hieher! Bein, die Stolz und Wollust zu dem Meere? 3st er nicht tragen, des SchwelgersSchmerz, auch dein Helfer und Berather, des Neids vermißte Freuden, ewig dein Vater? christliches Leiden? 12. Willst du so viel, als 5. Ist deren Qual, die dei- der Allweise, wissen? Jetzt nen Rath verachtet, nach Got- weißt du nicht, warum du leitesfurcht und Glauben nie ge- den müssen; allein du wirst, Luth. Gess. 17 258 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. was seine Wege waren, nach mals erfabren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heili5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels gung des Geistes zu empfahen, Erbe. Was schreckt mich Grab und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth! 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; 6. Ich will dem Kummer Erfahrung gibt dem Glauben wehren, Gott durch Geduld Muth und Nahrung. Ein star- verehren, im Glauben zu ihm kes Herz steht in der Noth flehn. Ich will den Tod benoch feste. Hoffe das Beste! denken. Der Herr wird alles lenten; und was mir gut iſt, wird gescheha. dein Wort mir Trost und Leben sein! Mel.: In allen meinen Th. Mel.: Wer nur den lieben. 367. Ih hab in guten Stunden des Le bens Glück empfunden, und ben auf der Freuden ohne Zahl; so will Erde? Ein Wechsel ists von 368. Was ist mein LeLust und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde die sanfteste Zufriedenheit. Hier wohn ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält. ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Sa, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient! Will ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern! 2. Weß soll ich mich, Herr! denn trösten? Nur deiner Huld; du bist mein Heil und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil; und stehst nach deiner Batertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich ge4. Laß du mich Gnade fin- lassen sie ertrage, und machst den, nich alle meine Sünden zuletzt doch alles gut! Auf erkennen und bereun! Jetzt Kummer folgt zufrierner Dank, hat mein Geist noch Kräfte; auf Klagen froher Lobgesang. sein Heil laß mein Geschäfte, 4. Zu ungestörten Sicherhei Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 259 ten schickt sich gewiß kein Prü- lebt und stirbt getrost als fungsstand. Wie würde, drückt Christ. uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unfre Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele! in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zu deinem Trost; er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. Mel.: Herzliebster Jesu. 369. Sollt ich an deiner Macht, o Gott! verzagen, wenn, mir zur Prütfung, du in trüben Tagen mein thränend Auge, meiner Seele Schmachten, nicht scheinst zu achten? 2. Wie dürft ich, o Erhalter aller Welten! dich hart, dich grausam, dich ohnmächtig schelten, weil nicht mein Leid gleich, wenn mein Herz dir flehet, vorübergehet? 6. Er wird es sein! ruf in Gefahren ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke deine Zuversicht! 3. Du schaffft des Menschen Wohlfahrt; doch empfindet sein undankbarer Sinn nicht, wer sie gründet; vergißt, sein künftig Glück auf dich zu bauen, voll Selbstvertrauen. 7. Befiehl ihm alle deine Wege; auf ihn, auf ihn hoff allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege sieh fröhlich 4. Dann träumt er stolz: hin zur Ewigkeit. Da samm ihn könne nichts erschüttern. lest du von aller Pein den Du zeuchst die Hand ab; er Segen mit Vergnügen ein. beginnt zu zittern, und klagt, 8. sieh dahin zu allen wenn du nicht hilfst: Gott Zeiten, in eigner und gemeiner will nicht retten, Gott kann Noth, im Glück, und auch nicht retten. wenn noch von weitem ein 5. So ist sein Herz bald finstres Wetter dich bedroht! trotzig und bald feige, und Nichts gibt uns Trost zu sol- fündigt, glänzt dein Licht auf cher Zeit, als Gott, und jene seine Steige; und fündigt, Herrlichkeit. wenn du schlägst; wenn deine Schrecken zur Buß ihn wecken. 9. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit 6. Ach, reinige mein Herz starkem Muth auf dich, auch von solchen Sünden! Im Glücke in der größten Noth, ver- lehre mich mein Glück emtrauen! Du bist bei mir, pfinden, und gib mir Muth, das stärte mich! Wer des an dir in finstern Tagen nicht sen stets versichert ist, der zu verzagen! 17* Von den Pflichten und 7. So werd ich nimmer das Vertraun vergessen, das dir gebührt, nicht feig sein, nicht vermessen; im Unglück rühmen: Gott ist groß und mächtig! Gott nur ist mächtig! 260 Gesinnungen gegen Gott. tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr ich und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott. 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich! Mel.: In allen meinen Th. 370. Was as ists, daß ich mich quäle? Harr seiner, meine Seele, harr, und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüget; Gott 371. Warum weiß es und Gott schützet; er mich denn gräschüßet den, der nach ihm fragt. men? Hab ich doch Christum Warum sollt ich 2. Er zählte meine Tage, noch, wer will mir den nehmein Glück und meine Plage, men? Wer will mir den Himmel eh ich die Welt noch sah. Eh rauben, den mir schon Gottes ich mich selbst noch kannte, eh Sohn beigelegt im Glauben? ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 2. Ich kam unter Angst und Nöthen, arm und bloß, und 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier im Segen, den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. In bekannter Melodie. 3. Die kleinste meiner Sør- hülflos einst ans Licht getregen ist dem Gott nicht versten; nichts nehm ich auch von borgen, der alles sieht und der Erde dann mit mir, wenn hält; und was er mir beschie- ich hier einst abscheiden werde. den, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ists, der mirs gegeben. Will er mirs nicht mehr gewähren, nehm ers hin, ich will ihn dann auch findlich ehren. 4. Schickt mir Gott ein Kreuz zu tragen; dringt herein Angst und Pein; sollt ich drum verzagen? Deres schickt, der hats in Händen; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir ges währet! Gott, du gewährst es gern! Was dieses Glück verlegzet, wenns alle Welt auch schätzet, sei, Herr mein Gott, mir ewig fern! 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Gott mein Vater schlägt mit Maßen; 6. Sind auch der Krankheit er mein Licht kann mich nicht Plagen, der Mangel schwer zu ganz und gar verlassen. Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 6. Satan, Welt und ihre Mel.: Jesu meine Freude. Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß fie spotten, laß sie lachen; Gott mein Heil wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod bekriegen; Christi Blut, Glaub und Muth hilft auch den besiegen. 8. Denn kein Tod kann mich ertödten; nein, er reißt meinen 2. auf der Wahrheit Freunde Zücken Christi Feinde der Verfolgung Schwert; will man deinen Glauben dir vom Geist aus viel tausend Nöthen, Herzen rauben, fleh zu Gott, endigt dieses Lebens Leiden, und gibt mir einft dafür alle Himmelsfreuden. er hört. Haucht auf dich schon fürchterlich tödtend Gift der doch wohl machen. Hölle Rachen: Gott wirds 9. Dann wird sich mit bessern Schätzen Geist und Herz, nach 3. Ist der Himmel trübe; bemSchmerz, ewig dort ergötzen. wankt der Freunde Liebe; Hier ist kein recht Gut zu fin- stehst du als verwaist; schreckt den; was die Welt in sich hält, mit jedem Tage eine neue muß wie Rauch verschwinden. Plage den bestürzten Geist; 10. Was sind dieses Lebens Glück stets mehr Güter? Unbestand, eitler Tand, zurück, scheints dich nie mehr Rummer der Gemüther; dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. weicht das anzulachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Bürden abzunehmen, hilft nicht ängstlich Grämen, hilft nicht Ungeduld. Angst macht, daß man zittert, Un geduld erbittert; beides häuft die Schuld. Drum, mein Herz, wehr deinem Schmerz! Drükfet gleich die Last mich Schwachen: Gott wirds doch wohl 261 372. Seele, sei zufrieden! Was dir Gott beschieden, das ist alles gut. Treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen; schöpfe neuen Muth. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: Gott wirds doch wohl machen. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein; niemand fann uns scheiden! Ich bin dein, weil du bein Leben und dein Blut, mir zu gut, in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen machen. 5. Du führst Christi Nalasse! Laß mich, laß mich hin- men! Christum nachzuahmen, gelangen, wo du mich und ich das ist deine Pflicht bich ewig werd umfangen. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert, und der Himmel Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. bricht. Der steht fest, den sich ihm ergibt, den wird er Gott nicht läßt. Laß ringsum nicht verlassen. die Wetter trachen: Gott wirds boch wohl machen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, 6. Kronen soll der tragen, Herr, nur kurze Zeit! Nach der des Kreuzes Plagen in überstandnem Leide erquickest Geduld besiegt. Fröhlich aus- du ihr Herz mit Ruh, und gehalten, und Gott laffen einst mit ewger Freude. walten, das, das macht ver- 5. Drum hab, o Seele gu gnügt. In Geduld trau Got- ten Muth! Vertraue Gott, tes Huld. Mag dich doch die es wird noch gut nach aller Welt verlachen: Trübsal werden. Er ziehet doch wohl machen. dich durchs Kreuz zu sich, zum Himmel von der Erden. Gott wirds 6. Gott ist dein Gott; er ist getreu und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 262 7. Nun, so soll es bleiben, ich will nie mich sträuben, Gott stets folgsam sein. Stets im Tod und Leben, bleib ich ihm ergeben; er ist mein, ich sein. Was er will, sei stets mein Ziel. Wie er will, so mag ers machen; wohl wird ers doch machen. 7. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh, und nichts von Trübsal wissen? Mdl.: In dich hab ich geh. 373. Sei, Seele, start wenn irgend dich ein Rummer plagt. Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein ver trau allein auf ihn; er wirds wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr; die Hand des Höchsten schickt es her; sein Rath hats so ersehen. Drum sei nur still! Was dein Gott will, laß immer gern geschehen. Mel.: Wer nur den lieben. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so solls doch dir sein. 374. Was ist die Herr lichkeit der Erde? hassen. Wer ihn nur liebt, Wo ist hier die Vollkommennicht schädlich Gott kann sein Rind nicht 8. bet, und sieh auf deinen Gott in aller deiner Angst und unverzagt, und Noth! Saß, wie er will, es gehen. Sein Will ist gut; behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des hier traurig ist, doch deinen Trostes bist, laß jeden, der Troft empfinden. Hilf, den du liebst und prüfend übst, den Unmuth überwinden. Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. heit? Wer lebt hier frei von 7. Drum laß durch diesen der Beschwerde der Trübsal Trost mich siegen. Gott gibt nach und Mühseligkeit? Du legst furzer Prüfungszeit das allersein unserm Lebenslauf, o Gott, ligste Vergnügen in jenem Reich uns manches Leiden auf! der Herrlichkeit. Verschmachte, Leib; stirb und vergeb! 3ch weiß, daß ich einst aufersteh. 2. Doch das sind treugemeinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie hast du doch durch Leidenswege so manchen schon zu dir gebracht! Denn Mel.: Nun freut euch, lieb. hält leicht von dir, o Gott zurück! 375. Wenn gleich aus 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erweckte, begehrten wir des Himmels nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erfchreckte, die Hülfe, die dein Wort verspricht? Wer fühlt, wenn keine Last ihn drückt, wie fanft, o Gott! dein Trost erquickt? 263 tiefer Mitternacht Gewitter um sich bligen, so zag ich nicht; mein Vater wacht, er wacht, mich zu beschützen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie verlassen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er sandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh des Ewigen vergesse. 4. Zum Dulden führt dein Ruf der Gnaden, der uns zu Christi Gliedern macht. Wie schwer war der nicht hier be laden! Wie hart verfolgt! Wie sehr veracht! Und doch trug er dies alles gern. Gib, daß 3. Gesegnet sind die Leiden ich folge meinem Herrn! mir, die mich der Welt ents 5. Beleidigt wollt er sich ziehen; mich lehren, Gott, nicht rächen; verhöhnt nicht allein zu dir nach Trost und geben Hohn für Hohn; aus Hülfe fliehen! Ich weiß, einst Neid verdammt nicht wider bringst du meinem Blick der sprechen; und viel gemartert Sonne sanftes Licht zurück, doch nicht drohn. Unschuldig das Dunkel mir verhüllet. litt er mit Geduld. trage meine Schuld. Ich aber 4. Wie will ich dann vom Schmerz befreit, Herr, deine 6. Laß, Gott, nur dieses Le. Huld erheben! wie freudig dir bens Leiden zu meiner Beßrung selbst für das Leid Lob, Preis fruchtbar sein, so geh ich zu des und Ehre geben! Wohl denen, Himmels Freuden durch dieser die dem Herrn vertraun, die Erde Trübsal ein! Dort wirb ihre Hoffnung auf ihn baun! mein Leben ohne Pein, mein Nie werden sie zu Schanden. Glück stets ohne Wechsel sein. Von den Pflichten und Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 376. Will mich, o Gott, hienieren des Lebens Last ermüden, so stärke meinen Geist! Wenn mich die Leiden fränken, so laß mich Leiden kränken, so laß mich wohl bedenken: Auch das sei gut, was Trübsal heißt! 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt. Und In bekannter Melodie. ſeufzen wir: Wie lange ist 377. Was Gott thut, das unsrer Seele bange? so wird ist wohlgethan; es 264 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld; daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollst tödten, doch traun auf deine Vaterhuld. Gesinnungen gegen Gott. doch mein Geist genesen; er eilt zu Seligkeiten hin. mit Trost das Herz erfrischt. bleibt gerecht sein Wille; wie 3. Du, Vater, wendest Bürden, die mich erbrücken würden, von meinem Haupte ab; du wägest unsre Plagen stets nach der Kraft zu tragen, die beine Hand erst selber gab! er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 4. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüfte schwächen, den eignen Willen brechen, und uns entwöhnen von der Welt. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er läsfet mich nicht fallen; er führet die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld gibt seine Huld: Er wird mein Unglück wenden. Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nüßet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stützet. Ja, seine Treu ist immer neu. Dram will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch 6. Was will uns, Herr! auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Man lebe oder sterbe, so wird des Himmels Erbe doch deinen Kindern nicht entgehn. 7. Zu jenem bessern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird 8. O drücke meinem Herzen, auch unter Sorg und Schmerzen, bies doch aufs Tiefste ein: Der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein! Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 265 gleich schmecken, der bitter ist Engel schuf! Welch eine theure nach meinem Wahn; laß ich süße Pflicht, die uns so reichen mich doch nicht schrecken, weil Lohn verspricht! er zuletzt mich doch ergötzt mit süßem Trost im Herzen. Da weichen alle Schmerzen. 6. 3a, Pflicht ists, daß ihr sein gedenkt, ihr, denen er Verstand geschenkt! Die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ewgen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein; und wolltet nicht voll Rühmens sein? 9. Wer ist gutthätiger, als er? Denn welche Gabe sollt uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch einen Sohn uns gibt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? Ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiwas ihr geben könnt? ner Liebe brennt, das einzge, 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn, Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. 8. Lob Gottes und Dank barkeit gegen Gott. Mel.: Vom Himmel hoch. 378. Quf, Christen, preist mit mir den Herrn! Wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! Wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! Sein ganzer Nam ist Ruhm, Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies gren zenlose Meer von Licht durch schauet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Luft sei, ihn er höhn! Solch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Vers stand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. 11. Auf, Christen, preist mit mir den Herrn! Wer preist nicht milde Geber gern? Gedenk, wie viel er uns gewährt! Wer ist, wie er, des Dankes werth? In bekannter Melodie. 4. Wie wird der Geist das 379. Herr Gott, dich lodurch entzückt, hinauf gen mel hingerückt, mit seinem hecherhabnen Freund, mit Gott, stets inniger vereint! ben wir! Herr Sott, wir danken dir! Jeho vah ist von Ewigkeit. Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist, Gott, Bater, dich, dich 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Sohn, dich Geist! Die Che- durch unsre Prüfungszeit den rubim, die Seraphim, die Weg zur frohen Ewigkeit! Himmel alle singen ihm: Hei- 5. Die Erd ist auch dein lig ist unser Gott! Heilig ist Heiligthum; auch sie erfülle unser Gott! Heilig ist unser stets dein Ruhm! In dieser Gott! Jehovah Zebaoth! unsrer Pilgerschaft sei, Herr, 2. Weit über alle Himmel, dein Wort uns Licht und Kraft! weit geht deine Macht und Sei gnädig uns, o treuer Gott, Herrlichkeit! Sie, die den sei gnädig uns in aller Noth! Erdkreis wunderbar bekehrten, Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreun! Sei hier schon unser Trost und Licht; verlaß uns auch im Tode nicht! 266 Mel.: Wachet auf, ruft uns. deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, die prei sen ewig dich, o Herr! Am Grabe noch, noch in der Zeit, preist dich auch deine Christenheit! Dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn, und dich, o Geist, deß Wunder- 380. Rommet, laßt uns niederfallen vor fraft in Sündern neues Leben Gott, und rühmen, daß uns schafft! allen der Herr anbetungswürdig ist! Sagt, ihr Engel, sagt ihr Frommen: Gott, unser Gott, du bist vollkommen; du warst, du wirst sein, der du bist; noch eh der Himmel war, den Gottes Macht gebar, vor der Erde war Gott, ihr Herr, schon herrlicher, als ihn, wer endlich ist, erkennt. 2. Alles, was er schaffen wollte, was nach der Schöpfung werden sollte, sah er in seiner Möglichkeit, als obs schen erschaffen wäre. Er kannte ewig alle Heere der Welten, denen er gebeut. AllBlut sind frei und rein! Einst mächtig war der Herr. Allsei im Himmel unser Theil mächtig war der Herr. Gut dein großer Lohn, dein ewigs und heilig. Auch ohne Reich Heil! Hilf deinem Volke, Je- bedurft er euch, ihr Welten, su Christ, und segne, was nicht zur Seligkeit! 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die durch dein dein Erbtheil ist! Leit uns 3. Dennoch rief er zu be 3. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, deß Reich nie vergeht, du hast dich, um uns Gott zu weihn, erniedri get, ein Mensch zu sein! Dem Tode nahmst du seine Macht! Zum Himmel hast du uns gebracht! Zur Rechten Gottes figest bu! Mit deinem Vater herrschest du! O der für uns geblutet hat, erwürgt für unsre Missethat, im Grabe läsfest du uns nicht! Du kommst, du kommst und hältst Gericht! Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 267 glücken, euch, Erd und Him- mit seinem reichen Trost ermel; euch zu schmücken, floß füllt, dem Gott, der allen über euch sein Licht herab. Jammer stillt! Gebt unserm Geistern sich zu offenbaren, Gott die Ehre! erschuf er Geister; zahllos waren die, denen er die Welten gab. Nun hat der Herr ein Reich; ist immer selbst sich gleich, unaussprechlich; und die Natur verkündigt nur, was er vor allen Welten war. 2. Es danken dir die Himmelsheer, Beherrscher aller Thronen! Und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht! Gebt 4. Alles will und muß den unserm Gott die Ehre! Willen des Allgewaltigen er 3. Was unser Gott geschaffüllen. Was er verordnet, das fen hat, das will er auch erbesteht. Seine Wege sind voll halten; darüber mit allweisem tommen. Er liebt, beschüßt, Rath, mit Vatergnade walten. beglückt die Frommen, und In seinem ganzen Königreich wer ihm trogen will, vergeht. ist alles recht, ist alles gleich. Er hält in Ewigkeit, was er Gebt unserm Gott die Ehre! verheißt; und dräut nicht ver4. 3ch rief zum Herrn in gebens. Ihr Sünder, bebt! meiner Noth: ach Gott, verJehovah lebt! Gerechte, jauchzt! nimm mein Schreien! Da ließ Jehovah lebt! er mir in meiner Noth Errettung angedeihen. Ich danke, Gott, ich danke dir! Ach banket, danket Gott mit mir!. Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Ewig lebt er, ist ein Rächer der unbereuenden Verbrecher, der Frommen Vater im Gericht. Dunkel sind noch seine Pfade; einst aber Heiligkeit und Gnade, und alle seine Thaten licht. Lobsingt, lobfinget Gott! Jehovah Zebaoth ist, der sein wird. Im Heiligthum erschallt sein Ruhm schon jetzt und künftig noch weit mehr. 5. Gott ist uns nah, und niemals nicht von seinem Volk geschieden. Er, er ist ihre Zu² versicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durchs Feuer und durchs Vieer. Gebt unserm Sott die Ehre! Mel.: Sei Lob und Ehr. 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, die nur die Welt erzeiget, so hilft, der ewig 381 Nob, Ehr und Preis helfen kann, der Schöpfer dem höchsten Gut, selbst, und neiget sein hulddem Vater aller Güte, dem reich Angesicht uns zu, denn Gott, der alle Wunder thut, außer ihm ist keine Ruh. Gebt dem Gott, der mein Gemüthe unserm Gott die Ehre! Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 7. Ich will mein ganzes hat, siehts doch stets neue Leben lang, o Gott, dich freu- Wunder. dig ehren! Man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Orten hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich! Mein gan zes Herz erfrene sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Wo ist ein Gras, wo nur ein Blatt, ein Stäublein auf der Erde, wodurch, o Mensch, nicht Gottes Rath und Kraft verkläret werde? Owie ist seine Macht so reich! Was aber deiner Trägheit gleich, daß dus nicht siehst, nicht fühlest? 8. 3hr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr seine Macht erkennt, gebt unserm 4. Gab seine Macht die Gott die Ehre! Die falschen Schöpferin der Schönheit und Götzen macht zu Spott! Der des Lebens, dir deinen Geist, Herr ist Gott, der Herr ist so manchen Sinn, so viel Ges Gott! Gebt unserm Gott die fühl vergebens? Für wen, für Ehre! wen, als dich, erschafft, erhält und schmücket seine Krast so mancherlei Geschöpfe? 9. Kommt, laßt uns vor sein Angesicht, des Dankes Opfer bringen. Bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat alles wohl bedacht, und alles recht und gut gemacht. unserm Gott die Ehre! Gebt 268 5. Dein Gott bedarf nichts; seine Hand, die seine Schöpfung schmückte, gab dir Empfindung und Verstand, damit er dich beglückte. Willst du, 0 Mensch! nicht glücklich sein? Will sich nicht deine Seele freun, nicht immer froher werden? Mel.: Allein Gott in der. 6.! warum suchest du 382. Lobfinget Gott, und betet an! Es dant, dein Glück in eitlen Phanta. es rühm, es singe, wer dan feien? Wirf auf die Schöpfung fen, rühmen, singen kann, dem deinen Blick, ba will er dich Schöpfer aller Dinge! Wie erfreuen. Geneuß, dein Vater groß, wie schön ist seine Kraft! sieht es gern! Geneuß die Wie herrlich, wie untadelhaft Freuden deines Herrn! Nur sind alle seine Werke! ihr Genuß reut nimmer. 2. Die Himmel, so voll 7. Er selbst entflammt in Licht und Pracht, sammt deiner Brust die Sehnsucht allem ihrem Heere, wie wür- nach Vergnügen. Er schuf dig sind sie seiner Macht! auch Quellen, die voll Lust Verkündger seiner Ehre! Das stets rinnen, nie versiegen. Auge sieht sich nimmer satt; Gib nur auf deine Wunder wie viel es auch gesehen Acht; wohlthätig ist des Schöp Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. fers Macht; fann dirs an Wesen wohnen, hat sich auch Freude mangeln? 8. Dir wohlzuthun das ist ihr Ziel, zum Dank dich zu entzünden. genug Gefühl, die Güte zu empfinden! Ist seiner Woh nung Vorhof schon so schön, wie wird mich einst sein Thron, wie wird er selbst entzücken! 9. Lobsinget Gott, und betet an! Es dant, es rühm, es singe, wer danken, rühmen, singen kann, dem Schöpfer aller Dinge! Wie groß, wie schön ist seine Kraft! Wie herrlich, wie untadelhaft sind alle seine Werke! 269 sie verklärt. 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich jedes Aug Ach hätt ich nur entzückt; weit süßer ist die Wonne, womit uns Gottes Güt erquict. Erfreulich ist das Leben, und schauervoll der Tod; doch besser noch als Leben, ist deine Güte, Gott! Wie ist sie uns so theuer! Sie, fie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer, und tröstender, als sie? 4. Wer wollte sie nicht loben, sie, die doch allen alles gab, vom hohen Engel droben bis zu des Staubs Gewürm hinab? Denn von so viel Geschöpfen läßt sie nicht eines leer; so oft sie aus ihr schöpMel.: Nun lob mein Seel d. 383. Mit fröhlichem Ge- fen, ein unerschöpftes Meer; müthe dankt, die und, wie sie zum Entzücken ihr Christo angehört! Dankt stets für den Himmel quoll, Gott, daß seine Güte, gleich ist auch, wohin wir blicken, als sein Leben, ewig währt! von ihr der Erdkreis voll. Nach so viel tausend Jahren, 5. Zu ihrem Lob erwecke vor die durch sie alle reich an fro- allen du dein Herz, o Christ! hen Segen waren, bleibt sie Komm her, und sich, und sich immer gleich. Nie hört schmecke, wie freundlich Gott, sie auf zu sorgen, und sorget dein Vater, ist! Auf, seinen immer treu. Sie wird mit jedem Ruhm erzähle dein frommes Morgen an den Geschöpfen neu. Saitenspiel! Uud deine ganze Seele sei Inbrunst und Gefühl! 2. Herr, deine Güte reichet so weit, ale Erd und Himmel Von seiner Güte sage, wie geht, und ihre Dauer gleichet treu sie für uns wacht, ein dem Fels, der unbeweglich steht! Tag dem andern Tage, die Vor ihren heitern Strahlen, Nacht der nächsten Nacht. wo sie hervorbricht, fliehn auch bange finstre Qualen, wie leichte Wolken hin. Wer zählt 6. Wir sind viel zu geringe der Treu, die du an uns gethan! Wir schaun die großen die Millionen, die sie erwärmt Dinge, Erbarmer, mit Beund nährt? So weit nur wundrung an! Duschenkst den 270 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Sohn uns Sündern, erlösest| Leidenstage, lindertest du meine uns durch ihn, erwähleft uns Plage! Tröster, Gott, dir sei zu Kindern, willst selbst uns dafür ewig froher Dank von zu dir ziehn. Auf, da in Jesu mir! Namen ihm unser Lob gefällt! Lobsingt ihm! Amen! Amen! Sein Lob füll alle Welt! Mel.: Jesu, meines Lebens. 384. Schöpfer der er schaffnen Heere, freudig rühm ich deine Macht, daß du mich zu deiner Ehre hast ans Licht der Welt gebracht! Sinne, Leib und Seel und Leben hat mir deine Huld gegeben. Holder Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet; unverletzt ans Licht geführt; wunderbar durch dich geleitet, und mit Kräften ausgeziert. Für die allertreuste Pflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir! 5. Hatt ich, Heiligster, mit Sünden deinen Ruhm und mich befleckt; ließest du mich Gnade finden, wurd ich nur zur Buß erweckt! Mit unendlichem Erbarmen, Herr, ergreifst du mich, mich Armen! Ewig, ewig nimm dafür im Versöhner Dank von mir! von Erde, daß du mein im 6. Was bin ich, der Mensch Besten denkst, und mir Himbrauch und Nußen schenkst? mel, Meer und Erde zum GeDaß die Segen deiner Gaben mich nun so viel Jahre laben? Guter Gott, ich danke dir für dein Wohlthun für und für. 7. Stärte mich mit neuen Kräften, bis der Lebenstag fich neigt, daß mir zu Berufsgeschäften keine Fähigkeit entweicht! Laß mich wie den Palmbaum grünen, Gott und Menschen treu zu dienen! 3. Weislich haft du Ort Herr, daß ich als Greis noch und Zeiten für mein Dasein dir feurig danke, hilf du mir! ausersehn; was geschah, ift 8. Treu im Glauben, laß durch dein Leiden mir zum Besten stets geschehn. Niemals hast du mein vergessen, Heil mir immer zugemessen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! mich enden meinen letzten Bebenstag, daß ich meinen Lauf vollenden, und die Kron er langen mag. Mit des Him mels Erstgebornen, mit des Lammes Auserfornen jauchz 4. Herr, du zähltest meine ich dann, Jehovah, dir, HalleThränen; eh ich weinte, fahst lujah für und für! du sie, hörtest mein geheimes Sehnen; pflegtest mich in Sorg und Müh, und an jedem sole istr Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Mel.: Herzliebster Jesu, w. 385. Gelobt sei. Gott! Ihm will ich fröhlich singen; ihm Dank und Ruhm mit den Gerechten bringen, und der Versammlung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. 8. Er sendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. Groß, majestätisch sind 9. Die Furcht vor Gott, die Lust ihn zu erheben, führt 2. uns zur Weisheit, führet uns des Höchsten Werke, und wür- zum Leben; sie gibt Verdig, daß man sie erforscht und merke; aus ihnen strömen hei lige Vergnügen, die nie verstegen! stand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck und Ehre, daß er, wie groß er sei, die Welten lehre. Der Höchste bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle Zeiten. 10. Von ihr geleitet, lernt man Wege wallen, die nie verführen, welche Gott gefallen. Der Ruhm, womit er sie belohnt, wird stehen, wird nie vergehen. 4. Er baut den Wundern, Mel.: Alle Menschen müssen. 386. Wie soll ich dich würdig loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Groß sind deiner Liebe Zeichen? Wer kann ihre Größ erreichen? Stets mit Herz und Mund sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wunder6. Die Thaten seiner Hand macht, deine Gnade, Treu und sind Recht und Treue. Gott Güte froh erhebe Tag und spricht kein gnädig Wort, das Nacht! Denn, was ich nur ihn gerene. Der Fromme weiß, bin und habe, kommt von dir, daß er aus Lieb und Güte, ist deine Gabe. Stets mit sein Recht gebiete. Herz und Mund, sei dir, groBer König, Dank dafür! die sein Arm verrichtet, ein Denkmal, welches teine Zeit zernichtet; der Herr von from mem duldendem Gemüthe, der Herr voll Güte. 271 5. Der Herr gibt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen! Er denkt des Bundes; ewig soll er währen, weil sie ihn ehren. 7. Es dauert fest und ewig unbeweget, er hats auf Stein und uns ins Herz gepräget, daß wir getreu und willig seinen Rechten gehorchen möchten. 3. Herr, mit Scham muß ich gestehen, täglich häuft ich Schuld auf Schuld; doch statt ins Gericht zu gehen, trägst du mich Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 8. Wie ein Vater nimmt und gibet, so wies Kindern nüßlich ist, so hast du auch mich geliebet, Gott, der du mein Vater bist; mich erfreut 4. Sinn ich nach und über- mit mildem Segen; mich gelege, wie du gnädig mich re- prüft mit Vaterschlägen. Stets giert; mich viel wunderbare mit Herz und Mund sei dir, Wege, und doch immer wohl großer König, Dank dafür! geführt, Gott, bestürzt wird 9. Bitter sind zwar Züchmein Gemüthe bei dem Anblick tigungen, aber füß ist ihre solcher Güte! Stets mit Herz Frucht. Und durch sie ist dir und Mund sei dir, größer gelungen, was oft Huld umKönig, Dank dafür! sonst versucht. Denn ich lernte dich verlangen, Weltlust fliehn, an dir nur hangen. Stets mit Derz und Mund sei dir, groDank 5. Du, Herr, bist mir nachgeeilet, haft zur Buße mich geweckt, ob ich lange schon verweilet, doch die Hand mir dargestreckt, und sobald ich nur gekommen, väterlich mich aufgenommen! Stets mit Herz und Mund sei dir, König, Dank dafür!. nen 10. Trugst du nicht in deiväterlich? Niß mich nicht oft Armen mich oft treu und dein Erbarmen aus Gefahr, großer und schützte mich? Mußt ich 6. O wie hast du meine Seele stets gesucht, zu dir zu ziehn! Dein ists, wenn ich einsam, hülflos weinen; du, du mit Herz und Mund sei dir, ließest Trost erscheinen. Stets Gutes wähle; du auch hilfft großer König, Dank dafür! es nur vollziehn; hilfst, daß ich mein Fleisch bestreite, und erhältst mich, wenn ich gleite. Stets mit Herz und Mund jei dir, großer König, Dant dafür! 11. Bater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit! Und du bast zu mir gezeiget, Jesu, deine Freundlichkeit! Und dein Wort, o Geist der Gnaden, heilet meinen Seelenschaden! Stets mit Herz und Mund sei dir, großer König, Dank dafür! 272 noch mit Geduld, willst in Christo mir vergeben! Wie kann ich dich gnug erheben? Stets mit Herz und Mund sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem Angesicht! All dein Thun ist Gnad und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht. Wer muß nicht aus deinen Werken deine Macht und Weisheit merken? Stets mit Herz und Mund sei dir, großer König, Dank dafür! 12. Preis und Dank sei dir gesungen, daß es mir bisher, mein Gott, dein zu sein, durch dich gelungen! Ach, laß mich bis in den Tod fest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Antlig sehen! So werd ich, Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. dein Eigenthum, ewig preisen deinen Ruhm! 273 Wer schenket mir den edlen Freund, der treu im Rummer mit mir weint? 6. Wer wog so weislich meine Leiden mir nach dem Mel.: Wer nur den lieben. 387. Dir Gott, dir will ich fröhlich singen, dir, dessen Freude Wohlthun ist; dir will ich Dank und Ehre bringen, dir, der du gut und freundlich bist! Ja Gott, du bist ganz Gnad und Treu; gib, daß mein Herz ganz Freude sei! Maß des Glaubens zu? Wer wechselte sie bald mit Freuden? Wer gab in ihnen Trost und Ruh? Wer schützte mich vor der Gefahr, die ungefehn mir nahe war? 7. Wer fristet meine Lebenstage? Wer schmückt und krönet sie mit Heil? Du, Vater, 2. Dich preisen aller Engel Gott, du bleibst ewiglich mein Seele, sage: Heere; dir singt der ganze Theil! Von ganzem Herzen Himmel Dant. Dir Herrscher, brausen Wind und Meere; ihr Brausen ist dein Lobgesang! Die ganze Schöpfung ruft dir zu: wo ist ein solcher Gott, wie du? liebst du mich, von ganzem Herzen preis' ich dich! 8. Denk, meine Seele, denk zurücke in jene Zeit, die froh verfloß! War nicht mein geist3. Du, unser Gott, bist und leiblich Glücke mit jedem hoch zu loben, denn nichts Tage neu und groß? Erfreut gleicht deiner Mildigkeit! Du, und dankbar ruf ich aus: Was hoher Schöpfer, blichst von bin ich, Herr, was ist meinhaus? oben auf der Geschöpfe Dürf9. Wie sollt ich deine Treu tigkeit! Kein Wurm freucht vergelten? Ich bin zu arm zu unbemerkt dahin; du siehst, dieser Pflicht. Die Schätz in du nährst, du schützest ihn. Millionen Welten bezahlen deine 4. Du hast, o Bater, mein Wohlthat nicht. Mein schwacher Gemüthe durch manche Wohl- Dank ist viel zu klein, für that schon erfreut! o gib mir einen Gott ein Dank zu sein. 10. Dir will ich fernerhin ein Geschenk: die Dankbarkeit! vertrauen; denn stets hast du Lehr alles das, was in mir mir wohlgethan. Ich will auf ist, froh rühmen, daß du gnä- dich mit Glauben schauen; schau auch nach deiner Güte noch dig bist! mich mit Baterblicken an, so 5. Wer schuf die Seel und geh ich ruhig durch die Zeit, ihre Kräfe, Gedächtniß, Wit- und fröhlich in die Ewigkeit. len und Verstand? Wer segnet mein Berufsgeschäfte? Wer stärkt die arbeitsame Hand? Luth. Gesb. 18 274 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Mel.: Nun sich der Tag. 388. Du bists, dem Ehr jeder und Ruhm gebührt; und das, Herr, bring ich dir! Mein Schicksal haft du stets regiert, und stets warst du mit mir. 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, so hörte Gott mein Flehn, und ließ durch seinen gnädgen Rath darin mich nicht vergehn. mich erfreut! Ich schmeck in Kreatur, Gott, beine 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott; mit welchem Dant, mein Gott, erheb ich dich! Freundlichkeit. nen Sohn, der für mich Sün10. Ich danke dir für deider starb, und der zu deinem nen der mich SünGnadenthron den Zugang mir erwarb! 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald vor uns übergehn, will uns nach kurzer Prüfungszeit zum ewgen Glück erhöhn. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, was er an dir geGebot, und bet ihn ewig an! than! Verehr und halte sein 4. Betrübte mich des Feindes Haß, so klagt ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richtgen Pfad verlor, und mich verMel.: In allen meinen Th. ſchuldet sah, rief ich zu dir, 389. Dir dank ich für mein mein Gott, empor, und Gnade war mir nah! Gott, der du mirs gegeben, 6. Oft, wenn nach Trost ich danke dir dafür! Du hast, die Seele rang, Gott sich von von Huld bewogen, mich aus mir gewandt, rief ich voll dem Nichts gezogen; durch Sehnsucht: Herr, wie lang! deine Güte bin ich hier. Und mich hielt seine Hand. 2. Du, Herr, hast mich be7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er, und gibt zur Tugend Muth. reitet, mich väterlich geleitet, bis diesen Augenblick! Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiren Plage vers wandeltest du in mein Glück. 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt; und für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibt! ich Staub und Erde auf ewig 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht! Damit 9. Dir dank ich, Herr, daß glücklich werde, hast du schon die Natur mich nährt und ewig mein gedacht. Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. kann mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden? wer Gott ergründen? 4. Du hörtest schon mein kann ihn gnug erheben? wer Sehnen, und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; eh ich zu sein begonnte und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. ' 5. Du ließt mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. OHöchster, welch Erbarmen! Du sorgest für mich Armen, und bist ein Vater, der verzeiht. 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben; dich werden unsre Kinder Kinder loben, und deine Macht besingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 275 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, 6. Für alle deine Treue, Herr, wie mächtig! Das preis für das, deß ich mich freue, ich, daß dein Nam erhoben lobsinget dir mein Geist. Er werde, der ganzen Erde! ist dein größt Geschenke; daß 5. Daß deiner Wunder ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ists, daß er dich preist. Ruhm umber erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine Wahrheit, deine Huld besinge und Preis dir bringe. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüstest, dies, Vater, dank ich dir! Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dies alles, Vater, dank ich dir! 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmherzig, gnädig und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 8. Was mir in diesem Le7. Jehovah, alle deine Werke ben noch nützt, wirst du mir sollen dir jauchzend danken; geben; du gibst, ich hoff auf deine Frommen wollen aus dich. Dir, Bater, dir befehle allen ihren Kräften sich beich meinen Leib und Seele! streben, dich zu erheben! Herr, segne und behüte mich! 8. Ja, ewig will ich deinen Namen loben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Mel.: Herzliebster Jesu. ch 390. will, mein Gott, Zeiten dein Lob verbreiten! du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen! Sei Mel.: Lobt Gott ihr Christ. täglich, ewig ſei von mir er- 391. Ich finge dir mit hoben! ich loben. Herz und Mund, 2. Der Herr ist groß; wer Gott, dir gebühret Preis! Du 18* 276 machst mir selber täglich kund, was ich von dir nur weiß. Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß du an ihn gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au mit Schönheit, pflanzt den Hain, tränkt sie mit Regen und mit Thau, und gibt der Sant Gedeihn? 5. Wer krönt mit Segen unser Jahr, das deine Güt erneut? Wer macht, daß uns noch immerdar Korn, Most und Del erfreut? 6. Wer gibt uns Leben und Gedeihn? Wer hält mit seiner Hand den Frieden, dessen wir uns freun, für unser Baterland? 7. Ach, Herr mein Gott, allein von dir fließt alles Heil uns zu! Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! verlassen scheint, hast du ihn schon gestärkt. Die stille Thräne, die er weint, ist dir nicht unbemerkt. 8. Du nährst uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns auch in der Gefahr mit Hülfe gnädig bei. 11. Was fränkst du dich in deinem Sinn, und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der für dich wacht. 12. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren unglückslauf hat er zurückgeMel.: Wer nur den lieben. 392. Mein Herz, ermuntre dich zum Preiſe des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weiſe du ihm zum Dank verpflichtet bist! Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar! 2. Herr, deine Hand ist im mer offen, zu geben, was mir nüglich ist! Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf 9. Du trägst uns Sünder dich, der du die Liebe bist. mit Geduld, lehrst uns durch Mein Gott, wie wenig bin deinen Geist; und reut uns ichs werth, daß mir noch Hülfe unsre Sündenschuld, so schonst widerfährt! du und verzeihst. 3. Unendlich groß ist dein 10. Oft wenn der Christ Erbarmen! Nur wohlzuthun 13. Er liebt dich mehr, als du verstehst, und ist dir nimmer fern. Er eilt zu helfen, eh du flehst; vertraue doch dem Herrn! 14. Wohlan, so bet ibn ewig Der Herr hat viel an dir gean mit frommer Zuversicht! than. Bergiß es, Seele, nicht! Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 277 bist du gewohnt. Drum wird du hörst es, wie ein Vater auch mir, mein Gott, mir pflegt, der seiner Kinder Armen, von dir nicht nach Schwachheit trägt. Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein! Ich will mit red4. Du bist es, der in mei- lichem Gemüthe mein Leben nen Sorgen mit Rettung mir deinem Lobe weihn, bis ich entgegen eilt; und wenn sie vollkommner deinen Ruhm ernoch für mich verborgen, nach heb im höhern Heiligthum. meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ichs mich versehn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. Mel.: Vom Himmel hoch. 393. Dich Herr und Vater aller Welt, 5. Du wählst und wirkest preist mein Gesang, und dir stets das Beste. Und wenn mißfällt der Menschen stamauch meine Noth sich häuft, melnd Danklied nicht, mein so steht durch dich mein Wohl Gott und meine Zuversicht! doch feste. Wenn mich das 2. Von Kindheit an warst Elend ganz ergreift, so legt du mir es. Wie freut sich fich dein Erbarmen brein, mich meine Seele deß, daß du auch vom Verderben zu befrein. jetzt mein Vater bist, der seines Kindes nicht vergißt! 6. Du bist mein Heil; mein ganz Gemüthe ist deines 3. Früh ward ich in der Ruhms, mein Retter, voll! Taufe schon geweihet dir und Okönnt ich deine große Güte deinem Sohn. Durch dein undoch so erheben, wie ich soll! schätzbar Wort allein weiß ich, Doch meine Kraft reicht nicht die Ewigkeit sei mein. dahin; du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 4. Wer war der 3mmergütige, der langmuthsvoll mich 7. Und hätt ich auch viel Leitete? Und stürmte Trübsal tausend Zungen, so würde deis auf mich zu, wer half mir nes Wohlthuns Preis nie überwinden? Du. würdig gnug von mir besun- 5. Herr, dessen Augen stets gen, auch bei dem allergrößten mich sahn, du ließt auf meiFleiß. Lenn mehr, Herr, als ner Pilgerbahn, durch Wohlich rühmen kann, hat deine thun mich zu dir zu ziehn, für Huld an mir gethan! mich so viele Freuden blühn! 8. Jedoch du siehst mit 6. Du bist und warest imWohlgefallen auch auf des merdar mein Schutz, mein Herzens Redlichkeit; und hö- Retter in Gefahr, der Stifter rest selbst das schwache Lallen meines Wohlergebns und der der Deinen mit Zufriedenheit; Erhörer meines Flehns. Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 7. Wie oft entfernt ich mich als es der Mensch versteht. von dir! Doch du, du bliebest Dein Rath unendlich besser, Vater mir, der, wenn ich reu- als was sein Wunsch erfleht. voll wieder fam, voll Huld Herr, meine Zuversicht, dir mich als sein Kind aufuahm. froh mich zu ergeben, dich 278 8. Unzählbar sind und täg- dankbar zu erheben, sei meine lich neu die Proben deiner liebste Pflicht!" Vatertreu. Dir fließt, o Gott, der gern erfreut, die Thräne meiner Dankbarkeit! Mel.: Nun lob mein Seel. 9. Nimm, da ichs nicht vergelten kann, das Opfer meines 395. Auf, meine Seele Dantes an! Mein Leben müsse so unwerth du es bist, thut singe! An dir, Beuge sein, ich sei erkenntlich, Gott so große Dinge. Weh ich sei dein! dir, wenn ihn dein Herz vergißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Christo dir vergeben. Ognadenvoller Rath! schon hier wirst du mit Heile getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh der Ewigkeit! Mel.: Von Gott will ich. 394. Groß ist des Höchsten Güte. Wer sie nicht achtete, welch fühllos Herz verriethe der Unerkenntliche! Sie rettet uns aus Noth, erquicket uns im Leide, verwandelt es in Freude, verfüßet selbst den Tod. 2. Es hat uns wissen lassen der Herr sein Recht und sein Gericht. Erbarmung ohne MaBen dem Frommen, der den Bund nicht bricht. Schnell eilt sein Zorn vorüber, straft Vergnügen, nicht nach unsrer Schuld; der Gott! Lob zu singen dir? Herr begnadigt lieber, nimmt Nein, Herr, von meinem lieber auf zur Huld. Wohl Dank sei jeder Morgen Zeuge, dem, der Christo lebet! Gott und jeden Abend steige zu dir ist er angenehm. Mit Adlersmein Lobgesang! flügeln schwebet Erbarmung über dem. 2. Und meine Lippen schwiegen? Ich raubte selber mir das himmliche 3. Du wirst mich ferner leiten, so unwerth ichs auch 3. Wie Väter mit Erbarbin; treu bleibt zu allen Zei- men auf ihre schwachen Kinten dein milder Batersinn. Ich hoff getrost auf dich. Du wirst in Kümmernissen mir wohl zu helfen wissen. Dir überlaß ich mich. der schaun, so thut Gott an uns Armen, wenn wir in Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir sind Sünder; Gott weiß es, wir sind Staub, und der Verwesung Kinder, ein 4. 3a deine Huld ist größer, Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. niederfallend Laub. Kaum, daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da. Wir Sterbliche vergehen; stets ist der Tod uns nah. 4. Des Ewgen Gnad alleine bleibt, gleich als er, in Ewigfeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, und daß sie selig werde, mit Furcht und Zittern ringt. Auf, daß ihr von der Erde schon jetzt euch dorthinschwingt! Dort nimmt mit seinen Engeln auch unsrer Brüder Schaar, und rein von allen Mängeln, stets feines Robes wahr. 5. Anbetung, Preis und Ehre jei dir, Gott Vater, Sohn und Geist! Wir singens in die Chöre der Schaar, die dich vollkommner preist. Anbetung, Preis und Ehre dir, der du warst und bist! Wir stammelns nur; doch höre, hör uns, der ewig ist! Einst rufst du: Kommet wieder, du Gott, auf den wir traun! Dann schallen Jubellieder, wenn wir verklärt dich schaun! Mel.: Wach auf, mein Herz. 396. Nun laßt uns Gott erheben, ihm Dank 279 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er uns ja gegeben; und sie auch zu bewahren, will er an uns nichts sparen. 3. Er sorgt für Leib und Seele, daß uns kein Gutes fehle. Sogar für unsre Sünden ist Rath bei ihm zu finden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben. Der hat, da er gestorben, uns allen Heil erworben. 5. Die Mittel seiner Gnaden sind gut für allen Schaden, wenn wir nur seinen Willen bei dem Gebrauch erfüllen. 6. Dann wird die Schuld vergeben, geschenkt wird uns das Leben. Und dort, wie große Gaben, Gott, sollen wir einst haben! Mel.: Christ, unser Herr. 397. Wer ist bir gleich du Einziger? Wer thut, Gott, deine Werke? Wem jauchzet sonst der Himmel Heer und nennt ihn: Gott der Stärke? Du warst, und deiner Allmacht Ruf befahl und Ehre geben für alle seine der Welt zu werden, Bekennt Gaben, die wir empfangen es, Völter, die er schuf: im haben! Himmel und auf Erden ist keiner seines Gleichen. 2. Wenn ich dies Ganze, wessen Macht am ersten aller Tage es aus dem Nichts hervorgebracht, voll Durst nach 7. Wir bitten deine Güte, daß sie uns stets behüte. Auch wollst du deinen Segen auf unsre Nachwelt legen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, bis wir in Himmelsklarheit einst preisen deinen Namen. Erhör uns, Bater! Amen. 280 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Weisheit frage, so nennt es mir du Erster, dich, du Wesen aller Wesen! Gott, deinen Namen nur kann ich auf allen Dingen lesen, und keines andern Namen! Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, erschöpfet keine Zeit! Und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? 2. Als ich noch der Welt verborgen, in dem Schoß der Mutter lag, wachtest du, für. mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Der Sterne dir nur zählbar Heer, die deinen Thron umgeben, die Erd, o Gott, die Luft, das Meer, und die in ihnen leben, wie preiset ihre Harmonie dich, o du Geist der Geister! Mit welcher Eintracht rufen sie: der Schöpfung Herr und Meister ist Einer, ist Jes hovah! müthe ohne brünstge Dank3. Nie gedenket mein Ge4. Cinkt in den Staub hin, da du durch die Taufe mir begier jener unverdienten Güte, betet an! Jehovah ist der das erhabne Recht gewährt, Höchste! Er ists allein, und daß ich, für dein Kind erklärt, feiner kann ihm gleich sein, mich des Segens der Erlösten ihm der Nächste. Gott spricht: voller Zuversicht darf trösten. ich bin allein der Herr, tch bin, ich war, ich werde sein, der ich bin, fein anderer im Himmel und auf Erde hat meinen Ruhm und Namen. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lein Gefahren. An dir hab ich bens Stab; mein Beschirmer Vater, bis ins Grab einen der mich liebt, einen Bater, der mir gibt, was zum wahren Wohl mir nützet; einen 5. Und ewig bleibst du mir allein der Gott, an dem ich hange; und ewig solls fein andrer sein, von dem ich Heil verlange. Mein ganzes Leben Bater, der mich schüßet. weih ich dir, mein Gott auf stets besser, als wir wünschen 5. Gott, du machts mit uns den ich traue, und weiß ge- und verstehn! Deine Güte ist wiß, einst gibst du mir, daß viel größer, als die Kraft, ich dein Antlig schaue, dich dich zu erhöhn. Schallte gleich selbst, du Unsichtbarer! so hoch mein Dant, wie der Seraphim Gesang; dennoch würde durch mein Loben deine Mel.: Freu dich sehr, o meine. 398. Gott, mein Vater, Huld nicht gnug erhoben. deine Liebe reicht, 6. Oso zeuch durch deine so weit der Himmel ist! Dei- Liebe, Herr, mein ganzes Herz nes Wohlthuns starke Triebe zu dir! Stärk und mehre find so ewig, als du bist. selbst die Triebe wahrer Dank Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 281 barkeit in mir! Laß mich ganz er that, ergründen, auf der dein Eigen sein, so mich dei ganzen Erde, wer? Wer aus nes Wohlthuns freun, daß seiner Engel Heer kann es, auch mir auf dieser Erde Wohl- wie er liebt, ergründen? Seine thun wahre Freude werde! Lieb ist immer neu, ewig seine Gnad und Treu. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemühn; stets den Zweck vor Augen haben, dazu du sie mir verliehn! Deine Güte reize mich, daß ich immer brünstger dich lieb und deinen heilgen Willen freudig suche zu erfüllen! In eigner Melodie. 399. Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Sollte nicht in allen Dingen seine Liebe mich erfreun? Lieben ist es, nichts als lieben, herzliche Barmherzigkeit, die so oft und viel verzeiht. Herr, ich will dich ewig lieben; ich will, als dein Eigenthum, stets erheben deinen Ruhm! 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröster, seinen Geist, gibt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht. Dann, dann fürcht ich kein Gericht, und mein bebend Herz wird stille. Deines Heils darf ich mich freun, Herr, bein bin ich, du bist mein! 5. Meinem bessern Theil, der Seele, gibt er Trost und Kraft und Ruh. Wenn ich, was er wählte, wähle, strömet mir sein Friede zu. Was, so lange wir hier wallen, wir bedürfen in der Welt, was die Hütten stützt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies gibt uns, dessen Ruf uns für diese Welt erschuf. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, 6. Himmel, Erd und ihre so hat( dankts ihm, meine Lies Heere sind zu meinem Dienste der) mich auch Gottes Arm da. Wohin ich mein Auge bedeckt. Gott, der über mich kehre, ist mir Gottes Segen schon wachte, als ich kaum zu nah. Thier und Kräuter und sein begann, sah mit Vaterhuld Getreide, in den Gründen, mich an, eh ich lebt und eh auf der Höh, in den Büschen, ich dachte. Leib und Seele in der See, sind mir Nahgabst du mir, Gott, o wie rung, sind mir Freude. Vom verbank ichs dir! Gedeihn und Ueberfluß trieft des Allerhöchsten Fuß. 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Elend meinen Leib umgibt, dann, dann bet ich und selber hin. Wer kann, was verheble nichts dem Gott, der 3. Für mich Armen, mich Verlornen, mich, der ich gefallen bin, gab er seinen Eingebornen, Jesum Christum, 282 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. doch mich liebt. Wär er nicht zu dir auf, erhör dein Kind! mein Gott gewesen, hätte mich Bater, du wollst Gnade geben, sein Angesicht nicht erquickt, so dir mich ganz und gar zu weihn, wär ich nicht von so vieler dein Verehrer stets zu sein, Qual genesen. Vom Allsehen hier und in dem höhern Leden bewacht, ging ich durch ben! Heilig, Heilig, heilig ist die dunkle Nacht. er, der sein wird, war und ist! Mel.: Nun danket alle Gott. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es gleich verführt zur Sünde, von dem rechten Pfade weicht, also sieht auch 400. Durch dich, o gromein Verbrechen mein versöhn- dich bin ich vorhanden! Die ßer Gott, durch ter Vater an, züchtigt mich, Himmel und ihr Heer sind durch daß ichs gethan, wills nicht dein Wort entstanden; denn mit dem Schwerte rächen, weil, wenn du sprichst, geschiehts; als ichs verirrt beging, doch wenn du gebeutst, stehts da. mein Herz noch an ihm hing. Mit Allmacht bist du mir und auch mit Güte nah. 9. Wohlthat ist das Kreuz der Christen; ists gleich, wenn es da ist, Pein, führt es uns in dürre Wüsten, scheints gleich oft Gericht zu sein. Und was haben wir gelitten? Duldeten die Märtyrer nicht viel mehr als wir, viel mehr, eh sie ihre Kron erstritten? Rühmt im Leiden, rühmt und preist Gott, der euch der Welt entreißt! 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was 10. 3st, so lang ich leb am frag ich, außer dir, nach HimGrabe, Kreuz und Trübsal oft mel und nach Erde? 3m Himmein Theil; Gott, dem ich mel donnerst bu, und Schrecken geglaubet habe, Gott gibt einst füllt das Land? noch fürcht mir ewges Heil. Die, die hier ich nichts, denn du deckst mich mit Thränen säen, ernten dort mit deiner Hand. mit Freuden ein. Nach des 4. Wenn ich die Himmel kurzen Lebens Pein werd ich seh, die du, Herr, ausgebreitet, mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg geleitet hat. der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet, ſo sprech ich: Was ist doch der Mensch, daß du sein denkst, und daß du täglich uns un11. Weil denn ohne Ziel, ohn Ende deine Gnaden, Bater, sind, o so heb ich meine Hände zählig Gutes schenkst? Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 283 mich ehrst, mag mich die Welt verachten! Du bist es, dem zu Dienst ich Leib und Seele weih. Gib, daß mein Wandel stets voll beines Ruhmes sei! 5. Als Schafe läßt du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trank, und füllst das Herz mit Freuden; du dachtest mein, eh mich die Mutter noch gebahr; du sahst mich, eh der Grund der Welt gelegen war. In bekannter Melodie. 6. Du wogst mein Glück 401. Nun danket alle Gott, mit Hermir ab, und Leiden, die mich zen Mund und Händen, der üben. Und meiner Tage Zahl große Dinge thut, hier und war in dein Buch geschrieben. Du bist der frommen Schußz; du bist der Müden Ruh; ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, du Gott der Götter? Wen ehren, als nur dich, mein Schutz und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz mein Sohn, und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben! Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerstreben? Das sichre Laster mag in stolzem Glücke blühn, mich soll es dennoch nicht in seine Netze ziehn. an allen Enden; der mächtig uns erhält und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut, mehr als man zählen kann! 2. Er unser Vater woll ein fröhlich Herz uns geben. Der Herr laß uns, sein Volk, in stetem Frieden leben, und unfre Nachwelt auch, daß seine Gnad und Treu das ganze Land umfah, sein Segen mit uns sei! 3. Der große starke Gott woll uns von allem Bösen, und was uns schaden kann, mit starkem Arm erlösen! Er schüß uns in Gefahr! Er helf uns allezeit, so lang er uns. allhier das Leben noch verleibt! 4. Gott Vater, dir sei Preis, auf Erden und dort oben! Gott Sohn, Herr Jesu Christ, wir wollen dich stets loben! Gott heilger Geist, dein Ruhm erschalle mehr und mehr! O Herr, dreieinger Gott, dir sei 9. Auch, wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Wert vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, auf meiner Hut vor meines Fleisches List, vob, Preis und Ehr! bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist! 10. Sollt ich der Menschen Mel.: Eine feste Burg ist. Ruhm stolz zu erringen trach- 402. Auf ewig ist der ten? Nein, Herr, wenn du Herr mein Theil, 284 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. mein Führer und mein Trö- du! Wie reich am Troste ster. Mein Gott ist Gott, mein Gottes! Licht, mein Heil, und ich bin 6. Ich lebe dir, ich sterbe sein Erlöster. Du verwirfst dir, doch nicht durch meine mich nicht selbst im Gericht. Kräfte. Bin ich des Herrn, Mit jenes Lebens Ruh er so ists in mir sein göttliches quickst, beschattest du mich Geschäfte. Ja, ich lebe dir, schon in diesem Leben. ich sterbe dir, ja Vater, Vater, dein will ich auf ewig sein, auf ewig dein Versöhnter! 2. Fern von der Welt, mit dir allein, o allerhöchstes Wesen, wie ist von aller seiner Pein durch dich mein Herz genesen! Der die ganze Welt schuf und erhält, half mir, und war mein Gott, half Mel.: Wer nur den lieben. mächtig mir in Roth, und gab 403. Dein Heil, o Chriſt, Frieden. nicht zu verscherGebet! Ein Flehn aus reinem zen, sei wach und nüchtern zum guten Herzen hat Gott, bein Bater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst, er hört, was seiner Kinder Herz begehrt. gesichte mit Dank, mit Demuth 2. Erschein vor seinem Anoft und gern, und prüfe dich in seinem Lichte, und klage deine Noth dem Herrn. eilt, die Seinen zu erfreun, und segnet sie, wenn sie noch schrein. Er 3. Des Glaubens sei mein Herz stets voll! Laß stets sein Licht mir scheinen! Gerettet aus der Trübsal soll mein Herz vor Freuden weinen! Der mich leiden sab, Hallelujah, durch den siegt ich, durch den, der meiner Seele Flehn, selbst mein Verstummen hörte. 4. Wenn meine ganze Seele fleht, erhoben aus dem Staube, wenn ich im freudigen Gebet, mein Vater, mächtig glaube; dann steig ich empor zum Siegerchor, dann ruh ich ganz in dir, dann ist mein Geist schon hier, durch Hoffnung in bir felig! 9. Von dem Gebete. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Ges bet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? Ists nicht bloß umgeben. Du siehst mich, ich deine Seligkeit, wenn er zu empfinde dich; sehn werd ich dich, und leben. Hier, und beten dir gebeut? 4. Sagt Gott nicht: bittet, dort und da, ist Gott mir daß ihr nehmet? 3st des Ges nah. Gedanke meiner Rub, betes Frucht nicht dein? Wer wie reich an Heil bist sich der Pflicht zu beten schä5. Allgegenwärtig hast du mich, auch mich, den Staub, Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. met, der schämt sich Gottes Freund zu sein; und, o welch Unglück träfe dich, schämt einstens Gott auch deiner sich! 5. Sein Glück von seinem Gott begehren, ist dies denn eine schwere Pflicht? Und seine Wünsche Gott erklären, erhebt das unsre Seele nicht? Ber leiht es uns nicht Muth und Kraft zum Siege jeder Leidenschaft? 6. Sich in der Furcht des Höchsten stärken, in dem Vertraun, daß Gott uns liebt, im Fleiß zu allen guten Werfen, ist diese Pflicht für dich betrübt, so triffst du nichts auf Erden an, das deinen Geist erfreuen kann. 285 wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächtger Schutz mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? Vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Schmerz und öffnet deinem Trost das Herz! 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? Dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seligkeit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu sein! 7. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen! Gib Lust und Kraft mir zum Gebet! Und wenn mein Mund aus gutem Herzen zu dir um Hülf und Gnade fleht, so höre mich von deinem Thron durch Jefum Christum deinen Sohn! 5. Du hörst es, Gett, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn; verschmähest nicht ihr schwaches Lallen, wenn sie lobsingend dich erhöhn! Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und hörest den, der dich, Gott, hört! 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Bater, stets bereit! Was wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus 404. Von dir kommt jede Barmherzigkeit. Und wer dir Mel.: Wer nur den lieben. dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. gute Gabe; nur bu, mein Gott, kannst mich allein mit allem, was ich nö. 7. So will ich denn zu deithig habe, zu meinem wahren nem Throne oft im Gebet mich Wohl erfreun! Mein Leben findlich nahn. Nimm, Vater, und mein Glück berubt allein nimm in deinem Sohne der auf dir, du höchstes Gut! Andacht Opfer gnädig an! 2. Umsonst ist alle meine Dein Geist regiere meinen wenn sie dein Segen, Geist, daß er dich betend würnicht krönt! Was ich dig preist! Mühe, Herr, auch noch so ängstlich fliehe, Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Wer nur den lieben. Barmherzigkeit deß, der mit feinem theuren Blute die Domm betend oft und mit Ver- Sündenwelt vom Fluch begnügen, o Christ, vor Gottes freit; und eigne dir, zu deiner Angesicht! Nie müsse Trägheit Ruh und Heiligung sein Op. dich besiegen in der Erfüllung 7. Bet oft. Gott wohnt an dieser Pflicht! O übe sie zu jeder Stätte, in feiner minder Gottes Preis und deinem Heil oder mehr. Denk: Wo ich bin mit treuem Fleiß! fer zu. 2. Bet oft in Einfalt bei- und wo ich bete, da findet ner Seelen; Gott sieht aufs frommer Wunsch Gehör. Drum. Herz, Gott ist ein Geist. Wie hebe sich dein betend Herz können dir die Worte fehlen, oft, wo du sein magst, himmelwofern dein Herz dich beten heißt? Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, wärts. nicht leerer Worte Ton. 286 Mel.: 405. Kom Gemeinen auch öffentlich Gott 8. Doch säume nicht, in den anzuflehn, und seinen Namen 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen Brüdern zu erhöhn. Wie eif mit den Seinen, mit deinen sucht, der ehret Gott. Wer rig war mein Heiland nicht in das zu bitten sich erkühnet, Uebung dieser selgen Pflicht! was Gott mißfällt, entehret Gott. Wer schnell die Treu, die er Gott schwur, vergißt, der spottet seiner nur. 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch dein Feind. Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist. Bet oft zu Gett, und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt. Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat. 11. Dies reize mich, vor Oft irrtest du; er trug Geduld; erkenn und preise seine Huld. dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater, übersehn, weil mich, der dir 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe die herzliche 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb und Eifer nicht erkalten, und reich an guten Werken sein. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. zur Rechten sitzt, durch seinen Fürspruch unterstützt! Mel.: Aus tiefer Noth. 287 bitten lehrt, was deinen groBen Namen ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Gemüth auf unser Wert nicht Gott, es fehlt bauen; auf deine nie erschöpfte Güt laß einzig uns vertrauen! Und sind wir auch nicht desfen werth, so sei doch unser Flehn erhört von dir aus lautrer Gnade! 406. uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren! Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns kannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad uns und des Gebetes. 7. Du Vater weißt, was gebricht, so lange wir hier leben! Verborgen ist dir 2. Der nehm sich unsrer gleichfalls nicht, wenn wir in Schwachheit an, uns fräftig Nöthen schweben. Wir, deine zu vertreten, so oft wir deinem Kinder, flehn dich an; wir Thron uns nahn, zu danken sind gewiß, daß uns nicht und zu beten; und unser Flehn kann dein Vaterherz verlassen. zu dir, 8. Wir haben ja die Freuo Herr, sei nie ein frostiges Geplärr; es sei ein Flehn des Herzens! 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Singen; und thu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, daran dein Herz Gefallen hat, weil sich auch unser Herz dir naht, und nicht bloß unsre Lippen. digkeit in Jesu Tod empfangen; der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Laß heilge Händ uns immer hier aufheben, Vater, und zu dir in wahrerInbrunst schreien! 9. Dein Nam, o Gott, geuns erfreuen; dein Will geheiligt werd, dein Reich laß scheh auch hier auf Erd, gib all 4. Im Geist und Wahrheit Frieden, Brod, Gedeihen; laß zu dir das Herz uns unsre Sünden uns verzeih, gläubig richten; mit Andacht steh uns in der Versuchung beten für und für, ohn frembei, erlös uns von dem Bösen. des Thun und Dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, ſo so 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wolltest es erzweifeln wir in Chrifto füllen! Erhör und hilf uns nicht, die Bitte zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maß im Beten dir vor schreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was uns dein Wille immerdar um Jesu Christi willen! Denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre! Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Mel.: Wer nur den lieben. 407. Wer kann, Gott, etwas Gutes haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, und im mer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. du fügen. Du weißt am besten, 7. Das andre alles wirst was mir nütt. An deiner Huld laß ich mich gnügen, die Schwa2. Drum komm ich auch 2. Drum komm ich auch dhe mächtig unterstützt. Zufriemit meinem Beten, o Gott, den, Bater, folg ich dir! Bevor deinen heilgen Thron! festge diesen Sinn in mir! Wie freudig kann ich vor dich treten, denn mich vertritt bei dir dein Sohn! In ihm hab ich die Zuversicht: Mein schwa ches Flehn verwirfst du nicht. 8. Soll ich auf Erden länger leben, gib, daß ich dir nur leben mag! Laß mir den Tod kommt dereinst mein Sterbevor Augen schweben; und 3. So gib mir denn nach tag, so sei mein Hingang aus 3. So gib mir denn nach der Zeit ein Eingang in die deinem Willen, was deinem Kinde Heilsam ist! Nur du Herrlichkeit! kannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Voll Unruh ist der 288 ten Tagen, o Vater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Blagen vor Herz voll Zuversicht zu dir und dir still und demüthig ist; ein voll Gebuld, verleihe mir! Mel.: Wer nur den lieben. Mensch; gib du im Glauben meinem Herzen Ruh! 408. Mein ein bester Trost in diesem Leben 4. Auch Festigkeit gib mei liegt im Gebet zu meinem nem Glauben; mach ihn an Gott. Dies kann mir Kraft guten Früchten reich! Und will in Schwachheit geben, Geduld Versuchung mir ihn rauben, und Muth in jeder Noth: bei so hilf, daß ich nicht zaghast jedem Gram, bei jedem Schmerz weich! Gib Muth, der unab- ein ruhiges, zufriednes Herz. lässig kämpft, bis er des Fleisches Aufruhr dämpft! 2. Wie kann ich Trost und Zuflucht finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr als ein Gebet, das bei dem Herrn um Schonung fleht. 3. Muß ich um meiner Tugend willen ein Spott der La sterhaften sein, so bet ich de5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute stets beflissen, das sich vor deinem Auge scheut! Und fehl ich, Gott, so strafe mich zu meiner Beßrung väterlich! 6. Ein Herz, das. in beglück: Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 289 muthsvoll im Stillen zu mei- der, wenn die Sprache mir nem Gott; er hört mein vergeht, doch meine Seufzer Schrein, nimmt väterlich sich noch versteht. meiner an, und stärkt mich auf der Tugend Bahn. Mel.: Es ist das Heil uns. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wenn mich ein Feind zu fränken sucht; und 409. Gott, deine Güte nie will ich dem wieder fluchen, so weit die Wolken gehen; du reicht so weit, der mir aus Unverstand ge- frönst uns mit Barmherzigkeit flucht. Nein, meine Rach sei und eilst, uns beizustehen! ein Gebet, das Gott um Gnade Herr, meine Burg, mein Fels, für ihn fleht. mein Hort, vernimm mein Flebn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten! 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich niemand entdecken kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in diesem Rummer an. Ich weiß, wer ihm mit Zuversicht sein Leid klagt, den verwirft er nicht. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieſer Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden! Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen! 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Amtes, bas er mir verlieh, so fleh ich nie 3. Ich bitte nicht um Ehr umsonst um Kräfte; der Gott und Ruhm, so sehr sie Wiender Stärke gibt mir sie; er schen rühren; des guten Nagibt aus väterlicher Huld mir mens Eigenthum laß mich nur Segen, Klugheit und Geduld. nicht verlieren! Mein wahrer 7. Wenn eine böse Lust zu Ruhm sei meine Pflicht, der dämpfen mir Wille, Muth Ruhm vor deinem Angesicht und Kraft gebricht, dann bitt und frommer Freunde Liebe! ich Gott, er hilft mir fäm- 4. So bitt ich dich, Herr pfen, er gibt mir Muth zu Zebaoth, auch nicht um langes jeder Pflicht, und schenkt mir Leben! 3m Glücke Demuth, Willigkeit und Kraft, zu siegen Muth in Noth, das wollest über Leidenschaft. du mir geben! In deiner Hand 8. Wenn ich im letzten steht meine Zeit; laß du mich Kampf des Lebens bei Niemand nur Barmherzigkeit vor dir Hülfe finden kann, so ruf ich im Tode finden! Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, Luth. Defb. 19 290 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 6. Vergib uns gnädig unfre Schuld durch unser ganzes Leben; hilf, daß mit Lieb und mit Geduld wir andern auch vergeben! Straf uns nicht nach Gerechtigkeit, und laß uns Unrecht, Haß und Neid nicht an dem Nächsten ahnden! im Mel.: Gottes Sohn. 410. Gott, unser Vater, der du bist im Himmel hoch erhöhet, und schauest, was auf Erden ist, und hörst, was zu dir flehet. Verwirf, Gott, unsre Zuverficht, das Flehen deiner Kinder nicht, wenn sie voll Inbrunst beten! 7. In der Versuchung gib uns Stärk, und hilf uns über2. Dem Namen, ber da des Satans Werk, und was winden das Fleisch, die Welt, heilig ist, laß uns die Ehre geben! Wie groß und wununs lockt zu Sünden; daß derbar du bist, mit Freuigkeit durch ihren gleißnerischen Reiz oder Geiz erheben; dich, deine Weisheit Macht und Treu erkennen, und ohn Heuchelei dir und dem Nächsten dienen! uns dennoch nie besiegen! und Noth erlös' uns beine 8. Von allem Uebel, Angst Gnade, daß uns im Leben 3. Laß uns in deinem Gna- und im Tod des Satans List denreich des heilgen Geistes nicht schade! Bedrängt uns Gaben, dein Wort, durch dessen hier schon manches Leid, so Glaub, Lieb laß uns doch mit Freudigkeit und Hoffnung haben! Des des Glaubens End erhalten! Kraft zugleich Satans Reich zerstöre du, erhalte deine Kirch in Ruh und Wahrheit, dir zur Ehre! 4. Gleich als im Himmel, so gescheh dein Will auch auf der Erde, daß dir kein Wille widersteh, das Fleisch bezähmet werde! Verleih uns unter Freud und Leid ein ruhigs Herz, daß jederzeit, was du willst, uns gefalle! 9. Dies alles, Vater, werde wahr; du wollest es erfüllen! Erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen! Denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre! Mel.: Vater unser im Himmel. 5. Gib uns heut unfer täg- 411. Gott Bater, an Ers lich Brod durch Arbeit unsrer barmen reich, der Hände; gestatte keiner Plag du in Eintracht uns zugleich und Noth, daß sie von dir uns wende! Gib gute Obern, Fried und Heil, auch jedem sein beschiednes Theil, und laß uns dran begnügen! als Brüder heißest zu dir nahu, wir rufen auf dein Wort dich an! Doch laß, Herr, unsers Mundes Flehn aus unsers Herzens Fülle gebn! Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 2. Dein Name müß uns heilig sein, dein Wort erhalte bei uns rein! Wohl uns, wenn, wie du heilig bist, auch unser Wandel heilig ist! Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, und, die im Irrthum sind, befehr! 3. Dein Gnadenreich komm in der Zeit, und einst das Reich der Herrlichkeit! Steh uns mit deinem Geiste bei; mach uns von fremder Knecht schaft frei! Dämpf deiner Feinde Macht und Wuth, nimm deine Kirch in deine Huth! 291 5. Gib uns heut unser täglich Brod; du kennst am besten unsre Noth! Hilf uns, entferne Krieg und Streit, Best, Seuchen, Mißwachs, theure Zeit! Laß bei uns Heil und hilf mit deiner starken Hand, und gib uns Kraft zum Widerstand, daß wir zuletzt als Sieger stehn und deiner Gnade Ruhm erhöhn! 8. Mach uus von allem Uebel frei, daß unser Heil vollständig sei! Bewahr uns vor dem ewgen Tod! Hilf uns in unsrer Sterbensnoth! Vollende selig unsern Lauf und nimm uns in den Himmel auf! 9. Das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit ist dein, o Herr, in Ewigkeit! Wir alle sind 4. Dein Will gescheb auf dein Eigenthum. Gebet erhören Erden schon, wie er geschieht vor deinem Thron! Mach uns, o Gott, in Freud und Leid zu dem, was dir gefällt, bereit; und wehr des Fleisches Uebermuth, das wider deinen Willen thut! ist dein Ruhm. Unendlich mehr, als wir verstehn, kann stets durch deine Hand geschehn. 10. Nun Amen, ja, es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, daß wir nicht zweifeln, unser Flehn durch deine Gnad erfüllt zu sehn! Ein freudig Amen sprechen wir, o Vater, auf das Wort von dir. Mel.: Herr Jesu Christ. Friede blühn, und laß uns 412. Mit Seufzen flag Geiz und Sorgen fliehn! ich dir, mein 6. Vergib uns alle unsre Gott; gern wollt ich eifrig Schuld und trage doch mit beten, und drückt mich meiner uns Geduld! Begnadiget von Sünden Noth, voll Glauben dir, dem Herrn, verzeihn wir zu dir treten; gern brächt ich, unsern Schuldigern. Und du lieber Vater, dir im Geist thust auch Barmherzigkeit an und Wahrheit mit Begier die dem, der gern, wie du, ver- Opfer meiner Lippen! zeiht. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr, kann sich nicht nicht; und wenns im recht erheben! Zum Guten Kampf an Straft gebricht, so oft zu kalt und schwer bleibt 7. Herr, in Versuchung führ uns 19* Bon den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. es am Eiteln fleben. Träg du und setze meine Seel in Ruh, ist oft leider Sinn und Muth, sich frei empor zu schwingen! und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 292 3. Umsonst faß ich oft den Mel.: Nun danfet alle Gott. Entschluß. Die Welt sammt 413. h Gott, verlaß ihren Kindern sucht, meinem mich nicht! Reich Herzen zum Verdruß, am Be- du mir selbst die Hände, daß ten mich zu hindern. Und fleht ich die Pilgrimschaft des Lebens mein seufzend Herz zu dir, wohl vollende! Irr ich im bringt sie zu meiner Kränkung finstern Thal, so sei du selbst mir viel Eitels im Gemüthe. mein Licht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß! Ach Gott, verlaß mich nicht! nicht! Lehr deinen Weg mich 2. Ach Gott, verlaß mich wallen, und laß mich nimmermehr in Sünd und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, des Glaubens Zuversicht, und wenn ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 4. Dies, Herr mein Gott, dies fränkt mich sehr, und ich dent oft mit Schmerzen, als wär dein guter Geist nicht mehr in meinem trägen Herzen, dich so oft beleidigt hat, weil Just und Andacht teine Statt in meiner Seele findet! das 5. Ach leider, Vater, hab ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret! Doch schone jetzt, verzeihe mir, wehmüthig fleh ich, Gott, zu dir, vergilt nicht nach Verdienste! 6. 3ch will hinfort Nach lässigkeit und alle Trägheit meiden. O mache du mein 4. Ach Gott, verlaß mich Herz bereit, vom Eiteln mich nicht! Gib Wollen und Verzu scheiden! Vaß es dich hö- mögen; in allem meinem Thun ren und allein aufs Himmli- Werke meines Amts, die Werke begleite mich mit Segen; die sche gerichtet sein! meiner Pflicht laß, Herr, vor mir Kraft und Stärke! dir gedeihn! Ach Gott, verlaß mich nicht! Sib du 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren, und laß zur rechten Zeit mir Hülfe widerfahren! Ist meine Seel in Angst, schreckt mich dein Strafgericht, Gott, so verlaß mich auch mit dei nem Troste nicht! Gott, laß den Eifer des Gebets ja nicht in mir erfal- 5. Ach Gott, verlaß mich ten! Der Andacht Feuer wollst nicht! Hilf, daß ich, dir erdu stets durch deine Kraft er geben, voll Lieb und Hoffnung halten! Den Hindernissen wehre sei, recht glauben, christlich le Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 293 ben und selig sterben mag, um 8. Gib von den Gütern diedich von Angesicht zu Angesicht zu schaun! Ach Gott, verlaß mich nicht! Mel.: Vor deinen Thron. 414. I komme vor dein Angesicht, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht zu dir; ein Herz voll Demuth, Preis und Danf, ein ruhig Herz mein Lebenlang! 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? ser Welt mir, Herr, so viel als dir gefällt! Gib beinem Knecht ein mäßig Theil, in seinem Fleiße Glück und Heil! 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß. so laß mich, mäßig im Genuß, und dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein! 10. Gib mir Gesundheit, und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh! 11. Erwede mir stets einen Freund, dere treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt! 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel, so laß. Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein 4. Ich bin ja, Herr, in dei ner Hand! Bon dir empfing ich den Verstand; erhalt ihn mir o Herr, mein Hort, und stärk Ende nahn, so nimm dich meiihn durch dein göttlich Wort! ner herzlich an, und sei durch 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein! Laß, meines Glau bens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein! Christum, beinen Sohn, mein Schirm, mein Schild, großer Lohn! mein 6. Das ist mein Glück, was Mel.: Aus meines Herzens. du mich lehrst. Das sei mein 415. Herr, höre meine Gluck, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und treu meine Bitten an! Du bist in allen meinen Pflichten sei! an jedem Orte der Gott, der 7. Ich bin zu schwach, aus eigner Kraft zu siegen über Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. helfen kann. Merk auf mein Flehn zu dir um Stärke, deinen Willen gehorsam zu erfüllen; das Bater, bitt ich mir! 2. Gerührt von deiner Gnade Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 294 haß ich die Sünde nun, flieh ihre krummen Pfade, was dir gefällt zu thun. Denn du bist nicht ein Gott, der gottlos Wesen liebe; wer Gnade sucht, der übe dein heiliges Gebot. ach! soll dein Sohn vergebene für sie gestorben sein? zum Zorne dich entzünde, mit feinem Leiden mich. 8. Ach, führe sie zum Lichte, such ihre Bessrung durch Wohlthun, durch Gerichte heilsamer Züchtigung; daß deiner Gnade Ruhm stets mehr verherrlicht werde, und jeder auf der Erde sei Jesu Eigenthum! 3. Wer sich bekehrt, wird leben; denn du bist fromm und gut. Doch willst du nicht vergeben dem, der nicht Buße thut. Dein Sohn versöhnte 9. Laß alle, die im Glauben sich seines Heiles freun, aus dich, und lehrte, wie die Sünde deiner Hand nichts rauben, werth deines Schutzes sein; daß jeder, der dir treu, bes deckt mit deinem Schilde, ganz ähnlich deinem Bilde, einst 4. Ich will dich, Gott, erheben, daß du so heilig bist, daß, Sündern zu vergeben, dein ewig selig sei! Herz so willig ist. Aus Furcht und Liebe dein, will ichs in meinen Liedern erzählen meiBrüdern der Richter kann verzeihn. nen Mel. In dich hab ich geh. 5. Verschonen kann der Rä- 416. Von ganzer Seele preis ich dich, cher, der Rächer kann verzeihn, Herr, der du mich so väterlich und reuige Verbrecher rein bis diesen Tag erhalten! Laß machen und erfreun. Herr, für und für noch über mir wunderbar und groß imStrafen dein göttlich Auge walten! und Erbarmen, ach feßle du 2. Wer schenkt uns Leben, mich Armen von jeder Sünde Glück und Ruh? Wer gibt [ os! uns Krast zur Pflicht? Nur 6. Und einer solchen Liebe du schaffst Wollen und VollGedächtniß treibe mich, daß ich, bringen. Wird dein Gedeihn was recht ist, übe voll Liebe nicht uns erfreun, so kann gegen dich; sie preise, wer es uns nichts gelingen. weiß, wie Sündenlasten drücken, und opfre voll Entzücken dir Liebe, Dank und Preis. 3. Du schufst und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dire gefällt. Du 7. Doch ach, so viele wissen lenkst der Menschen Herzen. nicht, wie voll Huld du bist, Sei auch mein Licht, und laß in ihren Finsternissen nicht, mich nicht, Gott, deine Huld was dein Eifer ist! Sie, verscherzen! gleichwohl sind sie dein, sehn 4. Dein Wort lehrt mich nicht das Licht des Lebens; des Lebens Pflicht; doch fühl Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. ich auch, was mir gebricht, nach unserm Wahn das, was die Blindheit meiner Seele. wir fliehen sollten. Ach Gott der Huld, vergib die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle! 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft; bald fehlt mir Licht bald fehlt mir Kraft, mich ganzes Leben. weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen! 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segen, den fie gibt, auf dich den Geber schauen! Selbst wenn du schlägst und Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen! 6. Du trägst die Welt in deiner Hand; dein unermeß7. Gib, daß ich meine Le- licher Verstand weiß alles wohl benszeit, nur dir mit ganzem zu machen. Wie, sollte deine Ernst geweiht, in deiner Furcht Vorsicht nicht für meine Wohlvollbringe, bis ich einst dir fahrt wachen? dort für und für Lob, Preis und Ehre singe. Mel.: In dich hab ich geh. 417. 3th u dir, mein Gott, der du mich liebst, und Leben, Heil und Segen gibst, erheb ich Herz und Härde! Was deine Weisheit will und thut, das nimmt ein gutes Ende. 295 4. Du willst, wir sollten voll Bertrauen auf deiner Vorsicht Wege schaun, und dir uns übergeben; denn du, du sorgst mit Baterhuld für unser 5. Und wo ist wohl ein beßrer Freund? Wer kann den, der verlassen meint, mit Segen überschütten? Du, Gott, thust überschwenglich mehr, als wir verstehn und bitten! 7. Wenn deine Macht für mich gebeut, wie könnte meine Sterblichkeit und Ohnmacht mich erschrecken? Du wirst mich in Gefahr und Noth mit deinen Flügeln decken. 8. Ach, leite mich durch deine Kraft auf meiner kurzen Pilgerschaft, daß ich von dir nicht weiche, den Weg des Lebens freudig geh und einſt das Ziel erreiche! 2. Ich weiß nicht, was mir nüglich ist; 9. Ich will auf deine Gnade mein Herz, die Welt und Satans List drohn schaun, und nicht auf Menmich zu hintergehen, durch Güter, die nur furze Zeit uns blenden, nicht bestehen. schenhülfe baun, die uns so leicht betrüget. Gib nur, daß sich mein schwaches Herz an deiner Gnade gnüget! 3. Wenn unser blödes Auge wählt, dann wird sehr leicht bas Ziel verfehlt, nach dem wir ringen wollten. Wir suchen oft meines Erbes Theil wirst du 10. Gabst du mir deinen Sohn zum Heil, so weiß ich Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 296 gewiß mir schenken. Ich kann nun an die Ewigkeit im Glauben freudig denken. höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmelslehre zu rechter Kraft im Christenthum, auf daß dein Same wohl geling und tausendfache Früchte bring! Mel.: Aus tiefer Noth. 418. 3. Gedenke meiner, wenn Herr, wie du willſt, so schicks mit mir, ich bete, und merke doch mit im Leben und im Sterben! Gnaden drauf, weil ich in Christo Mein Herz verlangt allein nach vor dich trete, so schleuß dein dir, entreiß mich dem Ver- Baterherz mir auf; doch gib derben! Erhalte mich in deiner Huld, sonst wie du willst; gib mir Geduld; was du willst, ist das Beste! mir nichts, als dies allein, was mir kann gut und heilsam sein! 4. Gedenke meine r, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne bin, weil ich, wie andre Menschen alle, der Schwachheit unterworfen bin: O fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand! 2. Zucht, Ehr und Treu verleihe mir, zu deinem Worte Liebe; gib, daß ich wante nie von dir, noch deinen Geist betrübe; laß hier und dort mich selig sein, und was vor dir, Herr, bös ist, scheun, in meinem ganzen Leben! 5. Gedenke meiner, wenn ich leide, wen hab ich sonst, als dich allein, der bei der Men3. Soll ich nach deinem schen Haß und Neire mein weisen Rath einst von der Welt Freund und Tröster könnte abscheiden, o so verleih mir fein? Und hab ich dich, so deine Gnad, daß es gescheh lebt mein Muth, trot aller mit Freuden! Herr! Seel Feinde List und Wuth. und Leib befehl ich dir, gib du ein seligs Ende mir, durch Jesum Christum, Amen! 6. Gedenke meiner, auch in allen, woran ich selbst nicht denten fann, und blicke mich mit Wohlgefallen in meinem ganzen Leben an! Denn, gibst du mir, was bir gefällt, 419. Mein lieber Gott, so hab ich mehr, als Glück gedenke meiner der Welt. Mel.: Wer nur den lieben. im Besten jetzt und allezeit; 7. Gebenke meiner, wenn ich denn außer dir ist nirgend sterbe, und wenn mich alle einer, der mich mit Rath und Welt vergißt; versetze mich in Trost erfreut! Dein Wort macht jenes Erbe, we du mein Theil mich voll Zuversicht und sagt und Leben bist; denn, bliebst mir du vergißt mein nicht. du nicht auf ewig mein, so möcht ich nie geboren sein. 2. Gedenke meiner, wenn ich 297 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 8. Nie will ich muthlos Ach, daß sie doch der Sünden mich betrüben. In deine Hände Schmerz und deine Gnade hast du mich zum Heil und spürten, und keiner nicht in Segen angeschrieben; im Glau- dein Gericht und strenges ben hoff ich fest auf dich, Urtheil fiele! Ach, treibe sie daß du im Besten meiner doch spät und früh zum vordenkst und alles mir zum gesteckten Ziele! Heile lenkst. 5. Erhalte, die im Glauben stehn und dich als Kinder ehren, daß sie stets weiter vor sich gehn und deinen Preis Mel.: Was mein Gott will. 420. Sjott, beffen Nam vermehren! Hilf ihnen auf in ihrem Lauf, wenn ihre Füße gleiten, und lehre sie des Lebens Müh in deiner Kraft bestreiten! ist wie dein Ruhm, ich wags, vor dich zu treten, und will, als für mein Eigenthum, für andrer Wohl 6. Hilf, daß die ganze Chrifahrt beten! Für sich allein beglückt zu sein, bringt Chri- stenheit dich recht und heilig sten schlechte Freuden. Drückt ehre, daß weder Hochmuth, mich kein Joch, so kränkt mich Haß noch Neid dein heilig doch des Nebenchristen Leiden. 2. Drum, Herr, von dem Wort verkehre! Laß seine Macht des Frrthums Nacht, der Sonnen Licht auf Bös der Sünde Reich bestreiten und Gute scheinet, und dessen und seinen Schall sich überall vor Wehmuth bricht, zu deinem Ruhm verbreiten. Herz wenn das der Mensch be7. Gib, daß sich Ehre, Recht weinet, womit er sich so fre- und Treu im ganzen Lande ventlich an dir, dem Herrn, füsse, daß jeder fromm und vergangen, laß Aller Schmerz und sehnend Herz vor deinen Thron gelangen! heilig sei, und richte Jedes Füße vom Lasterweg zum Himmelssteg; daß deines Namens Ehre, Herr, durch dein Wort sich fort und fort bei allen Menschen mehre! 3. Du schufft ja, was von Adam stammt, zum wahren Glück und Leben; willst allen auch, von Lieb entflammt, die Seligkeit gern geben. Er leuchte boch, die immer noch bei dicken Finsternissen, sich selbst allhier den Weg zu dir durch Menschenwahn verschließen! 4. Erweiche der Verstockten Herz, bekehre die Verführten! 8. Gib Armen, daß sie immerzu sich ihrer Arbeit nähren; den Kranten wollst du sanfte Ruh, Betrübten Trost gewähren! Wer dich verehrt, sich redlich nährt, dem schenke Glück und Segen; und bei Gefahr laß sich die Schaar der Engeln um ihn legen! 298 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 9. Wir alle schreien; wir find ja ein Werk von deinen Händen. Laß nie, ist Angst und Trübsal da, dein Herz sich von uns wenden! Du bist ja der, dem nichts zu schwer; drum sprich durch Jesu Namen zu deren Flehn, die vor dir stehn, Gott, dein allmächtig Amen! 3. Gib, daß dein Engel meinen Geist, der mich auch noch im Tode preist, in Abrams Schoß einst trage! Der Leib ruh sanft in seiner Gruft, bis ihn dein Wort ins Leben ruft an jenem großen Tage! Und kommst du dann zum Weltgericht, so segne mich dein Angesicht! Ach, Richter, laß mich ohne Graun dich dann auf reinem Throne schaun! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, so preif' ich ewig, Mel.: Herzlich lieb hab ich. 421. Aus ganzem Herzen lieb ich dich; nach Gnade, Bater, dürstet mich, ewig dich! die meine Seele labe! Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich, mein Gott, 10. Von dem öffentlichen Gottesdienste. dich habe! Und wenn mein Herz im Tode bricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Trost, mein Heil, der mich erlöst, der mich im Tode nicht verstößt. Ach, Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, ein Schlum mer sei mir einst der Tod! Mel.: Wer nur den lieben. ad 422. Wie lieblich ist doch, Herr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! O gib, daß ich sie gern be trete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun und dir des Her zens Andacht weihn! 2. Ach alles, Herr, hab ich von dir; den Leib, die Seele gabst du mir, und dies mein 2. Wohl dem, der dich in erstes Leben; gib, daß ichs dei- deiner Hütte, Gott, zu verehner Liebe weih, ein Bruder ren Ernst beweist! Du hörst meinen Brüdern sei, dies Heil sein Lob und seine Bitte, und wollst du mir geben! Laß, stärkst mit neuer Kraft den Mittler, mein Erkenntniß rein Geist, daß er auf deiner und heilig meinen Wandel Wahrheit Bahn rechtschaffen sein; im Kreuze dir getrost vor dir wandeln fann. vertraun und nur auf deine 3. Dein Wort bleibt nieHülfe schaun! Ach, Jesu Christ, mals ohne Segen, wenn mans mein Herr und Gott, mein nur recht zu Herzen nimmt. Herr und Gott, hilf mir in Es gibt uns Trost auf Tribmeiner letzten Noth! falswegen, die du zu unserm Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Heil bestimmt. Es gibt im Kampf uns Muth und Kraft und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Antlitz scheinen! Dein Sabbath bring auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heilger Stätte bin! Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein ange nehmes Opfer sein! 5. Ja, du bist Sonn und Schild den Frommen. Du, Herr, gibst ihnen Gnad und Ehr! Und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verheißest, hältst du fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Mel.: Herzliebster Jesu. 423. Dies ist der Tag, zum Segen ein geweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet! O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 299 Sein heiligs Wort, das seine Boten lehren, das will ich hören. 5. Mit Andacht will ich. Höchster, vor dich treten! Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, wirst du zerstreuen. 6. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren! Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Trost dich wähle! 7. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte! Er bring mir Heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben! 8. Dich bet ich an, du Todesüberwinder, der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die fern von Gott in Todesschatten faßen, dein Grab verlassen! 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müß er mir stets heilig werden! Lob sei, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig, Amen! 2. Dich rühmt der Lobgefang der Himmelsheere. Auch unser Tempel schall von deiMel.: Herr Jeſu Christ, w. Her Ehre! Auch unser Dank 424 O Gott, du bist und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen! 3. Wie freu ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Dürstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von der Erlösten Zungen froh wird besungen. mein Preis und Ruhm; mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sabbath heilig sein und gern ihn deinem Dienste weihn! 2. Gib, daß ich mein Gemüth bewahr, wenn ich mit 4. Vergebens lockt die Welt deiner Christenschaar zu deines zu ihren Freuden. Mein Geist Hauses Stätte geh, daß ich mit soll sich auf Gottes Auen weiden. Ehrfurcht vor dir steh! Von den Pflichten und Gesinmungen gegen Gott. 3. Erinnre selber meinen stets empfinden, Trost beim Geist, daß du mir gegenwärtig Vorwurf meiner Sünden! seist, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nugen hör! 4. Drück alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer sein, steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei! 5. Hilf, daß ich Ruhetag zu meinem feiern mag; bewahr mich dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hält! deinen Segen vor 6. Doch, laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn; Herr, meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! 300 nicht mehr an, was ich hab 3. O sieh, mein Gott, doch wichnen Tagen! Schau nur wider dich gethan in den verauf des Versöhners Blut, er litt auch einstens mir zu gut, und hat am Kreuz getragen, Sünden in mir finden; sie zu was sich täglich noch für büßen ließ er auch sein Blut mir fließen! 4. Seel, Leib und was ich hab, ist dein; laß dir es, Gott, befohlen sein! Dir will ichs ganz ergeben. Wend ab Noth, Angst und Herzeleid, o Vater der Barmherzigkeit, in meinem ganzen Leben; daß ich fröhlich deinen Willen mög erfüllen, stets dich lieben, Lieb auch an dem Nächsten üben! Mel.: Wie schön leuchtet. 5. Gib, daß mir heut dein 425. Ich will, o Bater, allezeit erheben Ruhetag die Seelenruh bedeine Gütigkeit, daß du seit so fördern mag durch deines viel Jahren mich haft behütet Wortes Stärke! Daß es mein wunderbar, mein Retter warst Herz mit Kraft durchdring in der Gefahr, wie ichs so und hundertfältig Früchte bring, oft erfahren! Singet, bringet des Glaubens rechte Werte. unserm Vater und Berather, Bor dir laß mir Brünnlein frohe Chöre; bringt ihm Alle fließen, sich ergießen, mich zu Dank und Ehre! laben; laß mich hier Erquit kung haben! 2. Du willst dem Sünder gnädig sein, führst ihn aus 6. Laß meine Hoffnung in Trübsal, Noth und Bein, wenn der Welt, Gott, stets auf dich sein Herz zu dir schreiet; gibst nur sein gestellt, daß ich dir ihm durch Christum deinen ganz vertraue! Daß ich die Geist, der ihm den Weg zur Buße weist, und dann auch ihn erfreuet. Laß mich durch dich, Geist der Liebe, deine Triebe dich werd ich große Gaben ewig wahre Ruh und Freud erlange dort, entfernt von Leid, wenn ich dich immer schaue. Durch 301 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. baben bei dir oben, Gott, wie Unfaßlich ist dein Rath! Mit will ich dich dann loben! jenen Millionen ererben wir die Kronen, die er für uns erbat. 11. Gesinnungen gegen den Erlöser. Mel.: Mit Ernst, o Mensch. 426. ott, der die ersten liebt jetzt die Welt, die ihn Sünder nicht verkannt. Der Mittler hat ganz im Zorn verstieß, erschuf dies Thal besuchet, der selbst für ihre Kinder ein neues Pa- den Himmel ausgespannt; er radies; den Trost, den er ver- bringt der Gnade sanften hieß, bringt er, der Held voll Blick vom Vater auf die Welt Stärke. Preist seine großen Wer- zurück. fe, die längst ein David prieß! 2. Gott hat des Sohnes 2. Vernehmt, ihr heilgen nicht verschonet; den Sohn Höhen, was der Gejalbte sprach: verdammte sein Gericht. Starb Den Herrn hab ich gesehen, der, der über Engeln thronet, der unser Joch zerbrach! Sein so lebt der Mensch und stirbet lauter Jubel sprach: Den nicht. Was ist es, das uns Herrn hab ich gesehen! Froh- Sünder fränkt, da er in ihm lockt ihr heilgen Höhen, froh- uns alles schenkt? lockt ihr Thäter nach! Mel.: Wer nur den lieben. 427, Der Richter, der die Welt verfluchet, 3. Nun dürfen wir nicht 3. Laß Alles sich versammeln mehr verzagen, wir sind sein zu unsers Gottes Preis! Des heiliges Geschlecht. Wer will, Säuglings erstes Stammeln die Gott erwählt, verklagen? sei unsers Gottes Preis! Was Er selbst ist hier, und macht er zu lallen weiß, sei unsers gerecht. Den Zorn, den unsre Gottes Tugend! Frohlocke, Schuld entflammt, hat der muntre Jugend! Frohlocke, gestillt, der nicht verdammt. frommer Greis! 4. Den, der dies schwarze 4. Du, der für uns Ver- Thal der Sünden mit seines lorne im Fleisch erniedrigt ist, Bundes Blut benetzt, und von der du der Eingebørne des ew des Todes tiefen Schlünden gen Baters bist; Sohn Gottes, zur Rechten Gottes sich geJesu Christ, laß alle Zungen setzt, den bringt die Liebe zu brennen, den Namen zu beken- uns her; nichts trennt von nen, den nie dies Herz vergißt! seiner Lieb uns mehr. 5. Gott, Herrscher, hoch erhoben an Weisheit, Macht und That, hör unsern Mund dich loben in dem, der uns vertrat! 5. Nicht Noth, Verfolgung, Hunger, Blöße, nicht das vom Blute trunkne Schwert, nicht der Gefahren schnelle Größe, die Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Sünder Gott verleugnen lehrt. der Schöpfung Werk begonnte. In Thränen selbst preist unser Und sahst du gleich, ich würde Lied den Retter, den der dein unwürdig urd ein Sünder Glaube sieht. sein, durch meiner Väter Fall entweiht, beraubt der ersten 6. Der Glaube lehrt uns überwinden. Wie klein ist, Heiligkeit; doch, Jesu Christ, was uns hier umgibt! Wie ich sollte dein, ich sollte dein, klein die Welt, sie zu empfinden! Wie groß der Mittler, ich Sünder sollte selig sein! 302 2. Ach, möcht ich, o mein der uns liebt! Nur er, den Schild und Heil, dir, hier mein Gott im Fleisch verklärt, ist unsers ganzen Herzens werth. 7. Nichts soll von seiner Lieb uns scheiden, nicht macht, nicht Kronen und nicht Ruhm; nicht diese Welt mit ihren Freuden, nicht Engel und nicht Fürsten thum! Nur er, den Gott im Fleisch verklärt, ist unsers ganzen Herzens werth. Trost und dort mein Theil, nun würdig danken können! Laß gegen dich, wie du verdienst, mich weil du mir, meinHeil, erschienst, in heißer Lieb entbrennen! Erhaben über allen Dank, weit über meinen Lobgesang, bedarfst du meine Zuversicht, mein Lob zu deiner Größe nicht. Doch bring ich dir, Sohn Gottes, Dank! Sieh meinen Dank, vernimm den schwachen Lobgesang! 3. Des Todes Band um8. Liebe, stark, uns zu erretten, nein, dich verläßt der Glaube nicht! Du hälst das Herz mit ewgen Ketten, die nie der Höllen Macht zerbricht. Du fingen mich; du sahsts und hebst bis in der Engel Chor bu erbarmtest dich, als ich die Lieder unsers Danks empor. vergehen wollte. Du, du bes 9. Preist unsern Gott, den schlossest, ob ich zwar des Gott der Ehren, der ist, der Fluchs, des Todes würdig war, war, der kommen soll! Bon daß ich nicht sterben sollte. seines Lobes Freudenchören werd Dich kannt ich nicht und rief unsre ganze unsre ganze Seele voll! Nun dir nicht; doch wandtest du ist durch dich der Erden Heil, dein Angesicht mitleidensvoll derFried imHimmel unserTheil. herab zu mir, und schwurst Erlösung; schwurst bei dir: erdulden will ich ihren Tod, der Sünder Tod, womit fie Mel.: Von ganzem Herzen. 428. Von ganzem Herzen das Gesetz bedroht. lieb ich dich, mein Heiland, denn du liebtest mich, eh ich dich lieben konnte! Schon hast du meiner, Herr, gedacht, eh deine weise fromme Macht erregt, in ihren Gründen nicht 4. Du kamst: doch da zerflossen nicht die Wolken unter dir im Licht dem Kommenden zu Ehren; die Berge wurden nicht Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 303 bewegt; du kamst nicht zu zer- ich dich lieben sollte. Von stören; dich fündigte keinSturm- dir laß mir deine Güte ins wind an; kein fressend Feuer Gemüthe ferner fließen, und ging voran, tein Donner don des Lebens Müh versüßen! nert und kein Blizz schoß durch die Himmel, deinen Sit; du kamst zu uns, o Heil der Welt, o Heil der Welt, still wie der Thau der Nächte fällt! 3. Durch deine Kraft verleihe mir, daß ich in meiner Schwachheit hier dich herzlich lieben möge! Nichts auf der ganzen weiten Welt; Pracht, Wollust, Freude, Ehr und Geld, wenn ichs recht überlege, kann mich, sollt ich dich nicht haben, innig laben. Nichts auf Erden tröstet mich sonst in Beschwerden. 5. Ein Mensch, nicht mächtig und nicht reich; ach, arm und niedrig, Knechten gleich, erschienst du, mich zu retten; mich, ewig, ewig preis ich dich, von meines Todes Banden mich mit leitig zu erretten! Du reichtest 4. Denn, wer dich liebt, mir der Hülfe Hand vom Kreuze den liebest du, schaffst seinem her, und ich empfand mein Elend Herzen Fried und Ruh, erund mein Heil zugleich, vom freuest sein Gewissen.€ 8 Fluch erlöset in dein Reich. Du duldetest für uns den Tod, geh ihm, wie es woll, auf Erd, wenn gleich das Kreuz ihn der Sünder Tod; besiegt, be- ganz verzehrt, soll er doch siegt ist nun der Tod! dein genießen. Ewig, ewig, nach dem Leide, große Freude wird er finden, alles Trauren muß verschwinden. Mel.: Wie schön leucht. 429.Jesu, Jeſu, Gottes Sohn, mein Bruder auf des HimmelsThron, mein Licht und meine Wonne, du weißt wohl, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenflar und klärer als die Sonne! Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir liebers werden. 5. Rein Ohr hat jemals dies gehört, kein Mensch gesehen noch gehört, es kanns niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir, und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen, noch vergleichen Erdenschäßen, was alsdann uns wird ergötzen. 6. Drum laß ich billig dies 2. Dies ist mein Schmerz, allein, o Jesu, meine Sorge dies kränket mich, daß ich nicht sein, daß ich dich herzlich liebe; gnug fann lieben dich, wie ich daß ich in dem, was dir gedich lieben wollte; durch deine fällt, und mir dein klares Lieb werd ich entzündt, je mehr Wort vorhält, aus Liebe mich ich lieb, je mehr ich find, daß stets übe; bis ich endlich werd Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. abscheiten, und mit Freuden die Leiden mit Geduld und zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen! 304 trugst sie ohne eigne Schuld. 5. Du starbst für unsre 7. Da werd ich deine Sü- Missethat, und liebst uns doch Bigkeit, des Himmels Wonne als Freunde; erfüllst für uns allezeit in reiner Liebe schmek- des Vaters Rath, und bitteſt fen, und sehn dein liebreich selbst für Feinde. Du starbst, Angesicht, mit unverwandtem gehorsam bis zum Tod, und Augenlicht, ohn alle Furcht und ehrtest auch im Tode Gott. Schrecken; reichlich werd ich sein erquicket, und geschmücket mit der Krone, Herr, vor dei nem Himmelsthrone! 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gesinnet sei, gleich dir, in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst eu, nimm dein Kreuz auf dich, Mel.: Machs mit mir G. 430. Melch hohes Bei- tomm, folge mir und thu, spiel gabst du wie ich! mir, mein Heiland, durch dein Kraft und Licht, daß ich mein 7. Ich komme, Herr, gib Leben! Sollt ich nicht gern Heil erkenne, dein wahrer und mit Begier dir nachzu- Jünger sei, und nicht mich ahmen streben, und nicht den Weg, den du betratst, auch gehn fälschlich nur so nenne, damit Weg, den du betratst, auch gehn ich deinem Beispiel tren auch und das thun, was du thatst? 2. Dein Herz war voller andern selbst ein Beispiel ſei! Heiligkeit, so rein, wie deine Lehre; dein Thun Lieb und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Ehre; für uns 431. allhier Zufriedenheit und dort einst ewge Seligkeit. Mel. Auf, Christenmensch. Mir Mir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen 3. Darum entäußertest du alle! Entfesselt euch von Sünd dich, und stiegst vom Himmel und Welt! Sorgt nur, was nieder, wardst Mensch, ein mir gefalle! Ich litt für euch, armer Mensch, wie ich und und ihr seid mein; drum sollt meiner Schwachheit Brüder, ihr mir auch ähnlich sein. der Bosheit Raub, der Leute 2. Kommt, meine Sanftmuth Spott, in deinem Wandel zeiget sich in allen meinen gleich wie Gott. Lehren. Kommt, meine De4. In Knechtsgestalt erschie- muth reiz euch, mich mit Zunest du, uns groß und reich zu traun anzuhören! Wißt, wenn machen; den Kranken gabst du ihr Buße thut und glaubt, Trost und Ruh und warst stark daß euren Trost kein Tod in den Schwachen; du trugst euch raubt. 305 Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 3. Ich bin ja das wahr- 9. Auf, Christen, auf, ihm, hafte Licht; bei mir ist Heil unserm Herrn, mit Eifer nachund Leben. Wer mir nur fol- zueilen! Laßt uns mit ihm get, der darf nicht bei jedem getrost und gern auch Schmach Schritte beben. Er wandelt und Leiden theilen! Laßt sein, nicht in Finsterniß, schaut sei- daß uns die Welt verhöhnt; nen Weg und geht gewiß. wer treu nicht fämpft, wird Mel.: Ein Lämmlein geht. 4. Der Glaub ist euch ein nicht gekrönt! sichrer Pfad zu himmlischen Gefilden. Doch wer wahrhaftig Glauben hat, muß auch nach mir sich bilden; in Liebe 432. Der du die Liebe selber bist und wandeln, gern verzeihn, mit- gern uns Menschen segnest, leidig, mild und friedsam sein. ja selbst dem, der dein Feind 5. Von Eigennuß und Ehr- noch ist, mit Wohlthun doch geiz fern entsagt ich allen begegnest, o bilde meinen Sinn Freuden, begab mich meiner nach dir und laß mich doch, Hoheit gern und scheute keine mein Heiland, hier, wie du Leiden; und nützte meine Kraft gewandelt, wandeln! Die könund Zeit in Werken der Barm- nen feine Christen sein, die herzigkeit! s sich nicht Andrer Wohlfahrt freun, und menschenfeindlich handeln. 6. Bei Schwachen macht ich selbst mich schwach, daß ich ihr Führer wäre. Stets sucht ich, auch mit meiner Schmach, nur meines Vaters Ehre; und so beschloß ich meinen Lauf und opferte für euch mich auf. 2. Dein Leben in der Sterb= lichkeit war für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit; dein Wort, 7. Gleich mir verleugne je dein Wert, und jeden Schritt ber sich und folge meinen begleitete Erbarmen. Du überSchritten. Sollt ihr auch lei- nahmst die schwere Bein, uns ben, schaut auf mich, der ich vom Verderben zu befrein, für euch gelitten. Nehmt wil- und starbst zum Heil uns lig euer Kreuz auf euch und Armen. werdet an Gerulb mir gleich. 3. Auch jetzt noch, auf der Himmel Thren, bist du das Heil der Sünder. Auch da bliebst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh, und die Berirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. 20 8. Ob der Verfolgung Schwert schon blitzt, so laßt euch das nicht rühren. Denn wer sein Leben ängstlich schüßt, wird ewig es verlieren. WerGlück der Erden mehr begehrt als mich, ist meiner auch nicht werth. Luth. Sesb. Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Du hörst der Seufzenden Gebet, und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last. O wer sein wahres Glück nicht haßt, wird 4. O laß in meiner Pilger- sich dazu bequemen! Ich schenk schaft mich auf dein Vorbild ihm Ruh, und wie er sich sehen! Erfülle mich mit Lust nicht meiner schämet, werd und Kraft, dem Nächsten bei zustehen, betrübter Herzen Trost zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weis nenden zu klagen! Laß mich dem, der sein Herz mir weibt, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nie verfagen! auch ich einst seiner mich nicht schämen. 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir! Beuch mich dir nach; laß nicht von mir, dir will ich mich ergeben! Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Retter ist! Bei dir ist Heil und Leben. 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demuth jedermann zu dienen fertig stehen! Laß mich, wie du, sanftmüthig sein, Beleidigungen gern verzeihn und Fehler übersehen! 6. Ach bilde nich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Soch recht trage! Sprich meiner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Rub am Ende meiner Tage! 306 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Näch sten Fehler decken! Mein Antlig set nie fürchterlich, und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen! So wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. Mel.: Kommt her zu mir. 433. Kommt her, Mühfelge, tommt zu mir, spricht Gottes Sohn, o fommt, seid ibr mit Sünden gleich beladen! Kommt her, ich bin der gute Hirt, der euer Herz erquicken wird! Ich heile euren Schaden. 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her und übernehmt mein Joch und folget meinen Lehren! Seht, wie ich ganz nach Gottes Sinn so sanft und so demüthig bia! Wohl denen, die mich hören! think Mel.: Jesu meines Lebens. 434.ins ist Noth; ach Herr, dies Eine lehre meine Seele doch! Auch beim schimmerreichsten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, unter dem das Herz sich plaget und doch keine Ruh erjaget, Alles aber wird ersetzt, wenn dies Eine mich ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei teiner Kreatur; laß nichts Irdisches dich Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. binden, schwing dich über die 7. Mir bist du, den ich erNatur, wo der Gottheit Füll wähle, auch zur Heiligung ges erscheinet, mit der Menschheit macht. Hilf denn, hilf, daß fest vereinet; da, da ist das meine Seele ganz zu deinem beste Theil, da dein Alles, da Bild erwacht! Was nur dient dein Heil. zum wahren Leben, das iſt mir in dir gegeben. Ach, entreiß mich ganz der Welt, daß ich thu, was dir gefällt! 3. Seele, dir auch ist beschieden, was Maria sich erlas, als sie, ohne zu ermüden, fromm zu Jesu Füßen saß. Ach, wie brannt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören. Sie vergaß die Welt und sich, hört und sah nur, Jesu, dich! 307 8. In dir, der einst auferwecket, ist Erlösung mir geschenkt. Nun wird Hoffnung, was sonst schrecket, nun wird Freude, was sonst kränkt. Ja Erlösung, wenn ich leide; noch Erlösung, wenn ich scheide; einst Erlösung aus dem Grab nur nach dir! Ach, ich dürst, iste, was Gott in dir mir gab. Plagen, 4. So steht, Jesu, mein Verlangen ganz und einzig Weisheit an dir zu hangen. Neige du 9. Schreckt nur, dein Herz zu mir; wenn auch Tod, Verwesung! viele träg verweilen, brenn ich und Gerechtigkeit, Heiligung doch, dir nachzueilen! Geist und Leben ist, was von deinen Lehren fließt! Jesu, 5. Mich auch reizt der Weisheit Fülle, die aus deinem Mund entzückt. Wenn ich meinen Durst hier stille, o wie wird mein Geist erquict! Was kein Auge sah, zu sehen, was kein Mensch faßt, zu verstehen, und zu finden wahre Ruh, solche Weisheit schenkst nur du. und einst Erlösung stillen Schrecken, Angst und Leid. Und so theure hohe Gaben soll ich, Herr, in dir nun haben! Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub erblickt? 10. Drum follst du mir nur das Eine, du nur sollst mein Alles sein! Braf und forsche, wie ichs meine, und tilg allen Heuchelschein! Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach Eitlem sehnet, dingani mastat 6. Herr ich find in meinen Sünden nur Gerechtigkeit bei auch die Hölle stürmt und droht, halt mich fest, denn dir! Wohl mir, Zorn und Eins ist Noth! Fluch verschwinden! Durch dein Blut gelingt es mir. Du erwarbst am Kreuzes stamme mir, daß Gott mich nicht verdamme, In bekannter Melodie. meinen Schmuck, das reine 435. Ich ruf zu dir, Herr Kleid gültiger Gerechtigkeit. 20* Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. Herr, vernimm mein Flehen! laß mich bei dir Erbarmuug Bernimms, der du mein Hel- finden, Trost empfinden, und fer bist, mir liebreich beizu- endlich, Herr, durch dich in stehen! Des wahren Glau- allem überwinden! bens Kraft und Licht, das se- m rig lige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das wolltest du mir geben! 2. Du haft bein königlich Gebot mir tief ins Herz ge schrieben. Von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich, den Nächsten lieben. Wenn ich nach reinem Worte thu, so 308 Mel.: Auf meinen lieben. 436. Mein Jeſus ist ge treu, in Noth steht er mir bei; auf ihn ist gut vertrauen, brum will ich auf ihn bauen. Ihm bleibt mein Herz ergeben im Tob und auch im Leben. hab ich schon hienieden gro- 2. Der Welt armselger Ben Frieden, und welches Heil Lohn ist Schaden, Schimpf hast du dem Frommen dort und Hohn; wer den nicht beschieden! will ererben, der muß der Welt absterben, muß ihrer nicht begehren und sich zu Jesu keh3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreißen, denn du hast deine ren. Seligkeit den Treuen nur 3. Umringet mit Gefahr, verheißen. Doch könnten wohl durch ihre Müh sie, solche zu verdienen, sich erfühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst sie ihnen. nehm ich viel Feinde wahr, bie wider mich sich legen; du, Jesu, bist zugegen, du lenkst das Herz, auch Feinde verwandelst bu in Freunde. 4. Gib, daß mit brünstiger 4. In aller meiner Noth, Begier ich stets fest an dir und wär es auch der Tod, hange; zeuch mich nach dir, bist du, der für mich ringet daß ich nach dir, nach dir, und Noth und Tod bezwinget; mein Heil, verlange! Ja laß ja vor der Hölle Schrecken mich, wenn ich sterben soll, kann mich dein Schuß bedecken. auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlitz ewig schauen! 5. Wenn Sündenschuld mich plagt und mein Gewissen nagt, alsbald eilt deine Gnade, daß sie mich ihr entlade; bein Lei5. 3ch kämpf, ermatt und den und dein Sterben, das strauchle oft; hilf, Herr, mein läßt mich nicht verderben. Hort, dem Schwachen, der 6. Sei, Jesu, auch hinfort nur auf dich mit Demuth mein Beistand Schutz und hofft, du kannst mich mächtig Hort! Laß meinen Fuß nicht machen! In jeder Seelennoth gleiten, und hilf mir muthig Von den Pflichten und Gesinnungen gegen Gott. 309 streiten, so will ich deinen| wie du? Bringt sie Kraft den Namen von Herzen preisen! Müden, den Bedrängten Trest Amen. und Ruh, Sündern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, troß dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? Mel.: Christus, der uns sel. 437. Sollt ich jetzt noch, da mir schon deine Güt erschienen, rich ver5. Rettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker lassen, Gottessohn, und der stehen, und das Leben und Sünde dienen? Mit den Zü- den Tod ihm zur Seite sehen; sten dieser Zeit wieder mich wenn der Sichre, nun zu spät, Schlaf erwachet, beflecken, und nicht mehr aus dem die Süßigkeit deiner Liebe und der Spötter, der hier schmecken? schmäht, glaubt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe! Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde! 3. Nein, ich bin und bleib 7. Weder Leben, weder Tod, ein Christ, halt an deinen Lehren, lasse mir nicht macht Trübsal oder Freuden, mein noch List meinen Glauben Erlöser und mein Gott, soll wehren! Fielen tausend ab, von bir mich scheiden! Welt nicht ich! Mags die Welt ver- und Sünd und Eitelkeit und brießen! Sie wird mein Ver. tes Fleisches Triebe, Alles traun auf dich mir doch gön- überwind ich weit, Herr, durch nen müssen. deine Liebe! 4. Zeigt sie mir ein Heil, 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh gefunden. Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden! Und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen, und mein Recht an deinen Tod wieder fahren lassen? V. Von den Pflichten gegen uns selbſt. 1. Selbsterkenntniß und Demuth. verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer 438. Wer bin ich? Wel sich nicht selbst recht kennen Mel.: Wer nur den lieben. che wichtge Fra lernt, bleibt von der Weisheit ge! Gott lehre sie mich recht weit entfernt. Von den Pflichten gegen uns selbst. 2. Ich bin ein Werk von ewgen Leben führt, so bringe deinen Händen. Du schufst mich zurück vom Wege, der mich, Gott, zu deinem Preis! ins Verderben sich verliert! Dazu mein Leben anzuwenden, Gib mir zur Beßrung Lust das ist dein väterlich Geheiß. und Kraft! Du bists, der Doch leb ich als dein Eigen- beides in uns schafft. thum auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß. Doch bin ichs, Herr, auch in der That? 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. Olaß michsnicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! O öffne du mir mein Ver- Hier mache mich zum Himmet ständniß, recht einzusehn, ob flug und frei vom schnöden ich den Pfad, den Jesus mir Selbstbetrug! gewiesen, geh! Und ob ich auch im Glauben steh? 310 Mel.: In allen meinen Th. 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß 439. Was ich nur Gumich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich ge finnt. Befreie mich vom fal schen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann! deine milde Gabe, du Vater tes habe, ist alles Lichts! Mein Dasein und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 5. Wer Alles weiß und 2. Sowohl Verstand als doch verborgen und unbekannt Kräfte zum nüßlichen Gesich selbst noch bleibt; wie schäfte hab ich aus deiner will der für sein Bestes sor- Huld. Dein ists, wenn gute gen? Was ist, das den zur Thaten dem Vorsatz wohl geBeßrung treibt? Sich selbst rathen; doch Fehler sind blos recht kennen, ist Verstand. meine Schuld. Drum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Bater, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier. Ach, leite mich mit deinem Licht, se täuschen mich Ver. führer nicht! 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum 3. Das Glück, deß ich mich freue; wer schafft mirs? Deine Treue, du, Herr der ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 311 Von den Pflichten gegen uns selbst. 5. Ich bin viel zu geringe wäre, weß ist dieß Eigenthum? der Huld, die ich besinge, und Wer ließ mich unterrichten? werd es ewig sein. O laß Wer ließ in meinen Pflichten miche nie vergessen, so werd mein Glück mich sehn, und ich nie vermessen, mich ohne dich stolz meiner freun! 6. Das nützlich anzuwenden, was du mit Baterbäncen mir gütig zugewandt; dein treuer Knecht zu werden, das sei mein Fleiß auf Erden! Dazu gib Demuth und Verstand! 5. Doch, wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudigkeit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Muth und Sieg im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und gibst zu meiner Beßrung Glück. Mel.: In allen meinen Th. 440, Sjib, Sott, wenn Gott, wenn ich dir diene, daß ich mich nie erfühne, darüber stolz zu sein! Wer kann bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such ich stets Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Trag ich der Tugend Bürde, aus Kenntniß ihrer Würde, auch immer mit Zufriedenheit? deinen Mel.: O Gott, du frommer. 3. Entzieh ich mich den von dem Sünden auch stets aus rechten 441. Herr, er du Alles Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nar Früchte der Natur und Zeit. ich Alles habe, was ist mein Etand, mein Glück und jede gute Gabe? Es ist nicht mein'; es ist ein unverdientes Gut; darum bewahre vor 4. Der Sünden meiner Jumich gend, der Mängel meiner Tu Stolz und Uebermuth! Wenn ich vielleicht der gend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, Welt mehr als mein Nächster wie sies verdienen, rechten, so nüge, und wenn ich mehr Vertrifft sie alle dein Gericht. stand, als er besitzt, besitze; bin ich drum mehr, als er? O nein! Wer schenkte mir Ver8. Sollt ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt ich auch alles üben, was du mir vorgeschrieben; wer bin ich? Ein unnützer Knecht. 312 Von den Pflichten gegen uns selbst. stand und Tüchtigkeit? Ach, 4. Hochheilig bist du, daß Alles kommt von dir! vor dir der Seraph sich be3. Wenn mir ein größer deckt. Gott, du bist gut, und Glück nach deinem Rath beach, an mir ist Herz und gegnet, und deine Gütigkeit Thun befleckt! mich mehr, als andre, segnet; 5. Bei dir ist Weisheit und gibt diese deine Hulb mir Verstand, du Bater alles wohl zum Stolz ein Recht? Lichts! Was noch nicht ist, Bin ich darum nicht auch, ist dir bekannt; durch mich was andre sind, dein Knecht? selbst weiß ich nichts. 4. Wenn ich geehrt und 6. Gott, auf dein Wort groß in hohen Würden stehe, entstand die Welt, auch ich und andre unter mir in flei- entstand durch dich! Du bists, nerm Glücke sehe; wer machte der sie mit Macht erhält, sie gering, und wer erhöhte Gott, du erhälst auch mich! mich? Ist nicht mein Nächster oft viel würdiger, ale ich? 7. Du Gott! ich Staub! o, Unterscheid! Herr lehr ihn 5. Wie könnt ich mich, o mich verstehn, um in der tiefGott, des Guten überheben? sten Niedrigkeit vor dir einWas ich besitz, ist dein; du herzugehn! sprichst, so bin ich Leben; du sprichst, so bin ich nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth sein! 8. In jenem Leben werd ich dich in deiner Größe sehn. Auf diesen Anblick freu ich mich. Wann, ach, wann wirds geschehn? 2. Selbstliebe. Mel.: Nun sich der Tag. 442, jott, desſen Stuhl der Himmel ist, Mel.: Nun danket alle Gott. ich sinke vor dich hin! Ich 443. De Dein ein Will ists, überdenke, wer du bist, und was ich vor dir bin. großer Gott, ich soll mich selber lieben! 2. Was bin ich, Herr mein O laß mich diese Pflicht nach Gott, vor dir? Ein welkend deiner Vorschrift üben, und Gras und Laub. Du bist und schränke selbst den Trieb, froh bleibest für und für, ich bin und beglückt zu sein, den du in Kurzem Staub. mir eingepflanzt, in heilge Grenzen ein! 3. Dein Wesen ist Vollkommenheit, du biste, und kei2. Gib, daß mein ganzes ner mehr; du, Gott, bist Herz sich deiner Liebe weihe, Gott von Ewigkeit, ich bin und daß in allem ich dein von gestern her. Auge findlich scheue! Wer als Von den Pflichten gegen uns selbst. ein Christ sich liebt, der flieht 8. Das sei mein Zweck, auch als ein Ebrist, was wider deine Furcht und Men schenliebe ist. mein Fleiß. O segne mein Bemühen, so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch 3. Kein schnöder Eigennut entfliehen! Bewahre mich dabeherrsche meine Seele! bei, Herr, vor dem Lauf der wenn zu meinem Glück ich Welt! Gib, daß ich mich so Weg und Mittel wähle, so lieb, als dir es wohlgefällt! laß mich stets dabei auf Recht Und 313 und Wahrheit schaun; auch nie mein Wohlergehn auf 3. Sorge für die Seele. Andrer Elend baun! 4. Dein Fluch trifft jedes Mel.: Kommt her zu mir. Glück, bei dem die Tugend leidet, bei dem der, der es fucht, 444. Herr, meiner Seele großen Werth, Gott, den mir dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenten! deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer! Die 2. Wie wichtig hast du sie Welt mit ihrer Lust vergeht gemacht! Welch Glück hast du doch einst auf immer. Was ihr zugedacht! Wie viel an hilft uns turze Lust? Was sie gewendet! Du schufft sie, hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ists, was uns glücklich macht. Gott, dein Bild zu sein, und hast, vom Fluch sie zu befrein, selbst deinen Sohn gesendet! 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach, bis in die Ewigfeit. 7. O selig, wer darnach mit heilgem Eifer trachtet und fur sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet! Der liebt allein sich recht, der findt schon in der Zeit die wahre Rub, und einst vollkommne Seligkeit. 3. Zu groß für diese furze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willst du sie, selbst durch des Lebens furze Müh, zu diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Baterhuld ihr zugedacht, verlieren! 5. Mit dir, o Gott, vereint Von den Pflichten gegen uns selbst. zu sein, mich ewig deiner Hulb einzugehn, muß reines Herzens zu freun, und dich zum Trost werden. zu wählen, das sei mein Fleiß und höchster Zweck! Laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen! 314 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr fündgen kann, Gott um 6. Wer böse ist, bleibt nicht Erbarmung fleben. Das ist vor dir. Drum schaffe selbst, der Weg zum Leben nicht, den o Gott, in mir ein Herz, das uns, o Gott, dein Unterricht Sünden hasset, das seine in deinem Wort bezeichnet! Schuld vor dir bereut, und 3. Du rufft uns hier zur das zu deiner Gütigkeit durch Heiligung. Drum laß auch Christum Hoffnung faffet! hier auf Erden des Geistes 7. Gib, daß ich dir mich wahre Besserung mein Hauptganz ergeb, und was ich hier geschäfte werden! Herr, stärke im Fleisch noch leb, laß mich mir dazu den Trieb! Nichts im Glauben leben an dich, sei so groß, nichts mir so lieb, Sohn Gottes, der du mich das ich ihm nicht aufopfre! so hoch geliebt hast, daß du dich für mich dahin gegeben! 4. Gewönn ich auch die 8. In meiner gänzen Pilger- ganze Welt mit allen ihren schaft laß mich gestärkt durch dir gefällt, o Gott, darüber Freuden, und sollte das, was deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein meiden; was hülfe mirs? Kann Ruf vor Augen stellt, und alle auch die Welt mit allem, was Leiden dieser Welt wie nichts fie in fich hält, mir deine Gnad ersetzen? dagegen achten! 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit selbst in dem Tode geben? Nicht Glück: nur Friede Gottes und Menschengunst, nicht irdisch ein Blick auf seines Lebens 9. Wie selig werd ich dann nicht sein! Schon hier wird dann mein Herz sich freun, in dir, Gett, ruhig leben! Und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrs lichkeit in deinem Reich erheben! Mel.: Sei Lob und Ehr. 445. Nach meiner Seelen Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen! Sollt ich die furze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten! Daß ich auf deinen Wegen geb, und im Gericht dereinst besteh, sei meine größte Sorge! Von den Pflichten gegen uns selbst. 315 7. Doch, was vermag ich, versicht, verlaß, verlaß uns wenn du nicht vor Trägheit Arme nicht, und stärk uns unmich beschützest, und mich zur sern Glauben! Durch dich blick Treu in dieser Pflicht mit ich hinauf zum Thron, und Kräften unterstüßest! O stärke seh auf meinen Gnarenlohn! mich, mein Gott, dazu, so O schenk uns diesen Glauben! find ich hier schon wahre Ruh, Lenk von der Luft der Eitelund dort das ewge Leben! feit uns auf das Heil der Ewigkeit, daß wir der Welt entrissen, dir hier leben, Gott, einst sterben dir Geist, unser Gott! Zeig uns im Tod das 446. Mein Glück im Heil des Herrn; dann folgen Mel.: Herzlich lieb hab ich. wir zum Grabe gern! 4. kurzen Raum der Zeit, den hohen Werth der Ewigkeit, erkennet meine Seele. Mich riefst du, Bater, aus dem Nichts, zum frohen Anschaun deines Lichts! Dies dankt dir meine Seele. Nicht zu der Freude dieser Zeit, zur Bonne jener Ewigkeit, dir einst zu werden ähnlicher, schuf mich dein Wink, All mächtiger! O Bater, Gott, für mich gabst du den Sohn in Tod! Wie groß bin ich nicht; uns achten! Dreieiniger, wie groß find wir durch dich, wie felig werden wir! Lehr uns dies Glück betrachten! Der Erde Scheingut fättigt nicht; der Erde Weisheit tröstet auf deine Zehr Der du uns schufft, dich opfertest für Sünder und sie heiligtest; wir, dein so theures Eigenthum, wir bringen deinem Namen Ruhm! Dreieiniger, in Ewigkeit sei unser Gott, so freun wir uns auf unsern Tod! durch dich, mein Gott! 2. Sohn, zum Versöhner mir gesandt, ich folge jener sanften Hand, die mich zum Himmel hebet! Für mich, Herr, 447. Nehre mich, Herr, floß dein Blut dahin; mich recht bedenken, was Mel.: Kommt, laßt euch. von der Welt zu dir zu ziehn, wahrhafte Weisheit sei! Meihast du am Kreuz gebetet! nen Fleiß darauf zu lenken, Jetzt seh ich zwar mit blödem steh mir selbst mit Gnade bei. Blick der seligen Verklärung Denn die Klugheit, so die Glück; und dunkel ist mir jene Weit ohne Grund für WeisWelt, die Gott dem Glauben heit hält, fördert nicht mein aufbehält. Ach, Jesu Christ, Wohlergehen, und wird nie einst, wenn mein Aug im vor dir bestehen. Tode bricht, seh ich der künftgen Klarheit Licht! 3. Geist Gottes, unsre Zu2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leit 316 Von den Pflichten gegen uns selbst. stern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun! Denn, die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon volltommen achten, und den Eigendünfel scheun; gern auf seine Fehler sehn; reuvoll sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz erheben. denken, daß wir hier nur Pilger sind; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe findt; seine Augen unverwandt nach dem ewgen Vaterland richten, und sich hier bestreben, wie man broben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir; Gott, verleihe sie auch mir! Laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. 4. Weisheil ist es, Christum ehren, seiner Mittlershuld vertraun, so auf seine Stimme hören und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht seinem Bilde hier Erden immer ähnlicher zu auf werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eitlenRuhm, 2. Auf dann, und beharre der bald verblübt, Lust, die nicht in dem Sündenschlafe! im Genuß noch flieht, nicht für Christus ist nun selbst dein wahre Wohlfahrt achten; nein Licht. Eile! strenge Strafe, nach bessern Gütern trachten. große Noth, selbst der Tod, möchten dich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, sonst bringt Satans List dich in schwere Sünden. Er fann, wenn du schläfrig bist, leicht dich überwinMel.: Straf mich nicht. 448. Mache dich, mein wachen, Flehn und Beten Geist, bereit! stärket uns zu jeder Zeit, hilft in allen Nöthen. Satans List kann der Christ durch Gebet und Wachen leicht zu Schanden machen. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gern auch Gottes Wil len thun; froh in seiner Fügung rubn, und wenn Leiden den. Gott läßt zu, daß auch uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. du, wenn du sorglos wallest, in sein Netz ihm fallest. 7. Weisheit ist es, stets be4. Wache, daß dich nicht 317 Von den Pflichten gegen uns selbst. die Welt burch Gemalt be- Sinne jedes Blendwerk rührt; zwinge; ober, wenn sie sich auch böses Beiſpiel oft ververstellt, listig an sich bringe. führt. Wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Nege stellen. 2. Oft nehmen Lafter überhand, und strömen übers ganze Land. Drum Hhüte dich, das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht! Christ, sei im Glauben stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit! 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefabr, ein Netz hier bei dem andern wahr. Wie so Feinde drohen mir! Ach, wie entrinn ich Schwacher hier? viel 5. Wach und hab auf dich stets Acht; trau nicht beinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Des ist voller List; kann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln! 6. Aber bet auch stets dabei; bete bei dem Wachen. Dich muß Gott von Trägheit frei und behutsam machen. Dir verleiht Munterkeit, Licht auf seinem Pfabe, seines Geiftes Gnade. 4. Die Welt hüllt in der zolden Tugend Schein oft ihre Laster 7. Auf, und nah dich mit fünstlich ein; preist den Genuß Gebet frei zu seinem Throne! des Lebens an; schilt FrömWenn dein Herz nur gläubig migkeit für finstern Wahn. fleht, hört er in dem Sohne. Jhr Weg ist lustig, breit und Er verheißt seinen Geist, mit voll. Sie winkt mir, daß ich ihm Kraft und Leben auf bein folgen soll. 48 Flehn zu geben. 8. Auf dann, du mußt im merbar wachen, flehn und be ten, und vermehrt sich die Gefahr, immer brünstger beten! In der Noth, in dem Tod, wirst du auf dein Flehen vor bem Herrn bestehen. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen foll auf dir beruhn! Ach, durch dein Blut bin ich ja bein; dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Bein! Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir! Gib, daß auch ich nicht laß von dir! 6. Der Eündendienst scheint zu erfreun, und endigt fich in Höllenpein. Drum steh dein Mel.: Vater unser im H. guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei! Gestatte dem Bersucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh! 7. 3war ist mein Glauben Herz sich bald verstrickt; die klein; doch du, du starker Held, 419. Hier ist noch unsre Prüfungszeit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irrthum leicht berückt, das schwache 318 Von den Pflichten gegen uns selbst. fagst Hülfe zu! Mein ganzes zu, daß er nicht falle, der, Herz ergibt sich dir. Ich weiß, wenn sein Nächster fällt, noch durch rich gelingt es mir. Auf steht. Auch die bekämpfte böse dich verläßt in aller Noth mein Lust ftirbt niemals ganz in Herz sich fest bis in den Tod. unsrer Brust! 8. Wenn schon die Trübsal 3. Wenn mich gleich nicht auf mich dringt, und überall die Dinge rühren, durch die wich Angst umringt, bleib ich der Andern Tugend fällt, wird doch stets in deiner Hand. Ich darum nichts mein Herz verhalt in jeder Prüfung Stand. führen? Ach, jedes Herz hat Du, du bist durch den Glau- seine Welt! Den, welchen Stand ben mein. Nun muß mir al- und Gold nicht rührt, hat oft les heisam iein. ein Blick, ein Wort verführt. 9. Mit dir, o Herr, kann 4. Oft schläft der Trieb in ich bestehn, sollt auch der meinem Herzen. Von RachWeltkreis untergehn! Es fürchte sucht schein ich mir befreit; sich der Heuchelchrist, und wer jetzt soll ich eine Schmach verein Sclav der Laster ist. Ich schmerzen, und ach, mein Herz will nicht zagen; ins Gericht wallt auf und dräut, und schilt kommt ja, wer an dich glau- so lieblos und so hart, als es bet, nicht. Ia si ch zuerst gescholten ward! 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Writ entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gib, Herr, daß ich wach und streite! nie dente, daß ichs gnug gethan! Mein Mel.: Wer nur den lieben. 450 Herr, daß ich meine Herz hat seine schwache Seite, Seele rette, fo fahrt an. Die Sicherheit droht greift der gib mir, daß ich bet und mir den Fall. Hilf, daß ich wach! Wenn ich dich nicht so zum Beistand hätte, wär ich wache überall! zum Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wachsam keit verliert sich bald in Si cherheit. 4. Sorge für den Leib. Mel.: Wer nur den lieben. 2. So lang ich hier im 451. Des Leibes warten und ihn nähren, Leibe walle, bin ich ein Kind, das ist, o Schöpfer meine das strauchelnd geht. Der sehe Pflicht! Muthwillig seinen Ball 10. Du bist es auch, dem ich vertrau, so lang ich noch das Elend bau, bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, die Sieger Preis und Ehre krönt. Herr, steh in jebem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! Von den Pflichten gegen uns selbst. versehren, verbietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei! 2. Sollt ich mit Vorsatz das verlegen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt ich gering ein Kunststück schätzen, das du als Schöpfer selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein! Sollt ich denn sein Zerstörer sein? 319 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Geseß mir anbefiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein! 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei stets auf meinen Geist gericht't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh die3. Ihn zu erhalten, zu be- ses Leibes Hütte bricht! Daschüßen, gibst du mit milder zu, Herr, segne meinen Fleiß; Vaterhand die Mittel, die da so leb ich hier zu deinem zu uns nützen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie sollte sie denn mir es sein? Preis! Mel.: Wer nur den lieben. 4. Gesunde Glieder, muntre 452. Wie mannigfaltig Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu wodurch uns, Herr, dein des Berufs Geschäfte, wenn wohlthun nährt, und die, so Krankheit seinen Leib beschwert? Geist als Leib zu laben uns Ist nicht der Erde größtes täglich deine Hand gewährt! Gut Gesundheit und ein heit- Auch das, was unser Mund rer Muth? genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines 2. Doch laß die Kraft, uns Körpers Wohlsein stört, daß zu vergnügen, die du in Speis nicht, wenn meine Kräfte lei- und Trank gelegt, mich nie, den, mein Geist den innern o Höchster, so besiegen, daß Borwurf hört: Du selbst bist sie zum Schwelgen mich beStörer deiner Ruh; du zogst wegt! Laß, deiner Gaben dir selbst dein Uebel zu. mich zu freun, mich mäßig 6. Laß jeden Sinn und alle im Genusse sein! Glieder mich zu bewahren 3. Mit Speis und Trank achtsam sein! Drückt mich die sein Herz beschweren, steht Last der Krankheit nieder, fo niemals wahren Christen an. flöße selbst Geduld mir ein. Gib heitern Muth und dann veileib, daß auch des Arztes Rath gedeih! Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist erquiden kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und 320 Von den Pflichten gegen uns selbft. Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt 4. Die Schwelgerei raubt den Verstand, der Seele Licht; uns die Kräfte zu dem, was sie raubt den Eifer edler uns die Pflicht gebeut, macht Werke, und Ernst und Lust träge zum Berufsgeschäfte, zu jeder Pflicht. Sie führt untüchtig zur Gottseligkeit; er- Reu und Gewissensschmerz in wedt Unordnung, Streit und das ihr hingegebne Herz. Zant, und hindert den Gott schuldgen Dank. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit 5. Wer sich den Bauch zum des Thiers herab; er schändet Gott erforen, unmäßig deine und entehrt die Würde, die Gaben braucht, der ist fürs ihm sein weiser Schöpfer gab; Himmelreich verloren, zu dem fein Knecht der Lüste taugt. Gott, laß mich ja dies Laster scheun, und mäßig stets und nüchtern sein! vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor 6. So oft ich Speis und der Welt sind sie ein Spett. Trank genieße, so laß es mit Sie sind vor dem Gewissen Vernunft geschehn! Und daß Schande, und noch weit mehr ich beides mir versüße, mit vor dir, o Gott! Wer sich in Dank auf dich, den Geber, ihre Knechtschaft gibt, wird sehn; auf dich, der du uns nie von dir, o Gott, geliebt! zärtlich liebst, und Nahrung 6. Du wirst den wiederum und Erquicung gibst! verrerben, der deinen Tempel hier verdirbt! Dein Himmelreich wird niemand erben, in dem die böse Lust nicht stirbt. 453. Der Wollust Reiz Drum laß mich ihre Reizung widerstreben, laß, Höchster, meine Weisheit fliehn, und keusch zu sein mich fein, sie ist ein Gilft für un- stets bemühn! ser Leben, und ihre Freuden werden Bein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir, o schaff ein reines Herz in mir! 7. Gib, daß ich allen bösen üsten mit Much und Nachdruck widersteh, und stets, bawider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärtger, seh! Wer Gott, ver Augen dich, o Gott, 2. Die Wollust kürzet unfre Tage; sie raubt dem Körper feine Kraft; und Armuth, Seu- bat, flieht auch verborgne chen, Schmerz und Plage find Wissethat! Früchte ihrer Leidenschaft. Der Haßt sich selber, der sie übt, und sich in ihre Fesseln gibt. sing Mel.: Wer nur den lieben. Von den Pflichten gegen uns selbst. Zeit zum seligsten bis in die Ewigkeit. Gewinn Mel.: O Gott, du fromm. 6. Was find, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume si ds, die unsern Geist betrügen. 454. Laß mich doch nicht, mich doch nicht, Drum lenke, Gott, den Wunsch o Gott, den Schäzzen dieser Erden so meine Nei vom irdischen Gewinn, durch gung weihn, daß sie mein Ab- deines Geistes Kraft, zu ewgett werden! Oft fehlt beim gen Gütern hin! 5. Sorge für die zeit lichen Güter und deren Gebrauch. 321 Ueberfluß doch die Zufriedenheit. Und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen; nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt; und schnell verlierts oft ber, dem der Besitz gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig foll beglücken, muß nicht vergänglich sein, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats, und wünscht noch mehr; doch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab fie uns und auch die Picht, mit Weisheit sie zu nützen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsres Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern 4. Gott, so wehre doch dieser Zeit mit ganzer Seele den ungerechten Trieben, und schmachten, nicht erst nach der heilige mein Herz, die Güter Gerechtigkeit und Gottes Reiche nicht zu lieben, die man mit trachten; ist dieses eines MenMüh gewinnt, bald prassend schen Ruf, cen Gott zur Ewigsie verzehrt, bald geizig sie feit erschuf? bewacht und bald mit Fluch vermehrt! 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die viebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Li be, und machet, der Vernunft zum Spott ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an 21 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schatz auf Er den! Sonst alles, nur nicht dies, kann mir entrissen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Luth. Gess. Mel.: Mir nach, spricht. 455. Wohl bem, der beßre Schätze liebt, als Schätze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. Von den Pflichten gegen uns selbst. sich reißt, läßt dich kein Gut| Geld ein Schmeichler und die genießen; er quält durch Hab- Pest der Welt! sucht deinen Geist, und tödtet 11. Erhalte mich, o Gott, dein Gewissen; er reißt durch dabei, daß ich mir gnugen schmeichelnden Gewinn dich lasse; Geiz ewig als Abgötblind zu jedem Frevel hin. terei von mir entfern und basse! Ein weises Herz und guter Muth sei hier mein Theil, mein bestes Sut! 322 6. Um wenia Vortheil wird er schon aus dir mit meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen wide stehn. 456. Herr, Mel.: Es ist das Heil uns. err, laß mich doch 7 Wie könnt ein Herz, vom gewissenhaft mein Geize hart, der Wohlthat zeitlich Gut verwalzen! Sib Freuden schmecken, und in des selbst mir Weisheit, gib mir U. glücks Gegenwart den Ruf Kraft, damit so haus; uhalten, zur Hulf entdecken? Und wo wie es mir nügt und dir geist eines Etandes Pflicht, die tällt; damit ich nicht in jener nicht der Geiz entebrt und Welt an ewgen Gütern darbe! bricht? 2. Mein Hab und Gut 8. Tu bist ein Bater; und kommt ja von dir, und deinem aus Geiz entziebst du dich den milden Segen. Nicht mir zum Kindern, und läsfest dich des Fallstrick ga: st du mir mein Geldes Reiz, ihr Herz zu zeitliches Vermögen. Du gabst bilden, hindern; und glaubst, es mir zum wahren Wohl. bu habst sie wohlbedacht, Drum gib, Herr, daß ichs, wenn du sie reich, wie dich, wie ich soll nach deiner Vorgemacht. schrift brauche! 9. Du hast ein richterliches 3. Was ist das mir ge= Amt; und du wirst dich er- schenkte Gut? Vergänglich fr. chen, die Sache, die das und von Erde. Hilf, daß ich Recht verdammt, aus Habsucht nie aus Uebermuth dadurch recht zu sprechen; und selbst vereitelt werde! Nie reiß ein der Tugend größter Feind irdischer Gewinn mein Herz erkauft an dir sich einen so weit zum Eiteln hin, daß Freund. ich mein Heil vergesse! 10. Gewinnsucht raubt dir 4. Was hülfe mir die ganze Muth und Geist, die Wahr- Welt, mit allen ihren Schäßen, heit irei zu lehren; du schweiast, verführt mich zeitlich Gut und wenn sie dich reden beißt, Ge d, sorglos hintan zu setzen, ehrst, wo du nicht sollst ehren, was n einer Seele Heil te und wirst um ein verächtlich gehrt, uno mir ein ewig Glück Von den Pflichten gegen uns selbst. gewährt? Wie strafbar würd bhandeln unzufriedne Seelen! ich handeln! Eie quälen sich und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. 5 Mein größtes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben! Wie reich bin ich, o 2. Was helfen uns die Gott, in dir, wenn ich nur ängstlich bangen Sorgen für die fann haben! Hab ich nur, den noch ungewissen andern Höchster deine Huld; bin ich Morgen, der uns doch, daß voll Glauben und Geduld; wir uns umsonst aegrämet, was fehlt rann meiner Seele? schon oft beschämet? 6. Den Geiz laß ferne von Es ist umsonst; wir wermir sein, die Wurzel alles den nichts erzwingen, wenn Bösen! Von Unruh und Ge- wir auch Nächte durch mit wissenspein kann Reichthum Kummer ringen, und noch so nicht erlösen. Er hilft in To früh mit ängstlichen Geschäf desstunden nichts, und nichts ten den Zeib entfräften. am Tage des Gerichts. Da schüßt er keinen Sünder. 7. vaß mich in weißer Sparsamkeit die Güter schwenden, die du mir gast in dieser Zeit, fie nüglich an zuwenden! Gib mir eie Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten so, wie mir, des Le bens Müb erleichtre! 8.Es kommt ein Tag der Rechenschaft. Das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im 3rdschen lenken, daß ich von Gütern dieser Zeit einit selbst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ernte! 323 4. Mein Glück berubt, o Gott, auf deinem Segen! Bertrau ich dir, und geb auf. nie ver- deinen Wegen, so wirst du mir auch ohne Sorg und Kränken, was nüget, stenken! 457. Sott, verliehnen Pfunce, und harr 5. Bin ich getreu mit dem ich nur der rechten Eegensstunde, so kommt sie, und dann Glück gerathen. werden meine Thaten zum Werke meiner Hände! Gefeg 6. Drum fördre selbst die net sei der Anfang und das Ende! Gib guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohlgeiinge! 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann 6. Genügsamkeit und mein Herz mit froher HoffZufriedenheit. nung stillen!. Erlang ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zuf ieden! Mel.: Herzliebster Jesu. 8. Kann ich den Leib auch Gott, du allein weißt gut für nicht, wie Reiche, laben; veruns zu wählen! Wie thöricht sorge nur den Geist mit jenen 21* Von den Pflichten gegen uns selbſt.. Gaben, die mehr als alles 4. Verzehre nicht des LeIrdische erquicken, und stets beglücken! bens Kräfte in träger Unzufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte, und nüße deine Lebenszeit. Bei Pflicht 324 9. Hier hab ich gnug; laß mich nur mit den Frommen zu dem Genuß der Himmels- und Fleiß sich Gott ergeben, güter kommen, so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, dann ganz erfüllet! ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! Mel.: Wie groß ist des All. 458. Du klagst und fühMel.: Wie groß ist des All. left die Beschwer- 459. Entebre nicht, mein Herz, mit Kladen des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk im Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter rem Men- 2. Gott selbst hat dir dein schen die Zufriedenheit. Die Loos beschieden. Nimm dankwahre Ruhe der Gemüther ist bar aus der Vorsi pt Hand. Tugend und Genügsamkeit. Erfülle jede Pflicht zufrieden, Genieße, was dir Gott be- die sie mit diesem Loos verschieden, entbehre gern, was band. Sie gibt dir Munterdu nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. keit und Kräfte, und nährt und starkt sie väterlich. Eie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand, nicht so, wie 3. Zwar jenen hat des wirs zu wünschen pflegen, doch Himmels Segen mehr Güter so, wie ers uns heilsam fand. anvertraut, als dir; doch soll Willst du zu denken dich er dies deinen Neid erregen? fühnen, daß seine Liebe dich Denk: Wer ist Gott, und wer vergißt? Er gibt uns mehr, sind wir? Weiß er nicht besser, als wir verdienen, und nie- was dir nützet, und was dem mals, was uns schädlich ist. Nächsten nügt, ale du? Wenn gen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Die Müh des Lebens zu ertragen, und froh zu sein, ist dein Beruf. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nüglich werden, und betet Gottes Willen an. Von den Pflichten gegen uns selbst. 325 er dich führt, regiert und sonne scheinen, so dank ich schüpet, was fehlet noch wohl fröhlich seiner Huld; und soll deiner Ruh? ich auch in Trübsal weinen, so trag ich willig mit Geduld. Es ist, was seine Weisheit 4. Du prangest nicht mit hohen Würden. Beneide nicht der Großen Glück; sie seufzen thut, mir alles ewig nütz und unter schweren Bürden, und gut. oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward fein Ueberfluß gewähret; ihn wünschen, das ist 7. Arbeitsamkeit und Selbstbetrug. Wer gern, was Treue im Beruf. er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. Mel.: O Gott, du frommer. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch, 461. Du hast uns, Herr, die Pflicht zur und mehr, verliehn, laß täg- Arbeit auferleget, und Fleiß lich sich mein Herz bestreben, in dem Beruf uns ernstlich den sorgenvollen Gram zu eingepräget; der träge Müßigfliehn! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner gang ist dir, o Gott, verhaßt, Herz sich üben, Gott, deiner für uns der Laster Netz, und Güte sich zu freun; dich fürch- unserm Nächsten Last. ten, dir vertraun, dich lieben, 2. In deine Ordnung, Herr, müß ewig meine Wonne sein! Laß willig mich bequemen, die getrost Wird Mel.: Wer nur den lieben. Bürden des Berufs auf mich zu nehmen! gleich mein Angesicht mit sau460. Ich bin in meinem rem Schweiß benegt; genug, Gott zufrieden daß du mich selbst in den mit dem, was er zu meinem Beruf gesetzt. Theil an Glück und Unglück 3. Bewahre nur mein Herz mir beschieden! sein weiser vor eitlen Nahrungssorgen! Rath sucht stets mein Heil, Gib mir mein täglich Brod ob er mir gleich scheint, doch weiß ich, daß ers treulich meint. oft widrig und sorge selbst für morgen! Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn! 2. Er weiß allein, wodurch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und 4. Ach fördre, großer Gott, gepriesen werden; erreicht er die Werke meiner Hände! diesen Zweck an mir, so bin Hilf mir bei meinem Thun ich ruhig und vergnügt mit im Anfang und am Ende! allem, wie ers mit mir fügt. Laß mich bei meiner Last auf 3. Soll mir die Freuden- jenen Sabbath sehn, da wir 326 Von den Pflichten gegen uns selbst. nach treuem Fleiß in deine des Guten freut, gibt zu der Ruhe gehn! Arbeit uns ihre Lasten. Munterfeit, versüßt 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen Mel.: Aus tiefer Noth. 462. 3 ur Arbeit, nicht wandeln, das Geiz und Ehrzum Müßiggang, sucht nie verstrickt; gewissenfind wir, o Herr, auf Erden! haft zu handeln, mein Leben Drum laß mich auch mein deinem Dienst zu weihn, so Pebenlang kein Knecht der nützlich als ich kann, zu sein, Trägheit werden! Gib mir daß sei mir Ehr und ReichVerstand und Lust zur Kraft, thum! geschickt, getreu, gewissenhaft ich thu, mein Ziel dein Wohl7. Mir sei bei allem, was mein Amt hier zu verwalten! 2. Hast du ein Amt, so gefallen, so werd ich zur Gewarte sein. So, Gott, gebeut wallen! Denn, wer dir, Heis wissensrub auf ebnem Wege dein Wille! O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle! Hilf, daß ich stets an Willigkeit, an Einsicht und an Fertigkeit zu Beruf, dazu mich, Herr, auf 8. Laß mich im zeitlichen meinem Amte wachse! ligster! mißfällt, was nüßzet dem die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? 3 D Herr, vor 3 Herr, vor träger Erden dein weises AllmachtsWeichlichkeit wollst du mein wort erschuf, getreu erfunden Herz bewahren, so werd ich aus Gemächlichkeit nie meine Kräfte sparen! Erholen werd ich mich nur dann, wenn ich von Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. jener Welt, die böheren Bewerden! So fann ich einst in ruf enthält, zu höhern Würden steigen. 4. Aus wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Ne benringen, die weit entfernt Mel.: Es ist gewißlich an. 463. Gott ists, der das Vermögen schafft, von meiner Pflicht, verschwen- das Gute zu vollbringen. Er derisch verbringen! Das müsse gibt zur Arbeit Muth und mein Bergnügen sein, mich Kraft und läßt sie uns geden Geschäften ganz zu weihn, lingen. Was man mit ihm die du mir auferleget! nur unternimmt, wird, wenns 5. Ein heilger Trieb belebe mit seinem Willen stimmt, mich, o Höchster, meine Pflich nicht ohne Fortgang bleiben. ten in deiner Furcht, gestärkt 2. Wer sichs zur ersten durch dich mit Freuden zu Sorge macht, vor ihm gerecht verrichten! Ein Herz, das sich zu werden, und erst nach sei Von den Pflichten gegen uns selbst. 327 nem Reiche tracht't, dem gibt nicht für den Augenblick der er auch auf Erden vom Irdi 3it; nein, was tu mir daschen mit milder Hand so v el von gegeben, gabst du mir für beim Fleiß in seinem Stand, die Ewigkeit! Hier ist allein als ihm wahrhaftig nüzet. der Prüfungsort, Bestrafung 3. Gott ist der Frommen und Belohnung dort. Schild und föhn. Und frönt Tu schenktest mir Verfie der mit Gnaden, was sollte stand und Willen; die Wahrdenn der Feinde Hohn und heit zu erkennen, Licht; Kraft, Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schutz bedeckt er sie und segnet bei des Lebens Müh ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 2. 4. Drum gi, o Gott, daß ich auf d ch bei meiner Arbet sehe! Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gebe, die mir dein heilig Wort verbeut! Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten! 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich, als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth, mit Lust und Freuden in meinem Stand geschäftig sei! Dein Segen kröne meine Treu, daß sie auch andern nüße! Stand 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich stets in Jesu dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge! 8. Rechter Gebrauch des Lebens und der Zeit. deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Richtschnur meiner Pflicht; der Tugend inneres Gefühl und Freiheit, wie ich wählen will. 3. Du schmücktest durch dein mächtigs Werde mit Reiz und Pracht mein irrisch Haus, und gossest über diese Erde die Wunder aller Schönheit aus; und schufft mir solche Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar diese Welt genießen, toch als genöß ich ihrer nitt; ich soll der Sinnen Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wollust, Ehr und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohlgefällt; was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens! Du wollteſt sehn, ob ich dir treu in der Lebens würdig Mel.: Wer nur den lieben. 464. Du gabst mir, Ewger, bieses Veben mit dir zu wohnen jenes Gemeinschaft jenes 328 Von den Pflichten gegen uns selbst. sei; ob ich vom Tand des Mel.: Nun ruhen alle Wälder. Eiteln leer einst höhrer Freu- 465. Was iſt mein zeitden fähig wär. lich Leben, das 7. Denn du willst eine neue du mir, Gott, gegeben? Ein Erde und einen neuen Him- unschätzbares Gut. Du gabst mel baun, und daß ich hier geheiligt werde, soll ich aufs Unsichtbare schaun, dem Reiz der Lüste widerstehn und stets auf deinen Wegen gehn. mirs hier auf Erden, zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu sein, und diese kurzen Prüfungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn; je größer wird mein Glück wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt! 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort erntet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, dort sein. 3. Sollt ich dies Glück mir rauben? Herr, laß mir im Glauben der künstgen Erntezeit mein Leben hier auf Er9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt den so werth und wichtig und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesselt hält, und( o welch glänzender Gewinn!) hier Sieger dort gekrönet bin! werden, als es mir selbst bein Wort gebeu! 10. Gott, gib deines Geistes Stärke, der du im Schwachen mächtig bist, dem, seinen Standort nicht. der zu diesem großen Werke zu klein, za schwach, zu finn- fliehe, was oft mit leichter 5. Gib, daß ich klüglich lich ist; lehr mich das Irdi- Mühe mir gar mein Leben sche verschmähn und stets nach nimmt! Doch laß mich auch meinem Ziele sehn! 11. Eaß mich oft in gesun- zu wagen, wenn mich die nicht zagen, es muthig dran den Tagen mein Grab mir in Gedanken baun, und bei Pflicht dazu bestimmt! des Lebens Freud und Bla= befehl ich, Herr, mein Ende 6. In deine Vaterhände gen auf dich und auf das und meiner Tage Lauf! Es Künftge schaun, damit ich, sei mein ganzes Leben dir meiner Pflicht getreu, des hö- hier zum Dienst ergeben! hern Lebens fähig sei! Hilf du selbst meiner Schwachheit auf! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu ist Undant deiner Güte. Ein stürzen, ist wider meine Pflicht, redliches Gemüthe verläßt ja Von den Pflichten gegen uns selbst. schwinden muß? 7. Was nützt ein langes erlangen, die nicht zuletzt verLeben dem, der nicht Gott ergeben nach wahrer Tugend 6. Was sind selbst alle strebt? Wer Gott und Men Thronen? Gibt es wohl irdschen liebet und sich im Glau- sche Kronen, die unverwelklich ben übet, nur der hat lang blühn? Kann vor des Graund wohl gelebt. bes Schrecken der Burpur dich bedecken, die Arone dich dem Tod entziehn? 7. Wie, wenn die Sonn aufgehet, die Rose blühend stehet in ihrer Schönheit Zier, und doch verwelkt sich beuget, eh sich der Abend zeiget, so blühen und verwelken wir. Erden, und hoffen groß zu 8. Froh wachsen wir auf werden, von Schmerz und schönsten Tagen, noch eh wir Sorgen frei; doch in den Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 466. Die Herrlichkeit der Erden muß Staub und Asche werden, und nichts bleibt ewig stehn; das, was uns hier ergößet, was man für ewig schätzet, wird als ein leichter Traum vergehn. 329 2. Was sind doch alle Sachen, die uns chen, als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, Jahre, inzwischen wird die Wir rechnen Jahr auf währt es nur eine kurze Zeit. Babre vor unser Haus ge3. Was hilft uns unser braucht; man scheidet von den Wissen? Wirds, wann wir einen, die hülflos uns besterben müssen, ein großer weinen, und uns bedeckt des Vorzug sein? Was hilft uns Grabes Nacht. Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? bedenken und uns zum Him10. Dies laßt uns wohl mel lenfen, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelan4. Wie bald wird das zer rinnen, was wir mit Müh gewinnen, was unser Fleiß gen, darf an der Welt nicht hangen, weil sie mit ihrer Lust vergeht. erwirbt? Rann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schützen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? Mel.: Wer nur den lieben. 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Angst 467.& s eilt der letzte und Leiden und Reu auf den von den Tagen, Genuß? Was ists, womit wir die du hier lebest, Mensch, prangen? Wo wirst du Ehr herbei. Erkauf die Zeit und 330 Von den Pflichten gegen uns selbst. statt zu klagen, sie sei so kurz, 7. Wohl mir, wenn ich gebrauch fie treu. Nimm mit aus allen Kräften nach Goterkenntlichem Gemüth der na- tes Reiche hier gestrebt, in hen Stunde wahr; sie flieht! Gott gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du beines Lebens Zweck, verschiebst Du nimmst mich, Herr, zu dein Heil auf ferne Zeiten, Ehren an! und wirfst so sicher Jahre 8. Mein sprachlos Flehn weg. Bist du, zu fühner bei meinem Ende vernimmst Sterblicher, des nächsten Au- du, Herzenskündiger! In deine genblickes Herr? treue Vaterbände befehl ich 3. Einst Ewigkeiten zu be- meinen Geist, o Herr! Er sitzen, sollst du des kurzen Re- schwingt sich über Grab und bens Zeit als deine Saatzeit Welt zu dir, wenn seine Hütte weislich nügen, und thun, fällt. was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Eins ist Noth! was säumest du? Mel.: Jesus, meine Zuv. 4. Drum eil, errette deine 468. Herr, ich hab, aus deiner Treu, mir Seele, und denke nicht: Ein zum Heil, noch Zeit in Hänandermal. Sei wachsam, bet den! Gib, daß ich sorgfältig und überzähle der Menschen sei, sie auch weislich anzutage kleine Zahl. Gesetzt, dein wenden! Tenn wer weiß, wie Ende wär auch fern; sei bald zur Gruft deiner Vorfromm und wandle vor dem sicht Wink mich ruft? Herrn. 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erwecke dich zu die ser Pflicht. Sprich: Dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die uns zugezählten Stunden; eh mans denkt, sind sie dabin, und auf ewig uns verschwunden; niemals fehrt ein Augenblick uns zum Heil, davon zurück. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gett, doch nie 6. Erleucht und stärke meine vergessen, wie unschätzbar sei Seele, weil ich nichts ohne die Zeit, die du hier uns zudich vermag! Du gönnst, daß gemessen; wie, was hier von ich mein Heil erwähle, aus Gna- uns geschieht, ewge Folgen den mir noch diesen Tag. Was nach sich zieht! ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils Von den Pflichten gegen uns selbst. verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir stets vor Augen sein. Er bir zum Preis noch die Stun- soll den Wunsch zu leben minden auszukaufen, die zu meidern; doch dich in deiner ner Seligkeit deine Gnade mir Pflicht nicht hindern, vielmehr verleiht! die Kraft dazu verleihn. 5. Teine schonende Geduld trage mich, Gott, nicht vergebens! Ach, vergib mir meine Schuld, daß ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seelen Wohl so gebraucht hab, wie ich soll. 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeschäfte achten, und nach meiner Hei ligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigfeit! 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Eite reich an guten Früchten sei, und dem Nächsten nüßlich werde! Und ist einst mein Ende da, o so sei mit Trost mir nah! 9. Vorbereitung zum Tode. Mel.: Fürwahr, mein Gott. 469. Was sorgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh und deine Pflicht; du sollst es lie ben, weislich nützen, es dank bar als ein Glück besitzen; verlieren, als verlörst dus nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er 331 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: Soll ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die Welt erwerben, beging ich doch solch Uebel nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebſt. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht so sehr betrübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen; kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu verſüßen: Welch Glück werd ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wonach die Reichen streben; sprich: Bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichtum mein! Von den Pflichten gegen uns selbst. 8. Denk an den Tod, wenn seiner Jahre viel, der Greis Leiden kommen; sprich: Alle zu vielen noch ein Jahr, und Trübsal eines Frommen ist teiner nimmt den Irrthum zeitlich und im Glauben leicht. wahr. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ists, der mir die Krone reicht. 3. Sprich nicht: Ich denk in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 332 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht. was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 9. Denk an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, sich zu rächen, und plötzlich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufst und er antwortet 6. Drum, da dein Tod dir nicht. Sprich: Sollte Gott täglich dräut, so sei doch wachmich ewig hassen? Er wird sam und bereit; prüf deinen mich sterbend nicht verlassen; Glauben als ein Christ, ob dann zeigt er mir sein Angesicht, er durch Liebe thätig ist. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen, so wirst du ihn nicht zitternd scheun, so wird er dir ein Trost im Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. 7. Gezwungnes Seufzen in der Noth, wenn schon der uahe Richter droht, vor seinem Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. Mel.: Herr Jesu Christ, du. 470. Wie ficher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; uud dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Ter Jüngling hofft des Kreises Ziel, der Mann noch 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt, und sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10 3hr alle seineTage weihn, heißt eingedent des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. Von den Pflichten gegen uns selbst. 11. Wie leicht vergeß ich Schrecken mein eignes Herz diese Pflicht! Herr, geh mit entdecken. mir nicht ins Gericht! An meinen Tod erinnre mich, daß ich dir wandle würdiglich! 4. Befrei mich, Gott, von Wahn und Dunst, von irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Gräbern fug zu werden! Nur der ist weise, der bedenkt, wie viel von seinem Tod abhängt, und der dazu in Zeiten sein Herz sucht zu bereiten. 5. 12. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb und Treu, die Frucht des Geistes in mir sei. 13. Daß ich zu dir um Gnade fleb, stets meinen Lüsten widersteh, und einst, gestärkt in Glaubens Macht, mit Freuden ruf: Es ist vollbracht! Mel.: Gott, deine Gnade. 471. ie ungewiß ist, Herr, das Ziel der Wallfahrt auf der Erde! Ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißts al lein. Ich fann vielleicht der Nächste sein, vom abgekürzten Leben ein Beispiel abzugeben. 333 Hilf, daß aufs vorgesteckte Ziel mein Auge stracks sich kehre, daß nicht der Weltluft Gaukelspiel mein schwaches Herz betböre! Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr in Beiten auf solchen Weg mich leiten! 6. Daß ich mich vor der falten Hand des Todes nicht entfarbe, so mache mich mit ich sterbe! Laß mir sein Bild ibm bekannt vorher noch, eb ich sterbe! Laß mir sein Bild vor sein, damit ich Augen 2. Bin ich erbaut aus bef- lerne ünden scheun, die das serm Zeug als andre, die an Gewissen schrecken, und TodesJahren und Munterfeit mir furcht erweden! völlig gleich des Todes Beute 7 Gib, daß ich dich mit waren? Wie manchem starrte frohem Muth als meinen schnell das Herz, eh werer Gott betrachte; hingegen FreunKrankheit oder Schmerz ihin, te, Glück und Gut, nicht als als des Tores Boten, sein mein eigen achte, so wird nahes Ende drohten! mein Tod mir angenehm, ein Schlaf mir sein, und nichts von dem, was du mir hier verliehen, mein Herz zur Erde ziehen! 3. Wenn ich rie Gottesäcker seb, und alles könnte lesen was der, auf dessen Grab ich geh, in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todes- 8. Cir sei es gänzlich heimnacht für Hoffnungen zu nichts gest llt, wie, wo und wann ich gemacht, so würd ich oft mit scheide. Wer unter deinen Flüt- Von den Pflichten gegen uns selbst. geln fällt, wird frei von allem vom Ziele fern? Werd ich Leide. Doch wünsch ich, daß bald die Kron empfangen? ich wohlgeschickt von hinnen Täglich fenfzt mein müder werde weggerückt, und allzu Geist: Bande der Natur zerschweres Kämpfen nicht die reißt! Vernunft mag dämpfen. 5. O wie wohl wird dann 9. Laß mich auf Jesu Herr- mir sein, wenn ich dich einst lichkeit mit froher Hoffnung in der Nähe, die du ei st, mich blicken, und und mitten in der zu befrein, Stunde meiner Dunkelheit mich sein Verdienst Hinfabrt, sehe; wenn den Leib erquicken! Dann nimm, Herr, die finstre Gruft und die Seel nach vollbrachtem Lauf den ihr Schöpfer ruft! Geist aus dieser Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen! 334 6. Todesschrecken, ihr könnt dann meine Seele nicht erschüttern! Nur der Uebertreter tann, wenn ihr drohet, muthlos zittern. Den Gerechten ruft Gott nicht durch den Tod in sein Gericht. bis an meinen Tod empfinde, 7. Daß ich diese Freurigkeit mache siegreit mich im Streit, Jesu, gegen Welt und Sünde; nimm mich endlich gnädig auf! stärke mich in meinem Lauf, Mel.: Jesus, meine Zuver.. 472. Hier ier ist nur mein Prüfungsstand, mein bleivend dort ist mein Vaterland, das erreich ich, wenn ich sterbe. Preis und Dank für meinen Tod bring ich meinem Schöpfer Gott. 2. Etadt, die cu mein Erbtheil bist, wo der Unsichtbare Mel.: Wer weiß, wie nahe. wohnet, wo mein Mittler, 473. Ich will dich noch Jesus Christ, die Vollendeten belohnet; Himmelsstadt, nie denk ich dein, ohne herzlich mich zu freun! im erheben; selbst nah am Grabe preis' ich dich; zum Segen gabst du mir mein geben, nimmst du es mir, du segnest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn, mein Tod auch soll cir heilig sein. 3. Er, dein König, der mich hier auf der Bahn des Friedens leitet; er, mein Heiland, hat in dir meine Stätte mir bereitet; und an allem deinem Heil hat auch meine Seele Theil. 4 Täglich bet ih vor dem Herrn: Gott! mann st Ulst du mein Verlangen? Bin ich noch hier ist nicht Erbe. Dort, 2. Gott, welche feierlichen Stunden, wenn du mich nun der Erd entziebst. auf mich, den du getreu befunden, voll svonender Eibarmung stehst! Allmächtiger, in dein Ge Von den Pflichten gegen uns selbst. richt gehst du mit mir Er- Mel.: Jesus meine Zuver. lösten nicht! 3. Der Leib wird schwach; die irdsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin ge trost und zage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 335 474. Selig, Jesu, find friedenvollen Grabe von des die nun schon im Lebens Arbeit ruhn, und sich deiner größten Gabe, eines wir es auch schon sein! ewgen Lebens freun! Möchten ben noch mühsam hier in Bil2. Doch du willst, wir legerhütten. Alle trugen einst des Lebens kron erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch so, wie sie, zu Gott. Joch, die 4. Wie sollt ich vor dem 4. Wie sollt ich vor dem dies Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? Er ist durch tich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn; wie du, so werd ich auferstehn. hier vormals auch in Pilger3. Du, du selber lebtest bütten. Noch unendlich mehr 5. Laß Qual und Leid mein als wir, hast du, Gottlicher, Grab umringen, und mir die gelitten! Stanobaft laß legten ganz auf im sta npf mich stehn, dich, Vollender sehn! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit! Aber an der kurzen Stunde hängt( dies präge tief uns ein) ewge Wonn und ewge Pein. Schrecken dräun; du halfst mir, Herr, die Welt be: zwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Sott verspricht, so nah am Ziele sfink ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon 5. Gib uns Weisheit, gib Befehle, der sie zu deinen Freu- uns Kraft, diese Stunde wohl den führt, des Todes Nachtum zu nügen, und beim Schluß mich verscheucht und mir des uns unterstüßen! Laß auf dich der Pilgerschaft wolltest du Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Ted uns freudig schaun, nach dir erheben, selbst nah am Grabe sehnen, dir vertraun! preif' ich dich; denn ewig werd der Welt, daß du uns wirst 6 Daß wir dein stad, uicht ich vor rir leben. Wie jegnet auferwecken, diesen Trost der dann din Antlig mich! bessern Welt laß uns, wenn Tod, o Sterben, mein Gewinn! wir sterben, schmecken! Flöß Wohl mir, daß ich erlöset bin! uns jetzt den Muth schon ein, in dem Tod getrest zu sein! 7. Und wenn wir vom Von den Pflichten gegen den nächsten. Kampfplat unn zu den Todten bitten und verstehen! Auch für Gottes gehen, wellst du mehr uusre Toresnacht riefst du noch an uns thun, als wir einst: Es ist vollbracht: 336 VI. Von den Pflichten gegen den Nächsten. 1. Liebe des Nächsten. hier dienen muß, nährt mit Recht dein Ueberfluß. Mel.: Jesus meine Zuv. 6. Nach dem dir vertrauten 475. Allen Christen und Bfand messen sich auch deine auch mir hat der Pflichten; gab Gott viel in Herr dies vorgeschrieben: Guern deine Hand, so hast du viel Nächsten sollet ihr, als euch zu entr chten. Dies bestimmt selbst, von Herzen lieben; wer ihn hasset, schlägt ihn todt, und die Möreer hasset Gott. den Lohn; dein Knecht hat dort mit dir gleiches Recht. 2. Wir sind Bürger einer Welt, Kinder eines Vaters, Brüder. Wer sie schmäht und unwerth hält, wüthet gegen seine Glieder; denn wir sind Ein Leib. Gott schuf uns zu einerlei Beruf. 3. Eine sterbliche Natur, ein gebrechlich kurzes Leben, eine Hoffnung hat uns nur Gott obn Unterschied gegeben; eine Straf und Seligkeit wartet unser nach der Zeit. 7. Dein Erlöser sagt es dir: Wer hier der Geringsten enen pflegt, der thut es selber mir; denn ihr alle seid die Meinen. Mancher, den die Welt verschmäht, ist in Gottes Aug erhöht. 8. Darum, Gott, gib mir ein Herz, das von Menschenlieb entbrennet; auch in Niedrigkeit und Echmerz seinen Nachsten nicht verkennet! Nie voll eiteln Wahns vergißt, daß er auch, wie ich, Viensch ist. 4. Ebre, Reichthum, Würde, 9. 3a gib, großer MenStand, Kraft der Seele, Lei- schenfreund, 3su, daß ich auf beegaben, und was wir aus Gettes Hand sonst für einen Vorzug haben, alles dies befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. der Erde allem Stolz und Neide feind, dir an Demuth ähnlich werde, um der Hoff nung mich zu freun, einstens groß vor dir zu sein. 5. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden. Jeder, wenn er Mel.: Herr, deine Allmacht. sich bemüht, konn dem andern 176. So jemand spricht: nüglich werden; den, der dir Ich liebe Gott, Von den Pflichten gegen den nächsten. 337 und haßt doch seine Brüder, Mel.: Nun danket alle Gott. der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz da- 477, Gib mir, o Gott, wider. Gott ist die Lieb, und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott 2. Wir und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die jeden Menschen liebet; bei ſeiein Herz, das nem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennutz und Neid, und Härte flieht, und sich um andrer Glück, als um sein Glück bemüht! Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Sein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder has sen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf, und mich verfühnt, hab ich dies mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, eu Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergibst? Nicht lieben, die doch du, Herr, liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt iche dir erwiesen! Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Ge richt wird über den ergeben, der nicht barmherzig ist, und nicht eilt, Armen beizustehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preist! Luth. defb. 2. Seh ich den Dürftigen, so ſo laß mich gütig eilen, von hülfreich mitzutheilen. Laß dem, was du mir gibst, ihm mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu sein, und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. dienst! Auch unbemerkt von 3. Dies sei mein Gottesihnen, müß andern stets mein Herz mit Nath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sei, Gott, dir gethan! Dienst dem Durstigen begegnet; 4. Ein Trunk, mit dem mein ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund nichts bleibt, so klein es ist, im Rummer andre stärkt; von dir, Herr, unbemerkt! Unfrieden anzurichten; so laß 5. Eilt wo ein boshaft Herz, mich sorgsam sein, der Brüder Zwist Schmähsucht fränke nie mein Zwist zu schlichten. Aus Mund des Nächsten Ruh; rühm seine Tugend gern, deck seine Fehler zu. 6. Die Rach ist dein, o Gott! Du sprichst: Ich will vergelten. 22 338 Von den Pflichten gegen den Nächsten. Drum laß mich stille sein, wenn zu bessern trachte, und seiner Lästerer mich schelten. Gib, daß Seelen Wohl recht theuer achte; ich dem verzeih, der mir zu denn du bast selbst für fie in schaden sucht, den liebe, der mich Todesbanden viel ausgestanden! haßt, den segne, der mir flucht! 4. Laß mich aufrichtig 7. Doch laß mich nicht allein schätzen deine Gaben, die auf zeitlich Wohlergehen mit andre, Herr, von deiner Güte eingeschränktem Blick bei mei- haben! Es müsse nie mein nem Nächsten sehen! Noch stär- Herz des Nächsten Freuden ter müsse mich sein ewig Glück boshaft beneiden. erfreun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behülflich sein! 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb 8. Den, der im Glauben und Gütigkeit dir ähnlich werwankt, im Glauben zu bestär- den! Gib dazu Kräfte, Herr, so ken; den, der noch sicher ist will ich droben dich ewig loben! bei seinen Fleischeswerken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn, dazu verleih mir Kraft, und segne mein Bemühn! 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe turch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein! Mel.: Herzliebster Jesu. 478. Hilf, Jeſu, daß ich meinen Nächsten liebe, durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ränke sein Wohlsein kränke! 2. Gib, daß ich nachfichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer kann, der Welt verhehle, und wenn er fällt, auf mich, der ich noch stebe, mit Vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn 2. Gerechtigkeit. Mel.:' Kommt her zu mir. 479. Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit; und haffest den, der sie entweiht, am Nächsten Unrecht übet! Du bists, der jedem seinen Lohn, ohn alles Ansehen der Person, nach seinen Werken gibet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig beißt, stets meine Seele lenken! Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht, um Gewinn, des Nächsten Recht zu kränken! 3. Pflanz Reblichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben! Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht, und andre kränkt, wie fann das Brüder lieben? 4. Nie seufze jemand wider mich! Mein ganzesHerz bestrebe Von den Pflichten gegen den nächsten. 339 sich, dem Nächsten gern zu ge-| mich wohlzuthun bestrebe, so ben, was er mit Recht verlan- wie mein Heiland that, der gen kann, und immerfort mit göttliche Erbarmer, den fein jedermann in Einigkeit zu leben! 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begebre, damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herr, mit dem Maß, da mit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen! Dies mich zur Bil'igkeit, so werd ich auch zu feiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! 3. Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung reize stärken: Vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt! 7. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 480. Du, aller Menschen Bater, du gütigster Berather in allem, was uns brückt; was wir hier bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat! 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Guts gethan, so laß um deinetwillen mich Andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen fann! 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Zu ewgen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater, bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen! Nimm alle Härte von mir bin! 4. Gib, daß ich willig gebe, Laß mich hier reichlich säen! Denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und gibet, und sich im Wohlthun übet, der erntet reiche Seligkeit. Mel.: Machs mit mir G. Guts genießen, das läßt du 481. Wer dieser Erden uns zufließen, du bists, der unser Herz erquickt! Güter hat, und sieht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret; nicht dem Verläumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit 22* Von den Pflichten gegen den Nächsten. Trost und Schutz den nächsten Mel.: O Gott, du frommer. Mensch, der unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigenuut, aus Weichlich feit ihm nüget; nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht; auch der liebt seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis ihn an zuflehn ein Dürftger erst eischeis 482. Wie felig lebt ein Dienstbegierde kennet, und ihre Pflicht zu thun aus MenschenLiebe brennet; ter, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbindt, Beruf und Eid und net, nicht eilt, dem Frommen Amt schon in sich selber findt. beizustehn, der im Verborgnen 2. Dir, Höchster, ahmt er weinet; nicht gütig forscht, nach, dir als dein Bild zut obs ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. gleichen; durch Dienstbeflissen5. Wer andre, wenn er sie beit sucht er dies zu erreichen; beschirmt, mit Härt und Vor- nicht allein gemacht; er hält er hält für eignes Wohl sich wurf quälet, und ohne Nach- sich für die Welt von dir ficbt sie bestürmt, sobald sein hervorgebracht. Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 340 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und ein seliges Geschäfte. Als Kräfte; ihr nützen ist für mich Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie des Einen Hand die Hand des dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. Zwar du, mein Geist, vermägst es nicht, stets durch die That zu lieben! Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft bazu, und sorgft dafür, so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben! Denk oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild ge geben. Ja, Höchster! was ich hab, ist dein; sollt ich, wie bu, nicht gütig sein? Andern hält. 4. So denkt der Menschenfreund; und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich liebt, zum Wehl der Welt zut leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich; er fühlet fremde Noth, als träf ihn selbst der Streich. 5. Er eilt, dem, ders bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Anfehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu sein, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. 6. Was andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn, Von den Pflichten gegen den nächsten. 341 zu wahrer Menschenliebe. Kein Leidenschaft! Zanksucht und der Stolz noch Eigennutz wirkt seine Gütigkeit. Er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gefinnt, mein Gott, durch Christum werden! Voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nützlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein, dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein! Haß verzehret nach und nach des Körpers Kraft, hemmt den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt! ach, du wollest mich bewahren, daß des Jähzorns Raserei nie des Herzens Meister sei! 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Er löser that, und dem nachsichtsvoll begegnen, der zum Zanken Neigung hat. Für die Feinde 4. Sanftmuth und Ver- will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen treten! Gott des Friedens, segne du mich mit deiner Kraft dazu! schieden, der nach frommer 5. Ewig Heil ist dem beEintracht strebt. Höchster, gib Sanftmuth uns erhebt! Er mir deinen Frieden, der zur regiere Herz und Sinnen! Denn, er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht winnen, bis einst in der Herrführt, niemals Uebermacht gelichkeit ewger Friede uns erfreut. wenn föhnlichkeit. Mel.: Sollt ich meinen G. 483. Gott, der du die Menschen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem sündlichen Geschlecht! Laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Bater, als liebreich sei, wie du, gesinnt! Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt! 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last! Und, se lang ich hier soll wohnen, bleibe Zanksucht mir verhaßt! Denn das ist, o Gott, 484. Herr, deine Sanft. dein Wille, und die Eintracht Mel.: Herzliebster Jesu. ist nicht zu liebest du. Oso hilf auch ermessen! Wie viel hast du mir dazu! Gib ein Herz mir, vergeben und vergessen! Ach, das die Stille und den Frieden führe mir doch deine große sucht und liebt, das, statt Güte recht zu Gemüthe! Rache, Sanftmuth übt! 3. O wie wird das Herz beschweret durch des Zornes 2. Du fegnetest, die deinem Namen fluchten, und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und Von den Pflichten gegen den Nächsten. zeigtest unter deiner Feinde mich littest, und noch zur Toben der Langmuth Proben. Rechten Gottes für mich bittest, erweck in mir, bu Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 3. Ach, glich ich dir, o HeiLand! Ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segneteft mit Wohlthun nicht blos Freunde; nein, selbst auch Feinde. 342 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, klagen: Mein stolzes Herz kann leider wenig tragen, und schwerlich weiß ich, wenn mich andre hassen, mein Herz zu fassen! 5. Bergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die wilde Glut ersticken: Laß sich dein Bild in meine Seele drücken, so werd ich mich verföhnlich finden lassen, den Feind nicht haffen! 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, Herr, sie segnen, und ihrem Grimm mit Freund lichkeit begegnen; daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde! Seelen Triebe, mein Heiland, 6. So heilige denn meiner 8. Verleih mir das um dei Liebe; vertilge durch die Lust den der wahren ner Sanftmuth willen, so erb ich auch im Lande deiner Stillen 34 deinem Namen der Rachgier Samen! bie Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben! Mel.: Herzliebster Jesu, w. 485. Herr, mein Versöh3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre brennen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich Bater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch bung finden! Dein Jünger ist nicht bei dir, o Herr, Vergenur, der wie du vergiebet und Feinde liebet! 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich ihr Unrecht übersehen! Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich kränken, an dich gedenken! 8. Erwecke dann, o Herr, in ner, der du für meinem Herzen aufs neue das Von den Pflichten gegen den Nächsten. 343 Gedächtniß jener Schmerzen, den Haß vergelten, wie er den die du in deinen schweren Haß vergalt? Leidensstunden für mich empfunden! 3. Wahr ists, Verläumdung dulden müssen, ist eine schwere 9. Laß mich mit Sanftmuth Pflicht. Doch selig, wenn ein meinem Feind begegnen, den, gut Gewissen zu unsrer Ehre der mir flucht, voll Großmuth spricht! Dies will ich desto wie du segnen! Herr, mache mehr bewahren; so bessert gegen alle, die mich hassen, mich mein Feind, und lehrt mein Herz gelaſsen! mich weiser nur verfahren, 10. Will zu der Rachsucht indem ers böse meint. mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren, o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen! 11. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! In eigner Melodie. 486. Nie ie will ich dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begeg4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir ersann; und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn! 5. In seinem Haß ihn zu ermüder, will ich ihm gern verzeihn, und als ein Christ, bereit zum Frieden, bereit zu Diensten sein. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhitzt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertraun; Gott schützt. Mel.: Ach, was soll ich. meine Brüder, nen, nicht drohen, wenn er 487. Sollten Menschen, droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen; dies ist des Herrn Gebot. 2. Er, der von keiner Sünde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte mit Sanftmuth und Geduld. Will ich, sein Jünger, 2. Er hat all aus einem wieder schelten, da er nicht Blute stammen lassen; alle sind wieder schalt? Mit Liebe nicht sein; und jeder ist sein Kind; mir, wie Gott, nicht theuer sein? Sollt ich sie nicht gern erfreun? Sie sind alle Christi Glieder; Christi, der für alle starb, allen Gottes Hutd erwarb. 344 Von den Pflichten gegen den Nächsten. alle sind mit einem Blute ihm| liebtest, liebe; herzlich liebe, erkauft, und eines Throns mild, getreu, sanft und leicht Erben; Erben seines Sohnes. versöhnlich sei! 3. Gottes 9. ihr meines Hauptes haffen, lieblos, unbarmherzig Glieder, Christi, der für alle sein? Meinem Feinde nicht verzeihn? Keine Schulden ihm verzeihn? Keine Schulden ihm erlassen? Und Gott, deß nur das Gericht, deß die Rach ist, starb, allen Gnad und Huld erwarb, lieben will ich euch, ihr Brüder, für euch beten, euch erfreun, wohlthun, dulden und verzeihn! richtet nicht! 4. Der du für die Uebelthäter um Geduld batst und die Last unsrer Schuld getraMel.: Herr, ich habe miß. gen hast, unser Mittler und 488. Allen, welche nicht Vertreter; es versöhnte Gott vergeben, wirst durch dich eine Sünderwelt mit sich! 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde hingerisfen, dich verkennt, und zu Haß und Rach entbrennt; überwind, o Ueberwinder, meinen Haß und laß mich sehn in den Tod für uns dich gehn! 6. Deine Thränen, wie sie flossen, als dein Aug um mich geweint, laß mich sehen, Menschenfreund! Und dein Blut, vor Gott vergoffen, ausge schüttet, Herr, für mich, und von Gott verlassen dich! 7. Es ertönt in meinen Ohren: Was ich that, betreff auch dich. Wer den Bruder liebt, liebt mich. Wer nicht liebet, ist verloren! Gottes Zorn ist über ihm! Gottes Zorn ist über ihm! du, Richter, nicht verzeihn! trostlos werden sie im Leben, trostlos einst im Tode sein; unentladen ihrer Sünden nimmer vor dir Gnade finden! 2. Ob sie reuend zu dir flehten, hörst du doch ihr Flehen nicht, und verbirgst, wie oft sie beten, dein erbarwelche Brüder hassen, wirst mend Angesicht. Sündern, du keine Schuld erlassen. Sünder väterliches Mitleid 3. Wie dein Herz mit jedem hat; wie der Todesüberwinder selbst für seine Mörder bat, so soll auch dein Christ verzeihen und sich nicht auf Rache freuen. 4. Ach, wir alle sind Verbrecher, häuften alle Schuld auf Schuld! Du, der Sünder ernster Rächer, habe noch mit uns Geduld! Sei uns gnädig, daß wir leben, und vergib, wie wir vergeben! 8. Laß michs hören, daß ichs übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmuth, 5. Wir gelobens dir mit Gütigkeit; daß ich, wie du Freuden: Willig wollen wir Von den Pflichten gegen den Nächsten. 345 verzeihn, nie uns rächen, wenn| hasset, und der, so oft er wir leiden, nie zu dir um spricht, so seine Reden faffet, Rache schrein; täglich vor daß er die Wahrheit nicht dein Antlitz treten und für mit Vorbedacht verletzet, und unsre Feinde beten! der an jedem Ort sich dies vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort! 6. Stärk uns, Vater, deine Frommen, treu zu bleiben die ser Pflicht! Wenn wir in Versuchung kommen, so besiege sie uns nicht! Laß sie uns gewaffnet finden! Laß uns schnell sie überwinden! 7. Also mach uns deinem Leben, Jesus Christus, gleich gesinnt! Dann vergib, wie wir vergeben allen, die uns schuldig sind! Laß für deines Volts Verbrechen dann bein Blut versöhnend sprechen! 8. Heil uns, Gott verzeiht uns Sündern! Geht nicht mit uns ins Gericht! Nimmt uns auf zu seinen Kindern! Zürnet mit uns ewig nicht! Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, alle Rach in uns zu dämpfen! 5. Aufrichtigkeit, Treue und Wahrheit. 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! 3hn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. Herr, laß mich deine Rache mit ganzem Ernste scheun, daß ichs zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu sein! Erinnre mein Gewissen: du hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu und Wahrheit ſei! 5. Laß niemals mich ver= sprechen, was ich nicht halten kann, auch nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was ich doch selbst erdacht! Mel.: Befiehl du deine Wege. 489. Wohl dem, der 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, richtig wandelt, Herr, meine Seele leiten, dader als ein Wahrheitsfreund mit ich meine Pflicht mit in Wort und Werken handelt, Alugheit üb und wisse, wann und das ist, was er scheint; ich für Andrer Wohl und für der Recht und Treue liebet, mich reden müsse, und wann und von dem Sinn der Welt, ich schweigen soll! die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält! 2. Wohl dem, der Lügen 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Anschlag gilt, der sich bei bösen Tücken Von den Pflichten gegen den nächsten. in guten Schein verhüllt; so Scherz, unheilge Spöttereien stärke meine Seele, daß fie verrathen ein verderbtes Herz; nicht unterliegt, und alles dir einst muß man sie bereuen. befehle, durch den die Unschuld Drum schaff in mir durch fiegt! reinen Geist, daß dich viel mehr die Zunge preist, und deinen Namen beiligt! 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir niemand rauben! Co fann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: Ich werde als dein Rind dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der Christ; spricht, wenn er Nutzen bringet, und scheut den Zorn der Menschen nicht. Doch Schweigen wird alsbald ihm Pflicht, wenn es die Liebe fordert. Mel.: Ach Gott, vom Himm. 6. Weh aber dem verwegnen 490. Die Zunge, die ver- Mund, der Fluch und Schwur spricht, hat dir dein Gott gegeben. Herzens Leichtsinn kund, und Wie wird des Welch ein Geschenk! Miß oft zu spät bereuet! Ach, brauch es nicht! Sie bringet Fluchen bringet Fluch und Tod und Leben. Man fluchet und man lobt Noth, und, wenn nicht Buße folgt, den Tod! Laß mich wohl bedenken! 346 Gott, erhöre meine Bitt, daß ich sie recht gebrauche! 2. in meines zens Grund, Gott, deine Furcht schändet, 7. Auch Lügen bringt nur Mich, ist eine stets wohnen! Gewissenhaft wird Frucht der Hölle. Sehr mich dann mein Mund der Wahrheit Rechte schonen. Und wohl dem, der von Schmeichelei, List, Lästersucht, Verstellung frei, nicht mit den Lippen sündigt! sie hassen, daß ich nie mich heit bringet Lob und Ruhm, Lügnern zugeselle! Die Wahrund ziert das ganze Christenthum; darnach laß mich stets streben! 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Thun sich lenken! Laß dann auch, wenn ich reden soll, Mel.: Alle Menschen müssen. mich dies mit Ernst bedenken! 491. Laß mich, Höchster, Dein Lob, des Nächsten Glimpf darnach streben, und Nutz, der Tugend Ruhm, stets der Wahrheit Freund zu der Unschuld Schug beschäftge sein! Jenes freubenvolle Leben meine Zurge! 4. Schandbare Worte, frecher nimmt nicht freche Lügner ein. Denn vor deinem Angesichte Von den Pflichten gegen den nächsten. werden sie beschämt zu nichte, 6. Pflichten und Glück so wie Satans Trug und List, der Freundschaft. der der Lügner Vater ist. 2. Andern zu Gefallen lügen, leeren Schwägern gleich zu zu betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Worten! Reblich sei des Herzens Grund, redlich sprech auch stets der Mund! 347 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß fein einzges meiner Worte deinem Ohr verborgen Mel.: Nun sich der Tag. 492. Das Glück ist groß, mir schenkt in einem wahren Freund, der als ein Christ rechtschaffen denft, und treu es mit mir meint. 2. Man rühmt den Freund in jedermann, ist er auch nicht ein Christ. Das weiß ich, daß ein Jonathan als Christ unschätzbar ist. 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Greul, und ein unglückse= 3. Der Wahrheit und der ligs Leben bleibt gewiß ihr Tugend hold, besiget er mein fünftges Theil! Hier schon Herz. Ich geb ihn nicht für trifft vertiente Schande sie vieles Gold, theil mit ihm bei Reblichen im Lande. Denn Freud und Schmerz. ein jeder Menschenfreund iſt 4. Ich schmeck des Lebens der Faschheit Ränken feind! Süßigkeit in doppelt starter Schmäht mich, ohne Glüd erfreut, das so ein Kraft, wenn mich das edle mein Verschulden, der Ver- Freund verschafft. läumder Lästermund, Herr, so 5. Manch Leid umwölket laß michs still erdulden! Einst mein Gemüth, ich klag es wird doch die Wahrheit kund. meinem Freund, fühl, daß Darf ich ja nicht länger schon halb der Kummer flieht, schweigen, meine Unschuld zu wenn er nur mit mir weint. bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei! 4. 6. Oft lindert mir sein guter Rath des Leidens herben Schmerz; oft hilft er mir auch mit der That, und froh dankt ihm mein Herz. 7. Freimüthig, ohne Bitterfeit, straft er mich, wenn ich heit hält er vor mir nicht hehl. ist, das sei stets mir im Ge- fehl. Und eigne Unvollkommenmüthe, daß ich mich vor ü gen hüte; denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist falschen Herzen feind! 8. Manch Wort zu unsers Gottes Ruhm theil ich mit ihm vertraut, und werd in meinem Christenthum oft sehr durch ihn erbaut. 348 Von den Pflichten gegen den nächsten. 9. Ich freue mich mit ihm Härte, wie ein Feind! Laß der Zeit, da uns in jener den Weisern freundlich schlagen Welt verklärt zum Glück der und des Schwächern Fehler Ewigkeit, das Loos höchst tragen! Beßrung folge stets lieblich fällt. auf Schuld, Hochmuth nie10. Da wir vor Gottes Thron mals auf Geduld! vereint, von allen Mängeln rein, 4. Vater, hast du mir geihn sehn, den allerhöchsten geben solche Freunde, Dank Freund, mit ihm uns ewig freun. sei dir! Laß sie lange glück11. O Gott, mein Gott, wie lich leben, und erhalte du sie dank ich dir, wenn so ein mir! Schentk auch Ruh und Freund mich schätzt! Ich bitte Tröstung allen, denen du nach dich, erhalte mir dies Glück Wohlgefallen solche Freunde stets unverletzt. nie bestimmst, oder bald sie 12. Laß andre auch so glück- ihnen nimmst! lich sein, mehr wahrer Freunde Zahl, die hier im Tugendschmuck sich freun, und dort 7. Von der Kinderzucht. beim Himmelsmahl! Mel.: Wer nur den lieben. 494. Herr welch ein wichtiges Geschäfte für Eltern, Kinder zu erziehn! Gib dazu Weisheit, Lust und Kräfte, und segne redliches Bemühn, wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht! 2. Du rufft die Menschen in das Leben, und willst, sie 2. Wähle, Herr, mir und sollen glücklich sein; hast ihnen erhalte einen solchen treuen auch den Ruf gegeben, sich Freund! Daß die Liebe nie gern zu Andrer Dienst zu ertalte, sei der Sinn in dir weihn. Durch Zucht zu beidem vereint! Laß den Argwohn nie führet man fie früh mit weiuns quälen, unsers Neiders ser Ordnung an. Wunsch ihm fehlen, unsre Lieb an Absicht rein, sanft und treu die Warnung sein! Mel.: Jesu, meines Lebens. 493. Vater, meine Seele schäßet einen Freund, der Tugend liebt, den mein gleicher Sinn ergöget, der sein Herz für meines gibt, der mich auch in Noth erkennet, den fein Unfall von mir trennet, dessen Bund nach langer Zeit ohne Reu, wie jetzt, erfreut! 3. Hab ich Schwachheit und Gebrechen, Herr, so lenke meinen Freund, sich durch Kaltsinn nicht zu rächen, nicht durch 3. Wohl Eltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn, und diese Zwecke zu erfüllen, sich nach Bermögen treu bemühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit, und einft in jener Ewigkeit! Von den Pflichten gegen den Nächsten. 349 strömt den Eltern; Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für die Welt, für ganze Staaten entsteht um desto mehr Gewinn, je mehr die Kinder wohl gerathen, gezogen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried und Ruh nimmt desto mehr auf Erden zu. 9. Ach aber welche Best auf Erden ist nicht die böse Kinderzucht! Sie häuft den Eltern selbst Beschwerden, die oft hernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Grausamkeit vermehren vollends dort ihr Leid. 4. Sie baun das Wohlfein ihrer Jugend, zu deines großen Namens Preis; führn sie zur Weisheit und zur Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeihn fleht ihr Gebet zu dir, in dessen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen, und sich mit ihnen fromm zu freun, rührt edle That die zarte Brust; das, das ist väterliche Lust. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Gemüth die edlen Triebe früh zu senken, ist ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch widerstrebt das Kind der Pflicht: schont weise Zucht des Ernstes nicht. 10. Gott, lebr Eltern dies erwägen! Erweck und stärke 7. welch ein wonnereicher ihr Bemühn, daß unter deinem Segen für Eltern, Kinder und milden Segen sie ihre Kinder die Welt, wenn fromme Zucht wohlerziehn! O laß sie einſt auf deinen Wegen, o Herr, des so glücklich sein, und dessen Zweckes nicht verfehlt! Zust sich im Himmel freun! Dritte Abtheilung. Lieder in besonderen Zeiten und Umständen. 1. Bei dem Wechsel des Jahrs. Mel.: nicht so traurig. gibt, was im durchgelebten Jahr 495. Bis hierher half gut und heilsam für uns war? uns der Herr, 2. Seine starke Allmachtsder uns als ein Vater liebt; hand, die sonst Sünder schreckund wer ist, der liebt wie er? lich stürzt, hat viel Jammer Der den Sohn, und mit ihm abgewandt, war zu helfen nie Bei dem Wechsel des Jahrs. verkürzt; auch wenn unbekannte| rücke! Der Herr hat alles Noth uns den Untergang wohl gemacht! Und macht es gedroht. wohl noch fernerhin, daß ich vergnügt und fröhlich bin. 3. Kommt mit Loben, kommt mit Dank vor des Höchsten An- 2. Ich trete nun durch seine gesicht! Kommt mit frohem Güte ein neues Jahr mit FreuLobgesang, der aus frommen den an. Ach, daß mein Mund Herzen spricht; betet an, und und mein Gemüthe ihn nicht finget hier: Großer Gott, wir nach Würden preisen kann! danken dir! 350 4. Zieh die Hand nicht von uns ab, Vater der Barmherzigkeit! Unser Licht und unser Stab in der Freud und in dem Leid ist nur deine Gnad und Huld, deine Langmuth und Geduld. 5. Führ uns doch an deiner Hand väterlich ins neue Jahr! Segne unser ganzes Land! Krieg, Pest, Theurung und Gefahr, Feuersnoth und Wassersnoth wende von uns, treuer Gott! 6. Leit uns stets durch dei nen Geist auf den Weg zur Celigkeit! Mach uns, wie dein Wort verheißt, hier zum Himmel recht bereit! Nimmst du uns zu Kindern an, was ist, das uns fehlen kann? 7. Nun, wir warten auf dein Heil! Unfre Seel verlangt nab dir! Deine Gnad, das beste Theil, suchen und erwählen wir! Noth und Tod, selbst das Gericht schreckt und ängstigt dann uns nicht! Mel.: Wer nur den lieben. 496. Sottlob, so ging mit gutem Glücke, und besser, als ich selbst gedacht, der Rest des alten Jahrs zu Gott thut ja mehr, als ich begehrt. Ich bin nicht des Geringsten werth. 3. Ich kann das Sute, Herr, nicht zählen, das mir von dir erwiesen ist! Doch preif' ich dich von Grund der Seelen, daß du mein Gott und Vater bist, der hilft und der geholfen hat. Hilf ferner mir mit Rath und That. 4. Ach, willst du auf die Sünden sehen, die ich im alten Jahr volbracht, so kann mir anders nichts geschehen, als was mir Angst und Schrecken macht. Herr, gedenk nicht meiner Schuld, schenk mir in Christo deine Huld! 5. Laß mich von neuem deinen Segen zu diesem neuen Jahre sehn, und es gesund zurücke legen; laß deinen Rath an mir geschehn! Denn was derselbe schickt und fügt, macht mich beglückt, macht mich vergnügt. 6. Ich überlasse dir mein Leben und dessen Länge, Freud und Noth! Doch willst du mir mehr Jahre geben, so gib, daß ich dir bis zum Tod durch Glauben, Lieb und Hoffnung treu und auch dem Nächsten nützlich sei. Bei dem Wechsel des Jahrs. 7. Bringt mir ties Jahr mein| gen, und laß mich deine Vaterletztes Ende, so laß es für mich huld in Christo ferner tragen! selig sein! Ich gebe mich in Laß mich in deiner Gnade ruhn, deine Hände, so bleib ich toot und lehre Lebenslang mich thun und lebend dein. Nun ich be- nach deinem Wohlgefallen! fehle, Herr, mich dir! Sie wie du willst, so schicks mit mir! 6. Gib neue Lust und neue Kraft vor dir gerecht zu wandeln! Paß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben! 351 Mel.: Es ist das Heil uns. 497. Du Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten! Taß mich auch jeßt mit Freudigkeit dein hobes Tob verbreiten! Ein Jahr ist abermal dahin. Wem bant ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Güte, 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen! Dich. den kein Wechsel treffen kann! Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich: nur du bist unveränderlich; du warst und bist und bleibest! 3. Herr, ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu be: Treu, mit Hulb uns zu be gegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen! Ich kenne teinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zu- 498. Gott ruft der Sonn geflossen wäre. Mel.: Allein Gott in der Höh. und schafft den 4. Du hast auch im ver- Mond, das Jahr darnach zu floßnen Jahr mich väterlich theilen. Er schafft es, daß geleitet; und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. Von gan zer Seele preif' ich dich. Aufs neue übergeb ich mich, Gott, deiner weisen Führung! man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der acht, Rubm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist, und der da war, von dankerfüllten zun5. Vergib mir die gehäufte Schuld von den verfloßnen Ta7. Die Welt vergeht! dies reize mich, die Zust der Welt zu fliehen. Um beffre Freuden müsse sich mein Geist mit Ernst bemühen. Der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Baterland; dahin, Herr, laß mich trachten! 8. Olehre selbst mich, meine Zeit recht weislich auszufaufen! aß mich die Bahn der Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen! Die Tageslast erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet! 352 Bei dem Wechsel des Jahrs. gen sei dir für das verfloßne erhöhn; durch dessen Machtwort Jahr ein billig Lied gesungen; Welten werden, und Welten für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch tich gelungen! wieder untergehn; Herr, den durch laute Cobgesänge der Kreaturen ganze Menge und aller Zeiten Lauf erhob; der Engel 3. Laß auch dies Jahr ge- Chöre nachzuahmen lallt unfre segnet sein, das du uns neu Freude deinen Namen, und ungegeben! Verleih uns Kraft, sern Mund erfüllt dein Lob! die Kraft ist dein, in deiner 2. Wie, Gott, dein Arm die Furcht zu leben! Du schützest Welt bewahre, verfündiget der uns, und du vermehrst der Tag der Nacht! Ein Jahr Menschen Glück, wenn sie zu- erzählt dem nächsten Jahre erst nach deinem Reiche streben. die großen Wunder deiner 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden! Dochschadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden! Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. Macht. Dein Stuhl, o Gott, bleibt ewig stehen! Du bleibst derselbe, wir vergehen. Wie schnell verströmet unsre Zeit! Schon wieder ist ein Jahr vom Leben, das uns dein Gnadenrath gegeben, im Abgrund der Vergänglichkeit! 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieber! Er- Tag des Bundes! Dem from 3. Kommt, ties sei uns ein barme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder! Gib men Bunte bleibet treu! Und Glück zu jeder guten That, und stimm unverstellt das Herz den Gelübden unsers Mundes laß dich, Gott, mit Heil und auch bei! Land, gelobe, Rath auf unsern Fürsten nieder! Gott zu dienen! Und du wirst, 6. Daß Weisheit und Gewie ein Garten, grünen, den rechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und zu Nur wandelt treu auf seinen er sich selbst gepflanzet hat! friedenheit in unserm Pande Wegen, und aus der Fülle wohne; daß Treu und Liebe feiner Segen macht seine Gnab bei uns sei; dies, lieber Ba- euch täglich satt. ter, dies verleih in Christo deinem Sohne! 4. Gott, schau herab aus deinen Höhen! Zeig unserm Land, daß du es liebst! Erhöre, die in Christo flehen! Gib, wie du deinen Kindern Mel.: Wie wohl ist mir, o. 499. Herr, ben die Songibst! Gott, sättige mit lan gem Leben, den du zum Herrden durch ihren Bau voll Pracht scher uns gegeben! Befestge nen und die Er Bei dem Wechsel des Jahrs. zieh! unsers Fürsten Thron, und dem Himmel Christen aufersegne ihn mit holden Blicken! Lehr du ihn selbst das Land beglücken, und sei sein Gott, sein Schild und Lohn! 353 8. Ach, teinen laß sein Heil verscherzen, und mache du die Thoren klug! Gib süßen Trost 5. Tritt den Gewaltigen bedrängten Herzen, und unzur Seite, die um den Thron sern Armen Brod genug! Dies des Fürsten stehn, daß ihren unser Flehn sei Ja und Amen Anschlag Glück begleite, und in Jesu; denn in Jesu Namen sie des Volkes Wohl erhöhn! gibst du, was unser Herz bes Auf alles, was den Staat gehrt! Auch dies Jahr segne kann bauen, laß sie mit wahrer Sorgfalt schauen, sie, die des Fürsten Auge sind! Der Unschuld Flehn, des Lands Begehren laß sie mit wacher Sorgfalt hören, sie, die das Ohr des Fürsten sind! dir zum Preise! O Vater, auch an uns beweise, du seist es, der Gebet erhört! Mel.: Wach auf, mein H. Erhalte deines Zions 500. Mit Freuden laßt uns treten vor Gott, ihn anzubeten! Vor Gott, der unserm Leben bisher hat Kraft gegeben! 6. Wächter, Herr, deiner lautern Lehre treu, daß noch die spätesten Geschlechter die Predigt deines Worts erfreu! Den 2. Wir Erdenpilger wanLehrern hilf, daß ihre Lehren dern von einem Jahr zum nie leer an Früchten wieder andern. Die schnelle Flucht kehren, wir ganz der Gottes- der Stunden wird faum von furcht uns weihn! Laß deine uns empfunden. Segen auf uns fließen; denn, 3. Und diese Wandertage Herr, sie pflanzen und begie sind nie ganz frei von Plage. ßen; von dir kommt aber das Auf dornenvollen Wegen gehn Gedeihn! wir dem Grab entgegen. 7. Den Obrigkeiten dieses Landes steh zu den schweren Pflichten bei, damit die Wohlfahrt jedes Standes, und Jedes Fleiß durch sie gedeih! Bild auch das Herz der zar ten Jugend! Gib, daß nebst Weisheit ächte Tugend in al len unsern Schulen blüh! Des Landes Hoffnung laß gerathen, daß man, wie Bürger hier den Staaten, Luth. Gesb. 4. Doch eilen treue Mütter bei schwerem Ungewitter und drohenden Gefahren, die Kinder zu bewahren. 5. So eilet voll Erbarmen, auch Gott mit Vaterarmen, wenn Trübfalswetter bligen, die Seinen zu beschützen. 6. Erhalter unsers Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Wachen! Du weißt es wohl zu machen! 23 Bei dem Wechsel des Jahrs. 7. Rob dir, du täglich neue doch würdiglich, Gott der Erund große Batertreue! Lob sei barmung, heute dich! den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 8. Hör ferner unser Flehen, und efl, uns beizustehen! Sei du in unsern Leiden die Quelle wahrer Freuden! 9. Gib mir, gib allen denen, die sich nach Troste sehnen, zu dir, in Noth und Schmerzen, vertrauensvolle Herzen! 10. Herr, wehre du den Kriegen; laß Menschenliebe siegen! Laß nach dem Blut vergießen der Freuden Ströme fließen! 354 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen! Laß Großen, Herr, und Kleinen die Gnadensonne scheinen! 2. Kein Feind zerstörte die Altäre, kein Feind zertrat dein Heiligthum. Noch singen wir von deiner Ehre, noch predigt man von deinem Ruhm! Durch Tauf und Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Werken uns zu richten, Gott, Richter, so bestehn wir nicht! Du trugeſt uns mit viel Geduld, wir aber häuften Sünd und Schuld. 4. Verwirf uns nicht im Zorn, verschone! Gib uns nicht unsrer Thaten Lohn! Um Gnad in dem geliebten Sohne flehn wir gebeugt vor deinem Thron. Mach uns, uns sündiges Geschlecht, bußfertig, gläubig und gerecht! 12. Sei der Verlaßnen Bater, der 3rrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe! 13. Hilf gnädig allen Kran5. O laß es deinem Geist ken! Gib fröhliche Gedanken gelingen, bei uns in diesem den tief' betrübten Seelen, die neuen Jahr die Sünde mächsich mit Schwermuth- quälen! tig zu bezwingen, wo sie bis14. Vor allem, Herr, ver- her noch herrschend war! Heut leihe uns deinen Geist aufs schwören wir dir ewge Treu, Neue, der uns mit Tugend ziere, bir Bundesgott, gerührt aufs und uns zum Himmel führe! neu! 6. Laß hier, wo wir jetzt niederfallen, dein unverfälschtes Gnadenwort bei unsrer NachMel.: Wer nur den lieben. 501. wie Felsen stehen, an diesem heilgen Ort der Tauf du Gott der Gnade, Gott der und deines Mahls sich freun, Tren! Jahr und Jahrhunderte und deine wahre Kirche sein. vergehen; doch deine Güt iſt 7. Gib, daß wir dich stets täglich neu. Wie preisen wir findlich ehren, als dein geweih Bei den Jahreszeiten. 355 tes Eigenthum. Dann führst Ruhm, das Leben, das uns du uns einst zu den Chören, dort beseelt, nicht mehr nach wo man, erfüllt von deinem Tag und Jahren zählt. 11. Bei den Jahreszeiten. Mel.: Sollt ich meinem Gott. 4. Seht, wie in die weiten 502. Hoch am Himmel Felder freudenvoll die Heerden steht die Sonne, ziehn; wie dort munter durch länger strahlt uns nun ihr die Wälder schnelle Schaaren Licht. Alles Leben athmet Wildes fliehn! Hört der VöWonne, Wonn ist jedes Ange- gel sanfte Chöre: hier der sicht; Pracht des Frühlings lauten Nachtigall, dort der senkt sich nieder in die Wäl- Lerche süßen Schall! der, auf die Flur. Die erstor- bringt dem Schöpfer Ehre. bene Natur lebet auf und Bring auch du ihm Lob und freut sich wieder. Opfre mei Dank! Preif' ihn fröhlich, nem Schöpfer Dank! Preis mein Gesang! ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Schreckenvolle Stürme heulen nun nicht durch die Luft daher, und die vollen Segel eilen ruhig wieder hin aufs Meer; nicht mehr Ströme Regengüsse, deren Fluth das Thal erfüllt, und kein dicker Nebel hüllt Stadt und Land in Finsternisse. Opfre meinem Schöpfer Dank! Preif' ihn fröhlich, mein Gesang! 5. Glänzend und im Feierkleide prangt die blütenreiche Flur; jede Blume lächelt Freude vor dem Schöpfer der Natur, der mit Thau die Erde tränket und sie wärmt bis ihre Saat, wenn sie sich entwickelt hat, sich in vollen Aehren senket. Bringe meinem Schöpfer Dank! Preif' ihn fröhlich, mein Gesang! 3. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin ins Feld, und sein Freudenlied erschallet hoffnungsvoll dem Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erden, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott, und zweifelt nicht, daß sie gut gerathen werde. Opfre meinem chöpfer Dant! Preis' ihn fröhlich, mein Gesang! 6. Dieser Frühling, wie geschwinde, o mein Gott, wird er verblühn. Wie ein Schiff vom Stoß der Winde fortgeführt, wird er entfliehn. Aber dort vor deinem Throne wird ein ewger Frühling sein; ewig wird er die erfreun, die dir traun in deinem Sohne. Opfre meinem Schöpfer Dank! Preis' ihn fröhlich, mein Gesaug! 7. Diese Herrlichkeit der 23* 356 Bei den Jahreszeiten. Erde ist ein Schatten von dem dem du Ueberfluß gewährst, Licht, das ich ewig schauen zur Stillung seiner Triebe. werde dort, vor Gottes Angesicht. Auch das freudenvollste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Opfre meinem Schöpfer Dank! Preif' ihn fröhlich, mein Gesang! 5. Der fromme Landmann bringt dir Dank für deinen milden Segen. Dir schallt sein froher Lobgesang aus voller Brust entgegen. Wir stimmen in sein Lied mit ein, und wollen dir, Herr, dankbar sein für so viel reiche Gaben! Mel.: Vom Himmel hoch. 503. Gott, fo bald 504. Du, Gott und Bader Tag erwacht, Vater aller Welt, erfreußt du, was da webet, du herrschest, wie es dir geund Abends danket deiner fällt! Doch theilest du die Macht, was auf der Erde Jahreszeit mit weißer Unparlebet! Boll Segens machst du theiligkeit. unser Land, und schenkest uns mit milder Hand die Frucht, die uns ernähret. Mel.: Allein Gott in der. 2. Der nahen Sonne Glanz und Kraft hat uns nun Freud und Brod verschafft; nun eilt sie andern Ländern zu; so weis' und gnädig herrschest du! 2. Du gibst uns Regen früh und spät, und jeder Grashalm zeuget von dir, vor dessen Majestät die volle Aehr sich neiget. Daß Furch und Fluren sich verneun, dazu gibt deine Huld Gedeihn durch Sonnenschein und Regen! 3. Zwar flieht uns jetzt die Sommerlust, dafür erfreust du unsre Brust mit dieses Jahres Speis und Trank; o dafür sagen wir dir Dank! 3. Du frönst mit unerschöpf4. Bald wird ersterben die Natur; jedoch sie schläft und ter Hand das Jahr in Som- ruhet nur; empfängt zum merzeiten; du träufelft auf neuen Leben Kraft, das deine das ganze Land des Segens Fettigkeiten; es trieft von ihrem milden Guß nun über Berg und Thal dein Fuß. Wir freun uns seiner Spuren! Hand ihr wieder schafft. 5. Du aber segne uns, o Gott! Erleichtre allen ihre Noth, die in der rauhen Jahreszeit kein Obdach, so wie uns erfreut! 4. Das Korn, von deinem Segen schwer, vergoldet nun die Felder; die Freude theilt 6. Der Armen Hütten decke du mit deinem Segen, Vater, zu! WennFrost! wenn Hungersnoth sich weit umher auf Wiesen sie drückt, schaff Hülfe, welche und durch Wälder, in jeden sie erquickt! Thier, das du ernährst, und Bei den Jahreszeiten. 357 In eigner Melodie. 505. Des Jahres Schön, Krankheit plagt und Kinder schrein! heit ist nun fort! 4. Ozaudre, zaudre nicht, Wie traurig stehn die Triften! mein Herz, ihm liebreich zuEs stürmt ein ungestümer Nord zueilen! Fühl seinen Jammer, aus schwer beladnen Lüften. seinen Schmerz, dein Brod mit Die Erde starrt vom Froste ihm zu theilen! Wer seiner nun, und ihre Nahrungskräfte ruhn. Brüder Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist! 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm und Nahrung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. Lobsinge, frohes Herz, in mir, und bringe Gott den Dank dafür! 2. Wohl mir bei dieser rauhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben. Mich schützt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, und Brod erhält mein Leben. Auf weichen Betten schlaf ich ein, und kann mich sanfter Ruhe freun! 6. Cich nicht auf das, was 3. So hats der arme Bru- dir noch fehlt, und mancher der nicht, dem Brod und Klei- nicht besiket. Nein, auf die dung fehlet; den, wenn es Noth, die andre quält, auf sehr daran gebricht, Frost oder Gott, der dich beschützet! Ach, Hunger quälet. Und dreifach Bater, lindre jeden Schmerz fühlt er seine Pein, wenn und mir gib ein zufriednes Herz! III. Morgenlieder. Mel.: Ich dank dir schon. 4. Wer lehrt das Auge 506. Mein ein erst Geschäft seine Pflicht, sich sicher zu sei Preis und bedecken? Wer ruft dem Tag Dank; erheb ihn meine Seele! und seinem Licht, die Seele Der Herr hört deinen Lobge- zu erwecken? sang; lobsing ihm, meine Seele! 5. Du bist es, Herr und. 2. Mich selbst zu schüßen, Gott der Welt, und dein ist ohne Macht lag ich uns schlief unser Leben! Du bist es, der in Frieden. Ber schafft die es uns erhält, und mirs jetzt Sicherheit der Nacht, und neu gegeben! Ruhe für die Müden? 6. Gelobet jeist du, Gott 3. Wer wacht, wenn ich von der Macht, gelobt sei deine mir nichts weiß, mein Leben Treue, daß ich nach einer zu bewahren? Wer stärkt mein sanften Nacht mich dieses Blut in seinem Fleiß, und Tags erfreue! schützt mich vor Gefahren? 7. Laß deinen Segen auf 358 Morgenlieder. mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnärig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater wenn ich fehle! 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thun! eilt rastlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd ist dein, und du regierst dies Ganze. Vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh ich, wie groß sich deine Vorsicht zeigt, sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich, du, Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest; du sorgst für mich! Gott, wie vergelt 10. Daß ich als ein ge- ich dir! Ein dankvoll Herz, treuer Knecht nach deinem das bring ich dir dafür! Reiche stebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe! 5. Nimms gnädig an! Gedenk nicht meiner Sünden! Durch deinen Sohn laß mich 11. Daß ich, dem Nächsten Vergebung finden! Er, wel-. beizustehn, nie Fleiß und Archer nie ein gläubig Flehn beit scheue, mich gern an verwarf, erlaubts, daß ich Andrer Wohlergehn und ihrer dich Vater! nennen darf! Tugend freue! 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudiafeit, wenn du gebeutst, beschließe! Mel.: Der Tag ist hin, m. 507. Mein efter Wunsch, 6. So will ich denn mit findlichem Vertrauen auf dich allein, so lang ich lebe, trauen! Du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar! 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werre. Fällt ohne dich kein Sperling auf mein innigstes die Erde, so nimmst du, Herr, Bestreben ist, Herr mein Gott, auch meines Lebens wahr! dich würdig zu erheben! Unendlich groß ist deine Vatertreu, mit jedem Tag ist deine Güte neu! Mit Namen fennst du mich und zählst mein Haar. 8. Mein Heiland, gib mir Kraft zum neuen Leben; gib 2. Die Sonn enthüllt den mir den Muth, dem Beispiel Schauplatz deiner Werke, und nachzustreben, as du, o Herr, alles zeugt von deiner Huld uns hinterlassen haft: Dein und Stärke. Sie, die das Joch ist sanft und leicht ist Ziel von ihrer Laufbahn weiß, deine Last! Morgenlieder. 359 9. Dein Auge sieht die 5. Was dein Gebot verSchwächen meiner Seele; ver- letzet, laß nie mit Lust mich wirf mich nicht; vertritt mich, schaun; wenn es die Welt erwenn ich fehle! Zu dir empor gözet, erweck es mir doch fleht meine Seele stets, und Graun! Schnell wirkt des du vernimmst, Erhörer des Lasters Gift. Nichts, nichts Gebets! sei mir verhaßter; doch, daß mein Haß das Laster, nicht meinen Mitknecht trifft! Mel.: Von Gott will ich. 508. Des Morgens erſte dir, Gott, heilig sein! Das Herz stimmt mit dem Munde zu Lobgesängen ein. Ob ich dein Lob hier schon mit schwachen Vippen lalle, doch weiß ich, es gefalle dir, Herr, durch deinen Sohn! 2. Es hat mich deine Gnade in dieser Nacht bedeckt, daß mich kein Schmerz noch Schade verletzt, ja nur geschreckt. Der Schlaf hat mich erquicht, daß nun mit frischen Kräften zu des Berufs Geschäften mein Geist sich freudig schickt. 6. Des Nächsten Ehre schmälern, ente hrt mein Christenthum. Ein Ruhm aus fremden Fehlern ist nur ein schnöder Rubm. Laß den mich immer fliehn; nie schlimm, ich Andre gleiten, es jedem was gut ist, deuten; und seh Aug entziehn! 7. Bei Fleiß und Arbeit schleiche kein Geiz sich in mein Herz; und fremde Noth erweiche mich leicht zu edlem Schmerz! Kein Glück, das andern blüht, empöre mich zum Neide, und kein Genuß der Freude verzärtle mein Gemüth! 3. Beschirme mich auch heute, wenn Satan netze legt! Hilf, daß ich widerstreite, wenn böse Lust sich regt! Laß mich den ganzen Tag vor deinen Augen wandeln, daß ich nicht blos fromm handeln, nein auch fromm denken mag! 4. Fromm laß mich, doch gesellig; klug, doch von Falsch9. Wie bald ists überwunheit rein; freimüthig, doch ge= Auf wenig bange Stunden den, das Leiden dieser Zeit! fällig, und stark zur Tugend sein; daß nichts den Deuth folgt Glück in Ewigkeit. Dies bestürzt, kein Zorn die Liebe stärket mich in Noth, daß ich hindert, den Ernst noch Sanft- nicht ängstlich zage. Am legten muth lindert, den Scherz noch meiner Tage gibt dies mir Muth im Tod. Weisheit würzt! 8. Gib, doğ an diesem Tage sich mir kein Unfall naht, und nach trifft mich eine Plage deinem weisen Rath, so gib, daß ich alsdann mein Leiden nicht verschulde, nicht murre, hristlich dulde, froh dir vertrauen fann! 360 Morgenlieder. Mel.: Vom Himmel hoch. freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen! Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir mit heilgem Muth lobsingen! Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe! Froh empfind ich deine Güte! 509. Jhm, der das Licht entstehen hieß, und mich gesund erwachen ließ, sei dieses Morgens Heiterkeit, mein erst Gefühl sei ihm geweiht! 2. Sieh, Herr, ich unter winde mich mit dir zu reden! Staub bin ich. Gleich als ein Todter lag ich hier; daß ich noch lebe, dank ich dir! 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich so hülf3. Und jedes Gut, deß ich reich mir bewiesen? Zu meimich freu, empfang ich von nem teben setzest du jetzt einen dir wieder neu. Mein Auge neuen Tag hinzu; sei hoch wird, wohin es blickt, von dafür gepriefen! Durch dich Wundern deiner Huld entzückt. bin ich. Und ich merke neue Stärke. Dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe! 4. Herr, dem ich nicht vergelten kann, nimm doch mein Herz zum Opfer an! Ein Herz voll Dank, voll Zuversicht verwirfst du, Hocherhabner, nicht! 5. O du, den meine Seele preist, regiere mich durch dei nen Geist! Der helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf! 6. Ein gut Gewissen sei mein Theil; dies wirk in mir, o Herr, mein Heil! Was ich bedarf, ist dir bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume fleidest du mit Pracht, nähist jeden Bogel, Gott der Macht! Drum werf ich jede Sorg auf dich, du forgest noch vielmehr für mich! Mel.: Wie schön leucht. 510. Dich seh ich wieder, Morgenlicht, und 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit in chriſtlicher Zufriedenheit zu nügen mich bemühe! Prüfe, siehe, wie ichs meine! Dir ist keine meiner Sorgen, auch auch die kleinste nicht verborgen. 4. Ich bin ein Christ. O Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach! was bin ich ohne dich? Ein irrend Schaf; erhalte Pfade! Stärk mich, daß ich mich, mein Hirt, auf deinem stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über alles dich zu achten! 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu Morgenlieder. Schutz allein kann ich froh und sicher sein. dir erheben. Im dunkeln Thale und mein Hort! Unter deinem wall ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich! Herr, ich werde mich der Erd gern entschwingen, dir dort ewig Zob zu singen! 6. Gott und Vater, ich befehle dir mit findlich frohem Sinn meinen Leib und meine Seele, was ich hab, ja was ich bin! Segne mich, ich bin ja dein, und ich will es ewig sein! In eigner Melodie. 511. Gott, bes Himmels 7. Laß die Engel mich beund der Erden, wahren, wenn Gewalt und und Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, ist mir droht! Laß mich alle der es Tag und Nacht läßt Tag erfahren, du seist mein werden, Sonn und Mond uns getreuer Gott! Sterb ich einst, scheinen heißt, dessen starke ſo bringe du mich zu dir zur Hand die Welt, und was ewgen Ruh! drinnen ist, erhält! 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen treu be: hütet und bewacht, und daß du bei meiner Schuld mich doch trägest mit Geduld! 3. Laß die Nacht auch 361 4. Mich erinnre dieser Morgen an den letzten großen Tag; und die erste meiner Sorgen sei, wie ich bestehen mag, wann dein furchtbares Gericht, Gott, auch mir mein Urtheil spricht! In bekannter Melodie. meiner Sünden jegt mit dieser 512. Wach auf, mein Nacht vergehn; laß mich Herz, und singe Gnade vor dir finden, und dem Schöpfer aller Dinge, auf Jesum gläubig sehn, der dem Geber aller Güter, des für meine Missethat sich am Menschen treuem Hüter! Kreuz geopfert hat! 5. Ach, ich fehle leicht, drum leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer 8. Gib mir, Gott, was ich Wort verheißt! Dir jei Lob begehre, und was mir dein Sohn und heilger Geist! 3ch, und Preis und Ehre, Vater, Sohn und heilger Geist! Ich, bete dich einst besser an. der hier nur stammeln kann, 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich armen. Schlaf, sprachst du, ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen! 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen! Ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ehre, Anbetung, Preis und Ehre! 362 Morgenlieder. zur Tugend an; entzünde stets mein Vertraun auf dich! Ach. das zerstoßne Rohr, das willst bu nicht zerbrechen! Dies du gnädige Versprechen hält, Herr, mein Herz dir vor! 5. Beglücke du die Meinen mit deinen Segnungen! Ver7. Du selber wollst mir ra- laß der Armen keinen, hilf then in allen meinen Thaten; allen Traurenden! Du eilst mich stets zum Besten leiten; zwar ohnedem, gern jedem zum Himmel mich bereiten! beizustehen. Doch ist der Liebe Flehen dir, Vater, angenehm! 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede ruh auf mir! Mein Seufzer, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir! Deß foll mein Herz sich freun! Wer dir nicht traut der bebe! Ich sterbe Mel.: Von Gott will ich. 513. Allmächtiger, ich hebe oder lebe, so bin ich ewig dein. empor 5. Hör meinen Dank, mein Flehen! Du kannst ins Herze sehen. Ach, möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Pallen! 6. Dein Werk wellst du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschenen tragen! 8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen! Dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise! zu dir! Lob dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Mel.: Gott des Himmels. Herr, deine Hulb ist groß, und 514. Dir ſei Preis! Ich lebe wierer, Baniemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht im tiefen Schlummer des Lebens Docht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt, das dank ich deiner Macht und deiner Batertreue! Durch sie bin ich aufs neue mit heiterm Muth erwacht. ter, und empfince mich! Mit mir wachen meine Lieder, und erheben dankbar dich. Denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht! 2. Wenn ich einst vollendet habe diese meine Pilgerzeit, ruh ich auch also im Grabe, Same für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Beschitzer unsrer Seelen, ich traue stets auf dich! Was 3. Aber ich erwach auch wie soll ich ich mir heut wählen? der und mein Lobgesang mit wäble du für mich! Gib, was mir; dann erschallen meine Lie mir nützlich ist, du, dem ich alles der mächtiger und reiner dir. danke! Mein freudigster Ge- Ewig wird der Morgen sein. danke sei, daß du um mich hist! Ewig schlaf ich nicht mehr ein. 4. Er schrecke mich von 4. Wach auch über meine Sünden zurück; er feure mich Tage, Vater, meine Zuversicht, Morgenlieder. daß mich keiner einst verklage, 4. Vergib mir, Vater, alle wenn du kommst zum Weltge- Sünde, vergib, was ich nicht richt; daß ich meiner Pflicht recht gethan! Nimm mich zu hier treu, und dort unerschrok- deinem Gnadenfinde um meines fen ſei! Mittlers willen an! In seinem Namen fleh ich dich; er litt und starb fa auch für mich. 5. Hilf du in allen Sachen rathen! Denn wo wär ich mir selber gnug? Behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen ist und Trug! Führ du mich selbst auf ebner Bahn, und was ich thu, sei wohlgethan! 6. Bewahre mir Leib, Seel und Leben, Verwandte, Freunde, Hab und Gut! Willst du mir Kreuz zu tragen geben, so gib dabei mir Trost und Muth. Und, Herr, soll mich ein Glück erfreun, so laß es mir durch dich gedeihn! 5. Reinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu! Jeder ist ein Theil des Lebens; jeden, jeden richteft du. Lehr mich wachen, daß mir nie ungenüßt ein Tag entflieh! 6. Heute leb ich, laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein! Laß mich nach vollbrachtem Streite, diefes Tages auch mich freun! Recht zu handeln, gib mir heut Stärke, Lust, Gelegenheit! Mel.: Wer nur den lieben. 515. Mein Gott, auch dieser neue Mor363 gen verkündigt deine Gnade mir! Mit mir erwachen meine Mel.: O Gott, du frommer. Sorgen; doch, Herr, auch mein 516. Anbetungswürdiger! Du Vater aller Vertraun zu dir. Ich werfe meinen Kummer hin auf dich, durch den ich leb und bin! 2. Ich bin noch immer auf der Erde, und hier hat jeder Tag sein Weh; wo ich, indem ich älter werde, ach, manchen Fehltritt noch begeh! Gott, der mich schützet und ernährt, wär ich doch reiner Liebe werth! 3. Laß den Entschluß mein Herz erfüllen, stets gern zu thun, was dir gefällt! Es gehe mir nach deinem Willen, o weiserHerrscher aller Welt! Schließ mich in deine Vorsicht ein, so bin ich todt und lebend dein! Wesen, und aller Welten Herr! Du hast uns dir erlesen, als un serName noch mit unserm Schicksal schlief, und uns dein mächtig Wort zuerst ins Leben rief. 2. Durch die erwach ich jetzt mit denen allen wieder, die hier durch dich noch sind. Dich preisen unsre Lieder! Dich, den Augütigen, verkündigt die Natur, und alles, alles zeigt uns deines Fußes Spur. 3. O der du unter uns mit Lieb und Güte wandelst, und nicht, wie wirs verdient, nach unsern Fehlern handelst, ſei ge 364 den, der Wallfahrt furze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. gen Sünden mir mit deinem Schutze nah, und straf auch Fehler nicht, die nur dein Auge sah. 4. Laß mich, Allwissender, heut also vor dir leben, als müßt ich Rechenschaft dir heut noch von mir geben! Und wenn der Laster Reiz mein Herz zu täuschen droht, so rette mich ein Blick auf dich und meinen Tod! 3. O süßer hoher Glaube: nicht ewig zu vergehn! Es soll der Mensch vom Staube einst wieder auferstehn. Ach, laß michs nie vergessen! Der heilgen Hoffnung voll laß täglich mich ermessen, was ich einst werden soll! 5. Erfreu auch heute mich mit deinen guten Gaben! Laß mein Geschäft durch dich erwünschtenFortgang haben! Und jede gute That, die mir durch dich gereiht, sei mir ein Saatforn mehr zur frohen Ewigkeit! 6. Soll mich nach deinem Rath ein Leiden heute drücken, so laß mich deinen Trost auch 5. Zwar unvermischte Freu wieder bald erquicken! Sei du den sind nicht der Christen im Glück mein Ruhm, mein Loos; doch ist in ihren Leiden Schutz in der Gefahr, mein des Herrn Erbarmen groß. Gott, der stets mein Hort, Wir leiden nicht vergebens, 4. Sollt ich nach Reichthum trachten? Nie komm es in mein Herz! Nach Ehr und Wollust schmachten? 3hr Lohn ist Reu und Schmerz. Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein! mein Fels, mein Vater war! und schaun von ferne schon die Wonne jenes Lebens, der Ueberwinder Lohn. 6. Getrost, mein Geist; ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite! Des Sieges Lohn ist nah. Getroft vielleicht ist heute des KampMorgenlieder. In Krankheiten. Mel.: Befiehl du deine W. 517. ob sei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht; der, wenn wir ohne Sorgen entschlummern, für uns wacht; der uns im Schlaf fes Ende da! erquicket und unsre Kraft verneut; Gott, der die Erde schmüffet, und was er schuf, erfreut! Mel.: Christus ist mein. 2. Von dir ist mir gegeben, 518. Noch läßt der Herr Herr, was ich hab und bin; mich leben! Mit und dies mein irdisch Leben fröhlichem Gemüth eil ich, ihn flieht schnell zum Tode hin! zu erbeben; er hört mein früBald ist sie ganz verschwun- hes Lied. Morgenlieder. in deinem Willen ruhn! 2. Zu ihm ruft mich jetzt getroft gen Himmel schauen, wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du Herrscher aller Wel ten, nimmst dich auch meiner an! Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen und Liebe, Gott, von mir! 5. Drum will ich dir lobfingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 6. Tilger meiner Sünden, mein Heiland Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist! 7. Dir hab ich mich ergeben, ich freue mich in dir; viel föstlicher, als Leben, ist deine Güte mir! 8. Sie führe mich auch heute auf wahrer Tugend Pfad. Du ewig Weiser, leite mich selbst nach deinem Rath! 9. Nur Eins laß mich erflehen: das christlich weise Herz, auf dich stets aufzusehen, in Freuden, wie im Schmerz. 10. Laß mich am ersten trachten nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achten, als allen Ruhm der Welt. 11. Laß mich dir kindlich trauen, das Gute redlich thun, 365 12. Bereit, den Lauf zu enden, versöhnt mit meinem Gott und ganz in deinen Händen, so finde mich der Tod. Mel.: Der am Krenz ist. 519. We Wenn ich einst von jenem Schlumersteh, und von dieses Lebens mer, welcher Tod heißt, aufRummer frei den schönern Mors gen seh; o dann wach ich anders auf, schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß feiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, jenem richtenden einst sage, er sei ganz von mir entweiht! Auch noch heute wacht ich auf. Dank dir, Herr, zu dir hinauf führ mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage! 3. Herr, laß mich dann nicht erschrecken, wenn der lezzte nun erscheint; Nacht und Todesschweiß mich decken, und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Tores Pein, und laß mich beherzter sein, meinen Freund gen Himmel weisen, und dich, Herr des Todes, preisen. DOC 366 Abendlieder. IV. Abendlieder. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 520. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Händ befehl ich, Vater, meinen Geist! herzlich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; hast väterlich mein Haus und mich beschüßet und genähret! 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk; ein ruhiges Gemüthe; was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte! 4. Sei auch, nach deiner Lieb und Macht mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden! Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden! Mel.: Nun sich der Tag. D 522. Se fliehen unsre Tage hin! Auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. wie du bist; du schlässt und 2. Herr, du nur bleibest schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, iſt deinem Auge Licht! 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht. Und wofür sollte mir denn graun? Mich schützet deine Macht. Mdl.: In dich hab ich geh. 521. Fr ür alle Güte ſei 4. Hab ich an deiner Gnade gepreist, Gott nur noch Theil, Herr Zebaoth, Vater, Sohn und heilger Geist! so fürcht ich keine Kreatur Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich singe! 2. Du nahmst dich meiner und schene nicht den Tod! 5. Zwar ich erkenne meine Schuld; mit Reue fühl ich sie. Doch, mein Versöhner, deine Abendlieder. 367 Huld, wie trostvoll ist mir jeden Dienst gethan, weil ihn die! der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? 6. Ich eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Dein Schutz bedecket mich! 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott geführet? Erfreut ich mich des Herrn, der unser allein sei mein Gedank! Flehn bemerkt? Und hab ich weihe dir mein Herz zum Tempel ein! im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. 8. Vielleicht ist dies die letzte Dacht ich bei dem GeNacht in meiner Prüfungszeit, nuß der Güter dieser Erden an dann führe mich durch deine den Allmächtigen, durch den Macht zum Licht der Ewigkeit. sie sind und werden? Verehrt 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt. Du, mein Erretter, bist bei mir und hilfft aus aller Noth! ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? Mel.: O Gott, du frommer. 523. Der Tag ist wieder hin, und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn verbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab ich nichts geredt, das ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflich2. Wars in der Furcht des tet, sie durch mein Beispiel Herrn, daß ich ihn angefan- gern zum Guten unterrichtet? gen? Mit Dank und mit Ge- War zu des Mitleids Pflicht bet, mit eifrigem Verlangen, mein Herz nicht zu bequem? als ein Geschöpf von Gott Ein Glück, das andre traf, der Tugend mich zu weihn, war dies mir angenehm? und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu sein? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen; gebeut, bin ich, vor ihm zu mir und der Welt genügt, und stehn, auch willig und bereit? 368 9. Gott, der du alles weißt, Aufsehn schützt uns, wenn wir was könnt ich dir verhehlen? hülflos liegen, und, wie entIch fühle täglich noch die seelt, umhüllt von FinsterSchwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die verletzte Pflicht; vergib, und gehe du nicht mit mir ins Gericht! nissen, von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden; soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden: dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, Abendlieder. 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken. Du zum ewgen Leben. liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb ich, so leb ich dir, sterb ich, so sterb ich dir! Mel.: Herzliebster Jesu. 524. Entflohen sind auch dieses Tages Stunden, an dem wir noch des Lebens Glück empfunden; mit frohem Dank laßt uns den Heren er heben, durch den wir leben! 2. Des Lebens Müh und Elend zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen, und welche Güter schenkt er unsern Seelen! Wer kann sie zählen? 7. So legen wir getrost zur Ruh uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen wir, mit heiterem Gemüthe, des Höchsten Güte! 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! Prüf unser Herz, es flehet dir voll Reue! Ach, laß es uns vor dir im Glauben stillen, um Christi willen! 5. Uns wohl thun, ist dein göttliches Vergnügen. Dein Mel.: Werde munter, mein. 525. Auf, o Seele, werde munter! Lob ist immer deine Pflichi; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut auch hat sie mich genährt; heut auch Freud und Trost gewährt, vor Gefahren mich beschützet; meine Schwachheit unterstützet. 2. Stets gefürchtet, hochge3. Noch immer läßt er uns priesen sei, mein treuer Gott, Erbarmung finden; er han von mir! Was du Gates mir delt nicht mit uns nach un- erwiesen, dankt mein ganzes sern Cünden. Wir häufen Leben dir. Du hast, war ichs Schuld auf Schuld; er läßt schon nicht werth, dennoch uns leben und will vergeben. mein Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir in Jesu gläubig brachte. 3. Gott, da ich voll Danks erzähle, wie so groß dein Wohlthun war, stellen sich auch meiner Seele die begangnen Sünden dar. Wie ist ihre Zahl so groß! Denn, Gott, nicht nach Abendlieder. In Krankheiten. Thaten bloß, auch nach ihres Herzens Dichten wirst du einst die Menschen richten! 4. Doch von ernster Neu 526. Herr, Befeh Mel.: Befiehl du deine W. es gescheh dein Wille! Der wag Gott, mich dir zu nahn! Sieh nicht Körper eilt zur Ruh; es faldie Beleidigungen, sieh dae len in der Stille die müden Blut des Mittlers an! 3ch Augen zu. Erlaß mir Schuld verläugne nicht die Schuld; und Strafe, daß ich, von Sündoch weiß ich, daß deine Huld den rein, zum Tode wie zum größer sei als unsre Sünden, Schlafe bereitet möge sein! auch wo ihrer viel sich finden. 5. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe fanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen. Wenn ich schlafe, wachest du. Seel und Leib befehl ich dir! Walt allmächtig über mir. Sei auch du der Gott der Meinen; zähl fie alle zu den Deinen! 2. Laß, fern von Schreckensbildern und wilder Phantasei, die Seele sich nichts schildern, was ihrer unwerth ſei! Laß, frei von eitlen Sorgen, mich wieder auferstehn, und auf den Kampfplatz morgen mit neuen Kräften gehn! 6. Ach, laß uns kein banges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersglut, plötzlich aus dem Schlafe wecken! Halt uns feft in deiner Hut! Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Echlafe droht! Oder willst du, daß wir sterben, Gott, so seis nicht zum Verderben! 3. Doch, wenn mit festem Schlummer des Todes letzte Nacht den Freuden, sammt dem Kummer ein schnelles Ende macht, Herr stärk mich, wenn das Schrecken der letzten Stunde droht! Mein Gott wird mich erwecken; ein Schlaf nur ist mein Tod. 7. Höre, Bater, ach erhöre, was jegt mein Gebet begehrt! O Sohn Gottes, dir zur Chre werd es mir in dir ge währt! Heilger Geist, laß mit Vertraun auf des Mittlers Blut mich bann! Hör, Dreieiniger, mein Flehen! Amen, ja, es wird geschehen! Luth. Gess. 369 4. Dein Heil hab ich gesehen; im Frieden fahr ich hin, weil ich beim Auferstehen in deinem Reiche bin. Wohl dem, der bis ans Ende sich als ein Christ erweist! Mein Gott, in deine Hände, befehl ich meinen Geift! Mel.: Vor deinen Thron. 527. Wie ein Geschwätz des Tags verfließt die Zeit, die mir geliehen ist. So rauscht vorbei ein 24 370 Abendlieder. kommt, nicht; denn Gott ist meine Zuversicht! schneller Bach, und dein Gericht, Gott, folget nach! Mel.: Vor deinen Thron. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit; ich, wenn sie kommt, sei was ich sei, ein 528. Frhalter, MenschenSünder, oder Gott getreu. hüter, Dank und Preis sei dir, und mein Gesang erhebe deiner Güte Macht, die über meine Tage wacht! 3. Da wall ich hin, da war tet mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein selig Antlitz schaun! 4. Du träufelst auf die Müden Ruh; und wenn wir schlummern, wachest du; doch wie viel Seelen wallen nicht im Schlummer hin vor dein Gericht! 5. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir; wie Gras, so blühn und welken wir; das machet unsre Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. 6. Ich zittte, Herr, und mein Gebein durchängstigt dein gewaltig Dräun! Denn, denkst du ins Gericht zu gehn; wer fann, wer kann vor dir bestehn? 2. 3ch, der ich deinen Geist empfing, bin deiner Treue zu gering, und unwerth der Barmherzigkeit, die Sünden noch verzeiht. meine 3. Cu bestes aller Wesen, Gott, mein Gott, und meiner Väter Gott, von Mutterleib an warst du mein; wär ich nur werth, auch dein zu sein! 4. Geheiligt und entheiligt eft bleib ich dir theuer, und noch hofft mein fühner Glaube, Gott, Geduld, und die Erlassung meiner Schuld! 5. Im Himmel freun die Engel sich, wenn Geist der Heiligung, durch dich ein Sünder, weil der Zorn noch ruht, zu Gott sich kehrt und Buße thut! 7. Ach zürne nicht auf dei nen Knecht, und Gnade, Gnad 6. Laß mich des Himmels ergeh für Recht! Versöhner, Freude sein, den Sohn, der Gottes Sohn, mein Heil, sei wieder lebt, und dein; ich will meine Zuflucht, sei mein Theil! nun schlummern, laß mich 8. Auf daß ich flug sei, nicht entschlummern, Bater, lehre mich den Tod, daß ich ins Gericht! nichts fürcht, als dich; dann 7. Breit über mich, Herr, leb und sterb ich dir allein; und mein Haus die Flügel im Leben, Gott, im Tode dein! reines Schutzes aus! Dir 9. Ich fürchte nicht, von trau ich; hab ich doch dein dir bewacht, den Pfeil des Wort, Gott, mein Verschoner, Tags, das Graun der Nacht; Herr, mein Hort! ich zittre, wenn der Tod Abendlieder. Mel.: Herr Jesu Christ. 529. 3 jo viel Tagen, die mir schon ven meiner Prüfungszeit entflohn, stürzt sich auch dieser, den ich heut durchlebt, ins Reich der Ewigkeit. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. man2. Gott, dessen Auge mich bewacht, Gott weiß, wie ich 530, Befreit von chem Kummer, ihn zugebracht. Was ich ge- ruht nun in süßem Schlummer dacht, geredt, gethan, sah er ein Theil der müden Welt. genau, und merkt es an. 3. O Seele! fordert er dich nicht um diesen Tag einst vors Gericht? Hängt nicht dein Loos in Ewigkeit auch mit an diesem Punkt der Zeit? af, fammelt euch, ihr Kräfte, einem Dank, der Gott gefällt! zum feligsten Geschäfte, zu 4. Der Tod vollendet mich vielleicht, eb diese Nacht dem Morgen weicht, und führet mich, wie ich hier bin vor Gott, vor meinen Richter hin. wie auch an diesem Tage mein 2. Lobsinge, Seel und sage, Gott mir wohl gethan! Durch Jesu Blut versöhnet, mit Gnad und Heil gekrönet, bet ich dich, Bater, kindlich an! 3. Dein ists, daß ich noch lebe, jetzt deine Treu erhebe, 5. Wie angstvoll bebt mein mich deiner Liebe freu. Zu Herz in mir! Gedanke, wie jeglichem Geschäfte verliehst ersáricts vor dir! Der Tod vollendet mich vielleicht, eh diese Nacht dem Morgen weicht. du mir die Kräfte, und standest mir auch segnend bei. 4. Zwar want ich oft und gleite; ich weiß, mein Gott, auch heute sind meine Fehler viel! Doch trugest du mich Armen mit schonendem Erbarmen, und halfst mir auf, auch wenn ich fiel. 6. Vor einem bösen schnellen Tod bewahre gnädig mich, o Gott! Zur Besserung, zur Frömmigkeit gib, mein Erbarmer, mir noch Zeit! 371 schlaf ich uun; laß mich in sanfter Stille ruhn! Mein erst Gefühl nach meiner Ruh mein Gelübde, Gott, sei du! sei 7. Erhöre väterlich mein Flehn: Laß mich den Morgen wieder sehn! Verkürze meine Tage nicht! Führ nicht so bald mich ins Gericht! 8. Von allem bösen Vorsatz rein, will ich dir ganz mein Leben weihn! Kein Tag soll wierer mir entfliehn, es segne denn dein Beifall ihn! 9. Von dir bewacht, ent5. Umsonst sinnt mein Gemüthe, wie es, Herr, deine Güte nach Würden preisen soll! Doch hab ich sie empfunden; denn jede meiner Stunden ist, Vater, deines Wohlthuns voll! 6. Stets bist du hoch zu loben. Von deiner Liebe Proben zeugt nicht der Tag allein, Gott, deine Liebe wollte, daß 24* 372 selbst die Nacht auch sollte für ums reich an Erquichung sein. Abendlieder. empfunden, nicht eine, die uns weh gethan. 7. Wenn wir die Augen 4. O sei dafür gepriesen, schließen, im Schlaf nichts von Gott, was du uns erwiesen, uns wissen, bedecket uns dein war unverdiente Huld! Laß Schutz. Willst du mich nun dafür von uns allen dies Opbeschirmen, so biet ich allen fer dir gefallen, und richte Stürmen und aller List der Bosheit Trut. nicht nach unsrer Schuld! 5. Um unsers Mittlers willen, wollst du an uns erfüllen, was du zu uns gesagt! Du sprichst: Nah bin ich denen, die gern sich nach mir sehnen, und dem, der kindlich nach mir fragt. 8. Ich darf nicht ängstlich leben, denn der bewahrt mein Leben, der mir es selber gab. Bis ich die Wallfahrt schließe, und ewig sein genieße, zieht er von mir die Hand nicht ab. 9. Nun, Bater, ich befehle 6. Bater, wir vertrauen dir alles, Leib und Seele, und auf dies dein Wort und bauen schlaf in fibrer Rub! Ich trau drauf unser Wohlergehn! Wir auf deine Gnade. Was ist schlafen gauz mit Frieden; wohl, das mir schade? All- denn was du uns beschieden, mächtiger, mein Schutz bist du! das wird zu unserm Glück ge= schehn. Mel.: Nun ruhen alle Wäld. 531. Komint, fallt vor In voriger Melodie. Gott erst nieder, 532. Die Nacht streckt ihre Flügel jetzt von Gott beschützte Glieder, eh ihr zur Ruh euch legt! über Thal und Hügel von Er ists, der Kraft und Leben auch heut euch hat gegeben, und der auch euch turch sein Wort trägt. unsrer müden Welt. Gott, Preis sei deiner Gnade, daß mich kein Leio, fein Schabe jetzt von der süßen Rub abhält! 2. Gott, deine Güte wachte, 2. Dein Flügel, Herr, beeh ich mich selber dachte, schon decke mich Schlafenden! Es liebreich über mich! Auch heut wecke tein Unfall mich noch gabst du mir egen auf allen Bein! O Jesu, meine Freude, meinen Wegen, und mein Be- laß du vor allem Seide mein ruf gelang durch dich. stilles Lager sicher sein! 3. On ließt mir und den 3. Auch euch, ihr meine Meinen die Sonne günstig Lieben, erschüttre fein Bescheinen auf dieses Tages trüben, fein Unfall noch GeBahn. Uns traf von trüben fahr! Schlaft ruhig bis zum Stunden, die manche heut Morgen! Der Herr wird für 1 Abendlieder. 373 euch sorgen, der immer unser meine Ruh; steh deinem Kinde Helfer war. bei, und laß doch keinem Uebel zu, daß es mir schädlich sei! 9. Gib allen eine sanfte Nacht die recht vor dir ge= lebt; und besfre den, der unbedacht bisher dir widerstrebt. 10. Wofern es auch dir, Gott, gefällt, so hilf mir morWelt noch ferner meinen Lauf! gen auf; und leite du in dieser Am Sonntage. Mel.: Nun sich der Tag. 533. Nun bricht die finstre Leib sehnt sich zur Ruh; doch eh mein Herz vor Gott erschein schließt, Augen, euch nicht zu! 2. Gott, du großer Herr der Welt, den Niemand sehen kann, du siehst, wer dir zu Fuße fällt; sich auch mich gnädig an! 11. Und endlich führe nach der Zeit mich in den Himmel lichkeit mein Sabbath ewig sein. ein; da wird in deiner HerrAm Sonnabend. 3. Ter Tag, den ich nun mehr vollbracht, war insbeMel.: Vom Himmel hoch. fondre dein; drum sollt er 534. Unwiederbringlich auch bis in die Nacht dir, Gott, geheiligt sein! 4. Doch ach, ich muß es dir gestehn, denn ich bin Fleisch und Blut! ich hab es oft bisher versehn, war gleich mein Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gnadenthron; sieh meine Schuld nicht an, und denke, daß bein theurer Sohn für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in aller Herzen ein, und laß auch die, so es gehört, dir stets gehorsam sein. 7. Erhalt uns ferner doch dein Wort, und thu uns im mer wohl; damit man stets an diesem Ort dir diene, wie man soll! 8. Nun such ich, Vater, schnell entfliehn die Tage, die uns Gott verliehn. Die Woche kommt und eilt davon; vergangen ist auch diese schon. 2. Dank dir, du ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Treu; denn deine Huld war täglich neu! 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreit, sich mancher guten That erfreut, weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein! 4. Oft fehlten wir und merktens nicht. Verzeih uns die verletzte Pflicht! Du siehst, Erbarmer, unsre Reu! Um Christi willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom 374 Für die Stände und einige kirchliche Gebräuche. der Zeit stets näher hin zur| wacht; geh ich aus der Welt voll Ewigkeit. Du haft die Stun- Kummer, Todesruh, in deine den zugezählt; die letzte weis- Nacht; o dann schlaf ich anders lich uns verhehlt. ein! Beg aus dieses Lebens Pein wall ich hin zu derenHütten, die, nun glücklich hier auch litten. 2. Jezzo schlaf ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit; laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit; daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Lasten dieser Erde, wenn ich nun unsterblich werde. 6. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu, daß nicht, indem wir sicher sind, der Tod uns unbereitet findt! 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die unser Zoos entscheiden soll, so führ uns aus der Prüfungszeit zu dei ner frohen Ewigkeit! 8. Da sind wir unsers Heils gewiß. Da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr wie hier. Du ewges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht. 535. Mel.: Der am Kreuz ist. int ich einst in jenen Schlummer, aus dem teiner nicht ers 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir er= scheint, wenn mit unerhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund in Schmerz, sei mein gottverlangend Herz! Voll von deines Namene Breisen laß mich ihn gen Himmel weisen! V. Für die Stände und einige kirchliche Gebräuche. 1. Von der Obrigkeit. Mel.: Es ist das Heil uns. 536. DerThron der Welt. beherrscher ist ein Schemel beinen Füßen. Sie sind nur Fleisch, du aber bist Gott, dem sie dienen müssen. Das Reich ist dein, und dein die Welt. Du, der sie schuf und sie erhält, du bist allein ihr Herrscher. 3. Ja, treuer Vater, laß sie nie die rechte Bahn verlieren! Vor Schmeichlern, Herr, bes wahre sie, daß die sie nicht verführen! Lehr sie ihr eignes Herz durchschaun, und nur mit Furcht sich selber traun, und dich um Weisheit bitten! 2. Unendlicher, regiere sie, daß fie getreu dir bienen; verlaß wit deiner Huld fie nie, noch ihre Geschlecht nach ibnen! Die Frucht von der Barmherzigkeit, und Weisheit und Gerechtigkeit sei ihres Hauptes Krone! 4. Gib Friede, halte fie zurück von ungerechten Kriegen; ihr Ruhm sei der, mit ernſtem Blick die Laster zu besiegen! Wenn aber Völker sie zumStreit durch Unrecht reizen, bann gebeut dem Schwert, daß es sie räche. 5. Ach laß dein Wort auch auf dem Thron, mein Schöpfer, Für die Stände und einige kirchliche Gebräuche. Glauben finden! Laß Fürsten 2. Aufs lieblichste fiel unser auch auf deinen Sohn fest ihre Loos; wir ruhn in eines FürHoffnung gründen! Gott, sie sten Schoß, der unser Freund sind Sünder, so wie wir; laß und Bater ist, weil du sein sie doch nicht ihr Theil bloß Gott und Vater bist. Ach, laß hier in diesem Leben haben! ihn lange leben, Gott! Der Enkel seb erst seinen Tod! Noch lange sei Gerechtigkeit sein Thun, noch lange Menschlichkeit! Erhalt in deiner Weisheit ihn; zu deiner Hülfe laß ihn fliehn, wenn er sie fühlt, der Herrschaft Last, mit der du ihn begnadigt haft! 6. So weit dein Reich, die Erde, geht, flehn darum deine Christen! Erhöre gnädig dies Gebet, du Bater deiner Christen! So weit dein Reich, die Erde, geht, laß jeden deine Majestät in seinem Fürsten ehren! 375 3. Einst leucht er( dort belohnst du ganz) in einer besfern Krone Glanz! Wie schmal, wie steil sein Weg auch sei, bleib er dir, Oberherrscher, treu! Er habe Gott, er habe Theil im Himmel einst am ewgen Heil! 4. Wir lassen, unser Gott, dich nicht; du gäbst uns denn die Zuversicht, daß unser inniges Gebet für ihn, für ihn ab; du warst es stets, der alles umsonst nicht fleht! Gott segne, Gott behüte dich! Mit seiner gab; GottSchöpfer, unser Gott! Gnad umstrahl er dich! Der Erhalter, unser Gott, Herr, Herr, ewig ist, deß Angesicht umHerr, unser Gott! Jehovah 3e- leuchte dich mit seinem Licht! baoth! Zwar hältst du hier Dir geb er Frieden hier, in noch nicht Gericht; belohnest, jenem Leben Frieden dir! Vater, hier noch nicht; doch deinerOberherrschaft Macht, die alles Widerstrebens lacht, hast du der Erde tund gethan; die beten alle Völker an. Gerechte 538. Verſöhner, Jeſu Herrscher, Gott, gibst du dem einen Volk, und Füll und Ruh! Tyrannen, Richter sendest du, und all ihr Weh dem andern zu. Du siehst: so sei es gut, und füllst dein Maas, und Herrschest, wie du willst. 2. Von dem Lehrstande. Mel.: Nun danket alle Gott. Christ, und Lehrer Dank und Fürbitte für gute Regenten. Mel.: : Herr Gott, dich loben. 537. Dir, Dir, Weltenherrfcher, bir, o Bater, danken wir! Es schuf der Herr, der Herr erhält, der Herr beherrscht auch unsre Welt. Fluch oder Segen strömt ins Land, Allmächtiger, aus deiner Hand! Der Reiche und Regierer, sei gnädig unserm Flehn, und send uns treue Führer, mit deinem Geist ge= falbt, gesinnt nach deinem Sinn, und gib, daß unser Heil ihr Ruhm sei, ihr Gewinn! Für die Stände und einige kirchliche Gebräuche. 2. Laß deiner Weisheit Licht| schrecken, und die Trägen zu in ihren Lehren brennen, und erwecken! deine Wahrheit, Herr, vom finstern Irrthum trennen! Ihr dir geweihter Mund sei deiner Ehre voll, und zeige deinem Volk, wie es dich ehren soll! 3. Gib deinen guten Geist in ihrer aller Seelen! Ein Herz, von ihm belebt, wird gute Wege wählen. Laß uns des Glaubens Kraft an ihrer Tugend sehn, und so an ihrer Hand den Weg des Lebens gehn. gib 4. Du selbst bewaffne sie zu deinen heilgen Kriegen; ihrem Worte Kraft, das Laster 3. Von dem Hausstande. zu besiegen! 3hr Segen, Herr, ihr Glück und ihre Beute sei gerührter Sünder Schmerz und glaubensvolle Reu! 5. Dir zugeführt durch sie, laß uns von dir nicht weichen, auf daß wir dermaleinst das große Ziel erreichen, das du uns vorgesteckt! Indeß, Herr, sei ihr Lohn allhier in dieser Zeit, und einst vor deinem Thron! 376 Bei Einführung eines Predigers. Mel.: Liebster Jeju, wir. 539. Herr, hier stehet unser Hirt, der sein Amt nun angetreten, der uns fünftig weiden wird! Höre sein und unser Beten; sein Gebet, uns recht zu lehren; unser Flehn, ihn recht zu hören! 2. Gib ihm Kraft, nach sei3. Ruf ihm zu: So hab nun Acht auf dich selbst, und auf die Heerde; daß, wenn er für Andre wacht, er nicht selbſt verwerflich werde; daß er nicht die Frucht der Lehre durch den Wandel selbst zerstöre. zugehn, den Bestürzten zuzueilen, Frevler heilsam zu er4. Legt er endlich in das Grab lebenssatt die matten Glieder, und auch seinen Hirtenstab nach der sauren Arbeit nieder, Herr, so gib ihm dort zum Lohne die verheißne Gnadenkrone! Mel.: Nun, Gottlob, es ist. 540. Herr, wie from und gut bist du, Wegen! Du gibst unsern HäuGott, mein Schutz auf allen fern Ruh, Freude, Nahrung, Glück und Segen! Könntest größre Güter geben? du für dieses Leben uns wohl 2. Ach, erhalt sie mir auch, Gott! Hilf mir treu und sundheit, Fried und Brod! Laß christlich handeln! Gib Genach deinem Wort mich wandeln! Laß mich Freundschaft dankbar achten, und durch Recht nach Wohlfahrt trachten! 3. Schenk den Meinen deine Huld! Laß sie nicht im Unglück weinen! Meinem Feind vergib die Schuld! Lehr uns, wieder uns vereinen! Laß mich fliehn nem Flehn, das Verwundete der Welt Verderben, heilig zu heilen, den Verirrten nach- leben, selig sterben! Für die Stände und einige kirchliche Gebräuche. 377 Bei Einsegnung neuer Ehegatten. Mel.: Vom Himmel hoch. 9. Und wenn der Tod fie trennt, alsdann sie ihre Thrä541.& schlossen, Herr, wieder höchst erfreut zusamnen gnädig an, und bring sie men in der Seligkeit! mit Herz und Mund die neuen Gatten ihren Bund, und sie bestätigen die Pflicht jetzt hier vor deinem Angesicht! 2. Mit Gnade schau auf sie herab, daß sie zusammen bie ins Grab verträglich, freundlich, gleichgeſinnt, vor allem gottesfürchtig sind! 3. Laß sie einander inniglich stets lieben, doch nie mehr als dich! Laß sie im Ehstand treu und rein, und keusch in Wort und Werken sein! 4. Mach sie in heilger Einigkeit zu deinem Lob und Dienst bereit; zum Beten und zur Freud an dir geschickt und eifrig für und für! 5. Mach sie zugleich zu dem Beruf, wozu sie deine Weisheit schuf, auch tüchtig, munter, emsig, treu, damit ihr Werk gesegnet sei! 6. Und drückt sie dieses Segens Müh, so lenke und regiere sie, daß jedes an dem sauern Tag des andern Bürde hülfreich trag! 7. Willst du mit Kindern sie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gedeihn, daß sie mit Segen sich bemühn, zum Himmel Bürger zu erziehn! 8. Führst du sie auch auf rauhe Bahn, so nimm dich ihrer liebreich an, und benedei ihr Kreuz und Leid zum Se gen auf die Ewigkeit! 4. Bei der Konfirmation junger Christen. Mel.: Allein Gott in der Höh. 542. Herr, unſer Gott, erbarme in Christo aller Sünder, und sieh auch jetzo gnädiglich auf diese unsre Kinder! Du nahmst sie schon bei ihrer Tauf in deinem Sohn zu Kindern auf und Erben deines Himmels. 2. Auf ihres Glaubens Rechenschaft, auf ihrem Angeloben ruh, Vater, deines Geistes Kraft, daß sie des Glaubens Proben, voll Eifer für das Christenthum, zu ihrem Heil und deinem Ruhm, im ganzen Leben zeigen! 3. Zwar mächtig wird in ihrer Brust die Sünde sich empören; sie werden oft zur bösen Lust gefährlich locken hören; an sie wird Satans List und Macht, der nur zu ihrem Scharen wacht, sich unaufhörlich wagen. 4. Allein es kann doch deine Gnad in größesten Gefahren auf ächter Tugend ebnem Pfad sie unverrückt bewahren. Erbarme dich, steh ihnen bei, daß ihres Lebens Zierde sei Gerechtigkeit und Stärke! 5. Sie nahen sich zu dir, 378 Für die Stände und einige firchliche Gebräuche. o Gott, dir heilig zu verspre Selig ist, wer willig träget, chen: in Freud und Leid bis was sein Gott ihm auferleget. in den Tod den Taufbund nicht zu brechen! Gib doch durch deine Gnadenkraft, die alles Gute in uns schafft, das Wollen und Vollbringen! 4. Hat dich Kreuz und Noth betroffen, und Gott hilft nicht allsofort; bleibe treu in deinem Hoffen, halte dich an Gottes Wort. Hoff auf Jesum festiglich; sein Herz bricht ihm gegen dich; seine Hülf ist schon vorhanden; wer so hofft, wird nie zu Schanden. 6. Wir zittern, Gott, für uns und sie, und wissen nichts zu sagen, als: Vater du wollst uns und sie mit aller Langmuth tragen! Ach, nimm dich unsrer gnädig an, und leit uns auf der rechten Bahn, die zu dem Himmel führet! Mel.: Jesu, deine tiefe W. 543. Sei getreu in beinem Glauben; laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rau5. Sei getreu bis an das Ende, daß dich deine Qual und Noth je von deinem Jesu wende! Sei ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus bir will geben dort in ſeinem Freudenleben! Mel.: Mitten wir im Leb. ben; halte treulich deinen 544. Stärke, tärke, Mittler, Bund, den dein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat. Denn wie leicht geht der verloren, der ihm treulos hat geschworen! 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächften übe, wenn er dich gleich ler, oft betrübt. Denke, wie dein Lehrer Heiland that, als er für die Feinde bat. Du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. stärke sie, deine theur Erlöften! Laß sie ihr Bertraun auf dich unaussprechlich trösten! Wach über ihre Seelen! Sie stehn und schwören alle dir: Herr, dein Eigenthum find wir! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, MittGott! Heiliger, Gott, und Tröster! Dreieiniger Gott. Laß sie nie ver. gessen ihren theuren, großen Eid bei deinem Namen! 2. Ach, wie viele schwuren 3. Sei getreu in deinem Reiden, auch, fest an dir zu halten; und laß dich kein Ungemach, aber treulos ließen sie ihre feine Noth von Jesu scheiden; Lieb erkalten. Verderben ward murre nicht in Weh und Ach. ihr Ende. Beständig laß dir Denn du machest deine Schuld diese sein, die sich jetzt dir größer durch die Ungeduld. schwörend weihn. Heiliger, 1 Für die Stände und einige firchliche Gebräuche. 379 Schöpfer, Gott! Heiliger, Mitt kennen, und dich kindlich Valer, Gott! Heiliger Gott! ter nennen! Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke sie, die Deinen, in des Glaubes Zuversicht und wahrer Tugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüften. Ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbotner ust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie ihre Feinde, aller Hasser ihres Heils, weit überwinden! 2. Ohne dich ist Finsterniß mit dir fommt uns Licht und Leben. Durch dich werden wir gewiß uns zum wahren Glück erheben, daß wir freudig deinen Willen lernen, und auch ihn erfüllen. 3. Dein Gesetz verkündigt Heil dem, der es recht üben lernet; aber Fluch wird dem zu Theil, der sich frech davon entfernet. Wer gerecht ist, muß gedeihen, und kann deiner stets sich freuen. 4. Wir vermögen von Natur nicht also vor dir zu leben. Du, Herr, kannst uns 4. In der Todesnoth laß selber nur Kraft dazu durch fie, deine theur Erlösten, daß Christum geben! Gib sie denn ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Zähl fie zu deinen Todten! Einst uns, deinen Kindern, und laß nichts dein Geben hindern. 5. Gott, mein Herz sei stets führe sie mit uns zugleich in bereit, dich, den eingen Gott, dein unvergänglich Reich! Hei zu ehren! Nie sei mir dein liger, Schöpfer, Gott! Heili- Nam entweiht durch Betrüger, Mittler, Gott! Heiliger, gen, Fluchen, Schwören! DeiGott, Lehrer und Tröster! nes Sabbaths Seligkeiten Dreieiniger Gott! Laß sie nie wollst du stets in mir ververgessen ihren theuren, gro breiten! Ben Eib bei deinem Namen! 5. Bei Katechismus- lehren. Mel.: Liebster Jesu, wir. 6. Eltern, Lehrern sei mein Herz mit Gehorsam stets ergeben! Nie verkürze Gram und Schmerz durch mich meines Nächsten Leben! Keusch und züchtig sei die Seele, Herr, nach deines Worts Befehle! 545. Sjott, wir sind be reit vor dir, 7. Meines Nächsten EigenUnterricht von dir zu hören! thum müß ich nie ihm sträfSegne doch, o Gott, auch hier lich rauben! Wider seines uns aus deines Wortes Teh- Namens Ruhm nie mir Lästeren! Laß uns deine Wege rung erlauben! Lügen, Spott 380 Bei der Ernte. und Schmähsucht treiben, müsse 9. Nun, o Gott, gib ferne von mir bleiben! deinen Geist uns zum Füh8. Laß mich meines Näch- rer unsrer Jugend! Wenn sten Glück nie durch Neid zu uns der selbst unterweist, so schmälern trachten, noch mit erlangen wir die Tugend, eigennüßgem Blick je nach sei die des Glaubens Frucht ernen Gütern schmachten! Scha- reichet, und der Ingend Jesu den hindern, Wohlfahrt mehren, gleich et. das allein, sei mein Begehren! VI. Bei Bei reicher Ernte. Mel.: Wer nur den lieben. 546. Dir, Gott, du Ge ber aller Gaben, der Ernte. 5. Kommt, laßt uns bei den vollen Scheuern dem Herrn der Ernte dankbar sein! Laßt uns den Bund mit ihm erneuern, und das, was er uns gab, ihm weihn! Kommt, laßt uns seinen Ruhm erhöhn! Der Herr ist gut! sein Lob ist schön. 6. O Vater, da uns deine Liebe zu deiner eignen Freud 2. Die kleinste deiner Krea- erfreut, so mehre doch in uns turen macht deine Weisheit die Triebe zur Demuth und offenbar. Man siehet deiner zur Dankbarkeit! Das Gute, Liebe Spuren, und deine Macht das du uns gethan, treib uns von Jahr zu Jahr. Ein jedes zu allem Guten an. Gras belehret mich: Gottschuf die Welt; Gott liebet dich. 7. Gib denen herzliches Erbarmen, die deine Hand mit Gütern füllt, so wird der Hunger unsrer Armen durch ihre Gütigkeit gestillt. Herr, der du aller Vater bist, gib jedem, was ihm nützlich ist! 8. O thu noch ferner deine Hände, die milden Vaterhände, auf! Denn deine Gnade kennt kein Ende; nur beßre unsern Lebenslauf, daß jeder dir im Kleinen treu, und so zum Größern tüchtig sei! dir, dir gebührt aller Dank! Du hörst das Schrein der jungen Raben, du liebst der Lerche Lobgesang. O neig auch jetzt dein Ohr zu mir; du forderst Dank: Ich danke dir! 3. Du sorgest väterlicher Weise, Herr, für die Menschen und fürs Vieh! Du gibest allem Fleische Speise. Du sorgst und segnest spät und früh. Auch Bösen wirfst du Gutes zu. Wo ist ein solcher Gott, wie du? 4. Was dürr ist, feuchtest du mit Regen; was falt ist, wärmt dein Sonnenschein. Du theilst die Zeiten, wi: den Segen zu unserm Besten weislich ein. Bei Wärme Hize, Kält und Frost grünt, wächst und reifet unsre Kost. 9. Beschütze die geschenkten Güter, und gib uns zum Genuß Gedeihn! Laß Mißwachs, Bei der Ernte. Hagel, Ungewitter auch fünftig ferne von uns sein! Verhüte Krieg und Hungersnoth, und segne täglich unser Brod! 381 zuwenden, was uns deine Huld gewährt; nie zur Sünd es zu verschwenden, daß es nicht ver Fluch verzehrt! Ueppig seiner Lüste pflegen, das beraubt leicht deinen Segen. 7. Schenk uns auch vergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne fein; laß es teinen neitisch schmerzen, ob auch andre mehr gedeihn! Willig laß mit deinen Gaben uns die Dürftigen auch laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr, hier schon reichlich Früchte bringen! Stärke du uns immer mehr! Schent uns auch nach allem Leide, dort des Himmels Erntefreude! Mel.: Zeuch mich, zeuch mich. 547. Gott im Himmel und auf Erden, Herrscher in der ganzen Welt, laß mein Herz voll Preises werden, da man bir zu Füße fällt, für den reichen Erntesegen Dank und Opfer darzulegen! 2. Herr', dir jauchzen Feld und Auen, Wald und Hügel zeucht von dir; überall läßt du dich schauen; und undant, bar schwiegen wir? Gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre? 3. Vater, du baft aus Er- Bei sparsamer Ernte. barmen uns Unwürdige geIn bekannter Melodie. nährt! Du hast Reichen, du 548. Was Gott thut, das ist wohlhaft Armen milder Gaben viel gewährt! Gott, der uns viel Guts erwiesen, sei gelobt und hochgepriesen! gethan; so denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns 4. Du hast Sonnenschein doch nicht minder. Er zieht und Regen uns zu rechter Zeit das Herz doch himmelwärts, geschickt, daß man deinen rei- ob wir gleich oft auf Erden chen Segen allenthalben hat bei Mangel traurig werden. erblickt. Berg und Thäler, Tiefen, Höhen ließen deine Huld uns sehen! 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm genug 5. Ach, wer ist, ter solche stets wohl daran, und können Güte dir verdanken ruhig leben. Er nimmt und fann! Nimm ein dankbares gibt, weil er uns liebt, und Gemüthe für die große Wohl seine Hände müssen wir stets that an; unser Mund soll in Demuth küffen. stets erschallen: Gott macht fatt mit Wohlgefallen. 6. Vehr auch uns, wohl an3. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten 382 Bei der Ernte. kann, muß sich die Hoffnung traurig stehen; wir gehn gelegen; will er allein uns alles sein, so nimmt er andre Güter, und bessert die Gemüther. trost auf seiner Bahn, und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenstraft; er nennt uns Gottes Erben; wie können wir verderben? 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; es geh nach sei nem Willen. Und läßt sichs 6. Was Gott thut, das ist auch zum Hunger an, so weiß wohlgethan; so wollen wir er ihn zu stillen. Obgleich das stets schließen. Ist gleich bei Feld nicht viel enthält; man uns kein Kanaan, wo Milch fann bei wenig Broden satt und Honig fließen; doch haben werden und frohlocken. wir genug allhier, wenn Gott 5. Was Gott thut, das ist das Wenge segnet, und uns wohlgethan, das Feld mag mit Huld begegnet. VII. An öffentlichen Bußtagen und in gemeinen Nöthen. Mel.: O Gott, du frommer. 4. Wann kehrt zu uns zu549. Wie gnädig warst rück dein Trost, dein Licht, du Gott, vor Alters deinem Lande! Wie halfst du ihm; wie oft zerbrachst du Jakobs Bande; und schontest deines Volks mit väterlicher Huld; vergabst die Missethat, bedecktest seine Schuld! dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen? O laß uns leben, Gott, laß uns dein Antlig sehn! Sei gnädig hilf uns aus; hilf, ehe wir vergehn! 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, so bald es sich entschloß, die Sünde zu verdammen. Die Menschen fündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets und stets an Gnaden reich. 5. Jedoch, ich hör uns schon den Gott des Trostes trösten. Heil gibt er seinem Volk und Ruhe den Erlösten, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt. 6. Alsdann naht sich sein 3. Hilf, hilf uns, unser Heil zu seinen frommen KnechGott! Laß wegen unsrer Sün- ten, und Gottes Ehre wohnt den nicht, wie wir es verdient, im Lande der Gerechten. Barmuns deine Rach empfinden! berzigkeit und Treu umfahn Wie schrecklich ist dein Grimm! sich schwesterlich; Gerechtigkeit Ach, soll er ewig glühn? Und und Fried umfahn und tussen willst du deine Hulo auf ewig sich. uns entziehn? 7. Der Glaube kommt zu An öffentlichen Bußtagen und in gemeinen Nöthen. rück und blüht auf Erden wieder; die Gnade sieht mit Lust vom Himmel dann hernieder, und segnet Gottes Volk, das seinem Dienst geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut. 383 Reu! Uns tröstet noch allein der Glaube, daß dein Herz voll Erbarmen sei. Ach, du hast noch ein Vaterberz; drum sieh doch jetzt auf unsern Schmerz! 8. Der Herr begnadigt uns; das Land bringt seine Früchte, und seine Huld geht her vor seinem Angesichte, verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und unser Herz frohlockt und bringt ihm Preis und Ruhm. 5. Gedenke, Herr, der großen Gnaden, die du in Christo zugesagt! Heil uns durch ihn von unserm Schaden, den unsre Sünden uns gebracht! Ach, laß sein Blut, laß ſeine Pein an uns, Herr, nicht verges bens sein! 6. Ach Blut, ach Blut von Gottes Sobne, schrei für uns um Barmherzigkeit! Schau, Vater, drauf von deinem Throne, und denke doch der alten Zeit, da du den SünMel.: Wer nur den lieben. 550. Wir liegen hier zu dern Gnad erzeigt, die reuvoll sich vor dir gebeugt! Füßen, ach, Herr, von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie wohl verdient die Strafe sei! Ach strafest bu uns, Herr, im Zorn, so sind wir ganz und gar verlorn! du 7. Ach, laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn! Verschon uns doch nach deiner Huld, und trage noch mit uns Geduld! 8. Gib Fried im Land und 2. Du bist gerecht, wir alle Sünter; wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerathnen Kinder, die des Ver- im Gewissen, gesunde Luft und derbens Wege gehn, sind würdig, daß uns Pest und Schwert und Hunger längstens aufgezehrt. gute Zeit, und laß uns deinen Schuß genießen! Befördre die Gerechtigkeit! Krön unser Feld mit deinem Gut nimm Kirch und Haus in deine Hut! 9. Dir wollen wir dann 3. Doch, Bater, denk an deinen Namen, gedenk an dei nen lieben Sohn! Dein Wort ist in ihm Ja und Amen, dein Eidschwur selber zeugt davon: du wollst den Tod der Sün- Dank von Herzen singen, daß Opfer bringen im Schmucke der Gerechtigkeit, dir frohen der nicht; drum geh mit uns deine Gnade uns erfreut; dir nicht ins Gericht! unser ganzes Leben weihn, dein treues Bundesvolk zu ſein. 4. Wir liegen Herr, vor dir im Staube, und unserHerz ist voller An öffentlichen Bußtagen und in gemeinen Nöthen. Mel.: Wenn wir in höchst. verleih, daß unser Herz dir dankbar sei! Nie sei dein Volk der Feinde Spott; sonst sprähen sie: wo ist sein Gott? Wortes Licht, entzieh uns dieſe 10. Entzieh uns deines Hoffnung nicht, die Feuersäule, die die Nacht des Pilgerlebens helle macht! 384 551. Nimm von uns, Herr, wir flehn dich an, du, der allein uns helfen kann, nimm von uns, Herr, der Strafe Last, die du uns auferleget haft! 2. Herr, unsrer Schulden Zahl ist groß! Wer wird der bösen Neigung los? Wer ists, ter seine Sünden zählt? Wer weiß es, Herr, wie oft er fehlt? 3. Nicht Schwachheit nur, ach Missethat ist, die uns, Herr, Knechten ins Gericht! geschieden hat! Oft haben wir der Menschheit Werth, dein göttlich Ebenbild, entehrt! 4. Gerechter Gott, vor dir, strafen fort, ach, schone dort, 11. Und fährt dein Zorn zu ach schone dort! Und gehe, Bater, gehe nicht mit deinen 1. 3n Kriegszeiten. Mel.: Wer nur den lieben. vor dir bekennen und bereuen 552. wir! Wir brachen deinen heilgen Bund: nichts ist, nichts ist in uns geſund! 5. Doch laß vor uns vorüber gehn, die über unserm Haupte stehn, die Donnerwolfen, die uns drohn, und gib uns nicht verdienten Sohn! .s zieht, o Gott, ein Kriegeswetter jetzt über unser Haupt einher; bist du, Herr, hier nicht unser Retter, so ists für unser Landzu schwer? Sieh, wie die Fürsten sich entzwein, und sich zu unterbrücken dräun! 2. O laß mich hier allein, o Vater, auf dich und deine Vorsicht schaun; auf rich, den mächtigsten Berather, und nicht. auf Menschenhülfe baun, die ohne dich uns gar nichts nützt, die nur durch dich uns träftig 6. Hörst du nicht uns, hör Jesum Christ, der unser Mittfer war und ist, und laß noch stehen dieses Jahr den Baum, der ohne Früchte war! 7. O Geist der Gnad und tes Gebets, bebüt uns heut, schützt! behüt uns stets! Laß Sünden uns nicht mehr entweihn; laß unsern Wandel heilig sein! 8. tröm deinen Segen, Herr, ins Land; es leit uns deine treue Hand! Gib unsern Feldern dein Gedeihn, hör nie auf, unser Gott zu sein! 9. Gib steten Frieden und 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt! Seid böse, Völker, rüstet euch! Sei du für une, so fehlt ihr Streich! 4. Die allerfeinsten Krieges An öffentlichen Bußtagen listen vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschützer hat! Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großesHeer zurFlucht gebracht! 5. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Macht? Der Roß und Wagen stark Gedränge ist nicht, was Cieg und Heil verschafft. Der Mensch vertraut darauf und in gemeinen Nöthen. 385 sollen nur durch Angst und Bein geprüfet und gereinigt sein. 10. Zuletzt wird jeder sagen müssen: Das hat Gott, unser Gott, gethan! Gerecht ist er in seinen Schlüssen; ihn bete dankbar alles an! Er hilft und er errettet gern; lobsinget ihm, und preist den Herrn! Mel.: Ach Gott, vom Himm. 553. Ach Gott, wir treten hier vor dich mit 6. Drum werf ich mich in traurigem Gemütbe! Wir bitdeine Arme, du Bater der ten dich demüthiglich, rett uns Barmherzigkeit; und flehe voll durch deine Güte! Schau, wie Vertraun: Erbarme dich über die große Kriegsgefahr sich zu uns zur schweren Zeit! Laß uns naht, und auch sogar uns Gnade doch für Recht ergehn, zu verderben drohet. so bleiben wir noch aufrecht stehn! 7. Doch findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Züchtigungen gut; 2. Gedenke, Vater, doch nicht mehr, daß wirs verschuldet haben! Gedenke nicht, daß wir so sehr die uns verliehnen woblan, so Gaben oft schändeten, und lange Zeit zur Wollust, Pracht und Sicherheit undankbarlich mißbrauchten! schweig ich und bin stille bei dem, was deine Vorsicht thut! Ich, dein Geschöpf und auch dein Kind, weiß, daß es Vaterschläge sind. 8. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Allweiser, schreibe nichts dir vor! So grob laß du mich nimmer fehlen; so weit vergeht sich nur ein Thor. Ist gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ists doch gut. ist das Seine ihm entzogen. Drum drückt uns deine schwere Hand. Die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. 9. Nicht grimmig, sondern nur mit Maßen sind deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören lassen; nein, Vater, 4. Verzeih uns solche Missethat um Jesu Christi willen! Er, der für uns gelitten hat, kann deinen Zorn ja stillen. Das Lamm, das unsre Sünden trägt, die du ihm selber aufgelegt, nein, das thust du nicht. Wir hat sie ja schon gebüßet. Luth. Dess. 25 zwar gern; jedoch der Sieg fommt nur vom Herrn. 3. Oft ward, der unser Nächster ist, gedrücket und betrogen; durch Schein ves Rechts, Gewalt und 386 An öffentlichen Bußtagen und in gemeinen Nöthen. 5. Um seinitwillen schone du, und stille unser Klagen! Verleih und wieder Fried und Ruh, und wehre allen Plagen! Erbarm, o Herr, erbarme dich, und rett' uns alle gnädiglich von Krieg und Kriegsbeschwerden! 6. Gott, du fannst der Fürsten Herz wie Wasserbäche lenken! Ach, laß sie doch der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! Präg ihnen und den Räthen ein, was heißt, der Länder Väter sein, damit sie Frieden lieben! 7. O Herr, wir fallen dir zu Fuß und bitten um Erhörung! Gib wahren Ernst zur wahren Buß und Eifer zur Bekehrung, damit wir nicht an unserm Theil durch neue Sün den unser Heil, den Frieden selbst verhindern! 8. Breit wieder über unser Land die Flügel deiner Gnaden! Beschütz und segne jeden Stand! Laß nichts uns weiter schaden! Wir wollen solche Gütigkeit und Vatertreu zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. 9. Dies alles, Bater, werde wahr; du wollest es erfüllen! Erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen! Tenn dein, o Herr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre! Mel.: Wann mein Stündl. 554. Hast du denn ganz dein Angesicht, o Herr, vor uns verborgen? Vernimmst du unsre Seufzer nicht? Weißt du nicht unsre Sorgen? Ach, ist durch unsre Sündennacht dein fürchterlichster Zorn erwacht? Willst du uns ganz verderben? 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefilde; die härtste Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freudenleer, und keine Ruh erquickt uns mehr! Sie ist von uns gewichen! 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage; sind wir vom kurzen Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krieger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut, und niemand kann uns schützen. 4. Du fannst es, o Herr Zebaoth! Es steht in deinen Händen, uns zu erretten, unsre Noth zu unserm Glück zu wenden. Du kannst dem Elend, das uns drückt, das dein Gericht uns zugeschickt, allein allmächtig steuern. 5. Es haben Lanzen, Spies und Schwert, womit der Feind uns drohte, schon oft in Sicheln sich verkehrt, so bald dein Wink gebote; allmächtig bist du immer noch; ach, so gebeut, so rede doch, Was du sprichst, muß geschehen. 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, vertilge unsre Sünden; trag uns mit Langmuth und Geduld, laß allen Zorn verschwinden! Ach, rämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges An öffentlichen Bußtagen und in gemeinen Nöthen. wilde Glut, eh sie uns ganz verzehret! 7. Gib deiner Gnade theures Pfand, gib uns den Frieden wie der! Errette das bedrängteLand, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unsrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen! 8. Regiere du selbst unsern Sinn, daß wir uns dir ergeben, der Laster Bahn bedachtfam fliehn, und stets nach Tugend streben! Wir lassen dich, Erbarmer, nicht, bis uns dein Huldreich Angesicht zum Segen wieder strahlet! 387 5. Gebeugt und mit verhülltem Haupt, der Hoffnung und des Trosts beraubt, schaun wir die Flur und find betrübt, weil sie uns ihr Gewächs nicht gibt. 6. Die Saaten stehn entkräftet da, dem gänzlichen Verderben nah; bald ist ihr Glanz, ihr frisches Grün, ihr Saft, ihr Wachsthum ganz dahin. 7. Wir alle schrein aus tiefer Noth, nimm uns nicht unser täglich Brod; hilf uns im Elend! Du allein kannst Helfer und Erretter sein. 8. Thu den verschloßnen Himmel auf; bestimm den Wolken ihren Lauf, daß sie segensvollem Regen ziehn! nach unsrer Gegend hin mit 2. Bei unfruchtbarer Witterung. 9. Ja gib uns noch zu rechter Zeit den Regen, der das Land erfreut, der die zerlechzte 555. In großem Kummer Erbe tränkt, und ſich in ihre a) Um Regen. Mel.: Wenn wir in höchst. Tiefe fommen wir, gebeugt, doch voll Vertraun zu dir; wir suchen dich in unsrer Noth, ach, laß dich finden, treuer Gott! 2. Verwirf uns, ach, verwerf uns nicht, Herr, Herr, vor deinem Angesicht! Schau gnädig unsern Jammer an, dem deine Macht nur steuern kann! 11. Sei gnädig uns durch deinen Sohn, der mit dir herrscht 3. Das dürre, das zerrißne auf deinem Thron! Er ists, der Land, von langer Hike fast lieblich für uns spricht, drum verbrannt, sieh, es verdorret wende, wende dein Gericht! immer mehr; es dürstet, ach Sünder sein, und dir nur unſer 12. Wir wollen nicht mehr es dürftet sehr! 4. Für Regen streuet deine Leben weihn. Tröst uns, o Hand nur Staub und Asche Herr, verlaß uns nicht, und auf das Land; die Erde, die stärk uns selbst in jeder Pflicht! uns sonst genährt, hast du, o Gott, in Erz verkehrt! 10. Straf unsre Sünden nicht, o Gott, mit Theurung und mit Hungersnoth! Vergib uns gnädig unsre Schuld, du Gott voll Liebe, voll von Huld! 25* 388 An öffentlichen Bußtagen und in gemeinen Nöthen. b) Um Sonnenschein. In Theurung. Mel.: Wo Gott der Herr. Mel.: Aus meines Herzens. 556. Gott, du kannst 557. Du bester Troſt der den Himmel ganz Armen, Gott, mit schwarzen Wolken decken; Schöpfer aller Welt, du Vater du kannst den heitern Sonnen voll Erbarmen, der ewig Glauglanz auch wieder bald erwecken! ben hält, du, du erhörst Gebet! Halt, so du willst, dem Regen Hör denn, was unser Glaube ein, und gib uns wiederSonnen- zu dir jetzt aus dem Staube schein, daß unserLand sich freue! in unsern Nöthen fleht! 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden; sie sind von vieler Feuchtigkeit und Nässe ganz beladen. Dein Segen, den du uns gezeigt, der sich betrübt zur Erde neigt, scheint, leider, zu verderben! 3. Herr, unsre große Missethat hat dieses wohl verdienet; jedoch erzeig uns deine Gnad, weil uns dein Sohn verfühnet. Wir kommen, wir erkennens nun, wir wollen ernstlich Buße thun, und unser Leben bessern. 4. Gedenk, o Gott, an deine Treu, und laß uns Hülfe sehen! Mach deine Gnade bei uns neu, um die wir findlich flehen! Ents zeug uns deine Freundlichkeit doch nicht bei dieser trüben Zeit; du bist ja unser Vater! 5. Gib uns, o Herr Gott Zebaoth, das Licht rer heitern Sonne, und überschütt uns nach der Noth mit Freude, Lust und Wonne; entdeck uns jetzt nach deiner Treu, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden! 2. Uns bringen unsre Sünden jetzt Angst und Herzeleid. Gott, Richter, wir empfinden, was uns dein Wort gedräut! Im fructbarn Lande soll die Saat nicht denen reifen, die Sünd auf Sünden häufen, und unser Maß ist voll. 3. Ach, unser sündhaft Leben verklagt vor dir uns hart! Doch schonen und vergeben ist ja der Väter Art. Und, rechter Bater, du bist gut vor allen Vätern, und neigst selbst Uebertretern bein Herz bald wieder zu! 4. Wenn sie mit ernster Reue zu dir um Hülfe schrein, so willst du bald aufs neue ihr Gott in Christo sein! Herr, unsre Zuversicht, zu dem wir alle flehen, auf den wir alle sehen, hilf uns, verlaß uns nicht! 5. Gott, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf! Thu deine milden Hände, den Schatz der Allmacht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr uns auch; schaff uns allen bei unserm Mangel Rath! 6. Herr, der du uns auch An öffentlichen Bußtagen und in gemeinen Nöthen. schufest, hör unser Angstgeschrei!| Blige sagens Bliten wieder: Allmächtiger, du rufest dem Gott ist der Herrscher der Natur. Nichts auch, daß es sei! Uns 2. Laß dich auch seine Stimhelfen, ist dir leicht. Du kannst me rühren; sei ganz Empfindem Mangel wehren, in Ueber- dung, o mein Herz! Den Dank, fluß ihn kehren, wenns uns das Leb, die ihm gebühren, entunmöglich deucht. weihe fein unheilger Scherz! 7. Laß alle Frucht gerathen Es rufen Gottes wahren Kinund bald uns Hülfe sehn; dern selbst Donner, Gnad und erquide du die Saaten, die Segen zu; sie rufen schonend jetzt so traurig stehn! Herr, sichern Sündern; und ihren baue selbst das Land; tränk Ruf verstehst auch du. es mit Thau und Regen, und füll es an mit Segen aus deiner milden Hand! 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der 8. Erhör uns, fröne, fröne Herr ist Gott, es sagts das das Jahr mit deinem Gut! Wetter. Die Welt, die ganze Und unser Herz gewöhne, daß Welt ist sein. Ihr bebt, Elende! es in bir ganz ruht; sich bei Wollt ihr fliehen? Rein Ort nes Wohlthuns freut, dich schützt euch und euren Spott. strebt zum Gott zu haben, Nichts kann dem Mächtgen euch gern mittheilt, deine Gaben entziehen. Er kennt, er straft durch Mißbrauch nie entweiht. euch, er ist Gott. 9. Herr, deine Tritte triefen, wenn du erscheinst, von Fett! Die ängstlich zu dir riefen, Mel.: Auf meinen lieben Gott. macht bald bein Lob beredt. Du, der den Mangel hebt, 559. Fe steigt ein Wetter auf; mein Herz, du machst, trot unsers Sorgens, des Abends wie des Morgens doch fröhlich, was da lebt. burch wahre Buße und Reue zu Gott hinauf! Fall ihm bald zu Fuße; daß alle meine Sünden durch Christi Tod verschwinden! 4. Bei Donnerwettern. Mel.: Wie groß ist des All. 558. Der Mächtige, der Herr der Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet donnernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Anbetetend sinkt der Erdkreis nieder; der Wald er tönt; es bebt die Flur; und 389 2. Herr, der du gnädig bist, ich habe Jesum Christ in meinen Glaubensarmen, und flehe um Erbarmen! Ach schon' um dessen willen; er kann den Eifer stillen! 3. Gib mir durch Christi Blut, o Herr, getrosten Muth, der sich nicht fnechtisch scheue, dich liebe, deiner Treue in allem 390 An öffentlichen Bußtagen und in gemeinen Nöthen. findlich traue, auf deine Hülfe baue! 4. Dir wollen wir vertraun, auf deine Hülfe baun! Dein Flügel wird uns decken; vertreibe nur den Schrecken! Umfaß uns, Herr, in Gnaden! Laß uns den Blitz nicht schaden! 5. O Gott, verlaß uns nicht, bleib unsre Zuversicht! All mächtiger, behüte uns jetzt nach deiner Güte! Wir wollen, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben! 560. 3. O Güte, welcher nichts, wie nichts der Allmacht gleichet! Mel.: Nun danket alle Gott. Höchster, deſsen Kraft, Luft, Meer und Erde träget; der Erde, Luft 7. Und sollte dieser Sturm und Meer durch einen Wink dir wirklich Schaden bringen, beweget! Auch deine Güte, Herr, so suche christlich stark den preis ich wie deine Macht, obschon bei deinem Blig der Donner schreckend fracht! Unmuth zu bezwingen. Gott ists, der es verhängt; und was er läßt geschehn, ist alles weis' und gut, wenn wirs gleich nicht verstehn. 2. Gott führet väterlich, der Saat zum reichen Segen, in Wolken über uns den oft gewünschten Regen durch Wind und Wetter her; macht durch der Blite Brand die Luft von Dünsten rein, und tränkt das dürre Land. 8. Doch, weil so fester Muth in unsrer Macht nicht stehet, und man sich nur durch dich zu dir, o Herr, erhöhet, so fleh ich, Herr, zu dir, der alles Gute schafft: Gib mir, dir zu vertraun, Muth, Willigkeit und Kraft! 9. So oft wir blitzen sehn, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Zebaoth, mit ernster Furcht dich ehren! Hat deine Güte schon den Blitz hervorgebracht, so ist sein Strahl doch auch ein Werkzeug deiner Macht. Weisheit, die kein Witz der Sterblichen erreichet! Laß deine Größe uns vor offnen Augen stehn, und auch im Wetter selbst uns deine Liebe sehn! Herz doch darum nicht erzittern. Christ, schreckt dich Gottes Macht, so denke doch dabei, daß er zu deinem Schutz nicht minder mächtig ſei! 5. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du nur knechtisch bebest, bei jedem Donnerknall in lauter 4. Denn, wenn die Wetter gleich Luft, Erd und Meer erschüttern, so darf ein frommes engsten schwebest. Sieh deinen starken Gott doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen kann. 6. Es wirket seine Macht ein ehrfurchtsvolles Grauen; doch diese Macht wirkt auch ein kindliches Vertrauen. An uns liebt unser Gott zwar Furcht, die er gebeut, allein auch Zuversicht und Glaubensfreudigkeit. An öffentlichen Bußtagen und in gemeinen Nöthen. 391 10. Was ists, das dir dein so sehr ergießen, daß unsre Nichts mehr fühlbar machen Städt' und Flecken voll Angst könnte, o Mensch, als dieser davor erschrecken. Sturm empörter Elemente? Er predigt, schwach Geschöpf, das doch so trotzig ist, mit lauter Stimme dir, wie flein, wie schwach du bist! 4. Vergib uns unsre Schuld und hab, o Herr, Geduld, laß Christi Blut verfühnen, was wir mit Recht verdienen; befrei uns, deine Schafe, von der verdienten Strafe! 11. Drum, Herr, erbarme dich! Erbarme dich aus Gnaden. Laß dies Gewitter doch, o Bater, uns nicht schaden! Gib, daß der grauße Sturm, gib, daß der Schloßen Heer uns nicht an Leib und Gut, Allmächtiger, versehr! 6. Gott, fieh an die Noth! 12. Ach, laß in der Gefahr, Das Elend und den Tod, den bei Donner, Blizz und Stür- wir vor Augen sehen, laß dir men, uns deine Lieb und Macht zu Herzen geben, wie nah bedecken und beschirmen! Vor sind wir dem Sterben! Hilf, allem aber gib, ist die Ge- hilf, eh wir verderben! fahr vorbei, daß dir für Schutz und Gnad auch Jeder dankbar sei! 7. Du ließest, Gotteslamm, an deinem Kreuzesstamm dein Blut für Sünter fließen; laß uns jetzt deß genießen! Aus göttlichem Erbarmen eil beizustehn uns Armen! 5. In Wassersnoth. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 8. Ach guter Geist, wir, ie Wassersnoth ist flehn, laß deine Huld uns sehn! groß! Ach Gott, Mach unsrer Angst ein Ende, wir fliehen blos zu dir und und rette uns behende! Doch, 561. Die deiner Güte, daß sie uns jetzt sollen wir verderben, so laß behüte, da alles sich ergießet uns selig sterben! und schrecklich auf uns fließet! 2. Das Wasser, wie ein Meer, rauscht ungestüm einher, wird alles überschwemmen; wer will die Fluthen hemmen? Was kann davor bestehen? Herr, hilf uns, wir vergehen! 3. Bald raubt die wildeFluth uns Leben, Hab und Gut; wir du bist allein die Zuversicht uns, sehen Ströme fließen, die sich uns hülflosen Schwachen! Wir 5. Herr, deines Zorns Gewalt verdirbt uns alsobald! Ach, laß, um Jesu willen, sich Sturm und Wellen stillen: Hilf, Vater, hilf uns allen, laß die Gewässer fallen! 6. Bei ansteckenden Krankheiten. Mel. In dich hab ich geh. 562.( Sjott, unsers Lebens Kraft und Licht, An öffentlichen Bußtagen und in gemeinen Nöthen. 392 bitten dich demüthiglich, auch über uns zu wachen! 8. Schau an des Herzens Traurigkeit, die alle Sünden2. Uns schrecket, daß der Seuche Gift schon hin und wiet er manchen trifft; sie fängt schon an zu wüthen. Drum schuld bereut, sei gnädig, flehen wir, wir schrein zu dir, du wolleft uns behüten! schone, schone! Ach, gib uns nicht Tod und Gericht, wie wir verdient, zum Rohne! 9. Sind wirs nicht werth, so 3. Gott, furchtbar ist bein Zorngericht! Uns treff es nicht, uns würge nicht die schone doch der zarten Kinder, mörderische Seuche! Hilf uns, die jetzt noch nichts von Vero Gott, du Schutz in Noth, brechen wissen! Herr, schau auf daß sie uns nicht erreiche! die, laß doch nicht sie der Väter Frevel büßen! 4. 3war würde, sprächst du nur ein Wort, auch unser fand, auch diesen Ort der Seuche Wuth verheeren. Dein Zorn, stürzt er ergrimmt daher, kann schnell ein Volk verzehren. 10. Unschuldiger zwar wohl als wir, find doch auch sie nicht rein vor dir. Ach, um des Mittlers willen, der für uns starb, uns Gnad erwarb, laß deinen Zorn sich stillen. 5. Und strenger Richter! mäBest du uns Lohn nach unsern Thaten zu, was wär er, als Verderben? Es müßten da wir alle ja des ewgen Todes sterben. 11. Streck aus, Herr, deine starke Hand! Deck unsern Ort, schütz unser Land sammt Allem, was wir haben! Hör unser Flehn, laß Hülf uns sehn und reichen Trost uns laben! 6. Oft haben wir dir wider strebt, den Lüften mehr, als dir, gelebt, was du verbeutst, verübet; wenn du gelockt, uns doch verstockt, durch Undank dich betrübet. 12. Froh stimmen wir dein Lob, Herr, an, und wollen nach dir nicht nur dann, wenn 7. Doch handle nicht, lieb- Trübsal da ist, fragen; wir reicher Gott, ach handle nicht wollen dein beständig sein, und in dieser Noth mit uns nach aller Sünd absagen! unsern Sünden! Barmherzigkeit, Barmherzigkeit laß, Vater, uns doch finden! VIII. Bei besonderen Nöthen. 1. In geistlichen Anfechtungen. Mel.: Jesu, der du meine. 563. A, nach deiner Gnade schmachtet, Gott, mein sehnend banges Herz, Vater, siehst du, wie es schmachtet? Seine Thränen? Seinen Schmerz? 3st mein Durst, bu Quell des Lebens, immer noch Bei besonderen Nöthen. Einen nach dir vergebens? Wo ist und wolltest ungerührt vorüber deiner Güte Spur? gehn? Einen tiefbetrübtenSünTropfen will ich nur! der, Vater der verirrten Kinder, nicht zum neuen Kinde weihn, und mit deinem Trost erfreun? 393 2. Bater, ach nur einen Tropfen deines Trostes will ich nur. Meines Herzens ängstlich Klopfen stillt fein Trost aus der Natur. Es erleichtre sich in Thränen! Gib mir Kraft in meinen Sehnen, glaubensvoll nur fortzuflehn. Muth, im Kampf nicht still zu stehn! 7. Alles fannst du, Vater, aber dies, mein Vater, kannst du nicht! Hart dich stellen kannst du, aber hart sein, Vater, kannst du nicht! Wahrheit, nein, du fannst nicht lügen! helfen, Gott, ist dein Vergnügen! Wer dir glaubt, der ist versöhnt; siegen wird er, wird gekrönt. 3. Bater, Vater in der Nähe, unsichtbarer Lebensgeist, bören mußt du, was ich flehe, geben, Siege. Schenk dem müden 8. Kämpfen will ich bis zum was dein Sohn verheißt! Antwort meinen bangen Kla- Rämpfer Kraft! Kraft, wenn gen fannst bu, Bater, nicht ich ohnmächtig liege, mein Geversagen! Nahen mußt du wissen laut mich straft. Lauter Nahen mußt du noch als mein Gewissen ruf in dich zu mir; denn ich nahe meinen Finsternissen deine Gnade, Gott, mir zu: Selig und versöhnt bist du! mich zu dir. 4. Schweige nicht zu meinen Thränen; Gott, mein Vater, schweige nicht! Ach, verbirg vor meinem Sehnen, Vater, nicht dein Angesicht! Suchen In eigner Melodie. will ich, bis ich finde, flehen, 564. Schwing dich auf bis ich dich empfinde; bis du zu deinem Gott, mir in Jesu Christ Licht und du betrübte Seele! Fürchte Kraft und Leben bist. nicht, daß in der Noth Gott 5. Scheinst du mich nicht sich dir verhehle. Mißtraun anzublicken, will ich doch nicht ist des Satans List, dadurch muthloß sein; tiefer in den will er tämpfen, und den Trost, Staub mich bücken; lauter den Jesus Christ dir erworben, nur noch zu dir schrein. Wenn dämpfen. mein Herz auch nichts empfindet, wenn mir jeder Trost verschwindet, schmieg ich mich doch an dein Wort, fleh ich doch im Dunkeln fort. 2. Sei getrost im Glauben, sprich: fleuch, du alte Schlange! Was erneurst du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerdrückt, und ich bin durchs Leiden meis nes Heilands dir entrückt zu 6. Wie? du Gott der Wahrheit solltest mich zu deinen FüBen sehn? Meine Thränen sehn des Himmels Freuden. Bei besonderen Nöthen. 3. Was ich Unrecht je gethan, endlich kommt das Jahr, woist mir leid von Herzen. Und nach sie sich sehnen. Ja, es im Glauben nehm ich an Christi kommt die Erntezeit auch für Blut und Schmerzen. Denn ihre Garben; o wie werden sie er hat durch seinen Tod meine erfreut danken, daß sie starben! Schuld gebüßet, und der Seelenschmerzen Noth mir dadurch versüßet. 4. Nichts kann Teufel, Hölle, Tod, nichts mir nunmehr schaden. Denn mich deckt in meiner Noth Gott mit seinen Gott wird helfen! Amen. Gnaden. Ja, auch mir sandt er den Sohn seiner Vaterliebe, daß ich, war ich ihm entflohn, nicht im Irrweg bliebe. 394 5. Hat mir Gott so viel geschenkt, sollt er mich denn hassen? Nein, Gott, der so an mich denkt, nicht verlassen. Sicher werd ich, da die Welt mir von seinen Gaben schon so viel hier vorgestellt, noch viel mehr einst haben. 9. Nach dem Tode leben sie, frei von allen Schmerzen; große Seligkeit wird nie fehlen ihren Herzen. Dieses Glücks getröste dich! Gib dem großen Namen. deines GottesRuhm, und sprich: 6. Ich bin Gottes, Gott ist mein. Wer ist, der uns scheide? Dringt auch ie ein Kreuz herein mit vielfachem Leide; o so weiß ich, daß es doch fommt von Vaterhänden, und daß er zum Besten noch es für mich wird enden. 2. 3n leiblichen Nöthen und Widerwärtigkeiten. In eigner Melodie. fann mich 565. Warum betrübst du dich, mein Herz, und marterst dich mit bangem Schmerz, um ein nur zeitlich Gut? Bertrau der Weisheit, macht und Gnad deß, der die Welt erschaffen hat. 2. Dein Gott verläßt dich wahrlich nicht; er weiß gar wohl, was dir gebricht; die ganze Welt ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott, und hilft dir gern in aller Noth. 7. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gerathen selten wohl ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will zur Tugend ziehen? 3. Weil du mein Gott und Vater bist, weiß ich, daß du mich nie vergißt, du väterliches Herz! mich, dein Geschöpf, vom Štaube her, das ohne dich ganz hülflos wär. 4. Laß Reiche stolz auf Reichthum sein; ich trau auf meinen Gott allein. Werd ich denn gleich verhöhnt; so weiß und 8. Gottes Kinder säen zwar glaub ich, daß es nicht dem, öfters hier mit Thränen, aber der Gott trauet, je gebricht. Bei besonderen Nöthen. 5. Ach, Gott, so reich bist du| 2. Ich werde für die Missenoch heut, als du es warst that mit Recht also gequälet, von Ewigkeit! Zu dir steht daß mir dein Trost, dein treuer mein Vertraun. Mach mich an Rath, und deine Hülfe fehlet. meiner Seele reich, so gilt 3ch liege da ganz ohne Ruh, mir andrer Reichthum gleich. dieSchwachheit nimmt beständig zu, daß ich den Tod besorge. 6. Die Lust der Welt entbehr ich gern, hab ich das Ewge nur vom Herrn, das er auch mir erwarb durch einen herben, bittern Tod. O das gib mir, mein trener Gott! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht, daß du es immer wohl gemacht! In Demuth bitt ich dich: Verwirf von deinem Angesicht mich, Herr, mein Gott, nur ewig nicht! 395 7. Das alles, was die eitle Welt für Leben, Glück und Freude hält, Gold, Ehre, Wollust, Pracht, das währt nur eine kurze Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 4. Du bist allein der starke Held, der Tod und Leben zwinget, ein treuer Arzt für 8. Sohn Gottes, freudig 8. Sohn Gottes, freudig alle Welt, dem alles wohl gedank ich dir, daß du auch solchen Sinn in mir durch dein Wort hast erzeugt! Er linget; drum eil und stärke meinen Geist, nimm weg, was halt ihn in mir jederzeit zutund tilge meine Schmerzen! Noth und Krankheit heißt, meiner Seelen Seligkeit! 3. 3n Krankheiten. Mel.: Herr Jesu Christ, du. 566. N frommer Gott, dir sei geklagt, was mich in meinem Herzen für Angst und Elend drückt und plagt! Wie groß sind meine Schmerzen! Ich bin mit Krankheit hart beschwert, und meine Kraft ist fast verzehrt von deinem Zorn und Dräuen. 3. Doch hast du dich voll Huld erklärt, und väterlich verheißen, den, der dich suchet und begehrt, aus seiner Noth auch, o Herr, zu dir: Ach, zu reißen. Drum fleh ich bester Bater, hilf du mir, und wende meine Plage! 5. Erfreue mich mit deiner Huld, erhalte mich in Gnaden, verleihe christliche Geduld; was aber mir kann schaden, laß, liebster Gott, entfernet sein, und flöß mir Trost und Leben ein durch deines Geistes Gaben! 6. O Jesu, der du ja der Hort der Kranken sonst gewesen, sprich auch zu mir ein Gnadenwort, so werd ich bald genesen! Denn was du sprichst, Herr, das geschieht! Dein Auge wird mich, das mich sieht, nicht in der Angst verlassen. 7. Ja treuer Gott, ich traue dir! Weil du mich selbst geschlagen, so wird auch deine Liebe mir die Schwachheit hel 396 Bei besonderen Nöthen. fen tragen, daß mich der stärken; das laß mich gläubig Schmerzen schwere Past, die du mir aufgeleget hast, nicht gänzlich unterdrücke. merken! 5. Zwar brauch ich auch des Arztes Rath; jedoch an 8. Soll aber ich in dieser deinem Segen, Herr, der du Noth ermattet unterliegen, so groß von Rath und That, ist laß mich über meinen Tod in alles hier gelegen; drum hilf wahrem Glauben siegen, daß mir auch bei dem Gebrauch ich durch Jammer, Kreuz und erwählter Arzeneien und laß Leid zu dir in deine Herrlichkeit sie wohl gedeihen! getroft und fröhlich dringe! 6. Wenn man sonst nur ein einzig Wort aus deinem Munde hörte, so wichen Schmerz und Krankheit fort, daß man mit Dank dich ehrte. Sprich auch zu mir: Ich helfe Wesen sich stärken und geneſen. dir! so wird mein ganzes 7. Du kannst es auch anjetzt noch thun, da du im Himmel thronest. Ich schrei zu dir und will xicht ruhn, bis du den du wirst, mein Lebensfürst, in Glauben lohnest. Ich weiß, Gnaden an mich denken, und mir das Beste schenken! Mel.: Was Gott thut. 567. A, Herr, mein Gott, dir ist bekannt die Krankheit, die mich drücket! Ich weiß, sie kommt von deiner Hand, du hast sie zugeschicket. Denn fest glaub ich: du prüfest mich fest glaub ich: du prüfest mich und kannsts nicht böse meinen in Züchtigung der Deinen. 2. Wo wend ich mich nun aber hin? Wem soll ich mich vertrauen? Ich, der ich ein Erlöster bin, ich will auf Jesum schauen. Er hat der meiner an, um deines Namens 8. Nimm, bester Arzt, dich Welt sich dargestellt zum Arzt willen! Wenn niemand sonst an Leib und Seele; der ist mehr helfen kann, kannst du es, den ich wähle. 3. Mein Jesu, heile doch dein die Schmerzen stillen. Ich Kind zuförderst an der Seele! liege hier, und fleh zu bir: Du Helfer, wo ich Mittel find, Herr, hilf mir armen Kranken! will ewig danken. die ich vor allem wähle, ich ruf Ich will dir ewig danken. zu dir, ach schenk sie mir! Laß mich doch meiner Sünden Vergebung bei dir finden! 4. Befriedige du mir das Herz und tröste das Gewissen, so wird des Kranken Leibesschmerz dem Troste weichen müssen! Dein Gnadenbund, den mir dein Mund geschworen, wird mich Mel.: Es ist das Heil uns. 568. Dein Wille, beſter Schöpfer, ist, daß ich nun Krankheit trage! Doch weiß ich, daß du Vater bist; von dir kommt Glück und Plage. Dir ist mein ganzerSchmerz bekannt; Bei besonderen Nöthen. 397 mein Leben steht in deiner Hand,| lich sein, und bald mein Leib du gibst mir meine Tage. 2. Wenn in mir einen Augenblick gesundes Blut geflossen, so schenkest du mir, Gott, dies Glück, das ich so oft genossen! Oft war ich frei von jedem Schmerz, war gutes Muths; drum, o mein Herz, leid jetzt auch unverdrossen. erblassen, so laß mein Herz, von Sünden rein, im Glauben dich umfassen! Gib Lust und Kraft zu jeder Pflicht; lehr mich stets denken ans Gericht, und alle Sünden hassen! 8. Und wenn du, Vater, Leben mir, Gesundheit wieder schenkest, so flebt mein Herze laut zu dir, daß du mein Leben lenkest! Mehr Frömmigzeit gelob ich dir, erhalt nur das Gefühl in mir, daß du stets an mich denkeſt! 9. Du weißt, wie wenig ich vermag, du mußt die Seele leiten; du mich auf meinem 4. Ach, jeden, jeden Augen Sterbetag durch deinen Geiſt blick möcht ich, mein Gott, dir bereiten; dann leb ich, Gott, weihen; zieh von der Erde mich nicht mehr für mich! Dann zurück, laß nichts den Geist such und lieb ich nichts als zerstreuen! Kein Glück der dich, du Herr der Ewigkeiten! Welt, kein Traum der Zeit, nur Gott, und nur die Ewigfeit soll meine Seel erfreuen! 3. Nein, bester Vater, gib nicht zu, daß Ungeduld mich fränke! Gib deinen Geist mir, der mir Ruh für meine Seele schenke! Dein Geist, der stark in Schwachen ist; daß ich an dich, o Jesu Christ, in froher Hoffnung denke! Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 5. Ach, zum Gebete schenke mir noch Munterkeit und Stärkel 569. Mein Jesu, der voll Schmerzen und Mein Herz wird sonst entfernt matt am Leib und Herzen am von dir, und träg zum guten Delberg niedersant, mein bester Werke. Will gleich mein Geist. Arzt und Tröster: ach siehe, der Leib ist schwach; hilf dein Erlöster, bein Gläubiger, deinem Kinde, Vater, mach, daß ich in mir dich merke! dein Freund liegt frank! 6. Laß nicht zu, daß der Krankheit Pein zu groß mir Schwachen werde! Erquicke gnädig mein Gebein und mildre die Beschwerde! Du, Bater, weißt, was jeden Tag dein schwaches Kind ertragen mag; bu weißt es: ich bin Erde. 7. Soll diese Krankheit töbt2. Wie viel gesunde Stunden sind wie ein Strom verschwunden! Wie schnell verfloß ein Jahr! Du, Herr, hast mich gestärket, ich hab es faum gemerket, daß ich gesund und glücklich war! 3. Jetzt, da ich Schmerz empfinde, denk ich an meine Sünde; mein Unrecht ist mir leid; 398 Bei besonderen Nöthen. du hast mich stets geliebet, verbinde, lindre! heile; Denn und Treu an mir geübet; ich meine Hoffnung steht zu dir. liebte dich nicht allezeit. 9. Vermindre meine Plage, verlängre meine Tage, wenn es mir nützlich ist! Im neu geschenkten Leben will ich mich dir ergeben, und rühmen, daß du hülfreich biſt. 4. 3ch warf mich nicht in Demuth und in bußfertger Webmuth vor dir, o Herrscher, hin! Jetzt wirfst du meine Glieder anfs Krankenbette nieder, und lehrst mich, daß ich Erde bin. 5. Ich wandte meine Kräfte nicht stets zum Hauptgeschäfte, nicht stets zur Tugend an. Die Trägheit wird gerächet, jetzt bin ich so geschwächet, daß ich kaum Gutes denken fann. 10. Doch ist mein Werk vollendet, sind Zeit und Lauf geendet, so waffne mich mit Muth. Ich will mein fieches Leben gern für ein beßres geben; machs nur mit meinem Ende gut! 6. Wie oft bin ich beim Beten ohn Ernst vor dich getreten, ! Mel.: Kommt her zu mir. wie laulicht fucht ich eich 1 et 570. Ich bin der Herr ringen, und dein sprichst herzlich zu dir bringen, jetzt du, und rufest den Mühselgen ruf ich stark und ängstiglich. zu: Kommt, daß ich euch er7. Du züchtigst mich mit quicke! Auf dies Wort, Jesu, Gnaden, du heilst den Seelen- komm auch ich; mein Arzt, schaden, wenn du den Körper mein Heiland, segne mich mit stäubst; mein Leiden wird mein einen Gnadenblicke! Segen; auch auf den rauhen Wegen seh ich, daß du die Liebe bleibst. 2. Nicht kraut noch Pflaster macht gesund; mich heilt ein Wort aus deinem Mund. Ach 8. Vernimm mein ächzend laß dies Wort mich hören! Und Flehen, laß mich dein Antlig eh es mein Gebein erneut, laß fehen, verbirg es nicht vor mir! mich dich durch Gelassenheit, Mein Arzt, mein Helfer, eile, Geduld und Hoffnung ehren! IX. Nach geendigten gemeinen und besonderen Nöthen. Nach erlangtem Frieden. gesnoth. Ihm müsse von uns allen ein feurig Lied erschallen, der unsrer gnärig denket, und Mel.: Mein Jesus ist getreu. 571, obfinget unserm Gott! Er wehrt der Krie- uns den Frieden schenfet. Nach geendigten gemeinen und besonderen Nöthen. 2. Wie schreckte Gottes Hand das werthe Baterland! Der Krieg hat es verheeret, entvölfert und zerstöret. Nun 572, wehret er der Plage, gibt wieder heitre Tage. 3. Dankt jetzt und immerdar ihr, welche die Gefahr des Krieges hart geplaget, zerstreuet und verjaget! Um Frieden eu zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 4. Lobsingt Gott Zebaoth! Lobsinget unserm Gott! Das Nachschwert legt er nieder. Er schlug; doch heilt er wieder und führt uns Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. 5. Nun Gott, wir loben dich jetzt und einst ewiglich! Du hast auf unser Flehen uns huld reich angesehen, der Noth des Kriegs gewehret und Frieden uns bescheret. 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen! Beschirm uns, und nicht minder nach uns auch unsre Kinder! 399 Nach dem Regen. Herzliebster Jesu. Bereit mein Herz, o Gott, mit allen Mel.: Kräften; entzeuch den Sinn den irdischen Geschäften, auf daß mein Lied, das ich dir dankbar bringe, zu dir, Herr, dringe! 2. Erhebe selbst in Andacht mein Vater, und erzähle, wie meine Seele, so preis' ich dich, in der Noth du unser Flehn erhörtest und Hülf gewährteſt. 3. Wir seufzeten um einen gnäbgen Regen, für ein verschnachtend Land um deinen Segen; und du erquickst mit Regen unfre Saaten, daß sie gerathen. 4. Wir waren undankbar und unsre Sünden, Herr, konnten deinen strengen Zorn entzünden! Doch willst du noch nicht nach Verdienste lohnen, uns noch verschonen. wir uns bekehren, zu dir und 5. Du fegnest uns, damit deinen Rechten wiederkehren. Du hilfft uns noch von deinem Gnadenthrone in deinem Sohne. 6. Gebeut noch ferner deinem 7. Dein Geist mach uns bereit, daß wir zu keiner Zeit in reichen Segen, gib unsern Feldeinem Dienst erfalten, dein dern Sonnenschein und Regen, Wort beständig halten, und uns ein mit Dank und Sob ernicht mit neuen Sünten die füllt Gemüthe für deine Güte! Kriegesflamm entzünden! 8. Gott, Retter aus der nenschein. Noth, o Herr, du unser Gott, Nach erhaltenem Sonbescheer uns doch hienieden die Ruhe und den Frieden, bis daß wir dich dort oben in ewgem Frieden loben! Mel.: Nun danket alle Gott. 573. Mein Gott, du biſt gerecht, und bleibst doch lauter Liebe, stehts mit uns Nach geendigten gemeinen und besonderen Nöthen. Armen gleich oft fümmerlich dich, mit freudigem Gemüthe! und trübe; scheints gleich, als dächtest du, bei überhäufter Schuld, nicht mehr an deine Treu und väterliche Huld. Versorg uns fernerhin nach väterlicher Güte; gib uns zu rech ter Zeit Thau, Regen, Sonnenschein; wir wollen dir dafür von Herzen dankbar sein! 400 2. Wir Menschen reizen dich mit überhäuften Sünden und gleichwohl läsfest du uns Huld und Gnade finden; wenn du den Arm auch schon zu Strafen ausgestreckt, und der gedrohte Schlag der Sünder Herz erschreckt. 3. Herr, dein Erbarmen kann tein Menschenfinn erreichen! Wer ist dir, Höchster, gleich? Wenn Berg und Hügel weichen, wenn Erde, Sonn und Mond aus ihrem Laufe gehn, bleibt deine Gnade doch stets unbeweglich stehn. 4. Wir haben, dir zum Preis, nun dies von Jahr zu Jahren, mein Gott, ohn Unterlaß, und jetzt auch noch erfahren, da du des Eifers Fluth, nach sündlichem Verdienst, in stetem Regenguß auf uns zu schütten schienst! 5. Die Wolfen mußten stets dasSonnenlicht bedecken; Wind, Regenwetter, Sturm erfüllten une mit Schrecken, weil man nur Dunkelheit und finstre Nebel sah; und unsres Landes Saat war dem Verderben nah. 6. Dod, Herr, auf deinen Winterschien die Sonne wieder! Das Trauren ist vorbei; wir fingen Freuvenlieder, und preisen deine Huld, die auch auf unser Flehn bei unsrer Kümmerniß so gnadenreich gesehn. 7. Ja, Herr, wir preisen Nach dem Gewitter. Mel.: Wer nur den lieben. 574. Des Donners schreckfendes Gebrülle mit Blizzen ist Gottlob vorbei! Und bei der angenehmsten Stille lebt Alles auf und lebt aufs neu. Herz, fordert dies nicht deinen Dank und deinen frohen Cobgesang? 2. O Seele, preise den Erretter, der seine große Rraft bewies; den starken Gott, der sich im Wetter so majestätisch hören. ließ; der selbst des Blitzes Strahlen lenkt und auch im Zorn an Gnade denkt! 3. Wenn die erhitzten Dünste glühen, so daß die Menschen und das Vieh den Odem matt und schmachtend ziehen; wie froh, wie munter werden sie, sobald nur in die schwüle Luft der Donner tühle Winde ruft! 4. Wie lieblich hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß! Und wie vergnügt betritt die Weide der neu belebten Thiere Fuß! Der muntern Vögel frohes Heer singt froher des Erhalters Ehr! 5. Gott, es bringt unsmanchen Segen der Blizz und Donner deiner Hand! Erbahnt Nach geendigten gemeinen und besonderen Nöthen. 401 den Weg wohlthätgen Regen, ben. Gott, du haft sie gehemnt, und Fruchtbarkeit strömt auf mit starker Hand von oben! das Land. Drum wird dir, Die Wasser laufen ab, der wenn der Frevler zagt, vom Mensch wird wieder froh, der Christen freudig Dank gesagt. voll von Furcht und Angst, nur zu den Höhen floh. 6. Sprichst du, o Gott, nicht mehr aus Wettern; dein Zorn bleibt schrecklich für und für! Droht nun kein Blizz uns zu zerschmettern, so bleibe doch die Furcht vor dir! Bist du, Herr, meine Zuversicht, so schreckt mich nichts; so zag ich nicht! Nach geendigter Wassersnoth. 2. Doch mitten in dem Zorn bewiesest du Erbarmen, es brach dein Vaterherz; dn zeigtest an uns Armen, daß du von Herzen doch die Menschen nie betrübst, und im Betrüben auch sie noch als Vater liebst. 5. So sei denn nun gepreist, o Vater aller Güte! Nimm an, was wir dir jetzt aus dankbarem Gemüthe für deine große Treu zum Opfer fünftig weihn! Dein Eigenthum sind wir, und wollen stets es sein. Mel.: O Gott, du fromm. Mel. Nun danfet alle Gott. 576. Wir nahn zu dei575. Job, Ehr und Dank nem Thron, Gott, mit gerührtem Herzen, sei dir, o großer daß du so gnädig halfft, da Gott, gesungen, daß du durch wir voll Angst und Schmerdeine Macht die wilde Fluth zen uns in Gefahr und Noth bezwungen! Der Sturmwind von Feuerflammen sahn; und tobte stark, das Wasser schreckte nun gerettet sind! Gott, das sehr, die Wellen rauschten hast du gethan! schon fast über uns daher. Nach geendigter Feuersnoth. 3. Dein Sohn war unser Fels, auf den sich unser Hoffen ganz sicher gründete; brum ists auch eingetroffen. Der Sturm erschütterte, doch fiel das Haus nicht gar, weil es auf diesem Fels des Heils gegründet war. 4. Nun ist der Sturm vor 2. Du ließeft zu, daß uns ein heftig Feuer schreckte, das plöglich unsre Stadt zu reger Hülfe weckte; doch, was kann obne dich der Menschen Hülfe sein? Du, Hüter Israels, warst unsre Hülf allein! 3. Zwar ist der Jammer groß bei der zerstörten Stätte; wer sieht sie menschlich an, der nicht geweinet bätte? Vor kurzem stand sie noch mit ungestörtem Glück; wie bald verkehrte sie ein trauriges Geschick! 4. Doch schontest du uns, Gott, in deinen Züchtigungen, bei, die Fluth hört auf zu to- sonst hätte die Gefahr uns Alle Luth. Sess. 26 402 Nach geendigten gemeinen und besonderen Nöthen. ganz verschlungen! Denn unsre Missethat war immer groß geNach der Genesung. Mel.: Aus meines Herzens. nug, daß uns, wie wir verdient, 577. Ich preiſe dich und dein Arm härter 5. Dank sei dir, großer Gott, du hast das Leid gewendet, das uns so nah umschloß, und Hülf uns zugesendet; daß hier dein Lob noch heut von unsern Lippen schallt: Gott, anErbarmen reich, und mächtig an Gewalt! 6. Steh den Bedrängten bei, die jetzt noch traurig weinen! schrei. Du warest mein ErbarLaß Brüderherzen gern für sie mer und stundst mit Trost mir mit Hülf erscheinen! Und segne bei. An mir auch thatst du du mit Glück nach väterlichem kund, du könnest uns das LeRath, was auch beim Elend ben leicht nehmen, leicht auch gehier die Menschenliebe that! ben, und machtest mich gesund. 3. Dein Zorn bat bald ein Ende; dein Herz ist voller Huld. Du reichst uns Baterhände und züchtigst mit Geduld. Dich jammert unser Schmerz. Vergeht die Nacht in Weinen, früh muß die Sonne scheinen, und Freud erquickt das Herz. 4. Des Todes Angedenken hast du mir erst erneut, den Geist auf dich zu lenken; nun mich mit Hülf erfreut. Herr, nie vergeß ich dein! Ich will in Angst und Plagen vor dir nicht irostlos zagen, im Glück mich deiner freun. 7. Gib, daß wir als tein Volk, zu deinem Wohlgefallen, auch künftig unsern Weg durch dieses Leben wallen! Laß uns die Sünde scheun, die stets Verderben bringt, und hör uns, wenn der Geist zu dir sich betend schwingt! 8. Bewahr uns Haus und Hof, die Stadt, die du froh machest! Der Wächter wacht umsonst, wenn du nicht für uns wachest. O gib, daß je des Herz sich dir zum Tempel weih, und immer eingedent, Herr, deiner Hülfe sei! ner Liebe Rath, die mir so große Dinge bisher erwiesen hat! Dich preisen, ist mir Pflicht. Ich will mein neues Leben dir ganz zu eigen geben, mehr hab und kann ich nicht. X. In Mel.: Lobt Gott ihr Christ. 578. Bald leg ich Sorg und Schmerzen 2. Wie schmerzvoll war ich Armer! Du hörtest mein GeTodesnöthen. die Erde nehme, was sie gab; ich ruh in Gottes Hand. 2. Ich geh den Weg zum ab, und diesen Prüfungsstand; ewgen Licht, er mag mir dun In Todesnöthen. 403 kel sein; den Todesschlaf stört im Sterben meine Blicke auf Plage nicht; erwacht werd ich dein Verdienst, Seelenmich freun. 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Auferstehn bereit; die unerforschte weise Macht führt mich zur Seligkeit. freund! Sprich mir Trost, Muth und Freude zu, mach Ende, bringe mich zur Ruh! 6. Ihr todten Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Zurück, jegt werd ich selig werden; ich brauch und acht euch nun nicht Eitle weicht, der mir des Lemehr! Du bists, wenn alles reicht. Mel.: Wer weiß, wie nahe. 579. I werfe mich in ch werfe mich in ach treuer Vater, halt mich fest! Verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich Meinen, du Bater der Barm7. Ich übergebe dir die stets verläßt! Du bist mein Gott dein Trostlicht scheinen, und von Jugend auf, beschließ auch bleib ihr Gott zu aller Zeit! meinen Lebenslauf! 2. Du hast nach deiner Ba- Behüte sie vor Ungemach und tergüte beständig wohl an mir bringe sie mir selig nach! gethan; erhör auch meine letzte Bitte: Nimm, Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach, Mel.: Christus, der ist mein noch Eins ist noth! Ein guter 580. Mein Jesus ist mein Schluß, ein selger Tod! Leben. Reißt schon der Tod mich hin; was soll ich ängstlich beben? Der Too ist mein Gewinn. 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschügt, regiert, mit Lust erquickt, mit Kreuz geübet, oft wunderlich, stets wohl geführt. Wohin ich ging, wohin ich sah, gingst du mit mir, warst du mir nah. 4. Auch jetzt, auf meinem Sterbebette, sieh meine Noth lindere, errette! Nur du bists, der mir helfen kann! Beschütze den, der an dich gläubt, daß er im Tode treu verbleibt! 2. Wer an ihn glaubt, wird selig. Dies Wort steht ewig fest. Die Freuden sind unzählig, die es mich hoffen läßt. mit Mitleid an! Verbinde, du mein Bruder bist! 5. Komm, Heiland, treib die Furcht zurücke, besiege meinen letzten Feind; lenk auch 3. Drum fahr ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Christ; von dir stets ungeschieden, der 4. Du fennest meinen Glauben; und feine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. 5. Bald hab ich überwunden; bald weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine 26* In Todesnöthen. Wunden ist mir der Sieg ge- ich aber wohl und selig ster wik! ben, dein Reich ererben? 6. Durch die bin ich gereinigt; durch sie mit Gott ver: söhnt; durch sie dir fest vereinigt, nun bald mit Preis gefrönt. 7. Wer kann dich gnug erheben? Tu hast, Eohn Gottes, dich für uns dahin gegeben! Heil mir, du auch für mich! 8. Du wolltest Strafen dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgest meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Himmel ist mein Theil. O theure hohe Gnare! O unaussprechlichs Heil! 10. Eriöser, sieh, ich sammle noch meine letzte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir geschafftk 404 11. Zu dir, Herr, will ich flehen, so lang ich lallen kann! Du fannst mein Innres sehen, und nimmst auch Seufzer an. 12. Du selber hilsst mir ringen; allmächtig hilsst du mir insleben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 13. Owohl mir, ich vollenbe nun bald den schweren Lauf! Du nimmst in deine Hände den Geist, mein Heiland, auf! 2. Wie du, mein Trost, am Kreuze bist gestorben, da tu mir haft die Seligkeit erworben, so laß mich nun auf deinen Tod abscheiden, zu deinen Freuden! mein terben ist vorhanden; ich werde frei von dieses Leibes Banden! Wie soll 3. Das was du noch am Kreuze haft gesprochen, eh dir dein Herz auch für mich ist gebrochen, das will ich dir, da mir mein Herz will brechen, getrost nachsprechen. 4. Vergib, o Bater, denen, die mich hassen, die ihren Haß mich gern empfinden lassen! Bergib du denen, die es nicht verstehen, was sie begeben! 5. Vergib auch mir, o Vater, alle Sünde, und was ich jetzt noch Böses an mir finde! Vergib, wenn Fleisch und Blut mich wider Wissen von dir geriffen! 6. Ich hab, o Jesu, Seele, Leib und Leben zu deinem Eigenthum dir übergeben! Du wirst die Meinen, die dir unverborgen, auch wohl versorgen. 7. 3ch übergebe sie zu deinen Händen, ru wollest Sünd und Roth von ihnen wenden! Du wirst dies, Herr, nach deinem guten Willen, liebreich erfüllen! 8. Drauf wendet sich mein Herz von dieser Erden; dein Paradies laß mir zu Theile werden; in solchem stelle mich, solls sein, noch heute, dir, Mel.: Herzliebster Jesu. 581. Mein Jesu, komm, perr, zur Seite! 9. Ach, Jesu, zeige mir jetzt deine Güte; erfüll mit Trost und Hoffnung mein Gemüthe, In Todesnöthen. und richt es ganz nach deinem Mel.: Alle Menschen müssen. Gnadenlohne, der Lebenskrone! 10. Zwar Sünd und Hölle 582. Vater, Vater! Voll suchen mich zu quälen, und ich deinem Throne mich; faum Gebrechen nah ängsten mich an meiner armen noch darf ich mit dir sprechen; Seelen, weil ich dein Wort denn ein Sünder, Herr, bin in dieses Leibes Hütten oft ich! Aber reuend, tiefzerschlaüberschritten. wagen, weil du uns durch gen will ich doch zu dir mich Jesum Christ, Vater, dennoch gnädig bist! 11. 3ch aber will dich desto fester fassen. Mein Heiland, nein, du kannst mich nicht vers lassen! Von Gott verlassen, hast du wollen hangen, mich zu empfangen. kennen, fühlen laß mich meine 2. Laß mich mein Verderben 12. Ich dürste, Herr, nach nennen, aber zeig mir deine Schuld; aber, laß dich Bater dir, ich schrei und ächze; ich Huld! Bater, laß mich Gnade seufze nach dem Himmel, ach finden und vergib mir meine ich lechze nach dir; nach dir, Sünden! Gott, der seinen mein Jesu, dürst ich Armer, Sohn mir gab, schau mit o mein Erbarmer! Lieb auf mich herab! 13. Ach, laß mich nicht in meiner Noth vergehen! Laß mich die Kraft von deinem Leiden sehen! Ich dürfte wie ein Hirsch; laß dich erblicken, mich zu erquicken! 14. Ach, laß dein Blut die matte Seele laben, laß mich dadurch auch Kraft im Tode haben! Vermehre Glauben, Hoffnung, Fried und Freude, bis ich abscheide! 405 15. Es ist vollbracht! Nun endet sich mein Jammer! Nun schwacher Leib, schlaf sanft in deiner Kammer, bis Jesus fommt, der gibt mir diese Glieder einst schöner wieder! Ende mich, mein treuer Schöp3. Ach, verlaß an meinem fer, nicht; zeig mir deine Helfershände, und dein Vaterangesicht! Ach, erquiche meine Seele, Vater der Barmherzigkeit! Gib die ich deiner Huld empfehle, mir Muth im letzten Streit! leiden, was ich hier noch lei4. Laß mich alles willig den soll! Schenke mir den deiner Liebe voll! Laß mich Geist der Freuden! Mach mich deinen Beistand merken! Gile, eile mich zu stärken! Laß mein ganzes Herze rein, Jesu, deinem 16. Nimm meinen Geist an Berlangen, Vater, nach der 5. Ach, entflamme mein meinem letzten Ende, o treuer Ewigkeit! Jesu, laß an dir Gott, in deine Baterhände! Ich mich hangen, selig sein, noch bleibe dein; ich sterb in deinem in der Zeit! Laß mich deine Namen. Sprich, Jesu, Amen. Sieb empfinden; kämpfen hilf, 406 In Todesnöthen hilf überwinden! Jesu, Jesu über mich! hilf mir froh und zeige dich, unterstüge, tröste mich! heilig sterben! Hilf mir deinen Himmel erben! Hilf mir; ach du starbest ja auch für mich auf Golgatha! 6. Gott, erhöhe mein Vertrauen; mehre meine Lust an dir; laß vorm Grabe mir nicht grauen! Ach, zur Rechten steh du mir! Gib mir Fürbitte für Sterbende. Muth und Kraft zum Siege! Mel.: Ich hab mein Sach. Gib nicht zu, daß ich erliege, Jesu; denn ich glaube dir! Hilf im Kampfe, Helfer, mir! 583, Du wollst erhören, Gott, sein( ihr) 7. Wenn mir alles Licht ver- Flehn! Nicht ins Gerichte mit schwindet, Ohnmacht mich und ihm gehn, der jetzo deiner Nacht umgibt, gnug, wenn nur Ewigkeit sich naht, befreit nun mein Herz empfindet, daß mich bald von dieser Eitelkteit! Gott, mein Heiland, liebt. Diesen Trost laß mir nicht fehlen, Freund und Retter meiner Seelen deine Lieb, ich bitte dich, tröst in meinem Tode mich! 8. Mehr, als kein Erschaffner fasset, weißt tu ja, was Sterben ist; denn du bist am Kreuz erblasset, auch für mich, o Jesu Christ! Nun, du wirst auch mich bemerken, nun mein Herz im Tode stärken; hilft fein Lebender mir mehr, o so hilf, Allmächtiger! 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr! Du hast gezählet all sein Haar, sein Todesjahr bestimmt, als feine Zeit noch war. 3. Erfullt ist seiner Leiden Zahl; er leidet heut das letztemal; ach, sei in seines Todes Noth sein Helfer, Gott! Ein Schlummer sei für ihn der Tod! 4. Vollende, Vater, seinen Lauf, nimm ihn zu deinem 9. Laß mich in dein Herz Frieden auf! Verlaß ihn, wenn eindringen, sehn rein freund sein Herz nun bricht, verlaß lich Angesicht; hilf mir mit ihn nicht, Herr, Herr, mit dem Tore ringen! Schone deinem Gnadenlicht! meiner im Gericht! Müden kannst du Stärke geben! Jesu, du lebst, ich soll leben! Wenn mein Herz im Sterben bebt, o so ruf ihm: Jesus lebt! 5. Erleichtre ihm den letzten Schmerz! Von dir erquicket, ruh sein Herz! Durch Jesu Todesschweiß und Blut, so ihm zu gut vergossen, stärke seinen Muth! 10. Jesu, ach, bei deinem Tode, deinem Blute bitt ich 6. In ihm vermehre deine dich: Ach, verlaß mich nicht im Tode! Ach, erbarm dich Ruh, in seinem Herzen bete du, Geist Gottes, laß ihn glaubend In Todesnöthen. traun, auf Jesum schaun, und sehn hinab in das schauervolle so entgehn des Todes Graun. Grab. Heiliger, Schöpfer, Gott! 7. Bet unaussprechlich, Geist Heiliger, Mittler, Gott! Heides Herrn! Zeig ihm den liger, barmherzigerTröster! Du Gnadenlohn von fern! Laß ihn ewiger Gott! Laß sie nicht verden Himmel offen sehn, und sinken in des Todes letzter Angst! Jesum stehn, bereit, ihn gnä- Erbarm dich ihrer! dig zu erhöhn! 2. Wer mit einem Wassertrunk der Geringsten einen beiner Treuen labt, soll froh im Gericht erscheinen; wir labten Herr, sie gerne; allein kein Trunk mehr fühlet sie; darum beten wir für fie: Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Laß sie nicht erliegen! Herr, Herr, Herr, Gott! Im Gericht erbarm dich ihrer! 8. Ach, Gnate, Gnab ergeb für Recht; denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott! ohne deine Gnade sein? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich; erbarme seiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet sie: Erhöre sie! Erlöse, Gott, erlöse sie! 10. Behüt ihn auch in seinem Tod; ihn segne, segne, segne Gott! Wenn nun sein Auge sterbend bricht, leit ihn dein Licht; tröst ihn mit deinem Angesicht! 407 3. Ach, weil Jesus Christus selbst diesen Kelch getrunken. und von viel mehr Qual umringt, in das Grab gesunken; um seines Todes willen hör unser thränenvoll Gebet, das für sie um Gnade fleht: Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, barm berziper Tröster! Um Gnade für sie! Laß fie sanft entschlummern; trockn' in jener Welt Mel.: Mitten wir im Leben 584. Stärke, die durchs dunkle Thal jetzt nun follen bringen, müde, stumm, im falten Schweiß, mit dem Tode ringen! Du nur fannst fie erquicken; sie liegen da, und all ihre Thränen! XI. Bei Begräbniſsen. Mel.: Nun laßt uns den blüht er auf, und steigt ver585. Begrabt den Leib klärt zu Gott hinauf. in seine Gruft, 2. Aus Staube schuf ihn bis ihm des Richters Stimme einst der Herr. Er war schon ruft! Wir säen ihn; einst Staub und wirds mur mehr. 408 Bei Begräbnissen. Er liegt, er schläft, verwest, an sein Grab; nun wischt erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. Gott seine Thränen ab. Was sind die Leicen dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf ihrer Noth, aus aller ihrer in Ruh! Wir gehn nach unMissethat durch seinen Sohn sern Hütten zu, und machen erlöset bat. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller zu der Ewigkeit mit Freud und zittern uns bereit. 4. Hier hat ihn Trübfal oft gedrückt; nun wird er, Gott, von dir erquickt! Hier wandelt er im finstern Thal; nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis 7. Ach, Jesu Christ, dein bittrer Tod stärk uns in unsrer letzten Noth! Laß unfre ganze Seele dein, und freudig unser Ende fein! Anhang ( einiger Lieder in besonderen persönlichen Umständen. Am Geburtstage. bis an diese Zeit so väterlich, mein Gott, bedacht, und alles mit mir wohlgemacht! 4. Laß mich nur dir zu Ehren leben und zu des Nächsten Nugbarkeit; und laß mir stets vor Augen schweben das Ende dieser kurzen Zeit! Ach, lenke dadurch stets mein Herz von dieser Erde himmelwärts! Mel.: Wer nur den lieben. 586. C ist denn jetzt von meinen Jahren nun eines wiederum dahin; wie Ströme schnell vorüber fahren, so seh ich, daß ich sterblich bin. Jedweder Blick der kurzen Zeit führt näher zu der Ewigkeit. 2. Ich weiß, mein Leben muß sich enden, und meine Jahre hören auf. Doch alles steht in Gottes Händen; er lenket meines Lebens Lauf. Wie Gottes Hand mein Ziel gestellt, so folg ich in und aus der Welt. In der Jugend. Mel.: Ermuntre dich, mein. 587. dh trete vor dein Angesicht, du Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein findlich Flehen nicht, um Weisheit und um Tugend! 3. Indessen preis' ich deine Güte, du Vater der Barmherzigkeit, mit höchst erkennt- Mein ganzes Leben dank ich lichem Gemüthe, weil du mich dir! Erbarmer, weiche nie von Anhang. mir, damit ich meine Wege Alter! Erhalte mein Gewissen unsträflich gehen möge! rein; laß keinen meiner Tage sein, der nicht zu deiner Ehre geschmückt mit Tugend wäre! 2. Mein Herz, vom Lasterdienst noch rein, doch jung und unerfahren; wie leicht ge- 7. Ach, lehre mich den Werth blendet durch den Schein, der Zeit, daß ich sie nie verstürzt es sich in Gefahren! schwende; daß ich mit fluger Ach, mache mich mir selbst Thätigkeit auf Weisheit sie verbekannt! Herr, gib mir Weis- wende! Gott, meiner Jugend heit und Verstand, stets auf Fleiß und Müh laß nicht umdein Wort zu schauen, und sonst sein; segne sie! Laß auch nie mir selbst zu trauen! durch mich auf Erden dein Werk gefördert werden! 3. Du pflanztest, Herr, in meine Brust die Triebe zum Vergnügen! Ach, stärke mich, 409 den Hang zur Lust der Sünde Mel.: Ermuntre dich, mein. zu besiegen! Dein unausbleibch Einfamteit zu dir liches Gericht vergesse meine 588. 3 will in meiner Seele nicht! O lehr mich mein Herz erheben; du selber fromme Freuden von eiteln wollst mir Freudigkeit, dich unterscheiden! anzurufen, geben! Vernimm, 4. Wenn sich auf meiner o Bater, mein Gebet, das Jugend Bahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Berführer meiner Seele nahn, so laß mich klüglich fliehen! Ihr süßes Loden lenke nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht! Ihr Spotten und ihr Lachen laß nie mich wanfend machen! nicht aus falschem Munde geht; um deiner Liebe willen eil, Herr, es zu erfüllen! 2. Preis dir und Dank, mein Schöpfer, Gott, du gabst mir meine Seele! Preis dir und Dank, mein Mittler, Gott, bu starbst für meine Seele! Mein Leib ist doch nur Asch und Staub, nie wird mein Geist des Todes Raub. Wein erst Geschäft auf Erden sei, 5. Der Glaub an Jesum bleibe mir, o Gott, unendlich wichtig. Denn er macht mich gerecht vor dir, und meine Steige richtig! Nicht Zweifel, schön am Geist zu werden! die ein Herz erzeugt, das sich laß 3. Gott, lehre du mich zur Sündenliebe neigt, noch eilen, ihn mit Weisheit ausLust zu widersprechen, zuschmücken: denn meine Tage meinen Glauben schwächen! fliehn dahin, gleich schnellen Augenblicken! Gib, daß zu träger Tändelei mir meine Zeit zu kostbar sei, und laß es mir gelingen, sie nüßlich zuzubringen! 6. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Anhang. 4. Du bist mein Vater, ich Herr, lehr mich fliehen, als dein Kind, mein Heil ist, dich den Tod, und willig alle Freuden zu lieben. Ach mache mich der wilden Weltlust meiden! dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele keusch und rein, und treu in deiner Liebe sein, und suchen, dir vor allen, o Bater, zu gefallen! 410 9. Die Tugendhaften laß in mir ein Herz wie ihres finden; verknüpf durch Unschuld uns, daß wir der Freundschaft Glück empfinden! Laß unsern Umgang sanft und rein 5. Vor stolzer Selbstgefäl- uns lehrreich durch Exempel ligkeit bewahre meine Jugend, sein, und nie laß unsre Seelen ihr Vorzug sei Bescheidenheit und ihre Schönheit Tugend! Gib mir den sanften stillen Geist, der dich durch seine Demuth preist, den nächsten nie verachtet, sich selbst zu bessern trachtet. Neid oder Arawohn quälen! 10. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Himmel lehrest, ich will dich preisen, meinen Gott, daß du mein Flehn erhörest. Ich opfre dir mein Lebenlang der Unschuld und der Tugend Dank. Dort Chören der 6. Die Lust der Eitelkeit laß nicht mein junges Herz will ich in den entzünden! Sie macht mich Engel dich verehren. Im Alter. untreu meiner Pflicht, und bahnt den Weg zu Sünden. Gesuchte Zier und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt; du willst, ich soll beſscheiden mit Zucht und 589. Schau, Seele hinMel.: Ich ruf zu dir, Herr. Scham mich kleiden. ter dich zurütd, 7. Bewahr mein Auge, daß auf die durchlebten Jahre! Thu es nie unreine Gluth ernähre, vor dich hin auch einen Blick! und meine Rede, Gott, daß Was siehst du? Meine Bahre. fie kein Spötter falsch erkläre! Ich bin schon alt, wie bald, Die Unschuld sei mein liebster wie bald ist meine Zeit verRuhm; ein guter Ruf mein schwunden! Stunden, Stunden Eigenthum, den jeder gern währt hier mein Aufenthalt, mir gönne und niemand lästern und bald nicht mehr gefunden. fönne! 2. Gott, was ich bin, bin ich 8. Bewaffnet sei mit Ernst durch dich; erwäg es mein Gemein Blick, und fromm sei müthe! Auf Vaterhänden trugst meine Seele; zu allem, was du mich; dein Weg war eitel ich thu, gib Glück, und hilf Güte. Herr, Ruhm sei dir, mir, wenn ich fehle! Den Um- denn du hast mir in meinem gang, der Verführung droht, langen Leben viel gegeben; Anhang. was geb ich dir dafür? Wie der Herr getragen, von meiner soll ich dich erheben? Jugend auf; ich sah auf meis nen Wegen des Höchsten Hand und Segen; er lenkte meines Lebens Lauf. 2. Sein Weg war oft verborgeu; doch wie der helle Morgen aus dunkeln Nächten bricht, so hab ich stets gespüret, der Weg, den Gott mich führet, bringt mich durchs finstreThal zum Licht. 411 3. Du meines Lebens Grund und Kraft, mein Vater, sei gepriesen, du hast auf meiner Pilgerschaft mir stündlich Guts erwiesen! Sott, du hast mich oft wunderlich und doch stets wohl geführet, wohl regieret; beim Kummer hab ich dich stets nah und treu gespüret! 4. 3ch habe manchen schweren Berg durch deine Hülf erstiegen; du machtest ein mir furchtbar Werk mir oftmals zum Vergnügen. Du Gott der Huld hast mit Geduld, da Sünden auf mir lagen, mich getragen! Herr Jesu, tilg die Schuld von allen meinen Tagen! 5. Mein Gott, Fels meiner Zuversicht! Mein Schöpfer und Erhalter, getreuer Gott, verlaß mich nicht, verlaß mich nicht im Alter! Die Zeit eilt hin, die Kräste fliehn; es reifen meine Haare zu der Bahre. Gib, daß wenn ich schwach bin, ich deine Kraft erfahre! 6. Komm und erlöse mich! Ich bin vom langen Rampfe müde; nimm meine Seele zu dir hin, wo mich erquict dein Friede! Schließ meinen Lauf; froh hoff ich drauf! Mein Fleisch wird nach dem Ster- Triumph! D welche Freuden hen nicht verderben; verklärt sind nach den letzten Leiden vor steh ich einst auf, die Seligkeit Gottes Thron für mich bereit! zu erben. 6. Nach wenig bangen Stunden hab ich ganz überwunden; ich bin vom Ziel nicht weit. 3. War Menschenbülf vergebens, so tam der Herr des Lebens und half und machte Bahn; wußt ich mir nicht zu rathen, so that Gott große Thaten und nahm sich mächtig meiner an. 4. Bis in des Alters Tagen will im dich heben, tragen und dein Erretter sein; dies hat mir Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; ich werde sein mich ewig freun. 5. Er wird mir schwachen Alten, was er versprochen, halten, denn er ist fromm und treu; bin ich gleich matt und müde, von ihm fommt Trost und Friede; er steht mit Muth und Kraft mir bei. Mel.: Wer nur den lieben. 7. Ich warte froh und stille bis meines Gottes Wille mich nach dem Kampfe krönt; meiner Laufbahn Ende 590. Durch viele große an Plagen hat mich fink ich in Jesu Hände, Anhang. der mit dem Richter mich ver- Garben; muß ich hier Manföhnt. 412 gel leiden, dort werd ich satt von Freuden. In Armuth. Mel.: Auf meinen lieben. 591. Nein, murren_will ich nicht, Herr, Mel.: Nun sich der Tag. meine Zuversicht, daß ich nur 592. Du Liebest nicht der wenig habe! Des Glückes Menschen Leid; größte Gabe für dieses Bil- dich, Bater, bet ich an; du gerleben hast du mir, Herr, hilfst uns mit Barmherzigkeit, gegeben! wie du an mir gethan! 2. Mir ward das beste Theil; du bist mein Trost und Heil; in Trübsal, die ich leide, ist Jesus meine Freude. Ward mir nicht viel beschieden, ist doch mein Herz zufrieden. 3. Mein Heiland, Freund und Herr. wie arm, wie arm war der! Wie viel hat er gelitten, eh er ganz ausgestritten! Und er hat alle Plagen mit Heldenmuth getragen. 4. 3ch trag ihm seine Schmach als Jünger willig nach; und für den andern Morgen will ich nicht heidnisch sorgen. Er wird in allen Zeiten mir meinen Tisch bereiten. In glücklichen Umständen. = 2. Du richtest nicht nach unsrer Schuld; du übst des Christen Herz zur Unterweisung und Geduld, durch Furcht, Gefahr und Schmerz. 3. Lob, Preis und Dank, du endigst sie, und oftmals wunderbar! Herr, deiner Hülf vergeß ich nie, Gelübde bring ich dar! 4. Du lenkst die Herzen, die Natur, und dein ist ihre Kraft; du selbst eilst auf verborgner Spur mit dem, wasHülfe schafft. 5. Herr, was dein Schuß erhalten hat, sei dir zum Ruhm mir Heil! Den Brüdern sei Durch Liebes that von meinem Glück ein Theil! 5. Der Armuth Joch ist schwer. Kanns sein, so hilf 6. Vorm Mißbrauch, Herr, mir, Herr, von ihren harten bewahre mich durch deines Plagen! Sell ich sie länger Wortes Licht; es sei dein tragen, laß dieser Last Beschwerden mir nicht zum Fallstrickt werden! Arm mir fürchterlich, wenn Sünde mich anficht! 7. Auf dich, Herr, hilf mir 6. Nicht ewig währt mein trostvoll schaun, tommt noch Leid; es kommt die Rettungs- Gefahr und Noth, und dir zeit. Muß ich hier thränend durch deinen Sohn vertraun, darben, dort ernt ich reiche wenn endlich ruft der Tod. A. Register. Ach, frommer Gott! dir fei geklagt, Ach Gott, wir treten. Ach Gott vom Himmel Ad Gott, verlaß mich. Ach Gott und Herr Ach Herr, mein Gott. Ach, hilf Herr! daß. Ach, ich soll einst. Ach Jesu, dessen Treu. Ach, nach deiner G. Ach, wie ist der Mensch Ach, wird denn dein Erl. Alle Menschen müssen. Allein an dir, mein. Allen Christen und Allen, welche nicht. Allgegenwärtger, ich. Allmächtiger, ich hebe. Allmächtig großer G.. Als Christus selbst zum Also hat Gott die Welt Am Kreuz erblaßt Änbetungswürdiger!. Anbetungswürdger G. Anbetung Lob und An dich, mein Gott, Auf, Christen, preist Auf deine Weisheit. Auf dich allein, Herr. Auf dich, Herr, nicht Auf ewig ist der Herr. Aui! Jesu Jünger!. Auf ihrem Felsengr. 2uf meinen lieben G. ♦ ● ● Auf, mein Herz, ein Auf, meine Seele finge! ● Nr. ● 566 Aus ganzem Herzen.. 553 Aus tiefer Noth schrei. 219 B. 413 Bald leg ich Sorg u.. 278 Bald oder spät des 567 Befiehl du deine Wege IX Befreit von manchem. 258 Begleite mich, o Christ 102 Begrabt den Leib in 563 Bereit mein Herz, 364 Bewahre mich, Herr ,. 70 Bis hierher half uns. ● 237 289 Auf, schicke dich, recht Aus dunkler Tiefe. Bringt Preis und R. C. 217 363 Christ, alles, was dich. Dein Reich, o Gott, Dein sind wir, Gott, 138 Das Recht, das uns. 516 Dein bin ich, Gott! 3 Dein bin ich, Herr, 166 Dein Heil hat heut 336 Dein Heil, o Christ, 378 350 Denk an die heilgen Der am Kreuz ist 475 488 Christe, du Lamm 18 Christus ist erstanden 513 Christus ist gekommen. 64 D. 193 Das Glück ist groß. 492 90 Das Grab ist leer.. ♦ ● • 149 Der du voll Blut 395 Der du uns das Heil. Auf, o Seele, werde 525 Der du die Liebe selber · 402 Dein Wort, o Höchster, 157 Deines Gottes freue 132 . 585 . ● . 280 Dein Wille, bester S. 349 Dein Will ist, großer. . . • • . • 413 Nr. 92 283 421 285 578 326 352 530 572 316 495 140 353 122 155 99 146 183 58 292 103 403 48 239 568 443 186 344 187 127 129 89 432 414 Der du selbst die W.. Der Freuden Fülle Der Held hat überw.. Der Herr ist Gott Der Herr fährt auf Der Herr lag in das. Der letzte meiner Tage Der mächtige, der H.. Der Mensch ist, Gott, Der Richter, der die. Der Sohn ist meine Der Spötter Strom Der Tag ist wieder hin Der Thron der Weltb. Der unsre Menschheit. Der Wollust Reiz Des Donners schreck. Des Jahres Schönh.. Des Leibes warten Des Morgens erste S. . Des Vaters und des . Register. ♦ Dich bet ich an.. Dich, Herr und Vater Dich seh ich wieder Die auf der Erde w.. Die Erd ist Jesu Ch.. . ● ● Die Feinde deines R. Die Herrlichkeit der E. Die Himmel rufen. Die Nacht streckt ihre. Die Wassersnoth ist Die Zunge, die vern.. Dies ist der Tag, den. Dies ist der Tag zum. Dieser Bau der Erden Dir allein hab ich ges. Dir dank ich für mein. Dir, Gott, dir will ich Dir, Gott, du Geber. Dir, Gott, sei Preis. Dir sei Preis, ich Dir, unser Gott, ist.. ♦ Nr. Nr. 537 ● 192 Dir, Vater, dankt m.,. 170 271 Dir, Weltenherrscher 150 Du, aller Menschen V. 4 Du bester Trost der 156 Du bist viel gnädiger. 142 Du bists, dem Ehr 250 Du, der kein Böses. 558 Du Führer, der mit 66 Du gabst mir, Ewger. 427 Du Geist des Herrn!. 308 Du, Gott, du bist der. 190 Du Gott und Vater 523 Du hast uns, Herr, 536 Du hast, mein Vater 265 Du, Herr der Seraph. 453 Du, Herr, hast aus B. 574 Du, Herr und Vater 505 Du klagst und fühleſt 451 Du liebst, o Gott, Ger. 508 Du liebest nicht der 173 Du sagst: Ich bin ein . 152 Du, Vater deiner M.. 393 Du wesentliches Eb.. 510 Du weiser Schöpfer 251 Du willst, Gott, daß 88 Du wollst erhören, G. 223 Durch Adams Fall ist. 466 Durch dich, o großer 38 Durch viele große 532 561 Ein Herz, o Gott!.. 490 Ein Kine, dem keines. 480 557 ● . 296 388 65 172 464 174 497 504 461 362 41 206 241 458 479 592 318 340 107 14 184 583 71 400 590 366 93 273 91 Ein Pilger bin ich.. 423 Ein ruhiges Gewissen. 266 Eins ist noth; ach Herr, 279 Ein starker Schutz. 389 Entehre nicht, mein.. 459 387 Entflohen sind auch. 546 Erbarm dich. Herr, 524 286 113 60 Erforsche mich, erfahr. 514 Erhabner Gott, was 51 Erhalter, Menschenh. 5 528 231 434 218 Erhalt uns, Herr, Erhebt das Haupt. Erhebt den Herrn, ihr Erhöhter Jesu, Gottes Erinnre dich, mein S. Er kommt, er kommt Es kommt gewiß die Es eilt der letzte von Es ist noch eine Ruh Es ist vollbracht! ♦ Es schlossen, Herr mit Es steigt ein Wetter Es werde, Gott, von Es weinet um Jerus. Es wolle Gott uns. Es zieht, o Gott, ein K. Ewge Liebe, mein G. ● ● ● Fest steht dein Bund Für alle Güter sei gepr. Fürwahr, du bist, o G. ● Gedanke, der uns Leb.. Geist vom Vater und Gelobt sei Gott, ihm Gelobt seist du, o Gott Gelobt seist du, Herr 3. Gerechter Gett, vor Gern will ich mich Gesprochen hat res Getreuer Gott, wie viel Gib Gott, wenn ich Gib, Herr, daß dein Gib mir, o Gott, ein ● ● ● ● Gott, dein unsichtbar. Gott, deine Gnad ist Gott deine Gnade sei Gott, deine Güte reicht Gott, deine weise M. Gott, der an allen End. ● ♥ Rgister. Nr. 224 Gott, der du für uns Gott, dein ist Majestät 270 82 264 Gott, der du die Mens. Gott des Himmels 147 Gott, dessen Nam ist Gott, dessen Stuhl 262 261 467 267 135 541 Gott, hätte dein gel. 559 Gott, bilf mir daß. 59 Gott, ich darf mich 111 Gott im Himmel und 220 Gott in der Höh sei 552 75 Gott, du allein weißt. Gott, du bist von Ew. Gott, du bist meine Gott ists, der das. Gott ist mein Hort! Gott, du hast in dein.. Gottlob, so ging mit Gott mache du mich 501 521 Gott, meine ganze S 53 Gott, meines Lebens Gott, mein Vater,. Gott ruft der Sonn ● • ● 477 Großer Mittler! 105 . ● . ♦ ● . ● 73 167 Gott sorgt für mich 385 Gott, unsre Freude. K. 181 Gott, unsers Lebens A. 198 Gott, unser Vater,. 20 Gott Vater an Erb. 243 Gott Vater der B 136 27 440 Groß ist des Höchsten. X Großer Gott, erhabn. Gott, vor dessen Ang.. Gott, wir sind bereit 415 Nr. 78 346 483 511 420 442 457 8 354 168 72 275 32 547 30 463 182 496 2 47 42 398 498 355 IV 562 410 $. 227 Habe deine Lust am 94 Hallalujah, jauchzt ihr 409 allelujah! Jesus lebet 50 Hast du denn ganz b.. 52 eil deinem Volke. Gott, der die ersten S. 426 Heiland, reine Mens. Gott der Wahrheit. 359 Heil uns, aus unsrer. 77 411 226 21 545 394 68 161 343 141 143 554 191 109 416 Herr, daß ich meine. Herr, deine Allmacht Herr, der du, als ein. Herr, der du alles. Herr, der du mir das. Herr, deine Sanftm. Herr, den die Sonnen. Herr, bir sei Preis! Herr, du bist meine 3. Herr, du erforschest m. Herr, du fährst mit G. Herr, du hast in deine Herr, bu kennest mein. Herr, du wollest sie. Herr, es gescheh dein. Herr Gott, dich loben. Herr Gott, du bist die Herr, Gott Vater, steh Herr, hier stehet unser Herr, höre mein Geb.. Herr, Höre meine W.. Herr, ich hab aus d. Herr Jesu Christ, mein Herr Jesu Christ, du h. Herr Jesu, deiner GI.. Herr Jesu, Gnarens.. Herr Jesu send uns d.. Herr, laß mich doch. Herr, mache meine S.. Herr, mein Licht.. Herr, mein Versöhner. Herr, meiner Seele g.. Herr, ohne Glauben Herr, sei gelobet, daß. Herr, stärke mich dein. Herr, unser Gott, erb. Herr unser Gott, wer. Herr vor deinem Ang. Herr, welch ein wicht.. Herr, wer ist hier Herr, wie du willst Herr, wie fromm und. • . ● Register. Nr. 450 Herr, wir( sie) stehen hier 17 Heute, sprach mein.. 203 Hier bin ich, Jesu, zu. 441 Hier ist noch unsre Pr. 520 Hier ist nur mein Pr.. 484 Hilf, Jesu, daß ich m.. 499 Hilf mir, mein Gott. 189 Hoch am Himmel. 255 Höchster, denk ich an 11 Höchster, dessen starke. 163 Höchster Gott, wir.. 43 I. ● 67 Ich armer Mensch.. 210 Sch bin der Herr, dein 526 Ich bin ein Christ 379 3ch bin ja, Herr, 10 3ch bin getauft auf. 35 3ch bin in meinem.. 539 Ich bin, o Gott, dein. 282 Jch danke dir, mein 415 Ich denk an dein Ger. 468 Ich erhebe mein Gem. 246 Ich freue mich der. 276 3ch freue mich, mein. 164 3ch glaub an einen G. 320 3ch habe, Gott, mir II 3ch habe, Herr, entlast. 456 Ich hab in guten St.. 356 3ch habe nun den 6.. 180 3ch hoff, o Gott, mit. 485 3ch komme Friedensf. 444 3ch komme, Herr, 298 3ch komme vor dein 211 Sch lobe rich und pr.. 110 3ch preise dich, o Herr 542 3ch preise dich und finge dir 74 31 3ch preise dich und singe, 577 V 3ch ruf zu dir, Herr 494 3ch singe dir, mit Herz 202 414 15 207 435 391 325 3ch trete vor dein. 587 418 3ch weiß, an mpen mein 304 540 Ich werfe mich in deine 579 ♦ ● . ● . ♦ Nr. 197 134 201 449 472 478 321 502 297 44 VII 284 570 331 245 194 460 62 330 263 281 254 345 29 324 212 367 307 303 302 Ich will dich noch im. Ich will in meiner E.. Ich will, mein Gott, Ich will, e Vater, all.. Jesu, bester Freund d.. Jesu Christ, durch deine Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seele Leben, Jesu, meiner Seele Licht! Jesu, meines Lebens 2. Jesu, Retter meiner Jesus ist mein Hirte Jesus lebt, mit ihm Jesus, meine Zuvers. Jesus nimmt die S. Ihm, der das Licht.. Ihr Christen, rühmt Ihr, die ihr war't verl. In allen meinen Th.. In großem Kummer. Ist Gott für mich, so. ♦ Register. ● Kaum steigt zu ihrem. Kein Lehrer ist bir, 3. König, dem fein R... Komm betend oft.. Komm, Geist des H.. Komm, heiliger Geist, Komm, o Gott, Sch. Kommt, die ihr noch. Kommt fallt vor Gott. Kommt her, Mühs... Kommt, kommt den.. Rommt, laßt euch von. Kommet laßt uns n. Kommt, opfert Ehre, ♦ Laß deinen Geist mich Laß doch, o Jesu, Laß mich doch nicht Laß mich, Höchster d.. Laßt uns unserm Gott. Luth. Gess. Nr. ● 473 Lehre mich, Herr, recht 588 Lieber Jesu, wir sind 390 Viebster Vater, ich d.. 425 Lob, Ehr und Dank 131 Lob, Ehre, Preis und. 119 Lob, Ehr und Preis dem 312 Lobt Gott auf seinem. VI Lob sei Gott, der den 115 00 Frühling schafft!. 114 Lob sei Gott, der den 295 Morgen • ● 305 Lobsinge, meine Seele. 148 Lobsinget Gott, und b. 253 Lobsinget unserm G.. 293 Lob und Dank sei dir. 509 10 177 ● ● ● 417. ♦ Nr. 447 III M. Mache dich, mein Geist 98 Mag doch der Spöt.. 357 Mein Auge sieht, o G. 555 Mein bester Trost. 306 Mein Erlöser, der du. Mein Erlöser! Gottes. 144 Mein erst Geschäft.. 106 Mein erster Wunsch. 162 Mein ganzer Geist 405 Mein Glaub ist... 175 Mein Glück im kurzen • .. 333 I Mein Gott, ach lehre. 176 Mein Gott, auch 108 Mein Gott, dir ist b.. 531 Mein Gott, du bist g.. 433 Mein Gott, du kannſt. 49 Mein Gott, du woh.. 315 Mein Gott, ich weiß 380 Mein Gott, wie groß 33 Mein Heiland deine Mein Heiland lebt. 116 Mein Herz, ermuntre 221 Mein Jesu, der voll. 454 Mein Jesu, du hast 242 81 84 256 392 569 . 101 491 Mein Jefu komm, m. 581 95 Mein Jesus ist getreu. 436 27 287 575 79 381 96 46 517 153 382 571 216 448 301 56 408 196 117 506 507 269 233 446 317 515 69 573 347 418 Register. Mein Jesus ist mein. Mein Jesus sigzt zur. Mein lieber Gott, g.. Mein Vater und mein. Meine Lebenszeit ver. Meinen Jesum laß ich. Mir nach, spricht Ch.. Mit Ernst, o Mensch. Mit Freuden laßt uns: Mit fröhlichem Gem.. Mit lautem Schall. Mit Seufzen flag ich N. ● Nach einer Prüfung Nach meiner Seelen. Nein, murren will ich. Nie bist du, Höchster Nie will ich dem zu s. Nimm von uns, Herr. Nimmt Gott, dem w.. Noch immer wechseln. Noch läßt der Herr m. Noch nie hast du dein. Noch bricht die finstre. Nun danket alle Gott. Nun habe Dank für. Nun laßt uns Gott Brds S. O Christe, Eingeb... O Christenheit, sei.. O du erhabner Gott,. Geist vom Vater O Gott, bei dir ist Heil O Gott, den alle H.. Gott des Himmels. Gott, du bist mein. O Gott, du frommer Gott, du kannst den Gott, es fehlt uns. O Gott, so bald der T. O Gottes Sohn, Herr O großer Gott, der alle ● Nr. Nr. 365 580 großer Gott, bu.. 171 165 O Herr, mein Gott 419 O Herr und Schöpfer, 323 O Höchster, dessen Rr. 240 O Jesu, bir sei ewig 311 O Jesu, Jesu, Gottes. 431 O Jesu, heilges Gottesl. 35 O König, dessen Maj.. 500 O Lamm Gottes, uns.. 383 O Tod, wo ist dein St. 159 O Vater der Barmh.. 412 290 Vater, unser Gott ,. 299 O, welch ein unschätzb. 228 268 O Welt sieb hier dein 445 O wie große Segen. 591 Cft denkt mein Herz 19 P. 128 486 Preis ihm, er schuf. 551 341 57 Quelle der Vollt. N. 45 518 Rühme, Seele, dein. 214 22 55 560 213 429 200 288 121 151 204 329 34 S. 158 589 nis 533 Schaffet, schaffet... 294 401 Schaffe in mir, Gott ,. 209 215 Schau, großer Herr . 396 Schau, Seele, hinter. Schon ist der Tag von 259 83 Schön ist die Tugend. 332 97 Schöpfer der erschaff.. 337 Schüße die Deinen 179 Schweiget, bange 3. 195 Schwing dich auf gen 40 Schwing dich auf zu. 39 Schwingt, heilige Ged. 424 Seht, welch ein Mensch 384 225 310 130 564 6 125 319 Seele, sei zufrieden!. 372 556 Seele, willst du Ruhe 2 199 406 Selig, Jesu, sind die.1 474 503 Selig find des Himmels 249 300 Selig sind die Gottes. VIII 12 Sei getreu in deinem 543 Sei Gott getreu. Sei hochgeprieſen Sei, Seele start, und ♦ Sei zufrieden, mein G. Sint ich einst in So fliehen unsre Tage ● So gehst du, Jesu, w. So jemand spricht: ich So ist denn jetzt von Sollt ich an deiner M. Sollt ich jetzt noch, da Sollt ich meinen G. Sollten Menschen, m. So schlummerst du. So wahr ich lebe So weit, Herr, deine ♦ Stärke, die durchs d. Stärke, Mittler, st... Strafe nicht, o Heil. ● ● Vom Himmel kommt Von dir kommt jede Von Furcht dahing.. Von ganzem Herzen Von ganzer Seele ● Tag, den mir der H.. Triumph, Triumph. Trost meines Lebens!. 11.2. sto Um Gnade für die.. Umsonst, umsonst verh. Unerforschlich sei mir Unermeßlich ewig ist Unumschränkte Liebe!. Unschuldiger Jesu, w.. Unsern Ausgang. Unwiederbringlich s. Register. ♦ B. Vater, der du an uns. Vater, meine Seele Vater, Vater, voll G.. Versöhner, Jesu Chr. ● ● · ● • Nr. 322 Von Gott will ich. 118 Vor dir, o Gott, fich W. 373 54 Wach auf mein H. 536 522 Wachet auf, so ruft Wachet auf vom S. 423 476 Warum betrübst du 586 Warum erbebst du. 369 Warum sollt ich mich. 437 Warun verschmähen 399 Warum willst du dr.. 487 Was Gott thut, das ist 139 wohlgethan; es . 274 Was Gott thut, das ist 154 . • Wach auf, mein Herz u. s. 512 252 260 365 257 371 76 86 ▸ 208 145 178 ● • 24 wohlgethan; so. 584 Was hilft es mir, ein 544 Was ich nur Gutes 277 Was ist vor deinem A. Was ists, daß ich mich Was ist die Herrlichkeit Was ist mein Leben. Was ist mein zeitlich Was mein Gott will. Was soll ich ängstlich. 13 Was forast du ängstlich 16 Was zagst du? Gott 133 9 Weg Welt mit deinen. 28 Welch hohes Beispiel 126 Wem Weisheit fehlt XI Wenn Christus seine 534 Wenn einst mein st. Wenn ich ein gut G. 169 Wenn ich einst von. 493 Wenn ich Gott, mein 582 Wenn ich, o Schöpfer. 538 Wenn gleich aus tief.. 100 Wenn mich die Sünd. 404 Wenn sich mein Geist. ● • ● • ● • ♦ 419 124 Wenn sich zu jener S.. 428 Wer bin ich? Welche 416 Wer dieser Erden G.. Nr. 358 338 377 548 314 439 61 370 374 368 465 348 360 469 361 112 430 327 222 247 229 519 7 36 375 120 26 272 438 481 420 Register. Wer Gottes Wort. Wer ist dir gleich, bu. Wer kann, Gott, etw.. Wer nur den lieben. Wer weiß, wie nahe. Wie ein Geschwätz des Wie getrost und heit.: Wie gnädig warst du. Wie groß ist des Allm. Wie groß ist unsre S. Wie herrlich bist du!. Wie lieblich ist doch Wie mächtig spricht. Wie mannichfaltig sind. Wie selig bin ich Wie selig, Gott, wie d. Wie selig, Herr, ist.. Wie selig lebt ein M.. Wie sicher lebt der. Wie soll ich dich empf. Wie sollt ich dich, m.. Wie sollt ich dich würd. Wie theuer, Gott, Wie ungewiß ist, Herr, Wie viele Freuden d. Nr. ♦ 309 Wie wichtig ist doch 397 Wie wird mir dann 407 Will mich, o Gott, h. 351 Willst du der Weisheit 238 Wir der Erde Pilger. 527 Wir freuen uns, Herr. 232 Wir glauben an den 549 Wir liegen hier zu d.. 23 Wir Menschen sind zu 230 Wir nahn zu deinem 37 Wirf, blöder Sinn.. 422 Wohlauf, mein Herz!. 104 235 Wohl dem, der beßre. 455 452 Wohl dem, der richtig. 489 335 Wo findet meine S.. 137 236 Wo find ich den, den: 328 Wo flieh ich Sünder. 482 Wort aus Gottes M.. 470 Wüßt ich nicht: Gott. 87 80 334 291 188 1 342 Zitternd doch voll. 386 3u dir, mein Gott... 234 Zur Arbeit, nicht zum. 471 3u so viel Tagen, die. 25 RCA HOT Nr. 63 244 376 339 248 160 313 550 185 576 205 417 462 529 Einige Gebete. Morgengebet. Durch deine Gnade bin ich wieder erwacht, gütigster Gott und Bater, und ich fühle mich durch den erquickenden Schlaf, den du mir gabst, wieder zu den Geschäften eines neuen Tages gestärkt. Preis und Dank sag ich dir dafür, mein Gott, von ganzem Herzen, in dieser Morgenstunde, daß du so wohl an mir thust, und mich und die Meinigen auch in dieser Nacht so. gnädig beschützet und erhalten hast! Deine Barmherzigkeit, bester Bater, ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß! Das erkennet meine Seele wohl. O nimm denn jetzt auch dieses Dankopfer, das ich dir bringe, mein Gott, mit gnädigem Wohlgefallen an! Jetzt, da die ganze Natur bei ihrem neuen Erwachen dich lobet, als ihren Schöpfer und Erhalter, laß dir auch die Rede meines Mun= des wohlgefallen, und das Gespräch meines Herzens mit dir, Herr, mein Gott, und mein Erlöser! Ich komme vor deinen Thron, o Gott, und flehe dich auch heute um deinen gnädigen Schutz und Beistand an. Erhalte mich und die Meinigen in deiner Liebe, und laß uns vor dir wandeln und fromm sein. Erhalte uns gesund, und schüße uns vor Unfall und Noth auf allen unsern Wegen. Laß auch heute die Werke meines Berufs wohl gelingen, und segne unsere Nahrung. O Gott, der du allen Menschen deine Sonne scheinen läßt, sei auch heute aller Menschen Berather und Versorger, und ziehe diejenigen zu dir, die dich noch nicht kennen, und noch nicht deine Wege wandeln. Nimm dich aller Kranten, Elenden, Nothleidenden und Sterbenden an! Hilf ihnen in dem Kampf des Lebens und des Todes! Laß auch mich an mein Ende fleißig denken, und an Alles, was auch mir durch deine Schickung und Zulassung begegnen kann, damit ich in der Demuth bleibe, und mein größtes Vertrauen allein auf dich setze. Laß die Liebe der Welt nicht über mich herrschen, und gib, daß ich die irdischen Güter, die du mir hier schenkest, so genieße, daß ich der ewigen dadurch nicht verlustig werden möge. Laß mich den heutigen Tag nach deinem Willen recht gebrauchen, damit ich dir auch davon eine freudige Rechenschaft geben könne. Laß mich mit allen Menschen in Fried und Freundschaft leben, und wo ich einen Feind haben sollte, den versöhne mit mir. Nun, mein Gott, in deinem Namen fang ich diesen Tag an! Laß ihn mir auf alle Weise gesegnet sein, um Jesu Christi willen! Amen. Abend ge be t. Barmherziger, lieber Gott und Vater, ich danke dir kindlich und demühig für deinen gnädigen Schutz und Segen, womit ich auch diesen verflossenen Tag in der Pilgerschaft meines Lebens zurückgelegt habe! Sei gepriesen, mein Gott, für alles das Gute, das du mir und den Meinigen an Seel und Leib geschenkt hast, für die Abwendung jeder Gefahr und Noth, die uns hätte treffen können. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohlthat, die er an mir thut? Ach, ich bin zu geringe aller der Treue und Barmherzigkeit, die du bisher an mir gethan hast. Laß die Werke meines Berufs, die auch heute geschehen sind, gesegnet sein und gute Früchte bringen. Verzeihe mir aber auch, mein Vater, Alles, was ich an diesem Tage unrechts gethan habe, wenn ichs auch schon nicht mit Vorsatz thun wollte. Mein Gewissen sagt mirs, daß ich nicht in allen Stücken deinen Willen, o Gott, so vollkommen gethan habe, als ich gefollt hätte. Ach, vergib mirs doch, nach deiner väterlichen Güte, um Jesu Christi willen! Mache du mich selbst durch deines Geistes Kraft immer tüchtiger und geschickter, nach deinem Willen zu leben, damit ich dereinst zu den Freuden deines Antlitzes erhoben werden möge. Ich will mich jetzt zur Ruhe begeben, liebster Vater! Beschütze mich und die Meinigen mit Allem, was du mir gegeben hast. Sei du auch für uns der gute Hüter Israels, der nicht schläft noch schlummert; bewahre uns vor allem Unglück und Uebel, vor Feuer und Wassersnoth, vor plötzlicher Krankheit und Todesgefahr, und laß uns nicht in böser Menschen Hände fallen! Gieb, daß wir nach einem sanften Schlafe erquickt, morgen zu deinem Lobe wieder freudig erwachen, und dir mit fröhlichem Munde danken mögen, daß du so gnädig bist, und so gerne hilfst. Sei in dieser Nacht auch der Kranken Trost, der Schwachen und Elenden Hülfe, der Sterbenden Erretter. Ich übergebe mich dir, mein Gott, mit Leib und Seele, mit Allem, was ich bin und habe, in deine väterliche Liebe und Obhut. Laß mich den Schlaf nicht ohne Erinnerung an meinen letzten Schlaf erwarten, daraus ich erst am großen Tage der Auferstehung wieder erwachen werde, damit ich zu beidem mit seliger Hoffnung bereit sein möge. Erhöre mich, o mein Gott, um Jesu Christi willen! Amen. Gebet vor der CommunionMit Demuth und herzicher Reue über meine Sünde werf ich mich vor deinem Throne nieder, du gerechter und majestätischer Richter der Menschen! Ich bekenne dir meine Missethat, die dir nicht verborgen ist, daß ich leider! deine Gebote mannichfaltig übertreten habe, und in Gedanken, Worten und Werken dir nicht so gehorsam gewesen bin, als ich hätte sein sollen, und als ich hätte sein können. Ach vergib mirs doch, mein Gott! und gehe nicht mit mir nach deiner Gerechtigkeit ins Gericht. Wenn du mir wolltest meine Sünde zurechnen, so könnte ich nicht vor dir bestehen, sondern müßte von dir mit Schmach und Schande verworfen werden. Es ist mir herzlich leid, o mein Gott! daß ich dich in so manchen Fällen nicht genug geliebt, nicht so kindlich gefürchtet, dir nicht so sehr vertrauet, und die Mittel der Gnade, die du mir gabst, nicht so dankbar gebraucht habe, als ich hätte thun sollen, um mich vor Sünden zu hüten, und in der Heiligung zu wachsen und zuzunehmen. Es ist mir leid, daß ich auch meinen Nächsten in manchen Fällen nach deinem Befehl nicht so geliebt habe, wie mich selbst. Vergib mir das Alles doch, o bester Vater! um Jesu Christi willen, den du ja auch mir in seinem theuren Versöhnungsblute zum Gnadenthron verordnet hast, daß ich im Glauben an ihn Gnade um Gnade empfangen möge, und Hülfe, da mir Hülse noth ist. Ach, ich nahe mich hungrig und durstig zu den Pfändern seiner Liebe im heiligen Abendmahl, das er als das Andenken seines Todes zur Vergebung der Sünden gestiftet hat. Bereite mich doch, o Gott, durch deinen Geist, daß ich es möge mit einem Herzen voll Buße und Glaubens zu meiner Beruhigung würdig empfangen, und laß mich dadurch gestärket werden, dir künftig mit einem reinern, treuern und gehorsamern Herzen zu dienen und viele Früchte der Gottseligkeit zu bringen, um deiner unendlichen Liebe willen! Amen. Nach der Communion. Mein Heiland! ich komme erquickt und mit Ruhe der Seele erfüllt von den Pfändern deiner Liebe zurück, die ich in deinem heiligen Abendmahl empfangen habe. Nichts kann mich nun noch von meiner vorigen Sünde mehr beschuldigen, denn du hast mir deine Gerechtigkeit geschenkt; nichts kann mich nun mehr noch verdammen, denn ich bin durch die genaueste Vereinigung meiner Seele dein. Du lebest in mir und ich in dir. So gewiß ich von dem gesegneten Brode gegessen, so gewiß ich von dem gesegneten Kelche des Abendmahls getrunken, so gewiß hast du mich durch dein Blut rein gemacht von allen meinen Sünden, und mir auch neue Kräfte dargereichet, in der Tugend und Heiligung zuzunehmen, dir immer treuer zu werden und in deiner Nachfolge meine Hoffnung des ewigen Lebens zu stärken. Ich habe Frieden mit Gott durch den Glauben an deine Versöhnung. Wie kann ich dir genug dafür danken! Ach, liebster Heiland! gib daß ich diese überschwengliche Wohlthat, die du mir jetzt abermals mitgetheilt hast, nimmermehr vergesse, daß ich sie zur Erneurung meines Bundes mit Gott recht gebrauche und anwende, mich immer forgfältiger vor allen Sünden zu hüten, insonderheit vor benen, die mich am meisten durch meine Neigungen und Begierden versuchen, und hingegen dem Guten immer eifriger und standhafter nachzustreben. Ach, Herr Jesu! der du um meiner Sünde willen gestorben, und um meiner Gerechtigkeit willen wieder auferwecket bist, befestige meinen Glauben je mehr und mehr in der Liebe, in dem Vertrauen, in der Geduld, und laß durch deines Geistes Beistand in mir auch diesen Tag zu einer neuen Quelle vieler gottseligen freudigen und trostvollen Empfindungen werden, die mich auf dem noch übrigen Wege meiner Pilgerschaft begleiten, mich in der festen Zuversicht erhalten, daß nichts mich scheiden könne von deiner Liebe, und die einst meine letzte Stunde mit der Ueberzeugung versüßen, du werdest mich auch zu deinem großen herrlichen Abendmahl des Himmels annehmen, und ewig erquicken, um deines Leidens und Sterbens, und um deiner siegreichen Auferstehung willen! Amen. In Krankheiten. Lieber himmlischer Vater, du bester Arzt des Leibes und der Seele! Ich wende mich zu dir, mit Demuth und betrübtem Herzen, in dieser schweren Zeit meiner Prüfung. Ach erhöre mich um deines Namens willen, sei nicht ferne von mir, eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe! Verschuldet habe ich wohl, daß du mich mit Schmerzen heimsuchest, und mich auf dieses Krankenlager gelegt hast. Wenn du nach deiner Gerechtigkeit mit mir handeln wolltest, so würde ich noch weit mehr leiden müssen; denn ich bin dir oft ungehorsam gewesen, und habe deine Gebote nicht so in allen Stücken gehalten, wie ich hätte thun sollen. Ach, vergib mirs doch, um Jesu Christi, meines Heilandes willen! Reinige mein Herz durch den Glauben von aller Untugend, und gewähre mir doch den größten Trost, der mir dieses Leiden erträglich machen kann, daß du mein gnädiger und versöhnter Vater in Jesu Christo seist. Gedente doch meiner, o mein Gott, in diesen traurigen Tagen, und in diesen schlaflosen Nächten, die ich nach deinem Willen haben soll, im Besten! Vermehre meine Geduld, meine herzliche Ergebung in deinen Willen, meine Sehnsucht nach deiner Gnade! Ach laß es meine Freude sein, daß ich mich zu dir halte, und meine Zuversicht setze auf dich, den Herrn, Herrn, der auch vom Tode erretten kann. Erquicke meine Seele unter dem Leiden, und hilf mir, daß ich es auch zur Erbauung Anderer trage, die mich leiden sehen. Gott, du hast mich von Jugend auf geleitet: verlaß mich auch jetzt nicht um deiner Güte willen! Gib, daß ich das 3rdische mir aus dem Sinne schlage, mein Haus bestelle, und nur an dich und den Himmel denke; daß ich mir um die Meinigen keine Sorgen und Kummer mache, weil du, mein Gott, ja auch für sie sorgest. Erhalte sie nur bei dem Einigen, daß sie deinen großen Namen fürchten und in deinen Geboten wandeln. Laß mich versöhnt mit allen Menschen sein und keinen wissentlichen Feind hinterlassen. Lieber Vater, soll ich noch länger nach deinem Rath in dieser Welt leben, so hilf mir bald wieder auf, daß ich dich noch hier wieder in meiner Genesung mit fröhlichem Munde preisen könne. Segne dazu die Arzneien mit deinem kräftigen und Alles heilenden Worte! Du hast mir schon, barmherziger Vater, aus mancher Trübsal geholfen, mich mit manchen frohen Tagen dieses Lebens gesegnet, wofür ich dir herzlich danke. Du kannst mir auch jetzt helfen, und solche Tage mir wieder geben. Es ist dir Alles möglich. Doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst, mein Vater; dein Wille geschehe! Soll ich von dieser Krankheit nicht wieder anfkommen, son dern in die Ewigkeit gehen: ach, Gott, so gieb, daß ich recht dazu bereit sein möge! Verkürze mir die Tage meines Leidens, und laß mein Ende im Glauben an Jesum Christum selig sein, daß ich dich mit allen vollendeten Seelen vor deinem Throne ewig preisen und rühmen könne. Herr! du hast Großes an mir gethan; deß bin ich fröhlich. Amen. Fürbitte für Sterbende. Gott ott Vater, du Herr des Lebens und des Todes! siehe die Seele dieses Sterbenden jetzt mit Gnade und Barmherzigkeit an, und hilf ihr aus allen ihren Nöthen! Laß sie durch das Blut Jesu Christi gereinigt von allen ihren Sünden in diesem letzten Kampf durch deine Kraft, die in den Schwachen mächtig ist, bald die unverweltliche Krone der Ueberwinder erreichen, und erfreue sie in deinem herrlichen Reich! Ach Herr Jesu! der du selbst den Tod geschmecket hast, um deinen Gläubigen unvergängliches Leben wieder zu bringen, sei ihr barmherziger Hoherpriester und Fürbitter, und laß nichts sie aus deiner Hand reißen! O Gott heiliger Geist, vertrete sie mit unaussprechlichem Seufzen, und schreie in ihr das Abba, lieber Vater! Stärke sie mit deiner allbelebenden Kraft, und erquicke sie auch noch hier, da sie nichts mehr laben und erquicken kann, durch dein göttliches Zeugniß, daß sie Gnade in der Ewigteit haben soll. Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Führe diese Seele bald aus dem Streit und erfreue sie mit Freuden deines Antlitzes in der seligen Ewigkeit, um deiner überschwenglichen Liebe, und um des Verdienstes Jesu Christi willen! Amen. 4 2 ات Inches Centimetres Blue 2 3 OF 2 Cyan 5 16 Herrn dienen F Farbkarte# 13 Green 30x6 17 3 1875. ¹8 Yellow 9 10 Red | 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 ( O 15 White 16 117 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8