A. Ch. Hellermann Dein Lebe lang habe Gott vor Augen und im Herzen. A. Ct. Witt 1875. 48 9821 10, it Gb 2821 Mühlhäusisches ifefangba 蛋 、 Sechste' Auflage. Orig.: Mühlhaufen, 1871. Drud und Berlag von Sheodor Borhauer. GB 2821 Univ.- Bibl. Giessen Jubalt. An Sonn- und Festtagen Nr. 1—191, Gott 192. Schöpfung und Vorsehung 225. Jesus Christus. 233. Bestimmung des Menschen 257. Sünde 267. Nothwendigkeit früher Besserung 271. Bekehrung des Sünders 275. Dank nach der Belehrung 290. Glaube 294. Fortgesetzte Besserung 306. Prüfung nach den göttlichen Geboten 319. Lehre Jesu 322. Gebet 383. Taufe 350. Confirmation 354. Abendmahl 362. Glückseligkeit des Frommen und gutes Gewissen 381. Vergänglichkeit des Irdischen 394. Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 396. Wahres, thätiges Christenthum. Pflichten überhaupt 439. Erkenntniß Gottes, Liebe, Ehrfürcht und Gehorsam gegen Gott 450. Vertrauen auf Gott 462. Anbetung, Lob und Dank 502. Ehrerbietiger Gebrauch des Namens Gottes: 518. Eid 519. Aberglaube 522. Selbstliebe 523. Selbsterkenntniße Demuth, Bescheidenheit 525. Sorge für die Seele 530. Sorge für den Leib, Leben und Gesundheit 534: Rechte Anwendung der Lebenszeit 538. Weiser Lebensgenuß 541. Weiser Gebrauch der Einsamkeit 544 Gebrauch der Kräfte Siune und Vor züge 545. Selbstbeherrschung 547. Keuschheit, Reinigkeit des Herzens und des Lebens 549. Arbeitsamkeit und Berufstreue 554. Rechter Gebrauch der Glücksgüter 557. Zufriedenheit 561. Menschenliebe 564. Mitleid und Mitfreude 567. Beförderung des Seelenwohls Anderer 569. Beförderung des zeitlichen Wohls 571. Sorge für des Nächsten: Ehre 573. Wohlthätigkeit 575. Dienstfertigkeit und Leutseligkeit 5792 Gerechtigkeit und. Billigkeit 581." Friedfertigkeit, Sanftmuth, Versöhnlichkeit 585. Duldung 590. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit 593. Freundschaft 596. Verschwiegenheit und er baulicher Umgang 598. Vaterlandsliebe 600. Obrigkeit und Unterthanen 603. Lehrer und Zuhörer 606. Häuslicher Stand 608. Eltern und Kinder 611 Herrschaft und Dienende 615. Wohlthäter 617. Schulen 618.- Vernünftiges Verhalten gegen Thiere 620. Bei Bei besondern Zeiten und Umständen. Geburtstag 621. Jugend 623. Alter 624. Beschluß eines Jahres 625. Jahreszeiten 626. Der gestirnte Himmel 631. Die Erde 633. Gewitter 634. Aussaat 636. Anfang der Woche 637. Morgenlieder 638. Tischlieder 657. Abendlieder 669. Schluß der Woche 685. Bei feierlichen Handlungen 686. Trauung 687. Ordination 689. Einführung eines Lehrers 690. Schulgesänge 692. Brunnenfest 704. Buß- und Bettag 705. Gemeine Noth 709. Krieg und Friede 711. Mißwachs und Theurung 717. Fruchtbare Witterung 718. Feuer 720. Krankheit 721. Wohlstand 723. Armuth 725. Für Krante 729. Genesung 732. Bereitwilligkeit zu sterben 734. Fürbitte für Sterbende 742. Bei besondern Todesfällen 745. Am Grabe 752-762. Register. ch Gott! erhör mein Ach Gott und Herr! wie Ach Gott wie manches Herzeleid 488 geliebet 294 Ach, hier nicht mehr! ach 751 Am Kreuz erblaßt, der 98 Ach! könnt ich doch mit 379 Anbetend seh ich Gottes 632 Ach, sich ihn dulden, bluten 80 Anbetung sei dir HerrAch, was soll ich Sünder 288 Ach, wann werd ich von 318 Ach wie nichtig, ach wie 394 Ach, wie viel leidet nicht lichster. 512 Anbetung werde Gott. 130 An deine Leiden denken. 81 An Jesu hangt mein Herz 250 Auch diesen Tag hab ich vollbracht. mein 683 . . ● Nummer der Lieder. 489 Allliebender, du schufst 567 287 Allmächtig großer Gott! 265 Also hat Gott die Welt 748 Allein Gott in der Höh sei 153 Allein zu dir, Herr Jesu 286 Auch Nacht und Schlaf Alle Menschen müssen sterben Allen, welche nicht vergeben Aller meiner Brüder . ● .• beweisen. 674 423 Auch uns, auch uns hast 554 Auf! auf! mein Herz mit 117 589 Auf! Christen bringet. 506 Rechte. Auf! Christen, laßt uns 296 581 Auf! dankt dem Herrn. 665 Alles Gute kommt von Gott 697 Auf die Weisheit schauen 562 Allgütiger, mein Lobgesang 514 Auf dich, o Bater, schauen 662 Auf Auf Erden Wahrheit auszubreiten 247 Auferstehn, ja auferstehn 405 Christ, Alles, was dich Auf euch wird Gottes fränket. 467 Segen. 686 Christus lag in Todes. 122 Auf, freue dich, mein 298 Christ, sich mit Muth. 736 Auf Gott und nicht auf 462 Christus ist erstanden 107 Auf, jauchzet dem Höchst. 131 Christus ist mein Heil Auf Jesum Christum. 129 und Leben Auf meinen lieben Gott 738 Auf, o Seele, sei noch munter! 678 Auf, singt in frohen Chör. 116 Aus deiner milden Se ♦ D. Dank, Dank sei dir für 380 Dank dem milden Vater! 663 Dank dir! du hast von. 508 Dank, Jeju dir! du littest 75 Dank, Vater, dir, 691 Das Amt der Lehrer. 606 Das Gedächtniß aller 760 Das Glück des Erden!.. 400 Barmherziger! erhöre der 744 Daß Gott unsträflich iſt, 214 Befiehl du deine Wege. 480 Das Jahr, das nun verg. 58 Begrabt den Leib in seine 755 Daß ich in deiner ChriBetet an, ihr Menschen, stenheit 350 175 Daß schon hier im Leben 322 bringet Betet, betet an im Staube 156 Da stehen wir d. Deinen 758 Bewahre meinen Mund 518 Das Ziel v. mein. Tagen 408 Bewahre mich, Herr daß 441 Dein bin ich, Gott, dein 280 Bei deinen Todesschmerz. 370 Dein bin ich, Herr! dir 290Bleibe gut! heitrer Muth 386 Deines Geistes freue.. 381 Blick an des Freundes Grabe. Dein Heil hat heut, Volk 65 762 Dein Heil, mein Geist! 338 Dein ist auch meine JuBlickt, Pilger, auf zum Vaterland! .761 gendzeit Bin ich mit edlem Muthe 529 623 Dein Wille ists, o Gott! 523 Dein Wort, o Höchster 328 Bringt Preis und Ruhm 123 Den, der den Tod beſiegte, 99 Bringt Gott, ihr Christen 714 3 Den • . genshand. 601 Aus Pflicht das Gute. 305 Aus tiefer Noth schrei ich 283 ♦ • 7 ◆ + 252 • Den Höchsten öffentlich 310 Dich Gott, täuscht Wahn 216 verehren 8 Dich, Jesu bet ich an. 244 Dennoch bleib ich stets 497 Dich preis ich, Herr mit. 502 Dem Nächst. gerne dienen 579 Dich ruf ich an Gott Der am Kreuz ist meine 91 Dich seh ich wieder morg. 640 Der du alle deine Werke 642 Die ihr j. Laufb. Lauft 366 Der du allein unendlich 209 Die Kinder, deren wir 612 Der du des Jahres Zeiten 719 Die Menschen mögen 615 Der du die Liebe selber 251 Der du mir Heil u. Leben 376 Der du, o Gott, mein Schöpfer. Die neue Woche geht nun 637 Die Ruhe senkt sich 670 Dir jei Preis, ich lebe 650 Der du uns als Vater liebest. Der du uns das Heil er• . 451 . Die Zeit geht hin, des 422 142 Die Zunge, die vernehml. 546 Dieß Christen, ist d. T. 3 Dieß ist der freudenvolle 114 44 Dieß ist der Tag, den Gott 37 76 Dieß ist der Tag z. Segen 6 rungen, Der du voll Blut und Der Ehestand soll heilig 610 Der Freud. Quell ist, Gott 406 Der frohe Morgen weckt 656 Dir dank ich für m. Leben 229 Dir, dir, du Geber aller 184 Dir, dir, du Höchster will 341 Der Heiland, welcher. 48 Dir ganz mein Herz zu 361 Der Herr ist Gott, und 168 Dir Gott, der so gern 352 Der Herr ist in den Höhen 211 Dir immer ähnlicher zu 461 Der Mittler hat sich 40 Dir, Menschenvater, dir 692 Der Spötter Strom 337 Dir, uns. Gott, sei Dank 17 Des Leibes warten und 534 Du, all. Mensch. Vater! 576 Des Morg. erste Stunde 652 Du bester Trost d. Armen 717 Des Todes Graun, d. Gr. 396 Du bist, erhabner Gott 458 Der über Christen, Gott 604 Du, der kein Böſes thut! 270 Der weise Schöpfer.. 620 Du, der Menschen Heil 93 Der Wollust Reiz zu 553 Du, der so gern beglückt 542 Der Wollust Reiz zu. 552 Du, deß sich alle Himmel 343 Dich Allgütiger zu lieben 455 Du duldetest, Erlöser. 77 Dich bitten deine Kinder 667 Du gabst, o Schöpfer. 541 Dich bitt ich Heiland aller 70 Du gingst, o Heiland hin 591 Dich, dich mein Gott, will 641 Du, Gott, du bist der Herr 95 Du . . 1 199 Du, Gott, du Schöpfer 230 Du hast des Guten viel 259 Du hast Erleuchtung uns 191 Du hast uns, Herr, die 556 Du heiligstes und höchstes 182 Du, Herr und Richter 519 Du Herr u. Schöpfer der 718 Du Herr u. Vater mein 409 Du liebst, o Gott. 583 Du sagst: ich bin ein Chr. 446 Du sollst in allen Sachen 500 Du, Vater deiner 454 Du wollst erhören, Gott 742 Erhalt uns, Herr, bei. 590 Erhalt uns, Herr, dein 607 Erhalt uns, Herr, die. 603 Erhebt den Herrn ihr. 32 Erhebt euch Feinde Gottes 66 Erhöhter Jesu! Gottes- 434 Erinnre dich mein Geist 109 Er fommt, er fommt der 26 Er lebt, o Freudenwort! 105 Erleuchte Gott und heilge 149 Erlöser, der im Staube 88 Ermuntert euch, erquickte 646 Ermuntre, Christ, den. 121 Ermuntre dich mein Geist 644 Ermuntre dich, m. Geist, um Dank Eh noch die strahlenreiche 204 51 Ehre sei Gott in der Höhe 49 Ermuntre, Seele, dich u. 459 Eifrig sei und fest mein 549 Ein feste Burg ist unser 180 Ein heiliges Feuer belebte 132 Ein Herz, o Gott, in Leid 475 Ein sanftes Lager wartet 680 Einft als Gottes AllErschienen ist ein neues 57 Erschienen ist Jesus, der 24 Erwache nun, ö Christenh. 25 Er( sie) starb und starb 747 Es eilt der letzte von den 538 Es lebt ein Gott, der machtsruf. 622 Menschen. 193 Ein ruhiges Gewissen 392 Es lebt in mir ein Geist 533 Entehre nicht, mein Herz 563 Es ist doch nur ein ein'g 201 Entflohen sind auch dieses 672 Es ist ein Gott; er hat 192 Erbebet nicht vor Tod und 68 Es ist noch eine Ruh 403 Erblicke ich der Welten 232 Es ist vollbracht! so ruft Er, den Erd und Himmel 228 am Kreuze Erforsche mich, erfahr 90 Es ist vollbracht! so ruft Erfülle redlich d. Pflicht 465 mit Macht 97 Erfüllt, mein Gött, mit 311 Es werde Gott von dir 258 Ergößt euch nur, ihr eitl. 254 Es wolle Gott uns gnädig 330 Erhaben über Welt u. Zeit 202 Es zieht, o Gott, ein. 711 Erhalte Gott dein Wort 331 4 94 Es züchtigt deine Hand. 709 Ewiger, wie selig ist, wer 203 F. Ferne sei der Irrthum. 304 Ferne sei mein Leben 582 • Fest steht dein Bund wie 20 Gieb, Gott, daß ich der 593 Feier Gottes! Ruhetag! 397 7 Gieb, Gott, daß jeder. 551 Sieb, Gott voll Lieb und 568 Gieb, Gott, wenn ich dir 526 Sieb ihm, o Vater, Glück 690 Gieb mir, o Gott ein 564 Freude, denn wir alle Freudenleer scheint dir d. 561 Freue dich, o meine 428 Freuet euch, ihr Christen 52 Freuet euch, ihr Christen 148 Frohlockend dank ich Bater Frohlockt dem Herrn! Frommer Herzen beste Für alle Güte sei gepries. Gieb Reu und Leid,.. 274 2 Gott blicke du mit Gnade 706 106 Gott, daß ich mich selber 524 145 Gott, deine Gnade ist unſ. 291 682 Sott, deine Güte reicht 346 Für deinen Himmel reift 749 Gott, deine Huld erkenFür unsern Nächsten beten 348 nen wir Gott, deine weise Macht erhält, erfreut Gott, deine weise Macht erhält die ganze. 661 Gott, dem die Seraphin. 166 Gott, d. kein Ding unm. 171 Gott, der du alle Welt 696 Gott, der du Schmerz und 730 Gott, der du unser Vater bist, Gott, ● Gebt dem Tode seinen Raub. 756 Gedanke, der uns Leben 300 Gedanke voller Seligkeit! 399 Geerntet ist der Felder Saat. 628 Geist der Wahrheit! lehre 135 Geist vom Vater und 144 Gelobet feist du, Gott. 325 Gelobet seist du Gottes Sohn. 46 Gelobt, gelobt seist du mit 716 Gelobt sei, der den FrühGelobt sei Jes. Christ, mit 303 Gern, Vater, hörest du 700 Gesund mit frohem Muthe 658 Getrost und freudig geh ich 735 Geweihter Ort, wo Saat 752 Geweiht 3. Christenthume 353 ling 626 • Gelobt seist du Herr, unser 377 • 618 543 707 Gott, der du unser Vater bist, der 342 Gott, der Vater, wohn 154 Gott, des Himmels und 654 Gott, dessen Macht des Feuers 720 Gott, Groß ist des Höchsten Güte! wer 516 611 Groß ist, ihr Eltern Groß wird die Pein. 437 gerecht 215 Guter Gott, wir bitten. 705 Gottes Sohn ist kommen 33 Gut und heilig ist dein. 460 Gott fähret auf jen Himmel Gott, dir sei mein Dank 614 Gott, dir vertraun, ist. 476 Gott, du bleibest doch m. 496 Gott, du bist heilig und Gott, grenzenlos, undenkbar. . mögen Gott, laß mich gern Gott, meines Nächsten Gott, mit allen seinen 419 Gott hab ich alles heimgeſtellt; Gott ist mein Heil, mein 490 Gott ist mein Lied! Er 200 Gott ist getreu! sein Herz 222 Gott ists, der das Ver• . • . • . 555 5 569 155 Helft Gottes Güte preisen 59 Freuden 54 Herr, allerhöchster Gott. 299 Gott nur eines Menschen 268 Herr, aller Weisheit 444 Gott ruft der Sonn und 55 Herr! d. in lauten Chören 178 Gott, Schöpfer, Stifter 688 Herr, der du mir d. Leben 669 Gott, segne, segne sie. 689 Herr, du bist meine ZuGott sei Dank in aller . 128 • H. Halt im Gedächtniß 3. C. 375 206 Heiland den uns Gott. 29 Heiland, groß an Huld. 372 Heil dem, der dich Religion 324 Heil sei dem Vaterland 602 Heil uns! Es hat sich. 79 Heilig, heilig ist das Band 565 Heilig, heilig! sei der.. 520 Heilig ist Gott der Vater 34 Heiligt euch, ihr MenschenKinder . Gott, wo ist Noth, wo Elend Groß ist des Höchsten Güte! Q. Welt Gott sei uns gnädig Gott, sie schwören nun. 357 perr! du erforschest mich; Gott, sie wollen dir 358 dir kann. ● ♦ ♦ 319 Gott, vor d. Angesichte. 213 Herr, du machst mir dein 321 Gott, wie schön ist deine Herr, du wolleſt ſie ber. 364 Welt 267 ● versicht 101 Herr! du erforschest mich; 19 dir bin 220 • 433 210 196 Herr, es gescheh d. Wille 92 Herr, es ist von meinem 679 Herr Gott, der du mein 344 Herr Gott, dich loben. 152 5 Herr Herr Gott, dich loben. 715 Höchster Tröster, komm 133 Herr Gott z. deinem Preise 666 Hör unser Gebet, Geist. 147 Herr! höre, Herr! erhöre 349 Herr! höre mein Gebet. 313 Herr, ich bin d. Eigenthum 272 Ich bin bei allem Kummer 495 Ich bin getauft nach Jeſu 351 Herr Jesu Christ, du. 284 Ich bin, o Gott, dein EiHerr Jesu Christ, ich 420 genthum; 262 Herr im Himmel, Gott 188 Ich, den du schufft, ich pr. 207 Herr, laß doch mich recht 39 Ich denk an d. Gerichte 436 Herr! laß nach eitler Ehre 528 Ich flehe, Gott, von ew. 276 Herr! lehre du mich thun 315 3ch freue mich der frohen 431 Herrlich ists an Freundes Ich glaub an einen Gott 165 Ich habe nun den Grund 301 Ich hab in Gottes Herz 469 3ch hab in gut. Stund. 729. Hand 597 Herr! mache meine Seele 463 Herr, meinen Geist befehl 741 Herr, meiner Seele groß. 531 Ich komme v. d. Angeſ.. 345 Herr, mein Licht, erleuchte 327 Sch preise dich, o Herr,. 374 Herr, m. Versöhner, der 586 3ch ruf zu dir, Herr Jeſu 297 Herr, nicht z. Müßiggehen 545 3ch Staub vom Staube 277 Herr! ohne Glauben kann 302 3ch sterbe täglich und mein 421 Herr! stärke mich, dein. 74 Ich sterbe täglich, weil. 430 Herr und Gott, o Vater 157 3ch trete v. d. Angesicht 695 Herr, unser Gott, wer ist 167 Herr, unser Gott, wir bitt. 693 Herr, wer wird dort einst 448 Herr, wie du willst, so 424 Herr, wir singen deiner. 295 Herr, wo du deinen Willen Hier sind wir, Gott, und 12 Hilf Herr, laß es wohl 21 Hilf Jesu, daß ich mein 574 Hilf mir, Gott, der Krankh. 731 Himmel, Erde, Luft und Jesus Christus, unser 108 Meer 194 Jesus, Jesus ist erstanden 104 Hochgelobt sei unser Gott 170 Jesus ist gekommen. Höchster, dess. starke Rechte 177 3ch zittre nicht, ich freue 634 Jesu Christi Sterbetag Jesu, deiner Kirchen Glie369 der. 22 1 Jesu, deine tiefen Wunden 83 Jesu, dein will ich sein. 246 Jesu, Jesu, du bist mein 255 Jesu, meine Freude!.. 242 Jesu meiner Seelen Leben 238 Jesum ewig. zu verehren 235 30 Jesus ♦ • Jesus lebt, mit ihm auch 119 Kommt laßt uns Gott und 635 Jesus, meine Zuversicht 118 Kommt, Menschen, ChriJejus nimmt die Sünder 289 sten, 27 Jesus, wie warst du so 89 Kommt! und last d. Herrn 443 Ihm, der das Licht ent- Kommt und laßt uns. 198 König, dem kein König 248 Komm, o Geist, von Gott 136 stehen. 648 Ihm, von den wir alle 660 Ihr, Bürger e. Staates, 600 Ihr! die Gott segnete,. 578 Ihr, die ihr euch von Christo Lasset uns den Herren. 668 Laß doch, o Jeſu, laß 335 Laß, Herr, im Guten meinen 445 Immer sich bestreben.. 169 309 Im Stillen wollen wir. 608 Laß mich dein sein und. 332 In allen meinen Thaten 487 Laß mich d. Aberglauben 522 In deiner Liebe, Gott ,. 599 Laß mich des Menschen. 257 In dir ist Freude auch 62 Laß mich doch nicht, o. 557 In Gottes Rath ergeben 734 Laß mich, Höchster 595 In Morgenroth gekleidet 655 Laß mich, o Gott, gew.. 559 In unsern Nöthen fallen 721 Laß mich, o Herr, in all. 308 Ist Gott für mich; so. 491 Laß, o Jes. mich empfind. 570 Laß uns unsern Gott.. 50 Kann ich, o Gott, mein 539 Lebt Christus, was bin. 115 Kein Lehrer ist dir, Jesu, 333 Lehre mich, Herr, recht. 316 Keinen hat Gott verlassen 486 Lehre mich, Herr, weiſe 427 Kinder gut und fromm. 613 Liebreicher Gott, dein 636 Kindheit, Frühling mein. 694 Liebster Jesu, wir sind hier 15 klärt sich der trübe HimLiebster Vater, ich, dein 279 532 Lobe den Schöpfer, den 507 Komm heil. Geist, erfülle 140 Cobet den Herren, denn 515 Komm, heiliger Geist, 139 Lob sei dem Allerhöchsten 36 Komm, und laß mich. 146 Lob sei Gott, der den 649 Kommt, Kinder, Jeju. 356 Lobsinge freudig, Volk. 503 Kommt, kommt, d. Herrn 205 Lobsinge, meine Seele, Kommt! laßt uns bei den 186 Lobsinget Gott! Dank Kommt, laßt uns Gott Lobsinget Gott, erhebet. 659 mel 110 161 Lobsingen, 187 Lobsinget Gott! Er schuf 219 Lob. . Lobsingt dem Mächtigen 176 Mit Ernst, o Menschenkinder Lobsingt! denn Gottes Huld 183 Lobsingt! Gott hat sein. 31 Lobsingt! lobsingt dem Herrn! 173 Mit Fried und Freud Lobt den Herrn: der Tag 100 Mit frommen Herzensd. Lobt den Höchsten Jesus 103 Mit frommer Andacht Lobt Gott! ihr Christen, 45 Lobt Gott, lobt alle Gott 704 M. Meinen Jes. laß ich nicht 236 Meine Lebenszeit verstr.. 413 Mein erst Geschäft sei. 638 Mein ganzer Geist, Gott 402 Nach meiner Seele Mein ganzes Herz erhebt. 174 Mein Geist, o Jesu, blicke 241 Mein Glaube, meines. 323 Mein Gott, auch dieser. 651 Mein Gott, dir ist bew. 282 Mein Gott, ich weiß. 416 Mein Gott, nach deinen 584 Mein Heiland lebt; er 432 Mein Heiland, wenn mein Mein Herz, o Vater, Mein Jesus ist mein Mein Jesus ist und bleibt . ♦ . ♦ . Nach tief gefühltem Sch. 95 Nacht und Stille führen 673 Naht dem Altare ,. . 367 Naht euch froh! euch wird 363 Naht mit Andacht im. 368 Nehmt und eßt und denkt 362 Nicht alle können herrschen; 616 Nicht für der Felder Segen 629411 Nicht jede Besserung ist. 306 317 Nicht mürrisch, finster,. 580 739 Nicht um ein flüchtig Gut 137 38 Nie bist du, Höchster, 212 Mein Jesus lebt! was 120 Nie will ich wieder fluchen 588 Mein Jesus triumphiret 127 Nimm von uns, unſer. 708 Mein Leib ist d. Geschl. 535 Noch läßt der Herr mich 639 Mein Leib joll Gott, dein 550 Noch immer wechseln. 185 Mein lieber Gott! 474 Noch nie hast du dein Wort 224 Mein Vater und mein 314 Nun bitten wir den. 138 Mich selbst muß ich 547 Nun bricht die Zeit der 684 Mir grauet nicht vor. 426 Nun bringen wir froh. 703 159 Mir nach! spricht Christ. 253 Nun danket alle Gott, Mit daukerfüllter Seele. 732 Nun 28 Mit Freuden, Gott, lobs. 621 Mit Freuden, Vater, d. 701 69 43 . 373 Mit fröhlichem Gemüthe 221 Mit Gott geweihtem Triebe 245 Mit ihren vielen, Freuden 630 Mitten wir im Leben sind 417 . N. Nach einer Prüfung furzer 401 530 . . ● Nun danket Gott, dem 150 O Jesu, wenn zum StärNun endlich wachet mein 275 tungsschlummer. 681 Nun Gott Lob es ist vollb. 18 König, dessen Majestät 285 Nun laßt uns Gott lobsing. 517 O Sternennacht, o sanftes 631 Vater der Barmherzigfeit! Nan laßt zu Gott uns. 61 Nun lobe, meine Seele, 293 278 Nun ruhe sanft 759 Vater, send uns deinen 13 Nun sinkt die Sonne nieder 676 O Vater guter Gaben. 698 Nun triumphiret Gottes 124 welch ein Glück, ein. 261 Nun werd ich in trüben 112 O welch ein Segen ist ein 596 O welch ein unschätzb.. 393 Welt! sich hier dein 87 O Christenheit! sei hoch. 41 O Christ, die Reize dieser 548 Oft flagt mein Herz, wie 307 Oft will ich zur Stille fliehen; ♦ 544 O Golgatha! zu deinen. 72 O Gott, der immerdar. 702 O Gott, deß gnadenvoller 609 Preist, Völker, preiſet O Gott! du bist die Liebe, 218 9 347 • • ● O Gott, du bist mein Preis O Gott, du guter Gott, du Gott, ich preise deine Güte 263 O Gott, mein Schöpfer, 521 Gott Bater! ich glaub 163 Oheiliger Geist, du 151 heilger Geist, kehr O Himmelsspeis! O O Herr und Schöpfer . · ● • P. Breiset mit feurigem 513 Preis dir, o Jesu Christ! 239 . 189 Preist, Christen, mit Preist Gott! er schuf 160 Breift, Menschen, preist. 231 63 Ohne Rast und unverw. O Jesu, meines Lebenslicht Jesu, schütze, die nach O Jesu, wahrer Frömmigmigkeit N. 141 Religion v. Gott gegeben . 378 Richtet nicht, wenn 471 Rühmt, Menschen, die ● Q. Quälet mich nicht bange 470 Quäl dein Herz nicht selber. 728 329 438 134 540 740 336 Sanft, wie er gewandelt 746 Schicke dich erlöste Seele 371 Schon ist der Tag v. Gott 435 Schon 237 Schon weicht die finstre 592 Theuer, wie mein eignes 571. Schon wieder eilt von. 625 Thränen fließt! Er iſt. 96 Schwer liegt der Tren- Triumph! die Wahrheit. 181 737 Triumph, ihr Himmel. 125 197 Tugend ist der Seele Leben 312Seele, dir sei Gott allein 452 Tugend, wie beseligst du 269 Segne sie, die dir, o Gott 359 nung Schwingt, heil. Gedanken Sehn wir nur Trübsal.. 710 11. Selig, ja selig, wer schuldl. 501 Ueber aller Himmel Heere 126 Sei auch mir, auch mir 4 Um Erbarmen flehen 712 Sei ges. Amen! Amen! 743 Unbeständig ist all. Glück 395 Sei hochgepriesen, Herr 73 Unschuldigster, du hatteſt 82 Sei Lob und Ehr dem 505 Sei mit den deinen, Jes.. 11 Sei mir ehrfurchtsvoll.. 78 Sei Seele stark und.. 477 Sei zufrieden, mein Gemüthe Unser Gott ist groß und 225. uns zu segnen, zu erfreun 53 Unsterblichkeit! Gedanke. 398 Unsterblichkeit, Unsterblicht. 404 Unverfälschtes Christenth. 442 Unwiderbringlich schnell. 685 . 483 Sie nahen sich, o Bater 354 Singt, Menschen, ihm d. 35 So beschließen wir auch . B. heut, .699 456 Vater, den mein Herz So fliehen unsre Tage 671 Vater, dir sei Preis und 16 So gieb denn, fromme. 753, Verbittre dir dein Leben 587 So Jemand spricht: Ich 3 liebe 566 172 Vergeßt die Leiden dieser 113 Verleih uns Frieden.. 713 So lange wir hier wallen 233 Viel zu gering bin ich, o 723 Soll sich m. Geist, o Gott 450 Boll holder Güte war Sollt ich meinen, Gott. 510 Vollkommner hier auf So viele Mütter freun. 750 So wahr ich lebe! spricht 273 Voll Zuversicht und kindlich Stärke, Gott, mich in: 407 Bom Geräusch der Welt 390 Stets warst du meine 624 Vom Himmel ward der 47 Erden. 266 Vom Sündend. uns zu 256 Von d. Himmels ewgem 85 Tag der Erleuchtung uns 143 Bon dir, du Gott der. 687 Von Von dir, m. Gott, kommt 724 Was zagst du? Gott.. 473 Bon dir, o Vater! nimmt 478 Weinet Freudenthränen 365 Von Frend und Dank. 511 Welch hohes Beiſpiel. 234 Bon ganzem Herzen lieb 240 Welch Lob, o Gott, soll Bon Herzen preis ich. 326 Bon Gott will ich nicht 509 Wem Gott Gesundheit 536 Wen Gott je v. Krankheit 733 lassen. 481 Wenn Christ. seine Kirche. 179 Vorbild wahr. Menschent: 243 Wenn du den Nächsten. 573 Von dir, Allwissender. 320 Wenn Freund und Gut 493 Vorsichtige Verschwiegenheit598 Wenn hoch entzückt mein 633 Wenn ich dich zum Führer 249 Wenn ich ein gut Gewissen 391 Wenn ich einst von jenem 645 Wenn ich, o Schöpfer, d. 199360 Wenn meine Seele zw.. 111 271 Wenn meine Zeit gefom. 418 223 Wenn mich die Sünden 84 Wer arm und dürftig ist 726 Wer bin ich? Welche Wach auf, mein Herz u. 653 Wache, Vater, über • wohlgethan! E8. Was Gott thut, das ist Wagt ich es länger noch Wahrheit ist d. Eigenth. Warum bist du, o meine Seele. 727 wichtge 525 Warum betrübst du dich 725 Warum erbebst du mein 415 Wer des Lebens Güter. 577 Warum sollt ich mich. 484 Wer fromm ist und gut 383 Was d. Leib erhält und 657 Wer gehorcht, der thus. 605 Was der gute Vater th. 464 Wer Jesum liebt und 499 Was Gott thut, das ist Wer kann, o Gott, w. groß 208 482 Wer leben wilt u. glückl. 585 Wer machte diese schöne Welt ● ♦ wohlgethan; so 190 226 Was hilft es mir ein Chr. 440 Wer mit Lust und Eifer 745 Was ich nur Gutes habe 527 Wer nur den lieben Gott 485 Was ist mein zeitl. Leben 537 Wer unter deinem Schirme 675 Wer seinen Nächsten herzl. 447 292 Wer sich mit Ernst der. 560 64 Wer weiß wie nahe mir 425 479 Wer wird nach diesem 449 Wer Was ist's, daß ich mich 472 Was kann ich doch für Was kann ich Jesu dir Was m. Gott will, gescheh Was soll ich ängstlich. 468 . • 0 71 Wer wollte sich nicht.. 102 Wir eilen mit dem Strom 67 Wie bin ich so vergn. auf 617 Wir erscheinen, Gott, vor 10 Wie feierlich bist du für 355 Wir erscheinen, Gott, vor 14 Wie groß ist d. Allmächtgen 217 Wir glauben all an einen 164 Wie groß ist Gottes.. 227 Wir glauben an d. eingen 162 Wie groß ist unsre Seligkeit 389 Wir kommen, Helfer, dir 722 Wie ist d. Höchsten Huld so 627 Wir preisen, Schöpfer, dich 158 Wie können wir, Vater der 42 Wir stehn ums Grab und 757 Wie könnt ich zweif., daß 195 Wohl auf! mein Herz! Wie sanft fließt mir mein 388 Wohl dem, der bessre.. 558 Wie sanft, mein Bater, ist 340 Wohl dem, der göttesWie sanft sehn wir den. 414 fürchtig 384 Wie schnell ist mir der. 677 Wohl dem, der richtig 594 Wie selig bin ich, wenn. 504 Wohl dem, der sich auf. 492 Wie selig lebt ein Mensch 572 Wohl dem, der sich findlich 385 Wie sicher lebt der Mensch 410 Wohl dem, der stets aus 429 Wie soll ich dich empfangen 23 Wohl dem Menschen, der 387 Wie sollt ich dich mein Gott 453 Wohl euch, ihr Gläubigen 382 Wie theuer, Gott, ist.. 281 Wohl mir! Jesus, meine 494 Wie wichtig ist doch der 260 Wohlzuthun und mitzuWie wird m. dann mein 412 theilen 575 Wie wundervoll erschufst 264 Wort aus Gottes Munde 334 Willst du der Weisheit Wünsch ich als Christ zu 439 Quelle . ♦ . ♦ . . 457 Willst du dir meine Seel 498 3. Wir bringen weinend. 754 Zu deinem Preis u. Ruhm 643 Wir danken dir, Herr Jes. 86 Zu dir, o Gott, das Herz 339 Wir danken dir, Schöpfer 619 Zurückgel. ist abermal ein 60 Wir danken freudig dir. 664 Zwar wird noch manche 466 ● An Sonntagen und bei der öffentlichen Gottesverehrung. wäge, wem ich angehöre, wen ich verehre. 1. Mel. Herzliebster Jesu, was rc. err, wo du deinen Willen uns läßst lehren, a will ich dich mit from ner Andacht ehren; ich 5. Mit deinem Himmel willst du, Herr der Welten, der Tugend edle Mühe mir vergelten; willst, was nur du kannst, mir zum vill mich da in dem Ent- Lohne geben ein ewigs chlusse stärken zu edlen Leben. Werken. 2. Wohl mir, wenn neine Andacht meine Brüer zu gleicher Andacht eizt, und sie mir wieder 6. Ich soll durch deinen Geist geheiligt werden; soll, als Erlöster deines Sohns, auf Erden, dir, Ewiger, mit Zuversicht in rührend Beispiel wer- vertrauen, und einst dich en, die mit ihnen getreu u dienen. schauen. 7. Ich soll mich hier zu Jesu Tische nahen, sein heilges Mahlmit Ehrfurcht zu empfahen und dadurch Kraft zu jedem guten Werke und Glaubensstärke. 8. O, wie viel Segen 4. Wie stärket mich willst du, Gott, mir schenzu schnellerm Tugendlaufe ken; wie huldreich dich hier hier die Erinnerung an zu mir Armen lenken, wenn meine Taufe; wenn ich er- ich mit Eifer hier nach A Wahr 3. Wenn wir dich da nit einem Munde loben; vie fühlen wir uns dann ju dir erhoben! ein neuer Eifer, was du willst, zu wählen, belebt die Seelen. An Sonntagen Wahrheit ringe, und sie Erden, so werd ich nach vollbringe. der Prüfungszeit zur bes 9. Laß mich auch heute sern Welt, zur Seligkeit, dieses Glück erfahren, und ins Land der Frommen jede gute Rührung treu be- kommen. wahren; laß immer weiser mich schon hier auf Erden und besser werden. 2 3. Herr Jesu Christ dich zu uns 2. Dieß, Christen, ist der 2. Sei Lob und Ehr dem höchsten ze. Frohlockend dank ich, Tag des Herrn! Versammelt euch im Tempel gern, kommt vor des Höcham Tage und deiner Ehre; denn deinen euch in seinem Licht. Geist giebst du auch mir, 2. Kommt, betet endaß er mich Weisheit lehre, ern Schöpfer an, und damit auch ich, erleuchtet, rühmt, was er an euch dich und Jesum, deinen gethan! Ihm danken ist Sohn, und mich zu mei- der Christen Pflicht, vernem Heil erkenne. geßt die Pflicht des Dankes nicht! 2. So gieb denn, daß der Wahrheit Kraft mein ganzes Herz durchdringe, und ich frei und gewissen haft, was du mich lehrst, vollbringe. Laß mich durch deinen Unterricht stets eifriger in meiner Pflicht und immer weiser werden. 4. Und, als er ihren Bau vollbracht, hat er den 3. So wird dein Tag, Menschen auch gemacht, o Vater, mir ein Tag des und ihn, nach seinem Segens werden, so seh Ebenbild, mit Unschuld ich und empfind in dir und Verstand erfüllt. den Himmel schon auf 5. Erkennt, um dankbar 3. Rühmt seine schöpferische Macht, die alles einst hervorgebracht, den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. und bei der öffentl. Gottesverehrung. 3 bar ihm zu sein, daß sei- Noth! Stärk uns im ne Vaterhuld allein euch Leben und im Tod. auch erhält, und was euch nützt, euch liebreich giebt, euch nährt und schützt. 4. Ach, was ist doch unser Leben 2c. 6. Rühmt auch, daßei auch mir, auch mir heute Jesus Christ von willkommen, froher Todten auferstanden ist, Festtag aller Frommen! der durch die Größe seiner Tag des Segens und der Macht das Leben an das Ruh, Leib und Seel erLicht gebracht. quickest du! 7. Du Sieger über Tod und Grab, der sich 2. Laßt uns Gottes Baterlehren, Christen, still für uns zum Opfer gab, und kindlich hören, Chrilaß uns der Wahrheit sten, fühlt, wie der uns würdig sein, und mach liebt, der uns alles, alles uns von den Sünden giebt. rein. 3. Dieser Tag sei Tag 8. Laß deiner Aufer- der Wonne! Jesus Christehung Kraft, die neues stus, unsre Sonne, leucht Leben in uns schafft, uns uns sanft und wärmend mit dem hohen Trost er- an, leucht uns auf des freun, einst ewig, Herr, Lebens Bahn. bei dir zu sein. 4. Vater, deinen guten Willen lehr uns freudiger erfüllen! Ferne von uns, ferne sei Leichtsinn oder Heuchelei! 5. Weisheit gieb uns, Menschenliebe, daß sich jeder täglich übe, sich mit Fröhlichen zu freun, Trost des Leidenden zu sein! 6. Bester Lehrer, lehr 22 118 9. heilger Geist, dein Unterricht sei immer unsers Lebens Licht, und leit uns auf der Tugend Bahn durch alle Trübsal himmelan. 10. Erleucht uns stets, du wahres Licht! Entzieh uns deine Gnade nicht! Sei unser Trost in aller 4 An Sonntagen. uns leben; immer froher den wir dir weihn, ein annach dir streben; bitten, genehmes Opfer sein. suchen, dir vertraun, bis 4. Ja, dir gefällt der wir finden, was wir Dienst der Frommen, du schaun. bist ihr Segen und ihr Heil; wenn sie in deinen Tempel kommen, wird ihnen neue Huld zu Theil. Du hältst das, was dein Ort betreten, wo dei- Wort verheißt, rührst, nes Namens Ehre wohnt, stärkst und besserst ihren und da oft herzlich zu dir Geist. 5. Dieß ist die Nacht, da mir ic. Gott ott laß mich gern den beten, wo Heil und Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und 6. Eigne Melodie. dir des Herzens Andacht Dieß ist der Tag, zum Segen eingeweihet. weihn. 2. Dein Wort bleibt Ihn feiert gern, wer deiniemals ohne Segen, es ner, Gott, sich freuet. rührt und bessert unser O laß auch mich mit Herz; es ist ein Licht Freuden vor dich treten, auf unsern Wegen, und dich anzubeten. tröstet uns im bängsten 2. Dich rühmt der LobSchmerz; beim Aufruhr gesang der Himmels Heejeder Leidenschaft giebt es re! Auch unser Tempel zum Siege Muth und schallt von deiner Ehre, Kraft. auch unser Dank und un3. Auch uns wollst sers Geistes Flehen soll du dies Glück gewähren, dich erhöhen. wenn wir in deinen Tem3. Wie freu ich mich, pel gehn, um uns durch da, wo gerührt die Deideiner Weisheit Lehren nen anbetend vor dir stegebessert und erbaut zu hen, zu erscheinen, wo deisehn; laß dir den Dienst, ne Menschen ihren Dank dir und bei der öffentl. Gottesverehrung. 5 dir bringen, und dir lob- Erlöser, deinem großen Nafingen. men auf ewig. Amen. 4. Mit Andacht will ich, Höchster, zu dir treten. Ich weiß, du liebst, 7. Jesu, meines Herzens Freud 2c. die kindlich zu dir beten. Feier Gottes! Ruhetag! ich, waren, da Vater, deine Lehren der schuf Gott nicht mehr, und Wahrheit hören. sprach: Tag, sei heilig! 5. Auch folgen will ich und die Schöpfung hallte diesen heilgen Lehren und nach: Heilig! heilig! heivon der Sünde mich zu lig und gesegnet! dir bekehren. Regiere 2. Feier des Erlösers! mich, daß meine ganze Tag neuer Schöpfung! Seele zum Ziel dich Jesus Christ erstand und wähle. sprach: Seht, ich lebe! und die Jünger jauchzten nach: Jesus lebet! wir auch werden leben. 6. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte; ein Tag des Danks, er lenke mein Gemüthe auf 3. Sieger über Welt jenen Trost, den uns dein und Grab, auf zum Throne Sohn erworben, da er schwang er sich und sandt gestorben. herab den Verheißnen, der den Müden Stärke gab und das Leben, Trost und neues Leben. 7. Dich bet ich an, du Todesüberwinder; der du an diesem Tag zum Heil der Sünder, die Gott 4. Sei uns heilig, Gotund ihre Seligkeit nicht tes Tag, Tag des Schöpkan ten, vom Grab er- fers! Heilig sei uns Jesu standen. Tag, des Erlösers! Hei8. Es feire dankbar lig seines Geistes Tag, diesen Tag die Erde, daß still und heilig! Ruhetag jedes Land voll deines der Seele. Ruhmes werde! Lob sei, 5. Wenn du wohl volA 3 lendet An Sonntagen. lendet hast; Heil dir, See Pflicht, und giebt, was le! denn des Siegers Gottes ist, ihm nicht. Krone faßt dann dein 4. Auch deinen NächGlaube, und nach Kampf sten zu erbauen, mußt du und Müh und Last wird zum Hause Gottes gehn. dir Ruhe, Ruh und sanf- Wie manche sind, die auf ter Friede. dich schauen, die blos anf Andrer Beispiel sehn! O denke dran, daß du als 8. 2c. Herr wenn ich dich nur werde ze. Christ ein gutes Beispiel en en Höchsten öffentlich schuldig bist! verehren, und in sein 5. Doch selber dich von Haus mit Freuden gehn, deinen Pflichten und von um andachtsvoll sein Wort der Bahn zur Seligkeit zu hören, und ihn Lobprei- noch immermehr zu unterfend zu erhöhn: ist eine richten in dieser deiner Pflicht, wozu der Christ, so Prüfungszeit, wie nöthig lang er lebt, verbunden ist. ist dieß nicht, o Christ, der du geneigt zu Fehlern bist! 2. Wenn du nur in der Still ihn ehrest, zwar Jefum deinen Heiland nennst; 6. Wie schwach, o Gott, sind unsre Kräfte! Wie doch ihn nicht öffentlich schwach Erkenntniß und verehrest, ihn nicht auch vor der Welt bekennst: bist du dann sein? bist du ein Christ, der seinem Heiland dankbar ist? Verstand! Der Gottesdienst ist ein Geschäfte, wozu Gott gütiguns verband; ein Mittel, das uns nene Kraft zum Glauben und 3. Wer sich dem Got- zur Tugend schafft. tesdienst entziehet an sei- 7. Wie manchen Trost nes Gottes heilgem Tag, hab ich empfunden, wenn aus Trägheit die Ver- ich das Wort des Herrn sammlung fliehet und nicht gehört! Ich segne euch, mit andern beten mag, ent- ihr frohen Stunden, da zieht sich einer heilgen man anbetend Gott verehrt, 6 und bei der öffentl. Gottesverehrung. 7 ehrt, und, um das Ewige schaar zu deines Hauses bemüht, sich aller Erden- Stätte geh, daß ich mit sorg entzieht. Ehrfurcht vor dir steh. 8. Nichts gleicht dem 3. Erinnre selber meihimmlischen Entzücken, das nen Geist, daß du mir hier ein frommes Herz be- gegenwärtig seist, damit ich lebt, wenn es in selgen deines Wortes Lehr mit Augenblicken sich im Ge- Andacht und mit Nutzen bet zu Gott erhebt, und hör. voll des Glücks, das es genießt, von Dank und Freuden überfließt. 9. Erleuchte, Herr, selbst unsre Seelen; vertreib aus uns des Irrthums Nacht; laß uns die Wahrheit nicht verfehlen, die du uns selber kund gemacht; damit dein großer Ruhetag dort ewig uns beglücken mag. 4. Drück alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht bloß Hörer sein. Steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag. Bewahr mich vor dem Sinn der Welt, die deinen Tag verächtlich hält. 6. Doch, laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sonntag zu erhöhn. Herr! meine ganze Lebenszeit sei stets zu deinem 9. Wo Gott zum Haus nicht giebt zc. Gott, du biſt mein Preis und Ruhm. Mein Herz sei ganz dein Dienst geweiht! Eigenthum. Laß deinen Tag mir heilig sein, und mich ganz deinem Dienst ihn weihn. 10. Meinen Jesum laß ich nicht 2c, Mir erscheinen, Gott, ver dir, dich mit Andacht 2. Gieb, daß ich mein Gemüth bewahr, wenn ich mit deiner Christen zu verehren, und in der A 4 Ver An Sonntagen Versammlung hier deinen ligung uns an, und leitet Unterricht zu hören. Va- uns auf rechter Bahn. ter, der uns alles gab, 3.Gelobt sei Gott! Einst segnend blick auf uns fingen wir, Gott! heilig, herab! heilig, heilig dir; erfüllen 12. Herr Jesu Christ, dich zu uns 20. 2. Laß das Wort, das freudig unsre Pflicht, und hier erschallt, viele gute wandeln dann in deinem Früchte bringen, und mit Licht. göttlicher Gewalt tief in unfreSeele drinnen, laß es unserHerz erfreun, und des Irrthums Nacht zerſtreun. 3. Mach die Wahrheit flehn um Licht, versauns bekannt, und laß sie ge deinen Geist uns nicht, uns thätig üben, dich und lehr uns dein heilges Wort den, den du gesandt, Je- verstehn, und freudig deine sum Christum, herzlich Wege gehn. Hier sind wir, Gott, wir 2.Erleuchte uns, o Vater, nun, und lehre du uns alle thun nach deinem Wohlgefallen, Gott: denn du, o Gott, bist unser Gott! 3. Daß wir im Glauben stark, und frei von aller Sünd und Heuchelei, dir dienen unsre Lebenszeit in Wahrheit und Ge rechtigkeit. 8 lieben. Vater, der uns alles gab, segnend blick auf uns herab. 11. Lob sei dem allmächtigen Gott zc. Ge ei mit den Deinen, Jesu Christ, der du stets unsre Zuflucht bist! Gieb uns den Geist, der uns regiert und uns den Weg zur Wahrheit führt. 4. Erhör uns! Unser Lobgesang gefalle dir und 2. Er stärkt den wan- unser Dank, bis wir vor kenden Verstand, macht deinem Throne stehn, und uns dein heilges Wort dann vollkommner dich bekannt; er flammt zur Hei- erhöhn. 13. und bei der öffentl. Gottesverehrung. 13. Herr Jesu Christ, dich zu uns 2c. Vater, send uns dei= nen Geist, der, wie dein Wort es uns verheißt, mit seiner Gnade uns regiert und auf den Weg der Wahrheit führt. 9 Versammlung hier auf dein heilges Wort zu hören; von der Welt uns zu entfernen, und der Wahrheit Weg zu lernen. 2. Gieb uns deinen Geist, o Gott, und durch ihn den wahren Glauben; nimmer laß der Lästrer Spott dieses Segens uns berauben! Gieb auch Licht und Muth und Stärke uns kund, rühr unser Herz, zu jedem guten Werke. stärk den Verstand, so wird dein Nam uns wohl bekannt. 3. Hilf, daß alle Sünder sich durch dein Wort zu dir bekehren, und wir 3. Bis wir einst, dei alle, Gott, durch dich nen Engeln gleich, dich gern vollbringen, was wir preisen in der Himmel hören, alle fromm durch Reich, und dort, wo uns dich auf Erden, uns im kein Glück gebricht, erken- Himmel selig werden. nen dich im hellern Licht. 2. Voll deines Ruhms sei unser Mund, Herr, mach uns deinen Willen 4. Dir, Gott, den Erd und Himmel preist, dir, Vater, deinem Sohn und Geist, dir, der mit Hilf uns gern erfreut, sei Lob und Preis in Ewigkeit. 14. Wi Liebster Sefu, wir sind hier ic. ir erscheinen, Gott, vor dir, dich mit Andacht zu verehren, und in der 15. Liebster Jesu. wir sind hier ic. Diebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren; daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß verhüllet, wo nicht deines A 5 Geistes An Sonntagen Geistes Hand uns mit hel- ser, besser werden. Stehe lem Licht erfüllet. Gutes du im Kampf uns bei! denken, Gutes dichten mußt Steh uns bei, wenn wir du selbst in uns verrichten. einst sterben, und mach 3.Odu Glanz der Herr- uns zu Himmels- Erben! lichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren, mach uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Oh ren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. 10 16. Jesu, Jesu. meine Freude ze Pater, dir sei Preis und Ehre, dir sei Lob und Dant gebracht, Dank für jede gute Lehre, die uns weiser, besser macht! Lak uns nun zu guten Werken die erkannte Wahrheit stärken. 2. Laß uns fromm auf deinen Wegen durch das Erdenleben gehn, und dann deinen mildenSegen, deine Vaterhuld uns sehn. Gieb uns Mäßigung in Frenden, und Geduld und Kraft im Leiden. 17. Nun danket alle Gott ze. Dir, unserm Gott, sei Dank für deines Wortes Lehren! Den Sünder wecktest du, sich ernstlich zu bekehren; Betrübten gabst du Trost, den Schwachen Muth und Kraft, und Lust zur Heiligung in ihrer Pilgrimschaft. Wort durch deines Geiſtes 2. So segne nun dein Stärke, es bringe reiche Frucht, es wirke gute Werke, in den Tod getreu, und daß unser Glaube dir bis immer thätiger durch wahre Liebe sei. 18. Liebster Jesu, wir sind hier zc. un, Gott Lob, es iſt vollbracht Singen, Beten, Lehr'n und Hören; Gott hat alles wohl ge3. Laß uns, Vater, hier macht, drum laßt uns sein auf Erden, unsrer großen Lob vermehren. Unser Pflicht getreu, immer wei- Gott sei hochgepriesen, der und bei der öffentl. Gottesverehrung. 11 der uns so viel Huld be- Sterben, und mach uns wieſen. zu Himmels- Erben. 19. 2. Weil der Gottesdienst ist aus, und uns mitgetheilt der Segen; so gehn wir mit Freud nach Eigene Melodie ott, sei uns gnädig und barmherzig, und Haus, wandeln fein auf geb uns seinen göttlichen Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite, und uns alle wohl bereite. 3. Unfern Ausgang segne Gott, unsern Eingang Wege. gleichermaßen; segne un3. Es segne uns Gott, fer täglich Brot, segne unser Gott, es segne uns unser Thun und Lassen; Gott, und geb uns seinen fegne uns mit selgem Frieden. Amen. 42852 Segen. 2. Er lasse uns sein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden erkennen seine Beim Anfange des Kirchenjahres. 20. O süßer Tod bei Jefu rabe ze. fingen wir von deiner Ehre, noch predigt man von deinem Ruhm Durch TanFelsen stehen, du Gott fe, Abendmahl und Wort der Gnade, Gott der pflanzt sich auch hier die Treu! Jahr und Jahr- Kirche fort Fest steht dein Bund, wie hunderte vergehen! doch deine Güt ist täglich neu. Für diese Güte bringen wir auch heute Dank, o Vater, dir. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Werken uns zu richten, 2. Kein Feind zerstörte Gott, Nichter! so bestehn die Altäre, kein Feind zer- wir nicht. Du trugest trat dein Heiligthum. Noch uns mit viel Geduld; wir 12 Beim Anfange des Kirchenjahres. wir aber häuften Schuld Kräfte bringen, neuen Seauf Schuld. gen Jedermann! Neues 4. Olaß es deinem Geist Glück und neues Leben wolgelingen, bei uns in diesem lest du aus Gnaden geben. neuen Jahr die Sünde 2. Ja, es sei ein Jahr mächtig zu bezwingen, wo der Gnaden, habe ferner sie bisher noch herrschend noch Geduld! Herr, wir war. Heut schwören wir sind mit Schuld beladen, dir ewge Treu, dir, unserm ach! vergieb uns unsre Gott, gerührt aufs Neu. Schuld. Neue Kraft laß 5. Laß hier, wo wir uns erfüllen, zu vollbrinjetzt niederfallen, dein un- gen deinen Willen. verfälschtes Gnadenwort 3. Der du uns dieß bei unsrer Nachwelt noch Jahr gegeben, gieb, daß erschallen, und sie an die dirs geheiligt sei, hilf uns sem heilgen Ort der Tauf fromm und christlich leben, und deines ahls sich redlich ohne Heuchelei; daß freun, und deine wahre Kirche sein. wir glücklich hier auf Erden und einst ewig selig werden. 6 Gieb, daß wir dich stets findlich ehren, als 4. Laß es uns auch fröhdein geweihtes Eigenthum! lich enden, dieses angeEinst führst du uns zu fangne Jahr. Leite uns mit jenen Chören, wo man, Vaterhänden, unterstütz erfüllt von deinem Ruhm, uns in Gefahr, steh uns das Leben, das uns dort bei, wenn wir einst scheibeseelt, nicht mehr nach den, und gieb uns des Tag und Jahren zählt. Himmels Freuden. 21. 22. Zions aus Davids ic. Hilf Herr, laß es wags stieder freuen ſich nun Laffet uns den Herren preisen 2c. deiner Kirchen wohl ein neues Jahr geht an! Laß es neue dankbar wieder auf das neu Beim Anfange des Kirchenjahres. 13 neu vorhandne Jahr, jedes wahrhaft fromm und dir eilt, die heilgen Lehren dei ergeben, in Geduld und nes Wortes anzuhören, der Hoffnung sucht. es sonst gewärtig war. 4. Laß uns jetzt den An2. Dieses Jahr ist so fang machen, damit dir in verflossen, daß wir Fried allen Sachen unser Herz und Ruh genoſssen. Ach zu Dienste steh, hilf, daß es hat so mancher Ort es von Tag zu Tage jeder Kirch und Schul entbehren Sündenlust entsage, und müssen. Frei sind wir noch den Pfad der Tugend geh. und genießen noch dein theures werthes Wort. 3. Laß es uns noch ferner schallen, und vermehre bei uns allen die erweckte Glaubensfrucht: 5. Gieß die Flamme deiner Liebe, nebst dem wahren Tugendtriebe, gnädig ins Gemüth hinein; daß wirin dem ganzen Jahre, ja bis damit auf dieTodtenbahre, fromm man den Weg zum Leben, zu leben eifrig sein. Von der Sendung des Erlösers überhaupt. Lieder. 23. 2. Einst streute man dir Palmen! jetzt soll die Wie soll ich dich empfan- Dankbegier, mein Heil, in Valet will ich dir geben ze. gen, Heil aller Sterb- Freudenpsalmen ergießen lichen! Du Freude, du sich vor dir. Dich, dich Verlangen der Trostbe- will ich erheben, so gut ich dürftigen! Gieb selbst mir Schwacher kann, mein zu erkennen, wie, deiner Herz will ich dir geben: Güte voll, dich meine Ach, nimm es gnädig an. Seele nennen, dich würdig 3. Damit du mich bepreisen soll. freiAdvents 14 Von der Sendung des Erlösers überhaupt. freitest, gabst du dich selbst 7. Er übersiehet feinen, für mich; mich zu erretten und weiß, was jedem nützt. freutest du, Seligmacher, Hat er nicht stets die dich. Du sahst, es wäre Seinen von Anbeginn gekeiner vermögen gnug schützt? nicht sie in ihrem darzu; da jammerte dich Leide zu trösten stets gemeiner, da kamst und wußt? Erfreun ist seine halfest du. Freude, und wohlthun 4. O du, an den ich seine Luſt. glaube, was wars, das 8. Er macht uns von dich bewog? Was wars, den Banden des Todes das dich zum Staube, zu ewig los; entreißet uns mir hernieder zog? Dein den Schanden der Sünd göttliches Erbarmen. Ja, und macht uns groß, du, o Jesu, hast mit mit- giebt Weisheit, Muth leidsvollen Armen die im Leiden, und Kraft zu ganze Welt umfaßt. jeder That, versichert uns die Freuden, die Gott be5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, flagt reitet hat. nicht mehr! Zagt nicht in 9. Er kommt zum Welteuren Schmerzen, als ob gerichte, dann bebt der kein Helfer wär. O sehet Tugendfeind, wenn in der auf! Ihr habet den be- Wahrheit Lichte nun jede sten Helfer nah; der eure That erscheint. Doch Seele labet, der treue wohl, wohl allen denen, Freund ist da. die Gottes Wege gehn! 6. Die ihr mit ernster Sie werden dann mit Reue still eure Schuld be- Thränen der Freude vor weint, wißt, daß Gott ihm stehn. euch verzeihe! Er selbst, der Menschenfreund, ruft heilbegiergen Sündern der Gnade Troftwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh. 24. Es kommt dein Jesus 2c. Erschienen ist Jeſus der Heiland der Welt, auf Erden Advents- Lieder. 15 Erden, zum Segen der ihn würdig zu ehren mit Menschheit erschienen, ein heiligem Leben. Heilige, o Licht, das mit Wahrheit Jesu, mich, denn mein die Seelen erhellt, der Herz verehret dich! ewigen Gottheit im Geiſte zu dienen. Jesu, komm, 25. erleucht auch mich; denn wach auf du werthe Christenheit ze. mein Herz verehret dich! Erwache nun, o Chriſten2. Freut, Christen, Ver- heit, zu dieser segensehrer des Göttlichen, euch! vollen Zeit, um fromm Es mögen die Reiche der Erde vergehen und Welten zertrümmern; das heilige Reich, das Jesus gegründet, wird ewig bestehen. Ich auch, Jeſu, freue mich, denn mein Herz verehret dich! und gut zu handeln! Vergangen ist die sinstre Nacht, denn Jesus hat uns Licht gebracht. Laßt uns im Lichte wandeln. 2. Ja! Gottes Sohn kam uns zu gut, nahm an sich unser Fleisch und Blut, 3. Er stärket die Sei- um Bruder uns zu werden. nen mit göttlicher Kraft, Die Menschheit ist mit den schönsten, den edelsten Gott vereint, vom HimSieg zu erringen, den mel kam der MenschenSieg, der den seligsten freund, und brachte Fried Frieden uns schafft, und auf Erden. Segen noch jenseits des 3. Heil dir, erlöste Grabes wird bringen. Christenheit! Zwar kam Stärk im Kampf, o Jesu, der Herr in Niedrigkeit, mich; denn mein Herz am Kreuze wollt er sterverehret dich. ben. Doch wer mit treu 4. Freut, Christen, Ver- erfüllter Pflicht auf ihn ehrer des Göttlichen, ench, vertraut voll Zuversicht, und bleibt ihm mit ewiger wird Heil durch ihn erTreue ergeben, gelobet als erben. Bürger im sittlichen Reich, 4. Noch fehret er in Herzen 16 Von der Sendung des Erlösers überhaupt. Herzen ein, durch Licht Preis und Dank, an deiund Kraft sie zu erfreun, ner Krippe schalle dir der doch nur in fromme Her- Erde Lobgesang. zen. Wer ihn nur mit 4. Einst, wenn wir auf dem Munde nennt, nicht des Himmels Thron in herzlich, thätig ihn bekennt, Herrlichkeit dich sehn, soll der wird das Heil ver- unser Leib, o Gottes Sohn! scherzen. dich würdiger erhöhn. 5. Erleucht uns durch der Wahrheit Licht, daß wir dich durch erfüllte 27. Aubetungswürdger Gott 2c. Pflicht und wahren Glau- Kommt, Menschen, Chriben ehren. Einst, wenn sten, kommt, den Ködein großer Tag erscheint, nig zu empfangen, der unlaß uns, Erlöfer, Men- ser Heiland ist, und aller schenfreund, ein sanftes Welt Verlangen. Stimmt Urtheil hören. diesem Gottes- Sohn des Dankes Lieder an; bringt, was zu seinem Dienst die Liebe bringen kann. 26. Lobfinge freudig, Volkt des Herrn zc. Er kommt, er kommt, der starke Held, voll göttlich hoher Macht. Sein Arm zerstreut, sein Blick erhellt des Todes Mitternacht. 2. Anstatt des grünen Laubs der Zweige und der Palmen streut unsre Andacht dir des Danks und Lobes Psalmen; sie spricht: gepriesen sei der Heiland Jess Christ, der aus des Vaters Schooß auf Erden kommen ist. 2. Wer kommt? wer kommt? wer ist der Held voll göttlich hoher Macht? Sieh! Christus ifts. Lobfinge Welt! Dir wird dein Heil gebracht. 3. Wir danken dir dafür, daß du hast angenommen, wie Kinder, Fleisch 3. Dir, Menschgeword- und Blut, und bist zu uns ner, bringen wir Anbetung, gekommen, sanftmüthig, arm, Advents- Lieder. 17 arm, gering, ein König ohne Lob und Lied dem, der Pracht, und doch selbst da war und ist: Gelobet Gott und Herr von höch- sei der Herr, der Heiland ster Kraft und Macht. Jesus Christ! 4. Soll nicht ein glänbig Herz getrost und freudig werden? wenn deine 28. Von Gott will ich nicht lassen 2c. Ankunft iſt demüthig in Mit Ernst, o MenschenGeberden, wenn alles dieses blos zu unserm Trost geschicht, was deine Niedrigkeit für unsre Sünd ausricht. finder, macht ener Herz bereit! Er kommt, das Heil der Sünder, der Herr der Herrlichkeit. Er kommt aus seinem Thron zur Erde gern hernieder, wird einer unsrer Brüder, er, Gottes einger Sohn. 5. Zu dieser Zukunft hat dich ja sonst nichts getrieben, als dein erbarmend Herz und unverdientes Lie- 2. Er dürftet voll Verben. was für Gnad langen, zu euch auch sich zu und Huld, die sich hierin er- nahn. Ihn würdig zu emweist! Dein Name sei da- pfangen, macht cilig ebne rum gerühmet und gepreist. Bahn! Der erst im Fleisch 6. Laßuns hinführo auch erschien, seht, der will bereit und fertig stehen, nicht verschmähen, zu euch wenn wir dir sollen einst auch einzugehen. Drum geschickt entgegen gehen. auf! empfanget ihn. Halt uns in heilger Furcht 3. Die ihr gerecht euch und deiner Wahrheit Licht, dünket, legt euren Dünkel wenn du erscheinen wirst ab; die ihr euch aufbläht, zum großen Weltgericht. sinket von eurem Stolz 7. Wir wollen unsern herab. Die ihr um Gnade Dank dir dann von neuem fleht, wißt, daß ihr hier fie bringen, wenn selbst der findet; denn wer sein Engel Chor nebst uns wird Nichts empfindet, der wird fröhlich singen ihr heilges von ihm erhöht. B 4. Ein 18 Von der Sendung des Erlösers überhaupt. 4. Ein Herz, das De Himmel hält, du kamſt muth übet, ist ihm vor al- willig in die Welt, uns lem werth; da das, das von Sünden zu befrein; Hochmuth liebet, Erniedri- unser Licht und Trost zu gung erfährt. Ein Herz, sien. das reuig ist, glaubt und 4. Start in deines Vasein Fleisch bestreitet, das ters Kraft hast du Leben hat sich wohl bereitet, zu uns verschafft. Wir, von dem kommt Jesus Christ. Rath und Hilf entblößt, 5. Doch, was vermag find, o Herr, durch dich ich Schwacher, ich Sün- erlöst. der, ohne dich? Mein Heil 5. Preis sei dir in Ewigmein Seligmacher, bereite feit! Auf! die ihr erlöſet selber mich! Schon seufzt seid, rühmt den, der mit mein Herz nach dir! Schon Lehr und That euch vom jauchz ich dir entgegen! Tod erlöset hat. Komm, komm mit deinem Segen, und wohne stets in mir! 6. Der du liebreich zu uns- kamst, unsre Rettung übernahmst, dein uns theur erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil! Heil 7. Unsre Seele trau auf eiland, den uns Gott dich; unser Leben preise verhieß, den der Him- dich! Und du selber, Heil mel jauchzend pries, als du der Welt, hilf uns thun, Sterblichen zum Dienst was dir gefällt. huldreich auf der Erd erſchienst! 30. Jesu, meine Freude zc. 2. Wie dein Name, ist dein Ruhm, Jeſu, wir dein Eigenthum, ehren dankt ihm, Fromdankvoll und erfreut deine men, dankt ihm, daß er Jeſus ist gekommen; fam! Daß er, hier auf 29. Nun komm der Heiden 2c. große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Erden unser Heil zu werden, Advents- Lieder. 19 den, seine Wohnung nahm. 5. Auf dem RichterthroMensch, wie wir, erschien ne werden wir im Sohne er hier, um des Vaters unsern Retter schaun. Heil gnädgen Willen an uns und ewigs Leben wird er zu erfüllen. allen geben, die ihm hier 2. Laßt uns niederfal- vertraun. Er ward hier len, danken, daß er allen versucht, wie wir; unsrer Freund und Bruder ist! Schwachheit wird er schoGott auf seinem Throne nen; überschwänglich lohliebt uns in dem Sohne, nen. hilft durch Jesum Christ. 6. Eilet, eilt ihr SünWelch ein Heil, an Christo der! Werdet Gottes KinTheil, Theil durch seiner Sendung Gaben an Gott selbst zu haben. der; werdet seiner werth! Eilet, eilt ihr Frommen! Seid wie er vollkommen, 3. Keine Macht der Lei- bleibet seiner werth! Preiden kann von ihm uns schei- set ihn, daß er erschien, den; er bleibt ewig treu. und sich für euch hingeEinst wird er vom Bösen geben durch ein frommes gänzlich uns erlösen; hier Leben. steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, 31. kann nicht seine Brüder Der Tag bricht an und zeiget sich zc. hassen, nie sie hilfloslaffen. Jobfingt! Gott hat sein 4. Wenn wir einst er- Wort erfüllt, sein Sohn, müden, führt er uns zum der Gottheit Ebenbild, Frieden in des Grabes der allergrößte MenschenNacht. Unsre todten Glie- freund, sein eingeborner der giebt die Erde wieder Sohn erscheint. Lobsinget ihm, der sie bewacht. Gott! Jesus ruft uns aus der 2. Aus finstern MitterGruft, er, der selbst den nächten bricht hervor ein Tod einst schmeckte, den segensvolles Licht. Die das Grab auch deckte. Welt, die ganz im DunB2 feln 20 Von der Sendung des Erlösers überhaupt. keln lag, erleuchtet nun ein Sohn gegeben; durch ihn heller Tag. Lobsinget Gott. sind wir erlöst. 3. Was Weise nie durch 2. Erlöst! o welche Liebe den Verstand erforschen hat uns der Herr erzeigt! konnten, ward bekannt. Mit welchem Vatertriebe Daß Gott der Menschen sein Herz zu uns geneigt! Vater ist, die Wahrheit Von seiner Himmel Thron Lehrte Jesus Christ. Lob- kommt, Rettung vom Verfinget Gott! derben uns Sündern zu erwerben, sein eingeborner Sohn. 4. Gestürzt ist nun der Gözzenthron. Dir, Gott, und Jesu, deinem Sohn, 3. Er kommt zu uns auf ertönet Preis und Lobge- Erdenin tiefer Niedrigkeit; fang vom Aufgang bis nimmt auf sich die Bezum Niedergang. Lobsin- schwerden von unsrer Pilget Gott! gerzeit; enthält sich seiner 5. Lobfingt! Gott hat Macht, verläßt des Himsein Wort erfüllt, sein mels Freuden, bis er, durch Sohn, der Gottheit Eben- Todesleiden, sein großes bild, der allergrößte Men- Werk vollbracht. schenfreund, sein eingeborner Sohn erscheint. Lobfinget Gott! 32. Aus meines Herzens 2c. 4. Er hats vollbracht. Obringet Gott euern Lobgesang! Erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er gern Crhebt den Herrn, ihr aus Gnaden, heilt unſrer Frommen! Er hält, was Seelen Schaden. er verspricht. Der Hei- nehmt ihn gläubig an. land ist gekommen, der 5. Du Freund der MenVölker Trost und Licht. schenkinder, verwirf uns, Gott, der uns nicht ver- Jesu, nicht! Dein Name, stößt, hat uns zum Heil Heil der Sünder, ist unsre und Leben selbst seinen Zuversicht. Gieb unsern Seelen Advents- Lieder. 21 Seelen Ruh! hilf jeden 4. Die ihn gläubig ehReiz zu Sünden glücklich überwinden; gieb Muth und Kraft dazu! uns ren, folgsam seinen Lehren, ihm, dem Herrn, in allen trachten zu gefallen, werden einst mit Freuden aus der Welt hinscheiden. 6. Dich wollen wir er heben hier und in Ewigkeit, wo uns ein besfres Leben vor deinem Thron erfreut. 5. Eilt dann auch be-. Dann find wir ewig dein hende hier ihr Lauf zu und nichts wird uns mehr Ende; auch in Todesschmerfehlen; dann werden unsre zen giebt er Trost dem Seelen vollkommen selig Herzen, und für kurze Leiſein. den giebt er ewge Freuden. 6. Er wird wieder kommen; frenet ench, ihr Frommen! Er wird neues Leben den Entschlafnen geben, und die Todten wermen! Er kam, un auf den auferstehn auf Erden. Erden, Mensch, wie wir, zu werden, und von allem Bö33. Eigne Melodie. Gof ottes Sohn ist kommen, freuet euch ihr From 7. Da wird er sie scheisen Menschen zu erlösen. den. Unnennbare Freu2. Noch kommt er zu den werden Gottes FreunSeelen, die die Wahrheit den; Schmerz wird Gotwählen, die das Gute lie- tes Feinden, die die Tuben, und es willig üben; gend höhnten, und dem ihnen wird er Leben, Heil Laster fröhnten. und Segen geben. 3. Er will ihnen schen8. Laß uns, Jesu, rinfen, seiner zu gedenken, gen, Gutes zu voilbringen, überirdsche Gaben, Geist daß wir stets auf Erden und Herz zu laben, und sie fromm erfunden werden, dadurch stärken zu der dir dann fest vertrauen, Tugend Werken. dich einst selig schauen. 34 B3 Von der Geburt Jesu. 34. Eigne Melodie. baoth, alle Lande sind seiner Ehren voll. HosiHeilig ist Gott der Ba- anna in der Höhe! ter, heilig ist Gott der 3. Gelobet sei der da Sohn, heilig ist Gott der kommt im Namen des heilige Geist. Herrn; Hosianna in der 2. Er ist der Herre Ze- Höhe! 22 Von der Geburt Jesu. Weihnachts- Lieder. 35. sucht ist gestillt, der reichste Strom von Freud und Segen quillt aus diesem Singt, Menschen, ihm Quell des Lebens. Er Hier grünet des Aaronis Stab 2c. den Lobgesang, bringt, strömt nicht blos für diese Christen, ihm mit Freu- Zeit, er strömet für die denthränen Dank, preist Ewigkeit. Die Freud ist ihn den Herrn des Lebens! nicht vergebens. Von Gottes Thron kam 4. Erhöhet hat nun Jeer herab, der euch das sus Christ, der unter Menbeffre Leben gab. Die schen Mensch geworden Freud ist nicht vergebens. ist, den Werth des Men2. O welche segensvolle schenlebens. O welches Nacht! Sie hat den hell- Glück, ein Mensch zu sein! sten Tag der Welt ge- Sich seiner Menschenbracht; denn er, das Licht würde freun; die Freud des Lebens, die Sonne ist nicht vergebens. der Gerechtigkeit, erleuch- 5. Das Bild der Gotttete die finstre Zeit. Die heit fah die Welt, sie sah Freud ist nicht vergebens. das höchste Muster aufge3. Der Völker Sehn- stellt des göttlich schönen Lebens; Weihnachts- Lieder. 23 Lebens; gegründet ist das Menschenretter, Gottes Tugendreich auf ewgem Sohn, uns vom Verder= Grunde! freuet euch! Die ben zu befrein, mit ewFreud ist nicht vergebens. gem Segen zu erfreun. 6. Gelobt sei es: wir 5. Was sind wir, daß folgen dir! Gestärkt mit uns Gott so liebt, und seineuem Muthe, ringen wir nen Sohn felbst für uns zum Ziel des edlern Lebens. giebt, der sich aus Liebe So tönt dir unser Lobge- bis zum Grab zu unsrer sang, so fließt der Freu- Rettung ließ herab? denthränen Dank, dir, Jesu, nicht vergebens. 36. 6. Bet ihn, mein Geist, als Retter an, und sei ihm willig unterthan. Durch seine Lehre zeigt er dir den Weg zum Leben. Folge ihr! Lob sei dem allmächtigen Gott c. Job sei dem allerhöchsten 7. Gelobt sei Gott, der ihn ge andt! Sein Ruhm erfülle jedes Land! Gelobt sei von uns Jesus Christ, der uns zum Heil erschie37. Vom Himmel hoch da komm ic. Gott! Erbarmend sah er unsre Noth, und sandte Je sum, seinen Sohn, zu uns von seiner Himmel Thron. 2. Ihn sand er, unser Trost zu sein, vom Sün- nen ist. dendienst uns zu befrein; mit Licht und Kraft uns beizustehn, und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. welch ein liebevoller Rath! o unaus sprechlich große That! Gott thut ein Werk, dem keines gleicht, das keines Menschen Lob erreicht. 2. Die Völker haben 4. Er kommt von sei- dein geharrt, bis daß die nes Vaters Thron, der Zeit erfülletward: dasandDieß ist der Tag, den Gott gemacht; fein werd in aller Welt gedacht! ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. B4 te 24 Von der Geburt Jesu. te Gott von seinem Thron 8. Gedanke voller Madas Heil der Welt, dich, jestät! Du bist es, der das seinen Sohn. Herz erhöht. Gedanke 3. Wenn ich dieß Wun- voller Seligkeit! Du biſt der fassen will: so steht es, der das Herz erfreut. mein Geist vor Ehrfurcht 9. Durch eines Sünde still; er betet an, und er fiel die Welt. Ein Mittermißt, daß Gottes Lieb fer ists, der sie erhält. unendlich ist. Was zagt der Mensch, 4. Damit der Sünder wenn der ihn schützt, der in Gnad erhält, erniedrigst des Vaters Schooße sitzt? du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, scheinst im Fleisch wirst uns Heil. 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den er- Tag der heiligsten Geburt; und und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, 5. Dein König, Zion, ein neues Lied! spricht zu dir: ich komm, 11. Dieß ist der Tag, im Buche steht von mir: den Gott gemacht; sein Gott deinen Willen thu werd in aller Welt geich gern. Gelobt sei, der dacht! 3hn preise, was da kommt im Herrn! durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 6. Herr! der du Mensch geboren bist, du Sohn des Höchsten, Jesu Christ, auf den die Väter hoffend ſahn, dich, mein Erlöser, bet ich an. 38. Das Jefulein soll doch mein c. Mein Jesus ist und bleibt mein Heil, mein Trost 7. Du unser Heil und in allem Leide. An seiner höchstes Gut, vereinest dich Gnade hab ich Theil, an mit Fleisch und Blut, wirst seiner Führung Freude. unser Freund und Bruder Ich will aus Dank mich hier und Gottes Kinder lebenslang von Herzen ihm werden wir. ergeben. Ganz bin ich sein, Weihnachts- Lieder. 25 sein, in Freud und Pein, im Sterben und im Leben. 2. Wie bin ich froh, daß du also, o Gott, die Welt in deinem Sohn geliebet. O! wer bin ich, daß du auch mich so herrlich hoch, noch eh ich war, gelieket? 2. Und muß ich auch auf rauher Bahn durchs Erdenleben gehen: getrost! mein Jesus ging voran. Auf ihn nur will ich sehen. 3. Er, unser Freund, Ist er mein Freund, so mit uns vereint, zur Zeit, kann kein Feind, ja so da wir noch seine Feinde kann nichts auf Erden, waren, er wird uns gleich, kann keine Noth, und um, Gott, dein Reich selbst kein Tod, mir künf- und deine Lieb in Fleiſch tig furchtbar werden. zu' offenbaren. 3. Durch Jesum hab 4. An seinem Heil gieb ich Zuversicht, den Höch- mir auch Theil! hilf, daß sten anzubeten, mit ihm ich redlich glaub an seinen kann ich im Weltgericht Namen, Der ehrt ihn vor Gottes Antlitz treten. nicht, wer Herr! Herr! Bleibt ihm mein Herz in spricht, und doch nicht sucht Freud und Schmerz mit sein Beispiel nachzuahmen. wahrer Treu ergeben, 5. Aus Dank will ich dann führt der Tod aus in Brüdern dich, dich Gotaller Noth mich einst ins tes Sohn, bekleiden, speibeſfre Leben. sen, tränken; der Frommen Herz, in ihrem Schmerz, mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. 39. Wir Christenleut 2c. Herr! laß doch mich recht feierlich des Heilands Fest mit Lob und Dank und alles ist im Himmel begehen. Lieb ist der und auf Erden! Die ChriDank, der Lobgesang, steuheit preist dich erfreut, durch den wir dich, du und aller Knie soll dir Gott der Lieb, erhöhen. gebeuget werden. B5 7. Er6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt 26 Von der Geburt Jesu. 7. Erhebt den Herrn! mir der Demuth schönstes er hilft uns gern, und wer Kleid. ihn sucht, den wird sein Name trösten. sei Gott! Gelobt sei Gott! freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr Erlösten. 6. Indem du kommst, Gelobt so kommt zugleich der Himmel nah herbei; hilf, daß das nahe Himmelreich mir nah am Herzen sei. 7. Dank ihm, erlöste Christenheit; auf, dank ihin höchst erfreut! Dank dir, Sohn Gottes, in Zeit, Dank dir in40. Lobt Gott ihr Christen allzugt. c. Der Mittler hat sich eingestellt; der Vater der sandt ihn her; zum Se- Ewigkeit. gen einer ganzen Welt, 8. Du, der den Himauch uns zum Heil kam er. melsthron verläßt, kehr 2. Bewundre, Welt, in die Herzen ein! Laß den heilgen Rath, den Gott dein Geburtsfest uns ein erfand und schloß! Lobun- Fest des größten Segens sern Gott, was Odem hat, sein! denn seine Gnad ist groß. 3. Führ uns, Erlöser, 41. Jesu Christ, nun stets auf O Jesu Chrift dein Krippelein c. rechter Bahn! Du, der du unser Retter biſt, führ uns zum Himmel an. 4. Du hasts mit Bösen gut gemeint, dein Herz ist voller Treu; gieb daß ich dir, du treuster Freund, treu bis ans Ende sei. Christenheit! sei hoch erfreut! das Heil der Welt, der Mittler ist geboren, der uns erlöst und ewig tröst. Wer an ihn glaubt, wird nimmermehr verloren. 2. O große That, nach 5. Du kommst höchst Gottes Rath hat sich sein arm, man sieht an dir die ewger Sohn für uns getiefste Niedrigkeit; o du, geben. Ein Menschenkind, mein Heiland, schenke doch ohne Sünd, ward er für Univ.- Bibl. Giessen Weihnachts- Lieder. 27 ter, den herzlichsten Dank! Du sandtest durch Liebe 3. Q. Seligkeit! er hebt bewogen den Sohn, den das Leid, das durch den Heiland der Menschen, Sündenfall auf uns ge- vom göttlichen Thron. kommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 2. Voll Freude kam Jesus zur Erde hernieder, um Lehrer und Retter der Menschen zu sein, er nann4. Auch mein Gesang, te als Sterblicher SterbHerr! bringt dir Dank. liche Brüder, und wollte Du wurdest Mensch, damit vom Elend uns alle bewir selig würden. Du frein. Er, welchem der machst uns groß, und völ- Himmel mit Ehrfurcht lig los vom Fluch der sich beugt, er hat sich Sünd und ihren schwe- herab zu der Erde geneigt. ren Bürden. 3. göttliche Liebe, wo für uns, und bracht uns Heil und Leben. 5. Gelobt sei Gott! auf ist deines Gleichen? Wer unsre Noth sah er als kann dich besingen mit Vater mitleidsvoll hernie- würdgem Gesang? Nie der. O Christenheit, preis kann dich die Sprache der ihn erfrent! denn Gottes Engel erreichen! Weint, Sohn bringt das Ver- Menschen, in Thränen der lorne wieder. Freude den Dank. Aus Liebe zu Menschen dem Tode sich weihn, liebte nur Jesus, nur Je42. so Du ewig lebendig zc. können wir Vater sus allein. der Menschen, dir danken? Wie preiset dich würdig, Gott, unser Ge43. In dulci jubilo etc. fang? Groß ist deine Lie- Mit frommen Herzensbe, Schranken! Nimm, gütigster Va- Gesang, stimmt ein, ihr MenWie Zie - Von der Geburt Jeſu. Menschenbrüder! Zu hel- Engellieder: dem Höchsten lem Sternenklang ertönen Lob und Dank! HochgeEngellieder: dem Höchsten lobt sei Gott! Lob und Dank! Ehre sei dir Gott! 28 44. 2. Gott will uns Va- Sollt ich meinem Gott nicht 2c. ter sein, mit Segen uns Der du uns das Heil erfreun, ewgem Segen; Gott will wordner errungen, Mensch geGottes- Sohn! uns Vater sein, uns von ewig sei dir Lob gesungen, des Irrthums Wegen, vom Laster uns befrein. Ehre sei dir Gott! daß du von des Himmels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen. Der du 3. Von seines Vaters voller Freundlichkeit, längThron kam er, des Höch- stens schon vor meiner sten Sohn! Mit ihm kam Zeit, dich auch meiner anLicht und Wahrheit, und genommen, und mein BruFinsternisse flohn. Um der worden bist; sei gestrahlt mit Gottes Klar- lobt, Here Jesu Christ! heit, kam er, des Höchsten Sohn, Jefu, dir sei Dant! 2. Sei gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank 4. Dankt, Christen, ihm und Ruhm mit Recht. O erfreut! das Reich der wie hoch hast du geehret Sittlichkeit begann mit unsersterbliches Geschlecht! ihm auf Erden. Wir Herr! Du hast es selbst sind nun eingeweiht, einst vermählet mit der göttliSelige zu werden. Dankt, chen Natur, und vor aller Christen, ihm erfreut! Kreatur es zur Lust dir Jesu, dir sei Dank! auserwählet. Ja, in dir, 5. Einst tönt dir unser du Gottes Sohn! sitzt der Dank in würdgerm Lob- Mensch auf Gottes Thron. gesang; der Himmel hallt 3. Du, du bist der Völihn wieder. Zu hellem ter Segen; kamst, vom Sternenklang erschallen Fluch uns zu befrein; und wir Weihnachts- Lieder. 29 wir können deinetwegen Gott vereint; Gott ist Vanun noch Kinder Gottes ter, ist mein Freund. sein. Hat die Sünd uns 6. Herr, wie groß ist gleich verdorben: o so hast deine Güte! meine Seele du neue Kraft uns zur freu sich dein. Laß doch Heiligung verschafft, und stets mein ganz Gemüthe die Tüchtigkeit erworben, voll von deinem Ruhme einst von Sünden völlig sein. Nimmer will ich dein rein, deinem Bilde gleich vergessen; dir will ich mich zu sein. ganz vertraun, freudig fol4. Du, du bist der Mitt- gen, auf dich baun. Deine ler worden, der die Welt Huldistunermessen! Gieb, mit Gott versöhnt; hast daß ich für deine Treu der schwachen Menschheit dir auf ewig dankbar sei! Orden wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen, unsers Lobt Gott, ihr Christen allzugleich 2c. Gottes Herrlichkeit nach Robt Gott! ihr Christen, vollbrachter Prüfungszeit freuet euch! Von seiewig einst verklärt zu ner Himmel Thron beruft sehen: Nun hat meine er uns zu seinem Reich, Zuversicht einen Anker, und sendet seinen Sohn. der nicht bricht. 45. 2. Der Sohn kommt nach des Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und auf des ewgen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu sein. 5. Sollte Gott mich nun wohl hassen, weil ich noch voll Mängel bin? Nein, Gott wird mich nicht verlassen, er hat einen Vatersinn. Gnädig ist er seinen 3. Bei seinem Eintritt Knechten. Der, der mei in die Welt umgiebt ihn ne Schwächen kennt, und keine Pracht, die glänzend mich seinen Bruder nennt, in die Augen fällt und sitzt als Herr zu Gottes groß vor Menschen macht. Nechten; durch ihn bin ich 4. Er wird dem ärmsten 30 Von der Geburt Jeſu. sten Menschen gleich, be- und Dank sei dir. Gegehrt kein Erdenglück, ver- lobt sei Gott! langet hier kein König- 2. Dich, unsern Heireich von einem Augenblick. land, unsern Herrn, sahn 5. Er kommt, durch sei- die Väter schon von fern; ner Wahrheit Macht zu du, aller Völker Trost und Gott uns hinzuziehn, vor Licht, du warst auch ihre seinem Lichte muß die Nacht Zuversicht. GelobtseiGott! des Aberglaubens fliehn. 3. Die Nacht entflieht, 6. Er lehret uns die der Tag bricht an über die, Sünde scheun, er giebt so nie ihn sahn; auf die, auch Kraft dazu, und soFinsterniß umgab, glänzt schafft uns, wenn wir sie Gottes Wahrheit nun bereun, Begnadigung und herab. Gelobt sei Gott! Ruh. 4. Durch den die Welt 7. Er bringt den Trost geworden ist, der einst der bessern Welt vom richtet, Jesus Christ, der Himmel uns herab. Nun Schöpfung Herr, kommt schreckt, wenn unsre Hülle in sein Reich, erniedrigt fällt, den frommen Geist sich und wird uns gleich. kein Grab. Gelobt sei Gott! 8. Er öffnet uns dereinst 5. Jauchzt Himmel, die Thür zu unsers Gettes Erde, freue dich! Gott Reich. Christen, wie versöhnt die Welt mit beglückt sind wir! Lobt sich! Uns, Adams sündiGott und freuet euch! ges Geschlecht, entsündigt er, macht uns gerecht. Gelobt sei Gott! 46. Gelobet feist du Jesu Christ 2c. 6. Gelobt seist du, Jesu Gelobet feist du, Gottes Christ, daß du Mensch Sohn, Herrscher auf geboren bist; dir ist der der Allmacht Thron! Du Erdkreis unterthan; dich wurdest einst ein Mensch beten alle Himmel an. wie wir. Anbetung, Preis Gelobt sei Gott! 47. 47. Weihnachts- Lieder. Vom Himmel hoch da komm ich 2c. Vom om Himmel ward der Engel Schaar des Nachts den Hirten offenbar, und große Freude that ihr Mund mit lautem Jubel ihnen kund: 11 31 euch an; Trotz, daß euch einer schaden kann. 48. Der Tag der ist so freudenreich. Der Heiland, welcher Jesus heißt, ist uns zum Trost geboren, zum Licht und Hell für unsern Geiſt, zum Retter auserforen. 2. Geht eilend hin, Wär uns der Heiland geboren ist in Davids nicht geborn; wir wären Stadt der Herr, der Christ, des Vaters eingeborner Sohn, der Sünder Heil, der Frommen Lohn!" insgesammt verlorn! Und nun ist Heil uns allen! Thenrer Heiland, Jesu Christ, der du Mensch 3.„ Seid fröhlich, daß geboren bist, dein Lob er sich mit euch vereinigt, soll stets erschallen. ohn Sünd euch gleich, selbst Gott; doch euch durch Fleisch und Blut verwandt, und euer höchstes Gut." 49. Hast du denn JEsu dein. Chresei Gottinder Höhe! 4. 3hr habt mit euch den wahren Gott! Euch schrecke nie mehr Sünd und Tod! Laßt Teufel, seiner Welt und Hölle drohn! freun? 3st er nicht uns Ein Mensch wie ihr, ist auch geboren? Gottes Sohn." Der Herr ist geboren. Lasset uns singen, o Brider! sind wir nicht erforen, hier schon uns sein, Erbarmung zu 2. Schatten und Dun5. Auf ihn setzt eure tel bedeckte den Erdkreis! Zuversicht, und seid ge- Es irrten Völker umher, wiß, er läßzt euch nicht! wie die Heerden, verlassen Fiel auch ein ganzes Heer vom Hirten. Jesus erschien! Von der Geburt Jesu. 32 schien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 50. Fröhlich soll mein Herze springen ze. 3. Menschen, berufen, Qaßt uns unsern Gott sich unter einander zu lie- lobsingen, hocherfrent ben, folgten der Zwietracht laßt uns heut ihm Anund Bitterkeit schändlichen betung bringen! In des Trieben. Jesus erschien, Himmels hohe Chöre stimlehrte den Menschenhaf met ein; Gott allein, unfliehn, lehrte den Frieden serm Gott sei Ehre! uns lieben. 2. Jeder, der sich fühlt 4. Wohlthun und Se- verloren, freue sich inniggen nur folgten des Göttli- lich! Christus ist geboren. chen Schritten, Trost und Er, der König aller WeErquicung trug er in der sen, steigt herab bis ins Weinenden Hütten; selbst Grab, Sünder zu erlösen. er, ihr Freund, hatte vielfältig geweint, selbst auch geduldet, gelitten. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß, Gott kann uns nicht hassen! Kommt der Sohn aus freien 5. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, sei- Trieben zu uns her; wie nen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Aussicht, wenn dann meinen Retter ich sche, ihn mit den Schaaren Vollendeter ewig er höhe. Danket schon hier, selige Brüder, mit mir. Ehre sei Gott in der Höhe! betet an: opfert Freuden4. Wenn er uns verlassen hätte, nähm er dann Menschheit an, daß er uns errette? Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Dankt ihm, der das innre Sehnen sehen kann! thräsollt er nicht die Menschen lieben? Weihnachts- Lieder. 33 thränen! liebt ihn, der Befreier, folg ich nach, von Liebe brennet; traut obwohl schwach, doch um dem Herrn, der euch gern so viel treuer. Keine Freuseine Brüder nennet. den, keine Leiden, keine 5. Wenn euch eure Noth und kein Tod soll Sünden fränken: eilt her- von dir mich scheiden. zu, suchet Ruh! er wird 10. Du kommst einst sie euch schenken. Schaut zum Weltgerichte. Dann auf ihn mit Glaubens- werd ich, Richter, dich blicken! zittert nicht! denn schaun von Angesichte. er spricht: ich will euch Wenn dereinst die Sünerquicken. der beben, so werd ich 6. Drückt euch hier deiner mich freun, und so manche Plage: euren ewig leben. Schmerz fühlt sein Herz, kein Erlöster zage! Brin51. get ihm an seinem Feste Ermuntre dich mein schwacher Geift zc. Preis und Ehr! wisset, er Ermuntre dich, mein für euch das Beste. Geist, Dank 7. Er verläßt euch nicht, guten Gott zu bringen, ihr Schwachen; mehr, als mit frohem frommen Lobihr, litt er hier, euch be- gesang dem Vater zut Lobglückt zu machen. Diese singen. Denk an die Nacht, kurze Zeit der Leiden und da auf die Welt des Höchder Müh, was ist sie gegen sten Sohn sich dargeſtellt, ewge Freuden? um sein so theures Leben 8. Jesu, du nahmst für Sünder hinzugeben. meine Bürde gern auf dich, 2. O große That! erdaß auch ich frei und selig wünschte Nacht, von Enwürde. Wer kann deine geln selbst besungen! Du Lieb ergründen! Ewig soll hast den Mittler uns gefreudenvoll sie mein Herz bracht, der uns das Heil empfinden. errungen. In dir erschien der starke Held, der alles C schuf 9. Dir, mein göttlicher 34 Von der Geburt Jeſu. schuf und noch erhält, der und kamst mit Freuden Freund der Menschenkin- für uns den Tod zu leiden. der, des Todes Ueberwinder. 6. Ja, dieser Liebe freu ich mich; du bist auch mein 3. Der du zu uns, ge- Erretter. Auch mir zum fandt vom Herrn, aus Troste fandte dich, der deinem Himmel famest, Herr, der Gott der Götund unser Fleisch und Blut ter. Was mir nun wahso gern in Demuth an dich res Wohl verschafft, Ernahmest, Sohn Gottes! leuchtung, Friede, Besso wie hast du dich so tief rungskraft und Freuden, erniedrigt auch für mich! die stets währen, willst Wie arm bist du erschie- du auch mir gewähren. nen, um mir zum Heil zu dienen! 7. Was soll ich dir, Du 4. O lehre, mein Er mein größter Freund, für löser, mich, der Liebe deine Treue geben? Werth zu faffen, der Liebe, bist's, der mich mit Gott die dich reizte, dich so tief vereint, du bringst mir herab zu lassen! Hier Heil und Leben. Herr, warteten dein nichts als was ich hab und was ich Noth, Verachtung, Kum- bin, das geb ich dir zum mer, Schmerz und Tod; Dienste hin; ich will dich und doch kamst du auf Er- ohn Aufhören von ganzem den, ein Menschensohn zu Herzen ehren. werden. 8. Zwar seh ich dich 5. Viel stärker, Herr! jetzt sichtbar nicht, doch als Schmerz und Tod war du wirst wieder kommen; deine Menschenliebe. Du und da schaun dich von sahest unsre Sündennoth Angesicht, Herr, alle deine mit mitleidsvollem Triebe. Frommen. Dann werd Du stelltest, unser Heil zu auch ich, Herr Jesu Christ, sein, nach deines Vaters dich schaun, so herrlich, Rath dich ein, warst Mensch als du bist; dann wirst du mich 35 52. Eigne Melodie. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner noch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; gieb Feceuet Freuet euch, ihr Christen der ganzen Christenschaar Valle, freue sich, wer im- Friede und ein seligs mer kann, Gott hat viel Jahr. Freude, an uns gethan; freuet euch über Freude, zc. mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht't, sich mit uns befreundt gemacht.. Freude, Freude, über FreuFreude 53. Sei willkommen Jefulein 2c. de, Christus wehret allem Uns zu ſegnen, zu erfreun, wurdest du ein Mensch Leide! Wonne, Wonne über Wonne, er ist die Genaden Sonne! auf Erden, wolltest unser Bruder sein, Retter uns 2. Siehe, siehe, meine und Heiland werden. Jesu, Seele, wie dein Heiland Jesu, sei willkommen, Heil kömmt zu dir, brennt in der Menschen, Freund der Liebe für und für, daß er Frommen! Weihnachts- Lieder. mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. in der Krippenhöhle harte lieget dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut! Freude, Freude über Freude, 2c. 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näher kennen, und mit froher Zuversicht unsern Schöpfer Vater nen3. Jesu, wie soll ich dir nen, der uns liebt, verdanken? Ich bekenne, daß sorgt, beschützet, und uns von dir meine Seligkeit giebt, was wahrhaft nützet. herrühr; so laß mich von dir 3. Du hast uns der nicht wanken, nimm mich Menschheit Werth, durch dir zu eigen hin, so empfin- dein Leben und die Lehre, det Herz und Sinn Freu- die von Gott kommt, aufde, Freude über Freude, zc. geklärt, lehrteſt uns des - Geistes € 2 36 Auf das neue Jahr. Geistes Ehre in der wah- Himmels Freuden, daß wir ren Tugend finden, und sanfter können scheiden. befreitest uns von Sün- 5. Danket, Christen, betet an! Laßt uns Chriden. 4. Dann auch, wenn stum herzlich ehren, wandas Auge bricht, Todes- deln auf der Tugend Bahn, Schrecken uns umgeben, willig folgen seinen Lehren! giebst du unserm Geiste bringt ihm frohen Dank, Licht, zeigest uns ein beß ihr Frommen, er ist euch res Leben, zeigeſst uns des zum Heil gekommen. Auf das neue Jahr. 54. bens dank ich dir; denn auch sie sind nun ver3ions Fürst aus Davids zc. Gott, mit allen seinen schwunden, und sie wurFreuden schwand ein den Wohlthat mir. Auch Jahr des Lebens hin; aber auf rauhen Dornenwegen auch mit seinen Leiden führst du uns dem Ziel schwand dies Jahr! Und, entgegen. Gott, ich bin- bin noch Mensch, soll hier auf Erden noch geübt, gebildet werden. 4. Uebung ist das Erdenleben, Bildung für die beß're Welt. Für mein eifriges Bestreben, ist das 2. Vor so manchem, Ziel mir aufgestellt: Rinmanchem Grabe führtest gen soll ich hier auf Erdu vorüber mich. Im Ge- den, weiser, besser stets zu nuß der hohen Gabe, der Gesundheit, preis ich dich, 5. Laß die Zeit mich preise dich für alle Freuden, Weisheit lehren. Auch der preise dich für alle Leiden. Tropfen meiner Zeit, ohne werden. 3. Ja, auch für die trü- je zurückzukehren, strömt ben Stunden meines Le- ins Meer der Ewigkeit! Nichts Auf das neue Jahr. 37 Nichts kann Zeitverlust terlande, Fried und Heil ersetzen. Laß die Zeit in jedem Stande! mich weise schätzen. 55. 6. Fließ auch dieſes Es ist das Heil uns kommen her zc. Jahr des Lebens mir für wahre Besserung, fließe mir es nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach dei nem Willen meine Pflich ten gern erfüllen. Gott ruft der Sonn und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, lobsingen und ihm danken. 7. Alles, alles, was ich habe, Leben und des Lebens habe, Leben und des Lebens Glück, alles ist, Herr, deine Gabe. Dankend neue. richte ich den Blick auf der da war! von Dank er2. Herr, der da ist, und zu dir, gelobe Treue dan füllten Zungen sei dir für kend dir, o Gott, auf's das verflofsne Jahr ein heilig Lied gesungen; für 8. Sei in diesem neueu Leben, Wohlfahrt, Trost Jahre, sei in Frende wie und Rath, für Fried und im Schmerz, ja bis auf Ruh, für jede That, die die Todtenbahre dankbar uns durch dich gelungen. dir geweiht mein Herz. 3. Laß auch dieß Jahr Und was ich bedarf zum gesegnet sein, das du uns Leben, wirst du, Gott, neu gegeben! verleih uns mir ferner geben. Kraft, die Kraft ist dein, 9. Gieb uns allen dei- in deiner Furcht zu leben. nen Segen, heilige der Du schützest uns, und du Liebe Band, laß uns gehn vermehrst der Menschen auf deinen Wegen, fest Glück, wenn sie zuerst nach vereinigt, Hand in Hand, deinem Reiche streben. Fried und Heil dem Va- 4. Gieb mir, wofern es dir C3 gefällt, 38 Auf das neue Jahr. gefällt, des Lebens Ruh und Ein Jahr ist abermal daFreuden. Doch, schadetmir hin. Wem dank ichs, Gott, das Glück der Welt, so gieb daß ich noch bin? Nur deimir Kreuz und Leiden. Nur ner Gnad und Güte. stärke mit Geduld mein 2. Dich, Ewiger, dich Herz, und laß mich nicht in bet ich an, unwandelbaNoth und Schmerz die res Wesen! Dich, den Glücklichern beneiden. kein Wechsel treffen kann. 5. Hilf deinem Volke Wir werden, sind geweväterlich in diesem Jahre sen, wir blühen und verwieder. Erbarme der Ver- gehn durch dich; nurdu bist laßnen dich, und der be- unveränderlich, du warst, drängten Glieder. Gieb und bist, und bleibest. Glück zu jeder guten That, 3. Herr, ewig währet und laß dich, Gott, mit deine Treu, mit Huld uns Heil und Rath auf unsern zu begegnen; und jeden König nieder. Morgen wird sie neu, mit 6. Daß Weisheit und Wohlthun uns zu segnen. Gerechtigkeit auf seinem Ich kenne keinen AugenStuhle throne, daß Tu- blick, da nicht von ihr stets gend und Zufriedenheit im neues Glück mir zugeganzen Reiche wohne; daß flossen wäre. Treu und Liebe bei uns fei; dieß, lieber Vater, dieß verleih in Christo, deinem Sohne. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet; und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hilf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis ich dich. Aufs neue übergeb ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 56. Es ist gewißlich an der Zeit ic. oder: Nun freut euch, lieben Christen e. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten! Laß mich 5. Vergieb mir die geauch jetzt mit Freudigkeit häufte Schuld von den dein hohes Lob verbreiten. verfloßnen Tagen, und laß mich Auf das neue Jahr. 39 mich deine Baterhuld in Christo ferner tragen. Laß 57. mich in deiner Gnade ruhn, Das neugebor'ne Kindelein 2c. und lehre lebenslang mich gefallen. thun nach deinem Wohl- Erschienen ist ein neues Jahr. Wir bringen unsern Dank dir dar, dir, 6. Gieb neue Lust und der es uns erleben ließ, und neue Kraft, vor dir gerecht soviel Gutes uns erwies. zu wandeln. Laß mich, 2. Wie schnell verfließt Herr, stets gewissenhaft die Lebenszeit, fließt hin mit mir und andern han- ins Meer der Ewigkeit, deln. Dein Geist belebe verfließet wie ein AugenHerz und Muth, dich, o blick und keine Reu bringt du allerhöchstes Gut, und sie zurück. nicht die Welt zu lieben. 3. Olehre, Gott, uns 7. Die Welt vergeht; weise sein. Gieb, daß dieß reize mich, die Lust der wir uns des Lebens freun, Welt zu fliehen. Um besfre doch so, daß kein verfloßFreuden müsse sich mein ner Tag durch Neu den Geist schon jetzt bemühen! Abend trüben mag. Den Engeln bin ich ja verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 4. Ergeben sei dir unser Herz, daß wir, in Freude wie im Schmerz, was recht ist thun, und Unrecht scheun. Und du wirst 8. O lehre selbst mich ferner Vater sein.. meine Zeit recht weislich auszukaufen. Laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen. Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. 58. Das neugeborne Kindelein 2c. Das Jahr, das nun vergangen ist, das danken wir dir, Jesu Christ! Du hast uns schon so manC4 ches 40 Auf das neue Jahr. ches Jahr bewahrt vor uns, Jesu, laß uns dein im Leiden und Gefahr. Leben und im Tode sein. 2. Wir, Gottes eingeborner Sohn, wir nahn 59. uns bittend deinem Thron: Von Gott will ich nicht laffen ze. O ſegne du uns allezeit, HelftGottes Güte preiſen, und deine ganze Christen- stimmtChristen mit mir heit. ein! Uns dankbar zut erwei3. Erhalte uns der sen, soll unsre Freude sein. Wahrheit Licht, und da- Ein neues Jahr fängt an! durch Trost und Unter- Doch daß wirs angefangen, richt; erhalt uns deinem daß wir dem Todentgangen; Dienste treu, von Sünd hat Gott es nicht gethan? und Aberglauben frei. 2. Mit fröhlichem Gemüthe dankt ihm, dem. 4. Hilf uns den Lastern widerstehn, und deine Wege Herrn der Zeit! Denn Gott freudig gehn; bestrafe, Herr, durch dein Gericht des alten Jahres Sünden nicht. 5. Gieb uns zu unsrer Pilgrimschaft, was wir bedürfen, Muth und Kraft, und laß dieß Jahr, das wir dir weihn, ein gnaden reiches Jahr uns sein. 6. Laß fromm uns leben, christlich einst uns sterben und, wenn du erscheinst, vom Tod uns fröhlich auferstehn, und deines Vaters Antlitz sehn. 7. Dann danken, dann 4. Er hat uns noch verfrohlocken wir mit allen schonet, aus unverdienter Engeln ewig dir. Erhör Huld, und hat uns nicht gelohnet T ist reich an Güte, reich an Barmherzigkeit. Er wars, der unser Land, der unser Leben schützte; er gab uns, was uns nützte, mit väterlicher Hand. 3. Er hat sein Wort erhalten; der Kirche Schutz gewährt; die Jungen und die Alten gepfleget und ernährt; und mit stets milder Hand viel Gutes ausgespendet, viel Unglück abgewendet, von unsrerStadt und Land. Auf das neue Jahr. 41 gelohnet nach unsrer Sün- trostlos gingen wir einher denschuld. Es ist Erbar- bei manchem sauren Tritt. men blos, daß wohlver- 3. Manch Ungewitter diente Strafen uns nicht stieg herauf, und um uns vorlängst betrafen; denn her ward Nacht, und harte unsre Schuld ist groß. Schläge folgten drauf. Gott Lob! es ist vollbracht! 5. Mit väterlicher Treue nimmt Gott die Sünder an, die sich mit wahrer Reue zu Jesu gläubignahn. 4. Doch, noch ist er nicht durchgemacht der Lauf zum Er will, was wir bereun, Ziel hinan; nur eine aus Gnaden gern vergeben, und auch zum bessern Lehen uns Hilf und Kraft derleihn. Strecke ist vollbracht, ein neuer Weg hebt an. 5. Wie? ist das schon für uns vielleicht der Wall6. Sei, Vater, hochge- fahrt letztes Feld? Ist mit priesen für alle Gütigkeit, ihm schon das Ziel erreicht die du an uns bewiesen für eine beffre Welt? in der vergangnen Zeit. 6. Wie? wandeln wir Sei ferner unser Gott; wohl nicht einmal hindurch und auch im neuen Jahre versorg uns und bewahre dieß neue Feld? Ist dort vielleicht im stillen Thal die Deinen in der Noth. schon unser Grab bestellt? 60. 7. Sei es! auf Gräbern wandeln wir mit Nun sich der Tag geendet zc. Muth und heiterm Sinn, urückgelegt ist abermal und blicken, guter Gott, ein Theil der Wander- nach dir, und deinem Himschaft, zurückgelegt im Er- mel hin! denthal, durch Gottes Güt und Macht. 8. Wir, deine Pilger, wallen fort; macht uns die 2. Oft ward uns unsre Wallfahrt matt: so ruhn Wallfahrt schwer, oft wir, deine Bürger, dort wankte unser Schritt. Fast in deiner Gottes- Stadt! C5 61. 42 Auf das neue Jahr. die Deinen vergebens flehn und weinen; gieb Mäßigung in Freuden, Geduld und Trost im Leiden. 8. Gieb mir und allen mit Gebeten; denn er hat denen, die sich von Herunserm Leben bis hieher Kraft gegeben. zen sehnen zu thun nach deinem Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen. 2. Wir Pilger Gottes wandern von einem Jahr 9. Verschließ des Jamzum andern. Einst kommt mers Pforten, und laß an er, uns vom Bösen zum allen Orten, wo Menschen Himmel zu erlösen. Blut vergießen, des Frie3. Er hilft durch Angst dens Ströme fließzen. und Plagen, erhört uns, 10. Dein reicher milwenn wir klagen; er eilt, der Segen folg uns auf vor allen Schrecken uns unsern Wegen; laß Großen liebreich zu bedecken. und Geringen, was dir gefällt, gelingen. 4. Gleich sorgsam treuen Müttern verbirgt er in Gewittern die Seinen vor Gefahren, sie gnädig zu bewahren. 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Beather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 61. Nun laßt uns Gott dem Herrn 2c. b. Mun un laßt zu Gott uns treten mit Dank und 5. Ach, Hüter unsres Lebens! wir sorgten ja vergebens, wenn du nicht wolltest wachen, nicht sorgen für die Schwachen. 12. Hilf gnädig allen Kranken; gieb fröhliche Gedanken den tiefgebeugten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns 13. Und endlich, was erfreuen! Lob deinen star- das meiste, füll uns mit ten Händen, die allen deinem Geiste, der uns mit Jammer wenden. Tugend ziere, und dort 7. Laß nimmer, Gott zum Himmel führe. 14. Daß Auf das neue Jahr. 43 14. Das alles wollst im Tod und Leben. Nichts du geben, o unsers Lebens kann uns scheiden. Gelobt Leben. Sosegne, so bewahre sei Gott! uns all im neuen Jahre. 62. 2. Im neuen Jahre, ja bis zur Bahre, wollen wir die Deinen sein. Du wirst zum Leben was noth ist, geben, helfen, trösten und Eigne Melodie. en dir ist Freude, auch selbst im Leide, Freund 3't der Menschen, Jesu Christ, erfreun. Dich zu verehdurch den wir haben himm- ren, den heilgen Lehren, lische Gaben, der du wah- die du gegeben, getreu zu rer Heiland bist! Schöpfer leben, o Jesu Christe, geder Freuden, Tröster in Lei- loben wir! Zum Heil und den, wer dir vertrauet, hat Frieden dient, was hiewohlgebauet, wird ewig nieden uns noch begegnet, bleiben. Gelobt sei Gott! wenn Gott uns segnet. Auf deine Güte hofft unser O segne, segne uns alle Gemüthe, dir ganz ergeben, Gott! Auf das Fest der Erscheinung Christi. 63. Welt, der Wahrheit Recht zurück. Lobt Gott ihr Christen 2c. 3. Er wirkt mit hoher Preist Bölker, preiset Gotteskraft beglückend, wo Gottes Sohn, der euch er spricht, und fern von zum Heil erschien, fallt jeder Leidenschaft erfüllt nieder vor des Vaters er jede Pflicht. Thron, der euch dieß Heil verliehn. 2. Er kommt, der längst gewünschte Held, giebt seinem Volke Licht, bringt ihm, zum Segen für die 4. Er, aller Völker Heil, zerbricht das Joch, das schwer sie drückt, verbreitet seiner Lehre Licht, das segnend sie beglückt. 5. Nun wird nicht mehr der 44 Auf das Fest der Erscheinung Christi. der Tugend Werth, ihr ich nichts ängstlich scheun, hohes Glück verkannt, sie nie werd ich trostlos sein. wird nun immer mehr 5. Kommt selbst der Tod, verehrt, zum Heil für er wird als Engel Gottes jedes Land. kommen. Das Schrecken, 6. Preist, Völker, prei- das ihn sonst umgab, ist set Gottes Sohn, der euch ihm genommen. Wie sollt zum Heil erschien, fallt nie- ich, Jesu, dir nicht herzder vor des Vaters Thron, lich dankbar sein? Ich der euch dieß Heil verliehn. bleibe ewig dein. 64. 65. Was soll ich, liebstes Kind 2c. Nun frent euch, lieben Christen 20. Was kann ich, Iefu, dir Dein Heil hat heut, Volk für deine Liebe geben? Gottes, sich zu nähern Geweiht sei dir mein Herz, angefangen, ein helles Licht geweiht sei dir mein Leben. ist auch für dich dem ErdDir folgen will ich stets freis aufgegangen. Dieß und jedes Unrecht scheun, sei dir stets ein Freuden so bleib ich ewig dein. tag. Die Nacht, die auf 2. Was wär ich ohne den Völkern lag, durchdich? Umringt mit Fin- brach zuerst sein Schimsternissen auf meines Le- mer. bens Bahn, würd ich stets zagen müssen. Du hast den Geist erhellt durch dei nes Lichtes Schein, dir will ich dankbar sein. 2. Kaum sandte Gott mit seinem Sohn der Erde große Freuden: so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Zu ih3. Durch dich nur lernte rem neugebornen Herrn ich den Gott der Liebe muß sie ein wunderbarer kennen, und kann ver- Stern aus fernen Landen trauensvoll ihn meinen führen. Vater nennen. Ist Gott 3. Der vorgen Zeit mein Vater, dann werd denkt, Christen, doch. Heil euch! Auf das Fest der Erscheinung Christi. 45 euch! sie ist verschwunden. 7. Nun prüfe heut, Volk Was war't ihr, eh der Herr Gottes, dich vor seinem euch noch, eh ihr noch ihn Angesichte. Beharrst du gefunden? Fragt euch nur unveränderlich in seiner ſelbst: was waret ihr? O Wahrheit Lichte? Was werthes Volk, erwecket dir helfen Opfer des Gebets dein vorges Bild nicht zum wahren Gott, wenn Grauen? du noch stets der Welt 4. Ein Volk, mit Gott abgöttisch dienest? ganz unbekannt, von seinem Bund entfernet, das von 8. Was hilft es, daß du Gott erkennst, und seinen dem Guten abgewandt, nur ganzen Willen, wenn du Böses thun gelernet; das das Thun vom Wissen todten Stein, geschnitztes trennst; zu träg ihn zu erHolz, wohl gar auf seine füllen? wenn du oft Treu Blindheit stolz, als seine gelobst und brichst, zwar Götter ehrte. christlich glaubst und christlich sprichst, und doch wohl heidnisch wandelst. 5. Du gingst in Schand und Laster hin, wie jede Lust dich führte. Wenn ja noch den verkehrten Sinn einst das Gewissen rührte, so konnte da doch aus der Noth, die die Natur schon Sündern droht, dir nichts den Ausgang zeigen. 9. Ach prüfe dich! Gott nimmt sein Licht, wenn mans nicht schätzt, zurücke. Steh auf vom Schlaf, damit er nicht sein Wort auch dir entrücke. Gott! hör uns nicht zu tragen auf, und fördre deines Wortes Lauf alle Macht der Finsterniß noch zu den fernstenHeiden. entwendet! daran uns Gott nach langer Nacht sein Licht und Heil gesendet! DaGott in dir, Immanuel, mit deinem wahren Israel, nun 6. Beglückter Tag, der auch die Heiden dankten. sehn des Heilands Licht, und 66. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. rhebt euch, Feinde Gottes, nicht! Die Völker 46 Auf das Fest der Erscheinung Chriſti. und finden den Erretter. belehren, und sich nicht zu Er, den Gott in die Welt dir bekehren. gefandt, zerstört, wenn sie 4. Ein Herz, das deine ihn gleich verbannt, die Wahrheit liebt, und dir Tempel falscher Götter. sich willig übergiebt, das Gott wird selbst Hirt kannst du nicht verschmäseiner Heerde; Himmel, hen. Wer sich an deiner Erde, sehn mit Freuden Lehr ergötzt, und ihre Vorseinen Sohn, den Trost schrift nicht verletzt, den der Heiden. willst du einst erhöhen. Dein Licht ist nicht bei 2. Der Gottheit Fülle dem Sünder; deine Kinder wohnt in dir; durch dich, sind die Frommen, die dich mein Heil, kommt Gott zu mir und schenkt mir ſeine gläubig aufgenommen. 5. War Armuth gleich Liebe, die ich nicht gnug be- dein irdisch Loos, so warst wundern kann. Du nimmst du dennoch göttlich groß, der Menschen Schwachheit voll Wahrheit, Huld und an, daß ich nicht hilflos Gnade; dein Wort, das bliebe. Dankvoll, Herr, meine Seel erfreut, entsoll mein Gemüthe deine deckt mir deine Herrlichkeit Güte hoch erheben; du, mein Heiland, bist mein An dich glaub ich, trotz dem auf dunkeln Pfade. Spötter! Sonst kein Netter ist auf Erden, durch den Sünder selig werden. Leben. 3. Es deckte Finsterniß die Welt; du hast die finstre Welt erhellt, bist uns 6. Mein Glaube sei mein zumTrost erschienen. Vom Dankaltar; dir bring ich Anfang bis zum Nieder- mich zum Opfer dar, dir, gang erschallt der Völker der VerlaßnenTröster! Ich Lobgesang; sie kommen dir bete demuthsvoll dich an; zu dienen. Wie blind, wer ist, der mich verdamHerr, sind, die dich has- men kann? Ich bin ja dein sen, sich nicht lassen gern Erlöster. Von dir strömt mir Auf das Fest der Erscheinung Christi. 47 mir Gnadenfülle: Nuh Armen sich mein Herz doch und Stille, Heil und Se- gern erbarmen. gen find ich hier auf deinen Wegen. 8. Versichre mich durch deinen Geist, daß du für 7. Dir will ich ewig mich erhöhet seist, und Sedankbar sein, mich gläu- ligkeit mir schenkest. Dann big deiner Lieb erfreun, bin ich meines Heils geund immer dein gedenken. wiß, wenn du, bei allem Mein Opfer sei Gebet und Hinderniß, mein Herz zur Flehn; hin auf dein Bei- Tugend lenkest. Durch spiel will ich sehn, wenn hier mich Leiden fränken. Hab ich wenig hier im Leben hinzugeben; soll des Auf das Fest der Darstellung Chriſti. 67. Das neugeborne Kindelein 2c. frommem Sinn hienieden redlich unsre Pflicht, dann schreckt ein frühes Grab uns nicht. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher 4. Dann wird auch uns hin zur Ewigkeit; unwie- am Grabe Lohn, wie einem derbringlich schnell ent- frommen Simeon. Emfliehn die Tage, die uns por zum Himmel steigt Gott verliehn! der Geist, der sich der Erde Staub entreißt. 2. Wie bald ist unsers Lebens Lauf vollbracht? dich kann ich es vollbrin-• gen, hilf mirringen, Freund der Seelen, laß mich stets das Gute wählen. 5. Dort werden wir in Zum Greises Ziel hinauf lichten Höhn den, den wir gelangt nur eine kleine hier verehrten, sehn; und Zahl! Ach! Gräber win- alles Leiden dieser Zeit verfen überall. wandelt sich in Seligkeit. 3. Doch fließe Leben immer hin! Erfüllen wir mit 6. So fließe Erdenleben hin! Erfüllen wir mit frommem 48 Auf das Fest der Darstellung Christi. frommem Sinn hienieden verblühn! Doch lernt in redlich unsre Pflicht, so Tagen der Freude- dulschrecken Tod und Grab den, Schmerz ertragen. uns nicht. Ach! wie nah grenzt bittres Leiden oft an unsre besten Freuden. 68. Es ist genug, nun 2c. 4. Seht, wie hier oft Erbebet nicht vor Tod die Unschuld weint, vom und Grab! Im Grabe Laster oft besieget im Stauruht der Müde, es sinket be Tugend lieget, und freut sanfter Friede auf den euch, daß ein Tag erscheint, Entschlafenden herab; und wo ihre Krone der Tugend Sorg und Kummer ent- wird vor Gottes Throne, fliehen bei des Todes wo der Unschuld ewge Schlummer; ausgeduldet Freuden blühen aus der sind die Leiden. Bebt Saat der Leiden. nicht vor dem letzten Scheiden. 5. Bebt, Christen, nicht vor Tod und Grab! Lebt 2. Giebts irgend was fromm und gut hienieden, auf dieser Welt, das unsre dann bringt ein Engel FrieSehnsucht stillet, des Gei- den euch mit dem Todesstes Wunsch erfüllet? Nur schlaf herab, und Schmerz dann, wenn diese Hülle und Sorgen entfliehen; fällt, wird wahres Leben, einst an Gottes Morgen der, der uns schuf, dem strahlt euch eine schönre Geiste geben. Hier ist Sonne, wecket euch zu Schatten, dort ist Klar- Himmelswonne. heit, hier oft Täuschung, dort ist Wahrheit. 6. So führte dich, o Simeon, der Tod mit En3. Zwar manche Früh- gelmilde in selige Gefilde. lings- Blumen blühn auf Dort reichte dir der Tuunsern Erdenwegen zur gend Lohn, der, den dein Freude uns entgegen; Glaube umfaßte in der pflückt sie mit Dank eh sie Erde Staube. Und so wird Auf das Fest der Darstellung Christi. 49 wird zu allen Frommen einst der Tod als Engel kommen. 70. 69. Lob sei dem allmächtgen Gott 20. ich bitt ich, Heiland aller Welt, sei meinem Herzen dargestellt, daß ich an dir hab solche Freud, als mir von Gott in dir bereit. Eigne Melodie. und Christus bist, der mir 2. Weil du mein Heil Mit Fried und Freud ich fahr dahin nach Gottes Willen. Getroft ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille, wie Gott mir verheißen hat, der Tod von Gott gegeben ist, so ist mein Schlaf worden. reinige Herz, Sinn und 2. Das macht Christus, Muth, und mache mich wahr Gottes Sohn, der gerecht und gut. treue Heiland, den du mich, Herr, haft sehen lassen, und machst bekannt, daß er sei das Leben und Heil in Noth und auch im Sterben. o helles Licht! daß ich des 3. Zeig mir die Bahn, Himmels fehle nicht. Du bist allein mein Preis und Ruhm, und ich dein Kind und Eigenthum. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großenGna4. Dein Friede, Herr, den, zu seinem Reich die verlaß mich nicht! Mein ganze Welt heißen laden Auge sei auf dich gericht't, Wort, an allem Ort er es dir gefällt. durch sein theuer heilsam so will ich gern aus dieser Welt hinfahren, wenn schollen. 4. Er ist das Heil und selge Licht für die Heiden, 71. zu erleuchten, die dich ken- kommt her zu mir, spricht unſer. 2c. nen nicht, und zu weiden: Wohlauf mein Herz! verEr ist deines Volkes Israel laß die Welt, dem, der Preis, Ehr, Freud der für dich sich dargestellt, und Wonne. nun dich auch darzustellen; 50 Auf das Fest der Darstellung Chriſti. Er ist das Licht; drum sei wie Simeon, sich treiben gewiß, er wird auch deine läßt, nur Gottes Sohn Finsterniß durch seinen zum Heil begehrt zu haben; Glanz erhellen. Gott fürchtet, sich der 2. Ach, du sollst ihm Welt entwöhnt, nach wahsein Tempel sein! Er selbst rer Heiligung sich sehnt: macht dich von Sünden der opfert rechte Gaben. rein, und hat hier Lust zu 5. Wer durch das Wort, wohnen. Doch, finstres darauf er traut, im GlauHerz, auf! werde Licht! ben seinen Heiland schant, denn Jesus wohnt im der kann in Friede fahren. Herzen nicht, wenn wir Der Heiland hält, was er der Lüste schonen. verspricht. Er wird sich 3. Wer noch dem Sün- ihm in seinem Licht dort dendienst sich weiht, wer herrlich offenbaren. noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt 6. Herr, mache uns gerecht und rein! Herr, laß den Segen! Nie wird ihm mich stets voll Glaubens wahres Glück und Heil, sein, mich stets im Geiste nie wird ihm Seelenruh leben; bis du auch mich, zu Theil auf seinen Laster- wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn erheben. wegen. 4. Doch wer vom Geist, Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 72. O süßer Tod bei Jesu Grabe ic. für seine Lieb und Bein ihm meine ganze Seele weihn. D Golgatha! zu deinen Höhen erhebt sich dan- 2. Wie rührend scheikend auch mein Herz. Im det der Gerechte, im Tod Geiste will ich Jesum se als Gottes Sohn bewährt! hen, ihn sehn in seines Zwar leidet er den Tod Todes Schmerz. Ich will der Knechte, von Frevlern noch Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 51 noch am Kreuz entehrt; ans, sprichst hoffnungsvoll doch laut zeugt, Herr der vom Wiedersehen im HimHerrlichkeit, dein Tod mel, in des Vaters Haus, von deiner Göttlichkeit. strömst hohen Muth und 3. Du stirbst, die ho- Trost und Ruh den kumhen Himmels- Lehren von mervollen Seelen zu. Tugend und Unsterblich- 7. Du siehst auf die keit der Welt als göttlich vollbrachten Thaten, als zu bewähren. Dir sei Aussaat für die Ewigkeit; der Seele Dank geweiht; dankst Gott, durch den du hast der Seele hohen dein Werk gerathen, der Werth, der Menschheit bald dafür den Lohn dir Würde aufgeklärt. bent; empfiehlst den Geist 4. Nur Segen hast du in seine Hand und gehst hier verbreitet, oft Nächte getrost ins Vaterland. betend durchgewacht; die 8.Erlöser, tausend FromSterblichen zu Gott gelei- me schieden auf dein Vertet, und treu dein Tage- dienst mit Freudigkeit, entwerk vollbracht. Wie freu- pfanden sterbend Seelendenvoll stirbt mnun ein frieden, den Trost, den Christ, der, Herr, dein uns dein Tod verleiht. O Beispiel nie vergißt. laß mich dir mein Leben 5. Froh feierst du die weihn, dir auch noch stergroße Stunde, da du zu bend dankbar sein. deinem Vater gehst, und noch zuvor aus Herzensgrunde voll Großmuth für die Feinde flehst; den sterbend segnest, der dich schalt, dein Wohlthun dir mit Haß vergalt. 6. Auf die, die weinend um dich stehen, gießst du der Freundschaft Segen 72. Herzliebster Schu, was hast du zc. ei hoch gepriesen, Herr, für deine Liebe! fie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für cine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugeſt D2 unsrer 52 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. unsrer Sünden Schmer- auf ewig mich zu deinem zen. O welches Herz Dienst verbunden; nurdir, gleicht deinem edlen Her- mein Heiland, sei mein zen? Du ließest unsre ganzes Leben zum Dienst Schuld an dir bestrafen, ergeben. uns Heil zu schaffen. 8. Nichts soll mich je 3. laß dieß Heil doch von deiner Liebe scheiden. auch mein Erbe werden! Ich bleibe dein, bis du Was hab ich sonst für mich dort wirst weiden, sichern Trost auf Erden? wo deine Liebe mit verWas giebt mir sonst wohl klärten Zungen stets wird wahrenGrund zur Freude, besungen. wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was 74. Herzliebster Jeſu, was haſt du 2c. du der Welt durch deinen Herr! stärke mich, mein Tod das hast du ja, von großer Treu gelei tet, auch mir bereitet. zu mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bö5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben. sen uns zu erlösen! Kein banger Zweifel müsse 2. Vereint mit Gott, ihn mir rauben! Er müsse ein Mensch gleich uns auf mich zum Fleiß in guten Erden, und bis zum Tod Werken beständig stärken. am Kreuz gehorsam wer6. Sollt ich mich nun den; an unsrer Statt genoch frevelhaft erfühnen, martert und zerschlagen, der Sünde, die dich töd- die Sünden tragen: tete, zu dienen? So wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster, du nicht mein Tröster. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! finn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt: 7. Nein! dir allein, der ich seh und ich empfinde du durch deine Wunden den Fluch der Sünde. 4. Gott Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 53 4. Gott ist gerecht, ein 9. Laß deinen Geist mich Rächer alles Bösen. Gott stets, mein Heiland, lehren, ist die Lieb, und läßt die dein göttlich Kreuz im Welt erlösen. Dieß kann Glauben zu verehren, daß mein Geist, mit Schrecken ich, getren in dem Beruf und Entzücken, am Kreuz der Liebe, mich christlich übe. erblicken. 10. Das Gute thun, das 5. Es schlägt den Stolz Böse fliehn und meiden, und mein Verdienst dar- Herr, diese Pflicht lehrt nieder. Es stürzt mich tief, mich dein heilig Leiden. und es erhebt mich wieder; Kann ich zugleich das Böſe lehrt mich mein Glück, mir erlauben und an dich macht mich aus Gottes glauben? Feinde zu Gottes Freunde. 11. Da du dich selbst für 6. Herr, mein Heil! mich dahin gegeben, wie an dessen Blut ich glaube, könnt ich noch nach meinem ich liege hier vor dir ge- Willen leben? und nicht bückt im Staube, verliere vielmehr, weil ich dir anmich mit dankendem Ge- gehöre, zu deiner Ehre? müthe in deiner Güte. 12. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erde, wenn Kreuz mich trifft, gelassnes Herzens werden? da du so viel für uns, die wirs verein Mensch; darf der sich schuldet, liebreich erduldet. unterwinden, Gott zu ergründen? 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? ich bin 13. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie 8. Das Größt in Gott könnt ich sie, sie meine Brüist Gnad und Lieberweisen; der hassen? und nicht, wie uns kömmt es zu, fie de- du, wenn sie mich untertremuthsvoll zu preisen, zu ten, für sie noch beten? sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 14. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht D3 rächend 54 Vom Leiden und Sterben Jeſu Chriſti. rächend wieder schelten. 4. Lockt böse Lust mein Du, Heiliger, du Herr Herz mit ihrem Reize, so und Haupt der Glieder, schrecke mich dein Wort, schaltst auch nicht wieder. das Wort vom Kreuze; 15. Ein reines Herz, und werd ich matt im gleich deinem edlen Herzen, Laufe guter Werke, so sei dieß ist der Dank für dei- mirs Stärke. nes Kreuzes Schmerzen, 5. Seh ich dein Kreuz und Gott giebt uns die den Klugen dieser Erden Kraft in deinem Namen, ein Aergernis und eine dir nachzuahmen. Thorheit werden: so seis doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 75. Herzliebster Jesu, was hast du c. Dank, Jefu, dir! du lit6. Gott eile nicht, sie test uns zu gute. Ich rächend zu zerschmettern; bin versöhnt mit deinem erbarme dich, wenn einer theuren Blute. Du hast von den Spöttern sich am Kreuz, da du für mich spät bekehrt und dich, den gestorben, mein Heil er- er geschmähet, um Gnade worben. flehet. 7. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränfen, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken. Dein Kreuz, das sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. 2. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! so wird mir nichts, nichts meine Krone ranben! so werd ich dort von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben. 3. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 76. Ach. Herr, mich armen Sünder 2. Der du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 5 letzten Stunden den größz- 5. Mein Heil! was ten Trost erwarbst; der du erduldet, das ist auch du dein theures Leben, meine Last. Ich habe mit noch eh ich war, auch mir verschuldet, was du gezur Rettung hingegeben; tragen hast. Sieh gnädig mein Heil! wie dankichdir? auf mich Armen, der Zorn 2. Wie viel hast du verdienet hat, und hilf mir erlitten, erhabner Men- aus Erbarmen von meiner schensohn, als du den Tod Missethat. bestritten, den Tod, der 6. Ich will auf dich Sünden Lohn! da folgte stets sehen mit aller ZuverSchmerz auf Schmerzen, sicht. Wohin soll ich sonst da traf dich Schmach auf gehen? verwirf du mich nur Schmach; da lag auf dei- nicht! Wo soll ich Ruhe nem Herzen Angst, die finden, wenn du mich, Herr, das Herz dir brach. nicht liebst? Wo Neinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 3. Entblößt von allem Neize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an dei- 7. Du hast mir durch nem Kreuze, ein Fluch vor dein Leben Vergebung, aller Welt. Dich flohen Bessrungskraft, in Trübdeine Freunde; du warst sal Trost und Freuden, der Leute Spott. Dich die ewig sind, verschafft. höhnten deine Feinde: wo O gieb an dieser Gnade ist denn nun sein Gott? auch mir im Glauben Theil; 4. O schreckliches Em- so wird mein Seelenschapfinden, du fühltest das de durch dich, Erlöser, Heil. Gewicht vom Fluche uns- 8. Ich danke dir von rer Sünden, und Lind- Herzen, o du, mein größrung ward dir nicht. Stets ter Freund! für deine Towuchsen deine Plagen; kein desschmerzen. Wie gut Helfer kam für dich. Man hast dus gemeint! Ach! hörte dich selbst flagen: gieb, daß ich mich halte Gott! wie verläßt du mich! zu dir und deiner Treu, und 56 Vom Leiden und Sterben Jesu Chriſti. und, bis ich einst erkalte, müsse jeder sich entschlieganz nur der Deine sei. ßen: sein ganzes Leben, 9. Wenn ich denn einst Jesu, dir zu weihn, und soll scheiden; ach! dann seinen Christenpflichten verlaß mich nicht! sei auch treu zu ſein. in Todesleiden mein Trost, 3. Mich sollen keine mein Heil, mein Licht! Freuden, keine Leiden, mich Wenn mir am allerbäng- soll kein Tod von dir, o sten wird um das Herze Jesu, scheiden, und von sein, dann reiß mich aus der Tugend, die du selbst den Aengsten, Kraft dei- gelehrt, und lebend, leiner Angst und Pein. dend, sterbend hast geehrt! 10. Erhebe dann mein 4. Laß deinen Geist Hoffen, zur bessern Welt dazu mir Kräfte geben, und zu gehn. Und laß im Geist meinen Eifer immer mehr mich offen, Herr, deinen beleben; dann ringe ich, Himmel sehn. Dahin laß wärs auch auf steiler mit Entzücken alsdann Bahn, mit Muth und Zumich glaubensvoll nach dir, versicht zum Ziel hinan. mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! 78. rgry. Was seh ich dort an jenem Holze zc. Zion klagt mit Angst und zc. ei mir ehrfurchtsvoll gegrüßet, der du mich so sehr geliebt, Jesu, der du Duduldetest, Erlöser, alte Schmerzen für Men schenwohl mit liebevollem hast gebüßet das, womit Herzen! Es werde dir, ich dich betrübt. erhabner Menschenfreund, Huld von deinen Menschen frommer Dank geweint. Deine wie tröstet sie, wenn im Geist ich niederknie an dem Kreuz, wo2. Und mit den Thrä- ran du starbest, und mir ren, die dem Aug ent- ewges Heil erwarbest. fließen, fromm, dankbar 2. Seh im Geist ich deine - Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 57 79. deine Wunden, deiner Hände Nägelmahl, denke was du hast empfunden, Wenn dein herzliebſter Sohn ze. denke deines Todes Qual: Heil uns! es hat sich Goto dann glüht, o tes Sohn Menschfürst, dir, der du mein heit angenommen; er ift Retter wirst, Dank für von seines Vaters Thron alle deine Schmerzen, zu uns herabgekommen, frommer Dank in meinem und hat nicht blos für Herzen. diese Zeit, er hat uns für die Ewigkeit erlöset und 3. Präge selbst dies gesegnet. Bild der Schmerzen dei2. Nun dürfen wir in ner bittern Todespein un- Schmerz und Noth nicht auslöschlich meinem Her- ferner hilflos klagen; und, zen, Jesu, mein Erlöser, nähert sich uns einst der ein! Wenn dieß Bild Tod, wir dürfen nicht darinnen ruht, dann werd verzagen. Er, der am ich, o höchstes Gut, alle Kreuze für uns starb, Reizungen zu Sünden und ewgen Segen uns muthvoll kämpfend über- erwarb, er wird uns nie winden. verlassen. 3. Er schaffet Trost für 4. Stärke mich bei mei- jeden Schmerz, er stärkt nem Ende, stärke mich im Kampf den Müden, durch deinen Tod! Dann er gießt Beruhigung ins geb ich in deine Hände Herz und hohen Gottessterbend meinen Geist, o frieden. Der Herr verläßt Gott! Deffnet sich vor die Seinen nicht! Vertraut mir das Grab: blicke du auf ihn mit Zuversicht, auf mich herab, laß mich die ihr ihn fromm verehret. deinen Trost empfinden, 4. Dank, Jesu, dir! und des Todes Furcht du hast dein Blut, du verschwinden. haft dein edles Leben für Mene 58 Vom Leiden und Sterben Jesu Chriſti. Menschenwohl mit hohem Trost für mich; und rufft Muth zum Opfer hingege- noch heute mir ermunternd ben. Nimm unsern Dank! zu, daß du mich liebst, du o Jesu, dir, dir, o Erlö- frommer Dulder du! ser, wollen wir nun leben und einst sterben. 3. So sollt es sein. Du mußtest leiden; dein 5. Gieb, daß wir muth- Tod macht mir des Vavoll auf der Bahn, die ters Liebe kund. Er wird du uns zeigtest, wandeln, für mich ein Quell der und nie getäuscht von eit- Frenden, ein Siegel auf lem Wahn der Eigenliebe den ewgen Friedensbund. handeln. Bescheiden laß So wahr dich Gott für uns unsre Pflicht erfüllen mich zum Opfer giebt, und mit Zuversicht auf so fest steht es, daß er dich vertraun und hoffen. mich herzlich liebt. 80. Eigne Melodie. 4. Ja mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein ganzer Kampf, dein Ach, sieh ihn dulden, blu- Kreuzes- Tod, bestätigt iſt ten, sterben! o meine nun deine Lehre; ich baue Seele, sag ihm frommen fest darauf in jeder Noth. Dank! Sieh Gottes eig- Unschuldig littest du; doch nen Sohn und Erben, wie Preis und Ruhm ist auch mächtig ihn die Menschen im Kampf der Unschuld liebe drang! Wo ist ein Eigenthum. Freund, der je, was er 5. Ja, Herr, dein Beigethan? Der so, wie er, spiel fann mich lehren, für Sünder sterben kann? wie schön die Tugend auch 2. Wie dunkel waren im Leiden sei. O laß jene Stunden, o Herr, mich dein Gebot verehren, und welche Lasten drückten und mache mich im Kampf dich! Wie quoll das Blut der Tugend treu! Die aus deinen Wunden! und Dankbarkeit dringt innigst ach! es floß zum Heil und mich dazu; Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 59 dazu; wer hat es mehr um mich verdient, als du? 81, 6. Nie will ich mich am Wir danken dir Herr Jesu ic. Feinde rächen; auch dieß In deine Leiden denken lern ich, mein Heiland, wir, Erlöser, jetzt, hier von dir; nie Gottes und danken dir, daß du Schickung widersprechen, so willig ihre Last zu unwär gleich sein Pfad jetzt serm Heil getragen haft. noch so dunkel mir. Auf 2. 3m Geiste folgen wir Dornen gingst Du selbst dir nach, von Schmerz zu zum Ziele hin; ich folge Schmerz, von Schmach dir, weil ich dein Jünger zu Schmach; wir schaun bin. zu deinem Kreuz hinan 7. Was fürcht ich noch und beten dich, Erlöser, an. Todes Schrecken? 3. Auch uns zu gut, o Du schliefft auch einst im Herr, betrat dein Fuß den Grab, o Menschenfreund! dornenvollen Pfad. Auch Mag sie doch meine Asche uns strömt Bessrungskraft decken, die Erde, wenn und Ruh aus deinem bitdes Todes Nacht erscheint! tern Leiden zu. Der Gott, der dir das 4. Daß Gott uns als Leben wieder gab, der ein Vater liebt, dem, der wälzt auch einst den Stein sich bessert, gern vergiebt; von meinem Grab. des daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 8. Nimm hin den Dank für deine Plagen, mein Retter, den die treuſte 5. Daß deine Lehre fest Liebe bringt! Noch heißzern besteht, und daß dein Dank will ich dir sagen, Reich nie untergeht; den wenn dich mein Geist im großen Trost von unserm Engel- Chor befingt. Dann Gott bringt, o Erlöser, stimmen alle Selgen fröh- uns dein Tod. lich ein; der ganze Himmel soll dann Zeuge sein. 6. Und wir, wir glaubten 60 Vom Leiden und Sterben Jesu Chriſti. ten an dich nicht? Herr, Liebe, kaum zu fassen! ohne sichern Trost und Auch mir zum Heil hast Licht, mit ungewissen du dich martern laffen. Schritten geht durchs Le- Damit ich lerne Sünden ben hin, wer dich ver- ernstlich meiden, willst schmäht. du, Herr, leiden. 7. Mit Dank und Freu- 5. Ach, großer Mittler, de folgen wir, o Edelster groß zu allen Zeiten, wie und Bester, dir; und dort kann ich gnugsam deine wird dann uns ewges Heil Treu ausbreiten? Wer in jener bessern Welt zu hat dich je für deiner Theil. Liebe Proben genug erhoben? 82. Herzliebster Jesu, was hast du zc. 6. Doch dir gefällts, Unschuldigster, du hattest wenn ich mich selbſt benichts verbrochen, doch kämpfe, dir folge und des ward das Todesurtheil dir Fleisches Lüste dämpfe; ſo gesprochen! Du Heilig- sei denn auch forthin mein ster, bist ja in Missetha- ganzes Leben nur dir erten niemals gerathen. geben. 2. Und doch wirst du 7. Gieb selbst zu dieverworfen und verhöhnet, sem seligen Geschäfte mir mit einem Dornenkranz Schwachen deines guten zur Schmach gekrönet, ge-( Seistes Kräfte, daß er geißelt, und, von Schmer- mich auf den Pfad der zen schon entkräftet, ans Tugend führe und mich Kreuz geheftet. regiere. 3. Was ist die Ursach 8. Dann werd ich dankaller solchen Plagen? Ach, voll deine Huld betrachten, unsre Sünden haben dich dich lieben und die Lust der geschlagen. Zu ihrer Til- Welt verachten; mit allem gung hast du, Herr, er- Eifer suchen deinen Wilduldet, was wir verschuldet. Len treu zu erfüllen. 4. O große Lieb! o 9. Zu deiner Ehre will ich Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 61 ich alles wagen, kein laß, im Glauben mich zu Drohen achten, keine stärken, mich auf deine Schmach noch Plagen; Leiden merken. mich sollen auch des bäng- 3. Will die Welt mein sten Todes Leiden nicht Herz verführen auf der von dir scheiden. Eitelkeiten Bahn, wo so 10. Empfang ich einst viele sich verlieren und vor unsers Gottes Thro- sich dem Verderben nahn: ne, wie du empfingst, die dann denk ich, o Jesu, Seligkeit zum Lohne, dann nach über deine große will ich würdiger dein Lob Schmach, daß ich dir gebesingen, und Dank dir treu verbleibe, und die bringen. böse Lust vertreibe. 83. 3ion tlagt mit Angst und 2c. 4. Gieb bei Allem, was mich kränket, mir aus deiWenn den, deine Qual und bittrer Tod geben mir in trüben Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Sollten Sünden mich entweihn? Nein, ich denk an deine Pein; sie, sie lehrt mich Sünden 5. Auf dich setz ich mein lassen, und sie als mein Vertrauen, Jesus, meine Unglück hassen. Zuversicht. Du vertreibst nen Leiden mein Herz daran gedenket, ströme neuer Trost mir zu. Wenn mich meine Fehler reun, müsse mich dein Tod erfreun: denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben. 2. Die Erinnrung dei- des Todes Grauen, durch ner Leiden stärke mich mit dich schadet er mir nicht; Kraft und Muth, alle sicher ist bei dir mein Heil; schnöde Lust zu meiden, hab ich, Herr, an dir zu bekämpfen Fleisch und nur Theil, o, so wirst du Blut. Auch wenn meine ewges Leben mir auch einst Seele zagt, wenn mich aus Gnade geben. trübe Schwermuth plagt, 6. Hab ich dann in mei 62 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. meinem Herzen Hoffnung ewig ganz ergeben und jener Herrlichkeit; so besieg thätig dankbar sei. ich auch die Schmerzen 4. Herr, laß dein bittvon dem letzten Kampf und res Leiden mich reizen, Streit. Wenn gleich meine als ein Christ mit allem Hülle bricht, quält doch Ernst zu meiden, was vor Todesfurcht mich nicht; dir fündlich ist. Nie komm überwunden, überwunden es mir aus meinem Sinn, hab ich, durch dich über- wie viel es dir gefostet, wunden. daß ich erlöset bin. 5. Auch in des Leidens Tagen will ich nun Schmerz und Noth stets mit Geduld ertragen, tren sein bis in den Tod; will fliehn die Lüste dieser Welt und folgen jenem Bilde, das du mir dargestellt. 84. Eigne Melodic Wem enn mich die Sünden kränken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glau bensvoll bedenken, wie du gestorben bist, und Rettung von der Sündenlast den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworben hast. 6. Laß mich an Andern üben, was du an mir ge 2.O wundervolle Liebe, than; selbst meine Feinde o Trene namenlos! Es lieben, gern dienen Jederstirbt, aus freiem Triebe, mann, ohn Eigennuß und der Held durch Liebe groß. Heuchelei, daß rein wie Selbst seinen eignen Sohn deine Liebe auch meine gab Sott für mich ver- Seele ſei! lornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 7. In meinen letzten Stunden erfreue mich dein 3. Drum fag ich dir Tod; daß ich, mit dir von Herzen jetzt und mein verbunden, besieg auch Lebelang für deine Todes- diese Noth. Laß meine schmerzen, Erlöser, Lob Seele auf dich traun, und und Dank. Hilf, daß ich selbst im Todeskampfe voll dir für deine Tren auf Hoffnung auf dich schaun. 85. Vom Leiden und Sterben Jesu Chriſti. 63 85. Jeju, deine Passion 2c. unsrerSünden schwere Last am Kreuz auf dich ge nommen hast. Von on des Himmels ewgem Thron kam zu uns auf 2. Sohn Gottes und Erden Jesus Christus, des Menschen Sohn, verGottes Sohn, unser Heil herrlicht nun nach Spott zu werden. Er, er ward und Hohn! Sei unsre Zuein Mensch wie wir; daß flucht in der Noth, und wir selig würden, über- unser Trost auch einst nahm er willig hier schwe- im Tod! rer Leiden Bürden. 3. O reich uns deine 2. Ewig liebe dich mein starke Hand in diesem unHerz, göttlicher Erbar- sern Pilgerstand, damit mer! denn durch deinen auch wir geduldig sein, wie Todesschmerz leb und sieg du in deiner Kreuzespein. ich Armer. Du, du kennst 4. Auf dich steht unsre o Menschenfreund, unsre Zuversicht; verlaß uns Leidensstunden, und wie nicht, verlaß uns nicht! ein Verlassner weint, haft Hilf uns der Sünde widu selbst empfunden. derstehn, und durch den Tod ins Leben gehn! 3. Lehre in der Todesnacht, wenn die Augen brechen, mich dein Wort: es ist vollbracht! auch mit Freuden sprechen. daß ich mein Vaterland dann im Geist erblicke; daß mich in des Vaters Hand ewge Wonn erquicke. 87. Eigne Melodie. Hilf, Welt sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben; dein Heil sinkt in den Tod. Der große Herr der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, mit Blut und Todes86. Eigne Melodie. ir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und 64 Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. Todes- Schweiße ist ganz mein Herz dich preisen. sein Leib bedeckt; und un- Mein ganzer Wandel sei nennbare Schmerzen fühlt dein Ruhm. er in seinem Herzen, da er den Kelch des Leidens schmeckt. 7. Dein Beispiel soll mich lehren, des Höchsten Rath zu ehren, auch wenn 3. Wer hat dich so ge er Trübsal schickt. Ich schlagen, mein Heil, und will des Lebens Plagen was für Plagen erträgst getrost und willig tragen, du, welche Pein? Du bis Gottes Hilfe mich bist ja nicht ein Sünder, erquickt. wie andre Menschenfinder, 8. Nie will ich wieder wer kann dich einer Sünde schelten, nie Spott mit zeihn? Spott vergelten, nie, wenn 4. Der Menschen großze ich leide dräun. Das Sünden, die sich so zahl- Unrecht will ich dulden, reich finden, ach, wie der dem Nächsten seine SchulSand am Meer, die ha- den, wie du, von Herzensben dich geschlagen, die grund verzeihn. brachten diese Plagen und diese Martern auf dich her. 9. Gerührt von deinen Plagen, will ich mit Ernst 5. Du gingst auch mei- entsagen dem, was dir netwegen der Todesnacht nicht gefällt; will jedes entgegen mit wahrem Hel- Unrecht hassen, das Böſe denmuth; du starbst, mir fliehn und lassen, gefiel vom Verderben Errettung es auch der ganzen Welt. zu erwerben, und alles 10. Soll ich dann endkommt auch mir zu gut. lich sterben, so laß dein 6. Hoch bin ich dir ver- Reich mich erben, und so bunden, durch den ich getrost, wie du, den Geist Heil empfunden! 3ch bin an meinem Ende in deines dein Eigenthum. Es thä- Vaters Hände empfehlen tig zu beweisen, soll stets zu der ewgen Ruh. 88. Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 65 88. O Lamm Gottes unschuldig te. und sanftmüthig! Mit wie stillem sanften Herzen duldetest du alle Schmerzen! Jesu, deine große Güte Erlöser, der im Staube einst lag mit Blut be- bilde, beffre mein Gedecket, dein tröste sich mein müthe. Glaube, wenn Sünd und 2. Soll auch ich in fünftTod mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Kla- gen Tagen manche Leigen, dein Todeskampf, dein den noch ertragen: laß Sagen fei meine Rube, mich sanft und Gott erHerr Jesu! Herr Jeſu! geben dulden für das beß2. Du littest, Herr, re Leben; lehrreich, stärunschuldig von Frevlern tend auch in Schmerzen, Schmach und Schmerzen sei dein Beispiel meinem und trugest sie geduldig Herzen. mit sanftem ftillen Herzen. 3. Muß ich ohne mein Dein Bild müss uns bele- Verschulden Spott, Verben, zu dulden, zu vergeben, leumdung, Haß erdulden; wie du zu lieben, Herr Jesu. gieb, daß ich nicht wieder 3. Der du an deinem schelte, niemals Haß mit Ende noch froh gen Him- Haß vergelle. Von dir mel schautest, und in des edlem Menschenfreunde lern Baters Hände den Geist ich Großmuth gegen Feinde. ihin anvertrautest. Laß uns auch voll Vertrauen 4. Bei der letzten Trennoch sterbend auf dich nung leiden, wenn ich soll schauen; sei unser Trost, von Herr Jesu! Freunden scheiden, 89. stärke mich und auch die Meinen, die den Sterben den beweinen! Dann, dann scheid ich sanft und stille. Sei gegrüßet, Jesu, gütig e. Jefus, wie warst du so gü- Gottes Wille sei mein tig, wie liebreich Wille! & 90. 66 Vom Leiden und Sterben Jefu Chrifti. 90. kämpfst und wagst die erste Bitte wieder. Du fühlst, von Gott gestärkt An Wasserflüssen Babylon e. Erforsche mich, erfahr im Streit, die Schrecken mein Herz, und sich, einer Ewigkeit und StraHerr, wie ichs meine; ich fen sonder Ende. Auf denk an deines Leidens dich nimmst du der MenSchmerz, an deine Lieb schen Schuld, und giebſt und weine. Dein Kreuz mit göttlicher Geduld dich sei mir gebenedeit! Welch in der Sünder Hände. Wunder der Barmherzig- 4. Du trägst der Miskeit haft du der Welt er sethäter Lohn, und hattest wiesen! Wann hab ich dieß nie gefündigt; du, der genug bedacht, und dich Gerechte, Gottes Sohn! aus aller meiner Macht so wars vorher verkündigt. genug dafür gepriesen? Der Frechen Schaar be2. Rath, Kraft und gehrt dein Blut, du duls Friedefürst und Held! in deft, göttlich groß, die Fleisch und Blut gekleidet, Wuth, um Seelen zu erwirst du das Opfer für retten. für retten. Du duldeteft die die Welt, und deine Seele größte Qual und Leiden leidet. Dein Freund, der ohne Maaß und Zahl, dadich verräth, ist nah. Der mit wir Friede hätten. größten Leiden Stund ist 5. Erniedrigt bis zur da, und Schrecken strö- Kucchtsgestalt, und doch men über. Du zagst und der Größt im Herzen, er= fühlst der Höllen Weh: trägst du Spott, Schmach Ists möglich, Vater! o so und Gewalt, voll Krantgeh der Kelch vor mir heit und voll Schmerzen. vorüber. Wir fahn dich, der Ver3. Dein Schweiß wird heißung Ziel; doch da war Blut; du ringst und zagst, nichts, das uns gefiel, und und fällst zur Erde nieder; nicht Gestalt noch Schöne. du, Sohn des Höchsten! Vor dir, Herr, unsre 3uber Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 67 versicht, verbarg man selbst keinem Glauben trachten; das Angesicht; dich schmähn für die, die deinen Verdist des Bundes Söhne. gestehn, und dich durch 6. Ein Opfer nach dem ihre Lafter schmähn als ewgen Rath, belegt mit einen Sündendiener! Wer unsern Plagen, um deines dich nicht licbt, fommt ins Volkes Miffcthat gemar- Gericht Wer nicht dein tert und zerschlagen, gehst Wort hält, liebt dich nicht, du den Weg zum Kreu ihm wirst du kein Verzesstamm, in Unschuld föhner. stumm, gleich als ein Lamm, 9. Du hafts gesagt, du das man zur wirst die Kraft zur HeiSchlachtbank führet. Frei- ligung mir schenken. Dein willig, als der Helden Tod ist, der mir Trost Held, trägst du, aus Liebe verschafft, wenn mich die für die Welt, den Tod, Sünden kränken. Laß mich der uns gebühret. im Eifer des Gebets, laß 7. Du neigst dein Haupt. mich in Lieb und Demuth ,, Es ist vollbracht." Du stets vor dir erfunden ftirbst; die Erd ersch; üt- werden. Dein Heil sei tert. Die Arbeit hab ich mir der Schirm in Noth, dir gemacht; Herr, meine mein Stab im Glück, mein Seele zittert. Was ist der Schild im Tod, mein Mensch, den du befreit? Oletter Trost auf Erden! wär ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden; und deine 91. Zion klagt mit Angst zc. oder: Werde munter mein Gemühe 2c. Liebe dringe mich, daß ich Der yer am Kreuz ist meine dich wieder lieb und dich Liebe, meine Lieb ist nie freuzige mit Sünden. Jesus Christ. Weicht ihr 8. Welch Warten einer schnöden Fleisches- Triebe! ergen Pein für die, die Alles fern, was eitel iſt! dich verachten; die solcher Mich reizt nicht, daß dieser Gnade werth zu sein, nach Welt nur das Eitle wohl. 2 gefällt. Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. gefällt. Jesu ist mein Herz ergeben, denn er ließ für ergeben, denn er ließ für mich sein Leben. mich sein Leben. 68 5. Der am Kreuz ist 2. Der am Kreuz ist meine Liebe, der so sehnmeine Liebe. Welt, was lich mein begehrt. Wenn wunderts dich, daß ich ich ihm nicht treu verbliebe, Jesum über alles licbe? wär ich da des Lebens Er, er blutete für mich. werth? Nein! mich trennt Dürstend, leich, zum von ihm kein Dräun, keiFluch gemacht, bing er in ne Schmach, Gefahr noch des Todes Nacht. Ihm Pein; ihm bleibt stets mein bleibt stets mein Herz er- Herz ergeben, denn er ließ geben, denn er ließ für für mich sein Leben. mich sein Leben. 6. Der am Kreuz ift 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Nun was meine Liebe. Dir, o zag ich denn im Schmerz? Sünde, sterb ich ab. Weh Ist schon oft der Himmel mir, wenn ich den betrübe, trübe, Jesu Lieb erquickt der für mich sein Leben mein Herz. Er weiß wohl, gab! Undank für so blut- was Leiden sei, und steht gen Schmerz, der beflecke selbst mir fräftig bei. nie mein Herz. Jesu sei Drum soll mich auch mein Herz ergeben, denn Schmerz und Leiden nie er ließ für mich sein Leben. von meinem Jefu scheiden. 4. Der am Kreuz ist 7. Jesum will ich ewig meine Liebe. Nun, mein lieben; und nun fürcht ich, Herz, was zageft du? Tod, dich nicht. Mag Schau! mit welchem Va- mein Leib als Staub zertertriebe schafft er dem Ge- stieben; Jesus giebt dem wiffen Ruh! Jesus litt Geiste Licht. Wohl mir, auch dir zu gut, dir zum denn ich habe Theil an Segen floß sein Blut. dem Segen, an dem Heil, Ihm, ihm sei mein Herz das mir Jesus hat erwor ben, Vom Leiden und Sterben Jefu Christi. 69 ben, da er für mich ist Freuden, was Gott, mein gestorben. Vater will! Ich will mit Ehrfurcht und Vertraun, Geduld von dir zu lernen, auf dich, Erlöser schaun, 5. Giebst du mir deinen 92. Wenn meine Sündu mich fränken ze. err, es gescheh dein Wille! Gern duld ich Frieden, so schreckt mich jeden Schmerz! nur gieb keine Noth, nicht Schmerz, mir sanfte Stille! und nicht Tod hienieden, wärs frommen Muth ins Herz auch der Martertod. Durch Laß mich, wenn mir Ver- dich, Herr, überwind ich suchung droht, wie du, weit: denn deine Gnade mein Heiland, leiden, so tröstet mit Ruh und Setreu sein bis zum Tod. ligk.it. 93. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 2. Der Martern jede schwebte vor deinem Angesicht: zwar deine Seele bebte, doch sie verzagte u, der Menschen Heil nicht. Gestärkt mit Muth, und Leben, deß sich voll Geistesruh erhobst du meine Seele freut, der für dich vom Staube, und mich sich hingegeben, Stif-. gingst den Feinden zu. ter meiner Seligkeit! Du, 3. Dich schreckte der lieber wollte sterben, Getümmel der Mörder- als mich lassen im Verderwaffen nicht. In deinem ben: Ach, wie dank ich, Geist war Himmel, und Jesu, dir, mein Erlöser, Muth im Angesicht. Schon gnug dafür? stürzt auf dich der Feinde Schaar, doch botst du deine Hände den Banden willig dar. das 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, seines Raths Verkündiger! Längst haft du dein Werk vollendet, Preis sei dir Erhabener! Doch in den Gedächtnißund still! O litt ich so mit tagen deiner Leiden, Jesu, 4. O wär ich doch im Leiden, wie du, so sanft 3 fagen 70 Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. sagen deine Hochbeglück- ich danke dir einst im Tode ten dir billig neuen Dank noch dafür. dafür. doing 6. Ruh im Leben, Trost 3. Du betratst, für uns am Grabe! Unaussprechzu sterben, willig deine Lei- licher Gewinn, den ich dir densbahn, stiegst, uns Le- zu danken habe! Du, deß ben zu erwerben, gern den ich nun ewig bin, Jesu, Todesberg hinan, dach- dir mein Herz zu geben, teft nicht an deine Schmer- deiner Tugend nachzuftrezen, trugst uns Menschen ben, dir zu traun, zu ster= nur im Herzen; diese Liebe ben dir, dieß, dieß sei preifen wir. Unvergeßlich mein Dank dafür. fei fie mir! 4. Meinetwegen trugst 94. du Bande, litteft frefre- Wer weiß, wie nahe mir mein zc. cher Lästrer Spott, ach- Es ist vollbracht! so ruft teteft nicht 8 Schmach und am Elend Kreuze des fterSchande, nicht Kreuz und nicht, benden Erlösers Mund. Tod. O Wort voll Troft und Du warst werth der höch- Leben! reize zur Freude ften Freuden, und trugst meines Herzens Grund. willig Gram und Leiden. Das große Opfer ist geO wie dank, wie dank schehn, das Gott auch mir ich dir würdig, Heiligster, zum Heil ersen. dafür. 2. Mein Jesus stirbt. 5. Du, der tausendfa- Die Felsen beben; der che Schmerzen mir zu Sonne Schein verlieret Liebe gern ertrug, dei- sich; in Todte dringt ein nem großmuthsvollen Her- neues Leben; der Heilgen zen war mein Heil Be Gräber öffnen sich; der lohnung gnug. Trost in Vorhang reißt; die Erde meinen letzten Stunden kracht; und die Versöhfloß für mich aus deinen nung ist vollbracht. Wunden. Herr, ich dank, 3. Wie viel, mein Heil! haft Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 71 hast du vollendet, als dir sei mein Ruhm; denn das Herz im Tode brach! ich bin gonz dein EigenDu hast den Fluch hinweg thum. gewendet, der auf der Welt 7. Soll ich, bei dir ervoll Sünder lag. Für uns gebrem Herzen, auch hier hast du genug gethan; Gott durch manche Trübfal nimmt uns nun noch gnä- gehn; und hat mein Gott dig an. gehäufte Schmerzen zu 4. Dankvolle Thränen! meirer Prüfung auserschn: netzt die Wangen. Mein so laß auch mich den Trost Glaube sieht nun offen- erfreun: es kommt das bar die Handschrift an Ende meiner Pein. dem Kreuze hangen, die 8. Ja, fühlt mein Herz wider meine Seele war. des Todes Schrecken, so Er, den mir Gott zum Heil stärke mich in solcher Laft. gemacht, rief auch für mich: Laß mich den Trost auch es ist vollbracht! sterbend schmecken, daß du 5. D Herr! laß mich ihn überwunden haft: so nun auch vollbringen, was tret auch ich in Todeswahre Dankbarkeit be Nacht mit dem Triumph: gehrt. Laß nach der Hei- es ist vollbracht! ligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft ge95. währt. O stärke mich Komm, Seele, sebze dich zc. dazu mit Macht, bis mei- Mach tief gefühltem ne Beffrung ganz vollbracht. Schmerz brach ihm das Herz. Er ist für Men6. Du littst so viel zu schenwohl gestorben. meinem Leben! drum laß Menschen, Menschen weint! mich stets voll Eifer sein, Weint Dank dem Menmich deinem Dienste ganz schenfreund! Wie viel hat zu geben und keine Schmach Jesus euch erworben! dabei zu scheun. 2. Seid fromm und Dienst, mein Heiland, gut! Der ist kein wahrer Dein 4 Christ, Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. Chrift, der noch dem La- 3. Klage mit uns Erde, fter ist ergeben. Dir, der klage! denn, ach! sein du für uns stärbst und Todestag ist da! Klage Segen uns erwarbst, gehei- laut an diesem Tage, o ligt sei dir unser Leben: Erde, die einst Jesum sah, 3. Dir schwör ich mich die ihn sah wandeln und zu weihn, dir treu zu göttlich handeln! Er starb;;: sein, dir, Göttlicher, in Jesus 2c. Freud und Leiden. Die 4. Konntest du ihn, Tugend lehrtest du, der Gott, erblassen, die reinTugend lebtest du; nichts ste Unschuld so verschmähn, soll mich von der Tugend so die Tugend leiden lasscheiden! sen? Gott, konntest du ihn sterben sehn? Kampf war sein Leben, mit Schmerz Brich entzwei mein armes Herze uc. umgeben; dann starb hränen fließt! Er ist Jesus 2c. 96. Th verschieden, er sinket in 5. Ehrt in Freuden, ehrt des Grabes Nacht, Jesus, in Schmerzen den Willen der uns Seelenfrieden und Gottes: weis und gut Segen hat von Gott ge o erkennts mit frommen bracht! Fühlt, Menschen Herzen stets weis und herzen, der Trennung gut ist, was er thut. Des Schmerzen! Er starb:: Segens Fülle ist Gottes Jesus, der uns Heil er Wille. Er starb:: Jesus ze. warb! 6. Jesus ging durch 2. Traure Erde, die Schmerz zu Freuden, zu mit Wonne ihn sah in Gottes Thron durch Graseiner Herrlichkeit, wie er, bes- Nacht, und uns hat eine höhre Sonne, die er Troft im Leiden und Finsternisse hat zerstreut, Kraft zum Tugendkampf und Licht gegeben zum gebracht. Um Seligkeiten bessern Leben. Er starb:,: uns zu bereiten, ach, Jesus 2c. starb:: Jesus 2c. 7. Mit 72 - Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 73 6. 7. Mit der Thräne keit und Leben, da er sich sanfter Klage, dank ihm in Qual und Tod für erlöste Christenheit! Jesu, uns hingegeben. bis zum Todestage sei dir Es ist vollbracht. mein Herz zum Dank ge- Hell ist die Nacht des Toweiht. Dir will ich le- des und der Gräber. Heil ben, dir ganz ergeben, im uns! Nun ist Jesus Chrift Schmerz: wie in Freude, ewger Freuden Geber. sei mein Herz. 98. 97. O Traurigkeit, o Herzeleid 2c. s ist vollbracht! so rust mit O Traurigkeit, o Herzeleid ze. m Kreuz erblaßt, der Schmerzenlast, der ToMacht der Herr desqualen müde, findet vom Kreuz hernieder. mein Erlöser nun in dem Stimmt in seinen Siegs- Grabe Friede. gefang, miterlöste Brüder! 2. Ein heilger Schmerz 2. Durch Wort und durchdringt mein Herz; That hat er den Rath des und, Herr, was kann ich Vaters treu vollendet, der sagen? Nur an meine ihn, uns zum Trost und Brust kann ich tiefgerühret Heil, in die Welt gesendet. schlagen. 3. Für uns nahm er, 3. Du liebteft mich und wie hart und schwer ihn gabest dich zum Opfer für Sünden. Wo ift auch sein Leiden drückte, die dessen Last doch gern auf größre Liebe je, größre sich, daß er uns beglückte. Huld zu finden? 4. Er trug voll Huld es 11 4. Es ist vollbracht!" mit Geduld, durchtämpfte riefst du mit Macht, und bange Stunden. Doch sein zeigst, daß du dein Leben, Gott hat ihn erhört; er mein Versöhner, göttlich hat überwunden. frei in den Tod gegeben. 5. Preis ihm und Dank! 5. Du hasts gethan. Er, er errang uns Selig- Ich bete an, o König der Erlö& 5 G Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. Erlösten, und will dein im 3. Nun wohnt in ewTode mich glaubensvoll gem Frieden das mensch= getrösten. liche Geschlecht; und du 6. Sein finstres Thal regierst die Völker mit will ich einmal durchwan- Wahrheit und mit Recht. dein ohne Grauen: denn 4. Du kommst und führst durch dich, Erlöser, ists die Deinen in deines Vamir der Pfad zum Schauen. ters Reich, du machst an 7. Ich preife dich. Er- Heil und Würde sie deinen forsche mich und siche, Engeln gleich. wie ichs meine; ja, du siehest's, wenn ich still meinen Dank dir weine. 74 8. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen, Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. 5. Wie herrlich ist dein Name! Wie groß ist deine Macht! Preis dir und Dank und Ehre, daß du dein Werk vollbracht. 6. Laß mich dein Beispiel stärken, daß ich im Glauben treu und standhaft in der Licbe bis an mein Ende sei. 99. Chriftus der ist mein Leben zc. Den, der den Tod be7. Darf ich den Tod ficate, umfängt des To- noch fürchten? Herr, meides Nacht; nun hat er nes Lebens Kraft! auch ich überwunden, nun ist sein werd überwinden durch Werk vollbracht. dich, der Hilfe schafft. 2. Das große heilge 8. Du führst mich hin Opfer ist dargebracht vor zum Ziele, vollbracht iſt Gott! Erlöser, Heil und dann mein Lauf, dann Leben wird aller Welt dein nimmt in seine Hände auch Tod. mich dein Vater auf. Auf Auf das Fest der Verkündigung Marias. Auf das Fest der Verkändigung Marias. 75 100. dieß heißt Jesum dankbar Ich, ein Fürst der Engelschaar ze. ehren. Diesen Dank laßt Jobt den Herrn! der Tag uns ihm bringen! erscheint, wo die Gottheit sich vereint mit dem menschlichen Geschlechte! 101. Ach! was ist doch unser Leben 2c. Gottes Wille wird auf Gott sei Dank in aller Erden mehr erkannt, ver- Welt, der sein Wort ehret werden, und der beständig hält, und der Wahrheit heilge Rechte. Sünder Trost und Rath her zu uns gesendet hat. 2. Freut des schönen Tages euch! Zu uns kom- 2. Was der alten Vämet Gottes Reich! Get ter Schaar Wunsch und tes Engel steigt hernieser Trost und Hoffnung war; und verkündigt Heil und was sie fern im Dunkeln Frieden. Euch ist dieses sah, Heil uns! ist im Heil beschieden, Menschen Lichte da. fingt des Dankes Lieder! 3. Hier ist mehr als feines 3. Bringt Gott cuern Davids Sohn; Lobgesang, bringet Jesu irdschen Reiches Thron. Preis und Dank. Un- Licht der Seelen, ewges Heil, war durch Jesum aussprechlich ist der Segen, der vom Himmel sich er- unser Theil. gießet, der durch Jesum auf euch fließet! Wandelt 4. Menschenfreund, wie dank ichs dir! schenke dienun auf Gottes Wegen! ses H.il auch mir, das du unter vieler Last für die 4. Ehrt durch That und Leben ihn! Auch das klein- Welt bereitet haft. ste Lafter flichn, jedes 5. Deiner Hilfe mich zu freun, laß mein Herz Gute gern vollbringen, wil lig folgen seinen Lehren dein eigen sein, mach cs von 76 Auf das Fest der Verkündigung Marias. von der Sklaverei jeder Segen gab? Mit freudischnöden Sünde frei. gem Gemüthe preift Men6. Deine Wahrheit schen, Gottes Güte, preift leuchte mir, Herr, bei al- ihn durch euer Leben, das lem was ich hier zur Be- er euch hat gegeben! fördrung meiner Ruh denke, wünsche, wähle, thu! 2. Gott hat von Irrthum und von Wahn uns 7. Trifft mich Traurig- frei gemacht, des Lebens keit und Schmerz, tröfte Bahn hat er erhellt durch dann mein zagend Herz, Jesum Chrift, der Führer wenn kein Mensch mir hel- uns und Lehrer ist. Mit fen kann, so nimm du dich freudigem 2c. meiner an. 3. Er macht uns von 8. Daß ich, wenn du der Sklaverei der Sünde Lebens- Fürst herrlich wieder- und des Lasters frei, der kommen wirft, froh dir Tugend hohes ew'ges mög entgegen sehn und Glück bracht er durch Jegerecht vor dir bestehn. sum uns zurück. Mit freudigem zc. 102. Eigne Melodie. 4. Seid wahre Christen! folgt dem Herrn, der euch erlöste, folgt ihm gern! Dann führt er euch nach W er wollt sich nicht herzlich freun, und Gott, dem Vater, dankbar sein, dieser Zeit zur seligen Under huldreich sah auf uns sterblichkeit. Mit freudiherab, der Jesum uns zum gem 2c. Von der Auferstehung Jesu. 103. Hörts, Wachet auf! ruft uns die ze. Majestät! ihr Sünder, die ihr bebet, obt den Höchsten, Jesus bebt nicht mehr, freut lebet! Erlöste Menschen, euch, Jesus lebet; Gott o erhcbet des Welterlösers hat ihn aus dem Staub cra NOU Von der Auferstehung Jesu. 77. regt und sich erfreut. erhöht. O Seele, dein Frühlingszeit sich Alles Gesang erschalle ihm zum Dank! unserm Retter! Dich, großer Held, erhebt 4. Auferstandner! welch ein Segen beglückt uns, die Welt, weil deine Hand wenn wir auf den Wegen den Sieg behält. einhergehn, die dein Fuß betrat! Unnennbare Se2. Weint nicht, weint nicht, Jeſu Jünger, euch lichkeiten, die ewig wähgiebt des großen Heils ren, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet Vollbringer Siege hat Bald sind sie unser Theil, den er erftritt. Seid ihr gleich des Gra- Theil, bald krönet uns am V das Heil deines Lebens. bes Kinder; er ift des Gelobt sei Gott! Todes Ueberwinder. Auch herrscht, der für euch starb noch im Tod ift er und bleibet unser Gott. und litt. Was wollt ibr traurig sein? Getroft könnt ihr euch freun. Jesus lebet in Ewigkeit; zu aller Zeit bleibt er zur Hülfe uns bereit. 104. gst das Grab auch noch verriegelt 16. Jefus kesus, Jesus ist erstanden! Licht strömt in des 3. Nun kann uns der Grabes Nacht! Er ist frei Tod nicht schrecken! Nicht von Todesbanden, und ewig wird das Grab uns sein großes Werk volldecken, verweft der Leib bracht; ja, der Sieg ift gleich in der Gruft. Einft nun errungen und der wird er zum beffern Leben letzte Feind bezwungen. sich aus des Todes Staub 2. Laß das Siegeslied erheben, wenn Jesus den erschallen! Uns hat er den Entschlafnen ruft. Dann Sieg gebracht, uns, die wird des Todes Feld zu noch auf Gräbern waleiner regen Welt. Alles len, aufgehellt des Grabes lebet, so wie erneut zur Nacht; uns hat er den Sieg 78 Von der Auferstehung Jesu. Sieg errungen und sein Lübd erneun! Hier schon Werk ist ihm gelungen. solls das größte, beſte, 3. Gott! in weldjer Son- wichtigfte Geschäft uns nenklarheit strahlt, was sein, unsre Pflichten zu Jesus uns verheißt, strahlt vollbringen, nach der Heidie heilge große Wahr- ligung zu ringen. heit:" ewig ist des Men= schen Geist! Tugend reicht an Gottes Throne From105. Ein feste Burg ist unser 2c. men einst die Siegeskrone!" Er lebt, o Freudenwort! er lebt, der Heiland 4. Stimmt nun feine Trauerlieder auf des From- aller Sünder, der Feinde men Grabe an! Wir be- Heer erschreckt und bebt treten sterbend, Brüder, vor seinem Ueberwinder. eines bessern Lebens Bahn; Er stritt mit Heldenmuth, z der Wahrheit lichten und kämpfte bis aufs Blut: Höhen müssen wir durch durch seinen Kreuzes- Tod Gräber geben. erwarb er uns bei Gott Vergebung unsrer Sünden. Leigu 5. Unsern Todestag hienieden feiern Selige er freut als den Uebergang 2. Er lebt, des Vaters zum Frieden, als Geburt erger Sohn, erhöht zu zur Seligkeit. Weit voll- seiner Rechten. Er herrscht, kommner als auf Erden, ed- und hilft von seinem Thron ler sollen wir dort werden; auch seinen schwachen 6. Soll'n in jener Gei- Knechten. Er lebt nun ster Reihen uns tem himm- ewiglich, und ewig schüßt lischen Beruf, dem Beruf er mich; er thut mit starder Tugend weihen, wozu ker Hand den Feinden Gott auch uns erschuf: im- Widerstand; sie können mer freudiger den Willen mir nicht schaden. unsers Gottes zu erfüllen. 3. Er lebt! Gott hat 7. Auf! av Jesu Sie ihn auferweckt: Gott wird acsfeste laßt uns das Ge- auch mich erwecker.. Was Sterb Von der Auferstehung Jeſu. Sterbliche am meisten bezwang, und uns, den schreckt, der Tod, kann Staub, erhöhte. Der mich nicht schrecken. Sein hohe Sieger überwand; Stachel ist dahin, da ich Nacht war um ihn und sie versöhnet bin. Der treue verschwand in helle MorZeuge spricht: Wer glaubt, genröthe. Bebet, gebet, der stirbet nicht. Deß tröst stolze Spötter, unserm ich mich von Herzen. Retter Preis und Ehre; glaubt an ihn und seine 79 4. Er lebt, der unbezwungne Held: besingt, Lehre! ihr Engelchöre, besingt, ihr 2. Preis ihm! Heil uns! Völker aller Welt, des sein Grab ist leer. Fest Mittlers Ruhm und Ehre! stehet, wie ein Fels im Erhebt des Siegers Macht, Meer, das Wort, das er der von dem Tod erwacht, gesprochen. O selig, wer der unsern Tod bezwingt sich ihm vertraut! Er hat und Leben Leben wiederbringt, den Tempel neu gebaut, und mächtig für uns streitet. den blinde Wuth gebro5. Er lebt! o Christen, chen. Seele, wähle ihn laßt uns heut frohlockend zum Führer und Regierer ihn erheben! Laßt uns von deines Lebens. Auf ihn nun an jederzeit ihm wohl- hoffst du nicht vergebens. gefällig leben. Wir sind 3. 3um höhern Leben. sein Eigenthum, erkauft zu führt er dich, und nimmt seinem Ruhm. Sein wol- gewiß dich einst zu sich, len wir allein todt und sinkt deine Hütte nieder. lebendig sein und sein auf Das Grab empfängt zwar ewig bleiben. dein Gebein, doch nicht auf ewig wird es sein; einst rufet Gott dich wieder. Herrlich wird sich Herrn! dann aufs Neue Gottes 106. Wie schön leuchtet der 2c. dem Fro Prohlockt bringt Lob und Dank Treue offenbaren. Volles ihm, der des Todes Macht Heil wirst du erfahren. 107. 80 Von der Auferstehung Jesu. 107. Tod und Leben ist dein Werk, Jesu Christ! du wirst ung Leben und Christ ist erstanden 2c. hriftus ist erstanden. Geligkeit einft geben. Gott Keine Todesbanden hiel- sei gelobet. ten ihn, den Göttlichen. Freut euch, ihr Erlöseten! Danket dem Herrn! 109. Erschienen ist der herrlich Tag. ic. 2. Bei dem Grabge- Erinnre did), mein Geift, danken mag der Unchrist erfreut des hohen wanken! Unsre Hoffnung der Herrlichkeit, halt im ftchet feft, die auf Chriftus Gedächtniß Jesum Christ, sich verläßt. Danket dem der von dem Tod erstanHerrn! den ist, und ewig lebt. 3. Gelobt sci Gott! gelobt sei Gott! gelobt sei Gott! Ewig sollen wir uns sein, unsers Selig machers freun. dem Herrn! 2. Fühl alle Dankbarfeit für ihn! als ob er heute dir heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit Danfet dir! so freue dich, mein Geist in mir, und sing ihm Dank! 108. 3. Schau über dichy und bet ihn an. Er mißt den Jesus Christus, unser Heiland 2, Jesus Chriftus unfer Hei- Sternen ihre Bahn; er land, der den Tod überwand, ist auferstanden, ift frei von Todesbanden. Gott sei gelobet. lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein Bruder und dein Freund. Wohl dir! Preis ihm! 2. Jesus, frei von 4. Macht, Ruhm und Sünd' und von Schuld, Hoheit immerdar dem, der erwarb uns Gottes Huld, da ist und der da war! daß wir von Sünden er- Sein Name sei gebenelöset Gnade finden Gott deit, von nun an bis in sei geløbet. Ewigkeit, in aller Welt! 5. D 3. Heil, Verwerfung, Von der Auferstehung Jeſu. 81 5. Glaube, der das 10. Nie fomm es mir Herz erhöht! Was ist der aus meinem Sinn, was Erde Majestät, wenn sie ich, mein Heil, dir schulmein Geist mit der ver- dig bin; damit ich mich gleicht, die ich durch Got- in Liebe treu, zu deinem tes Sohn erreicht? Lob sei Bilde stets erneu. Hilf dem Herrn! mir dazu! 6. Vor seinem Thron, 11. Du bists, der alles in seinem Reich, unsterb- in uns schafft! Dein ist lich, heilig, Engeln gleich, das Reich, dein ist die und ewig, ewig selig sein; Kraft. Ich hoff auf dich, Herr, welche Herrlichkeit Herr Jesu Christ, der du ist mein! Gelobt seist du! vom Tod erstanden bist, und ewig lebſt! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, obfinge, meine Seele, fall ich, Gott, auf mein dem Welterlöser, bet Angesicht und preise dich. ihn an! Lobsing ihm und 8. Du, der du in dem erzähle, was dir zum Heil Himmel throust, ich soll der Herr gethan. Er hat da wohnen, wo du wohnst, für dich gerungen. Durch und du erfüllst einst mein seine Macht hat er des Vertraun, dich in der Herr- Todes Macht bezwungen, lichkeit zu schann! Gelobt gestürzt der Höllen Heer. seist du! Nun lieget es darnieder, 9. Ich soll, wenn du, sein Sieg hat uns befreit. des Lebens Fürst, in Wol- Uns! krönet Gott nun wieken göttlich kommen wirst, der mit Huld und Seligerweckt aus meinem Grabe feit. 110. Nun lobe meine Seele 2c. gehn, und einst zu deiner 3. Mit Herrlichkeit Rechten stehn! Gelobt umgeben stand Jesus von ſeist du! den Todten auf. Nun steh F auch 82 Von der Auferstehung Jesu. auch ich zum Leben nach je an im Staube, ihn, der nem Todesschlummer auf. mein Retter ist. Ich werd Gedanke, der zu Freuden ihn ewig schauen, wenn er des Himmels mich erhebt! auch mich erhebt. Der Gedanke, der im Leiden Herr ist mein Vertrauen; mit reichem Trost belebt! er starb für mich, und lebt. Des höhern Lebens Quelle! Mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, 111. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. o Hölle? Wo ist dein Menn meine Seele zweiStachel, Tod? felnd bebt, ob fie 3. Des Felsen Grund dereinst auch ewig lebt, erbebet, die Wächter fliehn, dann reich dem Zweifelndas Grab ist leer. Der den die Hand, du, der todt war, sieh, der lebet! vom Tode auferstand. Er lebt, und stirbt hinfort 2. Wenn bänger meinicht mehr! Die schwa nem Herzen ist, ob du chen Jünger wanken, er von Gott gesendet bist, stärkt die Wankenden. Sie dann bürge mir dein leefehn ihn, freun sich, dan- res Grab, daß Gott es ken dem Auferstandenen; war, der dich uns gab. sie sehn empor ihn steigen, 3. Wenn Zweifel meiund gehn, wie er gebot, nen Glauben trübt, ob mit Freuden hin und Gott als Vater mich auch zeugen von ihm bis in liebt, dann, Auferstandden Tod. ner, bring ein Blick auf 4. Herr, deine Boten deinen Sieg mir Ruh siegen, von dir und dei- zurück. nem Geist gelehrt. Die 4. Und naht die StunGötzentempel liegen, der de, wo der Freund der Erdkreis wird zu Gott be- letzten Trennung Thränen kehrt. Ich weiß, an wen weint: dann stärke meinen ich glaube; bin freudenvoll Freund und mich der ein Christ. Ihn bet ich Glaube, Ewiger, an dich! 112. Von der Auferstehung Jesu. 83 112. aus Tode keimt Leben, wir sterben auf Erden, zum besseren Leben geboren zu werden. Was soll ich doch Leide zc. Jun werd ich in trüben Tagen nicht verzwei6. Lebet für das besfre feln, nicht verzagen. Er- Leben, das euch Jesus standen ist Christus; und dort wird geben! Gott Freude und Leben wird stärke im Kampfe uns mir auch, nach Leiden der alle hienieden; und führ Erde, gegeben. uns einst alle zum ewigen Frieden. 2. Nun kann mich kein Grab mehr schrecken, nur den Körper wird es decken. Die ewige Seele entreißt sich dem Staube, zum Vergeßt die Leiden dieſer seligen Schauen gelanget Zeit! der Freude sei mein Glaube. dieß Fest geweiht. 3. Dort fällt einst des folgen nach den Leiden Irrthums Binde; freier der Erde Himmelsfreuden. werd ich dort; ich finde, Feiert Christen jetzt hochwas ich hier nur suchte; erfreut den Festtag der ein edleres Leben, und Unsterblichkeit. göttlichen Frieden wird Jesus mir geben. 2. Was sind die Leiden dieser Zeit? In Freude 4. Fürchtet nicht den und in Seligkeit verwanTod, ihr Frommen, alle deln sich die Klagen nach Macht ist ihm genommen. Kurzen Erdentagen! FeiDer Herr ist erstanden, ert zc. 113. Zu dieser österlichen Zeit zc. sein Werk ist gelungen, 3. Dank, froher Dank der Kampf ist erkämpfet, dir, Jesu Christ, der du der Sieg ist errungen. vom Tod erstanden bist! 5. Preiset Gott! die Auch uns wird neues Todtenbahre wird dem Leben nach kurzem Schlaf Herrn zum Dankaltare; gegeben. Feiert zc. F2 114. Von der Auferstehung Jesu. 114. Wir haben auch ein Osterlamm ic. Dieß ist das freudenvolle 2. Mein Jesus lebt und schützet mich: darum, o Seele, freue dich. Wo er jetzt lebt, komm ich auch Feft, wo Gott die Le- hin, weil ich mit ihm benssonne auf unsre Grä- vereinigt bin. ber scheinen läßt, ein Fest 3. Nun schreckt mich der reinsten Wonne! Nach keine Grabesnacht, die Kampf und Noth, nach sonst dem Herzen Grauen Schmach und Tod lebt macht. Das Leben Jesu Jesus Christus wieder und bringt mir Heil, an seistirbt nicht mehr! das nem Leben hab ich Theil. Grab ist leer! Ertönet Freudenlieder! 84 4. Mir giebt sein frohes Auferstehn die Kraft, zum Er 2. Auch uns wird nur Himmel einzugehn. auf kurze Zeit des Grabes selbst, er ging zum HimErde decken. Zur seligen mel ein, da soll auch sein Unsterblichkeit wird Gott Erlöster sein. uns einst erwecken. Frent 5. Für diese hohe SeChristen euch, denn Jesu ligkeit dankt dir, Herr, Reich steht fest auf ewgen deine Christenheit. Einst Grunde! Wie selig ist der leb ich ewig, Herr, bei wahre Christ! Preist Gott dir und würdger preis mit Herz und Munde. ich dich dafür. 116. 115. Auf! auf! mein Herz mit Freuden 2c. Herr Gott, dich loben alle wir zc. Auf, fingt in frohen ChöDebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt; und stürb auch alle Welt mir ren, ihr Völfer aller Welt, frohlockt, dem Herrn zu Ehren! Die Zukunft ist erhellt, erhellt des Grabes ab, er bleibt mein Freund, Nacht! Er ist vom Tod, den Gott mir gab. erwacht, der für die Menschheit Von der Auferstehung Jeſu. 85 heit starb, und Segen ihr groß Geschrei; eh ers erwarb. vermeint und denket, iſt 2. Nun kann kein Tod Christus wieder frei. Er uns schrecken, der Sterb- hat sein Werk vollbracht, liche sonst schreckt. Gott zerstört des Todes Macht, wird auch uns erwecken, gesteget als ein Held, der der Jesum hat erweckt. Feld und Muth behält. Mag diese Welt vergehn, 3. Der Held steht auf der Erde Staub verwehn; dem Grabe, und sieht sich nie, nie vergeht ein Geist, der Gott durch Tugend preiſt. munter um, des Feindes ganze Habe ist Chrifti Eigenthum; er wirft zu 3. Tod ist Geburt zum Christi Fuß sein HöllenLeben, dem, der die Tu- Reich und muß selbst in gend liebt, der, Jesu treu des Siegers Band ergeben ergeben, den Willen Got Fuß und Hand. tes übt! Frohlockend danken wir, und weihn uns Jesu dir, getren der heilgen Pflicht, bis einst das Auge bricht. 117. Eigne Melodie. 4. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir gar nicht grauten vor allem, was' nun will mir nehmen meinen Muth zusammt dem edeln Gut, das mir Auf, auf! mein Herz, mit durch Jesu Christ aus Freuden! Aus Grabes Lieb erworben ist. Nächten bricht, zum Trost 5. Die Höll und ihre für alle Leiden, hervor ein Rotten, die kümmern mir helles Licht. Mein Hei- kein Haar; der Sünden land ward gelegt da, wo kann ich spotten, bleib man uns hinträgt, wenn allzeit ohn Gefahr; der unser ewger Geist dem Tod mit seiner Macht wird Staube sich entreißt. nicht von mir geacht't, so 2. Er ward ins Grab wie ein Schattenbild mich gesenket; der Feind trieb nie mit Furcht erfüllt. F3 6. Die 86 Von der Auferstehung Jeſu. 6. Die Welt ist mir wird verhöhnt, wird hier ein Lachen mit ihrem gro- auch mit gekrönt; wer dort • ßen Zorn; sie zürnt, und mit sterben geht, wird hier fann nichts machen; all auch mit erhöht!" Arbeit ist verlorn. Die 118. Trübsal trübt mir nicht Eigne Melodie. mein Herz und Angeficht Jefus, meine Zuversicht, das lebt, und Glück, die Nacht mein ihm leben. Dieses weiß Sonnenblick. ich, sollt ich nicht mich 7. Ich hang und bleib darum zufrieden geben? auch hangen an Christo, Was die bange Todesals ein Glied; wo er ist nacht mir auch für Gehingegangen, da nimmt er danken macht. mich auch mit. Er wird 2. Jesus, mein Erlöser, bei Schmerz und Pein lebt, und ich kann ihm mein Freund und Führer sicher trauen, daß er mich sein, er führet durch den zu sich erhebt; warum Tod mich einst aus aller sollte mir denn grauen? Noth. Er, der Herr des Lebens, 8. Er dringt zum Saal spricht: wer an mich der Ehren, ich folg ihm glaubt, stirbet nicht. immer nach, und darf mich 3. Ich bin durch des gar nicht kehren an einges Glaubens Band innigst Ungemach. Es tobe, was fest mit ihm verbunden; da kann, mein Haupt er, der auch den Tod emnimmt sich mein an, mein pfand, hat für mich ihn Heiland ist mein Schild, überwunden. Selbst im der alles Toben stillt. Tode bleib ich sein, ewig 9. Des hohen Him- seiner mich zu freun. mels Pforte eröffnet Je- 4. Staub bin ich, und sus mir, und segensvolle muß daher wieder einst Worte hör ich als Sel- zu Staube werden. Das ger hier: ,, Wer dort mit erkenn ich; aber er weckt mich Von der Auferstehung Jesu. 87 mich wieder aus der Er- ich dann umher, weiß von den, daß ich in der Herr- keinem Feinde mehr. lichkeit bei ihm sei in 9. Auf dann, Christen, Ewigkeit. auf, erhebt euren Geist 5. Dann werd ich im von dieser Erden, lebt hellen Licht seine große schon hier dem Heiland, Lieb erkennen, und mit lebt ihm, dem ihr sollt froher Zuversicht ihn ähnlich werden. Hier schon dann meinen Vater nên- müßt ihr ihm euch weihn, nen! Dank ihm! von der wollt ihr durch ihn selig Sterblichkeit bin ich ewig sein. dann befreit. 119. 6. Was hier leidet, was hier fleht, wird Gott herrJesus, meine Zuversicht 2c. a. oder: Jesum lieb ich ewiglich 2c. lich dort erhöhen. Irdisch Jeſus lebt, mit ihm auch gesät, wo himmlisch wird er aufer- nun deine Schrecken? Er, stehen; zum Verwesen fällt er lebt, und wird auch er ein, dort wird er un- mich von den Todten sterblich sein. auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht: dieß ist meine Zuversicht. Denn ich 2. Jesus lebt, ihm ist weiß, wann Jesus ruft, das Reich über alle Welt daß ich auferstehen werde, gegeben; mit ihm werd wenn das: Siehet auf! auch ich zugleich ewig herrerschallt, und durch alle schen, ewig leben. Gott Gräber hallt. erfüllt, was er verspricht: dieß ist meine Zuversicht. 7. Freudig seh ich hin Zur Gruft. Erde werde wieder Erde! 8. Wo ist nun dein Sieg, o Tod? Nimm den 3. Jesus lebt, wer nun Staub hin! ohne Grauen verzagt, lästert ihn und folg ich dir, ich werde Gottes Ehre. Gnade hat Gott, werde den Erlöser er zugesagt, daß der Sünschauen. Siegreich schau der sich bekehre. F4 Gott ver 88 Von der Auferstehung Jesu. verläßt in Chrifto nicht: das Leben erben, weil dieß ist meine Zuversicht. Noth und Tod die Macht 4. Jesus lebt, sein Heil verliert. Kein Trauerist mein; sein sei auch bild erschreckt mich mehr, mein ganzes Leben. Reines mein Jesus lebt; das Herzens will ich sein, und Grab ist leer. den Lüsten widerstreben. 2. Mein Jesus siegt! Er verläßt den Schwachen drum liegt zu Füßen, was nicht: dieß ist meine Zu- mir das Leben rauben kann. versicht. Der Tod wird völlig wei5. Jesus lebt, ich bin chen müssen; der Satan gewiß, nichts soll mich von wird ihm unterthan; der Jesu scheiden, keine Macht Höllen Abgrund selber der Finsterniß, keine Herr- bebt; denn überall schallt: lichkeit, kein Leiden. Er Jesus lebt. giebt Kraft zu dieser Pflicht: dieß ist meine Zuversicht. . 3. Mein Jesus lebt! das Grab ist offen, so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie süße es meiner Seele geben, schallt die Stimme hier; wenn sie gläubig zu ihm Ich leb, und ihr lebt ſpricht: Herr, Herr, meine auch in mir. Zuversicht! 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird 120. 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm mein LeLaßt uns vereinigt, meine Brüder c. ben geben, kommt mir der ein Jesus lebt! was Tod nicht schrecklich für; soll ich sterben? Hier weil er mich in den Himsteht mein Haupt- und mel hebt, so wahr, als triumphirt; so muß ich ja Jesus ist und lebt. Mei 121. Von der Auferstehung Jesu. 89 121. Nun freut euch, lieben Christen e. Formuntre, Christ, den trägen Sinn! Sonn ist aufgegangen. Eil ist doch nicht ihm verborgen; der Auferstandne hilft auch dir Er, der versucht ist, gleich als wir, wird Die Mitleid mit uns haben. 5. Klag unverholen ihm zu dem Auferstandnen hin, dein Leid. Du klagst es nicht, ihn freudig zu empfangen. vergebens. Durch ihn hast Denn aus des Todes fin- du Gerechtigkeit, und Hoffsterm Thor bricht der Ge- nung ewgen Lebens. Der freuzigte hervor, der gan- so viel Qual für dich emzen Welt zur Wonne. pfand, für dich nur starb 2. Steh von dem Tod und auferstand, wird deider Sünden auf, erwach! ner nicht vergessen. erwach ins Leben! Voll 6. Dich schrecke nicht die Eifers, einen neuen Lauf Wuth und List und Menge im Glauben anzuheben; deiner Feinde. Ihn, der denn wie Gott Jesum ihrUeberwinder ist, haſt du auferweckt, sollst du auch, zum treuen Freunde. Er mit ihm auferweckt, im hilft dir siegen. Ihm verneuen Leben wandeln. tran! Denn öffentlich trug er sie Schau im hohen Siegsgepränge. 3. Vergiß dann, was auf Erden ist! Denn sieh, dein Schatz ist droben. So 7. Geh an den Streit sei denn auch dein Herz, o voll festen Muths, mit Christ, zu Jesu stets erho- Satan, Welt und Sünben; forthin sei, statt der den! Und durch die Siege eiteln Welt, der Himmel seines Bluts wirst du auch nur, was dir gefällt, wo überwinden, wenn du nur Jesus lebt und herrschet. männlich widerstehst; im 4. In jeder Noth bleib Glauben wachest, betest, unverzagt! auf ihn wirf flehst, dein eignes Fleisch deine Sorgen! der Kum- bezähmest. mer, der dich heimlich nagt, 8. Schreckt dich der letzte F5 Feind 90 Von der Auferstehung Jeſu. Feind der Tod, auch das Leben; daß wir sollen den wirst du bezwingen; fröhlich sein, Gott loben durch ihn aus aller dei- und ihm dankbar sein, ner Noth hindurch ins und singen: Gelobt sei Leben dringen. Er ist Gott! gelobt sei Gott! verschlungen in den Sieg. 2. Den Tod niemand Der siegreich aus dem bezwingen konnt bei allen Grabe stieg, hat ihm die Menschen- Kindern, das Macht genommen. machte alles unsre Sünd, 9. Hilf uns, Verkünd- kein Unschuld war zu gern deines Ruhms! hilf, finden; davon kam der Herr, uns, deinen Brü- Tod so bald, und nahm dern, uns, Volke deines über uns Gewalt, hielt Eigenthums, und deines uns in seinem Reich geLeibes Gliedern. Hier fangen. Wir sind erlöst! Wir sind erlöst! laß in deinem Schutz uns sein; dort bring uns in das Leben ein, das uns dein Tod erworben. 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unsrer Statt ist kommen, und hat die 10. Sei hochgelobt in Sünde abgethan, damit dieser Zeit von allen dem Tod genommen all Gotteskindern, und ewig sein Recht und sein Gein der Herrlichkeit von walt, da bleibet nichts allen Ueberwindern, die denn Tod's- Gestalt, den überwunden durch dein Stachel hat er verloren. Blut. O Jesu, gieb uns Gelobt sei Gott! Kraft und Muth, daßß wir auch überwinden. 120. Eigne Vielodie. 4. So feiern wir das frohe Fest mit HerzensFreud und Wonne, das uns der Herr erscheinen Christ lag in Todesban läßt; er ist selber die den, für unsre Sünd Sonne, der durch seiner gegeben; der ist wieder er- Gnade Glanz erleuchtet standen, hat uns gebracht unsre Herzen ganz; der Sün Von der Auferstehung Jesu. Sünden Macht ist vergan- dich auferwecket. gen. Gelobt sei Gott! sei Gott. 91 Gelobt 123. 4. Erstandner, ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst, und siegst, daß du auch mir Bringt Preis und Ruhm, das ewge Leben gebeft; Christ lag in Todesbanden 2c. dem Heiland dar! Froh- daß du mein Erretter seist, lockt ihm, alle Frommen! und neue Kräfte mir verer, der für uns getödtet leihst, mit Freuden Gott war, ist dem Gericht ent- zu dienen. Gelobt sei nommen. Sei gelobt, Herr Gott! Jesu Christ! daß du für 5. Mein Herr, mein uns gestorben bist, und Gott! hilf mir dazu! Besiegreich auferstanden. Ge- freie mich von Sünden. lobt sei Gott! Laß mich für meine Seele 2. Dein Leben in der Ruh im Frieden mit Gott Majestät befestigt unsern finden. Pflanze deinen Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns Sinn in mir, damit ich Gott ergeben hier als dein nun den Trostgrund rau- Erlöster wandle. Gelobt ben: daß du für uns ge- sei Gott! nug gethan, uns Sündern 6. Dein ist das Reich; eine neue Bahn zum ew- dein ist die Macht, Vergen Heil eröffnet? Ge- storbne zu erwecken. Du lobt sei Gott! rufst einst; und der Grä3. Gott selbst, der dich ber Nacht wird Todte nicht dem Grab entrückt, hat mehr decken. Wie du auf-dem, was du gelehret, der erstanden bist, so werd .Wahrheit Siegel anfge- auch ich, Herr Jesu Christ, drückt, und dich als Sohn durch dich einst auferstehen. geehret. Deines Opfers Gelobt sei Gott! hohen Werth hat er aufs 7. O laß mich, weil Herrlichste bewährt, da er ich hier noch bin, im Glaubent 92 Von der Auferstehung Jesu. ben an dich wandeln, und 3. Gelobt sei Gott! Ich jederzeit nach deinem Sinn werde nun nur kurze Zeit rechtschaffen sein und han- im Grabe ruhn. Er weckt deln; daß ich, wenn ich mich auf; und volles Heil aufersteh, und dich, des ist dann gewiß bei ihm Todes Sieger, seh, vor mein Theil in Ewigkeit. dir dann nicht erschrecke. 4. Auch führt er nach Gelobt sei Gott! des Grabes Ruh mir 8. Da, wo du bist, da meine frommen Freunde soll auch einst dein Jünger zu. Erwachen werden wir mit dir leben. Du wirst zugleich, uns wiedersehn ihn, wenn du nun er in seinem Reich. Gott, scheinst, zu deiner Freud welch ein Tag! erheben. Laß dieß auch mein Erbtheil sein; so werd ich den ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden. Gelobt sei Gott! 5. Wie sollt ich, Herr, Tod denn scheun? mich nicht des bessern Lebens freun? Nicht deiner, der du mich erschufft, gelassen warten, bis du rufft: Entschlafe nun! 124. Erschienen ist der herrlich Tag ze. Nun un triumphiret Gottes 6. Gieb nur, daß ich im Glauben treu, und Sohn; er triumphirt, treu im frommen Wandel die Wächter flohn. Der sei. So komm ich nicht Herr erstand mit Herrlich in dein Gericht, wenn keit, deß dank ihm seine deine Stimme zu mir Christenheit. Gelobt sei spricht: Erwache nun! Gott! 7. Herr, rufe mich, wenn dirs gefällt, von dieser unvollkommnen Welt, und Helfer ist. Als Sieger und führe mich an deiner trat er aus dem Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Gelobt sei Gott! Gott! Hand einst in das bessre Vaterland. Gelobt sei Von 2. Er ist erstanden, Jesus Christ, der unser Trost Von Christi Himmelfahrt. Von Christi Himmelfahrt. 93 leide lohnt euch am Ziele Himmelsfreude. 125. Eigne Melodie. 4. Gedanke, der das Herz erfreut, Gedanke volTriumph, ihr Himmel, ler Segen! Die Blume freuet ench, jauchzt ihm, der Unsterblichkeit blüht dem Gottessohne! Er zie- uns am Grab entgegen! het siegend in sein Reich, Die besfre Welt ist uns empfängt des Siegers erhellt. Der Weg durch Krone. Umstrahlet ganz Gräber führt zu Freuden, mit Himmelsglanz, genießt und sanfter werden wir er nun der Tugend Freu- einst scheiden. den. Triumph, besiegt sind alle Leiden! 2. Auf Erden ist voll5. So wahr als Jesus Christus lebt, wir werden mit ihm leben! Zum Urbracht sein Lauf, das große quell alles Lichtes strebt Werk gelungen; nun der Geist, von Gott geschwingt er sich gen Him- geben. Sinkt nun ins mel auf, das Ziel ist nun Grab der Leib hinab; so errungen. Mit Majestät ruht er aus von Erdenwird er erhöht zur Rech- leiden: den Geist erwarten Gottes nach den Lei- ten selge Freuden. den. Triumph, da herrschet er in Freuden! 6. Doch nur der Tutgend Sonnenbahn führt 3. Doch schließet ihn zu den selgen Höhen. Auf kein Himmel ein; er wirkt ihr ging Jesus uns voran. noch fort auf Erden. Noch Laßt uns auch muthvoll sollen, die ihr Herz ihm gehen die Sonnenbahn weihn, durch ihn gesegnet zum Ziel hinan. Und werden. Mit Muth hin- kostet es auch Kampf und an die steile Bahn zum Leiden, den Sieger lohnen Ziel! Nach kurzem Erden- ewge Freuden. 7. Triumph 94 Von Christi Himmelfahrt. 7. Triumph, ihr Chri- sprach Gott. Wie herrsten, freuet euch! Nun ist lich ist dein Lohn, erhöhder Tod bezwungen, wir ter Gottes- Sohn! Ihr, haben Theil an Jesu Reich, ihr Frommen, folgt treu der Sieg ist uns errun- ihm nach, durch Streit gen! Dem Sieger Dank und Schmach! Gott, dem und Lobgesang! MitJesus ihr dient, belohnt als Gott. gehen wir durch Leiden, 3.Deine trauernden Erdurch Müh und Kampf lösten, o Herr, zu stärken zu Himmelsfreuden. und zu trösten, kam über sie von dir dein Geist. Er ists, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt, 126. Wachet auf, ruft uns die zc. Ueber aller Himmel Heere und zu den Freuden der erhebst du dich zum bessern Welt den Weg uns Thron der Ehre, du Mit- weist. Er leitet uns die ler unsrer Seligkeit. Hin Bahn, auf der dich wanzu dem, der dich gesendet deln sahn deine Freunde. gehst di, da hier dein Auch wir empfahn auf Werk vollendet, mit gött dieser Bahn dereinst, wie licher Zufriedenheit. Du du, die Kron am Ziel. hast die Sündenwelt mit deinem Licht erhellt, Preis und Ehre sei, Jesu, dir! hier noch streiten, gingst froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger du voraus ins Vaterland. Herrlich wirst du wieder 2. Deines Vaters Gna- kommen, und zu dir alle denwillen auf Erden völlig deine Frommen versamzu erfüllen, warst du ge- meln in dieß Vaterland. horsam bis zum Tod. Geweiht hast du uns Gott Sitze, Sohn, auf mei- uns die durch deinen Tod. nem Throne! Dir geb ich Wo du lebest und Gott meine Welt zum Lohne mit dir, da sollen wir auch und meine Herrlichkeit," mit dir leben ewiglich. 5. Wel Von Christi Himmelfahrt. 95 5. Welche Wonne wird bet, ihm folgt und treu uns werden, wenn wir ihm bleibet, der wandelt dich wiedersehn auf Erden himmelan. in aller Majestät des 3. Nur dort, nicht hier Herrn! das wird sein ein auf Erden, ist unser bestes Tag des Lebens, ein Tag Theil. Um selig einst zu des bessern selgen Lebens. werden, erwarb der Herr Dann schaun wir dich nicht uns Heil. Erlöste, macht mehr von fern, dann sehn euch auf! Wo Jesus hinwir hocherfreut ganz deine gegangen, dahin blickt mit Herrlichkeit. Welterlöser, Verlangen; dahin geh dann führest du der Wonn euer Lauf! uns zu, die bei dir ist in Ewigkeit. 4. Herr, hilf uns eifrig ringen nach jener Herrlichkeit. Laß unsern Fleiß gelingen, und stärk uns in dem Streit. Laß uns in dieser Welt im Glau127. Aus meines Herzens Grunde 2c. Mein Jesus triumphiret ben an dich wandeln, ſo J und nimmt den Him- denken und so handeln, mel ein. Er hat sein Werk wie dir es wohlgefällt. vollführet, vom Fluch uns 5. Was sind der Erde zu befrein. Die hohen Freuden? wie bald sind Seraphim empfangen ihn sie dahin! Ohilf uns mit Freuden nach über- alles meiden, was hier standnem Leiden. Lobsingt, noch unsern Sinn verfühlobsinget ihm! ret und uns stört, auf 2. Wohl uns, die auf deinen Ruf zu achten, und ihn hoffen! Nun Jesus nur nach dem zu trachten, triumphirt, steht uns der was ewig Heil gewährt. Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nun an ihn gläu6. Sei du selbst unser Leiter in unsrer Prüfungszeit, und bring uns immer weiter zu deiner Herrlich 96 Von Christi Himmelfahrt. lichkeit; bis diese Zeit wir folgen können auf vorbei, bis wir dich, Hei- freier, sichrer Bahn. land,-sehen, und freudig 4. Auf! laßt uns schon vor dir stehen, von allem auf Erden stets fromm Kummer frei. auf Gott vertraun, und immer besser werden, um Jesum einst zu schaun. 128. Von Gott will ich nicht lassen ze. Aus meines Herzens Grunde 2. oder: Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, Gott ott fähret auf gen Him- dahin steh eu'r Verlangen! mel mit lautem Jubel- dahin kehrt euern Lauf! schall; es tönt durch alle 5. Gen Himmel laßt Himmel der Freude Wie- uns dringen mit herzlicher derhall. Lobfingt, lobsin- Begier! Dahin, wenn wir get Gott! Lobfingt, lob- nur ringen, gelangen einst fingt mit Freuden dem auch wir. Hinauf zu GotKönige der Heiden, dem tes Sohn soll sich der Herren Zebaoth! Geist erheben. Er ist uns 2. Der Herr wird auf- Licht und Leben und ungenommen in königlicher ser großer Lohn. Pracht. Deß freut sich 6. Hinweg mit deinen alle Frommen, die er hat Schätzen, hinweg, o eitle frei gemacht. Es holen Welt! Sollt uns dein Jefum ein des Himmels Nichts ergößzen? Dort ist, laute Heere, die seiner was uns gefällt! Er, Pracht und Ehre sich, unser Fleisch- und Blut, gleich als wir, erfreun. prangt auf der Gottheit 3. Mit freudigem Ge- Throne, giebt uns sich bete werd er von uns er selbst zum Lohne, ist unhöht! wir wissen nun die ser höchstes Gut. Stätte, die uns bereitet 7. Wann wird es doch steht. Der Heiland geht geschehen; wann kommt die voran, läßt uns nicht von frohe Zeit, daß wir ihn werihm trennen, macht, daß den sehen in seiner Herrlich Von Christi Himmelfahrt. 97 lichkeit? Du Tag, wann mein Heiland zu, um Gawirst du sein, da wir ihn ben zu empfangen. Nun mit Entzücken zum ersten- tann mein Herz auch seine mal erblicken, uns seiner Ruh im Himmel mur zu erfreun! erlangen. Wohin mein Schatz gelangt, dahin schwingt sich auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm geht mein Verlangen. 129. Nun freut euch lieben Chriften 20. Auf Jesum Christum soll allein mein Glaube 3. Ach Herr, laß deine sich stets gründen, und Auffahrt mich, dein Kind, Sorge, Zweifel, Furcht doch dahin bringen, daß und Bein durch ihn nur durch die Kraft des Glauüberwinden. Mein Haupt, bens ich mag aufwärts das nun im Himmel ist, zu dir dringen, und dann wird mich, sein Glied, einmal, wenn dirs gefällt, nach kurzer Frist, zu sich in Friede fahren aus der gen Himmel führen. Welt; Herr, höre doch 2. Gen Himmel fuhr mein Flehen! TET Pfingstlieder. Von dem heiligen Geiste. 130. Herr Gott, dich loben alle wir 2c. Nacht verhüllt, mit Wahn und Götzendienst erfüllt, da kam des Höchsten Licht herab, durch seinen Geiſt, den er uns gab. Anbetung werde Gott gebracht, er hat uns diesen Tag gemacht; ihn prei- 3. Die Freunde Jesu se, wer durch Jesum Christ gingen gern, zu sammeln erleuchtet und geheiligt ist. Schüler ihrem Herrn, vom 2. Der Erdkreis lag in Aufgang bis zum NiederS gang 98 Pfingst- Lieder. gang wird aller Licht und Pflicht dem redlichen ForLobgesang. scher; vom göttlichen Thro4. Und ihrer Predigt ne erhellst du ihn mit Freudenschall erfüllt den Licht; daß Nächte des Erdkreis überall, auf daß Wahns und des Irrthums einst jede Nation verehre entfliehn, und Früchte der Jesum, Gottes Sohn. Wahrheit und Sittlich5. Noch dauert dieser feit blühn. Segen fort! Noch siegt, 3. Wohl denen, die o Ewiger, dein Wort! immer zum Führer dich Und daß wir glauben, wählen! Du milderst je danken wir, o Vater, den Schmerz, du trösteſt deinem Geist und dir! bekümmerte, traurige See6. Erhalt uns deiner len, und senkest Ruh ins Wahrheit treu, mach uns Herz; du bist es, der Muth von allem Irrthum frei, uns zur Heiligung schafft, dein Geist treib uns zum du stärfest zum Guten Guten an, und leit uns mit göttlicher Kraft. auf der Tugend Bahn. 131. Nun giebet der Höchste den 2c. Auf! jauchzet dem Höchsten voll Freude entgegen! Er hält, was er verheißt, er fegnet euch, Men schen, mit ewigem Segen, und sendet seinen Geist, erleuchtet, beruhigt und heiliget euch, verbreitet auf Erden das sittliche Reich. 4. Dir bleib ich mit ewiger Treue ergeben. Erleuchte, heilige mich! Zum Leben des Geistes, zum edleren Leben gelang ich nur durch dich. Du führest den Schwachen mit stärkender Hand durch Kampf und durch Prüfung ins heilige Land. 5. Nun werd ich, Geist Gottes, einst ruhiger scheiden und gehn durchs To2. Du lohnest, Geist desthal. Du leitest die Gottes, mit himmlischem Seele zu reineren FreuLohne für treu erfüllte den; durch deines Lichtes Strahl Von dem heiligen Geiste. 99 Strahl ist mir auch das es drohte vergebens VerDunkle der Zukunft er- spottung und Schande, hellt, ich sehe Gefilde der und Todesgefahren und besseren Welt. Marter und Bande. Ein heiliges Feuer belebte, beseelte die From men, die Jesus zuSchülern sich wählte, um Lehrer der göttlichen Lehre auf Erden, zum Heil und zum Segen der Menschheit zu werden. 5. Denn Gottes Geist stärkte zum Kampfe die Herzen. Sie predigten Jesum in Freuden und Schmerzen, getren bis zum Tode, mitedelstem Muthe, versiegelten selbst ihr Bekenntniß mit Blute. 6. Sei auch uns die Wahrheit so heilig und 2. Ein heiliger Licht- theuer. Beseel uns, Geist strahl umfloß sie mit Klar- Gottes, mit himmlischem heit, nun sahen sie heller Feuer und standhaftem die himmlische Wahrheit, Muthe, des Göttlichen nun sahen sie Jesum mit Lehren im Leben, im LeiLichte umflossen, nun hatte den, im Sterben zu ehren! sich Gottes Geist auf sie ergossen. 3. Mit Feuer getaufet, 132. Mit Sausen, mit Brausen 2c. 133. Fröhlich soll mein Herze zc. belebet, erfreuet, mit Mu- Höchster Tröster, kommt hernieder! zu geGeist des weihet, verkündigten laut Herrn, sei nicht fern, stärke die Geweihten, die Frommen: ,, Der Herr ist er schienen! Sein Reich ist gekommen!" Jesu Glieder! Der, der nie sein Wort gebrochen, Jesus, hat deinen Rath segnend uns versprochen. 4. Nun winkten verge- 2. Gcist der Wahrheit, bens vergängliche Freu- gieb uns allen durch dein den, nun schreckten verge- Licht Unterricht, wie wir bens vergängliche Leiden, Gott gefallen. Lehr uns 2 freu 100 Pfingst- Lieder. frendig vor Gott treten, seinen Geist, mit Vatersteh uns bei und verleih, huld gewährt. daß wir gläubig beten. 2. Er kommt, er kommt 3. Laß uns wachsam mit Gotteskraft, mit seisein und kämpfen, stets nem Trost, der Geist, der bereit, Sinnlichkeit durch Jesu Lehre Sieg verschafft, Vernunft zu dämpfen. Laß als Helfer sich erweist. uns niemals harte Leiden, 3. Sein Trost wird Angst und Noth, Schmerz Wonne für das Herz, das und Tod von der Tugend tren sich Jesu weiht, auch scheiden. bei der Reue tiefstem 4. Laß uns nach Er- Schmerz wird es durch kenntniß streben; schenk ihn erfreut. uns Kraft, tugendhaft und 4. Sein Beistand treibt gerecht zu leben. Gieb, mit Gotteskraft zu edlen daß wir nie stille stehen, Thaten an, bezwingt die treib uns an, froh die Macht der Leidenschaft, Bahn, die du zeigst, zu daß sie nicht siegen kann. gehen. 5. O sei auch uns Licht, 5. Reißt uns Schwach- Trost und Kraft, die wir heit hin zu Sünden, so uns deinerfreun, du Geist, verleih, daß durch Reu der alles Gute schafft, laß wir Vergebung finden. uns das Herz dir weihn. Und bei dieses Lebens Leiden schenke du Seelenruh und der Hoffnung Freuden. 135. Liebster Jesu, wir sind hier zc. Geist der Wahrheit! Lehre mich aller Wahrheit Urquell kennen, Jesum Christum; nur durch dich Rühmt, Menschen, die kann ich meinen Herrn ihr Christen heißt, der ihn nennen; du, du mußt hohen Wohlthat Werth, mich selbst belehren, Lust die Gott auch uns, durch zur Tugend in mirmehren. 2. In 134. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Von dem heiligen Geist. 101 136. 2. In des Irrthums Finsterniß müßt ich ohne Führer wanken. Du nur Abba, lieber Vater, höre ic. machst das Herz gewiß, Komm, o Geist, von und erleuchtest die Gedan- Gott gegeben, heilige ken, offenbarest Gottes und bessre mich! Weise, Pfade, zeugst von Wahr- fromm und gut zu leben, heit und von Gnade. dies vermag ich nur durch 3. Tröster, Tröster dich. Mache täglich Ernst heißest du; überschwäng- und Treu, mich zu bessern, lich kannst du trösten; in mir neu. du erfüllst mit Himmels 2. Fern vom Ziel, woruh die Gemüther der Er- nach ich ringe, ruf ich: lösten; daß sie nun, befreit von Sünden, Gottes Vaterhuld empfinden. lindre mir die Last, daß ich jenes Werk vollbringe, das du angefangen hast. Fühl ich deine Kraft nicht 4. Du, du stärkst uns mehr, dann wird mir die im Gebet; jenes andachts- Last zu schwer. volle Sehnen, das zu 3. Ach! ich irr in FinGott im Stillen fleht, sternissen, Geiſt der Wahruns Erleichtrung giebt heit, ohne dich; von Bedurch Thränen, Hoffnung gierden hingerissen, täuſcht und Geduld in Leiden, ist die eitle Seele sich, sucht dein Werk, du Geist der die Ruh, und findet sie Freuden. in der Erde Gütern nie. 5. Heiligung und Rei- 4. Hilf mir nach dem nigkeit, und ein häuslich Himmel streben, der den stilles Leben, frommen Lohn mir aufbehält. Gott Handlungen geweiht, wah- und Jesu laß mich leben, re Weisheit kannst du ge- nicht den Lüsten dieser ben! Selig, die an dei- Welt. Lehre mich von nen Gaben Theil durch Sünden rein, heilig, wie Lieb und Glauben haben. mein Gott, zu sein. 3 5. Leite 102 Pfingst- Lieder. 5. Leite du mich auf edlere Zufriedenheit, als dem Pfade deines Lichts alles Glück der Welt. zum Leben hin, und mich 4. Dann, dann hab stärke deine Gnade, wenn ich Vertraun zu dir, dann ich schwach und muthlos schenket selbst dein. Geiſt bin; daß ich näher jeden das freudige Bewußtsein Tage meinem Ziele kom- mir, daß du mir gnädig men mag. ſeist. 6. Sei mein Beistand, 5. Er leite mich zur wenn ich sterbe, zeige mei- Wahrheit hin, zur Tunem Geist von fern das gend stärk er mich; beweise, mir aufbehaltne Erbe in wann ich traurig bin, auch der Herrlichkeit des Herrn. mir als Tröster sich. So gestärkt durch deine Kraft end ich froh die Pilgerschaft. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, versiegle deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. 137. Nun sich der Tag geendet hat zc. 138. Eigne Melodie. Nun Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit; ich fleh um Jun bitten wir den heideinen Geist, Gott! den ligen Geist um den zu meiner Seligkeit dein rechten Glauben allermeiſt, theures Wort verheißt. daß er uns behüte an un2. Die Weisheit, die serm Ende, und uns bevom Himmel stammt, o freie von allem Elende. Vater, lehr er mich; die Erbarme dich! Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christum 3. Dich lieben, Gott, erkennen allein, daß wir ist Seligkeit; gern thun, an ihm bleiben, dem treuen was dir gefällt, wirkt Heiland, der uns einst bringt Von dem heiligen Geiste. 103 bringt zu dem rechten Va- lehr uns Gott recht erkenterland. Erbarme dich! nen, von Herzen Vater 3. Du Geist der Liebe, ihn nennen. Herr, beschenk uns deine Kraft, du, hüt vor falscher Lehr, daß der das Gute in Menschen wir nicht Meister suchen schafft, daß wir uns von mehr, denn Jesum Christ Herzen einander lieben, mit wahrem Glauben, und und in Friede auf einem ihm aus ganzer Macht verSinne bleiben. Erbarme trauen. Gelobt sei Gott! dich! 3. Du heiliger Geiſt, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. Herr, durch dein Kraft uns bereit, und stärk des Glaubens Freudigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Gelobt sei Gott! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Tod, daß wir nie im Leiden muthlos klagen, in der Todesstunde nicht verzagen. Erbarme dich! 139. Eigne Melodie. omm, heiliger Geist, Herr und Gott, erfüll mit deiner Gnade Gut deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn, und deine Lieb entzünd in ihn'n. Herr, omm heiliger Geist, erdurch deines Lichtes Glanz fülle die Herzen deiner zu dem Glauben versam- Gläubigen, und entzünde melt hast das Volk aus al- in ihnen das Feuer deiner ler Welt Zungen. Das göttlichen Liebe; der du sei dir, Herr, zu Lob ge- durch Mannigfaltigkeit der fungen. Gelobt sei Gott! Sprachen die Völker der 2. Du heiliges Licht, ganzen Welt versammelt edler Hort, laß uns leuch- haft in Einigkeit des Glauten des Lebens Wort, und bens. Gelobt sei Gott! ( 4 141. 140. Eigne Melodie. 104 Pfingst- Lieder. 141. Wie schön leuchtet der 2c. ren. Höre, lehre uns mit Sinnen und Beginnen dir ergeben, dir allein zum Preise leben. heilger Geist, kehr bei uns ein, und laß uns deine Wohnung sein! 4. Steh uns stets bei Du unsres Geistes Sonne, mit deinem Rath, und erleuchte uns, laß deinen führ uns selbst den rechten Schein bei uns und in Pfad, weil wir den Weg uns kräftig sein, zu from- nicht wissen. Gieb uns mer Freud und Wonne; Beständigkeit, daß wir daß wir, in dir recht zu getreu dir bleiben für und leben, uns ergeben, und für, wenn wir gleich leimit Beten oft deshalben den müssen. Laß dich reichvor dich treten. lich auf uns nieder, daß 2. Gieb Kraft und Nach- wir wieder Trost empfindruck deinem Wort, laß den, alles Unglück überes wie Feuer immerfort winden. in unsern Herzen brennen, 5. Laß uns mit Muth daß wir Gott Vater, sei- und hoher Kraftim Kampfe nen Sohn, dich, beider gegen Leidenschaft durch Geist, in einem Thron, dich gestärket werden, auf für wahren Gott bekennen. daß wir, unter deinem Bleibe, treibe und behüte Schutz, begegnen aller das Gemüthe, daß wir Feinde Trutz, so lang wir glauben, und im Glauben sind auf Erden. Neue standhaft bleiben. Treue gieb uns Schwa3. Du Quell, draus chen, du kannst machen, alle Weisheit fließt, die daß wir siegen und im sich in fromme Seelen Kampf nie unterliegen. gießt, laß deinen Trost 6. Laß, Gottes beste uns hören; daß wir in Gabe, dich in unsre HerGlaubens- Einigkeit auch zen kräftiglich, und schenk andre in der Christenheit uns deine Liebe, daß undein wahres Zeugniß leh- ser Sinn verbunden sei dem Von dem heiligen Geiste. 105 dem Nächsten stets mit und Fruchtbarkeit; und Liebestren, und sich da- mein Herz bleibt dir entrinnen übe. Kein Neid, rissen, und dem Dienst der kein Streit dich betrübe; Welt geweiht, wenn er reine Liebe wollst du ge- nicht durch seine Kraft die ben, Sanft- und Demuth Gesinnung in mir schafft, auch daneben. daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 7. Hilf, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei wohl bewußt, wie eitel sei des Fleisches Lust und seine Sünden Werke. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit echter Trei meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß Nühre, führe ihn kräftiglich in mir wirunsre Sinnen und Be- ken, daß ich dich glauginnen von der Erden, bensvoll als Mittler ehre, daß wir Himmelserben und auf deine Stimme höre. werden. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottes- Geist; der du menscher du uns als Vater liche Gemüther besserst und liebest, treuer Gott! mit Troft erfreust! Nach und deinen Geist denen, dir, Herr! verlangt auch die dich bitten, giebest, ja, mich; ich ergebe mich an uns um ihn bitten heißt; dich. Mache mich, zu Gottes demuthsvoll steh ich vor Preise, heilig und zum dir: Vater! send ihn auch Himmel weise. zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner 65 Va= 142. Fren dich sehr, o meine Seele zc. 2. Ohn ihn fehlet meinem Wissen Leben, Kraft Pfingst- Lieder. Vaterhuld mich freu, und dann laß es meiner Seemit wahrer Kindes- Treu len nicht an Trost und stets vor seinen Augen Stärkung fehlen. wandle und rechtschaffen denk und handle. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gna6. Geist des Friedens denwerk in mir. Selbst und der Liebe! bilde mich den Trieb hast du entzünnach deinem Sinn; daß det, daß mich, Herr, verich Lieb und Sanftmuth langt nach dir. O so setze übe, und mirs rechne zum durch dein Wort deine Gewinn, wenn ich je Gnadenwirkung fort, bis ein Friedensband knüpfen sie durch ein selig Ende herrkann; wenn meine Hand, lich sich an mir vollende. zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Gieb mir wahre Tag, der Erleuchtung Selbsterkenntniß, daß ich uns gebracht! Tag, den meine Fehlerseh; und durch uns unser Gott gemacht! demuthsvoll Bekenntniß mit Inbrunst sei von allen Gott um die Vergebung Zungen zu Gottes ewgem fleh. Mache täglich Ernst Preis befungen. Die Erde und Treu, sie zu bessern, war von Nacht umhüllt, in mir neu; zu dem Hei- mit Wahn und Götzenligungs- Geschäfte gieb mir dienst erfüllt. Du hast immer neue Kräfte. den dicken Finsterniſſen 8. Wenn der Anblick nach langer Nacht die meiner Sünden mein Ge- Erd entrissen! Gelobt ſei wissen niederschlägt; wenn Gott! Gelobt sei Gott! sich in mir Zweifel finden, 2. Tag! der du heitrer die mein Herz mit Zittern jetzt erscheinst, als da du hegt; wenn mein Aug in mit Gewittern einst den Nöthen weint, und Gott finstern Sinail bedecktest, nicht zu hören scheint: o das Volk durch Donnerstim106 143. Komm, heiliger Geist 2c. Von dem heiligen Geiste. 107 stimmen schrecktest; der du Geiste. Gelobt sei Gott! ein Segenstag jetzt bist; Gelobt sei Gott! du Segenstag, sei uns 5. Die theuren Segen gegrüßt! Wir jauchzen dauern fort. Gelobt sei dankbar dir entgegen. Für Gott! er gab sein Wort uns auch bist du reich an mit Schaaren von EvanSegen. Gelobt sei Gott! gelisten. Auf, rühme, Gelobt sei Gott! danke, Volk der Christen! verheißt, der Sohn vom Dir sendet, wie sein Wort und 3. Wie furchtbar hat mit Fluch und Tod uns Sünder das Gesetz be- Vater beider Geist; droht! Doch strahlt in dessen milde Gnadengaben deſto sanftrer Klarheit nun ſollst du in reicher Fülle Jesu Christi Gnad und haben. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! Wahrheit. Er, er hat das Gesetz erfüllt, die Schuld gebüßt, den Zorn gestillt, und ist zum Vater hingegangen, für uns viel Gaben zu empfangen. Ge lobt sei Gott! Gelobt sei Gott! 144. Fren dich sehr, o meine Seele ic. Geist vom Bater und vom Sohne! der du von unsers Gottes Throne unser Tröster bist, und hilfreich auf uns Schwa4. Lobsinget ihm, er che siehst; stehe du uns ist erhöht, sitzt auf dem mächtig bei, daß ich Gott Thron der Majestät, und ergeben sei; o so wird sieht auf uns mit Gnad mein Herz auf Erden schon hernieder; denn er gedenket ein Tempel Gottes werden. seiner Brüder und tauft 2. Laß auf jedem meiner sie, daß ihr blöder Mund Wege deine Weisheit mit der Gottheit hohen Frie- mir sein; wenn ich bange densbund die Welt zu Zweifel hege, deine Wahrlehren sich erdreiste, mit heit mich erfreun. Lente Feuer und mit heilgem fräftig meinen Sinn auf mein 108 Pfingst- Lieder. mein wahres Wohlsein langen, von dem Vater hin. Lehrst du mich, was zu empfangen. recht ist, wählen, werd ich 6. Stehe mir in allem nie mein Heil verfehlen. Leiden stets mit deinem 3. Heilige des Herzens Troste bei, daß ich auch Triebe, daß ich über alles alsdann mit Freuden Gottren meinen Gott und tes Führung folgsam sei. Vater liebe: daß mir nichts Gieb mir ein gelassen Herz. so wichtig sei, als in sei- Laß mich selbst in Todesner Huld zu stehen. Sei- Schmerz, bis zum frohen nen Namen zu erhöhn; Ueberwinden, deines Geiseinen Willen zu voll- stes Trost empfinden. bringen, müsse mir durch dich gelingen. 145. 4. Stärke mich, wenn Werde munter mein Gemüthe 2c. wo zur Sünde mein Ge- FFreude! und der WeisTrommer Herzen beste From müth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. heit reinstes Licht! Du erHab ich irgend mich ver- freuest uns im Leide, und irrt, o so strafe selbst mein verläßt im Kampf uns Herz, daß ich unter Reu nicht! Geist, der du die und Schmerz, mich vor Seel erhebst, fie erfüllft, Gott darüber beuge, und durchdringst, belebst, Frenmein Herz zur Bessrung den schenkest, Schmerzen neige. stillest: komm, daß du mich ganz erfülleft. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir 2. Edelster von allen Hilfe nöthig ist, zu dem Segen, die uns Gott in Gnadenstuhl zu treten. Christo gab: Du träufst Gieb, daß ich auf Jesum als ein milder Regen aus Christ als auf meinen des Himmels Schooß herMittler schau, und auf ihn ab. Du machst harte Herdie Hoffnung bau, Gnad zen weich, Wüsten auch um Gnad, auf mein Ver- an Früchten reich, und dein Von dem heiligen Geist. 109 dein reicher Trost erquik- 6. Ach! da wir dich oft fet, was der Drangsal betrüben, bleibst du doch Hitze drücket. im Lieben treu. Und die 3. Du bist ja die beste dich hinweggetrieben, suGabe, die mit Gottesfüll chest du bald selbst aufs erfüllt. Durch dich, wenn Neu. Wenn ich schnell ich dich nur habe, ist mein zum Zorne bin, gieb mir ganzer Wunsch gestillt. Deinen edlen Sinn, daß ich Gabe Gottes, fomm auf Fehler leicht vergebe, Feinmich! Ach, von dir ward de zu gewinnen strebe. ja auch ich, als dein Bad 7. Du, du machst mein mich neu geboren, schon Herz zufrieden, wenn mir zum Tempel auserkoren. andrer Trost gebricht. Bleib ich von dir ungeschieden, ei se fehlts an Trost mir nicht! Sei du nur mein Eigenthum; und stets will ich deinem Ruhm alle meine Triebe weihen, deiner mich vor Allem 4. Du kannst alle Herzen prüfen. Nichts schließt deinem Blick sich zu. Auch der Gottheit innre Tiefen forschest und ergründest du. Nun, so ist dir auch bekannt: schwach und blind sei mein Verstand. Ach! freuen. erleucht ihn, daß er sehe, und, was du ihn lehrst, verstehe. 8. Ich gelob es, ich entsage dem, was deinen Ruhm dir nimmt. Bis 5. Böses hasfest du, und aus Ende meiner Tage sei bleibest, reiner Geist, bei mein Herz bloß. dir beReinen nur; schaffst, die stimmt! Mache du selbst du erfüllst und treibest, meinen Geist frei von dem, erst zur neuen Kreatur. was Sünde heißt! Daß ich Heilige du selbst mich dir. mich nun ganz erneue, und Schaff ein reines Herz in mein Gott sich meiner mir, daß ich stets, was du freue. liebst, liebe, nie mit Vorsatz dich betrübe. 9. Leucht mir auf dem finstern Pfade, wenn nun meine 110 Pfingst- Lieder. meine Stunde kömmt. deines Trostes Licht! Ach, Mich erquicke deine Gna- nimm dich meiner an! Du de, wenn die Angst das hast in deinem Worte mir Herz beklemmt. Wenn selbst die enge Pforte des kein Trost mehr haften Lebens aufgethan. kann, ach, da nimm dich meiner an, ruf auch in des Todes Schmerzen: Vater! noch aus meinem Herzen. 146. 4. Du bist ein Geist der Liebe; willst nicht, daß Haß und Neid des Christen Herz betrübe, liebst Fried und Einigkeit. Laß allen Streit uns fliehn, uns Rach und Zorn verdammen; von deiner Liebe Flammen laß alle Herzen glühn! Von Gott will ich nicht lassen ze. Komm, und laß mich empfinden, Geist Gottes, deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und 5. Du hast in deinen Errettung schafft! Ent- Händen die ganze weite sündge meinen Sinn, daß Welt; kannst alle Herzen ich mit reinem Geiste dich wenden, wie dir es wohlehr und alles leiste, was gefällt. Der du die Liebe ich Gott schuldig bin. bist, verknüpf in allen Lan2. Du lehrest beten; den mit sanfter Liebe Banlehre mich, wie ich glau- den, was noch getrennet ist! bensvoll, daß mich der 6. Erhebe dich, und Vater höre, mich zu ihm steure den Kriegen, und nahen soll! Regierst du dein Blick, dein Blick voll mein Gebet, so werd ich Gnad erneure verheerter alle Gaben von dir zu Völker Glück! Friedsame hoffen haben, der Seuf- Bürger laß in sichern zer auch versteht. Hütten wohnen! Entferne 3. Du bist ein Geist von den Thronen List, der Freuden, und Trau- Schmeichelei und Haß. ren liebst du nicht: so leuchte mir im Leiden auch 7. Hilf allen Obrigkeiten, bau unsers Königs Thron Von dem heiligen Geiste. 111 Thron! Beglücke seine 147. Zeiten; sei selbst sein Schild und Lohn! Den Komm, heiliger Geist, Herr 2c. Alten gieb Verstand, GeHör ör unser Gebet, Geist lehrigkeit der Jugend, und des Herrn! Du hörst Gottesfurcht und Tugend der Menschen Flehen gern. schmück unser ganzes Land! Wir wollen unser Herz 8. Gieb zweifelnden dir geben: o lehre heilig Gemüthern den Glauben, uns leben! Rüst uns mit der erfreut; mit allen wah- Stärke, Muth und Kraft, ren Gütern auch wahre du, der das Gute in uns Dankbarkeit! Fern flieh schafft, daß hier nicht die von uns der Geist, der dir Lockungen der Sünden sich widersetzet, und das, uns, ChristiSchüler, überwas dich ergötzet, aus winden. Wir traun auf unserm Herzen reißt! dich, wir traun auf dich. 9. Gieb Freudigkeit und 2. Du heiliges Licht, Stärke zum Kampf im starker Hort! Laß uns der Glauben; gieb, des La- ewgen Wahrheit Wort sters Reich und Werke zu auf dieses Lebens Pfade hindern, Muth und Trieb! leiten, daß unsre Tritte. Hilfst reiten ritterlich; laß nicht gleiten. Treib fern jeden überwinden, daß kei- von uns des Irrthums ner je den Sünden zum Nacht, laß siegen seiner Dienst ergebe sich! Wahrheit Macht, daß Jesus Christ der ganzen Erde bekannt und angebetet werde. Ohilf dazu! O hilf dazu! 3. Laß, freudiger Geist, voll Vertraun in Noth auf deine Hilf uns schaun. Lehr uns, wenn wir zum 10. Richt unser ganzes Leben nach deinem Willen ein; damit wir, Gott er geben, selbst auf den Tod uns freun! Kommt dann der letzte Streit, so laß uns fröhlich sterben, mach uns zu Himmels Erben, gieb uns die Seligkeit. Vater treten, mit froher Zuver Pfingst- Lieder. Zuversicht beten. Mach Sündenschuld. Leit uns uns durch deine Kraft be auf ebner Bahn, hilf, daß reit zum Sterben und zur wir dein Wort hören, und Ewigkeit, daß wir mit thun nach deinen Lehren: frohem Muthe ringen, zu so ist es wohlgethan. dir durch Tod und Leben 4. Von oben her uns dringen. Erhöre uns! Er- sende den Geist, den edlen höre uns! Gaft, deß Kraft sich zu uns wende, wenn uns drückt Kreuzeslaſt; tröst uns in Todespein, mach ut euch, ihr Christen auf die Himmels- Thüre, alle, Gott schenkt uns uns mit einander führe seinen Sohn; lob ihn auch zur Himmelsfreude ein. drum mit Schalle, daß er vom Himmelsthron uns sendt den heilgen Geist, 148. Aus meines Herzens 2c. Freut 149. Komm, edler Pfingstgast 2c. der uns durchs Wort Erleuchte, Gott, und recht lehret, des Glaubens Licht vermehret, und uns auf Christum weist. heilge mich, und gieb mir deinen Geist, den Geist der Heiligung, der dich durch wahre Tugend preist; daß jede meiner Freuden stets schuldlos sei, daß ich dir treu und stand112 2. Er läsfet offenbaren Gott, unser höchster Hort, uns die wir unweis waren, tas himmelische Wort. Wie groß ist seine Güt! haft sei im Leiden. Nun können wir ihn 2. Den sanften Geist kennen, und unsern Vater der Menschlichkeit gieb mir, nennen, der uns allzeit o Gott, ins Herz, der gern behüt't. dem Fehlenden verzeiht, 3. Verleih, daß wir dich und gern des Bruders lieben, o Gott, von gro- Schmerz in Heiterkeit verßer Huld, aus Vorsatz wandelt, der fromm und nicht betrüben durch eigne gut mit frohem Muth stets men Von dem heiligen Geiste. 113 Sei menschenfreundlich han- lieben, und uns im wahren Glauben üben. uns gnädig! sei uns gnädig! delt. 150. Der heilge Geist vom Himmel 2c. Jun danket Gott dem Nun 2. O Herzens Tröster, heilgen Geist, der der Seele Heil. Gieb Kraft und Beistand uns uns an deiner Gnade verheißt zu edlen guten Theil, gieb Gottes Frieden Werken. Er woll uns uns ins Herz, und stärke ferner stärken, um auf der uns bei jedem Schmerz. Tugend Bahn zu wandeln Sei uns grädig! himmelan. Der, der im Himmel thront, Gott, 3. Wo du nicht selbſt bist mit deiner Kraft, die unser Gott belohnt für alles Gute in uns schafft, treuen Kampf. Kämpft mit Muth!:,: Ihr kämpfet um das höchste Gut.:,: da ist umsonst alle Müh und Fleiß. komm zu uns, deine Lieb uns beweis. Sei uns gnädig 151. Eigne Melodie. 4.O heiliger Geist, du edler Geist, stärkuns, wie Jeſus es verheißt; daß wir liches Feur, sei ewig in jedem Kampf bestchn heilig uns und theur! Hilf, und einst zur Seligkeit ein daß wir Christum herzlich gehn. Sei uns gaädig! heiliger Geiſt, du göttGott Vater, Sohn und Geist. Trinitatis- Lieder. 152. Eigne Melodie. Herr! o höchster Geist! dir, den die ganzeSchöpfung preist. In err! Gott! dich loben deiner Schöpfung Preiswir. Herr! Gott! wir gesang stimm auch der danken dir, lobsingen dir, Menschen froher Dank! Laut 114 Gott Vater, Sohn und Geist. Laut dringe mit der Engel uns den Weg zu Gott geChor heut unser feiernd lehrt. Zu seiner Rechten Lied empor: Heilig ist un sitzest du, mit deinem Vaser Gott! Heilig ist unser ter herrschest du. Auch uns Gott! Heilig ist unser läßt du im Grabe nicht; Gott, der ewig gute Gott. du kommst, du kommſt 2. Dort preisen wir zum Weltgericht. dich würdiger; hier stam- 4. Ja, deiner Zukunft meln wir von dir, o Herr! harren wir. So lange der Staub von Gott! wir noch wallen hier, set, O wer ermiß der Wesen Herr, dein Wort uns Licht Urqu, ihn, der ist und und Kraft an dieser unsrer wat und sein wird! Be- Pilgerschaft. Leit uns tet an! Viel hat er auch durch unsre Prüfungszeit in uns gethan. Er sandt den Weg zur frohen Ewiguns Christum; weit und keit; zur Ewigkeit, wo wir breit auf Erden preist die dich schaun, Erlöser, dich Christenheit dich, Vater, anbetend schaun. Sei gnäauf der Himmel Thron, dig uns, o treuer Gott! dich, Jesu Christ, des sei gnädig uns in aller Vaters Sohn, und dich, Noth! Gott! du bist Vao heist, dich, dessen Kraft ter uns; voll Huld trag in urs ein neues Leben unsre Schwächen mit Geschafft. duld! Erzeige dem, der 3. O Herr der Ehren, zu dir schreit, BarmherJesu Christ, du, dessen zigkeit, Barmherzigkeit! Herrschaft ewig ist, du Herr! Herr! auf dich verkamstauf Erdensündenrein, frauen wir, wir leben und um uns zum Himmel ein- wir sterben dir. Amen. juweihn. Du starbst für uns in Schmach und Noth. Doch siegend über Grab und Tod, hast du des Todes Macht zerstört und 153. Eigne Melodie. llein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade; er forget, daß Trinitatis- Lieder. daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit, sein Will ist unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden. 115 3. Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, sei nen Eingebornen, dich sandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler 154. Eigne Melodie. Gott der Bater, wohn uns bei und laß uns nicht verderben. Mach uns aller Sünden frei und hilf 2. Ja, Vater, wir er- uns selig sterben. Durch heben dich mit freudigem des Glaubens Licht und Gemüthe. Du herrschest Kraft laß uns auf dich unveränderlich mit Weis- vertrauen, auf deine Hülfe heit und mit Güte. Unend- bauen, bis wir dein Antlitz lich groß ist deine Macht schauen. Laß uns dein und stets geschieht, was sein ganz und gar, von du bedacht. Wohl uns, Herzen dir ergeben, dem daß du regierest. Laster widerstreben und Amen! hilf uns, unser wahrhaft christlich leben. Gott, hilf uns im Leben und im Tod. 2. Jesus Christus wohn uns bei 2c. zwischen uns und Gott, hilf wohne bei zc. 3. Heilger Geist, uns uns im Leben und im Tod, erbarm dich unser aller! 155. Eigne Melodie. 4. O heilger Geiſt, du Heiligteuch, ihr MenschenGeist von Gott! erleuchte, beffre, tröste, die Jesus zu begehn, blicket auf zu Christ durch seinen Tod Gott, ihr Sünder, blicket zum Dienst des Herrn er- auf zu jenen Höhn! Gott löste. Auf deinen Bei- und Gott und Gott heißt stand hoffen wir; verlaß Er; doch nur Ein Gott und uns nicht, so sind wir hier Ein Herr! drei Personen; und auch einst ewig selig. Gott der heißt Vater, H2 Sohn 116 Gott Vater, Sohn und Geist. Sohn und heilger Geist; sei durch Liebe Gott geewig, mächtig, gütig, weise, weiht, hoff auf ihn; fest den das ganze Weltall steht der Grund: Gott preise, unbegreiflich in dem hält ewig seinen Bund. Wesen, wie sein Wort Gott ist Vater dir in uns giebt zu lesen. Rüh- Freuden, Gott ist Vater met diesen großen Gott! dir in Leiden; Jesus hilft Heilig, heilig, heilig ist zum bessern Leben und unser Herrscher Zebaoth. sein Geist wird Kräfte ge2. Alles mußte durch ben. Rühmet diesen groihn werden, was dieß große ßen Gott! Heilig, heilig, Rund umschließt; dessen heilig ist unser Herrscher Fürsorg auch auf Erden Zebaoth. alles, was nur lebt, genießt. Er, der Vater, hat den Sohn, welcher herrscht auf seinem Chron, hergezeugt von Ewigkeit; Er, der Sohn, ist in der Zeit 156. Heiligt euch, ihr Menschenkinder zc. Betet, betet an im Staube unsern Gott, den Ewigen! Sei gesegnet, Chriwahrer Mensch für uns ge- stenglaube! Zu dem Unboren, hat erlöst, was aussprechlichen schwingst war verloren; und der du, Glaube, dich empor, Geist geht aus von Bei- stimmest in der Engel Chor, den, der uns tröstet in den in das Lied der Ewigkeit! Leiden. Rühmet diesen Ihm sei Lob und Dank ge= großen Gott! Heilig, hei weiht! Ihm den keine lig, heilig ist unser Herr- Sprache nennet, kein erscher Zebaoth. schaffner Geist ganz ken3. Nun, so schicke dich, net, und der überall doch o Seele, deines Gottes lebet, schaffet, wirket, wohldich zu freun; nur was thut,- gebet, alle Wesen ihm gefällt, das wähle, Preis und Dank! Heilig, Gott der ziehet zu dir ein! heilig, heilig ist Er, der Glaube sei dein Feierkleid, sein wird, war und ist. 2. Ihm, Trinitatis- Lieder. 117 2. 3hm, den göttliches vor dem Herrn zu wanErbarmen, heiße Menschen- diln, vor dem Allerheiligliebe drang, daß er Retter sten. Dieß, o Gott, geward uns Armen, bringt loben wir, Gott, Allheiihm, Menschen, frommen liger, vor dir. Dank! Er schuf unserm Geiste Licht, gab dem Herzen Zuversicht, auf des 157. Kyrie, Gott 2c. beffern Lebens Bahn fich Herr und Gott, o Bater dem Heiligen zu nahn; von Ewigkeit, groß lehrt uns Gottes Huld bist du durch Barmherzigerkennen, lehrte Gott uns keit: aller Dinge SchöpVater nennen, und hat fer und Beherrscher, erwillig selbst sein Leben für barm dich über uns! uns Menschen hingege- 2. Christe, Trost aller ben- der Erlöser, Got- Welt, zum Sündentilger tes Sohn. Engel bringt uns dargestellt! D Jesu, ihm Lobgesang! Menschen, Gottes Sohn, unser Retbringt ihm frommen Dank! ter, hoch auf der Gottheit Thron, herzlich flehen wir hinauf zu dir: erbarm dich über uns! 3. Werdet reines Herzens, strebet nach der Heiligung, und preist den, der euch mit Muth bele- 3. Herr und Gott, heilbet, preiset Gott, den ger Geist du, gieb uns heilgen Geist, ihn, der Kraft und Trost und Seealles Gute schafft, euch lenruh, daß wir einst durch beseelt mit Tugendkraft, den Tod mit Heldenmuth und den Weg zu jener entfliehn der Erde Noth. Welt euch mit Himmels- Erbarm dich über uns! licht erhellt. Kommt, gelobt mit Herz und Munde, in der Gott geweihten 158. Lobt Gott, lobt alle Gott zc. Stunde: schuldlos, fromm Mir preifen, Schöpfer, und gut zu handeln, heilig dich, wir beten an $ 3 und 118 Gott Vater, Sohn und Geist. und danken: dein ist die 3. Lob, Ehr und Preis Erde, Gott! Dein Reich sei Gott, dem Vater und hat keine Schranken; wohl- dem Sohne, und dem, der thätig ist dein Rath und beiden gleich im hohen weise deine Macht: wohl Himmels- Throne, dem uns, daß über uns dein Drei- Einigen Gott, als er Vaterauge wacht! im Anfang war, und ist 2. Gott, Vater! ewig und bleiben wird, jetzund soll dich unser Dank er- und immerdar. heben! Sohn Gottes, dir geweiht sei unser ganzes Leben! Leit uns, du Got160. Gelobet feist du, Jesu Christ 2. tes Geist; wir sind dein Dir o einger Gott, Anbetung, Preis und Ruhm! Preist Gott! er schuf und fluf er erhält seine wundervolle Welt. Du sprachst: da wurden, Herr, auch wir. Dir leben und dir sterben wir. Gelobt sei Gott! 159. Cigne Melodie. Mun un danket alle Gott, mit Herzen, Mund 2. Preist Jesum auch und Händen, der große in Ewigkeit! Er ward Dinge thut an uns und Mensch, starb in der Zeit. allen Enden, der uns von Erlöst, erlöst hast du uns Mutter- Leib und Kindes- dir. Dir leben und dir sterbeinen an unzählig viel zu ben wir. Gelobt sei Gott! gut und jetzo noch gethan. 3. Preist Gottes Geist! 2. Der ewig reiche Gott auf rechter Bahn führt er woll uns bei unserm Leben uns zur Tugend an. Geein immer fröhlich Herz weiht sind wir, Geist Gotund edlen Frieden geben, tes dir. Dir leben und und uns in seiner Gnad dir sterben wir. Gelobt erhalten fort und fort, und sei Gott! uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 4. Sing, Seele! Freudenthränen, fließt! Heilig Trinitatis- Lieder. 119 lig, heilig, heilig ist Gott, von unserm Geiste fern, unser Gott! Du Höch- mit Kraft ihn auszurüsten. ster, dir, dir leben und Du flößeft Muth im Leidir sterben wir. Gelobt den ein, hilfst uns getrost sei Gott! und siegreich sein im Streit mit unsern Lüsſten. Leit uns, stärk uns in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. 161. Wie schön leuchtet der 2. Dobsinget Gott! Dant, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet Rir glauben an den einweit und breit mit Weis- gen Gott, Schöpfer heit, Güt und Stärke. Himmels und der Erden. Singet, bringet frohe Lie- Er, unser Vater, unser der! Fallet nieder! Gott Gott, hieß uns seine Kinist herrlich, unaussprech- der werden. Er will uns lich groß und selig. auch stets ernähren, jedes 2. LobsingetGott! Dank, wahre Gut gewähren. Er Preis und Ruhm sei von erwog schon, eh wir wauns, deinem Eigenthum, ren, unsre Rettung in GeHerr Jesu, dir gesungen. fahren. Er ist's, der für Du Mittler zwischen uns uns sorgt und wacht, und und Gott, hast durch Ge- alles steht in seiner Macht. horsam bis zum Tod das 2. Wir glauben auch Leben uns errungen. Heil an Jesum Christ, Gottes uns! Heil uns schon auf Sohn, den Eingebornen, Erden! Selig werden einst den Herrn, der Mensch die Frommen! die durch geworden ist, den Erretter dich zum Vater kommen. der Verlornen. Er, er 3. Lobsinget Gott! Du achtete sein Leben nicht so Geist des Herrn, sei nie hoch, für uns zu geben. Er $ 4 162. Wir glauben all an einen Gott. a oder b. Gott, Vater, Sohn und Geist. Er, er lebt; herrscht, hoch bist; für mich geboren erhöhet in dem Reich, das und gestorb'n und aller nie vergehet; er läßt auch Welt das Heil erworb'n; uns im Grabe nicht, und erhalt mich, Herr, in diekommt dereinst zum Welt- sem Glauben! bis ichs begericht. komm ewig im Schauen. 3. Wir glauben an den 3. Ich glaub an den heilgen Geist, unsern gött- heilgen Geist, der aller lichen Regierer, den Jesus Blöden Tröster heißt, und Christus uns verheißt, sammelt ihm ein Kirch uns zum Beistand und und G'mein, zum Lob und zum Führer. Der in Trüb- Preis der Ehren sein. O fal seine Christen eilt mit heilger Geist! mein Herr Muth und Kraft zu rüsten; und Gott, verlaß mich der uns lehrt, Vergebung nicht in Noth und im Tod! 164. 120 finden und der Tugend Werth empfinden. Er flöfet uns im Todesschmerz des ewgen Lebens Trost ins Herz. Eigne Melodie. Wir glauben all an einen 163. Gott, Vater, Sohn, heiligen Geist; an Gott, den Herren Zebaoth, den die Schaar der Engel preist, der durch seine große Kraft Eigne Melodie. O Gott Vater! ich glaub an dich, daß du ha- alles wirket, thut und best erschaffen mich; hilf, schafft. daß ich solche Wohlthat 2. Wir glanben auch dein stets rühm und preis an Jesum Christ, Gottes in deiner Gmein; und und Marien Sohn, der möge dich recht Vater nen- von dem Himmel kommen nen, in Lieb und Leid herzlich bekennen. ist, und uns führt ins Himmelsthron, der uns 2. Ich glaub an dich, durch sein Blut und Tod Herr Jesu Christ. daß du hat erlöst aus aller Noth. mein Herr und Heiland 3. Wir glauben an den heil Trinitatis- Lieder. 121 heilgen Geist, der von fuhr zu der Hölle nieder, Beiden gehet aus, welcher stund auf vom Tode wieuns Trost und Beistand der, und zu vollenden seileist wider alle Furcht nen Lauf, fuhr er zum und Graus, Heilige Drei- Himmelsthron hinauf, von faltigkeit, sei gepreist zu da er kommen wird einaller Zeit! mal, daß er die Menschen richte all, die Lebenden und Todten. 2165. Eigne Melodie. 3d ch glaub an einen Gott 3. Ich glaub auch an allein, der alle Dinge, den heilgen Geist, der gleich groß und klein, den Him- ist wahrer Gott und heißt mel und die Erden, aus ein Lehrer unsrer Sinnen, Nichts hat lassen werden, der ewig ohn Beginnen, der auch mich selbst aus vom Vater und vom Sohn lauter Gnad zu seinem ausgeht, der den BetrübDienst erschaffen hat, mir ten hier beisteht, daß sie Leib und Seel gegeben, Vergebung finden all ihrer Sinn und Vernunft dar- Schuld und Sünden; ich neben, durch seine Weis- glaube, daß erhalten werd heit, Macht und Güt all eine allgemeine Kirch auf sein Geschöpfe er behüt: Erd, bei der stets bleib des Er ist mein Vater und Geistes Gab; ich glaub, mein Gott, der mir zu daß dieses Fleisch vom Grab Hilfe fommt in Noth, werd auferstehn zum Leben. mich schützet und ernähret. 2. Ich glaube auch an Jesum Christ, der Gott vom Bater ewig ist und der ein Mensch geboren, nen, dem Welt und daß ich nicht würd verlo- Himmel dienen! Laß auch ren, der mir seines Vaters durch uns auf Erden dein Huld erwarb, am Stamm Lob verbreitet werden! des Kreuzes für mich starb, 2. Du Vater! hast uns $ 5 Leben 166. Nun laßt uns Gott dem Herren zc. Gott, dem die Seraphi 122 Gott Vater, Sohn und Geist. Leben, Geist und Verstand 2. Wir beten dich als gegeben, um in der Schöp- Vater an. Sind wir gleich fung Werken des Schöp- vor dir Sünder, so nimmst fers Hand zu merken. du dich doch unsrer an, wie 3. Sohn! du läßt Heil Väter ihrer Kinder. Du uns finden und tilgest hast für uns aus großer Schuld und Sünden; du Huld selbst deinen Sohn tilgst der Welt zu Gute sie gegeben. Dein Herz, voll selbst mit deinem Blute. Güte und Geduld, verleih 4. Durch dich, Geist! uns Trost und Leben, daß hebt der Glaube sich mäch- wir dich kindlich fürchten. tig aus dem Staube, lernt 3. O Jesu, ewger GotWelt und Tod bekriegen, tessohn! du Heil, darauf und jauchzt von deinen wir hoffen. Durch dich Siegen. steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu befrein von Sünd und Lod, kamst du zu uns auf Erden. D laß uns, unser Herr und Gott! froh deines Segens werden, und dir im Glauben dienen. 4. O heilger Geist, du Herr, unser Gott! wer ist wahrer Gott! wehr in uns 5. Herr! neig auf schwache Lieder ein gnädig Ohr hernieder! Einst wollen wir dich oben im Ton der Engel loben. 167. Es woll uns Gott 2c. du das Glauhöchste Wesen; und doch ben an des Mittlers Tod hast du, an Gnade reich, hilf uns der Sünde sterben! uns dir zum Dienst er- Du giebst zum Guten Lust lesen. Gemeinschaft sollen und Kraft. Laß uns des wir mit dir, du Allerhöch- auch genießen! damit wir ster, haben. Mit deinem unsre Pilgrimschaft im Heil willst du uns hier und Glauben selig schließen. ewig einst begraben, du Wir wollen dir gern folQuelle alles Segens. gen. 5. Laß Trinitatis- Lieder. 5. Laß, Gott! uns dein umgiebt ein Licht, das ihn auf Erden schon als unsers vor uns verhüllet. Ihn Gottes freuen. Herr, segne fassen alle Himmel nicht, uns von deinem Thron, daß die seine Kraft erfüllet. Er wir vor dir gedeihen! Dein bleibet ewig, wie er war, ist das Reich, die Herrlich verborgen, und nur of teit. Dein wollen wir hier fenbar in seiner Werke leben; und du wirst nach Wundern. vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. 123 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Ver168. Es ist das Heil uns kommen ze. Der er Herr ist Gott, und stand und Kraft und feiner mehr. Frohlockt Stärke; seine Hand umihm alle Frommen. Wer spannet Erd und Himmel. ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? 5. 3st er nicht nah? Ist er nicht fern? Weiß Der Herr ist er nicht aller Wege? Wo groß! Sein Nam ist groß! ist die Nacht, da sich dem Er ist unendlich, gren- Herrn ein Mensch verzenlos in seinem ganzen bergen möge? Umsonst Wesen. hüllt ihr in Finsterniß, 2. Er ist und bleibet, was ihr beginnt; er siehts wie er ist. Wer strebet gewiß, er sieht es schon nicht vergebens, ihn aus- von ferne. zusprechen? Wer ermißt 6. Werschützt den Weltdie Dauer seines Lebens? bau ohne dich, o Herr, Wir Menschen sind von vor seinem Falle? Allgegestern her: eh noch die genwärtig breitet sich dein Erde war, war er, noch Segen über Alle. Du bist eher, als die Himmel. voll freundlichkeit und 3. Des Ewgen Thron Huld, barmherzig, gnädig 124 Auf das Johannisfest. dig, voll Geduld, ein Va- haft Freuden, Gott, die ter, ein Verschoner. Fülle. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, die Sonne. Wohl dem, werdet Gottes Lobgesang der deinen Willen thut! ihr, alle seine Heere! Der Denn du vergiltst mit Herr ist Gott, und keiner Wonne. Du hast Un- mehr. Wer ist ihm gleich? sterblichkeit allein, bist se- Wer ist, wie er, so herrlig, wirst es ewig sein, lich, so vollkommen? 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als Auf das Johannis- Fest. 169. Heut ist er geboren 2c. heit, so umstrahlt mit Gottes Licht, ging den Weg 3mme mmer sich bestreben, zu der Wahrheit ein Johanerfüllen seine Pflicht, nes, wankte nicht, fest fromm und gut zu leben, entschlossen, selbst sein bis das Auge sterbend bricht; dies nur ist nach Jesu Lehre wahre Weisheit, Tugend, ChristenEhre. Leben für die Pflicht zum Opfer hin zu geben. 4. Und vergebens drohte Marter, Bande, Blutgerüst; treu dem Pflichtgebote das Gebot des 2. Heil dir schon auf Ewgen ist- stirbt er, Erden, Freund der Wahr- stirbt mit edlem Muthe, heit und des Rechts, denn zeugt für Wahrheit selbst durch Tugend werden mit seinem Blute. Menschen göttlichen GeTugend, Segensschlechts. Unter aller Lei- fülle, du, o Ziel des höchden Bürde bleibt die Tu- sten Ruhms, du der Gottgend unsre höchste Würde. heit Wille, Geist des wah5. 3. So, in höhrer Klar- ren Christenthums, durch dich - Auf das Johannisfest. 125 dich kann der Mensch auf 170. Erden höhern Geistern Gottes ähnlich werden. Jesum lieb ich ewiglich zc. schön! doch nur unter Lei6. Tugend, unter Freu- Hochgelobt sei unser Gott, den dieses Lebens bist du der sein Volk besucht und liebet! Er erlöst aus den kann man deinen Ur- aller Noth, weil er uns sprung sehn, daß du von dem Himmel stammest und den Geist fürs Göttliche entflammest. den Heiland giebet. Unser Gott des Heils ist hier: Lobt, Erlöste, Gott mit mir! 7. Du, o höhre Sonne, 2. Was der Herr verstrahlst mit überirdschem heißen hat, hat er auch Schein, schaffst dem Geiste getreu erfüllet. Für die Wonne, weihst zu Gottes Thränen wird nun Rath, Himmel ein, du veredelst unser Kummer wird geunsre Freuden, du ver- stillet. Unsre Ketten sind edelst uns durch Schmerz entzwei; wir Gebundne und Leiden. sind nun frei! 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blu3. Gott hat an den men auf, aus dem Todes- Eid gedacht, den er Abrathale ringen wir zum Ziel ham geschworen; und den hinauf, wo in deinen lich- Friedens- Bund gemacht. tern Höhen wir die Wun- Wer ihn liebt, geht nicht der Gottes heller sehen. verloren. O, das ist Barm9. Heilge mein Bestre- herzigkeit! Danke, dank ben, gieb, o Gott, mir ihm Christenheit! Kraft und Muth, tugend4. Jesus macht vonFeinhaft zu leben, christlich den los, daß wir ohne weise, christlich gut, daß Furcht ihm dienen. Netmich weder Schmerz noch ter, deine Huld ist groß, Freude, noch der Tod von die der Welt und uns erwahrer Tugend scheide! schienen. Drum soll unser Leben 126 Auf das Johannisfest. Leben rein und dir wohl- hier auf Erden; du haft gefällig sein. mich, eh ich war, gefannt, 5. So besucht, durch sollt ich nicht dankbar werGottes Huld, unsder Aus- den? Ja, meine Brustfüllt gang aus der Höhe; macht Dank, mit Lust will ich uns frei von Sünd und daran gedenken und mich Schuld, vom Gesetzes dir gänzlich schenken. Fluch und Wehe, und ver3. Der Name, welchen treibt der Sünden Nacht. man mir gab, ist auf dein Gott sei Dank, der uns Buch geschrieben, o! laß bedacht! auch mich bis in mein Grab 6. Gläubig, froh und den Christen- Namen üben. unverzagt, scheun wir Wer nicht als Christ auch Todes- Schatten. eifrig ist, stets Jesu nachJesus tilgt, was uns noch zuahmen, entehrt des Chriplagt, Jesus lebt und sten Namen. keine stärkt die Matten. Wahrheit, Leben, Fried und Licht Freunden nicht. 4. Ein Zacharias preimangelt seinen set dich: ich folge dem Erempel. Dein guter Geist bereite mich zu deinem Ehrentempel. So stimm ich an, so gut ich kann! Dein Lob, das er besungen, sei auch auf unsern Zungen. 171. Was Gott thut, das ist wohlgeth. 2c. Gott! dem kein Ding un möglich ist im Himmet und auf Erden, der bald der Erde Schooß verschließt, bald fruchtbar lässet werden: der aller Welt 5. Gelobt seift du, Allgütiger, du hast dein Volk gehöret! O werde, Gott, du Segnender, von aller vor Augen stellt, es sei in Welt verehret. Wir sind deinem Namen nur lauter Ja und Amen. erlöst und auch getröst't. Was du vorlängst ver2. Auch mir gab deine sprochen, das hast du Baterhand mein Dasein nicht gebrochen. 6. Der Auf das Johannisfest. 127 6. Der Feinde Macht 8. Ist uns auch so viel ist nun gebeugt, weil der Herrlichkeit durch deinen Erretter kommen. Du hast Sohn erschienen: so mach Barmherzigkeit erzeigt und auch unser Herz bereit, ihm uns in Schutz genommen. lebenslang zu dienen. Kein Dein Bund und Eid ist ander Heil ist uns zu nun erneut: nicht Israel Theil; Vergebung unsrer alleine, die Heiden sind Sünden ist nur bei ihm auch deine. zu finden. 7. Die Finsterniß, die 9. Johannes ging vor uns betrübt, weicht nun- Jesu her; wir folgen Jesu mehr ganz zurücke. Der Schritten, und ob's auch Aufgang aus der Höhe durch die Wüste wär; laß giebt uns lauter Sonnen- uns doch, wie wir bitten, blicke. Der Friedensschluß dir bleiben treu ohn Hensetzt unsern Fuß aus chelei; bis wir in selgen allen Todesschatten, die Auen der Sonnen Aufuns umgeben hatten. gang schauen. Auf Marias Heimsuchung. 172. Du keusche Seele du ic. Voll holder Güte war--ganz nach Jesu Bil2. Gott! welch ein Mude, erfüllt mit sanfter ster ist von liebevoller Güte Milde, sie, die den Men- von sanftestem Gemüthe, schenfreund gebar. Laß, er, unser Lehrer, Jefus o Gott, uns Sanftmuth Christ. Christen, weilt an lieben, uns in Selbstbe- Jesu Bilde! Seht die herrschung üben! höchste Menschenmilde. 3. Wie sanft war nicht sein Herz, o Gott, wie san Anm. Wird dies Lied zu einer andern Zeit, als an die sem Festtage gefungen, so wird der erste Vers weggelaffen. Univ. Bibl. Giessen 128 YuipMtarias, Peimfiching. sanft und tille! Wie war inth ließen, uielbi des Batersille sein beherrschung übeningnud Wille& stetsime größten rol nschisi sid tabl Schmeng! Mochtens ausg of th1780 mmd sende ihnchaffen, standhaft 973 ha dangt ne somether blieber! und gelafsendi obsingt, fobfingt dem ¡ 4liieträgt er mit Herrnt frohlocket Gott Geduld die Schwächen sei voll Freuden! Den erist irer Lieben, und suchtdieihn unser Heilpin allen unsern betrüben proien ihmnn verfol Leidenen Er unsers Vated geit, vollers Huld zuter nimmt sicheniusrer mächtig leuchten, guj belehren, sie an; und große Dingelhat zu bessern, zu bekehrenin der Hernán uns gethou 2. Wie mächtig mit der 11o6. Erfieht sein Volk und weints Esteilt auf Herr! wie heilig, hoch zu Lasterwegen dem Unglück ehren von allen, die durch felbst entgegen: mit Mit ihn erlöst zu sein begeh leidsichts der Menschen- ren! Denn erlist gnädig, freund. Ach, er betet, wie ists durch Zeit und Ewigfür Freunde, sterbend noch keit, dem, welcher ihm für seine Feindebjong vertraut und seiner Huld 600 möge jeder Christ, sich freutssupos Ind stetsfolgsam deinen Lehren, sid 3 En steht don Fromdich Gesu, thätig ehren, men bei; er segnet seine der du die höchste Güte Freunde Die Stärke seibistni Mögen alle Men- nes Arms erfahren seine schenseelen, Jesu, dich zum Feinde.mpEr sieht den Muster wählennd fiszy Uebermuth, der Stolzen, juzz Wo wilden Leiden und sein Blick zerstreut sie, schaft noch stürmt, wo Zorn und entreißt Hoffärtigen noch glühetund Rachsucht; ihr Glück Gun Ing da entfliehet des Herzens ji 4 Er stößt Gewaltige Ruh des Geistes Kraft. herab von ihrer Höhe, daß, Laß, o Gottsuns: Sánft- wer erst niedrig war, an { ihrer Auf Marias Heimsuchung. ihrer Stätte stehe; giebt Hungrigen genug, und läßt die Reichen leer; Mein ganzes Herz erhebt denn wer herrscht so ge den Herrn und freut recht, wer gütiger, als er? sich seiner Macht! Sing 5. Daß er barmherzig ihm, mein Geist! Er hat sei, daß er erlösen wolle, an dich von Ewigkeit ge315040 starjou daß selbst der Sünder dacht. nicht verloren gehen solle, 2. Sein Vaterauge fah das ist sein Bund, mit herab auf meine Niedriguns von Ewigkeit ge- feit. Erzähle werdendes macht; und, o wie hat Geschlecht, sein Lob zu der Herr an seinen Bund aller Zeit! gedacht! 3. Denn groß ist Gott 6. Er sprach zu Abra- und stets geschieht, was ham: durch deinen Sa- er, der Höchste, spricht. men werde gesegnet einst O preiset dankbar unsern dein Volk, und jedes Gott! Ihn preisen ist Volk der Erde! Froh- uns Pflicht. lockt, und seht, wie Gott, 4. Und von Geschlechte was er verheißt, auch zu Geschlecht thut er den hält! Gesegnet ist sein Frommen wohl; erbarmt Bolt! Gesegnet ist die sich unser, seines Ruhms Welt! find Erd und Himmel voll. 7. Denn Jesus Chri- 5. Den Wüthrich stürzet stus kam, sein Sohn und er vom Thron in seines LaAbrah'ms Same, und sters Lauf, und setzt( ihn rettete die Welt. Gelobt preist das fromme Land) den sei Gottes Name! An- frommen Fürsten drauf. betung bringet ihm, bringt 6. Der Arme schreit zu Dank und Preis ihm seinem Gott, und hilfreich her! Denn Niemand ist höret er, und sättigt ihn mit so treu und so voll Huld, Ueberfluß, und läßt die Reichen leer. wie er. 7. Auf 129 196 197 174. Nun sich der Tag geendet hat xc. 130 Auf Maria's Heimsuchtung. 7. Auf ihn verläßt der Asche sing ihati Lob! Lob Fromme sich. Wer solltihm fing ihm die Naturbislg nicht vertraun? Erbarmend 929 Mein ganzes Herz wird er auf sein Volk, das erhebt den Herrn und frent ihn verehret, schaun! fich seiner Macht! Sing 8. Und er erfüllt den ihm mein Geift! Er hat großen Eid, den er den Vä- an dich von Ewigkeit ge tern schwur. Der Väter dacht. 16 S1 tistpils wholder zie je 190Ü rondi Auf das Michaelis-Fest.onl 175.2 betend an den Stufen des hohen Throns, um den Wachet auf, ruft uns die ic. Betet an, ihr Menschen, fie stehn. Soweit ver bringet dem Höchsten herrscht, so weit geht Ruhm und Preis! Lob- seine Herrlichkeit Gauchfinget Gott unserm Schö- zen alle. ,, Wer ist, wie pfer, betet an! Zahllos er," frohlockt ihr Heer, sind der Geister Schaaren, ,, wie Gott, der unserdie, ehe noch die Men- schaffen hat pwindr nisa schen waren, vor ihm schon3. Sie, die nicht beim standen und ihn sahn. tiefen Falle des ersten Ihr Heer, umstrahlt vom Sünders fielen, alle bollLicht, bedeckt das Ange- bringen einen Willen sicht vor dem Schöpfer. gern. Seht ihr Beispiel, Voll Preis und Dank folgt, ihr Frommen! Sie tönt ihr Gesang durch alle alle, heilig und vollkomHimmel Gottes hin. 75d men, gehorchen wonnevoll 2. Tausend sinds der dem Herrn. Sie thun, Millionen, die feiner Him- was er gebeut, und ihre mel Kreis bewohnen und Herrlichkeit iſt Gehorsam. seiner Größe Ruhm er- Sie weilen nie, er sende höhn. ,, Herrlich, herrlich ste, wohin sein Wink sie ist Gott!" rufen sie tief an- senden will. schun 4. Win prufu pak Michaeline Spite 181 do A. Winder gleich und deny mufgerichtet, von dem gleich demshengehauenn Gott is, und fei 49 Thran segmen, meng hebigen und, frafend, wie ansamirsten dany mit der Herz gebentiisfagern allen Engeln anagleich, den ich um eine Kinder und Engeln hr opgegang firdaynen das Heil der und unser Konk hout donn Sünder, und freun sich durch alle Himmel hin ihrer Seligkeit. Sie die176. and Der große Drehe zürnt 2c. nen, Jesu, dir, frohlocken laut, well wir hins buste Lehreen anser Dank Jobsingt dem Mächtigen, iden Lobgefang der Him- dem Gutigen und Weimehhier schon wiederhallt. sen! Lobsingetunjerm Gott, top. Mott, mait allen die- den Erd und Himmel preien Heeren Holly, wer hier sen! Shinder, die sheilig, wirde dich ehren, mit Allmacht, hält, der sinfi empig fich mit ihnen alles, alles weiheitspoll fye solk, erlöst durch und bliebepollo redierst, dein Erbarmen, Bydis ge- bringt, unssim chönfer thrychtarf, ihren Armen, Lob und auf dem Sob pestes perklärt und felig und Dayt gebühren fin! Bernehens ibe Men moim Erde predigt ishawk Hishi, wer dich zu dich umstrahlt mit FrühGott, befehry, wird am linghglanzhis uita Luff Sonbronsitleinem Reich, men, Wondenschem, Thou, deur Cngeln gleich, das Aut- Regen Blitz nud Bflanze; Nis sings Spiter, schauu. der Thiere Hoer und Fluß ettes, ut Berdeteilig, seld und Meer, und Berg und polttammenwie., Engel Thal und Shir und Abel Wald Chattest vatti mira tom- GHI The predigen und preien mit seinen, Engeln jen dich, anjer Hoft, den siericht nidaßt fie Mächtigen pen Gütigen jauchzen, daß wir alle, und Weiſes puis 32 3. Was CI 132 Ho- silonchise and Jule Auf das Michaelis- Fest. pit. Toto med rattisile 3. Was ist der Erden ball, Gotthagegen ster werde munter, mein Gemüthe 2. B nenheere? Ein Tropfen ist od moinol med er nur in großen Welten Höchster in deffen nſtande meere. In stiller Nacht im Rechte Byflucht, mit welcher Pracht ist dort Schirmtisrundia Sehattent der Himmel ausgespannt giebt; der das menschliche in ungemeßner Ferne! Es Geschlechte wie ein trener fingen Gottes Sonnenihm, Bater liebt? der in dieser es fingen ihm die Sterne. großen Welt alles, was 4. Ein höhres Lied er- er ichuf, erhält; a erhält, der, als tönt! Nicht bloßz von Men- Herr, uns in Gefahren ſchenzungen, in Engel- mächtig fann und wollt Chören wird dem Herrn bewahren. 1,57292e Joid Sergein Lied gesungen? Zu2. Biele tauſend Sternenklang töntihr Ge- phinen jauchzen und lobsang:" Lob, Ehr sei Gott singen dir. Dich zu loben, in der Höh, und Friede dir zu dienen, sind sie wilwohn auf Erden, und Heil lig für und für. Aber auch ench, Menschen, Brüdern, auf uns zu seyn, und this euch soll Himmelswonne Schwachenberzustehn, sind werden!" d ndoa te, pentdobu nwintest, wenn 5. O Menschen, stimmet fertig isbendeinen ein, noch drücken euch zwar gegenwärtig. Terdnks dun Mängel und Unvollkom- 18.7Gökt der Engel, Gott menheit, doch stimmt ins der Weltenda Achuwas Lied der Engel, Unsterb- find wir Menschen doch, liche! Gott in der Höh, daß wirlifo vieb por, dir Gott überall sei Ehr und geltenn wie hältst du Lob! Und Friede, wohn uns so hoch! Deine Engel auf Erden! Und Engeln dienen unsound sind ZenGottes soll der Mensch gen unsers Thuns. Laß uns durch Tugend ähnlich einst in ihren Chören ewig werden. dich im Himmel ehren. 178. 133 78. Meister, dem Vater der Natir, verelyret dich,& erfüllen fröhlockents deinen Willen Here! Leib suns duich auf dieser Spur. generen, in beütem Dienst the 6.- Ja, deine SeraphiNun ruhen alle Wälder 2c. 35 tis mig stnym se.. err! den in lauten Chöin der Menschen zunAuf das Michaelis- Fest. 1978- erlendhill and Tule Jethwicke, dichpreiseni auch tra She Schäären der Geister, Die da wavew, eh noch der Weensch das Licht erblickt. anub. Bil fprachst, da witછે. dhe une Subir men find Menschen auch zu dienen auf deinen Wink bereit. Gott! Taß fie uns also leben, daß infer umgeben und hilf uns Zen Weſen, unſichtbar, Wandel ſie erfrent. Außerleſen, unförperliche ou hold ubijk! jug: und rein. Gott! laß auch 7. Doch weh den Geiund reln. Gott! laß auch stern allen, die Herr diese Werke uns Zeugen dir gefallen und nun bervon Beiner Stätte und unerforschten Weisheit sein. worfen findins fell pun, ihr Elend lehren, von dir uns nie zu lehren, weil alles Heil in dir sich findt. Tiuß. Die Engel sind mit Kräften zu wichtigen Geafchäften für dich and uns perfehn 8 Und das wir hier auf Loßsung guch Erden noch oft verführet mit den Babenupie wir werden, den Lasterpfad zu nempfangen haben, dein Leb und Andrer Wohlerhöhn. Seiten uns wachen, beten, gehn: so thilfs auf allen Ito. Die dur in Prüfitngs- streiten, ind sterbend noch Stunden von ihnen treusalst Sieger stehnisde ( befundehn ſehn munadein dgn Heri dem die HimAngesichtio Hilficin den melschöre Anbetung, Lob Bibbe Zeiten uns guidemond Ehre im felgen Glanleil bereiten, hdas unsrerne weihn, loß unsern Geiſt Teen dein Wort verspricht. Ende geführt durch en uns refe felgen Gei- igre Hände, von dir mit efter Ybbsingen die dem ihnen selig sein. 33 hords B mi bid Auf f plic mar redig das jaist," sveformations e os sh NICHÜD 196 19a wd Honorys T wat nd Iommifit ut ett WIIL Bilders en onzen gule Fen Lin Ein feste Burg ist unser Gott ic. die ganze Welt die Seng THA viel 8 Menn Christus seine feit nicht Kirche Thutzt, ſo mag so die Solle withen, EL der Lot Aufen, Bas the igne veltibhit, Loft Alth zur Rechten Gottes sitzt, feinkohh#ets Childken! hat Macht, ihr zu gebieten. del ottel von Schl Er ist mit Buse nay, wenn Himmet fihaut wird ans er gebeut, stehts da! Er gewiß bedecken. Der Be Hau ſchnet, zu ſeinem Ruhm, Herr, unfer Gottfält liber mit Macht das Chriſten- fein Gebol, giebt uns Gu thum: mag doch die Hölle duld in geoth, wins getafe 1940, 90wolp1900s al und wüthen! und Muth im Tod, whe 102. Und mögen Mächtge will his denne erschrecken? uf dem Thron fich wider Tonigh180oft neffol Melodie indulded ugrad ( in feſte Bürg ſe dere ihn empören, und den Gele ſalbten, ſeinen Sohn, den Herrn der Welt, nicht eh ren: und schamen sich des Worts, des Hellands, un fers Horts; ift felbft fein Kreuz ihr the Spott! Staub find fie dor Gott, wie fehr frelsich empören! fer Gott, ein gute Wehr und Waffeny) erigueft deißs frer aus allereoth, bie uiszett hat betroffen Ber alt, böfe Feind mit Craft érsjetzt mettit" groß Macht und viel List sein gehajaln Ruſtilig ist, aus Erd iſt nicht seine greichend mod 3. Der Frevler mag die Wahrhell schmähn, was fann er sie nicht trauben. 2. Mieun[ ree Machtofft Der Unchrift mag ihr winichts gethan, wir sind gar derstehn, wir halten Feft batsberforenidoes streit am Glauben Geldur fet für uns der rechte Mann, Jesus Christ! wer hier den Gott hat felbst erkoren 9f3 And itions must re ren. Fragest du, wer der ist? Erheißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist tein andrer Gott, das Feld muß er behalten. Auf das Reformations- Fest. Rauno gid 3. Und wenn die Welt 135 Sünden reißt, sein Hilf allzeit leist, den Weg zum Himmel weist, der helf uns fröhlich. Amen. yall Teufel as lo miru ti 181. er wär war und wollt Der große Drache ürnt. uns gar verſchlingen; ſo fürchten wir uns nicht so 14 sehy, es soll uns doch gelingen. Der Fürste dieser Triumph! die Wahrheit stegt ihr Menschen, meine Brüder, es gelten Lobet Gott der 10. 13 Welt wie jaur er sich Menschheit Rechte wieder. stellt hut er uns doch Aus dunkfer Nacht strahlt nicht, das macht, er ist Sonnen- Pracht: da sinten gerichtzein Wörtlein kann Vorurtheil und Wohn ihn fällen. und Aberglaube nieder. Die Wahrheit fiegt! Lobt unsern Gott, ihr Menschen, meine Brüder. S SHA Das Wort sie sollen lassen stahu und fein Dank darzu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit 2. Tyrannen blickten seinem Geist und Gaben. stolz herab von ihren ChroNehmen sie( uns) den Leib, nen, und sahen Sklaven Guthr, Kind und knien, getäuschte Nationen. Weib, taß fahren dahin, Du mehr als Held, der fie habens kein Gewinn, eine Welt zertrümmert, das Reich muß uns doch Luther, edler Mann, du bleiben, ist nii, au haft des Irrthums Knechte 15 Preis, Ehr und Lob gelehrt, fich freier fühlen, dem höchsten Gott, dem haft erkämpft der WahrBater aller Guaden; der heit Rechte. uns ans Lieb gegeben hat 3. Doch, ach, Unduldsein'n Sohn für unsern samkeit schwang ihre blutSchaden: dem Tröster ge Fahne; und Menschen, heilgen Geist, der von Brüder 34 Gott! ge= führt 136 Auf das Neförinations Full. 90 Fithri yord volt Whhnzim dubht vergi bins mit Spott Wayne verfolgten sich, und Zweiselsucht Gefäheg und glaublen dich zu ehren, die feste Burg bleibt doch Gott der Liebe Gott! beseimbwird würdersid Allmächtiger, zerstöre des noch mehr bestudine din Irrthums Nacht, der Hölle 3. Wir wissen, daß( hit Wahn! Gott half, sollen glauben, odafßz unser gebt Golf die Ehre Heit nur Befus feit obch 4. Lobt Gott, denn er muß des Glattbens aft erweckt noch immer treue uns treibend Leben ohne Lehrer der Wahrheit, hei- Heuchelevi Herz, Mwnd liget fich thätige Berehrer: und That niuß übefein vor daß Hand in Hand, vom die gut evangelisch sein. Bruderband umschlungen, 194 Ach aber iachtin Menschen sich die Welt mussen klagenyodaß wir umwandeln in Gefilde der gar sehr verfallen sind. Seligkeit, durch Christus- Viel sind bei hellen Gnasinn, durch reine Men- den Tagen ünivissered und ſchenmilde. Inorse mit Vorsatz blindod Wie The Bid Ahit lisdidné talt und tanwieste du Bordslns geehrt? Wie thuigern wird 182. dein Wort gehört miss Du heiligstes und höch-! 5. Biel dichten ſich zwir stes Wesen! vollkont- eittenGlauben) derdoch wir menste Gerechtigkeit, Gbt! ihr Gehirierfillt/ weil sie du haft uns dir auserle- Nie vechte Frucht ihns ransen und von des Frrthums ben, stečaus den wahren Joch befreit! daß uns Glauben quillos fie bilden dein evangelisch Licht in fich, techt front zu sein geJesu alles Heil verspricht. täuscht von eittem Wahile, Wer weiß, wie nahe mir mein ic. 2. Duschenktest uns das ein. lurchello ni, ni Wort des Lebens inmeh- 6? Fà leider! wohl ein ro schon so manches Jahr. großer Haufe mißbraucht Der Feind der Wahrheit die Gnaden- Mittel sehr; man Auf das Meformation& Feste 061 mauDvitzt auf Macht mehta deinem Fichte glå Kinder BeichtOundnisseg und in der Wahrheit, gehi lägt dast Henz Wor Jesug und durch sa chthing He Leer so beir äßerwDienst Glaubensfrüchte zu der stehn, und Sicherheit hofft mon uen, Breije fertig en, diach Jauf, die; Pellgkeit. entzieh, uns um dein heit 19 9 möchte heiße res Licht, dein Wort, und Echränien emjeinen, wenn deine Gnade, nicht den mai des Berthums Folf 19 nod to ido? A vetta ficht! Ach Gott! wie susrt romd 83. thors dnenttien, sich die Deinen, Der Tapi bricht an und zeiget fiche. eszanskt annd streitet Glied Dobsingti denn Gotfes my 19011 mit Wiedn das Aergernißuld und Macht gertiimiht überhandz perbrei- trieb des Aberglaubens tet sich durch Stadt und Nacht; lobiingt, jein hei Land.nollnirsa st 10 lig Wort cutriß uns manches 3rrthums Finsterniß. Robsingt dem Herrn ond) Wenn da den Leuchder von uns stießest, wenn due das Evangelium, bei 2. Verdunkelt mar der msganz untergehen, lie- Wahrheit Licht, viel ChriBest; njan schlügst du uns, stenlehrer fahens nicht. dein Eigenthum, mit aller Aus Unterricht ward Glautiefster Finsterniß: ach! benszwang, in harte Sclafor perdienten wir gemiß. verei persank der Christen Redach wie fallen dir: Bolf. tisti zur Fußeschund suchen, in 3Doch Gott stand derthGnadenzeit mit seiner Stirche bei; da murwahreri Piew und Herzens den die Gewiney frei; da Bußer beindir, 18 Gott!, schwand des Aberglaubens Barmherzigkeitia wergieb Wahn: das hat, das hat in Jesu alle Schuld, be- der Herr gethan! Lobfingt halt uns noch in deiner dem Herrn and age Huldig inn med Bewahrt sein Wort! 10. Wir wollen stets in Verträglichkeit und Wahr35 heits 138 Auf das Neformations- Fest. Welt. heitslieb und Frömmig- auf einmal alle 3 teit Lodds 4gend sei der Laßt, Chriſten die Kirche Zier: so sieget sie; Lichts, uns freun, und Gott ist mit ihr! Gott Gott durch Thaten dankiſt mit ihr d ada bar sein Den Da 5. Zagt nicht, weil liebt ernie mronid ni jeder Wahrheit Licht nicht als as wi werth gleich durch alle Nebel 7. Lobsingt, lobsingt bricht; daß Spötter seine dem Herrn, und freut, Wahrheit schmähn; die ihr Christen, euch der Lehre Jesu wird bestehn, Ewigkeit! Der Ewigteit, fie ist von Gott. da wird allein Ein Birt HUN 9090 6. Seht Gottes Son- und Eine Heerde sein. ne: sie erhellt nicht gleich Lobsingt dem Herrn! 1097 Tundences 20 Auf das Ernte- Danffefſt.demischt zu Jahr. Ein jeder Gras halm lehret schuf die Welt; Gott lie bet dich, timp tar dun 3. Du sorgestis väter Dit, ir, dir, du Geber aller Gaben, dir, dir ge bühret aller Dank; du hörst das Schrein der licher Weise, Herr, für die jungen Raben, du hörft Menschen und fürs Viehz der Lerche Lobgefang: b du giebeft allem Fleische neig auch jetzt dein Ohr Speise, ndursforgsten und zu mir! Du förderst Dant: segnesto späts under frith. Auch selbst dem Sünder ich danke dirine I 102 153 1fodt totne theilest du mit Baterhuld viel Gutes zu, Tom 2. Die kleinste deiner Kreaturen macht deine 4. Der Erdkreis ist von Weisheit offenbar; man deiner Güte, von deiner fiehet deiner Liebe Spuren großen Güte voll; Herr, und deine Macht von Jahr unterweise mein Gemüthe, wie or moti ab 184. do alojar 997 Herr, wenn dich nur ic effet 139 there all towniz tu strößer Blatt, Zweig wie ich dir mitraig danken ETA UL. gieb, daß mein Bets dich freudig liebt, da mit ein Herz to freudig- giebt, GIFT and lufte treibet, ist ein Beweis von deiner Kraft; man sieht an seiner Früchte 5. Das Saattorn wird Last, daß du am Wohlin deinem Namen vom thum Freude haſt. Sämann in das Feld ge- ¹9., daß doch bei der treuf; du großer Schö- reichen Ernte, womit du pier, gabit dent. Samen, unser Herz erfreut, die da du inschaft, die Frucht ganze Welterkennen lernte, barkeit. Dn giebeft mit daß du reich an Erbarmen deur kühlen Than den Se seist. Erleucht uns, Bater, gen uns auf 8 auf Flur und Au, durch dein Licht, sonst sehn wir deine Wunder nicht. 6. Was dürr ist, feuchteft du mit Regen; was falt schein; dit theilft die Lobt Gott, ihr Christen wc. towy hote den Segon, zu Noch immer wechſeln ferm Besten weislich ein. ordentlich des Jahres Bei Wärme Kätte, Hit Zeiten ab. Früh strömt und Frost grünt, wächst und spät ergießet sich dein und teisetenfrer Rosts Segen, Gott, herab. sideBars ihlein Hovhste 2. Du öffnest deine mirt hefast. Des Winters milde Hand, o Vater, ge Schnee bebilit dhe Saat, unser Gott! Du segnest, Sie wenn der kalte Nord du erfüllst das Land mit wind wehet, ei Kleid zum deinen Gütern, Gott! Schutze nöthigt hat. Das 4. Nur deine Huld, o Frühjahe treibt den Halm Bater, schafft der Erde Im Sommer Fruchtbarkeit. Die Saat Jauthji Sie Schnittes Chor. geht auf durch deine Kraft, 1989 Dut machest, daß der blüht, reifet und gedeiht. Banim beleibet du gie 4 Von dir gesegnet, best Stämn und Westen giebt der Baum, wenn Jeempor. 141 Auft das Frute- Dantfest. Semand, Schatten, fucht dem Herden Ernte ihm unter seinen Zweigen dankbar sein.faßt, us aumon Exfrischung und den und mit ihm e eff ouch Frucht. He a neuern, daßt uns ihm, was 5. Wie fröhlich lächelt fransgah, weihua Hommt! jede Flur! Es fließt, sich laßt uns, seinen Ruhm immer gleich, der Frende erhöhy, Der Herr Aft Quell, und die Natur ist gut sein Soh it schön unterschöpflich reich. 2. Gieb, Baterinsk ani Wem strömt sie nicht, uns deine Liebe zu deiner von dir erfüllt, in tausend eignen Frend erfreut; dein Bächen zu? Wer ist so Segen mehr in uns die gut, so treu, so mild, so Triebe zur Demuth und päterlich wie due 8 zur Dankbarkeit, Du hast 17. Herr, ohne dich ver- uns gnädig Guts gethan, gingen wir, und wir per treib uns zur Pflicht des dientens auch, und dennoch Guten anjan ria sid leben wir in dir, beseelt 3. Gich denen herzdurch deinen Hauch. 8. Nicht einer mangelt deiner Huld: wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Vangmuth und Geduld verschonst du unser nicht! 199. Ach betet, Menschen, liches Erbarmen, die deine Hand mit Gütern füllt; damit ihr leberfluß der Armen Bekümmerniß und Hunger stillt Herr, der du aller Bater, bit gieb jedem, maß ihm nüßlich ift. 11917971 hetet an! Erwägts! und Thu fernerhin auch deuket nun: Was hat nicht deine Hände, die milden Mott an uns gethan? was Vaterhände auf Regier wird er nicht noch thun? und bessre his ans Ende Thin& nedod tjut, b S mein Herz und ganzen of en no186.1onsidre Lebenslauf mach in dem biskapt whs vereinigd meinen Kleinen wicht die trey, Dommt laßt uns bei daß ich um Größern den evollen Scheuern tüchtig se 140 ! Tottery 5. Bə Auf was Ernte- Dantfeff. sing? Belchite Siege Sturm und Bettevnen fhenktyn Gaben, und laß Untergang der Staten, fte, dtetun gedeihn. und doch sind sie gerathen. Pag, Gott, bon dent wit allegrog Haben inse ferner Blanes Segens freun. Vert Hüte Krieg und Hungers noth und gieb uns unser daglich Brot, dr. 187 7. Auf! preiset feine raffred us oder? eniod un Gnade, und wandelt seine nied the groupis Pfade, daß seine" Mils sid ami t Nun ic. last une Goff dem e. und Treue euch lebensCommit faßt uns Gott lang erfrene of the obflugen und Preis 8. Wir pflügen, sä'n wns Daur thur Beingen und ernten, o daß wir für feiner Ernte Gaben, dankbar lernten, ihm ähndie wir gesammelt haben. Lich, uns der Armen mit2. Der Herr hat uns leidig zu erbarmen, gegeben, was noth ist unferm Leben, zum frendigen Geniffe aus seinem Leber dst phund ramiod thoug bise 8 inremmin manie fluſſe. 11pnom rs 188. 191eful, gefu, meine Freude ze. err im Himmel, Gott 1963. Die Scheuern sind auf Erden, Herrscher boll Segen, beni er gab Than und Regen der Frucht, der wir uns freuen, Herr 19 Opfer darzulegent dieser ganzen Welt! Laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Fuße Schuß, Wachsthund und fällt für dentreichen Gesethen Jun ordine Erntesegen Dantkund on. Frohlottefeltter Milde, suf Anen und Ge- 2. Ach, wir habens nicht filde" fo. Peithlich wiederga- verdienet, daß du uns so ben, was wir gefäct haben. heimgesucht. Ob gleich Frohlbetet ihm, dem unser Feld gegrünet, war Erretter! Oft drohten des wahren Glaubens Frucht 1,750 T79 141 6. Mit freitsthem( Ge müthe bewundert Gottes Güte, die jeden Fleiß be Löhnet, die uns so trägt und schonets du Mon Hyi das Crnte Banffeft. Frucht doch bei Wenigen sich aller: Giott, mash& batt 341 inden; ach pergieb mit Bayegefallen, födus uns unfre Slindenki nich uch w Praffader 3. Bater, der duiaus milden egyden s uus Erbarmens böfero inder deine Hund beichert, auch doch gespeist, der du Reichen jp löhlich, anzulegen AGB und auch Armen deines der Fluch ihy night, pey Segens Kraft beweist; zehrt. Bleiben wir in ak sei gelobet, sei gepriesen, tena Sünden fann das daß du so viel Guts er Gute nicht verschwinden wiesen. dildoer 8. 142 4.Duhaft Sonnen- Pergnügte, Herzen; Stolz und Geiz fgh Jerpending schein und Regen uns 9. rechten Zeit geſchickt, und daß den Andant, nights ſo hat man allerwegen verscherzen.eun, wir neuen Sanien stremiste Felder voller Kornerblickt; Berg und Thäler, Tiefen, daß uns auch minstin haben, Höhen sahen wir im Se- usund Dürftige zu laben. gen stehen. Judi Hoe den Wort auch Felder relfrichte bringen, daß man Felder telf ferner, pørnten„ lankijob zur Ernte, ging die frohe wird man hier täglich fin Arbeit an, da man erst gen, daß du uns so wohl gerecht' tennen lernte, was than Sich auch Upch, Bel nach dem dein großer Arm gethan. Thränenjawen, GREYDENWerden bei des Segens 5. Als die TNL Menge doch die Schenern tasimen. fast zu enge. bigla tra do pidiän ria oid of bil It 3 enginte migd nad 6. Ach, wer der folche Güte dieregenug verdanken kann? Nimm odhoded89 ing Genue des reift, Chripien, mit 34friedenheit, preite Gatt, ein danthares Gemüthe den Hempz, der Cente, für die große Wohlthat daß dich nicht an. Billig muß dieß Rob Fruchtbarkeit pone and ge die Feld Mif das Ernte- Danifeft. 148 Fels entfernte. Noch fiets unveränderlich auf seinen erhält er feine Welt; was milden Segen." Allch ulihothig ist zum Leben, will ser Brot wirst du ans, euns alles geben! Gott, von Zeit zu Zeit 12. Es ist Geschenk aus gewähren, wenn wir dich Teiner Hand, was uns die kindlich ehren. isdispod Erde träget. So sehr 816. Wir beten demuthsauch Menschenfleiß das voll dich an, der alles Land mit Sorgfalt baut weislich füget; deß Vorund pfleger, kommt doch al- sicht niemals irren kann, lein von ihm Gedeihn. Nur deß Wohlthun niemals er, er läßt die Saaten trüget. Froh danken wir, blühn, reifen und gerathen. Erhalter dir, und preisen adg. Oft sehn wir froh deine Güte mit gnügsamen in Hoffnung schon der Gemüthe. nom ind of reichsten Ernt entgegen, bildo mon rollog 196ls? s und plötzlich ist er uns Bei sparsamer Ernte. entflohn, der uns gezeigte mi vi190) nodőć Segen. Gott nimmt und was Gott that, das ist wohlgeth. c. giebt wasthm beliebt, Mas Got thut, das iſt daß er, der Herr der Erde, wohlgethan, so denvon uns verehret werde. ten Gottes Kinder. Wenn 904003eigt auch gleich man nicht reichlich ernten nicht so fichtbar sich der kann, liebt er uns doch Reichthum seiner Gaben; nicht minder. Er zieht das so giebt er uns doch sicher- Herz, doch, himmelwärts, lich, so viel wir nöthig ob wir gleich oft auf Erhaben, ist stets bedacht, voll den beim Mangel traurig Gnad und Macht, die Sei werden. 9519 werden. Tour nen zu erhalten, die ihn nur laſſen walten. 1001 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan;" im Neh5. 36, Höchster, wir men und im Geben find verehren dich in allen dei- wir bei ihm stets wohl nen Wegen, und tranen daran, und können ruhig leben. 144 Auf das Ernte- Dantfeſt. leben. Er nimmt und giebt, des Glücks viel Frohsinn weil er uns liebt, oft führt haben. er uns durch Leiden zu 5. Was Gott thut, das edlen, bessern Freuden. ist wohlgethan. Das Feld 3. Was Gott thut, das mag traurig stehen; wir ist wohlgethan! Oft wird gehn getroft auf seiner der reichste Segen vernich- Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort vertet, eh man ernten kann, schafft uns Lebenstraft. daß man mit Schmerz ent- Er nennt uns Gottes Ergegen dem Mangel sieht; ben; wie können wir verund dieß geschieht, damit kein Glück der Erde zum derben? 6. Was Gott thut, das höchsten Gut uns werde. ist wohlgethan! Oda4. Was Gott thut, das rauf laßt uns bauen. ist wohlgethan; es geh Führt Gott uns auch auf nach seinem Willen. Läßt rauher Bahn, wir wollen sich es auch zum Mangel ihm vertrauen. Der gute an, weiß er ihn doch zu Gott wird unser Brot stillen. Obgleich das Feld zur Nothdurft uns benicht viel enthält, man scheeren, wenn wir ihn kann bei wenig Gaben fromm verehren. Auf die Aposteltage. 191. Romm, heiliger Geist, Herr ic. Du Erde lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und u haft Erleuchtung uns Götzendienst erfüllt; du gebracht, hast uns von hast allein den FinsterIrrthum frei gemacht, nissen nach langer Nacht drum werde dir von allen die Welt entriffen. Ge Zungen, o Jesu, Preis lobt sei Gott! Gelobt sei und Ruhm gesungen. Die Gott! 2. Singt Affidie Apostel Tages 145 undo InhbaJehlDank! 104g Der Hevr mit euch! er ward erhöht zur Herrk der Herr mit euch Ihr tasker indlákajestak Nun bauet ihmiseinmeites Reich; finkter selweit Schülern nun herrscht der Herr auch after dglebbi ihnen Se unter Heiden, und Völker gonszunun Geschäfte. Er ehren ihn mit Freuden. fendetden berheißten Geist Nun lernt die Welt, erder Schaarnder Zeugen, hellt und frei vom Joche Sterihn preisten Sie ster der Abgötterei, den lang bell fibh für seine Lehre, verkannten Schöpfer kendaß sich devi Erdkreis zu nen, und ihn durch Chriihm fehre. Gelobt sei stum Vater nennen. Gelobt Gott! Gelobt sei Gott! sei Gott! gelobt sei Gott! 3. Gefandt pon Jesi, 5. Auch uns hat dieses gehuſie gern, und sam Segens Kraft zut der be meln überall dem Herrn glückten Bürgerschaft in mis Feinden selbst, die sich Jesu großes Reich gefühempören, Bekenner, die ret. Wir preisen laut, von die Wahrheit lehren. Um Dank gerühret. Laß uns foust bestürmt sie Grimm des hohen Glücks zu freun, ulid Spott, fie fingen den des Segens, Vater, würnoch, stark( durch Gott, dig sein. Erhebe, die wir trots alles Drohens, alles dir vertrauen, einst unfern Spottes, und wirken große Glauben bis zumSchauen. Thaten Gottest! Gelobt Preis sei dem Herrn! sei Gott! gelobt sei Gott! Preis sei dem Herrn! rod Jhare it wi dun ndolll im Von Gott, mo + 90₂ ud deffenti Daseiniaind Vollkommenheit überhaupt. rolni od millo fnd Was hätt ich wider Furcht ibni spub92on noin und Gram für Waffen, peratiebhetseft, who haft eid wenn diese Welt kein Es ist ein Gotthler hat Werk zu ſeiner Ehre, auch mich erschaffen, wenn er nicht wäre? Kt 2. Dann ipni 146 Von Gott, 7. Ich weiß, woranf ich meine Wohlfahrt baue, 2. Dann würd ich unter mir das Thier be neiden. Ach! mir ver- wen ich verehre, wem ich siegte jeder Quell der findlich trane. Gott zit Freuden; und jeder Lust- gefallen, will ich mich nur ort würde mir auf Erden üben, will ihn nur lieben. zur Wüste werden. 3. Wär ich nicht elend? Wär ich nicht verloren? Ja, beffer wärs, ich wäre nie geboren, als nichts in grauenvollen Finsternissen von Gott zu wissen. 193. Hör liebe Seel, dir ruft der 2c. s lebtein Gott, der Menschen liebt; ich sehs, wohin ich blicke, am Nebel, der den Himmel trübt, 4. Dann würde mich so wie am Sonnenblicke. der Durst nach Glitck 2. An jeder dunkeln nur quälen und ich der Regennacht; wenn auch edlern Sehnsucht Ziel kein Stern mir leuchtet; verfehlen! Dann wäre am Monde, wenn er freundmir der Lüfte wild Ge- lich lacht und meinen Pfad tümmel mein Gott, mein erleuchtet. Himmel. 3. Ich sehs, wenn Don5. Flieht, fästernde Ge- nerwolken glühn und Berg danken! Ihr beflecket von und Wald bewegen. Ich Ferne schon die Seele, die sehs, wenn sie vorüber ihr schmecket. Flieht! nur ziehn, am sanften lieben der finstre, blinde Wahn der Regen. Thoren hat euch geboren. 4. Nicht nur wenn 6. Ich weiß, daß Gott Frühlingslüfte wehn durch ist, weiß, an wen ich Laub und junge Blüthe; glaube, wer mir den Geist nicht nur wenn reife Saagab, wer den Leib vom ten stehn; seh ich des Staube so kunstvoll schuf, Schöpfers Güte: mir schenket, was mir nüBet, mich täglich schützet. 5. Ich seh ste auch, wenn tiefer Schnee die starre dessen Dasein und Vollkommenheit überhaupt. 147 starre Flur bedecket; und zeuget, großer Gott, von brausend von des Himmels dir. Höh der Nord den Wandrer schrecket. 4. Deine starke Schöpfershand füllt das Meer 6. Ich sah sie heiter und trängt das Land. Vor oft im Glück in tausend, dir schweigt, gebeutst du tausend Freuden; auch ihm, jedes Sturmes Unficht sie mein bethränter gestüm. Blick in kleinen, kurzen Leiden. 5. Meine Seele freue fich! Gott, wie offenbarst 7. Es lebt ein Gott, du dich! Drück es tief in der Menschen liebt; ich meinen Sinn, was dut sehs, wohin ich blicke. Seis, bist, und was ich bin. daß sich auch der Himmel trübt; es dient zu meinem Glücke. 195. Wie 194. Eigne Melodie. Erfülle redlich deine Pflicht zc. ie könnt ich zweifeln, daß du bist! Gott! Ewiger! der ganze WeltHimmel, Erde, Luft und bau ist ein Zeuge deines Meer, aller Welten Lebens. Zu sichtbar ists, zahllosHeer jauchzen Gott, daß Güt und Macht mit dem Schöpfer, zu; meine Weisheit ihn hervorge Seele, sing auch du! bracht. Nichts, nichts ist hier vergebens. 2. 2. Ihn erhebt das Sonnenlicht, wenn es durch die Wolken bricht; ihn erhebt, bei stiller Nacht, auch der Sterne Lauf und Pracht. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh ich hohe Ordnung die entzückt im Großen und im Kleinen; ich seh, und ganz 3. Seht, wie er das erstaunt seh ich, wie der Land beglückt und mit Geschöpfe Heere sich zu reichem Segen schmückt. einem Ziel vereinen. Jede Pflanze, jedes Thier 3. Eins muß dem an2 dern 148 Von Gott, dern nützlich sein, auf daß Zufriedenheit, nach Geisich alle ihres Daseins stesfreiheit, Tugend, Sefreun, die sich empfinden ligkeit, wird sicher nun können. Und wie? doch gestillet, wenn nur zu dir wäre die Natur und ihre mein Geist sich hält und weise Ordnung nur des nicht die eitle Lust der Zufalls Werk zu nennen? Welt hier mein Gemüth 4. Nein, wahrlich, nicht erfüllet. von ungefähr entstanden 8. Drum soll es stets Himmel, Sonne, Erd und mir Frende sein, dir, guMeer; so konnte nichts ter Gott, mein ganzes entſtehen. Du sprachst Herz zu weihn, zur Ehre ein Wort: da ward, was dir zu leben. Du wirst ist; und einzig darum, mir dann in jeder Noth weil du bist, ist alles, hier reichen Trost, und was wir sehen. einst im Tod des Him5. Du bists, der die mels Wonne geben. geschaffne Welt mit Allmacht und mit Güte noch erhält, mit Weisheit sie regieret. Du bist es, der nach weisem Rath auch uns auf unsers Lebens 196. Seele, was ist Schönres wohl ic. Gott, wie schön ist deine Welt! Herrlich ist die Pracht, die von Höhen, Pfad mit Vaterliebeführet. Thal und Feld mir ent6. O wohl mir, Höch- gegen lacht! Kein Ungester, daß du bist, und fähr, spräche jeder Heide diese Welt von dir er hier, Göttermilde sehen schaffen ist! Nun ist ge- wir rings um uns her. wiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner 2. Und dieß hohe Wohlgefühl hätten Heiden nur? Ganz des blinden ZuWünsche Ziel nun nicht fallsSpiel wäre dieNatur? vergeblich streben. Schweigt, lästerer! Lieber wollt ich Heide fein, 7. Mein Sehnen nach dessen Dasein und Vollkommenheit überhaupt. 149 sein, als mich deiner nicht Gott, mich Brüdern nützerfreun, du Herrlicher! lich sein, das wird mehr 3. Ueberall find ich noch dich erfreun als LobVerstand, seh ich Zweck gesang. und Plan; bei der Milb im Moos, im Sand treff ich Wunder an. Laß, Thor, den Spott! Regen, Sonnenschein und Luft, Gras und Baum und Erde los! Gott, frei vont Staude ruft: es ist ein Gott! allen Schranken, ist unaussprechlich groß; kommt wohnt Angesichte! in einem 4. Schöpfer, ich em- Menschen, und Lobsingt pfinde dich! Jeder frohe vor seinem Sinn, Herz und Seele Gott reißen mich zur Anbetung Lichte, zu dem kein Auge hin! Nimm hin den Dank! Vater, wie beglückt bin ich! Ewig, ewig preis ich dich mit Lobgesang. dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher Verstand darf sich mit 5. Schöpfer, aus dem ihm vergleichen. Wer hat dunkeln Nichts riefst du ihn ganz erkannt? Macht mich hervor! Dankbar euch von ihm kein Bild! blick ich, Quell des Lichts, Wer kann den Höchsten nun zu dir empor; Heil sehen? ob er gleich alle mir! du bist, und durch Höhen und jede Tief erdeine Huld nur ward ich ein Wesen edler Art, das denkt und schließt. füllt. 197. Aus meines Herzens 2c. chwingt, heilige Gedanken, euch von der BR 3. Die Sonn in hoher Ferne mag strahlenreicher 6. Meine Geisteskraft glühn; glänzt heller noch, ist Bild, schwaches Bild ihr Sterne! was seid ihr von dir; frei zu denken, gegen ihn? Ihr seid in weise, mild, ziemet denn eurer Pracht, womit auch mir. Laß lebenslang, der Herr euch schmücket, K 3 womit Von Gott, 150 womit ihr uns entzücket, bloß Schimmer seiner Macht. 198. Wachet auf, ruft uns die zc. uns 4. Wie sollen wir dich niederfallen, erstaunen, nennen, Beherrscher aller rühmen, daß uns allen der Welt? Was wissen wir? Herr anbetungswürdig ist. Wir kennen kaum, was Sagt, ihr Engel, fagt, ihr ins Auge fällt. Der Wei- Frommen: Gott, Schösen Scharfsinn steigt nie pfer, Herr, du bist vollkomzur Natur der Geister: men, du warst, du bleihier staunt der flügste best, der du bist! Noch ch Meister bewundrungsvoll der Himmel war, den deiund schweigt. ne Macht gebar, ch die 5. Groß bist du, Gott Erde, warst du, ihr Herr, der Götter! bist unbe- und herrlicher, als dich, greiflich groß! Der From- wer endlich ist, sich denkt. men Schutz und Netter; 2. Alles, was er schafan Gnade grenzenlos; die fen wollte, was nach der allerhöchste Kraft; ganz Schöpfung werden sollte, Weisheit, Güte, Leben. sah er in seiner MöglichAuf! laßt uns ihn er feit, sahs, als obs erheben! Er ist, der alles schaffen wäre, sah jede schafft. Welt, fah ihre Heere und jeden Geist, den er erfreut. 6. 3m Geiste bet ihn, Allwissend war der Herr! Seele, und in der Wahr- Allmächtig war der Herr! heit an. Zieb ich des Gut und heilig! und die Herrn Befehle, wie glück- Natur verkündigt nur, was lich bin ich dann! Er hat Er vor allen Welten war. Unsterblichkeit und Selig- 3. Er erschuf, uns zu keit und Leben; das alles beglücken, euch, Erd und wird er geben dem, der Himmel! euch zu schmülsich ganz ihm weiht. ken, floß über euch sein Licht dessen Dasein und Vollkommenheit überhaupt. 151 Licht herab. Ihnen sich dem Herrn, ihm, unferm zu offenbaren, erschuf er Gott! Ihm, der sein Geister; zahllos waren die, wird! Im Heiligthum denen er die Welten gab. erschallt sein Ruhm schon Er herrscht in seinem Reich jetzt, und künftig noch noch immer selbst sich gleich, weit mehr. unaussprechlich! Wo ist ein Gott, wie unser Gott, der alles schuf und noch erhält? 199. herr, wie du willst, so schicks mit 2c. enn ich, o Schöpfer, deine Macht, die WeisW 4. Alles, alles muß den Willen des Allge- heit deiner Wege, die waltigen erfüllen; was er Liebe, die für alle wacht, verordnet, das besteht. anbetend überlege: so weiß Seine Wege sind voll- ich von Bewundrung voll kommen. Er schützt, be- nicht, wie ich dich erheben glückt und liebt die From soll, mein Gott, mein Herr men, und wer ihm trotzen und Vater! will, vergeht. Er hält in 2. Mein Auge sieht, woEwigkeit, was er verheißt; hin es blickt, die Wunund dränt nicht vergebens. der deiner Werke. Der Bebt, Sünder, bebt! Der Himmel, prächtig ausgeHerr Herr lebt. Gerechte, schmückt, preist dich, du jauchzt! Der Herr Herr Gott der Stärke! Wer lebt! hat die Sonn an ihm erHöht? Wer kleidet fie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 5. Ewig lebt er! Sünder bebet! Ihr Frommen freut euch, denn er lebet und ist euch Vater im Ge- 3. Wer mißt dem Winde richt! Dunkel sind noch seinen Lauf? Wer heißt seine Pfade; einst aber die Himmel regnen? Wer Heiligkeit und Gnade, und schließt den Schooß der Eralle seine Thaten Licht! den auf, mit Vorrath uns Lobsingt, lobsinget Gott, zu segnen? Gott, der Macht 4 152 Jund Von Gott, Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht 200. Eigne Melodie. ſo weit, so weit die Wol- Gott ist mein Lied! Er ist ten reichen. der der 4. Dich predigt Son- Groß ist sein Nam und nenschein und Sturm, dich groß sind seine Werke, preist der Sand am Meere. und alle Himmel sein Bringt, ruft auch der Gebiet. geringste Wurm, bringt 2. Er will und sprichts: meinem Schöpfer Ehre! so sind und leben Welten; Mich, ruft der Baum in und er gebent: so fallen seiner Pracht, mich, ruft durch sein Schelten die die Saat, hat Gott ge- Himmel wieder in ihr macht; bringt unserm Nichts. Schöpfer Ehre! 3. Licht ist sein Kleid, 5. Der Mensch, ein Leib, und seine Wahl das Beste. den deine Hand so wun- Er herrscht als Gott, und derbar bereitet; der Mensch, seines Thrones Veste ist ein Geist, den sein Ver- Wahrheit und Gerechtigstand, dich zu erkennen, keit. leitet; der Mensch, der 4. Unendlich reich, ein Schöpfung Ruhm und Meer von Seligkeiten, Preis, ist sich ein täg- ohn Anfang Gott, und licher Beweis von deiner Gott in ewgen Zeiten! Güt und Größe. Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist! erhebe seinen 5. Was ist und war Namen! Gott, unser Va- im Himmel, Erd und ter, sei gepreist, und alle Meere, das tennet Gott, Welt sag Amen, und alle und seiner Werke Heere Welt fürcht ihren Herrn sind ewig vor ihm offenund hoff auf ihn und dien bar. ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe, er schafft, dessen Dasein und Vollkommenheit überhaupt. 153 schafft, was ich vor oder gel, ihr feid sein Poblied nachmals thue, und er er- und sein Psalm! forschet mich und dich. 13. Du tränkst das 7. Er ist dir nah, du sikest oder stehest; wenn du ans Meer, wenn du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen WilEr weiß, wie oft ich Gu- len: sollt ich mein Herz tes thu und fehle, und eilt nicht mit dem Troste stil mir gnädig beizustehn. len, daß deine Hand mein Leben hält? 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; 15. 3ft Gott mein schrieb auf sein Buch, wie Schutz; will Gott mein lang ich leben sollte, da Retter werden; so frag ich ich noch unbereitet war. nicht nach Himmel und 10. Nichts, nichts ist nach Erden, und biete mein, das Gott nicht selbst der Hölle Trutz. angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer fann die Gott der Einige. 201. Hör, liebe Seel, dir ruft der ic. Es ist doch nur ein einger Gott im Himmel und Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast wer- auf Erden. Nur sein allden lassen, verkündigt mächtiges Gebot hieß Erd seines Schöpfers Macht. und Himmel werden. 12. Der kleinste Halm 2. Was er erschuf, das ist deiner Weisheit Spie- kann allein durch seine gel. Du, Luft und Meer, Kraft bestehen; will er, ihr Auen, Thal und Hü- die Welt soll nicht mehr K 5 sein, 154 Gott, sein, so muß die Welt ohne Schranken, von vergehen. Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie 3. Mit Allgewalt und staunt bei dem Gedanken Majestät ist er nur Welt- mein ganzer Geist bewunvegierer; ist über alles hoch drungsvoll. Ich weiß nicht, erhöht und unsers Lebens wie ichs fassen soll; du Führer. bist und bleibest ewig. 4. Groß ist sein Name; 2. Noch ward von keimit der That kann er es ner Sonne Licht durch auch beweisen. Herr, groß deine Welt verbreitet! an Huld, au Macht und die Himmel jauchzten dir Rath, wer sollte dich nicht noch nicht, durch dich noch preisen? nicht bereitet; noch war 5. Dir nur gebühret das Trockne nicht; kein Preis und Ehr. Wo ist Meer strömt an der je deines Gleichen; mur Berge Gründe her; du du bist Gott, sonst keiner aber warst schon ewig. mehr; sollt ich von dir 3. Ja, du bist ewig, denn weichen? stirbest nie, bleibst im6. Nein, ewig bleibst mer meiner Seele der du mir allein der Herr, an starke Fels, den ich für dem ich hange; und ewig sie zur sichern Zuflucht solls kein andrer sein, von wähle. Denn deine Gnad dem ich Heil verlange. und Wahrheit ist ſo 7. Mein ganzes Leben ewig, als du selber bist. weih ich dir, du Gott, auf Heil mir, daß ich dir den ich traue, bis ich dich traue! cinst noch mehr, als hier, in deiner Größe schaue. Gott der Ewige. 202. 4. Mein Leib ist sterblich, nicht mein Geist; den will ich dir vertrauen; dein Wort, das Wahrheit ist, verheißt, er soll dein Antlitz Erhaben über Welt und schauen. Auch ruht mein Es ist das Heil uns kommen 2c. Zeit, lebst du, Gott, Leib nur kurze Zeit; am Ernte der Ewige. 155 Erntetag der Ewigkeit du bist. Was durch dich wirst du ihn auferwecken. geschaffen ist, stand in dei5. O wohl mir, wenn ner Wahl allein; aber du, ich nun schon hier nach du mußtest sein. ewgen Gütern strebe, und 4. Niemals wirst du dir, o Ewiger, nur dir ganz erkannt. Wo ist irzum Wohlgefallen lebe. gend ein Verstand, der zu Dann hab ich auch an deinem Licht sich nahn, deideinem Heil mit allen ne Jahre zählen kann? Frommen ewig Theil, und jauchze dir auf immer. 5. Unsre Zeit, der kurze Traum, flieht dahin; wir 6. Olehre mich hier merkens kaum. Du allein, in der Zeit, die du mir du Herr der Zeit, haft noch wirst schenken, der und giebst Unsterblichkeit. seligen Unsterblichkeit mit 6. Wem nur Weltlust allem Ernst gedenken. Sie wohlgefällt, weh ihm! Es sei mein Trost, mein höch- vergeht die Welt. stes Gut, sie stärke mich wer sich deiner frent, bleibt mit Kraft und Muth, ge- wie du in Ewigkeit. recht vor dir zu leben. Aber 204. 203. Dir, dir, Jehova, will ich zc. Ach was ist doch unser Leben 2c. Gh noch die strahlenreiche wiger, wie selig ist, wer Sonne, eh Himmel, an dich glaubt! Denn Erde, Luft und Meer entdu bist groß und gut, un- stand, und hohe, nie gewandelbar, unsre Zuflucht fühlte Wonne der erste immerdar. Mensch beim Blick auf 2. Wenn ich auf zum dich empfand: warst du Himmel schau, welch ein schon, Gott, das, was du wundervoller Bau! Doch jetzt auch bist, der höchste besteht er nur durch dich Geist, deß Dasein ewig und verändert täglich sich. ist. 3. Du nur bleibest, wie 2. Du konntest nicht, wie 156 Gott, der Allmächtige. wie wir, entstehen, warst immer Gott und wirst es immer sein; auch wenn 205. Nun lobe, meine Seele zc. die Himmel felbft ver- Kommt, kommt, den Herrn gehen, wenn Welten einst zu preisen, der groß von den schnellsten Einsturz Nath ist, groß von That! dräun, so bleibst du frei den Mächtigen, den Weivom Wechsel jeder Zeit, sen, der keinen seines Gleiunwandelbar durch alle chen hat! Der Herr thut Ewigkeit. große Werke; wer hindert seine Kraft, wer seines 3. Welch Glück, daß Armes Stärke, die alles ich dich Vater nenne und Gute schafft? Er dehnet deiner Vaterliebe mich gleich Gezelten die weiten darf freun; daß ich ein Himmel aus; er spricht, beßres Leben fenne, und so gehen Welten aus weiß, auch ich einst soll ihrem Nichts heraus. unsterblich sein, wenn ich dir treu, wenn ich mit frommem Sinn ein wahrer Christ, ein Freund der Tugend bin. 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft 4. Du wirst auch mein den Ungewittern: das Meer Gott immer bleiben, mich wird ungestüm, und alle ewig segnen, ewig mich Himmel zittern, die Erde erfreun; wenn meine bebt vor ihm. Er will, und Blieder gleich zerstäuben, Blitze zünden Gebirg an, so bleib ich doch auch dann sie vergehn. Er spricht und noch immer dein; ich bin ruft den Winden: schnell getrost, mein Geist er wird sein Himmel schön. zittert nicht vor Tod und Grab, vor Zukunft und Gericht. 3. Er, er gebeut den Wellen: hieher! nicht weiter! legt euch hie! Er legt in Gott, der Allmächtige. 157 in Felsen Quellen; sie rie- 2. Durchflög ich gleich seln und versiegen nie. Er dein weites Reich, und füllt auch Wüsteneien mit sähe deine letzte Sonne seinen Wundern an, heißt glänzen; so fäh ich dort Thiere da sich freuen, wo doch nicht den Ort, wo kein Mensch wohnen kann. du nicht wärst, nicht deiWer kann die Sterne füh- ner Allmacht Grenzen. ren? wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren? zerstören und erneun? 3. Was du erschufst, was du jetzt rufst und rufen wirst, wer kann das 4. Herr! dein ist alle alles zählen? Doch wollStärke, und alle Hilfe, test du noch mehr dazu Gott, ist dein! das prei- erschaffen, würd es dir an sen deine Werke, die deiner Kraft nicht fehlen. Kraft allein sich freun. 4. So lange fließt ihr Wir auch erfreun uns Quell, und ist doch nicht ihrer, ihr Lob sei unsre erschöpft, und wird es auch Pflicht! O Vater, o Re- nie werden. Sprich nur gierer! wen hält, wen ein Wort: so fließt er schützt sie nicht! Du lebst, fort in neuen Himmeln du wirkst in allen: dir, und auf neuen Erden. dir vertrauen wir! Erhalter, wer kann fallen, getragen, Herr, von dir? 206. Jesu Christ, dein Krippelein c. Gott, grenzenlos, un denkbar groß, der Urquell aller Kraft, ist deine Stärke. Schon sehn wir hier so viel von ihr, doch 5. Doch deine Kraft, o Gott, erschafft nur, was du willst; denn du bist gut und weise! Das lehre mich, damit ich dich für alles, was du thust, mit Ehrfurcht preiſe. Gott, der Allweise. 207. Aus meines Herzens Grunde 2c. ſehn wir kaum den Anfang Jch, den du schufft, ich bist 158 Gott, bist allein von Ewigkeit 5. Wer rief, uns zu höchst weise und wirst es umgeben, der Luft, die ewig sein. Laß immer alles trägt? Durch sie hat meinen Geist in allen Alles Leben, wird Alles deinen Werken auf deine stets bewegt. Da samWeisheit merken, die auch meln Dünste sich, und der Engel preist. werden Thau und Regen, 2. Wohin mein Auge und Fruchtbarkeit und Seblicket, ist Ordnung, Kunst gen für Pflanzen, Thier und Pracht, und jeden und mich. Sinn entzücket, Herr, 6. Wer hat sie so bedeine weise Macht. Sie reitet, daß sie den Blizz schaffet, fte erhält, zum gebiert? daß sie den Wind Segnen und Ergößzen, verbreitet, den Schall zum nach herrlichen Gesetzen, Ohre führt; den leichten den Bau der großen Welt. Vogel hebt, den schnellen 3. Du schufst das Heer Fisch zum Schwimmen der Sterne und gabst der und unsres MundesStimSonne Kraft, daß fie aus men zu deinem Ruhm großer Ferne uns Licht belebt? und Leben schafft. Es un- 7. Wer gründete die terstützt sie nicht; in uner- Erde auf unsichtbarem meffnen Weiten ihr Wohl- Grund? Hob, daß sie thun zu verbreiten, bleibt fruchtbar werde, fie aus fie der Quell des Lichts. der Wasser Schlund? goß 4. Wer hält im Gleich- Ströme aus? wer bricht gewichte so vieler Körper die Wasser, wenn sie Kraft? Wer füllt die schwellen, spricht zu des Welt mit Lichte? Nur du, Meeres Wellen: bis hierder Alles schafft! Du her, weiter nicht! thust's, di sorgst, daß sie 8. Wer schafft das Laub einander nie erreichen, von der Wälder? Wer ruft ihrer Bahn nie weichen, das Gras hervor; befruchaus ihrem Kreise nie. tet unsre Felder, thürmt Berge der Allweise. 159 Berge hoch empor? Wer den Zusammenhang durch schmückt sie überall? Wer den du sie verbindest, und macht die Feuerschlünde; Welt auf Welten grünlegt in der Tiefe Gründe dest? die Steine, das Metall? 3. Wer weiß, wie du 9. Herr! deine Weis der Sonne Flug und ihre heit schmücket, bereitet Strahlen leitest, wie du und erhält, und segnet des Mondes stillen Zug und beglücket die lebens- und seine Bahn bereitest, volle Welt. Dich rühme die Erde um die Sonne mein Gefang! Ich singe führst und aller Sterne dir und preise dich, Gott; Lauf regierst, wie Blüthen denn du bist weise. O sich erneuen, und keim bringt ihm alle Dank! und Frucht gedeihen? 208. 4. Von Stuf auf Stufe bildest du der Thiere lange Ermuntre dich, mein schwacher. Reihen, und allen fließt Wer kann, o Gott, wie dein Segen zu, daß alle groß du bist, ganz den- sich erfreuen. Sie samfen, ganz empfinden? Kann meln gern mit froher das, was deine Weisheit Müh, du nährest and du ist, begreifen und ergrün- sättigst sie, läßt auch für den? Wem wird sie je ent- sie die Saaten reif werden hüllet sein? Wer dringt und gerathen. in ihre Tiefen ein, sieht 5. Wer hätte diefe hier nicht Dunkelheiten des Stufenbahn, so gut wie Forschers Glück begleiten? du gewähfet? Wer hätte 2. Wer kann den Plan, das, was du gethan, des nach dem du schufft, im Mittels nicht verfehlet, Ganzen übersehen? Wer das allen Wesen Ueberfluß, kann, was du zum Da- und stets erneuerten Gesein rufst, wie es entstand, nuß aus deiner Hand verstehen? Wer kennet aller gewähret, und ihr GeKräfte Gang? Wer kennet schlecht vermehret. 6. Wos Gott, 6. Wohin mein for- überlassen, und wenn mir schend Auge sieht, in Thie- Hülf und Nath gebricht, ren, Bäumen, Pflanzen die frohe Hoffnung fassen: fließt immer alles Glied an Du werdest stets mein Glied, ist Ordnung in dem Helfer sein, durch deine Ganzen; zielt hier Ver- Hoffnung mich erfreun, lust, zielt dort Gewinn aufs und, wenn mich Leiden allgemeine Beste hin, ward, drücken, mich sicher doch was ein Theil entbehret, beglücken. dem nützlichern gewähret. 7. Wer weiß, wenn er noch mehr Verstand, als Mensch und Engel hätte, weiß, wie sich Kraft mit Kraft verband, wie in der Wesen Kette sich Glied an Glied zusammenfügt, les, was nur werden kann, kein Hinderniß die Kraft als stünd es da, durchbesiegt, die Thätigkeit und schauend an. Leben dem Erdenstaub gegeben? 2. Du dringest sicher und gewiß durch aller 8. Das, was, o Gott, Nächte Finsterniß; siehst dein Rath beschließt, muß, Alles offen und enthüllt; du willst es, geschehen, nichts durch ein trüglich und was uns unerforsch Schattenbild. lich ist, hast du vorher- 3. Eh noch die Werke gesehen; du weißt durch deiner Hand der Engel deine große Kraft, die Alles pries, der Mensch emkann und Alles schafft, der Menschen freies Denken zu deinem Zweck zu lenken. pfand: da zähltest du den Sand am Meer und aller Himmel zahllos Heer. 4. Vom Aufgang bis 9. Dir will ich dann, voll zum Niedergang, der WelZuversicht, mein Schicksal ten Schwung, der Sonnen 160 Gott, der Allwissende, und Allgegenwärtige. 209. Erhalt uns, Herr, bei deinem 2. Der du allein unendlich bist, du kennest alles, Gott, was ist; siehst al der Allwissende und Allgegenwärtige. 161 nen Gang und jede Stille, jeden Sturm, und, wie den Engel, auch den Wurm; 10. Mein Herz gedenke stets an dich, und sage: Gott erforschet mich, sieht wo ich wandle oder ruh; sieht, was ich auch im Finstern thu. 5. Bis auf den Staub herab, was webt, zum Les ben aufstrebt, fühlt und 11. Gieb Stärke, so zu lebt; was höher noch sich wandeln, mir, als ging heben kann, schaust du von deinen Höhen an. ich ins Gericht vor dir; dann jauchz ich, denn mein 6. 3a! dir ist alles Gang ist Licht; Gett offenbar, was du zum kennt mich, Gott verwirft Dasein riefst, was war, mich nicht. was werden soll, und was besteht, was einstürzt, hinwelkt und vergeht. 7. Auch mich, und was ich denk und thu, Allwissender, das schauest du, den keine Täuschung trügen kann, als Richter und Vergelter an. 210. O Gott, du frommer Gott ze. 8. Ich beb und den Herr! du erforschest mich, noch freu ich mich, All- dir bin ich unverborwissender, auch über dich, gen; du kennst mein gandaß du mich siehst, und zes Thun und alle meine fiehst dabei, wie dürftig Sorgen; was meine Seele deiner Huld ich sei. denkt, was dir bereits 9. O! du, der alles bekannt, eh der Gedanke sieht und weiß, Anbetung noch in meiner Seel entsei dir, Dank und Preis, stand. daß du, dem nichts verborgen ist, mein Vater, 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, was du, Freund und Führer bist. o Herr, nicht wissest. Du L schaf12. Dann komme selbst des Todes Nacht! ich fürchte nichts; dein Auge wacht; dann, dann frohlock ich über dich: Gott kennet und versorget mich! 162 Gott, schaffest, was ich thu; du 6. Gh ich geboren ordnest, du beschließzest, ward, war ich von dir was mir begegnen soll. umgeben, von dir gebildet, Erstaunt seh ich auf dich; Gott, von dir geführt ins wie groß ist dein Ver- Leben, bestimmt zur Sestand, wie wunderbar für ligkeit, ein Wunder deimich! ner Macht; so väterlich 3. Wohin, wohin soll hast du schon da an mich ich vor deinem Geiste flie- gedacht. hen? In welcher Nacht 7. Du kanntest mein kann ich mich deinem Aug Gebein, du zähltest meine entziehen? Führ ich zum Tage, bestimmtest, eh ich Himmel auf, so bist du, war, ihr Glück und ihre Höchster, da. Führ ich Plage; dein Auge sah zur Tief hinab, auch hier mich schon, eh ich bereibist du mir nah. tet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 4. Eilt ich, dir zu entfliehn, vom Abend bis zum Morgen, selbst an dem 8. Was für Erkenntfernsten Meer blieb ich dir nisse, für köstliche Genicht verborgen; auch da danken! unzählbar sind sie umschlösse mich doch deine mir! denn sie sind ohne Allmachtshand; denn du Schranken. Mit Ehrbist überall, und dein ist furcht will ich stets auf jedes Land. dich, mein Schöpfer, fehn, 5. Wollt ich in Fin- dir folgen und dein Lob, sterniß mich deinem Aug so gut ich kann, erhöhn? entziehen, so sucht ich doch 9. Erforsche mich, mein umsonst auch da dir zu Gott, und prüfe, wie ichs entfliehen; denn auch die meine: ob ich rechtschafFinsterniß ist vor dir fen bin, wie ichs von helles Licht; die Nacht Außen scheine. Sieh, ob glänzt wie der Tag vor mein Fuß vielleicht auf deinem Angesicht. falschem Wege geht; und leite der Allwissende und Allgegenwärtige. 163 211. Nun lobe, meine Seele zc. 3. Wie könnt ihr denn, Verbrecher! dem, der so nah euch ist, entgehn? könnt wähnen: er, der Rächer werd eiter finstres er HerristindenHöhen, Werk nicht sehn? Eh noch auch in den Tiefen ist Gedanken werden, von der Herr; wo Menschen ferne fieht er sie; und alle zu ihm flehen, wo ihn Nächt auf Erden verhüldie Engel schaun, ist er; len euch ihm nie. Wähnt ist, wo ich in Gedanken nicht, daß ers nicht wisse. mich denken mag, mir Mit seinem Schreckenfüllt nah; ist frei von allen er selbst die Finsternisse, Schranken, in jedem Rau- in welche ihr euch hüllt. me da; umfaßt mit ſeinen 4. Doch ist er nah Händen die Welten, und auch denen, die willig thun, umspannt an allen ihren was er gebot; hört sie, Enden, was je durch ihn zählt ihre Thränen, erentstand. scheint, verscheucht, was leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. 11 2. Allgegenwärtigschau- ihnen droht. Sagt Fromet sein allumfassend Aug me: mir zur Rechten, zur umher, und wer nur ihm Linken, hier ist Gott! in vertrauet, den decket, den meines Kummers Nächverforget er; hört das Ge- ten, und wo ich seufz, ist schrei der Raben, hat für Gott! Wo keinen Freund die ganze Welt, hat für ich habe, wo Niemand den Wurm selbst Gaben, hilft: ist Gott! Im Tound Schmuct für Thal deskampf! im Grabe, und und Feld. Zagt nicht! überall ist Gott!" für uns zu sorgen, fehlt ihm nicht Rath und Macht, 212. ihm, der, wiewohl verMachs mit mir. Gott nach 20. borgen, uns nah ist, uns Nie bistdn, Höchster, von bewacht. uns fern; du wirkst an 22 allen 164 Gott, allen Enden. Wo ich nur ter, zählest du die Thräbin, Herr aller Herrn! nen, die ich weine; du bin ich in deinen Händen. siehst und wägest meinen Ich leb und athme nur Schmerz, und stärkst mit durch dich; denn deine deinem Trost mein Herz. Rechte schützet mich. 6. O drück, Allgegen2. Auch was ich denke wärtiger, dieß tief in kennest du, du prüfest meine Seele; daß, wo meine Seele; du siehst es, ich bin, nur dich, o Herr, wann ich Gutes thu; du mein Herz zur Zuflucht siehst es, wann ich fehle. wähle; daß ich dein heiNichts, nichts kann dei- lig Auge scheu und dir nem Aug entfliehn, und zu dienen eifrig sei. nichts mich deiner Hand 7. Laß überall gewiſsenentziehn. haft nach deinem Wort 3. Wenn ich in stiller mich handeln: und stärke Einsamkeit mein Herz an mich mit deiner Kraft, vor dich ergebe, und über dei dir getrost zu wandeln. ne Huld erfreut, lobsin- Herr, du bist um mich; gend dich erhebe: so hörst o verleih, daß mir dieß du es, und stehst mir bei, Trost und Warnung sei. daß ich dir immer trener ſei. Gott, der Heilige und Gerechte. 213. Freu dich sehr, o meine Seele. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böſe That vor aller Welt verhehlet: so weißt du sie, und sirafest mich zu meiner Besirung väterlich. Gott, vor desfen Ange sichte nur ein reiner Wandel gilt; feiner kommt zu deinem Lichte, wer nicht dein Gesetz erfüllt. Hei5. Auch meine Bitten lig und gerecht bist du, und hörest du, daß Hilfe mir du rufft uns allen zu: erscheine, voll Mitleid, Ba- Ich bin heilig; heilig werde jeder der Heilige und Gerechte. 5. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz 2. Ganz unsträflich, geweiht; unsers Wandels ganz vollkommen warst du, größte Zierde sei des Herder du nimmer irrst, und zens Heiligkeit. Mach auch ewig ganz vollkom- uns deinem Bilde gleich! men, ganz unsträflich blei- denn zu deinem Himmelben wirst. Was dein Wille reich wirst du, Herr, nur wählt und thut, ist unta- die erheben, die im Slaudelhaft und gut, und un- ben heilig leben. sträflich sind die Werke deiner Weisheit, deiner Stärke. 214. 165 jeder Mensch schon auf der Erde! Wie soll ich dich, mein ott 2c. Daß Gott unsträflich iſt, 3. Herr, du willst, daß deß freue sich jeder, wer deine Kinder deinem Bilde erleuchtet ist und liebeRecht ähnlich sein. Nie besteht und Pflicht, und weihe ihm, vor dir der Sünder, denn was erdenketundbeschließt! du bist vollkommen rein. Er thue Gutes nicht zum Du bist nur der From- Schein; auch reines Hermen Freund, Uebelthätern zens müfs er sein. bist du Feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was dein Rath uns 2. Der du nur Wahrheit bist und Güte, o laß mich schuldlos, laß mich rein, von ganzem Herzen und Gemüthe mich aller zugedacht. deiner Rechte freun! Gott, Schaffe in uns reine Her- laß mich heilig sein, wie zen, tödt in uns derSünden du, gieb du mir selber Macht! denn was sind wir, Kraft dazu. Gott vor dir! wie so leicht ach! fallen wir! Und wer kann, wer kann es zählen, guter Gott, wie oft wir fehlen? 3. Ich will der Sünde Reize fliehen, und dir mich ganz zum Dienste weihn. Es sei mein eifrigstes Bes mühen, Gott, deines Him£ 3 mels 166 Gott, mels werth zu sein. Dieß 4. Oft strafst du hier wirke du, der alles schafft, den Sünder schon für seiin mir durch deines Gei- ne bösen Thaten, und lässtes Kraft. 215. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir ic. sest ihn in Schimpf und Hohn, in Angst und Noth gerathen; hat er die Sünoder: Wo Gott, der Herr, nicht z. de nicht gescheut, hat ihn Gott, du bist heilig und ihr falscher Reiz erfreut, gerecht in allen deinen so fühlt er ihre Leiden. Wegen. Du frönst das 5. Doch blos zu ihrer menschliche Geschlecht zwar Besserung strafft du, o gern mit deinem Segen, Gott, die Sünder, und doch dringst du auch auf züchtigst auch zur HeiliFrömmigkeit, weil die nur gung nur deine schwachen zur Zufriedenheit und ew- Kinder. Wohl dem, der gem Glück uns leitet. sich noch bessern lernt, sich 2. Drum willst du auch, von dem Sündenpfad entdaß in der Welt ein Jeder fernt und deiner Zucht die Gesetze, die deine gehorchet. Weisheit festgestellt, ver- 6. Weh aber dem, der ehre stets und schätze. Wer in der Zeit nicht deine davon weicht, der weicht Wahrheit höret; dein ernzugleich von seinem Glück; stes Strafgericht nicht in deinem Reich ist nur schent, und nicht zu dir der Fromme selig. sich kehret! Wie schrecklich 3. Es klagt uns das ist dereinst sein Theil! Gewissen an, wenn wir wenn du den Frommen dirwiderstreben; straftuns, volles Heil in jener Welt wenn wir nicht Recht ge- wirst geben. than, straft unser böses 7. Herr, dieß bezeugt Leben: da flieht die Ruh dein wahres Wort. Du aus unsrer Brust, und kannst umsonst nicht dräuauf die schnöde Sünden- en. O hilf uns, daß wir luft folgt eine bittre Reue. immerfort den Weg der Sün der Heilige und Gerechte. 167 Sünde scheuen. Nimm Seelenruh, die Tugend, unsrer dich erbarmend an, liebst, o Gott, auch du, und leit uns auf der Tu- und willst sie einst belohgend Bahn, daß jeder se- nen: der Fromme, der lig werde. dich treu verehrt, dich liebt und deine Stimme hört, soll ewig bei dir wohnen; er ist, als Christ, dir ergeben, neues Leben, Heil und Freuden hofft er sicher nach den Leiden. 4. Laß mich, wie du, kleinsten Flecken. Du, das Böse scheun, wie du sicher vor des Blendwerks ein Freund des Guten sein, Schein, wirst, was du gern fromm und heilig lesonst warst, immer sein, ben, ganz mit Gedanken, stets, daß dus bist, ent- Trieb und That, wie es decken, ewig, heilig, ganz dein Wort befohlen hat, der Vater und Berather nach wahrer Tugend stre deiner Kinder, und der ben; laß mich eifrig und Richter aller Sünder. mit Freuden stets vermei216. Wie schön leuchtet der zc. Dich, Gott, täuſcht Wahn und Irrthum nicht, dir glänzt der Wahrheit helles Licht, frei von dem 217. 2. Du strafft den, der den jedes Laster, immer das Laster liebt, der sei- werd es mir verhaßter. nen Lüsten sich ergiebt, Gott, der Allgütige. nicht deine Warnung höret; als seiner Leidenschaften Knecht, sich wieder Wahrheit, Tugend, Recht, sich wider dich empöret; der ein Mensch, den sie der hier sich dir nie ganz nicht rührt? der mit verhärs weihet, nie sich scheuet, tetem Gemüthe den Dank fern vom Glauben, deiner erstickt, der ihm gebührt? Huld sich zu berauben. Nein, seine Liebe zu er 3. Die Quelle wahrer messen, sei ewig meine 24 größte Cigne Melodie. ie groß ist des Allmächtgen Güte! 3ft Gott, größte Pflicht. Der Herr schrieben, sein Wort behat mein noch nie verges stärkt ihn ewiglich: Gott sen; vergiß, mein Herz, soll ich über alles lieben, auch seiner nicht. und meinen Nächsten so 2. Wer hat mich wun- wie mich. derbar bereitet? Der Gott, 5. Dieß ist mein Dank; der meiner nicht bedarf. dieß ist sein Wille, ich soll Wer hat mit Langmuth ganz Liebe sein, wie er. mich geleitet? Er, dessen So lang ich dieß Gebot Rath ich oft verwarf, erfülle, stell ich sein BildWer stärkt den Frieden im niß in mir her. Lebt seine Gewissen? wer giebt dem Lieb in meiner Seele, so Geiste neue Kraft? wer treibt sie mich zu jeder läßt mich so viel Glück ge- Pflicht; und ob ich schon nießen? ists nicht sein aus Schwachheit fehle, Arm, der Alles schafft? herrscht doch in mir die Sünde nicht. 168 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem 6. Gott, laß deine du erschaffen bist; wo du, Güt und Liebe mir immermit Herrlichkeit umgeben, dar vor Augen sein! sie Gott ewig sehn wirst, wie stärk in mir die guten er ist. Du hast ein Recht Triebe, mein ganzes Lezu diesen Frenden; durch ben dir zu weihn; sie Gottes Güte sind sie dein. tröste mich zur Zeit der Sieh, darum mußte Chri- Schmerzen, sie leite mich stus leiden, damit du könn- zur Zeit des Glücks; und teft felig sein. fie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren? und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz ge218. Run lobe, meine Seele zc. Gott! du bist die Liebe; uns wohlzuthun iſt 169 der Allgütige. ist deine Lust. Drum preist der dir zu Fuße, so tröstest mit frohem Triebe dich du sein Herz. Du, du, unsre dankerfüllte Brust. vergiebit dem Armen mit Groß, herrlich, ohne Gren- väterlicher Huld, erläßt zen ist deine Gütigkeit, so ihm aus Erbarmen die weit die Himmel glänzen, ganze Sündenschuld. übst du Barmherzigkeit. 4. Mit jedem nenen Du fichst mit Wohlgefal- Morgen wird über uns len auf das, was du ge- dein Wohlthun neu; du macht; und hast auch uns, kommst selbst unsern Soruns allen viel Gutes zu- gen zuvor mit deiner Vagedacht. tertreu. Du, Ursprung 2. Du hießest, Gott, aller Gaben! du weißt, uns werden und schufest was uns gebricht; und uns zum ewgen Wohl; was wir nöthig haben, und nicht nur hier auf Er- versagst du, Gott, uns den ist alles deiner Güte nicht. Voin Wohlthun, voll: auch noch in künft- das du übest, sind unfre gen Zeiten wird uns das Tage voll. Auch wenn größte Heil erhöhter Se- du uns betrübest, geschiehts ligkeiten durch deine Huld zu unsern Wohl. zu Theil. Dorthin uns 5. Wer sollte dich nicht zu erheben, ist stets dein lieben? Du liebtest uns Wille, Gott! drum gab zuerst, und bist dir immer für uns sein Leben dein gleich geblieben, ein Gott, Sohn selbst in den Tod. der immer huldvoll ist. 3. Wie groß ist deine Mit Gnade uns zu segnen, Gnade! Wer ist so reich ist ewig deine Lust. Mit an Huld, wie du? Auch Dank dir zu begegnen, auf dem Sünderpfade siehst sei, Herr, auch unsre Lust. du uns oft voll Langmuth Laß uns, tren zu erfüllen, zu. Du lockest uns zur was du befiehlst, nie ruhn: Buße; und fällt, voll Reu wer sollte deinen Willen und Schmerz, der Sün- nicht gern, o Vater, thun? 25 6. Wer 170 Gott, 6. Wer fromm auf dei- und unsre Welt aus Liebe. nen Wegen dein Wort Du selbst bedurftest ihrer vor Augen hat und hält, nie, Unendlicher! du ließzest dem schenkst du hier schon sie zu ihrem Heile werden. Segen, und dort noch Siewurden, und du fühlest mehr in jener Welt. Du nun die Wonne, allen krönest seine Leiden mit wohlzuthun im Himmel herrlichem Gewinn, führst und auf Erden. ihn zu bessern Freuden, zu 3. Kein Mensch, kein ewgen Freuden hin. Wie Engel selbst ermißt die theur ist deine Güte! ich Größe deiner Segen; wie will mich ihrer freun, und gütig deine Weisheit ist ewig mein Gemüthe, Gott, in allen ihren Wegen. ihrem Lobe weihn. Gott, deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, soweit, Herr, als dein Leben. Ach, was 219. An Wasserflüssen Babylon z. Jobfinget Gott! Er schuf sind wir, die deine Macht die Welt zum Schau- aus todtem Staub herplatz seiner Güte. Lob- vorgebracht, uns ewig Heil singt ihm, der sie noch zu geben! erhält, mit freudigem 4. O Vater, welchem Gemüthe. Gott ist die Keiner gleicht an Liebe, Liebe! rühmt es laut. Ge- wie an Stärke; kein Dank, schöpfe, die ihr ihm ver- kein Lobgesang erreicht die traut, die ihr ihn kennt Wunder deiner Werke. und ehret! Rühmt es, daß Doch dir ists angenehmer feine Gütigkeit mit jedem Dank, und mehr als Morgen sich erneut, und aller Lobgefang, wenn ich ewig, ewig währet. dich thätig liebe; und 2. Daß außer dir nicht gern in meiner Lebenszeit alles leer an Freud und Erbarmen und WohlthäLeben bliebe, schufst du tigkeit an andern Mender Himmel ganzes Heer schen übe. 5. Du der Allmächtige. 171 5. Du bist die Liebe! 3. Nichts soll uns unDank sei dir, daß ich dich sern Glauben an deine so erkenne, und dir zum Gütigkeit, nichts soll den Ruhm, zum Troste mir Trost uns rauben auch dich, Gott die Liebe nenne. in der schwersten Zeit; Auch ich will gerne lieb- daß du die Welt regierst, reich sein, will glücklich und auch auf rauhen Wemachen, will erfreun, will genuns doch zum ewgenSesegnen und dir gleichen. gen, zum Heil der Tugend Von diesem Sinn und führst. dieser Pflicht, o Gott der 4. Der Tugendhoher SeLiebe, laß mich nicht, so gen ist wohl des Kampfes lang ich lebe, weichen. werth! Geht fromm auf Gottes Wegen, wenn ihr dieß Heil begehrt. Bei treu erfüllter Pflicht laßt uns auf Gott vertrauen, und froh zum Himmel schauen; Gott, Gottverläßtunsnicht. 221. 220. Aus meines Herzens Grunde ic. Groß ist des Höchsten Nun lobe, meine Seele 2c. Güte! O Menschen, preiset sie mit dankendem Gemüthe! vergeßt den Geber nie, der so viel Gutes giebt, so viele Lebens- Mit fröhlichem Gemüthe freuden; und selbst bei dankt, die ihr Christo euren Leiden euch noch angehört; dankt Gott, daß als Vater liebt. seine Güte, so wie sein 2. Gott segnet euch Leben, ewig währt. Nach durch Leiden, Gott segnet so viel tausend Jahren, die auch durch Schmerz; führt durch sie alle reich an uns zu höhern Freuden, frohen Segen waren, bleibt veredelt Geist und Herz. sie sich immer gleich. Nie Ja einst, o Vater, preist, hört sie auf zu sorgen, befreit von jeder Klage, und sorget immer treu; sie für trüb und heitre Tage wird mit jedem Morgen dich der verklärte Geist. an den Geschöpfen neu. 2. Sie 172 Gott, 2. Sie reicht durch Erd läßt sie nicht eine leer, und und Himmel, um, was ihres Segens Spuren verda lebet zu erfreun. Welch breitet sie umher; und wie fröhliches Gewimmel in sie, voll Entzücken, stets ihrem milden Sonnen- für den Himmel quoll, ist schein! Vor ihren heitern auch, wohin wir blicken, Strahlen, wo sie hervor- von ihr der Erdkreis voll. bricht, fliehn auch bange 5. Zu ihrem Lob erfinstre Qualen wie leichte wecke vor allem du dein Wolken hin. Wer zählt Herz, o Christ! Kommi die Millionen, die sie er her, und sich und schmecke, wärmt und nährt! So weit wie freundlich Gott, dein nur Wesen wohnen, hat Vater, ist. Auf! seinen sie auch sich verklärt. Ruhm erzähle Gesang 3. Schön ist das Licht und Saitenspiel, und deine der Sonne, das täglich ganze Seele fei Anjedes Aug entzückt; noch dacht und Gefühl. Von rührender die Wonne, wo seiner Güte sage, wie treu mit uns Gottes Güt er sie für uns wacht, ein Tag quickt. Erfreulich ist das dem andern Tage, die Leben und schauervoll der Nacht der nächsten Nacht. Tod! Doch besser noch als Leben, ist deine Güte, Gott! Wie ist sie uns so theuer! fie, fie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer, und tröstender als sie? 222. Es ist genug. so nimm se. ( Hott ist getreu! sein Herz, sein Vaterherz ist vol 4. Wer wollte sie nicht ler Gütigkeit; Gott ist geloben? sie, die doch Allen treu bei Wohlsein und Alles gab; vom hohen bei Schmerz, in gut und Engel droben bis zu des böser Zeit. Laß Erd und Staubs Gewürm hinab. Himmel untergehen, das Von so viel Kreaturen Wort des Herrn bleibt ewig Gott, der Wahrhaftige und Getreue. der Wahrhaftige und Getreue. ewig stehen: Gott ist ge- sorgt für meinSeelenwohl. treu!:,: Von Ewigkeit war er da2. Gott ist getreu! er rauf bedacht, wie ich einst ist mein bester Freund, leben soll. Er reinigt mich dieß weiß, dieß glaub ich von allen Sünden, er läßt fest; ich bin gewiß, daß mich Ruh in Chrifto finer mich keinen Feind zu den: Gott ist getreu!:,: hact versuchen läßt; er 6. Gott ist getreu! sein wird nie über mein Ver- göttlich trener Blick giebt mögen mir eine Prüfung sorgsam auf mich acht. Er auferlegen: Gott ist ge- sieht mit Lust, wenn mich tren!:,: ein zeitlich Glück erfreut 173 3. Gott ist getreu! er und dankbar macht. Was thut, was er verheißt, er mir zu schwer ist, hilft er hält, was er verspricht. tragen; mein Gott! was Wenn mir sein Wort den soll ich weiter sagen! Weg zum Leben weist: so Gott ist getren!:,: gleit und irr ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen, sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen: Gott ist getreu!:,: 7. Gott ist getreu! mein Herz, was fehlt die noch, dich stets im Herrn zu freun! Gott ist getren! fei unverzagt, mag doch die Welt voll Falschheit sein. Beweiset sie dir Neid und Tücke! auch dieß dient dir zu deinem Glücke: Gott ist getreu!:,: 4. Gott ist getreu! er handelt väterlich bei allem was er thut. Schickt seine Hand ein Leiden über mich: auch dann meint ers noch gut. Das Kreuz 8. Gott ist getreu! vermacht, daß ich auf ihn gis, o Seel, es nicht, wie merke, und giebtzumKampf zärtlich treu er ist; Gott mir neue Stärke: Gott treu zu sein, sei deine größte iſt getreu!:,: Pflicht, so lang du denkst und bist. Halt fest an Gott: sei tren im Glauben 5. Gott ist getren! mein Gott, der für mich wacht, 174 Gott, ben; laß dir den starken dein Versprechen baun? Trost nicht rauben: Gott deine Drohungen nicht ist getreu!:,: scheun? nicht auch Freund der Wahrheit sein? 223. Ach! was ist doch unser Leben 2c. Wahrheit ist dein Eizen 7. Heilig sei mir dieſe Pflicht, und mein Herz entziehe nicht dir, der stets thum; ewig bleibt dir sein Wort vollführt, Herr, Gott, der Ruhm, daß den Ruhm, der dir gedein Wort untrüglich ist, bührt. und du groß an Treue bist. 2. Aller Täuschung bist du feind; wie dein Herz es mit uns meint, so nur offenbarst du dich uns stets unveränderlich. 3. Was du zusagst, ist gewiß, wenn du gleich in Finsterniß weislich oft vor uns verhüllst! wann und wie du es erfüllſt. 4. Sicher bringst du auch zur That, was dein 8. Dich, den Treuen, ehrt nur der, der dir traut, und falschheitsleer überall die Wahrheit liebt, sucht, befolgt und treulich übt. 9. Nun so bete Jedermann dich, als den Wahrhaften, an; dich, der, wenn auch alles fällt, ewig Treu und Glauben hält. 224. Mund gedrohet hat: wenn Wer nur den lieben Gott läßt 2c. der Frevler Heer gleich spricht! er, der Höchste, straft uns nicht. noch nie hast du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, ver5. Reue findt bei dir letzt; du hältst getreu, was nicht statt; was dein Rath du versprochen, vollführst, beschlossen hat, und dein was du dir vorgesetzt. Wort dafür erklärt, wird Wenn Erd und Himmel durch den Erfolg bewährt. auch vergehn, wird ewig 6. Sollt ich dir denn doch dein Wort bestehn. nicht vertraun? nicht auf 2. Du bist kein Mensch, daß der Wahrhaftige und Getreue. 175 daß dich gereue, was uns Bund steht fest. Wohl dein Wort verheißen hat; dem, der sich auf dich nach deiner Macht, nach verläßt! deiner Treue, bringst du, 6. Erwägs mit Ernst, was du versprichst, zur o meine Seele! und sieh, That; scheint die Er- wie treulich Gott es meint. füllung gleich noch weit, Sei gern, nach seines kommt sie doch zur Worts Befehle, der Wahrrechten Zeit. heit Freund, der Lügen 3. Und wie du das un- Feind. Beweise dich als fehlbar giebest, was deine Gottes Kind, dem Treu Huld uns zugedacht, so und Wahrheit heilig sind. wird, wenn du Vergeltung übest, dein Droh- Gott, der Schöpfer, Erhalter wort auch gewiß vollund Versorger. bracht. Wer Wahrheit, Recht und Tugend haßt, fühlt deiner Straße ſchwere Last. 225. Wachet auf, ruft uns die zc. Unser Gott ist groß und mächtig, und seine 4. O drücke dieß tief in Schöpfung schön und mein Herze, damit es jede prächtig, voll Weisheit und Sünde scheut; gieb, daß Vollkommenheit. O! ihr ich nie leichtsinnig scherze, seiner Allmacht Heere! mit deiner Strafgerechtig- hoch in den Himmeln, tief keit. Nie werde das von im Meere! preist unsers mir gewagt, was dein Gottes Herrlichkeit. Sein Befehl mir untersagt. Kleid ist reines Licht! 5. Laß mich mit immer Er hält im Gleichgewicht festem Glauben den Wor- ganze Welten. Der Weten deiner Gnade traun. sen Heer, das weite Meer, Wer kann den Trost uns den Engel und den Wurm jemals rauben, den wir schafft er. auf dein Versprechen baun! 2. Allmacht sprach zum Du bist ein Fels; dein Nichts: es werde! da trat die 176 Gott, Der Wallfisch die anmuthsvolle Erde vor streut. ihrem Schöpfer auf, zu und der Wurm, der Blüblühn. Allmacht spricht: thenduft und Sturm zeugt ſo stürzen Welten, die vom Höchsten. Der Tag, Berge fliehn vor ihrem die Nacht rühmt seine Schelten und fahren vor Macht, rühmt, daß er dem Donner hin. Er hat stets allmächtig wacht. wie ein Gewand die Him- 5. Gott voll Weisheit! mel ausgespannt. Durch Gott voll Stärke! wie ihn gehet, so wie ein Held groß und viel sind deine aus dem Gezelt, die Sonne, Werke! wie voll von Güund erfrent die Welt. tern ist das Land! Schiffe gehn in weiten Meeren, da wimmelts von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der Sand. Mit Mannichfaltigkeit, mit Regelmäßigkeit prangt die Erde, mit Reiz geschmückt, wohin entzückt mein Ang auf deine Wunder blickt. 3. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an, sie bebet; errührt den Sandberg an, er raucht, speist den Vogel, nährt die Heerde, erneuert die Gestalt der Erde, er freut, was in ihr lebt und haucht. MitmilderFreundlichkeit giebt er zu seiner Zeit allen Speise, liebt und erhält die schöne Welt und tränkt die Thiere auf dem Feld. 6. Der vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret, Thiere weidet, Gott sorgt als Vater auch für mich). Für mein Loos von fer4. Kräuter schuf er, uns nen Tagen sollt ich schon zu heilen; den Mond, das jetzt voll Mißmuth zaJahr darnach zu theilen; gen? Nein, meine Seele, der Sonne Licht zurFrucht tröste dich! Erfülle deine barkeit. Gott ist gnädig, Pflicht, und dann, dann Gott regieret, wenn er die zweifle nicht: Gott wird Flur mit Blumen zieret, forgen, er, der mich hört, und seine jungen Saaten mein Flehn erhört, und der Schöpfer, Erhalter und Versorger. 177 hört, und was mir gut die Winde wehen? Wer ist, gern gewährt. in gießt den Regen auf die 7. Dank und Ehre Gott Au? Wer führt die zu bringen, mein Lebelang Wolken, tröpfelt Thau dem Herrn zu singen, soll auf Wiesen, Wald und meine höchste Freude sein. Felder? Laut soll ihm mein Lob 3. Das alles, alles, erschallen, mein Opfer wird groß und klein, ist dein ihm wohlgefallen, gerührt Werk, Unsichtbarer! Du will ich mich seiner freun. bist der Erste, du allein bist Sein Lob ist Seligkeit. Schöpfer und Bewahrer. Zum Himmelsglück erneut Durch deine Macht, auf werd auch ich einst bei dein Gebot bin ich, ist Engeln stehn, entzückt ihn alles, großer Gott! durch sehn; dann ewig seinen dich ist alles worden! Ruhm erhöhn. 226. Es ist das Heil uns kommen 20. Wer 4. Von dir kommt alles her, und nichts kann ohne dich geschehen, und du, du Schöpfer alles er machte diese schöne Lichts, kannst alles, alles Welt? Das Nahe sehen. Dein ist die Welt, und das Ferne? Wer hat und ich bin dein; nichts ist am Himmel hingestellt die so groß, und nichts so Sonne, Mond und Ster- klein, dafür du, Herr, ne? Woher der Thiere nicht sorgest. große Zahl? Wer schuf die Felder, Berg und Thal und Blumen, Bäum und Früchte? 5. Dit, du weißt alles, was ich thu, siehst mich an jedem Orte. Selbst was ich denke siehest du, 2. Wer goß das Was- hörst alle meine Worte. ser reichlich aus in Brun- Dein unsichtbares Angenen, Bäch und Secen? sicht sieht mich im DunWer streut im Winter keln, wie beim Licht, bei Flocken aus? Wer heißt Nacht, so wie am Tage. M 6. Wie 178 Gott, 6. Wie gut, wie liebe- zu dem Erdkreis: werde! voll du bist, seh ich, wo Gleich standen da voll hin ich blicke: denn gut Reiz und Pracht vor ihm, und nützlich ist, was ist, zum Preise seiner Macht, und dient zu meinem die Himmel und die Erde. Glücke. Luft, Sonn und Als ers ausrief, da beMond, und Wald und gonnen tausend Sonnen Thier, Feld, Korn und und erhellten ein unzählWasser nützen mir und bar Heer von Welten. mützen allen Menschen. 2. Wie sie so herrlich 7. Für dich nicht, für sind, so schön! Wie sie Geschöpfe nur, daß jedes einmüthig Gott erhöhn, glücklich werde, schufst du und seine Größe preisen! die prächtige Natur, den Wie jeder Jubel ist und Himmel und die Erde. Dauk, ein hoher, lauter Dir, der uns wie ein Va- Lobgesang des Gütigen ter liebt, und Allen alles und Weisen! O, wie könnt Gute giebt, dir kann der ich fühllos schweigen; sol Mensch nichts geben. cher Zeugen Lob vernehmen, und doch seines Ruhms mich schämen? 8. Wie bin ich froh! du machst auch mich zum Zeugen deiner Güte. Ich danke dir und denk an dich mit freudigem Gemütthe. Ich seh dich nicht, nicht, die Welt für mich doch lieb ich dich, du schufft zu schmücken; noch hat sie und du erhältst auch mich zu immer größern Frenden. 3. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht, noch weigert die Natur sich 227. Wie schön leuchtet der ic. Mie groß ist Gottes Herr lichkeit. Er sprach zu seinen Himmeln: seid! und Freuden gnug für mich, noch immer schön und ju gendlich, mein Auge zu entzücken. Immer dauern fort die Werke seiner Stärke, seiner Güte, und erfreuen mein Gemüthe. 4. So hat der Herr an mich der Schöpfer, Erhalter und Versorger. 179 mich gedacht, so hat er hat er sie geschmückt. Er mich durch seine Macht zum sprach: und es geschah; Herrn der Erd erhoben. die Welt stand fertig da. Er gab mir meinen Leib Lobt den Höchsten! er und auch die Seele, sei will, er sprichts! er schafft nes Odems Hauch, gleich aus nichts, der Herr, der Engeln, ihn zu loben. Vater alles Lichts. Rühm ihn, Seele! Jauchzend halle von dem Schalle deiner Lieder Gottes Erd und Himmel wieder; 5. Das Kind, der Jüngling und der Mann, die 2. Herr, von dem wir alle Gaben aus deines Reichthums Fülle haben, du, Herr, vergissest unsrer nie. Du schufft alle Millionen, die auf dem weiganze Schöpfung bet ihn ten Erdkreis wohnen; du an, und seiner Wunder kennst und überschauest sie; Menge. Strömt hin aus und jedem theilest du sein meiner vollen Brust, strömt Maaß mit Weisheit zu. hin, Empfindungen voll Lobt den Höchsten! Mein Lust, in hohe Dankge- Gott, durch dich entstand sänge! Schöpfer, Vater, auch ich, und du regierst dich erhebe, weil ich lebe, mich väterlich. meine Seele, meine hochbeglückte Seele. 229. Nun ruhen alle Wälder ic. 228. Wachet auf, ruft uns die se: ir dank ich für mein Leben, Gott, der di r, den Erd und Him mirs gegeben, dir danke mel ehren! Er schuf ich dafür. Du hast, von einst aller Sonnen Heere, Huld bewogen, mich aus auch die, die uns strahlt, dem Nichts gezogen; durch uns erquickt. Um die deine Güte bin ich hier. Sonnen hieß er Erden, 2. Du, Herr, hast mich auch die, die uns ernäh- bereitet, mich väterlich ge ret, werden, und herrlich leitet bis diesen AugenM 2 blick & Gott, blick. Du gabst mir frohe fristest, und mich mit Kraft Tage, und selbst der Lei- ausrüstest, dieß, Bater, den Plage verwandeltest dank ich dir. Daß du mich du in mein Glück. liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dieß alles, Vater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nützt, wirst du mir geben; du giebsts, ich Dir, Va3. Ich bin, Herr aller Dinge! der Tren viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glücklich werde, hast du hoff auf dich. schon ewig mein gedacht. ter, dir befehle ich meinen 4. Du hörtest schon Leib und Seele. Herr, mein Sehnen, und zähl- segne und behüte mich. test meine Thränen, eh ich bereitet war; eh ich zu sein begonnte, und zu dir rufen konnte, da wogſt du schon mein Theil mir dar. 230. ein feste Burg ist unser Gott zc. Du, Gott, du Schöpfer unsrer Welt, weißt Höchster! alten. Was deine All5. Du liefst mich Gna- sie auch zu erhalten. Sie de finden, und sahst doch wird, weil deine Macht sie meine Sünden vorher von hält, zu keiner Zeit verEwigkeit. welch Erbarmen! du sor- macht schafft, der Wesen gest für mich Armen, und Trieb und Kraft, bist ein Vater, der ver- von dir immerdar, wie es zeiht. dein Wille war, belebt wird 6. Für alle meine Trene, und unterhalten. 180 für das, deß ich mich frene, 2. Noch strahlt der Sonlobsinget dir mein Geist. ne glänzend Licht den luftEr ist dein größt Ge- erfüllten Blicken; noch schenke, daß ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ists, daß er dich preist. 7. Daß du mein Leben fehlt uns Trankund Speise nicht, uns labend zu erquicken. Die Erde trägt die Frucht, die unser Auge such der Schöpfer, Erhalter und Versorger. 181 sucht, und ihre Frucht- der Alles schafft, belebst barkeit wird jedes Jahr mit neuer Kraft die hinerneut, die Völker zu be- gewelften Kräuter. glücken. 6. Du, Gott, du sorgst 3. Noch werden Frost als Herr der Welt auch und Schnee, und Wind für des Menschen Leben. und Reif, und Thau und Du bist es, Gott, der uns Regen, die deiner Güte erhält und willst uns alBoten sind, der Länder les geben, was unsern Leib reicher Segen; noch dau- ernährt; ihm neue Kraft ert auf dein Wort die gewährt; wer muß nicht Lebensquelle fort; wenn dein sich freun, muß dir sich die Ernte naht, so sein Herz nicht weihn rauscht die reife Saat des und dankbar dich erheben! Schnitters Arm entgegen. 4. Noch folgen auf des Frühlings Pracht des 231. Hör, liebe Seele, dir ruft der 2c. Sommers Aehrenfelder; Preist, Menschen, preift auf sie des Herbstes dunkle den Herrn der Welt! Nacht, des Winters öde seht seiner Vorsicht SpuWälder; noch weiß der ren auf Berg, im Thal, Mond die Zeit, wann er im Wald, im Feld, auf sein Licht erneut; noch Wiesen und auf Fluren. haucht der Blumen Duft 2. Durch seine Macht, Gerüche durch die Luft; noch die alles schafft, erhält, wächst das Gras der Felder. belebt, regieret, steht al5. Kein Same und les da; durch seine Kraft tein Kraut vergeht, und wird alles ausgeführet. kein Geschlecht von Thie- 3. Nichts läßt er durch ren; so lange noch die ein Ungefähr, nichts ohne Erde steht, kann keines Zweck geschehen; sein sich verlieren. Du stellst Wink ruft die Geschöpfe in jedem Jahr vermehrt her; sein Wink läßt sie vergehen. M ²3: es wieder dar; du, Gott, 4. Und Gott, 4. Und nichts von al mit Vaterhand und lenkt lem was er thut, kann was uns begegnet; giebt, seinen Zweck verfehlen; sein was er für uns nützlich Rath ist weiſe, heilig, gut, fand; er ist es, der uns das Beste zu erwählen. segnet. 182 5. Er, er vertheilt der 11. Drum, Menschen, Kräfte Gang. In Men auf! und lobt den Herrn! schen, Thieren, Pflanzen den Gott der größten Güte. herrscht Ordnung und Zu- Erhebt ihn, dankt ihm, sammenhang, zum sichern singt ihm gern mit fröhWohl des Ganzen. lichem Gemüthe. 6. Der Schöpfer, unser Gott, erhält den Himmel und die Erde; und alles 232. Wo Gott zum Haus nicht gibt zc. zeuget, daß die Welt nie Erblicke ich der Welten leer an Segen werde. Pracht, und denke 7. Uns bringt, zum Gottes Güt und Macht, fröhlichen Genuß, das der sie erschuf: so steigt Aehrenfeld Getreide; dem mein Geist empor und Vieh giebt Gott im Uleber- betet an und preist. fluß der Kräuter fette Weide. 2. Er, der den Himmel ausgespannt, umfaffet 8. Er machet, daß die ihn mit starker Hand, Saat gedeiht, ihr Same und seines Reichs Unendsich vermehret, und daß lichkeit ist ohne Grenzen, uns die Natur erfreut, Maaß und Zeit. die alle Wesen nähret. 9. Die dürren Felder tränket er mit Than und mildem Regen; der Don ner fracht und rollt daher, und bringt dem Menschen Segen. 3. Es läuft ein zahllos Weltenheer in Kreisen um einander her, und rückt aus seiner Ordnung nicht: denn er hält es im Gleichgewicht. 4. Und diese Erd, 10. Auch uns führt er im Schöpfungsreich ein Punkt der Schöpfer, Erhalter und Versorger. 183 Punkt, an wie viel Schön- und Stand, verdank ich heit reich! und die Be- seiner milden Hand. wohner ohne Zahl, wievoll von Wundern überall. 5. Doch für das Ganze 7. Er wog nach meiner Fähigkeit mir meine Wohl fahrt und mein Leid, mein sorgt nicht nur der gute ganzes Schicksal bis ans Vater der Natur: den Grab, und meine LebensWurm, der sich im Staube dauer ab. nährt, hält er auch seines Schutzes werth. 8. Erhalte den Gedanken mir, o Gott: was 6. Und so sorgt auch sein kommt, das kommt von Vaterfinn noch mehr für dir! Was deine Vorsicht Menschen. Was ich bin, an mir thut, ist herrlich, und was ich habe, Glück weise, immer gut. Von Jesu Leben und Beiſpiel und der ihm schuldigen Verehrung. Leben, mit dir des Himmels Lohn! 233. Nun lobe, meine Secle 2c. So o lange wir hier wallen, 2. Kommt, laßt uns niesoll, Jesu Christ, dein derfallen vor unserm MittLobgesang empor zum ler Jesu Christ, und danHimmelschallen! Dir opfre ken, daß er Allen Erretter, jede Seele Dant. Sein Freund und Bruder ist. hohes Glück erkenne der Er, gleich der Morgenson Mensch und freue sich, ein ne mit ihrem ersten Strahl, Mensch zu sein und nenne verbreitet Licht und Wonne mit Dank Erlöser dich! und Leben überall. Durch Zum Segen uns gegeben ihn kommt Heil und Gnabist du, o Gottes Sohn! de auf unsre Welt herab'; Mit dir kam Licht und er segnet unsre Pfade durchs M 4 184 Von Jefu Leben und Beispiel durchs Leben, bis ans ne, und schauen deine MaGrab., as didmo jestät. Nicht mehr aus 3. Frohlockt, ihr Mit dunkler Ferne dringt dann genossen der Erde und der der Dank zu dir erhaben Sterblichkeit! Nicht länger über Sterne, dir näher, ist verschlossen der Ein- jauchzen wir; dann schallt gang zu der Herrlichkeit. in Engel- Chöre, Herr, Zu unsrer Erd Hernieder unser Lobgesang: dem kam Gottes cwger Sohn! Ewigen sei Ehre! dem Nun hebt er seine Brüder Welterlöser Dank! 234. empor zu Gottes Chron. Er ward das Heil der Sünder, ward der Ver lornen Heil; nun haben sie als Kinder an Gottes Segen Theil. machs mit mir. Gott nach ic. elch hohes Beiſpiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Le4. O du, dem jetzt die ben! Sollt ich nicht gern Menge der Engel und Ver- und mit Begier dir nachklärten singt, vernimm die zuahmen streben? Nicht Lobgesänge, die dir dein gehn den Weg, den di Volk im Staube bringt. betratst, nicht freudig thun, Auch du warst einst auf was du einst thatst? Erden, was deine Brüder 2. Dein Herz, von Sünsind, ein Dulder der Be- den nie entweiht, war rein, schwerden, ein schwaches wie deine Lehre; dein Menschen- Kind. Wo du ganzer Wandel Heiligkeit; nun bist, da werden einst dein Endzweck Gottes Ehre, deine Brüder sein, voll- und! o wie denk ichs hoch kommner als auf Erden erfreut, der Menschen ewge sich ihres Gottes freun. Seligkeit. 5. Bald find wir zu 3. Du führtest uns zur dem Lohne der Himmels Tugend an; und standhaft, bürger dort erhöht, nah ihr ergeben, gingst du selbst sind wir dann dem Thro- ihre schwere Bahn, mit Muth und der ihm schuldigen Verehrung. 185 Muth uns zu beleben. nen nenne, damit ich, deiAuch wenn du littest ohne nem Vorbild treu, auch Schuld, ertrugst du alles Andern selbst ein Beimit Geduld. ſpiel ſei. 235. Jesu, Jesu, meine Freude zc. 4. Der Kummervollen Trost zu sein, zu wehren jedem Leide, stets wohlzuthun und zu erfreun, war deine Sorg und Freude. ist mir sanft und heilge Und eines jeden Menschen Schmerz durchdrang dein liebevolles Herz. Resum ewig zu verehren, Pflicht; seine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geiste Licht, und zu 5. Du trugst mit jedem guten Werke giebt Sanftmuth und mit Huld sein Beispiel Kraft und die Schwachheit deiner Stärke. Freunde; auch Sünder trugst du mit Geduld, und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod, und ehrtestselbst im Tode Gott. 2. Sollt ich ihn nicht dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edeln, nennt den Weisen, der wie er, wie Jesus Christ, reine 6. Ein solches Beispiel Tugend, die er lehrte, durch hast du mir zum Vorbild ein göttlich Leben ehrte! hinterlassen; und heißest 3. Der mit liebevollen mich Vertraun zu dir und Herzen hohen festen Muth deiner Hilfe fassen. Nimm, verband, der selbst bei des sprichst du, nimm mein Todes Schmerzen Mitleid Joch auf dich; komm, fol- gegen die empfand, die ge mir, und sich auf mich. mit Grausamkeit ihm 7. Ich komme, Herr, fluchten, seine Qual zu gieb Kraft und Licht, daß mehren suchten! ich mein Heil erkenne, dein 4. Der auf Erden hat wahrer Jünger sei, und gewandelt, wie die Gottnicht mich bloß den Dei heit, tadellos, immer edel M 5 hat 186 Von Jesu Leben und Beispiel hat gehandelt, göttlich edel, daß wir Gottes Gnade göttlich groß; willig, freu- hätten. O, wie bin ich dig Glück und Leben fürdie ihm verpflicht't! Meinen Menschheit hat gegeben! Jesum laß ich nicht. 5. Gern weil ich an 3. Durch ein Herz voll deinem Bilde, o erhabner Dankbarkeit, durch Ge Menschenfreund, wo mit horsam, den ich übe, geso viel sanfter Milde Tu- gen das, was er gebeut, gendwürde sich vereint; und halt ich fest an seiner zu jedem guten Werke Liebe, traue dem, was er schöpfe ich hier Muth und verspricht, und so laß ich. Stärke. Jesum nicht. 6. Durch mein Leben 4. So ist er mein Theil dich zu preisen, sei mir und Ruhm bis an meines immer heilge Pflicht, dich, Lebens Ende; ihm geb ich den liebevollen Weisen, zum Eigenthum ganz mich dich, der Menschheit Heil hin in seine Hände. Er und Licht. Aehnlich, Jesu, ist meine Zuversicht: meidir zu werden, ist mein nen Jesum laß ich nicht. höchstes Ziel auf Erden. 236. 5. Wenn sich einst mein Auge trübt, Wang und Lippen sich entfärben, wenn mich Todes- Nacht umJejus meine Suversicht 2c. Meinen einen Jesum laß ich nicht; er hat sich für giebt, alle Sinnen mir mich gegeben. Fordert es ersterben, und das matte nicht Dank und Pflicht, Herz nun bricht: laß ich ihn zu lieben, ihm zu meinen Jesum nicht. leben? Er ist meines Le- 6. Auch im Himmel ist bens Licht: meinen Jesum er mir Seligkeit und Trost laß ich nicht.. mund Freude. Dort belohnt 2. Er, der Welt und er, was ich hier willig mir gesandt, uns zu leh- ihm zu Ehren leide. Dort ren und zu retten, gab seh ich sein Angesicht: sein Leben uns zum Pfand. meinen Jesum laß ich nicht. 7. Dich und der ihm schuldigen Verehrung. 187 7. Dich, mein Jefu, nur hingdein ganzer Sinn, halt ich fest, lasse nichts auf ihn sah stets dein von dir mich scheiden. Auge hin. Wehe dem, der dich ver- 4. Ihn ehrtest du mit läßt! er beraubt sich ew Wort und That vor aller ger Freuden. Selig, wer Welt mit Freuden. Du mit Wahrheit spricht: mei warst bereit, nach seinem nen Jesum laß ich nicht. 1 ud for Rath, zum Heil für uns zu leiden. Ach! wie viel Leiden, wie viel Schmerz ertrug dein liebevolles Herz! 237. Lobt Gott in seinem Heiligthum c. Jesu, wahrer Frömmigkeit vollkommen5. Du zeigtest, daß die stes Exempel, dein Herz größte Noth dich nicht dem Vater ganz geweiht, zum Murren reize, wardst war jeder Tugend Tem Gott gehorsam bis zum pel; dein Wandel, rein Tod, ja, bis zum Tod am von aller Schuld, Gott Kreuze! Auch da war deine werth und würdig seiner Zuversicht auf ihn allein Huld. und fest gericht. 2. Wer war wohl eif 6. Bei allen Leiden blieb riger als du, zu thun des dein Herz ihm tren, trotz Vaters Willen? Dir war allesSpottes. DeinHoffen es Ruhm und Seelen war im bängsten Schmerz ruh, ihn treulich zu er- die sichre Hilfe Gottes. füllen, dir keines Eigen- Und was du hofftest, ist ruhms bewußt, war, ihn geschehn; Gott Gott hörte zu preisen, deine Lust. deiner Stimme Flehn. 3. Wenn je dein Auge 7. Mit Ehr und Preis Frevler sah, warst du voll von ihm gefrönt, lebst du edler Schmerzen; doch zu seiner Rechten voll Mawenn des Vaters Wort jestät, und dir ertönt von geschah, quoll Freud aus allen Gottesknechten das deinem Herzen. An ihm Lob, deß du so würdig bist 188 Vou Jesu Leben und Beispiel. bist. Oselig, wer dir wahres Glück: doch du ähnlich ist! 12: s führtest mich zur Tugend, 8. Hilf, daß ich stets führtest mich zu Gott zu dein Beispiel mir, o Herr, rück; führtest selbst auf zum Muster setze, und rauhen Wegen mich dem meinen Gott, gefinnt gleich wahren Glück entgegen. dir, weit über alles schäßze, Du bist 2c. d mit Freuden seinen Willen thu, und ganz in seiner Fügung ruh.scie 4. 3rr ich, suchst du mich mit Liebe; fall ich, richtest du mich auf; stärkst mich, wenn ich mich be-, 238.od trübe; lenkst zum Besten Sesus meines Lebens Leben u. meinen Lauf. Bin ich Jeh esu, meiner Seele Le- arm, giebst du mir Ga ben, meines Herzens ben, welche keine Sünder höchste Freud! Ich will haben. Du bist zc. dir mich ganz ergeben, in 5. Wollen Lästerer mich der Zeit und Ewigkeit. schänden: du bist meine Freudig will ich dich be- Herrlichkeit, und ich find fennen, will von dir mich in deinen Händen meinen nimmer trennen. Du bist Schutz und Sicherheit. mein und ich bin dein; Niemals hab ich was beich will keines andern sein. gehret, war es gut, du 2. Deine Hand hat hasts gewähret. Du bist 2c. mich bereitet; hat von 6. 3mmer zeigt dein meiner Kindheit an mich Geist mein Erbe zum geumfangen, mich geleitet, trosten Kampfe mir; und, treuer, als fein Vater wenn ich noch heute sterbe, fann. Auch in meinen führt er mich gewiß zu dir, reifen Jahren hab ich dei vom Gefühle meiner Seine Huld erfahren. Du den zum Genusse deiner bist zc. Freuden. Du bist zc. 3. Oft verkannt ich in 7. Meine Hoffnung, der Jugend meiner Seele meine Freude sei in meiner und der ihm schuldigen Verehrung. 189 ner Pilgrimschaft, sei, sehn, und nicht mit Trost wenn ich von hinnen schei- ergötzet; du lehrtest 3rde, dieser Weberzeugung rende mit liebevoller Huld, Kraft! Ja, auch in des erfrugst den Fehlenden mit Todes Schmerzen werde Sanftmuth und Geduld. noch der Trost dem Her- 4. Versuchung ohne zen: du bist mein und Zahl, hier Ruhm und ich bin dein; auch im Schmeicheleien, dort lotTode will ichs sein. fender Gewinn, hier bittrer Feinde Dräuen, umgaben überall dich, wo du gingst, doch du gingst standhaft durch ſie hin mit Festigkeit und Ruh. 5. Voll hohen Friedens blieb bis an des Lebens 239. O Gott, du frommer Gott ic. der Preis dir, o Jesu Chriſt! dem Alter, wie Jugend, warst du, als Pilger hier, ein Vorbild echter Tugend. Von frü- Ende dein schuldlos Herz; her Kindheit an betratst und du gabst in des Vadu ihren Pfad, und ehr- ters Hände den Geist voll test deinen Gott mit Herz Ruhe hin. Vollendet war und Mund und That. die Bahn, du warst am hohen Ziel, Belohnung zu empfahn. 2. Du warst mit edlem Muth bereit, des Vaters Willen, selbst bis zum 6. Vollendeter, auch ich Kreuzes- Tod, mit Freu- kann einmal ohne Beben den zu erfüllen; und wil- in deines Vaters Hand lig übernahm dein liebe- die Seele übergeben, wenn volles Herz, der Welt sie voll Eifer, rein von des zum Trost und Heil, Gewissens Schuld, dir Beschwerden, Müh und ähnlich ward an Treu, an Schmerz. Tugend und Geduld. 3. Nie hast du, Hei- 7. Blick, o mein Geist, ligster, die kleinste Pflicht auf ihn, verschmäh des verletzet! nie Leidende ge- Lasters Freuden! Der Sün Bon Jesu Leben und Beispiel: Sünden Sold ist Tod, sei, wollst du mir Gnade und ihre Frucht sind Lei- geben. Laß mein Erkenntden. Wie Jesus, weihe niß Gottes rein und heilig Gott des Lebens kurze meinen Wandel sein. In Zeit; dann folgest du ihm aller Trübsal stärke mich, einst ins Reich der Herr- daß ich sie dulde williglich. lichkeit. Herr Jesu Christ! mein Herr und Gott:: hilf mir auch in der letzten Noth. 3. Verleih, wenn du Von ganzem Herzen lieb mich sterben heißt, daß 240. Herzlich lieb hab ich dich, o se. ich dich, erfreue du, dann dein Engel meinen mein Heiland, mich mit dei- Geist ins Reich der Selner Gnade Gaben. Die gen trage. Dann wird Lust der Welt erfreut mich mein Leib und mein Ge nicht, nach ihren Schä- bein zwar Erde, doch Ben frag ich nicht, wenn nicht länger sein, als bis ich nur dich kann haben. zum letzten Tage. Du Wenn auch mein Herz im läsfest mich im Tode nicht; Tode bricht, bist du doch du kommst, du kommſt meine Zuversicht, mein und hältst Gericht. Ach! Tröster, der mich hat er- laß mich dann dich ohne föst, und auch im Tode Graun getroft als meinen nicht verstößt. Herr Jesu Richter schaun. Herr Jesu Christ! mein Herr und Christ, erhöre mich:: so Gott:,: hilf mir im Leben preis ich hier und ewig und im Tod. dich. 190 2. Es ist, Herr, dein Geschenk und Gab mein Geist, mein Leib, und was ich hab in meinem ganzen Leben. Daß ich 241. O Jesu, hebstes Leben ze. Mein Geist o Jesu, blicke auf dich, der Gottes deinem Lobe weih, dem heit Bild, im Unglück wie Nächsten damit nüglich im Glücke! dieß macht mich und der ihm schuldigen Verehrung. 191 mich sanft und mild, und Schließt sich mein Auge stärkt mit hohem Muth, zu, so blick im Geiste ich, zu werden fromm und gut. Erlöser, noch auf dich. 2. Will ich im Kampf 242. hienieden, im Kampf mit Leidenschaft und SinnlichEigene Melodie. Jeſu, meine Freude! ſelbſt dann fühl auch wenn ich leide, ich neue Kraft zum edlen meines Herzens Theil, Kampf, blick ich, Vol- dich mit reinen Trieben lendeter auf dich. über alles lieben, ist mir 3. Wird, wenn mich Trost und Heil. Hab ich Feinde kränken, entflammt dich, wie reich bin ich! der Rachsucht Gluth: so ohne dich kann ich auf lern ich edler denken, so Erden doch nicht glücklich fühl ich sanftern Muth werden. und Seelenruh, blick ich, 2. Unter deinem SchirSanftmüthigster, auf dich. me können keine Stürme 4. Seh ich des Bru- mir erschrecklich sein. Laß ders Schmerzen, sein Lei- die Felsen splittern, laß den, seine Noth: so dringt den Erdkreis zittern und mir tief zum Herzen das den Einsturz dräun! Was göttliche Gebot der Mensch ist's mehr? rings um mich lichkeit, blick ich, o Men- her mag es donnern, mag schenfreund, auf dich! es blitzen! Jesus will mich schützen. 3. Nicht des Grabes Höhle schrecket meine 5. Verläßt in trüben Tagen mich Hoffnung, Muth und Kraft, und will mein Herz verzagen: so Seele, nicht das Weltwird mir Trost verschafft gericht. Nichts kann meiund hoher Muth, blick ich, nen Glauben, kann mir o Dulder, hin auf dich. Jesum rauben; er verläßt 6. An meines Lebens mich nicht. Und bewacht Ende, empfehle ich, wie du, durch seine Macht, kann den Geist in Gottes Hände. ich, bei der Feinde Toben, Bon Jesu Leben und Beispiel 243. Schmücke dich, o liebe Seele sc. 4. Nicht an Gold und Schätzen kann ich mich Vorbild wahrer Menergötzen, Jesu, meine Lust! Wollust lockt verschenliebe! Jesu, deine Mitleidstriebe zogen dich gebens: Du nur, Fürst herab auf Erden, der Verdes Lebens, lebst in mei lornen Heil zu werden, ner Brust. Kreuz und und für sie sogar dein Noth, und Schmach und Leben in den Tod dahin Tod soll mich, was ich zu geben. Wo ist jemand, auch muß leiden, nicht der die Größe deiner Lieb von Jesu scheiden. und Huld ermäßze? 2. Ohne Vortheil zu 5. Weicht, ihr Eitel- begehren, sich in Andrer teiten, die zum Bösen Dienst verzehren, jedem leiten! Thoren täuschet gerne Guts erzeigen, zu ihr. Sünden, eure Fren- Beleidigungen schweigen, den will ich ewig meiden; auch an Feinden Wohl fliehet fern von mir! Uep thun üben: das heißt pigkeit, Stolz, Schmäh- Menschen göttlich lieben. sucht, Neid, ihr beschwe- Und wie voll von solcher ret das Gewissen, ich mag Güte, war, Erlöser, dein euch nicht wissen. Gemüthe! 192 ben, Gott mit Freuden loben. 3. Menschen- Seelen zu beglücken, Keuerfüllte zu 6. Schweiget, bange Klagen! sollt ich je verzagen? Ist nicht Jesus erquicken, Unverständge mein? Den, der Jesum zu belehren, Abgewichne liebet, muß, was erst zu bekehren, Sünder, die betrübet, doch zuletzt er sich selbst verstocken, liebfreun. Alle Noth hebt reich zu dir hin zu locken: einst der Tod. Jesus war dein tägliches Geist noch meine Freude, schäfte, dem du weihtest wenn ich sterbend scheide. deine Kräfte. 4. Und und der ihm schuldigen Verehrung. 193 4. Und wie hoch stieg Wandel oft erwägen! Laß dein Erbarmen, da du mich kämpfend gegen SünMittler, um uns Armen Muth Gottes Segen zuzuwen bei diz finden! heilige den, unter frecher Mör- auch meine Triebe zu der Händen Angst und rechtschaffner Menschenunerhörte Schmerzen lit- liebe! Laß mich immer test mit gelassnem Herzen; mehr auf Erden deinem als ein Missethäter star- Bilde ähnlich werden! best und uns ewges Heil du ham erwarbest. 5. Deine Huld hat dich O ou 244. Gott, du frommer Gott ic. getrieben, Sanftmuth und Dich, Jefu, bet ich an! Geduld zu üben, Haß mit in dir find ich mein Haß nicht zu vergelten, Teben, weil du zu meinem deine Schmäher nicht zu Heil dich in den Tod geschelten, allen freundlich geben. Dein Kreuz ist zu begegnen, die dich lä- Thorheit nur dem, der sterten, zu segnen, deine verloren geht; uns, die Mörder zu vertreten und der Glaube stärkt, ists für sie bei Gott zu beten. Kraft und Majestät. 6. Demuth war, bei 2. Nur du, des HöchSpott und Hohne, deiner sten Sohn, konntst uns Tugend Schmuck und mit Gott versöhnen, und Krone; nie hast du nach uns mit neuem Recht zum Ruhm getrachtet, noch ewgen Wohle) belehnen. auf Menschen- Lob geach O! beides ist gleich groß, tet. Deines Vaters heil der Welt ein Schöpfer gen Willen mit Gehorsam sein, und eine Welt, die zu erfüllen, uns zum Him fiel, von ihrem Fall bemel zu erheben, war der frein. Bhait s Zweck von deinem Leben. 3. Wer kann die Ma7. Laß mich, Herr, zu jestät der Lieb und Großmeinem Segen deinen muth fassen, als Sohn N my des 194 Von Jesu Leben und Beispiel des Ewigen der Himmel Thron verlassen, sich selbst 245. O Jesu, liebstes Leben 2c. erniedrigen, einher in De- mit Gott geweihtem muth gehn, der Wahrheit Triebe war stets dein Herold sein, und sich ver- Herz erfüllt, mit reiner ſpottet sehn! Menschenliebe, der Gott4. Die Wunder Got- heit Ebenbild. Anbetung tes thun, und an das Kreuz bringen wir, Erlöser Jegeschlagen, mit himmli- su, dir. scher Geduld der Men- 2. Stets war des Vaschen Schulden tragen, ters Wille dein Wille, ihm und der zu sein, der uns dein Herz stets mit zufriedein ewges Heil erwirbt: ner Stille ergeben, auch deß Herz ist göttlich im Schmerz. Du sahst auf groß, der selbst für Feinde rauher Bahn ihn noch als ftirbt. Vater an. 5. Dieß müsse mein Vertraun zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, der Gottheit Rath von Menschen zu entdecken, bet ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. 4. O sei es mein Bestreben, wie du gefinut zu 6. Herr! deine Ewig sein, stets fromm und gut keit wird mir mehr Licht zu leben, und Menschen zu gewähren, und deine große erfreun; daß dir mit ewLieb im Schauen mir ger Treu mein Herz ge erklären. Unendlich ist heiligt sei. mein Heil! der erfreut! der Herr! Ewigkeit! 3. Uns Segen zu er werben, gingst du zum Kreuze hin, zum Heil der Welt zu sterben mit göttlich großem Sinn. Dank weihen wir dafür, Erlöser Jesu, dir. O Glaube, Gelobet sei Gelobt in 246. Eigne Melodie. esu, dein will ich sein, weil ich lebe, und auch ster und der ihm schuldigen Verehrung. 195 sterbend bin ich dein, geh der Menschen- Seelen Licht in deinen Himmel ein, ewig zu sein. dann bei dir zu sein. 3. Ihr Licht, den Weg 2. Höchstes Heil! laß zu Gottes Gnade und ihdoch Theil mich einst neh- rem Heil recht einzusehn; men an der ewgen Selig- ihr Licht, auf diesem selkeit, die den Frommen gen Pfade mit sicherm einst erfreut, der sich wah- Schritt einher zu gehn; rer Tugend weiht. ihr Licht, mit freudigem Vertraun hin in die Ewigkeit zu schaun. 3. Preis sei dir! alle wir sind unsterblich! Fällt des Geistes Hülle hin, so ist Sterben mein Gewinn, wenn ich wahrer Christ hier bin. 247. Wie sollt ich dich mein Gott 2c. 4. Und um der Welt dieß Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht die größten Leiden und Beschwerden! und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch, voll Güt NufErden Wahrheit aus- und Huld, sie gern mit zubreiten, die Wahr- himmlischer Geduld. heit, die vom Himmel 5. Noch immer, immer stammt, und uns zum ew- ist das Leben, das du auf gen Glück zu leiten, das Erden hast geführt, ein Herz zu Gottes Lieb ent- Segen, den uns Gott geflammt: dazu erfchienst du, geben, dafür ihm ewger Jesu, hier, von Gott ge- Dank gebührt; ein Sesandt, zum Heil auch mir. gen, dessen auch mein 2. Dies war das täg- Geist sich freut, und dich, liche Geschäfte, darin dein Erlöser preist. Geist Vergnügen fand. 6. Ja, Preis fei dir, Wie emsig haft du Zeit du bester Lehrer, auch mir und Kräfte, beseelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehren hellen Schein zum Heil von Gott gesandt. würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth N 2 noch 196 Von Jesu Leben und Beispiel noch nicht erkannt! Gieb, wählen, die nach deiner daß ich deiner Wahrheit Vorschrift leben, dir nur treu, und ewig durch fie zu gefallen streben, alles selig ſei. gern für dich verlassen, und, wie du, das Unrecht haffen. 248. Schmücke dich, o liebe Seele 2€. König, dem kein König 4. In dem Reiche deiner Ehre jauchzen dir der gleichet, dessen Ruhm Engel Chöre, durch frohkein Lob erreichet, Eben- lockende Gesänge preist bild von Gottes Wesen, dich der Erlösten Menge, der, zum Mittler uns er die, befreit von Furcht und lesen, sich der Welt wollt Grauen, dein verklärtes offenbaren als das Bild Antlitz schauen. Und mit des Unsichtbaren: dir ge- allen diesen Chören wer hört das Recht zum Thro- den wir dich einst verehren. ne, als dem Mittler, als dem Sohne. 5. Herr, in allen diesen Reichen ist dir Niemand zu 2. Himmel, Erde, Luft vergleichen, an dem Ueberund Meere, aller Kreatu- fluß der Schätze, an der ren Heere müssen zu Ge- Ordnung der Gesetze, an bot dir stehen; was du der Unterthanen Menge, willst, daß muß geschehen. an der Herrschaft Macht Fluch und Segen, Tod und Länge, an Begnadiund Leben, alles ist dir gung der Freunde, an den übergeben, und vor dei Siegen über Feinde. nem mächtgen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 6. Herrsch auch, Herr, in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Angst und 3. In des Gnadenrei- Schmerzen. Laß mich deiches Grenzen sieht man nen Schutz genießen, auf deine Siege glänzen, wo mich deine Gnade fließen. viel tausend treue Seelen Dich will ich im Glauben dich zu ihrem Haupt er- lieben, und mich im Gehorsam und der ihm schuldigen Verehrung. 197 Wenn ich bei ihm in Gnaden bin, so wird er alles fügen, was mir bei meiner Lebenszeit in Freud und auch in Traurigkeit zum Trost und Segen dienet. 249. Werde munter, mein Gemüthe zc. Wenn ich dich zum Führer wähle und nach deinem Willen thu, dann, 2. Ich bin zufrieden, wie ers macht. Er kanns nicht böse meinen, und lässet Erlöser, fühlt die Seele nach der Trauernacht die Gottes Frieden, selge Freuden- Sonne scheinen; Ruh; dann erhellt in trit- und wandelt Glück in Unben Tagen Himmelslicht glücksich, doch tranich ihm; mir Geist und Herz, nie er sorgt für mich noch mals werd ich muthlos besser, als ich wünsche. zagen bei des Lebens größtem Schmerz. 3. Für ihn nehm ich nicht Ehr und Ruhm und 2. Leiden werden mir alles Glück der Erde. zum Segen; deine From Stets bleib ich dessen Eimen führest du, Jesu, auch genthum, durch den ich auf rauhen Wegen ihrem felig werde. Ihn zu vergroßen Ziele zu. Wenn ehren ist mir Pflicht. Nur ich sich zum Freunde habe, seine Huld, mehr will ich werd ich selbst den Tod nicht, mehr ist mir auch nicht scheun. Sünder zit- nicht nütze. tern vor dem Grabe; ich 4. Wie schön wirds kann mich des Grabes nicht im Himmel sein, wo freun. ich ihn selbst umfange? und Engeln gleich an Glanz und Schein in einer Krone prange, die er mir ewig beigelegt? Nun wenn die letzte Stunde schlägt, so sterb ich fröhlich. Amen! N 3 251. horsam üben, will mit kämpfen, will mit leiden, bis ich einst mit herrichin Freuden. 250. Nun freut ench), lieben Christen: 0. n Jesu bangt mein Herz und Sinn. Er mir ist mein Vergnügen. Von Jesu Leben und Beispiel 251. An Wasserflüssen Babylon z. D der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen Trost und Ruh; und die Verer du die Liebe selber irrten suchest du auf deinen bist, und gern uns Weg zu leiten. Du hörst Menschen segnest; selbst der Seufzenden Gebet, dem, der, Herr, dein und brauchst nur deine Feind noch ist, mit Gnade Majestät, um Segen ausdoch begegnest: o bilde zubreiten. meinen Sinn nach dir, 4. Laß denn in meiund laß mich, mein Er- uer Pilgrimschaft mich löser, hier auf deinem auf dein Vorbild sehen! Wege wandeln! Die kön- Erfülle mich mit Luſt nen keine Christen sein, und Kraft, dem Nächdie sich des Andern Un- sten beizustehen, betrübglücks freun, und menschen- ter Herzen Trost zu sein, feindlich handeln. mich mit den Fröhlichen 2. Dein Leben in der zu freun, mit WeinenNiedrigkeit war aller Men den zu klagen. Nie müſſ schen Segen, dir folgten ich dem, der meinen Rath, Lieb und Freundlichkeit der meine Hülfe nöthig auf allen deinen Wegen. hat, was er bedarf, Was du nur sprachst, war versagen! Warnung, Rath und Heil 5. Laß mich mit brüund Trost, und jede That derlicher Huld des Trägen Errettung und Erbarmen. Fleiß erwecken, und seine Du kamst, gering und Fehler mit Geduld und arm zu sein, von jeder Liebe gern bedecken! Kränkt Noth uns zu befrein, und einer mich, laß mich, o starbstzum Heiluns Armen. Herr verzeihn, und selbst 3. Auch jetzt, da du er Beleidiger mit Lieb um höhet bist, erbarmst du dich fahn, als Brüder! Und der Sünder; bist ewig, was kann ich ihre Herzen hier dein Vater ist, ein Freund nicht mehr gewinnen, gieb fie 198 und der ihm schuldigen Verehrung. 199 252. Alle Menschen müsfen sterben ic. Christus ist mein Heil und Leben, er soll mir nun 4. So will ich zufrieden leben, und ihm ganz gelassen sein, ihm will ich mich ganz ergeben. Ich bin sein und er ist mein. Bis mir einst die Augen Alles sein. Nichts kann brechen, will ich unveränmir Vergnügen geben, dert sprechen: Ueber alles, nichts als Jesus nur allein. über mich, liebster Jesu, Außer ihm wird alle Freude lieb ich dich! zu dem größten Herzeleide; aber wer sich ihm ergiebt, bleibt im Trauren unbetrübt. sie mir in deinem Himmel wieder! 253. Machs mit mir Gott, nach e. Mir ir nach! spricht Chri2. Scheints, er habe stus, unser Held. Mir mich vergessen, und geden nach, ihr Christen alle! ke meiner nicht; dennoch Entfesselt euch von Sünd steh ich unterdessen in ge- und Welt! Sorgt nur was troster Zuversicht. Sein mir gefalle! Ich litt für Verweilen, sein Verzie- euch; und ihr seid mein. hen wird mit größrer Drum sollt ihr mir auch Gnade blühen. Und der ähnlich sein. Hoffnung Anker ist, daß er meiner nicht vergißt. 2. Kommt! meine Sanftmuth zeiget sich in allen 3. Von dem Abend bis meinen Lehren. Kommt! zum Morgen steht mein meine Demuth reiz euch, Auge zu ihm hin, so daß mich mit zutraun anzuich von allen Sorgen frei hören. Wißt, wenn ihr und unbekümmert bin. Er Buße thut und glaubt, wird sorgen, er wird wachen, daß euren Trost kein und zum besten alles ma- Tod euch raubt. chen. Auf Vertrauen, auf 3. Ich bin ja das wahrGeduld folgt der Segen hafte Licht; bei mir ist Heil seiner Huld. und Leben. Wer mir nur N 4 folget, Von Jesu Leben und Beispiel folget, der darf nicht bei der ich für euch gelitten. jedem Schritte beben. Er Nehmt willig ener Kreuz wandelt nicht in Finster auf euch und werdet an niß, schaut seinen Weg Geduld mir gleich. und geht gewiß. 8. Ob der Verfolgung 4. Der Glaub ist auch Schwert schon blitzt, das der sichre Pfad zu himm- laßt euch doch nicht rühlischen Gefilden. Doch wer ren. Denn, wer sein Leben wahrhaftig Glauben hat, ängstlich schützt, wird ewig muß auch nach mir sich bil- es verlieren. Wer Glück den, in Liebe wandeln, gern d r Erde mehr begehrt, als verzeihn, mitleidig, mild mich, ist meiner auch und friedsam sein. nicht werth. 5. Von Eigennutz und 9. Auf, Christen, auf! Ehrgeiz fern, entsagt ich ihm, unsern Herrn, mit allen Frenden, begab mich Eifer nachzueilen! Laßt meiner Hoheit gern; floh uns mit ihm getrost und weder Müh noch Leiden; gern auch Schmach und vernützte meine Kraft und Leiden theilen. Laßt sein, Zeit in Werken der Barm- daß uns die Welt verherzigkeit. höhnt! Wer tren nicht kämpft, wird nicht gekrönt. 254. Wer nur den lieben Gott läßt ze. 6. Bei Schwachen macht ich selbst mich schwach, daß ich ihr Führer wäre. Stets sucht ich, auch mit meiner Schmach, nur meines Vaters Ehre; und so beschloß ich meinen Lauf, und opferte für euch mich auf. Grgötzt euch nur, ihr eitlen Seelen, und sucht die schnöde Lust der Welt. Mein Herz soll sich was Beffres wählen, das sich zu seinem Troste stellt. Mein Jesus ists; denn er Schritten. Sollt ihr auch allein soll mir in Allem leiden, schaut auf mich, Alles sein. 7. Gleich mir verleugne jeder sich und folge meinen 2. Kein 200 und der ihm schuldigen Verehrung. 201 255. Eigene Melodie. 2. Kein Gold und Gut lig an, wo ich dir ewig kann mich bethören. In danken kann. Jesu steht mein einzges Heil. Er ist die Krone meiner Ehren, der Seelen Schatz, des Herzens Theil. esu, Jesu, du bist mein! Jeju, Was nichts von Jesu weil ich soll auf Erden weiß und spricht, dasselbe wallen, laß mich ganz dein mag und will ich nicht. eigen sein, laß mein Leben 3. Nie will ich meinen dir gefallen, dir will ich Jesum lassen; bis in den mich ganz ergeben, dir Tod bleib ich ihm treu. nur heiligen mein Leben, Im Glauben will ich ihn und vertrauen dir allein; umfassen. Sein Wort er- Jesu, Jesu, du bist mein. leuchtet mich dabei, und 2. Jesu, Jesu, du bist macht mich aller Weis- mein! drückt mich auch des heit voll, die ein Gerech- Kreuzes Bürde, laß mich ter wissen soll. dennoch standhaft sein; nie 4. Zieh, liebster Jesu, entweihn der Christen meine Sinnen stets von Würde. Du hast selber der Erde himmelwärts. Kreuz getragen, warum Ich kann die Welt nicht sollt ichs denn abschlagen, lieb gewinnen. Denn wo wenn das Kreuz bei mir mein Schatz, da ist mein kehrt ein? Jesu zc. Herz. Du bleibest mein, 3. Jesu, Jesu, du bist ich bleibe dein. Was kann mein! Wenn mich Freund mir doch erwünschter sein? und Feinde lassen, kann 5. Dein bleib ich, Herr, mich keine Hülf erfreun, in Frend und Leiden, weiß ich keinen Trost zu den meine Seele dankbar fassen: so willst du dich preist! Und soll ich von zu mir wenden und dein'n der Erd einst scheiden, so guten Geist mir senden, nimmst du den erlösten der mir seinen Trost flößt Geist in deine Hände se- ein; Jesu zc. N 5 4. Jesu, 202 Von Jesu Leben und Beispiel 4. Jesu, Jesu, du bist mich zum Himmel ein, und mein! laß mich nimmer gieb mir mit allen Fromvon dir wanken. Halte men Theil an deiner Freud Herz und Glauben rein, und Wonne, dort wo eine gieb mir heilige Gedanken. höhre Sonne leuchten Laß mich Ren und Leid wird mit hellerm Schein. empfinden über die begang- Jesu, Jesu, du bist mein! nen Sünden und zur Bessrung eifrig sein. Jesu zc. 256. Was mein Gott will, das ze. 5. Jesu, Jesu, du biſt mein! wollst mich Sünder Nom Sündendienst uns nicht verstoßen, ob mein zu befrein, und uns Glaub möcht werden klein, mit Himmelsfreuden durch du hast drum dein Blut wahre Tugend zu erfreun, vergossen, daß du stärken ertrugst du Kampf und wollst den Schwachen, Leiden. Du gingst voran meinen Glauben groß zu die steile Bahn, und machen, deiner Huld mich starbst für deine Brüder. zu erfreun. Jesu zc. Drum Jesu, weiht die Christenheit dir ihres Dankes Lieder! 6. Jesu, Jesu, du bist mein! wenn ich krank muß niederliegen, und weiß we- 2. Nun rufft du liebeder aus noch ein in den voll uns zu, des Lasters letzten Schmerzenszügen; Pfad zu meiden, den Weg helfen keine Arzeneien! laß zum Leben zeigest du, und mich deinen Trost er stärkst im Kampf und Leifreuen, flöße Kraft und den. Drum wollen wir, Muth mir ein. Jesü 2c. o Jesu, dir, dir nach im Guten ringen. Dieß sei 7. Jesu, Jesu, du bist der Dank, der Lobgesang, mein! Laß einst in dein den wir dir, Jeſu, Reich mich kommen; führe bringen. Von Vou dem Menschen, seiner Natur, Würde und Bestimmung. 257. Nun freut euch, lieben Christen ze. Jaß mich des Menschen wahren Werth, mein Gott, zu Herzen nehmen, und dessen, was mich selbst entehrt, mich allzeit in nigst schämen. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich vermag und was ich bin durch deine weise Güte. 203 ist, sich dein, der du mein Vater bist, zu frenn, und dich zu lieben. 4. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben, dir, den die ganze Schöpfung preist, auch Preis und Ehre geben. Auch ich kann deinen Willen thun, in deiner Vorsicht Rath beruhn, und fröhlich auf dich hoffen. 2. Gott, welchen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen der Thiere, die genährt von 5. Nicht blos für dieſe kurze Zeit riefst du mich dir, in dieß Leben; zu Freuauf deiner Erde wohnen? den einer Ewigkeit soll was jenen fehlt, verliehst sich mein Geist erheben, du mir, Vernunft und Freiheit, und mit ihr Ge- soll auf der Tugend heil fühl von Recht und Un- gen Bahn zu einem höhern Ziel hinan mit edlem recht. Eifer ringen. 3. Du schufft mich zur 6. Vom Himmel kam, Geselligkeit und für der gesandt von dir, dein Sohn Freundschaft Freuden; zu uns auf Erden; er kam gabst mir ein Herz voll und ward ein Mensch wie Fühlbarkeit für Andrer wir, der Menschen Heil Glück und Leiden; noch zu werden. Wie hoch sind mehr: ein Herz, das fähig wir durch ihn geehrt! wie ernst Von dem Menschen, ernstlich durch ihn selbst 2. Schön ist der sonbelehrt, der Menschheit nenreiche Himmel, den er Werth zu schätzen. zu seinem Throne wählt; 204 7. Und ich, ich sollte doch ist der sonnenreiche ihn entweihn und gleich Himmel gedankenlos und den Thieren handeln? der unbeseelt; mir, dem GeSinnlichkeit ergeben sein, schöpfe seiner Hand, mir nicht rein und heilig wan- gab er Geisteskraft, Verdeln? Fern sei ein sol- stand. cher Sinn von mir! Be wahre, Gott, mich für und für, daß ich mich so nicht schände! 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken, ist Got tes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie 8. Gieb, Vater, daß ich schmücken? Was ich nur allezeit auf mein Gewis- sehen kann, gefällt; und sen achte, nach Weisheit dennoch kann sie nicht, wie und Rechtschaffenheit mit schön, wie wundervoll sie allem Eifer trachte; dich sei, verstehn. liebe und mich deiner 4. Für Geister nur und fren, und so des Vorzugs nur für Seelen, die würdig sei, den du mir, Gott, gegeben. zu den Geistern Gott erhob, find sie so herrlich; sie erzählen nur ihnen meines Schöpfers Lob. O! Seele, jauchze, daß der Ruf der 8 werde Gott von dir Allmacht dich zum Geiste 258. Laßt uns vereinigt, meine 2c. erhoben, du, deines schuf. Bild, mein Schöpfers Geist! Sollt ich nicht ken; ich gewinne, weil ich meinen Vater loben, den zu einem Geiste ward, durch jedes seiner Werke preist? die Empfindung meiner Er schuf mich ja, sein Sinne Gedanken tausendBild zu sein, und seiner facher Art. Ach! strebt ich, Liebe mich zu freun. alle dir zu weihn, wie felig 5. Gott! ich kann den seiner Natur, Würde und Bestimmung. 205 selig könnt ich hier schon den, die so mild du durch sein! die Schöpfung streutest, 6. Ich kann sie sam- uns weislich nützen; sie meln und verbinden; sie enthüllt, wozu du, Herr, trennen, wie es mir ge uns weihtest; sie lehret, fällt; die Welt empfinden, daß der Tugend Bahn zu mich empfinden, mich un- einer schönern Welt hin terscheiden von der Welt. an, zu Gottes Himmel Zu edlen Thaten hab ich führet. Kraft; wer giebt sie? Gott, der alles schafft. 3. Sie zeigt uns, was uns wahrhaft ehrt, sie ist 7. Ich kann der Tu es, die als Brüder uns gend Werth erkennen, die alle Menschen lieben lehrt, mir Unsterblichkeit ver- als einer Kette Glieder; spricht; ich darf dich, uns Duldung lehrt, VerSchöpfer, Vater nennen, träglichkeit und Mitgefühl und, handle ich nach Recht für fremdes Leid, uns und Pflicht, so giebst du macht zu wahren Menewgen Segen mir. Mit schen. Freuden, Vater, dank ich dir! 259. Herr, wie du willst, so schicks ic. 4. Sie lehrt uns Menschen, daß, wer frei darf denken, reden, handeln, vollkommener im Stande sei, als Wahrheitsfreund zu wandeln; daß Denuns hier auf deiner fensfreiheit Licht und Kraft Welt gegeben, mit rei- verbreitet, viel des Guten chem Segen ward von dir schafft, und Menschen. beseligt unser Leben; und, wohl befördert. u hast des Guten viel Gott, zum würdigen Gebrauch der vielen Güter gabst du auch Vernunft uns, deinen Menschen. 2. Sie lehrt die Freu5. Sie ists, die keine m Sturme bebt; wenn Bar.nstrahl um sie blitzet, gleich einem Fels ihr Haupt erhebt; das Recht der Merisch Von dem Menschen, Menschheit nützet; sich gegeben; durch reichen Senimmer unterjochen läßt: gen ward von dir beseligt und unerschütterlich und unser Leben; o Herr, zum fest im Kampf der Wahr- würdigen Gebrauch der heit stehet. Gaben all erhalt uns auch Vernunft bis an das Ende. 206 260. Nun frent euch lieben Christen 2c. 6. Sie ist die weise Lehrerin der Demuth, macht bescheiden; sie giebt uns wahren Christensinn, und hohen Muth im Leiden. Jie wichtig ist doch der Wi Sie zeiget uns der Mensch- Beruf, den du uns heit Werth, und sie be- aufgegeben! Gott, als uns lohnt den, der sie ehrt, deine Liebe schuf, da schuf mit freudigem Gewissen. sie uns zum Leben; zum 7. Sie ist es, die durch Leben, welches ewig währt, Jesum Christ erschien in wo uns kein Leiden mehr Himmels- Klarheit; was beschwert, willst du uns Jesus lehrte, war und ist hier erziehen. die schönste, reinste Wahrheit. Vernunft empfahl noch keiner mehr; er wollte Prüfung seiner Lehr und hafte blinden Glauben. 8. Lehr, Vater, uns dieß höchste Gut, das du uns gabst, erhalten! Gieb uns, es zu beschützen, Muth, wenn sich in Lichtgestalten, uns einzuschläfern, Frömmelei und Aberglaub und Schwärmerei uns hinterlistig nahen. 9. Du hast des Guten viel uns hier, Allgütiger, 2. Nicht hier ist unser Vaterland; es ist im bes sern Leben! Dort willst du uns mit milder Hand das Glück des Himmels geben, das uns nicht Zeit, nicht Unfall nimmt; hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dessen werth zu machen. 3. O! laß mir dieses große Ziel durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn, und doch dabei seiner Natur, Würde und Bestimmung. 207 dabei nicht tüchtig bin der im Himmel gültig sind; bis selgen Geister Freude? ich als dein erzognes Kind 4. Auf kurze Zeit bin zu deiner Freude gehe. ich nur hier, dieß laß mich nie vergessen; nur wenig Tage hast du mir zur Uebung zugemeſſen. Schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht, und dann wird alle Lust und Pracht der Erde mir vergehen. 261. Was mein Gott will, das ic. welch ein Glück, ein Mensch zu sein! wie kann ich Gott gnug preisen? Wie des Berufs, ein Mensch zu sein, mich wür5. Drum laß mich seine dig gnug beweisen? 3ch bin Herrlichkeit, Gott, stets ein Wunder seiner Macht vor Augen haben, und hier und Weisheit, Lieb und in der Erziehungszeit um Güte! Ogieb auf deine jene beffre Gaben, die mir Würde Acht, und schätz im Tode nicht entfliehn, sie, mein Gemüthe! die ewig dauern, mich 2. Du bildetest mir mein bemühn, und so zur Gebein, du hauchtest mir Ernte reifen. die Seele allmächtig, o 6. Ein Herz, das dich, mein Schöpfer, ein, durch o Vater, liebt, und dei- die ich denk und wähle. nes Sohns sich freuet, das Vor Tausenden, durch dich in dem Glauben Tugend ernährt, vor tausend deiübt und sich vor Sünden ner Werke gabst du mir scheuet: ein solches Herz einen höhern Werth, gabst das wird allein sich ewig du mir Geistesstärke. deiner Güte freun in jenem höhern Leben. 3. Vernunft und Freiheit dank ich dir; welch 7. Zu diesem Sinne Glück, sie zu besitzen! Ach, wollst du mir, Gott, Muth dir zum Ruhm, zum Heile und Kräfte geben, damit mir, laß mich, o Gott, fie ich immer möge hier nach nützen. Der Mensch ists den Gesetzen leben, dieselbst nur, der reden kann, sonst kein 208 mmVon dem Meischenplase misl kein Geschöpf auf Erden! dein Lichterhellt die Nacht der Mensch nur ruft dich din Grabesin suist Schöpfer, an fann And Sout, ondt illiu rer Lehrev werdenom and 262 dohd ad 4. Du schufft mich zu stell NG DER F Geselligkeit, gabst mir ein Main Botte das Herz ſch bringeli Herz voll Triebe zum Mitch bin di Gotidoin gefühl, zur Menschlichkeit, Eigenthithrauf dewig zur Freundschaft und zur bin ich deinl Mein größ Liebe: und diese Mensch tes Glückin meiniswahrer lichkeit verschafft mit un- Ruhm istewig deinzu sein! zählbare Freuden, giebt 102. Du gabspirmir den mir zu edlen Thaten Kraft vernünftgen Geist, bel und lindert meine Leiden, wundernd einzusehud wie 5. Dich, meinen Schö dich, Herr, deinel Schöl pfer, meinen Gott, erkenn pfung preist, mit ihr dich ich, deine Werke, dein zu erhöhnlispuds!! st göttlich Wort und dein 3. Was umumich nifts Gebot und Weisheit, Güt verkündigt mir, Gott deine und Stärke. Und ich ver- Herrlichkeit, guzu ihrem nehme deinen Ruf: die Preise reizt mich.chier Tugend ist dein Wille! schon jede Jahreszeit. Gott, deffen Güte mich 4. Und sich ich sollte erschus, gieb, daß ich ihn fühllos sein? Ich rühmte erfülle! istin nd dich Herr, nicht? Ein 6. Ich bin ein Mensch Zeuge deines Ruhms zu und darf vor dich mit sein, bleibt emig meinte Freudigkeit stets treten; Pflicht. msdnsboldovi tim zu dir, du hörest, Vater, 5. mache dieser Pflicht mich, getrost und täglich mich tren, so tren, als ich beten! Heil mir! Heil es soll mein Herz mein bei der Zuversicht, die Mund, mein Wandel fei ich als Mensch hier habe; stets deiner Ehre voll. ich bin unsterblich, Gott, 6. Wer dich verehrt, hält dein seiner Natur, Würde und Bestimmung. 209 dein Gebot; ihm ist es gütiger mir diesen Geist, teine Laft. Gieb, daß ich der zwar zu schwach ist, willig thu, o Gott, was zu ergründen, wie herrlich du befohlen hast. du, mein Schöpfer, feist, jedoch, was du an mir gethan, erkennen und bewundern kann. 7. Was du, o Vater, willst, ist gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut; 3. Und diesen Geist, der sein ist das beste Theil. in mir denket, schufst du 8. Kein Unfall raubt nicht bloß für diese Zeit. ihm feine Ruh, und selbst Du haft ihn, Vater, mir in Traurigkeit, wer giebt geschenket zum Leben in der ihm Trost und Schuß, Ewigkeit, um da vollkommals du? Wer ihm Zu- ner zuverstehn, was Sterbfriedenheit? liche nur dunkel sehn. 9. Nach hier vollbrach- 4. Zu eng sind dieses ter Uebungszeit geht er Lebens Schranken für eizum Himmel ein. Herr, nen forschenden Verstand. laß mich dieser Seligkeit Der Keim zu höheren Geganz Bestreben danken, als je ein Sterbmein weihn. licher erfand, entwickelt sich erst nach der Zeit im hellern Licht der Ewigkeit. 5. 3hn sättiget kein Gut der Erden, kein zeitlich Glück, so groß es sei. Um ruhig in sich selbst zu werden, bedarf er mehr, das ihn erfreu. Er fühlt, daß diese ganze Welt nicht seinen Wunsch zufriedenstellt. 6. 3war tief ist der her2. Du gabst zum Den- abgesunken von seines Urken und Empfinden, All- sprungs Herrlichkeit, sucht oft, 263. Wie follt ich dich, mein Gott ic. Gott, ich preise deine Güte, die mich so wunderbar erschuf; und mit frohlockendem Gemüthe folg ich, o Bater, deinem Ruf, ein Zeuge deines Ruhms zu sein, und deiner Wunder mich zu freun. 210.pnummiffs Bowend wschungserenist oplo vord Lirft Bet dedet häntrimidyohidroäglich tirtnttive sen( hWohl ofnstvenn. Daß Dolfio dst Dingen dieser Zeit; jedochuvas Whillen geben ingurths er sucht findet nicht, iBobringen ucherligt. was ihm der äußre Schein Wodne dhe Unfib versprichtse pitchömll lichtattip bie widmbaroch 19TDi prägtestor ihm tdich fubind Gestorffreat! durchfeileGewiffen Ge- döaisg, thihf 19nism in fühl von Recht Und Un- thirstull 264 i 197 recht eitt Das Böse Bofessigertit. Satten and nase. Leider üffen, undus de windervoll Westhofst, gendhafte Helig felher- thimicho ottin Fennet ergochni ificht der Gott, nichspreisesdich! Jenichtürden Richter hierj mieheriichnantchnbetraihte, fehow in Gericht S druhutlicho tiefell Brant, is BusDein Tugendhaften berodit gebähit.; dnn? ist hienieden oft An sehv 2u Wiendarkaichihfür widrigesin Gefchiiumbmein Gesichtssich selben, Voos für diese Zeit befchie- reinstem Hom neetslithtö Hie den; deind Listerhaftenbofts Bundendien po, Herr biel Glück. Gewiß ersteine dein Watt,, n? allen skuranded( Welt ist zum Ver- tenfaufgufbellile rsd fi geltungsort bestelltanisd fidh durfeh ihoijentior191Gott, hvonn mein Geisthinenid Höhpo hichrigahubbs dieß überleget so hoffe er Himmelskförpéarehodie, schön isterbrichfeit dochys Gobiam agband in stärker fühltiser sich bensland Natht, torst Moitdes weget beim Licht, das ihmuandsdeill Sterne, Bit. sein Wort, verleiht; didars6419 Kliffs renuntuiser fieht er mit Gewifheitioingiafthiim Meer, Jed auch er werden unsterb- ich ein unzählbarstider lich seinugod dlst sim suschöpfos alle Suhön10.Herrinlaßozu jenem heito weichisteins ch bessernooLeben die ys- hursanderipiglechio rif 3 5. Gott seiner Natur, Bürdas undo Bestimmung. 0241 bih Gott würde mirmichts gend foll mein Herz allein, dener Welt patrch.meinesfo langtch kebe, heilig sein. & Aluges Richt ehellte dannhadsj; tis 199id nopni mich: 1 ( hdmemo preis sich dichtbil närburfreudenitoso ürbin tsoni265.hut 19 ch sehe Gott ishte tingivited gerte bit qut Allmächtig großer Gott! Und Weisheit, Kenntan wer kann dich gnug erniß meiner Pflicht, gewäh- sheben? Du gabst der ganret mir ein Unterricht, gendWelsithra Daſein, den die Natur laut wie Kraftjatudj Lebenis Was derhalltha arudder durchs Geist undisKörper heißt, Dhe taim Herzen schallt. was End und Himmelhegt, 927! Bielis Gegen, it giebt hat deine Hand gebaut, die utir beineb Hand in Fluß jetzt noch alles trägtsin Jaar Meent auf Flur und 2. Duischofst ich dank Land; iselbstg Wohlgea es dir, auch mich zu deirichintach wird anir gewährt ner Ehre; und wolltest, durch alles bijwas mich Gütigster, daßesich dein sistärkti land mährtustynist Bildniß wäre, Drym T798. Erquichungsschaffet schufst du auch den Geiſt, mirndien Luft ,, und labend der in mir, lebt und denkt, ist der Bhinen Duftst- mir zur Unsterblichkeit aus Gottvicke Freuden gabst deinern Huld geschenkt.p & dulanir hich danke dingichi 3 elch ent großer sidante inrötelsmmid 193meet af dazuldu, Gott, ni Kuchp will ich deinerhuntch schusest! ie herrlich Güdll frenh, tdes hohens ist das Theil, wozut du mich Glückspuein Menschinguperusest ti Diri Höchster, feing und gern erfüllen den ähnlich sein, vollkommen Beruf, mogu micht peinesoin, wjeduc Dn wohl mir, 19Güterschuss nis bidwenn ich bint: Hilfe du # tö Willil vedlich chüßen mir selbst dazunist bil braftinn geithindi fäennon4.uafn mirdies( große für die Elpigkeit deriTar- Biel doch stets vor Augen 02 schwe 212.Bon dem Menschen, feier Rahio od nov schwebenar Mein allen Sawis weit bing ich stärkster Wunsch, mein noch fern, o Gott, von eifrigstes Bestreben in al diesem Ziele! Du weißt, Lem maintem Thun fei dieß, was mir noch fehlt, und os Gottdo allein undaß sich ich, ich selber fühle, wie auch so wiendungefinnet wenig ich die noch im möge seinnöt si a ten ähnlich bina Debilde du mich ganz nach die, und deinen Sint Du bist der Wahrs heit Freund: laß mich auch Wahrheit lieben und mit rod. Beglückt ist im alse stets munterm Fleiß in al- dann mein Lebenslauf auf Lem demis mich üben, was Erden, wenn ich dir an mich gur Beisheit führt; mermehv schon hier kann zur Weisheit, die dich ehrt, ähnlich werden. Dann und allem Beifall giebt, werd ich ewig auch mit die was du uns selbst gelehrt, vereinigt seinaisund nich hib. Laß deine Heiligkeit ohni Unterlaß Gottdein mich selbst zum Musterneh ner Gütes freumbli ment. Hilf mir die Sünde lisd du 266,98 flichuy des Fleisches Lüste onun ntheir fallerwarde zest zähmen;( nur idas), was Vollkommner hier auf rechtrist, thun, des Guten mich erfrenn, und dein, ders üben, will, auch gern bet hilflichoseini u modni 7. Gieb, daß ich so wie duvein Freund der Mens schen werde, dem Wohl thun Freude macht, der Kummen and Beschwerde dem Nächsten Germerspärt, sein Leiden ihmaversüßt, und wod er helfeu fann, zum Helfen willig ist. Jefus ging auf ihr voran. Erden, einst selig dort zu werden, ist Schöpfer, mein Beruflis Drum fei es mein Bestrebenja ganz fürnden Zweck zu leben, wozu mich deine Güte schuf trh Dein Wille soll gen schehen. Ich will sie muutha voll gehen die steile Ma gendbahu! Sie führt durch Kampf und Leiden doch einstznewgen Freuden, und Von Von der Stade und ihren trailligen Folgen. 213 fradta a 11797 01 mart bure11011 Von der Sünde und ihren traurigen this@! shi mgenlai nodemo soligin... dunds267 rim snar wüftet Hütten, trübt jeden gigers Niebter Befil, was habui Segensquell, droht allen ( Hotty worist Noth wo Tagen mit neuen Plagen. Elend auf der Erde) 6. Wie könneit? SünHerzlichster haft ng wären wir vom ungling bis zum Greife, gehorsam vehiem Willen, gutundweise waswürden wismitfrendigem Gewissen für Glüch genießen! rou das von( der Sünde nicht der froh zum Himmel geboren werde! Wienen schauen an dich Gott, den sich nicht jeder Thor- denken ohne Furcht und heit Freuden in bittre Grauen? Fan Tod and Leiden!( hi sot, 196 Grab, und an eins ewigs Leben und nicht erbeben? 17. Die Lust zum Böſen fesselt sie, und wüthet fie leiden selbst durch das, was sie gebietet, und bahnen sich den Weg durch ihre Fren 3. Denn schon und heil- denizu Gram und Leiden. sam, Bater, sind die Ga- 18. Wie können wir geben, die wir von dir gut nug, Gott, dich erheben, wahren Freudents haben. daß die uns führen willst Wb stromt hins nicht der den Weg zum Leben, uns Tugend Heil und Segen helligen und stärken, alle von diesentgegen Bism 89 Sünden zu überwinden. 14: Wie würde jedewahve sic9. Heilsuns daß uns Luft auf Grdenbirerhöht, dein Sohn mit diri vermio jebelaft erleichtert söhnte, uns, Sicht gab, werden, wenn unser Beby mud vom Gündenfoch rentden Talischungen der Süns wohnte, ind ustundTrieb, der stetswiderstlindeddnsg auf deiner Bahnzi wanh. Dochpachs fie herrscht, um alles zwzeroütten, eva schüttert Chronew itud ver deln, mud recht zu handeln. 10. Laß uns denn immer mehr geheiligt werden, 3 und Univ.- Bibl. Giessen 214 BUN CAise und hien trauvijen Følgent 91 ulls die flets fötyfam; die 84 Siht, dote Abgliſbi getreu duperbenthan Fregel bintet! Wie eel was du willst, bis wit zi walt und Toilnhet gleichi diterhubeftdich eiig der Beft im Mittag wit lobetrotny housn this dithet wie verwbifur Hened of Boldlub rotull Achelet" suche inter aller tim 1911 nd Zeiten Fluch und Jammer tim 19 11268! du Mier modit verbreiten go?.e er ich habe mißgehandelt runt hu Und wits Studer zu Gott mit Leines Men kounten wahnew, Göktés schen Sünden, was heiliges Gericht rächelteiel für Uebel zeugen sie! Und nes Elends Thranen, acht dann aller Menschen Sün auf unsre Laster nicht? Deel den, wie viel Glück zer- Gerechte der Verbrechyev! fibreht sie! alle, feit dem gelt ihm gleich;" es fett erften Falle fedes Men fein NächerS feltinden," alle om 6. Japfehrishchrecklich 2. Nur ein Fehlfritt auf sind Verbrecher, weil e den Wegen die wir wan kaum vollendet, fich selbst dett follen Gottwas verfolgen furchtbard va zernichtet der für Segen, chen Richter, dein Gefer wie verjenti oft der in und dich! Ach; dehi Laſter Noth! Ah! was muffen folgt Verderbert Armuth) wir oft leiden( blos für Schmachuchund& frühes Einer Thorbeit Freiiden. Stekveni dushür S 97. Und wie quält ven 3 Starte, ott, verfol gen Schwache Schwache feit Gewissen, wenner Schwächre Getz und worfneThatele Abt? Kann Neid, Menschenhaß und er jenes Profts genießent, Durst nach Rache, Wol- den nur weinest Tugend luft, Stol und leppig hiebt? Kailer, öhněnza feit, wie erfüllen die mit erbében, denken an ein Plagen deine Weft;" wit tanftig Leben& E welchen Fidgen! 9618?? etstide, Heft, ich Baykey indhund, ihreuntrywia Felgeyu 215 ich hehe, Joß mein Herz lange.Humpth folgt auf ſe est vragißt ,, of werny Gündenlijk, englipol hebt ichistichts belig deben estst sein Herz und, bange, jucht migine Hoffnang ito felig vergebens, Fried wud Ruh, dort inajichan, auf Erden, und eilt neuen Lastern ruhig getreft, zu ve 4. Unter schuldlos frodevampe duy( hulz, ustige hen Reihen wandelt notigg 9. Laß michotttdie trübem elt er mit Blicke, will und Sidraneiden, daß mich kann nichba fröhlich sein, jedastlarechtscheun; fchuld sehytvergaygue Zeit zu bbll loßtsolen meine Freuden rücke, wird, das HF f z z reins, zense will ich, Groll und. Neid, Störer, sebe ich mir, raft ihrer Fröhlichteit, o nuor wah deinen Willen, immer 5. Mottes, ijchön ge thuevzu Brfüllendi on schmückte Welt iſt umſonst 269uchnie nist für ihn geschmüßtet; Blubilkabineine13 versiche. menau, undantenfeld, Tugend, wie befeligst du, was dey Tugend Aug entNona sourch, fauften Seer zücket, dem ihr HerzeentLan Friedma Phye pich ist gegenwallt, läßt die stumteines Ruba ist kein mahn pie Seele falto tatching ve Güch hiemigden einer 6, Berr, dein heiliges nj feine Freude blücht, wa des Gericht trifft die Sünder, Herzers Unschuls flight die dich halten, die Ver2. Drückend ist, des La ächter ihrer Pflicht! Herr, sters tchischer der ich will dich nie verlassen; Sanden Harpeus Bands sich wis in Benuchung und ihn n slang wählt die bet, und, erhalte dir wich derheitsymathan de f.Jodnoche, disit Grunds Rande, dünft jih-Joel choil, bon fun glücklich, 19949ß Dund+ Ft- piqqall Outf p Api dep tigfstan, Schgyerek tim 3. In der gestir Brast eile keiner Freude e fag Michen, hin 20.113 u peg deigt Böies that! Du hylden, Wienschen thi D4 1 316 Von der inde und ihren travrigent Folgen. zählen, wie oft wie vor, die schlen? Herhjmes aus d5 schen gut.Du, Höchsteg, oft zar Sürtenliebes( Wie aab in jbyn Kräfte zum feli könnten spir gen Geschäfte in Heilig Asit si maudeln, itetsrecht vor dir zu handeln.nopis gebracht, laß in der Wah uz Ba ist der Unschuld heit light soheil app mans Ruhm Ach! wir zidein erkenpendeß mitachon Eigenthums wie, tief sind Gruft fentbrennerin siibet wie gefallen, Wo ist jetzt Sünde; zentsagenip} der unterallen ein Menfth ganz Beffringe nachzujahinnsg rein pon Sünden, por dir, 6. Wohl demus der hie on Gott zu finden gewinnten Gotto bertud³na Schwach sind wir derbt wir sind, fo willst du von Natur. Mns rühren unsbechhellen, mandsträfte Leider! Hur die Güter die- uns ertheilen, ischön puies fer Erden, die nie, poll degum auf Erden Mirgleich kommen werden, mehr als gesinnt zut werdenssjus die höhern Gaben, die uns Hered diese deine Hails auh kwig, labendust not laßuns durch unsre Schuld tindhidir, folgen, dünkt nicht frevelndlich verschers uns Zwang. Des Herzens zen. Erwecke unsre Herzen, mächtger Hang reißt uns din nicht zu widerstreben, mitantem Triebe sehe damitpirh emig dlehenbin na Nothwendigkeit früher Besserung. * of pi27.1.; nopsied eum verlier ich denn noch popfidy Fromney, Both en ch einen, Alugenblick at stu Magt ich es fänger och to Wahr ist deß, es iſt die Buße aufzuschie schwer sein eignes Herz bes bey, 131 perint mein Sote kämpfen; deri Günde, we mich ſind, würd ich derſtehn? und böse Lüſte ruft: mich nicht lieben nicht dämpfensi doch dest bleibt wahre Besserung nicht meie meine Pflicht, und jede ner Seelen Glück? Wa- Schwierigkeit, die heute mich uplo othwendigkeit früher Vefferung, ⁰ 217 snillh exschbeckty was schwe beschiedene ur verder ver, buth se rigeitinnöl ihm gehorcht, erwählt das De öfter ich das thit, beste Theil, wer von der was Fleisch und Blut be- Tugendweicht, verläßt fein fahlen, je startet wird der eigen Heinod ng Hangyodie That zu wie di: Was hält mich denn berhofen. Schen sich mich zurück, das Laster zu verlasheute nicht der Türste Knecht fen? Weil es mein Unzor seimpft werd ich mor- glück ist, befiehlt es Gott geunschon das Böse min- zu haffen. Was hält mich bir rcheund Ido a denn zurück, der Tugend 194. Wie schnell kann Freund zu sein? Weil sie nicht beroob mich dieser mich selig macht, befiehlt Beffentvücken! Und Beff sie Gott allein ist ring ist kein Werk von 8. Die Bessrung führt wenig Augenblicken. Ein mich nicht zu lanter Augst Seufzer hin zu Gott, ein und Leiden, fie führet mich Warnschi wachBefferung, vielmehr zit Gott, zu wahauch Augst vor Strafen ren Freuden, macht meine reicht nicht hin zur Hei Seele rein, stärkt mich mit ligung hours Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand und Muth zu jeder Pflicht. 15: Meini Gott gewinnet nichts wenn ich ihn kinds zu ſein, mich in der En werd erreichſt Kräfte dar, uns selber zu gend nibes Wenit ich das besiegen; der Sieg, so Gute thibbashir sein schwer er ist, bringt göttWort gebelit, fo bringt lithes Vergnütgen. Was esd mich allein Mih und zag ich? geht es gleich im Zufriedenheitsam Anfang langsam fort, du, 91163Sofuß ein Lasterlift, Gott, bist ja mir nah, und po glebte doch teinen Frie stärkst mich durch dein den Der Tugend nur Wort.hu its allein hat Gott dieß Glück 10. O gieb denn, weil ich D5 2189 Nothwendigkeit frihei 1 Beſſeraðugil idget, Hetri delne Nuf schwendet und, nichtraugeid noch tömy; diß ich tuchi wandelr thipul mon uitgespigut von allem Böst niks Möchte.täglich deine set tehte; fosdarf ishmithao Gericht iminnor Bugest zu späty zucheinen igrößtenn schaveben! Möchtich mich? Bein, meintiers verfönsmastets meiner Pflicht treu tesGlimthts meineschuldi zu sein, bespepa, daß ich berewint driat med inoch? nie thöricht hie qu Ber Augen tudokop tuidred sebe, uteludt Fleißherd es 15. Sehre ich gewissen vid and 272grs. walde( bid. meth Weist beteit a da panda haftunine Zeit adwendin Bodhind eingedenk Den Rechenschaft Hery, ich bin pein Eigen jeden Tagvollendens i bar Sathum, dein ist auch, daß ich detustlich mich mein Leben. Mir zum Heil den Tago anchtihenter past und dir zum Ruhm, haft rauf vorbereitei ir] 197 6. Zeigt fich perst bier Ewigkeid furchtbar in der Näheiso dann istio nicht mehr Zeit, daß ddy Guad erflehe. srende Fo mirs gegeben Väters lich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Bitt entgegen. Helt tommt dit thit großer, Reaft zum Gericht nic nhon drohtzo Bunlich auf Erden. Dann soll deinen Billeu, Hend, grisht ich zit Necheifhäft datgel mehrfüllendim atlsport steller wekden. Dein Ge 1117 Mein Gewisseu stuan Ficht schöner hithe Rich se mithagleich, so ofteich terballet Welteng benn felfle, hing di nind white du fichst velgellelt. Töut Gott, daß ich fald daz 19B.Wehribantinis in Bessive hmählan Ruhse Ewigfestprehut jich deine Wuh schaffest vars hohen Gabel mehiakräfte) utcine orlonfrieden dahit amir Beit nicht gbbraittchet Haber schotodhienidei lis nnd Wejdannbinirds habirch imnd Damerdich duch thiend deinis Bescheut ver im Gericht, Henn, gr dir Nothwendih feit früherol Befferingit 21.03 diepbestehen, dund tvor deih? J14 Wahs ift.ctptb. nem Angesicht Freild und ist stets bereit zum Wohba Wound sehen.sülh déin thünk, zur Barmherzigfrita werdich fein udinjenen doch derfundeil Ghott fo Leben dwigh bith orheben guadig pistisch font zu; wort thilfe Tonin etsfündigendentschließt, uind bi and 3d is ng seiner Seeben felbft nicht 18 de Mithiahtsin schont, dem wird, wies er baht dy lebe! spricht verdient, gelohnt. seine Gott: mir.ast nicht liebo bes Sünders mur 5. Vergebung hat dir zwar dein Gott verheißen Torhjich slin Erbarmer, durch des Sohnes Tod; will vielmehr) daß er von doch, welchem Sünder fage Sünden stchlibekehrhund er wohl, duß er bis morleb und einst von Stra gen leben soll? Neth, Frevy fen frei in meinem Him en gt difpricht der met felig het. tpisa Herf; jedvaj die Stiinde jedoch Stündé 192, Endage Sünder, bigg no hrdin bil was Gott spricht, deisreik mis on ands? volt doch verzage nicht; 6. Heut lebit du, heut Hier findet deine Seele bekehre dich. Was ändert Ruhe Gott felbst sagt dir nicht, por morgen? Vergebung zu, lind er vers Wer jept gefund it, siegelts mit dem Eid, sei stirbt, pielleicht e th, er nuw zur Besserung( Bereit! den Abend noch erreicht. biza hutegdivor Stürbst du nun unbekehrt Sicherheit Sprich nicht: 344, Gott, wie schrecklich zus Beffriigists, toch wäre dann dein and na Zeit ich will nich mit der ni ZinHilfirmirds Vater, Welt erst freunt, ind, hilft daß ich noch heute, werd ichphrer mitve sein, heute beffreicheh dnet dann eil ichindibekehre ne Sthutdo fich mehr maoch mich, bund Gott erbarmt häuft eh inich ein schnel noch meiner sich mi ter odbergreiftzo damit ich 220 Nothwendigbeitefrüher Befferung ich heut mud jjederzeito zu Wort veraltet, und#ach meinem Ende fe bereit Weltlust, Chishtls Geld mia di 89 träd S nicht nach Tugerid Frachtet! i 19: 27460 11 1103) Wenn schön der Töd and Thaungteit td Herzeleider& uns ernstlich drohtz wie ieb Rew und Beid, gieb spät) ist banih sterBases Gieb Traurigkeit dem, wele jetzt ant Tage feines Beils cher ifrevelnds fündigt falleredibizu Fußabdsiz Strafeni werdhidhm ound 4, Erbarme dich, Goit) Gericht hier zum Heil väterlich um deines Sohu verkündigts him sonu nes willen Huf uns deta Hilf liz. Gott, störelidu die ner Gnade Ruf gern und eittel Ruh, ibes, ber dein bald erftille!.d hid and usden Coppnisar st Von der Bekehrung des Sünders and 275. Seelenunun hound wurd druß! Daster, Quellen Junendlich wachet mein meiner Schneegen, wid Wie groß ist des Allmächtgen zc. Gewissent aus feinem zügellos lief ich euch thch! Langeng Schlummer auf, Nun lohitet ihe mit Angst und prüft, von später Reut im Herzen mit Unzufrtea zerriffen, aufrichtig meines denheit und Schmeach id Lebenso auf.nd Nichtsp 3 Worfind vienFrens nichts als Thorheit und den nun der Sünden die Verbrechen und Sinnlich- sie mir so gewiß versprach? feit tentdeckt es mir Cund rufet drohend: Gott wirds rächenly OriSünder wehe wehe diek sod unst u Ach, wie verrauschten ste geschwinderbundaloließen Gram und Unmith nach! Zugleich mik euchi schrheiz nan Washabotch, tin teln Freuden, entslotp mir feit so viel pBahreif von meines Lebens Ruhy nun meinen Sündenfülk Ge- stüruren täglich neute Letz nua Achp lauter Schreb den von allen Seiten dif ten und Gefahren Bein, michigu.8900 4. Ich Bonuden, Belehrung des Sünderk 221 Ach fühless remig schoneroffor vergiebst du werd ich leben; undrevig meined Schuldud manism ist den Elinder Bein! Was 7. Hört es, ihr Himich verdient wiede Gott mel! Erde here! Seid mix geben und schrecklich Zeugen zwischen Gott und wird mein Matheibi seint mir: vergieb mite depi Berachtetiishahn schseine gerl ich schönen Berin Liebe und nicht geachtet Tode Jesu Christi dir! sein Gericht gerecht wenn Erbarm dich meiner und ungestraft sich bliebe, wär befreie vom Elend meiner end der Welten Richter, Sünde mich; mit kindlie nichtarrop Just ednou n cher mit steter Trette will 5. Darf ich dir Höche ich mein Gott, Jverehren ster, weinend nahen, der dich! du deid Übbl den Sündern schwörst? noch hoffen, Se gemsgur empfahen?! noch 19198 190 Hall 276. 35 Herzliebster Jefu can si großer hoffen, daß du mich erschflehe, Gott von ewig hörst? Du bist gerecht! Gütezn dir mein Herz erbebet vor dei nex Heiligkeit in mie! Du bist dien liebek Dieß er hebet mein sinkendes Vertraun audirkod mit Heil verlangendem Gemüthe. Wer hofft auf dich; der hoffet nicht vers gebens, du Gott des les u nad bens. tisdrod 8In atchin Wenn ich nun noch 21 Du willst nicht Op der Gündorentsage ,, fie fen, Richter aller Welten flichirals& Schmach und Was könnten doch Ge größte Matht nun noch schenke woni Dir gelten? nach Beinem Willen frage Du kennst das Herz, und und erauftlich ehre dein Gen willst, bstatt allen Gaben, bot: wenn ich dich noch mur Beffenng habent til in einem Sohne anrufen 3) Wenn sich der Süna hab, ois Gottn Geduld der wieder gol dir kehret, um seines Todes willen und dich durch bessere Ges sin Bout der Befehmugs& es Sümbers. finnuglehrelt sowioftdu weg oft der Schritt geseiner Süupl nicht geden- than! eichnell! Mein then, ihr Gnade schenken. ganzesHerzerschrikt, wenn 4. Altwissender du e- gain diesem Abhwund blickt! heft antiate Neive mit dern Dibolastetthathu wiejinah richie Besseihig bir gelob grenzt fieiams Fehler, rsdie baufs Menet stewirstbit, ans Gott versichy Herr, nderndu in das Herz tannst Herolltmein ganzest Herz sehen Gott, nicht ver erschrict, weunde in die( schmähem sasi hi tim fengAbgrund blicktbliog 65819Gotthbftärte mich, 3. Schmalnift der Weg des Fasters Neiz zu flie- gu Gottes Höhn und we hen, ein gute Gewiffent al mige ofindibiel ihn lgen; em borzüziehenglso gehtdie Pfort ist enginund der ich auch, Herr, deinem murs dringbo barech sies gu reichen Segen gewiß ent- Gott( empory devivingt. gegend isd forslas 13ch lieg auf meinem Annoi 89fjar 8sd ta ngesicht und flehundimeinenaßndein Lichtimir 790 diohtni diaj mein! 10 Herr leuchten( Baterlaß mich tch Staub vom Stambe, deinima Lebennüns im Swers bindich, der Sün Tode feiwlu i biá ná der, daß du meiner dichrsis 4. Deri mirin Christo noch stetsdu Heiliger, alles öğabph Gottunfiel mit Herbarist, Welkrichter, mei Gnadsauf.mich herab!. uier dich erbarmstdriBum! auf mich, anberbinde Glauben, unduzum Thun schnellemi Naubidden: Himzu fchwachingiebt oft mikin melderben mnd den Staub! Herz der Sündes mach; O Seele, sinbe iederitief geschwächytil wirdtismeines vor demji derii Ficht ins Geistes raft durch Sinh- Bébeng, hief! Sintisin lichkeit und Leidenschäft, odem Staub Boruden hin dels 8222 BusWie schnelbiist von ab, inberundintsins Ghristo der rechten Bahnfum Irr- nalles nga bnsds? mi tup 278 & Buni Der& Belehmu uglsdes ründers. 3223 optisch 278 10 pour Eheiben; Es schrecke von missus! at the stadt des Laftris Phad Don jeder 11 Batch bens Barinher- terfalibten hat mich milogtuiteldichurfaite dizu- simerdornzüüchell A Fuß und that Roch Anso 5m Geiste Gottes judisiderrhosemzeibipoangam- daden Seele Sichtjegidrer on Herzen Binjal Was, der Gedanken, eritinreinich ght ihtimechtsgetham Qorijansi Weltgericht; begiunt dapi Esbaumur, da bermein Herz, zmwankenjdazeihdthildr diadhd Ideiner mit ich jede Sünde flich, pfen Bütemh E hind ChönchthoGeiza und * sut BritQuid dGeberiowahrer Wollustisitles mein Herz plentithiaimamijongnir, beflectens möges nis d mightsqutä bet darchsp 6 Und schlägt die lette heine Gmadepravatkeributtundermiy, sohhilf mir tworamsds miaynoch fehlet. überwindeupps ons meine Giebsmin den Geisth der Seele Trost bei diesdu Heiligmang daß ichsan Gott des Trostes, finden. immeindri Beffedung Anits je Belehre mich, aß Schmerz dem JDages mchfusibust und Noth und selbst der mi Bullndid? oresii der, letzte Feind, der Todanich du dich für uhsi dahito ge- dich zum Beben führe ohjehed, turhastrans freierbid onion279 and 196 tipuldiauthomich derdöstim, spela guten Kampf hab ich eugen( Behen.fiMeidneiebstevi Bater, ich dein diginachers and, ein Gott! Kindfalle vor dir wiereniharu odihnite imet eender du weißt, was wir ! Jeans Both, ommusgioblmir nMenschens sindhand 756 einedviviedijus 1s mmst dich wieder. Groß sni 4hfürsSünber floßziftismeine Sünderschuhd, ndeinthores Birt, zumNet- die Anitha innigstestet; tidigubomo Baldotentsso größers de ned Baterhuld, afpini eandenaidaurhaninzu ndie ich noch deflenet. gut im Lebendonesian Trmar ch bisicht werth, f 224 Von der Bekehrung des Sünders. werth, zu dir kindlich auf Gott, verstößt nicht gern, zusehen; doch du bleibst er begnadigt lieber. ein Vater mir, du ver- 6. Ewig bist du so genimmst mein Flehen, kennst finnt, Schöpfer meiner mein Innres, siehest mich, Seele! Auch wenn ich, wenn ich vor dir weine, dein strauchelnd Kind, noch und vergiebst mir väter aus Schwachheit fehle: lich, wenn ichs redlich so gedenkst du, der du meine. weißt, daß mein Herz dich 3. Du bist meine Zu- ehret, meiner Schwachversicht, außer dir ists heit, und verzeihst dem, Reiner! Dein Geschöpf ver- der wiederkehret. 280. O füßer Tod bei Jefu Grabe se. wirfst du nicht, Gott, dich jammert feiner; der du deinen Sohn für mich in den Tod gegeben, sein Er löster bin auch ich, theur erkauft zum Leben. 4. Dieß, dieß soll in jedem Schmerz mein VerDein bin ich, Gott, bein ist mein Leben. Wie tröstlich ist mein Ursprung mir! Du hast den Odem mir gegeben, mein ganzes traun erwecken. Vor der Wesen kommt von dir; du, Sünde soll mein Herz, nicht Vater, riefft mich aus vor dir erschrecken! Trauen dem Nichts zum frohen will ich, Vater, dir, stets Anschaun deines Lichts. die Sünde haffen, nie 2. Wie viel hab ich dir vergessen, daß du mir so zu verdanken, Herr, der viel Schuld erlaffen. du mich bereitet hast? Als 5. Preis sei dem All- mich die engen, finstern gütigen, der mein Seuf- Schranken des ersten Da zen kennet, der dem Gnade- seins noch umfaßt, da war suchenden freien Zutritt bein Auge über mir, da lebt gönnet. Sing es, Seele, ich, Höchster, nur in dir. vor dem Herrn, fließ von 3. Du gabst mir die verFreuden über! Gott, dein nünftge Seele, die hier so lang Bonber Belehrung des Sünders 225 lang in Fleischerlebt, bis meine Gliederzu Sündenfie, daßsihelkein Wohlsein Gliedern oft gemacht. Vor fehlej dein Rufizimn.chö- dirs fall ichmin Demuth herionGeisterhebt., 1Dit nieber; uvergiebia masnich gabstmirSimme und Ber nicht recht bedacht!, Bers stand, rund Lebensglich mit wirfamich, Bater, nicht milber Handauch ua von dirluschaffiselbst ein reines Herz inmir. hil ud4. Weund biauf meinen Wörpen hehe, den dnisso titusipol ausgebild, so wind, Bater in der Höhe, mein Herz mit Ehr furcht ganz erfüllt. Ein jeTod diritrendend stets ein Freund der Tugendhei 8. Hilf, daß ich dir gur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib, und Glieder ige be zu Waffen der Gerechdes Glied, in jeder Sinn tigkeit, daß ich bis in den reißt mich gu deinem Lobe hind lohi nid ni si Ditoch deiner Vor- 94 Fällth dieses Lebens jicht grädges Walden, die Hütte nieder; mvollendnich mich vom Kindheit an luin meiner Tage Lauf: o Gott, pfing bin ich bis hieher noch so richte du mich wieder erhaltenyofotiduoder Tod verherrlicht aus dem Stau vorüberingingsir3chssiche be ausas Dein ewges Leben noch, und preiza dich, Here, sei mein Theil, so preis deine Rechteischützet mich. ich ewig dich, mein Heil! vid6h3th Buid nicht werth sin affod adult si der großen Witte, dier du, of sim 281. mein Gott dansmit gethan Beschämt, empfindet mein Gemüthe die Schuldh die Mie thener, Gott iſt ich nicht leugnen kann. Ich deine Güte, die alle habe, was mich seher Missethat vergiebt, so bald schreckt uvielfältiga Seel ein reuendes Gemüthe die und Leibubefleckt Sünden, die es sonst geliebt, nerkennt verdammt P und 7das Herr, ich habe fielty diugh.lsid Wer nur den lieben Gott läßt zc. 11134 226 Von der Bekehrung des Sünders. und ernstlich haßt, und Zu- mich mit Vaterhuld. Ich versicht zum Mittler faßt. will mit Ernst die Sünde 2. Doch laß mich ja scheun und willig dir genicht sicher werden, weil horsam ſein. du so reich an Gnade bist. 6. Daß mit GerechtigWie kurz ist meine Zeit keit auch Stärke durch auf Erden, die mir zum Christum mir geschenket Heil gegebne Frist! Gieb, sei, will ich durch Uebung daß sie mir recht wichtig guter Werke beweisen. sei, daß ich sie meiner Mache selbst mich treu, Bessrung weih. Herr, in der Liebe gegen dich! Sie dringe stets und leite mich. 3. 3war, deine Gnade zu verdienen, sind Reu und Bessrung viel zu klein: 7. Laß mich zu deiner doch darf sich auch kein Ehre leben, der du die Mensch erkühnen, zu glau- Missethat vergiebst; das ben, dir versöhnt zu sein, hafssen, was du mir verwenn er noch liebt, was dir geben, das lieben, was du mißfällt, und nicht dein selber liebst. Laß, Vater, Wort von Herzen hält. mein Gewissen rein, und 4. Nie kannst du dem heilig meinen Wandel die Schuld erlassen, der sein. nicht die Zeit zur Bessrung nützt. Der kann kein Herz 282. zu Jesu fassen, der zwar Wo soll ich fliehen hin ic. auf ſein Verdienst sich Mein Gott! dir ist bestützt, doch in der Sünde wußt die innre böse noch beharrt, dafür er selbst Lust, die Quelle meiner ein Opfer ward. Sünden, die Menschen nicht ergründen. O, heile du aus Gnaden der Seele 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen; vergieb mir gnädig meine tiefen Schaden. 2. Des bösen Herzens Schuld, beruhige doch mein Gewissen und tröste Grund wird oft durch Thaten Von der Bekehrung des Sünders. 227 Thaten fund, die mich doch heilen und Leben mir vor dir verklagen, und ertheilen. mein Gewissen nagen. 7. Hat sonst des FleiHerr, willst du sie bestra- sches Macht in mir ihr fen, wer wird mir Net- Werk vollbracht: so gieb tung schaffen? mir Lust und Stärke, daß 3. Ich habe wider dich, ich nur gute Werke beden Nächsten und auch schließe und vollbringe, und mich vielfältig, Herr, ge- ewig dir lobsinge. handelt; ich bin den Weg 283. gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. 4. Dein heiliges Gebot zeugt wider mich und droht, weil ich( dieß schlägt mich nieder) nur gar zu oft das wider gedacht, gethan, gesprochen, und deinen Bund gebrochen. Eigne Melodie. us tiefer Noth ſchrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mich Armen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir, dich meiner zu erbarmen: denn so du willst das sehen an, was wir nicht recht vor dir gethan, wer könnte dann bestehen? 2. Vor dir gilt nichts 5. Verwirf mich nicht denn Gnad allein, dem von dir. Hilf, Herr, er- Sünder zu vergeben; nie barmend mir! Erneure ist der Mensch von Fehmeine Seele, daß sie nur fern rein, auch in dem beGutes wähle. Wer kann sten Leben Vor dir Niemich sonst vom Bösen, als mand sich rühmen kann; es du, o Herr, erlösen? muß dich fürchten Jeder6. Drückt mich der mann, und deiner Gnade Sünde Joch gleich mäch- leben. tig, so bleibt doch weit 3. Drum will ich.nur mächtger deine Gnade. allein auf dich, auf mein Wie groß auch sei mein Verdienst nicht bauen; Schade, so kannst du ihn auf dich verlassen will ich P2 mich, 228 Von der Bekehrung des Sünders. 284. mich, und deiner Güte trauen die mir zusagt dein werthes Wort; mein Trost, und immerEigne Melodie. sie ist Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Zuflucht fort will ich mich ihrer der Erlösten! Ich komme rühmen. mit gebeugtem Muth zu 4. Und ob es währt dir, mich dein zu trösten, bis in die Nacht und wie durch dich dem Vater mich der an den Morgen, soll zu nahn, von ihm Vergedoch mein Herz an Got- bung zu empfahn und tes Macht verzweifelnnicht, Kraft zum neuen Leben. noch sorgen; der rechte 2. Wie drückt mich meiGlaube zweifelt nicht an ner Sünden Last, nimm du dem, was Gottes Wort sie mir vom Herzen, der verspricht, und harret sei- du auch mich erlöset haſt, nes Gottes. erlöst mit Todesschmerzen, 5. Ob bei uns ist der daß nicht mein Herz vor Sünde viel, bei Gott ist Angst und Weh bei der doch mehr Gnade, sein Empfindung untergeh, wie Hand zu helfen hat kein sehr ich mich verschuldet. Ziel, wie groß auch sei der 3. Fürwahr, denk ich Schade. Er ist allein der mit Ernst zurück an mein gute Hirt, der wieder geführtes Leben, an das bringt, was sich verirrt; von mir verscherzte Glück, er hilft aus allen Nöthen. was soll dann Trost mir 6. Gelobt sei Gott, den geben? Ich finde ihn bei Alles preist, der Vater mit dir allein, und würde ganz dem Sohne, der Tröster verloren sein, wenn ich auch, der heilge Geist auf dein Wort nicht hätte. seiner Himmel Throne; 4. Dieß ewig theure gelobt sei Gott, der ewig Wort verspricht Heil alwar, der ist und bleibet len, die dich ehren, die immerdar, gelobet ewig! reuevoll zu ihrer Pflicht Amen. und dir zurücke fehren, und Von der Bekehrung des Sünders. 229 und nun, vom Sünden- denletzten Stunden, wenn joch befreit, aus wahrer sich mein Herz der Erd frommer Dankbarkeit treu entreißt, von Sünden ganz deine Wege wandeln. entbunden. Und nimm 5. Du rufft den Sün- mich so, wann dirs gedern liebreich zu: ihr Reu- fällt, im wahren Glauben erfüllten alle! kommt her aus der Welt zu deinen zu mir! ich schaff euch Auserwählten. Ruh und richt euch auf vom Falle. Mein Joch ist sanft, leicht meine Last, nehmt willig sie auf euch und faßt die Hoffnung, Ruh zu finden. 285. An Wafferflüssen Babylons ic. König, deffen Majestät sich über Alles hebet, dem Erd und Meer 6. Herr, dieser Zuruf zu Diensten steht, vor dem tröst auch mich bei des der Erdkreis bebet; der Gewissens Schrecken; du Himmel ist dein helles siehst es, ich vertrau auf Kleid, du bist voll Macht dich, laß deine Kraft mich und Herrlichkeit, sehr groß schmecken! Vergieb, o du, und wunderthätig! ich arder gern vergiebt, das Un- mer Mensch vermag nichts recht, welches ich verübt, mehr, als daß ich ruf zu tilg es durch deine Gnade. deiner Ehr: Gott, sei mir 7. Wie groß ist diese Sünder gnädig! Seligkeit, sein Herz vor 2. Hier steh ich, wie dir zu stillen! Wie edel der Zöllner that, beschädie Entschloffenheit, zu met und von ferne; ich thun, Herr, deinen Willen. suche deinen Schutz und O, leite mich auf dieser Rath, mein Gott! du hilfft Bahn, auf der du selbst ja gerne. Doch meiner einst gingst voran, ein Bei Fehler große Zahl schreckt spiel uns zu geben. und verfolgt mich überall; mein Glaube ist nicht thätig. Drum schlag ich P3 nieder 8. Stärt auch mit dei nem Freudengeist mich in 230 Von der Bekehrung des Sünders. nieder mein Gesicht vor mein Gott, und was ich dir, du allerreinstes Licht! bin, bleib ewig dir ergeGott sei mir Sünder ben. Ach heilige mich ganz gnädig. und gar, mach meinen 3. Die Schuld, ach! der Glauben immerdar durch ich mir bewußt, beschwe wahre Liebe thätig. Läßt ret mein Gewissen; mit sich dann nochviel SchwachReue schlag ich an die heit sehn, so soll mein Brust, die Schmerz und Herz mit Wehmuth flehn: Leid zerrissen. Ich, der Gott sei mir Sünder ich mich von dir gekehrt, gnädig! ich bin des Lebens gar 6. Mein Leben und mein nicht werth; doch weil Sterben ruht allein auf du winkst, so bet ich mit deiner Gnade. Mir geh ganz zerknirschtem, bargen es übel oder gut, gieb, daß Geist, der gleichwohl dich es mir nicht schade. Und noch Vater heißt: Gott kommt mein Ende nun sei mir Sünder gnädig! heran: so stärk mich auf 4. Mein Vater! schaue der Todesbahn, mach mich Jesum an, den Heiland von Sünden ledig, und aller Sünder, der für die wenn ich nicht mehr spreWelt genug gethan; durch chen kann, so nimm den den wir Gottes Kinder letzten Senszer an: Gott im gläubigen Vertrauen sei mir Sünder gnädig! sind: Der ist's, bei dem ich Ruhe find: Er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, und bitte dich mit Zuversicht! Gott sei mir Sünder gnädig! 286. Eigne Melodie, Allein zu dir, Herr Jeſu Christ, steht mein Vertraunauf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist; kein Trost kann mir sonst 5. Regiere doch mein werden. Es ist kein NetHerz und Sinn in die- ter außer dir, kein Mensch, sem ganzen Leben; du bist kein Engel, welcher mir aus Von der Bekehrung des Sünders. 231 aus meinen Nöthen helfen Glaubens himmelan. So kann. Dich ruf ich an; preisen wir dich bocherdu bists allein der helfen freut hier in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit. kann. 2. Erlöser, meine Schuld ist groß; doch rent fie mich von Herzen. Erbarme dich 287. Eigne Melodie. und sprich mich los durch Nch, Gott und Herr! wie deines Todes Schmerzen. groß und schwer find Nimmst du dich meiner alle meine Sünden! Schont hilfreich an, wer ist, der dein Gericht mich Sünder mich verdammen kann? nicht, wo kann ich RetDann werd ich los der tung finden? Sünden Last. Mein Glanbe faßt, Herr, was du mir versprochen hast. 2. Lief ich gleich weit voll Bangigkeit bis zu des Erdreichs Enden, der 3. Dein guter Geist Angst und Bein befreit zu erneure mich zu deines sein, würd ich sie doch Namens Preise, daß jeder nicht wenden. zeit mein Glaube sich durch wahre Lieb erweise. Sei mir in meiner Prüfungszeit ein Helfer voll Barmherzigkeit; und naht die letzte Stunde sich, so stärke mich mit Trost, daß ich soll schauen dich. 3. Zu dir flieh ich, erbarme dich nach deiner Vatergüte; geh mit mir nicht, Gott, ins Gericht! Ach, tröste mein Gemüthe! 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünden folgen müssen: so 4. Preis sei Gott auf fahr hier fort; nur schone der Himmel Thron, dem dort; hier will ich gerne Vater aller Güte! Preis büßen. dir, o Jesu, Gottes Sohn! 5. Erlaß die Schuld, Dein guter Geist behüte gieb, Herr, Geduld und und führ uns auf der ein gehorsam Herze, daß rechten Bahn des wahren ich mein Heil, mein bestes 34 Theil, 232 Von der Bekehrung des Sünders. Theil, durch Murren nicht soll ich fangen an? Mein verscherze. Gewissen flagt mich an, 6. Verfahr mit mir es beginnet aufzuwachen. wies dünket dir, ja prüfe Dieß ist meine Zuversicht: mich durch Leiden; nur meinen Jesum laß ich nicht. wollst du mich nicht ewig- 2. Zwar es haben meilich von deiner Gnade ne Sünden meinen Jescheiden. sum oft betrübt, doch ich 7. Das thust du nicht: weiß, daß er mich liebt, mit Zuversicht kann es denn er läßt sich gnädig mein Glaube hoffen; durch finden; und er hält, was Christi Tod steht ja, mein er verspricht. Meinen JeGott, auch mir der Him- sum laß ich nicht. mel offen. 3. Ob zwar schweres 8. Herr Jesu, du schaffst Kreuz und Leiden, so bei Trost und Ruh, da du für Christen oft entsteht, mit mich gestorben; du hast mir auf und niedergeht, nicht dir, du hast mur mir soll michs doch von ihm die Seligkeit erworben. nicht scheiden. Auf ihn ist mein Herz gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 9. Dieß stärket mich; und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden: so schenkst du mir alsdann bei dir des Himmels ewge Freuden. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben nichts als nur ein Nebel ist, da wir hier zu jeder Frist mit dem 10. Gott, dir sei Ruhm! Tode sind umgeben: doch dein Eigenthum bleib ich wenn selbst das Herz mir dort, wie auf Erden. Ich bricht, meinen Jesum laß zweifle nicht, mein Hei- ich nicht. land spricht, wer glaubt, wird selig werden. 288. 5. Sterb ich bald, o dann so habe ich die Ruhestatt erreicht, Ruhe, welcher keine gleicht! Wohl Ach! was soll ich Sünder ist mir im finstern Gramachen? Ach! was Eigne Melodie. be: Von der Bekehrung des Sünders. 233 be: denn da ist mir Jesus des hohen Lebens Pforte Licht; meinen Jesum laß durch sein Blut selbst aufich nicht. gethan; Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein trener Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Durch ihn werd ich wieder leben, denn er wird zu rechter Zeit wecken mich zur Seligkeit und sie mir aus Gnaden geben. Muß ich schon erst vors Gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 7. Ewig werd ich dein verbleiben, denn ich glaube deinem Wort; Jesu, dir, mein Heil, mein Hort, 4. Kommet alle, kommet her, kommet ihr betrübten Sünder: Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern dir will ich mich fest ver- Gottes Kinder. Glaubet schreiben; ewig sei dieß es und denket dran: Jemeine Pflicht: meinen Je sus nimmt die Sünder an. sum laß ich nicht. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden: laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade 289. Jesus meine Zuversicht x. Jeſus nimmt die Sünder zur Vergebung finden, daß an. Sagt doch Trostwort Allen, welche kann: Jesus nimmt die von der rechten Bahn auf Sünder an. der Sünde Weg verfal6. Jesus nimmt die len. Hier ist, was sie Sünder an, mich hat er retten kann: Jesus nimmt auch angenommen, und die Sünder an. den Himmel aufgethan, 2. Keiner Guade sind daß ich freud'g zu ihm wir werth; dennoch hat kommen und auf den Trost in seinem Worte er sich sterben fann: Jesus nimmt gnadenreich erklärt, und die Sünder an. P5 Dank 234 Dank nach der Bekehrung. Dank nach der Bekehrung. 290. 4. Dein Sohn ernieNun freut euch lieben Christen 2c. drigt sich und stirbt, und Dein ein bin ich, Herr! dir leidet unsre Strafen, büßt will ich mich zum für die Laster und erwirbt Opfer ganz ergeben, recht Befreiung ihrer Sclaven. schaffen, fromm und rein Wie vielfach, Höchster, will ich vor deinen Augen bin ich dein? O laß mich leben. Wie könnt ich keines Andern sein. Er eines Andern sein? bin ich hat mich dir erkaufet. nicht durch die Schöpfung dein? und dein durch die Erlösung? 5. Durch ihn versöhnt, und dir zum Ruhm er fauft mit seinem Leiden, 2. Ich fiel, und wandte will ich mich, Gott, dein mich von dir, zur Finster- Eigenthum, von dir nie niß vom Lichte; doch wieder scheiden. Gekreu> wandtest du dich, Gott, zigt werde mir die Welt, zu mir mit deinem An- getödtet was nicht dir gegefichte. Erbarmen war fällt, damit ich dir nur lebe. dein Angesicht, mich von 6. Dieß wirke deine der Finsterniß ins Licht Kraft in mir, und schaffe zu dir zurück zu rufen. das Vermögen, die Sün3. Dein, dein ist die de, die, o Höchster, dir Barmherzigkeit; du lie- verhaßt ist, abzulegen. best selbst die Sünder; Hier ist mein Herz, nimm du rufft: seid geistlich mir ganz mich hin, und gieb geweiht, und meiner Gnade mir einen neuen Sinn, Kinder! Bekehret euch und damit ich dir gefalle. faffet Muth, dort fließet 7. So werd ich, der ich der Versöhnung Blut, finster war, ein Licht in von Sünden euch zu deinem Lichte; besteh einst waschen. mit der kleinen Schaar der Dank nach der Bekehrung. 235 der Frommen im Gerichte; und gläubig seinen Heifrohlocke dann und lobe land ehrt! 291. Wie sollt ich dich, mein Gott at. dich, daß deine Gnad und 4. Herr, den befreist Treue mich gerecht und du von den Plagen, die selig machte. dem Gewissen furchtbar sind; der kann getrost und freudig fagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind; hier ist der, welcher für mich litt und mir die SeLeben, sie schafft ligkeit erstritt. uns Heil und Seelenruh. 5. Herr, wie selig Dein ists, die Sünde zn ist die Seele, die so sich vergeben, und willig ist deiner Gnade frent! ge= dein Herz dazu. Du setzt, daß irdisch Glück nimmst die Sünder gnä- ihr fehle, fehlt ihr doch dig an, die sich voll Rene nicht Zufriedenheit. Dein zu dir nahu. Gott, deine Gnad ist unser Friede überwieget weit die Welt und ihre Herrlichkeit. 2. Uns, uns Verlerne zu erretten, gabst du für 6. Dein Friede stärkt uns selbst deinen Schn. mit hohem Muthe das Er litt, damit wir Frie- Herz auch in der größten den hätten, für uns den Noth; giebt Hoffnung zu Tod, der Sünde Lohn. dem ewgen Gute, und O Gott! wie hast du uns macht getrost selbst in dem geliebt! welch ein Erbar- Tod; er ist schon in der men ausgeübt! Pilgerzeit ein Vorschmack fünftger Seligkeit. 7. Laß, Vater, laß in diesem Frieden auch meine Seele frendig ruhn! auch mir hast du dies Glück beschieden, wie sollt ich ferder sich zu dir bekehrt, ner Böses thun? Ich will viel 3. Dank, ewig Dank sei deiner Treue, die Niemand gnug erheben kann. Nun nimmst du jede wahre Rene mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem, 236 Dank nach der Bekehrung. vielmehr die Sünden Armen, ich fuhr in Bosfliehn, die jene Ruhe mir heit fort; du aber in Erentziehn. barmen. Ich widerstrebte 8. O, laß mich diesen dir, und schob die Buße Vorsatz fassen, und, Va- auf: du schobest auf die ter, mich voll Zuversicht Straf, daß sie nicht folgte auf deine Treue stets ver- drauf. lassen; wenn Alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf richt: t; du hast des Sas dich verläßt! fein Heil tans Reich und Werk in steht unbeweglich fest. 3. Daß ich nun bin bekehrt, hast du allein vermir vernichtet! Herr, deine 9. Lobsingend will ich Güt und Treu, die an die dich erheben, mich ewig Wolken reicht, hat auch deiner Gnade freun, und mein sichres Herz zum deinem Dienst mein gan- Guten hingeneigt. zes Leben in kindlichem 4. Selbst konnt ich allGehorsam weihn. Herr, zuviel beleidgen dich mit du vergabst mir meine Sünden; ich konnte aber Schuld; nie, nie vergeß nicht selbst Gnade wieder ich diese Huld! finden; selbst fallen konn te ich, und ins Verderben gehn; ich konnte selber nicht von meinem Fall 292. O Gott. du frommer Gott ze. Was kann ich doch für aufstehn. Dank, o Herr! dir 5. Du hast mich auf dafür sagen, daß du mich gericht, und mir den Weg mit Geduld so lange Zeit gewiesen, den ich nun getragen; da ich durch Un- wandeln soll; dafür ſei, recht und durch manche böse Herr, gepriesen! Gott That dein heiliges Gesetz, sei gelobt, daß ich die alte o Vater, übertrat. Sünd nun haß und willig 2. Sehr große Lieb und ohne Furcht die todten Gnad erwiesest du mir Werke laß. 6. Das Dank nach der Bekehrung. 6. Damit ich aber nicht Schuld hat er vergeben. auss Neue wieder falle, so Aus Kummner und aus gieb mir deinen Geist, die- Noth errettet er dein Leweil ich hier noch walle, ben, der ewig treue Gott. der meine Schwachheit Mit Ruh und Trost er-= stärk und darin mächtig freuet er väterlich dein sei, und mein Gemüthe Herz, und voller Huld bes stets zu deinem Dienst er freiet er dich vom bangen Schmerz. neu. 237 7. Ach leit und führe mich, so lang ich leb auf Erden. Laß mich nicht ohne dich durch mich geführet werden. Führ ich mich ohne dich, so werd ich bald verführt; wenn du mich führest selbst, thu ich, was mir gebührt. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, sein Güt ist ohne Maaßen, sie mangelt seinen Kindern nicht. Er schützt uns in Gefahren mit liebevoller Huld; pflegt Gnade nicht zu sparen, er hat mit uns 8. Gott, du großer Geduld. Sein Wohlthun Gott! O Vater, hör mein ist so labend für die, die Flehen! D Jesu, Gottes fürchten ihn, und öfters Sohn, laß deine Kraft ist am Abend schon unsre mich sehen! O werther Noth dahin. heilger Geist, regier mich allezeit, daß ich vir diene hier und dort in Ewigkeit. 3. Wie Väter sich erbarmen, wenn ihre Kinder hilflos schrein; so will der Herr uns Armen, die wir ihn ehren, Vater sein. Er kennet unsre Schwäche, er weiß, wir sind was in mir ist, des wie Staub, wie Gras Höchsten Tren! Auf seine auf dürrer Fläche, wie Güt erzähle! denn sie ist Blumen, fallend Laub. alle Morgen neu. Die Kaum daß die Winde wehen; 293. Eigne Melodie. lobe, meine Seele, Nun un 238 Dank nach der Bekehrung. hen; so ist es nicht mehr Frommen einst verleihen da. So wird der Mensch im Himmel Seligkeit. verge en; sein End ist stets ihm nah. 4. Nur Gottes Gnad 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist, der woll in uns vermehalleine steht fest und bleibt ren, was er aus Gnaden in Ewigkeit. Sie krönet uns verheißt, daß wir ihm die Gemeine, die tren sich fest vertrauen, verlassen seinem Dienste weiht. O uns auf ihn, auf ihn von lasset uns vermehren hier Herzen bauen, mit unserm Jesu Christi Neich. Wir Muth und Sinn ihm freuwollen Gott verehren, den dig stets anhangen, ihn frommen Geistern gleich. ehrn zu jeder Stund: Herr, Dort will er uns erfreuen laß es uns erlangen! wir in jener Ewigkeit, den flehn aus Herzensgrund. Von dem Glauben. 294. Herr, wenn ich dich nur werde ic. Also hat Gott die Welt fromm vor seinem Gott zu wandeln, mit edlem Eifer fich bestrebt: dem wird schon hier auf Erden Heil geliebet, daß er uns durch sanfte Seelenruh zu Jesum Christum gab, und Theil. mit ihm sandt er Trost und Frieden von seinem 3. 3m Glauben blickt er auf zum Vater, und Himmel uns herab. Gott hofft mit froher Zuversicht, will uns allen Vater sein, mit ewgem Segen uns erfreun. wenn Glück und Menschen ihn verlaff n: Der Herr verläßt die Seinen nicht! 2. O wer mit diesem Was Gott, der Menschen selgen Glauben nach Jesu Vater, thut, ist seinen heilgen Lehren lebt, und Kindern wahrhaft gut! 4. Ge Von dem Glauben. 239 4. Gestärkt durch diesen Entzücken. Wo ist ein selgen Glauben blickt er Gott, der so beglücken, so getroft zum Grabe hin. lieben und so seguen kann? Denn Jesus Christus ist Der Gott, den wir ersein Leben, und Sterben höhn, er, dessen Heil wir ist ihm nun Gewinn! Mit sehn, ist die Liebe! Schon Jesu wird er dort vereint, vor der Zeit, in Ewigkeit, der hier ihm Führer war war Gott die Liebe, wird und Freund. sie sein. 5. Der Glaube ist die reinste Quelle der Tugend 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre und der Frömmigkeit; ist Brust das Leben, und selbst bescheidne wahre Tugend, die ihres Gottes sich erfreut, dabei in Demuth unverrückt auf Jesum als ihr Muster blickt. schenfest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du uns rer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du giebst das Leben, Gott! du sendest uns den Tod nur zum Segen; bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. 6. Begründe, Gott, in uns den Glauben: aus reinem Herzen gut zu sein, und dann uns deiner Vatergüte und der Unsterblichkeit zu freun! Mit Se gen blick auf uns herab, Gott, der uns Jesum Christum gab! 295. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält in unserm Elend lagen, und Nacht der Höllen uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine GnaEhre; erbarm dich de erbarmend vor uns unser, und erhöre, nimm überging. Da rief der gnädig unser Loblied an! Liebe Blick ins Leben uns Herr! wir danken voll zurück, von der Sünde, Wachet auf, ruft uns die zc. err, wir singen deiner von Her 240 Von dem Glauben. von ihrer Nacht sind wir Missethat ein Netter uns erwacht, erwacht, um zu werden. Er wards; Gottes Licht zu sehen. und hat sein Werk voll4. Preiset ihn, ihr Zu- bracht, und sich nach kurbellied er! zur Erde stieg zer Grabesnacht zum Himsein Sohn hernieder, ward mel aufgeschwungen. Mensch und starb der 3. Wo ist des Todes Sünder Tod. Christus Herrschaft nun? Hier hat den Tod bezwungen! sein Ueberwinder. Des Ein neues Lied werd ihm Todes Macht hinweg zu gesungen. Er hört uns, thun, starb er, das Heil er, der liebe Gott! Wir der Sünder. Eröffnet ist sind mit ihm verföhnt, uns nun die Bahn, die ihr Lobgesänge tönt, tönt von der Erd uns Himmelan zum Himmel! Erschallt zur ewqen Wonne leitet. schon hier; einst knieen wir an seinem Thron, und beten an. 296. Herr, wie du willst. so schicks zc. 4. Was Trost und Segen uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebuf, Christen, laßt uns reich uns erwarb, als er unsern Gott mit fro- für uns am Krenze starb. hem Dank erheben! Er Wohl allen, die ihm hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. tranen. 5. O lasset ihm uns an vertraun, und seine Stimme hören, auf seine Mittlers- Hilfe baun, ihn mit Gehorsam hören! Das ist 2. Nach seinem gna- der Weg zum ewgen denvollen Rath kam er, Wohl, der Weg, auf dem sein Sohn, auf Erden, man friedevoll auch schon von unsrer Schuld und auf Erden wandelt. 6. Herr, Von dem Glauben. 241 6. Herr, leite selbst 3. Laß mich kein Leiuns diesen Pfad, leit uns den dieser Zeit, kein zu deinem Sohne, daß Weltglück dir entreißen; Glaub an ihn auch mit denn du hast deine Seder That in unsern Her- ligkeit den Treuen nur zen wohne. So haben verheißen. Gieb mir zum wir an seinem Heil, zur Guten Muth und Kraft, Freude für uns, ewig zu treuem Fleiße Segen! Theil; so preisen wir Auf den Wegen der Frömmigkeit führst du uns selbst dem Ziek entgegen. dich ewig. 297. Eigne Melodie. 4. Des Glaubens Licht Jich chruf zu dir, Herr Jesu und Frucht gieb mir, Christ, ich bitt, erhör daß ich fest an dir hange, mein Flehen! Ich weiß, mit reinem Herzen nur daß du mein Helfer bist, nach dir und deinem Heil laß deine Huld mich sehen. verlange. Wer redlich dir Des wahren Glaubens zu folgen strebt, wer seiKraft und Licht, das selige nem Gott ergeben sucht Bestreben, dir zu leben, zu leben, dem wird einst und Muth zu dieser Pflicht, ewges Heil ein Gott voll das wollest du mir geben. Liebe geben. 2. Du hast dein heili5. Ich kämpf, ermatte, ges Gebot mir tief ins Herz strauchle oft; hilf, Herr, geschrieben: von ganzer mein Gott, dem SchwaSeele soll ich, Gott, wie chen, der nur auf dich in mich, den Nächsten lieben. Demuth hofft. Du kannst Wenn ich nach deinen mich stärker machen. In Lehren thu, so hab ich jeder Seelennoth laß mich schon hienieden Seelen- bei dir Erbarmung finden, frieden, und welches Heil Trost empfinden, und endhast du den Frommen lich, Herr, durch dich in dort beschieden! Allem überwinden. Q 298. Von dem Glauben. 298. Herr Gott, dich loben alle wir i. Auf, freue dich, mein 6. Aus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zuGeist, in mir, und gehört, und selig ist, wenn preise deinen Gott, der es ihn ehrt. 242 dir selbst seinen Sohn 7. Dem, den er dir zun Helfer giebt; preis zum Helfer gab, dem folge ihn, daß er. so sehr dich redlich bis ins Grab; liebt! folg ihm und wende dankbar an, was er zu dei2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, ist dir nem Heil gethan. ein göttlich Unterpfand, 8. Erwecke dich dadurch wie innig seine Batertren, zum Fleiß der Heiligung. wie werth ihm deine Das ist der Preis, den Wohlfahrt sei. echte Dankbarkeit ihm 3. Durch ihn hat er giebt, ihm, der uns so die sichre Bahn zur Selig- beglückt und liebt. feit dir fund gethan; 9. In diesem Preise durch ihn hat er dir Muth übe dich, mein Geist, so und Kraft, auf dieser hilft er sicherlich dir zu Bahn zu gehn, verschafft. dem Heil, das Gottes 4. Und o, durch welche Rath durch ihn der Welt lange Reihn von Niedrig- bereitet hat. keit, von Schmach und 299. O Gott, du frommer Gott zc. gen Heil sich zu erhöhn. Herr, allerhöchſter Gott, 5. Vergiß, keiner Zeit die Größe sei- ben auf ernstliches Gebet ner Gütigkeit; denk oft getrost zu hoffen haben: und stets mit Freuden o sieh erbarmend mich in dran, und bete Gott in meiner Schwachheit an, Demuth an. und führe du mich selbst, mein Pein, ließ er den Göttlichen nicht gehn, zum ew Von dem Glauben. 243 mein Gott, auf rechter Bahn. Herr, stärke mich, und gieb zu jeder Zeit mir, 2. Ich glaube zwar an wenn Versuchung droht, dich, doch nur mit schwa Muth und Beständigkeit. chem Glauben; oft will 6. Mein Heiland, der die Zweifelsucht mir alle du einst für deine Jünger Hoffnung rauben. Wer batest, und wenn sie wanmacht das Herz gewiß, als keten, beim Vater sie verdu, o Herr, allein? Laß tratest; ach, unterstütz auch deine Hülfe doch von mir jetzt mein sehnlichstes nicht ferne sein. Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der um sie dich fleht. 3.O reiche du mir selbst aus Gnaden deine Hände! Hilf meiner Schwachheit 7. In deiner Mittlersauf, daß mich nichts von Hand ist Heil und aller dir wende. Ist schon, Segen. Herr, unterstütze dem Senfkorn gleich, mein mich auf allen meinen Glaube noch sehr klein, so Wegen; so geh ich freulaß ihn doch bei mir in dig fort in dieser Pilgerstetem Wachsthum sein. zeit zu meines Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit. 4. Gieb, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre: daß du mein Vater seist, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei; damit mein Herz sich dein als meines Gottes freut. 300. Hör liebe Seel, dir ruft der ic. Gedanke, der uns Leben giebt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 5. Mach diese Zuver sicht in mir, o Gott, stets träftig; so bleib ich lebens- 2. Hoch über die Verlang in deinem Dienst nunft erhöht, umringt mit geschäftig. Durch sie, Finsternissen, füllst du 2 mein 244. Von dem Glauben. mein Herz mit Majestät ich; und das ist mein und stillest mein Gewissen. Ruhm, auf den ich leb 3. Ich kann der Sonne und sterbe. Wunder nicht, noch ihren 9. Er giebt mir seinen Bau ergründen; und doch Geist, das Pfand, im kann ich der Sonne Licht Glauben mich zu stärken, und ihre Wärm empfin- und bildet mich durch den. seine Hand zu allen 4. So kann ich auch guten Werken. nicht Gottes Rath von 10. So lang ich seinen Jesu Tod ergründen; al- Willen gern mit reinem lein das Göttliche der Herzen thue, so fühl ich That das kann mein Herz eine Kraft des Herrn und empfinden. schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Sünde kränkt, und meine Schuld getragen, ich zum Krenze trete: so nicht Gott und mein Er- weiß ich, daß er mein gelöser ist; so werd ich denkt, und thut, warum angstvoll zagen. ich bete. 6. Ist Christi Wort 12. Ich weiß, daß mein nicht Gottes Sinn: werd Erlöser lebt, der mich einst ich stets irren müssen, und aus der Erd erweckt, und wer Gott ist, und was zu dem Reich erhebt, da ich bin und werden soll, ich ihn schauen werde. nicht wissen. 13. Kann unsre Lieb im 7. Nein, diesen Trost Glauben hier für ihn jeder Christenheit soll mir mals erkalten? Dieß ist kein Spötter rauben; ich die Lieb, o Gott, zu dir, fühle seine Göttlichkeit und dein Wort von Herzen halte fest am Glauben. halten. 8. Des Sohnes Gottes 14. Erfüll mein Herz Eigenthum, durch ihn des mit Dankbarkeit, so oft ich Himmels Erbe, dieß bin dich nur nenne, und hilf, daß Von dem Glauben. 4 245 daß ich dich allezeit treu ken übersteigt; es sind vor der Welt bekenne. die offnen Liebesarmen 15. Soll ich dereinst deß, der sich zu den Sünauch würdig sein, für dich dern neigt, der selbst: ſo hier Schmach zu leiden: wahr ich lebe, spricht: ich so laß mich keine Schmach will den Tod des Sünund Pein von deiner Liebe ders nicht! scheiden. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein! deßwegen kam sein Sohn auf Erden, und nahm hernach Nun den Himmel ein. ruft sein Wort und Geiſt uns zu: kommt her zu mir, bei mir ist Ruh. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freud empfin den: so wirk er doch sein Werk in mir und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns sei nen Sohn geschenkt,( laß mich noch sterbend denken), 4. Gott, wer kann deine wie sollt uns der, der ihn Huld ergründen? du ſtärgeschenkt, mit ihm nicht alles schenken? fest uns mit Kraft und Muth im schweren Kampfe gegen Sünden, und machest uns gerecht und gut! O wie belebet und erfrent die göttliche Barmherzigkeit! 5. 301. füßer Tod, bei Jefu Grabe ze. Ich ch habe nun den Grund gefunden, den meine Hoffnung ewig hält! Wo Wird alles Andre anders als in Jesu Wun- mir entrissen, was Seel den? Da lag er vor der und Leib erquicken kann; Zeit der Welt! ein Grund, muß ich des Lebens Freuder unbeweglich steht, wenn den missen, und nimmt Erd und Himmel unter kein Freund sich meiner geht. an; scheint die Errettung 2. Es ist das ewige noch so weit, so bleibt Erbarmen, das alles Den- mir doch Barmherzigkeit. 6. Muß Q3 246 Von dem Glauben. 6. Muß ich selbst an Glauben an, und leite du den besten Werken, die mich selbst, mein Gott, ich in dieser Welt gethan, auf rechter Bahn. viel Unvollkommenheit be- 2. Dein Dasein laß merken, dieß treibt mich mich, Gott, mit Ueberzwar zur Demuth an; zeugung glauben; nichts doch ist mir auch der Trost müsse mir das Wort aus bereit: Mein Glaube hofft meinem Herzen rauben: Barmherzigkeit. daß du dem, der dich sucht, 7. Es gehe nur nach stets ein Bergelter seist, dessen Willen, bei dem so und hier und ewig ihn viel Erbarmen ist. Er wird mit deinem Heil erfreust. gewiß sein Wort erfüllen, er, der die Seinen nie ver- Wort; laß mich ihm völ3. Wahrhaftig ist dein gißt. Sie währet ja in Ewigkeit, die göttliche deine Treu: laß mich darlig trauen. Nie wanket Barmherzigkeit. 8. Auf diesen Grund auf stets bauen. Gieb, daß will ich stets bauen, so lang ich dir im Glück und Unich hier auf Erden bin; der glück stets getreu, und dem, Gnade Gottes will ich was du gebentst, von Hertrauen, fällt alles Andre 3en folgsam sei. 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen: dich meinen Herrn und Gott in Geist und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, 302. O Gott, du frommer Gott ze. Herr, ohne Glauben kann was mich dein Wort gekein Mensch vor dir lehrt, daß dich Herz, Mund beſtehen; drum wend ich und That als meinen Heimich zu dir mit demuths- land ehrt. gleich dahin: so preis ich einst nach dieser Zeit des Ewigen Barmherzigkeit! voliem Flehen: o zünde 5. Dein göttliches Verselbst in mir den wahren dienst sei mir, o Herr, stets Von dem Glauben. 247 stets theuer. Es fülle mich sein, uns von den Sclamit Troft, es mache mich venbanden des Irrthums stets freier vom schnöden zu befrein. Lasterdienst. Es stärke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm in meiner Pilgrimschaft. 4. Durch Wahrheit uns zur Tugend, und auf der Tugend Bahn zur wahren Geisteswürde zu leiten himmelan. 6. Wie selig leb ich dann im Glauben schon auf Erden. Wie herrlich wird 5. Für uns hat er gemein Theil dereinst im lebet, hat er in dieser Welt Himmel werden. Dann das Muster reinster Güte schau ich, was ich hier ge- vollendet dargestellt. glaubt, in ewger Ruh. O stärk im Glauben mich, 6. Dem göttlichen GeGott meines Heils, dazu. setze hat er genug gethan, zur steilsten Tugendhöhe stieg er mit Muth hinan. 303. Christus der ist mein Leben 2c. 7. Mit gottergebnem Gelobt sei Jesus Chri Herzen ertrug er Schmach stus mit frommem Lob- und Noth, ertrug er alle gefang, gelobt sei Jesus Leiden und selbst den KreuChristus mittiefgefühltem zestod. Dank. 8. Die Gottheit hat 2. Obetet an den Vater, der uns den Edlen auf Erden sich offenbart; gab; mit ihm kam Fried uns ist das Muster reiner und Segen auf unsre Welt Güte erschienen-- Jeſus herab. Christ. 3. Er kam, um uns Er- 9. Blickt nun mit wahlöser, um Retter uns zu rem Glauben im Geist auf 4 Jesum 248 Jesum hin, und stärket euch zum Guten, veredelt Herz und Sinn! Von dem Glauben. 10. Dank dir, der Menschen Vater, du gabst uns Zuversicht zu deinem Vaterherzen, und unserm Gei ste Licht. 12. Und müßten wir auch dulden, für Leiden dieser Zeit wird uns der reichste Segen in jener Ewigkeit. 11. Wir sehn das Ziel im Glauben und kämpfen 2. Ferne, ferne sei der Wahn: sich mit dem zu für das Gut, das Jesus trösten, was einst Jesus hat errungen, gestärkt mit hat gethan, und sich den neuem Muth. Erlösten Jesu nennen, wenn man nicht tren erfüllt des Christen Pflicht. 3. Schände nie, wer sein Leben, wer den GöttJesum nennt, Jesum durch lichen bekennt, müsse sich bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. nen Geist, daß kein todter 4. Gott, erleuchte meiGlaube, der sich blos mit Worten preist, mir den Eifer raube, wahrhaft christlich gut zu sein, jedes Unrecht stets zu scheun. 5. Was wir säen, ernten wir. Segen wird gegeben dem, der treulich säte 13. Heil uns, wir sind unsterblich. Durch Jesum hoffen wir ein höhres, beffres Leben. Dank, Dank, o Vater, dir. 304. 14. Gelobt sei Jesus Christus mit frommem Lobgefang. Gelobt sei Jefus Christus mit tiefgefühltem Dank. Weg, du lüstre Sündenwelt zc. Gerne sei der Irrthum, Ofern, daß die Christen wären, welche Jesum zwar als Herrn mit dem Munde ehren, aber ihm nicht gleich gesinnt, nicht der Tugend Freunde find. Von der fortgesetzten Besserung. 249 säte hier für das besfre auf Gott vertrauen, und Leben. Laß mich guten froh jen Himmel schauen: Samen streun und mich so glaubt der wahre dort der Ernte freun. Christ. - 305. Herr Gott, nun sei gepreiset 2c. Aus Pflicht 2. Bescheidne stille Güte voll Gottergebenheit, von das Gute Jesu Geist beseelet, zum üben, und jedes Un- Himmel eingeweiht: dieß recht scheur, nach wahrer ist, nach Jesu Lehre, der Tugend ringen und reines Glaube! Gott vermehre Herzens sein; dann fromm den Glauben unter uns! Von der fortgeseßten Besserung. 306. Stolz wird Wollust oder Geiz. O süßer Tod, bei Jesu Grabe 2c. Nicht jede Besserung ist 3. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern Tugend, oft ist sie nur strenge Tugend scheint. ein Werk der Zeit. Die Der Trieb des Neids, der wilde Hitze roher Jugend Schmähsucht Triebe erwird mit den Jahren Sitt- weckten dir so manchen samkeit, und was Natur Feind; du wirst behutsam, und Zeit gethan, sieht un- schränkst dich ein, fliehst ser Stolz für Tugend an. nicht die Schmähsucht, nur 2. Oft ist die Aendrung den Schein. deiner Seele ein Tausch 4. Du denkst, weil der Triebe der Natur. Reize dich nicht rühren, Du fühlst, wie Stolz und durch die des Nächsten TuRuhmsucht quäle, und gend fällt; so werde nichts dämpfst sie; doch du wech- dein Herz verführen; doch ſelft nur. Dein Herz fühlt jedes Herz hat seine Welt. einen andern Reiz; dein Den, welchen Stand und Gold 250 Von der fortgesetzten Besserung. Gold nicht rührt, hat oft wär es Gottes Wille, ein Blick, ein Wort ver- auch dieser zu entfliehn führt. bereit? Dein Herz haft Habsucht, Neid und Zank, doch Unmuth nicht, noch 5. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen, du scheinst von Rachsucht dich Müßiggang. befreit; jetzt sollst du eine 9. Du scheinst gerecht, Schmach verschmerzen, und du bist bescheiden; übst du sieh, dein Herz wallt auf auch Sanftmuth und Geund dräut und schilt so duld? Du dienest gern, lieblos und so hart, als es wenn Andre leiden, doch zuerst gescholten ward. Feinden schenkst du schwer die Schuld. Von allen 6. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Lastern sollst du rein, zu Herz im Stillen tugend- aller Tugend willig sein. haft. Kaum lachet uns 10. Gott, heilige du die Welt entgegen, so regt mein Bestreben! Werd sich unsre Leidenschaft. ich durch Sinnlichkeit verWir werden im Geräusche sucht, so wirst du Kraft schwach, und geben endlich zum Kampfe geben, zur strafbar nach. Besserung und Glaubensfrucht. Durch deines Sohnes Geist allein kann dir mein Thun gefällig sein. 11. Du bists, der Trieb Liebe auch gern die liebste zum Guten schenket! Du Neigung auf? Dieß ist bists, der auch Vollbrindas Auge, dieß der Fuß, gung schafft! Und wen du, deß sich der Christ ent- Kraft der Schwachen, lenäußern muß. test, wird stark und reich 8. Du flieht, geneigt an Glanbenskraft, und zur Ruh und Stille, die dringt durch diese PrüWelt, und wählst die fungszeit zur künftigen Einsamkeit. Doch bist du, Vollkommenheit. 307. 7. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf. Doch opferst du wohl seiner Von der fortgesetzten Besserung. 251 307. führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. Durch Adams Fall 2c. 4. Gott, wär es uns ft flagt mein Herz, von dir vergönnt, nach wie schwer es sei, hier unsres Fleisches Willen, als ein Christ zu wandeln, wenn Wollust, Neid und und täglich Gottes Willen Zorn entbrennt, die Lüste treu zu denken und zu frei zu stillen; erlaubteft handeln. Wahr ists, die du dem Sünder hier, aus Tugend kostet Müh im Bosheit uns zu kränken: Kampfe gegen Lüste; doch was müßten wir doch sage selbst, was wäre sie, dann von dir, du weiser wenn sie nicht kämpfen Vater, denken? müßte? 5. Du willst, wir sol2. Die, die sich ihrer len glücklich sein, drum Laster freun, trifft die kein gabst du uns Gesetze. Sie Schmerz hienieden? Sie sind es, die das Herz sind die Sclaven eigner erfreun, sie find des GeiPein, und haben keinen stes Schätze. Du sprichst Frieden. Der Fromme, zu uns durch den Ver der die Lüste dämpft, hat stand, du sprichst durch oft auch seine Leiden; das Gewissen, was wir, allein der Schmerz, womit Geschöpfe deiner Hand, er kämpft, verwandelt sich fliehn oder wählen müssen. in Freuden. 6. Dir folgen, das ist 3. Des Lasters Bahn Weisheit nur, und Frei ist anfangs zwar ein brei- heit ists, fie wählen; ein ter Weg durch Auen; al- Thier folgt Trieben der lein sein Fortgang wird Natur, ein Mensch dem Gefahr, sein Ende Nacht Licht der Seelen. Was und Grauen. Der Tu- ist des Geistes Eigengend Pfad ist anfangs thum? was sein Beruf steil, läßt nichts als Mühe auf Erden? Die Tugend. blicken; doch weiter fort Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, 252 Von der fortgesetzten Besserung. Dir, Höchster, ähnlich derschaft, und gebe mir zum Kampf und Siege werden. 7. Gieb, daß ich mit Kraft. der Ewigkeit den Kampf so 3. Laß mich, so lang kurzer Jahr vergleich, und ich hier soll leben, mich ernstlich allezeit gedenke an dessen freun, was deine die Bahre! Das Kleinod, Huld mir schenkt, und das der Glaube hält, läßzt deinem Willen mich ernenen Muth mir geben, geben, der mir zum Besten und zu dem Frieden jener alles weislich lenkt. Gieb Welt mich oft im Geist wahre Demuth, wenn du erheben. mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trübfal schickst. 308. Dir, dir, Jehova. will ich zc. 4. Ach! hilf mir beten, Naß mich, o Herr, in al- wachen, ringen! Dann len Dingen auf deinen werd ich einst, wenn ich Willen sehn, und dir mich den Lauf vollbracht, dir weihn; gieb selbst das ewig Dank und Ehre brin Wollen und Vollbringen, gen, dir, der du alles hast und laß mein Herz dir so wohl gemacht; dann ganz geheiligt sein. Nimm werd ich heilig, rein, ganz meinen Leib und Geist zum dir geweiht, dein Lob verOpfer hin; dein, Herr, kündigen in Ewigkeit. ist alles, was ich hab und bin. 309. 2. Gieb meinem GlauDies ist der Tag zum Segen ze. ben Muth und Stärke, Jaß, Herr, im Guten laß ihn durch Menschen liebe thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, meinen Fleiß zu stärken, mich nützen Zeit und Ort zu edlen Werken, und er sei kein eitler Traum hilf, daß ich der Sünde und falscher Schein. Er Reiz und Freude vorsichstärke mich in meiner Wan- tig meide. 2. Daß Von der fortgesetzten Besserung. 253 2. Daß ich im trägen deinen Kindern, wenn du Schlummer eitler Träume sie krönen wirst, von deidie edle Zeit der Aussaat nem Sohne des Siegers nicht versäume, daß ich Krone. sie mir zum ewigen Besitze mit Eifer nütze. 310. Herzliebster Jefu, was hast du zc. ich ruf ich an, Gott, laß mich stets auf Erden im Guten wachsen, 3. Daß ich des Lasters Täuschung mich entziehe; schnell, wo Gefahr zu fallen droht, entfliehe; und muß ich streiten, für der stets vollkommner werden! Zukunft Freude treu kämpf Gieb zur Vollbringung und leide. guter edler Werke selbst Licht und Stärke. 4. Mich reize stets des guten Beispiels Rührung, 2. Dein Wort, ich mag und nie das Beispiel schim- es lesen oder hören, erhebe mernder Verführung; daß täglich mehr durch seine ich, der ich allein dir an- Lehren den trägen Geist, gehöre, nur dich auch ehre. daß er vom rechten Wege nie weichen möge. 5. Hilf, soll ich leiden, daß ich nicht verzage, und 3. Gieb, deß ichs tief strahlt der Glanz desGlücks in mein Gedächtniß fasse, auf meine Tage, so müsse daß ich von ihm mich tägsich mein Herz im frohen lich leiten lasse; dann fühl Leben nicht stolz erheben. ich mich gestärkt, auch 6. Will sich der Sturm Lieblingssünden zu überder Leidenschaften regen, winden. so stille ihn, gieb Ruh 4. Auch gieb, daß ichs auf meinen Wegen. So bedenke, wie so nahe du, werd ich immer edler, im- Gott, mir seist; mer freier und dir getreuer. ich Kraft empfahe, durch damit 7. So wird mich nichts deine Gegenwart zu edlen in meinem Laufe hindern; Werken mein Herz zu auch ich empfahe dann mit stärken. 5. Laß 254 Von der fortgesetzten Besserung. 5. Laß Jesu Bild mir gnädig mir, verwirf mich stets vor Augen schweben, nicht, laß mich Erhörung bei jedem, Schritt in mei- sehen. Vergieb nach. deinem Pilgerleben ihm nach- ner Vaterhuld mir alle zuahmen, seine heilgen meine Sündenschuld, auch Lehren fromm zu ver- die verborgnen Fehler. ehren. 2. Verstand und Weis6. Und was ich denk heit gieb mir, Gott, dich und anschau oder höre, würdig zu verehren. Laß laß mich zur Bessrung keinen Leichtsinn, keinen brauchen, das belehre, das Spott in meiner Pflicht, treibe mich, was recht ist, mich stören. Durch mein nur zu wählen, um nie Gewissen weck mich auf zu fehlen. zu einem strengen Tugendlauf, daß ich ihn selig ende. 7. Es stärke mich zu allen meinen Pflichten stets der Gedanke: Gott wird einst dich richten! und einst erhält der Treue seine Krone vor Gottes Throne. 3. Ein Herz, das dir allein vertraut in fummervollen Leiden, und das auf deine Güte schaut bei dem Genuß der Freuden, ein Herz, das deine Ehre liebt, und sich im Guten standhaft übt, verleihe. mir, 8. So werd ich, Vater, täglich mehr auf Erden im Guten wachsam, treuer, mein Vater. frömmer werden; dann 4. Gieb, daß ich, wie, wird dein Wort mich dein Wort gebeut, den 311. Nächsten als mich liebe, und nie durch Rachgier oder Neid und Härte ihn betrübe; daß ich den Kum mer, den er klagt, den Grfüllt, mein Gott, mit Hunger, der den Armen Zuversicht, komm ich nagt, gern nach Vermözu dir mit lehen. Sei gen stille. Wo Gott der Herr nicht zc. oder: Aus tiefer Noth schrei ich zc. 5. Gieb stets zu edlen Werken von Neuem stärken. Von der fortgesetzten Besserung. 255 5. Gieb, deß ich in der als ein Christ, den Kampf, Frömmigkeit, in der Ge- der mir verordnet ist, daß duld und Liebe, in Sanft ich das Ziel erreiche. muth und Gerechtigkeit mich unermüdet übe, daß um mich Glückseligkeit und Tugend und Zufriezu verbreiten 312. Wachet auf, ruft uns die zc. suche. Jugend ist der Seele Leben. sollt ich denn nach ihr nicht stre6. Will mich, Gott, ben? Des größten Eifers deine Gütigkeit mit Ehr ist sie werth. Gott, du kenund Reichthum segnen, so nest mein Verlangen: dir laß mich mit Bescheiden- und der Guten anzuhanheit den Niedern stets be- gen, ist, was mein gangegnen. Wenn kummer- zes Herz begehrt. Ach voll mein Auge weint, so würde mir doch Kraft von gieb mir einen treuen Freund, der mitleidsvoll mich tröste. dir dazu verschafft? Owie innig würd ich mich freun, wär ich ganz rein! Wer 7. Verleih, daß ich den heilig ist, muß selig sein. Müßiggang, der Laster 2. Gott, du bist der Quelle, hasse, und mir Freuden Fülle, denn dein an dem mein lebelang, Verstand ist Licht, dein was du giebst, gnügen Wille ist Ordnung und lasse; daß ich getreu in Vollkommenheit.Du liebst dem Beruf, zu welchem mit stets gleicher Stärke mich dein Wille schuf, mir das Gute nur, und deine und dem Nächsten nütze. Werke sind Wahrheit und Gerechtigkeit. Obilde mich nach dir, so find ich auch schon hier Ruh der Seele, bis nach dem Leid der Prüfungszeit vollkommne Wonne mich erfreut. 8. Verleih mir Schwa chen Muth und Kraft, das Gute zu vollbringen. Hilf du mir jede Leidenschaft, die mich verführt, bezwin gen, und muthig kämpfen, 3. Ach, 256 Von der fortgesetzten Besferung. 3. Ach, wie ausgesetzt Es ist mein ganzer Ernst, dem Falle bin ich, so lange auf deiner Bahn zu walich hier noch walle! Zer- len. Ergreife, leite, stärk streut ist hier noch oft mein den Schwachen, der dir Sinn; wachsam bin. ich fleht; verwirf die Bitte auch nicht immer; oft blen nicht, die mir von Herdet mich ein falscherSchim- zen geht. mer, und oft reißt Leiden- 2. Du willst, daß ich schaft mich hin. So fehl mich treu in jeder Tugend ich häufig noch. Wiedrückt übe. Der Glaube, den mich dieses Joch auf der du wirkst, soll fruchtbar Erde! Wann nimmt kein durch die Liebe in wahrer Schein mich täuschend Heiligkeit in guten Werdein? wann werd ich fest ken sein; drum will ich dir, im Guten sein? mein Gott, mein ganzes Leben weihn. 4. Gott, du kannst mich dazu stärken. Von dir 5. Dieß will ich, und kommt Kraft zu guten doch macht die Schwäche Werken, di aller guten meiner Seele und der VerGaben Quell. Leite mich führung Reiz, daß ich so nach deiner Wahrheit, sie oft noch fehle. Ich seh leuchte mir in voller Klar- der Tugend Glück; ich heit, von Täuschung frei wünsche gut zu sein; und und immer hell. Wer sich doch giebts immer noch auf dich verläßt, wird in so vieles zu bereun. der Tugend fest. Gott, 4. Das siehst du, Herr, mein Vater, ich hoff auf mein Gott, o fich es mit dich, o mache mich im Erbarmen, und stärke väGuten unveränderlich. terlich mit deiner Kraft mich Armen. Gieb meinem Geiste Licht, gieb meinem Vorsatz Kraft; so err, höre mein Gebet kämpf ich glücklicher mit und laß es dir gefallen. Welt und Leidenschaft. 313. O Gott, du frommer Gott 2c. Herr, 5. Eröffne Von der fortgesetzten Besserung. 257 5. Eröffne den Ver- und Bein; laß diesen stand, stets heller einzu- Wechsel mir doch ja vor sehen, daß Sünd uns elend Augen sein. macht, daß wahres Wohl- 9. So werd ich, Herr ergehen und innrer Friede mein Gott, dir nicht umnur aus reinem Herzen sonst vertrauen; einst, wenn fließt, daß du mit deiner ich treu dir bin, der FrenHuld der Freuden Quelle den Fülle schauen, und biſt. wenn du ewig lohnst für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich zum geheiligt hat. Muth, und hilf dem Schwachen siegen; mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folgsam sein, und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Pilger heilsam Wort zur Nichthier, umringt von vielen schnur mir gegeben: reSündern; ihr Beispiel giere doch mein Herz durch könnte leicht der Tugend deinen guten Geist, daß Eifer hindern. Wenn der ich dem folgsam sei, was Verführung Gift, des dieß dein Wort mich heißt. Leichtsinns frecher Spott, 2. Verleih, daß ich zudem Geist gefährlich wird, erst nach wahrer Weisdann steh mir bei, mein heit trachte und kein verGott. gänglich Gut mehr, als 8. Bewahre mein Ge- es werth ist, achte. Wer müth, daß mich bis an nach dem Ewigen mit mein Ende die falsche Fröh- weisem Eifer strebt, erlichkeit der Eitlen nie ver- fährt, daß er zum Lohn blende. Des Lasters Frend auch hier schon glücklich und Glück erzeuget Reu lebt. R 3. Gieb, 314. O Gott, du frommer Gott 2c. Mein Vater und mein Gott! du Herr von meinem Leben! der du dein 258 Von der fortgesetzten Besserung. 3. Gieb, daß ich von rechtem Gut und stolzem der Welt mich unbefleckt Sinn befreit. erhalte, und daß in mir 7. Will deine Hand der Trieb zum Guten nie mich hier auf rauhe Wege erkalte. Hilf, daß ich im leiten, so unterstütze mich, mer wach, im Kampf des wenn meine Tritte gleiten; Glaubens treu, und in der laß mich in aller Noth auf Hoffnung stark und fest deine Hilfe schaun und gegründet sei. auch, wenn sie verzieht, 4. Gieb, daß ich als dir doch getrost vertraun. ein Christ mich Christo 8. Erlöse endlich mich ähnlich zeige und achtsam von allen meinen Leiden; mein Gemüth zu seiner und ist die Stunde da, Lehre neige, Sein Geist aus dieser Welt zu scheiden: regiere mich und nicht der o Vater, so entzieh, wenn Geist der Welt: so bleib meine Hütte bricht, und ich auf dem Weg, der dir, Alles mich verläßt, mir o Herr, gefällt. deinen Beistand nicht. 315. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und O Gott, du frommer Gott 2c. b. Gütigkeit auch an dem Herr, lehre du mich thun übe. Laß von Uebermuth mich bei fallen. Laß mich im Herdes Glückes Schein, und zen schon bei dir im Him fern von Ungeduld in mel wallen. Dein heiltrüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischeslust ergeben, auch nie dem schnöden Geiz. Mein dir ge- 2. Gieb, daß ich stets weihtes Leben sei vom Be- durch ihn im Glauben trug und Neid, von Un- stärker werde, und jederbarmherzigkeit, von unge- zeit mich selbst, die Lust und ger guter Geist führ mich auf ebner Bahn, und gebe, daß ich dich recht findlich ehren kann. Von der fortgesetzten Besserung. 259 und Pracht der Erde durch ist, von Herzen zu verachihn verleugnen mag. Laß ten; und laß mich stets mit mich vom Heuchelschein, Fleiß nach jenem Kleinod Verstellung, Laulichkeit trachten, das du mir vorund List entfernet sein. gesteckt. Laß dich, Herr, 3. Laß mich, Herr, mir allein das wahr und meinen Gang, mein Den höchste Gut und reinste ken, Thun und Dichten, Freude sein. Herz, Augen, Hand und Mund nach deinem Worte richten. 7. Was du mir auferlegt, laß mich geduldig Gieb, daß ich leiden. Laß jedes Unjederzeit voll reiner Lieb recht mich mit größtem und Treu, mein Vater, Ernste meiden, und dengegen dich und meinen ken, daß, o Herr, dir Nächsten sei. nichts verborgen ist, und daß du überall ſelbst gegen4. Gieb, daß ich überall bei jeder That bedenke, wärtig bist. ob ich mich auch von dir 8. Laß mich behutsam und meinem Taufbund sein, daß ich dem Zorn lenke; ob deines Namens entgehe, und nichts als Ruhm mein steter End- Segen, Heil, Trost, Schutz zweck bleibt; ob mein un- und Gnade sehe. achtsam Herz was Sünd- mich mit Freuden thun, lichs denk und treib. Laß was mir dein Wort gebeut, gerieth ich auch dadurch in Schmach und Herzeleid. 9. Hilf, daß ich stets auf dich, als meinen Felsen, baue; dir jederzeit allein in Noth und Tod vertraue. Du kennest, mehr als ich, die Sorge, die mich plagt; verläßt, R 2 ver5. Ob ich mich täglich mehr, Herr, von dir heilgen lasse; ob auch mein Herz dich stets im Glauben fester fasse, ob es die Seligkeit mit Furcht und Zittern schafft, und denkt, wie leicht der Tod uns von der Erde rafft. 6. Hilf, was dahinten Von der fortgesetzten Besserung. versäumst uns nicht, weil nung darauf gründen, werdu es zugesagt. den Heil und Leben finden. 260 10. Laß mich hier dei- 3. Weisheit ist es, darnen Geist mit Himmels nach trachten, recht mit gütern speisen, bis ich sich bekannt zu sein; sich dich einstens dort mit allen nicht schon vollkommen achEngeln preisen und völlig ten, und den Eigendünkel rühmen kann für deine scheun, gern auf seine FehGütigkeit, wenn mich vor ler sehn, reuend sie vor deinem Thron dein ewig Gott gestehn, eifrig stets Licht erfreut. nach Bessrung streben, und sich deß doch nie erheben. 316. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun, so auf Sehre mich, Herr, recht seine Stimme hören, und Freu dich sehr, o meine Seele 2c. bedenken, was wahr- auf seinen Wandel schaun, hafte Weisheit sei. Mei- daß man falsche Wege nen Fleiß darauf zu len- flieht, und mit Eifer sich ken, stehe mir aus Gnaden bemüht, seinem Bilde hier bei. Denn die Klugheit, auf Erden immer ähnlicher so die Welt ohne Grund zu werden. für Weisheit hält, fördert 5. Weisheit ist es, Alnicht mein Wohlergehen, les meiden, was mit Reu und wird nie vor dir das Herz beschwert, und beſtehen. sich hüten vor den Fren2. Weisheit ist, wenn den, die der Sündendienst unsre Seelen sich, Herr, gewährt; nicht die Ehre deines Wortes Licht nur dieser Welt, nicht Gemächallein zum Leitstern wäh- lichkeit und Geld für das len, und mit fester Zuver- wahre Wohlsein achten; sicht diesem Licht sich anver- nein, nach bessern Gütern traun. Denn die folgsam trachten. darauf schaun, ihre Hoff6. Weisheit ist es, Gottes Von der fortgesetzten Besserung. 261 tes Gnade sich zu seinem und Geschenk, du forderst Zweck ersehn, und auf sei- dieses ja von mir, deß ner Wahrheit Pfade die bin ich eingedenk. sem Glück entgegen gehn; gerne Gottes Willen thun, froh in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren! 2. Wem sonst als dir gehört es zu? Dir, meinem Gott und Herrn. Bei dir nur findets wahre Ruh, und du erquickst es gern. 3. O nimm es, Vater, 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilger sind, Wunsch gnädig an, mein Herz; verundHoffnungdahin lenken, acht es nicht; ich geb es, wo die Seele Ruhe findt; wie ichs geben kann, aus seine Augen unverwandt Dankbarkeit und Pflicht. nach dem ewgen Vaterland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 4. Zwar ist es, Vater, nicht so rein von Sünd und Eitelkeit, noch nicht so, wie es sollte sein, ganz 8. Diese Weisheit ist deinem Dienst geweiht. auf Erden, Höchster, unser 5. Gebeugt von dir bestes Theil. Die von fühlts seine Schuld und ihr geleitet werden, deren seine Sündlichkeit. Weg ist Licht und Heil. Fleht zu dir um Gnad Solche Weisheit kommt und Huld und Kraft zur von dir; Gott, verleihe sie Heiligkeit. auch mir, laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten! 6. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht; sei mir mit Gnade nah. Auf dich hoff ich mit Zuversicht. Mein Vater bist du ja. 317. Mein Gott, das Herz ich zc. Mein Herz, o Bater, 7. Sieh auch auf mich, bring ich dir zur Gabe Herr Jesu Christ, ich weiß, daß 262 Von der fortgesetzten Besserung. daß du dein Blut vergos- Andrer an mit Ernst und sen, und gekreuzigt bist der Redlichkeit. Welt und mir zu gut. 8. Laß, Jesu, mich dir dankbar fein; dein Beispiel schauen an, und gieb, daß ich von Sünden rein, vor Gott bestehen kann. 9. Und du, o Geist der sei mein Ruhm, entfernt Heiligung, erleuchte, heil- von Heuchelei; damit mein ge mich; und meine wahre ganzes Christenthum dir Besserung gelinge mir wohlgefällig sei. durch dich! 16. Nimm denn, o Va10. Hilf, daß ich mei- ter, nimm mein Herz! nem Herrn und Gott im Dein will ich, ewig dein, Glauben ewig treu, und im Glück und Unglück, gegen List, Gewalt und Freud und Schmerz, im Spott im Guten stand- Tod und Leben sein! haft ſei. 14. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu, und fern von Rachbegier selbst meinem Feinde gern verzeih; denn du vergiebst auch mir. 15. Dich zu verehren, 11. Hilf, daß ich sei im Leiden fest durch Hoff nung und Geduld. Mein Trost, wenn alles mich verläßt, sei nur, Herr, deine Huld. 318. Alle Menschen müſsen sterben ic, ch, wann werd ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, daß ich sie ganz überwinde, 12. Hilf, daß ich im- ganz dir wohlgefällig sei? mer sei gerecht, aufrichtig, Noch nicht, ich gestehs ohne List, daß ich durch mit Thränen, kann ich Wort und Werke recht mich von ihr entwöhnen, bezeug, ich sei ein immer noch ereilt sie mich, Christ. und versucht mich wider dich. 13. Hilf, daß ich gegen Jedermann demüthig, ohne 2. Längst hab ich mir Neid, mich willig nehme vorgenommen, dir mein Leben Von der fortgesetzten Besserung. 263 Leben ganz zu weihn. Natur. Nicht die SchwachChristlich, sprach ich, und heit wirst du rächen; bösen vollkommen soll vor Gott Vorsatz strafft du nur. mein Wandel sein. Allen Hätt ich nicht den Trost, Vortheil, alle Freuden, die ich würde unter meiner von ihm mich können Mängel Bürde ganz erscheiden, will ich mit Ver- liegen, und mich dein, achtung fliehn, nie am Gott, mein Heil, nie wieSündenjoche ziehn. der freun. 3. Gott, du sahest, wie 6. Stellet mir denn ichs meinte, wie ich jede hier auf Erden lebensMissethat tiefgebeugt vor lang die Sünde nach, kann dir beweinte, und dich um ich nicht vollkommen werVerzeihung bat; sahst mein den, bin und bleib ich hier ernstliches Bestreben, mei- noch schwach: ach, so nem Vorsatz treu zu leben, segne mein Bestreben, so und wie gern ich immer gerecht ich kann, zu leben, dar fromm zu wandeln daß ich stets von Heuchelei willens war. und von Bosheit ferne ſei. 4. Aber ach, wie oft empöret sich die Leiden- 7. Wenn ich falle, laß schaft in mir, und ver- michs merken, laß mich führet mich und störet streben aufzustehn. Eile, meine Freudigkeit zu dir. mich, dein Kind, zu stärUebereilung, Eigenliebe, ken; lehre selbst mich des verborgnen Stolzes fester gehn! Warne mich, Triebe, eh ichs merke, sei mein Begleiter; tägziehen sie mich zur Sünde, lich führe, Gott, mich die ich flieh weiter, bis ich in der Ewigkeit dringe zur Vollkommenheit. R 4 Selbst 5. Doch du heilest die Gebrechen meiner fündigen * 264 Selbstprüfung Selbstprüfung nach den göttlichen Geboten. 319. O Gott, du frommer Gott c. b. 4. Vertraut ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? verdankt ich err, du erforschest mich; dir mein Glück? blieb ich dir kann ich nichts ver- bei meinen Freuden der hehlen; du siehest jede Tugend treu? war ich aufs That, du kennst den Rath Ewige bedacht? und hab der Seelen. Ich nahe mich ich jeden Tag zu meinem zu dir, und fleh in De Heil vollbracht? Herr, muth dich: entdecke mir 5. Gebraucht ich meimein Herz! Denn ach! nen Geist mit allen sei leicht täuscht es mich. nen Kräften, den Willen 2. Ich bin ein Christ, und Verstand zu nützgetauft, mein Gott, auf lichen Geschäften? Hab ich deinen Namen. Erfüllt für meinen Leib mit Weisich jede Pflicht des Chri- heit stets gewacht, und stenthums? und kamen die keine böse Lust genährt Werke, die ich that, aus und angefacht? Liebe und aus Pflicht? Bin 6. Hab ich die, die du ich ein Heuchler nur, so mir zur Aufsicht anderkennt mich Christus nicht. tranet, durch eignes Bei3. Hab ich dich, Gott, spiel gern gebessert und geliebt? und durch ein erbauet? Sorgt ich stets frommes Leben mich im- für ihr Wohl, für ihre mer dir geweiht, mein Herz Seligkeit? und straft ich dir ganz ergeben? hat mich ihr Bergehn mit Lieb und dein heilges Wort gebes Freundlichkeit? sert und erfreut? war ich, was es befiehlt, auch stets zu thun bereit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? war ich voll Menschenliebe? und regten nach den göttlichen Geboten. 265 ten sich in mir des Mitleids gestärkt zum Fleiß der edle Triebe bei meiner Bessrung sein! Brüder Noth? Floh ich des Stolzes Reiz? Ver320. schloß ich Aug und Herz o Gott, du frommer Gott 2. c. der Habsucht und dem Vor dir, Allwissender, der Geiz? du im hellsten Lichte 8. Hab ich, wie Jesus mein Inneres durchschaust, that, gesegnet, die mir vor deinem Angesichte will fluchten? hab ich auch die ich mich prüfen, will von geliebt, die mir zu schaden Fehlern mich befrein. Laß suchten? bezwang ich mei- meine Prüfung, Gott, nen Zorn? zeigt ich Ver- dazu gesegnet sein. söhnlichkeit? erregte Andrer Glück niemals in mir den Neid? 2. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen? mir und der Welt genützt? und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 3. Wie habe ich zeither mein eignes Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerüh10. Allwissender, wer ret? Erfreut ich mich des kann, wie oft er fehlet, Herrn, der unser Flehn merken! Sei gnädig, bemerkt? und hab ich im handle nicht mit mir Vertraun auf ihn mein nach meinen Werken. Herz gestärkt? Vergebung ist bei dir! 4. Dacht ich bei dem Laß ihren Trost auch Genuß der Güter dieser mein, und mich dadurch Erden an den AllmächtiR 5 gen, 9. War ich der Un schuld Trost, und hab ich fie vertheidigt? hab ich durch Härte nie den Dürf tigen beleidigt? brach ich dem Hungrigen mein Brot? und that ichs gern? war Uebermuth und Trotz und Herrschsuchtvon mir fern? 266 Selbstprüfung. gen, durch den sie sind 8. Gott! der du Alles und werden? Verehrt ich weißt, wie kann ich dirs findlich ihn? Empfand ich verhehlen? Ich fühle nur seine Huld? War ich im zu sehr die Schwachheit Glück voll Dank, im Un- meiner Seelen. Vergieb, glück voll Geduld? und gehe du mit mir nicht 5. Und wie genoß mein ins Gericht. Gott, heiHerz des Umgangs süße liger sei mir von nun an Stunden? Fühlt ich der jede Pflicht. 321. Jesu, Jesu, meine Freude ze. FreundschaftGlück? sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, die Freude schuldsvoll? und hab ich nichts geredt, was ich bereuen soll? nu- Herr, du machst mir deinen Willen selbst durch dein Gesetz bekannt. Gieb mir Kraft, ihn zu erfüllen, gieb mir Weisheit und 6. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir ver- Verstand; daß ich das pflichtet? fie durch mein Gebotne fasse, und auch Beispiel still zum Guten das Verbotne laffe. unterrichtet? War zu des 2. Laß mich dich allein Mitleids Pflicht mein Herz verehren, du bist Gott nicht zu bequem? Ein und Reiner mehr, welchem Glück, das Andre traf, Lieb und Furcht gehören. war das mir angenehm? Gieb, daß ich auf nichts 7. War mir der Fehl- so sehr, als auf deine Huld tritt feid, sobald ich ihn vertraue, und auf keinen begangen? Bestrittich auch Abgott baue. in mir ein sträfliches Verlangen? Und wenn auch heute noch Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm Gebet und Dank beweisen, zu stehn, auch willig und wie man ihn zu ehren hat; bereit? Lügen, Fluchen, falsches Schwö3. Deinen Namen laß mich preisen mit dem Mun de, mit der That; durch nach den göttlichen Geboten. 267 Schwören müsse man nie durch Fleischesluft zervon mir hören. stören. 4. Deinen Tag recht zu 8. Willst du mir mein begehen, heilige mir Herz Theil bescheiden, laß mich und Sinn. Laß dein Wort stets dabei beruhn; und mich recht verstehen, und viel lieber Unrecht leiden, wenn ich ein Hörer bin, als Jemanden Unrecht so hilf, daß ich mich be- thun; daß ich schlecht und fleiße, daß ich auch ein recht hier wandle, mit dem Nächsten redlich handle. Thäter heiße. 9. Laß mich alle Falsch5. Laß stets Kindern ihre Pflichten, wie auch Feind stets ſein; meinen ihre Pflichten, wie auch heit meiden, und der Lügen Eltern, heilig sein. Du Nächsten nicht beneiden, wirsteinst, o Gott, die richdie ten, welche ihre Pflicht noch mich seines Falles entweihn. Doch Heil dem, Wahrheit liebe, und in der deinen Willen sucht Redlichkeit mich übe. mit Treue zu erfüllen. 10. Die Begierden zu 6. Zürnen, Mißgunst bezähmen, gieb mir deines Hassen, Neiden, eigne Na- Geistes Kraft. Laß mich che, Zank und Streit laß wohl zu Herzen nehmen, mich, Herr, beständig wie dein Recht auch Lüste meiden, auch die Unver- straft, daß ich ja nicht föhnlichkeit! Laß die La- was begehre, was ster mich nicht stürzen, die Herr, zuwider wäre. das Leben hier verkürzen. dir, 11. Herr, du hast mir 7. Schenke mir ein keu- Fluch und Segen, Tod sches Herze, und bewahr und Leben vorgestellt; laß durch deinen Geist meinen mich beides wohl erwäMund vor frechen Scher- gen, daß die Wahl aufs ze. Weil mein Leib dein Beste fällt, daß ich deiner Tempel heißt, laß mich Straf entgehe, und in ihn auch selber ehren, nicht deiner Huld stets stehe. Lehre 268 Lehre Jesu. Jesu. sie Trost und macht uns fest, lehrt uns Muth und Hoffnung fassen; lehrt Geduld uns, giebt uns Stärjener ke zur Vollendung guter daß, Werke. Lehre 322. Liebster Jesu, wir sind hier 2c. Daß schon hier im Leben wir Freuden Welt empfinden, wenn Lieb und Eintracht 5. Lehrt uns: Menhier, Menschen brüderlich schen zu erfreun sei des verbinden, wir belohnt Herzens größter Segen; durch Gottes Frieden lehrt uns Feinden selbst glücklich leben schon hie- verzeihn, Hilfsbedürft'ge nieden: trösten, pflegen; brüder2. Diese Herzensfreu- lich die Menschen lieben; digkeit danken wir dir, segnen die, die uns betrüGott der Gnade! Jesu ben. Christi Lehre streut Blu- 6. Heil dem Menschen, men auf des Lebens Pfa- der dich liebt, Lehre, uns de; lehrt uns Mäßigung zum Glück gegeben! Heil in Frenden lehrt uns ho- dem Menschen, der dich hen Muth im Leiden. übt! Selig ist der hier im 3. Sie ist unser Trost Leben; selger noch, einst und Stab, wenn uns frei vom Staube; Wonne Noth und Schmerz um- wird ihm dann sein geben; sie ist auf dem Glaube. Weg zum Grab uns Erquickung, Licht und Leben; uns, von Todesnacht umgeben, weiset sie auf jenes Leben. 323. O Ewigkeit, du Donnerwort zc. Mein Glaube, meines Lebens Ruh, führt mich, Herr, deinem Himben uns verlassen, giebt mel zu, o du, an den ich 4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieglaube! Lehre Jeſu. 269 glaube! Ach, gieb mir, macht mich ruhig und erHerr, Beständigkeit, daß freut, führt mich zur wahdiesen Trost der Sterb- ren Seligkeit; wie sollt ich lichkeit nichts meiner Seele es nicht lieben? Erhalte raube! Tief präg es mei stets mein Herz dabei; so nem Herzen ein, welch preis ich ewig deine Treu. Glück es sei, ein Christ zu sein. 324. 2. Dank dir, o Gott! ich bin ein Christ! mein Nun fich der Tag geendet ic. Herz ist ruhig und vergißt Heil dem, der dich, Reund bens. Ich dulde, was That bekennt! denn ihm ich dulden soll, und bin gewährst du Seligkeit, die des hohen Trostes voll: keine Sprache nennt. ich leide nicht vergebens; 2. Doch dem nur, der Gott selber mißt mein von Herzen dich bekennt, Theil mir zu, hier kurzen dem Frömmigkeit, dein Schmerz, dort ewge Ruh. wahre Tugend heilig ist, 3. Was seid ihr, Lei- der ihr sein Leben weiht; den dieser Zeit, mir, der 3. Der nicht nach leeich jener Herrlichkeit mit rem Schatten greift, nicht Ruh entgegen schaue? blos vom Glauben spricht, Bald ruft der Herr, und nein, auch des Glaubens ewiglich belohnet und er- Früchte bringt, und Guquickt er mich, er, dem tes thut aus Pflicht: ich hier vertraue; bald, 4. Den, göttliche Rebald verschwindet aller ligion, führst du mit MutSchmerz, und Himmels- terhand durchs Erdenleben frenden schmeckt meinHerz. hin, und bringst ihn einst 4. Dank sei dir, Jesu, ins bessre Land. Dank und Ruhm! Mich 5. Schon hier wird jede lehrt dein Evangelium, fest Freude ihm verschönert, glauben, Liebe üben. Es jedes Glück erhöht; denn innre 270 Lehre Jesu. innre Seelenruh erheitert seinen Blick. leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was 6. Und trübt sein Him- du mich lehrst, auch recht melsich, verbirgt die Son- von mir erkannt. ne sich: so hellt ein Strahl 3. Wiet höricht ist es von Gottes Licht ihm auf doch, bloß andern Mendie schönre besfre Welt. schenglauben! Das heißet, 7. Gestählt mit Muthe sich den Grund zur ewgen wird er selbst dem Tod Ruhe rauben. Wer treuentgegen sehn; er weiß, lich hier dein Wort zu seidurch Gräber werden wir ner Richtschnur macht, dem. zum Vaterlande gehn. giebt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 8. Gott, laß uns die Religion stets theur und heilig sein, und laß bei wahrer Frömmigkeit uns ihres Segens freun! 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre: und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre. Gieb deinen Geist ins Herz, der Lust und Kräfte giebt, daß man die Wahrheit lernt, prüft, für deines Wortes glaubt, erfährt und übt. 325. Nun danket alle Gott 2c. Gelobet feist du, Gott, Lehre! Gieb, Vater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre. O mache doch mein 326. Nun danket alle Gott 2c. Herz von Borurtheilen Von Herzen preis ich rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. dich, Gott, für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dank2. Laß mich im Forschen barkeit verehre. Hier findoch die Wahrheit nie ver- det jeder Stand für jede fehlen, und nie, was schäd- Lebenspflicht, in jedem lich ist, für wahres Heil Falle Rath und weisen erwählen. Höchster! Unterricht. 2. Wie Lehre Jeſu. 271 2. Wie kräftig ist dein nen Gott und Vater nenWort! Gott, Millionen ne. Höchster, laß mich Christen gab dieses Wort doch auf Erden weise zu den Sieg im Kampf mit dem Himmel werden. bösen Lüsten. Es bessert 2. Lauter Wahrheit ist sanft das Herz, und stärkt dein Wort. Lehre mich es zu jeder Pflicht; ist in recht verstehen! Hilf selbſt Gefahr ein Schutz, in meinem Forschen fort, Finsterniß ein Licht. deutlich daraus einzuſehen, 3. So kann kein andres was zu meinem Heil mich Buch die Größe Gottes führet, und mir, deinem preisen, so faßlich rührend Knecht, gebühret. nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Rednerkunst wird so das Herz. erquickt, zu jeder guten That so willig und geſchickt. 3. Aber, laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen, laß mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd ich bei dem Wissen größre Strafe leiden müssen. 4. Bei diesem Unter richt laß deinen Geist mich rühren, und laß mich seine 4. Gieb, daß ich den Kraft zu meiner Bessrung Unterricht deines Wortes spüren! Wer deinen Leh- treu bewahre, daß ich, was ren folgt, fühlt ihre Gött es mir verspricht, reichlich lichkeit; sie geben Licht an mir selbst erfahre. Ja, und Trost, im Tode Freu- es sei in meinem Leiden digkeit. mir ein Quell von Trost und Freuden. 327. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse Herr, mein Licht, erleuch- vermehren! Find ich manLiebster Jesu. wir sind hier zc. te mich, daß ich mich che Dunkelheit bei geund dich erkenne; daß ich heimnißvollen Lehren, laß voll Vertrauen dich mei- mich Zweifelsucht entfernen, 272 nen, und in glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rühLehre Jesu. Demuth erfüllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du render erkennen jener- Herr- bist, und was dir wohllichkeit Gewicht, und wie gefällig iſt. glücklich der zu nennen, der 3. Dein Wort erweckt darnach mit Eifer trachtet, uns, dich zu lieben, lehrt, und die Lust der Welt wie du denen Gutes verachtet. giebst, die dein Gebot 7. O verleihe mir die mit Freuden üben, und wie Kraft, deinem Wort ge- du väterlich uns liebst. mäß zu handeln, und vor Und was, o Herr, dein dir gewissenhaft als dein Wort verspricht, bleibt treues Kind zu wandeln; ewig wahr und trüget so wird einst im ganzen Le- nicht. ben mich ein hellres Licht umgeben. 4. Gott, dieß dein thenres Wort ist besser, und mehr der Sehnsucht werth als Geld; sein Werth ist köstlicher und größer, als Laßt uns vereinigt meine Brüder c. alle Schäßze dieser Welt. Dein Wort, o Höchster, Wer das thut, was dein 328. ist vollkommen; es lehrt Wort gebeut, dem ist dein uns unsre ganze Pflicht; Segen stets bereit. es giebt dem Sünder und 5. So laß mich denn dem Frommen zum Leben mit Lust betrachten die fichern Unterricht. O se- Wahrheit, die dein Wort lig, wer es achtsam hört, mich lehrt. Laß solgsam bewahrt und mit Gehor- mich auf Alles achten, was ſam ehrt. dein Befehl von mir be2. Es leuchtet uns auf gehrt. So fließen Trost unsern Wegen, vertreibt und Seelenruh auch mir des Irrthums Finsterniß, aus deinem Worte zu. 329. 273 329. Dies ist die Nacht, da mir ze. hinab. Wir gehn getrost an deiner Hand durchs Todesthal ins Vaterland. 5. Gott, laß uns diese Religion, von Gott gegeben, wie bist du unserm Herzen werth! Ach trau- heilgen Lehren der Wahrrig ist das Erdenleben für heit immer theuer sein; den, der deinen Trost ent- laß uns durch Frömmigbehrt! Du giebst uns keit sie ehren, und dann Trost in jeder Noth, uns ihres Segens freun. hilfft uns besiegen Grab werde, Bater, deine und Tod. Welt durch Wahrheit immer mehr erhellt. Lehre Jesu. 2. Du bist es, die uns Gott erkennen, uns unsern Schöpfer lieben lehrt; wir dürfen ihn nun Vater nennen, und hoffen, daß er uns erhört, uns Muth und Kraft zum Guten schenkt, und unser Aller Schicksal lenkt. 330. 8 es woll uns Gott genädig sein 2. Es wolle Gott uns gnädig sein, und seinen Segen geben. Es leuchte stets mit hellem Schein sein Wort der Welt zum 3. Durch dich erhebt Leben, daß Gottes Wille der Geist im Glauben sich mehr erkannt, und auf über Erde, Grab und Zeit. der ganzen Erde der Name Die Hoffnung soll uns Jesu noch genannt, sein Niemand rauben, die Hoff Heil verkündigt nung der Unsterblichkeit! Und wo uns nichts mehr trösten kann, da fängt dein rechter Trost erst an. werde, und jeder sich bekehre. 2. So preise dich, Gott, gleich als wir, auch alles Volk der Heiden! Der 4. Religion, des Lebens ganze Weltkreis jauch ze dir, Wonne, begleite du uns und finge dir mit Freubis ans Grab. Einst strahle den! Du, der du Herr du, des Lebens Sonne, der Erde bist, willst selbst vor uns ins Todesthal der Sünde steuern. Dein Wort, 274 Lehre Jesu. Mocasn Jan She Tas 332. Ach Herr, mich armen 2c. Wort, das Kraft und Erden zum treuen Kampfe Leben ist, soll uns dir Muth und Kraft, und ganz erneuern, im Glau- laß das Gute, das er ben dir zu dienen. schafft, durch dich geseg3. Laß nun des Glau- net werden. bens Früchte sich, o Gott, bei uns vermehren, daß wir nach Jesu Lehre dich durch That und Wahr- Naß mich dein sein und heit ehren. Uns segne Gott bleiben, du treuer Gott durch seinen Sohn mit und Herr, von dir laff seinem heilgen Geiste, daß mich nichts treiben, halt alle Welt vor seinemThron mich bei reiner Lehr. Ach ihm Dank und Ehre Herr, laß mich nicht wanleiste. Gott segn uns ken, gieb mir Beständig Alle! Amen. feit. Dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit 331. Gott vom Himmel fieh 2c. 333. Grhalte Gott dein Wort Vater unser im Himmelreich 2. uns rein, laß deine Kein Lehrer ist dir, Jeſu heilgen Rechte erkannt gleich. An Weisheit und stets ein Segen sein und an Liebe reich bist du dem menschlichen Ge- sowohl durch Wort als schlechte. Mach uns von That der schwachen Men Sünd und Irrthum frei; schen sichrer Rath. Es die Frucht der reinen freut mein Geist im Glau Lehre sei ein reines, ben sich, und preist fü frommes Leben. deine Lehre dich. RECHER 2. O möge jeder Wahr- 2. Du kamst zu uns heitsfeind durch dich be- von Gott gesandt, und kehret werden! Wers mit machtest uns den Weg be der Wahrheit redlich meint, kannt, wie wir, befreit dem gieb du selbst auf von Sündenschuld theil haftig Lehre Jesu. 275 hastig werden seiner Huld. vom Eigendünkel mich beAuf ewig sei dir Dank frei, damit ich dir gehorund Ruhm, Herr, für dein sam sei; bis mich dereinst Evangelium. in Ewigkeit ein hellres Licht bei dir erfreut. 3. Du lehrtest uns durch Wort und That den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du gingst als Führer 334. Jesu, meine Freude zc. ſelbst voran; gieb, Herr, Wort aus Gottes Mundaß ich auf gleicher Bahn, de! Wort vom Friegestärkt von dir, mit ste- densbunde! Evangelium! ter Treu dir nachzufolgen Bald da wir gefallen, ließ eifrig ſei. dich Gott erschallen! Du bist unser Ruhm! Gotteskraft, die Glauben schafft! Gute Botschaft, uns zum Leben von Gott selbst gegeben. 4. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft. 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns Allen, Gott, bestimmet hat; was sonst dunkle Schat5. Noch immer hilfst ten vorgebildet hatten, das du deinem Wort in seinen vollführt dein Rath. Daß Siegen mächtig fort. Du dein Eid dich nicht gesendest, wie du selbst ver- reut, zeigst du nun; in heißt, noch immer deinen Jesu Namen wird er Ja guten Geist, der jedem, und Amen. welcher Wahrheit liebt, 3. Alles ist vollendet, zum Glauben Licht und Gott hat den gesendet, Kräfte giebt. der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirkmich zu der Wahrheit führ, lich dar; ja er hat des 6. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß er S2 Höch 276 Lehre Jesu. 335. Herzliebster Sesu, was hast ic. c. 4. Allen wahren From- Naß doch, o Jeſu, laß dein Reich auf Erden men, die zu Jesu kommen, wird er Fried und Heil noch unter Sündern ausschon auf Erden geben, gebreitet werden! Ach, und in jenem Leben ist schenke ihnen, deiner Leiihr beffres Theil. Gottes den wegen, noch Heil Huld tilgt unsre Schuld, und Segen. und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm er höret. 2. Gieb ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie, voll Glaubens, ihren Herrn dich nennen; gieb 5. Auf, und wehrt den ihnen Eifer, deinen guten Schmerzen! Kommt ihr, Willen treu zu erfüllen. deren Herzen das Gesetz 3. Mit Heilger Achtung zerschlug; kommt zu dessen laß die Schrift sie ehren; Gnaden, der für euch be- denn sie verkündigt deine laden, alle Schmerzen trug. heilgen Lehren. Wir MenJesu Tod versöhnt euch schen suchen außer ihr ver Gott; Gott, der euch als gebens das Wort des Vater liebet, und die Lebens. Schuld vergiebet. Höchsten Rath ganz vollbracht und lebt in Ehre; ach, erwünschte Lehre! 4. Erbarmer, steure 6. Hierauf will ich bau- deiner Feinde Grimme. en, Christo mich vertrauen, Die Deinen warne vor und in ihm mich freun. des Irrthums Stimme. Ihm nur will ich leben, Ach, lehr sie prüfen, daß ihm mich ganz ergeben, sie falsche Frenden des ewig tren ihm sein. So Lasters meiden. werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben, und den Himmel erben. 5. Sei du ihr Licht in ihren Finsternissen. Er halt in ihnen stets ein gut Gewissen. Schlägt oft ein Kum Lehre Jesu. 277 Kummer ihre Herzen nie- dein Nam erhoben. Frohder; so stärk sie wieder. Lockend müsse dich einst 6. Herr! schütz uns ewig loben, o du Beschirmächtig mitten unter Bö- mer deiner schwachen Heersen, bis du von ihnen de, Himmel und Erde. ganz uns wirst erlösen; bis wir zum Umgang der verklärten Frommen froh lockend kommen. 337. Erhalt uns, Herr, bei deinem ze. Der Spötter Strom reißt viele fort, erhalt uns, Herr, bei deinem Wort; so können, Vater, wir uns dein im Leben und im 336. Herzliebster Jesu was hast du c. a. Jeſu! ſchüßze, die nach dir sich nennen, die Tode freun. Deinen, die dich vor der Welt bekennen. Laß dei nen Händen, wie du selbst verheißen, sie nichts entreißen. 2. Ein Haufe Lästrer wagts, o Gott, mit wildem ausgelassnem Spott den Heiland, deinen Sohn, zu schmähn, durch den selbst Himmel einst vergehn. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden. 3. Ach! ihrer Lehre Pest, Mach ihre Siege herrlicher o Herr, schleicht jetzo nicht auf Erden. Gieb Muth im Finstern mehr, am und Weisheit denen, die Mittag selbst bricht sie sie lehren, dein Reich zu hervor und hebt ihr tödmehren. tend Haupt empor. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen; bewahr die Deinen, wie du selbst versprochen, und führ sie endlich aus dem Kampf hie nieden 4. 4. Sie herrscht durch Kluge dieser Welt. Herr! Herr! wenn uns dein Arm nicht hält, reißt sie uns zum Verderben fort. Gieb Sieg und Leben durch zum ewgen Frieden. dein Wort. Heiland! ewig sei 5. Beschütz uns HeiS3 land 278 Vom Gebete. Land Jesu Christ, der du Vielleicht ist nun ihr Maß zur Rechten Gottes bist. bald voll. Sei unser Schild und 7. Auch sie, o Herr, starke Wehr! Staub ist hast du versöhnt! sie, devor dir der Spötter Heer. ren Spott dich jetzt ver6. Du hast von Ewig- höhnt! Gieb, daß noch vor keit gesehn, wie lange noch der Todesnacht zur ernihr Trotz bestehn und Hohn sten Reu ihr Geist er der Wahrheit sprechen soll. wacht. Vom Gebet. 338. Dieß ist die Nacht, da mir zc. Dein Heil, mein Geist, 3. Doch sprichst du: Bittet, daß ihr nehmet! Der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der nicht zu verscherzen, sei Pflicht zu beten schämet, wach und nüchtern zum der schämt sich, Gott, dein Gebet. Ein kindlich Flehn Freund zu sein; und stößzt aus reinem Herzen hat das angebotne Glück muthGott, dein Vater, nie willig selbst von sich zurück. verschmäht. Erschein in 4. Sein Heil von dir, Demuth oft und gern o Gott, begehren, wie? mit Dank und Flehen vor ist das eine schwere Pflicht? dem Herrn. Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das unsre Seele nicht in dem Vertraun, daß du uns liebst und uns gern, was uns nützet, giebst? 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn? 2. Welch Glück so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! Du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Flehn. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh sie unser Herz dir klagt. Was mehr in Leidensstunden Vom Gebete. den stärken, als wenn wir 3. Wenn ich zu deinem flehend auf dich sehn? O Throne trete, von dir mir Vater! unsre Seelenruh Gutes zu erflehn; wenn nimmt durch Gebet be ich in Kummer zu dir bete, ständig zu. und wünsche, mich erhört 111170 6. Tein Wort ist im- zu sehn: so gieb, o Vater, mer Ja und Amen. Wer daß ich frei von Heuchelei gläubig bittet, der empfäht. und Selbstsucht sei. , Drnm laß auch mich in 4. Nie müss ich das von Jesu Namen oft vor dich dir begehren, was deine kommen mit Gebet. Nie Weisheit nicht erlaubt; sei mir diese Pflicht zur nie bitten, das mir zu Last, die du zum Heil ge- gewähren, was Andern ihre boten hast. Wohlfahrt raubt. Denn du erhörest kein Gebet, das Rache, Neid und Stolz verräth. 279 339. Was Gott thut, das ist 2c. Zu dir, o Gott, das Herz erheben, zu dir 5. Wünsch ich mir Güfrommer Andacht flehn, dir ter dieser Erden, so laß zuDank und Preis und Ehre gleich mich darum flehn, geben, und meine Schwä- daß sie mir wirklich Mitche dir gestehn: ist dein Be- tel werden, des Nächsten fehl, ist meine Pflicht, und Wohlfahrt zu erhöhn; daß fördert meine Zuversicht. ich, von Geiz und Leicht2. Wie könnt ich diese finn frei, auch im GePflicht vergessen? Nein, brauche weise fei. täglich bleib es, Gott, 6. Wünsch ich bei fummir werth, mit frohem mervollen Leiden von ihrer Danke zu ermessen, welch Last mich frei zu sehn; Heil von dir mir wider- wünsch ich des Lebens stille fährt; der du auch mich Freuden, so lehre mich beals Vater liebst, und gern scheiden flehn: Wenns mir, was mirnüßzet, giebst. deiner Weisheit Rath beS4mond schließt, 11 30% ulory. Vom Gebete. schließt, und wenn mir beides nüßlich ist." 3. Nein, guter Vater, nur, um dich recht innig 7. Dann wird dir mein zu empfinden, zum Dank, Gebet gefallen, ich werde zur Ehrfurcht feierlich die mich nie trostlos sehn. Du Seele zu entzünden; zur Herr und Vater von uns Demuth, Liebe, Freundallen, erhörst dann auch lichkeit zu findlicher Ergewiß mein Flehn: giebst gebenheit, zum Fleiß in mir im Glück Zufrieden guten Werken mein Herz heit, im Unglück Muth vor dir zu stärken. und Heiterkeit. 280 340. 4. Dann, wenn ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe, dir, Vater, voll Zufriedenheit mein Schickſal übergebe: dann Ermuntre dich, mein Geist 2c. Wie fanft, mein Bater, ist die Pflicht, als Kind schöpf ich für die Tugend zu dir zu treten, voll De- Kraft, Muth in dem Kampf muth und voll Zuversicht der Leidenschaft, Erquikdich, Höchster anzubeten! kung in dem Leiden und Welch Glück, das Alles Hoffnung ewger Freuden. übersteigt, wird im Gebete 5. Mit keiner Welt mir erzeigt, wenn ich mit vertausche ich die wonneKindestreue mein Herz, vollen Stunden, wo beo Gott, dir weihe! tend dich mein Herz 2. Allwissender, zwar o dich, mein Vater, hat bet ich nicht, um dich erst empfunden; wo ich mit zu belehren, nicht mit dem Thränen vor dir stand; Wahn, was mir gebricht, tief deine Vaterhuld emdas müssest du gewähren, pfand, die liebevoll mich nicht Wunder von dir zu führte, mit Weisheit mich erflehn, nicht andern Pflich- regierte. ten zu entgehn, nicht träge 6. Wie wird vor deidich zum Segen durch nem Angesicht der ChriBitten zu bewegen: stenglaube wichtig! wie warm Vom Gebete. 281 warm mein Herz für jede ist an Huld und Macht so Pflicht, zu jeder Tugend reich als du? vor dich will tüchtig! Wenn böse Lust ich mein Flehen bringen; in mir sich regt, eil ich, ach gieb mir deines Geivon deinem Geist bewegt, stes Kraft dazu, daß es mich im Gebet mit Thrä- gescheh im Namen Jesu nen nach Kraft von dir Christ, so wie es dir zu sehnen. allein gefällig ist. 7. Dein denk ich, froh 2. Zieh, Bater, mich vom Dank gerührt, wenn zu deinem Sohne, damit ich mich niederlege, die dein Sohn mich wieder zu Pfade, die du mich ge- dir zieh; gieb, daß dein führt, bewundrungsvoll Geist stets in mir wohne, erwäge. Dich rühm ich, damit ich Alles, was dir wenn nach sanfter Nacht mißfällt, flieh; von deizu neuer Pust mein Ang ner Gnad und Huld vererwacht, daß die Natur sichert sei, und dieser entzücket, zu nener Lust Wohlthat mich recht innig erquicket. freu. 8. Bin ich am Ziel von 3. Erzeige, Gott, mir meinem Lauf zu schwach, solche Güte, so bet ich noch laut zu beten, dann dich im Geist und Wahrblick ich, Gott, zu dir heit an; so preist mit hinauf und will im Geiste dankendem Gemüthe mein beten. Noch sterbend, Va- Mund, wie viel du hast ter, dank ich dir, der du an mir gethan; so hebt so vieles Gute mir im mein Geist sich früh emLeben hast erwiesen. Sei por zu dir; so hab ich ewig, Herr, gepriesen! schon des Himmels Vorschmack hier. 4. Dein Geist treibt mich zu dir zu treten mit Seufzern, die mir unaussprechlich sind; nur er lehrt S5 mich 341. Dir, dir. Jehova, will ich ze. Dir, dir, du Höchster, will ich singen, wer 282 Vom Gebete. mich recht gläubig beten, deinem Thron und flehn er überzenget mich, ich sei dich an. Es müsf uns, dein Kind, und er ver- Herr, von Herzen gehn, heißet mir einst Seligkeit, was wir mit unserm wenn ich mich hier der Munde flchn. Tugend ganz geweiht. 2. Geheiligt werd in 5. Und wenn ich dich deiner Welt dein Name; zum Vater habe, so bin wen dein Licht erhellt, wer ich voller Trost und Freu- deine Wahrheit kennt und digkeit. Ich weiß es, jede ehrt, der leb auch, wie er gute Gabe, die hier mir glaubt und lehrt! Nimm nüßzt und ewig mich aller Irrenden dich an, erfreut, die giebst du, und hindre, was verfühund thust überschwenglich ren kann. mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 3. Dein Reich laß kommen; laß dein Wort stets 6. Wohl mir! ich bitt unverfälscht an jedem Ort in Jesu Namen, der mich uns leuchten; gieb uns zu deiner Rechten selbst deinen Geist, den uns vertritt. Durch ihn ist dein Sohn, o Gott, verAlles Ja und Amen, was heißt. Erhalte deine Kirch ich von dir im Geist und und laß sie fürchten weGlauben bitt. Wohl mir der Spott noch Haß. den deine Huld so hoch erfreut! Preis dir dafür, jetzt und in Ewig feit! 4. Dein Wille, Herr, gescheh zugleich auf Erden wie im Himmelreich! Gieb uns Geduld, Gelaffenheit im Leiden, und Beständigkeit, dir zu gehorchen; Muth und Kraft zum Kampf in unfrer Bilgrimschaft. 342. Vater unser im Himmelreich 2c. Gott, der du unser Bater bist, der alles, Alles sieht, was ist, und Alles hört! wir Kinder nahn zu 5. Auch gieb uns unser täglich Brod, Arbeitsamfeit Vom Gebete. 283 keit und Fleiß, o Gott! alles Heil von dir. Dein Vor Krieg behüt uns und ist das Reich, dein ist die vor Streit, vor Seuchen, Macht; dir werd auch Pest und theurer Zeit; Preis und Ruhm gebracht gieb Friede, Trost in Leid von allen Menschen aller und Schmerz, und immer Zeit, von Ewigkeit zu ein zufriednes Herz. Ewigkeit! 6. All unfre Schuld vergieb uns, Herr, erlaß fie, o Barmherziger, wie 343. wir auch unsern Schulde- Dieß sind die heilgen zehn Gebot zc. nern erlaſſen ihre Schulden gern. Dienstfertig laß uns ſein, bereit zu Sanftmuth, Lieb und Einigkeit. u, deß sich alle Himmel freun, auch unsre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du, Gott, unser Vater bist! Gelobt seist du! 7. Auch führ uns in Versuchung nie; und ach, gerathen wir in fie: so 2. Weit, über unsre stärke du zum Widerstand Einsicht weit, geht deines uns, Herr, mit deiner Namens Herrlichkeit! Ihn starken Hand! Gieb dei- ehre stets, von Lieb entnes Geistes Trost, daß brennt, wer deinen großen tren und standhaft unser Namen nenut, UnendGlaube sei! licher! 8. Erlös uns dann zur rechten Zeit von allem Uebel, allem Leid, und Allem, was die Zukunft droht, und tröst uns in der letzten Noth, und laß( wir Allgütiger! sind, wir sind ja dein) 4. Der du in deiner einst selig unser Ende sein. Wahl nie irrst, und wohl9. Dieß, Gott, gefche- zuthun nie müde wirst, he! Vater, wir erwarten dein Wille, Weisester, gescheh 3. Verbreite deiner Gnade Ruhun durch Jesu Evangelium; mach unser Herz ihm unterthan, so beten wir dich freudig an, 284 Vom Gebete. scheh auf Erden, so wie Herrlichkeit, von Ewigin der Höh mit Freu- keit zu Ewigkeit. Gelobt digkeit. seist du! 5. Was unser Leben hier erhält, gieb uns, so 344. lang es dir gefällt; doch Erhalt uns, Herr, bei deinem ic. gieb uns auch ein Herz Herr Gott, der du mein dabei, ich vertraut. genügsam sei und dir im Namen Jesu Christ, dich ehre, wer dich denken 6. Ach! oft vergehn kann, und bete dich als wir uns an dir, verzeih Vater an. uns, Vater, so wie wir, 2. Dein Reich, zu dem um deiner Huld uns zu nur der gehört, der dich erfreun, auch unserm Nächsten gern verzeihn, der an uns fehlt. durch wahre Tugend ehrt, vermehre sich, und jeder sei dir nur und deinem Willen treu. 7. Dringt auf uns die Versuchung her, so sei sie nie für uns zu schwer; steh uns zum Siege mächtig bei, mach uns im Guten fest undtren, Erbarmender! 8. Erlös, erlös uns, unser Gott, nach deinem 3. Was du, o Vater, willst, ist gut. Heil dem, der deinen Willen thut! Auch wir, auch wir, Herr, wollen ihn, den höhern Geistern gleich, vollziehn. 4. Du bist es, der die Rath aus aller Noth. Welt ernährt; selbst ThieNimm nach vollbrachtem ren Unterhalt gewährt; Prüfungslauf uns zu dem drum bitten wir von dir, bessern Leben auf, Gott, dem Herrn, was wir bedem wir traun. dürfen, du giebst gern. 9. In deines Himmels 5. Du bist die Liebe, Heiligthum, auf deiner bist voll Huld; o laß uns Erd erschall dein Ruhm! beim Gefühl der Schuld, Dein ist die Macht, die Herr, deine Güte noch erfreun, Vom Gebete. 285 freun, und unsern Brü- Preis und Dank, ein ruhig dern auch verzeihn. Herz mein Lebelang. 6. Laß uns den Reiz 6. Sei mein Beschützer zur Sünde fliehn, uns in Gefahr; ich harre deiimmer eifriger bemühn, ner immerdar. Ist wohl nur das zu thun, was dir ein Uebel, das mich schreckt, gefällt, und uns ein ru- wenn deine Rechte mich hig Herz erhält. bedeckt? 7. Erlöse uns, erlös' uns Gott, aus jedem Kummer, jeder Noth; laß uns noch sterbend auf dich sehn, im Tode noch dein Heil erflehn! 8. Auf dein Wort sprech ich Amen, Herr, aus Gnaden meinen Glauben mehr. Du bist mein Vater, du bist mein: laß mich dein Kind und Erbe sein. 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand, von dir empfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß deiner Güte mich zu freun, sie stets vor meinen Augen sein. Laß meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 345. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; das sei mein Glück, daß ich Lob sei dem allmächtigen Gott c. zuerst nach deinem Reiche ch komme vor dein An- tracht, und treu in allen gesicht, verwirf, o Gott, meinen Pflichten sei. mein Flehen nicht, vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 7. Gieb von den Gütern dieser Welt so viel mir nützt und dir gefällt, bei Wenigem Zufrieden2. Schaff du ein reines heit, zu meinem Fleiße Herz in mir, ein Herz voll Heiterkeit. Lieb und Furcht zu dir, 8. Schenkst du mir aber ein Herz voll Demuth, Ueberfluß, so laß mich mäßig 286 Vom Gebete. mäßig im Genuß, und Wolken gehen! Du frönst dürftge Brüder zu erfreun, uns mit Barmherzigkeit mich einen frohen Geber und eilst uns beizustehen. sein. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein fie nütz und dankbar sei, Wort, denn ich will vor und nie, aus Liebe gegen dir beten. sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 9. Gieb mir Gesund heit und verleih, daß ich 2. 3ch bitte nicht um Ueberfluß und Schätze die10. Erwecke mir stets ser Erden; laß mir, so einen Freund, ders treu viel ich haben muß, nach mit meiner Wohlfahrt deiner Gnade werden. Gieb meint, mit mir in deiner mir nur Weisheit und Furcht sich übt, mir Rath Verstand, dich, Gott, und und Trost und Beispiel den, den du gefandt, giebt. und mich selbst zu er11. Bestimmst du mir kennen. ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel, so laß, Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben; im Glücke Demuth, Muth in Nun freut euch, lieben Christen. Noth, das wollest du mir Gott, deine Güte reicht geben. In deiner Hand so weit, so weit die steht meine Zeit, laß du 346. mich 12. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich dann auch meiner an, und sei durch Christum, dei nen Sohn, mein Schirm, mein Schild, mein großer Lohn. Vom Gebete. 287 2014 mich nur Barmherzigkeit zu dir hinauf zu deinen vor dir im Tode finden. 347. Freuden; es ruhe sanft der Leib in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort ins neue LeO Gott, du frommer Gott a c. Gott, du guter Gott, du Quelle aller Ga- ben ruft. ben, ohn den nichts ist, 5. Ja, deine Stimme was ist, von dem wir Al- wird einst alle Todten les haben: gesunden Leib wecken; darum soll mich gieb mir, und daß in sol- kein Tod und keine Gruft chem Leib ein unverletzte mehr schrecken. Durch Seel und rein Gewissen deine Macht werd ich zum bleib. Leben auferstehn, und mit 2. Gieb, daß ich thu den Seligen lobsingend mit Fleiß, was mir zu dich erhöhn! thun gebühret, wozu mich 6. Gott Vater, dir sei dein Befehl in meinem Preis, hier und im HimStande führet. Gieb, daß mel oben; Gott Sohn, ichs thue bald, zu der Herr Jesu Christ, dich Zeit, da ich soll; und will ich allzeit loben; Gott wann ichs thu, so gicb, heilger Geist, dein Ruhm daß es gerathe wohl. erschalle mehr und mehr. Herr, dreieinger Gott, stets, womit ich kann be- dir sei Lob, Preis und stehen; laß kein unnützes Ehr. 3. Hilf, daß ich rede Wort aus meinem Munde gehen; doch wenn ich re348. den soll, so gieb der Rede Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. Kraft, daß ſie zum Her- Für unsern Nächſten bezen Nutzen schafft. ten wir, wie für uns, zu dir. Gieb, 4. Laß mich an meinem der du aller Vater bist, End auf Christi Tod ab- gieb Jedem, was ihm scheiden, die Seele nimm heilsam iſt. 2. Dir 288 Vom Gebete. 2. Dir opfert unser gehn und einst dein VaterLobgesang Anbetung, Ehre, antlitz sehn. Preis und Dank, der du 8. Gieb allen in dir auch unsre Brüder liebst, frohen Muth! bewahr ihr und ihnen so viel Gutes Leben und ihr Gut; erhalt giebſt. ihr bestes Eigenthum, des guten Namens Glück und Ruhm. 9. In ihrer Noth verlaß sie nie, und sind sie Gieb 3. Dank, daß du auch an sie gedenkst, durch Jesum ihnen Hoffnung schenkst, zu deinem Himmel sie auch schufft, zum Glauben sie, traurig, tröste sie. zur Tugend rufst. 4. Deß freun wir uns und danken dir, und beten ligkeit. innig, Gott, zu dir: laß stets sie deine Kinder sein und ewig deiner Huld sich freun! 349. Nun ruhen alle Wälder zc. Herr! 4. Nimm ihrer väterlich dich an, und leite sie auf deiner Bahn, und bilde fic, für deinen Ruhm, zu deinem Erb und Eigenthum. err! höre, Herr! erhöre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus. Behüte die drei Stände durch deiner Allmacht Hände, schütz Kirche, Obrigkeit und Haus. 6. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück. Den, der durch dich sich führen läßt, uns nie. Bewahr uns mach auch im Glauben tren und fest. 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner rein erschallen, entzieh dieß Gut vor den Rotten, die deiner Wahrheit spotten, wehr 7. Entreiß der Laster ihnen und bekehre sie. Tyrannei die Sünder, 3. Gieb ferner trene Gott, und mach sie frei, Lehrer und unverdrossne daß sie nur deine Pfade Hörer, die beide Thäter ſein. ihnen hier Zufriedenheit, dort deines Himmels Se Vom Gebete. 289 sein. Auf Pflanzen und 8. Die Dürftigen erBegießen laß dein Gedei- quicke, laß Segen, Heil hen fließen, und ernte und Glücke die Deinen reiche Früchte ein. stets erfreun. Den Witt4. Gieb unserm König wen und den Waisen Glücke; laß deine Gna- wollst du, Herr, Hilf erdenblicke auch auf die weisen, wenn sie zu dir Seinen gehn; schüß ihn um Hilfe schrein. auf seinem Throne; laß 9. Sei Vater aller Scepter, Reich und Krone Kinder, der Schwangern in segensvollem Glanze stehn. ihr Entbinder, gieb Säugenden Gedeihn. Zieh 5. Laß die, so hier re- unsre zarte Jugend zur gieren, ihr Amt im Segen Frömmigkeit und Tugend führen, schaff durch sie Ze- daß sich die Eltern ihrer dem Recht; daß Fried und freun. Treue müssen sich hier 10. Hilf, als ein Arzt, noch ferner füssen. Herr! den Kranken, und die im segne fie und ihr Geschlecht. Glauben wanken, laß nicht 6. Wend auch in allen zu Grunde gehn. Gnaden Krieg, Best und Alten heb und trage, auf Feuer- Schaden nebst an- daß sie ihre Plage und dern Plagen ab. Bewahr Noth geduldig überstehn. des Landes Früchte, und 11. Bleib der VerlaßDie mache nicht zu nichte, was nen Stütze, die Reisenuns dein milder Segen den beschütze, die Stergab. benden begleit mit deinen 7. Nach deiner Vater- Engel- Schaaren; laß sie Treue gieb Frieden und in Friede fahren zur Himverleihe uns stets gesunde mels-Freud und HerrLuft. Laß Noth und theure lichkeit. Zeiten sich nie bei uns ausbreiten, wo man nach Brod aus Hunger ruft. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinen Willen in Demuth T jetzt 290 Von der Taufe. jetzt begehrt. Wir spre- unsers Jesu Namen; so ist chen nun das Amen in gewiß der Wunsch gewährt. Von der Taufe. 350. 6. Wie dank ich dir, Mein Gott, das Herz ich bringe c. Allgütiger, für diese VaDaß ich in deiner Chri- tertreu! gieb, daß dir imstenheit, mein Gott, mer inniger mein Herz ergeboren bin, dir durch geben sei. die Taufe bin geweiht, 7. Dir will ich denn, wie sehr ist mirs Gewinn! o stärke mich! mein gan2. Nun ward ich in der zes Leben weihn; so freut Kindheit schon mit dir und mein Herz sich inniglich dem bekannt, den du von des Glücks, ein Christ zu deines Himmels Thron sein. zum Heil der Welt gesandt. 8. Aufs Neue, Gott, gelob ich dir, schwör ich 3. Ich lernte früh be- dir, Vater, treu! Hör reits verstehn, was dein mein Gelübd und stehemir, allweiser Rath auch mir es zu vollbringen, bei. zum ewgen Wohlergehn voll Huld geordnet hat. 351. 4. Erleuchtet durch dein Wie follt ich dich, mein Gott 2. heilig Wort sah ich die Jesu Lehren dich, Vater, ch bin getauft, nach fichre Bahn, auf der wir uns, so hier als dort, dem deinen Sohn und Geist wahren Leben nahn. so zu bekennen, zu vereh5. Ich kannte noch das Laster nicht; du warntest mich davor, und zogst mich durch der Wahrheit Licht zu dir, zu dir empor. mich dessen würdig sein. ren, daß Herz und Mund und That dich preist. O welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, 2. Du Von der Taufe. 291 2. Du hast zu deinem 6. Ich will die Sünde Kind und Erben, mein künftig meiden, will auch lieber Vater, mich erklärt. das kleinste Unrecht scheun; Du hast die Frucht von getreu will ich in Freud deinem Sterben, mein und Leiden dir, Jesu, mein treuer Heiland, mir ge- Erlöser, sein. Weich, eitle währt. Du willst in al- Welt! O Sünde, weich! ler Noth und Pein, o guter Gott hört es, jetzt entſag Geist, mein Tröster sein. ich euch. 3. Doch ich gelobte auch, 7. Laß diesen Vorsatz mit Liebe und Dank erge- nimmer wanken, Gott ben dir zu sein, dir wollt Vater, Sohn und heilich jeden meiner Triebe ger Geist! Halt mich in und jeden Wunsch des deines Bundes Schranken, Herzens weihn. Hingegen bis mich dein Wille stersagt ich bis ans Grab der ben heißzt. So leb ich dir, Sünde und dem Laster ab. so sterb ich dir, so lob 4. Mein treuer Gott! ich dich dort für und für. auf deiner Seite bleibt 352. dieser Bund wohl feste Bei der Taufe eines Kindes. stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich dein Kind zu Gnaden an, wenn ich je einen Fall gethan. simmel, Erde. Luft und Meer ze. Dir, Gott, der so gern erfreut, immer seine Huld erneut, weihen durch 5. Ich gebe dir, mein die Taufe wir dieses Kind, Gott, aufs Neue Leib, o Vater, dir! Seel und Herz zum Op 2. Gieb ihm Wachsfer hin. Erwecke mich zu thum und Gedeihn! Laß neuer Treue, und bilde es stets das Böse scheun, mich nach deinem Sinn. und beglücke das Bemühn, Mit neuem Eifer will ich es zum Himmel zu ernun als Christ nach dei- ziehn. nem Willen thun. T2 3. Froh 292 Von der Taufe. 3. Froh sei es, daß es geweihte, durch unsre Tauein Christ, daß du, Gott, fe Gott geweiht! Dieß sein Vater bist; treu erge- Glück entflamm uns heute ben sei sein Herz dir, oGott, zu Lob und Preis und in Freud und Schmerz. Dankbarkeit; erweck uns 4. Du, der alles Gute zum Vertrauen, mit kindschafft, gieb ihm selbst zum lich frohem Sinn zum Guten Kraft. Dir, Gott, Himmel aufzuschauen, zu sei es ganz geweiht. Führ unserm Vater hin; erweck es einst zur Seligkeit. uns, zu ermessen, was uns 353. sein Wort verspricht, und nimmer zu vergessen die ihm gelobte Pflicht. Nun lobe meine Seele ic. Geweiht zum Christen thume, ist dieses Kind 3. Du Vater von uns nun Gott geweiht. Erzieh Allen, o lehre du uns seles dir zum Ruhme, o ber thun nach deinem Vater der Barmherzig- Wohlgefallen; laß deinen feit! Verlängert deine Lie- Segen auf uns ruhn. be sein Leben, so verleih Du wirst zu diesem Leben, durch deines Geistes Trie- wie du bisher gethan, was be, daß es, dir immer treu, wir bedürfen, geben. Verden hohen Werth der Tu- leih uns nur alsdann die gend schon früh empfinden besten deiner Gaben, daß lern; es ziere seine Jugend wir durch Jesum Christ die selge Lust am Herrn! Theil an dem Segen ha2. Auch wir sind Gott- ben, der unvergänglich ist. Bei der Confirmation. Bei der Einführung der Kinder um deinen Vatersegen aufs in die Kirche. Neue zu empfahn. 2. Sie nahen sich, o Vater, um dir ihr Herz zu weihn, es heilig zu geSie nahen fich, o Bater, loben, dir ewig treu zu fie, deine Kinder, nahn, sein. 3. Um 354. Die Versammlung. Christus, der ist mein Leben c. Bei der Confirmation. 293 heut dem Herrn den Eid des Herzens und des Mundes. 3. Um schuldlos fromm zu wandeln, auf Jesum hinzusehn, den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn. 2. Herr, fieh auf mich, und väterlich vernimm den Eid der Treue. Verleihe mir, daß ich mich dir von 4. Oblicke du mit Segen, o Gott, auf sie ganzem Herzen weihe. herab; und laß sie dem Gelübde getreu sein bis ans Grab. Die Kinder. 3. Gott voll Huld, wie viel Geduld hast du mit deinem Kinde? Du liebest mich so väterlich, o laß mich fliehn die Sünde. 5. Ja, laß die heilge 4. Ich will sie fliehn, Stunde, o Gott, gesegnet und mich bemühn, stets sein! Dir, Heiligster, dir fromm und gut zu hanwollen wir Herz und deln. Herr, segne mich Leben weihn. und stärke mich, der Tu6. Wir wollen jede gend Weg zu wandeln. Sünde und jedes Unrecht fliehn, und christlich gut zu wandeln mit Eifer uns bemühn. 356. Die Versammlung. Höret, ihr Eltern; Christus, 2c. 7. Ia blicke du mit Pommt, Kinder, Jeſu Segen, o Gott, auf uns weihet euch!:,: Geht ein herab, und laß uns dem in Jesu Christi Reich! Gelübde getreu sein bis Gott, Gott ist hier! Erans Grab. hebt den Geist zu Gott, den Erd und Himmel preist. Vor der Handlung. 355. Ach Gott und Herr 2. Wie 2. Vergesset jetzt, was eitel heißt,:,: zu Gott erhebet Herz und Geist! Zie feierlich bist du für Gott heilge euch für Jesu mich, o Tag des heil- Reich! Gott segne euch! gen Bundes! Ich schwöre Gott segne euch! T 3 357. 294 Bei der Confirmation. 357. Die Versammlung. Jesus, meine Zuversicht 2c. 358. Gott, sie schwören nun den Eid, schwören, ihn nie zu verletzen, schwören mit Entschlossenheit, wollen gerne den Gesetzen, die du gabst, gehorsam sein, nie durch Sünde sie ent- Gott, fie wollen dir ge loben, zum Himmel Die Versammlung. Wachet auf, ruft uns die ic. weihn. 2. Du bist Zeuge, wie Herz und Blick erhoben, sie hier, hier in der Ver- dein ewges Eigenthum zu sammlung schwören: daß sein! Ewig wollen sie dich sie deinem Sohn und dir lieben, in jeder Tugend immer wollen angehören, früh sich üben, und dann daß die Pflicht der festen sich deiner Güte freun. Treu ihres Herzens Vor- Gott, leite ihren Lauf den satz sei. 3. Ach erbarm dich ihrer doch, laß sie ihren Eid nicht brechen, laß sie jetzt und immer noch halten, was sie dir versprechen; deine Kraft zu jeder Pflicht stärke ihre Zuversicht. steilen Pfad hinauf, zu dem Ziele, wo Seligkeit einst den erfreut, der tren sich seinen Pflichten weiht. Die Kinder mit der ganzen fie Versammlung vereinigt. 2. Ja, Gott Vater, wir) geloben, zum Himmel Herz und Blick erhoben, dir unaufhörlich Dank und Treu. Heiligfeit seiner nun ihr Streben, des frommen Wandels, Herr, vor dir. Wir schwören es mit Herz und Mund, und ewig, ewig sei der Bund. Die Kinder. Wie sollt ich dich, mein Gott 2c. 4. Ja, Vater, nimm uns hin aufs Neue! Wir stehn mit Herzensrührung hier. Vernimm den daß Jesu Wandel( sets ihr Schwur der ewgen Treue Leben in wahrer Tugend unser ähn Bei der Confirmation. uns ähnlich sei. Vereinigt eifrig und gewissenhaft flehen wir: Gott, heilige folgen seinen Lehren. Laß fie dir. Vor dir, Rich- durch die Religion immer ter, wirds offenbar, wer mehr auf Erden wahren treu hier war; laß treu Glauben, Frömmigkeit f) bleiben bis zur Bahr! ausgebreitet werden. fie Nach der Handlung. 359. 295 Die Versammlung. Einen guten Kampf hab ich z. egne fie, die dir, o Gott, Treu gelobet haben, ſegne, bester Vater, sie mit den besten Gaben! Wahrhaft weis und fromm laß Seele nicht entweih. sie deine Wege wandeln, christlich weise, christlich gut bis zum Grabe handeln. Die Kinder. 360. Jesus meine Zuversicht 2c. b. Wache, Bater, über uns, ſte, leite( ns auf deinen fie Die Kinder mit der ganzen Versammlung vereinigt. 3. Laß uns alle, alle, Gott, Jesum thätig ehren, Wegen, und entzieh uns allen nie deinen Geist und deinen Segen, daß der Lüste Tyrannei unsre 2. Leicht verlassen wir die Bahn, die zum bessern Leben führet, folgen unsrer Lüste Wahn: wenn uns 2. Ja in Demuth bit- nicht dein Geist regieret, ten wir dich um deinen reißen Stolz und EigenSegen; herzlich, Vater, sinn uns auch leicht zum bitten wir dich um dei- Laster hin. nen Segen. Segne, Vater, 3. Laß uns den Verunsern Fleiß, segne das Bestreben, schuldlos, fromm führern nicht Ohr und und tugendhaft stets vor Herz und Zutraun gönnen; aus Gefühl von unsrer Pflicht, was wir glauben, auchbekennen. Keines Witzlings frecher Spott trenne uns von dir, o Gott. dir zu leben. 4. Gott, o Gott verT 4 laf 296 Bei der Confirmation. laß uns nicht, daß wir 4. Wie sollte ich es wanie vom Taufbund wei- gen, der Tugend zu entchen. Heilig sei uns unsre sagen, die so viel Heil verPflicht, bis wir einst das spricht. Der Lüste Macht Ziel erreichen; bis nach zu dämpfen, stets wider wohl geführtem Streit sie zu kämpfen, Herr, uns des Kampfes Lohn stärke mich zu dieſer erfreut. Pflicht. 361. Nun ruhen alle Wälder zc. 5. Ich will mit neuem Muthe dem Eifer für das Gute Fleiß, Zeit Laß Dir ganz mein Herz zu und Kräfte weihn. weihen, mich deiner zu mich nach deinem Willen erfreuen, war heute mein auch diese Pflicht erfüllen, Entschluß; o Gott, laß und nie zum Guten träge ihn nicht wanken, und stärke sein. den Gedanken, stets so zu handeln, wie ich muß. 6. Ich will mit frommen Trieben dich, Gott, 2. Du Führer meiner von Herzen lieben, und Jugend, gabst mir Gefühl dich als Vater scheun; o für Tugend, Gefühl für segne mein Bestreben, meine Pflicht; ich lernte stets tugendhaft zu leben; beide lieben, gieb mir, sie du kannst dazu mir Kraft auszuüben, die Kraft, die verleihn. mir so oft gebricht. 7. O laß es mir ge3. Dich, Gott, nie zu lingen, mich nach dem verlassen, die Sünde ganz Segen ringen, der mir zu haffen, dieß schwur ich verheißen ist; mich fromm heute dir. Dieß heilige des Lebens freuen, es Versprechen laß keinen ganz der Tugend weihen, Leichtsinn brechen, stets und ruhig sterben, als unverbrüchlich sei es mir. ein Christ. Vom Vom heiligen Abendmahl. Vom heiligen Abendmahl. 297 Gott Vergebung fand; so freuet meine Seele sich in deinem Heil, und lobet dich. 362. Die Versammlung. Nehmt und eßt 20. Nehmt und eit, und 5. Ich übergebe mich denkt an Jesum Chri- aufs Neue, o du, mein stum! Dieses ist sein Leib, Herr und Gott, an dich. der für euch gegeben ist. Ich schwöre dir beständge Die Communikanten. Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will Wie sollt ich dich mein Gott ze. 2. Hier bin ich, Jesu, ich ewig sein. Du ſtarbst zu erfüllen, was du in für mich, drum bin ich deiner Leidensnacht, nach dein. 6. Nie will ich mich vor deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohl- Spöttern schämen, des that mir gemacht. Ver- Dienstes, den man dir erleih zur Uebung dieser weist; mich nie zu einem Pflicht mir deines Geistes Schritt bequemen, den Kraft und Licht. mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, Die Versammlung. 3. Nehmt und trinkt, gesinnt zu sein. und denkt an Jesum Christum! Dieses istsein Blut, 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und daß für euch vergossen ist. wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit Die Communikanten. 4. Es werde mir für und Sanftmuth üben. Nie mein Gewissen dein Mahl komm es mir aus dem Geein tröstlich Unterpfand, müth, welch eine schwere daß ich der Sündenschuld Schuldenlast du mir aus entrissen, durch dich bei Huld erlassen hast. T5 Die Vom heiligen Abendmahl. Die Versammlung. einst aus des Grabes 8. Denn er starb am Staube mich des AllKreuz zum Trost und mächtgen Ruf erhebt; Heil uns Allen, die ihm wenn du dich, großer glauben, und sich heiligen. Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst. Die Communikanten. 298 363. 9. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Die Versammlung. ſtus unser ic. Jesus Kreuz gebracht; wie sollt Maht euch froh! euch wird ich dir nicht dankbar sein, und ewges Leben. Aber gegeben Gnade, Trost und dir mein Herz und die, ach! die empfahn den Leben weihn! Tod, die sich unwürdig nahn. 10. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen; laß mich, da du für mich auch starbst, mit schnödem Miß brauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Si cherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. Die Communikanten. Freu dich sehr, o meine Seele xc. 2. Voller Ehrfurcht, Dank und Freuden komm ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmal deiner Leiden, und gedenk an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewges Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, sei mein eifrigstes Bestreben. Die Versammlung. 11. Dieses thut, thuts oft ihm zum Gedächtniß, bis er kommen wird, Alle einst zu richten. Die Versammlung. Die Communikanten. 12. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Jesus Christus, unſer 2c. 3. Jesus Christus hat Seele ewig lebt, und daß sein Leben in den Tod für euch Vom heiligen Abendmahl. 299 euch gegeben; hat euch mahl, daß ich ich hier vom Gericht befreit aus Theil an deinem Segen Liebe und Barmherzigkeit. nehme, und mich deiner niemals schäme. Die Versammlung. Die Communikanten. Freu dich sehr, o meine Seele 2c. 4. Ich empfind es jetzt aufs Neue, was ich dir, 7.Jesus Christusspricht: Herr, schuldig bin. Du, Ihr Armen, ich will euer du gabst mit großer Treue mich erbarmen; die ihr ganz dich mir zum Heile schwach und elend seid, hin; wiesest mir den Weg ihr, ihr empfaht Barmzu Gott, und ertrugst den herzigkeit. schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. Die Communikanten. 8. Laß mich über alles schätzen dein auch mir erworbnes Heil und nie aus den Augen setzen, daß nur der daran hat Theil, Die Versammlung. 5. Glauben sollt ihr und nicht wanken, daß es der auf deine Stimme sei ein Mahl der Kran- hört, mit Gehorsam dich ken, denen von der Sünde verehrt, und der jeden Schmerz beschweret ist ihr Tag auf Erden immer banges Herz. besser sucht zu werden. Die Communikanten. Die Versammlung. 6. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zu- 9. Lebt und liebet eure tritt uns die Kraft, auf Brüder! Ihr seid eines der Tugend selgem Pfade Reiches Glieder, durch fest einher zu gehn, ver- mein Blut seid ihr geschafft. Und du rufft aufs weiht zu einer frohen Neue mir durch dein Nacht- Ewigkeit. Die Vom heiligen Abendmahl. Die Communifanten. Christi Glieder, blick, da 10. Ewig will ich dir vereint wir für sie flehn, es danken, daß du so voll erbarmend auf sie nieder. Liebe bist, daß, auch wenn Gieb ihnen, Gott, durch wir Schwache wanken, deinen Geist das Gute, deine Tren beständig ist. das dein Wort verheißt, Herr, ich hoff es froh im Leben und im Sterben. und fest, daß sie mich auch nicht verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. 364. 300 Chor. 3. Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt hin, und trinkt zum ewgen Leben! Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt hin und trinkt zum Chor. Wachet auf, ruft uns die ze. He err, du wollest sie be- ewgen Leben! Ererbt, erreiten zu deines Mah- erbt des Mittlers Reich! les Seligkeiten, fei mitten Wacht! eure Seele sei unter ihnen, Gott! Leben, bis in den Tod getreu! Leben zu empfahen, laf, Amen! Amen! der Weg Jesu, sie sich würdig na- ist schmal! Klein ist die hen, durch dich befreit von Zahl der Sieger, die der Sünd und Tod! Sie sind Richter krönt. erlöst und rein, sind Jesu Christe dein, sind unsterblich! Laß, laß fie fehn in deinen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn. Die Gemeine. 4. O laß sie, Gott, nicht zum Gericht dein heilges Mahl empfahen! Laß sie mit Glaubens- Zuversicht und reinem Herzen nahen. Es stärke sie in jeder Noth! es reize sie, des 2. Die hier vor deinem Mittlers Tod zu preisen Antlitz stehn, sind Jesu durch ihr Leben. Die Gemeine. Es ist das Heil uns kommen 2c. Chor, Vom heiligen Abendmahl. 301 Chor. 5. Die dein Kreuz in thränen! jenen Tagen der Märty2. Von dem Himmel rer dir nachgetragen ver- kam herab der Erlöser, er, ließen oft des Bundes den Gott zum Heil uns Mahl, um Bvorm lut- gab, der Erlöser. Blicket gericht zu stehen, mit dir ruhig nun aufs Grab; bis in den Tod zu gehen, denn am Grabe winkt voll Frenden in des To- ein Engel Gottes. des Qual! Gieb, Herr, 3. Ja, die Nacht ist Beständigkeit auch uns; uns erhellt. Denkts mit nicht Lust, nicht Leid laß Freude: wenn des Geistes uns scheiden von dir, daß Hülle fällt, wird euch treu die Seele sei dir, der Freude, Freude einer besuns bis ans Krenz geliebt! sern Welt! Dankt ihm, Christen, dankt mit Frendenthränen! Die Gemeine. 6. Zeig ihnen, daß sie allezeit das thun, was sie geloben, den hohen Lohn sten, dankt mit Freuden365. Jesu, meines Herzens Freude 2c. We 4. Kommt, gelobet jetzt aufs Neu Jesu Christo, dem Erlöser, ewge Treu! der Ewigkeit, die Herrlich Jesu Christo, der für Menfeit dort oben. Der Blick müss ihnen Kraft verleihn. Herr, segne sie, denn sie sind dein; erhalt sie in der Wahrheit! schen starb, dem sei ewig, ewig euer Herz geheiligt.. Heiligt euch, ihr Menschenkinder 2. 5. Wer den Namen Jesu nennet, ehre ihn durch Frömmigkeit, widme Gott sein ganzes Leben, seine einet Freudenthränen, Kräfte, seine Zeit; daß weint! Jesus Christus, er jedes Unrecht schen, und er, der größte Menschen zum Guten willig sei, stets freund, Jesus, Christus, getren der heilgen Pflicht, hat mit Menschen sich bis sein Auge sterbend vereint. Dankt ihm, Chribricht. 302 Vom heiligen Abendmahl. bricht. Laß die Wahrheit, löste Brüder, Alle, die ihr Gott, auf Erden ferner seid getauft, Alle, Jesu ausgebreitet werden, und Christi Glieder, kommt der Frommen Zahl sich Erlöste, kommt, erneut mehren, welche Jesum euren Bund der Seligkeit. thätig ehren! Und laß treu sein bis zum Tod! Gott, o Gott, erhöre uns, stärke uns zum Guten, Gott! Die Communikanten. Valet will ich dir geben zc. 2. Voll Andacht, Dank 6. Beim Gedächtniß und Freude versammelt deines Todes schwören wir beten wir, gedenken deidir ewge Treu, schwören nes Todes, und singen, Jesu: daß dir ewig unser Jesu, dir. Gestärkt bei Herz geheiligt sei. Gieb, deinem Mahle zu neuer o Gott, uns neue Kraft, fester Treu empfinden wir, immer fromm und tugend- wie selig, wer dir sich haft, christlich fromm und weihet, ſei. gut zu sei, unsern Pflichten uns zu weihn. MenDie Versammlung. 3. Sie, die jetzt voll schen brüderlich zu lieben, Zuversicht, Jesu, deines wannie aus trüben, mäßig in des Le- Heils sich freuen, bens Freuden, standhaft deln laß sie stets im Licht, des Lebens Leiden, gut in ganz dir zu sein bis in den Tod! weihen! Laß ihr Herz vom Gott, o Gott, erhöre uns, Stolze rein, voll von deistärke uns zum Guten, ner Demuth sein! Gott! Die Communikfanten. 366. 4. Wie brennen unsre Seelen von Lieb und Dankbegier; wie klopfen unsre Herzen, wie selig, Die christliche Versammlung. Jefus, meine Zuversicht 2c. b. Die ie ihr seine Laufbahn Herr, sind wir! Wie lauft, theure, miter fromm ist das Gelübde, hin Vom heiligen Abendmahl. 303 hinfort von Sünde rein nun unser ganzes Leben Die Communikanten. 8. Zwar sehen unsre der Tugend, dir zu weihn! Augen dich, unsern LehDie Versammlung. rer, nicht; nicht deine ganze Liebe in deinem 5. Bis zum Tode lieb- Angesicht; nicht dich das test du, bis zum Tode all Brot uns reichen, des die Deinen. Süßes Wort Bundes Kelch uns weihn; voll Himmelsruh, voll vernehmen nicht die Stimvon Trost für die, die weinen, wenn sie Schuld mein! me: nehmt und gedenket und Vorwurf schreckt, wenn ihr Auge Nacht bedeckt. 9. Doch näher, näher fühlen wir deine Gegenwart, weil uns das Pfand der Liebe ach! deiner Die Communikanten. 6. Wie viel du, Herr, Liebe ward. Zu deinen erduldet, bis an den Tod Herrlichkeiten hebt sich der uns treu; wie viel von Blick empor. Wir sehen hohem Segen dein Tod, dich, umgeben von deiner dein Leiden sei; zu wel- Selgen Chor; 10. Wo uns an Gottes Throne ein höhres Mahl erquickt, wo dich, den Weltversöhner, dich selbst das Aug erblickt, wo wir zu dir versammelt, wie eine Brüderschaar, dir danken, den wir liebten, der auch chen Seligkeiten uns unser Glaube führt, bei deiner Liebe Mahle, wie fühlen wirs gerührt! Die Versammlung. 7. Gott ist gnädig; und wir traun seiner Gnade nicht vergebens. Theures sinst sterblich war. Pfand vom künftgen Schaun! Ueberzeugung jeDie Versammluug. nes Lebens! Inniger fühlt 11.JesuChristiSchmerz heut der Geist, das Gott und Tod werd in aller hält, was er verheißt. Welt verkündigt. Freudiger 304 Vom heiligen Abendmahl. diger naht nun zu Gott, Heiligung. Fühlt Gottes wer geheiligt, wer ent- Frieden! Denn schon hiefündigt, dem, der liebend nieden gewährt die Tugend uns verzeiht, sich zum euch Beseligung. Opfer dankbar weiht.ng 2. Aber gebietet auf rauheren Wegen die TuDie Communikanten. 12. O laß den Tag gend euch zu gehn: o wandes Segens uns freudig tet nicht! Blicket auf Jewiedersehn! uns gern voll sum! Mit ewigem Segen, heißen Dankes bei deinem mit Ruhm vor Gott be Mahle stehn! Und was lohnt erfüllte Pflicht. Auf, wir dir gelobten, dazu, auf! und ringet zum Ziel! Herr, gieb uns Kraft; so vollbringt den Ruf der enden wir einst freudig Gottheit. Auf, und wandes Lebens Pilgerschaft. ket nicht! Die Versammlung.- 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, 13. In das Chor der dem hohen Tugendbund Himmel dringt, Herr, auch getreu zu sein! Schwört unser stammelnd Lallen. bei dem Tode des HeiliWenn, von Seligen um- gen! Höret, ihr Mitunringt, wir einst vor dir sterbliche, den Schwur! niederfallen, singt ein bess- Wir weihn in dieser rer Lobgefang deiner hohen Stunde dem großen BunLiebe Dank. de der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein!" 367. Liebster Immanuel, Herzog ic. 4. Singt dem erhabeNaht dem Altare, Un- nen Muster der Frommen, sterbliche, nahet, und des Bundes Erstem Preis feiert hier den Tag der und Lobgesang! Er ist Besserung Festtag des zum Segen der Menschheit edleren Lebens! Empfahet gekommen; vom Himmel bei Jesu Mahle Kraft zur bracht er Licht. Nun lebens Bom heiligen Abendmahl. benslang im Licht zu wan- Wahrheit hin sein Blut, deln, wie er zit wandelnzu so, Christen, bringet ihm geweihten Dank! gab für Tugend hin sein Leben, hat, was er empfahl, geübt, o wie hat er uns geliebt. 305 368. Jesus, meine Zuversicht: c. b. 5. Denket seiner! Thränen fließt! Freudenthränen Maht mit Andacht im Ge- weinet, Brüder! wer vom müth, Brüder, christ Brote jetzt genießt, wer lich dem Altare, wer von vom Weine trinket, BrüJugendfeuer glüht, und der, denket an den Mender Greis im Silberhaare, schenfreund, denkt an Jehoch und niedrig, arm und sum, dankt und weint! reich, naht, hier seid ihr Alle gleich. 6. Alle gehn wir Eine Bahn, alle gehn wir zu 2. Stärkt euch für die dem Ziele edler Menschhöhre Welt! Fließt, der lichkeit hinan! Voll der Liebe Thränen, fließet! feligsten Gefühle bete Jeder Wer vom Brote jetzt er inniglich, stärke für den hält, wer vom Weine Himmel sich. jetzt genießet, fühl Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich. 7. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brote jetzt genießet, 3. Stärkt euch, bleibet wer in Andacht fromm rein und gut; denket Alle: versinkt, wem der Rene wir sind Brüder; denket: Thräne fließet, ist mein Jesu Christi Blut floß für Bruder, ist mein Freund; uns am Krenze nieder; und ich habe keinen Feind. Menschenwürde, 8.Fließt, der LiebeThräschensinn uns zu lehren, nen, fließt! Vorgefühl der floß es hin. Himmelsfreuden fühle, wer 4. Der unslehrte, Kraft das Mahl genießt, Kraft und Gut für der Brüder zum Guten, Trost im LeiWohl zu geben, gab für den; fühlt euch All als Men11 Men Vom heiligen Abendmahl. Menschen gleich, fühlt Trost und Ruh ans Licht als Himmelsbürger euch. gebracht. 9. Jesus Christus hat 4. Gott der Liebe! ja sein Blut für der Menschen du bist Vater Allen, die Wohl gegeben: laßt uns dich kennen. Heil uns, Kräfte, Geist und Gut wenn, wie Jesus Christ, Menschen widmen, für sie wir auch sterbend sagen leben, laßt uns zu des können: ich erfüllte meine Himmels Höhn auf der Pflicht! Dann schreckt Bahn der Liebe gehn. Tod und Grab uns nicht. 306 369. Jefus, meine Buversicht ic. b. 370. efu Chrifti Sterbetag ach, Herr. mich armen Sünder z. euch, Christen, ewig Bei deinen Todesschmertheuer! Weiht, was Lieb zen gelob ich treu zu und Dank vermag, ihm sein, mit dankerfülltem zu seines Todes Feier! Herzen mich, Jesu, dir Eure Seele still vor Gott zu weihn. Mit Eifer will denk an ihres Mittlers ich ringen, das heilige GeTod! bot der Tugend zu voll2. Diese Welt und ihre bringen, und tren sein bis Müh, dieses Lebens kurze zum Tod. Freude, jede Lust vergeffe sie. Tiefgerührt von seinem Leiden und von seines Todes Schmach, denke fie mit Ehrfurcht nach! 371. Schmücke dich, o liebe Seele zc. chicke dich, erlöste See le, gläubig nach des 3. Hocherhabner, Ewi: Herrn Befehle seinen ger! vor dir wirft der Mittlertod zu feiern, deiGeist sich nieder, preift nen Dank ihm zu erneudich, Unerforschlicher, daß ern! Auch für dich hat er für ihn und seine Brüder sein Leben willig in den unfres Jesu Todesnacht Tod gegeben, dir auf Zeit und Vom heiligen Abendmahl. 307 und Ewigkeiten Heil und denken und mir deinen Wohlfahrt zu bereiten. Frieden schenken. 2. Zum Genusse seiner 5. Ja, ich hoff auf Guaden wirst du von deine Gnade, daß sie mich ihm eingeladen. Eil ihm der Schuld entlade, und demuthsvoll entgegen, und mit neuer Kraft zum nimm Theil an seinem Werke meiner Heiligung Segen. Komm getrost, mich stärke. Was du, da es ist sein Wille, komm du für uns starbest, Jeund schöpf aus seiner dem, der Gott sucht, erFülle neuen Muth und warbest, Seelenruh und neue Triebe, zur Verch- ewges Leben, wirst du mir rung seiner Liebe. gewiß auch geben. 6. Deiner will ich stets 3. Herr, ich komme mich freuen, ganz mich deimit Verlangen, Glaunem Dienste weihen, nur bensstärkung zu empfan nach deinem Willen leben gen, der du huldreich und dich dankbar froh erdeinen Frieden sterbend heben. Deine Huld ist mir auch hast beschieden. unermeßlich, Herr, sie sei Hier fall ich zu deinen mir unvergeßlich, daß ich Füßen, laß, laß würdig dich auf alle Weise herzmich genießen dieses Mahl, lich lieb und thätig preise. der Seelen Speise, mir 7. Du, dem die verzum Heil und dir zum klärten Schaaren, die, wie Preise. ich, auch Schwache wa4. O! wie sich sehnt ren, ewig Dank und Zumein Gemüthe, Menschen- bel singen, daß sie hier freund, nach deiner Güte! dein Heil empfingen, laß und du siehst mein Herz auch mich einst dahin komvoll Rene. Meinem find- men, daß ich mich mit allichen Begehren wollst du len Frommen ewig deiner deinen Trost gewähren, Huld erfreue, und dir meiner Sünden nicht ge- Zobgesänge weihe. U2 372. 308 Vom heiligen Abendmahl. gen Lehren mit Gehorsam zu verehren. 372. Schmücke dich, o liebe Seele 2c. 4. Diesen Dank für Heiland, groß an Huld deine Liebe, wenn ich den und Treue, sieh, ich dir schuldig bliebe, wie widme dir aufs Neue, bei verwerflich würd ich handem Denkmal deiner Lie- deln! wie der Huld zube, dieß, mein Herz voll wider handeln, die dich heißer Triebe, dir in mei trieb, auch mir zum Lenem Lauf auf Erden im- ben in den Tod dich hinmer ähnlicher zu werden, zugeben! Welche Qualen und an deines Segens im Gewissen würd ich Gaben auch auf immer dann einst fühlen müssen! Theil zu haben. 5. Nein, so strafbar, 2. Laß dieß Opfer dir so vermessen will ich nie gefallen. Du versprichst der Pflicht vergessen, die ja selbst es Allen, die nach dir, Herr, von mir gedeinem Heil verlangen, daß bühret, die zum wahren sie Gnad und Huld em- Heil mich führet. Ewig pfangen, und, wenn sie dir nur anzuhangen, ist das Gute wollen, Kraft mein sehnliches Verlandazu gewinnen sollen. Ogen. Hilf du selbst nur wie könntest du das Fle- meiner Seele, daß sie hen meines Herzens denn nicht dieß Ziel verfehle. verschmähen! 6. Bringe mich durch 3. Nein, ich trau auf deine Gnade auf des wahdein Versprechen. Herr, ren Glaubens Pfade imdu kannst es mir nicht bre- mer näher zu dem Ziele, chen; denn du siehest mein wo ich ganz mich selig fühBestreben, nur nach dei- le. Laß indessen mich hienem Wort zu leben. Stär- nieden deinen mir erworbke mich dann zum Genusse nen Frieden immer reich deines Heils in dem Ent- licher genießen, bis sich schlusse, dich und deine heil- meine Tage schließen. 373 Vom heiligen Abendmahl. 309 373. Weltlust lockt, wennt VerLob sei dem allmächtigen Gott. Drangfal drückt. Mit frommer Andacht schmachtet Leib und Seele nah ich mich dem heil- mir, doch lieb ich dich gen Mahl, und bete dich, und bleib an dir. dich, mein Erlöser, dank- 7. Auch stärkt mich diebar ant. Wie viel hast ses Mahles Kraft, auf du an mir gethan! meiner ganzen Pilgrim2. O welchen großen schaft den Feinden stark Segen giebt, o Herr, dein zu widerstehn, die mir Mahl dem, der dich liebt! nach meiner Seele stehn. Ihm ists ein Pfand der Seligkeit, ein Siegel der Gerechtigkeit. 8. Es steuert allem Stolz und Neid, verknüpft zu Lieb und Einigkeit, giebt 3. Es überzeugt in Trost, der nie das Herz Zweifelmuth von der Er- verläßt, und macht den lösung durch dein Blut, guten Vorsatz fest. auch von Erlassung unsrer 9. Nnn, Jesu, führ Schuld, und Gottes uns ihn selbst zur That und geschenkter Huld. leite mich nach deinem 4. Ach, wie so reich Nath; so bring ich in geergießet sich hier meines lassner Nuh die Tage Gottes Lieb in mich. Hier meiner Wallfahrt zu. schau ich seine Mildig keit, hier schmeck ich seine Freundlichkeit. 10. Und wenn du mich, du Lebensfürst, zur Seligkeit vollenden wirst, er5. Wie brünstig du, götzt mit Freuden ohne mein Jesu, liebst, bezeugt Zahl mich dort ein ewdieß Pfand, das du mir ges Abendmahi. giebst. Nichts scheidet ferner dich und mich. Mich liebest du, ich liebe dich. 374. Es ist das Heil uns kommen 2c. 6. Dich, Herr, dich Jech preiſe dich, o Herr, wenn mein 11 3Tos 310 an Vom heiligen Abendmahl. Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freu- 5. Der Trost, den mir den? Du warst cin Op dein Tod verschafft, werd fer auch für mich. D! gieb, ewig mir zum Segen. Er daß meine Seele sich, deß stärke mich mit neuer ewig freuen möge. Kraft, auf allen meinen 2. Was kann mein Geist Wegen nur das zu thun, durch deinen Tod nicht was dir gefällt, und alle noch für Segen finden? Neizung dieser Welt standErlösung aus der Todes- haft zu überwinden. noth, Vergebung aller 6. Die Liebe, die du mir Sünden, Gewissensruh, erzeigt, ist gar nicht zu zur Beffrung Kraft, daß ermessen. O! mache selbst haft du, Herr, auch mir mein Herz geneigt, sie nim verschafft, da du am Kreuze mer zu vergessen, daß ich starbest. aus echter Gegentren dir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O! stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen. Näum alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude 4. Ich fühlte, Herr, voll Reu und Schmerz führet. die Last von meinen Sün 8. Zum ewgen Leben den. Du ließest mein hast du dich für mich da gebeugtes Herz den großen hingegeben. Dein AbendTrost empfinden, daß du mahl erwecke mich, mit aus Gottes Vaterhuld auch Ernst darnach zu streben. mir Vergebung meiner Herr! mache mich dazu geSchuld auf Befsrung hast erworben. Vom heiligen Abendmahl. geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. 311 Jesum Christ, der mit Triumphund Freuden gen Himmel aufgefahren ist, die Stätte zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit. Dank ihm für diese Liebe. 375. Nun freut euch lieben Christen 2c. Halt im Gedächtniß Zesum Christ, den Heiland, der auf Erden vom 5. Halt im Gedächtniß Himmelsthron gekommen Jesum Christ, der einst ist, dein Bruder dà zu wird wiederkommen, und werden. Vergiß nicht, daß sich, was todt und lebend er dir zu Guthat angenom ist, zu richten vorgenommen Fleisch und Blut. men. Drum forge, daß du Dank ihm für diese Liebe! dann bestehst und mit ihm 2. Halt im Gedächtniß in sein Reich eingehst, ihm Jesum Christ, der für dich ewig dort zu danken. hat gelitten: Da er am Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil erstritten. Ers rettung von der Sünden noth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe. 6. Mein Heiland, den der Himmel preist, dich will ich ewig loben. O stärke dazu meinen Geist mit neuer Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der auch am dritten Tage fiegreich vom Tod erstanden ist, be freit von Noth und Plage! 376. Die Ruhe sentt sich wieder zc. den Frieden mit Gott selbst Der du mir Heil und Legemacht, Unschuld und Le- ben durch Jesum hast ben wiederbracht. Dank gegeben, dich bet ich findihm für diese Liebe! lich an! Ich bin viel zu 4. Halt im Gedächtniß geringe der Treue, die ich finge, 11 4 Vom heiligen Abendmahl. singe, des Guten, das du ges Leben giebt, ist auch mir gethan. für mich gestorben. Mein 2. Mit dankendem Ge- ganzes Herz frohlockt in müthe freu ich mich deiner mir. Bater, ich lobGüte, ich freue mich in finge dir. Gieb, daß ich dir. Du giebst mir Kraft jeden Tag aufs Neu mich und Stärke, Gedeihn zum deiner Vaterhuld erfren. guten Werke und schaffst Gott, meines Heils! sei ein reines Herz in mir. ewig mein:,: und laß mich 3. Gott! welche Ruh dir recht dankbar sein. der Seelen, wenn wir das 2. Vollfroher Ehrfurcht Gute wählen, auf deinen beug ich mich vor dir, Wegen gehn, auf deine Sohn Gottes, der du dich Güte hoffen, im Geist den für mich dahin gegeben. Himmel offen und dort Es komme mir nie aus den Preis des Glaubens dem Sinn, wie viel ich sehn. dir, Herr, schuldig bin. 4. Ich weiß, an wen ich Dein Tod bringt mir das glaube und nahe mich im Leben. Durch deines OpStaube zu dir, o Gott, fers ewge Kraft hast du, mein Heil! Ich bin der o Herr, auch mir verSchuld entladen, ich bin schafft, was mich vor dem bei dir in Gnaden, und Verderben schützt, was in dem Himmel ist mein meinem Geiste ewig nützt. Theil. Herr Jesu Christ! wie liebst du mich!:,: gieb, daß ich ewig liebe dich. 312 377. Herzlich lieb hab ich dich 2c. 3. Mit Andacht fley Gelobt seist du, Herr, un- ich, Herr, zu dir. Befördre ferGott, gelobt fürun- du doch selbst in mir ein sers Mittlers Tod, der uns gläubiges Gemüthe! Mich das Heil erworben. Wie dürstet, gleich dem dürren hast du, Gott, auch mich Land, bei deiner Liebe Ungeliebt! Er, der uns ew- terpfand, nach deiner groBen Vom heiligen Abendmahl 313 Ben Güte. Ich fühle, Herr! Wort stets heilig sei, daß was mir gebricht. O! stär- ich, bis in den Tod dir ke meine Zuversicht, daß treu, mit Freuden thu, was du auch mein Versöhner dir gefällt, und dich auch seist, und mich vom ew- ehre vor der Welt. Herr! gen Tod befreist. Herr! mein Heil! sei stets mit dieser Trost sei fest in mir;:,: so komm ich einst mir,:,: so dien ich voller gewiß zu dir. Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist mir mir zum herrlichsten Ge- preist dich unser Dank: winn gabst du dein Leben du hast uns hoch begawillig hin; drum hör bet. Du, du bist unser auch jetzt mein Flehen: höchstes Gut. Auch jetzo Mein Heiland, zieh mich hat dein Leib und Blut ganz zu dir! Ja, durch den matten Geist gelabet. den Glauben wohn in mir; Herr, dir sind wir fest so nimmt in mir die See- verbunden; heil von Wunleuruh und meines Her den, reich an Gnaden, aller zeus Bessrung zu. Mein Furcht und Angst entHerr und Gott, verlaß laden. mich nicht;:,: so komm ich einst nicht ins Gericht. 2. Wir Erd und Asche, wer sind wir, daß du, o 5. Zu deinem Himmel Herr des Himmels, dir hilf du mir. Die Freu- bei uns willst Wohnung denfülle ist bei dir; laß sie machen! Ach mach uns mich einst genießen. Be- selbst von Weltlust frei; lebe mich mit Muth und vorsichtig, eifrig und geKraft, so meine ganze Pil tren stets über uns zu grimschaft zu führen und wachen. Schenke, schenke zu schließen, daß mir dein heilge Triebe, heiße Lie11 5 be, 378. Wie schön leuchtet der ic. Himmelsspeiſ! O ed= fer Trant! Herr, ewig 314 Vom heiligen Abendmahl. be, Glaubensstärke, Lust wir in jedem Kampfe fiezu jedem guten Werke. gen. Amen! Amen! Furcht 3. Laß auch, so oft wir in Freuden, Muth im Leizu dir nahn, uns nie für den, Muth im Sterben Segen Fluch empfahn; helf auch uns dein Reich laß stets uns wohl beden- zu erben. ken, daß selber du, du Lebensfürst, der du dereinst uns richten wirst, dich hier uns wollest schenken; wecke, wecke bald nit Schlägen, bald durch Se- Ich gen 379. wer nur den lieben Gott läßt sc. könnt ich doch mit sichre Herzen, daß deinen Gliedern im sie nicht ihr Heil verscher- Tempel, Jesu, dich erzen. höhn, und freudenvoll mit 4. Herr! groß ist deine meinen Brüdern, Herr, Geligkeit. In allen Lei- deines Todes Mahl beden dieser Zeit sind wir gehn! doch weil mich Noth nun voll Vertrauen. Der und Krankheit plagt, ist Weg aus diesem finstern diese Freude mir versagt. Thal führt ein zum großen 2. Sich, hier auf meiAbendmahl, wo wir dein nem Krankenbette feir Antlitz schauen, wo wir ich dein Abendmahl allein. bei dir nach den Leiden Doch, Herr, ich weiß, au uns mit Freuden herrlich jeder Stätte hast du verlaben, ewig volle Gnüge heißen nah zu sein. Wo haben. je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund. 5. Wir haben jetzt ja, Gottes Sohn, das Pfand des ewgen Lebens schon. 3. Laß das Gedächtniß Die Hoffnung kann nicht deiner Leiden mir Schwa trügen. Uns scheidet, Hei- chen Trost und Kraft verland, nichts von dir; wenn leihn! Laß es die Quelle wir nur kämpfen, werden höhrer Frenden und deines Bei der Abendmahlsfeier eines Kranten. Bei der Abendmahlsfeier eines Kranken. 315 nes Himmels Vorschmack Erlöser, Jesu Christ, du, sein! Dein Leiden, dein der du einst auch für mich Erlösungstod erquicte mich Armen den Tod am Kreuz in meiner Noth. gestorben bist. Nur deine Leiden trösten mich; was wär ich, Mittler, ohne Was dich? 4. Ich seh, ich seh den Himmel offen, ich fühle meine Seligkeit. kannst du, Seele, Größres 2. 3m Glauben will ich hoffen, als was dir hier dich umfassen, gewiß, daß dein Gott verleiht! Dräng du mein Netter bist. Du auf mich ein der Leiden wirst mich Schwachen Heer, mein Herz erbebt nicht verlaffen, mir geben, davor nicht mehr. was mir nützlich ist. Ein 5. Und naht der Tod Wink von dir, so endet mit seinen Schrecken, ich sich mein Jammer und bin getrost und zage nicht. ich preise dich! Vom Tode wirst du mich 3. Und kommt sie dann, erwecken. Ich weiß mit die ernste Stunde, die froher Zuversicht: wenn mich dem Irdischen ent ich dir tren ergeben bin, reißt: wohl mir auch dann! dann ist einst Sterben aus deinem Munde ermein Gewinn. wartet mein erlöster Geist ein frohes Urtheil; ewges Heil ist deiner Auser380. Wer nur den lieben Gott läst sc. Dank, dank sei dir für wählten Theil. dein Erbarmen, o mein Von der Glückseligkeit des Frommen und dem guten Gewissen. 381. le! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir Dein eines Gottes frene dich, fehle! Schützt dich seine dank ihm, meine See- Vorsicht nicht, wenn GeCinen guten Kampf hab ich 2. fahren 316 Von der Glückseligkeit der Frommen. fahren dräuen? Ists nicht mein ist deine Gnade! Seligkeit und Pflicht, sei- Dir ist meine Wohlfahrt ner dich zu freuen? werth, du gabst mir das 2. Ja, mein Gott, ich Leben, wirst auch, was mein hab an dir, was mein Leben nährt und erfreut, Herz begehret: einen Va- mir geben. ter, welcher mir, was mir 6. Gieb mir nur, so nützt, gewähret, der mich lang ich hier in der Fremdurch sein göttlich Wort de walle, das Bewußt hier zum Guten lenket, sein: daß ich dir, Herr, und mit Himmelswonne mein Gott, gefalle! Dieſe dort meine Seele tränket. Herzens- Freudigkeit, die 3. Wenn ich dich, mein ich zu dir habe, sei mein Herr und Gott, findlich Heil in dieser Zeit, und ehr und liebe, wenn ich mein Trost am Grabe! redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl! wie ist mein Gemüthe seliger Em pfindung voll, voll von deiner Güte! 382. Mein Gott, das Herz ich bringe xc. Mohl euch, ihr Gläubigen, wohl euch, daß 4. Dann darf ich mit ihr dem Herrn nur lebt; Zuversicht nach dem Him- daß ihr an guten Wermel blicken, meine Leiden ken reich zu werden cuch fühl ich nicht, wie sie mich bestrebt! auch drücken; Hoffnung 2. Wohl euch, wohl und Zufriedenheit wohnen euch, daß ihr mit Lust die mir im Herzen, trösten Rechte Gottes lernt, und und erhöhn mich weit cures Vorzugs euch beüber alle Schmerzen. wußt, von Sünden euch entfernt! 5. Du bist mein! so jauchz ich dann; wer ist, 3. Daß ihr dem folgt der mir schade? Heil mir, was er gebeut, und von daß ichs rühmen kann: ihm unterstüßt Licht, Kraft, Gc und dem guten Gewissen. 317 Gelegenheit und Zeit zu beglückt: das hast du mir edlen Thaten nützt! gethan! 4. Daß ihr die Selbst- 10. Die Ernt ist reiverleugnung nicht, der Tit- cher als die Saat, die hier gend Kampf nicht schent; sein Glaube sät; ihm folauch wenn sie schwer ist, get jede gute That, wenn doch der Pflicht, getreu zu er zum Vater geht. sein, euch freut! 11. Zu dürftig ist die 5. Daß, wenn ihr für ganze Welt dem, der der die Tugend hier auch dul- Sünd entflohn, fest an det Schmach und Spott, dem Unsichtbaren hält; der ihr Recht thut ohne Ruhm- Himmel ist sein Lohn! begier, und keinen scheut, als Gott! 12. Der öffnet sich; vom Throne schallts: geh ein, 6. Wohl dem, der du frommer Knecht; der Glauben hat und übt, ganze Himmel wiederund alles Gute blos um hallts: geh ein, du fromseines Gottes Willen liebt! mer Knecht! Wohl ihm, sein Lohn ist groß! 7. Wird nicht der Held stets muthiger, wenn er gesieget hat? Wird er nicht immer herrlicher durch jede keit! gute That. 13. Geh ein! geh ein! du kämpftest gern, die Kron ist schon bereit! Empfange nun das Reich des Herrn und seine Selig383. 8. Wo wohnet die Zufriedenheit? wo Ruh und Lust? Nur bei wahre Was quälet mein Herz zc. der wahren Heiligkeit, nur Mer fromm ist und gut in des Frommen Brust. fröhlichen Muth, 9. Dem, der ein trau- genießet zufrieden, was ernd Herz erquickt, dem Gott ihm beschieden; nie rechnets Jesus an; und wird er um Freuden die spricht, wenn er ihn einst, Brüder beneiden; er siehet 318 Von der Glückseligkeit der Frommen. het ihr Glück mit heite rem Blick. wohl ihm bei der erfüllten Pflicht, denn Gott ist seine Zuversicht. 2. Er thut seine Pflicht, und zittert dann nicht in 3. Wohl den, der sich traurigen Tagen, wenn nicht läßt von Gott durch Andre verzagen; er weiß: Ruhm, durch eitle Freu auch durch Leiden führt den, durch Noth, VerGott uns zu Freuden, und führung oder Spott von machet das Herz oft edler seiner Liebe scheiden; der, durch Schmerz. weil die Lust der Welt vergeht, sucht, was in Ewig3. O Menschen, seid gut! Mit fröhlichem Muth, keit besteht! mit himmlischem Frieden Im 4. Den fann kein traurilohnt Tugend hienieden, ges Geschick, kein Schmerz und reicht dort die Krone zu heftig drücken. dem Frommen zum Lohne, Unglückselbst wird ihn das der Gutes hier thut. O Menschen, seid gut! Glück, das Gott ihn liebt, entzücken. Er weiß: im Leben und im Tod ist seine Seligkeit in Gott. 5. Auch wenn der WeltMohl dem, der gottes- bau einst zerbricht, darf 384. Lobt Gott in seinem Heiligthum ze. fürchtig lebt, den Weg er doch nicht erbeben. Da der Tugend wandelt, nie hört er, daß sein Heiland Gottes Rechte widerstrebt, spricht: Komm her, bei aufrichtig denkt und han- mir zu leben; du sollst, wo delt, der, unentdeckt und ich bin, ewig sein, mit vor der Welt von Herzen mir dich unaufhörlich Gottes Rechte hält! frenn. 2. Wohl den, der stets 6. Gieb, Herr, daß als wahrer Christ dasthut, nichts in dieser Welt mich was Jesus lehret, ihm von der Tugend scheide! nachzuahmen eifrig ist, ihn Nur das zu thun, was dir durch sein Leben ehret; gefällt, sei meine Lust und Freude! und dem guten Gewissen. 319 Freude! Dir, was ich macht, daß nach überhab und bin, zu weihn, standner Nacht und nach laß meine größte Sorgfalt dem betrübten Weinen sein! Freud und Sonne wieder scheinen. 385. Werde munter, mein Gemüthe zc. ohl dem, der sich find4. Gottes Huld und sein Erbarmen bleibet denen lich schenet vor dem feste stehn, die, wie er, Herren, seinem Gott; Se- die Noth, der Armen sich lig, der sich herzlich freutet, zu Herzen lassen gehn. zu erfüllen sein Gebot! Dem, der frendig Gutes Wer den Höchsten liebt thut, dem wird Gott das und ehrt, wird erfahren, höchste Gut, Seelenruh wie sich mehrt Alles, was und Heil verleihen; Alles in seinem Leben ihm der muß ihm wohlgedeihen. Herr, sein Gott, gegeben. 5. Sicht er gleich das 2. Seine Kinder wer- Unglück kommen, das die den stehen wie die Rosen rohen Sünder plagt: bleibt in der Blüth. Sein Ge- der Muth ihm unbenomschlecht wird Gott erhö- men, und das Herz ihm hen, krönen es mit Gnad unverzagt. Unverzagt, ohn und Güt; und was die Angst und Pein bleibt das sen Leib erhält, wird der Herz, das sich allein seiHerrscher aller Welt reich- nem Gott und Herrn erlich und mit Vaterhänden giebet, und den Nächsten aus der Segensfülle fen- treulich liebet. den. 6. Wer Betrübte gern 3. Das gerechte Thun erfreuet, wird vom Höchder Frommen steht gewiß sten wohl ergötzt; was die und wanket nicht. Sollt milde Hand ausstrenet, auch gleich ein Unglück wird vom Himmel reich kommen, bleibt doch Gott ersetzt. Wer viel giebt, der Herr ihr Licht; trö- erlanget viel; was sein ſtet, stärket, schützt und Herzuur wünscht und will, das 320 Von der Glückseligkeit der Frommen. das wird Gott nach seinem dann gehst du hin zur Willen und zu rechter Zeit Ruh ohne Klage. erfüllen. 3. Ewges Heil wird 7. Doch des Lasterhaf- dein Theil. Gottes Enten Freude wird er unter gel weihn dich ein, gut gehen sehn, denn der Bos- zu sein, ohne Mängel. heit und dem Neide kann 387. es nie nach Wunsche gehn. Werde munter mein Gemüthe zc. Wenn es sie auch gleich Mohl dem Menschen, der verdrießt, daß der From- nicht wandelt in gottme Glück genießt, bleibt loser Leute Nath! Wohl es ihm doch sicher stehen, den, der nicht unrecht hanNeid und Bosheit muß delt, noch tritt auf der vergehen. Sünder Pfad; der der 8. Herr, regier mein Spötter Umgang flieht; ganzes Leben, daß ich dei- ihrer Lockung sich entzieht; nen Rechten tren, und den der hingegen liebt und Armen auch daneben mit ehret, was uns Gott vom der That behilflich sei! Himmel lehret. Laß mich fromm und fleißig 2. Wohl dem, der mit sein und mich deiner Huld Lust und Freude das Geerfreun. Kindlich will ich setz des Höchsten treibt, vor dir wandeln, und du und auf dieser guten Weide wirst als Vater handeln. Tag und Nacht beständig bleibt. Wie ein Palmbaum grünt und blüht, den man bei den Flüssen sieht, wie bei ihm zu allen Zeiten frische Zweige fich ausbreiten, 386. Eigne Melodie. Bleibe gut! heitrer Muth, sanstre Freuden werden dir dann schon hier, 3. So wird der auch Troft im Leiden. 2. Naht die Nacht, sind vollbracht deine Tage: immer grünen, der in Got tes Wort sich übt; Alles wird zum Heil ihm dienen, daß und dem guten Gewissen. 321 daß er reife Früchte giebt, Schmerz, stets fühl ich seine Blätter grünen fort; mich gefaßter zum Kampfe ihn stärkt Gottes Geist gegen Leidenschaft, und und Wort; Gott giebt Gott verleihet mir die Glück zu seinen Thaten, Kraft, sie christlich zu was er macht, muß wohl besiegen. gerathen. 5. Aber der, den Sünd Vatertren auf dieses Le3. Mich führet seine erfreuet, blüht nur einen bens Wegen, sie wird mit Augenblick; wie der Wind jedem Morgen nen im die Spreu zerstreuet, so ver- Wohlthun und im Segen. geht des Sünders Glück. Er, dessen Allmacht mich In des Heiligsten Gericht beschützt, gewährt mir alda besteht der Sünder les, was mir nützt, lenkt nicht; nie wird er zum Uebel selbst zum Guten. Leben kommen; selig sind allein die Frommen. 388. Herr, wie du willst, so schicks ic. 4. In trüben Stunden wird mein Herz aus Kleinmuth nie verzagen, und zwingt mich auch der Leiden Schmerz zu wehmuthsMie sanft fließt mir mein vollen Klagen: so weiß Leben hin und jeder ich, Gott verläßt mich meiner Tage, wenn ich nicht, der Herr ist meine ganz Gott ergeben bin, Zuversicht, und soll es der Sünden Lust entsage, ewig bleiben. von allem schnöden Triebe 5. Und wenn mich seine frei, der Lehre meines Huld erfreut, wenn mich Heilands treu, rechtschaf- kein Kummer kränket, Gott sen denk und handle. Glück zu meinem Fleiß 2. Erhabne Ruhe füllt verleiht, mir Ruh und mein Herz, denn mich be- Wohlstand schenket, so herrscht kein Laster, mich fühl ich doppelt ihren quält nicht des Gewissens Werth, mein Herz, das seine * 322 Von der Glückseligkeit der Frommen. seine Huld erfährt, danft in der Prüfungszeit, selbst ihm, der besten Vater. unter viel Beschwerden; 6. Wenn sich mein schwa wenn unser Herz sich dir ches Herz verirrt, und ich ergiebt, und treu in Jesu aus Schwackheit fehle, Dienst fich übt! Wie groß wenn meine Tugend wan- wird sie einst werden, kend wird, und ich ein wenn sich herrlich jenes Scheingut wähle: so führt Leben wird anheben, wo er mich zu meinem Glück man Frenden erntet von von meinem Irrthum bald der Saat der Leiden! zurück, und lehrt mich 2. O wie erhaben ist weiser handeln. das Recht, das du uns 7. Gewiß, daß eine jede gi best, dein Geschlecht und Pflicht mich führt zum Bundes Volk zu heißzen! edlern Leben, bin ich zu Bei dir ist unser VaterGett voll Zuversicht, er land; und wer will deiner werde zum Bestreben, sie starken Hand, Allmächt auch zu thun, mir Kraft ger, uns entreißen? Wenn verleihn, und Gnade, wach- wir gleich hier müssen streis sam stets zu sein, um keine ten, und zu Zeiten schwach zu verletzen. uns finden, hilfst du unsdoch überwinden. 8. Wie freut mich jede gute That, die ich mit 3. Du deckest unsre Gott vollbringe, wie freuts Sünden zu, schenkst unmich, wenn ich auf dem sern Seelen wahre Ruh, Pfad der Tugend weiter und stärkest uns mit Freudringe; den Ernst in mei- de. Dein Sohn ist unser ner Besserung, den Eifer Haupt und Ruhm; wir in der Heiligung belohnet sein erkauftes Eigenthum einst voll Wonne. 389. und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unfre Seelen. Herr, was ligkeit, o Gott, schon kann bei dir uns fehlen? Wie schön leuchtet der ic. Wie groß ist unfre Se4. Es und dem guten Gewissen. 323 4. Es bleibet zwar der der Sünden unter meinen hohe Werth der Gnade, Füßen schwinden, und das die uns widerfährt, ver- Glück von jenem Leben borgen hier auf Erden. den entzückten Geist-umDoch, wenn dereinst vor geben. aller Welt er, unserHaupt, 2. Gott! was achten Gerichtstag hält, dann weise Christen doch den wird er sichtbar werden. Reiz von eitlen Tüsten? Alsdann sieht man ihn was den Glanz von nichtmit Kronen uns belohnen; gen Freuden? was des Leund mit Ehren für sein bens kurze Leiden? wenn treues Volk erklären. sie deinen Lohn erblicken, 5. Wie wohl, o Gott, der die Tugend wird besind Christen dran, wie glücken, und des Kranzes viel hast du an uns ge- Werth empfinden, den dort than! O laß uns unsre Engel für sie winden? Würde vor Augen haben 3. Nun mag Trübfal jederzeit: so tragen wir auf mich stürmen: Gottes mit Willigkeit der kurzen Trost wird mich beschirLeiden Bürde. Herr, gieb men. Kurz sind dieses Leden Trieb in die Seelen, bens Pfade; ewig währt dich zu wählen, und das der Lohn der Gnade. Mit Leben ganz zu Jesu Dienst des Dankes stillen Zähren zu geben. will ich Gottes Nath verehren, unter keiner Plage sinken und den Kelch der Leiden trinken. 390. Schmücke dich, o liebe Seele zc. Nom Geräusch der Welt 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Hei geschieden, fühl ich ho- land, voll Geduld getrahen Seelenfrieden und gen, mit dem schwersten die Freude schon auf Er- Tod gestritten, tausendden, Gott, mit dir vereint faches Leid erlitten! Laß zu werden; sehe diese Welt mich deine Kraft beleben, X2 wenn 324 Von der Glückseligkeit der Frommen. wenn die matten Hände des Lebens Leiden, sie beben, laß sie mir den dauern einen Augenblick, Sieg gewähren; trockne, und des Gewissens innre trockne meine Zähren! Freuden sind süßer, als der Sünder Glück. Und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein? 391. Herr, wenn ich dich nur werde ic. Wenn enn ich ein gut Gewissen habe, wie groß 5. Ich eile mit gesetztem ist meine Seligkeit! Es ist Schritte des Lebens letzter des Himmels beste Gabe, Stunde zu. Es falle diedas höchste Glück in die ses Leibes Hütte, so geh ser Zeit; in Freud und ich ein zur wahren Ruh; Leide giebt es hier die indem mein Geist, der Gott wahre Ruh der Seele mir gelebt, zu seinem Ursprung 2. Ich bebe nicht, wenn sich erhebt. Sünder beben, daß Gott 6. Seele! darum sei gerecht und heilig ist; mein beflissen, daß unverrückte Herz giebt Zeugniß mei- fromme Treu dir immernem Leben, daß ich ge- dar ein gut Gewissen und wandelt als ein Christ, Glaubens- Zuversicht verdes göttlichen Berufes leih, und du, mein Gott, werth, der hier mich himm- regiere mich; denn was lisch wandeln lehrt. vermag ich ohne dich? 392. O Welt, sich hier dein Leben c. Ein ruhiges Gewiſſen 3. Getrost wag ichs vor Gott zu treten, und ihn, voll Glaubensfreudigkeit, als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, laß, Herr, mich stets ge mir verleiht, und jedem nießen; denn hab ich dieses Heil und Segen giebt, der nur, so ist für mich in ihn von Grund des Her- Tagen, wenn andre ängstzens liebt. lich zagen, nichts Schreck4. Mit Muth trag ich liches in der Natur. 2. Sollt und dem guten Gewissen. 2. Sollt ich solch ruhig ich bin dein; im Glauben Leben für Luft der Sünde der Erlösten sich deiner geben, und dann die innre Huld zu trösten: welch Pein, mich selber zu ver- Glück, mein Gott, kann flagen, in meinem Busen größer sein? tragen? Gott, laß dieß ferne von mir sein! 7. Läßt du mich im Gewissen einst diesen Trost 3. Sein eignes Herz genießen, wenn alles von bekämpfen und seine Nei- mir weicht; kann ich dann gung dämpfen, ist freilich voll Vertrauen auf dich schwere Pflicht; doch wenn noch, Vater, schauen, so wir uns besiegen, welch wird mir selbst das Sterhimmlisches Vergnügen ben leicht. gewährt die Ueberwindung nicht! 8. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit 325 4. Nichts kann im Wohl- leiten, und mache selbst ergehen so unser Glück mich treu! Zum Fleiß in erhöhen, als ein geruhig guten Werken laß mich Herz. Das schafft uns die Hoffnung stärken, daß innre Freuden, und mil- groß der Lohn im Himdert auch im Leiden durch mel sei. seinen Trost den größten Schmerz. 393. Nun freut euch, lieben Christen zc. 5. Die Güter zu ver- welch ein unschätzbares achten, wonach die Tho- Gut, ist, Herr, ein rein ren schmachten, was giebt Gewissen! Wer dieses hat, uns dazu Muth? Was der hat auch Muth, wenn tröstet Gottes Kinder beim Andre zagen müssen. Sein Spotte frecher Sünder? ruhig Herz erzittert nicht, ein ruhig Herz, das beste ihn schreckt kein Tod und Gut. kein Gericht, ihn drückt kein Leiden nieder! 2. Sich deines Beifalls wohl bewußt, rühmt * 3 er 6. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: 326 Eitelkeit und Vergänglichkeit alles Irdischen. er sich deiner Gnade. 5. So hilf denn, daß Dein Friede wohnt in ich mir zum Heil ein unseiner Brust; und wer ist verletzt Gewissen, des Leder ihm schade? Auf dich bens allerbestes Theil, zu sieht er bei aller Noth, haben, sei beslissen. Mich womit die Zukunft ihn be- deiner Güte, Gott, zu droht. Ihn tröstet, Herr, freun, dein heilig Recht dein Aufsehn. nicht zu entweihn, das 3. Trifft ihn auch hier mein größter Eifer. Zuweilen noch die Geißel böser Zungen, wird seines Gewissens Spruch als 6. Gieb, daß ich des Herzens Ruhe doch da deine Stimme ehre; gedurch nicht ganz bezwun- rührt und aufmerksam ge gen. Er hütet sich vor Missethat, und hofft von Gott dann Schutz und Rath: Gott wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der fünftgen 7. Mit deiner Gnade Welt entgegen. Die giebt tröste mich, und stärke ihm Muth und Freudig- meine Seele, daß sie vor teit auf allen seinen We- Sünden hüte sich und nie gen. Denn dort macht aus Vorsatz fehle. Denn selbst, Herr, dein Mund wer nur reines Herzens den wahren Werth der ist, hat immer auch durch Menschen kund; da wird Jesum Christ zum Trost der Fromme siegen. dich, Allerhöchster. Eitelkeit und Vergänglichkeit alles ug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine so laß mich, meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld, voll Reu und Glauben suchen. Irdischen. 394. Leben! Eilend fliehen unsre Stunden; kaum geCigne Melodie. ch, wie nichtig, ach, wie nossen, kaum empfunden, flüchtig ist der Menschen find Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 327 sind sie uns auch schon Tugend wird bestehen. entschwunden. Laßt der Erde Staub verwehen; Tugend kann nie untergehen! 2. Ach, wi: nichtig, ach wie flüchtig ist die Lust der Erde! Oft verwandeln unsre Freuden sich schon hier in bittre Leiden 395. Ach, du Menschenblum 2c. und einst müssen wir doch Unbeständig ist alles Glück scheiden. hienieden, schnell verschwindet es, und schafft keinen Frieden. Reichthum, Schönheit, Pracht. und Ruhm wird nie unser Eigenthum. 3. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Menschen Schönheit! Seht die Rose, wie sie glühet! Morgen ist sie schon verblübet, und der Jugend Reiz entfliehet. 2. Diese Güter find hier uns nur geliehen; wie ein leichter Traum werden sie entfliehen. Alles, alles Erdenglück bleibt am Grabe einst zurück. 3. Laß uns früh, o Gott, Güter uns erstreben, die den Geist erfreun, die 5. Eins nur bleibet. in jenes Leben uns begleiG.tt! dieß Eine sei uns ten aus der Zeit: Weisheit, theur und heiliq! Tugend, Güte, Frömmigkeit. Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 396. 4. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist auch Ehr und Reichthum. Wer nach Beifall sehnlich schauet, wer auf Gunst und Gold vertrauet, hat sein Glück nicht fest gebauet. erhellt von deinem Licht, bebt vor dem Tod und Grabe nicht. Grabes Nacht flieht, 2. Es falle nur die Hülle Herr, vor deiner Wahr- hin, mit der ich hier umheit Macht! Mein Geist, geben bin; ichselber, lebend, * 4 wie Herr Jesu Christ. meins 1. D es Todes Graun, des 328 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. wie zuvor, schwing aus den tiger, wie dank ich dir! Trümmern mich empor. stets folgte kleinerm Un3. Ein innres mächti- gemach ein größrer besfrer ges Gefühl verkündet mir Segen nach. ein höhres Ziel; dieß Stre- 9. So hat schon dieben nach der Ewigkeit er ser Kindheits- Stand der hebt mich über Welt und höhern Hoffnung UnterZeit. pfand; die Liebe, die mich 4. Ich habe dein Ge- hier beglückt, die bleibt bot erkannt, o Gott, und und segnet unverrückt. Vater dich genannt; in 10. Des freudigsten dieser Seelenwürde licgt Vertrauens voll erwart ein Hoffnungsgrund, der ich, was mir werden soll, nimmer trügt. wenn ich von Sünd und 5. Dein Wort zeigt mir Noth befreit, nun reife die besfre Welt; so ist zur Vollkommenheit. mein Glaube fest gestellt. 11. Der Tod darf mir Wie herrlich wird der nicht schreckend sein; er Menschheit Werth durch führt zum wahren Leben Jesu Lehre aufgeklärt! ein. Durch Gottes Kraft 6. Glückselge Aussicht besiegt mein Herz der auch für mich! Entzückt Krankheit Last, der Trenhebt meine Seele sich! nung Schmerz. ich seh im Geist des Frommen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 12. Wenn hier von uns, die Gott vereint, der letzte auch hat ausgeweint: dann 7. Da find ich, was wird ein frohes Wiederdein guter Rath zu mei- sehn auf ewig unser Glück nem Wohl geordnet hat, erhöhn. genieße deines Vaterblicks und der Vollendung mei nes Glücks. 13. Herr unsrer Tage, führe du uns alle diesem Ziele zu; daß uns bei stand8. Viel Freude gabst haft frommer Treu Undu mir schon hier, o Gü- sterblichkeit erfreulich sei. 397. Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 329 7. Um uns her ist alles gut, Neid und Haß und Zwietracht ruht, alles liebt und freuet sich, fühlt sich selig, Gott durch dich. 8. Sterbliche, o welches Heil wird einst droben 2. Freude! ja, wir alle, uns zu Theil! Welche hohe wir sind unsterblich, säen Seligkeit giebt uns die hier, eruten droben, was Unsterblichkeit. die Saat unsrer Hand getragen hat! 3. Unser Leib wird auch gesät; unsre beffre Seele geht, unbesiegt von Tod und Grab, hin zu Gott, der sie uns gab. 4. Bleibt in seiner Baterhand, lernt, was sie hier nicht verstand, forscht nun höhre Wissenschaft, ringet fort von Kraft zu Kraft. 397. Ach, was ist doch unser Leben 2c. Freude! denn wir alle, sind unsterblich, leben hier in der Kindheit Uebungsstand für ein beffres Vaterland. 9. Christen, schlaget Hand in Hand! Nach des Himmels Vaterland eilet ohne Rast und Ruh stets mit muntern Schritten zu. 10. Laß dem Eitlen ſeinen Tand; blickt in jenes besfre Land, voll Unsterblichkeitsgefühl, hin nach eurem höchsten Ziel. 11. Laßt uns unsrer Würde freun, voll der hohen Hoffnung sein! Gott, 5. Ohne Zahl und ohne wir alle, alle wir sind Maaß wachsen wir ohn unsterblich! Preis sei dir! Unterlaß, nehmen stets au Kräften zu und bedürfen keiner Ruh. 398. Jerusalem, du hochgebaute ic. 6. Unſer Geiſt hat Unsterblichkeit! Gedante, größres Licht, Sinnlichkeit der den Geist des täuscht dort ihn nicht; Sterblichen belebt, in und was ihm hier dunkel war, sieht er dort ganz hell und klar. Trübsal ihn dem finstern Gram entreißt und zu den Sternen hebt! du strahlst, X5 mehr 330 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. mehr, als die Sonne, mir Für diese Spanne Le Licht und Wärme zu! ben? Wie klein! wie Mein Glück und meine räthselhaft! Wonne, mein ganzerStolz bist du. 5. Hier strebt der Geist nach Wahrheit und nach 2. Ich daure fort, auch Licht! doch Wahn und wenn der Leib zerfällt, Irrthum hält des For sonst wäre Leben Qual. schers Lauf, er findet sie Die Seele kommt zu einer hier nicht; ihm bleibt so bessern Welt, zu Freuden vieles fremd. Ach! dieser ohne Zahl. Es stammt Durst nach Wa rheit wird vom Herrn des Lebens einst gewiß gestillt, dort dieß süße Vorgefühl. Er wo in größter Klarheit gab mirs nicht vergebens; der Quell der Weisheit ich seh mein höhres Ziel. quillt. 3. Vernichtet wird im 6. Wie weint hier oft Reiche der Natur auch der wahre Tugendfreund, nicht der kleinste Staub. verkannt, verfolgt, geThor! hältst du denn des schmäht; indeß im Glück Menschen Seele nur für der freche Tugendfeind sein der Vernichtung Raub? frevelnd Haupt erhöht. Der uns das Sein gege- Dort über Sternen throben, erhält, was er uns net Er, der Gericht einst gab; schafft aus Verwe- hält. Die Tugend wird sung Leben, lockt Reime belohnet in einer bessern aus dem Grab. Welt. 4. Ich daure fort! es 7. Deß bin ich froh! strebt in mir ein Drang Die ganze Seele glüht zur Thätigkeit schon früh. voll froher Ahnungen. Und wenn ich hier mit Hoch tönet noch am Grab allen Kräften rang, erreicht das Jubellied der bald ichs Ziel doch nie. Wozu Vollendeten: Ich weiß, der Muth, dieß Streben, an wen ich glaube; weiß der Keim von hoher Kraft? was mir Gott verheißt! Erhas Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 331 Erhaben überm Staube, ein banges Sehnen? Was unsterblich ist mein Geist. sind die Frenden dieser 8. So stirbt die Flur Welt, wenn ewge Nacht im Winterschlaf dahin; uns einst befällt? die Bäume stehn entlaubt. 3. Und ist der Leiden Der Lenz erwacht und die große Zahl in diesem dunGefilde blühn, der Wald feln Pilgerthal nicht oft bekränzt sein Haupt. O das Loos des Lebens? Iſt schönes Bild vom Leben! nicht das Laster oft beDu Flur im Frühlings- glückt, und seufzet nicht kleid! Mein Haupt werd in Staub gebückt die Luich erheben im Lenz der gend oft vergebens? Wie Ewigkeit. manchen Geist beugt Sclaverei, und wer bleibt hier vom Irrthum frei? 4. Heil mir, daß mich mein Schöpfer schuf: die du bester Trost der Ewigkeit ist mein Beruf, Sterblichkeit: Glaub an und Stufe nur dieß Leben. ein ewges Leben! Was Zwar diese Hülle fällt einst wär mein Dasein ohne ab, und Asch und Moder dich? Mit welchem Schau- füllt mein Grab, doch der würde mich die Zu- wird mein Geist sich heben! kunft oft durchbeben? Um erheben über Grab und sonst erhübe fich mein Herz Staub, und nie mehr sein zum Himmel bei so man des Todes Raub. chem Schmerz. ► 399. D Ewigkeit. du Donnerwort ze. Ge edanke voller Seligkeit! 5. Heil mir! mein fro2. 3ch irrt ein dunkles hes Aug erblickt die LieThal hinab bis an mein ben, die, der Erd entrückt, schreckenvolles Grab, das vor mir den Sieg erstritZiel von meinen Thränen! ten: und alle, alle folgen Was wäre meines Lebens nach; es sammelt uns Glück mehr, als ein flücht- ein felger Tag in jene ger Augenblick; mehr, als ewge Hütten, und meinem 332 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. nem Blick enthüllt sich dann der Gottheit großer, weiser Plan. 4. Mein Geist, durch dich berufen zu steter Wirk samkeit, schwingt dann auf höhern Stufen sich zur Vollkommenheit. Nun 400. Auf, auf, mein Herz mit 2c. findt die Wißbegier, die in mir lebt, und hier so oft getäuscht sich sieht, ein as Glück des Erdenlebens ist nicht mein be- günstiger Gebiet. stes Theil. Ich sehne nicht 5. Da fällt der Wahrvergebens mich nach voll heit Schleier vor meinem kommnem Heil. Folg ich Forschen hin; ich denke nur dir, mein Gott, so heller, freier, als iche hier führst du durch den Tod fähig bin. Wie herrlich, mich einst zum Leben hin, Gott, du bist, wie gut wo ich ganz selig bin. dein Rath stets ist, wie 2. Gott, eine höhre Tugend lohnt und Pflicht, Sonne wird dann den Geist seh ich im hellern Licht. erfreun, und welche hohe 6. Ich sehe dann mit Wonne ist dann auf ewig Freuden, wie deine Vamein, wenn ich, nun dem terhand mir dieses Lebens entrückt, was hier noch Leiden zum höhern Glück Menschen drückt, da bin, gewandt. Was hier mir wo Jesus Christ schon schmerzhaft war, bent dann jetzt verherrlicht ist. mir Wonne dar; was mich zu Thränen zwang, wird 3. Da öffnet meinen Blicken sich deines Him- dann mein Lobgesang. mels Pracht; ich sehe mit 7. Auf ewig wohnt dein Entzücken die Größe dei Friede dann, Gott, in ner Macht, zu segnen, zu meiner Brust; des Rechterfreun, die hier sich ganz thuns nimmer müde, thu dir weihn, und jauchze, ich mit steter Lust, was daß auch ich von dir, mein mir zur Seligkeit dein Gott, nicht wich. Wille dort gebeut, wo jeder Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 333 jeder frohe Geist dich durch Gehorsam preist. Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage 8. Dort strahlt in höhrer in himmlischer ZufriedenKlarheit in deiner bessern heit. Hier übt die TutWelt Gerechtigkeit und gend ihren Fleiß und dort Wahrheit! des Heuchlers reichst du ihr selbst den Hülle fällt; es stürzet Lüg Preis. und Wahn. Ich geh der 2. Du schenkst dem Wahrheit Bahn mit fe Frommen zwar auf Erden sterm Tritt, vereint mit schon manchen selgen Aujedem Tugendfreund. 9. Da seh ich selbst mein den, die ihm werden, sind genblick; doch alle FreuHoffen auf's Glück der ihm noch kein vollkommEwigkeit unendlich über- nes Glück. Er bleibt hier troffen, und fühl es hoch- schwach, und seine Ruh erfreut, wie der sein Glück nimmt in der Seele ab recht baut, der deinem Wort hier traut, ihm folgt und dann sich fest auf seine Treu verläßt. und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald 10. O du, der meiner das Geräusche dieser Welt; Seele dies Glück bereitet bald kämpft in seinem eighat! Damit ichs nicht ver- nen Herzen ein Feind, der fehle, so leite mich den öfter siegt als fällt; bald Pfad der lautern Fröm- sinkt er durch des Nächmigkeit. So ist Zufrie- sten Schuld in Kummer denheit hienieden schon und in Ungeduld. mein Theil, und dort vollkommnes Heil. 401. Wer nur den lieben Gott läßt ze. Nach einer Prüfung kur zer Tage führst du uns, 4. Hier wo die Tugend oftmals leidet, das Laster oftmals glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frei von 334 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. von Pein, nie frei von singen dem, der für mich eigner Schwachheit sein. ein Opfer ward; und Ches 5. Hier such ichs nur, rubim, und Seraphim, dort werd ichs finden; dort und alle Himmel jauchzen werd ich, heilig und ver- ihm. klärt, der Tugend ganzen 9. Da werd ich in der Werth empfinden, den Engel Schaaren mich ih unaussprechlich großen nen gleich und heilig sehn, Werth; dich, Gott der das nie gestörte Glück erLiebe, werd ich sehn, dich fahren, mit Frommen stets lieben, ewig dich erhöhn. fromm umzugehn. Da 6. Da wird, o Herr, wird durch jeden Augendein heilger Wille mein blick ihr Heil mein Heil, Will und meine Wohl- mein Glück ihr Glück. fahrt sein; und lieblich 10. Da werd ich dem Wesen, Heil die Fülle, vor den Dank bezahlen, der deinem Throne mich er- Gottes Weg mich gehen freun. Dann läßt Ge- hieß, und ihn zu Millionen winn stets auf Gewinn Malen noch segnen, daß mich fühlen, daß ich selig er mir ihn wies. Da find bin. ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das 11. Da ruft( o möchwunderbar und heilig nen- test du es geben!) vielleicht nen, was unerforschlich auch mir ein Selger zu: hier geschah; da denkt Heil sei dir, denn du hast mein Geist mit Preis und mein Leben, die Seele mir Dank die Schickung im gerettet, du! O Gott, wie Zusammenhang. muß dieß Glück erfreun, der Retter einer Seele 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, sein! mein Heil, sich offenbart; 12. Was seid ihr, Leiein Heilig, Heilig, Heilig den dieser Erden, doch ge gen Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 335 gen jene Herrlichkeit, die 3. Kein Tod ist da an uns offenbart soll wer- mehr, und kein Grab. den von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, Dort trocknest du die Thränen ab von deiner Kinder wie gar nichts gegen sie Wangen. Da ist kein ist doch ein Augenblick voll Müh! 402. Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst Alles neu; das Alte ist vergangen. Hinfort find dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. Wie schön leuchtet der ic. Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er 4. In unsres Gottes nach jenem Himmel blickt, Heiligthum schallt seines den du für uns bereitet; Samens hoher Ruhm von wo deine milde Vaterhand lauterfrohen Zungen. Hier aus neuen Wundern wird strahlt die Herrlichkeit des erkannt, die du daselbst Herrn; hier schaut man sie verbreitet. Mächtig fühl nicht mehr von fern; hier ich mich erhoben, dich zu wird sie ganz besungen. loben, der zum Leben, das Völlig giebt sich den Erdort ist, mich will erheben. lösten, sie zu trösten, der 2. Was sind die Freu- zu kennen, den sie hier den dieser Zeit, Herr, ge- schon Vater nennen. gen jene Herrlichkeit, die 5. Vor seinem Antlitz dort bei dir zu finden? wandeln sie auf ewig frei Du stellst uns hier auf Er- von aller Müh, und schmeden zwar viel Wunder dei- cken seine Güte. Hier ner Güte dar zum fröh- stört den Frieden ihrer lichen Empfinden; doch Brust und ihre tausendhier sind wir bei den Fren- fache Lust kein feindliches den noch mit Leiden stets Gemüthe. Kein Neid, umgeben. Dort nur ist kein Streit hemmt die vollkommnes Leben. Tricbe reiner Liebe unter SeeUniv.- Bibl. Giessen 336 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. Seelen, die hinfüro nicht mir auch erwerben. Laß mehr fehlen. mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. 403. 6. Gott! welche Schaar ist dort vereint! die From men, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle Es ist noch eine Ruh deine Glieder. Ewig werd vorhanden für jeden ich, frei von Mängeln, ergebnen Geist, selbst mit Engeln Freund- wenn er sich dieses Körpers schaft pflegen. O ein Umgang voller Segen! O süßer Trost bei Jefu Grabe sc. Gott Banden nach Gottes Willen einst entreißt, und nun, nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt und denkt. sein Thron? In jenen 2. Die, Herr, zu dieser Himmelshöhen, da werd Ruhe kommen, wie selig ich dich, Herr Jesu Christ! sind doch alle die! in deiso menschenfreundlich, als nen Himmel aufgenomdu bist, auch mit Ent- men, ruhn sie von dieses zücken sehen. Da wird, Lebens Müh. Nach aller mein Hirt, von den Freu- Last, die sie gedrückt, wird den nichts mich scheiden, ewig nun ihr Herz erquickt. die du droben deinen Freunden aufgehoben. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so segnet 8. Wie herrlich ist die mit Zufriedenheit auch neue Welt, die Gott den deine Gnade die Erlösten Frommen vorbehält! kein nach überstandner PrüMensch kann sie erwerben. fungszeit. Du selbst machst Jesu! Herr der Herr- ihnen offenbar, wie gut lichkeit, du hast die Stätt stets deine Führung war. auch mir bereit. Hilf fie 4. Da schweigen alle ihre Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 337 ihre Klagen; da bringt, mit 8. Gieb, daß in Hofffrohem Lobgefang selbst nung jener Ruhe, die für die ausgestandnen Pla- Gottes Volk verheißen iſt, gen, die ihre Seele Preis ich gern des Vaters Willen und Dank. Nun jauchzen thue, wie du darin mein sie: es ist vollbracht! der Vorbild bist; so ernt ich Herr hat alles wohlge von der Last der Zeit einst völlige Zufriedenheit. macht. 5. Forthin erwartet fie kein Leiden, kein Schmerz und feine Schwachheit mehr. Gott führt sie zu 404. O Ewigkeit, du Donnerwort ze. vollkommnen Freuden, und Unsterblichkeit! Unsterbkrönet sie mit Preis und lichkeit! Gedanke, der Chr. Dunaussprechlich das Herz erfreut, den Geist süße Nuh! wie herrlich, Höchster segneft du! zu Gott erhebet, der Trost für alle Schmerzen schafft, 6. Wer kann hier deine mit hohem Muth, mit GotGnade fassen? Du willst teskraft zum Tugendkampf den, der dich redlich liebt, belebet! Fühlt des Gedannicht ewig in der Unruh kens Seligkeit; denkt lassen, die dieses Leben Menschen, daß ihr ewig noch umgiebt. Omach seid! auch mich hier in der Zeit 2. Sei's, daß der Ergeschickt zu dieser Seligkeit! de Bau zerbricht, erlösche 7. Mein Heiland, der einst der Sonne Licht; wir, du selbst auf Erden der mehr als Erd und Sonne, Leiden Joch getragen haft, wir leben für die Ewigwill ich des Lebens müde feit! Schon in des Dawerden, und fühl ich die- seins erster Zeit füllt dieß ser Tage Last, so stärk du das Herz mit Wonne; und mächtig meinen Geist, daß seine Würde fühlt der er dem Unmuth sich ent- Geist, der ewig seinen reißt. Schöpfer preift. Y 3. Gott, 338 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 3. Gott, dir sei Dank! melt Garben uns ein, uns Gott dir sei Dank! Nun ein, die starben. Gelobt mischt sich in den Traur- sei Gott! gesang an unsrer Brüder 3. Tag des Danks, der Grabe der Ewigkeit Tri- Freudenthränen Tag, du umphlied ein. Nur unser meines Gottes Tag! Wenn sterbliches Gebein wird, ich im Grabe genug ge Erde, d. ne Gabe. Hoch schlummert habe, erweckst schwingt sich, wenn die du mich. Hülle fällt, der Geist empor zur bessern Welt. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein. 4. Gott, dir sei Dank! Mit Iesu gehn wir ein zu Gott, dir sei Dank! und seinen Freuden. Der müunser würdger Lobgesang den Pilger Leiden sind sei dir ein frommes Leben! dann nicht mehr. Gott, Heiligster! wir 5. Ach, ins Allerheiligweihn uns dir, nach Jesu ste führt mich mein MittBeispiel wollen wir mit ler, dann leb ich im Heiligeifrigstem Bestreben der thume zu seines Namens Tugend edlen Samen Ruhme. Gelobt sei Gott! streun; dort wird die Ernte uns erfreun. 406. Es ist das Heil uns fommen 2c. 405. Eigne Melodie. Der er Freuden Quell ist, Gott, bei dir; dort in Auferstehn, ja auferstehn dem höhern Leben wird deiwirst du mein Staub ne Vaterhuld auch mir die nach kurzer Ruh; unsterb- reinsten Freuden geben. lichs Leben wird, der dich Was mich mit reiner Luft schuf, dir geben. Gelobt erfüllt, was meiner Seele fei Gott! Sehnsucht stillt, wird mir dereinst gewähret. 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät. Der Herr 2. Dich lern ich dann der Ernte geht und sam- im hellern Licht in deiner Größe Größe kennen, und mit vollkommner Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 339 6. In höherer VollZuversicht kommenheit werd ich dann, dich meinen Vater nennen. Gott, dich lieben, und, Mit hoher Freude bet ich was dein Wille mir gedann auf ewig deine Güte beut, mit frohem Herzen an, die mich zum Himmel üben. O welche Quelle führet. reiner Lust, sich keiner 3. Wenn mein erhöhter Sünde mehr bewußt, in Geist da sieht, wo er hier Allem richtig handeln. still vertrauet, wenn er 7. Mit allen Bürgern dein unumschränkt Gebiet jener Welt werd ich dich noch heller überschauct: dann erheben, werd ich Gott, welche Wenne ist dort, ihnen zugesellt, in dann mein! wie werd ich reinster Freundschaft le= deiner da mich freun! wie ben. Es schlägt dann selig da mich fühlen! froh in meiner Brust mein 4. Noch größre Werke ganzes Herz voll Lieb und seh ich dann von deiner Luft, die ich mit ihnen Vatergüte, als ich auf Er- theile. den sehen kann, und mein 8. Ja, ewig ist, mein entzückt Gemüthe verliert Gott, bei dir der Freuvoll Dank und Freude sich den reinste Quelle. Sie in deiner Herrlichkeit, die fließet täglich und bleibt ich im vollen Glanz er- mir stets unversiegt und blicke. helle. Mein Glück währt 5. Da werd ich deinen da in Ewigkeit, nichts fehlt heilgen Rath noch mehr, ihm an Vollkommenheit! als hier, verstehen, dir Herr, hilf es mir erreichen! danken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen, und selbst durch Leiden dieser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bereitet. 407. Freu dich sehr, o meine Seele ic. ( tärke, Gott, mich in dem Glauben, daß 2 ich 340 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. ich nicht ganz sterblich sei. alles, was dich Laß mir ihn kein Blend- heißt. Seelen, werk rauben, feines Leicht- sterben nie. Nach des furfinns Spötterei, als ver- zen Lebens Müh wirst du schwinde, gleich dem Rauch, jegliche zwar richten, aber mit dem letzten Odem auch keine je vernichten. daß, was in mir denkt und lebet, dein sich freut und dich erhebet. 5. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unvergänglichkeit, dieser Drang 2. Geist, das ist mein in Leid und Schmerzen hoher Name. Dieser Leib nach vollkommner Seligist Hülle nur, eines bef- feit sind die sichern Büre sern Leibes Same auf der gen mir, daß ich mich, Auferstehung Flur. Wie mein Gott zu dir, daß das Korn wird aufgelöst, ich einst, wohin ich strebe, Frucht zu tragen, so ver- mich erheb und ewig lebe. west auch mein Leib, dem 6. Du, o Schrecken höhern Leben einen edlern im Gewissen der VerKeim zu geben. brecher, du, o Ruh, die Vater Seelen 3. Freilich hört für schon Fromme hier ge= dieses Leben hier mein nießen, hoher Friede GotGeift zu wirken auf. Aber tes du, sichre Zeugen seid schließt sein ganzes Weben auch ihr, wenn der Tod sich mit dieses Lebens Lauf? mich schrecket, mir, daß. Gabst du, Gott, ihm wird gleich mein Leib zur Thätigkeit nur für diesen Erde, doch mein Geist Traum der Zeit? Sehn- nicht sterben werde. sucht nach vollkommnem 7. Und wie wird durch Glücke nur für wenig Au- deine Lehre, Jesu, dieß genblicke? mein Hoffen fest! Du, 4. Nein, für wenig den ich als Heiland ehre, Augenblicke schufst du nicht der die Seinen nie verläßt, des Menschen Geist. Du du erhebit im Tode gleich berufft zum ewgen Glücke meinen Geist zu deinem Neich, Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 341 Reich, wirst auch einft ein bald verfliegen sie! Und beffres Leben meinem Leibe gegen Ewigkeiten voll wieder geben. Wonne, was sind sie? 8. Ewig, ewig werd ich leben. Sicher der Un2. Ja, guten fromsterblichkeit streb ich mich men Seelen gewährt der empor zu heben über jeden Tod nur Glück. Was Traum der Zeit. Wan- kann sie weiter quälen? deln will ich fest und still sie schaun befreit zurück. jeden Pfad der Tugend, Der Erde Kümmernisse will stets nach jenem Ziele kennt jenes Leben nicht, streben, hier schon für den und alle Finsternisse verHimmel leben. wandeln sich in Licht. 9. Aber, daß mein Fuß nicht wanke, stärke mich, 3. Zwar Menschenweißo Herr, dein Wort, und heit lehret uns Himmelsder selige Gedanke: dort wonne nie; kein Ohr hat ist meine Heimath, dort! sie gehöret, kein Ang crDort ist weder Schmerz blickte sie. Wir kommen noch Leid, Wonne nur zu dem Freunde, der unund Herrlichkeit; dort ist, ser Glück erwarb; zu ihm, Herr, vor deinem Throne, der selbst für Feinde noch meines Kampfes Preis flehte, da er starb. und Krone. 408. 4. Zu dem uns zu erheben, ist dieß nicht wahres Glück? Druin richt ich ohne Beben auf GräValet will ich dir geben ze. Das Ziel von meinen Ta= ber meinen Blick. Wenn gen ist mir vielleicht Freunde trottos weinen, bald nah; dech foll mein dann tröste dieß ihr Herz: Geist nicht zagen, wärs Gott wird uns einst verauch schon heute da. Des einen, Todes Bitterkeiten, wie Schmerz. entfernen allen 3 409. Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 409. ben. Dort ift für mich vollkommnes Heil. Da, O füßer Tod bei Jesu Grabe zc. wo mein Schaß ist, sei Du, ju, Herr und Vater mein Herz. Herr, lenke meiner du selbst es himmelwärts! weißt, daß Tage! ich, dein schwaches Kind, des To5. Hier allen Sünden des Keim in Gliedern tra- abzusterben, zu leben der ge, die irdisch und Gerechtigkeit, um einft brechlich sind. Drum gieb, dein himmlisch Reich zu daß ich zu jeder Zeit zu erben, dazu laß meine meinem Tode sei bereit. Sterblichkeit mir ftets, zer= 342 2. Daß du, o Höch- mein Gott, vor Augen ster, meinem Leben ein sein, und deine Hülfe mich mir verborgnes Ziel be- erfreun. stimmt, und daß die Zeit, 6. Willst du mich ländie mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: mir zum Heil geschehn. ger leben laffen, so laß es das flöße mir die Weis- Doch soll ich heute noch erheit ein, stets auf mein blassen, so höre, Vater, Heil bedacht zu sein. auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Troft und meine Zu3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzu- versicht. ziehn, mich von der Weltluft zu entfernen und um 7. Dir will ich gänzden Himmel zu bemühn. lich mich ergeben, dir, desO mache mich dazu ge- sen Eigenthum ich bin. schickt, eh mich der Tod Bist du, mein Heiland, der Welt entrückt. nur mein Leben, so bleibt 4. Nicht auf der Erde, selbst Sterben mein Genein, nur droben bei dir, winn. Ich lebe dir, ich Gott, meiner Seele Theil! sterbe dir. Sei nur mein ist mir das Beste aufgebo- Troft, so gnüget mir. 410. Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 343 410. Jefu Chrift, meins Lebens zc. Wie ie sicher lebt der Mensch, doch wachsam und bercit; prüf deinen Glauben als ein Chrift, ob er durch der Staub! sein Leben Liebe thätig iſt. ist ein fallend Laub; und 7. Ein Seufzer in der dennoch schmeichelt er sich letzten Noth, ein Wunsch, gern, der Tag des Todes durch des Erlösers Tod sei noch fern. vor Gottes Thron gerecht 2. Der Jüngling hofft zu sein, dieß macht dich des Greifes Ziel, der Mann nicht von Sünden rein. noch seiner Jahre viel, der 8. Ein Herz, das GotGreis zu vielen noch ein tes Stimme hört, ihr Jahr, und keiner nimmt folgt und sich vom Bösen den Irrthum wahr. kehrt; ein gläubig Herz, 3. Sprich nicht: ich von Lieb erfüllt, dieß ist es, denk in Glück und Noth was in Chrifto gilt. im Herzen oft an meinen 9. Die Heiligung erforTod. Der, den der Tod dert Müh; du wirkst fie nicht weiser macht, hat nie nicht, Gott wirket sie; du mit Ernst an ihn gedacht. aber ringe stets nach ihr, 4. Wir leben hier, zur als wäre sie ein Werk Ewigkeit zu thun, was von dir. uns der Herr gebeut, und 10. Ihr alle seine Tage unsers Lebens kleinster weihn, heißt eingedenk des Theil ist eine Frist zu un- Todes sein; und wachsen ferm Heil. in der Heiligung ist wahre 5. Der Tod rückt See- Todserinnerung. len vors Gericht; da bringt 11. Wie leicht vergeß Gott alles an das Licht, ich diese Pflicht! Herr! und macht, was hier ver- geh mit mir nicht ins Geborgen war, den Rath der richt; drück selbst des ToHerzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so ſei des Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich; 12. Daß ich mein Herz Y 4 mit 344, Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. mit jedem Tag vor dir, o Körpers Banden sich entGott, erforschen mag, ob reißt, dann stårk ihn aus Glaube, Demuth, Lieb und der Höhe, daß ich, durch Treu die Frucht des Gei- deinen mächtgen Stab stes in mir sei; beschützt, ins Todes Thal 13. Daß ich zu dir um hinab getroft und freudig Gnade fleh, stets meinen gehe. Die Klarheit jener Lüften widersteh und ein- bessern Welt schaff, wenn stens in des Glaubens mich Dunkelheit befällt, in Macht mit Freuden ruf: meinem finstern Herzen Es ist vollbracht! Licht und Heiterkeit im Angesicht. Dann, Jesu Christ, mein Herr und Gott!: dann wird ein 411. Herzlich lieb bab ich dich, o zc. Mein Heiland, wenn Schlummer mir der Tod. mein Geist erfreut 3. Und wenn mein Geist im Glauben auf die Herr- aus Schüchternheit sich lichkeit des ewgen Erb- dennoch vor dem Tode theils blicket, das du für scheut, weil ihn die Sünmich bereitet hast, wie den kränken: dann laß leicht dünkt mir dann alle mich, Herr, auf deinen Last, die mich hienieden Tod die Heffuung baun: drücket! Dann wird der es werde Gott der SünEitelkeiten Tand in mei den nicht gedenken. Der nen Augen schlecht wie Trost, den du auch mir Sand. Der Erde Pracht erwarbit, als du zum Heil ist mir wie nichts beim An- der Sünder starbst, und blick jenes ewgen Lichts. fühltest, wie dich Gott vers Herr Jesu Christ, mein ließ, der mache mir das Herr und Gott!:,: dieß Sterben süß. D O Jesu Heil verdank ich deinem Christ, mein Herr und Tod. Gott!:: verlaß mich nicht in meinem Tod. 4. Auf kurze Zeit schließt fich 2. Wenn einft auf dei nen Wink mein Geist des Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 412. fich zur Ruh mein thränenvolles Auge zu und schlummert in dem Stau= 345 Wie schön leuchtet der zc. be. Doch der, der mich Mie wird mir dann, mein zum Grabe ruft, der ruft Heiland sein, wenn mich einst auch aus der ich, mich deiner ganz zu Gruft. Ich weiß, an wen freun, in dir entschlafen ich glaube. Er lebt, und werde! Dann, Seele! ich werd auch durch ihn der wirst du ganz befreit von Grabes Nacht gewiß ent- Sünde und von Sterblichfliehn. Mein Geist und keit, entfliehen dieser Erde. mein verklärt Gebein wird Freu dich innig, stärke, sich des Herrn, des Mitt tröste dich, Erlöste, mit lers freun. Herr Jesu dem Leben, das dir dann Chrift, mein Herr und dein Gott wird geben. Gott!: zum Leben führst du durch den Tod. 5. Du bleibest Zuversicht, wenn du zum Weltgericht dereinst wirst wieder komVor deinem Thron werd ich dann stehn, dich, 2. Ich freue mich, und meine meines Elends Joch, der bebe dech! so drückt mich mein Trost, Fluch der Sünde, nieder. Doch du, o Herr! crmein Herz stärkt sich in dir, leichterst mir dieß Joch; men. Richter aller Völker, jehn, glaubt und erhebt sich wieRichter aller Völker, jehn, der. Durch dich laß mich dich sehn mit allen From dahin streben, dir zu lemen. Auch mir schenkst en, dir zu sterben, und du dann jenes Heil, der dein Himmelreich zu erben. Auserwählten selges Theil. Ich soll, dein Mund schwur Herr Er ist ein Weg zum 3. Verachte dann des mir es zu, ich soll leben- Todes Graun, mein Geist! dig sein, wie du. Jesu Christ, mein Herr Schaun in jenem bessern und Gott!:: stärk diesen Leben. Er sei dir nicht Glauben einst im Tod. mehr fürchterlich! Zum Y 5 Aller Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. Allerheiligsten wird dich ich, mich deiner ganz zu der Herr dadurch erheben. freun, dich dort anbeten Hier wird dein Hirt nach werde! Dann bin ich frei den Thränen, nach dem von Sünd und Leid, ein Sehnen, dich, Erlösten Mitgenoß der Herrlichkeit, völlig und auf immer trö- nicht mehr der Mensch von ften. Erde. Preis dir! daß mir 4. Herr! Herr! ich durch dein Leiden jene weiß die Stunde nicht, die Freuden offen stehen. Ewig mich, wenn nun mein Auge will ich dich erhöhen. bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht um346 413. giebt mich ihre Nacht, eh Jesus, meine Zuversicht 2e. ich dieß Flehen noch voll. Mei eine Lebenszeit verbracht, mein Lob dir aus- streicht, stündlich eil geſtammelt. Mach mich ich zu dem Grabe, und fertig! Ich befehle meine was ists, das ich vielleicht, Scele deinen Händen; das ich noch zu leben habe? laß mich meinen Lauf gut Denk, o Mensch, an deienden. nen Tod, säume nicht, denn eins ist Noth. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin viel- 2. Lebe, wie du, wenn leicht noch fern vom Ziel, du stirbst, wünschen wirst an dem die Krone schim- gelebt zu haben. Güter, mert! Nun es sei nahe die du hier erwirbst, Würoder weit, so sei mein Le- den, die dir Menschen gaben dir geweiht, bis einst ben, nichts wird dich im mein Leib zertrümmert. Tod erfreun; diese Güter Hilf mir, Herr, dir ganz sind nicht dein. mein eben zu ergeben, 3. Nur ein Herz, das daß ich droben dich ohn Gutes liebt, nur ein ruhiEnde könne loben. ges Gewissen, das vor 6. Wie wird mir dann, Gott dir Zeugniß giebt, mein Heiland, sein, wenn wird dir deinen Tod verfüßen; Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 347 süßen; dieses Herz, von Tag, daß ich weiser werGott erneut, giebt im Tode den mag. Freudigkeit. 414. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hilfLos um dich beben, dann O Welt, sieh hier dein Leben 2c. wird über Welt und Tod Wie sanft sehn wir den dich dieß reine Herz erheFrommen, nun bald ben. Dann erschreckt dich der Erd entnommen, sich kein Gericht; Gott ift dei seinem Ziele nahn! Wo sich ne Zuversicht. des Lebens Freuden vom scheiden, frechen Sünder 5. Daß du dieses Herz da gehn des Christen Freuerwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge den an. nicht, wie früh du stirbst; de und hebt voll Dank die 2. Er lächelt seinem Endeine Zeit ist Gottes Sa- Hände zu seinem Vater che. Lern nicht nur den auf, der bei der Welt VerTod nicht scheun, lern derben so froh ihn lehrt auch seiner dich erfreun. zu sterben nach einem wohl 6. Ueberwind ihn durch vollbrachten Lauf. Vertraun, sprich: ich weiß, 3. Sein ruhiges Gewisan wen ich glaube, und sen bebt nicht vor Finsterich weiß, ich werd ihn nissen, weil Nacht das schaun einst in diesem mei- Grab umgiebt: die schrenem Leibe. Er, der rief: kensvollen Pfade erleuches ist vollbracht, nahm tet ihm die Gnade des dem Tode seine Macht. Gottes, den er treu geliebt. 7. Tritt im Geift zum 4. Hier fließen keine Grab oft hin, stehe dein Thränen der Angst; hier Gebein versenken; sprich: ächzt kein Stöhnen der Herr, daß ich Erde bin, Reu; die ihn zerreißt; sein lehre du mich selbst beden- Herz, zu Gott erhoben, ken; lehre du michs jeden empfängt den Trost von oben 348 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. oben und Fried und Freud Staub, nun wird sie der im heilgen Geist. Verwesung Raub. 5. Er segnet froh die 2. Du, zur UnsterbSeinen, die um sein La- lichkeit erlesen, schwingſt ger weinen, ermahnt und dich empor zu Gottes Licht, tröstet sic; und seiner Treue und schaust den Ursprung wegen erfüllt Gott seinen aller Wesen von AngoSegen, und weichet auch sicht zu Angesicht; bewunvon diesen nie. derst deines Gottes Macht 6. Die Engel steigen in jener Welten Bau und nieder, voll froher Jubel- Pracht. lieder, die Seele zu empfahn; er stimmt in ihre du das verstehen, was hier 3. Dann, Seele, wirst Chören Anbetung, Preis kein weiser Mund erklärt, und Ehre dem Mittler, was hier vollkommen cinseinem Heiland an. Dann 7. Laß, Höchfter, mich zusehen des Wissens Trich bestreben, so in der Welt täuscht dich Wahn und umsonst begehrt zu leben, wie man dieß Irrthum nicht, und selbst Glück erwirbt; damit ich die Finsterniß wird Licht. einst, ein Erbe der Seligkeit, auch sterbe, wie ein gerechter Frommer stirbt. 4. Dann wirst du den, ach, den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der dich ewig zu beglücken, ein Fluch gemacht, am Kreuz verschied. Dann, 415. Wer nur den lieben Gott läßt 20. War arum erbebst du, mei- jauchze, daß kein Wahn, ne Seele, bei dem kein Spott dich hier geGedanken an das Grab? trennt von deinem Gott. Nicht dich umschließt einst 5. Wenn nun der Tag feine Höhle, nur deine Hüt- des Herrn erscheinet, verte sinkt hinab. Sie schuf läßt dein Leib der Gräber der Allmacht Wink aus Nuh. Zum zweitenmal mit Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 349 mit dir vereint, wird er 4. Mein Gott! ich weiß unsterblich, so wie du. Onicht, wo ich sterbe, und Seele, zittre länger nicht, welcher Sand mich einſt daß deiner Hütte Bau bedeckt. Doch, wenn ich zerbricht. 416. Wer nur den lieben Gott läßt zc. M ein Gott! ich weiß nur dieß Heil ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt: wo dann mein Grab auch möge sein, die Erd wohl, daß ich sterbe; ist allenthalben dein. ich bin ein Mensch, der 5. Nun, liebster Gott! bald vergeht. Auch find wenn ich einst sterbe, so ich hier kein solches Erbe, nimm du meinen Geist das unveränderlich besteht zu dir! Bin ich durch deiDrum zeige mir in Gna- nen Sohn dein Erbe, und den an, wie ich recht se- hab ich ihn im Glauben lig sterben kann. hier: so gilt mirs gleich 2. Mein Gott! ich weiß und geht mir wohl, wann, nicht, wann ich sterbe; kein wo und wie ich sterben soll. Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! ein Blümchen kann ja leicht ver blühn. Drum mache mich Mi 417. nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. Eigne Melodie. itten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen: wen suchen wir, der 3. Mein Gott! ich weiß Hilfe thut, daß wir Gnad nicht, wie ich sterbe. Wie erlangen? Das bist du, vielfach ist die Todesart! Herr, allein. Ach, der dem einen wird das Schei Reue banger Schmerz, den herbe: der andre wird Gott, erfüllet unser Herz. vor Schmerz bewahrt. Heiliger Herr und Gott:;: Doch, wie du willst, gieb, heiliger, barmherziger Heidaß dabei mein Ende mir land, du ewiger Gott, laß nur selig sei, uns nicht versinken in der bite Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 350 bittern Todesnoth. Erbarm dich über uns. 2. Wenn Angst und Todesfurcht mich drückt, 2. Wenn die ernste mich mein Gewissen naget, Stunde naht mit des To so wird mein Herz mit des Schmerzen, wer giebt Trost beglückt, das sonst dann in solcher Noth voll Unruh zaget. Mich Trost dem bangen Herzen? tröstet in der letzten Noth Das thust du, Herr, al- dein Leiden und dein Kreulein. Du wirst uns dann zestod, dadurch du mich Retter sein und uns mit erlöset. Hilf und Trost erfreun. 3. Ich bin, o Herr, Heiliger Herr und Gott 2c. mit dir vereint, deß freu 3. Und wenn uns zum ich mich von Herzen; ich bängsten Schmerz unsre weiß, du bleibest auch Sünden treiben, wo solln mein Freund in Todeswir dann fliehen hin, da noth und Schmerzen. Und wir mögen bleiben? Zu sterbe ich, so sterb ich dir; dir, Herr Christ, allein. die frohe Hoffnung haft Du, du haft auch uns zu du mir durch deinen Tod gut vergessen einst dein erworben. theures Blut. Heiliger Herr und Gott 2c. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich einst auferstchen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus meinem Grabe gehen; denn Menn meine Zeit gekom- wo du bist, soll ich auch 418. Wenn dein herzliebster Sohn 2c. men ist, von dieser sein, und deiner HerrlichWelt zu scheiden, ach! so keit mich freun, die dir verlaß, Herr Jesu Christ, dein Gott gegeben. mich nicht in meinen Lei5. So wird mein Sterden! An meinem End em- ben mir versüßt, der Tod pfehl ich dir, Herr, meine kann mich nicht schrecken; Scele, die du hier zum er ist ein Schlaf auf kurze Himmel haft gebildet. Frist, und Jesus wird mich Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 351 mich wecken: er, mein Er- uns, was uns Gottes löser, Gottes Sohn, wird Güte gab. mich mit sich zu Gottes 5. Jetzt sind wir jung, Thron ins ewge Leben gesund und stark; doch führen. bald umschließet uns ein Sarg. Wie groß, wie angesehn du bist: ach, bald vergißt die Welt, was du 419. Ich hab mein Sach Gott ic. Gott ott hab ich alles heim- gewesen bist. gestellt; er machs mit 6. O, machte doch der mir, wies ihm gefällt. Ted, o Herr, mich jeden Verlängert er, der Prü- Tag bedächtiger! Hält doch fung Zeit, ich bin bereit um keinen Augenblick ihn zu allem, was mein Herr Jugend, Glück, Stand, gebeut. Reichthum oder Macht 2. Die Stunde wähl zurück. er, wie er will; ich setz 7. Und ach! wie wechihm weder Maß noch Ziel. seln Lust und Leid in Er, der auch meine Haare meiner kurzen Pilgerzeit! zählt, hat schon gewählt, Drum geh ich mit gelaß= auch meine Tage schon ge- nem Sinn zum Grabe hin; zählt. durch Christum wird es 3. Er schmückt zwar mein Gewinn. auch mein irdisch Haus mit 3. Ich fühls, wie Sünd seinen reichen Gaben aus: und Zukunft dräun; doch doch, was ist gleichwohl will ich frohen Muthes diese Zeit? Mühseligkeit! sein. Es litt dein eigner Ein Kampf, ein sorgen. Sohn, o Gott, für mich voller Streit! den Tod, litt alles, was dein Fluch mir droht. 4. Hier finden wir kein dauernd Glück; wir blühn 9. Er stand auch auf, nur einen Augenblick; wir das tröstet mich; denn auffallen gleich den Blumen erstehen werd auch ich. ab; dann nimmt das Grab Ich glaube, was er mir ver= 3528 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 420. verspricht voll Zuversicht; er läßt auch mich im Grabe nicht. Wenn dein herzliebster Sohn 2c. Herr err Jesu Christ, ich weiß es wohl: ich 10. Was er mir auf legt, trag ich gern; ich muß, ich werde sterben; leb und sterbe meinem nur weiß ich das nicht, Herrn. Mein Leib wird wann ich soll, noch wie leben, Gott, und dann ich werde sterben. Mein bet ich dich an, weil mich Ende steht allein bei dir; kein Tod mehr tödten fann. die Stunde, Herr, verbirgst du mir, wenn ich die Welt 11. Ich schaue dann verlasse. dein Angesicht; das glaub 2. Ich, meines Glauich fest und zweifle nicht. bens mir bewußt durch Ich lebe dann in Ewigkeit, deines Geistes Gabe, weiß, vom Tod befreit, in deiner daß ich meine höchste Lust Wonn und Herrlichkeit. an dir, o Jesu, habe; weiß, daß du von der Sünden12. Nimm, Gottes Last, mein Heiland, mich Sohn, mein Heil, mich erlöset hast, damit ich selig an, wenn keine Welt mich würde. trösten kann; schließ du in deine Huld mich ein, und laß mich dein im Leben und im Tode sein. 3. Erhalte mir, o Jefu Christ, die tröstlichen Gedanken, und laß, weil du mein Mittler bift, nie meinen Glauben wanken! 13. Erhöre mich, erhör Bewahre meine Seel, o uns, Gott! Gieb Allen Gott, in deiner Gnade, einen selgen Tod! Auch bis der Tod mich hin zum machy uns selbst dazu be- Himmel führet. reit; und nach der Zeit führ uns in deine Herr lichkeit. 4. Dann geb ich meine Seele dir in deine Vaterhände. Erhalt die Kraft zu Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 353 zu denken mir, wenns des freun, ich sterb auch, sein kann, bis ans Ende; wie ich wolle.** daß, voll Gedanken, Gott, 8. Damit ichs könne, an dich, die bald erlöste laß mich, Herr, stets heiSeele sich von ihrem liger auf Erden, in guten Leibe trenne. Werken fertiger, dir immer treuer werden. Geheiligt müss ich dir nur sein; dann bin ich, Gott, mein Bater, dein im Leben und im Tode. 5. Soll ich gewaltsam, soll ich, Gott, schnell oder angstvoll sterben: so führe mich nur jeder Tod zu deines Reiches Erben. Nur hilf mir, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit und selig sterben könne. 9. So kann ich freudig, wo ich bin, mich deiner Huld ergeben. Sterb ich, der Tod ist mein mein Leben. Er wird gewiß Gewinn; denn Jesus ist Leib zur Herrlichkeit, zum zu seiner Zeit auch meinen 6. Empfind ich keine Freudigkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit Himmel auferwecken. aus meinem bangen Herzen: was ich dann rede, Gott, und thu, ists unmirs nicht zu, verzeih der Schwach- Imein Leben geht immer heit Fehler. 421. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c. zu dem Grabe hin. Wer 7. Nimm auch verborg- kann mir einen Bürgen ne Seufzer an; laß, wenn geben, daß ich noch mormein Herz nicht beten, gen lebend bin? Die Zeit wenn mein Verstand nicht geht hin, der Tod kommt denken kann, mich deinen her: ach wer auch immer Sohn vertreten! Geh ich fertig wär! zu deinem Himmel ein: 2. Ein Mensch, der sich will ich mich meines En- mit Sünden träget, ist 3 im 354 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. immer reif zu Sarg und 6. Ein einzger Schlag Grab; die Blüthe, die den kann alles enden; drum Wurm schon heget, fällt laß mich wohl bereitet endlich unversehens ab. sein; dann führest du mit So müssen wir auch einst Vaterhänden mich durch verblühn, und keiner kann den Tod zum Leben ein. dem Tod entfliehn. Mein Trost in meiner Todes- Noth sei Jesu Leiden, Jesu Tod. 3. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. 7. Vielleicht kann ich Den einen Fuß hab ich kein Wort mehr sagen, auf Erden, den andern wenn Tod und Leben auf der Todtenbahr. Bald kämpft in mir; drum bet ist vielleicht mein Lauf ich bei gesunden Tagen: vollbracht, bald dämmert Herr meinen Geist einmir die Todesnacht. pfehl ich dir: Verschließen meine Lippen sich, so rede, Jesu, du für mic). 4. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt, 8. Kann ich die Meinen und fordert uns ins Reich nicht mehr segnen, so der Todten. Wohl dem, segne du sie mehr als der Herz und Haus be- ich. Wenn heiße Thränen stellt! Gott, dieses Lebens um mich regnen, o Vater, kurze Zeit entscheidet für so erbarme dich, und die Ewigkeit. laß auch der Betrübten 5. Herr aller Herren! Schrein bei meinem Tod Tod und Leben steht nur erhörlich sein. allein in deiner Hand. 9. Dringt mir der Wie lange du mir Frist letzte Stoß zum Herzen, so willst geben, das ist und schließe mir den Himmel bleibt mir unbekannt. auf; verkürze mir des Gieb, Vater, daß ich jeden Todes Schmerzen, und Tag auf meinen Abschied führe mich zu dir hindenken mag. auf. Sanft wird dann einst Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 355 einst mein Ende sein, und einst von Gott erneut, und dort dein Himmel mich erhält Unsterblichkeit. erfreun. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wiedergeben, gern verlassen diese Welt. Dann nach diesen Erdenleiden warten meiner höhre Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Weltgericht. 422. Wer nur den lieben Gott läßt 2c. verDie Zeit geht hin, des Lebens Stunden fließen, ach, wie schnell dahin. Bald ist auch mir die Zeit verschwunden, in der ich hier als Pilger bin. Und was vergeht, kömmt nicht zurück, auch nicht ein kleiner Augenblick. 3. Nichts soll mir den Trost entreißzen; er soll mir 2. O Mensch, thu recht stets heilig sein: Gott in deinem Leben und fürchte erfüllt, was er verheißen; Gott, so hats nicht Noth. seiner will ich stets mich Dann mag die Zeit auf Flügeln schweben, dann komme, wenn er will, der der Tod nicht bange, weil freun. Mir macht nun durch Jeſum ich erlange Tod, so bist du immer ich nütze diese Zeit. eine frohe Seligkeit, wenn wohl bereit, und folgt der ich nütze diese Zeit. Zeit die Seligkeit. 423. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben. Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, und erwarten Eigne Melodie. Alle Lle Menschen müssen ihren Lohn. Hohe Himsterben, ihre Herrlich- melsgeister ringen, mitankeit verblüht, und wer kann betend ihm zu singen, der den Himmel erben, der des Ruhms so würdig ist, nicht die Verwesung steht? dem Erlöser, Jesu Christ. Staub wird dieser Leib 5. Vaterland verklärvon Erde; doch, damit er ter Frommen! Heil, Unhimmlisch werde, wird er sterblichkeit und Ruh, was 32 fein 356 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. kein Sterblicher vernom- Herz verlangt allein nach men, Gottes Heil gewäh- dir; laß mich einst selig rest du! Freudenernten sterben! Erhalt mich nur schenkt Gott denen, wel in deiner Huld; sonst wie che hier gesät in Thränen; du willst, gieb mirGeduld, alle Thränen trocknet er; dein Will ist stets der beste! Sünd und Elend sind nicht mehr. 2. Zucht, Ehr und Treu verleihe mir, und Lust zu 6. Möcht ich doch, fie deinem Worte! Erfüll mit zu empfangen diese große Ehrfurcht mich vor dir an Herrlichkeit, hier nur thun einem jeden Orte. Laß und nur verlangen, was mich von jedem Laster rein im Tode selbst erfreut. dich findlich lieben, findDiese Hülle mag zerstäu- lich scheun in meinem ben; denn mein Geist wird ganzen Leben! ewig bleiben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn zum Vater geh ich hin. 3. Soll ich nach deinem weisen Rath einst von der Erden scheiden, o so ver7. Welche Tröstung, leih mir deine Gnad, daß dieß zu wissen! dieser gro- es gescheh mit Freuden! Ben Hoffnung voll, zag Herr, Seel und Leib emich nicht in Kümmernissen, pfehl ich dir, ein selig Ende die ich hier noch dulden soll. schenke mir durch Jesum Leicht und kurz sind diese Christum. Amen. Leiden; sie verwandeln sich in Frenden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug! 425. Eigne Melodie. Wer er weiß, wie nahe mir 424. mein Ende, wie nahe Tod und Grab mir ist? Wer, wann ich meinen Eigne Melodie. Herr, wie du willst, so Lauf vollende, als du, der schicks mit mir im Leben du mein Nichter bist? und im Sterben! Mein Ach mache du's durch Chri Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 357 Christi Blut, o Gott, mit mich fest an meinem Heimeinem Ende gut! land hangen, so überwind 2. Es kann vor Nacht ich leicht den Tod; so leicht anders werden, als machst dus einst durch es am frühen Morgen war. Christi Blut, o Gott, So lang ich walle noch mit meinem Ende gut! auf Erden, bin ich auch 6. Ich bin dein Kind stündlich in Gefahr. Doch durch meine Taufe, und mach es nur durch Christi Jesu Leib und Blut giebt Blut, o Gott, mit mei mir auch Freudigkeit und nem Ende gut! Kraft zum Laufe auf deiner ebnen Bahn zu mit meinem Ende gut! 3. Ach, laß mich nicht in eitlen Träumen, in dir; du aber machst es laſterhafter Sicherheit die durch sein Blut gewiß Zeit der Heiligung versäumen, der Rettung und der Gnade Zeit; und mach es einst durch Christi Blut, o Gott, mit meinem Ende gut! 7. Nur gieb, daß weder Schmerz noch Freude von deiner Liebe mich, mein und deines Sohnes Liebe scheide, nichts, weder Leben oder 4. Laß mich noch in Tod. Dann machst du gefunden Tagen mein es durch Christi Blut Haus bestellen, daß ich gewiß mit meinem Ende dir geheiligt, stündlich gut! könne sagen: Herr, wie 8. Dann komm es heut du willst, so schicks mit noch oder morgen; das mir; und mach es nur überlaß ich, Vater, dir. durch Christi Blut, o Du wirst für meine Seele Gott, mit meinem Ende sorgen; ich bin bei dir, gut! du bist bei mir. Durch 5. Gieb mir ein heili- deine Gnad und Christi ges Verlangen nach dei- Blut machst dus mit nem Himmel; laß, o Gott, meinem Ende gut! 33 426. 358 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 426. O süßer Tod bei Jesu Grabe 2c. Mir ir grauet nicht vor Tod und Grabe. Ich ins Vaterland. weiß, daß mein Erlöser 5. Sinkt meines Gei lebt, in dem ich Heil und stes Hülle nieder; sie sinke Leben habe, der mich zum nur, ich zittre nicht. Mein Himmel einst erhebt. Durch Jesus wecket sie einst wieihn hab ich die Zuversicht: der, mein Jesus, meine wer an ihn glaubt, der Zuversicht. Wohl dem, der stirbet nicht. fromm sein Herz ihm weiht, 2. Ich sterbe nicht, ob den führt der Tod zur ich gleich sterbe, und man Seligkeit. den Leib ins Grab versenkt. Da ist der Tod 427. zwar schwer und herbe, Freu dich sehr o meine Seele zc. wenn Fleiſch und Blut an Jehre mich, Herr, weiſe ihn gedenkt. Mein Geist werden! Meine Zeit sieht ihn als Führer an zu fließt schnell dahin. Lehre eines bessern Lebens Bahn. mich, daß ich auf Erden 3. Die Seele geht zu nur für kurze Jahre bin. höhern Freuden, geht se- Geht doch immer da und lig in den Himmel ein. dort einer nach dem anDer Leib ruht aus von dern fort, und schon manErdenleiden, und wird zum cher ruht im Grabe, den, Leben sich erneun, wird, wenn einst Gottes Stimme ruft, erheben sich aus seiner Gruft. ich wohl gekennet habe. ihn zu neuem Leben weckt. Er ging an seines Gottes Hand zum Himmel ein, 2. Herrscher über Tod und Leben, mach einmal mein Ende gut. Lehre mich 4. Laßt, Christen, uns den Geist aufgeben mit nicht trostlos weinen am recht wohl gefaßtem Muth. Grabe, das den Frommen Und mein bester Nachruhm deckt; denn Gottes Tag sei, daß ich meiner Pflicht wird einst erscheinen, der getreu redlich hier gelebet ha Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 359 habe, dieß sei noch mein ge müssen ihnen endlich Ruhm im Grabe. doch zum Besten dienen. 428. Freu dich sehr, o meine Seele e. Grene dich, o meine Seele! Vewig sollst du selig sein; 4. Sei bei allen deinen Sorgen Gottes Willen unterthan! Bricht doch auch ein heitrer Morgen auf die längste Nacht einst Endlich ruht der Gottes, dem ich dich em- an. pfehle, sollst du dich auf Wandrer aus, und sein immer freun. Aus der väterliches Haus tröstet Trübsal dieser Zeit führt nach dem Erdenleiden ihn er dich zur Seligkeit an den mittausend süßen Freuden. Ort, wo alle Frommen ihrer Tugend Lohn be5. Strebe, dich von allen Sünden loszureißen, und die Welt und dich kommen. viel be nur, was Gott gefälle. Uebe dich im Guten; ist Gott bis in den Tod getreu; dann wird er nach diesem Leben jene Seligkeit dir geben. 2. Dank ihm für dein selbst zu überwinden. LieErdenleben! Wie Gutes hat er schon dir in dieser Welt gegeben! und wie groß ist dort dein Lohn! Owie herrlich! wenn du Gott auch im Kummer, auch in Noth fest vertraust, 6. Jesu, den ich hier getreu ihm bleibest, und bekenne, gieb, daß weder sein Werk nie lässig trei- Lust noch Schmerz mich best. von deiner Liebe trenne, 3. Reine, ganz voll- tugendhaft sei stets mein kommne Freuden kennen Herz. Mache du mich hier die Frommen nicht; selbst bereit zu dem Glück dennoch sind sie auch im der Ewigkeit. Ich, von dir Leiden ruhig und voll Zu- erlöst zum Leben, will rersicht. Jedes Leiden übet mich ewig dir ergeben. fie, Lohn frönt einst des 7. Ich, zum HimmelsKampfes Müh. Alle Din- glück erhoben, soll mit 34 neuen 360 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. neuen Kräften mich ewig und ist der Tod ihm herbe; üben, dich zu loben, ewig, der Glaube sieht, was Gott, mein Vater dich. dort ihm blüht, er kämpfet, Kurzsind Leiden dieser Zeit, laufet, ringet, bis er ins ewig währt die Herrlich Schauen dringet. keit, wozu mich in jenem Leben mein Erlöser wird erheben. 4. Die Welt muß doch verleugnet sein, sie drückt den Geist sonst nieder; so geht kein Mensch zum Leben ein, er tödte denn die Glieder; der ist bereit, wer in der Zeit des FleiMohl dem, der stets and sches Lust begräbet und 429. Was Gott thut, das ist ze. nur dem Geiste lebet. Ende denkt, der wird nicht sicher leben. Wenn er den Sinn zum Grabe 5. Mein Gott, vielleicht meinem lenkt, und lernet Achtung ist es nicht weit z11 geben, daß uns zuletzt ein Tod und Grabe. Gieb, Ziel gesetzt, so wird er daß ich meine Sterblichsich bei Zeiten auf seinen feit stets in Gedanken habe und immerzu auch Tod bereiten. 2. Nur Gott weiß un- Buße thu, daß mich der sern Sterbetag, der Gott, Tod nicht finde in under alles lenket. Wohl dem, bereuter Sünde. der jeden Seigerschlag an 6. So lang ich lebe, seinen Abschied denket! leb ich dir, sterb ich, dir Herr, lehre mich be- will ich sterben, und nahet ständiglich nach einem an- dann der Tod einst mir, dern Leben vor meinem so laß mich nicht verderben. Tode streben! Auf Christi Blut sterb 3. Wer Christ ist, wan- ich ganz gut, in seine delt himmelan, das ist treuen Hände empfehl ich sein rechtes Erbe. Trifft er mich am Ende. gleich eine rauhe Bahn, 430. Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 361 mir einst nicht herbe, wenn er mich unvermuthet grüßt. Wer freudig in sein Grab will gehen, muß immer in Bereitschaft stehn. 430. Wer nur den lieben Gott läßt zc, 3 ch sterbe täglich, weil ich lebe, und trage stets den Todan mir. Mein Leben stellt nur ein Gewebe von lauter schwachem Zenge für; wie bald reißt sich ein Faden ab, so wirft man auch den Rest ins Grab. 2. Ein jeder Tag, den ich beschlossen, ist, als wenn er gestorben wär. Und jede Stunde, die verflossen, läuft wie ein Fluß ins Todten- Meer. So oft ich einen Schritt gemacht, werd ich dem Grabe näher bracht. 5. Laß mich der Welt gestorben heißen, tödt alle Fleisches- Luft in mir, daß ich mich suche los zu reißen von aller irdischen Begier. O lenke, Vater, meinen Sinn oft zu dem bessern Leben hin. 6. Ich weiß, daß ich als Christ nicht sterbe; drum beb ich vor dem Tode nicht, weil ich den Trost dabei erwerbe, den Jesu Tod mir selbst verspricht; daß, wer ihm glaubt, ihm lebt, ihm stirbt, auch in dem Tode nicht verdirbt. 431. 3. Der Schatten folget meinem Leibe, der Tod mir auf dem Fuße nach. Indem ich meine Zeit vertreibe, verzehrt das Licht Ich freue mich der frohen werd Was Gott thut, das ist zc. es ein kleiner Wind nur wehn, erstehen. Dann werd ich so wird man mich ver- in der Herrlichkeit dich, löschen sehn. Gott, mein Heiland, se4. Gieb, Gott, daß ich hen. Dann werd auch der Sünde sterbe, so wie ich, o Herr, durch dich, es Christen nöthig ist. vereint mit allen Frommen, Dann schmeckt der Tod zur ewgen Ruhe kommen. 35 2. Ja 362 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 2. Ja, Herr, du führstsie bes Nacht zu Gott sich einst heran die Stunde der aufgeschwungen. Er ist Erlösung! die Stunde, da mein Haupt; sein Sieg ist ich hoffen kann Trost, mein. Sein ſoll mein ganFreiheit und Genesung; zes Leben sein, und ihm da Engeln gleich im Him- will ich auch sterben. melreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit um geben. 3. Der du die Auferstehung bist, du bists, an den ich glaube. Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübsal, Angst und Schrecken so, wie die Heuchler decken. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin ge trost und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: 3chleb, und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwe4. 3ch hoffe dann mit sung Staub sich neu geFreudigkeit vor dir, mein bildt erheben, wenn du o Haupt, zu stehen, und mit großer Lebens- Fürst, nun dir in die Herrlichkeit deinen Todtenrufen wirst, frohlockend einzugehen. O zum Leben aufzuwachen. hilf mir doch aus Gnaden 4. Wie froh und herrnoch, zum Glück der Ewig- lich werd ich dann, vor keiten mich würdig zu be- dir, mein Heiland stehen! reiten. Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich gehen. FortMein ein Heiland lebt; er hin von feiner Last behat die Macht des schwert, an Leib und Seele Todes ganz bezwungen, ganz verklärt, leb ich bei und siegreich aus des Gra- dir dann ewig. 432. Es ist das Heil uns kommen 2c. 5. D Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 363 5. O welch ein selges noch Noth und Schmerz, Theil ist mir in jener Welt so tröste selbst damit mein bereitet! der Freuden Fülle Herz: Es kommt ein beffist bei dir. Von dir, o res Leben. Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Luſt genießen. 433. Machs mit mir, Gott ut. Herr, err, du bist meine Zuversicht. Du lebst, ich 6. Denn, wo du bist, werd auch leben. Du wirst da sollen die, die dir hier mir, was dein Wort verfolgen, leben, und ewig spricht, Unsterblichkeit einst frei von Schmerz und geben. Dein Jüngerkommt Müh, von Seligen um nichts ins Gericht: dieß geben, genießen deiner stärket meine Zuversicht. Herrlichkeit. O was sind 2. Hier geh ich oftmals Leiden dieser Zeit, Herr, weinend hin, den Sagegen jene Freuden? men auszustreuen: dort 7. Laß die zukünftge wird der herrlichste GeHerrlichkeit mir stets vor winn der Ernte mich erAugen schweben; und oft freuen. Ich leide und verin dieser Prüfungszeitmein zage nicht; denn du biſt Herz dahin erheben, wo meine Zuversicht. feine Schwachheit uns 3. Hier trag ich deine mehr drückt, wo wir, sanfte Last. Wie groß ist der Sterblichkeit entrückt, meine Würde! Jedoch die frohlockend vor dir wan- Welt, die sie nicht faßt, deln. nennts fälschlich schwere Bürde! Einst trifft den Epötter dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht. 4. Sint immerhin, mein Leib, in Staub: Gott wird dich neu beleben. Hier werd 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier 364 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. werd ich nur des Todes Vertraun dich, Herr, auch Raub: dort werd ich ewig meine Augen schaun. leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! deinen Tag einst herrlich 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht, die 5. Herr, diesen Segen macht? Wie groß wirst dank ich dir. Mich aus du dich zeigen, wenn du der Gruft zu heben, gingst auf lichten Wolken einst du aus deinem Grab her- mit deiner Engel Heer erfür. Du lebst, und ich scheinst, die sich vor dir, soll leben Ich glaub es Herr, beugen! Dann sieht dir und zweifle nicht; dein die Welt die Majeſtät, Wort ist meine Zuversicht. dazu dich Gott, dein Gott, 6. In diesem Glauben erhöht. stärke mich, laß mich den 3. Dann tönt dein Ruf Trost empfinden, den gro- in jedes Grab mit allßen Trost, daß ich durch machtsvoller Kraft hinab, dich den Tod kann über- undschafft ein neues Leben. winden. Grab und Ver- Auf deinen Wink muß wesung schreckt mich nicht: Erd und Meer das un denn du bleibst meine Zu- zählbare große Heer der versicht. Todten wieder geben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beseelt, nun alle auf und keiner fehlt. 434. O Ewigkeit, du Donnerwort zc. Erhöhter Jesu! Gottes 4. Du sammelst sie vor Sohn, der du schon deinem Thron, um jedem längst der Himmel Thron den bestimmten Lohn nach als Herrscher eingenom- seiner That zu geben. Dann men, du wirst dereinst zu trifft den Bösen Schmach rechter Zeit in großer Kraft und Pein; den Fromment und Herrlichkeit vom Him- aber führst du ein in das mel wiederkommen. Gieb, verheißne Leben. Wer daß dann froh und mit leugnet dann noch, Jesu Christ, Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 365 Christ! daß du der Erde Sohn, er kommt und WolRichter bist? ken sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. 5. O gieb, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich 2. Hier an den Rand in dir dann noch den der Ewigkeit hier stehn die Freund und Heiland wie- Millionen, die seit dem erderfinde; daß ich mit sten Tag der Zeit auf dieFreuden vor dir steh, und ser Erde wohnen, nur dem mit dir in den Himmel geh, Allwissenden bekannt, unganz frei von Fluch und zählbar, wie am Meer der Sünde. Laß mich im Glau- Sand, hier stehn sie vor ben wacker sein, und auch dem Nichter. die kleinste Sünde scheun. 3. Hier muß der fal6. Dein Name sei mir sche Wahn der Welt ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben: so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichfeit. der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher Zeuge. 435. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt und alle Völker hören erwartungsvoll und tiefgebeugt. Es ist gewißlich an der Zeit ic. Kommt, erbt das Reich ( chon ist der Tag von der Ehren! so spricht er Gott bestimmt, da, zu der frommen Schaar. wer auf Erden wandelt, Zu der, die widerspenstig sein Looß aus Gottes Hän- war: Geht von mir, ihr den nimmt, nachdem er Verfluchten! hier gehandelt. Er kommt, 5. O Herr, mit weler kommt, des Menschen cher Majeſtät wirst du dieß Ur 366 Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. Urtheil fällen! die Sün- Rechenschaft nach deinem der, die dich hier ver- Wort zu handeln. schmäht, gehn dann gewiß zur Höllen. Hier trifft sie unausforschte Pein. Wer Ach. Herr, mich armen Sünder zc. wird dann noch ihr Ret- Ich denk an dein Gerich436. ist verloren. Welt! Der Thor nenn's 6. Sie, die Gerechten, ein Gedichte, das Schwaleuchten dann so, wie der chen nur gefällt! Mich soll Glanz am Himmel. Du sein Wahn nicht stören, selbst nimmst sie zu Ehren weil mich dein göttlich an. O welch ein froh Ge- Licht und mein Gewissen tümmel! Nun sehn sie lehren, du haltest ein mit erstauntem Blick, daß Gericht. Glaub und Liebe hohes Glück aus Gottes Gnad ererben. 2. Umsonst sucht dann der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, 7. Sie gehn nun in das alle Menschenfinder wirst felge Reich, das Gott für du zur Rechnung ziehn. sie bereitet, und sehn auf Du rufst, und sie erscheiewig, Engeln gleich, nen vor deinem Nichterihr Wohlsein ausgebreitet. thron. Den Sündern und Das Stückwerk wird Voll- den Deinen giebst du gekommenheit; kein Kum- rechten Lohn. mer, keine Traurigkeit stört ihre ewge Freude. 3. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich An8. Mein Heiland, laß gesicht. Schon hier dem mich dein Gericht oft und Fluchentnommen, zagt ihre mit Ernst bedenken! Es Seele nicht. Nun triumstärke meine Zuversicht, phirt ihr Hoffen: erlöst wenn mich die Leiden krän- von aller Müh, sehn sie fen. Es reize mich, gewis- den Himmel offen, und senhaft und eingedenk der du, Herr, segnest sie. 4. Wie Tod, Grab, Unsterblichkeit, Gericht. 367 4. Wie angstvoll aber auch die Sünder noch beben, die hier dein Wort Theil am Glück auf Erden. verhöhnt, und durch ein 4. In jener Welt, die fleischlich Leben das eidle nichts enthält für sie an Herz verwöhnt. Du giebst Sinnenfreuden, werdensie, der Sünde Knechten ihr von Nen genagt, unausTheil in ewger Pein und sprechlich leiden. führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 5. Gott rette doch auch Sünder noch, die jetzt dir 5. O Gott, laß dein widerstreben! Ach, laß sie, Gerichte mir stets vor Au- bekehrt zu dir, ewig mit gen sein, und drücke sein uns leben! Gewichte in mein Gewissen ein. Vor dir laß fromm mich wandeln, und hier 438. Herr, ich habe mißgehandelt tc. zu aller Zeit so wie ein Richtet nicht, wenn Sün Weiser handeln, der seirufet nach nen Richter scheut. 437. O Traurigkeit, o Herzeleid zc. dem Tode nicht über sie herab Verderben, Gottes Tonner und Gericht! Wer da steht,( vernehmt es alle!) sehe zu, daß er nicht falle! 2. Wer darf richten? Sünder dort erfahren, die Wer verdammen? Wißt, durch keine Zucht von Gott es ist ein Einiger, welcher hier zu bessern waren. Groß wird die Pein und schrecklich sein, die richten und verdammen 2. Durch ihre Schuld und vergeben kann, der von Gottes Huld und An- Herr! Wer da steht,( vergesicht geschieden, leiden nehmt es alle!) sehe zu, fie verzweiflungsvoll, ha- daß er nicht falle! ben nimmer Frieden. 3. Wißt! ein heilig 3. So lange wir noch Dunkel decket, was Gott wallen hier von Gott ge- thun kann oder will. prüft zu werden, haben Durch der. Sünder Tod erschre 368 Christl. pflichtmäß. Verhalten überhaupt. erschrecket stehe, wer noch wie furchtbar sind dann irret, still. Kehrt zurück die!) euch zur Heiligung zu seiner Gnade, auf der erwecken; eilet und be Tugend fichre Pfade! schleunigt sie! Die nur, 4. Laß nicht erst des welche heilig leben, dürfen Grabes Schrecken,( ach, nicht im Tode beben. Vom wahren thätigen Christenthume oder von den vorzüglichsten Pflichten des Christen. Christliches pflichtmäßiges Ver- Reiz zur Sünde mit ihhalten überhaupt. rer Lust verschmähn. 439. 3. Der Sünde Täuschereien muß ich behutsam fliehn, und mich den Münsch ich als Christ zu Schmeicheleien der EigenIch dank dir, lieber Herr 2c. leben, so muß ich al- lieb entziehn; muß standles scheun, was sündlich haft in Gebahren, die überist, und streben, rechtschaf- all mir dräun, den Glanfen fromm zu sein; muß ben treu bewahren und Gottes Wege wandeln, unanstößig sein. muß auch beim Haß der Welt nach seiner Vorschrift handeln, muß thun, was Gott gefällt. 4. So soll ich stets auf Erden im Guten ferti ger, gewissenhafter werden, Gott immer ähnlicher; im 2. Zeitlebens muß ich Glücke stets bescheiden, ringen; muß stets gewis- mich weis und mäßig freun; senhaft die Welt und mich und, prüft mich Gott bezwingen, und jede Lei- durch Leiden, im Leiden denschaft; muß, daß ich standhaft sein. überwinde, auf Gottes 5. Wie schwer ist dieß Willen sehn, und jeden Geschäfte der wahren Besferung Christl. pflichtmäßiges Verhalten überhaupt. 369 serung für meine schwa- 2. Was hilft der Glaub chen Kräfte! wie schwer an Jesum Christ, den ich die Heiligung! Allein ich im Munde führe, wenn tämpf und ringe auch um nicht mein Herz rechtschafdas höchste Gut! und daß fen ist, und ich die Frucht ich es vollbringe, giebt Gott verliere? wenn mich die mir Kraft und Muth. Eitelkeit der Welt mit ihrer Lust gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe; getäu schetdurch der Sünde Reiz, Zorn, Hoffahrt, Fleischeslütste, Geiz in Werk und Thaten übe? 6. Ja! du wirst Kraft mir geben, o Gott, mein Vater du, zum tugendhaften Leben, und Muth und Seelenruh. Ich werde nicht erliegen im Kampf; du stärkest mich! durch dich, Gott, werd ich siegen, und selig sein durch dich. 440. An Wasserflüssen Babylon 2c. 3. Ach, weit mehr strafbar bin ich dann, ich, der ich Christum kenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne: als der, der Wa as hilft es mir, ein in der Finsterniß des Frrthums wankt, noch ungesein, ich nicht christlich lebe, wiß, ob er auch richtig und heilig, fromm, gerecht wandle. Drum ließ der und rein zu wandeln mich Herr ein Vorbild hier in bestrebe? wenn ich des seinem Weg und Zeugniß ſeligen Berufs, zu wel mir, damit ich darnach chem handle. du, mein Gott, mich schufst, nicht würdig 4. Und ach! wo find mich beweise, und den, ich Trost und Ruh, wenn der mich erlöset hat, in Worten blos, nicht durch die That und gute Werke preiſe? mich die Leiden drücken, und mein Gewissen tritt herzu, die Schuld mir vorzurücken? Wo find ich Na Trost 370 Christl. pflichtmäßiges Verhalten überhaupt. Trost in jener Noth, kommt einst der schauervolle Tod, mein Grab mir aufzu441. Es woll uns Bott zc. decken, und meine Sünden Bewahre mich, Herr, daß lagern sich umher, gewaffnet wider mich mit einer Hölle Schrecken? der Wahn nie mein Gemüth bethöre, als wär es schon genug gethan, 2. Tie fommen nicht 5. Weh mir! was hilft wenn dir nur äußre Ehre es mir dann dort, erweckt der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre aus meinem Grabe, daß mein Gewissen, wie in der ich an Christum und sein Wort zum Schein geglau die dich verehren müssen, Wahrheit und im Geist bet habe: wenn selten eine die dir gefallen wollen. gute That mein Leben hier bezeichnet hat, den Glau- ins Himmelreich, die Herr ben zu bestärken? Denn meine ganze Seligkeit ist mit rechtem Ernst zugleich zu Jesu sagen, und nicht Glaube und Rechtschaffen der Heiligung nachjagen. heit, der Glaub in guten Nur die, die deinen Willen Werken. thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, in ewgem Frieden ruhn; wenn heuchferische Sünder von dir verstoßen werden. 6. Gott! dieser Hoff nung werth zu sein, hilf, daß ich christlich lebe, und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich be- 3. Drum laß mich doch strebe. Gieb mir Erkennt- vom Glauben nie ein heilig niß, Kraft und Muth, da- Leben trennen; mich nicht mit ich Sünde, Fleisch für Jesu Jünger hier und Blut im Glauben blos äußerlich bekennen. überwinde; daß ich, nach Gieb, daß mein Glaube wohldurchlebter Zeit, den thätig sei und TugendSegen in der Ewigkeit früchte bringe; daß ich mit allen Frommen finde! vom Sündendienste frei mit Christl. pflichtmäßiges Verhalten überhaupt. 371 mit Eifer darnach ringe, auf Erden noch genug geim Guten zuzunehmen. zählet werden; 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die rechtlich handeln. 3. Aber ach! die Christenheitführet meistens nur den Namen. Die sind O! laß in Freude, wie sparsam ausgestreut, die im Schmerz, mich richtig als Gottes reiner Samen vor dir wandeln. Dein Christum ehren, Christum Wille sei mein Augenmerk; lieben, sich in seinem Wilhilf mir selbst ihn vollbrin- fen üben. gen! Durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine Hilfe suchet. 5. Doch, wenn ich aus Unwissenheit und Uebereilung fehle, so thu an mir Barmherzigkeit und richte meine Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Er halt mich bei dem Einen, 4. Laß mich meiner Taufe Bund immerdar mit Ernst betrachten. Laß mich daß ich dich fürchte über doch von Herzens- Grund all, bis ich einst mit den Deinen dir ohne Fehltritt diene! alle Sündenlust verachten, und mich immer treulich üben, Gott und Menschen recht zu lieben. 3. Liebster Jesu! der du mich selber durch dein Blut erkauft, und auf dessen Namen ich ehmals als ein Christ getaufet; laß mich deinen Geist regieren, solchen Namen recht zu führen. 442. Liebster Jefu, wir find hier ze. Unverfälschtes Christen5. Laß mich, Herr, den schmalen Weg durch die enge Pforte gehen. Laß thum, wie bist du so auf deines Wortes Steg selten worden! Wo ist Aug und Herz gehorsam dein gepriesner Ruhm un- schen. Gieb Geduld im ter unserm Christen- Or- Kreuz und Leiden, daß sie den? Christen können zwar nie von dir mich scheiden. Aa 2 6. Gieb 372 Christl. pflichtmäßiges Verhalten überhaupt. 6. Gieb mir Kraft in heit nie vergißt; nie sich dieser Welt als ein wah- selber stolz erhebet, wenn rer Christ zu leben; laß er groß und glücklich ist. mich dann, wenn dirs ge- Gottes Huld wird ihn erfällt, christlich meinen Geist freun und das Himmelaufgeben, auch im Him- reich ist sein; Gott erhöht mel zu den Frommen und und schützt und liebet den, verklärten Christen kom- der wahre Demuth übet. 3. Selig ist, wer seine men. 7. Freudig laß ich Glück Sünde wehmuthsvoll vor und Ruhm, Ehre, Lust Gott bereut und damit und Pracht der Erden; er Gnade finde, sich vor kann ich nur dein Eigen- neuenSünden scheut. Gott thum dort vor deinem will ihm die Schuld verThrone werden; dort, wo zeihn, Kraft zum Guten Freuden, Glück und Kro- ihm verleihn, und er soll nen wahrer Christen Fleiß schon hier auf Erden und belohnen. auch dort getröstet werden. 443. Freu dich sehr. o meine Seele zc. 4. Selig ist, wer Sanfte muth übet, seinem Feinde niemals flucht, seine Feh ommt, und laßt den ler ihm vergiebet, nie sich Herrn euch lehren, selbst zu rächen sucht, rukommt und lernet allzu- hig seine Pflicht vollbringt mal: welche die sind, die und sein eignes Herz begehören zu der rechten zwingt. Gott selbst wird Christen Zahl! Die im ihn unterstützen, und ihn Glauben fest bestehn, freu- stets als Vater schützen. dig Gottes Wege gehn 5. Selig, die mit Ernst und den Heiland frei be- verlangen, recht gesinnt kennen, dürfen sich die und fromm zu sein; die Seinen nennen. fest an dem Guten han2. Selig, wer in De- gen und sich ganz der muthlebet, seiner Schwach- Tugend weihn; deren Herz nichts Christl. pflichtmäßiges Verhalten überhaupt. 373 nichts mehr begehrt, als Die des Friedens sich bewas Gottes Ruhm ver- fleißen, werden Gottes mehrt. Gott wird ihr Kinder heißen. Verlangen stillen und den frommen Wunsch erfüllen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden, und sich 6. Selig, wer der Noth dessen freun; ihrer wartet des Armen nie gefühllos Heil und Segen, wenn sie sich entzieht, ihm, aus zärt hier den Kampf nicht lichem Erbarmen, wohl- scheun. Gott steht ihnen zuthun sich froh bemüht; mächtig bei und will sie und wenn er um Hilfe für ihre Treu einst mit weint, ihm mit Hilf und Wonn und Siegeskronen Trost erscheint. Dieser in der Ewigkeit belohnen. wird auch Hilf empfan- 10. Herr! du wolleft gen und Barmherzigkeit selbst mich leiten auf geerlangen. rader Tugendbahn, daß ich 7. Selig sind, die sich wahrer Seligkeiten hier bemühen, züchtig, keusch und dort mich freuen kann. und rein zu sein; die der Gieb, daß ich demüthig Wollust Netze fliehen, und sei, meine Schuld vor dir der Heiligkeit sich weihn, bereu, auch an Feinden die nur thun, was Gott Sanftmuth übe, und was gefällt, die der Lockung recht ist, eifrig liebe. dieser Welt immer standhaft widerstehen, werden Gott im Lichte sehen. 11. Daß ich Arme nicht verlasse, immer hab ein reines Herz, allen Trug 8. Selig, wer in Frie- und Feindschaft hasse, treu den lebet, wer stets Ruh dir sei in Freud und und Einigkeit zu erhalten Schmerz. Vater! hilf sich bestrebet, und, wenn von deinem Thron, daß Feindschaft, Haß und ich glaub an deinen Sohn, Streit seiner Brüder und durch deines Geistes Glück zerstört, sie die Stärke mich befleiße guter Pflicht der Eintracht lehrt. Werke. Aa 3 444. 374 Christl. pflichtmäßiges Verhalten überhaupt. daß ich, im Herzen rein, dir, Gott, vertrauen kann, und froh versichert sein; O Gott, du frommer Gott. Herr, aller Weisheit du nimmſt dich meiner au. mir recht zu wenn ich erkennen, daß nur die Schwacher noch aus Ue Frömmigkeit auch Weis- bereilung fehle, Herr, so heit sei zu nennen. Doch verwirf mich nicht! Ergieb mir auch dabei ein wecke meine Seele, daß Herz, das so dich ehrt, wie sie den Fehltritt bald erdir es wohlgefällt, und kenne und beren, und ihn uns dein Sohn gelehrt. aufs künftige zu meiden, 2. 3ch nenne mich nach wachsam ſei. ihm. Befördre mein Be- 6. 3ch übergebe mich streben, auch stets nach bis an mein Lebensende seinem Sinn zu denken und mit allem, was ich bin, zu leben. Ich bin getauft in deine Vaterhände. O auf ihn. Dieß sei zur mache dn mein Gott, den Heiligung, der ich gewid- Vorsatz fest in mir, ein met ward, mir stets Er- wahrer Christ zu sei: so munterung. leb und sterb ich dir. 444. 3. Auch mir gabst du dein Wort. Dieß leite meine Seele, daß sie den sichern Weg der wahren Tugend wähle. Was nütt der Glaube mir mit seiner Wissenschaft, wenn doch Lehre ench bekennt, die mir immer fehlt zum Guten Lust und Kraft. 445. Erhalt uns. Berr. bei deinem u. hr, die ihr euch von Christo nennt, zu feiner JChrifto ihr so theuer seid erkauft, und selbst auf seinen Tod getauft: 4. Laß mich gewissenhaft in allen Stücken wan- 2. Führt nicht den Nadeln und überall vor dir men n r allein; ihr müßt so denken, reden, handeln, auch thätge Christen sein, wollt Christl. pflichtmäßiges Verhalten überhaupt. 375 wollt ihr einst froh, nach sichres Zeugniß geben; dieser Zeit, eingehn zu wenn alles, was du thuſt, Christi Herrlichkeit. durch Gottes Kraft und Geist, von deinem Christenthum die rechten Proben Der weist. 3. Wollt ihr Bekenner Jefu sein, so lebet ihm auch hier allein. Christ ist ganz der Tugend Freund und jedem Laster ist er feind. 2. Du sagst: ich bin ein Christ. Der Christ, der Jesum kennet, der 4. In Leiden, die er Gott und seinen Herrn tragen soll, ist er geduldig, nicht bloß vor Menschen hoffnungsvoll. Dieß Le- nennet, der thut mit Freuben ist die Prüfungszeit, den auch, was ihm sein der Lohn folgt in der Ewig- Herr gebeut. Thust du es nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. feit. 5. Wer Gott von Herzen sich ergiebt, sich selbst beherrscht, den Nächsten liebt, so wandelt, so ge. sinnet ist, wie Jesus war, der ist ein Christ. 3. Du sagst: ich bin ein Christ, auf Christi Tod getaufet, ward ich so theuer ihm zum Eigenthum erkaufet. Du warsts; doch prüfe dich: erfüllest du auch gern und ohne der Erlösung werth; der Heuchelei den Bund mit schläft im Tode freudigein, deinem Herrn? und wird dort ewig selig sein. 6. Und wer nun so den Heiland ehrt, der lebt hier 446. 4 Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Tu haft, als Gottes Kind, Gehorsam ihm versprochen. Hast du Du u fagst: ich bin ein mit treuem Ernst dem GuChrist. Wohl dir! ten nachgestrebt? Hat nicht wenn Werk und Leben die Sünde noch sehr oft von diesem Ruhme dir ein in dir gelebt? O Gott. du frommer Gott. Aa 4 5. Du 376 Chriftl. pflichtmäßiges Verhalten überhaupt. 5. Du sagst: ich bin ein kluge Heiden? Hast du Christ, weil ich des Hei- des Guten nicht weit mehr lands Lehre zu Haus und als sie, gethan, so klagen öffentlich mit Andacht les sie dich einst vor deinem und höre. Wohl dir, Richter an. wenn du auch thust, was Gottes Wort dich lehrt. Nur wer es hört und thut, ist seines Beifalls werth. 9. Denn wenn die Leidenschaft noch stets dein Herz regieret, zur Wollust, Eitelkeit und SchmähNeid und Rachbegier noch sucht dich verführet; wenn über dich gebent, so kennest du noch nicht die wahre Heiligkeit. 6. Du sagst: ich bin ein Christ. Nichts soll von Gott mich trennen! oft nehm ich Jesu Mahl; bin ich nicht Christ zu nennen? Nur dann, wenn sich bei 10. Der ist ein wahrer dir in deinen Werken auch Christ, dem Herz und rechtschaffne Bessrungzeigt, Werk und Leben von dienach dieses Mahls Ge- sem Ruhme selbst ein sichbrauch. res Zeugniß geben; der so 7. Du sagst: ich bin wie Jesus Christ, gesinnet ein Christ; ich fündige ist und bleibt, und den der nicht gröblich; ich bet und Geist des Herrn zu guten singe gern. Nun, das ist Thaten treibt. Pflicht und löblich, wofern dein Innres auch rein, wie doch Kraft, mich ernstlich 11. Gott, schenke mir dein Neußres ist, und du beim Gottesdienst voll wahrer Andacht bist. Christ zu sein, und nicht zu befleißen, ein wahrer bloß so zu heißen. Denn 8. Du sagst: ich bin ein wer den Namen hat und Christ und rühmst dich des nicht die That zugleich, mit Freuden; allein thust betrügt sich und gelangt du auch mehr als manche nie in dein Himmelreich. 447, Christl. pflichtmäßiges Verhalten überhaupt. 377 ein guter Christ und hat schon in der Prüfungszeit den Vorschmack jener Seligkeit. 447. Wo Gott zum Haus nicht giebt z. We er seinen Nächsten herzlich liebt, ihm seine Fehler gern vergiebt; wenn Mangel seinen Bruder drückt, nach seinen Kräften ihn erquickt; 2. Wer Gott und seine Obern ehrt, nicht seines Landes Ruhe stört, mit 8. Ja, laß mich dir unerschrocknem Muth und Kraft dem Unterdrückten mein Leben weihn, als Christ mich jeder Tugend Recht verschafft; 7. Daß ich mich dieses Glücks erfren, steh du mir selbst, mein Vater bei; stets bleibe mir das Christenthum mein einzger Stolz, meinschönſterRuhm. 3. Wer immer Treu freun, dann seh ich über und Glauben hält, nicht Welt und Zeit getrost in anders, als er ist, sich jene Ewigkeit. stellt, und ohne Falschheit, Trug und List in Wort und Thaten redlich ist; 448. Nun freut euch, lieben Christen ze. 4. Wer graden Wegs zum Ziele geht, sich nicht Herr, wer wird dort einst nach jedem Winde dreht, nicht säumet, wenn er han- dir empfangen, und in der deln soll für sein und seines christlichen Gemein den Nächsten Wohl; wahren Ruhm erlangen, 5. Wer seines Lebens daß er mit Glauben fei fröhlich ist, doch nie die geziert, vom heilgen Geiste Pflicht dabei vergißt, und werd regiert, und sei ein sich mit gleicher Innigkeit Kind der Gnade? auch an des Bruders Wohl erfreut: 6. Wer so lebt, so gefinnet ist, der ist fürwahr 2. Wer sich der reinen Lehr befleißt, und liebet die Gerechten; nicht fremde Güter an sich reißt, mit A a 5 einem 378 Christl. pflichtmäßiges Verhalten überhaupt. einem Schein des Rechten; kräftiglich das Böse überhat kein Betrug in seinem winden. O Jesu Christ! Mund, die Wahrheit sagt befreie mich von Missethat von Herzens- Grund, und und Sünden. O heilger hasset alle Lügen. Geist! durch deine Lehr 3. Wer seinen Nächsten ermuntre mich je mehr und nicht veracht't, noch aus mehr, dem Guten nachzuErbittrung schändet; mit streben. seiner Zung kein Unglück macht, all Ding zum 449. Besten wendet, und lobet Von Gott will ich nicht laffen 2c. nicht gottlose Leut, hält Mer wird nach diesem aber hoch die Frömmig- Leben in Glanz und keit und alle, die Gott Herrlichkeit bei Gott ohn fürchten. Ende schweben, in Christo 4. Wer rein von Mein- hocherfreut? Wer wird in eid, redlich bleibt, und Gottes Hand des Segens hält das, was er faget, fähig werden, den noch nicht ungerechten Wucher kein Sinn auf Erden, kein treibt, nicht andre drückt Ohr noch Aug erkannt? und plaget, und kein Ge- 2. Der, weil er hier schenke nimmet an, zu hin- muß wallen zugleich in dern den gerechten Mann Lieb und Pein, Gott fu in seiner guten Sache. chet zu gefallen, und die5. Wer das thut, ist ein net ihm allein; sich ihm frommer Christ, der hat nur schuldig hält mit Gut, den rechten Glauben. Es Leib und Gemüthe, als der wird ihm keine Macht noch durch seine Güte gebaut die List den Frieden Gottes ganze Welt. rauben; er wird beschützt 3. Wer seinen Nächsten von Gottes Hand, Gott liebet, ihm Freund und segnet ihn in seinem Stand Bruder ist, und niemals bis an sein selig Ende. ihn betrübet durch Bos6. Gott Vater! hilf mir heit und durch List; dem Hoch Christl. pflichtmäßiges Verhalten überhaupt. 379 Hochmuth widerstrebt, das Erkenntniß Gottes, Liebe, Ünrecht nicht kann leiden, Ehrfurcht und Gehorsam gegen sucht Geiz und Zorn zu Gott. meiden, auch keusch und heilig lebt. 450. Herzliebster Icfu, was haft a c. 4. Und ist es wo ver- oll sich mein Geist, o sehen, sein Herz ihm wird Gott, zu dir erheben, beschwert, sich dann mit und dich zu kennen glückPußund Flehen zu seinem lich sich bestreben, so mußt Gott bekehrt und nach du selbst, um groß von dir der Bessrung ringt; die zu denken, die Kraft mir wird Gott wohlgefallen schenken. vor andern Opfern allen, die sonst der Mensch ihm bringt. 5. Wer Jesu thätig chret, nach Jesu Beispiel lebt, zu thun, was Jesus lehret, im Glauben sich bestrebt; wer reines Herzens ist, wer Recht und Wahrheit Liebet und sich im Guten übet: der ist ein wahrer Christ. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht mich stets erfreuen, und meiner Seele Finsterniß zerstreuen; erleuchte mich, daß mich, zu deiner Ehre, dein Glanz verkläre! 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so wie du verdient erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? 6. Der wird nach die fem Leben im Glanz der Herrlichkeit bei Gott ohn 4. Dich suchen, ist die Ende schweben, in Christo edelste der Sorgen, zwar hocherfreut; der wird in bist du unerforschlich und Gottes Hand der Freude verborgen, doch willst du, fähig werden, die noch kein wenn wir nur dein Licht Sinn auf Erden, kein Ohr nicht hassen, dich finden noch Aug erkannt. laffen. 5. Mit 380 Erkenntniß Gottes. 5. Mit lauter Stimme verfehle; gewähre mir, da lehren deine Werke uns mit sie nicht ermüde, Ernst, deine Weisheit, deine Güt Lust und Friede. und Stärke; auch hast du 11. Daun werd ich imselbst- sei hoch dafür ge. mer heller dich erkennen, priesen- unsunterwiesen und täglich mehr von dei 6. Und immermehrwillst ner Lieb entbrennen, dir du dich offenbaren, wenn gern gehorchen, fröhlich wir getreu, was du uns dich erheben, dir, Gott, nur lehrst, bewahren; wenn wir, leben. was deine Lehren wirken sollen, uns bessern wollen. 7. Zu diesem, mir so seligen Geschäfte erweck und stärke meiner Seele Kräfte; daß sie sich immer mehr zu dir erhebe, und dir nur lebe. 451. Chrift, unser Herr. zum 2c. oder Es woll uns Gott 2c. 8. Doch, mein Verstand ist unstät, träg, und scheuet er du, o Gott, mein Schöpfer bist, dut, den ich findlich ehre, dich richtig zu erkennen, ist des Christen Pflicht und Ehre; stets heiliger durch dich zu der Ueberlegung Müh, und sein, dich immer mehr zu schnell zerstreuet, sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde! 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn verlieben, mich deiner immer mehr zu freun, will ich mich täglich üben, von dir stets mehr zu lernen. 2. Ich kann, o Ewiger, messen, verführt ihn, seine schon hier durch eifriges Grenzen zu vergessen, will Bestreben, wie schwach mehr, als seine Kräfte mir ich auch bin, mich zu dir vergönnen, von dir er mit meinem Geist erheben. kennen. Nur laß mich auf den Unterricht von dir in deinem Werken und auch auf dei10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht nes Wortes Licht getreu und Liebe, Ehrfurcht und Gehorsam gegen Gott. 381 und forschend merken, da der Seele Werth, der mit ich weiser werde. Tugend Lohn, die Ernten ihrer Saaten daraus stets 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld besser werden. entgehen, was du uns leh- 6. So werd ich stets rest, wie du voll Weis- erleuchteter, von Vorurheit, Macht und Huld theilen freier, zum Guten uns jeden Tag ernährest; immer williger, standhafter wie alles schön geordnet, und getreuer. Mehr Weissich zum allgemeinen Se- heit, mehr Erfenntniß gen vereinigt, wie so vä- giebt, mehr Willigkeit zum terlich du uns auf tausend Leiden, dein Wort, das Wegen mit Lust und Heil meine Seele liebt, erhöhet begegnest. meine Freuden und tröstet mich im Kummer. 4. Ich sehe dann und seh erfreut stets täglich 7. Gewährt der Mormehr Beweise von deiner genröthe Licht mir dann Größ und Herrlichkeit, schon so viel Wonne, wie zu deinem Ruhm und viel verschafft mir künftig Preise. Zum Licht wird nicht des vollen Tages mir die Finsterniß, die dei Sonne! Dann wirst du ner Vorsicht Pfade mir dich, mein Vater, mir oft verbirgt; ich bin ge- noch näher offenbaren; wiß, daß Herrlichkeit und dann werd ich noch weit Gnade stets ihren Ausgang mehr von dir und deinem Rath erfahren und ewig froh dich preiſen. frönen. 5. Und welchen Aufschluß giebt mir nicht vom 8. O laß von heiliger Ziele meines Lebens dein Begier mich immer mehr Wort, das ewges Heil entbrennen, dich, Gott verspricht! Nie merk ich und deinen Sohn schon drauf vergebens. Ich ler- hier stets besser fu erkenne dich und deinen Sohn nen; daß ich, von jedem und seiner Liebe Thaten, Wahne frei, dich immer treuer Erkenntniß Gottes. 382 treuer liebe, dir immer mehr gehorsam sei, und täglich mehr mich übe, dich wür dig zu verehren. 452. Seele, was ist schönres wobl se. Ceele, dir sei Gott allein groß und wünschenswerth: alles andre nenne klein, was die Welt be gehrt. Angst, Schmach und Spott herrscht bei Menschen überall; laß den niedern Erdenball, schwing dich zu Gott! vergeht; wer drauf bauet, baut auf Sand; Chri2. Alles Weltglück ist nur Tand, der sehr schnell und zc. 5. Trübt Verdruß und Herzeleid dir so manchen Tag; ei, zur frohen Ewigfeit folgt kein Schmerz dir nach. Angst, Schmach und zc. 3. Zeig im Unglück Christenthum, halte fest am Herrn; er ist doch das höch ste Gut und er hilft auch gern. Angst, Schmach und 2c. 6. Wer hier weint und aufwärts blickt, wird dort Wonne sehn; mit dem Segenskranz geschmückt un ter Engeln stehn. Angst, Schmach und zc. 7. Seele! der am Kreuze starb, macht dich groß und reich! Heil dir! Jesu Tod erwarb dir das Himmelreich. Angst, Schmach 453. Eigne Melodie. stenglück besteht. Angst, Wie sollt ich dich, mein Schmach und 2c. Gott, nicht lieben? Du hast mich ja zuerst geliebt, und von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, der Leben gicbt. Herr, dieß Geschenk zeigt rührend an, wie huldreich du mir zugethan. 4. Dulde Haß; von Haß und Neid bleibt kein Mensch verschont; selten wird Rechtschaffenheit in der Welt belohnt. Angst, Schmach und zc. 2. Von Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe sein. Und wann ist eine Zeit verflos sen, da du, mein Gott, mich Liebe, Ehrfurcht und Gehorsam gegen Gott. 383 mich zu erfrenn, mir nicht Dann tröste mich mein noch weit mehr Guts ge- künftges Erbe; dann führe than, als ich jemals aus- mich in deine Ruh. Mit sprechen kann. völliger Zufriedenheit lieb ich dich dann in Ewigkeit. 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! Du liebtest mich von Anbeginn, und hast mein Herz zu dir gezogen. Bewahre felbst in mir den Sinn, daß dir voll heißer Dankbarkeit mein ganzes Leben sei geweiht. 454. Wer nur den lieben Gott läßt ze. u, Vater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll it4. O welch ein seliges leid ist: laß mich von ganGeschäfte, Herr, deinem zem Herzen dein, laß michs Tienst sein Leben weihn! mit allen Kräften sein. Gieb du mir selber dazu 2. Gieb, daß ich als Kräfte, so wird mein Fleiß dein Kind dich liebe, da gesegnet sein. Ist deine Gnade nur mit mir, so bleib ich stets, mein Gott, an dir. du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu fein mich übe, wie du dazu mir Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir 5. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Andhunter harten Kreuzes- 3. Vertilg in mir durch schlägen hab ich an deiner deine Liebe den Hang zur Huld noch Theil; und nach Liebe dieser Welt; und vollbrachter Lebensbahn gieb, daß ich Verlengnimmst du mich einst mit nung übe, wenun mir was Ehren an. Eitles noch gefällt. Wie 6. O reiche mir, auch sollte ich die Kreatur dir wenn ich sterbe, Herr, vorziehn, Schöpfer der deine Baterhände zu. Natur? 4. Laß 384 Erkenntniß Gottes. 4. Laß mich, um deines dich, Vater der BarmherNamens willen, gern thun, zigkeit. was mir dein Wort gebeut. Kann ich nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 455. Wachet auf, ruft uns die zc. Dich, Allgütiger, zu lie ben, wie fühlt sich nicht mein Herz getrieben, wenn es an deine Liebe 5. Der liebt dich nicht, denkt! Jede Lust, die wir der noch mit Freuden das genießen, soll unser Leben thut, was dir, o Gott, uns versüßzen, und wird mißfällt. Drum laß es uns, Herr, von dir ge mich mit Ernst vermeiden, schenkt; doch ein weit größgefiel es auch der ganzen res Heil wird künftig uns Welt. Die kleinste Sünde zu Theil dort im Himmel, selbst zu scheun, laß, Vater, da leben wir, o Herr, bei mich behutsam sein. dir in voller Wonne für und für. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein 2. Deiner Huld uns zu weiser Rath bestimmt. erfreuen und unser Leben Auch Trübfal führt zu dir zu weihen, sei unsre ewgen Freuden. Wer ihre angenehmste Pflicht. Wie Last gern übernimmt, ge- belohnest du mit Segen duldig trägt und weislich die Frommen, die auf dei nützt, wird mächtig von nen Wegen einhergehn in dir unterstützt. der Wahrheit Licht! Wie 7. In deiner Liebe laß viel gewinnen sie für ihres mich sterben, dann wird Kampses Müh, sie, die der Tod selbst mein Ge- Streiter, wenn nach der winn; dann werd ich dei Zeit, in Ewigkeit, der nen Himmel erben, wo ich Lohn der Treue sie erfreut. dir ewig nahe bin; da 3. Laß mit eifrigem Belieb ich in Vollkommenheit streben uns deiner Liebe wür Liebe, Ehrfurcht und Gehorsam gegen Gott. 385 würdig leben, und dir, dich zu lieben, deinen Herr, thätig dankbar sein! Willen gern zu üben, und Laßuns alle Erdenfreuden, dir treu zu sein, o Gott! die sündlich sind, mit Ernst 2. Ohne dich ist doch vermeiden, und was dein kein Friede, und die Seele Wort verbietet, scheun. strebt sich müde nach dem Laß uns nie Ehr' und Blendwerk dieser Zeit. Ruhm, nie zeitlich Eigen- Ihren Durst kannst du nur thum dir vorziehen. Was stillen, und du willst ihn nur der Welt, nicht dir gern erfüllen, hier und gefällt, sei fern von uns, auch in Ewigkeit. Herr aller Welt! 3. Gieb, daß schim4. Laß uns auch in Lei- mernd Glück der Erde nie denstagen, was du uns für mich verführend werde; auflegst, gern ertragen, und deine Huld sei mehr mir Ungeduld und Unmuth werth. Sie nur ist das scheun. Hilf, wenn Freun- Glück der Seelen; und de uns verlassen, und wenn das werd ich nicht veruns Widersacher hassen, schlen, wenn mein Herz aus Liebe, Gott, zu dir, dich kindlich ehrt. verzeihn. Ist gleich das 4. Friede werd ich im Opfer schwer, das du ver- Gewissen, hier den Himlangst, o Herr: doch die mel schon genießen, lieb Liebe, wie schwers auch ich herzlich dich allein. deucht, macht alles leicht, Such ich dir, Gott, mehr weil deine Hand die Kräfte als allen, such ich dir nur reicht. zu gefallen, so sind deine Freuden mein. 456. Laffet uns den Herren preisen 2c. Veter, den mein Herz 5. Kann ich, wenn mich Andre haffen, mich auf dich nur, Gott, verlassen, und verehret, dem mein Le- verdammt mein Herz mich ben angehöret, heilig sei nicht: o! so bin ich voller mir dein Gebot: über alles Freude, und verlier, auch Bb wenn 386 Erkenntniß Gottes, wenn ich leide, nicht den heit zu tadeln, was sein Muth zu meiner Pflicht. Rath beschließt, der wun6. Laß den Reiz der Ei- derbar, doch heilig ist. telkeiten nie von dir mein 3. Wirst du den HöchHerz ableiten; bleib du sten kindlich scheuen, so mir mein höchstes Gut. wird dir keine Pflicht zur Hilf mir den Betrug der Last; nur das wirst du vor Sünden sehn und stand- ihm bereuen, daß du sie oft haft überwinden; gieb da- versäumet hast. Wer Gott zu mir Kraft und Muth. als Zeugen vor sich hat, 7. Lenke, Bater, mein der freut sich jeder guten Bestreben hin zu einem That. bessern Leben; lehre mich schon in der Zeit mich am Ewigen ergötzen, hier den Werth der Dinge schätzen, wie einst in der Ewigkeit. 457. Wer nur den lieben Gott läßt e. Willst du der Weisheit 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, dann auch, was Unrecht ist, zu scheun. Denk mur: vor feinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten öffentEhrfurcht ists vor Gott lich verehren, sowohl als dem Herrn. Ein Weiser in der Einsamkeit; auf des ist nur der zu nennen, der Gewissens Stimme hören, alle seine Pflichten gern, und willig thun, was er geweil Gott sie ihm gebeut, beut: auch das lehrt dich vollbringt, wenn gleich da- die Furcht des Herrn; zu kein Mensch ihn zwingt. auch das thut, wer ihn 2. Lern Gottes Güte fürchtet, gern. Quelle kennen? Die recht empfinden, und fühle 6. Läßt dich die Welt deine Niedrigkeit: so wirst Verachtung merken, wenn du nie dich unterwinden, du dich fromm von ihr mit thörichter Verwegen- entfernst: die Furcht des Höch Liebe, Ehrfurcht und Gehorsam gegen Gott. 387 der Welt. Höchsten wird dich stärken, Arm umschlossen hält, muß daß du die Welt verachten sich mit tiefem Schweigen lernst. Wer Gott, dem vor deinem Throne beugen. Höchsten, wohlgefällt, iſt 2. Du hast durch deine glücklich bei dem Spott Kraft den Himmel ausgestreckt, die Erde fest ge7. Sich stets vor dem gründt, dem Meer sein Allmächtgen scheuen, giebt Ziel gesteckt. Dein Wort Heldenmuth und Tapfer- bewegt der Berge Grund, feit, wenn uns der Men- und stürzt sie in des Meeschen stolzes Dränen, was res Schlund. Du sprichst: Gott mißfällt, zu thun ge- so fliehen Welten, o Herr, beut. 3ft Gott mein vor deinem Schelten. Schutz, mein Heil, mein Licht: so beb ich vor den Menschen nicht. Laß 3. Vor dir sind wir wie Thon in eines Töpfers 8. deine Furcht, Hand. Was an uns Gott, mich regieren; mich Gutes ist, hast du uns Du lehrst stets auf dich, den Höchsten, zugewandt. sehn; laß sie mich zu der das menschliche Geschlecht Weisheit führen: so werd durch die Vernunft und ich niemals irre gehn. Schrift dein Recht, willſt, Wohl dem, der dich stets daß wir deinen Willen erkindlich scheut; dich fürch- kennen und erfüllen. ten, Gott, ist Seligkeit. 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, mit deinem Licht. Dich zu verehren, sei mir Seligkeit, aus Pflicht. Laß mich, Herr, an Macht unendlich als dein Unterthan, der reich; wer ist auf Erden sich nicht selbst beglücken dir und wer im Himmel kann, mit Ernst und Eifer gleich? vor dir erbebt die streben, dir immer treu ganze Welt; sie, die dein zu leben. Bb 2 5. Laß 458. O großer Gott von Macht 2c. u bist, erhabner Gott, 388 Erkenntniß Gottes, 5. Laß deine Gegenwart dich erschuf, getren, und mir stets vor Augen sein; folge dem Gewissen: nie, laß auch im Dunkeln mich glaub es, wird es dich gedein helles Antlitz scheun. reun, hast du, unsträflich, Erinnre mich an dein Ge- fromm zu sein, aufrichtig richt, wenn zur Verletzung dich beslissen. meiner Pflicht die Lust der 2. Gehorch nicht deiWelt zu Zeiten mich nem Fleisch und Blut: geSchwachen will verleiten. horche Gott, Gott meint 6. Doch zünde auch in es gut; was er gebeut, ist mir das Licht des Glau- Segen. Er liebt uns bens an, daß ich in Chri- Menschen väterlich, führt sto dich als Vater lieben auf der Bahn der Tugend kann. Gieb, daß ich, frei dich dem höchsten Glück knechtschen Geist, entgegen. das willig thu, was du mich heißt; und so aus reiner Liebe mich im Gehorsam übe. vom 3. Gott theilt dir seine Stärke mit: drum gehe stets mitfestem Schritt fort auf der Tugend Pfade. Verlaß die wahre Tugend nie, denn Gott, dein Gott belohnet sie mit segensreicher Gnade. 7. Laß Ehrfurcht gegen dich stets meine Richtschnur sein, und mir zum Guten Trieb und Ernstund Kraft verleihn. Sie mache mich 4. Laß dir die schreckenvon Heuchelei, von Men- volle Pein der Sünde hell schenfurcht und Trägheit vor Augen sein, wenn sie frei; so werd ich im Ge- dich lockt zu Freuden. Bald, wissen Beruhigung ge- bald verwandelt ihr Genießen. nuß in Unruh sich und Ueberdruß und endigt fich mit Leiden. and thus 5. Sei fromm aus Ermuntre, Seele, dich, Pflicht mit allem Fleiß, zu und sei dem Gott, der deinem Glück und Got459. Kommt her zu mir, spricht 2c. tes Liebe, Ehrfurcht und Gehorsam gegen Gott. 389 tes Preis; Gott siehet dein 3. Stolz empört sich seiBestreben, und wird dir ne Seele, Herr und Schöpeinst gewiß dafür, nach fer, wider dich; deine treuem Tugendlaufe hier, göttlichen Befehle wirft fie der Freuden Fülle geben. thöricht hinter sich; läßt sich nicht von dir regieren, folget lieber ihrem Wahn, wählt sich eine andre Bahn, die sie soll zum Heile führen, und geht mit verblendtem Sinn auf der Lüste Wegen hin. 460. Sollt ich meinem Gott nicht ze. Gut ut und heilig ist dein Wille, wie du selbst es bist, o Gott! Du gebeutst: in tiefer Stille hört die Schöpfung dein Gebot. 4. Gott! laß es uns doch Die im Himmel dir lob- empfinden, daß uns unser singen, stehn um deinen Herz verführt, daß die eitle Thron bereit, freuen sich Lust der Sünden uns zuder Seligkeit, deinen Wil- letzt den Tod gebiert. Mach len zu vollbringen; nur uns deinen Willen wichder Mensch erkennts oft tig, führ auf deine Bahn nicht für sein Glück und uns hin, lehr uns jeden seine Pflicht. Irrweg fliehn; denn dein Dir gehorcht mit Weg allein ist richtig. sanfter Wonne selger Gei- Mach uns unsern Pflichster zahllos Heer. Deine ten treu, daß der Wandel Veste, deine Sonne, heilig sei. 2. Sturm und Donner, Erd und Meer, alles dienet dei461. nem Willen; alles, Höch- Dir. dir, Jehova, will ich fingen 20. ster, was du schufſt, eilt Dir immer ähnlicher zu und drängt sich, wenn du werden, du hohes Urrufft, dein Gebot stets zu bild der Vollkommenheit, erfüllen; nur der Mensch das werde uns schon hier erkennts oft nicht für sein auf Erden das große Ziel, Glück und seine Pflicht. nach dem in Ewigkeit mit Bb 3 höh 390 Erkenntniß Gottes, höhrer Kraft der Geist 5. Wenn ich, um Tuzu dringen strebt, und doch gend auszubreiten, der Tunie ganz zu ihm empor gend Müh belohne, wo sich hebt. ich kann; wenn ich, zur 2. Wenn ich aus trener Bessrung ihn zu leiten, den Menschenliebe, die selbst warn und strafe, der auf den Schein des Eigennutzes Bosheit sann: dann gleich flieht, des Wohlthuns edle ich ihm, der mit GerechtigPflichten übe, wenn es keit den Sünder straft, durch Rath und durch die so gern sein Herz verzeiht. That geschieht: dann gleich 6. Wenn ich getreu der ich Gott, der selig selbst, Wahrheit lebe, die nie der die Welt aus Liebe schuf Täuschung Unrecht dulund liebevoll erhält. den mag; nie unbesonnen 3. Wenn ich auf seine Worte gebe, tren jedem Weisheit achte, die nicht, halte, was ich ihm verdem kleinsten seiner Werke sprach: dann gleich ich fehlt, wenn ich den edlen ihm, der allwahrhaft, nie Zweck betrachte, zu dem er lügt und dessen Wort uns stets die besten Mittel Menschen nie betrügt. wählt, und selbst mit Weisheit handle so wie er: dann werd ich seinem Vorbild ähnlicher. 7. Wenn ich, des Leidenden Erbarmer, zu trö sten und zu helfen willig bin, nicht stolz erst frage, 4. Wenn ich mit immer ob ein armer es werth sei, regem Triebe das Böse daß ich sein Erretter bin, hasse, das mich elend macht, dann gleich ich ihm, der und als mein Glück das allerbarmend ist, und keiGute liebe, wie sinnenrei- nes Menschen, keines zend auch das Laster lacht: Wurms vergißt. dann gleich ich dem, der 8. So sei, dir ähnliheilig, heilig ist, nur Gu- cher zu werden, du hohes tes liebt, und feind dem Urbild der VollkommenBösen ist. heit, zu unserm Glück schon Liebe, Ehrfurcht und Gehorsam gegen Gott. 391 schon hier auf Erden dieß wennsseine Weisheit litte. unser Ziel, nach dem in Er sorgt für mich stets Ewigkeit mit höhrer Kraft väterlich. Nicht was ich der Geist zu dringen strebt, mir ersehe ſein Wille, und doch nie ganz zu ihm der geschehe. empor sich hebt. www 4. 3st nicht ein ungestörtes Glück weit schweBertrauen auf Gott und gerer oft zu tragen, als selbst lassene Uebergebung an ihn im Leiden. das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehr und Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 462. Was Gott thut, daß ist 2c. uf Gott und nicht auf meinen Nath will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Gottes Rath vor Augen Ewigkeit, wie viel mir hat, dem wird ein gut nützen würde, bestimmte Gewissen die Trübsal auch meine Lebenszeit, mein versüßen. Glück und meine Bürde. 5. An dem, was wahrmit ganzer Seele haft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer 6. Was ist des Lebens Was zagt mein Herz? ist Herrlichkeit? Wie bald ist auch ein Schmerz, der zu fie verschwunden! Was ist des Glaubens Ehre nicht das Leiden dieser Zeit? zu besiegen wäre? Wie bald ists überwunwas den! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern; seid fröhlich, ihr Gerechten: der Herr hilft seinen Knechten. Bb 4 463. 3. Gott fennet, mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ich bat, gewährt, Vertrauen auf Gott 463. Wünsch und Sorgen voll Wer nur den lieben Gott läßt zc. Thorheit und voll UnverHerr! err! mache meine Seele stand? Wer kann, was seinem Wohlergehn zum stille! Bei allem was mich kränkt und drückt, Schaden dient, ganz übergeschieht doch einzig nur sehn? dein Wille, der nichts zu ut 392 5. Nur du, du kennst meinem Schaden schickt. und wählst das Beste. O Du bists, der alles ändern Vater! mache selbst mein kann, und was du thust, Herz in dieser Ueberzenist wohlgethan. gung feste, so ehr ich auch 2. Auch auf den aller im größten Schmerz dich rauhsten Wegen führst noch mit der Gelaffenheit: du uns zur Glückseligkeit. was mein Gott will, geSelbst Trübsal bringt dem scheh allzeit! ewgen Segen, der dir sein 6. Die Stunde wird Herz und Leben weiht. doch endlich kommen, da Ihr Ausgang wird doch mich vollkommnes Glück herrlich sein, siehts gleich erfreut. Denn einmal der blöde Geist nicht ein. führst du doch die From3. Drum laß mich stille men zur völligen Zufriesein und hoffen, wenn auch denheit. Und dann wird Jedie Prüfung mir bestimmt. dem offenbar, daß, Gott, Dein Vaterherz steht dem dein Rath der beste war. doch offen, der zu dir seine 7. Dann wird von alZuflucht nimmt. Wer still len meinen Plagen der in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. ewge Nutzen mich erfreun; dann wird mein Herz, statt aller Klagen, voll von dem 4. Uns bleibt oft, was Dank und Lobe sein: Der uns nützt, verborgen; wer Herr, der für mein Heil hat das Ganze je erkannt? gewacht, hat alles mit mir Wie oft sind unsre wohl gemacht. st 464. und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden. 393 od 464. u auf dich! Sturm und sanit Bor ofte sig Sonnenschein was du, Seele, was ist Schönres wohl zc. Vater, giebst und thust, as der gute Vater thut, muß uns heilsam sein! der die Menschen liebt, Gelobt sei Gott! Er verder so gern mit milder läßzt die Seinen nicht! Hand, was uns nützet, Gott ist unsre Zuversicht! giebt; was unser Gott, Gelobt sei Gott! unser guter Vater thut, das ist weise, das ist gut. Vertraut auf Gott! 465. Eigene Melodie deine Erfülle redlich Pflicht, und hoffe dann mitfroher Zuversicht: Gott sorgt mit Vaterliebe für deines Lebens wahres Glück. Zu Gott erhebe dann den Blick, wär auch dein Himmel trübe. 3. Und verzweifeln soll ten wir, wenn des Vaters Hand um des Lebens Rosen uns manche Dornen wand? Was unser Gott zc. 2. Die Wolken werden sich verziehn, und unter 4. Brüder, denen Sorg mildern Sonnenstrahlen und Gram jetzt am Her- blühn dir wieder neue zen nagt, blickt zu Got- Freuden. Oft wird zur tes Himmel auf und seid WohlthatdirdeinSchmerz, unverzagt! Was unser veredelt werden Geist und Gott 2c. 798 Herz. Gott segnet auch durch Leiden. 3. Oft führt die dornenvolle Bahn weit sichrer dich zum hohen Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. and the Drum dulde fromm mit festem Muth. Was Gott, Bb 5 der 2. Er, der Thieren Wohlgefühl ihres Lebens gab, der, o Menschen, blickt auf euch liebevoll herab. Was unser Gott zc. - 5.Hüllt die Zukunft sich in Nacht: auf der Bahn der Pflicht wandelt ihr durch Finsterniß einst zum hellern Licht. Was unser Gott zc. 6. Vater, wir vertraun 394 Vertrauen auf Gott der Menschen Vater thut, men wandeln. Vollkommist Weisheit, Huld und ne Seligkeit erwartet nicht Gnade! auf Erden; doch besser wird es werden. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, ihm zu ver- 3. Wir schaffen selbst traun bei Sturm und uns Leiden durch UnzufrieSonnenschein, und Trost denheit, durch Leidenschaft bei ihm zu finden: be und Thorheit und Unnutze selbst gewissenhaft gerechtigkeit. Wenn wir Verstand und Zeit und nur weiser werden, wirds jede Kraft, dein wahres besser auch auf Erden. Wohl zu gründen. 4. Wenn wir bescheid5. Daß ich gewissenhaft und tren in meinem Stande ner wünschen und uns zuund Berufe sei, und meine friednerfreun; wenn Pflicht Pflicht erfülle: zu dem uns über alles wird theur Entschlussestärke mich, und und heilig sein; wenn wir dann vertrau ich, Gott, selbst besser werden, wirds auf dich. Herr, es gebesser auch auf Erden. scheh dein Wille! 5. Wenn nun des Irrthums Binde von unsern Augen fällt, wenn wir das Unrecht meiden, und dann zum Wohl der Welt vereinigt wirken werden, Welt geweint, doch laß wirds besser auch auf den Muth nicht sinken, Erden. nein, wirke, Menschen- 6. Uns selbst hier zu verfreund, voll Glaubens fort edeln, und dann mit Thäauf Erden; es wird doch tigkeit zum Wohl der besser werden. Welt zu wirken, dieß ists, 2. Nie werden wir hie was Gott gebent. Gott, nieden von allem Schmerz laß uns deinen Willen zu befreit, nur über Blu- unserm Heil erfüllen. 467. 466. Eigene Melodie. war wird noch manche Thräne auf Gottes 3 und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden. 395 467. Ach. Herr, mich armen Sünder c. stille vor dem Herrn; er ist der Schutz der FromChrist, alles, was dich men. Hoff unverzagt auf kränket, befiehl getrost ihn, denn seine Zeit wird dem Herrn. Er, der die kommen, und deine WohlHimmel lenket, ist auch von fahrt blühn. dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlummer; zu Gott erhebe dich! Er siehet deinen Kummer und liebt dich väterlich. 2. 2. Tran Gott, nicht dei nen Schlüssen, die Wahl des Besten zu. Sprich: wer wirds besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet in jedem Augenblick. Was er, der Vater, wählet, das dient zu deinem Glück. 5. Ergieb dich ihm mit Freuden, sei start in seiner Kraft. Sei auch zur Zeit der Leiden noch Christ und tugendhaft. Und dann ergreif im Glauben den Trost der Ewigkeit. Wer kann dir diesen rauben! der allen Gram zerstreut? 6. Sei froh, dein Gott regieret! sein Rath ist, wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Du denkst wohl unterdessen: der Herr erbarmt sich nicht! der Herr hat mein vergessen! doch höre, was er spricht: 3. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen hochheilig, weis und gut. Und was 7. Ist auch der Mütter er seinen Kindern zu ihrem eine, die ihres Sohns verHeil erfah, kann kein Er- gißt?-denk an dieß Wort schaffner hindern. Wenn und weine die Freudener gebeut, stehts da. thrän, o Christ! und 4. Gott zählet deine könnt sie ihn vergessen, will Zähren, und wird, was ich doch deiner nicht, ich gut ist, gern auch deinem deiner nicht vergessen! der Wunsch gewähren. Sei Herr ists! der es spricht. 8. Mit 396 Vertrauen auf Gott 8. Mit ruhigem Ge- ich dirs noch sage, mein müthe verlaß auf ihn dich Leid und auch mein Wohlfest, und wiss, daß seine ergehn. Güte dich ewig nicht ver- 3. Auf deine Hand zu läßt. Er will nach einer schauen, dir kindlich zu Weile dich desto mehr er- vertrauen, das, Herr, ist freun. Zu deinem größern meine Pflicht. Ich will Heile verzieht er; harre fic treulich üben, und dich, ſein. mein Vater, lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen 9.Wohl dir alsdann, du Trener! Wie groß ist einst dein Lohn! Dein Richter, dein Befreier reicht dir die kleidest, und alle Thiere Siegeskron. Auf kurze weidest, du Schöpfer der Prüfungstage folgt ewger Natur, weißt alles, was Preis und Dank; dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und gläube nur. 5, Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die mich verborgen in meinem Geiste nagt, werf ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hilfe fragt. 468. Die Ruhe senkt sich wieder zc. Mas W as soll ich ängstlich klagen und in der Noth verzagen! Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlsein 6. Wenn meine Augen fehle. Genug zum Trost, thränen und sich nach Hilfe mein Herz, für dich. sehnen, so klag ich dirs, 2. Was nützt es, ängst- dem Herrn. Dir, Valich sorgen, und jeden neuen ter, dír empfehle ich jeden Morgen mit neuem Kum- Wunsch der Seele. Du mer sehn? Du, Vater hörst, du hilfft, du segmeiner Tage, weißt, eh nest gern. 7. Dut und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden. 397 7. Du, der mir hier im und Sinn ergeben. Was Leben schon größres Heil böse scheint, ist mir Gegegeben, und deinen Sohn winn, der Tod selbst ist geschenkt! du wirst mir alles mein Leben. Ich bin sein schenken, und mir zum Be- Kind, was von der Sünd sten lenken, was mich zu er selbst zu sich gezogen; Sorgen reizt und kränkt. ob er gleich schlägt und 8. Du führest, Herr, Kreuz auflegt, bleibt doch die Deinen nie so, wie sein Herz gewogen. sie es meinen, nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 2. Ich glaube fest, es fehlt mir nicht, mein Vater muß mich lieben. Verbirgt er gleich sein Angesicht, so will er mich nur üben, mich durch Geduld in 9. Wenn ich hier Tie- seiner Huld gewöhnen, fest fen sehe, und es nicht ganz zu stehen; wenn sich mein verstehe, was du mit mir Geist nur treu erweist, wird gethan; kann ich doch deß er mich schon erhöhen. mich trösten, du nimmſt mich, mich Erlöften, gewiß dereinst zu Ehren an. 3. Er hat mich selber zugericht, mir Leib und Seel gegeben. Er ists, der Un10. Dort, bei der terhalt verspricht, er fristet Frommen Schaaren, dort, mir das Leben, erbarmet werd ich es erfahren, wie sich, und zählet mich aus gut du mich geführt. Da Gnaden zu den Seinen. sing ich dir mit Freuden Wer so viel thut, deß Herz nach überstandnen Leiden ist gut, und kanns nicht den Dank, der deiner böse meinen. Huld gebührt. do 469. Was mein Gott will 2c. Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz Ich 4. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Macht in allen Thaten; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu helfen und zu 398 Vertrauen auf Gott zu rathen. Er weiß, wenn Geduld; die Vaterhuld Freud, er weiß, wenn Leid wird sich doch endlich finuns, seinen Kindern, diene; den. Angst, Noth und und was er thut, ist alles Qual wird auf einmal, gut, obs noch so traurig schiene. gleich wie ein Dampf verschwinden. 5. Du denkest zwar, 8. Ei mun, mein Gott, wenn du nicht hast, was so fall ich dir getrost in deiFleisch und Blut begehret, ne Hände: Machs, wie als ob dich Gott mit großer du willst, und gieb du mir Last und gar im Zorn bis an mein selges Ende, beschweret; hast spät und was du, Herr, weißt, das früh viel Sorg und Müh, meinen Geist erbauet, trözu deinem Wunsch zu kom- stet, lehret; was deinen men, und denkest nicht, Ruhm, mein Christendaß, was geschicht, ge- thum und meinen Glauscheh zum Heil der From- ben mehret. men. 9. Giebst du mir Ruh 6. Fürwahr, der dich undSonnenschein, so nehm geschaffen hat und sich zur ich es mit Freuden. Solls Ehr erbauet, hat längst in aber Kreuz und Unglück seinem weisen Rath auch sein, will ichs geduldig auf dein Heil geschauet. leiden. Soll ich allhie noch Er sieht voll Treu, was fort voll Müh, voll Sorg dienlich sei fürdich und für und Kummer leben, ich die Deinen, drum laß ihn folge dir noch für und für nun, was er will, thun, gelassen und ergeben. er kanns nicht böse meinen. 10. Soll ich denn auch 7. Wills Gott, so des Todes Bahn und kanns nicht anders sein, finstre Straße reisen; du es muß zuletzt erfreuen, und Leiden, Kummer, Noth und Pein muß dir zum willst! getrost tret ich sie an; dein Licht wird sie mir weisen. Du bist mein Heil gedeihen. Wart in Gott, der Noth und Tod zut und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden. 399 zu solchem Zwecke kehret, zurück, zähle Kummer, daß dich mein Geist dort Sorg und Plage, zähle ewig preist, und mit den Freude, Nuh und Glück! Engeln ehret. sag, ob Gott nicht immerdar weise, hilfreich, gütig war! 470. Gott des Himmels und der zc. 5. Widme Gott dein uälet mich nicht, bange Thun und Leben, tran auf Sorgen, mein Ver- ihn und sorge nicht. Sorsorger lebt und wacht; ihm gen, helfen, schützen, geist alles unverborgen, was ben ist des Vaters Lust die Christen traurig macht. und Pflicht. Nahe dich Was mein Gott beschließt zum Herrn, und sprich: und thut, chret ihn, und Gott, du kennst und lieist mir gut. best mich. 2. Ehe noch die Berge waren, war mein Schick6. Werde niemals wansal ihm bekannt; und den kelmüthig. Bist du schwach, Lauf von meinen Jahren Gott ist getreu; bist du zaglenket scine milde Hand. haft: Gott ist gütig; suchst Nichts geschieht von ohn- du ihn: er eilt herbei; biſt gefähr, alles kömmt von du sorgsam: Gott weiß oben her. Rath, Gott, der alles ist und hat. 3. Bin ich Sünder, bin ich Ärmer solcher großen Güter werth? Gott, mein 7. Vater, ewig reich an Vater, mein Erbarmer, Güte, mächtiger Regent giebt mir, was mein Herz der Welt, dieß ist stündbegehrt. Eh ich oft noch lich meine Bitte: thu mit klopfen kann, wird mir mir, was dir gefällt. Gott auf- und Guts gethan. bleibt meine Zuversicht: weicht ihr Sorgen, quält 471. 4. Seele, zähle meine Tage bis auf die Geburt mich nicht! 400 Vertrauen auf Gott, 471, den fehlen; nein, sie zum bessern Erbtheil rufft: Dein Sohn ging auf der O süßer Trost bei Jesu Grabe zc. Herr und Schöpfer Leidensbahn uns zum unsres Lebens, du hegst Erempel selbst voran. ein wahres Vaterherz. Kein Mensch hofft je auf 5. Du zählst und segnest dich vergebens; du siehst unsre Tage, und dieses und linderst gern den Lebens Ungemach ist uns Schmerz, wenn wir als zum Heil gewählte Plage. Kinder auf dich sehn, und Ein ewig Wohlfein folgt dich um deine Hilfe flehn. ihr nach. Du führst die 2. Dem Fluche, der die Deinen in der Zeit durch Welt noch drücket, die Leiden zu der Herrlichkeit. ganz im Argen sicher liegt, 6. Wenn dein Geschöpf, hast du zwar schon dein liebreicher Vater, zu dir Volk entrücket, das durch um Hilf und Nahrung den Glauben an dich siegt. schreit, so bist du immer Es wird von deiner Huld der Berather, der es zu bedeckt, wenn dein Gericht rechter Zeit erfreut. Du, die Sünder schreckt. den der Engel froh erhebt, du sorgst für alles, was da lebt. 3. Allein des Lebens bange Sorgen beschweren hier noch oft ihr Herz. Oft hältst du, Retter, dich 7. Drum laß mich einverborgen, als kenntest du zig auf dich sehen, und nicht ihren Schmerz. Der gern nach deiner weisen Stolze wühlt im Ueberfluß Wahl, nach deinem Rath oft, wenn der Fromme die Welt durchgehen. Du darben muß. bist bei mir im finstern 4. Doch, Herr, der du Thal. Ja, Herr, mein der Menschen Seelen nicht Glaube traut auf dich. bloß für dieses Leben schufst, Du leitest mich recht väwo uns vollkommne Freu- terlich. 472. und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden. 401 472. Die Ruhe senkt sich wieder zc. Zas ists, daß ich mich gewähret, Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schäßzet, fei quäle? harr Gottes, Herr, mein Gott, mir meine Seele! harr und sci ewig fern. unverzagt. Du weißt nicht, 6. Sind auch der Krankwas dir nützet; Gott weiß heit Plagen, der Mangel cs, und Gott schützet, er schwer zu tragen, noch schüßzet den, der nach ihm schwerer Haß und Spott: fragt. so harr ich und bin stille Was 2. Er zählte meine Tage, zu Gott; denn nicht mein mein Glück und meine Pla- Wille, dein Wille nur gege, ch ich die Welt noch scheh, o Gott. sah. Eh ich mich selbst 7. Du bist der Müden noch kannte, eh ich ihn Stärke, und aller deiner Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wis 3. Die kleinste meiner derfahren, wenn Gott mich Sorgen ist dem Gott nicht will bewahren? und du, verborgen, der alles sieht mein Gott, bewahrest mich. und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch 473. Was Gott thut. das ist ze. die größte Laft der Welt. Mas zagst du? Gott re4. Ich lebe nicht auf Er- giert die Welt; und den, um glücklich hier zu der ist ja allmächtig. Den werden; die Lust der Welt Arm, der alles Fleisch vergeht. Ich lebe hier, im erhält: was macht dir den Segen den Grund zum verdächtig? Wenn MeeGlück zu legen, das ewig, resfluth, Schwert, Feuerswie mein Geist, besteht. gluth uns schon ereilet 5. Was dieses Glück hätten, da fann doch er vermehret, sei mir von dir nech retten. Sc 2. Was 402 Vertrauen auf Gott. 2. Was zagst du? Gott dir bei jedem Harme, wie regiert die Welt; und der gern er sich erbarme. ist ja allwissend. Selbst 6. Was zagst du? Gott was dein Herz verborgen regiert die Welt; und er iſt hält, ist dennoch ihm wohl auch geduldig. Zwar wenn wissend. Sollt ihm dein er ins Gericht uns stellt, Schrein verborgen sein? sind selber Fromme schulDie Bitte, die du thatest, dig. Doch sein Gericht wußt er, noch eh du bateft. trifft Fromme nicht. Drum 3. Was zagst du? Gott sei gewiß, er schone auch regiert die Welt; und er dein in seinem Sohne. ist der Allweise. Stets 7. Nun, Gott, da du dient der Weg, der ihm die Welt. regierst, wie dürft gefällt, zum Heil dir, ihm ich ängstlich zagen? Ein zum Preise. Er führt ge= Leid, in welches du mich wiß aus Finsterniß und aus führst, soll nie mich niederder Nacht der Leiden ins schlagen. Ich hoff auf Hellste Licht der Freuden. dich. Du läsfest mich bald 474. Wie sollt ich dich mein Gott zc. 4. Was zagst du? Gott deine Hilfe schauen. Dir, regiert die Welt; ist stets dir will ich vertrauen. allgegenwärtig; wenn sich dein Herz verlassen hält, dir nah, zu helfen fertig. Sein Odem nur trägt die Mein lieber Gott! gedenke Natur; trägt, wo auch meiner im Besten jetzt jeder walle, doch allent- und allezeit; denn, außer halben alle. dir ist auch nicht einer, 5. Was zagst du? Gott der mich mit Rath und regiert die Welt; und der Trost erfreut. Dein Wort ist dein Erbarmer; dir sagts macht mich voll Zuverein theures Löse Geld; sicht, und sagt mir: Gott auch Sündern ein Erbar- vergißt dein nicht. mer. Auf! fasse Muth! 2. Gedenke meiner, wenn des Sohnes Blut sagts ich höre dein süßes Evange= = und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden. 403 gelium! und mache mir die gedenken kaun, und siehe Himmels Lehre zur Kraft mich mit Wohlgefallen in im wahren Christenthum, meinem ganzen Leben an. daß sie mir stets ins Herze Denn giebst du mir, was dring, und hundertfältig dir gefällt, so ists um mich Früchte bring. recht gut bestellt. = 3. Gedenke meiner, wenn 7. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke stets in ich sterbe, und wenn mich Gnaden drauf; weil ich in alle Welt vergißt; versetze Christo vor dich trete, so mich in jenes Erbe, wo schließ mein Herz mir gnä- du mein Theil und Leben dig auf; doch gieb mir, Va- bist. Denn bleibst du nicht ter, das allein, was mir im Himmel mein, so möcht kann gut und selig sein. ich nie geboren sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich 475. nicht im Zorne hin. Weil Herzliebster Jeju, was haft 2c. a. ich ja, leider, wie wir alle, in Herz, o Gott, in im Fleische schwach und Leid und Kreuz geduldig, blöde bin, so fördre meinen das bin ich dir und meinem Gang und Stand durch Heile schuldig. Laß mich Kraft und Stärke deiner die Pflicht, die wir so oft Hand. vergessen, täglich ermessen. 5. Gedenke meiner, wenn 2. Bin ich nicht Staub, ich leide; wen hab ich sonst, wie alle meine Väter? Bin als dich allein, der, bei ich vor dir, Herr, nicht der Menschen Haß und ein Uebertreter? Thu ich Neide, mein Freund und zu viel, wenn ich die schweTröster könnte sein? Mit ren Tage standhaft ertrage? dir verlacht mein froher 3. Wie oft, D Gott, Muth der Welt und aller Feinde Wuth. wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unfrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient 6c 2 6. Gedenke meiner auch in allen, woran ich nicht 404 Vertrauen auf Gott, dient bekommen, Trübsal ihr ewgen Freuden, dieser der Frommen. Zeit Leiden? Iſt als 4. Ist Dürftigkeit, in 9. Wenn ich nur nicht der die Trägen klagen; mein Elend selbst versind Haß und Pein, die schulde; wenn ich Stolz und Wollust tragen; Mensch, als Christ hier des Schwelgers Schmerz, leid und dulde; so kann des Neids vermißte Freu- ich mich der Hilfe der Erden, christliches Leiden? lösten sicher getrösten. 5. Ist deren Qual, die 10. Ich bin ein Mensch deinen Rath verachtet, nach und Leiden müssen kränken: Gottesfurcht und Glauben doch in der Noth an seinie getrachtet, und die sich nen Schöpfer denken und jetzt in finstrer Schwer- ihm vertraun, dicß stärket muth quälen, Prüfung der unsre Herzen mitten in Seelen? Schmerzen. 6. Doch selbst, o Gott, 11. Schau über dich, wer in Strafen unsrer Sünden trägt der Himmel Heere? läßt du den Weg zu unserm Merk auf, wer spricht: bis Heil uns finden; wenn wir hierher! zu dem Meere! fie uns, die Missethat Ist er Missethat Ist er nicht auch dein haffen, züchtigen lassen. Helfer und Berather, ewig dein Vater? zu zu 7. Jag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten die nen müssen. 12. Willst du so viel als der Allweise wissen? Jetzt Du, Herr, weißt du nicht, warum du müssen; allein du regierst, und ewig wirkt leiden dein Wille Gutes die Fülle. wirst, was seine Wege 8. Ich bin ein Gast und waren, schon einst erfahren. Pilger hier auf Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; 14. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu und gegen euch, was sind, empfahen; und mit dem Trost und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden, 405 Trost der Hilfe, die wir nicht dann Sicherheit gemerken, andre zu stärken. währte, und ruhig bleiben. 14. Das Kreuz des lehrte. Herrn wirft Weisheit 4. Nicht unser Wille und Erfahrung; Erfahrung soll geschehn, du wähleft gicbt dem Glauben Muth selbst das Beste; wenn Erd und Nahrung. Ein star- und Himmel untergehn, kes Herz steht in der Noth steht diese Wahrheit fefte. noch feste. Hoffe das Beste! O! daß wir sie durch Leichtfinn nie an unsern Seelen schwächten; sie nie verken476, Was Gott thut, das ist zc. ott! dir vertraun, iſt nen möchten! Gott! 5. Dann würde diese meine Pflicht, ist Se- Prüfungszeit nicht traurig ligkeit und Leben; dieß kann uns verschwinden; uns feine dem Herzen Zuversicht, und Widerwärtigkeit des Lebens Trost und Freuden geben. muthlos finden. Dann säDes Lebens Müh versüßet hen wir voll Hoffnung hier sic; und läßet uns hienie- mit Palmen und mit Kroden im Laufe nicht ermüden. nen die Ucberwinder lob2. Auf Erden wechseln nen. bis ans Grab Zufrieden- 6. Gott! heilige du selbst heit und Sorgen beständig mein Herz, damit ich dir mit einander ab, wie Mit- vertraue und mit Gelassenternacht und Morgen. Das heit im Schmerz hinauf Unglück flicht, die Freude gen Himmel schaue! Einft blüht; und kaum ist sie preis auch ich auf ewig dich empfunden, so ist auch sie für überstandne Leiden, im verschwunden. Lande sichrer Freuden. 3. Wie würde da voll Aengstlichkeit uns jeder Tag verfließen, und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen: wenn Zuversicht zu dir uns 477. In dich hab ich gehoffet zc. ei, Seele, ftark und unverzagt, wenn irgend Sc 3 Vertrauen auf Gott, gend dich ein Kummer er ist getreu, und stehet plagt; befiehl Gott deine dir als Vater bei in allem Sachen. In aller Pein Kreuz auf Erden. Der vertrau allein auf ihn, er Leiden Heer wird nie zu wirds wohl machen. schwer durch ihn dem Chri406 2. Kein Leiden kommt sten werden. von ungefähr, wenns noch 7. Es haben ja zu aller so unverschuldet wär; sein Zeit die Heiligen in TrauRath hats so hats so ersehen; rigkeit hier oftmals wanDrum sci nur still; was deln müssen? warum willst dein Gott will, laß immer du hier nur von Ruh, und gern geschehen. nichts von Trübsal wissen? 8. bet und sich auf deinen Gott in aller deiner nicht schädlich sein, Gott Angst und Noth! laß, wie kann sein Kind nicht haf- er will, es gehen! Sein sen. Wer ihn nur liebt, Will ist gut; behalte sich ihm ergiebt, den wird Muth! Gott wird dich er nicht verlassen. einst erhöhen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so solls dir doch 4. Wie lange währt der 9. Der du eir Gott des Frommen Leid? nicht ewig, Trostes bist, laß jeden, Herr, nur kurze Zeit. der hier traurig ist, doch Nach überstandnem Leide deinen Trost empfinden. erquickest du ihr Herz mit Hilf, den du liebst und Ruh und einst mit ewger prüfend übst, das Leiden Freude. überwinben. 5. Drum hab, o Scele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Er ziehet dich durchs Kreuz zu sich, zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott; 478. Wenn wir in höchsten Nöthen c. Von dir, o Vater! nimmt mein Herz Glück, Unglück, Freuden oder Schmerz, von dir, der nichts und gelassene Ücbergebung an ihn im Leiden. 407 nichts als licben kann, voll Dank und voll Vertrauen an. 7. Dann hörtest du, o Herr, mein Flehn, und eiltest bald mir beizustehn. 2. Nur du, der du all- Du öffncteft mein Auge weise bist, nur du weißt, mir; ich sah mein Glück, was mir heilsam ist; nur du und dankte dir. siehst, was mir jedes Leid für Heil bringt in der Ewigkeit. 8 Sagts alle, die Gott je geprüft, die ihr zu ihm um Hilfe rieft; fagts, 3. Ist alles dunkel um Fromme, ob er das Gemich her, die Seele müd bet Geduldigleidender verund freudenleer: bist du schmäht? doch meine Zuversicht; bist in der Nacht, o Gott, mein Licht. 9. Ja, Chrift, wo niemand hilft, hilft er! von allen, allen Zeiten her war er der Helfer immerdar, wird er auch bleiben, was 4. Verzage, Herz, verzage nie, Gott legt die Last auf, Gott fennt fie, er war. Er weiß den Kummer, der dich quält, und geben kann früh oder spät, wo Dank und Freud aus Leid enter, was dir fehlt. 10. Die Stunde kömmt 5. Wie oft, Herr, zagt steht. Vielleicht, daß, eh du ausgeweint, dir Gott ich, und wie oft half deine mit seiner Hilf erscheint. Hand mir unverhofft! den 11. Schau deinen HeiAbend weint ich, und bald land gläubig an! Wenn darauf ging mir ein froher niemand dich erquicken Morgen auf. kann: so trau ihm; er ver6. Oft sah ich keinen läßt dich nicht, und freut Ausgang mehr; dann weint sich deiner Zuversicht. ich laut, und klagte schr: 12. Einst hat er auch, Wo bist du, Gott? wie der Menschenfreund, im schauest du denn meinem Thränenthale hier geweint. Elend hilflos zu? Auf deine Thränen giebt er ( Sc 4 Acht; Vertrauen auf Gott. meinem Gott, wenns ihm gefällt, will ich mein Herz 13. Und helfen will er, auch stillen Dir, Herr, zweifle nicht! er hält ge- befehl ich meine Seel in treu, was er verspricht: meinen letzten Stunden. du sollst ja nicht verlassen Dein Sohn, o Gott, hat sein; dieß laß dein sorgend Grab und Tod für mich Herz erfreun auch überwunden. 479. 480. Eigne Melodie Ach Herr. mich armen Sünder 20. Was mein Gott will, ge- Befiehl du deine Wege scheh allzeit, sein Will und was dein Herz nur ist stets der beſte 3u helfen kränkt, der allertreusten ift er dem bereit, der an ihn Pflege deß, der den Erdglaubet feste. Er hilft aus kreis lenkt. Der Wolken, Noth, der trene Gott, und Luft und Winden giebt züchtiget mit Maaßen. Wer Wege, Lauf und Bahn, ihm vertraut, fest auf ihn der wird auch Wege finbaut, den wird er nie ver- den, wo dein Fuß gehen lassen. kann. 408 Acht; und dir zu helfen hat er Macht. 2. Gott ist mein Trost 2. Dem Herrn mußt und Zuversicht, mein Hoff du vertrauen, wenn dirs nung und mein Leben, dem soll wohlergehn; auf sein was Gott will, das mir Werk mußt du schauen, geschicht, will ich nicht wi- wenn dein Werk soll bestehn. derstreben. Sein Wort Mit Sorgen und mit Gråund selbst gemachter ist wahr, er hat mein Haar men auf meinem Haupt gezäh- Pein läßt Gott sich doch let. Er sorgt und wacht, nichts nehmen; es muß und seine Macht gicbt alles, erbeten sein. was uns fehlet. 3. Weg hat er aller3. Und muß ich einft wegen, an Mitteln fehlts von dieser Welt hingehn ihn nicht! sein Thun ist nach seinem Willen, zu lauter Segen, sein Gang ift und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden, 409 ist lauter Licht; sein Werk 7. Er wird zwar eine kann Niemand hindern, sein Weile mit seinem Trost Wirken darf nicht ruhn, verzichn, und thun an seiwenn er, was seinen Kin- nem Theile, als hätt in dern ersprießlich ist, will seinem Sinn er deiner sich thun. begeben, als sollst du für 4. Hoff, o bedrängte und für in Angst und NöSeele, hoff und sei un- then schweben, als frag er verzagt; Gott wird dich nichts nach dir. aus der Höhle, da dich 8. Wirds aber sich beder Kummer plagt, mit finden, daß du ihm treu großer Gnade rücken; er- verbleibst, so wird dein warte nur die Zeit, so wirst Leid verschwinden, wenn du schon erblicken die Sonn dus am mindsten gläubft; der schönsten Freud. er wird dein Herz erlösen 5. Auf! auf! gicb dei- von der so schweren Last, nen Schmerzen und Sor- die du zu keinem Bösen gen gute Nacht, verbann bisher getragen hast. aus deinem Herzen, was 9. Wohl dir! denn deine dich so traurig macht. Bist Treue trägt nun den Sieg du doch nicht Regente, der davon. Dir ist geholfen! alles führen soll! Gott sitzt Freue dich beim erkämpften im Negimente und führet Lohn! Gott giebt dir einst die Palmen des Siegs alles wobl. 6. Ihn, ihn laß thun in deine Hand; und du und walten. Er ist ein singst Freudenpsalmen ihm, weiser Fürst, und wird sich der dein Leid gewandt. so verhalten, daß du dich 10. Mach End, o Herr, wundern wirst, wenn er, mach Ende mit aller unsrer wie ihm gebühret, mit wun- Noth Reich uns die Vaderbarem Nath das Werk terhände, und laß bis in hinausgeführet, das dich den Tod uns allzeit deiner bekümmert hat. Pflege und Treu empfohCc 5 len Vertrauen auf Gott, len sein: so gehen unsre 4. Es kann ihm nichts Wege gewiß zum Him- gefallen, als was uns nüßmel ein. 481. Helft mir Gottes Güte preisen ze. lich ist; gut meint ers mit uns allen, er gab uns Jefum Chrift. Hat er so viel gethan, so wird er auch Von on Gott will ich nicht gewähren, was unsern Leib laffen, denn er verläßt ernähren, den Geist er= mich nicht. In Kummer freuen kann. mich zu faffen, giebt er mir 5. Lobt ihn mit Herz Kraft und Licht. Er steht und Munde, ihn, der uns mir hilfreich bei; mit je- beides schenkt. Wie selig dem neuen Morgen weiß ist die Stunde, darin er mich zu versorgen, ich man sein gedenkt! So sei auch, wo ich sei. braucht man recht die 2 Wenn Menschen Zeit. Wir sollen ja auf gunst und Liebe in Kalt- Erden durch ihn schon selig sinn sich verkehrt, bleibt werden, noch mehr in er voll Mitleidstricbe, er, Ewigkeit. 410 der mein Flehen hört. Er 6. Mag doch die Welt hilft in jeder Noth, hilft vergehen mit aller ihrer von der Sünde Banden, Pracht. Das Heil bleibt befreit von ihren Schan- ewig stchen, das Gott mir den, und rettet selbst vom zugedacht. Zwar schließ Tod. ich hier den Lauf; doch, 3. Ihm, ihm will ich wenn ich nun im Grabe vertrauen, auch in der genug geruhet habe, weckt schwersten Zeit auf seine er mich wieder auf. Hilfe bauen; er wendet 7. Die Seel ist unveralles Leid. Ihm sei es loren in Gottes Vaterheimgestellt; Leib, Secle, hand; der Leib wird neu Gut und Leben sei Gott geboren zum bessern Vadem Herrn ergeben! Er terland. Wie selig werd machs, wies ihm gefällt! ich sein! Mit Gott und fei und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden 411 seinen Frommen soll ich Wort kann nimmer trümich da vollkommen, soll gen. Er führet mich auf ich mich ewig freun. rechter Bahn; daran laß 8. Ob ich gleich nun auch ich mir gnügen. Und seidulde viel Leiden dieser Zeit, ne Huld, hab ich Geduld, wie ichs auch oft verschul- wird alles Unglück wenden; de, kommt doch die Ewig- es steht in seinen Händen. keit, so großer Freuden voll, 3. Was Gott thut, das die, da ich Christum ken- ist wohlgethan! Er wird ne, und mich von ihm mich wohl bedenken! er, nicht trenne, mein Erbtheil der so gern hilft jedermann, werden soll. wird mir, was gut ist 9. Das ist des Vaters schenken. Denn seine Treu Wille, der uns erschaffen ist immer neu; drum will ich bat, aus seines Sohnes auf ihn bauen und seiner Fülle empfahn wir Gnad Güte trauen. um Gnad; er giebt uns 4. Was Gott thut, das seinen Geist, damit er uns ist wohlgethan! er ist mein regiere, die Bahn zum Licht und Leben, der mir Himmel führe. Hoch sei nichts Böses gönnen kann; der Herr gepreist! ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. wohl getban! ce bleibt 5. Was Gott thut, das gerecht sein Wille. Wie er ist wohl gethan! Muß ich fängt meine Sachen an, den Kelch gleich schmecken, will ich ihm halten stille, der bifter ist nach meinem Er ist mein Gott, der in Wahn; laß ich mich doch der Noth mich wohl weiß nicht schrecken, weil doch zu erhalten: drum laß ich zuletzt ich werd ergötzt mit ihn nur walten. süßem Trost im Herzen, 482. Eigne Melodie. Mas as Gott thut, das ist 2. Was Gott thut, das da weichen alle Schmerzen. ist wohl gethan! Sein 6. 412 Vertrauen auf Gott, 6. Was Gott thut, das der Staub giebt ihn zu ist wohlgethan! Dabei will erkennen. ich verbleiben. Es mag 4. Was auf Bergen und mich auf die rauhe Bahn in Gründen, in der Höh, Noth, Tod und Elend in der See, oder sonst zu treiben; so wird Gott mich finden, rühmt die Weisdoch väterlich in seinen Ar- heit seiner Werke; jeder men halten Drum laß Wurm, Pliß und Sturm ich ihn nur walten. preiset seine Stärke. 483. Fröhlich soll mein Herze zc. ei zufrieden mein Gemüthe! Gott ist gut, 5. Sollt ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben! Leib und Seel ist sein Geschenke. Bin ich was er thut, ist voll ich nicht verpflicht, wenn ich und Güte. Er nur weiß dieß bedenke? Se in allen Sachen, groß an 6. Wie mich fein geRath wie von That, alles treues Sorgen Tag und wohl zu machen. Nacht nimmt in Acht, das und zeigt jeder Morgen 2. Beides, Erd Himmel, preisen seine kein Augenblick verschwinMacht; Tag und Nacht det, der mich nicht, Gott, müssen sie beweisen. Sonn mein Licht, dir zum Dank und Mond, das Heer der verbindet. Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 7. Setten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott, 3. Schau die Werke sie tragen. War nicht mehr seiner Hände! Mensch und Geduld vorhanden, deine Thier zeigen dir seinen Kraft hat geschafft, daß Ruhm ohne Ende. Was ichs überstanden. wir noch so kleines nen8. Nun, mein Herz, nen, Gras und Laub, selbst das hat schon lange Gott ge= und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden. 413 gethan; denke dran, wird wieder zu sich kehren; nehm dir jemals bange, als wollt ers hin, ich will ihn dener dich ganz verlassen. Es noch fröhlich ehren. geschieht wahrlich nicht; 4. Schickt er mir ein er kann dich nicht hassen. Kreuz zu tragen, dringt 9. Drum ergicb dich herein Angst und Pein: seinem Willen; heiße gut, sollt ich drum verzagen? was er thut; er wirds auch Der es schickt, der wirds erfüllen. Denn er ist in auch wenden; er weiß wehl, allen Sachen groß von wie er soll alles Unglück Rath, wie von That; er, enden. er wirds wohl machen. 484. Eigne Melodie. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; soll ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott, und schlägt mit Maßen; er, mein Licht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und mir den nehmen? Wer will ihre Rotten, können mir mir den Himmel rauben, nichts mehr hier thun, als den mir schon Gottes Sohn meiner spotten. Laß sie beigelegt im Glauben? spotten, laß fie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. Wa arum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch; Wer will 2. Nackend kam ich einst ins Leben, da es mir ward von dir, Herr, zuerst ge- 7. Unverzagt und ohne geben; nackend geh ich von Grauen soll ein Christ, wo der Erde, wenn ich sie, nach er ist, stets sich laffen viel Müh einst verlassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll 3. Gut und Blut, Leib, der Muth dennoch gut und Scel und Leben ist nicht fein stille bleiben. mein; Gott allein ist es, 8. Kann uns doch der ders gegeben. Will ers Tod nicht tödten, sonwerde. dern Vertrauen auf Gott, 414 dern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, en485. Eigne Melodie. W digt dieses Lebens Leiden, er nur den lieben Gott und macht Bahn, da man läßt walten, und hofkann gehn zu Himmels fet auf ihn allezeit, den freuden. will er wunderbar erhalten 9. Da, da will an bessern in aller Noth und TrauSchätzen ich mein Herz rigkeit. Wer Gott, dem auf den Schmerz ewiglich Allerhöchsten, traut, der ergötzen. Hier ist kein hat auf keinen Sand gerecht Gut zu finden; was baut. die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was 10. Was sind dieses hilft uns unser Weh und Lebens Güter? Unbestand, Ach? Was hilft es, daß wir eitler Tand, Kummer der alle Morgen beseufzen unser Gemüther. Dort, dort Ungemach? Wir machen sind die edlen Gaben, da unser Kreuz und mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. Leid nur größer durch die Traurigkeit. 11. Herr, mein Hirt, 3. Man halte nur ein Brunn aller Freuden, du wenig stille und sei doch bist mein, ich bin dein, in sich selbst vergnügt, wie niemand kann uns scheiden. unsers Gottes GnadenIch bin dein, weil du dein Wille, wie sein AllwissenLeben und dein Blut, mir heit es fügt. Gott, der zu gut, haft dahin gegeben. uns ihn hat auserwählt, 12. Du bist mein, weil der weiß auch sehr wohl, ich dich fasse, und dich nicht, was uns fehlt. o mein Licht, aus dem Her4. Er kennt die rechten zen lasse. Laß mich, laß Freudenstunden; er weiß mich hingelangen, wo du wohl, was uns nützlich mich, und ich dich, ewig sei. Wenn er uns nur werd umfangen. hat treu erfunden, aufrichtig, und gelassene Ücbergebung an ihn im Leiden. 415 tig, ohne Heuchelei, so verließ. Mag doch die kommt er, eh wirs uns Welt ihn hassen. Gott versehn, und lässet uns hält, was er verhieß. Er viel guts geschehn. will die Seinen schützen; 5. Denk nicht in deiner nimmt ihrer stets sich an; Drangfalsbitze, daß du von giebt gern, was ihnen nüGott verlassen seist; daß ßen, sie ewig freuen kann. ihm nur der im Schooße 2. Sein Wille sei mein sige, den alle Welt für Wille; er thu, was ihn glücklich preist. Die Zt gefällt. Ich halt ihm kindkunft ändert oft sehr viel, lich stille, im Kummer dieund setzet jeglichem sein Ziel. fer Welt. Der Erde kur6. Es find ja Gott sehr ze Freuden sind nicht die leichte Sachen und seiner Seligkeit, die, wenn wir Allmacht gilt es gleich: standhaft leiden, im Himden Reichen klein und arm mel uns erfreut. zu machen; den Armen aber groß und reich. Er ist der rechte WunderMann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 3. Mit freudigem Gemüthe im Leiden zu beftehn; will ich zu Gottes Güte um Muth und Stärke 7. Sing, bet und geh flehn. Er wird, er wird auf Gottes Wegen; ver- mich trösten, und mein Bericht das deine nur getreu; schüßzer sein; mich, ist die und trau des Himmels rei- Noth am größten, von chem Segen, so wird er jeder Angst befrein. bei dir werden neu. Denn 4. Wenn ich ihm angewer nur seine Zuversicht höre, wenn ihm mein Herz auf Gott setzt, den ver- gefällt: was brauch ich läßt er nicht. Macht und Ehre? was Schäße dieser Welt? Mein Reichthum ist im Himmel, 486. Ach, Herr, mich armen Sünder ic. Keinen einen hat Gott verlas- heißt Jesus; hab sen, der sich auf ihn den, so kann ich ich Erd und 416 Vertrauen auf Gott. und Himmel getroft ver- meine Ungeduld. Du magsts gehen sehn. mit meinen Sachen nach 5. Den will ich fest um- deinem Willen machen; fassen, er litt und starb ich traue deiner Vaterfür mich, und kann mich huld. nicht verlassen. Deß tröst, 3. Es kann mir nichts o Seele, dich. Ich sollte geschehen, du hafts vorselig werden, drum litt er hergeschen, du haſt es Angst und Pein. Wo ist, selbst bestimmt. Nie will wo kann auf Erden doch ich mehr begehren, will größre Liebe sein? gern auch das entbehren, 6. Erlöser, durch dein was deine Baterhuld mir 4. Wohl mir, daß deine Gnade auf dieses Lebens Sterben erwarbst du mir nimmt. mein Heil. Laß mich den Himmel erben; dort sei mein ewig Theil. Du giebst mir Sieg und Kre- Pfade mich leitet und be ne: ach heißer dank ich schüßzt. Hab ich mich dir dann dir dort vor deinem ergeben, wie froh kann ich Throne, als ich hier dan- dann leben! nichts fehlt mir, das mir ewig nüßt, fen kann, 487. Nun ruhen alle Wälder ic. 5. Leg ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines n allen meinen Thaten Lebens Pflicht; irr ich laß ich dich, Höchster, auf finstern Wegen, geh rathen, der alles kann und ich dem Leid entgegen: so hat. Du mußt in allen sei dein Wort mir Troft Dingen, soll etwas mir und Licht. gelingen, mein Helfer sein mit Rath und That. 6. Ja dem, was du beschlossen, dem will ich 2. Nichts hilft mein unverdrossen, getrost entbanges Sorgen vom Abend gegen gehn. Kein Uebel bis zum Morgen, nichts unter allen soll je zu hart mir und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden. 417 mir fallen, ich will es Trost bei dir gefunden freudig überstehn. hat, und keiner je verlassen ist, der dir vertraut hat, Jesu Christ. 7. Dir hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie es dein Wink gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich dich sorgen, du weißt gewiß die beste Zeit. 4. Du nahmst dich meines Elends an; was hast du nicht für mich gethan! Du, der du Mensch wardst, littst und starbst und mir ein ewges Heil erwarbst. 8. So sei nun, Seele, stille, dich leitet dessen Wille, der dich erschaffen 5.3ch fündigte, du halfst mir doch; so gut, so liebhat. Es gehe, wie es reich bist du noch. Dir gehe, dein Vater in der dank ich meine Ruh alHöhe weiß doch in allen lein, ich weiß, der Christ Dingen Rath. wird selig sein. 488. Wein wir in höchsten Nöthen ze. Ach Gott, wie manches Herzeleid bekümmert mich hier in der Zeit! der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Him mel wandeln soll. 6. Ja stets will ich dein Schüler sein, und deiner Lehre mich erfreun; sie foll mir geben Muth in Noth und mir erleichtern meinen Tod. 7. Mit dir bekämpf ich auch gewiß der Tugend größtes Hinderniß, und kämpfend mit der Sinnlichkeit, gewinnt die Tugend Festigkeit. 2. Der Lohn ist ewig, aber ach! zum Laufe fühl ich mich zu schwach. Wo 8. Und wer vertrauet wend ich mich um Hilfe seinem Gott und so wie hin? Dir Jesu, weih du auch selbst im Tod ich Herz und Sinn: noch findlich za ihm Va3. Weil stets mein Herz ter spricht, der fürchtet noch Hilf und Rath und selbst die Bosheit nicht. 9. Der 418 Vertrauen auf Gottaleg dun madis 9. Der glaubet, und er gen, laß mich in meiner glaubet fest, daß Gott die Noth nicht gar verzagen! Frommen nicht verläßt; du weißt den Schmerz, erund so erträgt er Hohn kennst mein Herz, hast du und Schmach, und folgt mirs auferlegt, so hilf dir, sanfter Dulder, nach. mirs tragen. 10. Ja, du sollst stets 2. Ohn deinen Willen mein Beispeil sein, dein kann mir nichts begegnen, Muth soll Stärke mir ver- du kannst verfluchen und leihn; auf dich, o Iefu, auch wieder segnen. Bin will ich sehn, wie du die ich dein Kind, und habs Bahn der Tugend gehn. verdient, gieb wieder Son11. Und soll ich leiden nenschein nach nach trübem auch wie du, so wünsch Regen. ich mir die Seelenruh, 3. Pflanz nur Geduld die nur der fromme Geist durch deinen Geist ins erstrebt, der so, wie du, Herze, daß ich dich ehre für Tugend lebt. 12. Der, wenn er seinen letzten Blick auf seine Bahn nun wirft zurück, wie du, mit Wahrheit sagen kann: nun hab ich meine Pflicht gethan. 13. Heil ihm! sein war tet Seligkeit bei dir, o Gott, in Ewigkeit. Du siehest seiner Tugend Müh, und nun, Gerechter, lohnst du sie. 489. auch beim größten Schmerze; zu seiner Zeit wend ab mein Leid, und heile wieder mein zerschlagnes Herze. 490. Eigne Melodie. Got ott ist mein Heil, mein Hilf und Trost, mein Hoffnung, mein Vertrauen, der mich durch Jesum erlöst, auf ihn will ich fest bauen. Denu ich hab all mein Zuversicht zum lieben Gott As Gott erhör mein gericht; mein Gott verläßt Seufzen und Wehkla- die Seinen nicht. Eigne Melodie. 2. Ver und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden. 419 2. Verläßt mich oft der. Wohl mir! Ich beste Freund, verlassen glaub es feste; ich bins mich die Meinen; so hab gewiß als Christ, daß ich meinen Gott, der meint Gott, der Höchst und es redlich mit den Seinen. Beste, mein Freund und Drum hab ich all mein zc. Bater ist; daß er zu allen Zeiten mir seine Hilfe reicht, im Kampfe mir hilft streiten, in Noth nicht von mir weicht.i 3. Die Seinen hat der treue Goit stets in Gefahr behütet; er ist es, der der größten Noth zu fliehen leicht gebietet. Drum hab ich all mein zc. 3. Der Grund, woraur ich baue, ist Christus und 4. Nicht Ehr und Reich- sein Blut. Bei ihm, dem thum wünsch ich mir auf ich vertraue, find ich mein Erden zu erwerben; nur höchstes Gut. Sonst nichts Frömmigkeit, Herr, gieb in diesem Leben, sonst nichts mir hier, dann laß mich auf dieser Erd; was er selig sterben. Dieß hoff giebt und will geben, das ich voller Zuversicht; mein ist der Liebe werth. ishg Glaube jauchzt und spricht: 4. Er ists, der mich mein Gott verläßt die zum Leben, das ewig Seinen nicht. 491. Jit währt, erhöht; von ihm wird mir gegeben das Glück, das nie vergeht. Ach, Herr, mich armen Sünder. Er ist mein Heil, mein st Gott für mich, so trete Tröster, bereit, mich zu gleich alles wider mich. erfreun; wie könnt ich, So oft ich zu ihm bete, sein Erlöster, verzagt und verliert mein Kummer sich. muthlos sein. Tip! Hab ich nur ihn zum Freunde! wie wohl bin ich daran! Auch wider meine 5. Durch ihn hat meine Seele zu Gott die Zuversicht: auch wenn ich Feinde nimmt er sich Schwacher fehle, verwirft meiner an. er mich doch nicht. Den Dd 2 Kum 420 din BVertrauen auf Gott Kummer meines Herzens genthum, nichts, wonach fieht er erbarmend an, daß Eitle streben, nicht Ansehn, auch zur Zeit des Schmer- Macht und Ruhm, nichts zes, ich sein mich freuen soll mir meinen Glauben kann. an seine Vatertreu ver 6. Sein Geist spricht mindern oder rauben. Er meinem Geiste manchsüßes steht mir dazu bei. Trostwort zu, wie Gott 10. Mein Herz ist nun dem Hilfe leiste, der bei voll Freuden, und kann ihm suchet Ruh; und wie nicht traurig sein; auch ein kurzes Leiden nicht zu selbst die Zeit der Leiden vergleichen sei mit jenen hat für michSonnenschein. ewgen Freuden, dem Lohn Den Trost, den ich nun bewährter Treu. habe, verdank ich Jesu 7. Auf dieß mein Theil Christ, der selbst bei meiund Erbe seh ich voll Zu- nem Grabe mein Freund versicht. Wenn ich gleich und Helfer ist. fall und sterbe, fällt doch 492. Mohl dem, der sich auf mein Himmel nicht. Eeh Lobt Gott in seinem peiligthume ze. ich, auch unter Zähren, hier manche rauhe Bahn; nimmt mich doch Gott zu Ehren dereinst auf ewig an. seinen Gott recht finde lich kann verlassen! und droht ihm auch Gefahr und 8. Dieß stärkt mich auch Noth, mag ihn die Welt im Leiden, dem Höchsten auch hafsen: so wird er treu zu sein. Nichts soll doch nie trostlos sein, denn mich von ihm scheiden, auch Gott, sein Gott, wird ihn nicht die größte Pein. Er erfreun. lenkt sie mir zum Besten, ist mir mit Troste nah; und wenn die Noth am größten, ist seine Hülfe da. 2. Ich trane kindlich, Gott, auf dich, und will nic ängstlich klagen; ich weiß, du unterstützest mich, 9. Nichts, was wir hier hilfft mir mein Leiden traerheben, fein glänzend Ei- gen. Was frag ich nach der und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden. 421 der Menschen Haß! 3st 2. Kommt Feur und Gott mein Freund, wer Wassersnoth, Best, Hunthut mir was? ger, Krieg und Tod; steht 3. Zwar müßt ich schon auf der Todtenbahr, was auf Erden oft des Schmer- dir das Liebste war: so zes Thränen weinen; doch schaffe zc. ließest du mir unverhofft 3. Sei fromm vor Gott auch Trost und Hilf er dem Herrn, thu seinen scheinen. Da lernte ich, Willen gern; trübt dann daß Gott allein der Men- dein Himmel sich, drückt schen bester Freund muß mancher Kummer dich: so sein, schaffe zc. 4. Drum blick ich auch 4. O dulde standhaft voll Zuversicht der künft- hier! einst lohnt dir Gott gen Zeit entgegen; erfüll dafür, für Leiden dieser ich redlich meine Pflicht, Zeit lohnter mit Seligkeit. so bringet sie mir Segen. Drum schaffe dieß dir Gott giebt mir Schutz und Muth zc. Hilf und Nath. Wohl dem, der Gott zum Freunde hat. 494. 493. Wer Sesum bei sich hat zc. Wen sefu, Jesu, meine Freude x. Wohl mir, Jesus, meine Freude, lebet noch und schafft mir Ruh; wenn ich Angst und Trübsal leide, enn Freund und Gut spricht er mir bald freundverschwindt, wenn fich zu. Nun, ich will bei Stärk und Kraft zerrinnt, Jesu halten, Jesus, Jesus und wenn bei bangem soll es walten. Schmerz verzagen will dein 2. Nein, mich soll kein Herz, so schaffe dieß dir Gram ermüden! Leiden Muth: was Gott, dein trag ich mit Geduld, bin Bater, thut, das muß dir mit meinem Glück zufrieheilsam sein! Bertrau auf den, so mir gönnet( Sottes ihn allein. Huld. Wenn mich MenDd 3 schen 422 tai Vertrauen auf Gottuffolg on schen schuldlos hassen, wird gnügt. Denn dieser Trost mich Gott doch nicht ver- ist mir bekannt: es änderts laffen. meines Gottes Hand. 3. Mancher Freund der 2. Er kann es thun, hilfe gerne, sein Vermö- drum will ich hoffen. Er gen ist zu schwach; mancher will es thun, so trau ich Heuchler tritt von ferne, drauf. Sein Vater- Herze der doch wüßte Rath zur steht mir offen und nimmet Sach. Sollt ich nun auf meine Seufzer auf. Sein Menschen bauen? Nein, Wort ist mir ei sichres auf Jesum will ich trauen. Pfand. Da stärkt mich meines Gottes Hand. 4. Wunderbar hilft der Erretter, der die Armen 3. Es kann nicht jeder kann erhöhn; wunderbar, Wunsch gelingen, den man die stolzen Spötter werden sich etwa ausgedacht. Man einst zu Grunde gehn. sieht, wers mit Gewalt Großer Gott! du wirsts will zwingen, daß der nur wohl machen, dir befehl Uebel ärger macht. Gung ,, ich meine Sachen. was mir fehlt, ist Gott bekannt, der hilft durch seine rechte Hand. 5. Mag die Bosheit immer wüthen, schmähe der Verläumter mich: du 4. Die rechte Stunde wirst dennoch mich behü- wird wohl kommen, da setten, guter Gott, ich trau auf dich. Wandle ich auf deinen Wegen, so dient alles mir zum Segen. ne Hilfe mich erfreut. Ich weiß, daß endlich doch den Frommen ihr Wunsch, des Herzens Wohl gedeiht: Mein Glaube hat dieß feste Band: mich segnet meines Gottes Hand. 495. 3 Wer nur den lieben Gott läßt 2c. ch bin bei allem Kummer stille, der mir auf mei5. Wills Gott, so ſtellet sich schon morgen der nem Herzen liegt. Es ist Segen meiner Hoffnung des lieben Gottes Wille, cin; und einst wird er von der mich zu seiner Zeit verallen und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden 423 allen Sorgen und allem dich huldreich zu mirneiLeiden mich befrein; dann gen, daß mein Feind führet meines Gottes wird müssen schweigen. Hand mich in das bessre 4. Gott, du hast durch Vaterland Jesum mir Seelenruh und Heil gegeben; drum vertrau ich willig dir alles, alles Glück und Leben. Dein bin ich bei Glück 356 496. Eigne Melodie. Gott du bleibest doch mein Gott! warst mein Gott bei meinen Freuden, und und Freuden, dein bin ich bists auch im Schmerz bei Schmerz und Leiden, und Noth. Müßt ich noch dein, wenn ich cinst werso viel hier leiden; würd de scheiden. ich mich gedrückt zwar se- 5. Gott, du bleibest stets hen, dech läßt du es nie mein Gott! wenn ich dich geschehen, daß ich gar zum Freunde habe: so vermüßt untergehen. zag ich nicht in Roth, blicke 2. Gott, du bleibest doch standhaft hin zum Grabe. mein Gott; warst es schon Mag dann auch mein in frühern Jahren, hast Leib zerstäuben, mich wird mich oft ans Schmach doch von dir nichts treiben, und Spott, oft errettet du wirst stets mein Gott aus Gefahren; daß ich mir bleiben. freudig fonnte sagen: mein Gott hilft des Lebens Plagen mir mit festem Muth ertragen. 497. Jefus, meine Zuversicht 2c. a. Dennoch bleib ich ſtets 3. Gott, du bleibest doch an dir, wenn mir alles mein Gott! wenn mich gleich zuwider. Keine Feinde schuldlos hassen, Trüvfal drückt in mir wirst du doch, mein guter die gefaßte Hoffnung nieGott, mich mit Hilfe nicht der, daß wenn alles bricht verlassen. Du wirst dich und fällt, dennoch als Retter zeigen, wirst Hand mich hält. Dd 4 deine 1849 2. Leite 424 Vertrauen auf Gott, 2. Feite mich nach dei- 2. Der Mensch, der Ernem Rath, der wohl wun- den Sohn, will der gen derbar geschiehet, aber Himmel steigen? Die ar endlich in der That auf me Creatur, will die dem die schönste Wohlfahrt Schöpfer zeigen, was er siehet. Was du thust, mußz anordnen soll? bedarf der heilsam sein, siehts auch jetztund Rath, der so viel gleich der Mensch nicht ein. tausend Jahr die Welt 3. Nimm mich dort mit regieret hat? Ehren an, wenn ich gnug 3. Ach nein, du großer gekämpfet habe. Führe Gott, als sei dir heimmich die Lebensbahn, zu gestellet, mach du es fünfdem Himmel aus dem tig auch, blos wie es Grabe. Endlich zeige mir dir gefället. Obs gleich das Loos in der Auser- oft übel scheint, so ist doch wählten Schoos. 4. Mag es doch indes- Wundermacht und höchſte endlich gut, was deine sen hier wunderbar mit mir Weisheit thut. ergehen, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will 4. Darneben wollest du, i feste itehen! Ich muß, o Vater, auch verleihen, trotz sei aller Pein, dennoch daß es noch alles mir zum dennoch selig sein. Besten muß gedeihen, dem Lande, wo ich leb, damit es insgemein, und mir insonderheit, erträglich möge 498. O Gott, du fremmer Gott zc. Willst du dir, meine Seel, fein. Gedanken davon ma3. Mein Glaube ist chen, was nicht zu ändern zwar schwach: doch Herr! steht, befiehl Gott alle Sa- aus lauter Gnaden gieb, chen. Was ich nicht fassen daßes heilsam sei, und mir kann, de weiß der Höchste nicht könne schaden, wie wohl, wie er zu seiner wunderbar sichs kehrt; Ehr noch alles richten soll. denn alles steht bei dir, ich will und gelassene Uebergebung an ihn im Leiden. 425 will auch dir allein drum er seinen Segen. Der danken für und für. starke Helfer, unser Gott, 6. Gott Vater! dir, ist in der Noth zugegen nicht uns, nicht uns, Herr, mit Hilf und Rath, zeigt dir sei Ehre! dein Lob, o in der That, daß er den Jesu Christ, dein Lob sich nicht verlasse, der Glauimmer mehre! dir, heilger ben zu ihm fasse. Geist, Gott, dir sei ewig Dank und Preis für alles, das du thust im ganzen Erdenkreis. 4. Wer Jesum liebt und trauet Gott, kann alles überwinden. Der starke Helfer, unser Gott, läßt alles Leid verschwinden. Sein Wort allein kann 499. Wer er Jesum liebt trauet Gott, den wird und aus Was Gott thut, das ist z. dich befrein, und schafft deinem Leiden dir wieder neue Freuden. er wohl erhalten. Der 5. Wer Jesum liebt starke Helfer, unser Gott, und trauet Gott, kann wird den, der ihn läßt wohl und christlich leben. walten, in allem Leid zu Der starke Helfer, unser jeder Zeit, bei noch so Gott, will ferner Gnade großen Stürmen wohl geben: daß er sein Herz wissen zit beschirmen. richt himmelwärts, und 2. Wer Jesum liebt und laß in ailen Sachen nur trauet Gott, den wird es Jesum weiter machen. nicht gereuen, der starke 6. Wer Jesum liebt und Helfer, unser Gott, wird tranet Gott, kann endlich endlich ihn erfreuen. So fröhlich sterben. Der starke trüb es sei: Gott steht Helfer, unser Gott, läßt ihm bei, und lässet, nach ihn im Glauben erben dem Weinen, die Sonne die Seligkeit, wo er, be wieder scheinen. freit von Noth und allen 3. Wer Jesum liebt und Mängeln, Gott danket trauet Gott, dem schenkt mit den Engeln. 1500. 426 Anbetung, Lob und Dank. RS 500.0 Des Jahr ist fortgelaufen. 11 2. Tugend ist ewig! Auf rauheren Wegen führt Du sollst in allen Sachen sie zum Throne der Gettmit Gott den Anfang heit hinan; wandelt dann machen, aus Schuldigieit Schmerzen in Wonne und und Pflicht! wem hast du Segen. Muthvoll betreDank zu geben, als ihm tet die heilige Bahn! Duldet für Heil und Leben? von und hoffet! Aus Saaten dir entspringt es nicht. der Leiden erntet die Tu2. Was kann denn wohl gend dort ewige Freuden. dein Sinnen durch dich al- 3. Höchster, Allheiliger, les beginnen, steht dir dein stärke die Schwachen, stärGott nicht bei? Des Men- te, beseel uns mit Eifersehen Werk auf Erden und Muth: standhaft zut wird nie vollkommen wer- dulden, zu kämpfen, zit den, vonallen Mängelnfrei. wachen, um zu erringen 3. Vereinigst du auf das ewige Gut! Laß uns Eiden, um wahrhaft gut dann kindlich dir, Vater, zu werden, stets Fleiß mit vertrauen, bis wir den Frömmigkeit: dann schen- Eegen der Tugend einst fet dir Gott Segen auf schauen. allen deinen Wegen, Ruh und Zufriedenheit. Anbetung, Lob und Dank. 502. Selig, ja selig, wer willig zc. Lobt Gott ihr Chriſten ze. Dich preif ich, Herr, mit Selig, ja selig, wer schuldlos hienieden leidet für Wahrheit und Tugend aus Pflicht! Segnen wird Gott ihn mit seligem Frieden, mach ich meinen Brüdern wird ihn erleuchten mit kund, was ich von dir Herz und Mund; denn dir gebühret Preis. Froh 501. 501. fol himmlischem Licht; um, nur weiß. wenn die Leiden der Erde 2. Ich weiß, Gott, groß ihn drücken, hin nach dem von Macht und Rath, höheren Ziele zu blicken. daß Anbetung, Lob und Dank. 427 daß du die Quelle bist, nicht allzusehr; ja endlich aus der uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt, bit 3. Was sind wir doch? dich, o Menschenfreund, Was haben wir, wenn des frommen Christen du nicht Segen giebst? Schmerz! Die stillste Kommt uns nicht alles bloß von dir, der dit die Menschen liebst? Thräne, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 4. Wer hat das schöne Himmels Zelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen netzt? 10. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. nimmst du unsre Schuld, und wirfst sie in das Meer. 17394 09. Wie bald rührt 5. Wer ists, der uns gedeihen läßt? Wer hält mit seiner Hand den edeln güli nen Frieden fest in unserm Vaterland? 6. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles thun. Dein Schild bedeckt und schützt uns hier, und läßt uns sicher ruhn. 11. Wohlauf! mein Herz, frohlock und sing und habe guten Muth, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. Gor Disio 12. Er liebt dich mehr, alsdu verstehst! ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh du flehst. Vertraue du dem Herrn! 13. Was fränfst du dich 7. Du nährest uns von in deinem Sinn, und Jahr zu Jahr, bleibst im- grämst dich Tag und mer fromm und treu, und Nacht? Nimm deine Sorg stehst uns, wenn wir in und wirf sie hin auf den, Gefahr gerather, treulich der dich gemacht. de bei.roanerssonsi 14. Hat er dich nicht 8. Du trägst uns Sün- von Jugend auf versorget der mit Geduld, und strafft und ernährt? Wie manchen ND 428 Anbetung, Lob und Dank. chen schweren Unglücks- er den Vätern war, auch Lauf hat er zurückgekehrt. uns, auch uns noch sein. 15. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment: nein was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 5. Ach, nimm den Geist der Freudigkeit nicht aus des Christen Brust! Nur wer in dir sich recht erfreut, hat am Gesetz auch Lust. 16. Lobsing ihm, bet 6. Gott, unser Schild ihn ewig an mit frommer und großer Lohn, dein FrieZuversicht. Wie viel hat dekröndas Land! stütz aller er an dir gethan! Vergiß frommen Fürsten Thron, es, Scele, nicht! und segne jeden Stand! 503. Eigne Melodie. Jobsinge freudig, Volk des Herrn, lobsinge dei nem Gott! ihn loben Soun und Morgenstern, und Ele ment und Tod. 2. Sein Nam iſt mächtig, wenn er spricht; und schrecklich, wenn er dränt! er winkt: und eine Welt zerbricht; und steht, wenn er gebent. 7. Erhör uns, Herr! dein Antlitz seh dein Volk, das Amen spricht. Und sei uns gnädig, Herr, und geh mit uns nicht ins Gericht. 504. Lobt Gott, ihr Christen z. Mie selig bin ich, wenn mein Geist hinauf zu Gott sich schwingt; und wenn er seinen Schöpfer preist, der Engel Werk vollbringt. 3. Ihm leben wir, ihm sind wir todt, ihm, der 2. Ein voller Strom uns Leben gab! Er wog von Freude quillt aus seiuns Freuden, wog uns ner Wissenschaft. Denn Noth mit Baterhänden ab. er ist selig, und erfüllt 4. Er segnet uns, und mit Freuden, was er schafft. frönt das Jahr mit Ueberfluß allein, und will, was 3. Er ging aus seiner Ewigkeit heraus, um nicht al= Anbetung, Lob und Dank. 429 allein, nicht blos für sich, ten wohnen, die preisen wie vor der Zeit, der Se- deine Schöpfersmacht, die lige zu sein! Theuns und sie hervorge4. Er spricht ein Wort bracht. Gebt unserm Gott und schnell umringt den die Ehre! Seligen ein Heer, das 3. Was unser Gott geselig ist, und ihm lobsingt, schaffen hat, das will er das niemand zählt, als er. auch erhalten; darüberwill 5. So will es der, der er früh und spat mit scimich erschuf; auch ich soll ner Gnade walten. In selig sein. Wohl, Seele, seinem ganzen Königreich dir, denn dein Beruf ist, ist alles recht und alles seiner dich zu freun. gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Schon siehst du durch ein dämmernd Licht den 4. Ich rief zum Herrn Unanssprechlichen! Dort in meiner Noth: ach, Gott, wirst du ihn von Ange- vernimm mein Beinen! sicht zu Angesichte sehn! Da half mein Helfer mir 505. vom Tod, und ließ mir Es ist das Heil uns kommen ze. Trost erscheinen. Drum ei Lob und Ehr dem dank, ach Gott, drum höchsten Gut, dem Va- dank ich dir. Ach, danket, ter aller Güte, dem Gott, danket Gott mit mir! der alle Wunder thut, dem Gebt unserm Gott die Gott, der mein Gemüthe Ehre! mit seinem reichen Trost 5. Der Herr ist nah, erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt un ferm Gott die Ehre! ist ewig nicht von seinem Volk geschieden; er ist der Frommen Zuversicht, ihr 2. Es danket dir des Segen, Heil und FrieHimmels Heer, Beherr- den. Mit Mutterhänden scher aller Thronen, und leitet er die Seinen imdie auf Erden, Luft und merhin und her. Gebt unMeer in deinem Schat- ferm Gott die Ehre! 6. Wenn 430 Anbetung, Lob und Dank. om 6. Wenn Hilfe nicht bedacht, und alles, alles mehr retten kann, die sonst recht gemacht! Gebt undie Welt erzeiget, so hilft, serm Got: die Chre! der ewig helfen kann, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Nuy. Gebt unserm Gott die Ehre! 506. Preis und Ehr dem 7. Ich will dich all mein Herrscher aller Welt; dem Lebenlang, o Gott, von Mächtigen, der Erd und nun an ehren; man soll, Meer und alle Himmel o Gott, dein Lobgesang hält. an allen Orten hören! 2. Frohlockt mit jubelMein ganzes Herz ermun- reichem Schall Gott, untre sich, mein Geist und serm höchsten Gut, der Leib erfreuedich! Gebt un- große Wunder überall, serm Gott die Ehre! S auch an uns Menschen thut. 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt un3. Von unsrer zarten ferm Gott die Ehre! Ihr, Kindheit an hat er uns die ihr Gottes Macht er- unterstützt; er, der allein kennt, gebt unserm Gott uns helfen kann, und die Ehre, die falschen gern uns hilft und schützt. Götzen macht zu Spott; 4. Aus seiner Fülle nehder Herr ist Gott, der men wir noch immer, was Herr ist Gott. Gebt un- uus nährt, und unsern serm Gott die Ehre! Seelen auch schon hier 9. So kommet vor sein Zufriedenheit gewährt. Angesicht, ihm Dankund 5 Er streut auf dieses Preis zu bringen! Be- Lebens Pfad viel Freuden zahlet die gelobte Pflicht, um uns her. Die Noth, und laßt uns fröhlich sin womit sein weiser Nath gen: der Herr hatalleswohl- uns prüft, erleichtert er. 6. Er Lobfinge freudig. Volk des 2c. luf, Christen, ambringet Anbetung, Lob und Dank. 431 6. Er trägt, nach güt- der dich bis hierher mit ger Väter Art, uns Weisheit und Güte gefüh Schwache mit Geduld; er rct; der dir gewährt, was züchtigt wohl, doch nie zu dich erfreuet und nährt. hart, und schenkt uns gern Dank es ihm innigst gedie Schuld. rühret. 7. Er weckt uns das- 3. Lobe ihn dankend, Gewissen auf, ruft uns zur der künstlich und fein dich Besserung, und stärkt uns, bereitet, der dir Gesundachten wir darauf, mit heit verliehen, dich freundKraft zur Heiligung. lich geleitet! in wie viel 8. Er bleibt uns treu. Noth hat nicht der gnäSein Wort steht fest. dige Gott über dich Güte Wer hier sich zu ihm hält, verbreitet? kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 9. Singt, Christen, singt ihm Preis und Dank für seine Freundlichkeit. Einft wird sie euer Lobgefang noch mehr in Ewigkeit. 4. Lobe ihn dankbar, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmelmit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe ihn freudig, wie selig ists, seiner sich freuen! Alles, was Odem Hast du denn. Jein. dein Angesicht. hat, komm, ihm ein DankSobe den Schöpfer, den lied zu weihen! Danket dem 507. mächtigen König der Herrn! Freut euch! Wer Ehre! stimme frohlockend wollte nicht gern, gern feimit ein in die himmlischen nes Gottes sich freuen? Chöre! Seele, dein Dank schalle mit frohem Gesang deinem Erhalter zur Ehre. 2. Robe ihn, Seele, der alles so herrlich regierct, 508. Gott ist mein Heil, mein Hilf xe. Dank dir! du haft vont Jugend auf mich väter 432 Anbetung, Lob und Dank. terlich geleitet! haft über mel lenkst, und auch des meiner Tage Lauf viel Staubs gedenkst, und ihm Seligkeit verbreitet! Dank auch Glück und Freude dir, der du die Himmel schenkst! lenkst, und auch des Staubs gedenkst, und ihm 509. auch Glück und Freude Danket dem Herrn, denn er ift c. schenkst! 2. Du schufst mich nicht Welch Lob, o Gott, foll unfer Mund dir sinzum niedern Thier, gabst gen? Kein Mensch kann mir des Menschen Würde, dir nach Würden solches ertheilst so viele Frenden bringen. mir, nur wenig Lebens2. Du hast aus Nichts bürde. Du führtest mich den Himmel und die Ermit Vaterhand in dieses den und alles was darin gute Land, wo ich Schutz, ist, heißen werden. Glück und Freude fand. 3. Uns Menschen haft du, Vater, dieses Leben, und unserm Geist Unsterblichkeit gegeben, 3. Zu schwach bin ich, Allgütiger, dein Wohlthun zu vergelten; zu schwach ist deiner Engel Heer, sind alle deine Wel ten. Doch du verschmähst nicht meinen Dank und frommen Lobgesang; den bring ich, Gott, dir le benslang. deinem Wort auch lehren, 4. Du läsfest uns in wie wir dir dienen sollen, und dich ehren! 5. Von Kindheit an haft du uns stets ernähret, was wir bedurft uns väterlich bescheeret. 4. Sei Licht und Trost mir wie bisher, du Geber selger Tage! Entzieh dein Heil mir nimmermehr, daß meine Seele sage: 7. Wenn Kreuz und Lob dir, der du die Him- Trübfal uns auch hier betrof6. Du speisest alles Fleisch mit Wohlgefallen, und schützest uns, so lange wir hier wallen. Anbetung, Lob und Dank. 433 treffen; so haifst du uns ich war und eh ich dachte. doch über alles Hoffen. Alles währet 2c. alle deine Werke. 8. 8. Sehr groß ist deine 3. Für mich Armen, Weisheit, Güt und Stär- mich Verlornen, mich, der ke, und wunderbar sind ich gefallen bin, gabst du deinen Eingebornen, gabst 9. Hilf, daß wir dir du Jesum Christum hin. im Glauben feft anhan gen, und dann die Selig feit darauf erlangen. Mir zum Heil kam er auf Erden, lehrte, litt, vergoß sein Blut, starb am Kreuze, mir zu gut, daß ich möchte selig werden. Alles währet 2c. 510. Eigne Melodie. 4. Sollt ich meinem Gott nicht fingen? Sollt ich Du, mein Vater, ihm nicht dankbar sein? mein Regierer, hilfft mir sch ich doch in allen Dine selbst im Guten fort, und gen, wie so gut ers mit gicbst mir zum sichern Fühmir mein. O! es ist ja rer deinen Geist in deinem nichts als Licbe, die sein Wort, daß er meine Sccle Baterherz bewegt, die mich fülle mit des Glaubens mit Erbarmen trägt, wenn hellem Licht, das des Toich seinen Willen übe. At des Schatten bricht, und les währet seine Zeit; Got- das bange Herz macht tes Lieb in Ewigkeit. stille. Alles währet zc. 2. Wie ein Adler bei 5. Meinem bessern Theil, Gefahren treulich seine der Seele, gicbst du Trost Jungen deckt, so hält und Stärk und Ruh. Gott, mich zu bewahren, Wenn ich, was du willst, feine Schußhand ausge- erwähte, strömet mir dein streckt. Er, der über mir Segen zu. Was, so lang schon wachte, als ich kaum ich hier soll leben, ich bezu sein begann, sah mit darf in deiner Welt, was Vaterhuld mich an, eh den Leib ernährt und hält, Ce wird 434 Anbetung, Lob und Dank. wird mir, Gott, von dir züchtigst mich, daß ichs gegegeben. Alles währet 2c. than, ohn es doch im Zorn 6. Himmel, Erd und zu rächen. Alles währet x. ihre Heere sind auch mir 9. Schwer, so lang ich zum Nutzen da. Wohin leb am Grabe, oder leichich mein Auge tehre, ist ter sei mein Theil, Gott, mir, Gott, dein Segen dem ich geglaubet habe, nah. Thier und Kräut r, Gott giebt einst mir ewund Getreide in den Grün- ges Heil. Die, so hier den, auf der Höh, in mit Thränen säen, ernten den Büschen, in der See dort mit Freuden ein. Nach find mir Nahrung, sind des kurzen Lebens Pein mir Freude. Alles wäh- werd ich Gottes Nath verstehen Alles währet 2c. ret 2c. 7. Wenn Betrübniß 10. Weil denn weder meine Seele, Schwachheit Ziel noch Ende, Gott, in meinen Leib umgiebt: dann, deiner Liebe ist, so echch dann bet ich und verhehle ich meine Hände zu dir, nichts vor dir, der mich der du Vater bist. Vater, doch liebt. Wärst du du wollst Gnade geben, nicht, mein Gott, gewesen, daß ich dich stets ehre treu, hätte mich dein tröstend und mit Ernst beflissen Licht nicht erquickt, so wär sei, tugendhaft und fromm ich nicht aus so mancher zu leben. Dank sei dir in Noth genesen. Alles wäh- dieser Zeit, Dunk sei dir in Ewigkeit. ret 2c. 8. Wie ein Vater sei nem inde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob cs 511. Lobt Gott, lobt alle Gott 2c. gleich, verführt zur Sünde, Pon Freud und Dank von dem rechten Wege durchglüht, besingt den weicht: also fichst du Gott der Liebe! weiht ihm meine Schwächen, Höch- des Geifies Kraft, weiht ster, mit Erbarmen an, ihm des Herzens Triebe! D Anbetung, Lob und Dank. 435 O Menschen, Seligkeit fer aller Dinge! Wer ist schließt der Gedanke ein: dir gleich, wer würdiger, von dem Allgütigen, ven daß man ihm Ehre bringe? Goit gelicht zu sein! 2. In dir vereinigt alles 2. Der Schöpfer spricht sich, was wir vollkommen ein Wort und eine Welt nenren. Preis dir, Heil entstehet; er spricht, der uns, Herr, daß wir dich Ewige, und eine Welt ver- als unsern Vater kennen. gehet; Licht ist sein Kleid, 3. Nun dürfen wir, wir sein Blick durchdringt der Schwache, nicht vor deiner Tiefen Nacht; das grene Größe beben; zu dir kann zenlose All umfasset seine sich mit Zuversicht froh Macht. 3. Doch nur um wohl- unser Herz erheben. zuthun, zu segnen, zu be- 4. Du, dessen Macht unglücken, gebraucht er seine endlich ist, bist auch der Macht. Mit freudigem Gott der Liebe; und ewig, Entzücken fühlt seine Va- wie du selber bist, sind deiterhuld, fühlt seine Gütig- nes Wohlthuns Tricbe. keit; auch uns hat unser 5. Wer dir nur folgt, Cott gesegnet und erfreut. den führest du auf sichern, 4. Wir danken, Vater, graden Wegen hier einer dir; wir weihen, Gott der wahren Geistesruh, dort Liebe, dir unsres Geistes vollem Heil entgegen. Kraft, dir unsres Herzens Triebe. O bilde unser Herz nach dir, Allgütiger, und Pilger- Pfade, zu Freuden mach an Güte uns dir einer Ewigkeit erschuf uns immer ähnlicher. deine Gnade. 6. Ja, nicht bloß zur Zufriedenheit auf kurzem 512. Hör liebe Seele, dir ruft 2c. Anbetung sei dir, Herrlichster, Gott, Schöp7. Wie sollten wir denn deinen Ruhm nicht wonnevoll erheben? und als dein Volk und Eigenthum nicht dir zur Ehre leben? Ce 2 8. Kein 436 Anbetung, Lob und Dank. 8. Kein Tag von unsrer 4. Lauter Gesang steigt Lebenszeit soll, Höchster, zum Himmel empor! Wem uns vergehen, an dem wir tönt er Frende? wem siadeine Herrlichkeit nicht ehr- get der Chor? wer kann furchtsvoll erhöhen. mit fühlendem Herzen be9. Mit Unterwerfung, schauen all die Schönheit Lieb und Dank soll unser auf Fluren und Auen? Herz dich ehren, und cinst 5. Wem strahlt die Sonsoll unsern Lobgefang der ne, wem strahlet der Kranz, ganze Himmel hören. gewebt von Sternen im feurigen Glanz? Menschen, erkennet des Ewigen Güte, rühmt sie mit danreifet mit feurigem Dan- kendem frohem Gemüthe! ke den Herrn! danket 6. Ginget mit freudigem ihm freudig, o danket ihm Danke dem Herrn, preiset gern; danket dem Vater, den Vater! Er segnet so er hat uns das Leben, gern. Laßt uns durch Freuden des Lebens die Wohlthun ihm ähnlicher Fülle gegeben. werden, Segen und Freude verbreiten auf Erden. 513. Preise Scrusalem zc. 514. 2. Ucberall Gottes, des Segnenden Spur! Heiliger Tempel der schönen Natur, o wie bezeugst du des Ewigen Güte! Menschen erkennt cs mit frohem Gemüthe. SAND Herr Gott, dich loben wir zc. Allgütiger, mein Lobge3. Wem schuf der Schöfang frohlocke dir mein pfer die Erde so schön? Leben lang. Von ganzem Wem ist in Thälern, auf Herzen dank ich dir, denn Ebnen und Höhn alles so wie viel Gutes gabst du herrlich? wem strömet die mir! Quelle himmlischen Se 2. Wer zählt die Gaben gens so mild und so helle? alle, wer? Zählt jemand auch Anbetung, Lob und Dank. auch den Sand am Meer? und lieblich anzuhören. wer ist, der an dem Firma- Lobet den Herren. ment die Summe der Geftirne nennt? 2. Singt mit einander; danket Gott dem Vater; 3. O weg von dieser denn er ist mächtig, gnäZahl den Blick! Zurück dig und barmherzig; was mein Geist, in dich zurück! er uns Gutes thut, iſt in diesem engumschränkten nicht zu zählen. Lobet Bau, Gott, welcher Ga- den Herren. ben Wunderbau! 3. Er schuf den Him4. Du flösest Geist den mel, heißt die Sonn uns Nerven ein, mit Kraft er- leuchten, er tränft mit Nefüllst du mein Gebein, gen, wenn er will, die strömst in die Adern reines Erde, daß alles grüne; Blut, und in die Brust Thal, Gebirg und Aue. gesunden Muth. Lobet den Herren. 5. Du giebst, Herr, mei- 4. Der allem Fleische nem Geiste Licht und Sinn darreicht seine Speise, dent für Wahrheit, Necht und Vich sein Futter väterliPflicht, und giebst mir cher Weise; den jungen cinst, nach dieser Zeit, Naben, die auch zu ihm in deinem Himmel Se- rufen. Lebet den Herren. ligkeit. Nühmt vor dem 5. 6. Deß freuet meine Höchsten euch nicht eurer Seele sich, und meine Lippe Stärke; wer darauf trotzet, preiset dich. Allgütiger, kann ihm nicht gefallen; mein Lobgesang frohlocke denn ihm gefallen nur, die dir mein Lebenlang. auf ihn trauen. Lobet den Herren. 515. 6. Danket dem Herren, danket curem Schöpfer, dem milden Geber aller guten Gaben, der nie ermüdet, seine Welt zu Ce 3 fegEigne Melodie. Nobet den Herren, denn er ist sehr freundlich. Es ist sehr köstlich, unsern Gott zu loben, sein Lob ist schön 437 438 Anbetung, Lob und Dank. ren. seguen! Lobet den Her- dich. Du wirst in Kümmernissen mir wohl zu 7. Jesu Christe! helfen wissen, dir überlaß Sohn des Allerhöchsten! ich mich. gieb deinen Christen Gna4. Ja, deine Huld ist de, Gott zu preisen, und dei- größer, als wir verfehn, nen Namen ewig zu erhe- auch ist dein weiser Nath ben! Lobet den Herren. stets beffer, als was der Mensch beschließt. Herr, meine Zuversicht! dir froh mich zu ergeben, dich dankbar zu erheben, sei Freude 516. Aus meines Herzens Grunde zc. Groß ist des Höchften mir und Fflicht! Güte! wer sie nicht achtete: welch fühllos Herz verriethe der Unerkenntliche! 517. Nun laßt uns Goit dem ic. a. un fie rettet uns aus Noth, Nan laßt uns Gott loberquickt in allen Leiden, singen, ihm Dank und verwandelt sie in Freuden, Chre bringen, daß wir so versüßet selbst den Tod. viele Gaben durch seine Güte haben. 2. Und meine Lippen schwiegen von ihr? Ich 2. Nur er hat urs das raubte mir das himmlische Leben und Leib und Seel Vergnügen, d'r Dank zu gegeben; er ist es, der uns bringen, dir? Nein, Herr, schützet, und giebt, was von meinem Dank sei jeder wahrhaft nüßzet. Morgen Zeuze, und jeden Abend steige zu dir mein Lobgesang. 3. Dem Leibe giebt er Speise; die S: cle macht er weise, lehrt uns vermeiden Sünden, im Guten Freude finden. 3. Du wirst mich ferner leiten, so unwerth ichs auch bin; treu bleibt zu allen Zeiten dein milder Vater4. Für uns dahin gegeben ward Christus, unser sinn. Ich hoffe stets auf Leben; er, der für uns geftors Ehrerbietiger Gebrauch des Namens Gottes. 439 storben, hat uns das Heil nennet, dich, den mit Ehrerworben. furcht selbst der Geister 5. Sein Wort wird Heer erkennet, daß, Hochuns zum Segen, ein Licht erhabener, nie Leichtsinn auf unsern Wegen; zu al- ihn entweih, mir nie ein len guten Werken soll selbst Spiel und Spott dein sein Geist uns stärken. groper Name sei. 6. Er läßt uns Gnade finden; vergicbt uns unsre Sünden, wenn sie uns herzlich reuen, und wir sie ernstlich scheuen. 2. Stets heilig bleib er mir; und muß mein Ohr es hören, daß Andre ihren Gott und sein Gebot entchren: so reiße nie der Strom der 7. Da wir denn schon Spötter mich dahin; die auf Erden so hoch beglücket Schuld wird mein, wenn werden, Gott, was wird ich ihr Mitgenosse bin. nicht für Gaben für uns dein Himmel haben! 3. Auch Jesus Chriftus 8. So hilf du nur uns sei zu jeder Zeit und Stun= Allen, die Tugendbahn de, so ost ich sein gedenk, stets wallen, die, wenn wir so oft in meinem Munde fie vollendet, in ewges Heil sein hoher Name tönt, mir sich endet. heilig! Ihn entweiht nur 9. Leit uns durch deine der, der ihn verkennt; er Wahrheit, bis wir in vol- zeigt Undankbarkeit. ler Klarheit, dich, dem wir 4. Von meinen Lippen hier vertrauen, noch heller fern sei Fluch und freches werden schauen. Schwören! fern sei unedler Scherz! der Mund kann dich nicht ehren, auf dessen Lippen schwebt, was strenge Tugend schmäht; den Beter hörst du nicht, und der dich mit Leichtsinn dich fleht. Ce 4 HeiEhrerbietiger Gebrauch des Namens Gottes. 518, O Gott, du frommer Gott ze. Bewahre meinen so oft er, Gott, 440 Heiligkeit des Eides. Heiligkeit des Eides. von meinem Mund das unerlaubte Schwören. 519. 7. Laß mich bedenken, Als Jesus Christus in der Welt. was ich thu, leichtsinnig Du u Herr und Nichter niemals schwören. Des aller Welt, deß Auge Eides Richter, Gott, bist alles siehet, dem nur der du; dich will ich ewig Redliche gefällt, der Trug ehren. und Lügen fliehet: 2. Laß mir den Eid stets heilig sein, auch dadurch 520. Jefus, meine Zuversicht ze. dich zu ehren; mich nie aus Heilig, heilig! sei der Eid nie euch, Christen, wenn aus Gewohnheit schwören, ihr schwöret. Furchtbar 3. Ehrwürdig sei dein ist die Heiligkeit eures RichName mir! so oft ich ihn ters, der euch höret; furchtnur nenne; so seis mit bar, aller Lügen Feind, Ehrfurcht, Gott, vor dir, hier und wann er cinit deß Hoheit ich erkenne. erscheint. 4. Erfordern es Gesetz 2. Wenn ihr eure Hand und Pflicht, bei dir es zu erhebt, dann ergreif euch bezeugen, was Wahrheit heilges Schrecken. Denkt: sei: so laß mich nicht um Gott ist euch nah, er lebt, alles sie verschweigen. er wird alles doch eut5. Die deines Namens decken, was Betrug und Heiligkeit durch falschen List verstellt, er, der NichSchwur entweihen, die ter aller Welt. trifft in ihrer Sicherheit 3. Gott erforschet es gemit Schrecken einst dein wiß, wo wir täuschen oder Dränen fehlen; Gott, dem keine 6. Drum sei stets mei- Finsterniß mag des Sünnes Herzens Grund voll ders Herz verhehlen, Gott, Ernst, dich, Gott, zu der tausend Wege hat, zu ehren, und fern sei stets enthüllen jede That. 4. Wenn Heiligkeit des Eides. 5. Wenn ihr täuschen wolltet: ach! eures eignen Herzens Klage folgte jedem Tritt euch nach, qualt euch nächtlich und am Ta521. 441 Es woll uns Gott genädig se. Gott, mein Schöpfer, Herr der Welt, des Auge; folternde Gewissens- ge alles siehet, vor dem der pein würde euer Loos dann sein. 5. Fluch und Elend wärEngel niederfällt, der höchste Seraph knicet! Laß du, voll tiefer Ehrfurcht, mich an deine Hoheit denken, de dann alles um euch her laß mich mein ganzes Herz auf Erden: alles, was er- auf dich, der Wahrheit freuen kann, würde Pein Zeugen, lenken, um nieund Nache werden; und mals falsch zu schwören. Verzweiflung, wie erreicht sie die Sünder schnell und leicht! 2. Gieb, daß ich jedes Unrecht scheu, die Wahrheit nie verhehle, und nie ein falscher Zeuge sci zum Schaden meiner Seele. o D 6. Nein, für aller Welt Herr, ist Gewinn geb ich nicht des Denn dir, Herzens Ruhe, nicht die alles kund, du bist an jeUeberzeugung hin, daß ge dem Orte. Du kennst des recht ist, was ich thue, daß selbst meine Neigung nicht, was mir Gott gebietet, bricht. Herzens tiefen Grund, weißt alle meine Worte, weißt, was ich dabei denke! 3. Du bist und bleibst, Allwissender, der allerhöch7. Dann darf ich zu ste Richter; gerecht bist Gott empor voll Vertraun du, Allmächtiger, und und Heffnung schen; gnä- strafft die Bösewichter, die dig neigt er dann sein Ohr sich, in frecher Sicherheit, allezeit zu meinem Flehen vor deiner Macht nicht Er, der Herr, der Lügner scheuen, die deines NaFeind, ist mein Vater, ist mens Heiligkeit durch falmein Freund. Ec 5 schen Heiligkeit des Eides. schen Schwur entweihen, Vermeidung des Aberglaubens. und frevelhaft dir lügen. 522. 442 4. Osteure, Herr, zu aller Zeit der Bosheit dieser Sünden! Laß jeden Herr Gott, nun sei gepreiset ze. deine Heiligkeit recht tief Naß mich den Aberglau und stark empfinden, wenn o er zum Eide sich entschließt. scheun, ihn mir das Glück Du aller Falschheit Rächer, nicht rauben, dein treues du, dessen Drohen ernstlich Kind zu sein, das Glück, ist, strafst hier schon oft dich, deine Lehren, von Verbrecher, die falsch und Herzen zu verchren, zu ruchlos schwören. thun, was du befiehlst. 5. Laß Niemand auch 2. Laß mich nach deinen Gelegenheit zu falschen Ei= Lehren, vom Aberglauben den geben, und wenn um fern, dich kennen und vereine Kleinigkeit sich 3ank ehren, dich, meinen Gott und Zwist erheben, so len- und Herrn, mich würdig kedu durch deinen Geist zum von dir denken, auf dich Frieden die Gemüther, daß mein Zutraun lenken, und keiner sich erfreche, dreift nicht versuchen dich. um Ehre oder Güter falsch vor Gericht zu schwören. 3. Gern laß mich dem entsagen, was der Verstand 6. Und kann man ohne nicht lehrt; aufs OhngeEidschwur nicht die Strei- fähr nichts wagen, was die tigkeiten schlichten, erfor- Vernunft empört; dert es Gesetz und Pflicht, werd ich weise handeln, blos nach dem Eid zu rich- mit kluger Vorsicht wan ten: so laß zu deines Na- deln, des Zufalls Spiel mens Ehr getrost bezeu- nicht schn. dann get werden, du, du seist, 4. Ich kann nicht alles o Allwissender, im Him- wissen, was deiner Weißmel und auf Erden, der heit Nath, nach heilig hoallerhöchste Richter. hen Schlüssen gewzählt, ge= Rechtmäßige Selbstlicbe. 443 geordnet hat; ich kann von ben. O! laß mich diese deinen Zwecken schr viele Pflicht nach deiner Vornicht entdecken, die uner- schrift üben, und schränke forschlich sind. felbst den Trieb froh und 5. Doch Wunder zu beglückt zu sein, den du begehren, aus thöricht fal- mir eingepflanzt, in heilge schem Wahn, die mir kein Grenzen ein. Gott gewähren, ich nicht 2. Sicb, daß mein verlangen kann: das heißt ganzes Herz sich deiner zu sehr vermessen, verkennen und vergessen, du seist ein weiser Gott. Liche weihe, und daß in allem ich dein Auge kindlich scheue. Wer als ein 6. Im kleinsten deiner Christ sich licbt, der flicht Werke, o Vater der Na- auch als cin Christ, was tur, entdeck ich Huld und wider deine Furcht und Stärke, und deiner Weis- Menschenliebe ist. heit Spur; du, der die 3. Kein schnöder EigenWelt regieret, und mich nutz beherrsche meine Seele; als Vater führet, lenfft und wenn zu meinem aller Kräfte Gang. ich Weg Glück und 7. Olaß mich alles Mittel wähle, so laß mich flichen, was Aberglaube stets dabei auf Recht und ist, dir nie mein Herz ent- Wahrheit schaun; auch nie ziehen, der du mein Va- mein Wohlergehn auf ter bist. Du, der mich andrer Elend baun. stets beschützet, du weißt 4. Dein Fluch trifft je= auch, was mir nützet, dir des Glück, dabei die Tuunterwerf ich mich. Von der rechtmäßigen Selbstliebe. 523. gend leidet, dabei der, der cs sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe O Gott, du frommer Gott ic. a. Dein Wille ists, o Gott, mich, o Gott! dieß schreckich soll mich selber lie- liche Gericht. 5. Nie 444 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 5. Nie blende mein Gieb, daß ich mich so lieb, Gemüth der Eitelkeiten als dir es wohlgefällt. Schimmer. Die Welt mit ihrer Luft vergeht doch 524. einst auf immer. Was hilft werde munter mein Gemüthe ac. uns kurze Luft? was hilft Gott, daß ich mich selber uns ein vergänglich Gut ists, was fällig sein; du, du pflanzuns glücklich macht.. test ja die Triebe tief hiezu 6. Ein Gott ergebnes dem Menschen ein. Lenke Herz, ein unverletzt Ge- du nur meinen Sinn auf wissen, nur das kann uns die wahre Weisheit hin, allein des Lebens Last ver- daß ich nicht mein Glüd süßen; das bleibt uns auch verfehle und mir selbst im Tod und folgt uns Verderben wähle. aus der Zeit zum großen 2. Hilf mir die mir Segen nach bis in die schuldgen Pflichten recht Ewigkeit. verstehn und mit Bedacht 7. O selig, wer darnach auf das mein Vestreben mit heilgen Eifer trachtet, richten, was des Himmels und für sein größtes Glück, würdig macht; wer dir, Gott, deine Gnade achtet! o du Höchster, lebt, und Der liebt allein sich recht, dir zu gefallen strebt, der der findt schon in der nur kennt der Seelen Adel, Zeit die wahre Ruh, und der nur liebt sich ohne einst vollkommne Selig- Tadel. feit. 3. Doch, wie oft und 8. Das sei mein Zweck, leicht verführet Eigenliebe mein Fleiß; o segne mein unser Herz! durch den äu Bemühen! so wird das Bern Schein gerühret, wahre Wohl nicht meinem wünscht es Freud und wählt Wunsch entflichen. Be- den Schmerz, sucht und wahre mich dabei, Herr, findet niemals Ruh, vor dem Lauf der Welt. hofft sie und kommt nic da Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 445 dazu, weil es sich verliert in Dingen, die kein wahres Glück uns bringen. 525. 4. Wir versäumen unsre Pflichten, von Bequemlichkeit regiert; werden, wenn wir verrichten, oft Eigne Melodie. er bin ich? welche wichtge Frage! Gott, 5. Mache, o mein Gott, von Eigennuß verführt. lehre sie mich recht verNur gar selten trachten stehn. Gicb, daß ich mir wir nach dem wahren Ruhm die Wahrheit sage, und laß bei dir; und wie oft mich achtsam auf mich sehn. fehlts uns am Wollen, Wer sich nicht selbst recht wenn wir Andern dienen kennen lernt, bleibt von sollen! der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von in Gnaden mich von sol- deinen Händen. Du schufft chen Fehlern frei, daß ich mich, Gott, zu deinem nicht zu meinem Schaden Preis. Dazu mein Leben gegen mich verblendet sei. anzuwenden, das ist dein Pflarze selbst den Trieb mir väterlich Geheiß. Doch ein, mich vor allem dein zu leb ich, als dein Eigenfreun, auch nach Andrer thum, auch, wie ich soll, Wohl zu trachten, und sie zu deinem Ruhm? als mich selbst zu achten. 3. Ich bin ein Chrift 6. Gicb mir dann auch nach dem Bekenntniß. Doch, dos Vollbringen, mich zu bin ichs, Herr, auch in lieben, wie ich soll; laß der That? O öffne du mir mich eifrig darnach ringen, dein Verständniß, recht einsorgen für mein wakres zuschn, ob ich den Pfad, Wohl. Auch dem Nächsten den Jesus mir gewiesen, beizustehen, auf iha, als geh, und ob ich auch im mich selbst zu sehen; über Gauben stch? alles dich zu lieben: das, 4. Du kennest unfers das hilf mir treulich üben. Herzens Tiefen, die uns felbst Selbstbekenntniß, Demuth und Bescheidenheit. 446 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. den kann. selbst unergründlich sind. Lust und Kraft, du bists, Drum laß mich eft und der beides in uns schafft. ernstlich prüfen, wie ich, 8. Ich muß es cinmal mein Gott, vor dir ge- doch erfahren, was ich hier sinnt. Befreie mich vom war, und hier gethan. O falschen Wahn, der auch laß michs nicht bis dahin Klügsten täuschen sparen, wo Reuc nichts mehr helfen kann. Herr, 5. Wer alles weiß, und mache mich schon hier recht doch verborgen und unbe- klug, und frei vom schnökannt sich selbst noch bleibt, den Selbstbetrug. wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das den zur Beffrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand. Drum mache mich mit mir bekannt. 526. Die Ruhe senkt sich wieder ze. 6 icb, Gott, wenn ich dir diene, daß ich mich rie erkühne, darüber stolz zu 6. Was mir zu meinem sein. Wer kann bei seinen Heil noch fehlet, mein Ve- Werken, wie oft er schlet, ter, das entdecke mir. Hab merken? Wer ist von Mänich der Wahrheit Weg er- geln völlig rein? wählet, so gieb, daß ich 2. Such ich stets deinen ihn nicht verlier. Ach! Willen so eifrig zu erfülleite mich mit deinem Licht, len, als es dein Wort ges so täuschen mich Verfüh- beut? Trag ich der Tugend rer nicht. Bürde, aus Kenntniß ih7. Bin ich noch fern rer Würde, auch immer vom rechten Wege, der mit Zufriedenheit mich zum ewgen Leben 3. Entzich ich mich den führt, so bringe mich zu- Sünden auch stets aus rück vom Stege, der im rechten Gründen? aus Verderben sich verliert. wahrer Frömmigkeit? Oft Gieb mir zur Bessrung sind die guten Triebe nicht Früch Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 447 Früchte deiner Liebe, nur 8. Sollt ich mich deß Früchte der Natur und erheben, was du mir, Zeit. Herr, gegeben? Gott, laß 4. Der Sünden meiner mich weiser sein, und wahre Jugend, der Mängel mei- Demuth üben, dich über ner Tugend, o Herr, ge- alles lieben, und deiner denke nicht! Willst du mit Güte mich erfreun. deinen Knechten, wie sies verdienet, rechten, so trifft fie alle dein Gericht. 527. Nun ruhen alle Wälder ic. 5. Doch, wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Was ich nur Gutes habe, Tugend wäre: weß ist ist deine milde Gabe, dieß Eigenthum? Wer ließ du, Vatter, alles Lichts. mich unterrichten? Wer Mein Dasein und mein lich in meinen Pflichten Leben ward mir von dir mein Glück mich schn und gegeben, und ohne dich meinen Ruhm? vermag ich nichts. 6. Wer gab mir, dich 2. Sowohl Verstand zu lieben, und dein Gebot als Kräfte zum nützlichen zu üben, die Luft und Freu- Geschäfte hab ich aus deidigkeit? Wer stärkte mei- ner Huld. Dein ists, dem ne Kräfte im Heiligungs- wenn gute Thaten Geschäfte? Wer gab mir Vorsatz wohl gerathen; und Sieg im an Fehlern bin allein ich schuld. Muth Streit? 7. Du schaffst, daß ich 3. Das Glück, deß ich dich wähle; du rufft mich, mich freue, wer schafft wenn ich fehle, auf rechten mirs? Weg zurück; du ziehst mich Herr der ganzen Welt. ab von Sünden, und läßzt Du ordnest unsre Tage, mich Gnade finden, und ihr Glück und ihre Plage giebst zu meiner Bessrung nur so, wie dir es wohlgefällt. Glück. 4. Sollt Dei Deine Treue, du 448 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 4. Collt ich mich denn 2. Nic blende mich der erheben, wenn mir in die- Echimmer des Ansehns vor sem Leben viel Gutes wi- der Welt! Denn der ist derfährt? Was hat dich, doch nicht immer ein Herr, bewegen, daß du Mensch, der dir gefällt, mich vorgezogen? bin ich der Titel, Nang und Würaud jemals dessen werth? de hat; und wer damit 5. Ich bin viel zu geringe sich brüstet, ist fern vom der Huld, die ich besinge, Tugendpfad. und werd es ewig sein. 3. Nicht im Besitz von Olaß michs nie vergessen; Echätzen und Gütern dieso werd ich nicht vermes- ser Zeit laß meinen Ruhm sen der Eigenliche Weih- mich setzen; sie sind doch rauch streun. Eitelkeit, sind oftmals auch 6. Das nützlich anzu- des Tboren Glück, verwenden, was du mit Vater- lassen uns im Sterben und Händen mir gütig zuge- bleiben hier zurück. wandt; dein frommes Kind zu werden, das sei mein Fleiß auf Erden! gieb Demuth und stand. dazu Ver4. Laß mich in Demuth leben, wenn mich die Welt verchrt; durch Stolz mich nie erheben, wenn sich mein Anichn mehrt, und schenkst du mir der Erde Gut, o Bater, so bewahre mich auch vor U bers muth. 528. Eigne Melodie. Herr, laß nach eitler Eh5. Nicht hoher Stand re mich niemals geizig und Würde vereitle meisein. Gieb, daß dein Geist nen Sinn. Wie oft zicht mich lehre, der Ehre mich ihre Bürde zu freun, die ewig, Gott Erde hin. vor dir besteht, und mit Tugend mir von der Erde zum Himmel übergeht. den Geift zur Verdienst und sei allein der Ruhm, nach dem ich ringe, nur der bleibt evig mein. 6. Dich Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst 449 6. Dich kennen, meine Huld gegeben, auch TuPflichten mit Tren und gendkraft verleiht. Nerlichkeit, gewissenhaft 3. Gott! laß mich verrichten, wie mir dein bescheiden in Wort und Wort gebent, und überall Thaten sein, und stets die mein Christenthum nach falschen Frenden der eitJesu Vorbild üben: das len Ruhmsucht scheun; nicht sei mein wahrer Ruhm. stolz und nicht vermessen, 7. Gieb mir, o Herr, den innern Berth vergesdie Gnade, mich dieses sen, den stille Größe giebt. Ruhms zu freun. Leit mich auf rechtem Pfade, ein solcher Mensch zu sein, den einst die Ehrenkrone schmückt, die ewig Run frent euch, lieben Christen ze. deine Frommen in jener Jach meiner Seele SeSorge für die Seele. 530. ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen; sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen, wie würd ich einst vor dir bestehn?. Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 529. Herr Gott mun sei gepreiset zc. Bin in ich mit edlem Muthe Gott und der Tu gend tren, und eifrig für das Gute, von Sündenliebe frei, frei von des Un- 2. Erst an dem Schluß muths Klagen: so darf der Lebensbahn auf seine ich mirs auch fazen, mich Sünden sehen, und, wenn meines Vorzugs freun. man nicht mehr sündgen 2. Doch nie darf ich kann, Gott um Erbarvermessen, voll Stolz auf mung flehen: das ist der Andre sehn, nie darf ich sichre Weg ja nicht, den es vergeßen, es dankbar uns, o Gott, dein Unterzu gestehn: daß Gett, der richt zur Seligkeit mir mein Leben aus freier zeichnet. Ff 3. 450 Christl. pfiichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 3. Du rufft uns hier Daß ich auf deinen Wezur Heiligung. Drum laß gen geh, und im Gericht auch hier auf Erden des dereist besteh, sei meine Geistes wahre Besserung größte Sorge. mein Haupt- Geschäftewer 7. Doch, was vermag ich, den. Herr, stärke mir da- wenn du nicht vor Tragzu den Trieb, nichts sei heit mich beschützest, und so groß nichts mir so mich zur Tren in dieser lieb, daß ich ihm nicht Pflicht mit Kräften unteraufopfre. stützest? O stärke mich, 4. Gewönn ich auch die mein Gott, dazu, so find ganze Welt mit allen ih- ich hier schon wahre Ruh, ren Frenden, und sollte und bort das ewge Leben. das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden: was hülfe mirs? kann 531. Kommt her zu mir, spricht ze. auch die Welt mit allem, Herr, meiner Seelegroßen was in sich deine Huld ersetzen? theures Wort erklärt, laß 5. Was führt mich zur mich mit Ernst bedenken, Zufriedenheit schou hier und auf die Sorge für in diesem Leben? Was ihr Wohl so unermüdet, kann mir Trost und Fren- als ich soll, den größten digkeit in Noth und To- Eifer lenken. de geben? Nicht Menschen- 2. Wie hoch ist sie vor gunst, nicht irdisch Glück; dir geacht, welch Glück nur Gottes Gnade, und hast du ihr zudedacht! wie der Blick auf jenes Le viel an sie gewendet! Du bens Freuden. schufft fic, Gott, dein 6. Nach diesen Kleinod, Bild zu sein, und hast, Herr, laß mich vor allen es in ihr zu erneun, selbst Dingen trachten, und deinen Sohn gesendet. was mir daran hinderlich, 3. Zu groß für diese mit edlem Muth verachten. kurze Zeit, bestimmt zum Glück Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 451 Glück der Ewigkeit, lebt nach jenem Kleinod trachsie und wirkt auf Erden, ten, daß mir dein Nuf durch Glauben und Gott- vor Argen stellt, und alle seligkeit, zu größerer Voll- Güter dieser Welt wie kommenheit im Himmel nichts dagegen achten. reif zu werden. 8. Wie selig werd ich 4. Mit großer Tréne dann nicht sein! schon hier willst du sie, selbst durch werd ich mich deiner freun des Lebens kurze Müh, zu und in dir ruhig leben; diesem Ziele führen. O und du wirst nach volllaß mich nicht durch eigne brachter Zeit, auch mich Schuld das Heil, das deine gewiß zur Herrlichkeit in Vaterhuld ihr ausersehn, deinem Reich erheben. verlieren. 532. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu sein, mich ewig nun freut euch lieben Christen 2c. deiner Huld zu freun, und lärt sich der trübe Hintdich zum Trost zu wählen: mel auf, dann fühlet das sei mein Fleiß und hohe Wonne des Menhöchster Zweck: laß mich schen Herz; der neue Lauf, dazu den rechten Weg der hellre Strahl der Sonaus Leichtfinn nie ver- ne erhebt zum Danke das fehlen. Gemüth, lant tönt dir, Gott, der Freude Lied bei deinem Sonnenlichte. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir 2. Was sonst das Auge ein Herz, das Sünden dunkel sah, sieht es jetzt hasset, das seine Schuld klar und helle. O Ewigver dir berent, und das guter, fern und nah strömt zu deiner Gütigkeit durch deines Segens Quelle; Christum Hoffnung fasset. doch unser Ange sah sie 7. In meiner ganzen nicht, da Wolfen noch Pilgrimschaft laß mich, dein Sonnenlicht am dunkgestärkt durch deine Kraft, len Himmel trübten. Ff 2 3. So 452 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 3. So sehn auch wir ten blühn in Ewigkeit; sein die Wahrheit nicht, wie Geist bedarf Unsterblichfönnten wir sie lieben? keit zu schönern TugendWenn unsern Geist, der thaten. Menschheit Licht, des Irr- 7. Nach deinem Willen thums Wolken trüben. sollen wir schon weise Fliehn sie, dann ist er auf sein auf Erden; wir Alle, geklärt, dann fühlt er sei- Alle, sollen dir durch Tuner Menschheit werth, gend ähnlich werden. Daß und fühlt, Gett, deine dich ein aufgeklärter Größe. Geist, dich, Gott des Lichts, 4.Ein aufgeklärter Geist nur würdig preist, laß erkennt der Menschheit uns, o Gott, erkennen. hohe Pflichten. Er ist es, 8. O laß doch, Vater,\ der vom Eifer brenut, sie täglich hier uns aufgeedel zu verrichten; er sieht klärter werden. Dann steigt in sich dein hohes Bild, zur Aehnlichkeit mit dir o Gott, und diese Würd schon unser Geist auf Ererfüllt ihn ganz mit Tu- den. Und einst sehn wir gendeifer. in hellerm Licht, was 5. Der aufg: klärte Tu Wahrheit ist, und Recht gendfreund ehrt Menschen, und Pflicht, und lieben seine Brüder; wo einer nur die Tugend. stille Thränen weint, da trocknet er sie wieder. Für Tugend undfür Merſchenwohl thut er, so viel er Es lebt in mir ein Geiſt, kann und soll, als Mensch, der fühlt und denket. als Christ, als Bürger. Dein ist er, Gott, du 533. Gott ist mein Lied zc. 6. Ihn treibet nicht der hast ihn mir geschenket; Tugendlohn zu schönen geheiligt sei er dann auch Tugendthaten; doch lehrt dir. ihn die Religion, daß reiner 2. Du gabst zum Fleiß Tugend Saaten zu Früch- für irdische Geschäfte ihm nicht Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 453 nicht allein die ihm ver- heilger Triebe, dir zu gefiehnen Kräfte; weit höher fallen eifrig sein! ist sein Wirtungskreis. Sorge für den Leib, Leben und Gesundheit. 3. Er soll nicht bloß für diese Erde leben; weit übers Grab soll er sich einst erheben; du gabſt ihm Ewigkeit zum Loos. 534. Wer bin ich, welche wichtge zc. Des Leibes warten und 4. Drum laß ihn nicht ihn nähren, das ist, nach niedern Gütern o Schöpfer, meine Pflicht; schmachten; laß weislich muthwillig seinen Bauzerihn die Sinnenlust ver- stören, verbietet mir dein achten, die seiner Wohl- Unterricht. Ostehe mir fahrt widerspricht. mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. 2. Sollt ich mit Vornützen; und führ ihn satz das verletzen, was zur stets, es dankbar zu besitzen, auf seines Daseins Ziel zurück. 5. Hilf ihm das Glück, dich, Gott, zu kennen, Erhaltung mir vertraut? Sollt ich gering ein Kunstwerk schätzen, daß du, o 6. Gieb ihm die Kraft Schöpfer, selbst erbaut? ganz deiner werth zu le- Weß ist mein Leib; er ist ben; verleih ihm Muth ja dein. Collt ich denn und eifriges Bestreben, zur sein Zerstörer sein? Dämpfung jeder Leidenschaft. 3. 3hn zu erhalten, zu beschützen, giebst du mitmil7. Der Tugend Werth der Vaterland die Mittel, laß immer ihn empfinden, die dazu uns nützen, und und jede Lust zur Sünde zum Gebrauch giebst du überwinden, und alles, was Verstand. Dirist die Sorsie reizt und nährt. ge nicht zu klein. Wie? sollte sie dann mir es sein? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie Ff 3 viel 8. Auf dich allein geh seine stärkste Liebe; und laß ihn stets voll guter 454 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. viel sind die nicht werth! 8. Mein größter Fleiß Wer taugt zu des Berufs auf dieser Erd sei stets auf Geschäfte, wenn Krankheit meinen Geist gericht't, daß seinen Leib beschwert? Ist er zum Himmel tüchtig nicht der Erde größtes Gut werde, eh dieses Leibes Gesundheit und ein heit Hütte bricht; dazu, Herr, rer Muth? segne meinen Fleiß, so leb 5. So laß mich denn ich hier zu deinem Preis. mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn seine Kräfte leiden, mein Geiſt Mein Leib ist dein Geden innern Vorwurf hört: schenk; du hast ſein du selbst bist Störer dei- Leben zum Dienste meiner ner Ruh; du zogst dir Seele mir gegeben. Ich selbst dein Uebel zu. soll ihn, Gott, erhalten, vor Gefahren ihn treu bewahren. 535. Herzliebfter Jesu, was haft zc. 6. Laß jeden Sinn, und alle Glieder mich zu bewahren achtsam, sein! 2. Ich soll ihn pflegen; Drückt mich die Tast der soll zu edlen Werken, durch Krankheit nieder, so flöße Nahrung ihn und auch selbst Geduld mir ein. durch Frende stärken; soll Gewähr auch dann mir ihn durch keine Weichlichguten Mutý, und segne, teit entehren, nicht selbst was der Arzt dann thut. zerstören. 7. Doch gieb, daß ich 3. Du gabst ihn zum nicht übertreibe, was auf Genusse vieler Freuden, des Leibes Pflege zielt: doch auch zur Duldung Nein, stets in jenen mancher Erdenleiden; da Schranken bleibe, die dein mit ich unter ihrer schweGesetz mir anbefiehlt. ren Bürde vollkommner Tes Körpers Woht laß würde. nie allein den Entzweck meiner Sorge sein. 4. Ich soll ihn härten, daß er Kraft gewinne, be herr Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst 455 herrschen männlidhjedelust und voll Wonne soll er der Sinne, damit ich nicht empfinden, frei von allen der Tugend Fleiß und Leiden, des Himmels Mühe verzärtelt fliehe. Freuden. 5. Drum laß mich ihn mit Mäßigkeit erquicken, und jeden Hang zur Träg536. heit unterdrücken; er sei In dich hab ich gehoffet. Herr ze. im Alter, wie in früher Mem Gott Gesundheit Jugend geweiht der Tu- hier verleiht, der hat gend. von Gütern dieser Zeit ge6. Schleicht sich der wiß die größte Gabe. AllKrankheit Gift in feine gütiger, wie froh bin ich, Glieder, so hilf, o Gott, mir zur Genesung wieder; wenn ich noch, Herr, durch sein erneuert Leben, dich kann erheben. daß ich dieß Kleinod habe! 2. Daß ich es habe, dank ich dir; nur du, mein Vater, hast es mir aus großer Huld geschenket. Dein ists, daß ich noch munter bin, und mich kein Uebel kränket. 7. Gieb mit Geduld in allen seinen Schmerzen, daß ich voll Zuversicht in meinem Herzen auf deine 3. Erhalt dieß Glück mir Hilfe hoff, und seine Pla- fernerhin; gefund erhalte ge mit Muth ertrage. jeden Sinn, so lang ich 8. Zerstör ich ihn mur leb auf Erden; laß seines selbst nicht, o so werde er richtigen Gebrauchs mich einst auch wieder, was er nie beroubet werden. erst war, Erde! Er wird im Grabe schlummern; nicht vergehen: wird auferstehen. 4. Der Sünde folgt Verderben nach, bald dieß, bald jenes Ungemach, an Leibund Seele Schmerzen. Fera seis von mir, durch ihre Schuld Gesundheit zu verscherzen. Ff 4 5. Ein 9. Er foll zum Anschaun jener schönen Sonne der bessern Welt hervorgehn, 456 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 5. Ein gleicher Muth in Gut. Dn gabst mirs, Freud und Leid, zufried- hier auf Erden zum Himner Sinn und Maßigkeit mel reif zu werden, wo und Ordnung in Geschäf- rauf mein wahres Glück ten, dieß sei mein Rühm; beruht. so wird gewiß kein Laster mich entkräften. 2. Hier wird die Saat gestrenet, dort, wenn sie 6. Gieb, daß ich mei- wohl gedeihet, wird reich ne Lebenskraft, die deine die Ernte sein; je länger Güte mir verschafft, aufs ich hier lebe, und gut zu Nützlichste verwende, und handeln strebe, je größer meinen Lauf zu deinem wird mein Glück dort sein. Ruhm und andrer Glück vollende. 3. Sollt ich dieß Glück mir rauben, o Herr, laß 7. Doch schickst du mir mir im Glauben der künft auch Krankheit zu, so gieb gen Erntezeit, mein Leben Geduld, gieb Seelenruh, hier auf Erden so werth und das Leid mir zu versüßen. wichtig werden, als es mir Mein Trost im Schmerz selbst dein Wort gebent. sei deine Huld, und Ruhe im Gewissen. 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu 8. Und bringt die Krank- stürzen, ist wider meine heit mir den Tod, so müsse Pflicht. Ein redliches Gemich der Trost, o Gott, müthe lohnt nie mit Un zum frohen Muth erheben: dank Güte, entweicht auch nicht Tod, nicht Krank dena Berufe nicht. heit trifft mich mehr in jenem bessern Leben! 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht ängstlich zagen, für meine Pflicht zu wagen, ben, das du mir, Gott, was du mir, Gott, für 537. Die Ruhe senkt sich wieder sc. Was ist mein zeitlich Legegeben? Ein unschätzbares sie verliehn. 6. Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 457 6. In deine Baterhän- sicher Jahre weg! Bist de, befehl ich. Herr, mein du, zu kühner Sterblicher, Ende, und meiner Tage des nächsten Augenblickes Lauf. Es sei mein gan Herr? zes Leben dir hier zum 3. Einst Ewigkeiten zu Dienst ergeben; hilf du nur besitzen, sollst du die kurze selbst der Schwachheit auf. Lebenszeit als deine Saat7. Was nützt ein lan- zeit weislich nützen, und ges Leben, wenn man nicht thun, was dir der Herr geGott ergeben, nach wah beut. Er ruft dir menrer Tugend strebt? Wer schenfreundlich zu: Sieh, Got und Menschen liebet eins ist Noth! was säuund sich im Guten übet, mest du? mur der hat lang und wohl gelebt. 4. Drum eil, errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! Sei Nechte Anwendung der Le- wacker, bet und überzähle benszeit. 538. der Menschen Tage kleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär auch fern: sei Wer nur den lieben Gott läßt 2c. s eitt der letzte von den fromm und wandle vor Tagen, die du hier le- dem Herrn! best, Mensch, herbei. Er5. Mit jedem nengekauf die Zeit! und statt zu schenkten Morgen erwecke klagen, sie sei so kurz, ge- dich zu dieser Pflicht. brauch fie tren! Nimm mit Sprich: dir, o Gott, ist erkenntlichem Gemüth der nichts verborgen; ich bin nahen Stunde wahr; sie vor deinem Angesicht, und flicht! will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermay. Du Ff 5 gönnst, 458 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. gönnst, daß ich mein Heil und Grann am Grabe erwähle, aus- Gnade mir auf zum Himmel schaun. noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 2. Sind mir, mein Gott, auf dieser Welt des Lebens kurze Stunden für meines Geistes Heiligung nicht un 7. Wohl mir, wenn ich genützt verschwunden: O ans allen Kräften nach- dann durch-Gräber ( Hottes Reiche hier ge- führest du mich seligen strebt, in Gott gefälligen Gefilden zu. Geschäften die Pilgertage 3. Drum sei mein eifdurchgelebt, und cinst im rigstes Bemühn, mein Glauben sagen kann: Du thätigstes Bestreben! treu nimmst mich, Herr, zu meinem Gott, tren meiner Ehren an! Pflicht auf dieser Welt zu 8. Meinsprachlos Flehn leben. Dann führt der bei meinem Ende ver- Tod mit sanfter Hand mich nimmst du, Herzenkün- einst ins besfre Vaterland. diger. In deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. 540. Aus der Tiefe rufe ich 2. Ohne Naft und unver weilt, Strömen gleich, o Eccle, cilt deine kurze Pilgrimzeit in das Meer der Ewigkeit. 2. Nimm auch Stunden wohl in Acht, wirke gutes, denn die Nacht, wo man nichts mehr wirdes Erdenlebens, zurück ken kann, kommt und rückt mit dem Gedanken sehn: oft schnell heran. 539. Machs mit mir, Gott ze. ann ich, o Gott, mein Vater, cinst am Schluß Ich lebte nicht vergebens! 3. Jetzt noch ist der Tag dann werd ich ohne Furcht des Heils, frei die Wahl des Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 459 des besten Theils. Stell 10. Steh mit deiner dich dieser Welt nicht Kraft mir bei, daß ich, gleich, werd an guten meiner Pflicht getreu, dir Werken reich. zum Preis und mir zum Glück, nütze jeden Augen4. Wenn du deine Zeit verträumst, fie in träger blick. Ruh versäumst, fie verschwendest ohne Plan, weh dir! naht dein End heran. 11. Dann vertausch ich diese Zeit ruhig mit der Ewigkeit; finde da vor 5. Der Versäumniß dei deinem Thron meiner Arner Pflicht folgt im gött- beit Gnadenlohn. lichen Gericht, wenn der Tod dich hingerafft, eine strenge Rechenschaft. 6. Gott, di, meiner TaWeiser Lebensgenuß. 541. ge Herr, hilf mir, daß ich Herr, wenn ich dich nur werde ic. Sterblicher, eingedenk der. Du gabst, o Schöpfer, Ewigkeit, weislich nütze meinem Herzen Gediese Zeit. fühl für Wohlfein, Frend 7. Jede Stunde, da und Luft; du gosfest auch mein Geist sich der Erde für Leid und Schmerzen mehr entreißt, bringt mir, Empfindungen in meine flieht sie gleich dahin, den Brust. Dir, der du fühlnoch ewigen Gewinn. bar mich gemacht, dir sei auch dafür Preis gebracht. 2. Preis dir, daß ich dir redlich handle, dauert für tausend Freuden emdert stets in ihrem Lohne pfindlich, Ferr, gebildet fort. bin, und fließen gleich, 9. Laß mir diesen Werth wenn sie nun scheiden, viel der Zeit und der frommen Thränen auf die Wangen Thätigkeit täglich, Gott, hin: so dank ich, Vater, vor Augen sein, daß ich Trägheit lerne scheun. 8. Jede Stunde, da ich hier andern nütze, und vor doch dafür, selbst mit bethräntem Auge dir. 3. Nur 460 Christí. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 3. Nur laß in meinen 7. Mit tief gefühlterem frohen Tagen, dieß leicht Erbarmen durchdring mich bewegte Herz mir nie für meines Nächsten Schmerz; Frenden, die du hasiest, es schlage, bei der Noth schlagen; Gefühl für nie des Armen, mir immer dre Laster flich mit sei- mitleidsvoll mein Herz! ner wilden Taumellust, auf Mein Mitleid werde Trost immer meine reine Brust. und Rath, und die Em 4. In dickbelaubten pfindung Hilf und That. Schatten- Wäldern, auf 8. Nie laß mich auch der bunter An, auf grüner Regung schämen, die deiFlur, auf segensvollen ne Lieb in mir erweckt, von Ernte- Feldern, im gro- der wir Gnad um Gnade Ben Tempel der Natur, bei nehmen; und wann die deiner Schöpfung Jubel Zukunft mich erschreckt, Chor, da schlage hoch verwandle sich die Furcht mein Herz empor. in mir in findliches Vertraun zu dir. 5. Gieb, daß, wenn ich der Jugend Saaten zum 9. Allliebender, du gabst Wohl der Menschen aus dem Herzen Gefühl für gestrent erblicke; wenn in Frenden, Glück und Lust. edien Thaten, vollendet Du gossest auch für Gram für die Ewigkeit, der und Schmerzen EnpfinMenschheit Würde vor dingen in meine Brust.. mir schwebt, auch meine Dir sei, der uns so mild Brust sich höher hebt. bedacht, auch dafür Dauk und Preis gebracht. 6. Sich, wenn ich hier Gefährten finde, die mir ein Herz voll Freundschaft weihn, daß ich mein Tafein froh empfinde an ihrem Arm, doch lasterrein. 542. O Gott, du frommer Gott. u, der so gern beglückt, gern Frenden uns beAuch das Gefühl sei dir reitet: wie selig, wer von geweiht, und würdig der dir, an Vaterhand geleiUnsterblichkeit. tet, Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 461 tet, nur dann sich glücklich tödten, nie vor der Tufühlt, wenn er zu dir sich gend mich bei meinemn hält und jede Lust ver- Scherz errëthen! Nach schmäht, die dir, o Gott, tren vollbrachter Pflicht mißfällt. darf ich der Ruhmich freun; 2 Wie selig, wenn sein doch keinen Augenblick des Geist zu dir, durch den Lasters Frenden weihn. er lebet, durch den er denkt 6. Vernunft und Tuund wählt, sich oft und gend sei'n Gefährten meigern erhebet; wenn er die ner Frenden, dem SchwelFreude kennt, sich einsam ger laß mich nie sein kurzes dir zu weihn, erstaunt sich Glück beneiden; was mir deiner Macht und deiner an Reichthum sehlt, ersetzt Huld zu freun. Zufriedenheit; der frohste Sinn wohnt stets bei 3. Wie selig, wenn er selbst der Erde kleine Freu- stiller Häuslichkeit. den mit Maaß und Weis- 7. Der Tag der Fröhheit wählt! Ihr Ueber- lichkeit sei niemals ganz maaß wird Leiden. Nach verloren! Ich ward zum arbeitsvoller Müh ist Dienst der Welt, zum schuldlos ihr Genuß. Wer Spielwerk nicht geboren; nur der Freude lebt, fühlt Erholung sei er mir, es3 Ekel und Verdruß. stärke sich mein Muth, des4. O gieb, Allgütiger, Guten mehr zu thun, so gieb, daß auch meine Seele, oft ich ausgeruht. wann sie nach Freuden 8. Nie laß durch meine strebt, nie jene Freuden Lust den ärmern Bruder wähle, die endlich doch ge- leiden. Der Tag, der rean: es schlage meine mich beglückt, sei ihm auch Brust, vom Eiteln unver- Tag der Freuden. Ist er führt, nur für die reinre verlebt, wohl mir, wenn Luft. er mich nie gereut. Nie scheid er ohne Dank für dich, der mich erfreut. 543. 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht 462 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 6. Und ein zufriedner froher Sinn neigt milder sich zu Menschen hin, er leichtert gern des Bruders Schmerz, gießt Trest und Ruhe ihm ins Herz. 7. Doch Leichtsinn und Unmäßigkeit vernichten die Zufriedenheit. Gieb, daß 2. Und alles, was da wir keine Pflicht entweihn, lebet, preist dich unsern Gott, wenn wir uns des Gott, den guten Geist. Lebens freun! Nimm, Gott, auch deiner Menschen Dank! Wir preisen dich mit Lobgesang. 3. Wir preisen deine Gütigkeit, die uns so segnet und erfreut. Und unsre Freude und Gesang ist dir, o guter Vater, Dank. 543. Herr Gott, dich loben alle wir e. Gott, deine weise Macht erhält, erfrent und segnet deine Welt. Dich predigt Finß, und Wald und Flur, die ganze herrliche Natur. Weiser Gebrauch der Einfamkeit. 544. Abba, lieber Vater höre ic. it will ich zur Stille fliehen; will durch Ein gezogenheit dem Geräusche mich entziehen, daß mich störet und zerstreut. Nuhig will ich, und allein, Gott, mit dir beschäftigt 4. Du willst, daß dei ne Menschen sich in Lieb und Freundschaft brüder- sein. lich des schönen Lebens sol2. Nicht aus Wahn len frenn und williger noch Aberglauben, oder zum Guten sein. nur aus Eigensinn; nicht 5. Denn leichter wird der Welt den Fleiß zu bei Heiterkeit uns jede rauben, den ich Brüdern Pflicht; Zufriedenheit er- schuldig bin; nicht aus höht Gesundheit und den Stolz noch Menschenscheu; Muth, zu handeln recht, nicht aus Zwang noch und fromm und, gut. Heuchelei. 3. Nut Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 463 3. Nur zu prüfen mehr fester; strebt mein Wille, im Stillen, wie entschlos- froher, was du willst, zut sen, wie getreu, de nen thun; hat auch dann durch Willen zu erfüllen, mei- deine Huld in der Trübsal ner Seele Wille sei, wei- mehr Geduld. ser noch zu werden, Herr, 8. Nun so kehr ich, und im Beten eifriger. theure Brüder! freudiger 4. Jeder Täuschung zu dem zurück, was mein dann entrissen, seh ich Amt ist; lebe wieder unnäher, Gott, mein Ziel; ter euch für euer Glück, freier sieht auch mein Ge- um euch nützlicher zu sein, wissen, wo ich siegte, wo um dann mich mit euch ich fiel! mehr auch flammt zu frenn. mein Herz sich dann zu 9. Aber meine Seel erdem Kampfder Tugendan. hebet nun zu dem, was 5. Mehr empfind ich dei- sie erkohr, zu dem Himne Liebe, wo mich kein mel, dem sie lebet, sich Geräusch zerstreut; stär- mit leichterm Flug empor, ker deines Geistes Triebe, daß von jeder Bürde mehr der Zukunft Herr- frei, sie nun auch bald lichkeit; heller seh ich dein selig sei. Gericht, mehr die Würde jeder Pflicht. Weiser Gebrauch der Kräfte und Vorzüge. 6. Wohl mir, Vater, ich gewinne dann mehr Licht, mehr Sieg 545. und Die Ruhe senkt sich nieder zc. Kraft über alle meine Sin- Herr, nicht zum Wüſſigne, über jede Leidenschaft; mich dein - deiner Liebe mir bemußt, Rath entstehen; ich soll mehr zum Guten Muth hier thätig sein; soll mich und Lust. mit meinen Kräften nur 7. Wenn in dir geweih- nützlichen Geschäften, der ter Stille meine Leiden- Welt und mir zum Nutzen schaften ruhn, werd ich weihu. 2. Auch 464 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 2. Auch diesen deinen Glück genießen, mich höhWillen mit Freuden zu er- rer Thätigkeit zu freun. füllen, gieb mir Entschlosfenheit; und bei der Arbeitsliebe vermchr in mir die Triebe gewissenhafter Thätigkeit. 546. wo Gott der Herr nicht bei ze. Die ie 3unge, die vernehm3. Laß meines Standes lich spricht, hat dir Pflichten mit Treue mich dein Gott gegeben. Welch verrichten, und keine Mü- ein Geschenk! Mißbrauch he scheun;( Semächlichkeit es richt. Sie bringet Tod nicht lieber, aus Trägheit und Leben, sie stürzt in Unnichts verschieben, worin glück, hilft in Neth, sie ich jetzt soll wirksam sein. fluchet und sie lobet Gott. 4 Wenn ich Erholurg 2. Laß doch in meines suche, so sei sie frei vom Herzens Grund, Herr, deiFluche, den Sündenlust ne Furcht stets wohnen; gebiert. Gieb, daß ich gewissenhaft wird dann die nur wähle, die Stär- mein Mund der Wahrheit kung für die Seele und Rechte schonen. Und wohl deinen Beifall mit sich dem, der von Schmeicheführt. Ici, List, Lästersucht, Ver5. Aus unschuldsvollen stellung frei, nicht mit Frenden entspringt für den den Lippen fündigt. kein Leiden, der mäßig sie 3. Auf deinen Ruhm genießt; mit ruhigem Ge- und andrer. Wohl soll stets wissen darf sie sein Herz mein Thun fich lenken. genießen, ob du dabei Laß dann auch, wenn ich gleich, Zenge bist. reden soll, mich dieß mit 6.Omach auch mich Ernst bedenken. Dein Lob, so weise! So werd ich, des Nächsten Ehrund Nutz, dir zum Preise, im Guten der Tugend Ruhm, der fleißig sein, die Arbeit Unschuld Schutz beschäftmir versüßen, und einst das ge meine Zunge. 4. Schand Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 465 4. Schandbare Worte, Ihr Theil ist Kummer, frecher Scherz, unheilge Schmach und Pein; die Spöttereien verrathen ein aber werden selig sein, die verdorbnes Herz; einst Treu und Wahrheit lieben. muß man sie bereuen. Drum schaff in mir durch deinen Geist, daß dich vielmehr die Zunge preist, und deinen Namen heiligt. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl Selbstbeherrschung. 547. helft mir Gottes Güte preisen 2c. Mich selbst muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu sein; das Gute zu und lieblich klinget, das vollbringen, die Sündenredet überall der Christ, spricht, wenn cs Nutzen bringet und scheut den Zorn der Menschen nicht; doch Schweigen wird alsbald ihm Pflicht, wenn es die Liebe fordert. lust zu scheun, muß ich mit edlem Muth mich auf den Kampfplatz wagen, mir manchen Wunsch versagen, und jedes falsche Gut. 2. Ich soll kein Uebel fliehen, wenn mirs die 6. Weh aber dem ver- Pflicht gebeut, mich ihm wegnen Mund, derSchwur zu unterziehen; soll mit und Fluch nicht schenet! Entschlossenheit, auch wo Wie wird des Herzens Gefahren sind, selbst die Leichtsinn kund, und oft zu Gefahr nicht scheuen, um spät bereuet! Von roher mich des Lohns zu freuen, Sittenlosigkeit zeugt Flu- den Tren im Kampf gechen. Menschen, ach, ent- winnt. weiht nie eure Menschenwürde. 3. Wie schwer ist dieß Geschäfte der Selbstbe7. Auch Lügen schändet, herrschung mir! Wie bringt nur Müh, ist eine schwach sind meine Kräfte! Frucht der Hölle. Lehr Wer unterstützt mich hier? mich es hassen, daß ich nie Du, Vater, kannst almich Lügnern zugeselle. lein zumeifrigen Bestreben, 6 g mir 466 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. mir Muth und Kräfte ge vergebens. Wer standben, und mir den Sieg haft ringt und kämpft erverleihn. hält die Krone jenes Lebens, die dein Erlöser jedem giebt, der treu bis in den Tod 4. Laß mich die Lust verachten, die zu dem Laster führt, und nicht nach ihn liebt. Gütern schmachten, dieman so leicht verliert; und jede 2. Verzage nicht! Wer Leidenschaft in ihrem An- Gott vertraut, kann sich fang dämpfen, und sie als selbst überwinden; wem Christ bekämpfen, gestärkt vor der Selbstverleugnung durch deine Kraft. graut, der liebt noch heim5. Beim stärksten mei- lich Sünden. Wer schwener Triebe laß mich behut- ren Pflichten sich entzieht ,sam sein und mich vor zeigt, daß er vor der Tu Eigenliebe und ihrem Lob- gend flieht. spruch scheun. Will Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berücken, so hilf sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz. 6. Auf dich will ich stets sehen; laß nur in diesem 3. Und wäre Tugend ohne Streit, so wär ihr Werth geringe; so wären Großmuth, Mäßigkeit und Wohlthun kleine Dinge; und so gewönne TugendStreit mich selbst nicht hin- fleiß nicht jenes Lebens hotergehen; gieb mir Ent- hen Preis. schlossenheit, und unterstütze mich, daß ich mein Herz bekämpfe, die Macht der Lüste dämpfe. So sieg ich, Gott, durch dich. 548. 4. Drum folge deinem Heiland nach, und sei sein echter Jünger. Die Freude, die dir hier gebrach, ist wahrlich weit geringer als dort an seinem hohen Thron die Seligkeit, der KeuschMachs mit mir Gott 2c. Christ, die Reize dieser Welt besiegst du nicht Frommen Lohn. Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 467 Keuschheit, Reinigkeit des Herzens und des Lebens. 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feuschen Brust toben nicht der Reue Schmerzen, wohnen wahre Ruh und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit, fie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 549. Werde munter mein Gemüthe 2c. Cifrig sei und fest mein Wille, reines Herzens, Gott, zu sein; in der Unschuld heitern Stille deiner Gnade mich zu freun! Kei- 5. Sittsamkeit und Unne Freude dieser Welt, schuld schmücket mehr als wenn sie noch so sehr ge- Schönheit; sie vermehrt fällt, laß mich wider mein Gewissen wünschen, suchen und genießen. jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinem Herzen flließt der Quell jeder Wonne rein und hell, und sie können sicher trauen, einst dein Antlitz, Gott, zu schauen. 2. Weiß ich doch, daß deine Güte viel zu mild und freundlich ist, als daß sie aus neid verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Besten nur ge- 6. Oso hilf mir darbeut dein Gesetz Beschei- nach streben, reines Herdenheit, Zucht und Ord- zens stets zu sein, daß nung im Genusse, Mäßi- ich züchtig möge leben, jede gung im Ueberflusſe. schnöde Wollust scheun. 3. Unsre Kindheit, unsre Schütze vor Verführung Jugend, unser Alter darf mich, und mein Herz ersich freun. Auch die Freu gebe sich keiner schändlide, Gott, ist Tugend, chen Begierde, Heiligkeit aber heilig muß sie sein; sei meine Zierde. nicht ein Taumel, der be- 7. Dann thört, der Gefühl und Kraft zerstört, der im Sturme milder Lüste Paradiese wacht zur Wüste. dann wird mir hier schon Segen: göttliche Zufriedenheit leitet mich auf meinen WeGg 2 gen 468 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. gen noch zu größrer Selig- des Gebets und deines keit. Weih ich, Gott, Lobes, rede stets mein mein Herz nur dir; o Mund, was nützt und dann werd ich einst von bessert.. hier mich zu deinem Throne schwingen, und mit Freuden Preis dir singen. 4. Mein Ohr laß dir mur offen sein, taub bei der Wollust Bitten, mein Herz und meine Sitten rein, wie Josephs Herz und Sitten; daß ihrer 550. Nun freut euch, lieben Christen 2c. Mein Leib foll, Gott, dein Stimme Schmeichelei mir Tempel sein mit al- nicht durch ihre Zauberei len seinen Gliedern; ihn der Unschuld Würde raube. soll ich dir zum Dienste 5. Denn wo sie wan weihn, zum Dienst auch delt, haucht fie Gift. Welch meinen Brüdern; gieb, daß Elend, daß die Sclaven ich dieß dein Heiligthum unheiliger Begierden trifft, für sie, und Herr, für in tausendfachen Strafen. deinen Ruhm, stets unbe- In welcher Schande Tiefe fleckt bewahre. sinkt, wer ihren Zauberbecher trinkt, verstrickt in ihren Netzen! 2. Gicb eine keusche Seele mir, daß ich mit meinem Leibe nie frevle; daß er immer dir, o Gott, geheiligt bleibe, daß rein und keusch mein Auge sei, 6. Ach, wo die Unschuld flieht, da flieht der Tugend Ruh und Stille, da, wo der Wollust Flamme und sittsam, daß ichs im- glüht, fehlt selbst der gute mer frei zu dir erheben könne. Wille. Sie wüthet, tödtet und verheert mehr Segen, alsdasSchwertzerstört, als Pest und Gluth zerstören. 3. Auch meine Lippen schände nie, was schändlich ist, zu hören; nie laß der 7. In seinem Taumel, Unschuld Rechte sie durch Gott, vergißt der trunkene frechen Scherz entehren. Verbrecher, daß du allgeBestimmt zum Opfer gen Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 469 gegenwärtig bist, ein Eife- meinem Glück gabst du sie rer, ein Rächer, verstockt mir. 8. Und dieser Leib, den sich, und verfolgt mit 2. Nie laß mich ihren Spott die Tugend, höhnt Zweck vergessen, nie das, dein Wort, o Gott, und was mir ihr Mißbrauch Jesum, den Erlöser. dräut, wenn ich, leichtsinnig und vermessen, nicht er entweiht, der wird einst steure meiner Sinnlichkeit, auferstehen. Dann wird und nicht mißtrauisch geer in der Ewigkeit des La- gen sie die erste, kleinste sters Schande sehen, wird Regung flieh. selbst sich sluchen, auch wird er der Wollust Opfer um sich her ihm ewig fluchen hören.- 3. Sollt ich mir einen Schritt erlauben, der sich vom Tugendweg verliert, und, meine Unschuld mir 9. Heil dem, der deiner zu rauben, mich zum Ge nie vergißt, nicht, Gott, nuß der Wollust führt? dein Werk zerstöret, der Nein! Keuschheit scheuche immer reines Herzens ist, meinen Blick, wenn ihm der deinen Tempel ehret! Gefahr droht, schnell zu Heil dem! Auch er wird rück. auferstehn, wird, Herr, dein Antlitz ewig sehn, verklärt, wie Jesus Christus. 551. 4. Des Umgangs Freuden laß mich fliehen, wenn er verbotne Lüste nährt; mich ihm auf immer ganz entziehen, so schwer ihn Wer weiß wie nahe mir mein c. auch mein Herz entbehrt: Gieb Gott! daß jeder mei- unkcuscher Triebe bittre ner Triebe aufs Gute Frucht gebiete mir die nur gerichtet sei, und daß schnellste Flucht. ich durch unkeusche Liebe 5. Gieb, daß ich auch die Menschenwürde nie ent- bei meinen Scherzen, weih. Auch Triebe hab schamhafter Sittsamkeit ich, Gott, von dir; zu getreu, mit einem unG g 3 schulds 470 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. schuldsvollen Herzen Zwei- und Gewissensschmerz in deutigkeiten ernstlich scheu. das ihr übergebne Herz. Laß meine Triebe immer 4. Der Mensch sinkt unrein, nie meine Reden schamlos sein. ter ihrer Bürde zur Nicdrigkeit des Thiers herab, er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüsten 552. Wer bin ich, welche wichtge 2c. De er Wollust Reiz zu widerstreben, laß, Höch- strebt. ster, meine Weisheit sein. Sie ist ein Gift für unser Leben und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre 2. Die Wollust kürzet Knechtschaft giebt, wird nie unsre Tage; sie raubt von dir, o Gott, geliebt. dem Körper seine Kraft; 6. Du wirst den wiederund Armuth, Seuchen, um verderben, der deinen Schmerz und Plage sind Tempel hier verdirbt. Früchte ihrer Leidenschaft. Dein Himmelreich wird Der haßt sich selber, der Niemand erben, in dem die Sie übt und sich in ihre böse Lust nicht stirbt. Fesseln giebt. Drum laß mich ihre Rei3. Sie raubt dem Her- zung fliehn, und keusch zu zen Muth und Stärke, sein mich stets bemühn. schwächt den Verstand, der 7. Gieb, daß ich allen Seelen Licht; sie raubt den bösen Lüsten mit Muth und Eifer edler Werke, und Nachdruck widersteh, und Ernst und Lust zu jeder stets darwider mich zu rütPflicht. Sie führt Reu sten, auf dich, Allgegenwärt Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 471 wärtger seh. Wer dich, 4. Der Mensch, zu o Gott, vor Augen hat, Fleiß und Arbeit träge, flicht auch verborgne Mis- fällt auf des Müßigganges fethat. Wege leicht in das Netz des Bösewichts. Der Unschuld Schutzwehr sind Geschäfte. Entzieh der WolDer Wollust Reiz zu wi- lust ihre Kräfte im Schwei553. Eigne Melodie. ße deines Angesichts. derstreben, dieß, Jugend, liebst du Glück und Leben, laß täglich deine Weisheit sein. 5. Erwacht ihr Trieb, dich zu bekämpfen, so wach Entflich auch du, ihn früh zu dämder schmeichelnden Begier- pfen, eh er die Freiheit de, sie raubet dir des Her- dir verwehrt. Ihn bald zens Zierde und ihre Freuden werden Bein. in der Geburt ersticken, ist leicht; schwer ists, ihn unterdrücken, wenn ihn dein Herz zuvor genährt. 2. Laß, ihr die Nah rung zu verwehren, nie Speis und Trank dein 6. Oft fleiden sich des Herz beschweren, und sei Lasters Triebe in die Geein Freund der Nüchtern- stalt erlaubter Liebe, und heit. Versage dir, dich du erblickst nicht die Gezu besiegen, auch öfters ein fahr. Ein langer Umgang erlaubt Vergnügen, und macht dich freier; und oft steure deiner Sinnlichkeit. wird ein verbotnes Feuer 3. Laß nicht dein Auge aus dem, was Anfangs dir gebieten; und sei, die Freundschaft war. Wollust zu verhüten, stets 7. Dein fühlend Herz schamhaft gegen deinen wird sichs verzeihen, es Leib. Entflieh des Wiz- wird des Lasters Ausbruch lings freien Scherzen, und scheuen; indem es seinen such, im Umgang edler Her- Trieb ernährt. Du wirst zen dir Beispiel, Witz und dich stark und sicher glauZeitvertreib. ben, und kleine Fehler dir G g 4 er= 472 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. erlauben, bis deine Tu- könnt ich auch in Finster gend sich entehrt. nissen den Greul der Wol8. Doch nein, du sollst lust ihr verschließen, sie nicht entehren, du sollst sieht und findet mich doch dir stets die That verweh- Gott. ren; ist drum dein Herz 12. Die Wollust kürzt schon tugendhaft? Ists des Lebens Tage, und Sünde nur, die That voll- Seuchen werden ihre Plabringen? Sollst du nicht ge, da Reuscheit Heil und auch den Trieb bezwingen, Leben erbt. Ich will mir nicht auch den Wunsch der dieß ihr Glück erwerben. Leidenschaft? Den wird Gott wiederum 9. Begierden sind es, verderben, werfeinen Temdie uns schänden; und ohne pel hier verdirbt. daß wir sie vollenden, ver- 13. Wie blühte nicht letzen wir schon unsre des Jünglings Jugend! Pflicht. Wenn du vor Doch er vergaß den Weg ihnen nicht erröthest, nicht der Tugend, und seine durch den Geist die Lüfte Kräfte find verzehrt. Vertödtest, so rühme dich der wesung schändet sein Ge Keuschheit nicht. sichte, und predigtschrecklich 10. Erfülle dich, scheinst die Geschichte der Lüste, die du zu wanken, oft mit dem den Leib verheert. mächtigen Gedanken: die 14. So rächt die WolUnschuld ist der Seele lust an den Frechen früh Glück. Einmal verscherzt oder später die Verbrechen, und aufgegeben, verläßt sie und züchtigt dich mit harmich im ganzen Leben und ter Hand. Ihr Gift wird keine Reu bringt sie zurück. dein Gewissen quälen; sie 11. Denk oft bei dir: raubet dir das Glück der der Wollust Bande sind Seelen, und lohnet dir nicht nur dem Gewissen mit Unverstand. Schande, sie sind auch vor 15. Sie raubt dem Herder Welt ein Spott. Und zen Muth und Stärke, raubt Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 473 raubt ihm den Eifer edler beut, nie meine Kräfte Werke, den Adel, welchen sparen. Sind sie erschöpft, Gott ihm gab; und unter ach dann will ich durch deiner LüsteBürde sinkst du reine stille Freuden mich von eines Menschen Wür- zu neuer Arbeit stärken. de zur Niedrigkeit des Thiers herab. 3. Vorsichtig laß mich sein, und nicht in Eitelkeit 16. Drum fliehe vorder und Träumen die Zeit, Wollust Pfade, und wach bestimmt zu meiner Pflicht, und rufe Gott um Guade, verschwenden und versäuum Weisheit in Bersu- men. Mich meinen Pflichchung an. Erzittre vor ten ganz zu weihn, das dem ersten Schritte; mit müsse meine Sorge sein, ihm sind schon die andern mein Ruhm und mein Tritte zu einem nahen Fall Vergnügen. gethan. Arbeitsamkeit u. Berufstreue. 4. Ein heilger Trieb beleb auch mich, o Vater, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. 554. Nun freut euch lieben Christen 2c. uch uns, auch uns haft Ein Herz, daß sich des du beſtimmt zum regen Arbeit Munterkeit, versüßt Guten freut, giebt zu der Fleiß auf Erden; in wem ein Lebens- Funke flimmt, uns ihre Laſten. soll andern nützlich werden, Ogieb Verstand, gieb Lust, und Kraft, geschickt, ge treu, gewissenhaft zu thun, was uns gebühret. 2. Du wollest selbst vor Weichlichkeit und Trägheit mich bewahren! Laß mich, wo Pflicht mir Müh ge- steige. 6g5 5. Gieb, daß mein Fleiß in dem Beruf, dazu mich auf der Erde dein weiser Rath, mein Gott, erschuf, mir eine Stufe werde, worauf ich nach vollbrachter Zeit zu höherer Geschäftigkeit des bessern Lebens 555. 474 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 555. und Weisheit segne mich, Nun freut euch, lieben Chriften. daß ich nie Wege gehe, Gott ott ists, der das Ver- die mir dein heilig Wort mögen schafft, das Gute verbeut; nach deines Reichs zu vollbringen. Er giebt Gerechtigkeit laß mich vor zur Arbeit Muth und Kraft, allem trachten. und läßt sie uns gelingen. 5. Laß Müßiggang und Fang ich mit ihm die Ar- Trägheit mich, als dir mißbeit an: so wird durch fällig, meiden, und hilf, ihn, der alles kann, der daß ich, gestärkt durch dich, Fortgang wohl gerathen. voll Muth, mit Lust und Freuden in meinem Stand geschäftig sei, dein Segen kröne meine Treu, daß sie auch Andern nütze. 6. Sei überall, mein Gott mit mir; die Wer ke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir, hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, 3. Gott ist der From- daß mir die Frucht, von men Schild und Lohn; und meinem Fleiß in jenes frönt er sie mit Gnaden, Leben folge. 2. Wer das zu seinem Hauptzweck macht, vor ihm gerecht zu werden, und über seine Seele wacht, dem giebt er auch auf Erden vom irdschen Gut mit milder Hand so viel, beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nützet. was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunft ihnen schaden? Mit seinem Schutz bedeckt er sie, und fegnet bei des Lebens Müh ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 556. O Gott, du frommer Gott ic. Du hast uns, Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich einge4. Drum gieb, o Gott, präget. Der träge Müßigdaß ich auf dich bei mei- gang ist dir, o Gott, verner Arbeit sehe; mit Licht haßt, für uns der Laster Netz, Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 475 Netz, und unserm Näch- ser Erden so meine Neisten Last. gung weihn, daß sie mein 2. In deine Ordnung, Abgott werden! oft fehlt Herr, laß willig mich be- beim Ueberfluß doch die quemen, die Bürden des Zufriedenheit. Und was Berufs getroft auf mich zu ist ohne sie des Lebens nehmen, wird gleich mein Herrlichkeit? Angesicht mit saurem Schweiß benetzt: genug, daß du mich selbst in den Beruf gesetzt. 2. Kann ein vergänglich. Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht blos in unserm 3. Bewahre nur mein Willen. Nicht stets wird Herz vor eitlen Nahrungs- dem zu Theil, der ängstlich sorgen. Gieb mir mein täg- darnach ringt; und schnell lich Brot, und sorge selbst verlierts oft der, dem sein für morgen. Laß mich an Bemühn gelingt. meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, muß nichtvergänglich sein, und für den Geist 4. Ach fördre, großer sich schicken. Der Thor Gott, die Werke meiner hat Geld und Gut; er hats, Hände. Hilf mir bei meinem Thun im Anfang und am Ende. Laß mich bei meiner Last auf jenen Tag hinsehn, da wir nach treuem Fleiß in deine Ruhe gehn. und wünscht noch mehr: nochimmer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. Pflichtmäßiges Verhalten in Rücksicht auf Vermögen. 557. O Gott, du frommer Gott ze. b. Naß mich doch nicht, o Gott, den Schätzen die4. O Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh gewinnt, bald prassend sie verzehrt, bald geizig sie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein 476 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 5. Ein weises frommes sie dürfen unser Herz erHerz, dassei mein Schatz freun und unsers Fleißes auf Erden. Sonst alles, Antrieb sein. uur nicht dieß, kann mir 3. Doch nach den Güentrisfen werden. Dieß tern dieser Zeit mit ganzer bleibt im Tod auch mein, Seele schmachten, nicht dieß folgt mir aus der erst nach der Gerechtigkeit Zeit zum seligsten Gewinn und Gottes Reiche trachbis in die Ewigkeit. ten: ist dieses eines Men6. Was sind, wenn die- schen Ruf, den Gott zur ses fehlt, die herrlichsten Ewigkeit erschuf? Vergnügen? Nur süßze Träume finds, die unsern unser Herz, erstickt die ed4. Der Geiz erniedrigt Geist betrügen. Drum lern Triebe; die Liebe für lenke, Gott, den Wunsch ein schimmernd Erz vervom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. und macht selbst, der Vers drängt der Tugend Liebe, nunft zum Spott, ein elend Gold zu seinem Gott. 558. Machs mit mir Gott nach 2c. Wohl dem, der besfre Schätze liebt, als Schätze dieser Erden; wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden; und in den Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 5. Der Geiz, so viel er an ſich reißt, läßt uns kein Gut genießen: er quält durchHabsuchtunsern Geist und tödtet das Gewissen, und reißt durchschmeicheln den Gewinn uns blind zu jedem Frevel hin. 6. Wie kann ein Herz, 2. Wahr ist es, Gott vom Geize hart, des Wohlverwehrtuns nicht, hier Gü- thuns Freuden schmecken? ter zu besitzen. Er gab sie nach dem, der arm und uns, doch auch die Pflicht, elend ward, die Hand zur mit Weisheit sie zunüzzen: Hilfe strecken? Er lebt nur, fich, Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 477 sich, dem Nächsten nicht, dein milder Segen. Nicht nicht für die Welt, nicht zum Verderben gabst du seiner Pflicht. mir mein zeitliches Ver7. Gewinnsucht raubt mögen; du gabst es mir uns Muth und Geist, die zum wahren Wohl. So Wahrheit frei zu lehren. hilf denn, daß ichs, wie Sie schweigt, wenn Tu- ich soll, nach deiner Vorgend reden heißt; sie kann schrift brauche. ihr Gut zu mehren, der Wittwen 3. Es ist das mir gejammervollem schenkte Gut vergänglich, Flehn, der Waisen Thrä- wie die Erde. Gieb, daß nen widerstehn. 8. Erhalte mich, mein Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern und haffe. Ein frommes Herz, ein guter Muth sei hier mein Theil, mein bestes Gut. ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werde. Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergesse. 559. Nun freut euch, lieben Christen 2c. 4. Was nützte mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen, verblendete mich Gut und Geld, mich dir zu widersetzen! VerJaß mich, o Gott, ge- schmäht ich, was dein wissenhaft mein zeitlich Wort begehrt, was mir Gut verwalten. Gieb du ein ewig. Heil gewährt! mir Weisheit, gicb mir wie elend würd ich werden; Kraft, damit wohl haus- 5. O schenke, Vater, zuhalten; auf daß ich, im schenke mir nur deines Geringen tren, durch dei- Geistes Gaben; so werd ich, ne Gnade fähig sei zu reich genug in dir, die besten größern Gnadengütern. Güter haben; so bin ich 2. Mein Hab und Gut sicher deiner Huld, voll kömmt nur von dir; es ist Freude, Friede, und Geduld; 478 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. duld; nichts fehlt dann keit und scheut sich zu vermeiner Seele. schwenden; bei seiner Thä6. Den Geiz laß ferne tigkeit Bemühn nahm er, von mir sein, die Wurzel Gott, was du ihm verliehn, alles Bösen. Von Unruh aus deinen Vaterhänden. und Gewissenspein kann 2. Dieß weiß er, und Reichthum nicht erlösen. er sucht erfreut, aus wahEr nützet mir im Tode rer frommer Dankbarkeit, nichts, und kann am Tage was du ihm giebst, zu des Gerichts nicht meine nützen; er will es nur, so Seele retten. wie er soll, zu seinem Glück, zu Andrer Wohl erhalten und beschützen. 7. Lehr du mich weise Sparsamkeit, und daß nicht zu verschwenden, was du 3. Als Feind von jedem mir gabst, nein in der Zeit Ueberfluß, bleibt er stets es nüßlich anzuwenden. mäßig im Genuß der vieLaß mich damit aus Dank- len Sinnenfreuden; er begier auch meinem Näch- schränket, wo er soll, sich sten, nicht blos mir, des ein, wird jede Last der Lebens Müh erleichtern. Schulden scheun, und lie8. Es kommt ein Tag ber Mangel leiden. der Rechenschaft: gieb, 4. Nie wird er sich so daß ich dieß bedenke, und sehr entweihn, Verschwendahin stets gewissenhaft des der durch das Spiel zu sein; Geistes Sorgfalt lenke, so er flieht der Reue Schmeralle Güter dieser Zeit zu zen. Er weiß, daß man nüßzen, daß ich einst erfreut Zufriedenheit, Gesundheit, weit beffre Güter erbe. Ehr und Redlichkeit durch Spielsucht kann verscherzen. 560. Kommnt her zu mir, spricht 2c. Mer er sich mit Ernst der Tugend weiht, ist auch 5. In allem, was er thut, ein Christ, dem Prachtlust nie Bedürfniß ist, dem ein Freund der Sparsam- Gnügsamkeit nie fehlet, ent Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. 479 entbehr er gern, was Ei mir Kraft zu dieser Pflicht telkeit, was Modesuchtund so kann ich froher ZuUeppigkeit zum Glück des versicht zu dir im Mangel Lebens zählet. haben. 6. Bei Gütern, die vergänglich sind, sucht er das, was sein Fleiß gewinnt, mit Sorgfalt zu bewahZufriedenheit. 561. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. ren; er weiß, es drohn Freudeuleer ſcheint dir in leicht dein Leben, freudenleer Mangel ihm und Dürftig- dein Stand zu sein, und keit, und Krankheit und mit ängstlichem Bestreben Gefahren. ringst du künftig dich zu freun: so verfließen deine Tage unter Wünschen, 7. Voll Eifer gegen jede Pflicht, spart er aus Geiz, voll Kargheit nicht, reicht unter Klage. seine milden Gaben den 2. Lerne mäßiger begehBrüdern, die ihr Kum- ren, schränke deine Wünmer drückt, damit sie, wenn sche ein; lern genießen, er sie erquickt, mehr Lebens- lern entbehren, willst du freuden haben. wahrhaft glücklich sein; deine Freuden, deine Schmerzen fließzen dir aus deinem Herzen. 8. So oft es ihm sein Herz gebeut, ist er, ohn Eigennutz, bereit, den Freund zu unterstützen und 3. Hoher Stand und sucht, damit ers sichrer große Güter schaffen nicht kann, was er durch Spar- Zufriedenheit. Wahre Nusamkeit gewann, zu dessen he der Gemüther wohnt Wohl zu nützen. bei der Genügsamkeit, die 9. Sollt ich, als Christ, mit Weisheit sich verbinnicht sparsam sein, ich nicht det, und ihr Glück auf auch die Verschwendung Tugend gründet. scheun, den Mißbrauch deiner Gaben? Gott, gieb 4. Froh genieß, was Gott beschieden, gern entbehr, 480 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst. behr, was du nicht hast. in deiner Fügung ruhn. Jeder Stand hat seinen Und ein Blick auf ewge Frieden, jeder Stand hat Freuden stärke mich in meiseine Last. Dulde stand- nen Leiden. haft deine Leiden, freu dich dankbar deiner Freuden. 562. Die Ruhe senkt sich wieder ic. 5. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Quf deine Weisheit Vaterhand; nicht, wie schauen, Gott, deiner wirs zu wünschen pflegen, Güte trauen, dasist Zufriedoch, wie er es heilsam fand. denheit. Wer kann mein Dich hat er auch nicht ver- Wohl entscheiden? Wer gessen, deinen Theil dir schenkt mir besfre Freuden, zugemessen. als du, Quell aller Seligkeit? 6. Drum verzehre deine Kräfte nichtin Unzufrieden- 2. Vor dir ist nichts heit. Treibe deines Stands verborgen; wie sollt ich Geschäfte redlich, nütz des ängstlich sorgen, da du Lebens Zeit. Lern dich und mein Vater bist! Du, die Welt beglücken, und Herr, gabst mir mein Leauf Gräbern Blumen ben, und wirst mir alles pflücken! geben, was mir zum Leben nöthig ist. 7. Freunde, um der Tugend willen, ringet nach 3. Wir streben oft nach Zufriedenheit! Schwere Dingen, die, wenn wir Pflichten zu erfüllen, strebt sie erringen, des Unglücks nach Geistes Heiterkeit. Quellen sind. Ein Schein, Trüber Unmuth macht die der uns bethöret, und un Herzen fühllos gegen An- fernStolz vermehret, macht drer Schmerzen. uns für wahre Güter blind. 8. Laß mich, Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, und dann 4. Der Hang zu Eitelfeiten stört doch zu allen Zeiten die wahre Seelenkindlich dir ergeben, fromm ruh. Wenn wir dir unser Leben Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen uns selbst 481 563. Leben, o Vater, übergeben; dann fließt dem Herzen Frieden zu. 5. Dein Rathschluß sei mein Wille. Ich will Wie groß ist des Allmächtgen 2c. Entehre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, in heitrer Stille mich der dich zum Glück erschuf. deiner Vorsicht freun. Des Lebens Mühe zut Dein ewiges Erbarmen, ertragen, und froh zu sein, dein Beistand soll mir ist dein Beruf. Erdulde Armen Zufriedenheit und standhaft die Beschwerden, Reichthum sein. die keine Klugheit hindern 6. Laß mich nicht zwei- kann; streb nur, daß sie felnd wanken, wenn trau- dir nützlich werden, und rige Gedanken mir deinen bete Gottes Willen an. Trost entziehn. Ich wer- 2. Gott hat dir selbst 7. de nie vergebens zu dir, dein Loos beschieden; Herr meines Lebens, nimms dankbar an aus mit kindlichem Vertrauen seiner Hand. Erfülle jede fliehn. Pflicht zufrieden, die seine Erleichtre meine Huld damit verband. Er Leiden durch deines Gei- giebt dir Munterkeit und stes Freuden, durch Muth Kräfte, und nährt und und Hoffnung mir. Drückt stärkt dich väterlich. Sie mich die Last der Schmer- brauchen, das ist dein zen, dann sprich zu mei- Geschäfte; und ihr Genem Herzen: ich, dein brauch ist Glück für dich. Erretter, helfe dir. 3. Hat Andern deines 8. Was sollt ich mich Vaters Segen mehr Güter betrüben, den Menschen, anvertraut, als dir; darf die dich lieben, muß alles dies wohl deinen Neid Segen sein. Ich bin ja erregen? denk, wer ist Gott? dein Erlöster; sonst weiß ich und wer sind wir? Weiß keinen Tröster, sonst kei- er nicht besser, was dir nen Schutz, als dich allein. nützet, und was dem NächH h sten 482 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. sten nützt, als du? Wenn braucht, entbehret, der ist er dich nährt, regiert und beglückt und reich genug. schützet; was fehlet dann noch deiner Ruh? 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, so viel 4. Du prangest nicht in ich brauch und mehr verhohen Würden: beneide liehn, laß täglich sich mein nicht der Großzen Glück. Herz bestreben, den sor Sie seufzen unter schweren genvollen Gram zu fliehn. Bürden und oft stürzt In Demuth laß mein Herz sie ein Augenblick. Dir sich üben, stets deiner Güte, ward kein Ueberfluß ge- Herr, mich freun; dich währet; wünsch ihn auch fürchten, dir vertraun, dich nicht aus Selbstbetrug. lieben, müss ewig meine Wer gern, was er nicht Freude sein. Christlich pflichtmäßiges Verhalten gegen Andere. Menschenliebe. 564. dem Nächsten stets zu die nen fleißig sein, nicht mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. O Gott, du frommer Gott zc.. Gieb ieb mir, o Gott, ein Herz, das jeden Men3. Dieß sei mein Gotschen liebet, bei seinem tesdienst. Auch unbemerkt Wohl sich freut, bei sei- von ihnen, müss andern ner Noth betrübet! ein Herz, stets mein Herz mit Nath das Eigennutz und Neid und Hilfe dienen. Mich und Härte flieht, und sich treibe nicht erst Dank zu um Andrer Glück, als milder Wohlthat an; nein um sein Glück bemüht, was ich Brüdern thu, 2. Seh ich den Dürf- das sei dir, Gott, gethan. tigen, so laß mich gütig 4. Ein Trunk, mit dem eilen, von dem, was du mein Dienst den Durstimir giebst, ihm hilfreich gen begegnet, ein Blick mitzutheilen. Laß mich voll Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 483 voll Trost, mit dem mein bestärken; den, der noch Herz Bedrängte segnet; ein sicher ist bei seines FleiRath, mit dem mein Mund sches Werken, von der im Kummer Andre stärkt; verkehrten Bahn auf rechnichts bleibt, so klein es ist, ten Weg zu ziehn: dazu von dir, Herr, unbemerkt. verleih mir Kraft, und 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsegne mein Bemühn. 9. O heilige du selbſt, mein Gott, des Herzens Triebe, durch deine Lieb und Furcht zu wahrer sucht fränke nie mein Menschenliebe. Wer nicht Mund des Nächsten Ruh; er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu. 6. Die Rach ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Men565. Einen guten Kampf hab ich 2c. ſchen auf mich schelten. Heilig, heilig ist das Band, Gieb, daß ich dem verzeih, das die Menschen binder mir zu schaden sucht, det, ist geknüpft von desden liebe, der mich haft, sen Hand, der die Welt den segne, der mir flucht. gegründet; ist geknüpft, 7. Doch laß mich nicht daß besser mir seine Welt allein auf zeitlich Wohl- gefalle: einen Vater haben ergehen, mit eingeschränk- wir, einen Schöpfer alle! tem Blick, bei meinem 2. Der im Glück und in Nächsten sehen. Noch stär- der Noth uns als Vater ter müsse mich sein ewig liebet, der uns täglich unser Glück erfreun, und ihm Brod und Gesundheit zum Seelen- Heil mein Herz behülflich sein. giebet, der nicht nur mit Gütigkeit sieht auf Fürsten Thronen, der auch segnet Hh 2 und 8. Den, der im Glauben wanft, im Glauben zu den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein; laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. 484 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. und erfreut, die in Hüt ten wohnen. 566. Machs mit mir Gott 2c. men; und, o süßer Trost! auch mich, wenn mich 3. Wohl mir, auch auf Sorgen drücken, wenn mich, sein Kind, schauet von mir die Freude wich, er hernieder; um mich her werdet ihr erquicken. die Menschen sind alle meine Brüder. Könnt ich ihn nun wohl mit Lust meinen Vater nennen, fühlt( o jemand spricht: ich ich nicht in dieser Brust liebe Gott, Und haft Bruderliebe brennen? doch seine Brüder, der 4. Blutete mir nicht treibt mit Gottes Wahrdas Herz bei des Bruders heit Spott, und reißt sie Leiden; blieb ich kalt ganz darnieder. Gott ist bei seinem Schmerz, kalt die Lieb und will, daß bei seinen Freuden? ich den Nächsten liebe, Glücklich oder elend, ihr gleich als mich. seid mir immer Brüder. Nur noch theurer seid ihr mir, drückt euch Leiden nieder. 2. Wer dieser Erde Güter hat und sieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden: der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht. 5. Gerne will ich, wenn ich kann, es euch helfen tragen; und kann ich es nicht, o dann will ich mit euch klagen: dann sollt ihr 3. Wer seines Nächsten an meiner Brust euren Ehre schmäht, und gern Gram verweinen, bis die sie schmähen höret; sich Sonne neue Lust wird freut, wenn sich sein Feind ins Herz euch scheinen. vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem 6. O gewiß! dann werdet ihr dankbar mich umar- Verläumder widerspricht; men, und euch immer gern der liebt auch seinen Brumit mir Leidender erbar- der nicht. 4. Wer Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 485 4. Wer zwar mit Rath, 8. Wir haben einen Gott mit Trost und Schutz den und Herrn, sind eines LeiNächsten unterstützet, doch bes Glieder; drum diene nur aus Stolz, aus Ei- deinem Nächsten gern, denn gennut, aus Weichlich wir sind alle Brüder. keit ihm nützet, nicht aus Gott schuf die Welt nicht Gehorsam, nicht aus blos für mich; mein NächPflicht, der liebt auch sei- ster ist sein Kind, wie ich. nen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzuflehn, ein Dürftger erst erscheinet; nicht eilt, Mitleid und Mitfreude. 567. Als Jesus Christus in der zc. dem Frommen beizuſtehn, Allliebender, du schufſt der im Verborgnen weinet; nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: der liebt auch seinen Nächften nicht. mein Herz, bei meines Nächsten Freuden mich mit zu freun, und fühlt er Schmerz, mit ihm auch mit zu leiden. 6. Wer Andre, wenn er 2. O laß mich diese sie beschirmt, mit Härt heilge Pflicht nie aus den und Vorwurf quälet, und Augen setzen und wärs auch ohne Nachsicht straft und der Geringste, nicht gering stürmt, so bald sein Nächfler fehlet; wie bleibt bei seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? sein Wohlfein schätzen. 3. Nie reize mich ein fremdes Glück zur Mißgunst und zum Neide, nie 7. Wer für der Armen Andrer widriges Geschick Heil und Zucht mit Rath zur schadenfrohen Freude. und That nicht wachet; 4. Hilf mir vielmehr, dem Uebel nicht zu weh- in Andrer Wohl, o Gott, ren sucht, das oft sie dürf mein eignes finden, und, tig machet, nur sorglos wenn ich kann, auch wie ihnen Gaben giebt: der ich soll, gern ihre Wohlhat sie wenig noch geliebt. fahrt gründen. h 3 5. Laß 486 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 5. Laß mich auch selber sehen, gefällt ja dir, mein meinem Feind des Mitleids Gott. Durch schadenfroThräne weihen, wenn er hes Lachen dem Nächsten in seinem Unglück weint, Kränkung machen, iſt ihn gern mit Hilferfreuen. teufelischer Hohn und 6. Gott, welch ein seli- Spott. ger Gewinn ist dann schon 3. Wer sich des Guten mein auf Erden, wenn ich freuet, was deine Huld an liebevollem Sinn dir verleihet, er find es, wo lerne ähnlich werden! ers findt, der ist nach 7. Dein Beifall sei mir deinem Bilde barmherzig, dann gewiß, und unter gütig, milde, und als ein deinem Segen geh ich, wahrer Christ gesinnt. dein Wort verspricht mir dieß, froh jener Welt entgegen. 4. Der Stolz, die Eigenliebe sind freilich mächtge Triebe, auf Andrer 8. Da wirst du dann, Wohlergehn und auf die mein Vater, mir das Glück größern Gaben, die fie des Himmels geben; ich von dir, Gott, haben, werd erfreut, belohnt von mit Neid und Mißgunſt dir, in deinem Reiche leben. hinzusehn. 568. Die Ruhe senkt sich wieder zc. 5. Jedech du hilfst mir kämpfen, hilfft Neid und Mißgunst dämpfen, wenn Gieb, Gott, voll Lieb und ich nur wachsam bin. Und Güte, den Trieb in wenn ich auf dich sehe, mein Gemüthe, mich frem- und dich um Hilfe flehe, den Glücks zu freun. Bei so hilfst du mir zum meines Nächsten Schmer- bessern Sinn. zen laß fern von meinem Herzen der Bosheit wilde Freude sein. 6. Dein sind, o Gott, die Gaben, die ich und Andre haben; mit Weis2. Auf Andrer Wohl- heit hältst du Haus, und ergehen mit Wohlgefallen theilest unter allen nach frei Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 487 freiem Wohlgefallen die Sünd und Eitelkeiten Güter deines Hauses aus. durch List, durch Zwang 7. Beneid ich meinen und Anzeigung denSchwaNächsten, so greift dich chen je verleiten; durch selbst, den Höchsten, mein That und böses Beispiel Unmuth tadelnd an. Gott, ihn in Fehler und in welche schwere Sünde, Laster ziehn, o Gott, welch wenn ich mich unterwinde, ein Verbrechen! zu tadeln, was du hast gethan. 3. Laß mich nach seiner Besserung im Glauben 8. Ich Thor, ich selber und im Leben durch Rath quäle mit Unmuth meine und nach Erinnerung, durch Seele, herrscht Neid in gutes Beispiel streben; ihm meiner Brust. Herr, ma- Achtung für Religion und che mir dieß Laster je mehr Liebe gegen deinen Sohn und mehr verhaßter. Auch fest suchen einzuprägen. Andrer Glückseimeine Lust. 4. Je mehr du mir GeBeförderung des Seelenwohls Anderer. Legenheit und Fähigkeiten giebest, je mehr laß mich mit Redlichkeit der Seele, die du liebest, zu retten auch beslissen sein, und Gott, meines Nächsten nicht Verdruß, nicht Ar569. Aus tiefer Noth schrei ich zu 2c. bestes Theil laß mich beit scheun, dir, Gott, sie stets theuer achten; und zuzuführen. auch nach seiner Seele 5. Giebst du mir FreunHeil mit Lieb und Sorg- de, Herr, mein Gott, giebst falt trachten. Du schusst du mir Hausgenossen, laß ihn zur Unsterblichkeit; mich dein heiliges Gebot und hast ihn selbst zur sielehren unverdrossen. Du Seligkeit durch deinen gabst sie mir, und deine Sohn erlöset. Hand wird dieß mir anvertraute Pfand von mir zu einst wieder fordern. Hh4 6. Kann 2. Zum Irrthum, zur Verschlimmerung, 488 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 6. Kann ich kein zeit- mich von Sünden zu belich Glück und Gut den Mei- frein, erschienen bist, daß nigen erwerben; laß sie von ich Gottes Wege walle, mir das größte Gut, der daß du liebreich, eh ich Tugend Segen erben. falle, die Gefahr mir of Hilf, daß ich dir sie, Gott, fenbarst, mich ergreifest, erzieh, selbst Sünd und mich bewahrst. Laster eifrig flieh, und 2. Doch wie könnt ich stets behutsam wandle. dieß empfinden, und doch 7. O hätt ich eine fühllos Menschen sehn in Seele je geärgert und der Sklaverei von Sünverblendet, durch Leicht- den, Wege des Verderbens sinn oder Bosheit sie von gehn, und nicht rufen, daß dir, Gott, abgewendet; sies hören: eilet, Freunde, ward irgendwo durch meine umzukehren, wenn ihr seSchuld ein Mensch verlu lig werden wollt, wie ihrs stig deiner Huld: wie werden könnt und sollt. müßt ich dieß bereuen! 3. Auch für meiner Brü8. Erbarmer, Vater, der Seelen, und nicht für dann verzeih mir diese mein Heil allein, soll großen Sünden. Laß sorgen; wenn sie fehlen, mich, laß ihn auf wahre wo ich kann, ihr Führer Ren Vergebung vor dir sein. Wenn sie fündigen finden. Führ ihn zurück und sterben, und ich rief, zur Heiligung, laß mich nicht vom Verderben, wo durch eigne Besserung ich konnte, sie zu dir: forihn stärken und erbauen. derst du ihr Blut von mir. 570. 4. Von des Irrthums Finsternisfen selbst errettet, will auch ich warnen, rühren deß Gewissen, der von Jaß, o Jefu, mich em- deinem Wege wich; will Alle Menschen müssen sterben 2c. pfinden, welche Selig- ihm zeigen, was ihn blende, keit es ist, daß du mir, um daß sein Herz zu dir sich well Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 489 wende, und zur wahren Rath gab, und noch beSeelenruh. Gieb du mir stimmet hat. nur Kraft dazu! 2. Strebt schon in der 5. Hilf mir selbst sein Zeit der Jugend nach Herz erweichen, und wenn Verdiensten, und gewinnt meine Bitten nicht bis durch Geschäftigkeit und zu seinem Herzen reichen, Tugend, die die besten sei mein Beispiel ihm ein Schätze sind, werdet anLicht, daß an mir er sehen gesehn und reich: alles, möge, wie so heilsam alles könn ich euch. Gottes Wege jedem, der fie lieb gewinnt und mit Treue wandelt, find. 6. Laß ihn sehn an meinen Freuden, wie beglückt der Fromme ist, wie so heiter auch im Leiden, welch ein Trost du dann ihm bist; daß er sich der Lust der Erde noch entreiß und hei3. Immer will ich, frei vom Neide, und vom Eigennutze rein, eures Segens, eurer Freude, eures Glücks und Ruhms mich freun; froh, daß unser Gott euch liebt, euch so mild und reichlich giebt. 4. Allen helfen, eifrig ihnen wohlthun, wie mein lig werde; selig auch, wie Heiland that, Schaden ich, zu sein, ewig deiner wehren, allen dienen, dem sich zu freun. mit Hilfe, dem mit Rath, willig, jedes Unrechts Feind, aller Menschen wahrer Freund. 571. Gott des Himmels und der ic. Theurer, wie mein eignes Leben, wie mein Nam 5. Lasset uns einander lieben, gern einanderglücklich sehn, keinen kränken und betrüben, keinen drüund Eigenthum, sei mir, cken, keinen schmähn, aller Menschen, euer Leben, euer Zwietracht, alles Streits Eigenthum und Ruhm, Feinde sein! Denn Gott alles, was euch Gottes gebents. 6. Laft Hh 5 Beförderung des zeitlichen Wohls Anderer. 490 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 6. Laßt uns halten Treu gern uns treu, uns als und Glauben, fliehn, was seine Kinder lieben, ohne andern schädlich ist, Arm Zwang und Heuchelei. und Schwache nicht be- wie selig werden wir rauben durch Betrug, Ge- dann nicht werden dort walt und List. Welch und hier. ein Gräul vor Gott ist nicht falsches Maaß und falsch Gewicht. 572. O Gott, du frommer Gott ze. 7. Laßt uns nie, was Mie selig lebt ein Menſch, wir versprechen, wider- der seine Pflichten kenrufen, weils uns reut, net und redlich sie zu thun, nie was zugesagt ist, bre- aus Menschenliebe brenchen, oder schänden unsern net; der, wenn ihn auch Eid, von Betrug und kein Eid zum Dienst der Tücken rein, lieber arm Welt verbindt, Beruf und als treulos sein. Eid und Amt schon in 8. Hafsen laßt uns alle sich selber findt. Lügen, alle Schmähsucht; 2. Dir, Höchster, ahmt jeder sei offenherzig und er nach, dir, als dein Bild, verschwiegen, in der zu gleichen; durch Dienst Freunschaft fest und treu; beslissenheit sucht er dieß jeder nehme, wo er kann, zu erreichen; er hält für der Verleumdeten sich an. eignes Wohl sich nicht al9. Laßt uns Gutes gern lein gemacht, er hält sich belohnen, wies uns unser für die Welt von dir Gott belohnt, und der hervorgebracht. Brüder Fehler schonen, wie 3. Die Welt, denkt er, der Herr auch unser schont. hat Recht auf meinen Ach, er schont, mit wel- Dienst und Kräfte; ihr cher Huld, welcher Lang- nützen ist für mich ein muth und Geduld. seliges Geschäfte. A18 10. Also laßt, von Gott Gliederschufuns Gott, als getrieben, uns einander Bürger einer Welt, in der des Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 491 des einen Hand die Hand des Andern hält. nützlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein. Dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. 4. So denkt der Menschenfreund; und das ist sein Bestreben, so tren, als 573. er sich lebt, zum Wohl der Sorge für des Nächsten Ehre. Welt zu leben; ihm wird des Nächsten Glück sein eigener Gewinn, er fühlet fremde Noth, als träfe sie Wenn du des Nächsten ſelbst ihn. Ehr und Achtung O Gott, du frommer Gott i. 5. Er eilt, dem, ders suchst zu schmälern und bedarf, mit Hilfe beizu- von nichts lieber sprichst, stehen; sein Ansehn und als von des Bruders Fehsein Freund, sein Stand, lern, aus Ehrsucht und sein Wohlergehen sind aus Stolz verkleinerst seiMittel, die er braucht, be- nen Ruhm, deckst seine hilflich gern zu sein, und Schwachheit auf; wo bleibt jeden Leidenden mit Troste dein Christenthum? zu erfreun. 2. Wenn du aus Arg6. Was andrer Noth- wohn blos von ihm nur durft heischt, das reizet Böses denkest, und durch seine Triebe, auch ohne ein falsch Gerücht ihm Ruhm und Lohn, zur wah- schadest und ihn fränkest, ren Menschenliebe. Kein wenn ihn dein Neid, dein Stolz, kein Eigennutz, Haß, dein Stolz, dein treibt ihn zur Gütigkeit. Spott entehrt: bist du Er sieht auf seinen Gott, dann noch ein Christ, und der Liebe ihm gebeut. dieses Namens werth? 7. So laß mich auch 3. Wenn du den Lästrer gesinnt, mein Gott, durch hörst, und unter Spöttern Christum werden. Voll sitzest und blos aus Menregen Eifers sei mein Le- schenfurcht nicht Andrer ben hier auf Erden, so Unschuldschützet, wenn aus Se 492 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. Gefälligkeit du selbst Ver- verletzt, nicht schleunig sie leumder bist, und nichts ersetzen? Sie sei in Zuzum Besten kehrst; bist kunft dir so werth, als du dann noch ein Christ? eigner Ruhm. Beschütz 4. Mensch, bedenke und rette sie stets als doch, Gott hört an jedem ein Heiligthum. Orte, wo du nur immer 8. Wie hoch verbietet bist, ein jedes deiner Worte. Gott den Mißbrauch unsUnd er, der alles sieht, er rer Zungen! drum hüte sollte dich nicht sehn, wenn dich, o Christ, vor allen du dich frech erkühnst, die Lästerungen. Wer in dem Unschuld selbstzuschmähn? Menschen Gott und seine 5. Wenn du der From Gaben ehrt, den ehrt auch men lachst, wenn du die Gott, und der ist seines Tugend schändest, dem Beifalls werth. Würdigen das Lob, das er verdient, entwendest; Verläumder, siehts nicht herzliebster Jefu, was hast du zc. 574. Gott, wie zügellos dann Hilf Jeſu, daß ich mei du ihn in den Seinen& nen Nächsten liebe, schmähst? Dein Richter durch lieblos Richten ihn hört dir zu. ja nicht betrübe, ihn nicht 6. Die Thränen zählt verläumde, nicht durch der Herr, die von gefränk- falsche Ränke sein Wohlten Frommen, die du ent- sein kränke. ehret hast, mit Seufzen 2. Gieb, daß ich nachvor ihn kommen. Es fichtsvoll des Nächsten kommt, es kommt ein Tag, Fehle, wenns meine Pflicht wo Gott einst vor Gericht, erlaubt, der Welt verhehle, im Angesicht der Welt, und, wenn er fällt, auf auch dir ein Urtheilspricht. mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 7. Und du, du wolltest noch des Nächsten Ehr 3. Hilf, daß ich flügverletzen? und, wenn du sie lich ihn zu bessern trachte, und Christl. pflichtmäß Verhalten gegen Andere. 493 und seiner Seele Wohl- sind, die tränkt; eilt die fahrt theuer achte. Wie Nackenden zu kleiden, tröviel hast du für sie in stet, die ihr Kummer kränkt; Todesbanden selbst aus- Schwache sucht zu untergestanden! stützen, Unterdrückte zu beschützen. 4. Laß mich aufrichtig schätzen Andrer Gaben, 3. Nicht nur denen, die sie doch auch von dei- die euch lieben, oder euch ner Güte haben; es müsse nie mein Herz des Näch sten Freuden und Glück beneiden. un Hilfe flehn, nein, von Menschenhuld getrieben, eilet, allen beizustehn; auch die, die im Stillen lei5. Laß mich, mein Hei- den, führt zu unverhoffland, immermehr auf Er- ten Freuden. den an Lieb und Gütig- 4. Ach, es schafft ja keit dir ähnlich werden. sanfte Frenden, der VerGieb Kraft dazu. So laffnen Helfer sein, sehn, schmeck ich schon hienieden, wie sie in ihrem Leiden Herr, deinen Frieden. sich, durch uns gestärkt, erfreun. Ein betrübtes Herz erquicken, welch ein himmlisches Entzücken! Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit. 575. Jesu, Jesu, meine Freude zc. 5. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Wohlzuthun und mitzu- Zufriedenheit, Huld, bei theilen, Christen, das Menschen, Gottes Severgesset nicht! mitleids- gen folgen auf Barmvoll und willig eilen, Ar- herzigkeit, und des Himmen beizustehn, ist Pflicht; mels Freudenkrone schenkt Pflicht, die Jesus selbst Gott ihr zum Gnadenuns lehret, und durch die lohne. man Gott verehret. 2. Speiset die, die Hunger leiden, und die durstig 6. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, auszustreun! Was wir hier ge= 494 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. land that, der göttliche Erbarmer, den fein bedrängter Armer vergebens je um Hilfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, so laß um deinetwillen mich Andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann. gefäet haben, ernten wir einst reichlich ein. Seid barmherzig, liebt die Armen: Gott will euer sich erbarmen. 576. O Welt sich hier dein Leben 2c. aller Menschen Va ter: du gütigster Berather, in allem, was uns drückt! was wir hier Guts genießen, das läßt du uns zufließen, du bists, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich bei sei, was man willig giebet, uns Sündern durch Un- ein Opfer, das dir wohl dank nicht verhindern, uns gefällt. segnend zu erfreun. Zu 7. Laß mich hier reichewgen Šeligkeiten uns lich säen. Denn, Herr, Sterbliche zu leiten, wird was hier geschehen, folgt ewig dein Vergnügen sein. uns in jene Zeit. Wer 3. Wie groß ist deine hier gern hilft und gie Milde! barmherzger Va- bet, und sich im Wohlter, bilde mein Herz nach thun übet, der erntet dort deinem Sinn, daß ich die Herrlichkeit. der Noth der Armen mich willig mög erbarmen. Nimm alle Härte von mir hin. 6. Zum Fleiß in gu ten Werken laß mich die Hoffnung stärken vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, 577. Einen guten Kampf hab ich zc. 4. Gieb, daß ich willig Mer des Lebens Güter gebe, mich wohlzuthun hat, wenn sein Nächster bestrebe, so, wie mein Hei- schmachtet, und nicht hilft mit Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 495 mit Rath und That, sei- 5. Reiche, hörts! Ernes Grams nicht achtet, barmet euch, fleht zu euch fühllos bleibet beider Noth der Arme; daß sein Gott der verlassinen Armen, auch über euch sich dereinst der erwarte nicht von erbarme, weil ihr, da er Gott Nachsicht und Er- zu euch schrie, auf sein barmen. Schreien hörtet, den Bedrängten halft; und sie tränftet und ernährtet. Reiche, welch Entzücken! 2. Soll durch üppigen Genuß und durch Schwelgereien Gottes reichen Ue6. Mitleidsvoll und berfluß strafbar er entweihen? Soll er Gott hilfreich sein, seiner Mitnicht ähnlich sein? Hat erlösten Retter werden, er seine Gaben nicht, um und sich freun, Traurige Brüder zu erfreun, welche zu trösten, Dank in ihMangel haben? rem Angesicht und in 3. O vom Himmel ihren Blicken Wonne sehn, schaut der Herr auf der wie rührt das nicht? Armen Plagen, ihre Thränen zählet er, höret ihre 7. Aber, wer den ArKlagen, sieht auch, wenn men giebt, geb aus freier das harte Herz kummer- Liebe; sei nicht mürrisch, freier Reichen keine Thrä- wenn er giebt, daß er nen und kein Schmerz nicht betrübe. Eh er seufmildern und erweichen. zen hört, eil er Armen 4. Ach, das Urtheil ist froh entgegen. Lieblich ſei, gefällt: Jammer und Ver- das will der Herr, derben sollen sie in jener der Thau sein Segen. Welt, nicht den Himmel, erben; sollen nicht, wo 8. Christen, wenn ihr Gott ist sein; nicht bei in der Zeit mild, wie Gott, den Erlösten, sie, die gesinnet, Schätze für die Arme nicht erfreun, nicht Ewigkeit sammelt und geVerlassne trösten! winnet, o wie groß wird wie etter 496 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. euer Lohn, euer Glück 3. Ein Vater bist du, auf Erden, und wie groß Gott, ein Vater voll Ervor Gottes Thron die Ver- barmen, voll Huld und Gü geltung werden! tigkeit, dem Neichen wie 9. Jesus saget dann dem Armen. Möchten wir zu euch: kommt, getreue ähnlich an Güte dir sein! Knechte, erbet meines Vater, wir wollen mit Vaters Reich, erbet es, Freuden erfreun! G.rechte! Was ihr meinen Brüdern gabt in dem ersten Leben, wahrlich, dieses alles habt ihr auch mir gegeben. Dienstfertigkeit und Leutſeligkeit. 579. Herr Gott, nun sei gepreiset c. Was mag wohl diese Welt zc. D em Nächsten gerne dienen, auf seine Wohlfahrt sehn; sich nie aus Stolz erfühnen, den Niedern zu verschmähn: dieß will die Menschenliebe, hr, die Gott segnete, vergesset nicht der Armen! ach weinend flehen und folg ich ihrem Triebe, sie um Mitleid und Er- so handle ich als Christ. Trocknet die 2. Ich soll mich stets Thränen der Leidenden bestreben, aufrichtig brüab, dankend dem Vater, derlich für Andrer Wohl der Segen euch gab! barmen. zu leben, und nicht allein 2. Ein Gott voll Liebe für mich; soll ihnen rahat des Mitleids sanfte then, nützen, ihr Ansehn Triebe in unser Herz ge- unterstützen, und helfen, legt. Die Pflicht der wo ich kann. Menschenliebe weiht schon 3. Kein Vorwand darf hienieden zur Seligkeit mich hindern, auch nicht ein; lasset uns wohlthun, Bequemlichkeit den Eifer je beglücken, erfreun. vermindern zu thun, was fie 578. Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 497 sie erfreut. Gern ihre Kla- ist ohne Schmeichelei gegen stillen, gern ihren fällig, vereinigt Ernst und Wunsch erfüllen soll ich, Freundlichkeit; ist traurig so viel ich kann. mit den Traurigen und fröhlich mit den Fröhlichen. 4. Im Umgang stets gesellig, vom Eigennuge frei, nicht mürrisch, gern ge- 2. Es liegt in feinem fällig, und im Versprechen seiner Blicke, als wie in treu, soll ich ihr Glück ver- einem Hinterhalt, auflaumehren, und keine Freu- ernd schadenfrohe Tücke, den stören, wenn sie un- und Haß in lächelnder schuldig sind. Gestalt. Sein Blick, kein Blick der Heuchelei, ist liebreich, offen, gut und 5. Herr, laß mich diese Pflichten, um Andre zu erfreun, gewissenhaft ver- frei. richten, das Herz der Menschheit weihn. Laß mich bei Andrer Leiden, 3. Sein Antlitz, heiter wie der Morgen, wird trüb und seine Freud entflieht, bei ihres Glückes Freuden wenn er Bekümmerniß und nie hart und fühllos sein. 6. Dann seh ich meine Freuden mit jedem Tag vermehrt, und ferne das vermeiden, was meine Ruhe stört; weiß, daß zum bessern Leben du dann mich einst erheben und emig segnen wirst. Sorgen in seines Bruders Auge sieht; und strahlt in neuer Heiterkeit, wenn ein Getrösteter sich freut. ungesellig ist, wer ein Christ zu sein sich freut; 4. Bescheiden, sittſam, ehrerbietig beweiset sich der wahre Christ, nie sclavisch, auch nicht übermüthig, wenn er vor Andern glücklich ist; er ist, weil er wie Jesus liebt, im Frende580. Herr, wenn ich dich nur werde e. machen schon geübt. Nicht mürrisch, finster, 5. Durch liebliche Gespräch erheitert er auch des Blöden Angesicht, und jeJi 498 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. des Herz fühlt sich erwei- Gerechtigkeit und Billigkeit. tert und freudenvoller, wenn er spricht: denn, was er sagt und was er 581. Alle Menschen müssen sterben 2c. thut, ist liebevoll, ist allermeiner Brüder Nechwahr und gut. te laß mir, Gott, stets heilig sein. Wenn ich sie 6. Sein Thun ist Wohl zu kränken dächte, ihres that, er gebiete, er warn, Kummers mich zu freun, er straf auch, er gebeut, über sie mich zu erheben, er warnt, er straft voll Lieb oder üppiger zu leben: dann und Güte, mit Ernst und verletzt ich meine Pflicht, doch mit Freundlichkeit. ehrte deinen Willen nicht. Und tröstet er: wie leicht 2. Könnt ich taub bei vergißt sein Bruder, was ihren Klagen, ihnen das sein Kummer ist. aus Eigensinn, oder Neid 7. Nicht rauh, noch hart, und Geiz versagen, was noch menschenfeindlich, ich ihnen schuldig bin; nein eifrig jeden zu erfreun, könnt ich ohne Treu und und sanft und liebevoll Glauben Andern Gut und und freundlich soll Jesus Ehre rauben: welchen Haß echter Jünger sein. Ach, verdient ich nicht! Welch wären wirs, ach glichen ein schreckliches Gericht! wir, Liebe, dir! D Vorbild aller 3. Nein, ich will das Unrecht hassen, will gerecht sein, kein Tyrann, jedem 8. In allen Worten und geben, jedem lassen, was er Geberden, in allen Tha- hat und fordern kann. Lie ten laß, o Herr, uns ber will ich Unrecht leiden, wahre Menschen- Freunde als begehen, und mit Freuwerden, dir, Heiland, im- den lieber niedrig sein und mer ähnlicher: so werden bloß, als durch Unrecht wir uns ewig freun, und reich und groß. Gottes liebe Kinder sein. 4. Würden der Bedräng Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 499 drängten Zähren, würden sind alle deine Knechte; und ihreSeufzer nichtRettung, wie groß ist deine Huld! Gott, von dir begehren Du vergiebst mir meine und beflügeln dein Gericht? Schulden; sollt ich denn Würd ich nicht stets zittern kein Unrecht dulden? nicht müssen? Würde nicht stets gelind sein? mich nicht mein Gewissen mir mit freun, wie du, Bater, zu Angst und Schrecken verzeihn? dräun, und ihr erster Rächer sein? 8. Hilf mir immer richtig wandeln, Gott, vor dir, 5. Eines Unterdrückten als meinem Herrn, billig Thränen, o wie furchtbar stets mit Andern handeln, sind nicht die! Eh es Un- und von aller Härte fern. gerechte wähnen, trifft Denn du, Nichter aller Herr, deine Strafe sic. Welten, wirst mir alles Und wenn du nicht eilen einst vergelten, was ich meisolltest, wenn du, Richter, nen Brüdern that, wenn säumen wolltest: harrt sich dein Gericht mir naht. denn mein am Grabe nicht ein noch schrecklichers Gericht? 582. Erhalt uns, Herr, bei deinem zc. Fern ſei mein Leben jederzeit von aller 6. Lehre mich gerecht und billig gegen alle Menschen sein, keinen drücken, lieb- tigkeit. Wie könnt ich sonst reich, willig jedem, der mich der Deine sein, und deiner kränkt, verzeihn. Hab ich Gnade, Gott, mich freun? Macht, laß sie mich nützen, 2. Wer seines Nächsten die Bedrängten zu be- Rechte kränkt, auf seinen schützen, eilen, wo Ver- Schaden boshaft denkt, lasine flehn, ihnen liebreich verletzet des Gewissens beizustehn. Pflicht, und ehrt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Du schriebst in jedes Herz, o Gott, tief ein das Ji 2 bil7. Sichern laß mich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir 500 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. billige Gebot: was du nicht allem Unrecht möge sein. willst, das dir geschicht, das Du bist gerecht; dieß sei thue du an Andern nicht. auch ich! In diesem Sinne 4. Wenn ich dies heilige stärke mich. Gesetz durch Ungerechtigfeit verletz, o sprech ich da nicht über mich das Ur583. Kommt her zu mir, spricht ic. theil: Gott iſt wider dich! Du liebst, o Gott, Gez 5. Dein Wort schärft rechtigkeit, und strafeſt mirs noch stärker ein, kein den, der sie entweiht, am schadenfroher Mensch zu Nächsten Unrecht übet. sein; es droht der Krän- Du bists, der jedem seifung, dem Betrug des Näch- nen Lohn, ohn alles Ansten unfehlbaren Fluch. sehn der Person, nach seinen Werken giebet. 6. Darum, mein Gott, bewahre mich vor allem Unrecht väterlich. Beging ichs je, so sei mirs leid, und zum Ersatz, mein Herz bereit. 7. Wer Andern Scha2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie reiße mich die Habsucht hin, um einen blendenden Geden hat gethan, und ir- winn des Nächsten Recht gend ihm erstatten kann, zu kränken. doch deß sich weigert, findet nicht vor dir Erbarmen im Gericht. 3. Pflanz Nedlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der 8. Auf Buße, die er Liebe Pflichten üben. Ein meint zu thun, kann nie Herz, das nur auf Unrecht dein Wohlgefallen ruhn, wenn er nicht willig das ersetzt, womit er Andrer Necht verletzt. denkt, nur Schaden sucht, und Andre kränkt, wie kannst du, Gott, das lieben? 4. Nie seufze Jemand 9. Gieb, Herr, daß über mich, mein ganzes fiets mein Leben rein von Herz bestrebe sich, dem Näch Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 501 Nächsten gern zu geben, Geschäfte befiehlt mir Bilwas er mit Necht verlan- ligkeit. Bei allem guten gen kann, und immerfort Willen kann er oft nicht mit jedermann in Einig- erfüllen, was ihm Gesetz keit zu leben. und Pflicht gebeut. 5. Laß mich beständig 4. Und ich, Herr, sollt dahin sehn, mit jeglichem es wagen, ihm Nachsicht so umzugehn, wie ichs von zu versagen, und immer ihm begehre; damit ich kei- strenger sein? Sein Elend nes Menschen Herz durch zu vermehren, sollt ich sein meineHärte je mit Schm.rz Glück zerstören, und Noth und bangem Gram be- und Untergang ihm dränn? schwere. 6. Herr, mit dem Maaß, damit ich hier dem Näch sten messe, wirst du mir dereinst auch wieder mes fen. Dieß reize mich zur ſen. Billigkeit, und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. den, sein Unglück zu ver4. O hilf mir lieber leimeiden, wenn alles für ihn spricht, auch bei gerechten Klagen dem Mitleid nicht entsagen und nicht der Menschenliebe Pflicht. 5. Beim Recht, das mir gebühret, wird das, was er verlieret, vielleicht nie wieder sein. Ich kann, 584. Die Ruhe senkt sich wieder zc. Mein Gott, nach deinen wirds mir entriffen, es Lehren darf ich nicht oft sehr leicht vermissen, stets begehren, was wohl und doch noch immer por Menschen gilt, nicht glücklich sein. immer darauf dringen, den mit Gewalt zu zwingen, der meine Fordrung nicht erfüllt. 2. Der Mangel seiner Kräfte, sein Stillstand der 6. Streng auf sein Recht zu dringen, und, um es zu erzwingen, den härtsten Schritt nicht scheun: das heißt nicht, sich des Armen in seiner Noth erbarmen, 3i3 und 502 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. und als ein Christ ge- bitter im Verweiſe, stets finnet sein. herzlich bei des Bruders 7. Um Ruhe zu genießen, Ruhm und Preise, stets erinnre mein Gewissen, sorgsam, wenn er Fehler Gott, daß ich billig sei, sucht zu bessern, nichts zu mein Recht nicht übertrei- vergrößern. be, barmherzig sei und bleibe, und jede Art der Härte scheu. Friedfertigkeit, Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 5. Nachgebend, wo nicht Recht und Wahrheit leiden, in jedem Streite fitt sam und bescheiden, auch sittsam, wenn er fiegt, holdselig, gütig, nicht übermüthig. 585. Herzliebster Iefu, was hast du 2c. Me e: leben will und glück6. Demüthig, wie auch Christus war, stets billig lich, der betrübe nie zu tragen Schwache, fie seine Brüder, fliehe Zank, zu schonen willig; nicht er liebe stets felbst die Ein- träge, die Gejallnen auf tracht, herzlich, treu, ver- zuheben, schnell zum Verschwiegen, ein Feind von geben. Lügen. 2. Er sei gerecht, sei billig, übertreibe nie seine 7. Daß Brüder sich mit Brüdern nicht entzweien, eil er Verdacht und MißRechte bis zur Härt, und traun zu zerstreuen, und bleibe stets ruhig, sei im Eifer feiner mächtig, und stets bedächtig. lindre klüglich Unmuth und die Schmerzen ges fränkter Herzen. 3. Er freue sich nicht, 8. Versöhnlich eil er wenn nun die, die irren, selbst der Feinde Reu ent aus Eifer Recht zu haben, gegen, fordre sie nicht, und sich verwirren; nie stolz, erfreue, noch eh sie bitten, ftets frei, daß er sie leicht ohne Selbsterhöhung, fie gewinne vom Eigensinne. mit Vergebung. 4. 3m Tadel sanft, nie 9. Er wird in Sichers heit Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 503 heit und Friede wohnen; nicht bloß Freunde, nein, ihn wird man preisen; selbst auch Feinde. wenn er fehlt, ihn schonen; ihn, wenn er spricht, zu warnen und zu lehren, mit Freuden hören. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch voll Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 10. So wird zur Freude jeder seiner Tage; und wenn er stirbt, hört man der Brüder Klage; ach, der war gut, nie stolz, nieübermüthig, stets sanft, stets gütig! 11. Laß uns, o Gott, 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir doch immer mehr auf Er- zu verzeihen, und Nache den den Frieden lieben, schreien? milder, besser werden; mach 2. Wer nicht vergiebt, uns geneigt, zu mildern der wird für seine SünAndrer Schmerzen mit edlem Herzen. 586. den auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der wie du vergiebet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiund noch zur Rechten Got- ner Seele Triebe, mein tes für mich bittest: er- Heiland durch den Geist weck in mir, du Muster der wahren Liebe: vertilge wahrer Liebe, der Sanft- durch die Lust zu deinem muth Triebe. Namen der Nachgier SaHerzliebster Jesu, was hast du 2c. Herr, mein Versöhner, der du für mich littest, 2. Wann hast du jemals men. Haß mit Haß vergolten? 7. Wenn meine BrüDu schaltst nicht wieder, der sich an mir vergehen, da man dich gescholten. Du so lehre mich ihr Unrecht segnetest mit Wohlthun übersehen. Laß mich, wenn Ji 4 fie 504 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. sie mich auch empfindlich eigne Rache! Vergeben kränken, an dich gedenken. ist des Menschen Pflicht; 8. Erwecke dann, o Herr, vergelten Gottes Sache. in meinem Herzen aufs Die Sanftmuth, die sein neue das Gedächtniß jener Wort gebeut, liebt Feinde, Schmerzen, die du in dei- segnet und verzeiht. nen schweren Leidensstun2. Wahr ists, empfindden für mich empfunden. lich ist der Schmerz, von 9. Laß mich mit Sanft- Menschen Unrecht leiden; muth meinem Feind begeg- und dennoch soll des Chrinen, den, der mir flucht, sten Herz am Zorne sich voll Großmuth, wie du, nicht weiden, soll nicht sein segnen. Herr, mache ge- eigner Richter sein, soll gen Alle, die mich hassen, alles Unrecht gern verzeihn. mein Herz gelaffen. 3. So schwer auch diese 10. Will zu der Rach- Pflicht dir scheint, so mußt sucht mich die Furcht ver- du sie doch üben. Sonst führen, als würd ich sonst bist du nicht des Heilands mein ganzes Glück ver- Freund, der sie dir vor lieren: o Herr! so laß geschrieben. Empört dein mich, ihr zu widerstehen, Herz dawider sich, so sieh auf dich dann sehen. auf ihn, besiege dich. von 11. Du schützest den, 4. Wer hat wohl gröder redlich vor dir wan- ßern Widerspruch delt und überall nach deiVorbild handelt. Drum laß in allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. nem Sündern hier erduldet, als er, der Herr, der Schmach und Fluch von Andern nie verschuldet? und dennoch will er langmuthsvoll, daß feiner ewig sterben soll. 5. Ihm folgen ist dein wahrer Ruhm. BeleidiVerbittre dir dein Leben gern verzeihen ist Ehre für nicht o Christ, durch dein Christenthum; sich ih587. Machs mit mir, Gott 2c. res Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 505 res Falls nicht freun, den, auch mir ein gnädig Urder dich schmäht, nicht wie- theil sprechen. Von dir der schmähn, gereicht dir kommt auch der Sauftselbst zum Wohlergehn. muth Sinn. Nach deiner 6. 3m Zorn denkt nie- Gnade gieb mir ihn. mand ernstlich nach, was 588. Gott gefallen sollte. Die Rache selbst vermehrt die Schmach, die man bestraAch. Herr, mich armen Sünder 20. iewillich wiederfluchen, wenn mir mein Hasser fen sollte. Kein Schimpf flucht, nie dem zu schaden wird ungefehn gemacht, suchen, der mir zu schaden wenn deine Nachgier wild sucht. Ich will ihm sanft erwacht. begegnen, nicht drohen, ist des Herrn Gebot. 7. Die Nachgier reißt wenn er droht; schilt er, Gerechtigkeit, reißt Glan- so will ich segnen. Dieß ben aus dem Herzen, stört des Gemüths Zufriedenheit, und straft mit bittern Schmerzen. Sie hindert Dank, Gebet, Ver traun, und raubtden Muth, auf Gott zu baun. 2. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmnter Knechte ertrug er mit Geduld. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? Mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt? 3. Verleumdung dulden müssen, ist schwer, doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. Dieß will ich treubewahren; so bessert mich mein Feind, und lehrt mich gut verfahren, indem ers böse meint. Ji 5 4. Ich 8. Durch Sanftmuth übe nur die Pflicht, wirst du den Feind besiegen. O raube deiner Seele nicht dies göttliche Vergnügen! Dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter sein. 9. Laß mich aus Liebe, Gott, zu dir das Unrecht selbst nicht rächen. Du wirst, verzeih ich gern, 506 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 4. Ich will die Fehler zeihen und sich nicht der scheuen, die er von mir Rache freuen. erfann; auch die will ich 3. Wir gelobens dir mit bereuen, die er nicht wissen Freuden, willig wollen wir kann. Durch Huld will verzeihn, nie uns rächen, ich mich rächen, an ihm wenn wir leiden, nie zu das Gute sehn, und Gutes dir um Rache schrein. von ihm sprechen; wie Allen, allen sei vergeben! könnt er länger schmähn? Allen Fried und Ruh im 5. Ich will niemals er- Leben! müden, ihm thätig zu verzeihn, und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. Wenn, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhitzt, so will ich für ihn beten, und Gott vertraun. Gott schützt! 589. Christliche Duldung. 590. Erhalt uns. Here, bei deinem iç. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort! den fin stern Irrthum treibe fort! Bewahr uns vor Gewis senszwang! So preiſt dich unser Lobgesang. Berr, ich habe mißgehandelt ze. Allen, welche nicht ver2. Die Völker sein dir geben, wirst du, Rich- unterthan! Es weiche fal ter, nicht verzeihn; trostlos scher Lehre Wahn vor deiwerden sie im Leben, trost- ner Wahrheit klarem Licht! los einst im Tode sein. Gewalt hilft dem Gewis Laß uns, Vater, früh auf sen nicht. Erden gütig und verföhn- 3. Die Herrschsucht, lich werden. die den fremden Knecht, 2. Wie dein Herz mit er glaube falsch, er glaube jedem Sünder väterliches recht, gewaltsam ziehet Mitleid hat, wie der Freund vors Gericht, verletzt Ge der Menschenkinder selbst rechtigkeit und Pflicht. für seine Mörder bat: so 4. Wer für die Wahrsoll auch der Christ ver- heit kämpfet, sei der Menschen Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 507 schenliebe Pflicht getreu. getaufet, daß jeder nun Durch Gründe fieg er und mit gleichem Ernst und Beweis, und durch des Triebe den Andern liebe. frommen Beispiels Fleiß. 3. Wie darf denn die, 5. Wir gehn in Dämm- die einen Herrn bekennen, rung, irren leicht, dieß der Streit, wer mehr Ermach uns zum Verzeihn kenntniß habe, trennen? geneigt; laß Fried und und Herzen, die sich eines Duldung allgen.ein, Herr, Heilands freuen, zum Haß unter deinen Christen sein. entzweien? Wer friedsam iſt, 6. 4. Soll denn, wer stark nicht Laster lehrt, deß ist, nicht die Schwachen Freiheit bleibe ungestört! Wer redlich prüft, den führe du, o Gott, dem Licht der Wahrheit zu. tragen? Soll er der Einigkeit, der Lieb entsagen? und deine Güte schonte doch der Schwachen, sie stark zu machen. 7. Zerbrich des Zwanges hartes Joch! die freie 5. Wenn wir wie BrüWahrheit sieget doch. Sie der bei einander wohnten, mache uns von Irrthum und irrt ein Bruder, seifrei, von Laster und von ner Schwäche schonten: Heuchelei. wie würden wir dir ähnlich schon auf Erden, wie selig werden! 591. Herzliebster Jefu, was hast du ie. Di 6. Der danke, wer mehr u gingst, o Heiland, Licht hat; er sei weise, hin, für uns zu leiden, nicht sich nur zu gefallen; erwarbst uns allen deine dir zum Preise sei ers den Himmels- Frenden, und Brüdern und, an Einsicht starbst, vom Sündenfluch größer, sei er auch besser. und allem Bösen uns zu erlöfen. 7. Er liebe mehr, damit wer irrt, aus Liebe sich 2. Wir sind mit einem freier in der Wahrheit Opfer Gott erkanfet: wir Prüfung übe, und gern alle sind auf einen Tod zum 508 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. zum Lichte, frei vom Bru- 3. Wir alle sind als derhaffe, fich leiten lasse. Menschen gleich, gering 8. Ach dazu müsse deine und vornehm, arm und Lieb uns dringen! Du reich sind eines Leibes Glies wollest, Herr, dieß große der. Bleibt dem Beruf Werk vollbringen, daß un- der Liebe tren! Weß ter einem Hirten eine Heerde aus allen werde. Volks, weß Glaubens jeder sei, wir sind als Menschen Brüder. Hört es! fühlt es! Wir find Brüder. Gott blickt nieder auf 592. Wie schön leuchtet der ic. ( chon weicht die finstre uns alle, blickt als Vater Mitternacht des Aber- auf uns alle. glaubens, und die Nacht 4. Ehrt durch Gesinnung der Vorurtheile schwindet; und durch That den Gott, schon leuchtet uns der Mor der aller Herzen Rath mit genstern, der helle Tag ist einem Blick durchschauet. nicht mehr fern, den Chri- Wer nicht der Menschenstus uns verkündigt. Klar- liebe Pflicht erfüllt, dem heit, Wahrheit sehn wir hilft der Glaube nicht, fo glänzen fernen Grenzen, fe'r er darauf bauet. Va welche Schatten finstrer ter! Vater! deinen VilNacht umgeben hatten. len zu erfüllen, heilge, 2. Kein blinder Eifer stärke uns zu jedem guten wüthet mehrfür Menschen Werke! satzungen und Lehr, die Brüder zu verdammen; er schleichet nur im Finstern noch, allein der Liebe Band zieht doch stets fester sich zuſammen. Uebe Liebe, Chrift und höre Christus Lehre: dulden sollen, die nach ihm sich nennen wollen! Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 593. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. Gieb, Gott, daß ich der und redlich stets im Umgangsei, entfernt von der Verstellung Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 509 lung List, die deinem Aug ein Abschen ist. ihn auch andrer Menschen Spott, träf ihn auch Haß der ganzen Welt: was achtets der, der dir gefällt? 8. Er wird vor deinem Angesicht einst strahlen, wie der Sonne Licht, die früh in voller Herrlichkeit hervorbricht und die Nacht zerstreut. 3. Hilf mir auch des Betruges Schein mit Vorsicht fliehn, und klug zwar 9. Daß ich mich dieses sein, doch ohne Falsch, Glücks erfreu, so steh auch nach Jesus Rath, in Wor- mir, mein Vater, bei. ten, so wie mit der That. Laß mich, von aller Falschheit rein, wie du, ein Freund der Wahrheit sein. 4. Vereint mit Offenherzigkeit sei auch bei mir Verschwiegenheit, daß ich zu meines Nächsten Wohl da schweige, wo ich schweigen soll. 2. Verhaßt sei mir die Schmeichelei und glatter Worte Täuscherei; und was ich denke, streite nicht mit dem, was meine Zunge spricht. 594. Valet will ich dir geben 2c. Wohl dem, der richtig 5. Doch laß mich auch wandelt, der als ein freimüthig sein, und kei- Wahrheitsfreund in Wort nes Menschen Ansehn scheun, wenn irgendwo Gerechtigkeit der Unschuld Rettung mir gebeut. 6. Wer Wahrheit über und Werken handelt und das ist, was er scheint; der Recht und Treueliebet und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit alles schätzt, und nicht übet, sich unbefleckt erhält. muthwillig fie verletzt, ist 2. Wohl dem, der LüGott, dein Freund, und gen haffet, und der, so oft wird bestehn, wenn alle er spricht, so seine Reden Falschen untergehn. 7. Du bist sein Schirm und Schild, o Gott! träf faffet, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbehalt verletzet, und der an jedem Ort 510 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 3. Wohl ihm, daß sein Ort sich dies vor Augen Pflicht mit Klugheit üb, setzet: Gott merkt auf jedes und wisse, wenn ich für Wort! Andrer Wohl, und für mich reden müsse, und Gemüthe, Herr, so die wenn ich schweigen soll. Wahrheit übt! Ihn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn zu dir sich hält, das soll einst erhöhen, wenn in der mir niemand rauben. So Wahrheit Licht beschämt scheid ich aus der Welt mit die Falschen stehen; ge- freudigem Vertrauen, dort schreckt durch dein Gericht. werd ich, als dein Kind, 7. Ein Herz voll Tren und Glauben, das, Gott, 4. O Herr, laß alles dich mit den Frommen Tügen doch ferne von mir schauen, die reines Hers sein. Behüte mich vor zens sind. Trü en mit gleißneriſchem Schein. Erinure mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, damit ich stets beslissen der Tren und Wahrheit ſei. 595. aue Menschen müssen sterben c. aß mich, Höchster, darnach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein! 5. Laß niemals mich ver- Jenes freudenvolle Leben sprechen, was ich nicht nimmt nicht freche Lügner halten kann, auch nie Zu- ein. Denn vor deinem sagen brechen, die ich ein- Angesichte werden sie be mal gethan, nie mich den schämt zu nichte, so wie Stolz verleiten, und nie Satans Trug und List, der des Beispiels Macht, als der Lügner Vater ist. Wahrheit auszubreiten, 2. Andern zu Gefallen was fälschlich ist erdacht. lügen, leeren Schwätzern 6. Doch laß zu allen gleich zu sein, heuchelnd Zeiten auch deiner Weis- Brüder zu betrügen, Herr, heit Licht, Herr, meineSee- das falle mir nicht ein! le leiten, damit ich meine Wahrheit leit an allen Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 511 Orten mich in Werken und liebst den Wahrheitsfreund in Worten. Nedlich sei und bist falschen Herzen des Herzens Grund; red- feind. lich spreche auch der Mund. 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Greul; und Freundschaft. 596. ein unglückseligs Leben Lob sei dem allmächtigen Gott 2c. welch ein Segen iſt ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mich zärtlich und verein jeder Menschenfreund traulich liebt, mit mir sich ist der Falschheit Ränken freuet und betrübt. feind. bleibt gewiß ihr künftges Theil. Hierschon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande. Denn 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in einem Geiste dann mit mir der Tugend hohes Leben lebt, mit mir nach einem Ziel strebt. 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verleumder Lästermund, Herr, so laß michs still erdulden. Einst wird doch die Wahr- 3. Gedanke, Neigung, heit kund. Darf ich ja nicht Will und That sind eins länger schweigen, meine in beiden, nur den Pfad, Unschuld zu bezeugen, o den wir in deinem Lichte so gieb, daß stets dabei sehn, getren und Hand in Herz und Mund voll Hand zu gehn. Sanftmuth sei. 4. Der Herzen Heil und 5. Daß du, Herr, an Besserung, nicht eitler Lüste jedem Orte Zenge meines Sättigung, der wahren Wandels bist; daß kein Liebe Vollgefühl ist unsre einzges meiner Worte dei- Sehnsucht, unser Ziel. nem Ohr verborgen ist, 5. Wir theilen brüderdas sei stets mir im Ge- lich dein Licht, das uns müthe, daß ich mich vor erleuchtet, jede Pflicht uns Lügen hüte. Denn du zu erleichtern, jede Kraft gleich 512 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. gleich fromm zu sein, Pilgerlauf, so nimmt uns gleich tugendhaft. dann dein Himmel auf. Unendlich ist die Selig keit, die uns zugleich vor dir erfreut. 6. Er, in Gefahr, zu irren, hört auf meiner Liebe Ruf, und kehrt, durch meine Wachsamkeit gerührt, zu- 12. Da hab ich ewig rück vom Wege, der ver- jeden Freund, der sich mit führt. mir durch dich vereint, mir 7. Und wenn ich strauchle, Herz um Herz, o Vater, denn wie leicht fällt nicht giebt, mich zärtlich, treu der schwache Mensch! so und ewig liebt. reicht er seine Bruderhand auch mir, und führet mich zurück zu dir. 597. Einen guten Kampf hab ich zc. 8. Stets durch einander Herrlich ists, an Freun weiser, Herr, stets edler die und vollkommener, verab- Welt zu wandeln, und scheun wir die Täuscherei durch Tugend und Verder Schmeichler, redlich, stand fest geeinigt handeln. offen, frei. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe! Wohl mir, daß ich mehr als Geld, daß ich Freunde habe! 9. Kein Streit, kein Mißtraun, kein Verdacht nicht, was uns froh und traurig macht, auch nicht des Schicksals Unbestand 2. Aber da wohnt Freundtrennt unsrer Liebe festes Band. schaft nicht, wo die Tugend fliehet, wo man auf dem 10. Wir theilen alles, AngesichtHerzensfalschheit Lust und Leid, in inniger siehet. Ohne Täuschung Vertraulichkeit; und jede sieht man sie gern bei Zärtlichkeit versüßt dem frohen Scherzen; nur bei Andern, was ihm schmerz- der Verleumdung nie, nie lich ist. bei bösen Herzen. 11. Vollenden wir den 3. Freundschaft lehrt beschei Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 513 scheiden sein, Andrer Vor- merfeines zutrauns werth zug ehren, Freundes Lob, und wird das nie erzählen, als wär es dein, mit Ver- was der ihm als Geheimgnügen hören. Freund- niß sagt, so sehr mans schaft zeigt uns klar und zu erforschen wagt. frei alle unsre Flecken, 3. Wenn höhre Pflicht lehrt voll Vorsicht sie das es nicht verbeut, es treubei mit der Liebe decken. lich zu bewahren, so wird 4. Lächeln wir, sie lä- es nie von ihan entweiht, chelt mit, weint bei unsern wird es kein Mensch erLeiden; unter ihrem sanf- fahren, und brächts ihm ten Tritt blühen tausend auch Gewinn und Ruhm: Freuden. Möchte jeder es bleibt ihm doch ein doch recht früh ihrer wür- Heilig thum. dig werden; dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. 4. Findt er den Freund gleich ungetreu, und bricht der sein Versprechen, wird er doch durch Verrätherei nie seine Trene brechen, der Freundschaft Rechte nicht entweihn, und dann auch noch verschwiegen sein. Verschwiegenheit und erbau licher Umgang. 598. Machs mit mir Gott, nach 2c. Vorsichtige Verschwiegen5. Ihm kann man stets heit ist eine Pflicht der mit Sicherheit geheime Freunde, und wer des Sorgen jagen; er wird Schwätzers Leichtsinn sievoll Bedachtsamkeit nicht schent, der macht sich sel zu entdecken wagen; auch ten Feinde; er schadet dann, wann er es nicht Andern, wenn er spricht, verspricht, fennt er noch aus Unverstand und Vor- immer seine Pflicht. satz nicht. 6. Was man nicht fordert, thut er doch aus redlich gutem Willen; er wird, auch ungeheißen noch, des KI Freun2. Was er von seinem Freund erfährt, das weiß er zu verhehlen; bleibt im 514 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 599. Freundes Wunsch erfülfen, der oft den besten Zweck verfehlt, wenn man Herzliebster Jesu. was haft zc. ihn nicht der Welt ver- Inicht zu erkalten, will hehlt. ich mich stets zu deinen 7. Verborgne Fehler Frommen halten, durch wird er nie, merkt er sie sie erleuchtet, freudiger mit gleich, entdecken, noch aus ihnen nur dir zu dienen. Geschwätzigkeit durch sie 2. Daß in dem Kampfe des Nächsten Ruhm be- wider jede Sünde der Hei flecken; auch, wenn man ligung Gemeinschaft uns Böses von ihm spricht, verbinde, daß der Verspricht er suchung feiner unterliege, Böses nicht. daß jeder siege. von Ändern 3. Laß ihren Eifer in der 8. Laß mich des Nächsten, wie ich muß, Gott, Tugend Werken auch meiauch in Neden schonen und nen Fleiß und meinen Eifer nicht durch Kummer und stärken, um nicht, wenn Verdruß ihm sein Ver- sie das Gute ernstlich treitraun belohnen; verbergen ben, zurück zu bleiben. laß mich das mit Fleiß, was er und ich allein nur weiß. 4. Laß mich mit Lust den Rath der Weisen hören! gieb, daß sie, mir geneigt, mich gern belehren, und 9. Gieb, daß ich stets brauch ich Trost, mich, durch wehre Treu mir ihren Miterlösten, mit sein Vertraun verdiene; leidig trösten. kein Schwätzer, kein Ver- 5. Daß sie mich liebräther sei, daß ich mich reich warnen, eh ich falle, nie erkühne, aus Haß, und mirs entdecken, wie aus Rachsucht und aus ich richtig walle; wie ich Groll zu reden, wenn ich der wahren Tugend Hinschweigen soll. dernisse besiegen müsse. 6. Sind Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Anderc. 515 6. Sind wir nicht da- 3. Hilflos beginnt er rum deine Kinder? Brü- dieses Leben, sich seiner der? sind wir nicht alle selbst noch unbewußt; noch eines Leibes Glieder? daß kennt er selbst nicht sein wir, um Einen Himmel zu Bestreben, und schon ist er besitzen, einander nützen. der Andern Lust; denn 7. Nun darum laß Er- schon empfängt mit treuer barmer, uns zusammen ein- Hand den Lallenden das ander stets zur Tugend Vaterland. mehr entflammen; und so vereint im Kampfe muthvoll ringen, zum Himmel dringen! 4. Er wächst gleich einem jungen Baume gepflegt in seinem Schutze auf. Erwacht er aus dem Jugendtraume zu einem thätgen Lebenslauf; hier ist, was ihm zum Guten Kraft, im Kampf der Tugend Stärke schafft. Vaterlandsliebe. 600. Laßt uns vereinigt, meine 2c. Ihr Bürger eines Staa5. Ja, ihm kommt dann tes, Brüder, vereinigt auf seinen Wegen die götteuch zum Lobgesang, bringt liche Religion mit ihrem unserm Vater frohe Lieder, Heile früh entgegen, zeigt saat ihm für seine Gnade ihm des Glaubens Werth Dank, ihm, welcher uns und Lohn; des hohen mit weiser Hand vereinigt Glücks, ein Christ zu sein, hat im Vaterland. kann er mit Tausenden sich freun. 2. Der Mensch kann sich allein nicht bilden, nur Menschenumgang 6. Und tritt er nun zu bildet dem Geschäfte, dazu die ihn, er wandelt einsam auf Vorsicht ihn erkohr; verGefilden, die ihn umsonst einigt wirken seine Kräfte entgegen blühn; nur Men- zum allgemeinen Wohl schen lindern seinen Scherz empor; und Ordnung und und gießen Freuden in Zusammenhang vermehrt sein Herz. Kt 2 und 516 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. und stärkt der Thaten Drang. 601. 7. Vereint zu einem glei- Es ist das Heil uns kommen ze. chen Ziele wirkt jeder dann Qus deiner milden Se des Andern Glück und je- genshand, du Geber. der sieht mit Frohgefühle aller Gaben, muß jedes auf das gemeine Wohl zu- Volk und jedes Land des rück; und was ein Mensch Guten Zufluß haben. Mit nicht wirken kann, das fan- großer Weisheit hältst du gen sie vereinigt an. Haus, und breitest deine Güte aus, der Völker Wohl 8. Nicht alle haben gleiche Kräfte; der nützt durch zu gründen. Einsicht und Verstand, ein 2. Von dir stammt Kunst Anderer durch sein Geschäf- und Wissenschaft, wodurch te, durch seine Kunst dein die Länder blühen. Du Vaterland und doch ver- schenkest jeglichem die Kraft, einigt nützen sie einander sich vützlich zu bemühen in all durch ihre Müh. seinem Amt, Beruf und 9. O danket Gott, der Stand, dazu dein Rath uns verbunden durch der ihn tüchtig fand, zum BeGesellschaft enges Band! sten mitzuwirken. 3. Als milder Geber zeigst du dich den Völkern aller Lande; und du verknüpfft sie unter sich durch deines Segens Bande. Von Land zu Land, von Ort Wir haben Glück und Ruh gefunden in unserm theuren Vaterland; hier, wo als Bürger und als Christ ein jeder Freund des Andernist. 10. Nur lasset uns einander nützen auf der uns zu Ort strömt deines Sc angewiesnen Bahn, das all- gens Quelle fort, die Völgemeine Wohl beschützen, ker zu beglücken. so viel ein jeder immer kann. 4. Du giebst den Schif Wer Freund des Vaterlan- fen ihren Lauf auf Strödes ist, nur der ist Men- men und auf Meeren, und schenfreund und Christ. hilfft dem Flor der Handlung Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 517 602. lung auf, viel Tausende zu nähren. Zur Nothdurft, zur Bequemlichkeit vertheilst du deine Gaben Preise. Jerusalem. c. weit, durch manche Hand- Heil ſei dem Vaterland, und 5. Du segnest auch des tiger Vater, mit segnenKünstlers Fleiß zum Nu- dem Blick blicke auf seiten seiner Brüder. Was ne Bewohner hernieder, er nur Gutes kann und laß sie sich lieben als weiß, daß kommt von dir Freunde und Brüder. hernieder. Was du, o 2. Laß uns vereinigt Gott, uns zugewandt, das mit edelem Muth wirken, fließet stets aus Hand in Hand durch nützliches Gewerbe. was löblich und recht ist und gut! Besser zu machen, und besser zu werden, laß uns hier brüderlich wirken auf Erden! 6. Herr, unser Gott, wir preisen dich mit dan kendem Gemüthe. Du herr- 3. Wende Gefahren schest unveränderlich mit vom Vaterland ab! SegWeisheit und mit Güte. ne was deine Hand, VaTheil deinen Segen ferner ter, uns gab! Tugend aus auf unser Land, auf und Sittlichkeit wohne im jedes Haus, du bist ja allen Lande! Schuldlose Freude gütig. und Heil jedem Stande. Pflicht der Obrigkeit und Unterthanen. 7. Hilf, daß ein jeder redlich sei in seinem Thun und Handel, rechtschaffen, brüderlich und tren in sei nemganzen Wandel. Mit Lust, o Vater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet. 603. nun freut euch, lieben Christen ze. Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit, die du uns gabst, aufErden, mit Wohl stand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werKt 3 den 518 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. den. Verleih ihr Weis- sind untergeben, daß Jederheit, Trieb und Kraft, was mann beflissen sei, nach sei wahres Wohl dem Lande ner Pflicht zu leben. Er schafft, mit Sorgfalt wahr- leichtreihrdes Lebens Müh, zunehmen. mit deinem Segen fröne 2. Gieb, daß sie deinem sie, und sei ihr Lohn auf Vorbild gleich, uns vä- ewig. terlich regierc; und deinen 6. Laß sie mit uns beflisSegen in das Reich durch sen sein, in deiner Furcht gute Anstalt führe, der zu leben, uns deiner OberUnschuld Schirm und Net- herrschaft freun; mit ihr ter sci, den Redlichen im dein Lob erheben; daß Land erfreu, dem Unrecht so vor deiner Majestät, die kräftig steure. über alle Hoheit geht, Re gent und Volk sich beuge. 3. Laß uns, von ihrem Schutz bewacht, des Friedens Glück genießen, und ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen. Hilf, daß wir in Gottseligkeitdir dienen, und schon in der Zeit die Frucht davon empfinden. 4. Beschirme fie durch 2. Er freue deiner Stärdeinen Schutz, daß, die ke fich, o Gott, zu jeder ihr Uebels gönnen, mit ih- Zeit. Sein Auge sehe stets rer List und ihrem Truß ihr auf dich. Sein Herz sei niemals schaden können. dir geweiht. Nie fehle jeder guten That, 604. Lobsinge freudig, Volk des 2. Der über Chriſten, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schutz und Zier, der beste Mensch und Christ. 3. Begnadiget mit deidie sie sich vorgenommen ner Kraft und deines Geis hat, dein segnendes Ge- stes voll, gedenk er stets deihen. 5. Gieb denen Eifer, Fleiß und Treu, die ihr der Rechenschaft, die er dir geben soll. 4. Er fördre willig deinen Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 519 nen Ruhm; er denke gern 11. Er wünsche nie der daran: sein Reich sei auch Helden Ruhm. Doch, zieht dein Eigenthum und er er in den Kriea, zu schützen dein Unterthan. unser Eigenthum, so folg 5. Groß und voll Müh ihm Muth und Sieg! ist seine Pflicht und er ein 12. Sein werd in jedem Mensch, wie wir; ach, er Flehn zu dir mit Lieb und bedarf vor Andernlichtund Dank gedacht. Erhör es, Rath und Kraft von dir! Gott. Tann jauchzen wir 6. Er suche dich; wenn und preisen deine Macht! er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so müss er, 605. in dein Bild verklärt, Sesu, komm doch selbst zu mir ze. sein Volk wie du erfreun. Mer gehorcht, der thus, mit Luft. Er bleib immer sich bewußt, daß nicht jeder herrschen kann, sei ein guter Unterthan. 2. Nie vermessen strebe 8. Beglückter Völker er höher, als er soll, als Liebe sei sein edelster er Recht, Gelegenheit und Gewinn; und kein gerech- Rath, und auch Kraft ter Seufzer schrei um zu nützen hat. Nache wider ihn. 7. Er lieb auf seinem Throne dich, dein erster, treuster Sohn; den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schutz und Lohn. 3. Der ist niedrig, der ist groß; ungleich ist der Menschen Loos. Schäme deines Rufs dich nicht; nöthig ist doch jede Pflicht. 4. Schön ists, gut zu 10. Um seinen Thron herrschen; schön, jeden gusei immerdar Recht und ten Weg zu gehn, den ein Gerechtigkeit; sei sein Be- guter Führer weist, den schützer in Gefahr, und dein Gott dich wandeln wenn der Feind ihm dräut. heißt. af 4 5. Zur 9. Fern sei für ihn das hohe Ziel, nach dem er wat len soll! Gott, mache seiner Tage viel, und jeden segensvoll! 520 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 5. Zur gemeinen Wohl- Dank und Ehre sein, daß fahrt sei dem Gesetze stets du der Kirche, die du getrea. Wer ihm gern liebst, noch immer trene gehorchen kann, der nur Lehrer giebst. ist ein freier Mann. 2. Gesegnet sei ihr Amt 6. Ruhm, dem Lob und und Stand! Sie pflanRuhm gebührt. Schoßund zen, Herr, von dir gesandt, Zoll dem, der regiert. von Zeit zu Zeit dein Gieb, als gäbst dus Gott, heilig Wort, und Licht dem Herrn, was dir auf- mit ihm und Tugend fort. gelegt wird, gern. 3. Wie freut ein guter 7. Ordnung und Ge- Lehrer sich, wenn er, errechtigkeit, Schutz und leuchtet selbst durch dich, Fried und Sicherheit ist den Jüngern Jesu gleich ein Glück, das man nur gefinnt, viel Segen für hat durch der obern Rath dein Reich gewinnt! und That 4. Wohl uns, wenn du 8. Leben wir gewissen- auch uns so liebst, daß haft, eingedenk der Rechen- du uns treue Führer giebſt, schaft: dann giebt Gott die weise sind und tugendmit milder Hand Segen haft, in Lehr und That unserm Vaterland. voll Geist und Kraft! 9.Obrigkeit und Unter- 5. Laß ihres Unterrichts than, betet Gott, den Höch- uns freun, gewissenhafte sten, an! Fürchtet ihn Hörer sein, uns forschen, denn sein Gericht ist ge- ob dein Wort auch lehrt, recht, drum sündigt nicht, was uns ihr Unterricht Pflichten der Lehrer und Zuhörer. erklärt. 6. Und ist ihr Wort dein Wort, o Herr, so laß uns weiser, heiliger und besser werden, dir allein zum Preis, und auch, sie 7. Daß 606. Wo Gott zum Haus nicht giebt x. Das Amt der Lehrer, Herr, zu erfreun. dein; Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 521 7. Daß jeder, so be- verfälschter Lehre, und rüste lohnt von dir, frohlocke: selbst noch immerfort, zu ja, Gott ist mit mir! Am deines Namens Ehre, geThrone werd ich wonne- treue Diener Christi aus; voll die schaun, die ich bewahre dein geweihtes hier leiten soll. Haus, und die dasselbe bauen. 2. Laß deine Diener deinen Ruhm in Lehr und Leben preisen, das sie das wahre Christenthum auch mit der That beweisen; damit des Wortes theure Kraft, die nur allein das Leben schafft, ja nicht verlästert werde. 8. Ermahnen, warnen, strafen sie, so weigre, wer sie hört, sich nie, zu hafsen, was du uns verbeutst: zu thun, was du durch sie gebeutst. 9. Laß darum ihren Un terricht, weil sie und wir auch straucheln, nicht verachtet werden; nimm dich dann auch ihrer Schwachheit gnädig an. 10. Fern sei von uns die Sünde, Gott, zu kränken sie, durch Haß und Spott, damit sie nicht das, was sie thun, mit seufzervollem Herzen thun. 11. Nein, Gott, wir wollen sie erfreun, dankbare fromme Hörer sein! So führst du auch einst uns zugleich mit ihnen in dein ewig Reich. 3. Herr! lad uns durch die Lehrer ein, laß sie die Wahrheit lehren. Laß alle Hörer Thäter sein, und Jesum fromm verehren; daß alle treue Lehrer sich, und die sie hören, Herr, durch dich, dort ewig selig machen. Pflichten im häuslichen und ehelichen Stande. 608. Wie sollt ich dich, mein Gott 2c. Cm Stillen wollen wir Slid 607. dich ehren, dich, Gott, der frommen Wandel liebt, Erhalt uns, Herr, dein und Bittenden, was sie Nun freut euch licben Christen ze. theures Wort in unKt 5 be 522 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. begehren, was ihnen nützt des Herrn vor Augen und wohlthut, giebt. Schon schwebt, wenn jeder treu oft sind wir erquickt, er- und unverdrossen nach sei hört, von deinem Thron ner Pflichterfüllung strebt, zurückgekehrt. wenn Eintracht und Zu friedenheit ein Haus zum Sitz des Segens weiht! 2. Uns alle, die dir flehn, verbindet des Blutes und der Freundschaft Band. 6. Ja, denen, die dich Und unser Dank, o Gott, kindlich ehren, o Vater, empfindet die milde Lei- strömt dein Segen zu. Sie tung deiner Hand, er wandeln folgsam deinen preist dich, großer Men Lehren und traun auf dich schenfreund, der uns durch und finden Ruh; und findieses Band vereint. und Dauer keine Zeit zerden Freude, deren Werth stört. 3. Wohl dein, der in der Freundschaft Bunde mit fester Lieb und Eintracht lebt! Ihm wird so manche 7. Zwar oft wird auch Lebensstunde mit Selig der Kelch der Leiden den keit und Lust durchwebt; Deinen, Herr, von dir er blickt mit Ruh und hei gesandt; oft muß die Tod term Sinn auf Pfad und und Trennung scheiden, Ziel der Wallfahrt hin. die Blut und Treue fest 4. Wohl dem, dem from verband; oft stört des mer Kinder Segen des Le- Grams und UnfallsWuth, bens Pfad noch schöner oft Krankheit ihren heitern macht; wenn sie im Her- Muth. zen Tugend hegen, wenn in den Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Aeltern Beispiel rührt und auf den Weg des Lebens führt! 5. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht 8. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt. Allgütiger, du kannst nicht Haffen, du Gott, der seinerslinder denkt, der, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 523 durch Leiden sie zur Wonne bringt. dabei auch stets ein rein Gewissen sei. 9. Mag doch des Todes 3. Gieb, daß sie mit Ge Arm uns trennen, wir bet und Flehn in Lieb und werden einst uns wieder- Eintracht zu dir gehn; und sehn; vor Gotte3 Thron wenn ihr Herz voll Andie Unsern kennen, mit dacht schreit, gieb, daß ihr ihnen dankend ver ihm Werk auch wohl gedeiht. stehn. Da, wo kein Tod 4. Ja, wenn sie Kreuz mehr trennen kann, stehn und Kummer drückt, so wir vereint und beten an. zeige, daß du es geschickt. 10. Wir preisen ewig Hilf bald, und gieb, daß dann die Güte, die un sie zuletzt dein gradenreiaussprechlich uns geliebt, cher Trost ergötzt. dem gottgeheiligten Ge- 5. Laß Eltern Schand müthe schon hier des Him- und Sünde fliehn, und mels Vorschmack giebt, fromme Kinder auferdurch Freundschaft uns zur ziehn, daß Einigkeit, Zucht, Ewigkeit, zur Wonne der Scham und Treu zu aller Verklärten weiht. Zeit im Wachsthum sei. 6. Laß, die im Ehestande stehn, sich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gieb, daß sie deinen Willen thun, und unter dei609. Bo Gott zum Haus nicht giebt zc. Gott! deß gnadenvoller Rath den Ehstand nem Schutze ruhn. eingesetzet hat, der du ihn 7. O trener Gott, wir segnest, schützest, liebst, und bitten dich, regiere sie stets ihm Glück, Heil und gnädiglich, erhalte sie zu Gnade giebst: aller Zeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 2. Gieb Segen, wenn ihr treuer Fleiß bei ihres 8. So bringen siz dir Angesichtes Schweiß die Lebenslang für solche GnaNahrung sucht: gieb, daß de herzlich Dank; bis dich, Gott 524 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. Gott Vater, Sohn und de! Und häuft die Last Geist, ihr froher Mund der Leiden sich, ihr tragt dort ewig preist. die Last gemeinschaftlich, daß sie euch nicht ermüde. Flehet! flehet! Gott wird hören, Plagen wehren, Schmerzen lindern, und sein! Du, Schöpfer, des Kreuzes Bürde min610. Wie schön leuchtet der ic. er Ehestand soll heilig setztest selbst ihn ein, der dern. Welt zum Glück und Se- 4. Oft strecket sich weit gen. Noch immer fließt in um ein Haus ein rebendiesem Stand aus deiner reicher Weinstock aus; so milden Vaterhand den blühn auch Ehgenossen. Frommen Heil entgegen. Sie sehen rings um ihren Vater, Vater, dich er- Tisch die Kinder fröhlich, Höhen, die in Ehen dein munter, frisch, wie junge sich freuen, durch dich Frühlingssprossen. Sorgt blühen und gedeihen. nicht, sorgt nicht! Wie viel 2. Wie glücklich lebt Beter, zählt ihr Väter, ein frommer Mann, wenn zähltihr Mütter, Sorg und die sein treues Herzgewann, Müh ist hier nicht bitter. die Gott ihm ausersehen! 5. Gott, der du sie verWie glücklich lebt an sei- bunden hast, erleichtre du ner Hand die Fromme, des Lebens Last; gieb, daß die ihm Gott verband, kein Segen fehle. Laß nie ihm hilfreich beizustehen! sie ihren Bund entweihn, Wohleuch, wohleuch, from Herr, laß sie züchtig, friedme Gatten! In dem Schat- sam sein, ein Herz und eine ten seiner Güte jauchzt Seele.Heilge, heilge, Geist mit freudigem Gemüthe! der Liebe, ihre Liebe, und Der 3. Ihr seit Gesegnete gieb Gnade, daß sic wandes Herrn. Seit stets von deln deine Pfade. Haß und Argwohn fern! 6. Lenk ab das Herz von Um euch glänz holder Frie- Ueppigkeit aufFreuden, die man Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 525 man nie bereut, auf Freu- rer Unschuld schaden kann, den echter Tugend; auch und führt sie früh zur selbst das hohe Alter sei Tugend an. von drückenden Beschwerden frei, noch munter, gleich der Jugend. Segne, segne, Gott und Vater und Berather frommer Ehen, alle, die auf dich nur sehen. 5. Erstickt durch Unterricht und Zucht:,: der ersten Sünden Keim und Frucht: damit sie Gottes Ebenbild früh werden, liebreich, sanft und mild. 611. 6. Gedenkt, daß Kinder leicht verstehn,:,; wenn sie auf euren Wandel sehn, was gut, was bös ist; leicht gerührt von dem, wozu ihr sie verführt. Erhalt uns. Herr, bei deinem zc. Groß ist, ihr Eltern, eure Pflicht!:,: Verzärtelt 7. Rühmt, denn ihr Herz eure Kinder nicht; gewöhnt ist schwach und weich,:,: sie in der Kindheit Zeit zu rühmt doch vor ihren Ohnützlicher Geschäftigkeit. ren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer frühen Jugend nicht. Pflichten der Eltern und Kinder. 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt,:,: was aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei. 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht,:,: Gott kennen, seine Lieb und Macht, lehrt sie auf seine Werke sehn, und, was sie lernen, auch verstehn. 4.Besorgt für ihrenLeib, und mehr:,: für ihren Geist, schaut siets umher, was ih8. Muthwillen nennt nie Witz; nie preist:,: des Knabenschadenfrohen Geist als Munterkeit, ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz. 9. Erweckt des Guten schnell Gefühl:,: in ihren Herzen; euer Ziel sei nicht blos Anstand vor der Welt, sei Liebe des, was Gott gefällt. 10. Gewöhnt sie an der Tut 526 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 4. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht erkennen; laß sie nie ge fährlich irren; leite fie! 11. So nehmt euch ih- 5. Im Glauben mache. rer Seelen an;:,: Gottrich- sie gewiß; bewahre sie vor tet einst und fordert dann, Aergerniß, vor der Verwenn ihr nicht, was ihr führung Trug und List, thun sollt, thut, von eurer weil Jesus ihr Erlöser ist. Hand der Kinder Blut. 6. Hilf, daß sie dich an 12. Erwägts und fürch- jedem Ort vor Augen hatet sein Gericht,:,: um auch ben und dein Wort, und vor seinem Angesicht euch sich befleißen jederzeit der ewig ihrer zu erfreun; denn Tugend, Zucht und Frömsie sind sein Geschenk migkeit. und sein. 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig 612. Bürger einst, voll Luft und Muth, zu thun, was edel ist und gut. Wo Gott zum Haus nicht giebt ze. deine Wege gehn! und Die Kinder, deren wir uns freun, sind allerhöchster Vater, dein; sind deine beste Gab, o Herr. Be- 8. Erhör uns, Vater, wahre sie. Barmherziger. Sohn und Geist, wenn 2. Wenn treuer Eltern dich auch Kind und SäugLiebe sucht sie aufzuziehn ling preist. Wie danken in deiner Zucht, so steh, da einst, o Vater, wir mit mit sie glücklich sei, mit dei allen unsern Kindern dir! ner Weisheit ihnen bei. 3. Gieb allen Kindern Lehrbegier, zum Guten Lieb und Lust zu dir; und laß sie meiden ohne Zwang Trotz, Eigensinnund Müßiggang. Tugend Müh,:,: an Ernst, an Fleiß und lehret sie, daß Arbeit keine Sclaverei, daß sie das Glück des Menschen sei. 613. Alle Menschen müssen sterben ic. Kinder gut und fromm er ziehen, dieß ist für die Menschlichkeit stets das wich Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere 527 wichtigste Bemühen; tu- keines Pflichtvergessnen gendhaft sie in der Zeit, schonet, fordert einst von nützlich für die Welt zu eurer Hand eure Kinder machen; sie des Himmels als ein Pfand. würdig machen; diese Pflicht ist theur und groß; nichts spricht Eltern von ihr los. 5. Menschen Schöpfer, Tugendmehrer, laß die ganze Menschlichkeit, Väter, 2. Wächst der Mensch Mütter, Bfleger, Lehrer, in seiner Jugend ungebil- Fürsten und die Obrigkeit det, roh heran, ohnErkennt mit niß, whne Tugend: kann wachen, vereinter unsre Sorgfalt Jugend er dann des Lebens Bahn fromm zumachen; sie durch würdig, mit Vernunft be- gutes Beispiel ziehn, und treten? würdig seinen Gott selbst Sünd und Laster anbeten? seinem Nächſten fliehn. brauchbar sein? Einst den Himmel erben? Nein. 3. O ihr, denen Gott 6. Welche Freud und Geligkeiten werden, Vater, wir dort schn, wenn in deinen Herrlichkeiten auf Erden Himmelspfän Eltern, die dann vor dir der anvertrant; sorgt, daß fie stets besser werden, dann habt ihr ihr Glück erbaut! lehrt sie früh den Schöpfer lieben, jede Tugend auszuüben: dieß ist wahre Zärtlichkeit, Lieb auf Zeit und Ewigkeit. stehn, sagen: Vater, von den Meinen, die du gabst, verlor ich keinen: und dann Kinder flehn für sie: Gott, vergilt der Eltern Müh! 614. 4. Euch hat Gott dazu ersehen, dieses große Werk zu thun. Thut ihrs, so wird Wohlergehen auf euch und auf ihnen ruhn. Gott, der strafet und belohnet, Meinen Jesum laß ich nicht zc. Hott, dir sei mein Dank geweiht, heilig dir mein ganzes Leben. Denn aus freier Mildigkeit hast du selbst es mir gegeben; es durch Eltern mir verliehn, die 528 Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere die zum Guten mich erziehn. Herrschaft und Dienende. 615. Herzliebster Icfu, was hast du x. Die Menschen mögen 2. Hilf, daß gegen fie mein Herz kindlich sei und nicht bloß ſcheine; daß ich, trifft sie wo ein Schmerz, fromme Thränen zu dir du bist ihr Herr, o Gott, und weine; für ihr Glück dir du giebst ihnen, dir zu gedankbar sei, und mich ih- horchen, als getreue Knechrer Freuden freu. te, Gesetz und Nechte. 2. Und diese heilgen Gesetze sollen sie halten, wenn fie glücklich werden wollen, vereinigt alle durch der Liebe Bande in jedem Stande. 3. Wer seinem Hause vorsteht, soll sich hüten, was er besichlt, tyrannisch zu gebieten; mit Härte zu beherrschen, die ihm dienen, sich nie erkühnen. 4. Soll immer im Gebrauche deiner Gaben, daß Herren ihren Herrn im Himmel haben, um, die ihm unterthan sind, nie zu krän5. Freude sei mirs, ihm ken, mit Ernst bedenken. auch hier nachzuahmen. 5. Soll ihnen den verOwie billig, wie gefällig heißnen Lohn nicht schmäists, Gott, dir! Mache du lern, wohlthätig, nachmich dazu willig. Wohl sichtsvoll bei ihren Fehmir dann! Es wird auch lern, und wie so leicht er mein dein verheißner Se- selber könne fehlen, sich nie gen sein. verhehlen; 6. Soll 3. Laß auf ihre Winke mich findlich und mit Sorgfalt achten, laß selbst ihren Wünschen mich noch zuvor zu kommen trachten; gern, was sie vergnügt, vollziehn; stets, was ihnen mißfällt, fliehn. 4. Mir zum Muster dien auch hier Jesus Christ, das Heil der Sünder. Er, so hoch geehrt von dir, war das Beispiel frommer Kinder, war von seiner Kindheit an seinen Eltern unterthan. Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. 529 6. Soll liebreich sein, was du hassest; Lust, dir geduldig und gelinde, daß zu gefallen, gieb ihnen seinem Richter allen. er vor Gnade finde, daß der, wie 3. Gieb ihnen ein ges er belohnt, auch ihn be- horsam Herz und Treue, lohne, wie er schont, schone. daß jeder seines Russ vor 7. Doch, Gott, wie dir sich freue. Mit Eifer leicht, wie leicht wird, wer laß sie ihrer Herren Wilregieret, zum Mißbrauch len mit Luft erfüllen. seines Ansehns nicht ver- 4. Laß nichts sie mit führet, von Eitelkeit, vom betrügerischen Händen verHange zum Gewinne, vom Eigensinne. untreun, nichts verderben, nichts entwenden; und keiner sei, wer Lohn empfängt und Pflege, zur Arbeit träge. 5. Laß sie der Demuth Pflichten nie vergessen, daß keiner mürrisch, trotig und vermessen, sich billigen Befehlen widerseße, sie nie verletze. 616. Perzliebster Jesu, was hast du ze. Nicht alle können herr6. Auch, was sie nicht verstehn, laß sie mit Freuschen; viele sollen ge- den vollbringen, mit Gehorchen, wenn sie glücklich laffenheit auch leiden; nicht werden wollen, und wil- gleich, sie haben auch viel lig, forderst du es, Gott, zu bereuen, um Rache von ihnen, den Brüdern schreien. dienen. 8. Laß Jeden dann auf deinen Willen sehen, um seinem Hause weise vorzustehen. Gieb Jedem auch zu diesem edlen Werke Licht, Muth und Stärke. 7. Wenn sie dann freu2. Laß, wenn sie dir dig, dir zum Wohlgefalgleich mehr gehorchen müs- len, ihr Werk verrichten; fen als Menschen, sie nie wohl dann ihnen allen. wider ihr Gewissen thun, Wie werden sie im Him= LI mel 530 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. mel und auf Erden ge- mit Andern hier vergnügt ſegnet werden. zu leben. 8. Und müßten sie auch 3. 3um Segen schenkharten Herren dienen; mit test du in früher Jugend Wonn und Ehre, Gott, mir Eltern, Lehrer, die vergiltst dus ihnen. Des den Weg der Tugend mich Lebens Abend kommt; frühe leiteten, an ihrer dann ruhn die Müden in Seite war mir der Pfad deinem Frieden so leicht, das Leben Freude. 9. Verherrlicht werden 4. Du knüpftest selbst, sie empfahn vom Sohne o Gott, der Freundschaft des Himmels Seligkeit zu Bande; du setzteft Obrig ihrem Lohne, und, treu keit im Vaterlande; daß erfunden, in dein Reich er- unter ihrem Schuß wir so hoben, dich ewig loben. geborgen in unsern Hütten sind, so frei von Sorgen. 5. Du führteft mir, oft auf verborgnen Wegen, den Stifter meines Glücks, den Freund, entgegen; ich fand die Guten, die es redlich meinen, oft unge. auf dieser Erde, wenn sucht, die mehr sind, als ich von Andern treu gelie- sie scheinen. Mie bin ich so vergnügt bet werde, und mich mit 6. Vergilt du ihnen, Freunden hier zum Glück Gott, all ihre Liebe. Nie verbinde und Hilfe, Rath werd ihr Auge je von und Troft bei ihnen finde. Kummer trübe. Sei du 2. Gott, du erkenneft ihr Schild und Lohn. Herr auch des Herzens Triebe, aller Welten, nur du, des den Trieb der Dankbarkeit, Segens Quell, du kannſt der reinen Liebe; von vergelten. Dank erfüllt, will ich das Glück erheben, als Mensch 7. Nur Freudenthränen kann ich Armer weinen, beim Dankbarkeit gegen Wohlthäter. 617. Wer Jesum bei sich hat c. Christl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere 531 beim frohen Dankgefühl selbst bekannt, und lehrft für euch, ihr meinen; doch uns unsre Pflicht. soll auch dieses Herz voll 3. Du lässest gute SchuLiebe schlagen für euch, len blühn, zum Glück für bis man mich wird zu Welt und Staat; läßt Grabe tragen. junge Menschen da erziehn, 8. Auch noch in jener führst sie den Tugendpfad. Welt, im bessern Leben, will ich euch erst den Dank der Liebe geben, wenn wir zu unserm Glück auf Ewigfeiten vereinigt werden sein zu Himmels Freuden. 4. Du bildest sie zum Dienst der Welt, läßt ihren Fleiß gedeihn, um nüßlich einst, wo dirs gefällt, in jedem Stand zu ſein. 9. Herr! will ich dann 5. Laß unsre Schulen zu Gott anbetend sagen: fernerhin der Weisheit hier sind die Lieben, die Tempel sein; laß Gottesin vorgen Tagen mein furcht und frommen Sinn Glück befördert; auch um ihr Ruhm bei allen sein. meinetwegen gieb ihnen, 6. Beglücke unsre ObVater, nun den besten rizkeit, belohn der Lehrer Segen. Treu, gieb, daß noch in der Ewigkeit die Schulzeit uns erfreun. Dank für Schulen. 618. 619. Gott Nun giebet der Höchste zc. Lobt Gott ihr Christen ze. ott deine Huld erkennen wir mit freudigem Gesang, du gabst uns gute Schulen, dir, dir weihn das wir unsern Dank. ir danken dir, Schöp= fer! Du haft uns Leben, des Daseins hohes Glück und mensch2. Von dir kommt liches Dasein auf Erden Weisheit und Verstand, gegeben. Wir heben unvon dir der Wahrheit Licht; fern Blick mit dankendem du machst uns mit uns Herzen zum Himmel em21 2 por, 532 Chriftl. pflichtmäß. Verhalten gegen Andere. por, und preisen dich, Vater, 4. Der höheren Güter im freudigen Chor. 2. Gott! überall blühen uns Freuden Freuden entgegen! schön ist die Erde, schön! ein Werk deiner Güte, mit gesegnete Quelle entsprang durch Unterricht, und strömte zum Geiste so la bend und helle. Für Wahrheit, Recht und Pflicht himmlischem Segen erfüllt, erweckten uns weisere Lehwohin wir sehn. Für rer den Sinn, und führMenschen enthält sie des ten zum Urquell des GuGuten so viel, uns gabst ten uns hin. du, o Vater, Vernunft und Gefühl. 5. Gott segne die Lehrer, 3. Doch um uns des die Samen der Tugend himmlischen Segens auf in weichre Herzen streun, Erden recht menschlich zu und lasse zur wahren Vererfreun, um froher der edlung der Jugend die großen Bestimmung zu Aussaat wohl gedeihn! werden, einft Selige zu Laß, Schöpfer des Guten, sein; da ward, dem un- die Schulen stets blühn, sterblichen Geiste zum Heil, und segne der redlichen uns frühere Bildung in Lehrer Bemühn! Schulden zu Theil. Vernünftiges Verhalten gegen Thiere. 620. und klein, des Lebens sich Nun freut euch lieben Christen 2c. zu freun. er weise Schöpfer, des- 2. Sein Wille war, Djen Ruf einst mächtig daß ihre Zahl sich allentscholl: es werde! und aller halben mehre; sie füllten Welt Bewohner schuf, be- Wälder, Berg und Thal stimmte diese Erde nicht und Seen, Flüss und für die Menschen nur allein; Meere, belebten hier die auch Thiere schuf er, groß hohe Luft, und dort der Erde Vernünftiges Verhalten gegen Thiere. 533 Erde tiefste Kluft, und kenlos zu rauben? Was freuten sich des Lebens. gäbe mir wohl den Beruf, 3. Nie kann des klüg- ein Leben, das die Allmacht sten Menschen Sinn der schuf, leichtsinnig zu zer= Arten Anzahl wissen; doch stören? sänk auch nur die kleinste 7. Nein, kein Geschöpf, hin, so wär das Band zer- das mit mir lebt, darf ich riffen, das in der weiten aus Frevel. quälen, mag Gottes- Welt die Wesen auch, was mich zur Menschan einander hält zu einem heit hebt, mag die Vergroßen Ganzen. nunft ihm fehlen. Sie macht 4. Das kleinste Thier mich zu der Gottheit Bild, betritt die Welt mit mir doch lehrt sie mich auch auf gleiche Weise, es fühlt göttlich mild Glück um mich sein Dasein und erhält sich her verbreiten. auch mit Trank und Speise, hat eben so, wie ich, ein Herz, hat Sinneskraft, 8. Vernunft, erhabne Seelenkraft, Geschenk aus Gottes Händen! ich müsse fühlt Luft und Schmerz, nie durch Leidenschaft ſelbſt verläßt, wie ich, das deine Würde schänden! Leben. Wer den erhabnen Zweck 5. Dem, der für alles vergißt, wozu du ihm geSorge trägt, dem Schöp- geben vist, der schändet fer aller Dinge, ist nichts, deine Würde. was auf der Welt sich regt, 9. Vernunft, du sollst zu klein und zu geringe, mich immer mehr die wahEr, dessen Huld kein En- re Weisheit lehren, in der gel mißt, er, der des Men- Geschöpfe großem Heer den schen Vater ist, ist auch Schöpfer zu verehren. Wer des Wurmes Vaters. stolz sein Mitgeschöpf ver6. Und er, der alle We- schmäht, das unter Gottes sen liebt, er sollte mir er- Aufsicht steht, entehrt auch lauben, dem Thiere das, seinen Schöpfer. was er ihm giebt, gedan- 10. Wenn eines Thieres 213 Qual 534 Bei besondern Zeiten und Umständen. Qual erfreut, der wird, geschöpf betrübt, und Härt das kann nicht fehlen, kalt und Grausamkeit verübt, und gefühllos mit der Zeit der kann auch Gott nicht gewiß auch Menschen quä- lieben. Icn. Wer frech ein MitBei besondern Zeiten und Umständen. brauchte. Ich war so bilflos, war so schwach; und doch, o Vater, doch gebrach mir niemals Hilf Geburtstag. 621. Es ist das Heil uns kommen ze. Mit it Freuden, Gott, Lob- und Pflege. sing ich dir! Du 4. Du zogst des Vaters riefft auch mich ins Leben, Herz zu mir durch milde, und gabst so Leib, als Seele fanfte Triebe; der Mutter mir, zu dir mich zu erheben. Brust empfing von dir den Gesegnet sei der Augen- Eifer ihrer Liebe; und beiblick, da ich zu meinem den ward, mir unbewußt, ewgen Glück das Licht der die Mühe der Erziehung Welt erblickte. Lust, mir ihre Sorgen Segen. 2. Ich ward durch meine Taufe dir zum Kinde dar- 5. Ich lernte fühlen, gegeben; und du, mein, hören, sehn, versuchte bald Gott, verheißest mir durch zu stammeln, der Eltern fie ein ewig Leben. Vom Winke zu verstehn, Geersten Odem an schon dein, danken einzusammeln; ich mit Leib und Seele dein lernte Recht, Gesetz und zu sein, o welch ein Heil Pflicht aus Beispiel und und Segen! aus Unterricht, und aus deine der Fehler Strafen. 6. wie viel Freuden schenktest du der Kindheit und der Jugend! Du riefst war, gabst alles, was ich mir, wenn ich irrte, zu; 3. Du reichteft reichtest Kraft mir dar, den Odem, den ich hauchte, den Schlaf, der mir so heilsam du Geburtstag. 535 du führteft mich zur Tu- noch wallen soll, haft du gend. Du hemmtest mei mir zwar verborgen; doch ner Thorheit Lauf. Ich überlaß ich hoffnungsvoll fiel; du halfft mir wieder dieß, Vater, deinen Sorauf, durch Lehrer und durch gen. Ich fürchte nicht die Freunde. Ewigkeit; wenn ich in mei7. Du führtest mich ner Pilgerzeit nur fromm rach deinem Rath auf al- und heilig lebe. len meinen Wegen; du kamft, wenn ich um Gnade bat, mit Gnade mir ent11. Wohl mir, wenn ich versichert bin, daß ich einst selig werde! Ist deine gegen. Dein Schuß war Gnade mein Gewinn, was meine Zuversicht; im Finstern war dein Wort mein Licht, mein Trost in allen Leiden. frag ich nach der Erde? Wie werd ich dann dich lebenssatt, wenn meine Seele dich nur hat, auch noch 8. Oft hicßest du mich im Tode preisen. Pfade gehn, die ich nicht 12. Fern oder nahe sei wandeln wollte; der Aus- mein Tod, wenn er mir gang lehrte mich verstehn, nur am Ziele gleich einem warum ich folgen sollte. Freunde winkt, nicht droht; Oft dacht ein Feind, nun ob ich sein Graun gleich woll er mich verderben; fühle. Wenn du nur dieß doch er war durch dich ein Gebet erfüllst, so rufe, Werkzeug meiner Freude. Gott, mich, wann du willft. 9. So weislich hast du Ich will mit Freuden jederzeit, mein Vater, mich folgen. geleitet, durch jede Widerwärtigkeit viel Segen mir bereitet. bewundernd an. an. daß ich nicht so danken kann, 622. Ich bete dich Ich ein Fürst der Engelschaar ze. Finst als Gottes Allwie ich dir danken sollte! machtsruf Tausende zum Leben schuf, da erschien in 10. Wie lang ich hier sanfter Milde ein Ge21 4 schöpf, 536 Bei besondern Zeiten und Umständen. schöpf, das Gott erkannte, barem Gemüthe. Gott! das ihn Schöpfer, Vater, du haft uns viel gegeben. nannte; er, der Mensch, 6. Ja, wer reines Hernach Gottes Bilde. zens ist, jeder, der ein 2. Und er trat zu Got- wahrer Christ, fühl sein tes Preis in der Schöp- Herz in fanftern Schlägen: fung weiten Kreis, milder Gott gab uns so viele strahlt ihm Gottes Sonne, Freuden und auch felbft an der Quelle ewger Wahr- bei Schmerz und Leiden heit sah er Gott in höhrer führt er uns auf SegensKlarheit, fühlte seines Da- wegen. seins Wornc. betct an den, schaffen kann. 7. Traun wir ferner 3. Und die Schöpfung seiner Treu! sie wird jeden der alles Morgen neu! dankbar laßt Dreimal uns Gott erheben, weißheilig hallt es oben, tau- heitsvoll führt er hienieden send Stimmen halltens all uns einst zum ewgen wieder, es ertönten Jubel- Frieden hin zum beiern, lieder, ihn den Schöpfer, selgen Leben. Gott zu loben. 4. Denn im irdischen Gewand ward ein Geist von Gottes Hand; er war Jugend. 623. Ich dank dir schon durch ic. schuidlos, gut sein Wille, Dein ist auch meine Juund der Himmel und die gendzeit, du Herr von Erde, und was ward durch meinem Leben. So fei Gottes Werde, gab ihm sie dann auch dir geweiht, reiner Freuden Fülle. geweiht zum frommen 5. Brüder, wenn der Leben. Tag erwacht, wenn auch 2. O stärke den Entuns ein Morgen lacht, wo schluß in mir, um deiner Gott Dasein gab und Liebe willen, und gieb mir Leben: preisen laßt uns Kraft, sie kommt von dir, seine Güte, froh mit dan- ihn treulich zu erfüllen. 3. Du * Jugend. 537 3. Du bist mein Vater, 9. Gieb mir den sansich dein Kind, mein Glück ten stillen Geist, der Andre ist, dich zu lieben. O nie verachtet, der dich durch mache mich dir gleichge- Herzensdemuth preist, sich sinnt in allen meinen stets zu beffern trachtet. Trieben. 10. Den Reiz der Ei4. Du gabst mir den telkeit laß nicht mein junvernünftgen Geist, damit ges Herz entzünden; er er schon auf Erden dir, macht mich untreu meiner den der ganze Himmel Pflicht, und bahnt den preist, Gott, ähnlich möge Weg zu Sünden. werden. 5. O lehre du mich eilen, ihn mit Weisheit auszuschmücken; denn meine Tage fliehn dahin gleich schnellen Augenblicken. 11. Bewahr mein Auge, daß es nie unreine Lüfte nähre, und meine Seele, Gott, daß sie die Wollust nicht versehre. 12. Den Umgang, der Verführung droht, und 6. Er ist nicht sterblich, nicht von Staub, wie dieser alle Sündenfreuden, laß Leib von Erde. Hilf, daß mich weit mehr, als selbst er nie des Lasters Raub, den Tod, mit kluger Vorein werde. Raub des Elends sicht meiden. 13. Die Tugendhaften 7. Laß mich vor allen laß in mir ein Herz wie Dingen dir nur zu ge- ihres finden; verknüpf in fallen ftreben. Was dir Unschuld uns, daß wir der mißfällt, sei fern von Freundschaft Glück entmir in meinem ganzen pfinden. Leben. 14. Der du mich selbst 8. Vor stolzer Selbst- durch dein Gebot den Weg gefälligkeit bewahre meine zum Heile lehreft, ich will Jugend. Ihr Vorzug sei dich preisen, Herr, mein Bescheidenheit, ihr wahrer Gott, wenn du mein Flehn Schmuck die Tugend. Alerhöreft. 21 5 538 Bei besondern Zeiten und Umständen. Alter. dir die trüben Tage neh men? 624. 7. Es dauert ja nur kurze Nun sich der Tag geendet zc. Zeit, was ich noch etwa ( tets warst du meine leide; und dann gewährt Zuversicht, und bist es die Ewigkeit mir unge. störte Freude. noch im Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, 8. Da drückt mich keine mein Schöpfer, mein Er- Schwachheit mehr; berhalter. jüngt werd ich da leben, 2. Ich fühle die Be- und wonnevoll dir Preis schwerlichkeit gehäufter Le- und Ehr für deine Treue bensjahre, und steh am geben. Rande meiner Zeit. Nah 9. Hilf, daß ich täglich sind mir Sarg und Bahre. meinen Blick auf diesen 3. Gelobt sei deine Va- Wechsel lenke, und täglich tertreu, die mich bis hierher dieß mir nahe Glück zu brachte, mir wohl that, und meinem Trost bedenke. mein Herz dabei mit dir zufrieden machte. 4. D sei auch fernerhin mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg, und voll Vertraun zu dir, des Lebens Rest vollende. 10. So bleib ich in Zufriedenheit auch bei des Alters Schwäche, und harre, bis dein Wink gebeut, daß meine Hütte breche. Beschluß eines Jahres. 625. 5. Erhalt mich in Vergnügsamkeit auch bei den Nun sich der Tag geendet ze. größten Plagen, und hilf( don wieder eilt von mir mit Gelaffenheit die unfrer Zeit ein LebensLaft des Alters tragen. jahr dahin! So eilend 6. Viel heitre Tage fliehn zur Ewigkeit der gabst du mir, befreit von Menschen Tage hin! Sorg und Grämen. Wie 2. Ach, unaufhaltfam sollt ich denn nicht auch von fliehen sie! und ich bemerk C8 Beschluß eines Jahres. 539 es kaum. Des ganzen Le- näher schon dem Ziel der bens Glück und Müh ist kurzen Bahn, und näher nur ein kurzer Traum. täglich rückt der Lohn der Ewigkeit heran. 10. lehr uns unser bestes Theil, des Lebens Zweck, verstehn. Zeig uns den sichern Weg zum Heil und stärk uns, ihn zu gehn. 11. Dann werden wir mir verschwand, wenn ich uns immerdar, Gott, deiGewissensruh und Glück in guten Thaten fand. ner Güte freun, und jedem wird das neue Jahr zur Ewigkeit gedeihn. 5. Dann könnt ich ohne Scham und Qual jetzt vor dem Richter stehn, und heiter die durchlebte Zahl der Stunden übersehn. 3. Und doch ist dieser Traum ein Theil von meiner Prüfungszeit, an Elend fruchtbar, wie an Heil für Welt und Ewigkeit. 4. Wohl mir, wenn jeder Augenblick zum Segen Frühling. 626. Es ist das Heil uns kommen ze. 6. Sei gnädig uns, denn wer vermag, Herr, zu bestehn vor dir? Ach prüf- den test du nur einen Tag: Preis sei wo, Richter, wären wir? Stärk und Kraft, der, was Gelobt sei, der den Frühling schafft, Gott, der Erdkreis schmücket! sei ihm, Ehre, 7. Längst wären wir vor er schuf, beglücket! Der dir nicht mehr, der Erde Herr erschafft, der Herr längst entrückt! nie hätten erhält; er liebt und segnet wir die Wiederkehr des seine Welt. Lobsinget ihm, neuen Jahrs erblickt. Geschöpfe! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und D Gott lebt nun wieder. Es ftrö8. Doch Dank sei deiner Vaterhuld! Noch sind und leben wir. voll Langmuth und Geduld, met jeden neuen Tag sein wir leben! Dank sei dir. Segen neu hernieder. Der 9. Wir leben; doch jetzt Wurm, der in dem Staube 540 Bei besondern Zeiter und Umständen. belebt, der Vogel, der in der Mensch gesegnet werde. Lüften schwebt, erfreut sich Du machest Hagel, Thau seines Lebens. und Wind, die deiner All3. Der Erden Antlig macht Diener sind, zu unsist verjüngt, crheitert glänzt rer Freude Quellen. der Himmel; Gebirg und 7. Selbst dann auch, Thal und Wald erklingt wann dein Donner dräut, von freudigem Getümmel. wann Berg und Thal erUnd voll Erbarmen schaut zittern, strömt Stärkung, herab, der allen Sein und Segen, Fruchtbarkeit aus Leben gab, auf seiner Nacht und Ungewittern. Schöpfung Werke. Dann bricht die Sonne 4. Doch fühllos nur und neu hervor, und alles jauchzt unbeseelt find Auen und zu dir empor, vor dem die Gefilde; auch haft du nicht Wetter schweigen. das Thier erwählt zu 8. Von dir kommt, was deinem Ebenbilde. Der uns hier erfreut, du Geber Mensch nur freuet deiner aller Gaben! Dort wirst sich, kennt, Schöpfer, und du uns mit Scligkeit in empfindet dich, und hofft reichern Strömen laben. ein ewges Leben. Wohl, wohl den Menschen, 5. Lobsinget ihm! er die schon hier sich dir erist uns nah; singt alle sei- geben, und einst dir in ne Heere! Der Herr ist Christo freudig sterben! allenthalben da, im Himmel, Erd und Meere. Ich preise dich, ich singe dir; wo ich nur bin, bist du bei Sommer. 627. Lobt Gott, ihr Christen 2c. mir, mit Allmacht, Lieb Wie ist des Höchsten Huld so groß! von seinem und 6. Du rufft die Wolken Segen schwer, entlastet in das Land, und stillst sich der Erde Schooß. den Durft der Erde, daß Bringt Preis und Nuhm mit den Gaben deiner Hand ihm ber. 2. Sebt Sommer. 2. Seht sie in ihrer vol- that euren Vätern wohl, len Pracht, vom Frühling und segnet nun auch euch. erft verjüngt. Wie reich 9. Der Güte Quell verist sie durch Gottes Macht! sieget nie, sie fließt von Lobsingt dem Herrn! Lob- Jahr zu Jahr; sie bleibt fingt! so groß und reich, als sie 3. Wie schön der Som- seit ihrer Schöpfung war. mer ist, wie er auf allen 10. Genießt mit froher Fluren prangt! Wie reich Dankbarkeit den Segen wird Flur und Au umher! eures Herrn; und wenn Lobsinget Gott und dankt! ihr seiner Huld euch freut, 4. Die Heerden hüpfen; so gebt, wie er, auch gern. freudevoll mäht nun der 11. Kein Armer darb! Schnitter ab den Segen, Er seufze nie: ach, mir nur der uns nähren soll, den mangelt Brot! Speist, Gottes Milde gab. Reiche, gern die Armen; 5. Wie hold und gütig sie sind auch, wie ihr, von ist doch Gott! Lobsingt! Gott. lobsingt dem Herrn! Er 12. Ein solcher Dank giebt uns unser täglich gefällt ihm wohl, und er Brot, giebt mehr noch, verheißt, daß euch stets und so gern! Saat und Ernte segnen 541 6. Des regen Fleißes soll; denn er ist ewig reich. Luft und Lohn, die Ernten 13. Ersammelt einst uns voll und schwer, erwarten väterlich, uns ewig zu erihren Sammler schon; wie freun, wenn wir ihm folfröhlich sammelt er! gen, auch zu sich in seine Scheuern ein. 7. O danket, danket Gott und liebt den Herrn; er ist so gut! den Herrn, der uns so reichlich giebt, und so viel Gutes thut! Bob sei dem allmächtigen Gott ic. Herbst. 628. 8. Macht eure Tenn und Geerntet ist der Felder Scheuer voll! der Herr, Saat. Vom Herrn an Huld so reich, der Herr, der 542 Bei besondern Zeiten und Umständen. der Zeit gerufen, naht der 7. Froh kannst du sterHerbst mit seiner Fülle ben, wenn du nur, wie sich und segnet und erfreut seine segnende Natur, geauch mich. segnet haft; wenn er die 2. Der segenreiche Gar- Frucht, die er verlangt, ten prangt mit vollen Zwei- umsonst nicht sucht. gen, und verlangt, von 8. Auch die Natur verseiner Frucht befreit zu blüht und stirbt; nur daß sein, um Gottes Menschen ihr Same nicht verdirbt; zu erfreun. und schöner auflebt, wenn 3. Der Sänger in den ihr Freund, der Frühling, Lüften schweigt, er, der wiederum erscheint. in ferne Lande fleucht, wo 9. So blühst und reifft Gott schon eine neue Saat du in der Zeit zu größeund Frucht für ihn berei- rer Vollkommenheit. Nur tet hat. sei ein guter Same; sei 4. Denn Gott ernährt, Gott auch bis in den Tod was lebt und webt, daß getreu! alles fröhlich sei, was lebt, daß seine ganze Schöpfung Dank und Jubel sei, und Lobgesang. Winter. 629. Wo Gott zum Haus nicht giebt ze. 5. Wie liebevoll, wie Micht für der Felder Se= mild und gut ist Gott, der gen nur, auch für den so viel Wunder thut! Der Schlummer der Natur, für Jüngling, wie der Mann Frost und Winter danken und Greis fei fröhlich; sei wir, Herr, unser Gott sein Ruhm und Preis. und Vater, dir. 6. Auch wenn du alterst, 2. Ein silberfarbenes sorgt für dich dein Herr Gewand schmückt Berge, und Gott. Wie väterlich! Er, der, wenn sich dein Aberd naht, auch dann für dich viel Freuden hat. Hügel, Thal und Land. Wie schön sind sie! Wen freuet nicht der tiefern Sonne mildres Licht? 3. Die Winter. 543 3. Die Erde pflegt nun Gott. Du thust uns wohl, mütterlich die ihr vertraute auch selbst durch Noth. Saat, die sich im nahen soll. 9: Und wie viel FreuFrühling sorgensvoll ent- den haben wir, Mildthäwickeln und uns nähren tiger, auch jetzt von dir, der du so väterlich uns trägst, in unsrer Hütt uns wärmst und pflegst. 10. Herr, jeder Wech4. Doch nicht geräuschvoll, nur geheim. So nährt der Tugend ersten Keim ein Vater mit ver= korgner Luft in seiner sel deiner Zeit entflamm schwachen Kinder Brust, uns zu der Dankbarkeit, 5. So thut, was Andre die deinen Willen gern fegnen kann, ein guter und erfüllt; denn du bist imbescheidner Mann; sucht, mer gut und mild. wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 11. Du bleibst allmächtig stets und groß. Wir werden, wenn der Erde 6. Doch wachsen soll Schooß auch uns bedeckt der Tugend Saat; blühn hat, dich zu sehn, aus unsoll, was er im Stillen sern stillen Gräbern gehn. that, zu reichen Ernten in 12. Und auferweckt, das der Zeit, zu reichern in der Feierkleid der himmlischen Ewigkeit. 7. So wie der Felder Unsterblichkeit anlegen, und Saat durch dich im Stillen vor deinem Thron dich keimt, und väterlich durch preisen, Gott, und deinen dich, o Höchster, wird gestärkt; bleibt es von uns gleich unbemerkt. Sohn. 13. Daß nun hinfort kein Wechsel ist, daß du 8. Es braufe fürchter in allem alles bist, cin lich umher des Winters Gott, der, wenn der Sturm! Auch er, auch er, Fromm erwacht, ihn ewig, ist deines Segens Diener, ewig selig macht. 630. 544 Bei besondern Zeiten und Umständen. 630. Christus der ist mein Leben ze. Mit ihren vielen Freuden entfloh die schöne Zeit. Nun ruhet unsre Erde gehüllt ins Winterkleid. Der gestirnte Himmel. 631. Lob sei dem allmächtigen Gott ze. 2. Der Baum in seiner Blüthe stand da in voller O Sternennacht, o sanftes Licht, das durch die Pracht, hat Schatten, Küh- dunklen Wolken bricht! lung, Segen der Früchte o Bild, von dessen Herrdargebracht; lichkeit, der jene Sterne 3. Steht nun erstarrt, hingestreut! entblättert! Lebens Bild! sich unsres 2. Ein heilger Schauer kaum überfällt, und nie empfundscheint mit erstem Strahle ne Ahndung schwellt des die Sonne sanft und mild. Sehers Brust: meine Auge 4. So sengt die Gluth starrt! ich fühle Gottes des Sommers schon man= Gegenwart. che Blume ab; und was der Sommer schonte, sinkt in des Winters Grab! BED 5. Doch kommt der Frühling wieder, vertilget jede Spur vom Todesschlaf; zum Leben erwachet die Natur. und gut hier leben, wirken, dulden mit edlem, festen Muth. 6. O Bild des bessern Lebens! uns strahlt in jener Welt einst eine höhre Sonne, wenn unsre Hülle fällt. 3. Ich sehe in der Sternen Heer zahllose Welten um mich her. Es strebt und forscht der fübne Sinn durch alle diese Welten hin. 4. Ich schweb im grenzenlosen Raum, und sieb! es rollt, ein Lichtpunkt kaum, tief unter mir der Erdenball in jenem großen Schöpfungsall. 5. Durch Durch Millioner Welten flieht von Staunen 7. Laß, Gott, für diese jetzt mein Geist, und siebt Hoffnung uns alle fromm sie alle, Vater der Natur, be Der gestirnte Himmel. 545 bewohnt von deiner Krea- lich hin, wie Freund an 6. Und alle sind wie Freund; ein großes Chor, das, dich zu preisen, in wir beglückt, und Gottes seinem Fluge sich vereint. Vaterauge blickt auf Alle gütig, wie auf uns, und sorgt fü: Alle, wie für uns. 3. Wer nennt, wer nennt die Welten alle, aus deren Mund dein Loblied 7. Gott! Gott! wie steigt, das mit der Welten groß erscheinst du mir! Jubelhalle bis zu dem Lied dem Munde fehlen Worte des Engels reicht? das in hier, wie er dich würdig des Himmels höherm Topreisen kann; die Seele nevon Sonne bis zurSonn betet schweigend an! erklingt, und das voll Hoffnung zu dem Thronedes Allerhöchsten freudig dringt? 632. Wie groß ist des Allmächtgen 20. 4. Auch mich schuf Er, Aubetend jeh ich Gottes den ich verehre, aus Staube, Himmel! seh tausend doch mit einem Geist, der Welten über mir, und, Engeln gleich, sich in die fern vom rauschenden Ge- Heere des Himmels mitümmel, weih ich die heilge schet und ihn preist. LobStille dir! vor dir werf sing ihm dann, der dich ich mich betend nieder, auf zum Leben, zur Tugend deffen allmachtsvollen Ruf dich, mein Geist, erkohr; der Himmel ward; der mei- einst wirst du hoch vom ne Brüder und mich, wie Staube schweben zu einer diesen Himmel schuf! bessern Welt empor. tur. 2. Dich singt mein Lied, der jene Sterne aus seiner Hand hinwarf, wie Saat; der in der ungemessnen Ferne für alle zeichnete den Pfad. Sie wandeln ihn in sichern kreisen so fried Die Erde. 633. Herr Gott, dich loben wir ic. enn hoch entzückt mein Auge sieht, wie schön, Gott, deine Erde blüht, M m und 546 Bei besondern Zeiten und Umständen. und tausend Wesen groß im Gewitter fich, o Gott, und klein sich ihres schö- dein Himmel trübt. nen Wohnorts freun; 2. Du zürnest, wenn du 2. Wie hier der Baum donnerst, nicht; bist Vain seiner Pracht und dort ter uns und Freund, auch die Blumenwiese lacht; wenn der Blizz aus Wolund tausend Stimmen auf ken bricht, und flammend der Flur dein Lob erhöhn, uns erscheint. Herr der Natur; 3. Dem Sünder nur, 3. Der Gras und Wald der dich nicht kennt, bist drauf wachsen ließ, von du dann fürchterlich; dem Strömen sie durchwässern aber, der dich Vater nennt, hieß; von dem auch aller zeigst du als Vater dich. Segen quillt; der ihren 4. Du reinigst durch den reichen Schooß erfüllt: Blitz die Luft, dein Segen stärkt die Saat, ein frischer erweckt zum Dank, zu balsamvoller Duft stärkt, rühmen den mit Preis- was geschmachtet hat. gefang, des wundervoller Allmachtsruf auch diese Erde schön erschuf. 4. Dann fühl ich mich 5. Bald läsfest du der Wolken Nacht und Sturm vorübergehn; dann slr ihlet uns in voller Pracht die Sonne zwiefach schön. 5. Auf, o mein Geist, erhebe laut den, der die Welt so schön gebaut, erfreu, so lang es ihm gefällt, dich weise dieser schönen Welt! 6. Herr, unser Leben, Glück und Tod steht stets in deiner Hand; doch haft du, Gott, so manche Noth bis hierher abgewandt. Gewitter. 7. Du wirst auch ferner Vater sein. Gott wandl 634. Nun fich der Tag geendet hat c. ich fromm vor dir, so dieIch zittre nicht, ich freue mich des net Sturm wie Sonnenschein zum Heil und Se635. uns liebt, auch dann, wann gen mir. Gewitter. 547 635. len Werken sich mehr zu stärken. Herzliebster Jesu, was hast du zc. Kommt, laßt uns Gott 6. Dann reifen fröhund seine Größ erheben, licher der Tugend Saaten ihm Preis und Ruhm, zu mannichfaltigern und auch wenn er donnert, schönern Thaten. Sie wergeben; wenn seine Blitze den, wenn die Trübsal sie auch die Erd erschüttern, bewähret, nur mehr vernicht heidnisch zittern! kläret. 2. Nicht wähnen, daß wir nun erbeben sollen, wo Donner unterseinemThrone rollen, und daß, wo Blizze flammen, dann zur Rache sein Zorn erwache. 7. So strahlt, wenn Donner die Natur erschüttern, in größrer Schönheit sie nach Ungewittern; als schmückte sie und eine neue Sonne mit neuer Wonne. 3. Sie zeugen, Gott, 8. Verderbenvolle Dünst wie alle deine Werke, von entfliehn, und Seuchen, deiner Weisheit, deiner die uns und unsern HeerHuld und Stärke. Gleich den drohn, entweichen; herrlich ist im Sturm und auch athmen wir, von in der Stille dein Rath leichter Luft umgeben, mehr und Wille. Kraft, mehr Leben. 4. Von tiefer Ehrfurcht, 9. Wie sollten wir, wenn Herr, vor dir durchdrun- deine Donner toben, Allgen, sehn wir in der Na- mächtiger, nicht deine Güttur Erschütterungen; auch te loben? wir danken dir, Güte, die sie schmücket und o Gott voll Huld und belebet, selbst wenn sie Stärke, für deine Werke. bebet. Aussaat. 636. 5. Fruchtbarer wird sie dann, wie deine Frommen, geprüft zu werden, oft in Trübsal kommen. Sie lei- Niebreicher Gott, dein Seden, durch Geduld zu ed- genswort erzeiget sich Mm 2 In dich hab ich gehoffet zc. noch 548 Bei besondern Zeiten und Umftänden. noch immerfort in seiner neue Frucht zu bringen: Kraft auf Erden, daß un- so werd, o Gott, ich durch ser Feld mit Nutz bestellt den Tod ins besfre Leben und angebaut kann werden. dringen. 2. In Hoffnung streun wir Samen aus. Doch segnest du nicht Feld und 7. Auf diesen feligen Gewinn freut sich bereits mein Herz und Sinn, muß Haus, so ist die Müh ver- ich bei trüben Fällen die gebens. Nur deine Kraft und Güte schafft uns Un terhalt des Lebens. Thränensaat nach deinem Rath gleich öfters hier bestellen. 3. Laß unsre Saat ge- 8. Nur mache mich, o segnet fein; gieb Regen, Gott, bereit, im Glauben Wind und Sonnenschein, und Gottseligkeit viel gute laß Wachsthum und Ge- Frucht zu bringen. So deihen uns spät und früh, will ich dir dereinst dafür nach Sorg und Müh, in Ewigkeit lobsingen. einst wiederum erfreuen. Was Gott thut, das ist 2c. 4. Bewahre sie das gan- Bei dem Anfang der Woche. ze Jahr vor so vielfältiger 637. Gefahr, die leicht fie kann verletzen, und den, den Die neue Woche geht nun heut sein Feld erfreut, in an, und ist schon einKummer bald verfeßen. getreten. Wach auf, mein 5. Bei solcher Saat seh ich allhier zugleich manch tröstlich Bild von mir. Denn unter Sturm und Winden erhebt sie sich; so muß auch ich durch bringen. Kreuz den Himmel finden. Herz und denke dran, zu Gott sollst du jetzt beten, und ihm dabei für seine Treu mit Danken und mit Singen ein Morgenopfer 2. Wie viele Wochen 6. So wie das Körn- hab ich schon im Leben lein erst verdirbt und in der angefangen? und doch ist Erde gleichsam stirbt, um bis hieher davon noch keine hin Anfang der Woche. 549 hingegangen, in welcher nung fassen, daß du mich nicht ein Gnadenlicht von wirst, mein Lebensfürst, Gott mich angeblicket, der bei allen guten Werken mir viel Guts geschicket. in dieser Woche stärken. 3. Das Krenz und Lei- 7. Nun Aus- und Einden dieser Zeit, so viel mir gang sei beglückt an Seelauch begegnet, hat göttli- und Leibessegen. Bring che Zufriedenheit gemildert mir, was meinen Geist erund gesegnet: so daß er quickt, in deinem Wort entnie in Angst und Müh gegen: dies soll allein das mich trostlos lassen stehen, Beste sein, was ich mir nech drinnen untergehen. zum Ergößzen zeitlebens 4.! fallen mir die werde setzen. Sünden ein; was wird 8. Soll aber meine Lein so viel Wechen für benszeit sich diese Woche Schuld nicht aufgehäufet schließen, ei nun, so wird sein? und doch, was ich die Ewigkeit mir auch den verbrochen, hat er dabei, Tod versüßen. Nur dir auf Buß und Neu, in leb ich; dich, Herr, und Christo mir verziehen, und mich kann weder Freud Gaad und Huld verliehen. noch Leiden, noch Tud 5. Nun, treuer Gott, und Leben scheiden. Morgenlieder. 638. In dich hab ich gehoffet, 2c. ich danke dir, ich danke dir von Herzen. Zwar meine Schwachheit machet mir BekümmernißundSchmerzen, daß meine Pflicht dich also nicht kann loben, als ich sollte und dennoch hebe Gott, o Seele! Der gerne wollte. Herr hört deinen LobgeMein erst Geschäft ſei Preis und Dank, er6. Jedoch, in Christo sang; lobsing ihm, meine wirst du dir es wohlgefallen lassen. In Christo will ich ferner mirdie gute Hoff Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und Mm 3 schlief 550 Bei besondern Zeiten und Umständen. schlief in Frieden. Wer fahr, ein Vater, wenn ich schafft die Sicherheit der fehle. Nacht und Ruhe für die Müden? 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit 3. Wer wacht, wenn Lieb und Ruhe, ein weises ich von mir nichts weiß, Herz, das seine Pflicht mein Leben zu bewahren? erkenn und willig thue. Wer stärkt das Blut in seinem Fleiß, und schützt mich vor Gefahren? 10. Daß ich, geſtärkt mit neuem Muth, nach deinem Reiche strebe; gottſe4. Wer lehrt das Auge lig, züchtig, fromm und gut seine Pflicht, sich sicher zu durch deine Gnade lebe. bedecken? Wer ruft dem 11. Daß ich, dem NächTag und seinem Licht, die sten beizuſtehn, nie Fleiß Seele zu erwecken? und Arbeit scheue, mich 5. Du bist es, Herr gern an Andrer Wohlerund Gott der Welt, und gehn und ihrer Tugend dein ist unser Leben! Du frene. bist es, der es uns erhält, und mirs jetzt neu gegeben. 12. Daß ich das Glück der Lebens- Zeit in deiner 6. Gelobet feist du, Gott Furcht genieße und meinen der Macht, gelobt sei deine Lauf mit Freudigkeit, wenn Treue, daß ich nach einer du gebeutst, beschließe. fanften Nacht mich dieses Tages freue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 639. Christus, der ift mein Leben zc. och läßt der Herr mich leben! mit fröhlichem Gemüth eil ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich 2. Zu ihm entzückt mich hofft meine Seele. Sei wieder der Morgensonne mir ein Retter in Ge- Pracht! ich falle vor ihm nie Morgenlieder. 551 nieder, der sie und mich aufzusehen, in Freuden gemacht. wie im Schmerz; 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan. 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir; du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allev Ruhm der Welt; 6. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ! laß mich den Troſt empfinden, daß du so gnädig bist. 7. Dir hab ich mich ergeben; ich freue mich in dir; erfreuender als Leben ist deine Güte mir. 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu, und froh gen Himmel schauend, denk: Herr, mich siehest du! 5. So will ich dir lob- 12. Bereit, den Lauf singen, mich deines Na- zu schließen, auf deinen mens freun, nach deiner Wink, o Gott, und ruGnade ringen, mein gan- hig im Gewissen: So finde zes Herz dir weihn. mich der Tod. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad. Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 9. Nur eins laß mich erflehen, das christlichweise Herz, auf dich stets 640. Wie schön leuchtet der ic. Dich ſeh ich wieder, Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir mit heilgem Muth lobsingen! Schöpfer, Va ter, deine Treue rührt aufs Neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich Mm 4 552 Bei besondern Zeiten und Umständen. dich so hilfreich mir bewie- lische Gedank an dich oft sen! Zu meinem Leben still zu dir erheben. Im setzest du jetzt einen neuen dunkelnThale wall ich hier, Tag hinzu; sei hoch da einst nimmst du mich hinauf für gepriesen! Durch dich zu dir, zum Licht undhöhern bin ich, und ich merke deine Leben. Auf dich hoff ich, Stärke, dich erhebe meine Herr, ich werde mich der Zun e, weil ich lebe. Erde gern entschwingen, dir 3. Verleih, o Gott der dort ewig Leb zu singen. 641. Dir. dir Schova x. Hich, dich, mein Gott, will ich erheben. Tu Lieb und Macht, daß Sünd urd Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nützen mich warst mein Schirm i der bemühe. Prüfe, siehe, verfloßnen Nacht, erquickwie ichs meine. Dir ist test mich, erhielst mein Leeine meiner Sorgen, ben und schafftest es, daß auch die kleinste nicht ich vergnügt erwacht. Wer verborgen. bin ich, daß du meiner so gedenkst, und wieder einen Tagzum Heil mir schenkst? 4. Ich bin ein Christ! o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sei! 2. Auch über mir ist deine Mein Ruhm sei deine Güte noch immerfort mit Gnade. Denn ach, was jedem Morgen neu. Mit bin ich ohne dich? Ein innig dankeudem Gemüthe Irrender. Erhalte mich, fühl ich die Größe deiner mein Gott, auf deinem Vatertren. Auch diesen Pfade. Stärk mich, daß Tag will ich mich deiner ich stets mich übe, deine freun; auch er soll dir Liebe zu betrachten, über zum Dienst geheiligt sein. alles dich zu achten. 3. Vor deinen Augen 5. Auch im Geräusch der will ich wandeln, und treu Welt soll mich der himm- das thun, was dir, mein Gott, 553 auf der rechten Bahn, und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. Morgenlieder. 642. Gott des Himmels und der i. Der du alle deine Werke Gott, gefällt, gewissen haft in Allem handeln, und standhaft fliehn die schnöde Lust der Welt. Ostärke selbst mit deiner Hilfe mich! Denn was vermag ich Schwacher ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich liebtest, Gott, ven so vollbringen, daß ich ihn Ewigkeit, du bist auch ohne Ren beschließen kann. mit Huld and Stärke ihnen Soll guter Vorsatz mir nahe in der Zeit. Deine mißlingen, so schreib den Güt und deine Tren ist Vorsatz felbst zum Heil uit jedem Morgen neu. mir an. Auch dieser Theil 2. Unter vielen Milliovon meiner Uebungszeit nen siehst du liebreich auch sei mir Gewinn auch für auf mich; sicher läsfest du die Ewigkeit. mich wohnen, und beschirmst mich väterlich. Dafür preist mit neuem Dank dich mein früher 5. Gieb mir noch heute was mir nützet. Vor allem aber gieb ein ruhig Herz, das sich auf deine Lobgesang. Vorsicht stützet, und dir 3. Darf ich, Erd und vertraut, auch in dem größ- Staub, es wagen, froh ten Schmerz. Du weißt, zu dir empor zu sehn, was mir zum wahren Wohl meinen Kummer dir zu gebricht, und du versäumst klagen, findlich frei dich gewiß mein Bestes nicht. anzuflehn? Jadurch Chri6. In diesem findlichen stum hab auch ich dieses Vertrauen will ich getrost Zutraun gegen dich. an mein Geschäfte gehn, 4. Du läßt meine Kümauf deinen sichern Bei mernisse, im Vertraun auf stand banen und deiner Fü- dich, entfliehn. So entgung still entgegen sehn. flohn die Finsternisse, da Ich weiß, du führst mich die Morgensonn erschien. Keine Mm 5 554 Bei besondern Zeiten und Umständen. Keine Sorge raube mir ich davon jeden Theil mit meine Freudigkeit zu dir! Weisheit nüßzen mag. 5. Du gewährst mir 4. Die Zeit, in deiner neue Stunden zur Voll- Furcht vollbracht, bringt bringung meiner Pflicht. ewigen Gewinn. So fließe Werd ich da nur treu be- vor dir, Gott der Macht, funden, fo bin ich voll auch dieser Tag mir hin! Zuversicht, wenn mein 5. Gieb, daß ich fern Richter nun erscheint, der vom Müßiggang, in meierhabne Menschenfreund. nem Stande treu, und 6. Stärke du mich wenn ich kann, mein LeSchwachen, leite mich mit belang bereit zu dienen sei. deinen Segnungen. Ich 6. In allem, was ich ergebe mich auch heute denk und thu, sei dein deinen weisen Fügungen. Gebot vor mir; und wenn Herr, mich sieht dein Va- ich von Geschäften ruh, terblick; o wie groß ist so sei mein Herz bei dir. dieß mein Glück! 7. Was du mir zum 643. Vergnügen giebst, vermehr in mir die Lust, Lobt Gott, ihr Christen 2c. 33 u deinem Preis und ganz dein zu sein, der du Ruhm erwacht, bring mich liebst, mir so viel ich dir Ruhm und Preis, Gutes thust. dir, Gott, der durch die 8. Wenn Sorg und Ruh der Nacht uns zu Kummer mich befällt, so erquicken weiß. laß mich auf dich schaun, 2. O Vater, deine Gü- und deiner Vorsicht, Herr tigkeit ist alle Morgen neu. der Welt, mit frohem Du thust uns wohl von Muthe traun. Zeit zu Zeit, und groß ist deine Treu. 9. An deiner Gnade gnüge mir! Sie ist mein 3. Jetzt schenkst du mir bestes Theil, mein Trost zu meinem Heil von neuem und meine Zuflucht hier, einen Tag. Gich, daß und dort mein volles Heil. 644. 555 der Weisheit Licht und neue Geisteskräfte. Morgenlieder. 644. Ich dank dir schon durch 2c. 7. Herr, laß mein Herz Ermuntre dich, mein Geist, du mußt zu Got- zu aller Zeit auf deine tes Throne treten! Ge- Vorsicht bauen, in aller nieße früh die hohe Lust, Noth, mit Freudigkeit und den Schöpfer anzubeten. kindlichem Vertrauen. 8. Dir ist bekannt, 2. Er, er hat mich zu Herr, was mich kränkt, rechter Zeit aus nichts du kennest meine Sorgen, ans Licht gezogen, und hat und was mein Herz nur mein Glück von Ewigkeit wünscht und denkt, ist allgütig abgewogen. dir, Gott, unverborgen. 3. Gelobt, mein Gott, 9. Laß weislich mich die sei deine Treu, gelobt sei Prüfungszeit zu meinem deine Güte! Auch heut Heil verwenden; du forwird sie mir wieder neu. derst in der Ewigkeit fie Froh dankt dir mein Ge- einst von meinen Händen. müthe. 10. Behüte, Herr, und 4. Vom süßen Schlaf, segne mich. Und was du o Herr, erquickt, fühl ich mir beschieden, erhalte mir die Kraft der Sonne; auch väterlich, und gieb und abermals seh ich ent mir deinen Frieden. zückt der Schöpfung Pracht und Wonne. 645. Werde munter, mein 2c. 5. O Bater, nimm dich Wenn ich einst von jenem meiner an auf allen meinen Wegen, erhalte mich auf Tod heißt, aufersteh, und ebrer Bahn und gieb mir von dieses Lebens Kummer deinen Segen. frei, den schönern Mor6 Erinnre mich an meine gen seh: o dann wach ich Pflicht, an mein Berufs- anders auf! Schon am geschäfte, gieb mir dazu Ziel ist dann mein Lauf. Trän 556 Vei besonderen Zeiten und Umständen. Träume sind des Pilgers 2. Gott, dir sei Preis! Sorgen, großer Tag, an denn ohne Schaden verdeinem Morgen. strich der Ruhe stille Zeit; 2. Gieb, daß keiner und durch den Reichthum meiner Tage, Geber der deiner Gnaden fühl ich Unsterblichkeit, jenem Rich- mein Leben jetzt erneut. tenden einst sage, er sei Ich bin vergnügt, ich bin ganz von mir entweiht. erquickt, und warte, was Auch noch heute wacht ich Gott heute schickt. auf! Dank dir, Herr! Zu dir hinauf führt mich jeder meiner Tege, jede Freude, je e Plage. 3. Sein guter Geist wird mich regieren, der leite mich auf ebner Bahn, und helfe mir mein Werk 3. Daß ich gern sie vor vollführen; in seinem Namir sehe, wenn ihr letzter men fang ichs an. Sein nun erscheint; wenn zum Segen wird ein Sondunkeln Thil ich gehe, nenschein und seine Huld und mein Freund nun m in Schatten sein. um mich weint; lindre dann des Todes Pein, und laß mich den Stärksten sein, mich, der ihn gen Himmel weise, und dich, Herr des Todes, preiſe. 4. Mein Gott, so laß dich gnädig finden, dir ab ich Alles heimgestellt. Ach, nur behüte mich vor Sünden! Doch, wenn das Fleisch aus Schwachheit fällt, so richte mich durch Jesum auf, und segne meinen Lebenslauf. 646. Herr. wenn ich dich nur werde ic. Grmuntert euch, erquickte Glieder, die dunkeln Schatten sind vorbei. Der liebe Morgen zeigt sich wieder, und machet Got tes Güte neu, die mich in dieser Nacht bedeckt, und nun zur Arbeit aufgeweckt. Du leitest mich auf dunkler 5. Weil jeder Tag von unsern Tagen auch seine Plage mit sich führt, mein Gott, so laß mich nicht verzagen, wenn mich ein Kreuz und Unglück rührt. Bahn Morgenlieder. 557 Bahn und nimmst mich ihn stürmet, ruht er, von dort zu Ehren an. dir beschirmet, und froh erwachet er. 6. Nun, Seel und Leib sei dir ergeben, wo Alles gut und glücklich steht. Und wenn der Rest von meinem Leben mit diesem Tag zu Ende geht, so machest du durch Christi Blut auch meinen letzten Abschied gut. 3. Ja, Gütigster, froh steh ich hier jetzt auch vor dir! Du schüßzest mich, o Herr, daß mich fein Unfall tödte. Mit jeder Morgenröthe stellst du mein Leben her. 7. Wohlan, deß tröst 4. Du Heiligster, ach, ich mich im Glauben, im rechnest du mir Sünde zu, Glück und Unglück bin ich wo blieb ich Strauchelndein; aus deiner Hand der! des Mittlers der Erkann mich nichts rauben. lösten, deß will ich mich geDrum soll mein stetes trösten; auch mich begnaDenkmal sein, das mir digt er. im Sinn und Herzen liegt: was mein Gottfügt, macht mich vergnügt. 5. Barmherzigster, wie väterlich erträgst du mich, fehl ich gleich oft und sehr! Ihm, der sich hingegeben für mich, ihm will ich leben, und nie der Sünde mehr. 647. Das wa't mein Gott 2c. Voll Zuversicht und kind6. Allwissend.r, ich trau lich frei komm ich aufs auf dich, du kennest mich; neu, Gott, vor dein An- der Trost, wie süß ist er! gesicht. Ich preise dich Uns, wenn wir leiden und freue mich deiner Va- müssen, von dir gesehn tertreue bein neuen Mor- zu wissen; was ist erquickengenlicht. der? 2. Allmächtiger, wen 7. Und, Weisester, du deine Macht schützt und be- wogst uns dar, was heilwacht, wie sicher ruhet sam war; was sorgt ein der! Getrost, wenns um Sterblicher, dem sein Geschick 558 Bei besondern Zeiten und Umständen. schick verborgen? Dich, Vater, laß ich sorgen, dich meines Lebens Herr. 5. O du, den meine Seele preist, erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht; er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen 648. Eigne Melodie. 3 he hm, der das Licht ent- Lauf. stehen hieß, und mich 6. Ein gut Gewissen gesund erwachen ließ, sei sei mein Theil! Dieß wirk Preis und froher Dank! in mir, o Herr, mein Heil, Des neuen Morgens Hei- und segne meinen Fleiß. terkeit sei meinem Gott Dir ist, was ich bedarf, zuerst geweiht. bekannt, und alles steht 2. Sieh, Herr, ich un- in deiner Hand. terwinde mich, mit dir zu 7. Die Blumen kleidest reden! Staub bin ich, von du mit Pracht, nährst jedeinem Gleich als ein Todter lag ich hier; daß ich noch lebe, dank ich dir. Hauch beseelt. den Vogel, Gott der Macht. Bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg auf dich; du, mein Erbarmer, sorgst für mich. 649. 3. Und jedes Gut, deß ich mich freu, empfang ich jetzo wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. Ich dank dir lieber 2c. Job sei Gott, der den 4. Dich, dem ich nichts vergelten kann, dich, Vater, bet ich kindlich an. Ich opfre dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zu- unsre Kraft erneut; Gott, versicht verwirfst du, Hoch- der die Erde schmücket, erhabuer, nicht. und was er schuf, erfreut. 2. Noch Morgen uns sendet nach der Nacht; der, wenn wir ohne Sorgen sanft schlummern, für uns wacht; der uns im Schlaferquicket und Morgenlieder. 559 Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt ſein. 2. Noch stärkst du mir das Leben, mein Gott, durch den ich bin; du haft es mir gegeben, und nimmst 6. Zwar unvermiſchte es wieder hin. Bald ist Freuden sind nicht stets unes ganz verschwunden; doch ser Loos, doch ist in unhängt an ihrer Zeit und sern Leiden des Herrn Erihren schnellen Stunden barmung groß. Wir leidas Heil der Ewigkeit. den nicht vergebens, und 3. Dieß reize meine shann von ferne schon die Seele zum Fleiß im Gu- Wonne jenes Lebens, der ten an, daß ich nichts denk Ueberwinder Lohn. und wähle, was dir mißfallen kann. Dann kann ich nicht verderben; ich fürchte nicht den Tod; nicht ewig werd ich sterben, nein, ewig leben, Gott! 7. Getrost, mein Geist, ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite! Des Sieges Lohn ist nah. Getrost! 4. Osüßer, hoher Glaube, ich werde nicht ver- Vielleicht ist heute des gehn, und selbst, erweckt Kampfes Ende da. vom Staube, einst wieder auferstehn! Dieß laß mich nie vergessen; und dieſer Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll. 650. Gott des Himmels und der zc. ir sei Preis! ich lebe wieder, Vater, und empfinde mich! Auch erwachen meine Lieder, und erheben dankbar dich. Denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, ge5. Sollt ich nach Reichthum trachten? Nie komm es in mein Herz. Nach Ehr und Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Neu wacht. und Schmerz. Hienieden 2. Wenn ich einst vollenschon auf Erden soll meine det habe diese meine Pilger 560 Bei besondern Zeiten und Umständen. gerzeit, ruh ich auch also freun. Recht zu handeln, im Grabe, keine für die gieb mir heut Stärke, Lust, Ewigkeit. Auch in dieser Gelegenheit. langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach auch 651. Wer nur den lieben Gott 20. wieder, und mein Lob- Mein Gott, auch dieſer gefang mit mir; dann erneue Morgen verkünschallen meine Lieder feu- digt deineGnademir. Mit riger und reiner dir. Ewig mir erwachen meine Sorwird der Morgen sein! gen, jedoch auch mein VerEwig schlaf ich nicht mehr traun zu dir. Ich werfe ein! meinen Kummer hin auf dich, durch den ich leb und 4. Wach auch über meine Tage, Vater, meine bin. Zuversicht, daß mich keiner einst verklage, wenn du kommst zum Weltgericht; daß ich meiner Pflicht hier treu und dort unerschrocken sei. 5. Keinen Tagzählst du vergebeus, Gott, durch den ich bin, mir zu. Je- Liebe werth! der ist ein Theil des Le- 3. Laß den Entschluß bens, jeden, jeden richtest du. Lchr mich machen, daß mir nie ungenützt ein Tag entflieh. mein Herz erfüllen, stets gern zu thun, was dir ge fällt. Es gehe mir nach deinen Willen, o weiser Herrscher aller Welt. Schließ mich in deine Vorsicht ein, so bin ich todt 6. Hente leb ich; laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein. Laß einst nach vollbrachtem Streite und lebend dein. dieses Tages auch mich 4. Vergieb mir, Bater 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo alles Wohl sich mischt mit Weh, und ich, zu größerer Bes schwerde, so manchen Fehltritt noch begeh. Gott, der mich schützet und ernährt, wär ich doch deiner Morgenlieder. 561 ter, alle Sünde, vergieb, Lob hier schon mit schwawas ich nicht recht gethan. chen Lippen lalle, so weiß Nimm mich zu deinem ich, es gefalle dir doch Gnadenkinde um meires durch deinen Sohn! Mittlers Willen an. In seinem Namen fleh ich dich; er litt und starb ja auch für mich. 2. Auch mich hat deine Gnade in dieser Nacht bedeckt; mich hat kein Schmerz, noch Schade verletzet und 5. Hilf du in allen erschreckt. Der Schlaf hat Sachen rathen; denn wo mich erquickt; ich bin mit wär ich mir selber gnug? frischen Kräften zu des Behüte mich vor Misse- Berufs Geschäften durch thaten, vor böser Men- deine Huld beglückt. schen List und Trug. Führ du mich selbst auf ebner Bahn; und was ich thu, sei wohlgethan! 3. Gieb Gnade mir auch heute, daß ich gewissenhaft dem Bösen widerstreite, gestärkt durch deine Kraft. 6. Bewahre mir Leib, Den ganzen Tag laß mich Seel und Leben, Ver- vor deinen Augen wanwandte, Freunde, Ehr deln, fromm denken und und Gut. Willst du mir fromm handeln, aus Liebe Kreuz zu tragen geben, so gegen dich. stärke mich mit Trost und Muth, und willst du mich mit Glück erfreun, so laß mich dir auch dankbar sein. 4. Bei Fleiß und Arbeit schleiche kein Geiz fich in mein Herz; leicht rühre, leicht erweiche mich meines Nächsten Schmerz! Kein Glück, das Andern blüht, empöre mich zum Neide; und kein Genuß der Freude verderbe mein Gemüth. 5. Bewahr an diesem Tage mich vor Gefahr und Leid. Und trifft mich eine Nn Plage, 652. Aus meines Herzens Grunde ic. Des Mergens erste Stunde soll dir, Gott, heilig sein. Mein Herz stimmt mit dem Munde zu Dankgesängen ein. Ob ich dein 562 Bei besondern Zeiten und Umständen. Plage, so gieb Gelassen- und Beistand senden, und heit. Nur hilf, o Vater, mich in meinen Tagen stets mir, daß ich sie nicht mit Verschonen tragen. verschulde, und dann christlich dulde, voll Zuversicht zu dir. 5. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen; den Anfang, Mittel, Ende, ach Herr, 6. Wie bald ists überwunden, das Leiden dieser zum Besten wende! Zeit! Auf wenig bange 6. Mit Segen mich beStunden folgt Heil der schütte, mein Herz sei deine Ewigkeit. Dieß stärke mich Hütte, dein Wort sei in Noth, daß ich nicht meine Speise auf meiner ängstlich zage; am letzten Pilgerreiſe. meiner Tage sei dieß mein Trost im Tod. 653. 654. Eigne Melodie. Gott Mach auf, mein Herz, Gott des Himmels und der zc. ott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und singe dem Schö- und heilger Geist, der es pfer aller Dinge, dem Tag und Nacht läßt werGeber aller Güter, dem den, Sonn und Mond uns treuen Menschenhüter. scheinen heißt, dessen starke 2. Mit göttlichem Er- Hand die Welt, und was barmen bedecktest du mich drinnen ist, erhält. Armen; ich schlief in dem Vertrauen, der Sonne Licht zu schauen. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Ge3. Und dieß, Herr, ist fahr, Angst, Noth und geschehen; ich kann das Schmerzen hast behütet Licht nun sehen, von Noth und bewacht, und bei alblieb ich befreiet, dein ler meiner Schuld mich Schutz hat mich erneuet. noch trägst mit Vaterhuld. 4. Dein Werk wollst 3. Laß die Nacht auch du vollenden, mir Hilf meiner Sünden jetzt mit dieser Morgenlieder. 563 dieser Nacht vergehn. Laß ich: o so bringe da mich mich Gnade vor dir fin- zu deines Himmels Ruh! den, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 655. Christus der ist mein Leben 2c. 4. Hilf, daß ich auch In Morgenroth gekleidet erstehen mag, und für meine die schöne große Sonne, Seele sorgen, daß, wenn wie herrlich geht sie auf! nun dein großer Tag uns 2. Willkommen uns, erscheint und dein Gericht, willkommen, des guten ich davor erschrecke nicht. Gottes Bild! so groß und 5. Führe mich, o Herr, so erhaben, und doch so und leite meinen Gang sanft und mild! nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort. Unter deinem Schutz allein kann ich Flur. froh und sicher sein. 3. Du weckst zu neuem Leben die schlummernde Natur und Wohlgerüche duften auf blumenreicher 4. Und alles, alles freuet 6. Meinen Leib und des neuen Lebens sich. meine Seele, sammt den Auch du, mein Geist, erSinnen und Verstand, freue des neuen Lebens dich. großer Gott, ich dir be- 5. Dankihm, demEwigfehle unter deine starke guten, mit frommem LobHand. Herr, mein Schild, gesang! Singt Menschen, mein Ehr und Ruhm, seg- meine Brüder! singt enne mich, dein Eigenthum. rem Schöpfer Dank! 7. Hilfe wollest du mir 6. Zum Glück von senden, wenn Gefahr und zweien Welten schuf er, Noth mir droht, alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod. Sterb der Vater, ench. Und ist die schöne Erde an Freuden schon so reich. Nn 2 7. Wie 564 Bei besondern Zeiten und Umständen. 7. Wie wird dereinst treib ich redlich mein Gesein Himmel für Einge- schäfte, o so geräth es imweihte sein! Des Herzens mer wohl; bei Treu und Güte weihet zu Gottes Fleiß giebst du Gedeihn, Himmel ein. drum will ich treu und fleißig sein. 8. Seid gut und rei nes Herzens. Gott, laß 4. Ich will es sein so michs immer sein! So lang ich lebe, so lange du kann man sich der Erde, mir Kräfte schenkst, dawie deines Himmels mit ich mir das Glück freun! 656. erstrebe, daß du mit Beifall an mich denkst. Dann hab ich hier Zufriedenheit, Wie sollt ich dich mein 2c. Der frohe Morgen weckt und dort vollkommne Se mich wieder und ladet ligkeit. mich zur Arbeit ein; der Schlaf erquickte meine Glieder, nun will ich wieder thätig sein, mit frohem Herzen will ich nun, was meine Pflicht erfordert, thun. Dank für tägliche Nahrung Tischlieder. 657. Ma Singen wir aus Herzens 2c. asden Leib erhält und nährt, hat uns unser Gott gewährt, der uns 2. Gott, dir sei Dank alle Gaben reicht, dem an für diesen Schlummer, und Wohlthun keiner gleicht; dir ergeb ich mich aufs der die ganze weite Welt, Neu! in deinem Schutz bin wie es seinem Rath geich von Kummer, bin ich fällt, durch sein Allmachtsvon allen Sorgen frei. wort erhält. Du weißt es, was mir 2. Alles, alles, was ich nützlich ist, und giebst es, seh in den Gründen, auf weil du gütig biſt. der Höh, was hoch in den 3. Du unterhältst mir Lüften schwebt, was im meine Kräfte, damit ich tiefen Meere lebt, hofft, fie gebrauchen soll, und Versorger, nur auf dich, freuet 565 nochohol Tiſchlieder. freuet deiner Gaben sich; freun, daß auch künftig und du giebst sie väterlich. du allein werdest mein 3. Ja, auch mich, auch Versorger sein. mich erfreut deiner Güte Mildigkeit! Du bists, Vater, der mir schenkt, was mich speiset, was mich 658. Nun ruhen alle Wälder zc. tränkt, du biſts, der ſo gern es thut und im Wohlthun niemals ruht. O wie bist du doch so gut! Geſund, mit frohem Muthe, genießen wir das Gute, daß unser Gott uns schenkt. O preist ihn Chri4. Dank, ach Dank, sten, preiset den Vater, sei dir dafür, milder Ge- der uns speiset, und unſer ber, daß du mir auch so Herz mit Frende tränkt: väterlich bescheert, was mir 2. Er ruft herab: Es Unterhalt gewährt, daß werde! und Segen schwellt auch ich mit frohem Sinn, die Erde, verjüngt wird was du gnädig mir ver- Feld und Flur. Es lebt liehn, zu genießen fähig und webt auf Triften, in Wasser und in Lüften erfreut sich jede Kreatur. 3. Dann sammeln sei im Genuß niemals über- nen Segen, so viel sich hebe mich; immer, Höch- lebend regen, Geschöpfe ster, ehre dich; und wenn ohne Zahl. Vom Menich mich ihrer freu, auch schen bis zum Wurme, im aus Christenpflicht dabei Sonnenschein und Sturme eingedenk des Armen sei. herrscht Freude, Wohlsein 6. So werd ich zu dei- überall. ner Ehr, wie du mir befiehlst, o Herr, froh genießen, was du mir gnäbin. 4. Gott aber schaut vom Himinel das freudige Gewimmel vom Auf- und dig haft verliehen hier, und Niedergang; sieht seinekinmich hoffnungsvoll er- der sammeln, und ihr verNn 3 ein 5. Hilf, daß ich beim Ueberfluß deiner Gaben 566 Bei besondern Zeiten und Umständen. eintes Stammeln tönt ihm seine Hand und Wonne in tausend Spachen Dank. füllt das Land. 5. Lobsinget seinem Na- 3. Auf Hütten und Pamen, und strebt ihm nach- läste sieht er mit Huld herzuahmen, deß Huld ihr ab. Wir alle, seine Gänie ermest; der alle Wel- ste, genießen, was er gab. ten segnet, auf Gut und Der Säugling an der Böse regnet und seine Brust fühlt schon des LeSonne scheinen läßt. bens Lust. Wer sollte ſich 6. Mit herzlichem Er- nicht dein, du guter Vabarmen reicht eure Hand ter, freun! den Armen, weß Volk 4. Dank dir, von dessie immer sein. Wir sind sen Höhe der Quell der nicht mehr, nicht minder, Freude fließt; Dank dir, sind alle Gottes Kinder, ich schmeck und sehe, wie und sollen uns wie Brü- freundlich, Gott, du bist. der freun. Du ziehst durch jeden Sinn zu deinem Ruhm mich hin, wie liebreich lächelst du beim Mahl mir Freude zu. 659. Auf, auf, mein Herz mit ic. Nobfinget Gott, erhebet 5. Laß mich, Herr, deine Gaben durch Mißbrauch den Herrn der Herrlichkeit, der alles, was da le- nie entweihn. Auch Andere bet, mit Speis und Trank zu laben, laß mich miterfreut. Was unser Herz leidig sein. Du bist so begehrt, wird huldreich uns gut, so mild, laß mich, gewährt, zur Nothdurft nach deinem Bild, den nicht allein, nein, uns Dürftgen zu erfreun, ein auch zu erfreun. froher Geber sein. 2. Stets zeiget im Gebiete der segnenden Natur 660. des Schöpfers Vatergüte Laffet uns den Herren preisen e. sich jeder Kreatur. hm, von dem wir alle schuf und er erhält die le- Gaben, Leben und Ge bensvolle Welt. Er öffnet Er fund Tischlieder. 567 Mit sundheit haben, Kraft und allen nöthig ist. Freude, Speis und Trank; Wohlgefallen sättigt sie mit erkenntlichem Gemüthe bringet ihm für seine Güte, unserm Vater, frommen Dank! 2. Seht, wie er mit 3. Auch mir gabst du, Vaterhänden Freud und mein Gott und Heil! Glück an allen Enden noch täglich mein beschieüber seine Schöpfung den Theil; gabst mirs mit streut! Heiligt ihm des Huld und Freundlichkeit, Herzens Triebe unserm so lang ich bin, zu rechter Gott, er ist die Liebe, ist Zeit. Kein Vater sorgt fo ein Gott, der gern erfreut. väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 3. Auch für diese frohe Stunde danket ihm mit dein Aufsehn und versäumt sie nie; nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 4. Der Vogel bauet Herz und Munde! Dank nicht das Land; du nährst barkeit ist süße Pflicht. ihn doch mit milder Hand. Laßt uns unsern Gott Du schmückst die Blume lobsingen, frommen Dank königlich, die nicht zur Ardem Vater bringen, und beit eilt, wie ich. Vergiß vergeßt des Armen nicht! es, meine Seele, nie: weit mehr bin ich vor Gott, als fie! 661. Bater unser im Himmelreich zc. 5. Laß, Gott, mich nur deine weise Macht genügsam sein, und deiner erhält die ganze lebens- Gaben mich erfreun; doch volle Welt; und aller Au- mehr noch deiner, denn von gen freuen sich und warten dir kommt jeder Segen, hoffnungsvoll auf dich; auf Gott, zu mir; der du das dich, der du sie alle liebst, Meer der Gnade bist, aus und allen ihreSpeisegiebst. welchem alles Gute fließt. 6. Bei deiner Gabenlleberfluß erhalt mich mäßig Nn 4 im Gott 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was 568 Bei besondern Zeiten und Umstärden. im Genuß! Auch schütze mich in Dürftigkeit vor 663. Singen wir aus Herzens 2e. Schmach und Unzufrie Dank dem milden Badenheit! ter! Dant! Unser frostets; mein lebelang ge- her Lobgesang rühme den, bührt dir, Herr, mein den alles preist, der uns Preis und Dank. ſegnet, tränft und speist. Wie er Thier und Vögel nährt, hat er alles uns gewährt, was den Leib erhält und nährt. 662. Herzliebster Jesu, was haft zc. a. Nuf dich, o Bater, ſchauen unsre Blicke, daß deine 2. Gott zu loben, sänHand uns väterlich er- met nicht. Es ist Seligquicke; du sorgst, und keit und Pflicht zu emgiebst auch jedem seine pfinden, wie er liebt, wie Speise, daß er dich prcise. viel Gutes er uns giebt, 2. Du segnest uns nach wie er unser Leben schützt, deinem Wohlgefallen, thust jedem Menschen, was ihm deine milde Hand auf, nützt, darreicht und ihn und giebst allen, was noth unterstützt.. ist: keiner fleht, o Herr des Lebens, zu dir vergebens. 3. Schauet dankvoll um euch her! Gott erfüllet 3. Auch wenn wir essen Land und Meer; willig oder trinken, müssen wir wächst auf sein Gebot aus dir zur Ehre und mit der Erde Frucht und Dank genießen, was wir Brot; Flur und Gärten zum Leben hier von deinen blühen euch, Berg und Gaben empfangen haben. Thäler sind so reich, Men4. Laß, Vater, dieß schen, und für wen? Für uns keinen Tag vergessen; euch. laß uns mit Dank und 4. Unser Vater, der uns Mäßigkeit stets efsen, da- liebt, der uns, was uns mit wir leben und durch gut ist, giebt, gab auch jetzt deinen Segen satt wer- uns Speis und Trank.Lobt den mögen. den Tischlieder. 569 den Vater, sagt ihm Dank! glücket; was wird sie thun, Aller Segen kommt vom Herrn. Dankt ihm und gehorcht ihm gern, liebt ihn, frenet euch des Herrn. 5. Danken, danken wollen wir dir, o milder Vater, dir; dir zu dienen stets uns freun, willig auch zur Arbeit sein; bis uns in der Ewigkeit, nach durchlebter Pilgerzeit, höherer Genuß erfreut. wenn uns dein Himmel einst entzücket? Führ uns dahin, um dort dich mehr noch zu erhöhn, von deiner Vaterhjuld mehr Proben noch zu sehn. 665. Danket dem Herrn, denn ze. Quf! dankt dem Herrn, denn er ist groß von Güte, barmherzig, treuund freundlich von Gemüthe. 664. Nun danket alle Gott 2c. Mir ir danken freudig dir für alle deine Gaben, die wir, o Vater, jetzt von dir empfangen haben Gesundheit giebst du uns und Nahrung, die erfreut; hier einen frohen Muth, dort deine Seligkeit. 4. Als Vater wirst du 2. Laß nie gefühllos uns, ferner an uns denken, und wie gut du bist, vergessen, bis zum Grab hin Unterlaß uns stets deine Huld halt uns schenken. und ihren Werthermessen. 2. Gesättigt hat er uns nach Vaterweise; gegeben reichlich jedem seine Speiſe. 3. Für diese Wohlthat, die du uns erwiesen, wirst du mit Innigkeit, o Gott, gepriesen. 5. Verleih nur, daß Mach uns gehorsam dir; wir dich recht kennen lermach im Beruf uns treu; nen, und uns von dem, daß unser Wandel, Herr, was dir mißfällt, entferdir wohlgefällig sei. nen. 3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so be6. Ja, laß uns stets nach Jesu Lehren handeln Nn 5 und 570 Bei besondern Zeiten und Umständen. und fromm und gutgefinnt, die Sünde meiden, das als Christen wandeln. 7. Dann sind wir wür dig jener höhern Frenden, 4. Du unser Vater walwenn wir von hier nach te, dein Nam uns heilig deinem Willen scheiden; sei; dein Wort bei uns 8. Wenn wir vollkomm- erhalte, dein Wille mach ner deinen großen Namen, uns neu. Gieb Brot, die im Reich der Unschuld Schuld verzeihe, zumkamewig preisen. Amen. pfe Kraft verleihe, hilf uns aus aller Noth. 666. Herr Herr Gott, nun sei gepreiset ze. err Gott, zu deinem Gute thun, im Leiden auf deine Hilfe schaun. 667. Herr Gott, nun sei gepreiset 2c. Preise bringt unser Dich bitten deine Kinder, o Vater, unser Gott! mach unser Sorgen minder, gieb uns das täglich Brot. Erhalt uns unHerz dir Dank! Du stärkest uns durch Speise, er quickest uns durch Tranf. Auf deine Milde merken, imGlauben uns zu stärken, ser Leben, das du uns haft ist, Vater, unsre Pflicht. gegeben, bis wir jens er2. Wenn beim Genuß ben dort. der Gaben wir fündlich deine Huld, o Gott, vergessen haben, vergieb uns diese Schuld. Wir wollen stets zufrieden mit dem, so laß uns willig geben was uns beschieden, und und so durch That und kindlich dankbar sein. 2. Laß deine milden Gaben, o Gott, gesegnet sein und wenn wir Mittel haben, auch Andre zu erfreun, Leben dir, Vater, dankbar sein. 3. Durch dein Wort nun auch nähre, o Vater, Herz und Sinn! Laß deines Sohnes Lehre uns lei ten fernerhin. Daß wir 3. Wollst deine Lieb erweisen, und allen schaffen Rath; all Hungerige speisen, mit Gütern machen fatt; Tischlieder. 571 satt; daß wir dich dank die bessern Güter geben, bar loben, und einst im Himmel oben des höhern Segens freun. in der frohen Ewigkeit. 668. 5. Ewig wohl wird uns geschehen, wenn wir unsern Jesum sehen in der schönen Himmels- Stadt. Denn wir werden statt Eigne Melodie. Nasset uns den Herrenpreisen, lasset uns ihm Dank der Leiden dort genießen erweisen, weil er uns er- solche Freuden, derer wir schaffen hat; weil er uns nicht werden satt. noch täglich nähret, reichlich alles Guts bescheeret, und auch jetzt gemachet fatt. 6. Dieses laßt uns nicht vergessen, wenn wir sitzen bei dem Essen und vomt Tische stehen auf. Als2. Aller Augen auf ihn dann wird des Höchsten sehen, und bei ihm zu Segen bei uns bleiben Tische gehen alle Thiere stets zugegen, bis sich weit und breit; auch die schließt der Lebens- Lauf. jung verlassuen Naben an ihm einen Vater haben, die er speist zu rechter Zeit. Abendlieder. 669. Herr, 3. Rühmet seinen gro- Nun ruhen alle Wälder ze. ßen Namen, der uns Ernte err, der du mir das Legiebt und Samen, un- ben bis diesen Tag geverrücket jedes Jahr; der geben, dich bet ich kinddie Felder fruchtbar ma- lich an. Ich bin viel zu chet, und darüber sorgt geringe der Treue, die und wachet, daß sie blei- ich singe, und die du heut ben ohn Gefahr. an mir gethan. 4. Lasset uns kein Bitten sparen, daß uns wolle Gott bewahren, vor betrübter Hungers- Zeit, bis er uns in jenem Leben wird 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem 572 Bei besondern Zeiten und Umständen. nem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 2. Mir sind des Tages Stunden nicht freudenleer 3. Gott, welche Ruh verschwunden. Mit lieber der Seelen, nach deines Vaterhand hast du mich, Worts Befehlen einher Herr, geleitet, die Freuden im Leben gehn; auf deine mir bereitet, die ich an Güte hoffen, im Geist den diesem Tage fand. Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn. 3. Drum preis ich deine Güte mit dankendem Gemüthe und herzlichem Ge4. Ich weiß, an wen sang. Was du mir hast ich glaube, und nahe mich gegeben mein ganzes im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und verzeihe dem Sterblichen, in dem Himmel ist mein verleihe zur Beffrung Theil. Kraft und Muth! Auch 5. Bedeckt mit deinem ich will Schuld erlassen, Segen eil ich der Ruh will Feinden, die mich entgegen; dein Name sei hassen, verzeihen christlichgepreist! Mein Leben und fromm und gut. künftges Leben sei dir geweihter frommer Dank. 4. Hab ich gefehlt: mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. 670. 5. Gieb jetzt zu neuen Kräften in nützlichen Geschäften des Schlafes Wohlthat mir. Mein Vater, ich empfehle mein Leben, Leib und Seele, und alle meine Lieben dir. Eigne Melodie. Die Ruhe senkt sich wieder auf unsre Erde nieder, in stiller dunkler 6. Erquickung allen, deNacht. Mit ungezählten nen das Schicksal heiße Leiden und ungezählten Thränen zu ihrem Loose Freuden ist abermals ein gab! Gott lindre jeden Tag vollbracht. Kummer, und gieße sanften Abendlieder. 573 ten Schlummer auf jeden Leidenden herab. 5. Vielleicht ist dieß die letzte Nacht in meiner 7. So schlaf ich denn Pilgerzeit; dann führe in Frieden. Wie labend mich durch deine Macht dem Müden die Ruh zum Licht der Ewigkeit. in stiller Nacht! Sei- 6. Ich lebe dir, ich einst der Feierabend des sterbe dir; ja, dein bin Lebens mir so labend, ich auch todt. Du, mein wenn alle Arbeit ist voll- Erretter, bist bei mir, und bracht. hilfft aus aller Noth. 671. Nun sich der Tag geendet je. o fließen unsre Tage hin! Auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Nur du, Herr, bleibest, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 2. Des Lebens Müh und Elend zu versüßen, giebt uns der Herr viel 3. Ich eil im Glauben Freuden zu genießen. Und zu dir hin, und weiß, welche Güter schenkt er wie sicher ich im Schat- unsern Seelen! Wer kann ten deiner Flügel bin: sie zählen? du wachest über mich. 3. Noch immer läßt er 4. Flieht, finstre Sor- uns Erbarmung finden. gen, weit von mir! Nur Er handelt nicht mit uns du mein Gott allein sei nach unsern Sünden. mein Gedanke. Weihe dir Wir häufen Schuld auf mein Herz zum Tempel Schuld; er läßt uns leein. ben, und will vergeben. 4. Wie 672. serzliebster Sefu, was haft 2 a. Entflohen sind auch dieses Tages Stunden, an dem wir noch des Lebens Glück empfunden! Mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben! 574 Bei besondern Zeiten und Umständen. 4. Wie unwerth sind nen sich nach ihrer Ruh. wir, Vater, deiner Trene! Aber du versäume nicht, Prüf unser Herz! Es fleht meine Seele, deine Pflicht, zu dir voll Rcue. Ach, dich zu Gott noch zu er laß es uns von dir im heben, seinem Schutz dich Glauben stillen, um Chri- zu ergeben. sti willen. 2. Prüfe dich vor ihm, 5. Uns wohlthun ist o Seele! Nütztest du auch dein göttliches Vergnü- deine Zeit? Wärst du, gen! Dein Aufsehn schützt wenn er dirs beföhle, vors uns, wenn wir hilflos Gericht zu gehn bereit? liegen, und, wie entseelt, Ach, erwäg es! Eins ist umhüllt von Finsternissen noth! Denk an Gott und von uns nichts wissen. an den Tod. Eile, dich 6. War dieß für uns ihm zu ergeben; nur bei der letzte Tag auf Erden, ihm ist Heil und Leben. soll unser Schlaf ein 3. Herr, ich muß es Todesschlummer werden: dir gestehen, oft vergaß dann weckst du uns, die ich meine Pflicht. Ach, du wir uns dir ergeben, zum hasts, du hasts gesehen; ewgen Leben. Gott, mein Gott, ver7. So legen wir ge- wirf mich nicht! Mein trost zur Ruh uns nieder. Vertrauen gründet sich Sehn wir erfreut die nur auf deinen Sohn und Morgensonne wieder, so dich, der du auch die Sünpreisen wir mit heiterem der liebest, lieber wohlGemüthe, Herr, deine thust als betrübeſt. Güte. 4. Leb ich morgen, o so leite meinen Gang auf deiner Bahn; nimm dich 673. Werde munter, mein Gemüthe ze. Nacht und Stille führen dann, daß ich nicht gleite, wieder uns den milden mächtig meiner Schwach Schlaf herzu; die von Ar- heit an. Gieb auf meibeit matten Glieder seh ner Pilgrimschaft deinen Schutz 575 Fröhlich geb ich dann am Ende meinen Geist in deine Hände. Schutz und deine Kraft. Himmels Höhe blick ich empor, und flehe; denn meine Hilfe kommt vom Herrn. 674. Die Ruhe senkt sich wieder ze. Auch Nacht und Schlaf beweisen die Güte Got tes, preisen den Gott voll 5. Wer bin ich? Staub und Sünder! Doch, Vater deiner Kinder, auch mich begnadigst du. Wenn stillgeweinte Zähren dir meine Neu erklären, so Huld und Macht. Wie rufest du mir Gnade zu! manche Leiden mindert, wie manche Schmerzen lindert ein sanfter Schlaf in stiller Nacht! 6. Mein Herz vergesse nimmer der Vaterhuld, die immer mich trägt, mich nie vergißt; und meine Seele preise den Höchsten, der so weise, so gütig, als allmächtig ist. 2. Zu unserm Besten wendet Gottes alles. Liebreich sendet er auch die Nacht uns zu, hüllt uns in stille Schatten, erquifket dann die Matten im Abendlieder. 675. Nun sich der Tag geendet hat ze. sichern Schlummer durch Mer unter deinem Schirdie Ruh. me ruht, o Gott, von dir bewacht, der tretzt mit unerschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Aus öder, stiller Finsterniß sing ich dir, Herr, ein Lied, mein Herz frohlockt und ist gewiß, daß 3. In unermeßner Ferne erzählen tausend Sterne die Größe seiner Macht. Ich falle vor ihm nieder und singe meine Lieder dem, der sie schuf und mich bewacht! 4. Er, der den Mond mich dein Auge sieht. bereitet, die Sterne zählt 3. Der Tag ist schnell und leitet, ist auch von dahin geeilt, und deine mir nicht fern. Zu seines Vaterhand hat mir viel Gutes 576 Bei besondern Zeiten und Umständen. Gutes zugetheilt, viel ihr Schlaf und Ruh; sie Böses abgewandt. schenkt uns neue Kräfte, 4. Auch in der Noth, beschließzt des Tags Geund wenn ich litt, nahmst schäfte und drückt die müdu dich meiner an; und so den Augen zu. ist mun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 2. Noch wach ich und erzähle mit tiefgerührter 5. Gott, wie ist deiner Seele, was Gott an mir Huld so viel! Du machst gethan. Mit dankendem die Prüfung leicht. Die Gemüthe lobsing ich seiner Tage fliehn; bald ist mein Güte; er hört mein from Ziel der Pilgrimschaft er- mes Loblied an. reicht. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, dieRuhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, meinSchutz und treuer Hüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster werden, und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit. Doch auch in 8. Mit Finsterniß um- dunkler Stille wohnt er ringt, schließ ich die Au- mit seiner Fülle und zeigt gen betend zu; doch du, mein Vater, bist um mich, und segneft meine Ruh. mir seine Herrlichkeit. 6. Doch dir befehl ich meine Zeit; so lang es dir gefällt, o Vater der Barmherzigkeit, leb ich auf die ser Welt. 7. Ich trau auf dich und zittre nicht, kein Unfall wird sich nahn; denn du bist meine Zuversicht, von meiner Jugend an. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät herauf. Sie leuchten ihm zur Ehre, hoch über Erd Nun sinkt die Sonne nie- und Meere, und seine Hand der, die stille Nacht lenkt ihren Lauf. 676. Nun ruhen alle Wälder zc. kommt wieder, und mit 6. Voll Abendlieder. 577 6. Voll Majestät und durchlebet habe! VollenStärke stehn lauter Wun- det ist nun wieder schon derwerke in seiner Schöp- ein neuer Schritt zum fung da. Wie kann ich Grabe. dieß vergelten? Du, Gott und Herr der Welten, warst auch mir Armen heute nah. 2. Herr, lehre mich die Flucht der Zeit mit stillem Ernst bedenken, wenn in des Lebens Eitelkeit mein Herz sich will versenken. 3. Damit ich jeden 7. Woher mein Glück, mein Leben? Gott ists, der mirs gegeben; Gott ists, Abend mich in Zukunft der für mich wacht. Wn- frömmer finde; entkräfte her auf meinen Wegen so selbst, das bitt ich dich, in mancher reiche Segen? mir die Macht der Sünde. Gott ists, der alles wohlgemacht. 4. Mit Glauben, der dich thätig preist, schmück, Höchster, meine Seele; und warne mich durch deinen Geist, so oft ich strauchelnd fehle. 5. Dir dank ich, Vater, für die Huld, die du mir heut erwieſen. Du trägst mich Sünder mit Geduld: sei hoch von mir gepriesen! 8. Gott, groß von Macht und Treue, jetzt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die müden Glieder in deinem Namen nieder, so wachest du. Ich sorge nicht. 9. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben, so will ich deß mich freun. Soll er mein Le- 6. Sieh ferner mich in ben enden, so wirst du Gnaden an; vergieb mir mich vollenden, mein Gott meine Sünden, und laß auch noch im Tode sein. mich auf der Tugendbahn 677. Als Jesus Christus in der 2c. Wie ie schnell ist mir der der Seele Frieden finden. 7. Wenn meine matten Glieder nun vom Tug entflohn, den ich Schlaf gefesselt liegen; so laß 578 Bei besondern Zeiten und Umständen. laß mich sanft und sicher Seligkeiten immer mehr ruhu, bis Nacht und mich zu bereiten. Schlaf verfliegen. 4. Doch, da ich voll Dank erzähle, wie so groß dein Wohlthun war, stellen sich auch meiner Seele Auf, o Seele, sei noch die begangnen Fehler dar. munter! Gottes Lob Ach, verzeih mir meine ist deine Pflicht. Seine Schuld, daß in deiner Sonne geht zwar unter, Vaterhuld ich ein ruhiges aber seine Güte nicht. Heut Gewissen immer möge hier auch hat sie mich ernährt, genießen. manche Freude mir ge5. Gieb auch bis zum währt, vor Gefahren mich frohen Morgen meinem beschützet, meine Schwach heit unterstützet. Leibe sanfte Ruh. Durch dich schlaf ich ohne Sor2. Angebetet, hochge- gen; wenn ich schlafe, wapriesen seist du, Herr, chest du. Seel und Leib mein Gott, von mir! Was befehl ich dir. Walt alldu Gutes mir erwiesen, gütig über mir, bis ich danket meine Seele dir. durch ein selig Ende meine War ichs, Vater, gleich Tage hier vollende. nicht werth, hast du doch mein Flehn erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir in Jesu Namen brachte. 678. Werde munter mein 2c. 679. Freu dich sehr, o meine ic. 3. Ruhe, Munterkeit Herr, es ist von meinem und Kräfte, Trieb, die Leben wiederum ein Arbeit nicht zu fliehn, Fort- Tag dahin. Könnt ich gang im Berufsgeschäfte mir doch Zeugniß geben, hast du mir auch heut ver- daß ich ihn nach deinem liehn. Und wie viel Ge- Sinn recht und nützlich legenheit gab mir deine zugebracht, und zur Freude Gütigkeit, zu des Himmels mirs gemacht, die mir an be Abendlieder. 579 befohlnen Pflichten treu Preis erwachen, ewig dir und emsig auszurichten! gewidmet sein, daß ich 2. Aber kann ich dir, mich in allen Sachen deidem Zeugen dessen, was ner Hilfe kann erfreun. ch denk und thu, meine Doch bestimmt dein Rath, Fehler wohl verschweigen? o Gott, heute noch für O, sie alle sahest du! Ja, mich den Tod, nun, so wie oft verging ich mich nimm an meinem Ende nicht auch heute wider dich! Leib und Seel in deine Wer kann merken, wer Hände. kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 680. 3. Hab, o Vater aller Lob sei dem allmächtigen 2c. Gnaden, habe noch mit Fin sanftes Lager wartet mir Geduld! Heile mei- mein. Wie viele meiner Seele Schaden, tilge ner Brüder freun, wenn meiner Sünden Schuld. du entfliehst, des Tages Deine unbegrenzte Treu Licht, sich dieser Wohlthat werd auch diesen Abend heute nicht. neu, daß ich künftig deinen Willen besser mög als heut erfüllen. 2. Auf hartem Boden hingestreckt, bei Frost und Kälte unbedeckt, fleht man4. Heilige du mein Ge- cherkranke jammervoll um müthe, daß mein Schlaf Tod, der ihn erlösen soll. nicht sündlich sei. Steh 3. Du, werth der glückmit deiner großen Güte lichste zu sein, mein Mittauch in dieser Nacht mir ler, ach, es war nichtdein bei. Nimm dich meines der Ort, wo du nach Müh Hauses an, wehre dem, und Last zur Ruh das was schaden kann, daß ich Haupt geleget haſt. morgen mit den Meinen keinen Unfall darf beweinen. 4. Wer bin ich? Wie vergelt ich dir, mein Va ter, was du thust an mir! Ich bin so schwach! Doch Do 2 höre 5. Laß mich dir zum 580 Bei besondern Zeiten und Umständen. höre du den Dank für genützt mir heut entwich; meine sanfte Ruh. gelobe dir mit Herz und Munde, o Gott, mehr Treue gegen dich. Ja, jedes künftgen Tages Licht 681. Wer bin ich, welche wichtge 2c. Jesu, wenn zum Stär- sei Zeuge tren erfüllter kungsschlummer dein Pflicht. Haupt ermüdet niedersant, 682. In dich hab ich gehoffet 2. wie manches Erdenpilgers Kummer, der aus dem Kelch der Leiden trank, war Tür alle Güte sei gepreift, dann gestillt! Wie man- Gott, Vater, Sohn cher Schmerz geheilt durch und heilger Geist. Ihr dein erbarmend Herz! bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den LobFür 2. Wie waren deine treuen Hände zum Wohl- gesang, den ich dir kindthun immer ausgestreckt. lich singe. Wie hatte, wo sich Elend fände, des Menschenfreundes Blick entdeckt! Du lebteſt jeden Augenblick für Brüderwohl, für Menschenglück. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes hent an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; haft väterlich mein Haus und mich beschützet und ge nähret. 3. Und ich? Lebt ich vielleicht vergebens? Viel- 3. Herr, was ich bin, leicht kaum halb nur die- ist dein Geschenk, der Geist, sen Tag? Was helfen mit dem ich dein gedenk, Stunden eines Lebens, ein ruhiges Gemüthe, was von denen ich nichts ern- ich vermag bis diesen Tag, ten mag? Ach, hätt ich ist alles deine Güte. deiner oft gedacht, sie wären besser zugebracht! 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht mein 4. Ich blicke reuend Schutz und Schirm in dieauf die Stunde, die un ser Nacht; vergieb mir meine 581 meineSünden. Und kömmt graun; du wirst mein Helmein Tod, mein Herr und Gott, so laß mich Gnade finden. Abendlieder. Abendlied für Leidende. 683. Nun sich der Tag geendet hat zc. Auch diesen Tag hab ich vollbracht mit aller seiner Noth! Nur deiner Abendlied am Sonntage. 684. Nun sich der Tag geendet hat ic. Vaterlieb und Macht ver- Nun bricht die Zeit der dank ich es, o Gott! 2. Wärst du nicht meines Lebenskraft, mein Retter und mein Heil, so würd in meiner Pilgerschaft kein Trost mir je zu Theil. Ruh herein, Herr, sie ist dein Geschenk! drum soll auch sie dir heilig sein, daß ich an dich gedenk. fer sein. 7. Und sollt, o Vater, diese Nacht des Leidens letzte sein, wohl mir! Dann ist mein Lauf vollbracht, vollbracht des Lebens Pein. 2. O Gott! durch den die Welt besteht, den niemand sehen kann, du siehst auf mich, du hörst Gebet; hör es auch jetzo an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, war 4. Doch welchen Trost insbesondre dein: Drum fühlt nun mein Herz! Du hat er auch bis in die Nacht bist, du bleibst mein Gott. mir sollen heilig sein. Dein Wort versüßt mir 4.Vielleicht ist dieses nicht jeden Schmerz, und lin- geschehn, denn schwach ist dert jede Noth. Fleisch und Blut, und reizt zu Fehlern und Vergehn, wenn gleich der Wille gut. 5. Vergieb mir, VaDo 3 ter, 3. Ach, ohne dich, Allgütiger, verging ich in der Noth! Von Freudigfeit und Hoffnung leer wär ohne dich mein Tod! 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun; auch schlafend bin ich dein. Vor keinem Unfall soll mir 582 Bei besondern Zeiten und Umständen. Schluß der Woche. ter, meine Schuld, und stärk im Guten mich. Durch Jesum trau ich, Gott voll Huld, mit Zuversicht auf dich. 685. O Jesu Christ meins Lebens zc. 6. Schreib alles, was Unwiederbringlich schnell man heut gelehrt, in unsre entfliehn die Tage, die Herzen ein, und lasse die, uns Gott geliehn. Die ſo es gehört, dir auch Woche kommt, und eilt gehorsam sein.. davon. Vergangen ist auch diese schon. 7. Erhalt uns fernerhin de Wort, und thu uns. 2. Dank sei dir, ewig immer wohl; damit man treuer Gott, für deinen stets an diesem Ort Gott Beistand in der Noth; diene, wie man ſoll. für tausend Proben deiner 8. Indessen such ich Treu; denn deine Huld meine Ruh, o Vater, war täglich neu. steh mix bei, und gieb mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 3. Wenn unser Herz von Schuld befreit, sich mancher guten That er freut: weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 9. Gieb allen eine gute Nacht, die christlich heut gelebt, und beffre den, der unbedacht der Gnade widerstrebt. 4. Oft fehlten wir, und 10. Wofern es dir, merktens nicht. Verzeih mein Gott, gefällt, so hilf uns die verletzte Pflicht. mir morgen auf. Dein sei Du siehst, Erbarmer, unsre ich ferner in der Welt, dein Reu; um Christi willen sei mein ganzer Lauf. sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zugezählt; die letzte 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein: da wird in deiner Herrlichkeit mein Leben ewig sein. Segenswunsch bei feierlichen Handlungen. 583 letzte weislich uns ver- lübde nach, das ihr dem hehlt. Herrn gethan. 6. Herr unsers Lebens, 3. Ihm heiligt nun Bemache du uns selber recht ruf und Stand, ihm heigeschickt dazu; daß nicht, ligt euer Herz und folgt indem wir sicher sind, der der Leitung seiner Hand Tod uns unbereitet find. durch Freuden und durch 7. 3st einst die Zahl Schmerz. der Stunden voll, die unser Loos entscheiden soll, 3. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach seinem so führ uns aus der Willen schließt, und ihn Prüfungszeit zu deiner in seiner Herrlichkeit einst frohen Ewigkeit. schauet, wie er ist. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; da wechſeln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du ewBei Tranungen. 687. Wie schön leuchtet der zc. ges Licht, Herr, unfer Von dir, du Gott der Gott, verlaß uns nicht! Einigkeit, ward einst Nun sich der Tag geendet ic. der Ehebund geweiht, o weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht bereit stehn, dir den Schwur der Pflicht und Auf euch wird Gottes Se- Eintracht abzulegen. Laß gen ruhn; er hat ihn sie, Vater, dir ergeben, euch gewährt! Geht hin, einig leben, tren sich lieund macht durch frommes ben, tren die Pflicht der Thun euch dieses Segens Christen üben. werth. Segenswunsch bei feierlichen Handlungen. 686. 2. Du, Gott, du knüpf2. Der Herr erfüllt, test selbst das Band. Laß was er versprach: sein sie durch Eintracht Hand Heil sollt ihr empfahn; in Hand ihr Erdenglück kommt ihr nur dem Ge- vermehren. Laß ihre Liebe Do 4 lanter 584 Bei besondern Zeiten und Umständen. lauter sein, Untreue nie gefinnt, vor allem gottesden Bund entweihn, den fürchtig sind. sie dir heute schwören: 3. Laß sie einander inImmer laß sie dir erge nig sich stets lieben, doch ben, einig leben, einig nie mehr, als dich, von handeln, fromm und hei- Untreu fern, im Herzen lig vor dir wandeln. 3. O segne sie, der gern und Thaten ſein. rein, auch keusch in Wort beglückt und Segen uns von oben schickt, auf allen 4. Zusammen laß sie ihren Wegen! Laß ihr Ge- dir vertraun, zusammen schlecht sich deiner freun; ihre Seel erbaun, zusamgieb selbst zu ihrem Fleiß men deine Hilf erflehn, Gedeihn, und ihr Beruf zusammen auch dein Lob sei Segen. Laß fie, Va- erhöhn. ter, dir ergeben, glücklich leben, freudig sterben, und einst sein des Himmels Erben. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, daß laß sie thun mit Heiterkeit; und so geling ihr edler Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis. 688. Wo Gott zum Haus nicht giebt zc. 6. Wenn Kreuz nach Gott, Schöpfer, Stif- deinem Rath sie drückt, ter heilger Eh, schau laß sie darin nicht unerauf dieß Paar aus deiner quickt; gieb heitre Tage Höh, das vor dir steht, nach dem Leid, und segn den festen Bund hier vor es für die Ewigkeit. dir schließt mit Herz und Mund. 7. Und trennet einſt der Tod ihr Band, so seis ihr 2. Mit Gnade schau Trost, daß deine Hand, auf sie herab, daß sie zu- die, welche sich hier treu sammen bis ins Grab ver- geliebt, einander ewig wieträglich, freundlich, gleich- dergiebt. Ein 585 4. 689. Sie wollen treu der Pflicht, Will frei von Menschenfurcht, nicht Kampf, nicht Mühe scheuen, für Wahrheit und für Recht; doch liebevoll Was soll ich liebstes Kind 2c.*) verzeihen dem, der aus ihn Gott, segne, segne( e ( der heute am Altare( ver. Frrthum fehlt; verbreiten ( die heute am Altare Ever Geistes- Licht durch sanften Unterricht. fregeln das Gelübd: Sich fiegelt Einweihung zum Predigt Amte. Einweihung zum PredigtAmte. standhaft bis zur Bahre der Wahrheit heilgem Dienst zu weihn; fromm und rein soll Lehr nud Wandel sein. loben!( af den Gedanken jetzt Daß C 5. Erleuchte, heilge( ( Dir wollen fic es schwören! Vor dir er daß mög er, 2. O( Me Heilig- selbst mit edlem Muth auch ster den Blick zu dir auf der Tugend Bahn zu erhoben, von deinem Geist wandeln himmelan. beseelt- aufrichtig es gewollen zu lehren;( will prüfen, forschen, um dem Irrthum zu entgehn, und hellres Licht zu ſehn; Gott, Allwissender! nicht andre blos zu lehren, nein 6. Gott! segne, segne( ( sie nahn sich dem Altare! Er naht ( ihr ganzes Herz durchglüht: ihm Geist und Herz durchglühn: zu schwören dir den Eid; Du hörst, du richtest( Sich, standhaft bis zur 3. Allgegenwärtiger! Bahre, der Wahrheit heiles schwören: gem Dienst zu weihn! fromm und rein soll Lehr Der Wahrheit sich zu und Wandel sein! weihn, dein Wort getreu Dir wollen sie Bor dir will er Einführung eines Lehrers. 690. Dieß ist die Nacht, da mir ic. *) Die über den Zeilen hervorragenden Mörter werden( wie dies Fieb ihm, o Bater, Glück und Kräfte zu seinem zu iſt) dann gefungen, wenn mehrere zugleich ordinirt werden. Do 5 fe 586 Bei besondern Zeiten und Umständen. segensreichen Stand, ihm Vertrauens festes Band; den zum heiligsten Beschäf ihm reiche mit aufrichtgem te du uns voll Gnade zuge- Triebe ein jeder seine Brusandt. Hilf du ihm selbst; derhand. Wer Gott und so wird allein sein Amt sein Wort liebt und ehrt, an uns gesegnet sein! der hält auch seine Lehrer werth. 2. Laß auf sein Pflanzen und Begießen des Gei- 6. Gott, wir trauen stes Kraft von oben her deiner Liebe, die uns biszum steten Segen auf uns hermit Rath undThat, aus fließen, und deines Wor- göttlichem Erbarmungstes Kraft vermehr, daß triebe zur Seligkeit geleitet es für jenen Erntetag hat, du wirst auch ferner Frucht hundertfältig brin- mit uns sein; wir alle, gen mag. Heiland, sind ja dein. 3. Gieb, daß von dieser ganzen Heerde, die du ihm jetzt hast anvertraut, kein einziger verloren werde, und daß sein Wandel uns erbaut; daß uns sein Vortrag überzeugt, und auch die größten Sünder beugt. 7. Laß auch dereinst ihn unsern Lehrer, o Herr, zu deiner Rechten stehn, und laß uns alle, seine Hörer, mit ihm zu deinem Himmel gehn. Dann freut sich ewig unser Geist des Wegs, den er uns gehen heißt. 691. Wie sollt ich dich, mein Gott 2c. 4. Laß ihn mit deines Geiſtes Waffen der Wahr- Dank, Vater dir, der heit Feinden widerstehn. uns hienieden so manUnd muß er Laster hart chen treuen Lehrer schenkt, bestrafen, laß ihn auf der Geist und Herz zum Menschengunst nicht fehn. Heil und Frieden, zur Gieb, wenn er tröstet, Wahrheit und zur Tugend Kraft und Licht, und fel- lenkt! Ach heute, Vater, senfeste Zuversicht. führest du uns einen 5. Knüpf zwischen ihm Freund und Lehrer zu. und uns der Liebe und des 2. Laß Schulgesänge. 587 2. Laß dir auf allen sei- und Herz, Gefühl und nen Wegen, den du uns Sinn, von edlen Tugendgabst, empfohlen sein. Be thaten. Olaß uns doch glücke, was er thut, mit recht thätig sein, laß diese Segen, zu seiner Aussaat Schule, Herr, gedeihn zum gieb Gedeihn! Für unser großen Menschensegen. Wohl schlag ihm das 3.Beglücke unsreObrigHerz; Schmerz, den er feit für ihre Vatertreue. fühlt, sei unser Schmerz. Gieb, daß durch Fleiß 3. Einst laß uns dank- und Sittsamkeit ein jeder voll ihm begegnen, ihm, sich erfrene, der Mitglied der der Tugend Pfad uns dieser Schule ist, und der wies, ihn mit entzückter hier Unterricht genießt, den Rührung segnen, daß er treue Lehre geben. den Pfad uns gehen ließ. Einst find er in des Höchsten Hand uns alle, wie er hier uns fand. 4. Auch diesen gieb, o Vater, gieb den Lohn für ihr Bemühen; gieb ihnen immer Lust und Trieb die Jugend zu erziehen. O! dann wird dieser Bildungsort viel Segen bringen hier und dort, und Jesu Reich vermehren. Schulgesänge. 692. Es ist das Heil uns kommen 2c. Dir, Menschenvater, dir fei Dank, du gabſt uns unser Leben; dir tönt von Herzen Preisgesang, noch mehr haft du gegeben; 693. Nun freut euch lieben c. bitten um was vielen fehlt, gebricht Herr, unser Gott, wir uns nicht, Erziehung, Bildung, Unterricht. Dein Werk ist diese Schule. 2. Schnell fließet unsre Jugend hin, einst ernten heit und um Tugend. Regiere du uns väterlich in unsrer frühen Jugend. Laß deinen Segen auf uns wir die Saaten von Geist ruhn, nur das zu lieben und 588 Bei besondern Zeiten und Umständen. und zu thun, was du uns méines Lebens höchstes hast befohlen. Glück. 2. Gieb, daß sich unsre Lehrer freun, uns tugend695. haft zu sehen. Laß ihren Ermuntre dich, mein schwacher x. Unterricht gedeihn zu un- ch trete vor dein Angeserm Wohlergehen. Osicht, du Schöpfer meiVater, segne ihr Bemühn, ner Jugend. Verwirf mein uns christlich weise zu findlich Flchen nicht um erziehn; belohne ihre Weisheit und um Tugend. Mühe! 694. Der du den Säugling beten lehrst, und gern sein stammelnd Flehen hörst, hör auch mit Wohlgefallen mein betend Lied erschallen. Alle Menschen müssen sterben 2c. indheit, Frühling mei nes Lebens, dich will ich dem Fleiße weihn. Mein 2. Der Tugend heilige Erziehn sei nicht verge mich ganz, mein Schöbens; denn wie würde dieß pfer und Erhalter. Sie michreun! Frühverschönre werde meiner Jugend mich die Tugend, und in Glanz, und einst mein meiner zarten Jugend wer- Trost im Alter. Erhalte de täglich der Verstand mein Gewissen rein. Laß mit dem Guten mehr be- keinen meiner Tage sein, kannt. der nicht zu deiner Ehre 2. Ich will auch bei geschmückt mit Tugend Spiel und Freuden sitt sam und verständig sein, wäre. 3. Ach, lehre mich den dankbar, höflich und be- Werth der Zeit, daß ich scheiden, jeden, der mich sie nie verschwende, daß sieht, erfreun; fromm vor ich mit fluger Thätigkeit Gottes Augen wandeln, auf Weisheit sie verwenedel denken, edel handeln, de! Gott, meiner Jugend dieß sei jeden Augenblick. Fleiß und Müh laß nicht uni Schulgesänge. 589 umsonst sein, segne fic. ich soll; so lern ich gut, Laß auch durch mich auf so ist mir wohl! Erden dein Werk gefördert werden. 697. 5. Erhöre gnädig mein Gebet, du Schöpfer meiEigne Melodie. ner Jugend. Erhör es, Alles Gute kommt von Gott. Segne du die meine Seele fleht un Lehren, die wir, o du gu Weisheit und um Tugend. ter Gott, in der Schule Mein ganzes Leben dank ich dir. Weich nur, Er- hören. 2. Laß uns fromm, gebarmer, nicht von mir, horsam sein, unsern Lehrer damit ich meine Wege ehren. So wird sich der unsträflich gehen möge. Lehrer freun, Gutes uns zu lehren. 696. Lob sei dem allmächtigen Gott 2c. Gott, der du alle Welt erfrenst und jede Wohlthat mir verleihst, laß nie 698. Christus der ist mein Leben 2c. Vater guter Gaben, Lob, mich träg und sorglos sei dir! Denn was wir ruhn, laß mich mein Werk Gutes haben, das haben mit Freuden thun. wir von dir. 2. Zu dir hoff ich mit 2. Auch jetzt gabst du Zuversicht, du werdest mei uns wieder zur Arbeit nem Fleiße nicht dein Munterfeit. Dir tönen segnendes Gedeihn" ent- unsre Lieder aus froher ziehn, vergebens ist sonst Dankbarkeit. mein Bemühn. 3. Laß unser ganzes 3. Gieb, daß ich mei- Leben dir, Vater, heilig ner Pflicht getreu, aus al. sein. Du wirst uns Kräfte len Kräften fleißig sei: geben, dir unser Herz zu Hilf, daß ich lerne, wie weihn. 699. 590 Bei besondern Zeiten und Umständen. 699. Liebster Jesu, wir sind hier zc. rer oft erfreuen, will lernen stets mit neuer Lust, o beschließen wir auch nie Fleiß und Mühe heut, Vater, dankbar scheuen. S unsre Stunden; wie viel Trost und Seligkeit haben 701. wir auch heut empfunden! Lob sei dem allmächtigen 2c. Hilf, daß wir nach deinem Mit Freuden, Bater, Willen unsre Pflichten stets erfüllen. alles was ich lernte hier, für 2. Ja, so lange wir jeden guten Unterricht, hier sind, wollen wir als für die Erkenntniß meiner Christen wandeln, täglich Pflicht. fromm und gut gesinnt, nur nach Jesu Lehre han deln; dann nimmst du uns, wenn wir scheiden, auf zu deinen höhern Freuden. 2. Laß meine Pflicht mich nicht allein auf bloßes Wissen schränken ein. Es werde das, was ich erkannt, nun auch aufs Leben angewandt. 700. 3. Das ganze Leven dir zu weihn, und christlich tugendhaft zu sein, Ich dank dir schon durch w. Gern, Bater, hörest du zu dieser edlen Menſchenes an, wenn Kinder pflicht erweckt mich hier Dank dir bringen, drum der Unterricht. will ich auch, so gut ich kann, dir jetzt ein Loblied fingen. 702. Nun danket alle Gott zc. 2. Ich danke, guter Gott, der immerdar Vater, dir, für alle gute für Zeit und EwigkeiLehren, die du in dieser ten mit Weisheit wirksam Schule hier mich heute war, wir danken dir ließest hören. mit Freuden, daß du uns jetztgelehrt, einst Menschen nüßz3. Ich will, stets meiner Pflicht bewußt, die Leh Schulgesänge. 591 nützlich sein! Präg uns, von uns die Zeit der Saat was wir gehört, tief in die Jugendzeit beren. die Seele ein! 2. Durch weise Thätigkeit auch dir, Gott, ähnlich werden; wie viel Zufriedenheit muß das nicht schon auf Erden und welches Vorgefühl von Himmels Wonne sein, wenn einst der Ernten viel von unsrer Saat uns freun. Am Mühlhäusischen Brunnenfeste. 704. Lob Gott lobt alle Gott ic. Qobt Gott, lobt alle Goit! Dankt ihm, dem Ewigweisen, dem Ewiggütigen! Wer wollte Gott nicht preisen, den Gott, durch den wir sind und uns des Lebens freun! Laßt uns mit Freuden ihm den Dank des Herzens weihn. 2. Hoch strahlt in Flammenschrift am Himmel Gottes Ehre, die Sonne predigt sie, der Mond, die Sternenheere. Lant ſtimmt die Erde ein. Es preiset Wald und Flur, und was auf Erden lebt, den Schö703. Lobt Gott, ihr Christen allzugl. z. Nun un bringen wir froh unsern Dank in dieser Schule dir; daß unserFleiß bisher gelang, Gott, da für danken wir. 2. Wir konnten jetzt nach unsrer Pflicht froh geben Rechenschaft von dem genoffnen Unterricht. Du pfer der Natur. gabst uns dazu Kraft. 3. Auch hier, auch hier 3. Zur Tugend läßt du ist Gott! Errichtet seiner uns erziehn; drum soll in Thätigkeit uns Güte hier einen Dankfünftig altar! Mit dankendem jeder Tag entfliehn, der Gemüthe preist ihn, der Tugend nur geweiht. Schönheit hier mit reichem 4. Mit deinem väter- Segen hat zu unserm lichen Rath, Gott, steh Wohl vereint, zum Wohl uns ferner bei, das keins der Vaterstadt. 4. Mit 592 Bei besondern Zeiten und Umständen. 4. Mitbürger, Brüder! freun, laß unsre Freude dankt, dankt Gott an die dir geweiht und schuldlos ser Quelle, von Bäumen sein. schön umfränzt! Wie strömet sie so helle Erquickung, Labung aus! Sie strömt. so segensreich, dir, vaterAn Buß und Bettagen. 705. Aus der Tiefe ruf ich, Herr ze. ländsche Flur, Mühlhau- Guter Gott, wir bitten sens Bürger, euch. dich, ach, vergieb uns unser 5. Ja hier auch, Schö- väterlich, was wir, Herr, pfer, ist dein Tempel, hier nicht recht gethan! Siehe auch bringen wir Opfer unsre Thränen an. unsers Danks dir, Segnen2. Es erfüllet der, lobsingen dir, der so Herz nun der Neue banger liebevoll die vaterländsche Schmerz, das Gewissen Flur und uns gesegnet hat, hält Gericht über die verdir, Schöpfer der Natur. letzte Pflicht. 3. Ach der Unschuld Seligkeit, innere Zufrieden heit und des Herzens Ruhe flieht, wo der Sünden Luft entglüht. 6. Oblicke segnend, Gott, noch ferner auf uns nieder, und laß uns Hand in Hand, vereiniget wie Brüder, fürs allgemeine 4. Die durch Sünde sich Wohl voll edlen Eifers entweihn, können deiner sein, voll edler Thätig fich nicht freun; und keit und wohlthun und verlassen, Gott, von dir; Gott, wie trostlos wären erfreun. 7. Schütz unsre Obrig- wir! keit! Es wohne Fried im Lande! Bei Fleiß und Frömmigkeit gieb Heil in jedem Stande! Laf Kirch und Schule blühn! Und wenn wir, Gott, uns 6. Gott, vor dir entsa5. Gott, o Gott, verlaß uns nicht! Geh nicht mit uns ins Gericht! Habe noch mit uns Geduld, und vergieb uns unsre Schuld! gen An Buß- und Bettagen. 593 gen wir jeder Sünde; im Chor von Engeln an weihn uns dir! Gieb zum betend dich erhöhn. Kampf uns Muth und Kraft gegen jede Leidenschaft. 707. Herzlich lieb hab ich dich zc. 706. Gott, der du unser Bater bist, Gott, unser Heil in Jesu Christ, Gott, heilger Geist in Gnaden! Allgütiger! verwirf uns nicht; wir kommen vor Ach, Herr, mich armen Sünder x. Gott, blicke du mit Gnade und Huld auf uns herab! Laß uns des Lasters dein Angesicht, mit MisPfade vermeiden bis ans sethat beladen. Nimm Grab. Gieb selbst, o Gott, von uns unsrer Sünden uns Kräfte, gieb selbst uns Schuld, du, Gott der neuen Muth zum edelsten Langmuth und Geduld, Geschäfte: zu werden und hör auf unser heißes fromm und gut. Flehn, daß wir dein Heil, 2. Wir bitten mit Ver- Erbarmer, sehn: Herr, trauen auf deine Vater- unser Gott, verbirg uns huld, mit herzlichem Ver- nicht dein Angesicht, und trauen: vergieb uns unsre geh nicht mit uns ins Schuld! Gelobt sei es Gericht. aufs Neue, uns dir, o 2 Wir haben unsern Gott, zu weihn! Wir Bund entweiht, gebrochen schwören nere Trene: Dir, unsern theuren Eid, und Gott, getreu zu sein. deinen Weg verlassen: 3. Gott, dem wir uns doch sich, wir kehren volergeben, o, unser Vater, ler Ren zurück zu dir: o du! stärk uns zum bessern laß aufs Nen uns deine Leben und gieb uns See Rechte fassen! Laß sie uns lenruh; bis wir, einst frei leiten auf den Pfad, den von Mängeln, der Tu- dein Befehl geheiligt hat, gend Segen sehn und dann daß Irrthum und VersuPp dung 594 Bei besondern Zeiten und Umständen. chung nie uns auf die nen! Wahres Glück gieb Bahn des Lasters zieh. unsrer guten Obrigkeit und Herr, unser Gott, vor segne sie zu auer Zeit! aller Schuld, vor aller Herr, unser Gott, in deiner Schuld bewahr uns dei Hand ist unser Land: bene Vaterhuld. glück es, jegne jeden Stand. 3. Sich gnädig, Herr, 5. Vernimm der Leidenauf unser Land; ringsum den Gebet: Wer in Gebeschützt von deiner Hand fahr und Noth dir fleht, laß es der Ruh genießen! dem hilf aus seinen NöWend ab von uns durch then. Sieb Kranken Lindeine Hut Berheerungen derung und Ruh: die durch Feur und Fluth, Sterbenden erlöse du, er des Krieges Blutvergießen. hör ihr letztes Beten! Sei Sei unser Vater, wern aller Unterdrückten Heil, die Noth des Mangels der Wittwen und der und der Seuchen droht, Waisen Theil! Vereitle und laß uns ihren Raub der Verfolger Rath und nicht sein. Laß Sicherheit lehre sie den rechten Pfad! das Land erfreun. Herr, Herr, unser Gott, durch unser Gott, das Land ist alles Leid der Pilgerzeit dein: o laß Gedeihn und führ uns zu deiner Herr Sicherheit das Land er lichkeit. toto( 2) freun. 6. Du thuji weit mehr, 4. Die uns regieren, als wir verstehn, kannſt lenke du, daß sie durch mehr gewähren, als wir Weisheit, Fried und Ruh flehn; lcß uns Erhörung des Landes Wohlstand finden! O, neig auf unheben. Gieb unserm Kö- jer Flehn dein Ohr, heb nig Glück und Heil, dein unser Herz zu dir empor, bester Segen sei sein Theil und mach uns rein von in seinem ganzen Leben. Sünden. Laß uns nur Es ruhe, Gott, dein Va- ganz dein eigen sein, im terblick auch auf den Sei- Leben und im Tode dein! Wir An Buß- und Bettagen. 595 Wir sind durch deinen erleucht uns, und sei uns Sohn erlöst. O du, der gnädig. Sünder nicht verstößt, 6. So wahr ich lebe, Herr, unser Gott, erbar- spricht Gott der Herr: Ich me dich! erbarme dich! will nicht den Tod des vergieb uns, leit uns vä- Sünders, sondern daß er terlich! sich bekehre und lebe. 708. Nimm von uns Herr 2c. imm von uns, unſer Gott, all unsre Sünd und Miſsethat, auf das wir rechtem und reinem Herzen in deinem Dienst erfunden werden. 2. Erbarme dich, erbarme dich, erbarme dich deines Volks, o Christ, das du erlösest hast! Auch uns bist du zum Heil gestorben. Gemeine Noth. 709. Auf meinen lieben Gott x Es züchtigt deine Hand o Höchster, jetzt das Land. Zu deinem Va= terherzen erhebt in bittern Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör es mit Erbarmen. 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit 3. Erhöre, erhöre, er- mächtgen Händen sie linhöre unsre Bitte, Gott dern und auch enden. Ein Vater, unser Schöpfer Wort aus deinem Munde du, hilf uns und sei uns. verändert Zeit und Stunde. gnädig. 3. Herr, wir mur4. Erhöre, erhöre, er- ren nicht; gerecht ist dein höre unsre Bitt, o Chri- Gericht bei Allem, was ste, der Welt Heiland, wir dulden; denn groß hilf uns und sei uns gnä- sind unfre Schulden; du dig. züchtigest uns minder, als 5. Erhöre, erhöre, er- wirsverdient, wir Sünder. höre unsre Bitt, heiliger Geist, du einiger Tröster, St 4. Dech, Vater, deine Huld ist größer, als die Pp 2 Schuld. 596 Bei befondern Zeiten und Umständen. ten Armen. Schuld. Gedenke doch der 9. So stärke denn das Deinen, die reuend vor Herz, daß auch im größdir weinen, gedenke mit ten Schmerz es nie an Erbarmen der tiefgebeug- Muth uns fehle; o sprich zu unsrer Seele: getrost, 5. Verkürze, gnädger dich soll kein Leiden von Gott, die Dauer unsrer meiner Liebe scheiden! Noth. Laß, die voll Angst 10. Am Schluß von undir flehen, Trost und Er- serm Lauf, dann klärt sich leichtrung sehen, verwand- alles auf; dann wird die le dieses Leiden in neue Aussicht heiter, dann weint Lebensfreuden. kein Auge weiter, und die6. Doch, wenn, Herr ses Lebens Leiden veraller Welt, es dir noch wandeln sich in Freuden. nicht gefällt, die Trübfal zu entfernen: so stärk uns, daß wir lernen, mit ehr710. Wenn wir in höchsten Nöthen ic. Sehn wir nur Trübfal vor dir uns findlich beu um uns her, und wis sen keinen Ausgang mehr, und finden weder Schutz noch Rath, ob wir auch gen. 7. Ja, deine Züchtigung leit uns zur Besse- sorgen früh und spat: rung. Laß sie die Sichern 2. Dann ist es unser schrecken, die Schläfrigen Troft allein, daß wir uns erwecken, auf dein Gebot deiner noch erfreun; und zu merken, und rédlich fliehn zu dir, du treuer Fromme stärken. Gott! du bester Helfer in 8. Wenn nur das Herz der Noth. dich liebt, so wird, was 3. Wir heben unser uns betrübt, uns doch zum Aug und Herz hinauf zu Heil gedeihen. Wer dei dir in unserm Schmerz, ner sich fann freuen, dem und flehn dich um Bewird auch deine Gnade zum gnadigung und aller LeiLicht auf dunklem Pfade. den Linderung. 4. Nach inball Prieg. 59,7 4. Nach deiner Gnade tig auch Gefahr und Noth sagest du dieß allen, die den Völkern und den dir trauen, zu, durch den, Ländern droht. der unser Mittler ist, durch unsern Heiland, Jesum Christ. 2. Gieb, Vater, in so trüben Tagen uns nur den Sinn, auf dich zu sehn, 5. Drum fommen wir, und da, wo andre troſtHerr, unser Gott! und kla- los zagen, mit Zuversicht Gen dir all unsre Noth. zu dir zu flehu, weil nie Ach! deine Vateraugen doch Menschenhilfe nützt, ſehn, wie so verlassen wenn uns dein starker wir da stehn. Arm nicht schütßzt. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Bergilt nach 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden, du bist unsrer Schuld uus nicht; es, der die Welt regiert. steh uns in allen Nöthen bei, und mach uns aller Plage frei. Lay jetzt auch alle inne werden, daß dir allein die Macht gebührt. Seid böse, 7. Dann danken und Völker, rüstet euch: Ist lobsingen wir mit freud- Gott für uns, so fehlt erfülltem Herzen dir; ge- der Streich. horsam deinem thenren 4. Je weniger sich oft Wort, Herr, preisen wir auch zeiget, woher uns dich hier und dort. Krieg. 711. Wer nur den lieben Gott läßt zc. Hilfe noch entspringt, je mehr Gefahr und Plage steiget und alles in Zerrüttung bringt: um so viel mehr laß voll VerEs zicht, osott, ein traun uns, Gott, auf Kriegeswetter jetzt über deine Vorsicht schaun. unser Haupt einher. Doch, 5. Was hilft der Streibist du unser Schutz und ter große Menge? Was Retter, ſo fürchten wir hilft Gewaltgen ihre uns nicht so sehr, wie hef- Macht? Ter Roß und Pp 3 Wa 598 Bei besondern Zeiten und Umständen. Wagen groß Gedränge und Tod, sein dürstig hat doch nicht immer Sieg Schwert. gebracht; der wird allein 3. Ach, o Gott, wer von deiner Hand, wem du zittert nicht, wenn auch ihn gönnest, zugewandt. Unschuld, Recht und Pflicht 6. Drum fallen wir in uns mit Unerschrockenheit deine Arme, du Vater der streiten heißt und Muth Barmherzigkeit, und fle- gebeut! Wird doch auch hen demuthsvoll: erbarme gerechter Muth leicht zur dich über uns zur bösen Sache, leicht zur Wuth. Zeit! Du bleibest unsre Was vergießt er? BrüZuversicht, Gott, unser derblut. Gott, verlaß uns nicht! 712. 4. Zagend möchten wir vergehen, wenn des Krieges Gräul wir sein. Um Erbarmen flehen wir, um Singen wir aus Herzensgrund zc. Erbarmen, Gott, zu dir! Um mErbarmen flehen wir, Denk an uns in Gnad um Erbarmen, Gott, und Huld, nicht an unsrer zu dir! Um Erbarmen flehn Sünden Schuld, rett uns wir, Herr, Gnädiger, Allmächtiger! Hör uns, rett 5. Der du, Allgewaluns, hilf uns, Gott. tiger, sprichst zum Meere: Hilf, denn allenthalben bis hieher! sprich, was droht uns Verwüstung, Schwert und Tod. bald und gieb Geduld. unser Flehn begehrt: fahr in deine Scheid, o Schwert! 2. Ach des Krieges Flam- Zu der Zwietracht sprich: men glühn! Friede, Lust entweich! Zur Verwiiund Segen flichn. Der stung sprich: entfleuch! Zerstörer zicht daher, stür- Denn die Welt ist, Gott, dein Reich. met brausend, wie das Meer. Wie ein Hagel6. Obrigkeit und Untersturm verzehrt er die Län- than knien vor dir und der; Blut begehrt, Blut beten an. Bring, o Gott, de g 150 599 Friede. des Friedens Glück, sei- tenden und ihrem Heer nen Segen uns zurück. mit Macht: seid still! geLehre Menschen menschlich beut. sein, sich durch Krieg nicht 3. Er sieht der Völker mehr entweihn und die Angst und Müh, und hilft Pest des Lasters scheun. sie überstehn; er hört ihr 713. Flehn und lasset fie Hilf und Errettung sehn. Eigne Melodie. Verleih uns Frieden guädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, es ist doch ja kein Andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn unser Gott alleine. 4. Auch wir sehn fie, erfreut von ihm, der allen Jammer heilt, wie wenn der Wolken Ungestüm sein Sonnenstrahl zerstreut. 5. Die Feinde toben 2. Gieb unserm König nun nicht mehr, drohn und aller Obrigkeit Fried nicht mehr fürchterlich; wo und gut Regiment, daß Menschenblut sonst fleß wir unter ihnen ein ge- daher, ergießt dein Segen ruhiges und stilles Leben sich. führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbar feit, Amen. 2. Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, der so zur rechten Zeit den Strei6. Das Feld giebt nun zu seiner Zeit die Frucht dem, der es baut; er sammelt ruhig und erfreut, was er ihm anvertraut. Friede. 714. Lobsinge frendig. Volk des c. 7. In jedem Stand lebt neuer Muth zu Fleiß und Arbeit auf; und keine Bringt Gott, ihr Christen, Preis und Dank, Furcht vor Feindes Wuth ihm, der den Frieden stört der Geschäfte Lauf. schafft! Erhebt mit frohem Lobgesang die Wunder seiner Kraft. 8.Allgütiger, allein von dir fließt dieses Heil uns zu; dein waren, sind und bleiben wir, und unser Gott bist du. Pp 4 9. Er 600 Bei besondern Zeiten und Umständen. 9. Erweck uns selbst Wege trotzig hin; das durch deinen Geist zur jammerte dein Vaterherz, wahren Dankbarkeit, die es will nicht deiner Kindich durch frommes Le- der Schmerz: Da hemben preist und stets sich mest du der Thorheit deiner freut. Spiel, und setzest unsrer 10. Lehr uns des Frie- Noth ein Ziel. Wahrhaft dens großen Werth mit ist unser Gott! Gerecht weisem Ernst verstehn, ist unser Gott! Gütig ist und allem, was das Herz unser Gott! Er hilft aus beschwert, in deiner Furcht aller Noth. entgehn. So soll der Mensch, 11. Daß Güte und Ge- sein Bild, auch sein, der rechtigkeit und aller Laster Wahrheit Dienst sich trenScheu, vereinigt mit Zu- lich weihn, gerecht und friedenheit, im Lande gütig sein, wie er, und herrschend sei. Gutes schaffen immer 12. Durch unsre ganze mehr. Dazu gab ihm des Lebenszeit leit uns nach Schöpfers Hand kunstreideinem Rath, und froh sei chen Leib, Sinn und Verstand. dir von uns geweiht Gedanke, Wort und That. Und, ach, die Menschen, 13. Getrost sehn wir voller Wuth, vergossen auf deine Hand, und war ten deiner Güt, und hof fen, daß im Baterland nun Heil und Segen blüht. 715. sie der Brüder Blut; verheerten, was des Landmanns Schweiß, der Klugen Rath, des Künstlers Fleiß in hundert Jahren aufgebaut, und rühmten solche Gränel laut. Die Flamme, die des Irrthums Nacht und unfre Wir gingen in verkehr faster angefacht, maaß tem Sinn des Unglücks stolze Selbstsucht, ohne Schen, Herr Gott. didy loben zc. Herr err Gott! dich loben wir. Herr Gott! wir danken dir. Friede 601 Schen, dem hellern Licht Nacht, und brich der Leider Wahrheit bei, sprach denschaften Macht! Amen. öffentlich der Tugend Hohn gab ihren Priestern Haß zum Lohn. 716. Nun flehen wir von deiLaßt uns vereinigt, meine 2. ner Huld Bergebung die- Helobt, gelobt seist du ser schweren Schuld, ge- mit Freuden, Gott, loben Bessrung fürundfür, der du liebreich an uns unendlich guter Vater, dir! denkst und nun uns nach Es höre auf des Krie deskricges Leiden des Frieges Wuth! nie triefe wie- dens Wonnewiederschenkst. der Menschenblut von Du heißest die VerwüMenschenhand, verderbe stung fliehn, und Sichernie ein Werk des Fleißes heit und Segen blühn. mehr durch sie! 2. Das thust du, Herr. Gott des Friedens, Was du behütest, dem lenke du der Fürsten darf sich kein Zerstörer Sinn dem Frieden zu! nahn. Wenn du, AluWeisheit und Güte sei ihr mächtiger, gebietest, ist Ruhm, Gerechtigkeit ihr alle Zwietracht abgethan. Eigenthum! Auch über uns haft du Uns Völker laß auf gewacht, auch uns die rechter Bahn der Mensch- Rub zurückgebracht heit hohem Ziele nahn; 3. Christen, jühlt der Wahrheit Tiefen uns das ganz, und preiset erspähn, den Flor der frohlockend ihn, der uns Künite stets erhöhn, und erfreut, der seines Armes was die Erde Gutes hat, Macht beweiset, und in genießen ohne Ulebelthat! der Macht BarmherzigDazu behüt uns, treuer feit; der huldreich sah auf Gott, vor Geisteszwang uns herab und uns des und Herzensnoth! Ver- Friedens Segen gab. treib des Aberglaubens 4. Preist ihn durch freuPp 5 diges 602 Bei befondern Zeiten und Umständen. 717. Von Gott will ich nicht zc. diges Vertrauen; ihr seht, Mißwachs und Theurung. was seine Hilfe kann. Er läßt sie uns auch ferner schauen, und nimmt sich unsrer mächtig an. Wo u bester Trost der Arwir nichts können, nichts ' men, Beherrscher aller verstehn, wird, was uns Welt, du Vater voll Ernützt, durch ihn geschehn. barmen, der alles trägt 4. Preist ihn durch und hält, schau her auf Wohlthun und Erbarmen, unsre Noth; erbarme dich wo ihr der Brüder Lohn der Deinen, die Armen erblickt, daß ihr die Lei- gehn und weinen, und denden und Armen speist, schmachten, Herr, nach tränket, kleidet und er- Brot. quickt, damit sich alles, alles freu, und durch den Frieden glücklich ſei. 2. Erbarmender, ach, wende der Zeiten schweren Lauf; thu deine milden 6. Preist, preist ihn durch Hände, uns zu versorgen, ein frommes Leben; dieß ist auf. Was irgend Leben der beste Lobgesang. So hat, nährst du mit Wohlviel ist uns von ihm gege- gefallen. Nähr uns auch, ben! So sehr verdient er schaff uns allen bei ununsern Dank! Olaffet serm Mangel Rath. Herz und Wandel rein, 3. Herr, der du uns und ihm ein würdges auch schufest, steh uns Opfer sein. mit Hilfe bei. Allmächti7. Nimm, Bater, nn- ger, du rufest dem Nichts, sers Dankes Lieder auch damit es sei. Zu helfen jetzt mit Wohlgefallen an. ist dir leicht. Du kannſt. Froh schallen unsre Tem- dem Mangel wehren, in Ule pel wieder von dir, der berfluß ihn kehren, wenns uns so wohlgethan. Herr, uns unmöglich deucht. unser Gott, dich loben 4. Die Früchte laß gewir! Herr, Gott, wir rathen, und deine Hilf danken, danken dir! uns 603 Mißwachs und Theurung. uns sehn, erquicke du die 2. Du ordnest ihn, wie Saaten, so oft sie traurig dirs gefällt, damit auf deistehn. Herr, baue selbst ner Erde, was ihr die das Land, tränk es mit Fruchtbarkeit erhält, daThau und Regen, und durch verbreitet werde. füll es an mit Segen aus deiner milden Hand. 3. Dein ist der Tag, dein ist die Nacht, dein 5. Erhör uns, Vater, sind des Jahres Zeiten, kröne das Jahr mit deinem dein, was das Land voll Gut, daß sich das Herz Früchte macht, uns Nahgewöhne zu wohlgefaßtem rung zu bereiten. Muth. Lehr es sich deiner freun, stets Zutraun zu dir haben, und deine Segensgabe durch Mißbrauch nie entweihn. 4. Du sendest aus des Himmels Höh uns Sonnenschein und Regen, und Thau und Nebel, Seif und Schnee, und alles uns zum Segen. 6. Allgütiger, wir hoffen auf dich und deineTren. 5. Du rufft den DonOft hat uns Roth betrof- ner, rufft den Wind, die fen, und da standst du Dünste zu zerstreuen, die uns bei. Sprich nur dein den Geschöpfen Hindrung mächtig Wort! Das wird sind, hienieden zu gedeihen. den Mangel heben; wir werden froher leben, dich preisen hier und dort. Fruchtbare Witterung. 6. Oft brauchst du zwar als Diener sie, die Fluren zu verheeren; jedoch auch dann läßt du uns nie, Gott, deine Hilf entbehren. 7. Auch irdischen Verlust weißt du zum höhern Glück zu lerken, und uns nach Kummer wieder Ruh, nach Thränen Lust zu 8. D 718. Ich dank dir schon durch ic. D u Herr und Schöpfer der Natur, der du an allen Enden allmächtig herrschest, du hast nur den Wittrungslaufin Händen. schenken. 604 Bei besondern Zeiten und Umständen. 8. O du, der mit all- 4. Laß jetzt auch dieß gütger Hand den Witt- Vertrauen beleben unſern rungslauf regieret, dir Muth, daß wir nicht bringe jedes Volk und ängstlich zagen. Was Land den Preis, der dir Gott thut, daß ist gut! gebühret! Nach einer Feuersbrunſt. 720. Wenn wir in höchsten Nöthen ze. Gott, deffen Macht des Feuers Kraft zum 10. Was immer auch Segen und Verderben für Wittrung ist, so halt schafft: Mit welcher schreckes daran feste: was des Allweisen Rath beschließt, ist allezeit das Beste. lichen Gewalt verwüſtet es, wie leicht, wie bald! 719. 2. Ach, manche Häuser hats verzehrt, und mancher Armen Glück zerstört! Auch dieß hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beteit an. Christus der ist mein Leben c. Der du des Jahres Zeiten mit Weisheit, Güt und Macht, o Schöpfer, haft geordnet, und alles wohl bedacht; 3. Wir weinen; doch verehren wir auch deine Huld: sie half auch hier, 2. lind der du deine und hielt der Flammen Menschen mit Vaterliebe schnellen Lauf, der Uebriliebst, und, was zum Heil gen zu schonen, auf. uns dienet, gewiß als Vater giebst! 9. Es ehre mit Zufriedenheit auch hier dein weises Fügen; und lasse nie von Aengſtlichkeit und Unmuth sich besiegen. 3. Auch Sonnenschein und Regen wirst du stets väterlich zur rechten Zeit uns geben, Gott, wir vertraun auf dich! 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir: laß sie nicht hilflos, tröste die, die du gebengt hast, feqne sie! 5. Wen du verschonst, vergesse nicht der angenehm Ansteckende Krankheit. 605 nehmsten Menschenpflicht, tet schnell hinab! Wie ist der Pflicht, Betrübte zu um Hilf uns bange. O erfreun, barrherzig durch schone noch, befrei uns die That zu sein! doch von unserm Untergange. 6. Du kannst uns wieder segnen, Gott, in Heil 3. Ach, Menschenhilfe verwandeln jede Noth. rettet nicht; wir haben Untadelhaft, ja weis und keine Zuversicht, als nur gut ist alles, was dein zu deiner Güte. Dem Wille thut. Tod, o Herr, gebeut, daß er nicht weiter schrecklich wüthe. 4. Wir glauben an den Sohn und dich; und darum schaue väterlich auf tiefgebeugte Sünder. Denn du allein kannst uns befrein; errett uns, deine Kinder. 5. Wir übergeben Volk und Land in deine treue Vaterhand; entferne jede Plage. Erquick uns, Herr, Allmächtiger, gieb wieder heitre Tage. 7. Gieb Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zuversicht vertraun, und stets auf deine Hilfe baun. 8. Schütz unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg undBrand! Gieb, weil du unser Vater bist, uns allen, was uns selig ist! Ansteckende Krantheit. 721. In dich hab ich gehoffet ic. In unsern Nöthen fallen 6. Doch willst du uns wir voll Reu und de- noch nicht befrein, so laß muthsvoll vor dir in un- uns, Gott, geduldig sein, serm Jammner nieder; denn und dir uns ganz ergeben. Seuch und Tod umgiebt Laß, sterben wir, uns dort uns, Gott, und würget vor dir in deiner Wonne unsre Brüder. leben. 2. So viele sanken schon ins Grab wie unerwar7. Gieb allen Sterbenden dein Heil, und laß sie, Gott, 606 Bei besondern Zeiten und Umständen. Gott, ihr beffres Theil Schmerzen. O du Erbarim Himmel nicht verlieren. mer voll Geduld nach unLaß sie den Tod aus jeder srer Uebertretung Schuld Noth zu deinem Throne hast du uns nicht gelohnet! führen. Gezüchtigt, o wir preisen 8. Laß unser gläubiges dich, gezüchtigt hast du Gebet, das, Herr, zu dir väterlich, und väterlich geum Gnade fleht, dir, Va- schonet. ter, wohlgefallen; und un3. Wir wollen voll Verser Dank und Lobgesang traun aufdich, o Gott, dich frohlockt: Gott hilft uns ewig loben. Sei ewig, allen. 722. Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben. Es bete dich, Erretter, an, und danke, wer nur danAn Wasserflüssen Babylon c. fen kann, und diene deiir kommen, Helfer, dir nem Namen, und rühme: Gesang und Ruhm Gott ist unser Gott! Frohund Preis zu bringen. Des Lockt, er hilft uns in der ganzen Volkes lauter Dank Noth! Frohlockt ihm! soll, Retter, dir lobsin- Amen! Amen! Besonderer Wohlstand 723. Wie schön leuchtet der zc. gen. Du warst mit uns! In welcher Noth! Wir sahen überall den Tod, den Untergang uns drohen. Nun wüthet ſeiner Seu Viel zu gering bin ich, o chen Heer durch unser Herr, der Huld, woVaterland nicht mehr: sie mit du reichlicher, als Tausind vor dir entflohen. sende, mich segnest. Wer bin ich, daß du meiner retter, schrien der Deinen dich so annimmst, und so bange Herzen. Du hör- väterlich vor Andern mir test uns; die Seuchen begegrest? Laß doch tägfliehn; du heilest unsre lich mein Gemüthe deiner Güte 2. Zudir, du Menschen Besonderer Wohlstand. 607 Güte reichen Segen kein Aug um ihren Jamdankvoll fühlen und er mer weint, und Menschenwägen. sie nicht achten: 0 so 2. Wie heiter floß mir giebt mir deine Fülle, bis hierher mein Leben Dach und Hülle, und dahin! Wie wars so leer neben Freunde, die mein von drückend harter Pla- Glück beleben. ge! Wie strömtest on mir zum Genuß, Herr, dei Herr, dei 5. Du schenkst Gesundner Gaben Ueberfluß auf heit mir und Ruh; mit meine Lebenstage! Ruhig, jedem Tage sättigst dn fröhlig sind, wie Stun- mich ohne meine Sorgen. den, sie verschwunden; Und wenn so mancher wenig Leiden störten seine Nacht mit Schmermeiner Wallfahrt Freuden. zen unruhvoll durchwacht, 3. So mancher meiner so seh ich froh den MorBrüder blickt, von bittrer gen. Herr, du machst mich Armuth schwer gedrückt, frei von Kummer. Sanfhinauf zu deiner Höhe, ter Schlummer stärkt mich und fleht voll Kummer Müden; denn ich lieg dich um Brot! mir aber und schlaf in Frieden. giebst du es, mein Gott, noch eh ich darum flehe. 6. So glücklich bin ich, Innig preist dich, o Herr, durch dich. O gieb, mein Vater und Bera- daß deine Güte mich zum ther, meine Seele. Du, steten Danke rühre. Gieb, du sorgst, daß mir nichts daß nicht zur Vermessenfehle. heit, zum Uebermuth, zur 4. Wenn Andre Durst leppigkeit, mein Wohlund Hunger quält, wenn stand mich verführe. Reiihnen Dach und Kleidung zung sei mir jede( abe, fehlt, und sie im Elend die ich habe, mich im Leschmachten; wenn ihnen ben dir, mein Gott, ganz hier gebricht ein Freund, zu ergeben. 724. 608 Bei befsondern Zeiten und Umständen. 724. auch ich erlöset bin; dir als dein Kind allein vertraun und nicht auf ErWie sollt ich dich, mein Gott zc. Von on dir, mein Gott, tommt aller Segen, denschätze baun. der mich im Irdischen er- 5. Gieb, daß ich, Herr, freut. Sie strömt mir durch deine Gaben auch Freud und Glück entge- reich an guten Werken gen, die Fülle deiner Gü- sei, und, daß auch Andre tigkeit! Kein Mangel drückt Freude haben, gern gebe, mich, keine Noth; du giebst gern behilflich sei. Hier mir mehr, als täglich Brot. ist die Saatzeit. Stärke 2. Wie gut bist du, mich, so ernt ich dort auch mein Vater! Leite mich ewiglich. stets auf deiner ebnen Bahn. Wie leicht ists, daß ich Schwacher gleite! Wie leicht zieht irdisch Marum betrübst du dich, Glück mich an, und lenkt mein Herz, und quäaufs Eitle meinen Sinn, lest dich mit bangem zum Geiz, zum Stolz zur Schmerz, bloß um ein Wollust hin! zeitlich Gut? Vertraue 3. O laß doch, was du dem nur, der die Welt mir beschieden, nicht für erschaffen hat und noch mich wahres Unglück sein. So lang ich lebe, gieb 2. Er will und kann hienieden mir immer den dich lassen nicht; er weiß Gedanken ein, daß ich vor gar wohl, was dir ge dir einst den Genuß des Er- bricht; die ganze Welt ist denglücks berechnen muß. sein. Er ist dein Vater Eigne Melodie. erhält. 4. Hilf mir nach dei- und dein Gott, und hilft nem Reiche trachten mehr, dir gern in aller Noth. als nach zeitlichem Ge- 3. Weil du mein Gott winn; weit mehr, als ihn, und Vater bist, so weiß das Erbe achten, zu dem ich, daß mich nie vergißt dein Armuth und Dürftigkeit. 725. Armuth und Dürftigkeit. 609 dein väterliches Herz. Ich, aus deinem Worte weiß, Staub und Asche, habe was ewig selig macht! hier ja keinen Trost, als Gieb, daß ich nun auch nur bei dir. fest und treu in diesem 4. Der Stolze troßt meinem Glauben sei. auf Ehr und Geld; und 9. Lob. Ehr und Preis ich, verachtet von der sei dir gebracht, daß du Welt und arm, vertraue es immer wohl gemacht! Gott, und bin der frohen In Demuth bitt ich dich, Zuversicht: wer Gott ver- verwirf von deinem Angetraut, den läßt er nicht. sicht mich, Herr, mein 5, Ach, Gott, so reich Gott, nur ewig nicht. bist du noch heut, als du es warst von Ewigkeit; zu dir steht mein Vertraun. 726. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. Mach mich all meiner M er arm und dürftig ist, Scele reich, so gilt mir alles andre gleich. o Herr, ach, welche Lasten trägt nicht der, wenn 6. Des Zeitlichen ent- nicht des Reichen Ueberbehr ich gern, hab ich das fluß ihn sättigt, wenn er Ewge nur vom Herrn, das darben muß. er auch mir erwarb durch 2. Wie elend ist, wer seinen herben bittern Tod. alt und schwach umher Das, das gieb mir, mein irrt, ohne Hüll und Dach treuer Gott. oft kaum hat seinen Bissen Brot! Wie groß ist, Vater, diese Noth! sie, 7. Denn alles, was die eitle Welt allein für Glück und Freude hält, Gold, 3. Wie Wie groß ist ffe, Ehre, Wollust, Pracht, wenn um ihn her viel Kindas währt nur eine kurze der rufen: Brot! und er Zeit, und hilft doch nicht tief seufzet, und, bei Müh zur Seligkeit. und Fleiß, doch weder 8. Dir, Jesu, Gottes Rath noch Hilfe weiß! Sohn, sei Preis, daß ich 4. Was soll er dann be= 610 Bei besondern Zeiten und Umständen. beginnen, Gott? Verza- Gott, der ihn sandte, bet gen? Dich in seiner Noth er an. verleugnen? Und soll er 10. Und unter Arbeit, allein nur leiden, und nicht Fleiß, Geduld und Zuglücklich sein? versicht wird Gottes Huld 5. Willst du ihn nie ihn trösten, Gott sein Helbeglücken? Ja, du willst fer sein, und völlig ihn es, Herr; dein Auge suh und bald befrein. vor dem Entstehn der 11. Dann, wenn er Welten schon sein Leiden ausgestritten hat, sieht er, und auch seinen Lohn. daß auch sein rauher Pfad 6. Er schau in deine ein Weg zu Gott war, Zukunft hin, und sage aus der Zeit ein sichrer zu sich selbst: ich bin ein Weg zur Seligkeit. Wandrer; nicht auf lange Zeit. Wohin? Zu Gottes Seligkeit. 727. Wer bin ich, welche wichtge Frage 2c. 7. Er ring, und strenge Marum bist du, o meine wie ein Mann die ganze Seele, so gar unruKraft des Fleißes an, zu hig und betrübt? Sei schaffen, daß er rein und fromm! zu deinem Troste frei von aller Schuld der wähle das Wort des GotTrägheit sei. tes, der dich liebt! Laß dir genügen allezeit an seiner Gnad und Gütigkeit. 8. Dann klag er men schen seine Noth bescheiden, zuversichtlich Gott; nicht 2. Was quälst du dich zornig, wenn der Mensch von einem Morgen bis nicht hört; gewiß, daß wieder zu dem andern hin? endlich Gott ihn hört. Ach? laß doch deinen Va9. Noch giebt es Chri- ter sorgen, und denk an sten, welche mild, wie seinen treuen Sinn. Laß Gott, sein Vater, sind, dir genügen allezeit an sei sein Bild. Hilft einer, ner Gnad und Gütigkeit. nun, dem dank er dann; 3. Er hat ja lange Haus gehal Armuth und Dürftigkeit. 611 gehalten und weiß es 2. Sieh! du hast nichts wohl, was uns gebricht. mitgebracht; was du brauWer ihm vertraut, und chest für dein Leben, hat läßt ihn walten, deß wird dein Gott hervorgebracht er nie vergessen nicht. und Gesundheit dir gege Laß dir 2c. ben. Daß du lebest frisch, gerade, ist allein des Höchsten Gnade. 3. Ei! so trane seiner Huld, armer Mensch, auch 4. Wenn mich auch Noth und Mangel drükken, so werd ich doch nicht hilflos sein; denn Gott, mein Gott, wird mich er- künftig weiter; sei getrost, quicken, und auch mit und hab Geduld; bete, seinem Trost erfreun. fleißiger Arbeiter; so wird Laß dir zc. dir in schweren Tingen dennoch alles wohl gelingen. 5. Gott, ich will redlich vor dir wandeln, und treu in meinem Stande sein; 4. Wie ein trener Vaund du wirst dann als ter nährt seine Kinder Vater handeln. Ich trane ohn ihr Sorgen, so wird fest auf dich allein. Herr, dir auch sein bescheert, du bist meine Zuversicht; wo nicht heute, dennoch ich weiß es, du verläßt morgen, was dir nöthig mich nicht. ist zum Leben. Schreib nur Gott nicht vor im Geben! 728. Liebster Jesu wir sind hier 2c. 5. Der du Vater dich uäl dein Herz nicht sel- genannt, Gott, du sorgest ber ab um den zweifel- für mein Leben, und du haften Morgen; bau nicht wirst mit milder Hand vor der Zeit dein Grab mir gewiß zur Nothdurft mit fruchtlosen Nahrungs- geben. Soll ich keinen Sorgen. Hast du nicht Reichthum erben, werd ich satt an der Plage, so du doch nicht Hungers sterträgst an diesem Tage? ben. Aq 2 Krant 612 Bei besondern Zeiten und Umständen. Krankheit. 729. Die Ruhe senkt sich wieder zc. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? ch in Stun- des Todes den des Lebens( Glück vertran ich deiner Gnade; empfunden, und Freuden du, Herr, bist bei mir ohne Zahl. So will ich in der Noth. denn gelassen mich auch im 6. Ich will dem KumLeiden fassen. Welch Le- mer wehren, Gott durch ben hat nicht seine Qual? Geduld verehren, im Glau2. Ja, Herr, ich bin ben zu ihm flehn. Ich will ein Sünder; und stets den Tod bedenken. Der strafft du gelinder, als es Herr wird alles lenken; der Mensch verdient. Will und was mir gut ist, ich, beschwert mit Schul- wird geschehn. den, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 730. Wer nur den lieben Gott läßt zc. Gott, der du Schmerz und Frenden sendest, mit Weisheit unser Schick3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, sal lenkst, und alles uns will ich vertrauen, und zum Besten wendest, was nicht auf Menschen banen; du nur über uns verhängst: du hilfft, und du errettest Du hast nicht Lust au gern. meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine 2. Auch durch die Noth Sünden erkennen und be- führt mich zum Ziele der reun. Jetzt hat mein Geist Seligkeit, Gott, deine noch Kräfte; sein Heil laß Hand, und deiner Tröstunmein Geschäfte; dein Wort gen wie viele hast du mir mir Trost und Leben sein. schon ins Herz gesandt! Wie Krankheit. Wie oft ruft mir dein Wort nicht zu: Gott ist dein Vater, Kind bist du! 3. Odur, mein bester Vater, glaubte nur meine Seele kindlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raub613 was Gott, sein Vater ihm verheißt. Zu solcher Hoffnung stärke mich, so preif ich auch in Krankheit dich. 731. Laffet uns den Herren preisen 2c. te den füßen Troft! Gott Hilf mir, Gott, der Krankist bei mir! deine Huld und Kraft ist allem nah, was sie erschafft. die mich drücken, still ertragen und mit kindlichem Vertrauen; 4. Wenn Schmerz und laß mich stets mit fromLeiden mich bestürmen, so men Herzen auch bei meidenk ich dein und deiner ner Krankheit Schmerzen Huld. In allen Schmer- auf dich meine Hoffnung zen, allen Stürmen ver- baun. leih mir Weisheit und Ge- 2. Deiner Einsicht kanns duld. Beruhige mein Herz, nicht fehlen, immer das und sprich: sei nur getrost, nur zu erwählen, was das und hoff auf mich. Beste für uns ist. Laß 5. Wie litt im aller- mich dieß zu Herzen fassen, bängsten Leiden so stille und mich ganz dir überlas duldend Jesus Christ. Leid sen, der du mir auch Vaich ihm nach, ein Meer ser bist. von Freuden, das ewig 3. Warnung, Antrieb, unerschöpflich ist, umfließt ernste Lehre, die mich in mich dann vor seinem mich selber kehre, sei BeThron. Wie meine Lei- schwerd und Krankheitmir. den, so mein Lohn. Ihre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bessern; alle Hilfe kommt von dir. 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen, durch Glaube naht sich ihm mein Geist. Der stille 4. Vater, Helfer aller Dulder darf nur hoffen, Kranken, Quelle tröstenQq 3 der 614 Bei besondern Zeiten und Umständen. der Gedanken, steh mir bei Leben, Hcrr, ich gelob es mit deiner Kraft. Sienur dir, dir ganz zu eigen ge kann erretten, stärken; ben. Sei ewig, Gott, mit lehre mich auf sie stets mir. merken, die aus Leiden Freuden schafft. 733. 5. Guter Muth und heit- alle Menschen müssen sterben ze. res Wesen fei in meinem Men Gott je von KrankBlick zu lesen; Ruh er- heit, Schmerzen und fülle meine Brust. Hoff- vom Tode hat befreit, nung stärke mich, und stimme ja mit frohem HerFreude sei mein Glaube, zen in das Lied der Dankwenn ich leide, dir zu fol- barkeit: Gott, du hast gen, meine Luft. von Neuem Leben und Gesundheit mir gegeben, froh und herzlich dank ich dir, guter, guter Gott, dafür!" Christus der ist mein Leben 2c. Mit dankerfüllter Seele 11 bet ich dich, Vater, an. Ich rühm es und erzähle, was du an mir gethan. 2. Bei der Ohnmacht meiner Kräfte pochte das beklommne Herz, und das Gift verdorbner Säfte nährte meiner Glieder Schmerz; ich sah Schlaf und Ruh entweichen, sah 2. Wie schmerzvoll war ich Armer! Du hörtest mein Geschrei; du halfst mein Antlitz schon erblei mir, mein Erbarmer, und chen, und, in meines standst mit Trost mir bei. Unmuths Wahn, mir 3. Wie viele meiner des Todes Schreckbild Brüder, die stärker sind, nahn." als ich, warf Schmerz und Krankheit nieder; ich über wand durch dich. 3.„ Ich Ich sah meiner Freunde Zähren, sahe, wie ihr Kummer stieg, sah des Arztes Blick er4. Ich will mein neues fläGenesung. 732. Genesung. 615 klären, was sein Aus- jeden Müßiggang mich druck mir verschwieg; hoffte scheun, gute Thaten gern zwar, doch oft vergebens, verrichten und mich keiner sah das Ende meines Le meiner Pflichten aus Bebens; aber bei der Krank- quemlichkeitentziehn, jeden heit Wuth stärkte doch Reiz zur Sünde fliehn." dein Trost den Muth." Bereitwilligkeit zu sterben. 734. 4. ,, Jetzt sind meines Leibes Glieder frei von dem wie Ach, Herr, mich armen 2c. n ich will, nits ich ſie wie- Iverlaß ich gern die Welt! nütz der; freier schlägt mir ich geh zum bessern Lenun mein Herz. Bei dem ben, sobald es Gott geUmlauf neuer Säfte fühl fällt. Was wärs, das ich größre Lebenskräfte, mich betrübte? dort schau und des Geistes Munter- ich ewig den, der meine feit durch des Schlafes Seele liebte, noch eh ich Ruh erneut." ihn gesehn. 5. Mit den neugestärk- 2. Er ruft zur Zeit der ten Kräften wächst mein Schmerzen uns voll ErTrieb zurThätigkeit, wächst barmen zu: kommt her, mein Eifer in Geschäften, beladne Herzen, zu mir, nütz ich wieder meine und findet Ruh! Dieß Zeit, sehe mein Bemühn Wort aus deinem Munde gelingen, kann des Fleißes soll, Herr, auch mich erZweck erringen, und, mich freun, soll in der letzten seiner zu erfreun, ihm mich Stunde mir Geist und ganz und ernstlich weihn." Leben sein. 6. ,, Laß, Gott, in dem 3. Mit dir muß mir es künftgen Leben keinen glücken, den Kampf zu Tag verloren sein, und überstehn. Mit freudigem mit eifrigem Bestreben Entzücken werd ich im Qq 4 Gei 616 Bei besondern Zeiten und Umständen. Geiste sehn, wie du, o der Herr zu mir: dir ist Heil der Sünder, einst vergeben! Mein Heil, mein mit dem Tode rangst, und Friede sei mit dir, du sollst wie du, Ueberwinder, all- leben! Fürchte nichts; denn mächtig ihn bezwangst. du bist mein, ich habe 4. Der frohe Siegsge- dich erlöset. danke: wo ist dein Sta- 3. Dieß ist mein Trost, chel, Tod, stärk mich, daß ich bin erlöst und Gottes ich nicht wanke in meiner Erbe. Ich weiß, daß er Todesnoth! So ist auch, mich nicht verstößt, wenn wann ich sterbe, doch Ster- ich sterbe. Fürst der ben mein Gewinn. Ich Schrecken, dich, o Tod, bin des Himmels Erbe; dich hat sein Arm entdein Wort sagt, daß ichs bin. waffnet! 5. Du schriebst ins 4. Er ist mein Fels; Buch des Lebens auch auf ihn allein will ich vermeinen Namen ein; dein trauen. Ich sehne mich Blut kann nicht vergebens bei ihm zu sein; ihn zu für mich vergossen sein. schauen, dürstet meine Dir trauet meine Seele, Seele lang, und dort ihn dich lobt, was in mir ist, anzubeten. Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. 5.3m letzten Schlummer soll der Tod mich nur entkleiden. Dann komm, o Tag, bestimmt von Gott, Tag der Freuden! Ganz unsterblich, wonnevoll fall ich vor ihm dann nieder! 735. Mit Fried und Freud ich ic. Getrost und freudig geh ich hin! In Gottes Willen ergeb ich mich. Er, deß ich bin, wird erfüllen, was er gnädig mir verhieß. Der Tod ist mir ein Schlummer. 2. Erbarmend sprach TEAD 736. Herr. Gott, nun schleuß den 2c. Christ, sich mit Muth und Zuversicht der Ab Bereitwilligkeit zu sterben. 617 Abschiedsstund entgegen! dig, Gott, mein Vater, Dir strahlet deines Gottes mir, und sanft sei nun Licht auch auf des Todes mein Ende. Unsterblichs Wegen. Zu Seligkeiten Leben wird Gott mir gewird Gott dich leiten auf ben, der mich erschuf. Auf dieser Bahn. Drum bete seinen Ruf will ich getrost, an! Empfiehl an deinem mit Freuden von dieser Ende den Geist in Got- Erde scheiden." tes Hände! 737. Wenn mein Stündlein c. 2. ,, Gott, öffne deinen Himmel mir! Sie nahn, die letzten Stunden. Bald( chwer liegt der Trensteist mein Geist empor nung Last auf mir; zu dir, bald hab ich über ich liebe sie, die Meinen. wunden. Nach bangen Lei- O laß, mein Gott, mein den werd ich zu Freuden Gott! vor dir mich diese des Himmels gehn und Frage weinen: werd ich, Jesum sehn. Ich sterbe nach meinem Tode gleich, hier auf Erden, um selig werd ich, o Herr, in deinem dort zu werden." Reich die Meinen wiedersehen. 3. ,, Mit treuem Eifer strebte ich nach meines 2. Wohl mir, o Gott, Jesu Lehren schon hier, ich höre schon des Geistes o Gott, mein Vater, dich Stimme wehen; ich höre im Glauben zu verehren. sie in sanftem Ton: du Dort werd ich kommen wirst sie wiedersehen! bist ins Land der Frommen, du nur fromm, sind sie und preisen, Herr, dich nur gut, dort oben, unter würdiger. Vollkommner Gottes Hut, wirst du sie als auf Erden und selig wiedersehen. soll ich werden." 3. Des Frommen See4. ,, Herr, meine Seel le trennt sich nicht von empfehl ich dir in deine gleichgefinnten Frommen. Vaterhände. Sei guä Sie werden all in GotQq 5 tes 618 Bei besondern Zeiten und Umständen. 738. tes Licht aufs Neu zuſammen kommen, von keinem Tode mehr getrennt; Gott, der sie alle, alle kennt, Nuf meinen lieben Gott vereinigt fie zusammen. Auf meinen lieben Gott 2c. trau ich in aller Noth. 4. Der fromme Wan- Die ihn um Rettung drer findet dann dort den flehten, verließ er nie in Gefährtenwieder; derGatte Nöthen. Er wird mein trifft den Gatten an, der Unglück wenden, es steht Bruder seine Brüder. Die in seinen Händen. fromme Mutter füßt ihr 2. Auch beim GewissensKind; denn alle gute See- schmerz verzaget nicht mein len sind in Gottes Stadt Herz. Auf Christum will beiſammen. ich bauen, und fest auf ihn vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tode, wie im Leben. 1 5. Drum bitt ich euch mit Mund und Hand, seid fromm und gut, ihr 3. Und nimmt der Tod Meinen, daruit wir dort mich hin, ists dennoch im Vaterland uns ewig mein Gewinn. Ich weiß, einst vereinen. Wie wirds an wen ich glaube, er läßt uns sein, wenn wir uns mich nicht im Staube. Es sehn, wenn wir uns froh mag der Leib erkalten; den entgegen gehn, und ewig Geist wird Gott erhalten. Heil uns leuchtet. 4. Mein Heiland, Jesu, 6. Seid froh, ihr Lie- Christ! der du ans Liebe ben! denn gewiß, wir bist für mich am Kreuz werden uns dort finden, gestorben, du hast mir in Gottes Stadt, im Pa- Heil erworben! du schaffst radies, von Fesseln frei, auf kurzeLeiden den Deinen von Sünden. Ja, unser ewge Freuden. Staub wird auferstehn; o 5. Ich harr und traue Wiedersehn, o Wiedersehn! dir; einst schenkst du sie wie tröstest du die Seele! auch mir. Ich habe dein Ver Bereitwilligkeit zu ſterben. 619 Versprechen; das kannstdu Kummer! Die Seele stärke nimmer brechen. Auch ich sich! Leicht wie des Müden bin, wenn ich sterbe, des Schlummer, sanft seimein engen Lebens Erbe. Tod durch dich! 7. O wohl mir! ich vollende vielleicht bald meinen Lauf, und geb in deine Hände den Geist; du 739. Christus der ist mein Leben 2c. Mein ein Jesus ist mein Le740. O Jesu Christ, meins Lebens 20. ben! reißt schon der nimmst ihn auf. Tod mich hin, was sollt ich ängstlich beben? Der Tod ist mein Gewinn. 2. Wer an ihn glaubt, wird selig. Dieß Wort steht ewig fest; die Freuden sind unzählig, die es mich hoffen läßt. fu, meines Lebens Licht, mein Trost und meine Zuversicht! Tief beugt mich meines Elends. Last! ach! unter ihr erlieg ich faſt. 3. Bald hab ich überwunden des Lebens Angst 2. Mein Gott, wo nehm und Noth; nach diesen ich Kräfte her? Der Gang Uebungsstunden leb ich bei zur Ewigkeit ist schwer. dir, mein Gott. Nimm deinen Pilger an 4. Wenn mir die Au- die Hand, und führ ihn gen brechen, mein Athem in sein Vaterland. schwerer wird; wenn ich 3. Mich ängstiget des Tonicht mehr kann sprechen, des Schmerz, er peiniget mein Geist sich oft ver- mein armes Herz. Die irrt; Seele schreiet still in mir: Nimm mich zu dir! nimm mich zu dir! 4. Ich blick zu deinem Kreuz empor, und halte mir dein Sterben vor. Mir kann in meiner Todespein nichts 5. Wenn Sinnen, wenn Gedanken, wie ein verlöschend Licht, noch hin und wieder wanken: Gott, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliehe Furcht und 620 Bei besondern Zeiten und Umständen. nichts süßer, als dein 10. Unsterblich werd ich Sterben sein. auferstehn, verklärt werd 5. Verschmähe meine ich den Vater sehn; und Seufzer nicht; dein Geist du machst mich in deinem soll, wenn mein Mund Reich auf ewig deinem nicht spricht, im schwersten Bilde gleich. Kampf geschäftig sein, und Vater! Vater! in mir. schrein. 741. 6. Wenn einst mein Herr In dich hab ich gehoffet. Herr 2c. sterbend Haupt sich neigt, err, meinen Geist befehl ich dir. Mein Gott, und sich mein Grab mit mein Gott, weich nicht Schrecken zeigt; so sei dein von mir, nimm mich in Wort: es ist vollbracht! deine Hände. O treuer mein Licht in jener Todes- Gott, aus aller Noth hilf nacht. mir an meinem Ende. 7. Als Siegergingft du einst ins Grab; als Sieger leg ich meinen Stab mit Freuden an der Bahre hin, und freu mich, daß ich selig bin. Fürbitte für Sterbende. 742. Ich hab mein Sach Gott ze. Du wollst erhören, Gott, 8. Ich traue, Herr, auf deinen Tod; du hilfst mir ihr Flehn, nicht ins Ge richt mit ihnen gehn, die jetzo deiner Ewigkeit sich in der Todesnoth. Und nahn, befreit nun bald schließt sich dann mein von dieser Eitelkeit! Lebenslauf, so nimm mich in den Himmel auf. 2. Des Lebens und des Todes Herr! nun ist für sie 9. Am jüngsten Tag er die Zeit nicht mehr! du weckst du mich! da sieht haft gezählet all ihr Haar, mein Auge froh auf dich. ihr Todesjahr bestimmt, Ich weiß, im heiligen als keine Zeit noch war. Gericht verdammt mich mein Erlöser nicht. 3. Erfüllt ist ihrer Leiden Zahl! sie weinen bald das Bereitwilligkeit zu sterben. das letzte mal! ach sei in ihrer Todesnoth ihr Gott, ihr Gott! ein Schlummer sei für sie der Tod! 4. Vollende, Vater, ihren Lauf! nimm ſie zu Sei gesegnet! deinem Frieden auf; ver- Amen! Amen! entschlaf in wirf sie, wenn ihr Herz jenem großen Namen, vor nun bricht, verwirf sie nicht Herr, Herr, von dei nem Angesicht! dem sich Erd und Himmel beugt! sieh, an deiner Laufbahn Ende bist du; ernimmt in seine Hände die Seele, die der Erd entflieht. Hör, o erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Jesus Christus hat dich versöhnt! von ihm bekrönt, empfähst du nun der Erben Lohn. 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist dir der Tag nun aufgegangen des Lebens, nach des Todes Nacht! Sei gesegnet! Amen! 7. Sei ihnen, Gott, Amen! entschlaf in Jesu nicht fürchterlich! Erbarme, Christi Namen! als er Richter, ihrer dich! ach! auch starb, hat ers vollaus der Tiefe rufen sie! bracht. Nicht du, der Herr erhöre sie! erlöse, Gott, allein macht dich von Sünerlöse ſie! 5. End ihrer Krankheit bangen Schmerz! von ihm entladen, ruh ihr Herz, daß ihre müde Scele frei von Täuscherei des heißent fiammten Leibes sei! 6. Gott schaffe ihnen Seelenruh! in ihren Herzen bete du, Geist Gottes, daß sie glaubend traun, auf Jesum schaun, auf Jesum in des Todes Graun! 621 tröst euch des Vaters Angesicht! 8. Entschlummert! geht voran zu Gott! euch segne Gott, ench segne Gott! wenn euer sterbend Auge bricht, leit euch sein Licht, 743. Wachet auf, ruft uns die ic. den rein, und du sündigst nun bald nicht mehr! der Brüder Heer vor Gott nimmt brüderlich dich auf. 3. Du gehst ein zum bessern Leben, das dir nun Gott, 622 Bei besondern Zeiten und Umständen. Gott, dein Gott, wird ge- chen und hilf ihm väterlich. ben. Dn gehst durch Gra- Wir wollten gern ihn besnacht zum Licht. Alle retten, doch, ach! wir sind Schmerzen, alle Leiden zu schwach, thu, Mächverwandeln sich in höhre tigster, was feiner von Freuden. Des Menschen uns für ihn vermag. Seele stirbet nicht. Heil 4. Doch soll des Todes dir, Unsterblicher! Gelobet Becher er leeren, soll er sei der Herr, der zum Le- schon zu seligen Gefilden, ben auch dich erschuf! Auf zu des Vergelters Thron seinen Ruf geh dankend hinüber gehn, so führe du hin zur Seligkeit. ihn im dunklen Thal, und lindre du, Erbarmer, des Todes letzte Qual. 744. Ach Herr, mich armen Sünder z. Barmherziger! erhöre der 5. Lehr uns mit heilgem Liebe heißes Flehn. Laß, Beben am Sterbelager den wir innig lieben, bald stehn, uns näher jene deine Hilfe sehn. Der Lei Stunde, die uns entfesselt, den schwere Stunden, laß sehn, dir neue Treue schwöfie vorübergehn, doch Herr, ren, durch dich von Tünnicht unser Wille, dein den rein mit jedem neuen Wille soll geschehn. Morgen bereit zum Tode sein. 2. Er liegt und ringt und duldet, gequält von bitterm Schmerz; wir sehn ihn an und weinen, voll Mitleid bricht das Herz. Du pflanztest ja dem Herzen des Mitleids Triebe ein, wie solltest du, o Vater, ihm nicht Erbarmer sein? 3. Sieh deine Kinder fle hen für ihren Bruder dich. Erbarme dich des Schwa Bei besondern Todesfällen. 745. alle Menschen müſſen sterben ze. Wer mit Lust und Eifer strebte, nützlich in der Welt zu sein; wer nicht bloß für sich nur lebte; Menschen suchte zu erfreun; deß Gedächtniß bleib und daure; seine Nachwelt klag und 623 5. Also ehret edle Brüder, wenn sie nun in Frieden ruhn; dann so wird man einst auch wieder, wenn ihr ihnen folget, thun. Fortzupflanzen eure Namen, eure Tugend nachzuahmen, ener Beispiel zu erncun, wird sich eure Nachwelt freun. 6. Wenn ihr sterbet, wird sie klagen: wieder starb ein edler Mann! Gott 3. Dann so kehren sei- belohn ihn, wird sie sane Thaten segnend in die gen; nimm auch ihn zu EhWelt zurück; bleiben im- ren an; laß ihn deinen mer reiche Saaten für der Himmel erben! laß uns Nachwelt Heil und Glück. seines Todes sterben! Preis Gott, der Richter aller und Unvergänglichkeit dem, Welten, wird sie öffent- der gut zu sein sich freut! lich vergelten; jede bringt er einst ans Licht; unbeLohnt bleibt keine Pflicht. Bei besondern Todesfällen. und traure, wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schätzen kann. 2. Unvergeßlich sei sein Name! ihm glänzt jetzt ein schönrer Tag! jeder folg ihm, jeder ahme seiner Tu gend Thaten nach! sanft und heiter strahl er immer; wie der Abendröthe Schimmer sanft und lieblich Gottes Welt, eh es Nacht wird, noch erhellt! 746. Liebster Jesu wir sind hier zc. 4. Preist den Herrn und Sanft, wie er gewandelt seine Liebe, daß sein Tod, hat, endet sich, zum der euch betrübt, Neiz Trost der Seinen, dieses zum Guten, Lust und Edlen Erdenpfad, dessen Triebe, ähnlich ihm zu Hingang wir beweinen; werden, giebt! preist den ihn, der sanft von und Herrn, daß seine Gnade geschieden, lohnet nun ihn der Tugend sichre die Nuh der Müden. Pfade wandeln ließ, und 2. Klage nicht an seiner bis ans Grab dazu Licht Gruft, die nur seine Hüll und Kraft ihm gab! umschließet, nur den Staub zu 624 Bei besondern Zeiten und Umständen. er zu Staube ruft, das sein viel zu früh, mir starb( Geist den Lohn genießet, und den Meinen, die alle der der Tugend ist beschieden, Seligkeit und Himmelsfrieden. wehmuthsvoll um( ſeinem ihn fie ihrem an( rem Grabe weinen. 3. Vater! tren ging er Wie seufzt mein kummerden Pfad wahrer Tugend volles Herz bei ſeinem bis ans Ende, und er gab Tod bei meinem Schmerz, nach deinem Rath seinen bei meiner Kinder ThräGeist in deine Hände, und die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. nen. 2. Entflohen ist mein bestes Glück, des Lebens 4. Laß der reinen Wahr- frohe Stunden wünsch ich heit Saat, ausgestreut von nun, ach, umsonst zurück; deinem Lehrer, keimen reich sie sind für mich veran heilger That! laß uns schwunden. Verlassen, würdige Verehrer seixer trostlos seh ich mich; erTugend schon auf Erden, barme, Gott, laß uns gut und weise dich bei meines Jammers Klagen. erbarme werden. 5. Laß ihn ruhen sanft und mild, deinen Freund, ihn fie 3. Gott, der du unerforschlich bist, du hast( e ihn uns ewig theuer! und ein mir entrissen; ich soll, weil Blick hin auf sein Bild, es dein Wille ist( te imsei uns fanft, wie Frühlingsfeier! Seine schönen mer hier vermissen. Doch Tugendlehren wollen wir ist( gleich getrennt von durch Thaten ehren. mir, so weiß ich( genießzt bei dir des Himmels hohe Freuden. er THIN nad 747. Aus tiefer Noth schrei ich zu 2c. Gr r 191 ie ( ihn, 4. Einst seh ich( e. starb, und starb mir dieß hoffe ich, mit Se jie. lig Bei besondern Todesfällen. 625 lichkeit umgeben; ich seh welch ein Schmerz! nun ( welches Glück welches Glück für erblassen! sehe mir das mich, in jenem bessern schönste Glück des Lebens Leben; ihn, fie, bewundre deiner nun entrissen. Weisheit Rath, die ( ewig zu beglücken. ihn, fie, 2. Wer hat mir so viel Unterricht fürs Herz gegeben? Wer lehrte mich so meine Pflicht für das 5. Die Dunkelheit wird Leben? war so sehr, wie mir dann Licht. Ich werde( er, bemüht, mich weise das verstehen, was meine schwachen Blicke nicht hier zu erziehen? 3. Wer ließ mich auf ganz enthüllet sehen: entder Tugendbahn so muthdecke dann mit frommem Dank den Zweck und den voll gehen? Wer half des Irrthums Zusammenhang von dei mir, so des ner Vorsicht Wegen. Wahn einzusehen? Liebte so 6. Drum will ich bei voll Zärtlichkeit mich auch bei meinen Fehlern? ( in fie der Welt entrissen hat, dem größten Schmerz emD por zum Himmel schauen. 4. Doch, Gott, ich kenne Du gießest denen Troft meine Pflicht aus deinen ins Herz, die dir, o Lehren, dich( faff ich Gott, vertrauen. Steh deinen Rath auch nicht) mir und auch den Mei- zu verehren. nen bei mit deinem Troste, Licht und Weisheit fehlt, Gott, und sei uns liebe- muß voller Vater. Wo mir ich bewundernd schweigen. 5. Auf deine Vorsicht gründet sich, Gott, mein Vertrauen. Ich weiß gewiß, du sorgft für mich, schauen deine Herz, ich bin weise Baterhuld, wirst meinen Kummer stillen. Rr 6. Dir, 748. Mit Fried und Freud ich rc. Ach, wie viel leidet nicht läßt mich mein meinen Vater, verlassen, seh( meine Mutter, 626 Bei besondern Zeiten und Umständen. 6. Dir, o Erbarmer, Wunsch nach viel zu früh, ist es leicht, mich zu be- doch, Herr, nach deinem glücken, dem Schicksal, das Willen! Wie blutet mein so hart mir deucht, zu verwundet Herz! Wie entrücken; immer bleibst kämpf ich wider meinen du doch mein Trost in Schmerz, und weiß ihn meines KummersSchmerzen nicht zu stillen! Zwar für 7. Da, wo ich weder den Himmel reiften sie, Hilf noch Rath weiß zu doch meinem Wunsch nach entdecken, darf mich der viel zu früh! Zukunft dunkler Pfad doch 2. Ach, meine Kinder nicht schrecken. Du wirst sind nicht mehr! Vorbei mein Versorger sein und ist meine Hoffnung, leer ferner mich erziehen. von Freud ist nun mein 8. Verleih mir Weis- Leben! Ich sah sie wie den heit, Kraft und Muth zur Frühling blühn; dir, Gott, Tugendliebe, daß ich, zu hofft ich sie zu erziehn, dir, werden wahrhaft gut, stets der sie mir gegeben! mich übe deiner Frommen Mein Alter sollten sie Bahn zu gehn, und als erfreun, einst Zeugen meiein Chrift zu handeln. nes Todes sein. 9. Laß mich der Bösen 3. Du aber sprachst: sie Umgang fliehn, das La- sind mir schon erzogen! fter scheuen, mich seinem gieb sie mir, mein Sohn! falschen Reiz entziehn, und Hoch will ich sie erhöhen! mich freuen, wenn es mei Sie werden nicht dein Alnem Fleiß gelingt, mich ter freun, nicht deines Toselbst stets zu besiegen. des Zeugen sein, du sollst sie sterben sehen! Dein Will, o Herr, mein Gott, geschah: ich war es, der sie sterben fah! dein 749. O Ewigkeit, du Donnerwort zc. ür 4. ich Frenie, ach! meinem Gebot; laß mich nur meiner Bei besondern Todesfällen. 627 750. ner Kinder Tod, Allgütiger, beweinen! Du, der du aller Vater bist, Aus tiefer Noth schrei ich zc. ( o viele Mütter freuen und fühleft, was ein Vater S ist, laß mich nun gehn fich, sehn ihre Kinder und weinen! Verzeih den blühen, sie preisen ihren Trieben der Natur; nicht Vater, dich, wenn sie fie murren, weinen will ich nur! gut erziehen; du schützest sie von Jahr zu Jahr vor jeder drohenden Gefahr, 5. Auch meine Thrä- bewachst ihr junges Leben. nen preisen dich, sie sind 2. Mir nur entzogst du die Zeugen, Gott, daß ich jedes Glück, das Tausende die liebte, die du liebeft, genießen, mich zwingt ein und nun im Lichte deines trauriges Geschick, das meine Throns selbst in Er- einzubüßen; so sehr ichs kenntniß deines Sohns auch mit Schmerz gebar, in aller Tugend übest. so sehr es auch mein LiebHerr, meine Seufzer dan- ling war, so muß ichs ken dir; bisher vertrautest doch verlieren. du sie mir! trostlos sehnen. Ich werd ihr Vater wieder sein, und ewig mich mit ihnen freun. 3. Wie klopft mein mütterliches Herz! Ich weiß 6. Mit Thränen preis mich nicht zu fassen, und ich dich auch einst, wenn muß mich meinem tiefen du zum Weltgericht er Schmerz, dem Gram mich scheinst, ach! dann mit überlassen. Du sahsts, Freudenthränen. Dann wie unruhvoll, wie bang werd ich meine Kinder sehn, ich, eh es starb, die Hände mit ihnen auf dem Staube rang, sahst meines Kumstehn, mich nicht mehr mers Zähren. 4. Sie flossen, und sie fließen mehr an seinem frühen Grabe, weil ich durch seinen Tod so sehr, so viel Rr 2 ver= 628 Bei besondern Zeiten und Umständen. verloren habe! ich wünsche 8. Hier konnte leicht der mir umsonst das Glück, Tugendfeind sein weiches umsonst die Freude mir Herz verführen, dieß leicht zurück, die sein Besitz mir durch einen falschen Freund schenkte. die innre Ruh verlieren; dein thut, ist weise, ist 5. Doch, Gott, ich kenne und welch ein tiefer, bittrer meine Pflicht, im Schmerz Schmerz wär dieses Schick auch dich zu ehren; fal für mein Herz bis an du kannst, als Menschen- mein Grab geworden. vater nicht mein ganzes 9. Jetzt ist es, was es Wohl zerstören. Denn hier nicht war, frei vom Alles was Wille Verlust der Tugend, begerecht fürchtet nicht mehr die Geund gut, und wird es im- fahr der unbewachten Jumer bleiben. gend, darf jetzt nicht mehr 6. Ich weiß, du bist Verführer fliehn, sich nicht ein Gott voll Huld auch mehr ihrem Reiz entziehn, bei des Lebens Plagen; lebt in dem Chor der Engel. gieb mir nur muth, gieb 10. Einst werd ich deiner mir Geduld, mein Schif- Weisheit Rath, Erhabsal zu ertragen. Zwar ist ner, ganz erfahren, wird es immer hart und schwer, dein mir hier noch dunkmein Leben jetzt ganz freu- ler Pfad im Glanz sich. denleer: doch du, du bleibst offenbaren; jetzt, voll von mein Vater. dieser Zuversicht, dann 7. Mein Kind ist glück- reich an jenes Glanzes lich, ist befreit von dieses Licht bewundr ich deine Lebens Leiden genießet in Führung. der Ewigkeit noch nie empfundne Freuden; wünscht um kein einzigs Erdenglück sich nicht in diese Welt 751. Kommt her zu mir 20. zurück, und wird nie wie- Ach hier nicht mehr! ach der sterben. fern von mir bist du! ich 629 Bei besondern Todesfällen. ich seh nichts mehr von ich fröhlich wiedersehn. dir, getreue, gute Seele; O freudenvolle Stunde! entflohn aus meinen Ar- Ich eile deinen Armen zu, men weit, im Lande der unsterblich ich, unsterblich Unsterblichkeit lebst du, ge- du, zum neuen Freundtrene Seele! schaftsbunde. 2. Der Freundschaft Lab- 6. Dann schau und bet sal ist dahin, dein Trost, ich an mit dir; ein Herz wenn ich verlassen bin, und Seele singen wir vom unsrer Leiden. dein Mitleid, wenn ich lei- Nutzen de. Mir fehlt, mir fehlt Wir preisen Gott und seidie treue Hand am Weg nen Sohn und fühlen unins beffre Vaterland, mir sers Glaubens Lohn, des fehlt des Lebens Freude! Himmels hohe Frenden. 3. Doch sei mein Schmerz 7. Gedanke der Unsterb= auch noch so groß, mein lichkeit! Erheitre jede DunFreund ruht nun in Got- kelheit, und stärk mich, tes Schooß. Vor Gott wann ich wanke; besiege will ich mich beugen. O jede Leidenschaft; Seliger, genieß dein Glück! fülle mich mit Muth und ich wünsche dich nicht mehr Kraft, du himmlischer Gezurück, geduldig will ich danke! schweigen. er= Am Grabe. 752. 4. Ja schweigen will ich, Gott vertraun, auf seine gute Führung schaun, und gehn auf Gottes Wegen. Einst schwingt mein Geist Machs mit mir. Gott, nach ze. Geweihter Ort, wo Saat, von Gott gesät, dem sich auch empor; ich finde, großen Tage der Ernte verlor; reist! Sei mir gegrüßt, du mein Freund eilt mir ent- Ort, wo jede Klage verstummt, wo mancher Ruwas ich hier gegen. 5. Du, Seliger, Seliger, wirst he fand, der sie auf Ervor mir stehn, dich werd den nie gekannt! Nr 3 2. Zwar 630 Bei besondern Zeiten und Umständen. 2. 3war flossen hier der 6. Dann kann mein Thränen viel, wenn von Blick vom Leichenfeld zum des Freundes Herzen den Himmel sich erheben; und treusten Freund das Schick- winkt auch mir das kühle fal riß; - mit tief ge- Grab, werd ich nicht fühlten Schmerzen hab ich ängstlich beben. Ich pflücke auch selbst, ach, manchem in der Blüthe Zeit die BluFreund die Abschiedsthräne me der Unsterblichkeit. hier geweint. 7. Was ihr einst wart, 3. Doch Schlaf ist ja das bin ich jetzt, ein Pildes Menschen Tod, er ger hier auf Erden; was schaffet Ruh den Müden, ihr, entschlafne Brüder, nimmt Leidenden die Bür- seid, werd ich vielleicht bald de ab und bringt zum werden. Nun dann ewgen Frieden. Weint, durchs Todesthal eilst du, Freunde, nicht; nicht; denkt: mein Geist, dem VaterWiedersehn! Die Todten lande zu! werden auferstehn! 4. Belebend sinkt ein 8. Doch dem nur wird Sonnenstrahl einft auf die der Uebergang zu jenem Gräber nieder; und was Vaterlande der Weg zum hier schläft, erwachet dann Heil, der edel hier des zum schönern Leben wieder. Lasters Sclavenbande zerIm Winter starb die riß, der in der PrüfungsRose; seht! fic blüht, vom zeit sein Herz der Tugend Frühlingshauch umweht. hat geweiht. 5. Und was man hier 9. Auf Gräbern der der Erde giebt, ist nur des Entschlafnen sei der TuGeistes Hülle. Unsterblich gendbund aufs Neue versicist des Menschen Geist! gelt, hier gelobe ich der Vernunft und guter Wille Tugend ewge Treue, und begleiten, wenn die Hülle heilig sei mir jede Pflicht, fällt, den Geist in jene bis einst mein Auge fterbeffre Welt. bend bricht. 753. Am Grabe. 631 753. Engel Tausenden, schaut solcher Gott nun, wie er ist, und seinen Heiland, Jesum Chrift. Nun laßt uns den Leib ze. ( o gieb denn, fromme Christenschaar, der Erde 7. Nimm den entseeldas, was Erde war, ver- ten Leib, o Gruft, bis ihn schaff dem Müden hier im einst Jesus Christus ruft, Sand die Ruhe, die er bis er, was nun der Tod einst nicht fand. zerstört, einst neu belebet und verklärt. 8. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und 2. Ruhe, Wunsch des Dürftigen, du letzter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo Ewigkeit, damit wir ihren keine Thräne weiter fließt! Wink verstehn, und freu3. Hier endigt sich der dig ihr entgegen gehn. Feinde Truß, hier findet der Gedrängte Schuß, hier wird im süßen Schlaf er. quickt, den manche Hitz und Last gedrückt. 754. Nun laßt uns den Leib 2c. Mir ir bringen weinend un4. Hier weicht die Ho- sern Dank; wir stamheit mit dem Glück, der meln dir den Lobgefang, bloße Mensch bleibt nur dir, der den Retter aus zurück. Ein Sarg nur der Noth gesendet hat, den und ein Leichenkleid sind sanften Tod. nun die ganze Herrlichkeit. 2. Des Todes Kampf 6. Hier hört der Kampf war schwer und heiß, des Chriften auf; vollen- die Stirne deckte falter det ist sein saurer Lauf. Schweiß; hoch hob das Der Geist eilt in sein Va- Herz und zitternd sich, da terland, ist ganz beglückt kam Gott und erbarmte in Gottes Hand. sich. 6. Gebracht zur Schaar 3. Nun schlummert er, der Siegenden und zu der den wir geliebt, die Seele, 632 Bei besondern Zeiten und Umständen. le, die kein Kummer trübt, ihn einst der Herr! Er ist ewig! ewig wird sie war schon Staub, und nun von dieses Lebens wirds nur mehr. Er Kampfe ruhn. schläft, verweft; doch einst 4. Denn Seligkeit ist erwacht er wieder aus des ihr gewährt; der Leiden Todes Nacht! Eine Stimme. Kelch ist ausgeleert; sie hört des Weinens Stimme Du wirst mein aufgenicht, freut sich vor Got- löst Gebein, o du, Vertes Angesicht. wesung, weit verstreun! 5. In Frieden schlumm- Gott weckt den Staub einst re! Himmelsruh strömt wunderbar; gezählet ist er, dir vom Throne Gottes wie mein Haar! zu. Bald legen unsern Chor. Pilgerstab auch wir bei 3. Des Frommen Seele unsern Gräbern ab. lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, von aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 755. Nun laßt uns den Leib te. Eine Stimme. Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des des Gott ist barmherzig und Richters Stimme ruft! verstößt im Tode nicht, die Wir säen ihn; einst blüht er erlöst: nicht die, für er auf, und steigt verklärt deren Missethat sich Jesus zu Gott hinauf. ſelbst geopfert hat. Eine Stimme. Chor. Grabt mein verwesliches 4. Er wandelt hier im Gebein, 0, ihr noch finstern Thal; er duldete Sterblichen, nur ein! Es oft Schmerz und Qual bleibt, es bleibt im Grabe es folgten manchem Freunicht, denn Jesus kommt dentag bald Schmerz und und hält Gericht! Gram und Sorgen nach. Chor. Eine Stimme. 2. Aug Staube Oft hat bei euch mich Gott schuf Am Grabe. Gott erquickt; doch hat Chor. auch Trübsal mich gedrückt. 7. Sohn Gottes! Mitt3m finstern Thale wandelt ler! Ach, dein Tod stärk ich, doch führte Gott, mein uns in unsrer letzten Noth! Vater, mich. Laß unsre ganzeSeele dein, und freudig unser Ende sein! Chor. 5. Viel mehr litt er, der uns versöhnt, und himmlisch seine Sieger krönt! O Lohn! für wenig Pein! Dann wirds wie Träumenden uns sein! 633 756. Einen guten Kampf hab ich ie. Lohn Gebt dem Tode feinen Raub, Würmern ihre Gabe; Seelen werden nicht zuStaub, schlummern nicht im Grabe. Hier ist gut sein! Senkt sie ein, laßt die Erde rollen; uns sie segnen, und uns freun, daß wir sterben sollen. Eine Stimme. Treu blieb ich Gott bis an mein Grab; nun trocknet er die Thränen ab. Was sind die Leiden die ser Zeit beim Anblick jener Herrlichkeit! Chor. 2. Erntefeld! hier ruhen sie, Christen, unsre Brüder; kämpften, aber käm6. Nun, du Erlöster, pfen nie nun auf Erden schlaf in Ruh! Wir gehn wieder. Heil dem Guten, nach unsern Häusern zu, der hier fand sanfte Ruh und machen zu der Ewig- der Müden; unter Gottes keit mit frohem Eifer uns Vaterhand schlummert er bereit. in Frieden. Eine Stimme. Ja, lasset mich in mei3. Saaten der Unsterblichkeit, heilige Gebeine! ner Ruh, und geht nach Bald verfließt auch unsre euren Häusern zu. Schafft, daß ihr selig werdet, ringt, bis ihr auch euch der Erd entschwingt. Zeit, ruft der Tod: Erscheine! Ruft er dann, wir sind bereit! Wer des Lebens Gabe nützet für die Ewig 634 Bei besondern Zeiten und Umständen. Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. 758. Nun ruhen alle Wälder zc. 757. Da a Nun laßt uns den Leib ze. stehen wir, die Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Mir ir stehn ums Grab und hoffen doch; der Gruft. Wir singen auf hier verwefet, lebet noch. vom Staube, uns stärkt Er lebt, von Sünd und der Christenglaube, daß Schmerz befreit, ein Leben Gott uns einst zum Leben der Unsterblichkeit. ruft. 2.Ruh sanft! Dein Auge schloß sich zu, du wandelst in das Land der Ruh. Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 2. Fließt nun, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher beschließzet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, müt terliche Erde, dein Kind, frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf. 3. Sei ihm ein Ruheflüchtig wallen wir auf uns- bette, nachtvolle Grabesrer Pilgerbahn hinab zur Abendruh ins stille Grab. 3. Du gingst voran, wir folgen dir; unstät und stätte, und deck ihn fühlend zu. Er schlafe hier in Frieden den stillen Schlaf der Mäden, des Kranken lang erseufzte Ruh. 4. Senkt nun den Leichnam nieder zum Staube meiner Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab 5. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie ist sanfter Schlummer, ihn wir den unsrigen, beweint, stört fein Erdenkummer; sei, Jesus, unsre Zuver- Gott ist es, der ihn einst sicht, wenn unser Herz im erweckt. Tode bricht. 5. Zum Leben ohne Sor4. Du wirst uns unvergeßlich sein; dein Herz war liebend, fromm und rein, mit List und Falschheit unbekannt, mun ruhts in Gottes Vaterhand. Am Grabe. Sorgen weckt ihn der frohe sehn einst( die Entfichlafene Morgen, wo eine Welt wieder! Nun ruhe sanft. erwacht. Heil diesem todten Staube! so singt der Christen Glaube: auch er erwacht, auch er erwacht. 635 760. Jesu, Jesu, meine Freude zc. Das Gedächtniß aller guten, aller edlen Seelen, Betrübte! Dort wandelt sei stets der Nachwelt theur der Geliebte nach Fin- und heilig! Von des Irrsterniß im Licht. Ver- thums Banden frei, schöpfen sie in lichter Klarheit aus der Quelle ewger Wahrheit; gönnet ihm die Freude, o wehret eurem Leide, und wischt die Zähre vom Geficht. 2. Ernten nun den reichsten Segen von der Tugend Kampf und Müh; und uns dringt der Nuf zum Herzen: wirket, kämpfet, lebt wie sie. Nennt mit Dank der edlen Namen, und strebt ihnen nachzuahmen! 759. Es ist genug, so nimm 2c. Nun ruhe sanft( des Freundes Hülle du, ruh sanft im Grabe hier! Nach Kampf und Müh ist füß dem Müden Ruh. Und Heil und Heil sei dir, Heil 3. Wer im Stillen Gudir, o Geist, von Gott ge- tes wirket, werdurch Lehre, geben, geschaffen für ein Rath und That Schmerz ewigs Leben, Heil, Heil und Leiden hat gemildert, ſei dir! Menschenwohl befördert 2. Und Heil auch uns! hat, wer als MenschenGetröstet blicken wir zu freund gehandelt, fromm Gottes Himmel auf. Wir und schuldlos hat gewankommen einst, o Seliger Selige delt: zu dir, wenn unser Pilger 4.11nd wer für der Wahrlauf vollbracht ist; weint heit Rechte, für der Tunicht trostlos, Brüder! Wir gend Heiligthum, für der Mensch 636 Bei besondern Zeiten und Umständen. Menschheit besten Segen, und strebet jenes Ziel einst für des Geistes höchsten zu erringen. Gott, o laß Ruhm willig Ruhe, Glück es uns gelingen. und Leben hat zum Opfer hingegeben: 762. 5.Das Gedächtniß dieser Edlen soll uns allen heilig Christus, der ist mein Leben 2c. sein. Dringe uns der Ruf Blickt an des Freundes zum Herzen: Weiht euch Grabe nun zu dem für den Himmel ein! Himmel auf! Bald ist für Strebt, durch Frömmigkeit auf Erden ihnen ähnlicher zu werden! diese Erde vollbracht auch euer Lauf. 2. Doch wer das Unrecht meidet, gerecht und billig ist, und fromm und redlich wandelt, als Men761. Es ist genug, nun geh ich 2c. Blickt, Pilger, auf zum schenfreund und Christ: 3. Der bebt nicht vor Vaterland! Er ist nicht mehr hienieden, der dem Grabe. Zum Himewge Geist! In Frieden mel kehrt der Geist, der ruht hier sein irdisches Ge- durch ein frommes Leben wand. Die ihr noch le-- Gott, seinen Schöpfer, bet im Pilgerlande, geh Vor dem heiligen Abendmahl. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze, und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, und der freudige Geist enthalte mich. Pf. 51, 12-14. 637 763. Herr Christ, der einge 2c. Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wie wol arm und Naß uns in deiner Liebe schwach, dir Dankopfer und Erkenntniß nehmen schenken. zu, daß wir im Glauben bleiben und dienen im Geist so, daß wir hie 766. mögen schmecken dein Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, die Liebe des Vaters, und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen! Amen. Süßigkeit im Herzen, und dürsten stets nach dir. 764. Christe, du Lamm Gottes, der du trugst die Sünde der Welt, erbarm dich unser. 767. heiliger Geist! o heiliger Gott! du wer2. Christe, du Lamm ther Tröster in der Noth! Gottes 2c. du kömmst, gesandt vom Himmelsthron, von Gott, dem Vater und dem Sohn: tröst allezeit uns im Drange der Noth. 3. Christe, du Lamm Gottes gieb uns deinen Frieden! Amen. - 765. 2. O heiliger Geist! o heiliger Gott! lehr uns dein göttliches Gebot: Christus, der uns selig zc. hilf, Christe, Gottes weck unser Herz zur TuSohn, durch dein gend auf, und fördre gubittres Leiden, daß wir ter Thaten Lauf: denn dir stets unterthan, all Frömmigkeit kömmt aus Untugend meiden, deinen deinem Gebot. Anh. zum Mühlh. Gesangb. Tt 638 3. O heiliger Geiſt! o heiliger Gott! die Welt 768. treibt mit dem Glauben Schaffe in mir, Gott, Spott: doch selig, wer ein reines Herze, und an Christum glaubt, und gieb mir einen neuen ge nicht sich selbst den Him- wissen Geist: verwirf mich mel raubt! den Glau- nicht:,: von deinem Angeben erweckst du, heiliger sicht:,: und nimm deinen Gott! heiligen Geist nicht von mir. 4. heiliger Geist! o heiliger Gott! wenn 2. Tröste mich wieder Sünde mit Verdammniß mit deiner Hülfe, und droht, so gebe deine Got der freudige Geist enthalte teskraft uns Muth zur mich:,: wasche mich wohl:,: Geistes Ritterfchaft: wir von meiner Missethat und siegen alsdann, wir siegen reinige mich von meiner mit Gott! Sünde. 5. heiliger Geist! 769. o heiliger Gott! du gro, Gott sei gelobet und ge ßer Herrscher Zebaoth! erheb uns einst ins Won- selber hat geſpeiſet mit nereich, und mach uns seinem Fleische und mit deinen Engeln gleich! be- seinem Blute: das gieb glück uns, o Gott! be- uns, Herr Gott, zu gute. glück uns, o Gott! 6. heiliger Geiſt! Herr, sei uns gnädig! 2. Gott geb uns allen o heiliger Gott! verlaß seinen Gnadensegen, daß uns nicht in Noth und wir gehn auf seinen WeTod! Wir sagen, Herr, gen in rechter Lieb und dir lebenslang für deine brüderlicher Treue, daß Hülfe Lob und Dank! uns die Speis nicht ge Wir preisen dich noch rene. Herr, sei uns im Himmel, o Gott! gnädig! turbing 770. Wer nur den lieben Gott läßt 2c. Freis dir und Dank und Freudenthränen für deine Liebe, Jesu Christ, der du, mit Gott uns zu versöhnen, für uns am Kreuz gestorben bist! So hilf uns Herr, Wie viel haft für uns Herr, unser Gott. gethan! Wir beten deine Vor Irrthum und der Spötter Gift; Vor Sünden und des Lasters Macht; e Liebe an. 2. Uns Allen ward dein wir Vor Leichtsinn, Stolz, Sicherheit und Trägheit; nonG Vor der Verführung Reiz und Trug; im Vor Zwietracht, Aufruhr und Empörung; Vor Krieg, Gewalt und Blutvergießen; Vor Hagel, Feuer und Wassersnoth; Vor Theurung und ansteckenden Krankheiten; Vor schnellem Tod in unsern Sünden; Vor dem ewigen Tod; dua Behüt uns Herr, Brod gebrochen; tranken deines Bundes Wein, und, haben feierlich versprochen, bis in den Tod dir treu zu sein! Verleih uns Kraft,- so flehen wir- den heilgen Eid zu halten dir! 771. Litanei. Gwiger Erbarine dich. Herr, Herr, Gott ad Erbarme dich. Ewiger, 639 Herr Gott heiliger Geist, du Beistand und Tröster. Erbarm dich über uns! Ach, wir sind Sünder, Verschon uns Herr, Herr, unser Gott. Doch wir sind dir verföhnt! Erbarme dich. Herr Gott Vater, in Schöpfer, Herr, unser Gott. Herr Gott Sohn, du Durch deine Baterhuld, Mittler und Erlöser, Erbarmer; Tt2 640 Durch deine Liebe, Sohn Denleidenden Erquickung, Trost undHülfesenden; Deinem Evangelio den Sieg wider Unglauben und Aberglauben verleihen; Gottes und Erlöser; Durch alles, was du für uns thatst und litteſt; Durch deinen Tod am Kreuze: Durch dein Auferstehen; Durch deine Herrschaft auf dem Thron des Vaters; In jeder Noth, die wir empfinden; Wenn niemand retten kann, als du; Hilf uns, Herr, Herr unser Gott. Wir Sünder bitten dich, Du wollest uns erhören, Herr, Herr, unser Gott. Und deine Knechte schützen, segnen und erweitern; Alle Lehrer in der Wahrheit und des Lebens Reinigkeit erhalten; Wollest deines Geistes Kraft zum Unterrichte geben; Durch dein Wort die Welt erleuchten und verbessern; Die Irrenden zurück auf deine Pfade leiten; Allen Spaltungen und Aergernissen wehren; Alle Kaiser, Könige und Fürsten mit Eintracht und mit glücklicher Negierung segnen; Unsern König mächtig schützen und erhalten; Und Heil und Glück und jedes wahre Gut ihm schenken; Und Sieg im Kampf für Unsrer Herrschaft Gutes unsre Wohlfahrt geben; thun und segnen alle, die ihr dienen; Unserm Nath und der Gemeine helfen und fie behüten; Das ganze Vaterland be schirmen und beglücken; Den Müttern und den Säuglingen Gedeihen, Kraft und Leben schenken; Unsre Jugend früh mit deiner Furcht erfüllen; Die Unterdrückten retten und befreien; Der Kranken und Verlasfnen dich annehmen; Der Wittwen und der Waisen Versorger und Vater sein. Unsern Feinden verzeihen und sie bekehren; Aller Menschen dich erbarmen; 772. Des Landes Früchte be- Nch, bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Herr, Gnaden stets erhören. Erhör uns Herr, unser Gott. Jesu Christe, Gottes Sohn, Erbarm dich über uns.. du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns. O du Gottes Lamm, das Ewiger, Herr, Herr, Erbarme dich. uns. O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Verleih uns steten Frieden. Herr, Herr, Erhöre uns. Erbarme dich. Ewiger, unser! 641 wahren und vermehren; Den Bergbau, Handel Jesu Christ, daß uns hinund Gewerbe segnen, fort nicht schade der FeinUnd unser Flehn aus de Macht und List! erbarme dich Amen. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, du ewges Wort! Zeig uns die Himmelspforte, und hilf uns hier und dort. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; die Wahrheit in uns pflanze, damit wir irren nicht! 4. Ach bleib mit deinem der Welt Sünde trägt, Segen bei uns, o reicher * Erbarm dich über Herr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr! 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt! Tt 3 642 6. Ach bleib mit deiner machten in der Welt be Treue bei uns, Herr, un- kannt dein Heil und deine ser Gott, Beständigkeit Rechte. Zuletzt ist selbst verleihe, hilf uns aus dein eigner Sohn, o Vaaller Noth! ter, von des Himmels Thron gekommen, uns zu lehren. 773. Gott, der da reich ist 3. Für solches Heil, von Barmherzigkeit, sei, Herr, gepreißt! Laß durch seine große Lieb, uns dabei verbleiben, und damit er uns geliebet hat, giebuns deinen guten Geist, da wir todt waren in den daß wir dem Worte glänSünden, hat uns ben, daß wirs annehmen sammt Christo lebendig jederzeit mit Ehrfurcht, gemacht, zu erweisen den Treu und Willigkeit, als überschwenglichen Reich Gottes, nicht der Men thum seiner Gnaden, durch schen. Jesum Christ. er 774. Sei Lob und Ehr 2c. 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott nie unser Herz bethöre; sich selbst bestrafen schrecklich, Mir Menschen sind zu Gott, Berächter deiner dem, o Gott, was Lehre. Erweck uns durch geistlich ist, untüchtig. der Wahrheit Kraft, und Dein Wesen, Wille und was sie Gutes in uns Gebot ist viel zu hoch schafft, das laß uns treu und wichtig; wir wissens bewahren. und verstehens nicht, wenn nicht dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir uns zeiget. 5. Herr, öffne selbst Verstand und Herz, daß wir dein Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Frend 2. Drum hast du eh- und Schmerz es aus der mals ausgesandt Prophe- Acht nicht lassen; daß ten, deine Knechte; sie wir nicht Hörer nur allein 643 des Wortes, sondern Thä- erleuchten mög und leiten! ter sein, Frücht hundert- O heilger Geist, dein göttfältig bringen.lich Wort laß in uns 6. Drum mache du uns wirken immerfort Geduld, Alle gleich dem fruchtbar Lieb, Hoffnung, Glauben. guten Lande! Mach uns an edlen Werken reich in unserm Amt und Stande! 775. Alle Menschen müssen zc. Laß uns in Demuth und Eins ist noth! Herr, Geduld bewahren deine Lehr und Huld in einem guten Herzen. dieß Eine lehre meine Seele doch! Alles Andre, wies auch scheine, ist nur 7. Laß uns stets, weil ein beschwerlich Joch, wir leben hier, der Sünder unter dem das Herz sich Weg vermeiden! Gieb, quälet, und der Ruhe daß wir halten fest an doch verfehlet. Nur dieß dir im Wohlstand, wie einzige giebt mir wahren im Leiden. Rott alles aus, Frieden dort und hier. was dir mißfällt, hilf uns 2. Seele, willst du diedie Sorgen dieser Welt ses finden: suchs bei keiund böse Lüste dämpfen. ner Kreatur. Laß nichts 8. Erhalte stets dein Irdisches dich binden; Wort uns rein; laß es Erdengüter täuschen nur. in Finsternissen ein Licht Suchs bei dem, der dich auf unsern Wegen sein; den Willen deines Gottes hilf, daß wir draus ge- lehrt erfüllen: Jesus sei nießen Kraft, Rath und dein bestes Theil! Er Trost in aller Noth, daß führt dich zum wahren wir im Leben und im Tod Heil. beständig auf dich trauen. 3. Lenke selbst, Herr, 9. Laß sich dein Wort das Verlangen meines zu deiner Ehr, o Gott, Herzens hin nach dir; sehr weit ausbreiten! Hilf, deiner Wahrheit anzuJesu, daß uns deine Lehr hangen, schenke Trieb Tt4 644 und Kräfte mir! Wenn du Allen geben, die mit auch Andre sie nicht ach- Eifer sich bemühn, stets ten: ich will sie mit Lust der Sünde Dienst zu betrachten, und, mich fliehn. deines Heils zu freun, ihren Lehren folgsam sein. 7. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, und mein 4. In dir ist der Weis- Alles sein. Prüf und heit Fülle. Was die forsche, wie ichs meine; Seele ganz beglückt, zeigst laß mich fern von Heucheldu mir; und wenn mein schein, Herr, mein Hei Wille sich in deine Ord- land, schon auf Erden nung schickt: dann werd durch dich gut und selig ich wahrhaftig weise, mir werden, treu dir sein bis zum Heil und dir zum in den Tod: dieß, dieß Preise; lerne Gottes Rath Eine nur ist noth! verstehn, und den Weg des Lebens gehn. 5. Mit Vergebung mei776. Nicht so traurig, nicht so.c. nicht ner Sünden, Herr, be- Traure, traure nicht ſo gnadigst du mich dann, sehr, Seele sei läsfest wahre Ruh mich so betrübt, wenn dir finden, daß ich fröhlich Gott von Gut und Ehr rühmen kann; ,, wer ver weniger, als andern, giebt. mag es, mir zu schaden? Laßß dir gnügen. Trau bin ich doch bei Gott in auf Gott. Hast du Gott, Gnaden!" Diese Freudig- so hats nicht Noth. keit in mir, mein Erlöser, dank ich dir. 2. Was hast du, o Menschenkind, für ein 6. Aber du bist meiner Recht zu Gut und Geld? Seele auch zur Heiligung Alle, die geschaffen sind, gemacht. Daß sie dich sind als Diener in der zum Vorbild wähle, stär- Welt. Gott ist Herr in ke sie mit deiner Macht. seinem Haus; wie er will, Muth und Kraft zum heil- so theilt er aus. gen Leben kannst und willst 645 3. Ist der Mensch denn 7. Daß du doch so darum hier, daß er Schä- unbekannt mit dem vielen te sammeln soll? Schau Guten bist! Sieh, dein den Himmel über dir! Geist, mit Gott verwandt, Dort ist unvergänglichs und erlöst durch Jesum Wohl. Gott schuf dich Christ! Sich, welch Gunicht für die Zeit, sondern tes Gott uns schenkt! für die Ewigkeit. Gutes, das man nicht bedenkt! 4. Thöricht ist, wer sich hier kränkt um ein 8. Zähle deine Glieder! wenig Eitelkeit, da ihm Sieh, wie so brauchbar, Jesus Schätze schenkt, wie voll Kunst! Sage, welche keine Zeit zerstreut. wer verlöre sie? Sie erBleibt der Himmel dein hielt dir Gottes Gunst. Gewinn, fahr die Erde Gott gab Nahrung, Gott immer hin! gab Glück, Gott entfernte Mißgeschick! 5. Schau doch alle Güter an, die dein Herz denk, wie so gnädig er 9. Ueberlege, forsch und für Güter hält; sag ob eins dir folgen kann, wenn doch ist, welche Güter, du gehest aus der Welt? welch Geschenk er uns Stirbst du, naher Augen- gab durch Jesum Christ! blick! bleibet alles hier zurück. Du hast mehr als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr! 6. Das ist nur dein 10. Fände, der im Himbestes Theil, was der mel Lebt, das, wornach Tod dir nicht entreißt, dein Fleisch und Blut Gottes Gnade, Jesu mit so großer Sehnsucht Heil, Fried und Freud strebt, deiner Seele nütz im heilgen Geist. Erden- und gut; ließe seine Gü gut zerfällt und bricht, tigkeit dich gewiß nicht Himmelsgut verschwindet unerfreut. nicht! 11. Gott ist ja so lieTt 5 646 bevoll, ist von Herzen ihn durch dein Leben; ihn fromm undtren. Wenn du ehre nicht allein der Mund, wünscheft: prüft er wohl, dein Herz sei ihm ergeben! wie dein Wunsch beschaf- Wie hat er dich verpflichfen ſei. Ist dirs gut, tet sich durch seine Huld so geht ers ein; ist dirs und Gnade! Sei treu schädlich, spricht er nein. dem Herrn und wandle 12. so richte doch gern der Tugend sichre empor dein betrübtes An- Pfade. gesicht! Laß das Trauern! Gott erfor dich für dieſes Jugend auf; laß keine Leben nicht. Wisse, jen- Lust, kein Leiden dich je ſeits leben wir; wiß es, in deines Lebens Lauf von und sei muthig hier! 2. Sei Gott getreu von 13. Setze mit zufried- seiner Liebe scheiden; denn nem Sinn deinen Wün seine Tren wird täglich ſchen Maaß und Ziel. neu; ſein Wort kann nieNimm, was Gott giebt, mals trügen. Was er dankbar hin. Weck dein verspricht, das bricht er dankbar hin. Weck dein nicht: daran laß dir geHerz auf zum Gefühl, daß nicht: daran laß dir gedir mehr gegeben ist jetzt nügen. schon, als du würdig bist. 3. Sei Gott getreu in 14. Gehe deines Lebens jedem Stand, in welchen Bahn immer Gottes ein- er dich setzet; dann schützt gedenk. Was auch kommt, dich seine starke Hand. das nimm du an als Wer ist, der dich verletzet? ein wohlbedacht Geschenk. Schau nur auf ihn voll Geht dirs widrig; laß es Glaubens hin, und folge gehn! Gott und Himmel dem Gewissen; dir wird, bleibt dir stehn. was dir begegnet hier, zum Besten dienen müssen. 777. 4. Sei Gott getreu, sein theures Wort freiWas mein Gott will ic. ei Gott getreu und müthig zu bekennen, vor seinem Bund; bekenn 647 Jedermann, an jedem allein gelegen; du bist Ort, dich seinen Freund unser höchstes Gut? Wer zu nennen. Was in der dich über alles schätzet, Welt dir wohlgefällt, muß auf dich seine Hoffnung alles bald vergehen; nur setzet, lebt getroft und Gottes Wort bleibt im- stirbt mit Muth. merfort zum Heil der Frommen stehen. 2. Du, der mich bisher ernähret, tausend Freu5. Sei Gott getren, den mir gewähret, bist so wirst du dann durch und bleibest ewig mein. ihn auch Stärke finden. Du, mein Vater und Er nimmt sich deiner Regierer, wirst mein Hel Schwachheit an; bekäm- fer und mein Führer durch pfe nur die Sünden in mein ganzes Leben sein. seiner Kraft, die Sieg 3. Glück der Welt verschafft. Doch wirst du und ihre Freuden, ihre dich vergehen: daß dann Sorgen, ihre Leiden täudie Reu nur ernstlich sei, schen und vergehn geum künftig fest zu stehen. schwind. Wohl dem, der 6. Sei Gott getreu bis sich aufwärts schwinget, in den Tod; laß nichts und nach jenen Gütern von ihm dich wenden. ringet, die bestehn und Er fann, er will in jeder ewig sind. Noth dir seinen Beistand 4. Hoffnung soll mein senden. Der Leiden Nacht, Herz erquicken! Was mir der Bosheit Macht laß gut ist, wirst du schicken, nie dein Herz erschrecken. was du willst, ist SeligEs ist dir ja dein Retter feit. Ist mein Wunsch nah; sein Schild wird nach deinem Willen, o dich bedecken. so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zur rechten Zeit. 778. Alles ist an Gottes Segen 2c. 5. Dir, Herr, hab ich mich ergeben. Was Alles ist an deinem Se- von dir kommt, sei es gen, Herr der Welt, 648 Leben, sei es Tod, ist glimmt und bloß von mir Gewinn. Deine Gnad dir noch Kräfte nimmt, allein bestehet; alles 3r- wirst du nicht gar ausdische vergehet, und fährt, löschen. wie ein Strom dahin. 779. Aus tiefer Noth c. 4. Gieb nur Geduld und stärke mich, wenn ich in Schwachheit leide; ich halte mich allein au Machs lieber Gott, wie dich, und das ist meine dirs gefällt, in allen Freude. Die Welt sei meinen Sachen. Die Welt und bleibe Welt, Hoffnung ist auf dich ge- du bist der Schatz, der ſtellt, du wirsts am Be- mir gefällt, da ist mein sten machen: ich seh auf ganzes Herze. deine rechte Hand, dabei 5. Wenn du mich ist mir der Trost bekannt, schlägst, so dank ich dir, daß sie kann alles ändern. und will die Ruthe küssen; 2. Wills vor der Welt denn in dem Kreuze läßzſt unmöglich sehn? Deswe- du mir dein Vaterherze gen unverzaget. Was wissen, das wallt vor Gott will, das muß doch Liebe gegen mich. Du geschehn; wohl dem, ders sprichst: mein Kind, ich auf ihn waget. Der werde dich nicht lassen, Höchste kann im Augen- noch versäumen. blick durch seine Hand ein Mißgeschick in Glück und Heil verwandeln. 6. Das tröstet meinen blöden Muth, daß ich mich wenig fränke. Du 3. Zwar fällt mir oftein machst doch endlich alles Zweifel vor, der dieß und gut, und besser, als ich das will sprechen; doch denke. Wer weiß, wie wirst du das zerstoßne nah die Freudenzeit, da Rohr nicht vollends gar mir mein Herzenswunsch zerbrechen. Das Tocht gedeiht, und ich im Sedes Glaubens, das mir gen lebe. 649 7. Drum weiche Sorg ihn nicht; bin abgeneigt, und Traurigkeit! Ich bin vor Gott zu treten; ich in Gott zufrieden. Gott bet, und kann nicht glänhat mir schon zu rechter big beten; ich denke Gott, Zeit mein Theil und Heil doch ohne Licht. beschieden. Ist mirs zur 780. 4. Sonst war mirs Zeit noch unbekannt? so Freude, seinen Willen von kanns des Höchsten Wun- ganzem Herzen zu erfüllen; derhand doch bald und sein Wort war mir gefröhlich ändern. wiß. Jetzt kann ichs nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 5. Oft fühl ich Zweifel, der Freuden von dir ge- die mich quälen, heul oft wichen ist. Du klagst und vor Unruh meiner Seerufst: Herr, wie so lange? len, und meine Hülf ist Und Gott verzeucht, und fern. Ich suche Ruh, dir wird bange, daß du die ich nicht finde; in von Sott verlassen bist. meinem Herzen wohnt 2. Sind meine Sün- nur Sünde, nur Unmuth, klagst, o Christ, in schweren Leiden, und seufzest, daß der Geist Du u den mir vergeben; hat keine Furcht des Herrn. Gott mir Sünder Heil 6. Zag nicht, o Christ! und Leben in seinem Sohn Denn deine Schmerzen verliehn: wo sind denn sind sichre Zeugen besfrer seines Geistes Triebe? Herzen, als dir das deine Warum empfind ich nicht scheint. Wie könntest du die Liebe, und hoffe nicht dich so betrüben, daß dir getroft auf ihn? 3. Mühselig, sprichst du, und beladen hör ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär nicht dein Herz mit ihm vereint? 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch 650 Jesum einen Herrn zu 11. So wie ein Vanennen, als durch den ter über Kinder, erbarheilgen Geist. Hast du met Gott fich über Sünnicht diesen Geist empfan- der, die seinen Namen gen? Er ists, der dich scheun. Dein Seufzen nach Gott verlangen, und ist ihm nicht verborgen. sein Erbarmen suchen heißt. So fern der Abend ist 8. Vertrau auf Gott. vom Morgen, läßt er Er wohnt bei denen, die von dir die Sünde sein. sich nach seiner Hülfe seh- 12. Zwar ist um Trost nen; er kennt und will dir jetzo bange; denn dein Glück. Er höret dei- alle Züchtigung, so lange nes Weinens Stimme; sie da ist, scheint uns verbirgt er gleich in sei- hart. Doch nachmals nem Grimme sich einen wird sie friedsam geben kleinen Augenblick. Frucht der Gerechtigkeit 9. Gott ließ so manchen und Leben dem, der durch seiner Frommen in dieß sie geübet ward. Gefühl des Elends kom- 13. Fahr fort, zu beten men, und stand ihm mäch- und zu wachen. Gott tig bei. Du sollst dein ist noch mächtig in den Nichts erkennen lernen, Schwachen, ist Güte für sollst das Vertrauen auf und für. Laß dir an sei dich entfernen, und sehn, ner Gnade gnügen. Sein was Gottes Gnade sei. Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dir! 10. Vor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er dich seine Streng erfahren, und schickt dir diese Last. Er reinigt dich, wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, sein. Mir bleibt das Erbdamit du haltest, was du theil der Erlösten, und haft. will mich Gott nicht eher 14. Auf, fasse dich in deinen Nöthen! Sprich: wollte mich der Herr auch tödten; so harr ich dennoch 651 trösten, wird er mich doch im Tod erfreun. 4. Da wird gelehret Gottes Wort, das uns erquicket fort und fort, da wird der Glaub entzündet: Geduld, Lieb, Hoffnung, 781. Wie schön leuchtet zc. Komut her, ihr Christen, keusche Zucht, und was voller Freud, erzählet noch mehr des Geistes Gottes Freundlichkeit, Frucht, wird alles da gekommt her, und laßt er- gründet. Singet, 2c. klingen die Stimm des 5. Wie manches Land Dankens unserm Gott, ist nun zerstört, wo sonst laßt uns dem Herren Ze- ward Gottes Wort gebaoth mit frohem Munde lehrt, die Kirchen sind versingen. Singet, bringet fallen: hier stehn noch schöne Weisen, laßt uns Thür und Pfeiler fest, wir preisen Gottes Gaben, hören Christi Lehr aufs die wir zu genießen haben. beßt in seinem Tempel 2. Wir gehn in unserm schallen. Singet, 2c. Gotteshaus mit Herzens- 6. große Wohlthat, wonne ein und aus, auf die Gott thut an uns daß wir mögen finden den mit seinem Himmelsgut, edlen Schatz, des Lebens o große Lieb und Gnade! Wort, das uns zeiget die Herr, laß uns leuchten Himmelspfort, Verge hier dein Wort, sei unser bung unsrer Sünden. Trost an diesem Ort, daß Singet 2c. uns kein Feind je schade. 3. Da sehen wir mit Singet, 2c. Freudigkeit der Dienste 7. Ja, laß, o Gott, Mannigfaltigkeit, zu ehren das bitten wir, laß uns Gott im Tempel, da hört auch künftig für und für man mit Verwundern an, allhier zusammen komwas seine Güt an uns men. Erhalt dein Wort gethan, die Wunder ohn und Sacrament, verleih Erempel. Singet, zc. zuletzt ein seligs End, so 652 werden stets die Frommen hat der Christ noch von fingen, bringen schöne allen Seiten, was der Weisen, und dich preisen Seele schädlich ist, muum die Gaben, die sie thig zu bestreiten. Gott zu genießen haben. läßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wallest, in Versuchung fallest. 782. Straf mich nicht 2c. 5. Wache, daß die Mache dich, mein Geist, Macht der Welt nicht dein bereit; wache, bet Herz verkehre; nicht, wenn und flehe, daß auch in sie sich freundlich stellt, der bösen Zeit fest dein dich durch List bethöre. Glaube stehe. Ach, schon Wach und sieh, daß dich ist mancher Christ in Ver- nie die Verführer fällen, suchungsstunden plötzlich die dir Netze stellen. überwunden. 6. Wach und hab auf 2. ,, Sage nicht: noch dich wohl Acht, daß dich hab ich Zeit; jetzt noch nicht die Sünde, wenn darf ich schlafen." Denk zu ihr die Lust erwacht, an Tod und Ewigkeit, schimpflich überwinde. Sie an der Sünde Strafen; betrügt und besiegt leicht sich, der Tod, der dir den, der sich heuchelt, fest droht, kann dich leicht zu stehn sich schmeichelt. in Sünden unbereitet 7. Aber bet auch stets dabei, bete bei dem 3. Wache! dir ist un- Wachen; das wird dich bekannt, ob dich nicht von Trägheit frei und beauf Erden Prüfungen von hutsam machen. Gott Gottes Hand noch betreffen verleiht Festigkeit auf dem werden. Der fällt leicht, rechten Pfade durch erbet dem es deucht, daß er ne Gnade. sicher stehe auf der Tu finden. gend Höhe. 4. Wache! denn hier und beten, und, vermehrt 8. Nun, so will ich immerdar wachen, flehn 653 fich die Gefahr, immer nachzugehn, mich seiner brünstger beten! Kurze nie zu schämen, und gern Zeit währt der Streit, wie er, seis noch so und dann wird zum Lohne schwer, mein Kreuz auf mir die Siegeskrone! mich zu nehmen. 0101 motil ship the mi783. eius 4. Laß Lieb und Glani nis ben allezeit in mir, o( Hott, id Was mein Gott will end sich mehren: dann werd Gott, ich Ruh und Freudigkeit dir von des Herzens nie entbehren. mich verlange; Mein bestes Theil, der daß ich dich suche mit Seele Heil, laß weise Begier, und standhaft dir mich erwählen; dabei anhange! Verleih, daß laß mir im Leben hier, ich mit Freuden dich in was nöthig ist, nicht deiner Hülfe schaue; im fehlen. Herzen rein, mein Glück 5. allein auf deinen Bei- mer stand baue! 3 Hilf mir, mein hilf, daß nach Herzen Gieb, daß ich imachtsam sei, was mir zu thun gebühre; daß 2. Gieb, daß ich in Ehrgeiz nicht, noch HeuGerechtigkeit nach deiner chelei zu Sünden mich Gnade strebe, gottselig, verführe. Hilf, daß ich züchtig allezeit in deinem nicht je meine Pflicht Reiche lebe; und falle ich: durch Eigennutz entehre, so stärke mich, bald wieder und nie durch Neid, Haß, aufzustehn, mit wahrer Falschheit, Streit des Reu, dem Guten treu, Nächsten Ruhe störe. den bessern Weg zu gehen. 6. Gieb, daß des Zor3. Hilf mir, der ich er- nes Leidenschaft nie mein löset bin, daß ich den Gemüth regiere; gieb, Heiland liebe, und bilde daß durch sanfter Tugend mich nach seinem Sinn; gieb, daß ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihm Kraft ich selbst den Hasser rühre. Vergeß ich mich, will Hochmuth sich in meiIl ut THE 654 ner Seele regen, so hilf vor Sünden mich zu du mir, gebeugt vor dir, scheun. der Demuth Schmuck 3. Wie gut ists, dein anlegen. zu denken! Die Welt 7. Hilf, daß ich folge mag immerhin ihr Herz treuem Rath, von fal- aufs Eitle lenken: wie scher Meinung trete, den klein ist ihr Gewinn! Ich Armen helfe mit der That, halte mich an dich; dieß für Freund und Feinde giebt mir reine Freude; bete, dien Jedermann, so dieß stärkt mich, wenn viel ich kann, und alles ich leide; dieß stärkt im Unrecht meide an allem Tode mich. Ort, nach deinem Wort, 4. Ja, Herr, dein will bis ich von hinnen scheide. ich denken, so lang ich denken kann. Mag man ins Grab mich senken: mein Geist steigt Himmel784. Von Gott will ich zc. Ant n dich, mein Gott, an. Vergesse mich die zu denken, ist Pflicht Welt! Du, Herr, ge und Trost für mich. Wenn denkst doch meiner, wenn Gram und Angst mich auch auf Erden Keiner tränken: so blick ich hin mich im Gedächtniß hält. auf dich. Dann mindert sich der Schmerz; die bange Sorge fliehet, wie sich Gewölk verziehet, und leichter wird mein Herz. 785. Wer nur den lieben Gott 2c. 3 umTrostin unsernKümmernissen, zum Licht 2. Denk ich an deine auf dunkler Pilgerbahn Liebe: wie werd ich hoch- gab uns der Schöpfer das erfreut! Mit dankbar Gewissen; das zeigt uns frohem Triebe fühl ich jeden Irrweg an, mahnt mich dann bereit, dir Sünder noch zu rechter ganz mein Herz zu weihn, Zeit und schenkt dem dich findlich zu erheben, Frommen Seligkeit. zur Ehre dir zu leben, 655 2. Hätt ich ein Paradies erhöhn, und wo Versuauf Erden, und wär des chungen ihm dräun, sein Unrechts mir bewußt: es Führer und sein Retter würde mir zur Hölle wer- sein. den; denn Hölle wär in meiner Brust. Um Ruh im Herzen gäb ich gern die Welt; doch Ruhe wär mir fern. 6. Ja, Unschuld, du verscheuchst die Sorgen: o welch ein großer Schatz bist du! Du wachst mit mir am frühen Morgen, 3. Selbst wenn ich drückst Abends mir die über Meere flöhe, und Augen zu. Du schwebst einen menschenleeren Ort mir selbst im Traume vor, zu meiner Wohnung aus- und führst zum Himmel ersähe: mich fände mein mich empor. Gewissen dort. Verge- 7. Ich zage nicht, wenn bens schläfr ichs mühsam ich auch leide; du trösteſt ein; es wacht einst auf mich in aller Pein, und zu größrer Pein. machst es mir zu hoher noch fromm zu sein. Die Freude, auch unterdrückt, Hütte wird mir zum Palfast, wenn sie mit mir 4. Wohl dem, der in sich selber findet, was ihm die Welt nicht geben kann, sein Glück auf das Be- auch dich umfaßt. wußtsein gründet, daß er 8. Und wenn ich einst nach seiner Pflicht gethan; vollendet habe, mein letzder höher, als den Ruhm ter Schweiß die Stirne der Welt, ein freudiges deckt: wie fliehn die Gewissen hält. Schrecken dann vom Grabe, wenn mich kein innrer Richter schreckt! Dann ruf ich froh selbst im Gekleinste Freude seiner Tage richt: mein Herz, mein 5. In jedem Alter, je der Lage wirds liebreich ihm zur Seite stehn, die durch stillen Beifall ihm Herz verdammt mich nicht! Uit 2 as ar dados sidor in this hii inhed tudi nogul endhut( drum wij dan seeding to tjeted in suhovall im odritus Intonationen. Erhebet eure Herzen zu Gott! 1) Wir haben unsre Herzen erhoben zum Herrn. 2) Der Herr sei mit euch! Und mit deinem Geiste! I. An Sonn- und Wochentagen. # 3) Betet an den Herrn im heiligen Schmuck, gelobi ſei er! Es fürchte ihn alle Welt, gelobt sei er! fidge 1187 4) Dieß ist der Tag, den der Herr gemacht hat, gelobt fei Gott!! 6) Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, Und ein Licht auf meinem Wege. 11010 Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein,-! 5) Kommt, lasset uns anbeten und knien und niederfallen, Vor dem Herrn, der uns gemacht hat! 7) Heiliger Vater, heilige uns in deiner Wahrheit, Dein Wort ist die Wahrheit. 1919 191191 8) Essegne uns Gott, unser Gott, Es fegne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! 10) Dienet dem Herrn mit Freuden, Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. 9) Gott gebe euch viel Gnade und Friede Durch die Erkenntniß Gottes und Jesu Christi, unsers Herrn. S 11) Herr lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott, bus Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. 12) Lobe den Herrn, meine Seele, Und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. 13) Herr, erhalte uns dein Wort, Denn dasselbe dein Wort ist unsers Herzens Freude und Trost. dr mods?( 08 14) Also hat Gott die Welt geliebt, gelobt sei er! Daß er seinen eingebornen Sohn gab 15) Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, Und gieb mir einen neuen gewissen Geist.jpl( 26) 16) Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, 10 Und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 18) Herr, zeige uns deine Wege, Und lehre uns deine Steige. 17) Gott, mache uns fertig, in allen guten Werken zu thun deinen Willen, ( LE Und schaffe in uns, was vor dir gefällig ist. 657 e( ra 2 19) Wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, Und seid fruchtbar in allen guten Werken.)( 06. 20) Wachset in der Gnade und Erkenntniß unsers Herrn und Heilandes, Jesu Christi. Demselbigen sei Chre nun und zu ewigen Zeiten! 21) Hilf uns, Gott unsers Heils, um deines Namens willen, Errette uns und vergieb uns unsre Sünden um deines Namens willen. 22) Herr, handle nicht mit uns nach unfern Sünden, Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. 24) Schaffet, daß ihr selig werdet, Mit Furcht und Zittern. 23) Gott, sei uns gnädig nach deiner Güte, Und tilge unsre Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. 25) Wachet und betet, Daß ihr nicht in Anfechtung fallet. 26) Rufe mich an, spricht der Herr, in der Zeit der Noth, So will ich dich erretten, und du sollst mich preiſen. 27) Das Verlangen der Elenden hörest du, Herr, Ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr drauf merket, 28) Hilf deinem Volke und segne dein Erbe, Und weide sie und erhöhe sie ewiglich. smisi oll 658 29) Gott sei uns gnädig und segne uns, grs( 8 di Er lasse uns sein Antlig leuchten. de 30) Leben und Wohlthat hat der Herr an uns gethan, Und sein Aufsehen bewahret unsern Odem. 31) Alle eure Sorge werfet auf ihn, den Herrn, Denn er sorgt für euch. 32) Befiehl dem Herrn deine Wege und hoff auf ihn, Er wirds wohl machen. 33) Des Herrn Rath ist wunderbarlich, gelobt sei Gott! Und führet es herrlich hinaus, 34) Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen. Allen, die ihn mit Ernst anrufen. Hindi dall 35) Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und för dere das Werk unsrer Hände, Ja, das Werk unsrer Hände wolle er fördern!( et 36) Gott, gieb Fried in deinem Lande, Glück und Heil zu allem Stande. 37) Der Herr gebe uns ein fröhlich Herz, Und verleihe immerdar Friede zu unsern Zeiten. 38) Der behüte deinen Ausgang und Eingang, Von nun an bis in Ewigkeit. 39) Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Und den Ort, da deine Ehre wohnet. 40) Nehmet das Wort auf mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, Welches kann eure Seelen selig machen. 41) Seid Thäter des Worts und nicht Hörer allein, Damit ihr euch nicht selbst betrüget. 42) Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren, Und bringen Frucht in Geduld! II. An Festtagen. Anfang und Schluß des Kirchenjahres. 43) Unfre Hülfe und unser Anfang sei im Namen des Herrn, Der Himmel und Erde gemacht hat! 44) Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Und seine Güte währet ewiglich. 45) Der Name des Herrn sei gelobet und gebenedeiet, Von nun an bis in Ewigkeit. 46) Deine Güte, Herr, sei über uns, Die wir auf dich hoffen. Advent. 47) Bereitet den Weg dem Herrn, gelobt sei er!( sa Machet seine Steige richtig, - 48) Jesus Christus ist kommen in die Welt, gelobt sei Gott! Die Sünder selig zu machen, - 49) Gelobet sei unser Herr, Jesus Christus, Hochgelobet in Ewigkeit! 50) Das ist je gewißlich wahr und ein theuer werthes Wort, Daß Christus Jesus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen. 51) Freue dich sehr, dein König kommt, Sanftmüthig und ein Helfer. Am 54) Ein Kind ist uns geboren, Ein Sohn ist uns gegeben. 659 52) Gott hat seinen eingebornen Sohn gefandt in die Welt, Daß wir durch ihn leben sollen. 53) Jesus Christus wird wieder kommen, Zu richten die Lebendigen und die Todten. Weihnachtsfeste. 55) Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden, Und den Menschen ein Wohlgefallen! 56) Gelobet sei Gott im Himmel und auf Erden! Gott ist die Liebe! 57) Uns ist der Heiland geboren, Welcher ist Christus der Herr. 58) Da die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, Auf daß wir die Kindschaft empfingen. 59) Daran ist erschienen die Liebe Gottes, daß Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, Daß wir durch ihn leben sollen. 660 60) Gott ist die Liebe, 192 Und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Siti TOUIE sodir 61) Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, Und wir sahen seine Herrlichkeit. 62) Lasset uns den Herrn lieben; 19 Denn er hat uns erst geliebt. 63) Wie viel ihn aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, Die an seinen Namen glauben. Nro. 14. 49. schon ng gllo? 2 19de sis THE 1906 Schluß des Jahr e s. 64) Die Güte des Herrn ists, daß wir nicht gar aus sind, sid Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende. Nr. 38. 44.91 390 Jumal aing njedrds did sunn7( 16) Neujahr. pidutin 65) Gott, du frönest das Jahr mit deinem Gut,($ 6 Und deine Fußtapfen triefen vom Fett. An 66) Herr hebe an zu segnen dein Volk, deuls,( 86 Denn was du, Herr segnest, das ist gesegnet ewiglich. 67) Herr, Gott, du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt erschaffen worden, bist du Gott von Ewigkeit so zu Ewigkeit.is, me 68) Verlaß uns nicht, Herr, unser Gott, sei nicht fern von uns, Eile uns beizustehn, Herr, unsre Hülfe.de( 30) 69) Die Gnade des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit, Ueber die, so ihn fürchten. 70) Leben wir, so leben wir dem Herrn, sin0 Sterben wir, so sterben wir dem Herrn, i enll( te Nro. 28. 36. 3700995 mprio fi 20 do Erscheinung Christi. 71) Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes the vid u to dis no Licht, be nollor madel ndi bund sio ang 661 Und über die, so da wohnen im finstern Lande, scheitaliodap aimid ad net es helle.d dll 72) Robet den Herrn alle Heiden, preiset ihn alle Völker, Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in pitbarsko 190, nodroffon sdn Ewigkeit. and julg is Nro. 33. madol iol diidrot mis bilird2( 38 Mariä Reinigung. 73) Herr, nun läsfest du deinen Diener in Friede fahren, Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. 18 74) Herr, du leitest mich nach deinem Rathe, n Und nimmst mich endlich mit Ehren an. pomisdire da Ju2, anu T 8o@( 88 Verkündigung Mariä. 08 75) Gott hat uns geliebet in seinem Sohne, Ehe denn der Welt Grund geleget war. hal sid sony usd'ind auffind3( 08 76) Der Herr ist König, Deß freue sich das Erdreich, neds2 and dull Nro. 59. Jsbourrsfimm risc ad and 100( 08 10 onts drud nahorrsjun enn du drici dil In der Fast en. find( 19) Mi bislp rs donde dior nede! drior 15d.todirolo. dunia ndi no 1924 77) Christus ist um unsrer Missethat willen verwundet, Und um unsrer Sünde willen zerschlagen.fido( se 78) Lasset uns aufsehen auf Jesum. 120300 Den Anfänger und Vollender unsers Glaubens. 79) Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet, Sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben. 80) Daran haben wir erkannt die Liebe, sists the Daß er sein Leben für uns gelassen hat. 10( 88 abo( ae 81) Daran preiset Gott seine Liebe gegen uns, daß Chripod napidusda stus für uns gestorben ist, Da wir noch Sünder waren.dsid( bru@ 82) Christus hat geliebet die Gemeinde, ad( ee Und hat sich selbst für sie gegeben. 83) Fürwahr er trug unsre Krankheit, itine Und lud auf sich unsre Schmerzen.omnisim C 04.ole 662 84) Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten, Und durch seine Wunden sind wir geheilet. 85) Christus hat unsre Sünde selbst geopfert an seinem idad Leibe, Auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. 86) Christus hat gelitten für uns und uns ein Vorbild gelassen, Daß wir nachfolgen seinen Fußstapfen. 87) Siehe, das ist Gottes Lamm, Das der Welt Sünde trägt! 88) Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Preis und Ehre, Dank und Anbetung, Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ostern. 89) Christus hat dem Tode die Macht genommen, Und das Leben ans Licht gebracht. 90) Gott hat den Herrn auferwecket, Und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft. 91) Christus ist die Auferstehung und das Leben, Wer an ihn glaubet, der wird leben, ob er gleich stirbet. 92) Christus ist gestorben und auferstanden, Daß er über Todte und Lebendige ein Herr fei. Moot 93) Christus ist um unsrer Sünde willen dahingegeben, Und um unfrer Gerechtigkeit willen auferwecket worden. 94) Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat, Durch unsern Herrn, Jesum Christum. 95) Gelobet jei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu od Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, Durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten. 96) Sterben wir mit, so werden wir mit leben. Dulden wir mit, so werden wir mit herrschen. 97) Halt im Gedächtniß Jesum Christum, Der auferstanden ist von den Todten. indl Nro. 49. de Himmelfahrt Christi. 98) Christus ist aufgefahren über alle Himmel, Auf daß er alles erfüllte. 99) Christus ward aufgehoben gen Himmel, Und sitet zur rechten Hand Gottes. 100) Suchet, was droben ist, da Christus ist, Sißend zu der Rechten Gottes. Nr. 49. Pfingstfe st. 101) Groß sind die Werke des Herrn, Wer ihrer achtet, der hat eitel Luft daran.do2( EIL 102) Gelobet sei der Geist des Vaters und des Sohnes, Hochgelobet in Ewigkeit.is01 104) Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, iz Und der freudige Geist enthalte mich. di o Nrc. 11. 15. 16. Q 103) Der Vater im Himmel wird seinen heiligen Geist geben Denen, die ihn bitten. ( 1 663 Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. 105) Wir loben Gott, den Vater und den Sohn und heilgen Geist, Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit. 107) Heilig, heilig, heilig ist unser Gott! Alle Lande sind seiner Ehre voll. 106) Gelobet sei der Herr, und gelobet sei sein herrlicher Name ewiglich. Und alle Lande müssen seiner Ehre voll sein. en 108) Unserm Gott sei Anbetung, Preis und Ehre, Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Johannisfeſt. 109) Gelobet sei der Herr, der Gott Israel, Denn er hat besuchet und erlöset sein Volk. til 110) Danket alle Gott, der große Dinge thut an uns und St Pin allen Enden, 664 Der uns von Mutter Leibe an lebendig erhält und thut uns alles Gutes. Nro. 47. oll gadir 19 uns ampie( 88) and Be Heimsuchung Mariä. do( co ody aug 198 All 111) Meine Seele erhebet den Herrn, Und mein Geift freuet sich Gottes, meines Heilandes. 112) Die Barmherzigkeit des Herrn währet immer für und für, Bei denen, die ihn fürchten. f Am Tage Michaelis. 2010( 101 113) Lobet den Herrn, ihr seine Engel, die ihr seinen BeCondos Our Brain!! So fehl ausrichtet! doiste)( sof Lobe den Herrn, meine Seele. ni isdelspcion 114) Gott, was ist der Mensch, daß du sein gedenkst!( 801 Und des Menschen Kind, das du dich sein annimmſt! 115) Dein Wille, o Gott, geschehe, ai thim sör3( 101) Auf Erden, wie im Himmel. spidni sd difl 116) Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, Und hilft ihnen aus. 117) Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir,( 0 Das sie dich behüten auf allen deinen Wegen. 979 Onli rodilis mit Reformationsfeſt. dole 1001 118) Der Herr hat Großes an uns gethan, gelobt sei er! Der Herr hat Großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich, gelobt sei er.( SOF 119) Wandelt würdiglich dem Evangelio Jesu Chrifti, Zu welchem ihr berufen seid. 1110 Nro. 13. Bolo messinil( 801 tipli mal Erntefest. 120) Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,( 201 Und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 121) Aller Augen warten auf dich, Herr, i inn2( 011 Und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. 665 122) Herr, du feuchtest die Berge von oben, 3022( 281 ng Du machest das Land voll Früchte, die du schaffest. Nro. 64. 65.dopo sid i mero sd ise( 881 3 i ndi non an Kirchweih.md dot( I dni nodop190 123) Jch will unter ihnen wandeln und in ihnen wohnen, spricht der Herr, 130 Und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. 10 3909J1 Nr. 39. 113 719 A post eltage. 124) Seid fröhlich in dem Herrn, eurem Gott, Der euch Lehrer giebt zur Gerechtigkeit..( 1) 125) Bittet den Herrn der Ernte, Daß er Arbeiter in seine Ernte sende. doprin nollor rdoor od( 881 An festlichen Tagen überhaupt. 126) Deine Güte, Herr, ist alle Morgen neu, id( ver Und deine Treu ist groß. id nislin thise 127) Jch will den Herrn loben, so lange ich lebe, un Und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin.( 881 Bei Trauungen. olmas don Wohl dir, du hast es gut! sibjon Nr. 36. 128) Wohl dem, der den Herrn fürchtet und auf seinen Wegen gehet! 11507901 182( 0ONI 10 sia ban@ g III. An Bußtagen. 129) Herr wir liegen vor dir mit unserm Gebete,( 1 Nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Hogy p Barmherzigkeit.T 1/2( SM) 130) Gnädig und barmherzig ist der Herr, dulh Geduldig und von großer Güte. Samo 150912( Pk 131) Siehe an, Herr, unsern Jammer und Elend. Und vergieb uns alle unsre Sünde. 666 132) Bater, wir haben vor dir gefündiget, ndc( URE Und sind nicht werth, daß wir deine Kinder heißen. 133) Bei dem Herrn ist die Vergebung, a one Daß man ihn fürchte. 134) Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, Dem die Sünde bedecket ist! stie ur day,( 2012 Nro. 21. 22. 23. 26. 28. IV. Ueber die vornehmsten Hauptstücke der christlichen Lehre. I ait be. 135) Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, Daß man dir danket im Himmel. 136) Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. 137) Christus ist die Versöhnung für unsere Sünde, g Nicht allein für die unsre, sondern für der ganzen Welt Sünde. 138) Christo ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Er ist bei uns alle Tage bis an der Welt Ende. 139) Ein Beispiel, spricht Christus, hab ich euch gegeben. Daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. 140) Wir werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade, Durch die Erlösung, so durch Jesum Christum geschehen ist. Buße und Besserung. 141) Bekehre du uns, Herr, so werden wir bekehret, So Hilf du uns, so ist uns geholfen. 142) Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen, Und deinen Nächsten als dich selbst. 143) Liebet eure Feinde, So werdet ihr Kinder sein eures Vaters im Himmel. Nro. 62. calor 5 ani dinise sill ali Gebe t. 144) Bittet, so werdet ihr nehmen, Daß eure Freude vollkommen sei. pidung 190 Taufe. 145) Lasset die Kindlein zu mir kommen! Denn solchen ist das Reich Gottes. 500 Confirmation. 146) Sei getreu bis in den Tod, wis ind 10( 61 So will ich dir die Krone des Lebens geben. Catechismuslehre. 147) Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. Wer darnach thut, deß Lob bleibet emiglich. To 08( 1 149) Jedermann sei unterthan der Obrigkeit. 667 148) Jhr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Borne, 08 Sondern ziehet sie auf in der Furcht und Vermahnung zum Herrn. Denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott verordnet. Allgemeine Trübsale.( ar 150) Herr, du bist gerecht in deinen Gerichten, Und heilig in deinen Wegen. 154) Gelobet sei der Herr täglich, JEDIN 151) Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, Eine Hülfe in den großen Nöthen, die uns troffen haben. 152) Wir haben einen Gott, der da hilft, Und einen Herrn Herrn, der vom Tode errettet. 153) Demüthiget euch unter die gewaltige Hand Gottes, Daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Gott leget uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. 668 Feier des heil. Abendmahls. 155) Er hat ein Gedächtniß gestiftet seiner Wunder,( Der gnädige und barmherzige Herr. 80 156) So oft ihr von diesem Brote esset und von diesem Kelche trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, Bis daß er kommt. 157) Der geſegnete Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Chrifti? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? 158) Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, ( 01 Und bleibet in mir, und ich in ihm. 159) Jch freue mich im Herrn! Und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott! Nro. 44. 49. 62. 111. donsinds Bailarvas rod my end om si( in Tod und Begräbniß. 160) Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müſsen, Auf daß wir flug werden. ( 1978 modnos 161) In deine Hände befehl ich meinen Geist, Du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. 162) Jesus Christus wird unsern nichtigen Leib verklären, Daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe. 163) Wir haben hier keine bleibende Stätte, Sondern die zukünftige suchen wir. 164) Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Jagod nate St Joi 165) Der Herr wird mich erlösen von allem Uebel, und dull aushelfen zu seinem himmlischen Reiche. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. 166) Der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen, Der Name des Herrn sei gelobet! # 02 Nro. 70. 73. 89. 91. 93. aad isl todabe oun Smit filid To Todo Juro nonis i pol Ho the Fit Com IN 19 MANGUT Einige Gebete. 110 669 $ 7009CE 112 Demüthigung vor Gott bei dem Andenken an Verfündigung. We enn ich, o Gott, mit deinen heiligen Geboten meine Gesinnung und mein Verhalten ernstlich vergleiche, so sagt mir mein eigenes Gewissen, daß ich vor dir nicht schuldlos bin. Wie könnte ich nun meine Verfündigung vor dir verbergen, der du das Innerste meiner Seele kennst, und Alles weißt, was ich denke, rede und thue! Mit inniger Beschämung meiner Seele empfinde ich dieß, und wie unglücklich würde ich sein, wenn ich nicht auf die Gnade und Barmherzigkeit hoffen dürfte, die du durch Jesum Christum allen denen zugesagt haft, welche mit einem Herzen voll aufrichtiger Reue und voll Glaubens sich ernstlich bestreben, täglich besser und dir wohlgefälliger zu werden. Du hilfft gern denen, die sich bessern wollen. Regiere denn auch mich mit deinem guten Geiste, daß dieses mein Bestreben mir durch deinen gnädigen Beistand gelinge, damit alles mein Thun und Lassen, mein Denken und Trachten dir wohlgefällig sein möge. Erhöre mich, so wie du gern jeden hörest, der nach deinem Willen bittet! Amen. Lieder Nr. 319. 320. 321. Kurzes Sündenbekenntniß. D u siehst, o Gott, mein Innerstes, und weißt, wie manches Unrechts, wie mancher Uebertretung deiner heiligen Gebote ich mich schuldig gemacht habe. Du siehst aber auch meine herzliche Beschämung und Reue, daß ich damit deinem, meines himmlischen Wohlthäters und Vaters gutem Willen zuwider gehandelt, und mir selbst an meinem wahren und ewigen Glücke so sehr geschadet habe. Vergib mir nach der Barmherzigkeit, die du in Jesu Christo, deinem Xx 670 Sohne, geoffenbaret hast, alle meine Sünden, und hilf mir zur Vollführung des gefaßten ernstlichen Vorsages, beffer zu werden, und als ein gewissenhafter, frommer Christ zu leben! Amen. Nachdenken für Christen nach der od Beichthandlung. ern von den Zerstreuungen des Lebens will ich die seli gen Rührungen, welche heute in mir erweckt sind, noch durch stilles Nachdenken in mir erhalten und befestigen. O wie war mein Herz bewegt, als ich in der feierlichen Stunde mit meinen Mitchristen, voll Reue, mich vor Gott demüthigte, und aus dem Munde des Lehrers das Wort des Lebens vernahm, daß Gott den Untergang des Sünders nicht wolle, daß er in Christo sich unser Aller erbarmt habe, und bereit sei, uns unsre Sünden zu vergeben, wenn wir uns dieser Vergebung durch aufrichtige Besserung des Le bens nicht unwerth machen. Vater und Erbarmer, laß es mich mit festem Glauben hoffen, daß du dein gnädiges Ja und Amen zu dieser Ver sicherung gesprochen habest, und daß du mein gnädiger Gott und mein liebreich gesinnter, versöhnter Vater ſeiſt. Verleihe mir nun auch deinen Beistand zu meiner Besserung, und stärke mich, forthin als dein gehorsames Kind zu wandeln. Laß mich nie vergessen, was ich dir angelobt habe. Du hast, o Gott, meine Zusage gehört. Ach wenn ich dir von nun an wieder wissentlich untreu würde: dann würde diese Zusage mich vor dir verwerflich und unvermeidlich elend machen. So will ich denn fünstig jede böse Neigung und sündliche Gewohnheit ablegen, mich mit jedem Tage immer mehr von ihnen losreißen, und immer besser und frommer zu werden suchen. Ich habe gelobt, dir, mein Gott, getreu zu sein bis in den Tod, im Glauben und in wahrer Frömmigkeit. Nun, so will ich denn mit ungetheiltem Herzen an dir hangen, dich über alles lieben, und dir, als dein gutes Kind, treu und ergeben bleiben bis an mein Ende. Leite du mich selbst, durch deinen Geist, auf der ebenen Bahn der Frömmigkeit! Schaffe du selbst in mir ein 671 reines Herz, und gieb mir eine neue Gefinnung, die nicht mehr wankt, sondern im Guten gewiß und beständig bleibt. Erhalte du mich dir getreu unter den mannigfaltigen Reizungen und Verführungen zur Sünde, und laß mich von diesem Tage an in dem Bunde der seligsten Freundschaft mit dir, mein Erbarmer, feftstehen, damit ich noch im Tode getrost sein, und einst von dir den Lohn der Treue empfangen möge! Amen. Selbsterweckung bei der ersten Communionfeier. W ie wichtig und feierlich unter allen Tagen meines Lebens ist der, welchen ich heute erlebe, der Tag der öffentlichen Huldigung, die ich der Religion Jesu darbringe; der Tag der dankbaren Erinnerung an seine großen Verdienste um mich; der Tag des Bundes der Liebe mit ihm und allen meinen Mitmenschen! Wie sollt ich ihn nicht mit Dank gegen Gott und mit heiliger Freude begrüssen! Wie sollte er mich nicht zum ernsthaftesten Nachdenken auffordern, und mein Herz mit der innigsten Rührung erfüllen! Aus dem Zustande der hülflosen Kindheit hat Gottes väterliche Güte mich bis hieher gebracht. Meiner selbst unbewußt lag ich bei meinem Eintritt in die Welt auf fremden Armen. Schon damals, als ich für nichts sorgen konnte, ward für mich gesorgt; gesorgt für die Bedürfnisse meines Leibes, gesorgt für die höhern Bedürfnisse meines Geistes. Ich ward gepflegt, belehrt, zum Guten angeführt; ich lernte Gott kennen und meine Pflichten. Es ist meine Schuld, wenn mir das nicht wichtig geworden ist, was man mich als das Wichtigste für den Menschen kennen gelehrt hat. Wenn ich zurückblicke in die verlebten Jahre:- o Gott, welche zahllose Menge des Guten, das ich schon genossen, ohne alles mein Verdienst genossen habe, stellt sich meinem Auge dar! Aber zugleich wie vieles, was mich beschämt und niederbeugt wie viele verlorene Stunden wie viele gemißbrauchte Kräfte- wie viele Vergesſenheit meiner Pflicht- vielleicht selbst wie manche Schuld, die auf meinem Gewissen liegt, wie manches Vergehen mei: ner Jugend, das ich wol als Unrecht erkannte, aber dennoch beging! - 672 Und doch hat es mir nie an Belehrung und Warnung gefehlt. Doch ist mir dein Bild, göttlicher Erlöser, von Jugend auf vor meine Augen gestellt. Jch habe an deinem Beispiele die Unsträflichkeit der Kindheit und die Heiligkeit der Jugendjahre kennen gelernt. Oft hat die Größe deiner Verdienste mein Herz gerührt, und oft, wenn ich hörte, durch welche Leiden und Aufopferungen du mich von der Herrschaft der Sünde frei machen, und zu der Würde der Kinder Gottes erheben wolltest, that ich das fromme Gelübde, mich dir mit allen meinen Kräften wieder aufzuopfern, und durch Unschuld und Heiligkeit des Lebens mich des hohen Christennamens, den ich führe, würdig zu machen. An dem wichtigen Tage meiner ersten Communionfeier werde ich dieses Gelübde öffentlich ablegen. Meine Eltern oder meine Lehrer, meine Bekannten und Freunde, so manche Gespielen meiner Jugend, werden Zeugen sein, wenn ich mich dem Altare des Herrn nahe, um daselbst durch den Genuß seines heiligen Mahles zu bestätigen, daß ich ihm angehöre, daß ich mich zu seiner Lehre bekenne, daß ich es für mein höchstes Glück halte, ein Christ zu sein. Gewiß wird in diesem Augenblicke mein Geist von einem geheimen Schauer ergriffen werden, der mich erinnert, wie heilig mein Gelübde sei, und zu welcher unverbrüchlichen Treue ich mich verpflichte. Wäre von allem diesem nichts in meiner Seele, ach, so wäre ich ein Heuchler, und ermangelte der heiligen Ehrfurcht vor dem, in dessen Hand mein ganzes Schicksal liegt, und den ich nie täuschen kann! O daß der Eindruck dieser Handlung mich nie verlaſſe! Ich gehe mit jedem Jahre, daß ich älter werde, schwerern Versuchungen entgegen. Bisher ging ich an der Hand leitender Eltern und Freunde. Bald soll ich allein gehen, soll mich selbst halten. Die Welt erwartet mich mit allen Reizen zum Bösen. Ich trage in meiner Sinnlichkeit einen inneren Feind mit mir umher, der so geneigt ist, sich mit der Verführung von außen gegen mich zu verbinden. Werde ich stark genug sein, ihm zu widerstehen? Heute sind meine Vorsäße so fest, meine Laufbahn in der Welt unsträflich zu durchwandeln, unermüdet an meiner Pflicht zu hangen. Werden sie es bleiben? Unterstüße du selbst mich, Bater meines Lebens, mit deiner göttlichen Kraft. Dein Beispiel, o Jesu, welches 673 dieser Tag meiner Seele so lebendig darstellt, schwebe mir immer vor, und der Gedanke, welche Versuchungen du überwunden, welche Siege du über die Welt errungen hast, gebe mir muth, dir nachzukämpfen und getreu zu sein bis in den Tod. Amen. 2017 Chte ops Erweckungen vor der Communion. o hab ich denn den Tag erlebt, der ein Wonnetag für meine Seele ist, den Tag, an welchem ich mit meinen christlichen Brüdern das Gedächtniß der Liebe des größten Menschenfreundes erneuere, der für Wahrheit und Tugend ſo willig starb, und sich der Glückseligkeit freute, die er dadurch dem menschlichen Geschlechte erringen würde. Ja glückselig bin ich durch seine Lehre, die er durch seinen blutigen Tod gleichsam versiegelt und bekräftigt hat, glückselig durch ihre Vorschriften und Verheißungen, die meine ganze Seele umbilden, und mit Trost und Hoffnung erfüllen, glückselig durch sein Leiden und Sterben, wodurch er mich Gott versöhnt, durch seine Auferstehung, wodurch er die Hoffnung des ewigen Lebens so mächtig gestärkt hat. Innig erheitert ist heute mein Geist, da ich meiner Glückseligkeit durch Jesum freue, und den ganzen Werth seiner Menschenerlösung lebhaft empfinde. Habe Dank, o Vater, daß ich ein Christ, ein Erlöser deines Sohnes bin. Habe Dank, daß ich von jener traurigen Unwissenheit, von jenen verderblichen Irrthümern, von jenem sklavischen Joche der Sünde, von jener ängstlichen Furcht erlöst bin, unter welcher jetzt noch so viele tausend Menschen seufzen. Auch du, habe Dank, theuerster Erlöser, daß du für mich so viel gethan, so viel gelitten und erduldet hast, daß ich dieser Wohlthaten theilhaftig sein kann. Heute begehe ich das Gedächtnißmahl deiner Liebe mit innigster Freude. Heute bringe ich dir die Opfer des herzlichen Dankes, die dir gebühren. Heute weihe ich mich deiner Liebe aufs neue. Nichts soll diese Bande der Liebe zerreißen. Nichts soll mich wankend machen in dem Vorsaße, deine heilige Lehre zu befolgen, und dein schönes Beispiel nachzuahmen. Ich will lieben, wie du geliebt hast, alle Menschen, auch meine Feinde, und will allem dem entsagen, was deinen heiligen Geboten entgegen ist. 674 Ich will von dir Sanftmuth und Demuth lernen, und durch Uebung jeder Tugend beweisen, daß ich dein Schüler bin. O daß ich diese guten Vorfäße nie vergessen, sondern täglich erneuern möge! Stärke mich dazu, o Gott, und laß mich täglich heiliger und eifriger in der Erfüllung meiner Pflichten werden, damit ich die Freude stets genieße, die ich jetzt empfinde, und das Ziel aller meiner Wünsche, die Seligkeit, durch Jesum Christum erreiche, den ich ewig lieben, loben und preisen werde. Amen. Apt esties Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; Ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch deinen Tod Die Kraft zu diesem Willen. Laß mich von nun an eifrig sein, Mein ganzes Leben dir zu weihn, Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch Lieb und wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. Bei dem Genusse des heil. Abendmahls. esu, wahres Brod des Lebens! hilf, daß ich doch nicht vergebens, sondern mir zum Heil, in Gnaden, sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dieß Seelenessen deine Liebe so ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mag dein Gast im Himmel werden. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöset und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit! Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einge bornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Ist Gott für uns: wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht verschonet hat, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? 675 Gott ist die Liebe! Lasset uns ihn lieben; denn er hat uns erst geliebt. 67 Das ist je gewißlich wahr, und ein theuer werthes Wort, daß Jesus Christus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen. Daran haben wir erfannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat. 100 but PT IDE Ihr Lieben, hat uns Gott also geliebet, so laffet uns auch unter einander lieben. So wir uns unter einander lieben, so bleibet Gott in uns, und seine Liebe ist völlig in uns. Daß ist je gewißlich wahr, sterben wir mit, so werden wir mit ihm leben; dulden wir mit, so werden wir mit ihm herrschen. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er hat sich darum für uns dahin gegeben, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthume, das fleißig wäre zu guten Werken. Dankgebet nach der Communion. ank sei dir, Jesu, Sohn Gottes, für das herrliche Gedächtniß deiner Liebe, das ich jeßt gefeiert habe! Mit welcher Beruhigung, mit welcher Freude, mit welcher Hoffnung bin ich erfüllt. Wie wallet mein Herz voll dankbarer Liebe gegen dich, und wie ist jede meiner Empfindungen Liebe und Dank! Herr, mein Heiland! Wie liebreich hast du für mich gesorgt! Durch die süße Pflicht des Andenkens an dich hast du für meine Ruhe, meinen Glauben, meine Hoffnung und Zufriedenheit gesorgt, und mich durch die feierliche Handlung selbst, die ich zu deiner Ehre und mit Dankbarkeit gegen dich verrichtete, durch himmlische Empfindungen und Gesinnungen belohnt. Wie erhaben über alle Beschreibung ist deine Liebe! Wie undankbar und unwürdig deiner Wohlthaten müsste ich sein, wenn ich deiner je vergessen wollte! Nein, du sollst immer mein erster, liebster und angenehmster Gedanke sein. Deiner Güte will ich mich erinnern in allen Vorfällen meines Lebens; du sollst mein bester Freund und Führer sein. Dir will ich folgen und alle meine Handlungen zu deiner Ehre einrichten. Wie ich mich heute dir verflichtet habe, so will ich mich dir auf immer verpflichten. Ich entsage hiermit nochmals allem, das die 676 heiligen Bande der Liebe zwischen dir und mir auflösen oder trennen könnte. Ich entsage jeder Sünde, jedem Undanke, jedem Ungehorsam gegen deine heiligen Befehle; ich bin ganz dein, dir auf ewig geweihet. Stärke mich, liebevoller Heiland, daß ich niemals dir wieder untreu werde, nie von dir weiche! Hilf mir in allen Versuchungen standhaft sein; laß mich deine große Liebe und meine theuern Zusagen stets vor Augen haben, und im Leben und im Tode mich als deinen treuen Jünger und Bekenner beweisen. Dir lebe ich und dir sterbe ich; mit dir und durch dich werde ich selig sein lebend und sterbend. Preis und Ehre und Anbetung und Lob und Dank sei dir und dem Vater und dem heiligen Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit! Gelobt sei Jesus Christus! Alle Lande, Himmel und Erde sind seiner Ehre voll! Amen. Morgengebet. err, mein Gott, du Erhalter und Wohlthäter meines für die Gnade, daß du mich auch diesen Tag haft erleben lassen. Du hast mich in dieser Nacht beschüßt, und durch den Schlaf erquickt; und von dir habe ich die erneuerte Munterkeit, mit welcher ich abermal die Pflichten meines Standes und Berufes vollbringen kann. Gieb mir dies so lebendig zu erkennen, daß es mir nie aus dem Sinne komme, wie ich dir ganz angehöre und dir alles verdanke, was ich bin und habe. Leite mich auch an diesem heutigen Tage mit deiner Gnade auf lauter guten Wegen. Bewahre mich vor aller Ungerechtigkeit und Sünde, damit ich nicht durch eigene Schuld mir Unglück bereiten möge. Mache mich wachsam und stark gegen die Versuchungen, die mir heute vorkommen könnten, damit ich nicht am Abend Vergehungen gegen dich und Untreue gegen mein Gewissen mit bitterem Schmerze zu bereuen habe. Gieb meinen rechtmäßigen Geschäften und Unternehmungen einen guten Fortgang; denn ohne dein Gedeihn ist alle unfre Arbeit vergebens. Wende Gefahr und Unglück ab von mir und von denen, die mir angehören. Erbarme dich auch nach deiner väterlichen Güte aller Menschen, die mit mir 677 deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. Dir, mein Gott, übergebe ich auch heute mein Herz, mein Leben und meine Schicksale. Erhalte mich in deinem Wohlgefallen und in deiner Liebe, und laß Alles, was mir begegnen soll, zu meinem Besten dienen. Du wirst mich gnädig erhören, wie du durch Jesum Christum mir verheißen hast. Amen. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke, Durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, Das alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, Und daß ich unverrückt verbleib dein Eigenthum. Abendgebet. H ier erscheine ich vor dir, mein Vater, und mit dankerfülltem Herzen dich für die unzähligen Wohlthaten zu preisen, womit deine Hand auch heute mich überschüttet hat. Deine Gnade ist es, durch die ich war und lebte. Von dir kam die Kraft zu jedem guten Geschäfte; von dir kam der Segen, der es begleitete. Leben und Wohlthat hast du mir verliehen; dein Aufsehn bewahret meinen Odem. Dafür danke ich dir, mein Gott, und erhebe deinen Namen. Möchte ich dir doch eben so wohlgefällig gewesen sein, als du mir gnädig warst! Möchte ich doch keins der Gelübde gebrochen haben, wodurch ich an dem Morgen dieses Tages mich vor deinem Angesichte aufs neue dir heiligte. Aber, Herr, allwissender Gott, wie könnte ich vor dir meine Schwäche verhehlen? Wie manche Gelegenheit zum Guten habe ich auch heute ungenüßt gelassen! Wie manche meiner Kräfte nicht so angewandt, daß ich mit Zuversicht dir einst Rechenschaft davon ablegen könnte! Ach, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meinen Missethaten! Um deiner erbarmenden Güte willen verzeihe die Uebertretungen dieses und aller verfloßenen Tage meines Lebens. Entziehe mir den Schuß nicht, welchen alle diejenigen genießen, die sich mit kindlicher Demuth deiner Regierung unterwerfen. Erneure die Kräfte meines Leibes durch einen ruhigen Schlaf, damit ich mein Tagewerk mor 678 gen mit Freuden wieder antreten, und mit allem Gifer muthig treiben könne. Laß kein Uebel mir und den Meinigen be gegnen, und keine Plage zu unsrer Wohnung sich nahn. Laß mich mit einem Herzen voll Dank und Preis für deine, auch im Schlafe, mir erzeigte Wohlthat morgen erwachen. Amen. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, und die Meinen, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen sind in deinen Schutz geschlossen. Ach, laß uns kein banges Schrecken, weder Raub, noch Feuersglut, aus dem süßen Schlummer wecken! Halt uns, Herr, in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht; laß uns, wenn wir sollten sterben, doch des Himmels Freuden berben. Höre, Vater, ach, erhöre, was dein Kind von dir begehrt. D Sohn Gottes, dir zur Ehre werd es mir durch dich gewährt! Heilger Geist, verlaß mich nicht; gieb mir Muth und Zuversicht. Hör, Dreieiniger, mein Flehen. Amen! Ja, es wird geschehen. 103010 Ermunterung zur Dankbarkeit gegen Gott. Vou on dir allein, o Gott, kommt alles Gute, was wir Menschen genießen. Auch mich riefst du ins Leben, um mich zu einem Denkmale deiner Güte zu machen; und immer habe ich sie erfahren, seitdem ich bin. Noch ehe ich selbst mich kannte, war mir von dir Hülfe und Pflege bereitet, deren ich zu meiner Erhaltung bedurfte. Daß ich noch lebe, und deiner Güte mich freuen kann; daß so manche Gefahr vor mir vorüber ging, die meiner Wohlfahrt drohte; daß ich so manche Noth überstand, und daß des Angenehmen in meinem Schicksale noch immer mehr war, als des Widrigen; ja, daß selbst das Widrige mir nüßen mußte: 679 das alles kam von dir, du Herr und Vater meines Lebens! Doch du hast noch viel mehr an mir gethan; du hast dich auch meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe, sondern zum Genuß immer höherer Seligkeiten gelangte. Auch mir zum Heile sandtest du deinen Sohn in die Welt, ließeft auch mir sein heiliges Evangelium bekannt werden, durch ihn auch mir Gnade und ewiges Heil verkündigen. Und o! wie mannigfaltig waren nicht die Erweckungen zu einem treuen Gebrauche dieser Gnade! Mit welcher Geduld übersahest du meine so häufigen Verirrungen! Wie unermüdet wirkst du noch immer durch deinen guten Geist an meinem Herzen, um deine erbarmenden Absichten an mir zu überreichen! Gott, wie find deiner Wohlthaten so viele! Wie soll ich sie dir vergelten! Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir bewiesen hast, und selbst in der Ewigkeit noch herrlicher beweisen willst, wenn ich dir kindlich folge. Ogieb mir eine immer lebhaftere Ueberzeugung von deiner unaussprechlichen Liebe. Sie sei mir eine fräftige Erweckung, dich wieder zu lieben, und deinem wohlthätigen Willen gerne und mit Freuden zu gehorchen! Laß dir dieses Opfer wohlgefallen! Was kann ich dir sonst geben? Du bist der Allselige, der keines Dinges bedarf. Kein Geschöpf kann dir auch nur eine einzige deiner Wohlthaten vergelten. Aber was ich thun kann, das will ich thun. Ich will deine Wohlthaten den Absichten gemäß anwenden, zu denen du sie mir gabft. Das ist ein dir wohlgefälliger Dank! Stärke mich dazu, o Gott, damit ich hoffen darf, mich deiner Liebe einst ewig zu freuen. Dort will ich dir würdiger danken, als meine schwachen Lippen hier vermögen! Amen. lands Souriore sint dine drdie ou ml olin d ninde non164 30 sid thin ot di nodastriSGT) admin on Issed theff DEN TOY statism din 17 tim hun udi. silue bun tapsil 1158 bit ( 30 tasdivad uT IS THE THRSS 1140pfpMom conn Die sonn- und festtägigen Episteln und Evangelien mote autd) die ordentlichen Passionslectionen; die Historie von der Auferstehung und Himmelfahrt unsers Herrn und Heilands Jesu Christi und Sendung des heiligen Geistes. Die Historie von der Zerstörung der Stadt Jerusalem und des Tempels. Ingleichen die Augsburgische Confession, der Psalter Davids und der kleine Katechismus Lutheri nebst einer kurzen Heilsordnung. Druck und Verlag der Engelhard Reyher'schen Hofbuchdruckerei in Gotha. = Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Festtage. Röm. 13, 11-14. Epistel am 1. Sonnt. d. Adv.| von den Bäumen, und streueten fie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Softanna dem Sohne Davids, gelobet sey, der da in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Lieben Brüder! Weil wir folche Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, fintemal unser Heil jeßt näher ist, denn da wir es glaubten: die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei gekommen; so lasset uns ablegen die Epistel am 2. Sonnt. d. Adv. Röm. 15, 4-13. Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts; lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Freffen und Saufen, nicht in Kam mern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evang. am 1. Sonnt. d. Adv. Matth. 21, 1-9. Da sie nun nahe bei Jerusalem tamen, gegen Bethphaga, an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen, bei ihr, Löset fie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf, daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion, siehe, dein König kömmt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Efelin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Efelin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die andern hieben Zweige Lieben Brüder! Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gefinnet send unter einander, nach Jesu Christo, auf daß ihr einmüthiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unfers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sey ein Diener gewesen der Beschneidung, um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Ver heißung, den Vätern geschehen. Daß die Heiden aber Gott loben, um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen fingen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Voll. Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermals spricht Jesaias: Es wird seyn die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. Ev. Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Festtage. 3 von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren, alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Ev.am 3. Sonnt. d. Advents. Ev. am 2.Sonnt. d. Advents. Luc. 21, 25-36. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange feyn und werden zagen und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolfe, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfänget zu geschehen, so fehet auf und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume, wenn sie jetzt ausschlagen, io sehet ihr es an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist; also auch ihr, wenn ihr dies alles fehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen: aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So send nun wacker allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Ep.am 3. Sonnt. d. Advents. 1. Cor. 4, 1, 5. Dafür halte uns jedermann, nemlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fucht man nicht mehr an den HausHaltern, denn daß fie treu erfunden werden. Miraber ist es ein geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder Matth. 11, 2-10. Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johanni wieder, was ihr fehet und höret. Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Ausfähigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seyd ihr hinaus gegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seyd ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltetihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häufer. Oder was seyd ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Ep. am 4. Sonnt. d. Advents. Phil. 4, 4-7. Lieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal fage ich: freuet euch. Eure Lindigkeit 1* Laffet Episteln und Evangelien 4 laffet fund seyn allen Menschen. Der Herr ist nahe, forget nichts, sondern in allen Dingen laffet eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Ev. am 4. Sonnt. d. Advents. Joh. 1, 19-28. Und dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? und er be kannte und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und fie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias Er sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn, daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben? Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gefandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn, und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet, der ist es, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenſeits des Jordans, da Johannes taufte. Epistel am heil. Chrifttage. Tit. 2, 11-15. Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht, und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlöſete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthume das fleißig wäre zu guten Werken. Solches rede, und ermahne, und strafe mit ganzem Ernst. Evang. am heil. Christtage. Luc. 2, 1-14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschäßet würde, und diese Schäßung war die allererste, und geschahe zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph, aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur StadtDavids, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlecht Davids war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe: denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derfelbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zei chen, ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegend. Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobten Gott, und sprachen: auf alle Sonn- und Festtage. 5 sprachen: Ehre sey Gott in der Höhe,| behalte ihnen die Sünde nicht! Und und Friede auf Erden, und den Men- als er das gesagt, entschlief er. schen ein Wohlgefallen. Evang. am Tage Stephani. Matth, 23, 34-39. Epistel am Tage Stephani. Ap.- Gesch. 6, 8-15 u. 7, 55-59. Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da hei Bet der Libertiner, und der Cyrener, und der Aleranderer, und derer, die aus Cilicien und Asien waren, und bes fragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, und sprachen: Wir haben ihn gehöret Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Aeltesten, und die Schrift gelehrten, und traten herzu, und rissen ihn hin, und führeten ihn vor den Rath. Und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese heilige Etätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rath saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiligen Geistes war, fab er auf gen Himmel, und sahe die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes, und sprach: Sie. he, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmeten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßzen eines Jünglings, der hieß Saulus, und steinigten Stephanum, der anrief, und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder, und schrie laut: Herr, Der Herr sprach zu den Pharisäern, Schriftgelehrten und Obersten der Juden: Siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise, und Schriftgelehrte, und derselbigen werdet ihr etliche tödten und freuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, das vergoffen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels bis aufs Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerufalem, die du tödtest die Propheten, und steinigest, die zu dir gefandt sind! wie oft habe ich deine Kinder versammlen wollen, wie eine Henne versammlet ihre Küchlein unter ihre Flügel! und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüste gelasfen werden. Denn ich fage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobt sey, der da kommt im Namen des Herrn! Epistel am Tage Johannis des Apostels und Evangelisten. Sirach 15, 1-8. Wer Gott fürchtet, der wird Gutes thun, und wer sich an Gottes Wort bält, der findet die Weisheit. Und sie wird ihm begegnen wie eine Mutter, und wird ihn empfangen wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn tränken mit Wasser der Weisheit. Dadurch wird er stark werden, daß er feft stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeine. Sie wird ihn Episteln und Evangelien 6 ihn krönen mit Freude und Wonne, und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen: denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. Evangel. am Tage Johannis des Apostels und Evangelisten. Joh. 21, 19-24. Der Herr sprach zu Petro: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um, und sahe den Jüngern folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen ge= legen, und gesagt hatte: Herr, wer ist es, der dich verräth? Da Petrus diesen sahe, spricht er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge Du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und Jea sus sprach nicht zu ihm: Er stirbt nicht; sondern: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. Epistel am Sonntage nach dem Christtage. Gal. 4, 1-7. Lieben Brüder! Ich sage euch aber, so lange der Erbe ein Kind ist, ſo ist unter ihm und einem Knechte fein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, fandte Gott seinen Sohn, ge= boren von einem Weibe, und unter das Gefeß gethan, auf daß er die, so unter dem Gefeß waren, erlöfete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seyd, hat Gott gefandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Evangel. am Sonntage nach dem Christtage. Luc. 2, 33-40. Sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asers, die war wohlbetaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Mann, nach ihrer Jungfrauschaft, und war eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu, zu derselbigen Stunde, und pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gesez des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel am Neujahrstage. Gal. 3, 23-29. Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte geoffenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeiſter. Denn ihr seyd alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christo Jesu: denn auf alle Sonn- und Festtage. denn wie viele euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude, noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib: denn ihr seyd allzumal Eis ner in Christo Jesu. Seyd ihr aber Christi, so send ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. Evang. am Neujahrstage. Luc. 2, 21. Da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher ge nannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward. Epistel am Sonntage nach dem neuen Jahre. Tit. 3, 4-8. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, fondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegos. sen hat über uns reichlich durch Resum Christum, unsern Heiland; auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seyen des ewigen Lebens, nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. Evang. am Sonnt. nach dem neuen Jahre. Matth. 2, 13-23. 7 spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethle hem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und drunter waren nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens. Rahel beweinete ihre Kinder, und wollte sich nicht trösten lafsen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, in Egyptenland, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und ziehe hin in das Land Israel: sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörte, daß Archelaus im jüdischen Lande König war, anstatt feines Vaters Herodis, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und zog in die Derter des galiläischen Landes, und kam, und wohnte in der Stadt, die da heißt Nazareth. Auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Da aber die Weisen aus Morgenland hinweg gezogen waren, siehe, da Joerschien der Engel des Herrn dem Ze- Epistel am Tage der Offenb. Jesu Christi. Jef. 60, 1-6. auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliehe in Egyptenland und bleibe allda, bis ich dirs fage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, bei der Nacht, und entwich in Egyptenland; und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllet würde, daß der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrs lichkeit des Herrn gehet auf er dir. Denn siebe, Finsterniß bedecket das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher diese alle ver 8 Episteln und Evangelien versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen, und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Cob verkündigen. Evang. am Tage der Offenbarung Christi. Matth. 2, 1-12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zu der Zeit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerufalem, und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrak er, und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Christus follte geboren werden. Und sie sag. ten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem, im jüdischen Lande, bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Juda: denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich, und erfernete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre; und wies sie gegen Bethlehem, und sprach: Zie het hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr es findet, so faget mirs wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den fie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da fie den Stern fahen, wurden sie hoch erfreut; und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an, und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott be fahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epistel am 1. Sonnt. nach der Offenbarung Christi. Röm. 12, 1-6. Lieben Brüder! Ich ermahne euch durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohl gefällig sey, welches sey euer vernünfstiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verän dert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sey der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich fage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicherweise, als wir in Einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben: also sind wir viele Ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben iſt. Evangel. am 1. Sonnt. nach der Offenb. Chr. Luc. 2, 42-52. Da Jesus zwölf Jahre alt war, gingen seine Eltern hinauf gen Jerus falem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind auf alle Sonn- und Festtage. 9 Kind Jesus zu Jerusalem, und seine ge, was ihr thun sollt. Seyd brünEltern wußten es nicht. Sie mein- ftig im Geist. Schicket euch in die Zeit. ten aber, er wäre unter den Gefähr- Seyd fröhlich in Hoffnung, geduldig ten, und famen eine Tagereise, und in Trübfal, haltet an am Gebet. Nehsuchten ihn unter den Gefreundten met euch der heiligen Nothdurft an. und Bekannten. Und da sie ihn nicht Herberget gerne. Segnet, die euch fanden, gingen sie wiederum gen Jeru- verfolgen; segnet, und fluchet nicht. salem, und suchten ihn. Und es be- Freuet euch mit den Fröhlichen, und gab sich, nach dreien Tagen fanden weinet mit den Weinenden. Habt eisie ihn im Tempel figen, mitten unter nerlei Sinn unter einander. Trachtet den Lehrern, daß er ihnen zuhörte, und nicht nach hohen Dingen, sondern halsie fragte. Und alle, die ihm zuhöre- tet euch herunter zu den niedrigen. ten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn ſahen, entsetzten sie sich. Und jetne Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und wat ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle die Worte in ihrem Herzen. Und Jefus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Evang. am 2. Sonnt. nach der Offenbarung Christi. Joh. 2, 1-11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es am Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weiß, was habe ich mit dir zu schaffen? meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutterspricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gefeßt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und Maah. Jesus spricht zu ihnen: Füllet gingen je in einen oder drei die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten fie bis oben an. Und er sprach Lieben Brüder! Wir haben man- zu ihnen: Schöpfet nur, und bringet cherlei Gaben, nach der Gnade, die es dem Speisemeister: und sie brachuns gegeben ist. Hat jemand Weissa- ten es. Als aber der Speisemeister gung, so sey sie dem Glauben ähnlich. kostete den Wein, der Wasser gewesen Hat jemand ein Amt, so warte er des war, und wußte nicht, von wannen er Amts. Lehret jemand, so warte er der kam, die Diener aber wußten es, die Lehre. Ermahnet jemand, so warte er das Wasser geschöpft hatten, rufet der des Ermahnens. Giebt jemand, so ge- Speisemeister den Bräutigam, und be er einfältiglich. Regieret jemand, so spricht zu ihm: Jedermann giebt zum fey er forgfältig. Uebet jemand Barm- ersten guten Wein, und wenn sie trunherzigkeit, so thue er es mit Cust. Lie ken geworden sind, alsdann den gerinLiebe sey nicht falsch. Hasfet das Ar- gen; Du hast den guten Wein bisher ge, hanget dem Guten an. Die brü- behalten. Das ist das erste Zeichen, das derliche Liebe unter einander sey herz- Jesus that, geschehen zu Cana in Galilich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seyd nicht träRöm. 12, 6-16. Läa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubeten an ihn. Ep. Epistel am 2. Sonnt. nach der Offenbarung Christi. Episteln und Evangelien 10 Ep. am 3. Sonnt. nach der Offenb. Chr. Röm. 12, 17-21. Lieben Brüder! Haltet euch nicht felbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächet euch felbst nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn; denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein. Ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evang. am 3. Sonnt. nach der Offenb. Chr. Matth. 8, 1-13. Da Jesus vom Berge herab ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Ausfäßiger kam, und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an, und sprach: Ich will es thun, fey gereiniget: und alsobald ward er von seinem Aussaß rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand; sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, und bat und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete, und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er; und zum andern: Komm her, so kommt er; und zu meinem Knechte: Thue das, fo thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaac und Jacob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappern. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglau bet hast. Und sein Knecht ward gefund zu derselbigen Stunde. Ep. am 4. Sonnt. nach der Offenb. Chr. Röm. 13, 8-10. Lieben Brüder! Seyd niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn daß da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich foll nichts gelüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evang. am 4. Sonnt. nach der Offenbarung Christi. Matth. 8, 23-27. Jefus trat in ein Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhob sich ein groß Ungeſtüm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben! Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seyd ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohete den Wind und das Meer: da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich, und sprachen: auf alle Sonn- und Festtage. chen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Ep. am Tage der Reinigung Mariä. Maleachi 3, 1-4. Siehe, ich will meinen Engelsenden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommenzu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmidts, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sizen und schmelzen, und das Silber reinigen: er wird die Kinder Levi reinigen und läutern, wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit; und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Judä und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Ev. am Tage der Reinigung Mariä. Luc. 2, 22-32. Da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mofis kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn( wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen). Und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Geseg des Herrn, ein paar Turteltauben, oder zwo junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem mit Namen Simeon; und derselbige Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Ifraels, und der heilige Geist war in ihm; und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregung des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie 11 man pflegt nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf feine Arme, und lobete Gott, und sprach: Herr, nun läffest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes, Israel. Epiſtel am 5. Sonntage nach der Offenb. Christi. Col. 3, 12-17. Lieben Brüder! So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen feyd, in Einem Chrifti unter euch reichlich wohnen in Leibe, und seyd dankbar.Lasset das Wort aller Weisheit; lehret und vermahnet euch felbst mit Pfalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und finget dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Wor ten, oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danfet Gott und dem Vater durch ihn. Evang. am 5. Sonnt. nach der Offenbarung Chrifti. Matth. 13, 24-30. Jesus legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und jäete Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gefäet? WoHer Episteln und Evangelien 12 her hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen, und es ausgäten? Ersprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Laffet beides mit einander wachsen, bis zu der Ernte, und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen samm. let mir in meine Scheuern. sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ih nen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete, und sprach zu Jesu: Herr, hier, ist gut seyn; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mofi eine, und Elia eine. Da er noch also redete, stehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angeficht, und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen auf. hoben, sahen sie niemand, denn Jefum allein. Und da sie vom Berge herab gingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Epistel am 6. Sonntage nach der Offenb. Chr. 2 Petr. 1, 16-21. Wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selbst geiehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit, dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Und diese Stimme haben wir gehöret Ep. am Sonnt. Septuageſ. vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort; und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche, und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschiehet aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Evang. am 6. Sonntage nach der Offenb. Chr. Matth. 17, 1-9. 1 Cor. 9, 24-27, u. 10, 1-5. Lieben Brüder! Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpft, enthält sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen; wir aber eine un vergängliche. Ichlaufe aber also, nicht als aufs ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet, sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predis ge, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, liebe Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durch das Meer gegangen, und sind alle unter Mose getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunfen; Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu fich Petrum und Jacobum, und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret vor ihnen, und auf alle Sonn- und Festtage. 13 was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben, gleichwie dir. Oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die letzten die ersten, und die ersten die letzten seyn. Denn viele find berufen, aber wenige auserwählet. ken; fie tranken aber von dem geiftlichen Fels, der mir folgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen; denn fie find niedergeschlagen in der Wüste. Ev. am Sonnt. Septuages. Matth. 20, 1-16. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, fandte er sie in seinen Wein- Lieben Brüder! Ihr vertraget berg. Und ging aus um die dritte gern die Narren, dieweil ihr flug seyd. Stunde, und sahe andere an dem Markt Ihr vertraget, fo euch jemand zu müßig stehen, und sprach zu ihnen: Knechten macht, so euch jemand schinGehet ihr auch hin in den Weinberg, det, so euch jemand nimmt, so euch jeich will euch geben, was recht ist. Und mand trotzet, so euch jemand in das Ansie gingen hin. Abermal ging er aus gesicht fstreichet. Das sage ich nach der um die sechste und heunte Stunde, und Unehre, als wären wir schwach ge= that gleich also. Um die eilfte Stunde worden. Worauf nun jemand kühn ist aber ging er aus, und fand andere( ich rede in Thorheit), darauf bin ich müßig stehen, und sprach zu ihnen: auch kühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Was stehet ihr hier den ganzen Tag Sie sind Israeliter, ich auch. Sie müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat sind Abrahams Samen, ich auch. Sie uns niemand gedinget. Er sprach zu find Diener Christi( ich rede thörlich), ihnen: Gehet ihr auch hin in den Wein- ich bin wohl mehr. Ich habe mehr ges berg, und was recht seyn wird, soll arbeitet, ich habe mehr Schläge erliteuch werden. Da es nun Abend ward, ten, ich bin öfter gefangen, oft in Tosprach der Herr des Weinberges zu sei- desnöthen gewesen. Von den Juden nem Schaffner: Rufe die Arbeiter, habe ich fünfmal empfangen vierzig und gieb ihnen den Lohn, und hebe an Streiche, weniger ein. Ich bin dreian den letzten bis zu den ersten. Da ka- mal gestäupet, einmal gesteiniget, men die, so um die eilfte Stunde ge= dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, dinget waren, und empfing ein jeg- Tag und Nacht habe ich zugebracht in licher seinen Groschen. Da aber die er- der Tiefe des Meeres. Ich bin oft ge= sten kamen, meinten sie, sie würden reiset. Jch bin in Gefahr gewesen zu mehr empfangen; und sie empfingen Wasser, in Gefahr unter den Mör. auch ein jeglicher seinen Groschen. dern, in Gefahr unter den Juden, in Und da sie den empfingen, murreten Gefahr unter den Heiden, in Ge sie wider den Hausvater, und spra- fahr in den Städten, in Gefahr in chen: Diese letzten haben nur Eine der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, Stunde gearbeitet, und du hast sie uns in Gefahr unter den falschen Brügleich gemacht, die wir des Tages Last| dern; in Mühe und Arbeit, in viel und Hiße getragen haben. Erantwortete aber, und sagte zu Einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht, bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm, Ep. am Sonnt. Seragesimä. 2 Cor. 11, 19-33. und 12, 1-9. Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße: ohne was sich sonst zuträgt, nemlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, Episteln und Evangelien 14 schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damaskus der Landpfleger des Königs Areta verwahrete die Stadt der Damasker, und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauern niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gefichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; Gottweiß es), derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel; und ich kenne denselbigen Menschen.( Ob er in dem Leibe, oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es.) Er ward entzückt in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nemlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Da= für ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Ev. am Sonnt. Seragesimä. Luc. 8, 4-15. Da nun viel Volks bei einander eileten, sprach er durch ein Gleichniß: war, und aus den Städten zu ihm Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen, und indem er säete, fiel etliches an den Weg, und ward vermel fraßen es auf. Und etliches fiel auf treten, und die Vögel unter dem Himden Fels; und da es aufging, verdorreUnd' etliches fiel mitten unter die Dorte es, darum daß es nicht Saft hatte. nen; und die Dornen gingen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf trug hundertfältige Frucht. Da er das ein gutes Land; und es ging auf, und fagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Such ist es gegeben zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Same iſt das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die hören, nehmen sie das Wort mit Freuaber auf dem Fels sind die, wenn sie es den an; und die haben nicht Wurzel, eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, fo es hören, und gehen hin unter den Sorbens, und ersticken, und bringen keine gen, Reichthum und Wollust dieses LeFrucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Ep. am Sonnt. Quinquages. oder Estomihi. 1 Cor. 13. Lieben Brüder! Wenn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und auf alle Sonnund hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe tretbet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, fie stellet fich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, fie trachtet nicht nach Schaden. Sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, fie freuet sich aber der Wahrheit. Sie verträgt alles, fie glaubet alles, fie hoffet alles, fie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und hatte kindliche Anschläge; da ich aber ein Mann war, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stückweise; dann aber werde ich es erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Ev. am Sonnt. Quinquages. Luc. 18, 31-43. Jesus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir ge hen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten, von des Menschen Sohn: denn er wird überantwortet werden den Heiden, und Festtage. 15 und er wird verspottet, und geschmähet, und verspeiet werden, und ste werden ihn geißeln und tödten; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keins, und die Rede war ten verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre. Da verfündigtem sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jefus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihm brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sey sehend; dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend, und er folgte ihm nach, und preisete Gott. Und alles Volk, das folches sahe, lobete Gott. Ep. am Sonnt. Invocavit. 2 Cor. 6, 1-10. Lieben Brüder! Wir ermahnen euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jeßt ist die angenehme Zeit, jest iſt der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Nergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verläſtert werde, sondern in allen Dingen laſfet uns beweisen als die Diener Gottes: in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, in Nengsten, in Schlägen, in Gefängniffen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Episteln und Evangelien 16 ligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gez rüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber allzeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viel reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Ev. am Sonnt. Invocavit. Matth. 4, 1-11. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefaftet hatte, hungerte ihn, und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwor tete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, fondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit fich in die heilige Stadt, und stellete ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällest und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du follst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Ep. am Sonnt. Reminiscere. 1 Theff. 4, 1-7. Lieben Brüder! Wir bitten euch und ermahnen in dem Herrn Jeju, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln, und Gott ge fallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Got tes, eure Heiligung, daß ihrmeidet die Surerei, und ein jeglicher unter euch wisse, sein Faß zu behalten in Heilis gung und Ehre, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß Niemaud zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Ev. am Sonnt. Reminiscere. Matth. 15, 21-28. Und Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein cananäisches Weib ging aus derselben Grenze, und schrie ihm nach und sprach: Ach, Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Ifrael. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihres Herrn Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: auf alle SonnD Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. und Festtage. 17 nas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr faget: Ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel Epistel am Sonntage Oculi. durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammlet, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätte, suchet Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daaus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er es mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Ephef. 5, 1-9. Lieben Brüder! So seyd nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet, und sich felbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gefaget werden, wie den Heiligen zustehet, auch schandbare Worte und Narrentheidinge oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wisfen, daß kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger( welcher ist ein Götzendiener) Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Laffet euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieſer willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seyd nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seyd ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evang. am Sonnt. Oculi. Luc. 11, 14-28. Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der SataEp. am Sonntage Lätare. Gal. 4, 22-31. Lieben Brüder! Es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien, iſt durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente, eins von 2 dem 18 Episteln und Evangelien dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft| das Volk lagere. gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabien der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sey fröhlich, du Ünfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor, und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind, Isaat nach, der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; deffelbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkom me. Da sammleten fie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Je sus that, sprachen sie: Das ist wahr. dem Fleisch geboren war, verfolgte| lich der Prophet, der in die Welt komden, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber, was spricht die Schrift? Stoß' die Magd hinaus mit ihrem Sohne; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohne der Freien. So find wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. men soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden, und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Evang. am Sonnt. Lätare. Joh. 6, 1-15. Jesus fuhr über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hin auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit feinen Jüngern. Es war aber nahe an die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige Werth Brods ist nicht genug unter fie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich Epistel am Sonntage Judica. Ebr. 9, 11-15. Lieben Brüder! Christus aber ist ge kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht iſt, das ist, die also nicht gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Käl ber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Schfen und der Böcke Blut, und die Asche, von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Chrifti, der sich selbst ohne allen Wandel, durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Ulebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Ev. auf alle Sonn- und Festtage. Ev. am Sonntage Judica. Joh. 8, 46-59. Jesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht, denn ihr seyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und haft den Leufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre Bater, und ihr unehret, mich. fuche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir felbst? Jesus antwortete: So ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sey euer Gott, und kennet ihn nicht. Ich aber kenne ihn, und so ich würde sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seyd. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und erfahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahre alt, und hast Abraham gefehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. meinen Ich 19 Epistel am Palmsonntage. Phil. 2, 5-11. Lieben Brüder! Ein jeglicher sey gefinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein; sondern äuBerte sich selbst, und nahm Knechtsge= stalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch erfunden. Er niedrigte sich Mensch, und an Geberden als ein felbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen die im Himmel und auf Erden, und Jesu fich beugen sollen alle derer Kniee, unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr fey, zur Ehre Gottes, des Vaters. ( Das Evangelium suche oben am ersten Sonntage des Advents.) Ep. am Tage d. Verkündig. Maria. Jef. 7, 10-15. Der Herr redete abermal zu Ahas, und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, es sey unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause Davids: Jst es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr felbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie hetßen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Ev. am Tage d. Verkündig. Mariä. Luc. 1, 26-38. Im sechsten Monat ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war 2* einem Episteln und Evangelien 20 einem Manne mit Namen Joseph, vom Hause Davids, und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seyft du Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern. Da fie aber ihn sahe, erschrak site über seine Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das! Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, deß Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß, und ein Sohn des Höchften genannt werden, und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben, und er wird ein König seyn über das Haus Jacobs ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende seyn. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, fintemal ich von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Evang. am Gründonnerstage. Joh. 13, 1-15. Elisabeth, deine Gefreundte, ist auch schwanger mit einem Sohne in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Monat, die im Gefchrei ist, daß sie unfruchtbar sey. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. Epistel am Gründonnerstage. 1 Corinth. 11, 23-32. Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankte und brach es, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihres trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brod effet, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod iffet, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leibe und Blute des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also effe er von diesem Brod, und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig iffet und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet; wenn wir aber gerich tet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammt werden. Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte gelie bet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jejus, daß ihm der Vater hat te alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zut auf alle Sonn- und Festtage. zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu thm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seyd rein; aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seyd nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wiffet ihr, was ich euch ges than habe? Thr heißet mich Meister, und Herr, und sagt recht daran, denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Epistel am heil. Ostertage. 1 Cor. 5, 7-8. Lieben Brüder! Feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seyd, gleichwie ihr ungefäuert seyd. Denn wir haben auch ein Oſterlamm, das ist Christus, für uns ge opfert. Darum lasfet uns Ostern halten nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Evang. am heil. Ostertage. Marc. 16, 1-8. Und da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und 21 Maria Jacobi, und Salome Spe= cerei, auf daß fie kämen und falbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und fie gingen hinein in das Grab, und fahen einen Jüngling zur rechten Hand sizzen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entfeget euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gefreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und sagt es feinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entfeßen angekommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel am Ostermontage. Apostel- Gesch. 10, 34-41. Petrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Personen nicht ansiehet, fondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm.. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden, durch Jesum Christum ( welcher ist ein Herr über alles), die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geist und 22 Episteln und Evangelien etliche Weiber der Unsern, die sind früh bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges und Kraft, der umhergezogen ist, und hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, daß er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet, und an ein Holz gehängt, denfelbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offen bar werden, nicht allem Volk, son- Herzens, zu glauben allem dem, das dern uns, den vorerwählten Zeugen die Propheten geredet haben; mußte von Gott, die wir mit ihm gegessen nicht Christus solches leiden, und zu und getrunken haben, nachdem er feiner Herrlichkeit eingehen? Und auferstanden ist von den Todten. fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Evangel. am Ostermontage. Luc. 24, 13-35. Zween aus den Jüngern des Herrn gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem fechzig Feldweges weit, deß Name heißet Emmahus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschahe, da sie ihnen. so redeten, und befragten sich mit| Brod, dankte, brach es, und gab es einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist Du allein unter den Fremdlingen zu Jerufalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Pro-| phet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Volk: wie ihn unsere Hohenpriester und Oberften überantwortet haben zum Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete, auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehrten wieder gen Jerufalem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. Wir aber hofften, er sollte Ifrael Ep. am S. Quasimodogeniti. erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt 1 Joh. 5, 4-10. Lieben Brüder! Alles, was von Gott auf alle Sonn- und Festtage. 23 sericordias Domini. 1 Petr. 2, 21-25. Gott geboren ist, überwindet die Epistel am Sonntage MiWelt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser Lieben Brüder! Denn dazu seyd ihr berufen, fintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein folgen seinen Fußstapfen; welcher Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachund Blut. Und der Geist ist es, der keine Sünde gethan hat, und iſt da zeuget, daß Geist Wahrheit iſt. auch kein Betrug in seinem Munde Denn drei sind, die da zeugen im erfunden; welcher nicht wieder schalt, Himmel: der Vater, das Wort und da er gescholten ward, nicht drohete, der heilige Geist; und diese drei sind da er litte; er stellete es aber dem Eins. Und drei sind, die da zeugenheim, der da recht richtet. Welcher auf Erden: der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. hat unsere Sünden selbst geopfert an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch welches Wunden ihr seyd heil geworden. Denn ihr wahret wie die irrenden Schafe; aber ihr seyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Ev. am S. Quasimodogeniti. Evangelium am Sonntage Joh. 20, 19-31. Misericordias Domini. Joh. 10, 12-16. Am Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammlet und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jefus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sey mit euch! Und als er das fagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite: da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sey mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet Hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlaffet, denen sind sie erlassen; und welchen thr sie behaltet, denen sind sie behalten, u. s. w. ( Das Uebrige siehe am Thomastage.) Jesus sprach zu den Juden: Ich bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läßt sein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verlässet die Schafe und fliehet; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fliehet; denn er ist ein Miethling, und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater kennet, und Ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselbigen muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel 24 Episteln und Evangelien Ep. am Sonntage Jubilate.| so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ift das, daß er sagt: über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da wollten, und sprach zu ihnen: Das merkte Jesus, daß sie ihn fragen von fragt ihr unter einander, daß ich werdet ihr mich nicht sehen, und gesagt habe: Ueber ein Kleines, so aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig Freude verkehret werden. Ein Weib, seyn; doch eure Traurigkeit soll in rigkeit, denn ihre Stunde ist ge wenn sie gebieret, so hat sie Traus kommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Trausehen, und euer Herz soll sich freuen, rigkeit; aber ich will euch wieder euch nehmen. Und an demselbigen und eure Freude soll niemand von Tage werdet ihr mich nichts fragen. 1 Petr. 2, 11-20. Lieben Brüder! Ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von fleischlichen Lüften, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sey dem König, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn daß ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwiffenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seyd unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Mebel erträgt, und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ep. am Sonntage Cantate. Jac. 1, 16-21. Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Ev. am Sonntage Jubilate. Joh. 16, 16-23. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er sagt zu uns: Ueber ein Kleines, Lieben Brüder! Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeu get nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sey schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberfeit auf alle Sonn- und Festtage. keit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen felig machen. Ev. am Sonntage Cantate. Joh. 16, 5-15. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Nun gehe ich aber hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wo gehest du hin? sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe; denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jest nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Der felbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Ep. am Sonntage Vocem Jucunditatis. Jac. 1, 22-27. Lieben Brüder! Send Thäter des Worts, und nicht hörer allein, 25 damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, | gehet er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Geseß der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig seyn in seiner That. So aber sich jemand unter euch läßt dünfen, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Ev. am Sonntage Vocem Jucunditatis. Joh. 16, 23-30. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sey. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß Ich den Vater für euch bitten will, denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß Ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und ge= kommen in die Welt; wiederum verlaffe ich die Welt, und gehe zum Vater. 26 Episteln und Evangelien Vater. Sprechen zu ihm seine Jün| ihm nachfahen gen Himmel fahrend, ger: Siehe, nun redest du frei her- siehe, da standen bei ihnen zween aus, und sagest kein Sprüchwort. Männer in weißen Kleidern, welche Nun wissen wir, daß du alle Dinge auch sagten: Ihr Männer von Gali weißt, und bedarfst nicht, daß dich läa, was stehet ihr, und sehet gen jemand frage. Darum glauben wir, Himmel? Dieser Jesus, welcher von daß du von Gott ausgegangen bist. euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Ep. am Tage d. Himmelfahrt Ev. am Tage d.Himmelfahrt Christi. Ap.- Gesch. 1, 1-11. Die erste Rede habe ich zwar ge= Christi. Marc. 16, 14-20. than, lieber Theophile, von allem Zuletzt, da die Eilfe zu Tische dem, das Jesus anfing, beides, zuschalt ihren Unglauben und ihres faßen, offenbarte sich der Herr, und thun und zu lehren, bis an den Tag, Herzens Härtigkeit, daß sie nicht da er aufgenommen ward, nachdem geglaubet hatten denen, die ihn ge er den Aposteln( welche er hatte erſehen hatten auferstanden, und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und ges tauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen wählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeigt hatte durch mancherlei Erweifungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammlet hatte, be fahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft: Ihr aber sollt mit dem heiligen Geiste getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zuse Hends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In mei nem Namen werden sie Teufel ausSchlangen vertreiben; und so sie treiben, mit neuen Zungen reden, etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranfen werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sizzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen und der Herr wirkte mit ihnen, und aus, und predigten an allen Orten; bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Epistel am Sonntage Exaudi. 1 Petr. 4, 8-11. Lieben Brüder! So seyd nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seyd auf alle Sonn- und Festtage. 27 Seyd gastfrei unter einander, ohne| Zungen zertheilet, als wären ste Murmeln, und dienet einander, ein feurig; und er setzte sich auf einen jeglicher mit der Gabe, die er em- jeglichen unter ihnen; und wurden pfangen hat, als die guten Haus- alle voll des heiligen Geistes, und halter der mancherlei Gnade Gottes. fingen an zu predigen mit andern So jemand redet, daß er es rede Zungen, nachdem der Geist ihnen als Gottes Wort. So jemand ein gab, auszusprechen. Es waren aber Amt hat, daß er es thue, als aus Juden zu Jerufalem wohnend, die dem Vermögen, das Gott darreichet, waren gottesfürchtige Männer, aus auf daß in allen Dingen Gott ge- allerlei Volk, das unter dem Himpriesen werde, durch Jesum Chri- mel ist. Da nun die Stimme geftum, welchem sey Ehre und Gewalt schah, kam die Menge zusammen, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. und wurden verstürzt, denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind: Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien, und in Judäa, und Cappadocien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Egypten, und an den Enden der Libyen, bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetz ten sich aber alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Ev. am Sonntage Eraudi. Joh. 15, 26. 27. und 16, 1-4. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet; der wird zeugen von mir, und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seyd von Anfang bet mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber folches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß Ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Ep. am heiligen Pfingsttage. Ap.- Gesch. 2, 1-13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschahe schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saBen. Und man sahe an ihnen die Evangel. am h. Pfingsttage. Joh. 14, 23-31. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht; und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. 28 Episteln und Evangelien wortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getaufet werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des Herrn. bin. Aber der Tröster, der heilige| und Gott hoch preiseten. Da antGeist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch ge= fagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde infort mehr nicht viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. Epistel am Pfingstmontage. Apostel Gesch. 10, 42-48. Petrus redete zu dem Haupt mann Cornelio, und denen, so bei ihm waren, und sprach: Der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß Er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geift auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekom men waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegoffen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, Ev. am Pfingstmontage. Joh. 3, 16-21. Jesus sprach zu Nicodemo: Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist; und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren das Licht, und kommt nicht an das böſe Wer Arges thut, haffet Licht, auf daß seine Werke nicht ge straft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. Epistel am Feste Trinitatis. Röm. 11, 33-36. O welch eine Tiefe des Reichthums, beides, der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor ge geben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, auf alle Sonn- und Festtage. 29 ihn, und in ihm sind alle Dinge;| Dingen sagen würde? Und niemand ihm sey Ehre in Ewigkeit. Amen. fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nemlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Evang. am Feste Trinitatis. Joh. 3, 1-15. Es war ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jefu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeithen thun, die Du thust, es sey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrs lich, ich sage dir: Es sey denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht se hen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich fage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er fommt, und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jefus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen fage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Ep. am 1. Sonnt. n. Trinit. 1 Joh. 4, 17-22. Lieben Brüder! Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laffet uns ihn lieben; denn Er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dieß Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Ev. am 1. Sonnt. n. Trinit. Luc. 16, 19-31. Jesus sprach zu seinen Jüngern und zu den Juden: Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebete alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür, voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch tamen 30 Episteln und Evangelien kamen die Hunde und leckten ihm feine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß; der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schooß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und sende Lazarum, daß er das Neußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und fühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, Jesus redete zu den Pharisäern können nicht, und auch nicht von dies Gleichniß: Es war ein Mensch, dannen zu uns herüber fahren. Da der machte ein großes Abendmahl, sprach er: So bitte ich dich, Vater, und lud viele dazu, und sandte seine daß du ihn sendest in meines Vaters Knechte aus zur Stunde des AbendHaus: denn ich habe noch fünf mahls, zu sagen den Geladenen: Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf Kommt, denn es ist alles bereitet. daß sie nicht auch kommen an diesen Und' sie fingen an, alle nach einander, Ort der Qual. Abraham sprach zu sich zu entschuldigen. Der erste sprach ihm: Sie haben Mosen und die zu ihm: Ich habe einen Acker ge Propheten; laß sie dieselbigen hören. kauft, und muß hinaus gehen und Er aber sprach: Nein, Vater Abraihn besehen; ich bitte dich, entschulham, sondern wenn einer von den dige mich. Und der andere sprach: Todten zu ihnen ginge, so würden Ich habe fünf Joch Ochfen gekauft, fie Buße thun. Er sprach zu ihm: und ich gehe hin, sie zu befehen; ich Hören sie Mosen und die Propheten bitte dich, entschuldige mich. Und nicht, so werden sie auch nicht glau- der dritte sprach: Ich habe ein Weib ben, ob jemand von den Todten auferstände. genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen, und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach:-Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Ep. am 2. Sonnt. n. Trinit. 1 Joh. 3, 13-18. Lieben Brüder! Verwundert euch nicht, ob euch die Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tod in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tod. Wer seinen Bruder haffet, der ist ein Todtschläger; und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß Er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt fein Herz vor ihm zu: wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laffet uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Ev. am 2. Sonnt. n. Trinit. Luc. 14, 16-24. auf alle Sonn- und Festtage. 31 der Herr sprach zu dem Knechte:| der also heiße. Und sie winkten feiGehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige sie, herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. nem Vater, wie er ihn wollte heißen laffen. Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsobald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete, und lobete Gott. Und es Ep. am Tage Johannis des Täufers. Jes. 40, 1-5. Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat. Denn ihre Missethat ist vergeben; denn sie hat Zweifältiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, macht auf dem Gefilde eine ebene Bahn, unserm Gott. Alle Thäler sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel follen geniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was Höckerig ist, soll schlecht werden: denn die Herrlichkeit des Herrn soll #geoffenbaret werden; und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Ev. am Tage Johannis des Täufers. Luc. 1, 57-80. Elisabeth kam ihre Zeit, daß fte gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn undGefreundten hörten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich, am achten Tage kamen sie, zu beschneiden das Kindlein, und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nich ten, sondern er soll Johannes heiBen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, kam eine Furcht über alle Nachbarn; und diese Geschichte ward alle ruchbar auf dem ganzen jüdischen Ges birge. Und alle, die es höreten, nahmen es zu Herzen, und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weifsagte und sprach: Gelobet sey der Herr, der Gott Ifraels, denn er hat besucht und erlöset sein Volk. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners Davids. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten: daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns haffen, und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben; daß wir erlöset aus der Hand unsrer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, in Heiligfeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, und Erkenntniß des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe. Auf daß er erscheine denen, die da sizzen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist, und war in der Wüste, bis Episteln und Evangelien 32 bis daß es sollte hervortreten vor das Volk Israel. Ep. am 3. Sonnt. n. Trinit. Petr. 5, 6-11. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn Er forget für euch. Seyd nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher, wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben diefelbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demfelbigen sey Ehre und Macht, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so ste der Einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Ep. am Tage Mar. Heimsuch. Jef. 11, 1-5. Es wird eine Ruthe aufgehen von dem Stamm Isai, und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf welchem wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weis heit und des Verstandes, der Geist des Raths und der Stärke, der Geist der Erkenntniß und der Furcht des Herrn, und sein Riechen wird seyn in der Furcht des Herrn. Er wird nicht richten, nachdem seine Augen Ohren hören, sondern wird mit Ge sehen, noch strafen, nachdem seine rechtigkeit richten die Armen, und mit Gericht strafen die Elenden im Lande, und wird mit dem Stabe Ev. am 3. Sonnt. n. Trinit. Luc. 15, 1-10. Es naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn Höreten. Und die Pharifäer und Schriftgelehrten murreten, und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dieß Gleichnißz und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der Eins verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlorenen, bis daß Ev. am Tage Mar. Heimsuch. Luc. 1, 39-56. er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so leget er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seine Freunde| und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel seyn über einen Sünder, der Buße thut, vor neun seines Mundes die Erde schlagen, und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen tödten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden seyn, und der Glaube der Gurt seiner Nieren. Maria aber stand auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge endelich, zu der Stadt Juda, und kam in das Haus Zacharias, und grüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörete, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth war des heiligen Geiftes auf alle Sonn- und Festtage. 33 Geistes voll, und rief laut und sprach:| Wesens, zu der herrlichen Freiheit Gebenedeiet bist du unter den Wei- der Kinder Gottes. Denn wir wissen, bern, und gebenedeiet ist die Frucht daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, deines Leibes. Und woher kommt mir und ängstet sich noch immerdar. das, daß die Mutter meines Herrn Nicht allein aber sie, sondern auch zu mir kommt? Siehe, da ich die wir selbst, die wir haben des Geistes Stimme deines Grußes hörte, hüpfte Erstlinge, fehnen uns auch bei uns mit Freuden das Kind in meinem selbst nach der Kindschaft und warten Leibe. Und, o selig bist du, die du auf unsers Leibes Erlösung. geglaubet hast; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angeſehen. Siehe, von nun an werden mich jelig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Und feine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm, und zerstreuet, die Hoffärtig find in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und läßt die Reichen leer. Er denfet der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Ifrael auf. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen, ewiglich. Und Maria blieb bei ihr bei drei Monate: darnach kehrete sie wiederum heim. Ep. am 4. Sonnt. n. Trinit. Röm. 8, 18-23. Lieben Brüder! Ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herr lichkeit nicht werth sey, die an uns foll geoffenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterwor fen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Ev. am 4. Sonnt. n. Trinit. Luc. 6, 36-42. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Darum seyd barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichauch nicht verdammet. Vergebet, jo tet. Verdammet nicht, so werdet ihr wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben: denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meiſter; so ist er vollkommen. Was fiehest du wenn der Jünger ist wie sein Meister, aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Ep. am 5. Sonnt. n. Trinit. 1 Petr. 3, 8-15. Endlich aber seyd allesammt gleich gefinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich, vergeltet nicht Bö.( fes mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, 3 und 34 Episteln und Evangelien und wisset, daß ihr dazu berufen seyd,| Mensch. Denn es war ihn ein Schrekdaß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nicht Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes: er suche Frie-| den und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seyd ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßzen nicht, und erschrecket nicht; heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. ken angekommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den fie mit einander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Jacobum und JoHannem, die Söhne Zebedai, Simons Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Ep. am 6. Sonnt. n. Trinit. Röm. 6, 3-11. Lieben Brüder! Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getaufet sind, die sind in seinen Tod ge= tauft? So sind wir je mit ihm begráben durch die Taufe in den Tod; auf Ev. am 5. Sonnt. n. Trinit. Luc. 5, 1-11. daß, gleichwie Christus ift auferwedet von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir Es begab sich aber, da sich das Volk aber sammt ihm gepflanzet werden zu zu ihm drang, zu hören das Wort Got- gleichem Tode, so werden wir auch der tes, und er stand am See Genezareth, Auferstehung gleich seyn: dieweil wir und sahe zwei Schiffe am See stehen; wissen, daß unser alter Mensch sammt die Fischer aber waren ausgetreten ihm gekreuziget ist, auf daß der fündund wuschen ihre Neße; trat er in liche Leib aufhöre, daß wir hinfort der der Schiffe eines, welches Simons Sünde nicht dienen. Denn wer gewar, und bat ihn, daß er es ein wenig storben ist, der ist gerechtfertiget von vom Lande führete. Und er setzte sich der Sünde. Sind wir aber mit Christo und lehrte das Volk aus dem Schiff. gestorben, so glauben wir, daß wir und als er hatte aufgehöret zu reden, auch mit ihm leben werden, und wissen, sprach er zu Simon: Fahre auf die daß Christus, von den Todten er Höhe, und werfet eure Netze aus, daß wedket, hinfort nicht stirbt; der Tod ihr einen Zug thut. Und Simon ant- wird hinfort über ihn nicht herrschen. wortete, und sprach zu ihm: Meister, Denn das er gestorben ist, das ist er der wir haben die ganze nacht gearbeitet Sünde gestorben, zu einem mal; das und nichts gefangen, aber auf dein er aber lebet, das lebet er Gott. Also Wort will ich das Netz auswerfen. Und auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr da sie das thaten, beschlossen sie eine der Sünde gestorben seyd, und lebet große Menge Fische, und ihr Netz zer- Gott, in Christo Jesu, unserm Herrn. riß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiff waren, daß sie kämen und hälfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken. Da das Stmon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehevon mir hinaus, ich bin ein fündiger Ev. am 6. Sonnt. n. Trinit. Matth. 5, 20-26. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Es sey denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftge lehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht auf alle Sonn- und Festtage. nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber fage euch: Ver mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm, und opfere deine Gabe. Sei willfärtig deinem Widerfacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich fage dir wahrlich, du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den legten Heller bezahlest. Ep. am 7. Sonnt. n. Trinit. Röm. 6, 19-23. Ich muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht, welcher ihr euch jetzt schämet? Denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seyd von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Furcht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. 35 Ev. am 7. Sonnt. n. Trinit. Marc. 8, 1-9. Zu der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn fie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von fern gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sicben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und ernahm die fieben Brode, und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie diefelbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fisch lein, und er dankte, und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber, und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertaufend, die da ge gessen hatten; und er ließ sie von sich. Ep. am 8. Sonnt. n. Trinit. Röm. 8, 12-17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn, welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geift empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugniß unferm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nemlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir 3* anders 36 anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Ev. am 8. Sonnt. n. Trinit. Matth. 7, 15-23. Jesus sprach zu seinen Jüngern und zu dem Volf: Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. Episteln und Evangelien Ep. am 9. Sonnt. n. Trinit. 1 Cor. 10, 6-13. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten laffen des Bösen, gleichwie jene ge Lüstet hat. Werdet auch nicht abgöttische, gleichwie jener etliche wurden; als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. KORE Laßt uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber ge= schrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, son dern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ertragen. es könnet Ev. am 9. Sonnt. n. Trinit. Luc. 16, 1-9. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güt ter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. Der Haus halter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Ersprach: Hundert Tonnen Del. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sebze dich, und schreib flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weißen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er auf alle Sonn- und Festtage. er flüglich gethan hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts, in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewige Hütten. Ep.am 10. Sonnt. n. Trinit. 1 Cor. 12, 1-11. Von den geistlichen Gaben will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seyd ge= wesen, und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich eu kund, daß niemand Jefum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei. Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nugen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; leinem andern Weisfagung; einem andern Geister zu uns terscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern die Šprachen auszulegen. Dies aber alles wirkt derfelbige einige Geist, und theilt einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Ev. am 10. Sonnt. n. Trinit. Luc. 19, 41-48. Und als er nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken, zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden 37 dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen; darum, daß du nicht erkannt haft die er ging in den Tempel und fing an aus Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und zutreiben, die darinne verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: mein Haus ist ein Bethaus; Ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenprieſter und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. Ep. am 11. Sonnt. n. Trinit. 1 Cor. 15, 1-10. Lieben Brüder! Ich erinnere euch) des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sey für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sey, und daß er auferstanden sey am dritten Tage, nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach on den Zwölfen; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen; darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Apofteln; am legten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Apo 38 Episteln und Evangelien Aposteln, als der ich nicht werth bin,| also, daß die Kinder Israel nicht konndaß ich ein Apostel heiße; darum daß ten ansehen das Angesicht Mosis, um ich die Gemeine Gottes verfolget habe. der Klarheit willen seines Angefichts, Aber von Gottes Gnaden bin ich, das die doch aufhöret: wie sollte nicht vielich bin, und seine Gnade an mir ist mehr das Amt, das den Geist gibt, nicht vergeblich gewesen, sondern ich Klarheit haben? Denn so das Amt, das habe viel mehr gearbeitet, denn sie die Verdammniß prediget, Klarheit alle, nicht aber Jch, sondern Gottes hat, vielmehr hat das Amt, das die Ge Gnade, die mit mir ist. rechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klarheit zu achten, gegen dieser überschwenglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret, wie vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. Ev. am 11. Sonnt. n. Trinit. Luc. 18, 9-14. Der Herr sagte zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten; einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir Gott, daß ich nicht bin, wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch feine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Ev. am 12. Sonnt. n. Trinit. 2 Cor. 3, 4-11. Lieben Brüder! Ein solches Vertrauen haben wir durch Christum zu Gott, nicht, daß wir tüchtig sind, von uns selber etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig find, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern] des Geistes; denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist machtlebendig. So aberdas Amt, das durch die Buchstaben tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte: Ev. am 12. Sonnt. n. Trinit. Marc. 7, 31-37. Und da er wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüßte, und rührte seine Zunge. Und sahe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist: thue dich auf. Und alsobald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maße, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. Ep. am 13.Sonnt. n. Trinit. Gal. 3, 15-22. Lieben Brüder! Ich will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verhei Bung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht: Durch die Samen, als durch viele; sondern als durch auf alle Sonn- und Festtage. durch Einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Jch sage aber davor: Das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung follte durch das Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu gekommen, um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Geset wider Gottes Verheißungen? Das sey ferne! Wenn aber ein Gesetz ge= geben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetz. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter dieSünde, auf daß die Verheißzung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Ev. am 13. Sonnt. n. Trinit. Luc. 10, 23-37. Jesus wandte sich zu seinen Jüngern und sprach infonderheit: Selig find die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er 39 aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet, thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Je= richo, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohnge= fähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog; und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und fahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn seiner, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß darein Del und Wein, und hob ihn auf sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegete seiner. Des andern Tages reifete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirth, und sprach zu ihm: Pflege seiner; und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sey gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin, und thue desgleichen. Ep. am 14. Sonnt. n. Trinit. Gal. 5, 16-24. Lieben Brüder! Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regieret euch aber der Geist, so send ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zant, 3wietracht, Rotten, Haß, Episteln und Evangelien 40 Hap, Mord, Saufen, Fressen, und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Chriftum angehören, die freuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüsten und Begierden. Ev. am 14. Sonnt. n. Trinit. Luc. 17, 11-19. Und es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, 3og er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne, und erhoben ihre Stimme, und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, kehrete er um, und preifete Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm, und das war ein Samariter. Jefus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo find aber die Neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkebrete, und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling. Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Ep. am 15. Sonnt. n. Trinit. Gal. 5, 25-26. und 6, 1-10. Lieben Brüder! Co wir im Geist leben, so laffet uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig seyn, unter einander zu entrüften und zu haffen. Lieben Brüder! So ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht, mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seye, und siche auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet wer dest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sey etwas, so er doch nichts ist, der be | trügt sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Trret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er erndten. Wer auf sein Fleisch fäet, der wird von dem Fleisch das Verderben erndten; wer aber auf den Geist fäet, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Laffet uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Ev. am 15. Sonnt. n. Trinit. Matth. 6, 24-34. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen, und den andern lieben, oder er wird einem anhangen, und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr effen und trinken werdet, auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, fie fäen nicht, sie erndten nicht, sie sammeln nicht in die Scheuern, und euer himm lischer Vater ernähret sie doch. Seyd ihr denn nicht vielmehr denn sie. Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sor get? auf alle Sonn- und Festtage. 41 überschwänglich thun kann, über alles, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Chre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Ev. am 16. Sonnt. n. Trinit. Luc. 7, 11-17. Und es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht. Und Darum forget nicht| trat hinzu, und rührete den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und preiseten Gott, und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erschallete in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. get? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen, sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also fleidet, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir effen? was werden wir trinken? womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufällen. für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine forgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Ep. am 16. Sonnt. n. Trinit. Ephef. 3, 13-21. Lieben Brüder! Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübfalen willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Ep. am 17. Sonnt. n. Trinit. Ephef. 4, 1-6. der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden: daß er euch Kraft gebe, nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden, durch seinen Geist, an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite, und die Länge, und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wisfen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der Lieben Brüder! Co ermahne nun euch Ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebühret, eurem Beruf, darinnen ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seyd fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berusen seyd auf einerlei Hoffnung eures Berufs, Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater( unſer) aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Ev. 42 Episteln und Evangelien Ev. am 17. Sonnt. n. Trinit.| und Satanas, der die ganze Welt ver Luc. 14, 1-11. führet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörete eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil, und die Kraft, und das Reich, und die Macht unsers Got tes, seines Christus geworden, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihres Zeugniffes, und haben ihr Leben nicht geliebet bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen. Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer, auf einen Sabbath, das Brod zu effen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wasserfüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und sprach: Ist es auch recht auf denSabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsobald ihn herausziehe am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwähleten, oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, day nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sey, und so dann kömmt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem, und du müssest dann mit Schaam unten an sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, jo gehe hin, und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spre che zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sißen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der foll erhöhet werden. Ev. am Tage St. Michaelis. Matth. 18, 1-11. Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesu, und sprachen: Wer ist doch der Größeste imHimmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich, und stellete es mitten unter fie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sey denn, daß ihr euch umfehret, und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget, wie dies Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer Ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert diefer Geringsten Einen, die daß ein Mühlstein an seinen Hals ge an mich glauben, dem wäre beſser, hänget würde, und er erfäufet würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Aergernis halben! G muß ja Aergerniß kommen; doch wehe Ep. am Tage St. Michaelis, dem Menschen, durch welchen Nergeraber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab, und wirf ihn von dir. Es ist dir beſſer, daß du zum Leben lahm oder ein Krüp pel eingehest, denn daß du zwo Hände oder zween Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus, und wirf es von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingeheft, denn Offenb. Joh. 12, 7-12. Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritte, und seine Engel, und siegeten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel auf alle Sonn- und Festtage. denn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sebet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich fage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menfchen Sohn ist gekommen, selig zu machen, das verloren ist. Ep. am 18. Sonnt. n. Trinit. 1 Cor. 1, 4-9. Lieben Brüder! Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seyd durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seyd auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Ev. am 18. Sonnt. n. Trinit. Matth. 22, 34-46. Da aber die Pharisäer hörten, daß er den Sadducäern das Maul gestopft hatte, verſammleten sie sich, und Einer unter ihnen, ein Schrift= gelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüthe. Dies ist das vornehmste und größeste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharifäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn 43 da er faget: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Ep. am 19.Sonnt. n. Trinit. Ephef. 4, 22-28. Lieben Brüder! So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in 3rrthum sich verderbet; erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über euren Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Ev. am 19. Sonnt. n. Trinit. Matth. 9, 1-8. Der Herr trat in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihrenGlauben sabe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sen getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in eurem Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder, zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wiffet, daß des Menschen Sohn Macht habe, auf 44 Episteln und Evangelien auf Erden die Sünden zu vergeben, Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereisprach er zu dem Gichtbrüchigen: tet, aber die Gäste waren es nicht werth. Stebe auf, hebe dein Bette auf, und Darum gehet hin auf die Straßen, und gehe heim. Und er stand auf, und ging ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und heim. Da das Volk das sahe, verwun- die Knechte gingen aus auf die Straderte es sich, und preisete Gott, der folgen, und brachten zusammen, wen sie che Macht den Menschen gegeben hat. fanden, Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und ſahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein ges kommen, und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Eraber verstummete. Da sprach der König zu seinen Die nern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finster niß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen; denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Ep. am 20. Sonnt. n. Trinit. Ephef. 5, 15-21. Lieben Brüder! So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen, und schicket euch in die Zeit; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sey des Herrn Wille, und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordent liches Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi; und seyd unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Ev. am 20. Sonnt. n. Trinit. Matth. 22, 1-14. Und Jesus redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem König, der seinem Sohne Hochzeit machte, und fandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieb ist gefchlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen sei. ne Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König börete, ward erzornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Ep. am 21. Sonnt. n. Trinit. Ephef. 6, 10-17. Zulegt, meine Brüder, seyd stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nemlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieſer Welt herrschen, mit den bösen Gei stern unter dem Himmel. Um deßwillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten môget. Co stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Böse wichts, und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Ev. auf alle Sonn- und Festtage. 15 Ev. am 21. Sonnt. n. Trinit.| mir der Gnade theilhaftig feyd. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo, und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr seyd lauter und unanstößig, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten Christum geschehen( in euch), zur der Gerechtigkeit, die durch Jesum Ehre und Lobe Gottes. Joh. 4, 47-54. Und es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. Die ser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläa, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hälfe seinem Sohn, denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die stebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Ep. am 22. Sonnt. n. Trinit. Phil. 1, 3-11. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke,( welches ich allezeit thue, in alle meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jefu Christi, Wie es denn mir billig ist, daß ich der maßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit Ev. am 22. Sonnt. n. Trinit. Matth. 18, 23-35. Jesus fagte zu Petro und zu den andern Jüngern: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm Einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn, und sein Weib, und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging.hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen und brachten vor ihrem Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle dieſe Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du Episteln und Evangelien 46 du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Ep am 23. Sonnt. n. Trinit. Phil. 3, 17-21. Lieben Brüder! Folget mir, und fehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft ge= sagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unfern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Ev. am 23. Sonnt. n. Trinit. Matth. 22, 15-22. Da gingen die Pharisäer hin, und hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rede, und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehn der Menschen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schaltheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gotte, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Ep. am 24. Sonnt. n. Trinit. Col. 1, 9-14. Derhalben auch wir von dem Tage an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich, dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar send in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden; und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nemlich die Vergebung der Sünden. Ev. am 24. Sonnt. n. Trinit. Matth. 9, 18-26. Da Jefus folches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jeßt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sahe sie, und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. auf alle SonnStunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen; Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erschallete in dasselbige ganze Land. Ep. am 25. Sonnt. n. Trinit. 1 Theff. 4, 13-18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seyd, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind, durch Jesum mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst, darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit densel bigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. Ev. am 25. Sonnt. n. Trinit. Matth. 24, 15-28. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wenn ihr nun sehen werdet den Greul der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte( wer das liefet, der merke drauf), alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist, und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seiund Festtage. 47 nem Hause zu holen, und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu derZeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal seyn, als nicht gewesen ist von Anfang der Welt, bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da; so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; fiehe, er ist in der Kammer, so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch seyn die Zukunft des Menschen- Sohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammlen sich die Adler. Ep. am 26. Sonnt. n. Trinit. 2 Theff. 1, 3-10. Wirsollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen wir uns eurer rühmen, unter den Genimmt zu gegen einander. Also daß meinen Gottes, von eurer Geduld und Glauben in allen Verfolgungen und Trübsalen, die ihr duldet. Welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübfaldenen, die euch Trübfal anlegen. Euch aber, die ihr Trübfal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Episteln und Evangelien 48 Herr Jesus wird geoffenbaret werden vom Himmel, fammt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam find dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben, von dem Ange sicht des Herrn und von seiner herrlichen Macht. Wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Hei ligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Ev. am 26. Sonnt. n. Trinit. Matth. 25, 31-46. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sigen auf dem Stuhl seiner Herrlich keit, und werden vor ihm alle Völker versammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Ge= fegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Jch bin ein Gast gewe. fen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr send zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: Herr, wenn haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiftet? oder durstig, und haben dich getränket? Wenn haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? oder nackend, und haben dich bekleidet? Wenn haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr gethan habt Einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiſet. Ich bin durstig ge wesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und ge fangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten, und sagen: Herr, wenn haben wir dich gesehen hungrig oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder frank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr nicht gethan habt Einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Ep. am 27. Sonnt. n. Trinit. 2 Petr. 3, 3-13. Lieben Brüder! Wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber muthwillens wollen sie es nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasfer bestanden, durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jebund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und auf die Aposteltage. 49 und Verdammniß der gottlosen Men- pen nahmen, und gingen aus, dem schen. Eins aber sey euch unverhal Bräutigam entgegen. Aber fünf unten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem ter ihnen waren thöricht, und fünf Herrn ist wie tausend Jahre, und tau- waren flug. Die Thörichten nahmen send Jahre wie Ein Tag. Der Herr ihre Lampen, aber sie nahmen nicht verzieht nicht die Verheißung, wie es Del mit sich. Die Klugen aber nahmen etliche für einen Verzug achten, son- Del in ihren Gefäßen sammt ihren dern er hat Geduld mit uns, und will Lampen. Da nun der Bräutigam vernicht, daß jemand verloren werde, zog, wurden sie alle schläfrig, und entsondern daß sich jedermann zur Buße schliefen. Zu Mitternacht aber ward kehre. Es wird aber des Herrn Tag ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommen, als ein Dieb in der Nacht, in kommt, gehet aus, ihm entgegen. Da welchem die Himmel zergehen werden standen diese Jungfrauen alle auf, und mit großem Krachen; die Elemente schmückten ihre Lampen. Die Thöaber werden vor Hite zerschmelzen, richten aber sprachen zu den Klugen: und die Erde und die Werke, die darin- Gebt uns von eurem Del, denn unſere nen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt seyn mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen? Daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tags des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Ge rechtigkeit wohnet. Lampen verlöschen. Da antworteten die Klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den Krämern, und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Thür ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Gr antwortete aber, ich kenne euer nicht. Darum wachet, und sprach: Wahrlich, ich sage euch, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Ev. am 27. Sonnt. n. Trinit. Matth. 25, 1-13. Dann wird das Himmelreich gleich seyn zehn Jungfrauen, die ihre LamAuf die Aposteltage. Epistel am Tage Andreä. Schanden werden. Es ist hier kein Röm. 10, 8-18. Unterschied unter Juden und Griechen; es ist aller zumal Ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn werden Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehöret haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden 4 verDies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß es der Herrsey, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Todten auferwecket hat, so wirst du felig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubt, wird nicht zu Episteln und Evangelien Matth. 4, 18-22. Als nun Jesus an dem galiläischen Meer ging, sahe er zween Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andream, seinen Bruder, die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald verließen sie ihre Neße, und folgten ihm nach. Und da er von dannen fürbaß ging, sahe er zween andere Brüder, Jacoder da heißt Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sey denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmaale, und lege meine Finger in die Nägelmaale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen, und Thomas mit ihnen, kommt Jesus, da die Thüren verschlos spricht: Friede sey mit euch! Darsen waren, und tritt mitten ein, und nach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände; und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas ant wortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus Thoma, so glaubest du; selig find, zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, bum, den Sohn Zebedai, und Johan- Auch viele andere Zeichen that Jeſus die nicht sehen, und doch glauben. nem, seinen Bruder, im Schiff mit ihrem Vater Zebedao, daß sie ihre Neße flickten, und er rief sie. Bald verließen sie das Schiff, und ihren Vater, und folgten ihm nach. vor seinen Jüngern, die nicht geschrie ben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sey Christ, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. 50 verkündigen, die das Gute verkündigen. Aber sie sind nicht alle dem Evangelio gehorsam. Denn Jesaias spricht: Herr, wer glaubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich sage aber: Haben sie es nicht gehöret? Zwar es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. Evangel. am Tage Andreä. Epistel am Tage Thomä. Ephef. 1, 3-6. Gelobet sey Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern, durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten feyn heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jesum Christum, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. Evang. am Tage Thomä. Joh. 20, 24-31. Thomas aber, der Zwölfen einer, Ep. am T. Pauli Bekehrung. Apostel- Gesch. 9, 1-22. Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden wider die Jünger des Herrn, und ging zum Hohenpriester, und bat ihn um Briefe gen Damascus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er fte gebunden führte gen Jerusalem. Und da er auf dem Wege war, und nahe bei Damascus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel, und er fiel auf die Erde, und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jefus, auf die Aposteltage. 51 sehend, und stand auf, ließ sich taufen, und nahm Speise zu sich, und stärkte fich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damascus, und alsobald predigte er Christum in den Schulen, daß derselbige Gottes Sohn fey. Sie entsetzten sich aber alle, die es hörten, und sprachen: Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörte alle, die diesen Namen anrufen, und darum hergekommen, daß er sie ge= bunden führe zu den Hohenpriestern? Saulus aber ward je mehr kräftiger, und trieb die Juden ein, die zu Damascus wohnten, und bewährte es, daß dieser ist der Christ. Jefus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel lecken. Und er sprach mit Zittern und Zagen: Herr, was willst du, daß ich thun soll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in die Stadt, da wird man dir sagen, was du thun follst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarret; denn sie hörten eine Stimme und sahen niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sahe er niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand, und führten ihn gen Damascns und ward drei Tage nicht sehend, und aß nicht, und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Damascus, mit Na men Ananias; zu dem sprach der Herr im Gesicht: Anania! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe hin in die Gasse, die da heißt die richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saulo, mit Namen von Tarsen: denn siehe, er betet. Und hat gesehen im Gesicht einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hinein kommen, und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört von diesem Mann, wie viel Uebels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem. Und er hat allhier Macht von den hohenpriestern, zu binden alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Helden, und vor den Königen, und vor den Kindern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias ging hin, und kam in das Haus, und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt( der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest), daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllet werdest. Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder Ev. a. T. Pauli Bekehrung. Matth. 19, 27-30. Da antwortete Petrus, und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen, und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seyd nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sizen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet Ihr auch sizzen auf zwölf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels. Und wer verläßt Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Väter, oder Mütter, oder Weib, oder Kinder, oder Necker, um meines Namens willen, der wird es hundertfältig nehmen, und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten, und die Letzten werden die Ersten seyn. Epistel am Tage Matthiä. Ap.- Gesch. 1, 15-26. In den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger, und sprach( es war aber die Schaar der Namen zu Haufen bei hundert und zwanzig): Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gesagt hat der heilige Geist, durch den Mund Davids von Juda, der ein Vorgänger war 4* derer, Episteln und Evangelien 52 derer, die Jesum fingen. Denn er war mit uns gezählet, und hatte dies Amt mit uns überkommen. Dieser hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn, und sich erhentet, und ist mitten entzwei geborsten, und alle feine Eingeweide ausgeschüttet. Und es ist kund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genannt wird auf ihre Sprache Hakeldama, das ist, ein Blutacker. Denn es stehet geschrieben im Psalmbuch: Ihre Behausung müsse wüste werden, und sey niemand, der darinnen wohne, und sein Bisthum empfange ein anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit übe welche der Herr Jesus unter uns ist aus- und eingegangen, von der Taufe Johannis an bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Auferste. hung mit uns werden. Und sie stelleten zween, Joseph, genannt Barsabas mit dem Bunamen Just, und Matthias, beteten und sprachen: Herr, aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du erwählet hast unter diesen zweien, daß einer empfange diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort. Und sie warfen das Loos über sie; und das Loos fiel auf Matthias, und er ward zugeordnet zu den eilf Aposteln. Evang. am Tage Matthiä. Matth. 11, 25-30. Zu derfelbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast, und hast es den Unmündigen geoffenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater, und niemand kennet den Sohn, denn nur der Vater; und niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seyd, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir; denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demütthig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist fanft, und meine Last ist leicht. Ep. a. T. Philippi u. Jacobi. Ephes, 2, 19-22. So seyd ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen, und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jejus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch Ihr mit erbauet werdet, zu einer Bes hausung Gottes im Geist. Ev. a. T. Philippi u. Jacobi. Joh. 14, 1-14. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wieder kom men, und euch zu mir nehmen, auf daß Ihr seyd, wo Ich bin. Und wo Ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thos mas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehest; und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an fennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du auf die Apofteltage. du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siehet den Vater; wie sprichst du denn: zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater und der Vater in mir ist? Die Worte, die Ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst: der Vater aber, der in mir wohnet, derfelbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Va= ter und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die Ich thue, und wird größere denn diese thun; denn Ich gehe zum Vater. Und was thr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehret werde in dem Sohne. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun. Ep. am Tage Petri u. Pauli. Ap.- Gesch. 12, 1-11. Um dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche von der Gemeine zu peinigen. Er tödtete aber Jacobum, Johannis Bruder, mit dem Schwerdt. Und da er sabe, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort, und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brode. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefäng niß, und überantwortete ihn vier Viertheilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten; aber die Genteine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zweien Kriegsknechten gebunden mit zwo Ket= ten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängnisfes. Und siehe, der En gel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und schlug Petrum an die Seite, und weckte ihn auf, und sprach: Stehe behende auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen 53 Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich, und thue deine Schuhe an. Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir nach. Und er ging hinaus, und folgte ihm, und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches ge= schähe durch den Engel, sondern es däuchte ihm, er fähe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut, und kamen zu der eisernen Thür, welche zur Stadt führet, die that sich ihnen von ihr selbst auf, und tra= ten hinaus, und gingen hin Eine Gaffe lang, und alsobald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu sich selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr feinen Engel gesandt hat, und mich errettet aus der Hand Herodes und von allem Warten des jüdischen Volks. Ev. am Tage Petri n. Pauli. Matth. 16, 13-20. Da kam Jesus in die Gegend der Stadt Cäsarea Philippi, und fragete seine Jünger, und sprach: Wer sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sey? Sie sprachen: Etliche sagen, du seyest Johannes der Täufer; die andern, du seyest Elias; etliche, du seyest Jeremias, oder der Propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn Ihr, daß ich sey? Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Selig biſt du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbaret, sondern mein Vater im Himmel. Und Ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle follen sie nicht überwältigen. Und ich will dir des Himmelreichs Schlüffel geben; alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden seyn, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los Episteln und Evangelien 54 los seyn. Da verbot er seinen Jüngern, daß sie niemand sagen sollten, daß Er Jesus der Christ wäre. Evangel. am Tage Jacobi. Matth. 20, 20-23. Da trat zu Jesu die Mutter der Kinder Zebedäi mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder, und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sitzen in dei nem Reich, einen zu deiner Rechten, und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den Ich trinfen werde, und euch taufen faffen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken und mit der Taufe, da Ich mit getauft werde, follt ihr getauft werden; aber das Sißen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Epistel am Tage Jacobi. Röm. 8, 28-39. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich seyn sollten dem Ebenbilde seines Sohnes, auf daß derselbige der Erstgeborne fey unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht, wel che er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hierzu sagen? Iſt Gott für uns, wer mag wider uns seyn? Welcher auch seines eignen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben: wie sollte er uns mit ihm nicht alles Ep. am Tage Bartholomäi. 2 Cor. 4, 7-10. schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, Wir haben aber solchen Schatz in der da gerecht machet. Wer will ver- irdischen Gefäßen, auf daß die über dammen? Christus ist hier, der geschwengliche Kraft sei Gottes, und storben ist, ja viel mehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst? oder Verfolgung? oder Hunger? oder Blöße? oder Fährlichkeit? oder Schwerdt? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir getödtet den ganzen Tag, wir sind geachtet wie Schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit, um deß willen, der uns ge= liebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünf tiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Greatur, mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübfal, aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden untergedrückt, aber wir kommen nicht um. Und tragen um alle zeit das Sterben des Herrn Jefu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Ev. am Tage Bartholomäi. Luc. 22, 24-30. Es erhob sich ein Zank unter den Jüngern, welcher unter ihnen sollte für den Größesten gehalten werden? Er aber sprach zu ihnen: Die weltli chen Könige herrschen, und die GewalItigen heißt man gnädige Herren. Ihr aber auf die Apoſteltage aber nicht also; sondern der Größeſte unter euch soll seyn wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größeste? der zu Tische fizet, oder der da dienet? Ist es nicht also, daß der zu Tische sizzet? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid es, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reich, und fißen auf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Ifraels. Epistel am Tage Matthäi. Ephef. 4, 7-14. Einem jeglichen aber unter uns ist gegeben die Gnade, nachdem Maaß der Gabe Christi. Darum spricht er: Er ist aufgefahren in die Höhe, und hat das Gefängniß gefangen geführet, und hat den Menschen Gaben ge= geben. Daß er aber aufgefahren ist, was ist es, denn daß er zuvor ist hinunter gefahren in die untersten Derter der Erde? Der hinunter gefahren ist, das ist derselbige, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf daß er alles erfüllete. Und Er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern: daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werke des Amts, dadurch der Leib Christi erbauet werde. Bis daß wir alle hinan kommen zu einerlei Glauben und Erkenntniß des Sohnes Gottes, und ein vollkommener Mann werden, der da sey in der Maaße des vollkommenen Alters Christi; auf daß wir nicht mehr Kinder seyn, und uns wägen und wiegen laffen von allerlei Wind der Lehre, durch Schalkheit der Menschen und Täuscherei, damit sie uns erschleichen, zu verführen. 55 sabe er einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Und er stand auf, und folgte ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da famen viele Zöllner und Sünder, und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörete, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin und lernet, was das sey: Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit, und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Frommen. Ev. am Tage Matthäi. Matth. 9, 9-13. Und da Jesus von dannen ging, Ep. a. T. Simonis u. Judä. 1.Petri 1, 3-9. Gelobet fei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten, zu einem unvergänglichen, und unbefleckten, und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel, euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit( wo es sein soll) traurig seyd, in mancherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lob, Preis und Ehre; nun offenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen, und doch lieb habt, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht ſehet, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, und das Ende eures Glaubens davon bringen, nemlich der Seelen Seligkeit. wenn Ev. 56 Ev. a. T. Simonis u. Judä. Joh. 15, 17-21. Paffionshistorie. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Das gebiete ich euch, daß ihr euch unter einander liebet. So euch die Welt haffet, so wiffet, daß sie mich vor euch gehaffet hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb, dieweil ihr aber nicht von der Welt seyd, sondern Ich habe euch von der Welt erwählet, darum haffet euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das Ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht gröBer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch thun, um meines Namens willen: denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr seyn; denn das erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er sprach zu mir: Schreibe; denn dieſe Worte sind wahrhaftig und gewiß. Ev. a. Tage d. Kirchweihung. Luc. 19, 1-10. Und er zog hinein, und ging durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, der war ein Oberster der Zöllner, und war reich, und begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk; denn er war klein von Person. Und er lief vorhin und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbige Stätte, sahe er auf, und ward seiner gewahr, und sprach zu ihm: Zachae, steig eilend hernieder; denn ich muß heute zu Ep. a. Tage d. Kirchweihung. deinem Hause einkehren. Und er stieg Offenbarung Johannis 21, 2-5. eilend hernieder, und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murUnd ich Johannes sahe die heiligereten sie alle, daß er bei einem Sünder Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herab fahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne; und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und Sie werden sein Volk seyn, und Erselbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott seyn, und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr seyn, noch Leid, einkehrete. Zachäus aber trat dar, und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal Er auch Abrahams Sohn ist; denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. Vorbereitung zum Leiden Christi. Es war aber nahe das Fest der süßen Brode, das da Ostern heißt. Und Jesus sprach zu seinen JünHistorie von dem Leiden und Sterben, der Auferstehung und Himmelfahrt unsers Herrn Jesu Christi, auch Sendung des heiligen Geistes, aus den vier Evangelisten gezogen. gern: Ihr wisset, daß nach zweien Tagen Ostern wird, und des Vienschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gefreuziget werde. Da versammelten sich die Hohenpriester und Passionshistorie. 57 auf welchem man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu, und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen, und dir bereiten das Osterlamm zu effen? Und er fandte Petrum und Johannem, und sprach: Gehet hin in die Stadt, fehet, wenn ihr hinein kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folget ihm nach in das Haus, da er hineingehet, und faget zu dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist herbeigekommen, ich will bei dir die Oftern halten. Wo ist das Gasthaus, darin ich das Osterlamm effen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Oſterlamm. Und am Abend kam er, und setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, das Osterlamm mit euch zu effen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon effen werde, bis daß erfüllet werde im Reiche Gottes. Und er nahm den Kelch, dankte, und sprach: Nehmet denselben, und theilet ihn unter euch. Denn ich sage euch: Ich werde nicht trinfen von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme an dem Tag, da ichs neu trinken werde mit euch, in meines Vaters Reich. Und indem sie aßen in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jefus das Brod, dankete, und brachs, und gabs den Jüngern und sprach: Nehmet, effet, das ist: mein Leib, der für euch gegeben wird, solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselben gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, danfete, gab ihnen den, und sprach: Trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergoffen wird, zur Vergebung der Sünden; solches thut, und Schriftgelehrten, und die Aeltesten im Volk, in dem Palast des Hohenpriesters, der da hieß Caiphas, und hielten Rath, wie sie Jesum mit List griffen und tödteten, denn sie fürchteten sich vor dem Volk. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk. Da nun Jesus war zu Bethanien, im Hause Simons des Aussäßigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit ungefälschtem und köstlichem Nardenwasser, und sie zerbrach das Glas, und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das die Jünger fahen, wurden sie unwillig, und sprachen: Was soll doch dieser Unrath? Man könnte das Wasser mehr denn um dreihundert Groschen verkauft haben, und dasselbige den Armen geben: und murreten über fie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Laffet sie zufrieden, was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gut Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnet ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie gekonnt. Denn daß sie das Wasser hat auf meinen Leib gegossen, damit ist sie zuvor kommen, meinen Leichnam zu falben zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich fage euch: Wo das Evangelium ge= prediget wird in aller Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtniß, das sie jetzt gethan hat. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfen, und er ging hin, und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn verrieth, und sprach: Was wollt ihr mir geben? ich will ihn euch verrathen. Da fie das höreten, wurden sie froh, und boten ihm dreißig Silberlinge, und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. Aber am ersten Tage der süßen Brode, Passionshistorie. 58 da thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Und sie tranken alle daraus. Vor dem Fest aber der Ostern, das ist auf denselbigen Abend, Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ging zum Vater; wie er hatte geliebt die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er fie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarloth ins Herz gegeben, daß er ihn verrieth, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war, und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Waffer in ein Becken, hob an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr follst du mir die Füßze waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein; und ihr seyd rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seyd nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Jhr heißet mich Meister und Herr, und saget recht daran, denn ich bins auch. So nun ich, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig feyd ihr, so ihrs thut. Nicht sage ich von euch allen, ich weiß, welche ich erwählet habe; sondern daß die Schrift erfüllet werde: Der mein Brod iffet, der tritt mich mit Füßen. Jetzt fage ichs euch, ehe denn es geschieht; auf daß, wenn es geschehen ist, daß ihr glaubet, daß ichs bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf. Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist, und zeugete, und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch, einer unter euch, der mit mir isset, wird mich verrathen. Siehe, die Hand meines Verräthers ißt mit mir überTisch. Und die Jünger wurden sehr traurig, sahen sich unter einander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde? Und sagte zu ihm einer nach dem andern: Herr, bin ichs? und der andere: Herr, bin ichs? Er antwortete und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm beschlossen und geschrieben ist: doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird! es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagests. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem winkete Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn derselbige lag an der Brust Jefu, und sprach zu ihm: Herr, wer ists? Jesus Passionshistorie. 59 mann erkennen, daß ihr meine Jünger seyd, so ihr Liebe unter einander hart. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir auf diesmal nicht folgen? ich will mein Leben bei dir lassen. Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben bei mir laffen? Simon, Simon, siehe, der Satan hat euer begehret, daß er euch möchte sichten, wie den Weißen; ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre, und wenn du dich dermaleinst bekehrest, so stärke deine Brüder. Er sprach aber zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, Petre, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich fennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Taschen und ohne Schuh, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche. Wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwerdt. Denn ich sage euch, es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben steht: Er ist unter die lebelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerdter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Die 1. Lection. Jesus antwortete: Der ists, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein, und gab ihn Judas Simonis Ifcharioth. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Daffelbige aber wußte niemand über den Tisch, wozu er es ihm fagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns noth ist aufs Fest, oder daß er den Armen etwas gäbe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsdann hinaus, und es war Nacht. Da aber Judas hinausgegangen war, erhob sich ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größesten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißt man gnädige Herren; ihr aber nicht also, sondern der Größeste unter euch soll sein, wie der Jüngste, und der Vornehmste, wie ein Diener. Denn welcher ist der Größzeste, der zu Tische sitzt, oder der da dienet? Jsts nicht also, daß der zu Tische sitzt? Ich aber bin unter euch, wie ein Diener. Ihr aber seyds, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr effen und trinken sollt über meinem Tisch in meinem Reich, und sizzen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israel. Da sprach aber Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald verfklären. Lieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch; ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden fagte, wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen, und sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb babet. Dabei wird jeder Und da sie den Lobgesang ge sprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit, über den Bach Kidron, an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieſer Nacht werdet ihr euch alle an mir ärgern. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden sich zer= 60 Er zerstreuen. Wenn ich aber aufstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläam. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie sich auch alle an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr an dir ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich fage dir, heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. redete aber noch weiter: Ja, wenn ich mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen thaten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Sezzet euch hier, bis daß ich dorthin gehe und bete. Und nahm zu sich Petrum, und Jacobum und Johannem, die zween Söhne Zebedäi. Die 2. Lection. Passionshistorie. denn, so geschehe dein Wille. Und er kam, und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und ging aber hin, und betete zum drittenmal dieselbigen Worte, und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die sielen auf die Erde. Die 3. Lection. Und er stand auf von dem Gebet, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend vor Traurigkeit, undsprach zu ihnen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Sehet, die Stunde ist kommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände. Stehet auf, und laßt uns gehen; siehe, der Und fing an zu trauren, und zu mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf zittern und zu zagen, und sprach zu daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und ihnen: Meine Seele ist betrübt bis alsbald, da er noch redete, siehe, Judas, an den Tod; bleibet hier und wachet der Zwölfen einer, da er nun zu sich mit mir, betet, auf daß ihr nicht in hatte genommen die Schaar und die Anfechtung fallet. Und er riß sich Diener der Hohenpriester und Pharifävon ihnen bei einen Steinwurf, und er, der Aeltesten und Schriftgelehrten, kniete nieder, fiel auf sein Angesicht ging er zuvor der Schaar, und kommt auf die Erde, und betete, daß, so es dahin mit Fackeln, Lampen, mit möglich wäre, die Stunde vorüber- Schwerdten und mit Stangen. Der ginge, und sprach: Abba, lieber Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen Vater, es ist dir alles möglich, über gegeben, und gesagt: Welchen ich küffen hebe mich dieses Kelchs; doch nicht, werde, der ists, den greifet, und führet was ich will, sondern was du willst. ihn gewiß. Als nun Jesus wußte alles, Und er kam zu seinen Jüngern, und was ihm begegnen sollte, ging er fand sie schlafend, und sprach zu hinaus, und sprach zu ihnen: Wen Petro: Simon, schläfest da? ver- suchet ihr? Sie antworteten ihm: möchtest du nicht eine Stunde mit Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu mir zu wachen? Wachet und betet, ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn daß ihr nicht in Versuchung fallet. verrieth, stand auch bei ihnen. Als Der Geist ist willig, aber das Fleisch nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, ist schwach. Zum andernmal ging wichen sie zurück, und fielen zu Boden. er aber hin, betete und sprach: Mein Da fragte er sie abermal: Ben suchet Vater, ists nicht möglich, daß dieſer ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Kelch von mir gehe, ich trinke ihn| Nazareth. Jesus antwortete: Ich hab es @ Passionshistorie. es euch gesagt, daß ich es sey. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe der Keinen verloren, die du mir gegeben hast. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen; und alsbald trat er zu ihm, und sprach: Gott grüße dich, Rabbi! und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Juda, verräthest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie zu, und legten die Hände an Jesum, und griffen ihn. Die 4. Pection. 61 Da verließen ihn alle Jünger, und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßzen Haut, und die Jünglinge griffen ihn; er aber ließ die Leinwand fahren, und flohe bloß von ihnen. Die 5. Lection. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerdt drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwerdt, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein recht Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete, und sprach: Laßt sie doch ferne machen. Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwerdt in die Scheide; denn wer das Schwerdt nimmt, der foll durchs Schwerdt umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an, und heilete ihn. Zu der Stunde sprach Jefus zu den Höhenpriestern und Hauptleuten des Tempels, und den Neltesten, die über ihn kommen waren: Jhr seyd als zu einem Mörder mit Schwerdten und mit Stangen ausgegangen, mich zu fangen. Bin ich doch täglich gesessen bei euch, und habe gelehrt im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt. Aber dies ist eure Stunde, und die Macht der Finsterniß, auf daß die Schrift erfüllet werde. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde die Schrift der Propheten. Die Schaar aber und der Oberhauptmann, und die Diener der Juden nahmen Jesum, und banden ihn, führeten ihn zuerst zu Hannas, der war Caiphas Schwager, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führeten ihn zu dem Hohenpriester Caiphas( das ist, zum Fürsten der Priester), dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Aeltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgete Jesu von ferne, und ein anderer Jünger, bis an den Palast des Hohenpriesters. Derfelbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jefu hinein in des Hohenpriesters Palaft; Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürhüterin, und führete Petrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener, und hatten ein Kohlfeuer gemacht darnieder mitten im Palast: denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber stand bei ihnen, und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrum bei dem Licht, da er sich wärmete, und sahe eben auf ihn, und sprach: Und du warest auch mit dem Jefu von Galiläa: bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor allen, und sprach: Weib, ich bins nicht, ich kenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger 62 Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei, öffentlich geredet vor der Welt. Ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen gekommen, und habe nichts im Winkel geredet. Was fragst du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen ge= redet habe. Siehe, dieselben wissen, was ich gesagt habe. Als er aber folches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich, und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es unrecht sey; habe ich aber recht geredet, was schlägest du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Caiphas. Simon Petrus aber stand und wärmte sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, krähete der Hahn. Und eine andere Magd sahe ihn, und hob abermal an zu sagen denen, die dabei standen: Dieser war auch mit Jefu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger Einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der Einer. Und er leugnete abermal und schwur dazu, und sprach: Mensch, ich bins nicht, und kenne auch des Menschen nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftigets ein anderer mit denen, die da standen, und sprach: Wahrlich, du bist auch der Einer: denn du bist ein Galiläer, denn deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Gefreundeter deß, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an, sich zu verfluchen, und zu schwören: Ich kenne des Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andernmal. Und der Herr wandte sich, und sahe Petrum an. Passionshistorie. Tetr Da gedachte Petrus an die Worte Jesu, als er zu ihm gefagt hatte: Ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und ging hinaus, und weinte bitterlich. Die 6. Lection. Die Hohenpriester aber und die eltesten, und der ganze Rath suchten falsch Zeugniß wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und fanden keines, wiewohl viel falsche Zeugen herzu traten: denn ihre Zeugnisse stimmten nicht überein. Zuletzt standen auf, und traten herzu zween falsche Zeugen, und gaben falsche Zeugniß wider ihn, und sprachen: Wir haben gehöret, daß er sagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihr Zeugniß stimmete nicht überein. Und der Hohe priester stand auf, unter sie, und fragte Jesum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, und antwortete nichts. Die 7. Lection, Da fragte ihn der Hohepriester abermal, und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seyst Christus, der Sohn Gottes? Jesus sprach: Du sagests, ich bins; doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider, und sprach: Er hat Gott gelästert; was dürfen wir weiter Zeugniß? siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehöret. Was dünket euch? Sie aber verdammten ihn alle, und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und speieten aus in sein Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber Passionshistorie. aber verdeckten ihn, und schlugen ihn ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ists, der dich schlug? Und viele andere Lästerung sagten sie wider ihn. Die 8. Lection. 63 linge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, einen Töpfersacker, zum Begräbniß der Pilger. Und es ist kund worden allen, die zu Jerusalem wohnen; also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache Akeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Des Morgens aber versammelten sich alle Hohepriester, Schriftgelehrten Tag. Da ist erfüllet, das gesagt iſt durch den Propheten Jeremiam, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern von Israel; und haben sie gegeben um einen Töpfersacker, als mir der Herr befohlen hat. und die Aeltesten des Volks, dazu der ganze Rath, und hielten Rath über Jesum, daß sie ihn zum Tode hülfen, und führten ihn hinauf vor ihren Rath, und sprachen: Bist du Christus? Sage uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ichs euch, so glaubet ihr nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich dennoch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Jhr fagets, denn ich bins. Sie aber sprachen: Was dürfen wir weiter Zeugniß? Wir habens selbst gehört aus seinem Munde. Und der ganze Haufe stand auf, und banden Jesum, führeten ihn von Caipha vor das Richthaus, und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Die 9. Lection. Da das Judas sahe, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereute es ihn, und brachte her wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Aeltesten, und sprach: Ich habe Uebel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon, und erhenkte sich selbst und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge, und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskaften legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath, und kauften um die SilberDie 10. Lection. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern effen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten aber, und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagete, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Die 11. Lection. Da fingen an die Hohenpriester und die Neltesten, ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet, und verbeut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht: Er sey Christus, ein König. Daging Pilatus wieder hinein in das Richthaus, und rief Jesum, und fragte ihn, und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm, und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder habens dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du gethan? Jesus antwor 64 Pafsionshistorie. antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagests, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren, und auf die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er verklagt ward von den Hohenpriestern und Neltesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermal und sprach: Antwortest du nicht? Siehe, wie hart fie dich verklagen. Hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen füdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen, bis hierher. Die 12. Lection. Da aber Pilatus Galiläa hörte, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodes Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen. Denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander: denn zuvor waren sie einander feind. Die 13. Lection. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten, und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwendet; und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sachen keine, der ihr ihn beschuldiget; Herodes auch nicht: denn ich habe euch zu ihm gesandt, und sehet, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sey; darum will ich ihn züchtigen und los geben. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volk einen Gefangenen los geben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war fast rüchtig, nemlich einen Uebel thäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührischen war ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf, und bat, daß er thäte, wie er pflegete. Und da sie versammlet waren, antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Ostern. Welchen wollt ihr, daß ich euch los gebe? Barrabam, oder Jesum, den König der Juden, den man nennet Christum? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Ge rechten, denn ich habe heut viel ge litten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Aeltesten überredeten und reizten das Volk, daß sie um Barrabam bitten follten, und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll Los geben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gib Passionshistorie. gib uns Barrabam los! Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Jesum los lassen, und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, den man Christum nennet? Sie schrieen abermal: Kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und los laffen. Aber sie schrieen noch viel mehr, und sprachen: Kreuzige ihn! Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei, und forderten, daß er gekreuziget würde; und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Die 14. Lection. Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegsknechte aber des Landpflegers führten ihn hinein in das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte, und zogen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen, und seßten fie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm, und spotteten ihn, und fingen an, ihn zu grüßen, und sprachen: Gott grüße dich, lieber König der Juden! Und schlugen ihn ins Angesicht, und speieten ihn an, und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt, und fielen auf die Kniee, und beteten ihn an. Da ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Ünder sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und Diener sahen, schrieen sie, und sprachen: Kreuzige, freuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und freuziget ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gefeß, und nach dem Geset soll er sterben, denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. 65 Die 15. Lection. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr, und ging wieder hinein in das Richthaus, und sprach zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redeft du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu freuzigen, und Macht habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der michdir überantwortet, der hat größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum König macht, der ist wider denKaiser.Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus, und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern, um die sechste Stunde, und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zu thun, und urtheilte, daß ihre Bitte ges schehe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, fehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut sey über uns und über unsere Kinder! Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. Die 16. Lection. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus, und 5 zogen 66 zogen ihm feineKleider an, und führeten ihn hin, daß sie ihn freuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menfchen, der vorüber ging, bon Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater war Alexandri und Rufi, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es folgte ihm aber auch ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweinten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen, und sprach: IhrTöchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn sehet, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig find die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: fallet über uns! und zu den Hügeln: decket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführet zween andere Uebelthäter, daß sie mit ihm gekreuziget würden. Die 17. Lection. Passionshistorie. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißt auf Hebräisch Golgatha, das ist verdolmetschet: Schädelstätt, und sie gaben ihm Essig oder Wein, mit Myrrhen und Gallen vermischt, zu trinken, und da ers schmeckte, wollte er es nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und zween Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten und einen zur linken Hand, Jesum aber mitten inne. Und die Schrift ist erfüllet, die da saget: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Die 18. ection. Pilatus aber schrieb einelleberschrift, geschrieben, was man ihm schuld gab, die Ursach seines Todes, und setzte sie auf das Kreuz, oben zu seinem Haupt. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Dieſe Ueberschrift lafen viele Juden, denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Und es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprachen. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: der Juden König, fondern daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Kriegsknechte, da sie Sesum gekreuziget hatten, nahmen fie seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknechte einen Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Laßt uns den nicht zertheilen, sondern darum loosen, weß er seyn soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da faget: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet, und über meinen Rock das Loos geworfen. Und sie saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stand und sahe zu. Die 19. Lection. Es stand aber bei dem Kreuz Jesu Schwester, Maria, Cleophas Weib, seine Mutter und seiner Mutter und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe, und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, fiehe, das ist dein Sohn.Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und von Stund an nahm sie gingen, lästerten ihn, und schüttelten der Jünger zu sich. Die aber vorüber die Köpfe, und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel, und bauest ihn in dreien Tagen: hilf dir selber! bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander, mit den Schriftgelehr ten und Aeltesten, sammt dem Volk, und sprachen: Er hat andern geholfen, und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Chrift, Passionshistorie. 67 Christ, der König von Israel, der Aus-| komme, und ihn herabnehme. Da nun erwählte Gottes, er helfe ihm selber, und steige nun vom Kreuz, auf daß wirs sehen, und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüstet es ihm. Denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbige rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gekreuziget waren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm, und brachten ihm Effig, und sprachen: Bist du der Juden König, so bilf dir selber. Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermal rief er laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt, und gab seinen Geist auf, und verschied. Die 22. Lection. Die 20. Lection. Aber der Uebelthäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn, und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist, undzwarfind wir billig drinnen, dennwir empfangen, was unsere Thaten werth sind, dieser aber hat nicht Ungeschicktes gehandelt; und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kömmſt. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese seyn. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finsternig über das ganze Land, bis in die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut, und sprach: Eli, Eli, lama ajabthani? das ist verdolmetschet: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen sie: Der rufet den Elias. Die 21. Lection. Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß mit Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm, und füllete ihn mit Effig und Ysopen, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielts ihm darzum Munde, und tränkete ihn, und sprach mit den andern: Halt, laßt sehen, ob Elias Gy Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebete, und die Felfen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern, nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt, und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren, und bewahreten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschraken sie sehr, und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen, und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war, und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen an ihre Brust, und wandten wieder um. Es standen aber alle feine Verwandten von ferne, und viele Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und sahen das alles; unter welchenwar Maria Magdalena, und Maria, des kleinen Jacobs und Joses Mutter, undSalome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolgt hatten, da er in Galiläa war, und ihm gedienet, und viele andere, die mit ihm hinauf genJerusalem gegangen waren. Die 23. Lection. Die Juden aber, dieweil es der Rüſttag war, daß nicht die Leichname auf dem Kreuz blieben am Sabbath( denn derselbige Sabbathstag war groß), baten fie Pilatum, daß ihre Beine ge= brochen und abgenommen würden. Ďa kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gekreuziget war. Als fie aber zu Jefu kamen, da sie sahen, daß er schon 5* Historie von der Auferstehung Christi. 68 schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte eineröffneteseine Seite mit einem Speer und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und derselbigeweiß, daß er wahr sagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. Die 24. Lection. Darnach am Abend, dieweil es der Rüsttag war, welcher ist der Vorsabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, der hatte nicht verwilliget in ihren Rath und Wandel, welcher auf das Reich Gottes wartete; denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich aus Furcht vor den Juden; der wagte es und ging hinein zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber wunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann, und fragte ihn: ob er längst gestorben wäre. Und als er es erkundiget von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu, und befahl, man sollte ihm ihn geben. Und Joseph kaufte eine Leinewand. Es kam aber auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte Myrrhen und Aloen unter einander bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in ein rein Leinwand, und banden ihn mit leinen Tüchern und mit den Specereien, wie die Juden pflegen zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten, und im Garten ein neu Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einem Fels, in welches niemand je gelegt war, daselbst hin legten sie Jesum, um des Rüsttags willen der Juden, daß der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war, und wälzten einen großen Stein vor die Thür des Grabes, und gingen davon. Es war aber allda Maria Magdalena und Maria Joseph, die setzten sich gegen das Grab, auch andere Weiber, die da Jefu auch waren nachgefolget von Galiläa, beschaueten, wohin und wie sein Leib geleget ward. Sie kehreten aber um, und bereiteten die Specerei und Salben, und den Sabbath über waren sie stille, nach dem Gefeß. Des andern Tages, der da følget nach dem Rüsttag, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämmtlich zu Pilato, und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebete: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen, und stehlen ihn, und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Todten, und würde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet hin, und verwahrets, wie ihr wisset. Sie gingen hin, und verwahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein. Von der Auferstehung Christi. Da der Sabbath vergangen war, kam Maria Magdalena und die andere Maria, welche genennet wird Jacobi, und Salome, und Johanna, und andere mit ihnen, die mit Jesu gekommen waren aus Galiläa, kauften und bereiteten die Specerei, daß sie kämen und falbeten Jesum. Denn den Sabbath über waren sie stille, nach dem Gesetz. Am Abend aber der Sabbathen, welcher anbricht am Morgen des ersten Tages der Sabbathen, sehr frühe, da es noch finster war, kamen sie zum Grabe, da die Sonne aufging, und trugen die Specerei, die sie gekauft hatten. Und siche, es geschah ein groß Erdbeben. Denn der Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, und wälzte Historie von der Auferstehung Christi. 69 Petrus ihm nach, und ging hinein in das Grab, und siehet die Leinen gelegt, und das Schweißtuch, das Jesu um sein Haupt gebunden war, war nicht bei den Leinen gelegt, sondern beiseits eingewickelt, an einem besondern Ort. Da ging auch der andere Jünger hinein, der am ersten zum Grabe kam, und sahe, und glaubte es: denn sie wußten die Schrift noch nicht, daß er von den Todten auferstehen müßte. Da gingen die Jünger wieder zusammen, und Petrus verwunderte sich, wie es zuging. Maria aber stand vor dem Grabe, und weinete draußen. Als sie nun weinete, guckte sie in das Grab, und siehet zween Engel in weißen Kleidern sigen, einen zum Haupte und den andern zu den Füßen, da sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und dieselben sprachen zu ihr: Weib, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das gesagt, wandte sie sich zurück, und siehet Jesum stehen, und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? wen suchest du? Cie meinete, es fey der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hingeleget, so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um, und spricht zu ihm: Rabbuni, das heißt Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater, gehe aber hin zu meinen Brüdern, und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Diese ist die Maria Magdalena, von welcher Jesus austrieb sieben Teufel, welcher er am ersten erschien, da er auferstanden war, frühe am ersten Tage der Sabbather. Und sie ging hin, und verkündigts denen, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weineten, daß sie den Herrn gesehen hatte, und solches hatte er zu ihr wälzte den Stein von der Thür, und feßte sich darauf, und seine Gestalt war wie der Bliß, und sein Kleid weißz wie der Schnee. Die Hüter aber erschraken vor Furcht, und wurden, als wären fie todt. Die Weiber aber sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Denn er war sehr groß. Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war vom Grab, und sie gingen hinein in das Grab, und fanden den Leib des Herrn Jesu nicht. Da läuft Maria Magdalena hinweg, solches nachzufagen. Und da die Weiber darum befümmert waren, daß der Leib Jesu nicht da war, siehe, da traten bei sie zween Männer mit glänzenden Kleidern, und sie erschraken, und schlugen ihr Angesicht nieder zur Erde. Da sprachen die Engel zu ihnen: Was sucht ihr den Lebendigen bei den Todten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenket daran, wie er euch sagte, da er noch in Galiläa war, und sprach: Des Menschen Sohn muß überantwortet werden in die Hände der Sünder, und gefreuziget werden, und am dritten Tage auferstehen. Und sie dachten an seine Worte, und gingen vom Grabe, und verkündigten das darnach den eilfen, und den andern allen, und sagten das den Aposteln. Und es däuchten sie ihre Worte eben als wärens Mährlein, und glaubeten ihnen nicht. Da aber Maria Magdalena also läuft ( wie gesagt), kommt sie zu Simon Petro und zu dem andern Jünger, welchen Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie ha meinen Herrn weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Da ging Petrus und der andere Jünger hinaus, und kamen zu dem Grabe. Es liefen aber die zween zugleich, und der andere Jünger lief zuvor schneller denn Petrus, und kam am ersten zum Grabe, guckte hinein, und siehet die Leinen gelegt, er ging aber nicht hinein. Da kommt Simon Historie von der Auferstehung Chriſti. 70 ihr gesagt. Und dieselben, da sie höreten, daß er lebe, und wäre ihr erschienen, glaubeten sie nicht. Die Weiber aber gingen hinein in das Grab und ſahen einen Jüngling zur rechten Hand figen, der hatte ein langes weißes Kleid an, und sie entsetten sich, es war aber der Engel des Herrn. Er aber sprach zu ihnen: Entfeßet euch nicht, ich weiß, daß ihr Jesum suchet von Nazareth, den Gefreuzigten, er ist nicht hier, er ist auferstanden, wie er gesagt hat; kommt her und sehet die Stätte, da der Herr gelegen hat, und gehet schnell hin, und fagets feinen Jüngern, und Petro, daß er auferstanden sey von den Todten, und siehe, er wird vor euch hingehen in Galiläam, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat; siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie gingen schnell zum Grabe hinaus, mit Furcht und großer Freude, und liefen, daß sie es seinen Jüngern verkündigten. Denn es war sie Zittern und Entsetzen angekommen, und sagten niemand nichts; denn sie fürchteten sich. Und da ste gingen, seinen Jüngern zu verkündigen, fiehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seyd gegrüßet! und sie traten zu ihm, und griffen an seine Füße, und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht, gehet hin, und verkündiget es meinen Brüdern, daß sie gehen in Galiläam, daselbst werden sie mich sehen. Da sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von den Hütern in die Stadt, und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Und sie kamen zusammen mit den Aeltesten, und hielten einen Rath, und gaben den Kriegsknechten Geldes genug, und sprachen: Saget, seine Jünger kamen des Nachts, und stahlen ihn, dieweil wir schliefen. Und wo es würde auskommen bei dem Landpfleger, wollen wir ihn stillen und schaffen, daß ihr sicher seyd. Und sie nahmen das Geld, und thaten, wie sie ge= lehret waren. Und solche Rede ist ruchbar geworden bei den Juden, bis auf den heutigen Tag. Und siehe, zween aus ihnen gingen an demfelbigen Tage an einen Flecken, der war von Jerusalem fechzig Feldweges weit, deß Name heißt Emahus, und fie redeten mit einander von diesen Geschichten. Und es geschahe, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahet Jesus zu ihnen und wandelt mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Denn in einer andern Ge stalt erschien er ihnen. Er sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seyd traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleopbas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk, wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zum Verdammniß des Todes, und ge freuziget: wir aber hoffeten, er sollte Ifrael erlöfen, und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches ge schehen ist. Auch haben uns erschrecket etliche Weiber der unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche jagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fandens also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren, und träges Herzens zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und sing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt waren. Und fie kamen nahe zum Flecken, da sie hin gingen, und er stellete fich, als wollte er weiter gehen, und sie nöthigten ihn und Historie von der Auferstehung Chriſti. und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tifche saß, nahm er das Brod, dankte, brachs und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkenneten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und fie standen auf zu derselbigen Stunde, tehreten wieder gen Jerusalem, und fanden die eilfe versammlet, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. Und denen glaubten sie auch nicht. Es war aber am Abend desselbigen Sabbaths, und die Thüren waren ver. schlossen, da die Jünger versammlet waren, aus Furcht vor den Juden. Da fie aber davon redeten, kam Jesus selbst, da sie zu Tische saßen, und trat mitten ein, und sprach zu ihnen: Friede sey mit euch! und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Sie erschrafen aber, und fürchteten sich, meineten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seyd ihr so erschrocken? und warum kommen folche Gedanken in eure Herzen? Sehet meine Hände und meine Füße, ich bins selber, fühlet mich und sehet. Denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, das ich habe. Und da er das saget, zeiget er ihnen Hände und Füße und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß fie den Herrn fahen. Da sie aber noch nicht glaubten für Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stüdk vom gebratenen Fisch und Honigseims. Und er 71 nahms, und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist, im Gesetz Mofis, in den Propheten und in Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: Also ists geschrieben, und also mußte Christus leiden, und auferstehen von den Todten am dritten Tage, und predigen laffen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerufalem. Ihr aber seyd deß alles Zeugen. Und abermal sprach er zu ihnen: Friede sey mit euch! Gleichwie mein Vater mich gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das fagte, blies er sie an, und sprach zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen find sie erlassen, und welchen ihr ſie behaltet, denen sind sie behalten. ( Hier endigt sich die Historie des Oftertages.) Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißt Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sey denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmaale, und lege meine Finger in die Nägelmaale, und lege meine Hand in seine Seite, will ichs nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen, kommt Jesus, da die Thüren verschloffen waren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sey mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deine Finger her, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und lege fie in meine Seite, und sey nicht unglaubig, sondern glaubig. Thomas antwortete, und prach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubest du; selig sind, die nicht sehen, 72 Historie von der Auferstehung Chrifti. sehen, und doch glauben. Darnach in| offenbaret ist seinen Jüngern, nachdem Galiläa offenbarete sich Jesus abermal an dem Meer Tiberias. Er offenbarete sich aber also: Es waren bei einander Son Petrus, und Thomas, der da beißt Zwilling, und Nathanael von Cana in Galiläa, und die Söhne Zebedät, und andere zween seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und traten ins Schiff alsobald. Und in derselbigen Nacht fingen sie nichts. Da es aber jetzt Morgen war, stand Jesus am Ufer; aber die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie, und konntens nicht mehr ziehen für der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Petro: Es ist der Herr. Da Simon Petrus hörete, daß es der Herr war, gürtete er das Hemd um sich, denn er war nackt, und warf sich ins Meer. Die andern Jünger aber kamen aus dem Schiff, denn sie waren nicht ferne vom Lande, sondern bei zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun austraten aufs Land, sahen fie Kohlen gelegt und Fische drauf und Brod. Spricht Jesus zu ihnen: Bringet her von Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein, und zog das Netz auf das Land voll großer Fische, hundert und drei und fünfzig. Und wiewohl ihrer so viel waren, zerriß doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl. Niemand aber unter den Jüngern durfte ihn fragen: wer bist du? Denn sie wußten, daß es der Herr war. Da kommt Jesus, und nimmt das Brod, und gibts ihnen, deffelbigen gleichen nach den Fisch. Das ist nun das drittemal, daß Jesus er von den Todten auferstanden iſt. Da fie nun das Mahl gehalten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diefe haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht zum andernmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus war traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: hast du mich lieb? Und sprach zu ihm: Herr, du weißest alle Dinge, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, zu deuten, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus wandte sich um, und sahe den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war, und gesagt hatte: Herr, Wer ists, der dich verräth? Da Petrus diesen sahe, spricht er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So will ich, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: dieser Jünger stirbet nicht. Und Jesus sprach nicht: er stirbet nicht; sondern, so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat Dies geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahr ist. Von Historie von der Himmelfahrt Chrifti. 73 Stadt Jerufalem bleiben, bis daß ihr angethan werdet mit Kraft aus der Höhe; denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geiste getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich von Ifrael? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen die Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welche auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Jerusalem, in ganz Judäa und Samaria, und bis ans Ende der Erde. Er führete fie aber hinaus bis gen Bethania, und hob die Hände auf, und segnete fie. Und es geschah, da er sie segnete, nachdem er nun genugsam zu ihnen geredet hatte, nach seiner Auferstehung, schied er von ihnen, und ward aufgehoben, zusehends, und fuhr gen Himmel, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen, und hat sich zur rechten Hand Gottes gesetzt. Und als sie ihm nachfahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und fehet gen Himmel? dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenom= men gen Himmel, der wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Sie aber beteten ihn an, und kehreten wieder gen Jerufalem mit großer Freude von dem Berg, der da heißt der Delberg, welcher ist nahe bei Jerusalem, und liegt einen SabbatherWeg davon. Und als sie hinkamen, stiegen sie auf den Söller, da denn sich enthielten Petrus, und Jacobus, und Johannes, und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jacobus, Alphäus Sohn, und Simon Zelotes, und Judas Jacobi. Diese alle waren stets bei einander einmüthig mit Beten und Flehen, sammt den Weibern und der Mutter Von der Himmelfahrt Christi. Aber die eilf Jünger gingen in Galiläa auf einen Berg, dahin Jesus fie beschieden hatte, und da ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, deren noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Und da fie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder, etliche aber zweifelten. Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen, und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden; darum gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium allen Creaturen, und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret fie halten alles, was ich euch befohlen habe. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glaubeten, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas tödtliches trinken, wirds ihnen nicht schaden, auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Darnach ist er gesehen worden von Jacobus( 1 Cor. 15). Also ehe er zum Himmel vor ihren Augen aufgenommen ward, erzeigete er sich lebendig seinen Aposteln, nach seinem Leiden, und daffelbe durch mancherlei Erweisung, und ließ sich sehen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes, eröffnete ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden. Und als er sie versammlet hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, und sprach: Sehet, ich will auf euch senden die Verheißung meines Vaters, welche ihr habt ge= höret von mir, ihr aber sollt in der Von der Sendung des heiligen Geiſtes. 74 Mutter Jesu, und seinen Brüdern, und waren allewege in dem Tempel, lobten und benedeieten Gott. Und in den Tagen trat Petrus mitten unter die Jünger, und sprach( es war aber die Schaar der Namen zu Haufe bei hundert und zwanzig): Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gesaget hat der heilige Geist durch den Mund Davids von Juda, der ein Vorgänger war derer, die Jesum fingen. Denn er war mit uns gezählet, und hatte das Amt mit uns überkommen. Dieser hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn, und sich erhentet, und ist mitten entzwei geborsten, und alle sein Eingeweide ausgeschüttet. Und ist kund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache Akeldama, das ist, ein Blutacker. Denn es stehet geschrieben im Psalmbuch: Ihre Behausung müsse wüste werden, und sey niemand, der darinnen wohne, und sein Bisthum empfange ein anderer. So muß einer unter diesen Männern, die mit uns verfammlet gewesen sind die ganze Zeit über, welche Jesus unter uns ist ausund eingegangen, von der Taufe Johannis an bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Aufer stehung mit uns werden. Und sie stellten zween, Joseph, genannt Berfabas, mit dem Zunamen Just, und Matthias, beteten und sprachen: Herr, aller Herzenstündiger, zeige an, welchen du erwählet hast unter diesen zweien, daß einer empfange diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort. Und sie warfen das Coos über sie, und das Loos fiel auf Matthias, und er ward zugeordnet zu den eilf Aposteln. Von der Sendung des heiligen Geistes. Als sich die Zeit nahete, daß Gott wollte über Jerusalem und das jüdische Volk den endlichen Zorn gehen lassen, wie die Propheten, und der Herr Christus selbit, ihnen gedrohet und zuvor gesagt hatten, sind diese nachfolgende Zeichen vorhergegangen. Es ist am Himmel ein Gomet gesehen, wie ein Schwert gestaltet, welcher ein ganz Jahr gegen der Stadt über gestanden, und von Jedermann ist ge= sehen worden. Item, eben in den Tagen der ungefäuerten Brode, am achten Und als der Tag der Pfingsten er füllet war, waren sie alle einmüthig bei einander, und es geschahe schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da fie faßen. Und man jahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären fie feurig, und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen, und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen.( Lies fortan Ap.- Gesch. 2.) Sie gingen aus, und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Historie von der Zerstörung der Stadt Jerusalem und des Tempels. Tage des Monats April, um 9 Uhr in der Nacht, ist bei dem hohen Altar im Tempel ein solch hellglänzend Licht erschienen, daß Jedermann gemeinet, es wäre Tag. Item ein ehernes großes starkes Thor am innern Tempel, da zwanzig Männer an heben mußten, wenn man es wollte aufthun, welches mit starken eisernen Schlössern und Riegeln verwahret war, hat sich um die fechste Nachtstunde selbst aufgethan. Item auf den zwölften Tag Juni hat mangesehen in der Luft und Wolken an vier Historie von der Zerstörung Jeruſalems. vier Orten des Himmels Wagen schweben, und wie eine große Rüstung von Reitern und Knechten in den Wolken zusammen ziehen, und mit Gepraffel fich schlagen in der Nacht. Item, vor dem Pfingsttage, als die Priester in wendig im Tempel haben wollen bereiten, was zum Fest gehöret, haben sie ein groß Getümmel und Gepolter, und hernach eine Stimme gehöret, welche gerufen hat: Lasset uns von hinnen wegziehen! Wiewohl etliche sagen, das sey geschehen zu der Zeit, da der Vorhang im Tempel unter Christi Lei den gerissen ist. Item, es ist ein Mensch gewesen, Jesus, genannt Anani, eines gemeinen Mannes Sohn, welcher, als er ist gen Jerusalem gekommen, auf das Fest der Laubrüst, hat aus einem sondern heftigen Geist geschrien: Dein Geschrei vom Morgen! o ein Geschrei| vom Abend! o ein Geschrei von den vier Winden! o ein Geschrei über ganz Jerusalem und den Tempel! eine elende Klage über Braut und Bräutigam, ein Geschrei über alles Volk! und das klägliche Schreien trieb er Tag und Nacht an, und lief wüthend in der Stadt umher, und wiewohl ihn etliche mit Geißeln und Ruthen straften, die diese Worte als eine böse Deutung über die Stadt nicht gerne höreten, so hörete er doch nicht auf. Und als man diesen Menschen hat gebracht vor den Landpfleger, welchen die Römer da hatten, der ihn auch mit Geißeln hart bis aufs Blut stäupen und peitschen ließ, hat er doch mit keinem Worte Gnade gebeten, hatte auch nicht ein Zähren und Thränen gelassen, sondern ohne Unterlaß überlaut geschrien: Wehe, wehe, wehe dir, o du armes Jerusalem! Albinus, der Richter, hat ihn als einen Thoren verachtet. Dieser Mensch aber ist sieben Jahre an einander nicht viel mit Leuten umgegangen, sondern allein gegangen, wie ein Mensch, der bei sich was tief sinnet oder dichtet, und immerdar diese Worte hören lassen: Wehe, wehe, wehe dir, o du armes Jerusalem! Und 75 von solchem Rufen ist er nicht müde worden. Als aber die Stadt nun von den Römern ist belagert gewesen, ist er auf den Mauern umhergangen, und hat immer geschrien: Wehe über den Tempel! Wehe über das ganze Volk! Und zuletzt hat er auf eine Zeit diefe ungewöhnlichen Worte dazu gesagt: Wehe auch mir! und in dem Wort iſt er ungefähr von der Feinde Geschoß getroffen worden und also todt geblieben. Diese und andere dergleichen große Zeichen sind vorgegangen, ehe Jerufalem zerstöret ist. Nun wollen wir von der Zerstörung an ihr selbst auch kurz reden. Da die Juden, wie Stephanus sagt, als Mörder und Verräther den gerechten und unschuldigen Christum getödtet hatten, ist es mit dem ganzen jüdischen Reich in allen Ständen immer ärger geworden. Die Hohenpriester hoben an, übeten Tyrannei wider die andern Priester. Unter den andern Gewaltigen war allerlei Haß und Neid, und schickte sich alles zur Uneinigkeit im Regiment, und ließ sich ansehen, daß eine große Aenderung und Zerrüttung des Reichs vorhanden wäre. Aus sol chem Zwiespalt und Haß der Gewaltigen unter sich erhoben sich Rotten und allerlei partheiische Zertrennung, und aus dem trug sich zu allerlei Unglück, viel Raubs, Mord in der Stadt und außer Jerusalem, und schickten sich alle Sachen, daß beide Regimenter des Volks, geistlich und weltlich, zu Trümmer geben wollten. Darüber begab fichs auch, daß der Kaiser Nero Cestium Florum in das jüdische Land schickte, und als er den Juden sehr hart war, mit vielen Dingen seinen Geiz, Stolz und Muthwillen übete, haben ihn die Juden verjagt, und als er mit ihnen zu schlagen kam, hat er fünf tausend Mann der Seinen verloren. Also wütheten die Juden durch, Gottes Verhängniß, daß sie auch wider die Römer sich setzten, und von ihnen abfielen. Als aber Kaiser Nero das erfuhr, schickte er Flavium Vespafianum, mit seinem Sohn 76 Historie von der Zerstörung Jerusalems. Sohn Tito, in Syrien. Und es ist| Jotapata genannt, ward er ergriffen, diese Zeit im ganzen Drient, wie auch Tranquillus schreibet, eine gemeine Sage und Gerücht gewesen, daß eben um die Zeit etliche, so aus Judäa kommen würden, sehr groß und ganz mächtig in aller Welt sollten werden. Und wiewohl das an dem geistlichen Reich Christi also wahr ward, da der Name Christi durch die Predigt des Evangelii( welcher geboren ist aus jüdischem Stamm) in aller Welt groß ward, so haben es doch etliche von den zweien Vespasianus verstanden. Die Juden aber zogen das Prognosticon auf sich, und nachdem ihnen etliche Schlachten wider ihre Feinde geriethen, wurden sie stolz, machten drei Hauptleute, und griffen mit Gewalt die Stadt Ascalon an, da sind sie in zweien Schlachten darnieder gelegt, haben( über das die Hauptleute umgekommen) in die zwanzig tausend Mann verloren. Also nach dem zog Vespasianus, auf Befehl des Kaisers, in Galiläa, welches ein volkreich Land war, verwüstete und verheerete alles durchaus, und war des Mordens, Raubens und Brennens kein Ende. Da wurden viel tausend Juden erschlagen, auf einmal in die funfzig tanfend wehrhaftiger Mann ohne Weiber, Kinder, gemeinen Pöbel und Landvolk. Das Kriegsvolk hat da weder Alt noch Jung verschonet, nicht der Schwangern, nicht der Kinder in der Wiege. Sechs tausend junge Männer hat Vespasianus auf einmal als eigene Leute gejchickt, am Isthmo zu graben, in Achaja. Dreißig tausend jüdische Kriegsleute sind zu der Zeit auf einmal für Leibeigen verkauft. Fünf tausend haben sich aus Verzweifelung selbst von hohen Felsen herabgestürzt. Der Zeit war ein trefflicher Mann, fast gelehrt, weise und verständig, priesterliches Amt unter den Juden, und ihrer Obersten einer im Krieg, mit Namen Josephus, und als er im ersten Schref= ken mit etlichen wenigen in eine Höhle geflohen war, bei der Stadt in Galiläa, und zu Vespasiano geführet, und als er nun demselben prophezeihet, er würde noch Kaiser werden, hat er ihn gnädiglich gehalten, und derselbe Jofephus hat geschrieben, was wir von dieser Historie wissen. Als dies in Galiläa geschah, ist ein Haufe gesammletes freches, räuberisches Volk gen Jerufalem gekommen, das hat einer der großen Herren, Johannes, zuwege ge= bracht, daß er durch diese Rotte das Regiment ganz zu sich brächte. Da ist abermal viel heimlichen Mords, viel Rauberei, viel Plünderns zu Jerufalem gewesen, und ist die arme Stadt allenthalben wohl geplaget gewesen. Es sind die Zeit etliche Hohepriester erschlagen, und oft Blut vergossen, auch im Tempel. Josephus schreibet, daß zwölf tausend von den besten älteſten Juden in diesem Lärmen umgekommen sind, und ihre Güter und Häuser hat man den Knechten gegeben zu plündern. Etliche meinen, dieses haben die Römer durch Practiken zugerichtet. So war nun dasmal schon, ehe das rechte Wetter sie überfiel, Jerusalem mit dreierlei Unglück geplaget, nemlich mit dem Krieg der Römer, mit Aufruhr und aller Meuterei in der Stadt, und mit den Tyrannen, welche sich, durch die partheiischen Practiken, einer nach dem andern aufwarfen, und um der Herrschaft willen viel Bluts vergossen. Als nun zu der Zeit die Gadarener sich widerseßig machten den Römern, mußte sich Vespafianus aus dem Winterlager eilend erheben, und nahm Gadara die Stadt ein, und durch seinen Hauptmann Placidum erfchlug er in die dreißig tausend Bürger in der Flucht, zwei taufend nahm er gefangen, der andere Pöbel und flüchtige Haufe stürzte sich in den Jordan, und ihre todte Körper sind im Jordan gefloffen bis in den See Asphaltiten( welchen man das todte Meer nennet), und da sind jenseit des Jordans, bis Macheron, allenthalben alle Juden, von den Römern Historie von der Zerstörung Jerusalems. 7,7 Römern überfallen, in groß Schrecken| derselben Gäste gerne wäre wieder los gekommen. Als nun Ausgang des Winters der Lenz angegangen, da Vespasianus hörete, daß Nero todt wäre, lag er zu Cäfarea, und machte sich eilend auf, und hat alle die Städte der Juden und Idumäer eingenommen, ohne etliche Schlöffer, welche etliche fremde Krieger inne hatten, und allenthalben hat er die Städte beseßt mit römischem Kriegsvolk, daß er Jerusalem( welches allein übrig geblieben war) desto leichter stürmen und einnehmen könnte. Und diesmal ist Vespasianus von seinem Kriegsvolk zum Kaiser aufgeworfen, darnach zog er in Aegypten, und von dannen wollte er in Italien, und befahl Tito dieweil das Kriegsregiment wider die Juden. Titus aber, als er Kundschaft halber an Dertern nahe bei Jerusalem geritten war, entkam schwerlich, daß er von den Juden nicht gefangen ward. Darnach schlug er sein Lager auf bei Scopus, eine Viertelmeile von der Stadt, und theilte das Kriegsvolk, die Stadt mehr als an Einem Ort zu belagern. Mittler Zeit war ein groß mächtig Volk aus allen Städten, von allen Orten, aufs Osterfest, des Gottesdienstes halben, zu Jerusalem zusammen gekommen, so waren auch( wie oben angezeigt) zuvor in der Stadt viel gesammlete Habe, verwegen los Volk, welches aus Galiläa vertrieben, und waren drei Partheien in der Stadt, welche die Einigkeit und das Regiment je länger je mehr( wie es denn gehet) zerrissen. Eine Parthei hatte den Tempel inne; unter denen war Oberster Eleazar, ein Sohn Simonis, bei dem hielten die Zeloten, ein böses heuchlerisch Volk, das den Bürgern sehr feind war. Den untern Theil der Stadt hatte Johannes inne, welcher ein Anfang allerleillnglücks war, von welchem oben gesaget. Den obern Theil hatte Simon inne mit zwanzig tausend Jdumäern, welche erfordert waren, die Stadt vor der Zeloten Muthwillen und gewaltsamen Vornehmen zu schüßen; da man gewesen, hat man ihrer nicht können wieder los werden. Titus, als er nun merkte, daß die Stadt Jerusalem mit so unzähligem Volk überladen und übermannt wäre, rüstete und stärkte sich, mit großer Eil, die Stadt zu belagern und eine Wagenburg um sie zu schlagen, wie Christus ihnen gesagt, dieweil das Volk bei einander wäre, da sie der Hunger desto härter drängete und ängstete. Da das die Juden sahen, versuchten sie ihre höchste Macht, das zu hindern, zu wehren und vorzukommen. Aber es war aus, da war kein Glück mehr, unser Herr Gott wollte das Garaus mit ihnen spielen, darum ging ihnen kein Anschlag, noch Rath fort, da war eitel Uneinigkeit, und ist die Zeit in der Stadt ein Aufruhr geworden, daß eine große Menge Volks erschlagen ward bei dem Tempel. Denn die Stadt Jerufalem war sehr fest an dem Ort, da man zur Stadt kommen konnte, hatte drei Mauern, und legte sich das römische Kriegsvolk mit ganzer Macht hinan, die Stadt zu stürmen, und nach großer Arbeit ist die zweifältige Mauer erobert und eingenommen. Dieselbige Zeit ist eine unzählige menge Volks Hungers gestorben, wie Josephus schreibet. Um ein Bißlein Brod haben sich oft die besten Freunde gehauen und gestochen; die Kinder haben den Eltern, Vater und Mutter, oft die Speise aus dem Munde gerissen, da hatweder Bruder, noch Schwester sich einander erbarmet. Ein Scheffel Korn hat viel Gülden gegolten, etliche haben Kuhmist für großen Hunger, etliche die Riemen von den Sätteln, das Leder von den Schilden abgenagt und gegessen; etliche haben noch Heu in dem Munde gehabt, und sind also todt gefunden; etliche haben in dem heimlichen Ge mache gesucht, mit Unflat und Mist vor dem Hunger sich zu erretten, und ist eine solche großmächtige Menge Volks Hungers gestorben, daß Aninus, Eleazar Sohn, welcher in der Zeit der Belagerung 78 Historie von der Zerstörung Jerusalems. gerung zu Tito geflohen, angezeigt, köftliche Gebäude, welches die Zeit hoch daß hundert tausend und funfzehn und weit berühmt ward, verbrannt und tausend todte Körper in der Stadt ge- zu Asche geworden. Die Juden, so den funden und begraben sind. Egesippus obern Ort der Stadt inne hatten, find schreibet, daß allein zu Einer Pforte so zum Theil in die Stadt geflohen, aber viel tausend Zeichen hinaus getragen viel mehr sind durchs Feuer und sind, und daß in die sechshundert| Schwerdt umgekommen. Die Priester tausend Menschen solcher Zeit der Belagerung todt geblieben sind. Die Juden hatten noch inne die Burg Antonia, welches eine starke Festung war, so hatten sie auch den Tempel inne, von welchem eine Brücke in die Stadt ging; diese Festung zu erobern, fostete viel mehr Arbeit, denn andere Derter. Titus aber, wiewohl er gewiß war, daß der Hunger endlich die Juden in der Stadt tilgen und täuben würde, ließ ihm noch dieweile lang seyn, und hielt an, vermahnete das Kriegsvolk, die Festung mit Gewalt zu stürmen. Wiewohl nun große Gefahr dabei war, so gerieth es doch den Römern alles, und war kein Sieg noch Glück mehr bei den Juden. Als nun die Römer das Schloß inne hatten, gab der Trompeter mit der Pofaune ein Zeichen, und wurden die Juden, welche das Schloß inne hatten, alle erschlagen, etliche von den Mauern ge= worfen, etliche selbst zu todt gefallen, etliche bei der Nacht eilends in die Stadt entkommen, folgend hat das Kriegsvolk sich um die, so den Tempel inne hatten, ernstlich angenommen. Man sagt, Titus sey willens gewesen, des Tempels zu verschonen( als der Religion), aber es war aus: Gottschikkets, daß da keine Verschonung war. Denn als man lange und heftig gestritten und gearbeitet hatte, und die Juden weder mit Drohen, noch Vermahnen zu bewegen gewesen, die festen Derter zu übergeben, merkte das Kriegsvolk, daß ihnen des Orts nicht anders, denn mit Hunger( welches denn lang würde) oder mit Feuer, wäre abzubrechen, und also haben etliche Kriegsknechte Feuer in den Tempel ge= worfen, da ists angegangen, und also auf die Stunde das herrliche treffliche haben, ihr Leben zu fristen, ganz kläglich gebeten und geflehet, aber da ist Gnade bei Gott und den Leuten ausges wesen. Titus, wie Egesippus schreibt, hat geantwortet: So ihr Tempel und Gottesdienst dahin sey, bedürfe man dieser Priester nicht. Diese Verwüstung des Tempels ist geschehenaufden zehnten Tag des Monats Augusti, gleich auf den Tag, da der erste Tempel vom König zu Babylon verbrannt ist, und ist der Tag sonderlich ein Unglückstag dem Tempel gewesen, und von dem ersten Tempel an und seiner Erbauung welchen Salomo erbauet, bis auf das andere Jahr Vespasiani, da der Tempel zu Grunde verwüstet ist, sind eilfhundert und ein Jahr. Von der Zeit aber, da man den Tempel wieder angefangen zu bauen, welches ist ges schehen im andern Jahr des ersten Cyri, find 569 Jahr. Da nun die Juden so geängstet wurden, wiewohl keine Hoffnung war der Rettung, starben viel tausend Hungers, doch blieben die übrigen auf ihrem Vornehmen. Josephus schreibt, daß auf die Tage, als der Tempel verbrannt und verwüstet, ein schrecklich gräulicher Fall sich begeben, welchen man bei den Nachkommen kaum glauben werde: Es war eine ehrliche Frau, reich und großen Geschlechts jenseits des Jordans, aus Furcht mit den andern gen Jerusalem geflohen; als nun die Stadt so sehr gedränget und geängstet war mit Hunger, hat sie ihr junges Kindlein in der Wiege( mit was für Jammer und Schmerzen, ist wohl zu gedenken) geschlachtet, und das halbe Theil ge braten und gegeffen; die andere Hälfte, als die Kriegsknechte umher gelaufen, und Speise gesucht, hat sie ihnen vorgefeßt. Die Kriegstnechte aber haben 79 darin zur Besaßung lassen. So find auch etliche einzelne wüste steinerne Gebäude und wüste Thürme geblieben, allein bloße öde Anzeigung, daß da eine Stadt etwa gewesen wäre. Und ist also Jerusalem verwüstet und zu Grunde verderbt den zu Unterredung und Handlung gekom- achten Tag Septembers, im fünften men, aber dieweil Friede zu machen Monat darnach, als sie erst belagert nun zu lange geharret war, und sie ward. Von dem großen Haufen und Friede und Freiheit baten, da sie schon| unzähliger Menge der Gefangenen Historie von der Zerstörung Jerusalems. haben sich vor dem gräulichen Anblick entfeßet, und doch sich des elenden Weibes erbarmet, und diese Sache den großen Herren zu Jerusalem offenbaret. Dieser schreckliche Fall hat sie bewegt, daß sie von dem Tage an gedacht haben, sich zu ergeben, sind mit Tito ausgehungert und aufs höchste bedränget waren, ward nichts daraus, und ein wenig Tage die Stadt noch kümmerlich aufgehalten. Mittler Zeit ist unzählig groß Volk, aus großer Angst und höchster Noth unerträglichen Hungers, aus der Stadt ins Lager, den Feinden in die Hände gelaufen, da hat man sie sehr wohlfeil verkauft. Indem haben ungefähr die Kriegsknechte ge= sehen, daß ein Jude aus seinem eigenen Mist hat Gülden, welche er eingeschluckt, gelesen, da ist bald ein Gerüchte durchs ganze Lager gegangen unter dem Kriegsvolk: die Juden, so heraus ins Lager geflohen, hätten Gold eingeschluckt( denn es waren etliche, welche durch fleißiges Besuchen sonst nichts, denn Gold, konnten wegbringen, aber für den Kriegern behalten). Das Gerücht gab nun Ürsach, daß von den Kriegsknechten, welche dachten, sie würden bei allen Juden Gold finden, über zweitausend Juden in einer Nacht aufgeschnitten; und ihrer wären viel mehr umgekommen, wenn Titus nicht hätte laffen ausrufen und gebieten, daß man die Gefangenen nicht tödten sollte. Endlich ist die Stadt Jerusalem erobert, und da ist weder Jung noch Alt verschonet; doch ist ein Gebot ausgerufen, daß man aller elenden Leute, so zu keiner Wehr oder Widerstand vermöglich wären, schonen sollte. Also ist ganz Jerusalem durchaus von Feinden schrecklich geplündert, angesteckt und verbrannt, das mehrere Theil zerrüttet und verwüstet, wenig Gebäude ist stehen geblieben, daß man etlich römisch Kriegsvolk hat können hat Titus siebenzehn tausend, alle junge starke Mannspersonen, gen Alexandrien geschickt, daselbst, wie leibeigene Knechte, Steine zu tragen und zu arbeiten. Viele Juden hat man hin und wieder ausgetheilet in Ländern, durchs ganze römische Reich, daß man sie zum Gepränge, wenn man Spektakel gehalten, die wilden Thiere hat zerreißen lassen. Die Menge aller Gefangenen, so am Leben, sind an der Zahl gewesen sieben und neunzig tausend, so doch erst wohl zehen mal hundert tausend, als die Belagerung angefangen, in der Stadt gewesen, welches mehrentheils Fremde gewesen, und nicht Bürger, wiewohl alle vom jüdischen Stamm und Geblüt. Als nun Titus Jerusalem gewaltig eingenommen, verbrannt, zerrüttet und verheeret hatte, besegte er den Ort Landes mit etlichenkriegsknechten, um der umliegenden Länder willen, und er verrückte bis an den Fluß Euphrat; denn so weit ging die Zeit das römische Reich. Als aber die gewaltige, berühmte, heilige Stadt verheeret ist, hat man gezählet von Anbeginn der Welt 4034, von Anfang der Stadt Rom 823 Jahre, nach dem Leiden Christi im vierzigsten Jahre. Also hat Jerusalem, die allerberühmteste Stadt in ganz Morgenland, ein elend jämmerlich Ende gehabt. Also hat Gott die Verachtung und Verfolgung des Evangelti bestraft, und aller Welt ein schrecklich Erempel vorgestellet, sie zu ermahnen, Gottes Zorn und Strafe zu fürchten, und sich zu Gott und Erkenntni Christi zu bekehren. Denn Gott hat Augsburgische Confession. 80 hat dieses Volk nicht verschonet, dem er so herrliche Verheißung hat gegeben, darin so viel hoher, heiliger Patriarchen und Propheten gewesen, ja welches Christo mit dem Geblüt verwandt ist. Wie viel schrecklicher wird er andere Völker strafen, welchen aus sondern Gnaden das Evangelium mitgetheilet ist, und sie dennoch undankbar seyn, und gerechte Gottesdienste Augsburgische Confession, und Erkenntniß verachten, und mit großer Halsstarrigkeit und Grausamfeit verfolgen, denn zuvor in der Welt nie geschehen; darum ist nicht zu zweifeln, die Strafe wird nicht ferne seyn, und wird ihnen gehen, wie es mit Je rufalem gegangen. Dieses sollen wir ernstlich betrachten und zu Herzen nehmen, daß wir uns bessern und zu rechter Erkenntniß Christi bekehren. oder Bekenntniß des Glaubens, wie selbige Kaiser Carl V. zu Augsburg auf dem Reichstag Anno 1530 überantwortet worden. I. Theil, welcher in sich begreift die Artikel des Glaubens und der Lehre, an der Zahl 21. Der 1. Artikel. Von der heil. Dreifaltigkeit. Erstlich wird einträchtlich gelehret und gehalten, laut des Beschluſses Concilii Niceni, daß ein einzig göttlich Wesen sey, welches genannt wird, und wahrhaftiglich ist, Gott, und sind doch drei Personen in dem= felbigen einzigen göttlichen Wesen, gleich gewaltig, gleich ewig, Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geist, alle drei ein göttlich Wesen, ewig, ohne Stück, ohne Ende unermeßlicher Macht, Weisheit und Güte, ein Schöpfer und Erhalter aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und wird durch das Wort Persona verstanden, nicht ein Stück, nicht eine Eigenschaft in einem andern, sondern das selbst bestehet, wie denn die Väter in dieser Sache dies Wort gebraucht haben. Derhalben werden verworfen alle Keßereien, so diesem Artikel zuwider sind, als Manichai, die zween Götter gesetzt haben, einen bösen und einen guten, item Valentiniani, Ariniani, Eunomiani, Mahometisten, und alle dergleichen, auch Samofateni, alte und neue, jo nur Eine Perfon setzen, und von diesen zweien, Wort und heiligem Geist, Sophisterei machen und ichiedene Personen seyn, sondern Wort sagen, daß es nicht müssen unter bedeute leiblich Wort oder Stimme; oder der heilige Geist sey eine erschaffene Regung in den Greaturen. Der 2. Artikel. Von der Erbfünde. Weiter wird bei uns gelehret, daß nach Adams Falle alle Menschen, so natürlich geboren werden, in Sünden empfangen und geboren werden, das ist, daß sie alle, von Mutterleib an, voller böser Lust und Neigung sind, und keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glauben an Gott von Natur haben können, daß auch dieselbige angeborne Seuche und Erbsünde wahrhaftiglich Sünde sey, und verdamme alle die unter den ewigen Gottes Zorn, so nicht durch die Taufe und heiligen Geist wiederum neu geboren werden. Hier Augsburgische Confession. Hierneben werden verworfen die Pelagianer und andere, so die Erbsünde nicht für Sünde halten, damit sie die Natur fromm machen, durch natürliche Kräfte, zu Schmach dem Leiden und Verdienst Christi. Der 3. Artikel. Von Christo. Item, es wird gelehret, daß Gott der Sohn sey Mensch worden, geboren aus der Jungfrau Maria, und daß die zwei Naturen, göttliche und menschliche in Einer Person, also unzertrennlich vereiniget, Ein Christus sind, welcher wahrer Gott und Mensch ist, wahrhaftig geboren, gelitten, gefreuzigt, gestorben und begraben, daß er ein Opfer wäre nicht allein für die Erbfünde, sondern auch für alle andere Sünden, und Gottes Zorn versöhnet. Item, daß derselbige Christus sey abgestiegen zur Hölle, wahrhaftig am dritten Tage von den Todten auferstanden, aufgefahren gen Himmel, fizend zur Rechten Gottes, daß er ewig herrsche über alle Creaturen, und regiere, daß er alle, so an ihn glauben, durch den heiligen Geist heilige, reinige, stärke und tröste, ihnen auch Leben und allerlei Gaben und Güter austheile, und wider den Teufel und wider die Sünden schüße und beschirme. Stem, daß derselbige Herr Christus endlich wird öffentlich kommen, zu richten die Lebendigen und die Todten. Laut des symbolí apostolorum. Der 4. Nrtikel. Von der Rechtfertigung. Weiter wird gelehret, daß wir Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit vor Gott nicht erlangen mögen durch unser Verdienst, Werk und Genugthuung; sondern daß wir Vergebung der Sünden bekommen, und vor Gott gerecht werden, aus Gnaden, um Christus willen durch den Glauben, so wir glauben, daß Christus für uns gelitten hat, und daß um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenket wird. Denn 81 diesen Glauben will Gott für Ge rechtigkeit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt zu den Römern im 3, 4. Der 5. Artikel, Vom heiligen Predigtamt. Solchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesetzt, Evangelium und Sacramente gegeben, dadurch er, als durch Mittel, den heiligen Geist gibt, welcher den Glauben, wo und wenn er will, in denen, so das Evangelium hören, wirket, welches da Lehret, daß wir durch Christus Verdienst, nicht durch unser Verdienst, einen gnädigen Gott haben, so wir folches glauben. Und werden verdammt die Wiedertäufer und andere, so lehren, daß wir ohne das leibliche Wort des Evangelit den heiligen Geist durch eigene Bereitung, Gedanken und Werk erlangen. Der 6. Artikel. Von den guten Werken. Auch wird gelehret, daß solcher Glaube gute Früchte und gute Werke bringen soll, und daß man müsse gute Werke thun, allerlei, so Gott geboten hat, um Gottes Willen; doch nicht auf solche Werke zu vertrauen, dadurch Gnade vor Gott zu verdienen. Denn wir empfangen Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit durch den Glauben an Christum, wie Christus selbst spricht, Luc. im 17, 10: So ihr dies alles gethan habt, sollt ihr sprechen: wir sind untüchtige Knechte. Also lehren auch die Väter. Denn Ambrofius spricht: Also ist beschloffen bei Gott, daß, wer an Christum glaubet, selig sey, und nicht durch Werke, sondern allein durch den Glauben, ohne Verdienst, Vergebung der Sünden habe. Der 7. Artikel. Von der christlichen Kirche. Es wird auch gelehret, daß allezeit müsse eine heilige christliche Kirche seyn und bleiben, welche ist die Versammlung der Gläubigen, bei welchen 6 das 82 daß Evangelium rein geprediget, und die heiligen Sacramente, laut des Evangelii, gereichet werden. Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß da einträchtiglich nach einem Verstand das Evangelium gepredigt, und die Sacramente, dem göttlichen Wort gemäß, gereichet werden. Und ist nicht Noth zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß allenthalben gleich förmige Ceremonien, von den Menschen eingesest, gehalten werden, wie Paulus spricht, Eph. 4: Ein Leib, Ein Geist, wie ihr berufen seyd, zu einerlei Hoffnung eures Berufs, Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe. Der 8. Artikel. Von den Heuchlern und Scheinheiligen in der Kirche. Item, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nichts anders ist, denn die Versammlung aller Gläubigen und Heiligen; jedoch dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuchler sind, auch öffentlich Sünder unter den Frommen bleiben, so sind die Sacramente gleichwohl kräftig, obschon die Priester, durch die sie gereichet werden, nicht fromm sind. Wie denn Christus felbst anzeiget, Matth. 23: Auf dem Stuhl Mosis figen die Pharisäer 2c. Derhalben werden die Donatisten und alle andere verdammt, so anders halten. Augsburgische Confession. Der 9. Artikel. Von der heiligen Taufe. Von der Taufe wird gelehret, daß fie nöthig sey, und daß dadurch Gnade angeboren werde, daß man auch die Kinder taufen soll, welche durch solche Taufe Gott überant wortet und gefällig werden. Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, welche lehren, daß die Kindertaufe nicht recht sey. Der 10. Artikel. Vom heiligen Abendmahl. Vom Abendmahl des Herrn wird also gelehret, daß wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brods und Weins im Abendmahl gegenwärtig sey, und da ausgetheilet und genommen werde. Derhalben wird auch die Gegenlehre verworfen. Der 11. Artikel. Von der Beichte. Von der Beichte wird also gelehret, daß man in der Kirche privatim absolutionem erhalten und nicht fallen lassen soll: wiewohl in der Beicht nicht nöthig ist, alle Missethat und Sünden zur erzählen', dieweil doch solches nicht möglich ist, Pf. 19. Wer kennet die Missethat? Der 12. Artikel. Von der Buße. Von der Buße wird gelehret, daß diejenigen, so nach der Taufe gefündiget haben, zu aller Zeit, so sie zur Buße kommen mögen, Vergebung der Sün den erlangen, und ihnen die Absolu tion von der Kirche nicht soll geweigert werden. Und ist rechte wahre Buße eigentlich Reu und Leid, oder Schrecken haben über die Sünden, und doch darneben glauben an das Evangelium geben und durch Christum Gnade und Absolution, daß die Sünden vererworbensen, welcher Glaube wiederum das Herz tröstet und zufrieden machet. Darnach soll auch Besserung fol gen, und daß man von Sünden lasse: denn dies sollen die Früchte der Buße seyn, wie Johannes spricht, Früchte der Buße. Matth. im 4: Wirket rechtschaffene Hier werden verworfen die, so lehren, daß diejenigen, so einst find fromm worden, nicht wieder fallen mögen. Dagegen werden auch verdammt denen, so nach der Taufe gefündiget die Novatiani, welche die Absolution hatten, weigerten. Auch werden die verworfen, so nicht lehren, daß man durch Glauben Vergebung der Sünden erlange, sondern durch unser Genugthun. Der Augsburgische Confession. Der 13. Artikel. Vom Brauch der Sacramente. Vom Brauch der Sacramente wird gelehret, daß die Sacramente eingesetzt sind, nicht allein darum, daß sie Zeichen sind, dabei man äußerlich die Christen können möge; sondern daß es Zeichen und Zeugnisse sind göttliches Willens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu stärken; derhalben sie auch Glauben fordern, und denn recht gebraucht werden, so mans im Glauben empfänget, und den Glauben dadurch stärket. Der 14. Artikel. Vom Beruf der Prediger. Vom Kirchenregiment wird gelehret, daß niemand in der Kirche öffentlich lehren und predigen, oder Sacramente reichen soll, ohne ordentlichen Beruf. Der 15. Artikel. Von Kirchenceremonien. Von Kirchenordnungen, von Menschen gemacht, lehret man diejenigen halten, so ohne Sünden mögen gehalten werden, und zu Frieden, zu guter Ordnung in der Kirche dienen, als gewisse Feier, Feste und dergleichen. Doch geschieht Unterricht dabei, daß man die Gewissen nicht damit beschweren soll, als sey solch Ding nöthig zur Seligkeit. Darüber wird gelehret, daß alle Satzungen und Tradition, von Menschen darzu gemacht, daß man dadurch Gott versöhne und Gnade verdiene, dem Evangelio und der Lehre vom Glauben an Christum entgegen sind. Derhalben sind Klostergelübde und andre Traditionen, von Unterschied der Speise, Tage 2c., dadurch man vermeinet Gnade zu verdienen, und für Sünde genug zu thun, untüchtig und wider das Evangelium. Der 16. Artifel. Vom weltlichen Regiment. Von Polizei und weltlichen Regiment wird gelehret, daß alle Obrigkeit in der Welt und geordnete Regimente 83 und Gefeße, gute Ordnung, von Gott geschaffen und eingesetzt sind, und daß Christen mögen im Obrigkeit-, Fürstenund Richteramt ohne Sünden seyn, nach kaiserlichen und andern üblichen Rechten Urtheil und Recht sprechen, Uebelthäter mit dem Schwerdt strafen, rechte Kriege führen, streiten, kaufen und verkaufen, aufgelegte Eide thun, Eigenes haben, ehelich seyn 2c. Hier werden verdammt die Wiedertäufer, so lehren, daß der Obangezeigten keines christlich sey. Auch werden diejenigen verdammt, so lehren, daß christliche Vollkommenheit sey, Haus und Hof, Weib und Kind leiblich verlassen, und sich der vorberührten rechte Vollkommenheit ist, rechte Furcht Stücke äußern; so doch dies allein Gottes und rechter Glaube an Gott. Denn das Evangelium lehret nichts äußerlich, zeitlich, sondern innerlich ewig Wesen und Gerechtigkeit des Herzens, und stößt nicht um weltliche Regiment, Polizei und Ehestand; sondern will, daß man solches alles halte, als wahrhaftige Ordnung, und in solchen Ständen christliche Liebe und rechte gute Werke, ein jeder nach seinem Beruf, beweise. Derhalben sind die Christen schuldig, der Obrigkeit unterthan und ihren Geboten gehorsam zu seyn, in allem, so ohne Sünden geschehen mag. Denn so der Obrigkeit Gebot ohne Sünde nicht geschehen mag, soll man Gott mehr gehorsam seyn, denn den Menschen. Ap.- Gesch.5. Der 17. Artikel. Vom jüngsten Gericht. Auch wird gelehret, daß unser Herr Jesus Christus am jüngsten Tag kommen wird zu richten, und alle Todten auferwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude geben; die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Strafe verdammen. Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, so lehren, daß die Teufel und verdammte Menschen nicht ewige 6* Augsburgische Confeffion. 84 ewige Pein und Qual haben werden. Item, hier werden verworfen etliche jüdische Lehren, die sich auch jegund ereignen, daß vor der Auferstehung der Todten eitel heilige Fromme ein weltlich Regiment haben, und alle Gottlosen vertilgen werden. Der 18. Artifel. Vom freien Willen. Vom freien Willen wird gelehret, daß der Mensch etlichermaßen einen freien Willen hat, äußerlich ehrbar zu leben, und zu wählen unter denen Dingen, so die Vernunft begreift: aber ohne Gnade, Hülfe und Wirkung des heiligen Geistes vermag der Mensch nicht Gott gefällig zu werden, Gott herzlich zu fürchten oder zu glauben, oder die angeborne Lust aus dem Herzen zu werfen; sondern solches geschieht durch den heiligen Geist, welcher durch Gottes Wort gegeben wird. Denn Paulus spricht, 1 Cor. 2: Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes. Und damit man erkennen möge, daß hierin keine Neuigkeit gelehret werde, so sind das die klaren Worte Augustini vom freien Willen, wie jebund hierbei geschrieben aus dem Buch Hypognosticon: Wir bekennen, daß in allen Menschen ein freier Wille ist, denn sie haben je alle angebornen natürlichen Verstand und Vernunft. Nicht, daß sie etwas vermögen mit Gott zu handeln, als Gott von Her zen zu lieben, zu fürchten: sondern allein in äußerlichen Werken diefes Lebens haben sie Freiheit, Gutes oder Böses zu wählen. Gut meine ich, das die Natur vermag, als auf dem Acker zu arbeiten, oder nicht, zu essen, zu trinken, zu einem Freunde zu gehen, oder nicht, ein Kleid an- oder auszuthun, zu bauen, ein Weib zu nehmen, ein Handwerk zu treiben, und dergleichen etwas Nüßliches und Gutes zu thun, welches alles doch ohne Gott nicht ist, noch bestehet, sondern alles aus ihm und durch ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch Böses aus eigener Wahl vornehmen, als vor einem Abgott niederknieen, einen Todtschlag thun 2c. Der 19. Artifel. Ursach der Sünden. Von Ursach der Sünden wird bei uns gelehret, daß, wiewohl Gott der Allmächtige die ganze Natur ge schaffen hat und erhält: so wirket doch der verkehrte Wille die Sünden in allen Bösen und Verächtern Gottes, wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher alsbald, so Gott die Hand abgethan, sich von Gott zum Argen gewandt hat, wie Christus spricht, Joh. 8: Der Teufel redet Lügen aus seinem Eigen. Der 20. Artikel. Vom Glauben und guten Werken. Den Unsern wird mit Unwahrheit aufgelegt, daß sie gute Werke verbieten. Denn ihre Schriften von zehen Ges boten und andere beweisen, daß sie von rechten christlichen Ständen und Werken guten nüßlichen Bericht und Ermahnung gethan haben, davon man vor dieser Zeit wenig gelehrt hat; sondern allermeist in allen Predigten auf tindische unnöthige Werke, als Rosenkränze, Heiligendienst, Mönche werde, Wallfahrten, Geseße, Fasten, Feier, Brüderschaften 2c., getrieben. Solche unnöthige Werke rühmet auch unser Widerpart nun nicht mehr so hoch, als vor Zeiten. Dazu haben sie auch gelernet nun von Glauben zu reden, davon sie doch in vorigen Zeiten gar nichts geprediget haben; lehren den noch nicht, daß wir allein aus Werken gerecht werden vor Gott, sondern setzen den Glauben an Christum dazu, sprechen: Glaube und Werke machen uns gerecht vor Gott; welche Rede mehr Trost bringen möge, denn so man allein lehret auf Werke vertrauen. Dieweil nun die Lehre vom Glauben, die das Hauptstück im christlichen Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen muß, nicht getrieben worden, sondern allein Augsburgische Confession. allein Werklehre an allen Orten gepredigt, ist davon durch die Unfern folcher Unterricht geschehen. Erstlich, daß uns unsere Werke nicht mögen mit Gott versöhnen und Gnade erwerben; sondern solches geschieht allein durch den Glauben, so man glaubet, daß uns um Christus willen Sünden vergeben werden, welcher allein der Mittler ist, den Vater zu verföhnen. Wer nun vermeinet, solches durch Werke auszurichten und Gnade zu verdienen, der verachtet Christum, und suchet einen eigenen Weg zu Gott, wider das Evangelium. Diese Lehre vom Glauben ist öffentlich und klar im Paulo an vielen Orten gehandelt, sonderlich zu den Ephefern am 2.: Aus Gnaden seyd ihr felig worden, durch den Glauben, und dasselbige nicht aus euch, sondern es ist Gottes Gabe, nicht aus den Werken, damit sich niemand rühme zc. Und daß hierinnen kein neuer Verstand angeführet sey, kann man aus Augustino beweisen, der diese Sache fleißig handelt, und auch also lehret: daß wir durch den Glauben an Christum Gnade erlangen, und vor Gott gerecht werden, und nicht durch Werke, wie sein ganzes Buch de spiritu et litera ausweiset. Wiewohl nun diese Lehre bei unverfuchten Leuten sehr verachtet wird, so befindet sich doch, daß sie den blöden und erschrockenen Gewissen sehr tröftlich und heilsam ist. Denn das Gewissen kann nicht zur Ruhe kommen durch Werke, fondern allein durch Glauben, so es bei sich gewißlich schließt, daß es um Chrifti willen einen gnädigen Gott habe, wie auch Paulus spricht, Röm. 5: So wir durch den Glauben sind gerecht worden, haben wir Ruhe und Frieden mit Gott. 85 vorgenommen. Denn etliche hat das Gewissen in die Klöster gejagt, der Hoffnung, daselbst Gnade zu erwerben durch Klosterleben; etliche haben andere Werke erdacht, damit Gnade zu verdienen und für Sünden genug zu thun. Derselbigen viel haben erfahren, daß man dadurch nicht ist zu Frieden kommen: darum ist Noth gewesen, diese Lehre vom Glauben an Christum zu predigen und fleißig zu treiben, daß man wisse, daß man allein durch den Glauben, ohne Verdienst, Gottes Gnade ergreifet. Es geschieht auch Unterricht, daß man hier nicht von solchem Glauben redet, den auch die Teufel und Gottlofen haben, die auch die Historien glauben, daß Christus gelitten habe, und auferstanden sey von den Todten; sondern man redet vom wahren Glauben, der da glaubet, daß wir durch Christum Gnade und Vergebung der Sünden erlangen. Und der nun weiß, daß er einen gnädigen Gott durch Christum hat, kennet also Gott, rufet ihn an, und ist nicht ohne Gott, wie die Heiden. Denn der Teufel und Gottlose glauben diesen Artikel, Vergebung der Sünden, nicht, darum sind sie Gott feind, können ihn nicht anrufen, nichts Gutes von ihm hoffen. Diesen Trost hat man vor Zeiten nicht getrieben in Predigten, sondern die armen Gewiffen auf eigene Werke getrieben, und sind mancherlei Werke Und also, wie jetzt angezeiget ift, redet die Schrift vom Glauben, und heißetGlauben nicht ein solches Wiffen, das Teufel und gottlose Menschen haben. Denn also wird vom Glauben gelehret zu den Hebr. im 11: daß Glauben sey, nicht allein die Historien wissen, sondern Zuversicht haben zu Gott, seine Zusage zu empfangen. Und Augustinus erinnert uns auch, daß wir das Wort( Glauben) in der Schrift verstehen sollen, daß es heiße Zuverficht zu Gott, daß er uns gnädig sey; und heiße nicht allein, solche Historien wissen, wie auch die Teufel wissen. Ferner wird gelehret, daß gute Werke follen und müssen geschehen, nicht daß man darauf vertraue, Gnade damit zu 86 zu verdienen, sondern um Gottes willen und Gott zu Lob. Der Glaube ergreifet allezeit allein Gnade und Vergebung der Sünden. Und dieweil durch den Glauben der heilige Geist gegeben wird, so wird auch das Herz ge= schickt, gute Werke zu thun. Denn zuvor, dieweil es ohne den heiligen Geist ist, so ist es zu schwach; darzu ist es in Teufels Gewalt, der die arme menschliche Natur zu viel Sünden treibet, wie wir sehen an den Philosophen, welche sich unterstanden, ehrlich und unsträflich zu leben, haben aber dennoch solches nicht ausgerichtet, sondern find in viele großze öffentliche Sünden gefallen. Also gehet es mit dem Menschen, so er außer dem rechten Glauben ohne den heiligen Geist ist, und sich allein durch eigne menschliche Kräfte regiert. Derhalben ist die Lehre vom Glauben nicht zu schelten, daß sie gute Werke verbiete; fondern vielmehr zu rühmen, daß sie lehre, gute Werke zu thun, und Hülfe anbiete, wie man zu guten Werken kommen möge. Denn| außer dem Glauben und außerhalb Christo ist menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu thun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den Nächsten zu lieben, befohlne Aemter fleißig auszurichten, gehorsam zu seyn, böse Lust zu meiden. Solche hohe und rechte Werke mögen nicht geschehen ohne die Hülfe Chrifti, wie er selbst spricht, Joh. 15: Ohne mich könnet ihr nichts thun xc. Augsburgische Confession. Der 21. Artifel. Vom Dienst und Ehre der Heiligen. Vom Heiligendienst wird von den Unsern also gelehret, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist, dazu, daß man Erempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf; gleichwie die kaiserliche Majestät feliglich und göttlich den Exempel Davids folgen mag, Kriege wider den Türken zu führen: denn beide sind sie im königlichen Amt, welches Schutz und Schirm ihrer Unterthanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hülfe bei ihnen suchen soll: denn es ist allein ein einziger Verföhner und Mittler gesetzt zwischen Gott und Menschen: Jesus Christus, 1 Tim. 2, welcher ist der einzige Hei land, der einzige oberste Priester, Gnadenstuhl und Fürsprecher vor Gott, Röm. 8, und der hat allein gesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselbigen Jesum Christum in allen Nöthen und Anliegen von Herzen suche und anrufe, 1 Joh. 2: So jemand fündiget, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesum. Dies ist fast die Summa der Lehre, welche in unsern Kirchen zu rechtem christlichen Unterricht und Trost der Gewissen, auch zu Besserung der Gläu bigen geprediget und gelehret ist; wie wir denn unsere eigene Seele und Gewissen ja nicht gerne wollten vor Gott mit mißbrauch göttliches Namens oder Worts in die höchste und größte Gefahr feßen, oder auf unsere Kinder und Nachkommen eine andere Lehre, denn so dem reinen göttlichen Wort und christlicher Wahrheit gemäß, fällen oder erben. Da nun dieselbige in heiliger Schrift klar gegründet, und dazu auch ges meiner christlicher, ja römischer Kirche, soviel aus der Väter Schriften zu vermerken, nicht zuwider noch entgegen ist; so achten wir auch, unsere Wider facher können in oben angezeigten Artikeln nicht uneinig mit uns seyn. Ders halben handeln diejenigen ganz unfreundlich, geschwind und wider alle christliche Ginigkeit und Liebe, so die Unsern derhalben, als Keßer, abzusons dern, zu verwerfen und zu meiden, ihnen selbst, ohne einigen beständigen Grund Augsburgische Confession. Grund göttlicher Gebote oder Schrift, vornehmen: denn die Irrung und Zank ist vornehmlich über etliche Traditionen und Mißbräuche. So denn nun an den Hauptartikeln kein befindlicher Ungrund oder Mangel, und dies unser Bekenntniß göttlich und christlich ist: 87 sollten sich billig die Bischöfe, wenn schon bei uns der Tradition halben ein Mangel wäre, gelinder erzeigen. Wiewohl wir verhoffen, beständigen Grund und Ursache darzuthun, warum bei uns etliche Traditionen und Mißbräuche geändert sind. II. Theil Augsburgischer Confession, welcher in sich begreift die Artikel, von welchen Zwiespalt iſt, da erzählet werden die Mißbräuche, so geändert sind, an der Zahl sieben. So nun von den Artikeln des Glau| Orten, daß den Laien der Kelch die Zeit bens in unsern Kirchen nicht gelehret gereichet sey. So spricht St. Hieronywird zuwider der heiligen Schrift mus, daß die Priester, so das Sacraoder gemeiner christlichen Kirchen, son- ment reichen, dem Volk das Blut Chridern allein etliche Mißbräuche ge= sti austheilen. So gebeut Gelasius, der ändert sind, welche zum Theil mit der Papst, selbst, daß man das Sacrament Zeit selbst eingerissen, zum Theil mit nicht theilen soll, distinct. 2 de Gewalt aufgerichtet; fordert unsere consecr. c. comperimus. Man findet Nothdurft, dieselben zu erzählen und auch nirgend keinen Canon, der da Ursach darzuthun, warum hierin Aen- gebiete, allein eine Gestalt zu nehmen. derung geduldet ist, damit kaiserliche Es kann auch niemand wissen, wenn Majestät erkennen möge, daß nichts oder durch welche diese Gewohnheit, hierin unchristlich oder freventlich ge- eine Gestalt zu nehmen, eingeführet handelt, sondern daß wir durch Gottes ist. Wiewohl der Cardinal Chusanus Gebot, welches billig höher zu achten, gedenket, wenn diese Weise approbiret denn alle Gewohnheit, gedrungen sey. Nun ists öffentlich, daß solche seyn, solche Aenderung zu gestatten. Gewohnheit, wider Gottes Gebot, Der 1. Artikel päpstlicher Miß- auch wider die alten Canones eingebräuche, von beider Gestalt führet, unrecht ist. des Sacraments. Den Laien wird bei uns beide Gestalt des Sacraments gereicht, aus dieser Ursache, daß dies ein klarer Befehl und Gebot Christi, Matth. 25: Trinket alle daraus. Da gebeut Christus mit klaren Worten von dem Kelch, daß sie alle daraus trinken sollen. Und damit niemand diese Worte anfechten und gloffiren könne, als gehöre es allein den Priestern zu; so zeiget Paulus 1 Cor. 11 an, daß die ganze Versammlung der Corinther Kirche beide Gestalten gebraucht hat, und dieser Brauch ist lange Zeit in der Kirche blieben; wie man durch die Historien und der VäterSchriften beweisen kann. Cyprianus gedenfet an vielen Derhalben hat sich nicht gebühret, derjenigen Gewissen, so das heilige Sa crament nach Christi Einsehung zu gebrauchen begehret haben, zu beschweren und zwingen, wider unsers Herrn Christi Drdnung zu handeln, und dieweil die Theilung des Sacraments der Einsetzung Christi entgegen ist, wird auch bei uns die gewöhnliche Procession mit dem Sacrament unterlassen. Der 2. Artifel päpstlicher Mißbräuche, vom Ehestand der Priester. Es ist bei jedermann, hohen und niedrigen Standes, eine große mächtige Klage in der Welt gewesen, von großer Unzucht und wildem Wesen und Leben der Priester, so nicht vermochten Keusch 88 Augsburgische Confession. erst vor vierhundert Jahren die Prie ster zum Gelübde der Keuschheit vom Chestande mit Gewalt gedrungen, welche sich dagegen sämmtlich, auch so ganz ernstlich und hart gesetzet haben, daß ein Erzbischof zu Maynz, welcher das päpstliche neue Edict derhalben verkündiget, gar nahe in einer Em pörung der ganzen Priesterschaft, in einem Gedränge, wäre umgebracht, Keuschheit zu haben, und war auch je| Mann. Es sind auch in Deutschland mit solchen greulichen Lastern aufs Höchste kommen. So viel häßliches großes Aergernis, Ehebruch und andere Unzucht zu vermeiden, haben sich etliche Priester bei uns in ehelichen Stand begeben. Dieselben zeigen an diese Ursachen, daß fie dahin gedrungen und bewegt find aus hoher Noth ihrer Gewissen. Nachdem die Schrift klar meldet, der eheliche Stand sey von Gott dem Herrn eingesetzt, Unzucht zu vermeiden, wie Paulus sagt: Die Unzucht zu vermeiden, habe ein jeglicher fein eigen Cheweib. Item, es ist beffer ehelich werden, denn brennen. Und nachdem Christus sagt: Sie faffen nicht alle das Wort: da zeigt Christus an,( welcher wohl gewußt hat, was am Menschen sey,) daß wenig Leute die Gabe, keusch zu leben, haben. Denn Gott hat den Menschen, Männlein und Fräulein, geschaffen, Genef. 1. Ob es nun in menschlicher Macht und Vermögen sey, ohne sonderliche Gabe und Gnade Gottes, durch eigen Vornehmen oder Gelübde, Gottes, der hohen Majestät, Geschöpfe besser zu machen, oder zu ändern, hat die Erfahrung allzu klar gegeben. Denn was gutes, was ehrbares, züchtiges Lebens, was chriftliches, ehrliches oder redliches Wandelns an vielen daraus erfolget, wie greulich schreckliche Unruhe und Qual ihrer Gewissen viel an ihrem letzten Ende derhalben gehabt, ist am Tage, und ihrer viel habens selbst bekennet. So denn Gottes Wort und Gebot durch kein menschlich Gelübde oder Geset mag geändert werden, haben aus diesen und andern Ursachen und Gründen die Priester und andere Geistliche Eheweiber geUnd dasselbige Verbot ist bald im Anfang so geschwind und unschicklich vorgenommen, daß der Papst die Zeit nicht allein die künftige Ehe den Pries stern verboten, sondern auch derjenigen Ehe, so schon in dem Stande lange gewefen, zerriffen: welches doch nicht allein wider alle göttliche, natürliche und weltliche Rechte, sondern auch den Canonibus( fo die Päpste selbst gemacht) und den berühmtesten Con ciliis ganz entgegen und zuwider ist. nommen. So ist es auch aus den Historien und der Våter Schriften zu beweisen, daß in der christlichen Kirche vor Alters der Brauch gewest, daß die Priester und Diaconi Eheweiber gehabt. Darum fagt Paulus, 1 Timoth. 3: Es soll ein Bischof unsträflich seyn, eines Weibes Auch ist bei vielen hohen gottesfürchtigen verständigen Leuten der gleichen Rede und Bedenken oft gee höret, daß solcher gedrungener Cölibat und Beraubung und Beraubung des Ehestandes ( welchen Gott selbst eingesetzt und frei gelaffen) nie kein Gutes, sondern viel großer böser Eafter und viel Arges eingeführt habe. Es hat auch einer von Päpsten, Pius der andere, selbst, wie seine Historie anzeigt, diese Worte oft geredt, und von sich schreiben lassen: Es mögen wohl etliche Ursachen haben, warum den Geistlichen die Ehe verboten sey; es habe aber viel höher, größer und wichtiger Ursachen, warum man ihnen die Ehe foll wieder frei lassen. Uns gezweifelt, es hat Papst Pius, als ein verständiger, weiser Mann, dies Wort aus großem Bedenken geredt. Derhalben wollen wir uns in Unterthänigkeit zu kaiserl. Majeſtät vertrösten, daß ihre Majestät, als ein christlicher hochlöblicher Kaiser, gnä diglich beherzigen werde, daß jegund in den letzten Zeiten und Tagen, von welchen die Schrift meldet, die Welt immer Augsburgische Confession. 89 immer je ärger und die Menschen| Monarchien, wo je Gesetz und Recht gebrechlicher und schwächer werden. gewesen, hoch gelobet. Allein dieser Zeit beginnet man die Leute unschuldig, allein um der Ehe willen, zu martern, und dazu Priester, der man vor andern schonen sollte; und geschieht nicht allein wider göttliche Rechte, sondern auch wider die Canones. Paulus, der Apostel, 1 Tim. 2 nennet die Lehre, so die Ehe verbiete, Teufelslehre. So sagt Christus felbst, Joh. 8: der Teufel sey ein Mörder von Anbeginn; welches denn wohl zusammen stimmet, daß es freilich Teufelslehre seyn müsse, die Che verbieten und sich unterstehen, solche Lehre mit Blutvergießen zu erhalten. Derhalben wohl hochnöthig, nüßzlich und christlich ist, diese fleißige Einsehung zu thun, damit, wo der Chestand verboten, nicht ärger und schändlicher Unzucht und Laster in deutschen Landen möchten einreißen. Denn es wird je diese Sache niemand weislicher oder besser ändern oder machen können, denn Gott selbst, welcher den Ehestand, menschlicher Gebrechlichkeit zu helfen und Unzucht zu wehren, eingesezet hat. So sagen die alten Canones auch, man müffe zu Zeiten die Schärfe und rigorem lindern und nachlassen, um menschlicher, Schwachheit willen, und Aergers zu verhüten und zu meiden. Nun wäre das in diesem Fall auch wohl chriſtlich und ganz hoch von nöthen. Was kann auch der Priester und der Geistlichen Ehestand gemeiner christlichen Kirche nachtheilig seyn, sonderlich der Pfarrer und anderer, die der Kirche dienen sollen? Es würde wohl künftig an Priestern und Pfarrern mangeln, so dies harte Verbot des Ehestandes länger währen sollte. So nun diefes, nemlich, daß die Priester und Geistlichen mögen ehelich werden, gegründet ist auf das göttliche Wort und Gebot, dazu die Historien beweisen, daß die Priester ehelich gewesen, so auch das Gelübde der Keuschheit so viel häßliche, unchriftliche Aergerniß, so viel Ehebruch, schändliche unerhörte Unzucht und greuliche Laster hat angerichtet, daß auch etliche unter Thumherrn, auch Curtisanen zu Rom, solches oft selbst bekennet, und tläglich angezogen, wie solche Lafter in Clero zu greulich und Uebermacht, Gottes Zorn würde erregt werden; so ists je erbärmlich, daß man den christlichen Ehestand nicht allein verboten, sondern an etlichen Orten aufs geschwindeste, wie um groß Uebelthat, zu strafen sich unterstanden hat. So ist auch der Ehestand in königlichen Rechten und in allen Wie aber kein menschlich Gesetz Gottes Gebot kann wegthun oder ändern; also kann auch kein Gelübde Gottes Gebot ändern. Darum gibt auch St. Cyprianus den Rath, daß die Weiber, so die ge= lobte Keuschheit nicht halten wollen, oder nicht vermögen, sollen ehelich werden, und sagt Epistel 11 also: So sie aber Keuschheit nicht halten wollen, oder nicht vermögen, so ists beffer, daß sie ehelich werden, denn daß sie durch ihre Luft ins Feuer fallen, und sollen sich wohl vorsehen, daß sie den Brüdern und Schwestern kein Nergerniß anrichten. Zu dem, so brauchen alle Canones größere Gelindigkeit und Nequität gegen diejenigen, so in der Jugend Gelübde gethan: wie denn Priester und Mönche des mehrern Theils in der Jugend in solchen Stand aus Unwissenheit kommen sind. Der 3. Artikel päpstlicher Mißbräuche, von der Messe. Man legt den Unsern mit Unrecht auf, daß sie die Messe sollen abgethan haben. Denn das ist öffentlich, daß die Meffe, ohne Ruhm zu reden, bet uns mit größerer Andacht und Ernst gehalten wird, denn bei den Widerfachern. So werden auch die Leute mit höchstem Fleiß zum öfternmal unter= 90 Augsburgische Confession. unterrichtet vom heiligen Sacrament, wozu es eingesetzt und wie es zu gebrauchen sey, als nemlich, die erschrok kenen Gewissen damit zu trösten, da durch das Volk zur Communion und Messe gezogen wird. Dabei geschieht auch Unterricht wider andere unrechte Lehrevom Sacrament. So ist auch in den öffentlichen Ceremonien der Messe keine merkliche Aenderung geschehen, denn daß an etlichen Orten deutsche Gesänge,( das Volk damit zu lehren und zu üben,) neben lateinischen Gefang gesungen werden: sintemal alle Ceremonien vornehmlich dazu dienen sollen, daß das Volk daran lerne, was ihm zu wissen von Christo noth iſt. Nachdem aber die Messe auf mancherlei Weise vor dieser Zeit mißbraucht, wie am Tage ist, daß ein Jahrmarkt daraus gemacht, daß man sie kauft und verkauft hat, und das mehrer Theil in allen Kirchen um Geldes willen gehalten worden: ist solcher Mißbrauch zu mehrmalen, auch vor dieser Zeit, von gelehrten und frommen Leuten gestraft worden. Als nun die Prediger bei uns davon geprediget, und die Priester erinnert sind, der schrecklichen Bedrohung, so denn billig einen jeden Christen bewegen soll, daß, wer das Sacrament unwürdiglich gebrauchet, der sey schuldig am Leibe und Blut Christi; darauf sind solche Kaufmessen und Winkelmeffen,( welche bis anher aus Zwang um Geldes und der Präbenden willen gehalten worden,) in unsern Kirchen gefallen. Dabei ist auch der greuliche Irrthum gestraft, daß man gelehret hat, unser Herr Christus habe durch seinen Tod allein für die Erbsünde genug ge= than, und die Messe eingesetzt zu einem Opfer für die andern Sünden, und also die Messe zu einem Opfer gemacht für die Lebendigen und Todten, dadurch Sünden wegzunehmen, und Gott zu versöhnen. Daraus ist weiter gefolget, daß man disputiret hat, ob eine Messe für, viele gehalten also viel verdiene, als so man für einen jegs lichen eine sonderliche hielt. Daher ist die große unzählige Menge der Messen kommen, daß man mit dieſem Werk hat bei Gott wollen alles er langen, das man bedurft hat, und ist darneben des Glaubens an Christum und rechten Gottesdienste vergessen worden. Darum ist davon Unterricht ge schehen, wie ohne Zweifel die Noth ge fordert, daß man wüßte, wie das Sacra ment recht zu gebrauchen wäre. Und erstlich, daß kein Opfer für Erbfünde und andere Sünde sey, denn der einzige Tod Christi, zeiget die Schrift an vielen Orten an. Denn also stehet geschrieben zu den Hebräern, daß sich Christus einmal geopfert hat, und dadurch für alle Sünden genug gethan. Es ist eine unerhörte Neuigkeit, in der Kirche lehren, daß Christus Tod sollte allein für die Erbfünde, und sonst nicht auch für andere Sünden genug gethan haben: derhalben zu hoffen, daß männiglich verstehe, daß solcher Irrthum nicht unbillig gestraft sey. Zum Andern, so lehret St. Paulus, daß wir vor Gott Gnade erlangen durch Glauben, und nicht durch Werke. Dawider ist öffentlich dieser Mißbrauch der Messe, so man vermeinet, durch dieses Werk Gnade zu erlangen: wie man denn weiß, daß man die Messe dazu gebraucht, dadurch Sünden abzulegen und Gnade für alle Güter bei Gott zu erlangen, nicht allein Priester für sich, sondern auch für die ganze Welt, und für andere Lebendige und Todte. Zum Dritten, so ist das heilige Sacrament eingesett, nicht damit für die Sünden ein Opfer anzurichten; ( denn das Opfer ist zuvor geschehen,) sondern daß unser Glaube dadurch er wecket und die Gewissen getröstet werden, welche durchs Sacrament erinnert werden, daß ihnen Gnade und Vergebung der Sünden von Christo zugesagt ist. Derhalben fordert dies Sacrament Glauben, und wird ohne Glauben vergeblich gebraucht. Dieweil Augsburgische Confession. Dieweil nun die Messe nicht ein Opfer ist für andere Lebendige oder Todte, ihreSünden wegzunehmen, sondern foll eine Communion seyn, da der Priester und andere das Sacrament empfangen für sich; so wird diese Weise bei uns gehalten, daß man an Feiertagen( auch sonst, so Communicanten da sind,) Messe hält, und etliche, jo das begehren, communiciret. Also bleibt die Messe bei uns in ihrem rechten Brauch, wie sie vor Zeiten in der Kirche gehalten, wie man beweifen mag aus St. Paulo 1 Cor. 11, darzu auch vieler Väter Schriften. Denn Chrysostomus spricht: wie der Priester täglich stehe und fordere etliche zur Communion, etlichen verbiete er hinzuzutreten. Auch zeigen die alten Canones an, daß einer das Amt gehalten hat, und die andern Priester und Diacon communiciret. Denn also lauten die Worte im canone Niceno: Die Diacon sollen nach den Priestern ordentlich das Sacrament empfangen vom Bischof oder Priester. Co man nun keine Neuigkeit hierin, die in der Kirche vor Alters nicht gewesen, vorgenommen hat, und in den * öffentlichen Geremonien der Messen teine merkliche Aenderung geschehen ist, allein, daß die andern unnöthige Messen, etwa durch einen Mißbrauch gehalten, neben der Pfarrmesse gefallen sind; soll billig diese Weise Messe zu halten nicht für kezzerisch und unchristlich verdammt werden. Denn man hat vor Zeiten auch in den großen Kirchen, da viel Volks gewesen, auch auf die Tage, so das Volk zusammen kam, nicht täglich Messe gehalten, wie tripartita historia 1.9. anzeiget, daß man zu Alexandria am Mittwoch und Freitag die Schrift gelesen und ausgelegt habe, sind sonst alle Gottesdienste gehalten, ohne die Messe. 91 wohnheit wird bei uns gehalten, das Sacrament nicht zu reichen denen, so nicht zuvor verhöret und absolviret sind. Dabei wird das Volk fleißig unterrichtet, wie tröstlich das Wort der Absolution sey, wie hoch und theuer die Absolution zu achten: denn es sey nicht des gegenwärtigen Menschen Stimme oder Wort, sondern Gottes Wort, der da die Sünden vergibt, denn sie wird an Gottes Statt und aus Gottes Befehl gesprochen. Von diesem Befehl und Gewalt der Schlüssel, wie tröstlich, wie nöthig sey den erschrockenen Gewissen, wird mit groBem Fleiß gelehret, dazu, wie Gott fordert, dieser Absolution zu glauben, nicht wenige, denn so Gottes Stimme vom Himmel erschalle, und uns dero fröhlich trösten und wissen, daß wir durch solchen Glauben Vergebung der Sünden erlangen. Von diesen nöthigen Stücken haben vor Zeiten die Prediger, so von der Beicht viel lehreten, nicht ein Wörtlein gerühret; sondern allein die Gewissen gemartert mit langer Erzählung der Sünden, mit Genugthun, mit Ablaß, mit Wallfahrten, und dergleichen; und viel unserer Widersacher bekennen selbst, daß dieses Theils von rechter christlicher Buße schicklicher, denn zuvor in langer Zeit, geschrieben und gehandelt sey. Und wird von der Beicht also gelehret, daß man niemand dringen soll, die Sünden namhaft zu erzählen, denn solches ist unmöglich, wie der Psalm spricht: Wer kennet die Miffethat? Und Jeremias spricht: Des Menschen Herz ist so arg, daß man es nicht auslernen kann. Die elende menschliche Natur stecket also tief in Sünden, daß sie dieselben nicht alle sehen oder kennen kann. Und sollten wir allein von denen absolviret werden, die wir erzählen können, wäre uns wenig geholfen. Derhalben ist nicht noth, die Leute zu dringen, die Sünden namhaft zu erzählen. Alfo Der 4. Artifel päpstlicher Mißbräuche, von der Beicht. Die Beicht ist durch die Prediger des Theils nicht abgethan: denn diese Ge Augsburgische Confeffion. 92 Also haben auch die Väter gehalten, wie man findet distinct. 1 de poenitentia, da die Worte Chrysostomi angezogen werden: Ich sage nicht, daß du dich selbst sollst öffentlich dargeben, noch bei einem andern dich selbst verflagen oder schuldig geben; sondern gehorche dem Propheten, welcher spricht: Offenbare dem Herrn deine Wege, P₁.37. Derhalben beichte Gott dem Herrn, dem wahrhaftigen Richter, neben deinem Gebet, nicht fage deine Sünden mit der Zunge, sondern in deinem Gewissen. Hier siehet man Klar, daß Chrysostomus nicht zwinget, die Sünden namhaftig zu erzählen. So lehret auch die glossa in decretis de poenitentia, distinct. 4, daß die Beicht nicht durch die Schrift geboten, sondern durch die Kirche eingesett sey. Doch wird durch die Prediger dieses Theils fleißig gelehrt, daß die Beicht von wegen der Absolution, welche das Hauptstück und das Vornehmste da-| geistlich, christlich leben. rin ist, zu Trost der erschrockenen Gewissen, dazu um etlicher anderer Ursachen willen, zu erhalten sey. Der 5. Artikel päpstlicher Mißbräuche, vom Unterschied der Speise. Vor Zeiten hat man also gelehret, geprediget und geschrieben, daß Unterschied der Speise und dergleichen Tradition, von Menschen eingesetzet, dazu dienen, daß man dadurch Gnade verdiene und für die Sünde genug thue. Nus diesem Grund hat man täglich neue Fasten, neue Ceremonien, neue Orden und dergleichen erdichtet, und auf solches heftig und hart ge= trieben, als seyen solche Dinge nöthige Gottesdienste, dadurch man Gnade verdiene, so mans halte, und große Sünde geschehe, so mans nicht halte. Daraus sind viel schädlicher Irrthum in der Kirche erfolget. Erstlich ist dadurch die Gnade Christi und die Lehre vom Glauben verdunkelt, welche uns das Evangelium mit großem Ernst vorhält, und treibet hart darauf, daß man das Verdienst Christi hoch und theuer achte, und wisse, daß Glauben an Chriftum hoch und weit über alle Werke zu sehen sey. Derhalben hat St. Paulus heftig wider das Gesetz Mofis und menschliche Traditiones gefochten, daß wir lernen sollen, daß wir vor Gott nicht fromm werden aus unsern Werken, sondern allein durch den Glauben an Christum, daß wir Gnade erlangen um Chriftus willen. Solche Lehre ist schier ganz verloschen, dadurch, daß man gelehret, Gnade zu verdienen mit Gefeßen, Fasten, Unterschied der Speise, Kleidern 2. Zum Andern haben auch solche Traditiones Gottes Gebot verdunkelt: denn man setzet diese Traditiones weit über Gottes Gebot. Dies hielt man allein für christlich leben, wer die Feier also hielt, also betet, also faſtet, also gekleidet war, das nennet man Daneben hielt man andere nöthige gute Werke für ein weltlich ungeistlich Wesen, nemlich diese, so jeder nach seinem Beruf schuldig zu thun ist, als, daß der Hausvater arbeitet, Weib und Kind zu ernähren, und zur Gottesfurcht aufzuziehen, die Hausmutter Kinder gebleret und wartet ihrer, ein Fürst und Obrigkeit Land und Leute regieret c. Solche Werke, von Gott geboten, mußten ein weltlich und unvollkommen Wesen seyn: aber die Traditiones mußten den Namen haben, daß sie allein heilige volltommene Werke hießzen. Derhalben war kein Maas noch Ende, solche Traditiones zu machen. Zum Dritten, solche Traditiones sind zu hoher Beschwerung der Gewissen gerathen. Denn es war nicht möglich, alle Traditiones zu halten: und waren doch die Leute in der Meinung, als wäre folches ein nöthiger Gottesdienst. Und schreibt Gerfon, daß viele hiermit in Verzweiflung gefallen, etliche haben sich auch selbst umgebracht, derhalben, daß sie keinen Trost von der Gnade Christi Augsburgische Confession. 93 Dienst nennet, muß er nicht nöthig seyn. Und bald hernach: Was zum Munde eingehet, verunreiniget den Menschen nicht. Item Paulus spricht Röm. 14: Das Himmelreich stehet nicht in Speise oder Trank. Coloff. 2: Niemand soll euch richten in Speiſe, Trank, Sabbath 2c. Apoft.- Gesch. 15 spricht Petrus: Warum versucht ihr Gott mit Auflegung des Jochs auf der Jünger Hälse, welches weder unsere Väter noch wir haben mögen tragen? Sondern wir glauben durch die Gnade unsers Herrn Jesu Christi selig zu werden. Da verbeut Petrus, daß man die Gewissen nicht beschweren foll mit mehr äußerlichen Geremonien, es sey Most oder andern. Und 1 Timoth. 4 werden solche Verbote, als Speise verbieten, Ehe verbieten 2c., Teufelslehre genennet. Denn dies ist stracks dem Evangelio entgegen, solche Werke einsetzen oder thun, daß man damit Vergebung der Sünden verdiene, oder als möge niemands Christen seyn, ohne solche Dienste. Daß man aber den Unsern dieSchuld gibt, als verbieten sie Gasteiung und Zucht, wie Jovinianus, wird sich viel anders in ihren Schriften befinden. Denn sie haben allezeit gelehret vom heiligen Kreuz, das Christen zu leiden schuldig sind, und dieses ist rechte ernstliche und nicht erdichtete Gasteiung. Daneben wird auch gelehret, daß ein jeglicher schuldig ist, sich mit leiblicher Uebung, als Fasten und anderer Uebung, also zu halten, daß er nicht Ursach zu Sünden gebe, nicht daß er mit solchen Werken Gnade verdiene. Diese leibliche Uebung foll nicht allein etliche bestimmte Tage, sondern stets getrieben werden. Christi gehöret haben. Denn man fiehet bei den Summisten und Theologen, wie die Gewissen verwirret, welche sich unterstanden haben, die Traditiones zusammen zu ziehen, und énie inelas gesucht, daß sie den Gewissen hülfen, und haben so viel damit zu thun gehabt, daß dieweil alle heil fame christliche Lehre von nöthigern Sachen, als vom Glauben, vom Trost in hohen Anfechtungen und dergleichen, darnieder gelegen ist. Darüber haben auch viele fromme Leute vor dieser Zeit sehr geklaget, daß solche Traditiones viel Zants in der Kirche anrichten, und daß fromme Leute, damit verhindert, zur rechten Erkenntniß Christi nicht kommen möchten. Gerson und etliche mehr haben heftig darüber geklaget. Ja es hat auch Augustino mißfallen, daß man die Gewiffen mit so viel Traditionen beschweret. Derhalben er dabei Unterricht gibt, daß mans nicht für nöthige Dinge halten soll. Darum haben die Unsern nichts aus Frevel oder Verachtung geistlicher Gewalt von diesen Sachen gelehret, sondern es hat die hohe Noth gefordert, Unterricht zu thun von obangezeigten Irrthümern, welche aus Mißverstand der Tradition gewachsen seyn. Denn das Evangelium zwinget, daß man die Lehre vom Glauben folle und müsse in Kirchen treiben, welche doch nicht mag werden, so man vermeinet, durch eigene erwählte Werke Gnade zu verdienen. Und ist also davon gelehret, daß man durch Haltung gedachter menschlicher Tradition nicht kann Gnade verdienen, oder Gott versöhnen, oder für die Sünde genug thun, und soll derhalben kein nöthiger Gottesdienst daraus gemacht werden. verstanden Dazu wir Ursach aus der heiligen Schrift angezogen. Christus, Matth. 15, entschuldiget die Apostel, da sie gewöhnliche Traditiones nicht gehalten haben, und spricht dabei: Sie ehren mich vergebens mit Menschengeboten. So er nun dieses einen vergeblichen Davon redete Christus: Hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Völlerei. Item: Die Teufel werden nicht ausgeworfen, denn durch Fasten und Gebet. Und Paulus spricht: Er casteie feinen Leib, und bringe ihn zu Gehorsam; damit er anzeiget, daß Casteiung dienen Augsburgische Confession. 94 dienen soll, nicht damit Gnade zu verdienen, sondern den Leib geschickt zu halten, daß er nicht verhindere, was einem jeglichen nach seinem Beruf zu schaffen befohlen ist. Und wird also nicht das Fasten verworfen, sondern daß man einen nöthigen Dienst daraus auf bestimmte Tage und Speise, zu Verwirrung der Gewissen, gemacht hat. Auch werden dies Theils viel Ceremonien und Traditiones gehalten, als Ordnungder Messe und andreGesänge, Feste 2c., welche dazu dienen, daß in der Kirche Ordnung gehalten werde. Daneben aber wird das Volk unterrichtet, daß solcher äußerlicher Gottesdienst nicht fromm mache vor Gott, und daß man sie ohne Beschwerung des Gewissens halten soll, also daß, so man es nachlässet ohne Aergerniß, nicht daran gesündiget wird. Die Freiheit in äußerlichen Ceremonien haben auch die alten Väter ge= halten: denn im Orient hat man das Opferfest auf andere Zeit denn zu Rom gehalten. Und da etliche diese Ungleichheit für eine Trennung der Kirche halten wollten, wurden sie vermahnet von andern, daß nicht noth ist, in solchen Gewohnheiten Gleichheit zu halten. Und spricht Frenäus also: Ungleichheit im Fasten trennet nicht die Einigfeit des Glaubens. Wie auch distinct. 12 von solcher Ungleichheit in menschlichen Ordnungen geschrieben, daß sie der Einigkeit der Christenheit nicht zuwider sey. Und tripart. hist. lib. 9 zeigt zusammen viel ungleicher Kirchengewohnheiten und setzet einen nüßlichen und christlichen Spruch: Der Apostel Meinung ist nicht ge= wesen, Feiertage einzuseßen, sondern Glauben und Liebe zu lehren. Der 6. Artikel päpstlicher Mißbräuche, von Klostergeliibden." Von Klostergelübden zu reden, ist nöthig, erstlich zu bedenken, wie es bis anher damit gehalten, welch Wesen fie in den Klöstern gehabt, und daß sehr viel darin täglich nicht allein wider Gottes Wort, sondern auch päpstlicher Rechten zu entgegen gehandelt iſt. Denn zu St. Augustini Zeiten sind Klösterstände frei gewesen; folgend, da die rechte Zucht und Lehre zerrüttet, bat man Klostergelübde erdacht, und damit eben, als mit einem erdachten Gefängniß, die Zucht wieder aufrichten wollen. Ueber das hat man neben den Klostergelübden viele andere Stücke mehr aufgebracht, und mit solchen Banden und Beschwerden ihrer viel auch vor gebührenden Jahren beladen. So sind auch viele Personen aus Un wissenheit zu solchem Klosterleben kommen, welche, wiewohl sie sonst nicht zu jung gewesen, haben doch ihr Vermögen nicht genugsam ermessen und verstanden; dieselben alle, also verstrickt und verwickelt, sind gezwungen und gedrungen, in solchen Banden zu bleiben, ungeachtet deß, daß auch päpstisch Recht ihrer viele frei gibt. Und das ist beschwerlicher gewesen in Jungfrauenklöstern, denn Mönchklöstern, so sich doch geziemet hätte, der Weibs bilder als der Schwachen zu verschonen. Diese Strenge und Härtigkeit hat auch vielen frommen Leuten in Vorzeiten mißfallen. Denn sie haben wohl gesehen, daß beide, Knaben und Mägdlein, um Erhaltung willen des Leibes in die Klöster sind versteckt worden; sie haben auch wohl gesehen, wie übel dasselbe Vornehmen gerathen ist, was Aergerniß und Beschwerung der Gewissen es gebracht, und haben viel Leute geklagt, daß man in solcher gefährlichen Sache die Canones sogar nicht geachtet. Zudem, so hat man eine solche Meinung von den Klostergelübden, die unverborgen, die auch viel Mönchen übel gefallen, die wenig einen Verstand gehabt. Denn sie gaben vor, daß Klostergelübde der Taufe gleich wären, und daß man mit dem Klosterleben Vergebung der Sünden, Rechtfertigung vor Gott verdienet; ja fie feßen noch wep Augsburgische Confeffion. 95 noch mehr dazu, daß man mit dem| licher sein eigen Weib, und eine jegliche Klosterleben verdient nicht allein Gerechtigkeit und Frömmigkeit, sondern auch, daß man damit hielt die Gebote und Rechte, im Evangelio verfasset und wurden also die Klostergelübde höher gepreiset, denn die Taufe: item, daß man mehr verdienet mit dem Klosterleben, denn mit allen andern Ständen, so von Gott geordnet sind, als Pfarrer- und Predigerstand, Obrigkeit, Fürsten und Herrenstand, und dergleichen, die alle nach Gottes Gebot, Wort und Befehl in ihrem Beruf ohne erdichtete Geiftlichkeit dienen: wie denn dieser Stück feines verneinet werden mag, denn man findets in ihren eigenen Büchern. Ueber das, wer also gefangen und ins Kloster kommet, lernet wenig von Christo. habe ihren eignen Mann. Darzu dringet, zwinget und treibet nicht allein Gottes Gebot, sondern auch Gottes Geschöpf und Ordnung alle die zum Ehestand, die ohne sonder Gottes Werk mit der Gabe der Jungfrauschaft nicht begnadet sind, laut dieses Spruchs Gottes selbst, 1. B. Mof. 2: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sey, wir wollen ihm eine Gehülfin machen, die um ihn sey. Was mag man nun dawider aufbringen? Man rühme das Gelübde und Pflicht, wie hoch man wolle, man muße es auf, als hoch man kann, so mag man dennoch nicht erzwingen, daß Gottes Gebot dadurch aufgehoben werde. Die Doctores sagen, daß die Gelübde auch wider des Papsts Recht unbündig sind: wie viel weniger sollen fie denn binden, Statt und Kraft haben wider Gottes Gebot? Etwa hat man Schulen der heiligen Schrift und anderer Künste, so der christlichen Kirche dienlich sind, in den Klöstern gehalten, daß man aus den Klöstern Pfarrer und Bischöfe ge= nommen hat; jetzt aber hat es viel eine andere Gestalt. Denn vor Zeiten kamen fie der Meinung zusammen im Klosterleben, daß man die Schrift lernet. Jetzt geben sie vor, das Klosterleben sey ein solch Wesen, daß man Gottes Gnade und Frömmigkeit vor Gott damit verdiene, ja es sey ein Stand der Vollkommenheit, und setzens den andern Ständen, so von Gott eingesetzet, weit vor. Das alles wird darum angezogen, ohne alle Verunglimpfung, damit man je desto baß bernehmen und verstehen möge, was und wie die Unsern predigen und lehren. Erstlich lehren sie bei uns von denen, die zur Ehe greifen, also, daß alle die, so zum ledigen Stand nicht ge schickt sind, Macht, Fug und Recht haben, sich zu verehelichen. Denn die Gelübde vermögen nicht Gottes Ordnung und Gebot aufzuheben. Nun lautet Gottes Gebot alfo, 1 Cor. 7: Um der Hurerei willen habe ein jegWo die Pflicht der Gelübde keine andere Ursache hätte, daß sie möchten aufgehoben werden, so hätten die Päpste auch nicht dawider dispensiret oder erlaubet; denn es gebühret keinem Menschen, die Pflicht, so aus göttlichen Rechten herwächst, zu zerreißen. Darum haben die Päbste wohl bedacht, daß in dieser Pflicht eine Nequität soll gebraucht werden, und haben zum öfternmal dispenfiret, als mit einem König von Arragon und vielen andern. So man nun zu Erhaltung zeitlicher Dinge dispensiret hat, so viel billiger muß dispensiret werden um Nothdurft willen der Seelen. Folgends, warum treibet der Gegentheil so hart, daß man die Gelübde halten muß, und siehet nicht zuvor an, ob das Gelübde seine Art habe? Denn das Gelübde soll in möglichen Sachen willig und ungezwungen seyn. Wie aber die ewige Keuschheit in des Menschen Gewalt und Vermögen stehet, weiß man wohl; auch sind wenig beide, Mannsund Weibspersonen, die von ihnen selbst, willig und wohlbedacht, das Kloster Augsburgische Confession. Klostergelübde gethan haben. Ehe fie| entgegen, wie denn Christus felbst zum rechten Verstand kommen, so sagt, Matth. 15: So dienen wir verüberredet man sie zum Klostergelübde; gebens mit Menschen- Geboten. So zuweilen werden sie auch dazu ge- lehret auch St. Paulus überall, daß zwungen und gedrungen. Darum ist man Gerechtigkeit nicht soll suchen aus es je nicht billig, daß man so ge- unsern Geboten und Gottesdiensten, so schwind und hart von der Gelübden- von Menschen erdichtet sind; sondern pflicht disputire, angesehen, daß sie daß Gerechtigkeit und Frömmigkeit alle bekennen, daß solches wider die vor Gott kömmt aus dem Glauben und Natur und Art des Gelübdes ist, Vertrauen, daß uns Gott um seines daß es nicht williglich und mit gutem eigenen Sohnes Christus willen zu Rath und Bedacht gelobet wird. Gnaden annimmt. Nun ist es je am Tage, daß die Mönche gelehret und ges prediget haben, daß die erdachte Geist lichkeit genug thue für die Sünden, und Gottes Gnade und Gerechtigkeit erlange. Was ist nun dies anders, denn die Herrlichkeit und Preis der Gnade Christi vermindern und die Gerech tigkeit des Glaubens verläugnen? Darum folget aus dem, daß solche gewöhnliche Gelübde unrechte, falsche Gottesdienste gewesen. Derhalben fie auch unbündig; denn ein gottlofes Gelübde, und das wider Gottes Gebot geschehen, ist unbündig und nichtig, wie auch die Canones lehren, daß der Eid nicht soll ein Band der Sünde sein. Etliche Canones und päpstliche Rechte zerreißen die Gelübde, die unter fünfzehn Jahren geschehen sind: denn sie haltens dafür, daß man vor derselben Zeit so viel Verstandes nicht hat, daß man die Ordnung des ganzen Lebens, wie dasselbe anzustellen, beschließen könne. Ein anderer Canon gibt der menschlichen Schwachheit noch mehr Jahre zu; denn er verbeut, das Klosterge lübde unter 18 Jahren zu thun. Daraus hat der meiste Theil Entschuldigung und Ursachen, aus den Klöstern zu gehen; denn sie des mehren Theils in der Kindheit vor diesen Jahren in Klöster kommen sind. Endlich, wenn gleich die Verbrechung des Klostergelübdes möchte getadtelt werden: so könnte aber dennoch nicht daraus erfolgen, daß man derfelben Ehe zerreißen sollte. Denn Augustinus sagt 27 q. 1. cap. Nuptiarum, daß man solche Ehe nicht zerreißen soll. Nun ist je St. Augustin nicht in geringem Ansehen in der christlichen Kirche, obgleich etliche hernach anders gehalten. Wiewohl nun Gottes Gebot von dem Chestande ihrer so viel vom Kloster gelübde frei und ledig gemacht: so wenden doch die Unsern noch mehr Ursachen vor, daß das Klostergelübde nichtig und unbündig sey. Denn aller Gottesdienst, von den Menschen ohne Gottes Gebot und Befehl eingesetzet und erwählet, Gerechtigkeit und Gottes Gnade zu erlangen, sey wider Gott und dem Evangelio und Gottes Befehl 96 St. Paulus sagt zu den Galatern im 5: Thr seyd ab von Christo, die ihr durch das Gesetz gerechtfertiget werden wollet, und habt der Gnade gefehlet. Derhalben auch die, fo durch Gelübde wollen gerechtfertigt werden, sind von Christo ab und fehlen der Gnade Gottes: denn dies felben rauben Christo seine Ehre, der allein gerecht machet, und geben solche Ehre ihren Gelübden und Klosterleben. Man kann auch nicht leugnen, daß die Mönche gelehret und geprediget haben, daß sie durch ihre Gelübde und Klosterwesen und Weise gerecht werden, und Vergebung der Sünden verdienen; ja sie haben wohl noch ungeschicktere Dinge erdichtet und gesagt, daß sie ihre gute Werke den andern mittheilen. Wenn nun einer dies alles wollte unglimpflich treiben und aufmußen, wie Augsburgische Confession. wie viele Stücke könnte er zusammen bringen, deren sich die Mönche jetzt selbst schämen, und nicht wollen ge= than haben. 97 hören, daß man den ledigen Stand ohne alle Maaße lobet, folget, daß es mit beschwertem Gewissen im Chestand ist. Denn daraus, so der gemeine Mann höret, daß die Bettler allein sollen vollkommen seyn, kann er nicht wissen, daß er ohne Sünde Güter haben und handthieren möge. So das Volk höret, es sey nur ein Rath, nicht Rache üben, folget, daß etliche vermeinen, es sey nicht Sünde, außerhalb des Amts Rache zu üben. Etliche meinen, Rache gezieme den Christen gar nicht, auch nicht der Obrigkeit. Man liefet auch der Erempel viel, daß etliche Weib und Kind, auch ihr Regiment verlassen, und sich in Klöster gesteckt haben. Daffelbe, haben sie gesagt, beißt aus der Welt fliehen, und ein solch Leben suchen, das Gott baß gefiele, denn der Andern Leben. Sie haben auch nicht können wissen, daß man Gott dienen soll in den Geboten, die er gegeben hat, und nicht in den Geboten, die von Menschen erdichtet sind. Nun ist je das ein guter und vollkommener Stand des Lebens, welcher Gottes Gebot vor sich hat; das aber ist ein gefährlicher Stand des Lebens, der Gottes Wort nicht vor sich hat. Ueber das Alles haben sich auch die Leute überredet, daß die erdichtete geistliche Ordensstände sind christliche Vollkommenheit. Dies ist ja die Werke rühmen, daß man dadurch gerecht werde. Nun ist es nicht ein gering Aergerniß in der christlichen Kirche, daß man dem Volk einen solchen Gottesdienst vorträgt, den die Menschen ohne Gottes Gebot erdichtet haben, und lehren, daß ein solcher Gottesdienst den Menschen vor Gott fromm und gerecht macht; denn Gerechtigkeit des Glaubens, die man am meisten in der Kirche treiben soll, wird verdunkelt, wenn den Leuten die Augen aufgesperrt werden um dieser seltsamen Engelsgeistlichkeit und falschem Vorgeben der Armuth, Demuth und Keuschheit. Ueber das werden auch die Gebote Gottes und der rechte und wahre Gottesdienst dadurch verdunkelt, wenn die Leute hören, daß allein die Mönche im Stande der Vollkommenheit seyn sollen. Denn die christliche Vollkommenheit ist, daß man Gott von Herzen und mit Ernst fürchtet, und doch auch eine herzliche Zuversicht und Glauben, auch Vertrauen fasset, daß wir um Christus willen einen gnädigen, barmherzigen Gott haben, daß wir mögen und sollen von Gott bitten und begehren, was uns noth ist, und Hülfe von ihm in allen Trübfalen gewißlich, nach eines jeden Beruf und Stand, gewarten; daß wir auch indeß sollen äußerlich mit Fleiß gute Werke thun und unsers Berufs warten. Darin stehet die rechte Vollkommenheit und der rechte Gottesdienst, nicht in Betteln, oder in einer schwarzen oder grauen Kappe x. Aber das gemeine Volk faffet viel schädlicher Meinung aus falschem Lob des Klosterlebens; so sie es Von solchen Sachen ist vonnöthen gewesen, den Leuten guten Bericht zu thun. Es hat auch Gerson in Vorzeiten den Irrthum der Mönche von der Vollkommenheit gestraft, und zeigt an, daß bei seinen Zeiten dieses eine neue Rede gewesen sei, daß das Klosterleben ein Stand der Vollkommenheit seyn soll. So viel gottloser Meinung und Irrthum fleben in den Klosterge lübden, daß fie sollen rechtfertigen und fromm vor Gott machen, daß sie die christliche Vollkommenheit seyn sollen, daß man damit beide, des Evangeliums Räthe und Ge bote, halte, daß sie haben die Uebermaß der Werke, die man Gott nicht schuldig sey. Dieweil denn solches alles falsch, eitel und erdichtet ist; so macht es Augsburgische Confession. 98 auch die Klostergelübde nichtig und unbündig. Der 7. Art. päpstlicher Mißbräuche, von der Bischöfe Gewalt. Von der Bischöfe Gewalt ist vor Zeiten viel und mancherlei geschrieben, und haben etliche unschicklich die Gewalt der Bischöfe und das weltliche Schwerdt unter einander gemenget, und sind aus diesem unordentlichen Gemenge sehr große Kriege, Aufruhr und Empörung erfolget, aus dem, daß die Bischöfe im Schein ihrer Gewalt, die ihnen von Christo gegeben, nicht allein neue Gottesdienste angerichtet haben und mit Vorbehaltung etlicher Fälle und mit gewaltsamen Bann die Gewissen beschweret, sondern auch sich unterwunden, Kaiser und Könige zu seben und zu entsegen, ihres Gefallens. Welchen Frevel auch lange Zeit hievor gelehrte und gottesfürchtige Leute in der Christenheit gestraft haben. Der halben die Unsern zu Trost der Gewissen gezwungen sind worden, die Unterscheid der geistlichen und weltlichen Gewalt, Schwerdts und Regiments, anzuzeigen, und haben gelehret, daß man beide, Regiment und Gewalt, um Gottes Gebots Willen, mit aller Andacht ehren und wohl halten soll, als zwo höchste Gaben Gottes auf Erden. Nun lehren die Unsern also, daß die Gewalt der Schlüssel oder der Bischöfe sey, laut des Evangeliums, eine Gewalt und Befehl Gottes, das Evangelium zu predigen, die Sünden zu vergeben und zu behalten, und die Sacramente zu reichen und zu handeln. Denn Christus hat die Apostel mit dem Befehl ausgesandt: Gleichwie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch auch: nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlassen werdet, denen sollen sie erlassen sein; und denen ihr sie vorbehalten werdet, denen sollen sie vorbehalten sein. Dieselbe Gewalt der Schlüffel oder Bischöfe übet und treibet man allein mit der Lehre und Predigt Gottes Worts, und mit Handreichung der Sacramente gegen viele und einzelne Personen, darnach der Beruf ist. Denn damit werden gegeben nicht leibliche, sondern ewige Dinge und Güter, als nemlich ewige Gerechtigkeit, der heilige Geist und das ewige Leben. Dieſe Güter kann man anders nicht er langen, denn durch das Amt der Predigt und durch die Handreichung der heiligen Sacramente. Denn St. Paulus spricht: Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, selig zu machen alle, die daran glauben. Dieweil nun die Gewalt der Kirche oder Bischöfe ewige Güter gibt und allein durch das Predigtamt geübt und getrieben wird; so hindert sie die Polizei und das weltliche Regiment nichts überall. Denn das weltliche Regiment gehet mit viel anderen Sachen um, denn das Evangelium, welche Gewalt schüßet nicht die Seelen, sondern Leib und Gut wider äußerliche Gewalt mit dem Schwerdt und leiblichen Pönen. Darum soll man die zwei Regiment, das geistliche und weltliche, nicht in einander mengen und werfen. Denn die geistliche Gewalt hat ihren Befehl, das Evangelium zu predigen und die Sacramente zu reichen; soll auch nicht in ein fremd Amt fallen, soll nicht Könige setzen oder entsetzen, soll weltliche Gesetze und Gehorsam der Obrig feit nicht aufheben oder zerrütten, soll weltlicher Gewalt nicht Gefeß machen und stellen, von weltlichen Händeln, wie denn auch Christus selbst gesagt hat: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Item: Wer hat mich zu einemRichter zwischen gefetzt? und St. Paulus zu den Phil. im 3: Unsere Bürgerschaft ist im Himmel. Und in der 2 Cor. 10: Die Waffen unserer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig vor Gott, zu verstören die Anschläge und alle Höhe, die sich erhebt wider die Erkenntniß Gottes. Dieser Gestalt unterscheiden die Unsern Augsburgische Confession. 99 Unsern beide Regiment und Gewalt-| Sachyen, als nemlich Chesachen oder amt, und heißen sie beide, als die höchste Gabe Gottes auf Erden, in Ghren halten. Zehenden, dieselben haben sie aus Kraft menschlicher Rechte. Wo aber die Ordinarien nachläffig in solchem Amte, so sind die Fürsten schuldig, sie thuns auch gern oder ungern, hierin ihren Unterthanen, um Friedens willen, Recht zu sprechen, zu Verhütung Unfrieden und großer Unruhe in Ländern. Weiter disputiret man, ob auch Bischöfe Macht haben, Geremonien in der Kirche aufzurichten, desgleichen Sapungen von Speise, Feiertagen, von unterschiedlichen Orden der KirchenDiener. Wo aber die Bischöfeweltliche Regiment und Schwerdt haben, so haben fie dieselben nicht als Bischöfe aus göttlichen Rechten, sondern aus menschlichen kaiserlichen Rechten, geschenkt von Kaisern und Königen zu weltlicher Verwaltung ihrer Güter, und geht das Amt des Evangeliums gar nichts an. Derhalben ist das bischöfliche Amt nach göttlichen Rechten, das Evangelium predigen, Sünde vergeben, Lehre urtheilen, und die Lehre, so dem Evangelio entgegen, verwerfen, und die Gottlosen, deren gottlos Wefen offenbar ist, aus christlicher Gemeine ausschließen, ohne menschliche Gewalt, sondern allein durch Gottes Wort. Und diesfallssind die Pfarrleute und Kirchen schuldig, den Bischöfen gehorsam zu seyn, laut dieses Spruchs Christi Luc. im 10: Wer euch höret, der höret mich. Wo sie aber etwas dem Evangelio entgegen lehren, setzen oder aufrichten, haben wir Gottes Befehl in solchem Fall, daß wir nicht sollen gehorsam seyn, Matth. im 7: Sehet euch vor, vor den falschen Propheten. Und St. Paulus zu den Gal.1: So auch wir, oder ein Engel vom Himmel euch ein ander Evangelium predigen würde, denn das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht. Und in der 2 Epist. zu den Cor. im 13: Wir haben keine Macht wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit. Item, nach der Macht, welche mir der Herr zu bessern, und nicht zu verderben gegeben hat. Also gebeut auch das geistliche Recht, 2 q. in cap. Sacerdotes und in cap.Oves. Und St. Augustinus schreibet in der Epistel wider Petilianum: Man soll auch den Bischöfen, so ordentlich ge= wählet, nicht folgen, wo sie irren, oder etwas wider die heilige göttliche Schrift lehren oder ordnen. Daß aber die BischöfesonstGewalt und Gerichtszwang haben in etlichen Denn die den Bischöfen diese Gewalt geben, ziehen diesen Spruch Christi an, Joh. im 16: Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnets jetzt nicht tragen; wenn aber der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit führen. Darzu führen sie auch das Erempel Apost.- Gesch. im 15 an, da fie Blut und Ersticktes verboten haben. So zeucht man auch das an, daß der Sabbath in Sonntag verwandelt ist worden wider die zehen Gebote, dafür sie es achten, und wird kein Erempel so hoch getrieben, und angezogen, als die Verwandlung des Sabbaths, und wollen damit erhalten, daß die Gewalt der Kirche groß sey, dieweil sie mit den zehen Geboten dispensiret und etwas daran verändert hat. Aber die Unsern lehren in dieser Frage also, daß die Bischöfe nicht Macht haben, etwas wider das Evangelium zu sehzen und aufzurichten, wie denn oben angezeigt ist, und die geistlichen Rechte durch die ganze neunte Distinction lehren. Nun ist dieses öffentlich wider Gottes Befehl und Wort, der Meinung, Gesetze zu machen, oder zu gebieten, daß man dadurch für die Sünde genug thue und Gnade erlange: denn es wird die Ehre des Verdiensts Christi verlästert, wenn wir uns mit solchenSagungen unterwinden, Gnade zu verdienen. Es ist auch am Tage, 7* daß • Augsburgische Confession. 100 daß um dieser Meinung willen in der Christenheit menschliche Auffaßung unzählig überhand genommen haben, und indeß die Lehre vom Glauben und die Gerechtigkeit des Glaubens gar ist unterdrückt gewefen; man hat täglich neue Feiertage, neue Fasten geboten, neue Ceremonien und neue Ehrerbietung der Heiligen eingesetzt, mit folchen Werken Gnade und alles Gute bei Gott zu verdienen. Jtem, die menschliche Satzung aufrichten, thun auch damit wider Gottes Gebot, dağ fie Sünde setzen in der Speise, in Tagen, und dergleichen Dingen, und beschweren also die Christenheit mit der Knechtschaft des Gesetzes, eben als müßte bei den Christen ein solcherGottesdienst seyn, Gottes Gnade zu verdienen, der gleich wäre dem levitischen Gottesdienst, welchen Gott sollte den Aposteln und Bischöfen befohlen haben aufzurichten, wie denn etliche davon schreiben, stehet auch wohl zu glauben, daß etliche Bischöfe mit dem Erempel des Gesetzes Mosis sind betrogen worden; daher so unzählige Sazungen kommen sind, daß eine Todsünde seyn foll, wenn man an Feiertagen eine Handarbeit thue, auch ohne Nergerniß der Andern; daß eine Todsünde sey, wenn man die Siebenzeit nachläßt; daß etliche Speise das Gewissen verunreinige; daß Fasten ein solch Werk fey, damit man Gott versöhne; daß die Sünde in einem vorbehaltenen Fall werde nicht vergeben, man ersuche denn zuvor den Vorbehalter desfalls, unangesehen, daß die geist lichen Rechte nicht von Vorbehaltung der Schuld, sondern von Vorbehaltung der Kirchenpön reden. Woher haben denn die Bischöfe Recht und Macht, solche Aufsätze der Christenheit aufzulegen, die Gewissen zu verstricken? Denn St. Peter verbietet in den Geschichten der Apostel im 15, das Joch auf der Jünger Hälse zu legen. Und St. Paulus sagt zu den Corinthern, daß ihnen die Gewalt zu bessern, und nicht zu verderben, ge geben sey. Warum mehren sie denn die Sünden mit solchen Aufsätzen? Doch hat man helle Sprüche der göttlichen Schrift, die da verbieten, solche Auf säge aufzurichten, dieGnade Gottes da mit zu verdienen, oder als sollten sie von nöthen zur Seligkeit feyn. So sagt St. Paulus zu den Coloss. 2: So lasset nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank, oder über bestimmten Tagen, nemlich den Feier tagen oder neuen Monden, oder Sabbathen, welches ist der Schatten von dem, das zukünftig war, aber der Körper selbst ist in Christo. Item: So ihr denn gestorben seyd mit Christo von den weltlichen Sagungen, was lasset ihr euch denn fangen mit Satzungen, als wäret ihr lebendig? die da sagen: du sollst das nicht anrühren, du sollst das nicht effen noch trinken, du sollst das nicht anlegen; welches sich doch alles unter Händen verzehret und sind Menschengebot und Lehre, und haben einen Schein der Wahrheit. Jtem St. Paulus zu Tito im 1 verbietet öffentlich, man foll nicht achten auf jüdische Fabeln und Menschengebote, welche die Wahrheit abwenden. So redet auchChristusselbst Matth. im 15 von denen, so die Leute auf Menschengebot treiben: Laßt fie fahren, sie sind der Blinden blinde Leiter; und verwirft solchen Gottesdienst, und fagt: Alle Pflanzen, die mein himm lischer Vater nicht gepflanzet hat, die werden ausgerottet. So nun die Bi schöfe Macht haben, die Kirche mit un zähligen Auffäßen zu beschweren und die Gewissen zu verstricken, warum verbietet denn die göttliche Schrift se oft, die menschlichen Auffäße zu machen und zu hören? warum nennet sie dieselben Teufelslehren? Sollte denn der heilige Geist solches alles vergeblich gewarnet haben? Derhalben, dieweil solche Ordnun gen, als nöthig aufgerichtet, damit Gott zu versöhnen und Gnade zu verdienen, dem Evangelio entgegen sind; fo Augsburgische Confession. so ziemet sich keineswegs den Bischöfen, solche Gottesdienste zu erzwingen. Denn man muß in der Christenheit die Lehre von der christlichen Freiheit behalten, als nemlich, daß die Knechtschaft des Gesetzes nicht nöthig ist zur Rechtfertigung. Wie denn St. Paulus zu den Galat. spricht im 5: So besteht nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und laßt euch nicht wieder in das knechtische Joch verknüpfen. Denn es muß jeder vornehmste Artikel des Evangeliums erhalten werden, daß wir die Gnade Gottes durch den Glauben an Christum, ohne unser Verdienst, erlangen, und nicht durch Dienst, von Menschen eingesetzt, verdienen. Was soll man denn halten vom Sonntag und dergleichen andern Kirchenordnung und Ceremonien? Dazu geben die Unsern die Antwort, daß die Bischöfe und Pfarrer mögen Ordnung machen, damit es ordentlich in der Kirche zugehe, nicht damit Gottes Gnade zu erlangen, auch nicht damit für die Sünde genug zu thun, oder die Gewissen damit zu verbinden, solches für nöthigen Gottesdienst zu halten, und es dafür zu achten, daß fie Sünde thäten, wenn sie ohne Nergerniß dieselben brechen. Also hat St. Paulus den Corinthern verordnet, daß die Weiber in der Verfammlung ihr Haupt sollen decken. Item, daß die Prediger in der Versammlung nicht zugleich alle reden, sondern ordentlich, einer nach dem andern. Solche Ordnung gebühret der christlichen Versammlung, um der Liebe und Friedens willen, zu halten, und den Bischöfen und Pfarrern in diesen Fällen gehorsam zu seyn, und dieselben fofern zu halten, daß einer den andern nicht ärgere, damit in der Kirche keine Unordnung oder wüstes Wesen sey. Doch also, daß die Gewissen nicht beschweret werden, daß mans für solche Dinge halte, die noth seyn sollten zur Seligkeit, und es dafür achte, daß sie 101 Sünde thäten, wenn sie dieselben ohne der andern Nergerniß brechen. Wie denn niemand sagt, daß das Weib Sünde thue, die mit bloßem Haupt ohne Aergerniß der Leute ausgehet. Also ist die Ordnung vom Sonntag, von der Osterfeier, von den Pfingsten, und dergleichen Feier und Weise. Denn die es dafür achten, daß die Ordnung vom Sonntag für den Sabbath als nöthig aufgerichtet sey, die irren sehr. Denn die heilige Schrift hat den Sabbath abgethan, und lehret, daß alle Ceremonien des alten Gefeßes, nach Eröffnung des Evangeliums, mögen nachgelassen werden; und dennoch, weil vonnöthen geweſt ist, einen gewissen Tag zu verordnen, auf daß das Volkwüßte, wenn es zusammen kommen sollte, hat die christliche Kirche den Sonntag dazu verordnet, und zu dieser Veränderung desto mehr Gefallen und Willens gehabt, damit die Leute ein Erempel hätten der christlichen Freiheit, daß man wüßte, daß weder die Haltung des Sabbaths, noch eines andern Tages vonnöthen sey. Es sind viel unrichtige Disputationes von der Verwandlung des Gesetzes, von den Ceremonien des neuen Testaments, von der Veränderung des Sabbaths, welche alle entsprungen sind aus falscher und irriger Meinung, als müßte man in der Christenheit einen solchen Gottesdienst haben, der dem levitischen oder jüdischen Gottesdienst gemäß wäre, und als sollte Christus den Aposteln und Bischöfen befohlen haben, neue Ceremonien zu erdenken, die zur Seligkeit nöthig wären. Dieselben Frrthum haben sich in die Christenheit eingeflochten, da man die Gerechtigkeit des Glaubens nicht lauter und rein gelehret und geprediget hat. Etliche disputiren also vom Sonntag, daß man ihn halten müsse, wiewohl nicht aus göttlichen Rechten, stellen Form und Maaß, wiefern man am Feiertage arbeiten mag. Was sind aber solche Disputationen anders, denn Fallstricke des 102 Augsburgische Confession. Die des Gewiffens Denn wiewohl sie| Bischöfen in der Noth auch zu thun gesich unterstehen, menschliche Aufsätze zu lindern und erpliciren, so kann man doch keine irisineiar oder Linderung treffen, so lange die Meinung steht und bleibet, als sollten sie vonnöthen seyn. Nun muß dieselbige Meinung bleiben, wenn man nichts weiß von der Gerechtigkeit des Glaubens und von der christlichen Freiheit. Apostel haben geheißen, man soll sich enthalten des Bluts und Erstickten! wer hälts aber jetzo? Aber dennoch thun die keine Sünde, die es nicht halten: denn die Apoftel haben auch selbst die Gewissen nicht wollen beschweren mit solcher Knechtschaft; sondern habens um Aergerniß willen eine Zeit lang verboten. Denn man muß Achtung haben in dieser Sagung auf das Hauptstück chriftlicher Lehre, das durch dieses Decret nicht aufge= hoben wird. bühret: allein bitten sie darum, daß die Bischöfe etliche unbillige Beschwerung nachlassen, die doch vor Zeiten auch in der Kirche nicht gewest, und angenommen seyn wider den Gebrauch der christlichen gemeinen Kirche, welche vielleicht im Anheben etliche Ursachen gehabt, aber sie reimen sich nicht zu unfern Zeiten. So ist es auch unleugbar, daß etliche Saßungen aus Un verstand angenommen sind; darum sollten die Bischöfe der Gütigkeit seyn, diefelben Sabungen zu mildern, fintemal eine solche Aenderung nichts schadet, die Einigkeit der christlichen Kirche zu erhalten. Denn viele Sagungen, von den Menschen aufkommen, sind mit der Zeit selbst gefallen und nicht nöthig zu halten, wie die päpstlichen Rechte selbst zeigen. Kanns aber je nicht seyn, es auch bei ihnen nicht zu erhalten, daß man solche menschliche Satungen mäßige und abthue, welche man ohne Sünde nicht kann halten, fo müssen wir der Apostel Regel folgen, die uns gebeut, wir sollen Gott mehr gehorsam sein, denn den Menschen. St. Peter verbietet den Bischöfen die Herrschaft, als hätten sie Gewalt, die Kirchen, wozu sie wollten, zu zwingen. Jetzt geht man nicht damit um, wie man den Bischöfen ihre Gewalt nehme, sondern man bittet und begehret, sie wollten die Gewissen nicht zu Sünden zwingen. Wenn sie aber solches nicht thun werden, und diese Bitte verachten, so mögen sie gedenken, wie sie werden deshalben Gott Antwort geben müssen; dieweil fie mit solcher ihrer Härtigkeit Ursach geben zu Spaltung und Schisma, das sie doch billig sollten verhüten helfen. Beschluß. Man hält schier keine alte Canones, wie ste lauten. Es fallen auch derfelben Sabung täglich viel weg, auch bei denen, die solche Auffäße allerfleißigst halten. Da kann man den Gewissen nicht rathen noch helfen, wo diese Linderung nicht gehalten wird, daß wir wissen solche Auffäße also zu halten, daß mans nicht dafür halte, daß sie nöthig seyn, daß auch den Gewissen unschädlich sey, obgleich solche Auffäße fallen. Es würden aber die Bischöfe leichtlich den Gehorsam erhalten, wo sie nicht darauf dringen, diejenigen Satzungen zu halten, so doch ohne Sünde nicht mögen gehalten werden. Jego aber thun sie ein Ding, und verbieten beide Gestalt des heiligen Sacraments. Item den Geistlichen den Ehestand, nehmen niemand auf, ehe denn er zuvor einen Eid gethan habe, er wolle diese Lehre, so doch ohne Zweifel dem heiligen Evangelio gemäß ist, nicht predigen. Unsere Kirchen begehren nicht, daß die Bischöfe mit Nachtheil ihrer Ehre und Würde wiederum Friede und Einigkeit machen; wiewohl solches den Dies sind die vornehmsten Artikel, die für streitig geachtet werden. Denn wiewohl man viel mehr mißbräuche und Unrichtigkeit hätte anziehen können, so haben wir doch, die Weitläuf tigkeit und Länge zu verhüten, allein die Augsburgische Confession. dié vornehmsten vermeldet, daraus die andern leichtlich zu ermessen. Denn man in den Vorzeiten sehr geflagt über den Ablaß, über Wallfahrten, über Mißbrauch des Bannes. Es hatten auch die Pfarrer unendlich Gezänk mit den Mönchen von wegen des Beichthörens, des Begräbnisses, der Leichpredigten und unzähliger anderer Stücke mehr. Solches alles haben wir im Besten und um Glimpfs willen übergangen, damit man die vornehmsten Stücke in dieser Sache desto baß vermerken möchte. Dafür soll es auch nicht gehalten werden, daß in dem jemand ichtes zu Haß, wider, oder Unglimpf geredt oder angezogen sey; sondern wir haben allein die Stücke erzählet, die wir für nöthig anzuziehen und zu vermeiden geachtet haben: damit man daraus desto baß zu vernehmen habe, daß bei uns nichts weder mit Lehre, noch mit Ceremonien, angenommen ist, das entweder der heiligen Schrift oder gemeiner christlicher Kirche entgegen wäre. Denn es ist je am Tage Epistel am 1. Sonntage des Advents S. 2 Evangelium 2 2 Epistel am 2. Sonntage des Advents Evangelium 3 3 Epistel am 3. Sonntage des Advents Evangelium 3 Epistel am 4. Sonntage des Advents Evangelium Epistel am heiligen" Christtage Evangelium Epistel am Tage St. Stephani Evangelium Epistel am Tage" St. Johannis des Evangelisten Register. 11 34455 ww Epistel am 2. Sonntage nach der Offenbarung Christi Evangelium 3 5 8777766667 Evangelium Epistel am Sontage nach dem Christtage 6 Evangelium Epistel am Neujahrtage Evangelium 21 Epistel am Sonnt. nach dem neuen Jahr 7 Evangelium Epistel am Tage der Offenbarung Christi 7 Evangelium Epistel am 1. Sonntage nach der" Offenbarung Christi Evangelium 103 und öffentlich, daß wir mit allem Fleiß mit Gottes Hülfe,( ohne Ruhm zu reden,) verhütet haben, damit je feine neue und gottlose Lehre sich in unsern Kirchen einflechte, einreiße und überhand nehme. 88 Die obgemeldeten Artikel haben wir dem Ausschreiben nach übergeben wollen, zu einer Anzeigung unser Bekenntniß und der unsern Lehre. Und ob jemand befunden würde, der daran Mangel hätte, dem ist man ferner Bericht, mit Grund göttlicher heiliger Schrift, zu thun erbötig. E. Kaiserl. Majeſtät unterthänigste Johannes, Herzog zu Sachsen, Churfürst. Georg, Markgraf zu Brandenburg. Ernst, Herzog zu Lüneburg. Philipp, Landgraf zu Hessen. Wolfgang, Fürst zu Anhalt. Die Stadt Nürnberg. Die Stadt Reutlingen. Epistel am 3. Sonntage nach der Offenbarung Christi Evangelium S. 10 10 Epiftel am 4. Sonntage nach der Offen. barung Chrifti Evangelium 10 Epistel am Tage der Reinigung Maria 11 Evangelium 11 Epistel am 5. Sonntage nach der Offenbarung Christi Evangelium Epistel am 6. Sonntage nach der Offenbarung Christi Evangelium Epistel am Sonntage Septuagesima Evangelium Epistel am Sonntage Seragesima Evangelium Epistel am Sonntage Quinquagesima oder Eftomihi Evangelium Epistel am Sonntage Invocavit Evangelinm Epistel am Sonntage Reminiscere Evangelium Epistel am Sountage Oculi Evangelium 9 Epistel am Sonntage Lắtare 9 Evangelium 8888= HDDSSON778 10 11 11 12 12 12 13 13 14 14 15 15 16 16 16 17 17 17 18 Register. 104 Epistel am Sonntage Judica Evangelium Epistel am Sonntage Palmarum Epiftel am Tage der Verkündigung Maria Evangelium Epistel am Gründonnerstage Evangelium Epistel am heiligen Ostertage 21 Evangelium 21 Epistel am Oftermontag 21 Evangelium 22 Epistel am Sonntage Quasimodogeniti 22 Evangelium 23 Epistel am Sonnt." Misericord. Domini 23 Evangelium 23 Epistel am Sonntage Jubilate 24 Evangelium 24 24 Epistel am Sonntage Cantate Evangelium 25 Epistel am Sonnt. Vocem Jucunditatis 25 Evangelium 25 Epistel am Tage der Himmelfahrt Christi 26 Evangelium Epistel am Sonntage Gräudi 26 26 Evangelium 27 27 Epiftel am heiligen Pfingsttage Evangelium 27 Epistel am Pfingstmontage 28 Evangelium 28 Epistel am Feste Trinitatis 28 Evangelium 29 Epistel am 1." Sonntage nach Trinitatis 29 Evangelium 29 Epistel am 2. Sonntage nach Trinitatis 30 Evangelium 30 Epistel am Tage Johannis des Taufers 31 Evangelium 31 Epistel am 3. Sonntage nach Trinitatis Evangelium 32 32 Epistel am Tage Mariä Heimsuchung Evangelium 32 32 Epistel am 4. Sonntage nach Trinitatis 33 Evangelium 33 Epistel am 5. Sonntage nach Trinitatis 33 Evangelium 34 Epistel am 6. Sonntage nach Trinitatis 34 Evangelium 34 Epistel am 7. Sonntage nach Trinitatis 35 Evangelium 35 Epistel am 8. Sonntage nach Trinitatis 35 Evangelium 36 Epistel am 9. Sonntage nach Trinitatis 36 Evangelium 36 Epistel am 10. Sonnt. nach Trinitatis 37 Evangelium 37 Epistel am 11. Sonnt. nach Trinitatis 37 Evangelium 38 38 Epistel am 12. Sonnt. nach Trinitatis 38 Evangelium Epistel am 13. Sonnt, nach Trinitatis 38 Evangelium 39 S. 18 669 19 19 19 19 20 20 Epistel am 14. Sonnt. nach Trinitatis S.39 Evangelium 40 Epistel am 15. Sonnt. nach Trinitatis 40 Evangelium 40 Epistel am 16. Sonnt. nach Trinitatis 41 Evangelium 41 Epistel am 17. Sonnt. nach Trinitatis 41 42 42 Evangelium Epistel am Tage" St. Michaelis Evangelium 42 Epistel am 18." Sonnt. nach Trinitatis 43 Evangelium 43 43 Epistel am 19. Sonnt. nach Trinitatis Evangelium 43 44 Epistel am 20. Sonnt. nach Trinitatis Evangelium 44 Epistel am 21. Sonnt. nach Trinitatis 44 Evangelium 45 45 Epistel am 22. Sonnt. nach Trinitatis Evangelium 45 46 Epistel am 23. Sonut. nach Trinitatis Evangelium Epistel am 24. Sonnt. nach Trinitatis Evangelium Epistel am 25. Sonnt. nach Trinitatis Evangelium Epiftel am 26. Sonnt. nach Trinitatis Evangelium Epistel am 27. Sonnt. nach Trinitatis Evangelium Epistel am Tage Andreå Evangelium Epiftel am Tage Thoma Evangelium Epistel am Tage Pauli Bekehrung Evangelium Epistel am Tage Mätthiä Evangelium Epistel am Tage Philippi und Jacobi Evangelium Epistel am Tage Betri und Pauli Evangelium Epistel am Tage Jacobi Evangelium Epiftel am Tage Bartholomai Evangelium Epistel am Tage Matthäi Evangelium Epistel am Tage Simonis und Juda Evangelium Epistel am Tage der Kirchweihung" Evangelium Historie vom Leiden und Sterben Jefu Chrifti Historie von der Auferstehung Jefu Christi Historie von der Himmelfahrt Chrifti Historie von der Sendung des heiligen Geistes 11 M Historie von der Zerstörung Jerufalems Die Augsburgische Confession 46 46 46 47 47 47 48 48 49 49 50 50 50 50 51 51 52 52 52 53 53 53 54 醒醒 55 5 55 55 68 6 68 73 74 74 80 54 54 56 56 56 Der Pf. 1. 2. 3. Der Psalter. Der Pfalter. Der 1. Pfalm. Lehre von Glückseligkeit der Frommen und Strafe der Gottlosen. Wohl dem, der nicht wandelt im Rath der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzet, da die Spötter fißen; 2. Sondern hat Lust zum Gesetz des Herrn, und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht! 3. Der ist wie ein Baum, gepflanget an den Wasserbächen, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und was er macht, das geräth wohl. 4. Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreuet. 5. Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gericht, noch die Sünder in der Gemeine der Gerechten; 6. Denn der Herr kennet den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergehet. Der 2. Pfalm. Weiffagung von Christo, dem ewigen Könige, seinem Reich, und dessen Feinden. 1. Warum toben die Heiden, und die Leute reden so vergeblich? 2. Die Könige im Lande lehnen sich auf, und die Herren rathschlagen mit einander wider den Herrn, und seinen Gejalbten. 3. Laffet uns zerreißzen ihre Bande, und von uns werfen ihre Seile. 4. Aber der im Himmel wohnet, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer. 5. Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie erschrecken. 6. Aber Ich habe meinen König eingesetzt auf meinen heiligen Berg Zion. 7. Ich will von einer solchen Weise predigen, daß der Herr zu mir gefagt 105 hat: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget. 8. Heische von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben, und der Welt Ende zum Eigenthum. 9. Du sollst sie mit einem eisernen Scepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen. 10. So laßt euch nun weisen, ihr Könige, und laßt euch züchtigen, ihr Richter auf Erden. 11. Dienet dem Herrn mit Furcht, und freuet euch mit Zittern. 12. Küsset den Sohn, daß er nicht zürne, und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald anbrennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen! Der 3. Psalm. Gebet und Trost Davids wider seine Verfolger. 1. Ein Psalm Davids, da er flohe vor seinem Sohne Absalon. 2. Ach! Herr, wie ist meiner Feinde so viel, und setzen sich so viele wider mich. 3. Viele sagen von meiner Seele: Sie hat keine Hülfe bei Gott. Cela. 4. Aber Du, Herr, bist der Schild für mich, und der mich zu Ehren setet, und mein Haupt aufrichtet. 5. Ich rufe an mit meiner Stimme den Herrn, so erhöret er mich von seinem heiligen Berge. Sela. 6. Ich liege und schlafe, und erwache: denn der Herr hält mich. 7. Ich fürchte mich nicht vor viel hundert Tausenden, die sich umher wider mich legen. 8. Auf, Herr, und hilf mir, mein Gott; denn du schlägst alle meine Feinde auf den Backen, und zerschmetterst der Gottlosen Zähne. 9. Bei dem Herrn findet man Hülfe, und deinen Segen über dein Volk. Sela. Der 106 Der Psalter. Der 4. Psalm. Tröstliches Gebet wider der Weltfinder Eitelkeit. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen auf Saitenspielen. 2. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst; sey mir gnädig, und erhöre mein Gebet. 3. Liebe Herren, wie lange foll meine Ehre geschändet werden? wie habt ihr das Eitele so lieb und die Lügen so gerne? Sela. 4. Erkennet doch, daß der Herr feine Heiligen wunderlich führet; der Herr Höret, wenn ich ihn anrufe. 5. Zürnet thr, jo fündiget nicht, redet mit eurem Herzen auf eurem Lager, und harret. Sela. 6. Opfert Gerechtigkeit, und hoffet auf den Herrn. 7. Viele sagen: Wie sollte uns dieser weisen, was gut ist? Aber, Herr, erhebe über uns das Licht deines Antlitzes. 8. Du erfreuest mein Herz, ob jene gleich viel Wein und Korn haben. 9. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden: denn allein Du, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. Der 5. Pfalm. Gebet für die Kirche wider die falschen Lehrer. 1. Ein Pfalm Davids, vorzufingen für das Erbe. 2. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede. 3. Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott; denn ich will vor dir beten. 4. Herr, frühe wollest du meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir schicken, und darauf merken. 5. Denn du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt; wer böſe ist, bleibet nicht vor dir. 6. Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bist feind allen Uebelthätern. 7. Du bringest die Lügner um; der Pf. 4. 5. 6. Herr hat Greuel an den Blutgierigen und Falschen. 8. Ich aber will in dein Haus gehen auf deine große Güte, und anbeten gegen deinen heiligen Tempel in deiner Furcht. 9. Herr, leite mich in deiner Gerechtigkeit, um meiner Feinde willen; richte deinen Weg vor mir her. 10. Denn in ihrem Munde ist nichts Gewiffes, ihr Inwendiges ist Herze leid, ihr Rachen ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen heucheln fie. 11. Schuldige fie, Gott, daß fie fallen von ihrem Vornehmen, stoße sie aus um ihrer großen Uebertretung willen; denn sie sind dir widerspenstig. 12. Laß sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich laß fie rühmen, denn du beschirmest fie; fröhlich laß seyn in dir, die deinen Namen lieben. 13. Denn Du, Herr, segneft die Ge rechten, du kröneft sie mit Gnade, wie mit einem Schilde. Der 6. Psalm. Bußgebet um Gesundheit des Leibes und der Seele. 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen auf acht Saiten. 2. Ach! Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn, und züchtige mich nicht in deinem Grimm. 3. Herr, sey mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, Herr, denn meine Gebeine find erschrocken. 4. Und meine Seele ist sehr ers schrocken; ach, du Herr, wie so lange? 5. Wende dich, Herr, und errette meine Seele, Hilf mir um deiner Güte willen. 6. Denn im Tode gedenket man deiner nicht; wer will dir in der Hölle danken? 7. Ich bin so müde von Seufzen, ich schwemme mein Bette die ganze Nacht, und nebe mit meinen Thränen mein Lager. 8. Meine Gestalt ist verfallen vor Trauren, und ist alt worden; denn ich allenthalben geängstiget werde. 9. Weichet P₁. 7. 8. 9. Weichet von mir, alle Uebelthäter, denn der Herr höret mein Weinen. 10. Der Herr höret mein Flehen, mein Gebet nimmt der Herr an. Der Pfalter. 11. Es müffen alle meine Feinde zu Schanden werden, und sehr erschrecken, sich zurücke kehren, und zu Schanden werden plößlich. Der 7. Pfalm. Gebet um Rettung der gerechten Sache. 1. Die Unschuld Davids, davon er sang dem Herrn, von wegen der Worte des Mohren, des Feminiten. 2. Auf dich, Herr, traue ich, mein Gott. Hilf mir von allen meinen Verfolgern, und errette mich; 3. Daß sie nicht, wie Löwen, meine Seele erhaschen, und zerreißen, weil kein Grretter da ist. 4. Herr, mein Gott, habe ich solches gethan, und ist Unrecht in meinen Händen; 5. Habe ich Böses vergolten denen, so friedlich mit mir lebten, oder die, so mir ohne Ursach feind waren, beschädiget: 6. So verfolge mein Feind meine Seele, und ergreife fie, und trete mein Leben zu Boden, und lege meine Ehre in den Staub. Sela. 7. Stehe auf, Herr, in deinem Zorn, erhebe dich über den Grimm meiner Feinde, und hilf mir wieder in das Amt, das du mir befohlen haft; 8. Daß sich die Leute wieder zu dir sammeln, und um derselben willen tomme wieder empor. 9. Der Herr ist Richter über die Leute. Richte mich, Herr, nach meiner Gerechtigkeit und Frömmigkeit. 10. Laß der Gottlosen Bosheit ein Ende werden, und fördere die Gerechten; denn du, gerechter Gott, prüfest Herzen und Nieren. 11. Mein Schild ist bei Gott, der den frommen Herzen hilft. 12. Gott ist ein rechter Richter, und ein Gott, der täglich drohet. 13. Will man sich nicht bekehren, 107 so hat er sein Schwerdt geweßet, und seinen Bogen gespannet, und zielet. 14. Und hat darauf geleget tödtliche Geschoß; feine Pfeile hat er zugerichtet zu verderben. 15. Siehe, der hat Böses im Sinn, mit Unglück ist er schwanger, er wird aber einen Fehl gebären. 16. Er hat eine Grube gegraben und ausgeführet, und ist in die Grube gefallen, die er gemacht hat. 17. Sein Unglück wird auf seinen Kopf kommen, und sein Frevel auf seinen Scheitel fallen. 18. Ich danke dem Herrn um feiner Gerechtigkeit willen, und will loben den Namen des Herrn, des Allerhöchsten. Der 8. Pfalm. Weisfagung von Christo und seinem Reich, Leiden und Herrlichkeit. 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen auf der Githith. 2. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, da man dir danket im Himmel! 3. Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet, um deiner Feinde willen, daß du vertilgest den Feind und den Rachgierigen. 4. Denn ich werde sehen die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitest. 5. Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkest, und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmſt? 6. Du wirst ihn lassen eine kleine Zeit von Gott verlassen seyn, aber mit Ehre und Schmuck wirst du ihn krönen. 7. Du wirst ihn zum Herrn machen über deiner Hände Werk; alles hast du unter seine Füße gethan: 8. Schafe und Ochsen allzumal, dazu auch die wilden Thiere; 9. Die Vögel unter dem Himmel, und die Fische im Meere, und was im Meer gehet. 10. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen! Der 108 Der Psalter. Der 9. Pfalm. Danklied für erhaltenen Sieg wider die Feinde. 1. Ein Psalm Davids, von der schönen Jugend vorzufingen. 2. Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen, und erzähle alle deine Wunder. 3. Ich freue mich, und bin fröhlich in dir, und lobe deinen Namen, du Allerhöchster, 4. Daß du meine Feinde hinter sich getrieben hast; sie sind gefallen und umgekommen vor dir. 5. Denn du führeft mein Recht und Sache aus; du sitzest auf dem Stuhl, ein rechter Richter. 6. Du schiltst die Heiden, und bringest die Gottlosen um; ihren Namen vertilgest du immer und ewiglich. 7. Die Schwerdter des Feindes haben ein Ende, die Städte haft du umgekehret, ihr Gedächtniß ist umgekommen sammt ihnen. 8. Der Herr aber bleibet ewiglich, er hat seinen Stuhl bereitet zum Gericht. 9. Und er wird den Erdboden recht richten, und die Leute regieren rechtschaffen. 10. Und der Herr ist des Armen Schuß, ein Schutz in der Noth. 11. Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen; denn du verläsfest nicht, die dich, Herr, suchen. 12. Zobet den Herrn, der zu Zion wohnet, verkündiget unter den Leuten sein Thun. 13. Denn er gedenket, und fraget nach ihrem Blut; er vergißt nicht des Schreiens der Armen. 14. Herr, sey mir gnädig, siehe an mein Elend unter den Feinden, der du mich erhebest aus den Thoren des Todes; 15. Auf daß ich erzähle allen deinen Preis in den Choren der Tochter Zion, daß ich fröhlich sey über deiner Hülfe. 16. Die Heiden sind versunken in der Grube, die sie zugerichtet hatten; Pf. 9. 10. ihr Fuß ist gefangen im Nep, das sie gestellet hatten. 17. So erkennet man, daß der Herr Recht schaffet; der Gottlofe ist verstrickt in dem Werk seiner Hände durch das Wort. Sela. 18. Ach! daß die Gottlosen müßten zur Hölle gekehret werden, alle Heiden, die Gottes vergessen. 19. Denn er wird des Armen nicht so ganz vergessen, und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren seyn ewiglich. 20. Herr, stehe auf, daß Menschen nicht Ueberhand kriegen; laß alle Heiden vor dir gerichtet werden. 21. Gib ihnen, Herr, einen Meister, daß die Heiden erkennen, daß fie Menschen sind. Sela. Der 10. Pfalm. Gebet wider die Feinde der Kirche. 1. Herr, warum trittst du so ferne? Verbirgst dich zur Zeit der Noth? 2. Weil der Gottlose Uebermuth treibet, muß der Elende leiden, fie hängen sich an einander, und erdenken böse Tücke. 3. Denn der Gottlose rühmet sich seines Muthwillens, und der Geizige fegnet sich, und lästert den Herrn. 4. DerGottlose ist softolz undzornig, daß er nach Niemand fragt; in allen seinen Tücken hält er Gott für nichts. 5. Er fähret fort mit seinem Thun immerdar; deine Gerichte find ferne von ihm; er handelt trotig mit allen feinen Feinden. 6. Er spricht in seinem Herzen: Ich werde nimmermehr darnieder liegen; es wird für und für keine Noth haben. 7. Sein Mund ist voll Fluchens, Falsches und Trugs; seine Zunge richtet Mühe und Arbeit an. 8. Er fizet und lauret in den Höfen, er erwürgt die Unschuldigen heimlich, seine Augen halten auf die Armen. 9. Er lauret im Verborgenen, wie ein Löwe in der Höhle, er lauret, daß er den Elenden erhasche, und erhaschet ihn, wenn er ihn in sein Neb zeucht. 10. Gr Pf. 11. 12. 13. 10. Er zerschlägt und drückt nie. der, und stößt zu Boden den Armen mit Gewalt. Der Psalter. 11. Er spricht in seinem Herzen: Gott hat es vergessen, er hat sein Antlitz verborgen, er wird es nimmermehr sehen. 12. Stehe auf, Herr Gott, erhebe deine Hand; vergiß der Elenden nicht. 13. Warum soll der Gottlose Gott lästern und in seinem Herzen sprechen: Du fragst nicht darnach? 14. Du siehest ja, denn du schauest das Elend und Jammer, es stehet in deinen Händen; die Armen befehlen es dir, du bist der Waisen Helfer. 15. Zerbrich den Arm des Gottlosen, und suche das Böse; so wird man sein gottloses Wesen nimmer finden. 16. Der Herr ist König immer und ewiglich, die Heiden müssen aus seinem Lande umkommen. 17. Das Verlangen der Elenden hörest du, Herr; ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket; 18. Daß du Recht schaffest dem Waisen und Armen, daß der Mensch nicht mehr troße auf Erden. Der 11. Psalm. Trost wider die Feinde stehet im rechten Vertrauen auf Gott. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen. Ich traue auf den Herrn; wie sagt ihr denn zu meiner Seele, sie soll fliegen wie ein Vogel auf eure Berge? 2. Denn siehe, die Gottlosen spannen den Bogen, und legen ihre Pfeile auf die Sehnen, damit heimlich zu schießen die Frommen. 3. Denn sie reißen den Grund um; was sollte der Gerechte ausrichten? 4. Der Herr ist in seinem heiligen Tempel, des Herrn Stuhl ist im Him mel, feine Augen sehen darauf, seine Augenlieder prüfen die Menschenkinder. 5. Der Herr prüfet den Gerech ten, seine Seele basset den Gottlosen, und die gerne freveln. 6. Er wird regnen lassen über die Gottlosen Bliß, Feuer und Schwefel, 109 und wird ihnen ein Wetter zum Lohne geben. 7. Der Herr ist gerecht, und hat Gerechtigkeit lieb, darum, daß ihre Angesichter schauen auf das da recht ist. Der 12. Pfalm. Gebet um Erhaltung des kleinen Häufleins durch Gottes Wort. 1. Ein Pfalm Davids, vorzufingen auf acht Saiten. 2. Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen, und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern. 3. Einer redet mit dem andern unnüße Dinge und heucheln, und lehren aus uneinigem Herzen. 4. Der Herr wolle ausrotten alle Heuchelei und die Zunge, die da stolz redet; 5. Die da sagen: Unsere Zunge soll Ueberhand haben, uns gebühret zu reden; wer ist unser Herr? 6. Weil denn die Elenden zerstöret werden, und die Armen seufzen, will ich auf, spricht der Herr, ich will eine Hülfe schaffen, daß man getroft lehren soll. 7. Die Rede des Herrn ist lauter, wie durchläutert Silber im irdenen Tiegel, bewähret siebenmal. 8. Du, Herr, wolleft sie bewahren, schlecht ewiglich. und uns behüten vor diesem Ge9. Denn es wird allenthalben voll Gottloser, wo folche lose Leute unter den Menschen herrschen. Der 13. Psalm. Gebet in Traurigkeit und Herzensangst. 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen. 2. Herr, wie lange willst du meiner so gar vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir? 3. Wie lange sfoll ich sorgen in meiner Seele, und mich ängsten in meinem Herzen täglich? Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben? 4. Schaue doch, und erhöre mich, Herr, mein Gott, erleuchte meine Augen, daß ich nicht im Tode entschlafe; 5. Daß Der Psalter. 110 5. Daß nicht mein Feind rühme, er sey meiner mächtig geworden, und meine Widersacher sich nicht freuen, daß ich niederliege. 6. Ich hoffe aber darauf, daß du so gnädig bist, mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilfst. Ich will dem Herrn singen, daß er so wohl an mir thut. Der 14. Psalm. Lehre vom Verderben menschlichen Geschlechts, und dessen Hülfe. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen. Die Thoren sprechen in ihren Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts, und sind ein Greuel mit ihrem Wesen; da ist keiner, der Gutes thue. 2. Der Herr schauet vom Himmel auf der Menschen Kinder, daß er sehe, ob jemand klug sey, und nach Gott frage. 3. Aber sie find alle abgewichen, und allesammt untüchtig; da ist keiner, der Gutes thue, auch nicht Einer. 4. Will denn der Uebelthäter keiner das merken, die mein Volk fressen, daß sie sich nähren? Aber den Herrn rufen sie nicht an. 5. Daselbst fürchten sie sich; aber Gott ist bei dem Geschlecht der Gerechten. 6. Ihr schändet des Armen Rath; aber Gott ist seine Zuversicht. 7. Ach, daß die Hülfe aus Zion über Israel käme, und der Herr sein gefangen Volk erlösete! So würde Jacob fröhlich sein, und Israel fich freuen. Der 15. Psalm. Der Gläubigen Thun und lassen. 1. Ein Psalm Davids. Herr, wer wird wohnen in deiner ütte? Wer wird bleiben auf deinem heiligen Berge? 2. Wer ohne Wandel einher gehet, und recht thut, und redet die Wahrheit von Herzen; 3. Wer mit seiner Zunge nicht verleumdet, und seinem Nächsten kein Arges thut, und seinen Nächsten nicht schmähet; 4. Wer die Gottlosen nichts achtet, Pf. 14. 15. 16. 17. sondern ehret die Gottesfürchtigen, wer seinem Nächsten schwöret und hält es; 5. Wer sein Geld nicht auf Wucher gibt, und nimmt nicht Geschenk über den Unschuldigen. Wer das thut, der wird wohl bleiben. Der 16. Pfalm. Weisfagung von Christi Leiden und Auferstehung. 1. Ein goldenes Kleinod Davids. Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf dich. 2. Ich habe gefagt zu dem Herrn: Du bist ja der Herr, ich muß um deinetwillen leiden. 3. Für die Heiligen, so auf Erden find, und für die Herrlichen, an denen habe ich alles mein Gefallen. 4. Aber jene, die einem andern nacheilen, werden großes Herzeleid haben. Ich will ihres Trankopfers mit dem Blut nicht opfern, noch ihren Namen in meinem Munde führen. 5. Der Herr aber ist mein Gut und mein Theil. Du erhältst mein Erbtheil. 6. Das Loos ist mir gefallen aufs Liebliche, mir ist ein schön Erbtheil geworden. 7. Ich lobe den Herrn, der mir gerathen hat; auch züchtigen mich meine Nieren des Nachts. 8. Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; denn er ist mir zur Rechten, darum werde ich wohl bleiben. 9. Darum freuet sich mein Herz, und meine Ehre ist fröhlich, auch mein Fleisch wird sicher liegen. nicht in der Hölle lassen, und nicht 10. Denn du wirst meine Seele zugeben, daß dein Heiliger verwese. 11. Du thust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Rechten ewiglich. Fülle und liebliches Wesen zu deiner Der 17. Psalm. Gebet um gesunde Lehre und heiliges Leben. 1. Ein Gebet Davids. Herr, erhöre die Gerechtigkeit, merke auf mein Geschrei, vernimm mein Ge Der Pfalter. Pf. 17. 18. Gebet, das nicht aus falschem Munde gehet. 2. Sprich du in meiner Sache, und schaue du auf das Recht. 3. Du prüfest mein Herz, und befucheft es des Nachts, und läuterst mich, und findest nichts. Ich habe mir vorgesetzt, daß mein Mund nicht foll übertreten. 4. Ich bewahre mich in dem Wort deiner Lippen vor Menschenwerk, auf dem Wege des Mörders. 5. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. 6. Ich rufe zu dir, daß du, Gott, wollest mich erhören; neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede. 7. Beweise deine wunderliche Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen, wider die, so sich wider deine rechte Hand setzen. 8. Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel, 9. Vor den Gottlosen, die mich ver= stören, vor meinen Feinden, die um und um nach meiner Seele stehen. 10. Ihre Fetten halten zusammen, fle reden mit ihrem Munde stolz. 11. Wo wir gehen, so umgeben sie uns, ihre Augen richten sie dahin, daß sie uns zur Erde stürzen. 12. Gleichwie ein Löwe, der des Raubes begehret; wie ein junger Löwe, der in der Höhle sigzet. 13. Herr, mache dich auf, überwältige ihn, und demüthige ihn; errette meine Seele von den Gottlosen mit deinem Schwerdt. 14. Von den Leuten deiner Hand, Herr, von den Leuten dieser Welt, welche ihr Theil haben in ihrem Leben, welchen du den Bauch füllest mit deinem Schatz, die da Kinder die Fülle haben, und lassen ihr Ulebriges ibren Jungen. 15. Jch aber will schauen dein Antlig in der Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache nach deinem Bilde. 111 Der 18. Psalm. Danklied für Gottes Wohlthaten. 1. Ein Psalm, vorzusingen, Davids, des Herrn Knechts, welcher hat dem Herrn die Worte dieses Lieds geredet, zur Zeit, da ihn der Herr errettet hatte von der Hand seiner Feinde, und von der Hand Sauls. 2. Und sprach: Herzlich lieb habe ich dich, Herr, meine Stärke. 3. Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue; mein Schild und Horn meines Heils, und mein Schuß. 4. Ich will den Herrn loben und anrufen, so werde ich von meinen Feinden erlöset. 5. Denn es umfingen mich des Todes Bande, und die Bäche Belials erschreckten mich. 6. Der Höllen Bande umfingen mich, und des Todes Stricke überwältigten mich. 7. Wenn mir angst ist, so rufe ich den Herrn an, und schreie zu meinem Gott, so erhöret er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Geschrei kommt vor ihn zu seinen Ohren. Die Erde bebete und ward bewegt, und die Grundfeste der Berge regten sich und bebeten, da er zornig war. 9. Dampf ging auf von seiner Nase, und verzehrend Feuer von seinem Munde, daß es davon blißte. 10. Er neigte den Himmel, und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen. 11. Und er fuhr auf dem Cherub, und flog daher, er schwebete auf den Fittigen des Windes. 12. Sein Gezelt um ihn her war finster, und schwarze dicke Wolken, darinnen er verborgen war. 13. Vom Glanz vor ihm trenneten sich die Wolken mit Hagel und Blizzen. 14. Und der Herr donnerte im himmel, und der Höchste ließ seinen Donner aus mit Hagel und Blizzen. 15. Er schoß seine Strahlen, und zer Der Psalter. 112 zerstreute ste, er ließ sehr blißen, und schreckte sie. 16. Da sahe man Wassergüsse, und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt, Herr, von deinem Schelten, von dem Odem und Schnauben deiner Nafe. 17. Er schickte aus von der Höhe, und holte mich, und zog mich aus großen Wassern. 18. Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren. 19. Die mich überwältigten zur Zeit meines Unfalls; und der Herr ward meine Zuversicht. 20. Und er führte mich aus in den Raum, er riß mich heraus, denn er hatte Lust zu mir. 21. Der Herr thut wohl an mir, nach meiner Gerechtigkeit, er vergilt mir nach der Reinigkeit meiner Hände. 22. Denn ich halte die Wege des Herrn, und bin nicht gottlos wider meinen Gott. 23. Denn alle seine Rechte habe ich vor Augen, und seine Gebote werfe ich nicht von mir. 24. Sondern ich bin ohne Wandel vor ihm, und hüte mich vor Sünden. 25. Darum vergilt mir der Herr nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinigkeit meiner Hände vor seinen Augen. 26. Bei den Heiligen bist du heilig, und bei den Frommen bist du fromm. 27. Und bei den Reinen bist du rein, und bei den Verkehrten bist du verkehrt. 28. Denn du hilfft dem elenden Volk, und die hohen Augen niedrigest du. 29. Denn du erleuchtest meine Leuchte: der Herr, mein Gott, macht meine Finsterniß Licht. 30. Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschmeißen, und mit meinem Gott über die Mauer springen. 31. Gottes Wege sind ohne Wandel, die Reden des Herrn sind durchläutert. Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen. Pf. 18. 32. Denn wo ist ein Gott, ohne der Herr? oder ein Hort, ohne unser Gott? 33. Gott rüstet mich mit Kraft, und macht meine Wege ohne Wandel. 34. Er macht meine Füße gleich den Hirschen, und stellet mich auf meine Höhe. 35. Gr lehret meine Hand streiten, und lehret meinen Arm einen ehernen Bogen spannen. 36. Und gibst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stärket mich; und wenn du mich demüthigest, machst du mich groß. 37. Du machst unter mir Raum, zu gehen, daß meine Knöchel nicht gleiten. 38. Ich will meinen Feinden nachjagen, und sie ergreifen, und nicht umkehren, bis ich sie umgebracht habe. 39. Ich will sie zerschmeißen; und sollen mir nicht widerstehen; sie müssen unter meine Füße fallen. 40. Du kannst mich rüsten mit Stärke, zum Streit; du kannst unter mich werfen, die sich wider mich setzen. 41. Du gibst mir meine Feinde in die Flucht, daß ich meine Haffer zerstöre. 42. Sie rufen, aber da ist kein Helfer, zum Herrn, aber er antwortet ihnen nicht. 43. Ich will sie zerstoßen, wie Staub vor dem Winde, ich will sie wegräumen, wie den Koth auf der Gaffe. 44. Du hilfft mir von dem zäntischen Volk, und machst mich ein Haupt unter den Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dienet mir. 45. Es gehorchet mir mit gehor samen Ohren; ja den fremden Kindern hat es wider mich gefehlet. 46. Die fremden Kinder verschmachten, und zappeln in ihren Banden. 47. Der Herr lebt, und gelobet sey mein Hort, und der Gott meines Heils müsse erhoben werden. 48. Der Gott, der mir Rache gibt, und zwinget die Völker unter mich; 49. Der mich errettet von meinen Feinden, und erhöhet mich aus denen, die Pf. 19. 20.21. Der Psalter. 113 die sich wider mich setzen, du hilfft| fehlet? Verzeihe mir die verborgenen mir von den Frevlern. Fehler. 50. Darum will ich dir danken, Herr, unter den Heiden, und deinem Namen lobfingen. 51. Der seinem Könige großes Heil beweiset, und wohlthut seinem Gefalbten, David, und seinem Samen ewiglich. Der 19. Psalm. Lehre von Christo, seinem Wort und rechter Buße. 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen. 2. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Veste verkündigen seiner Hände Werk. 3. Ein Tag sagt es dem andern, und eine Nacht thut es fund der andern. 4. Es ist keine Sprache, noch Rede, da man nicht ihre Stimme höre. 5. Ihre Schnur gehet aus in alle Lande, und ihre Rede an der Welt Ende; er hat der Sonne eine Hütte in denselbigen gemacht. 6. Und dieselbige gehet heraus, wie ein Bräutigam aus seiner Kammer, und freuet sich wie ein Held, zu laufen den Weg. 7. Sie gehet auf an einem Ende des Himmels, und läuft um bis wieder an dasselbe Ende, und bleibt nichts vor ihrer Hiße verborgen. 8. Das Gesetz des Herrn ist ohne Wandel, und erquicket die Seele. Das Zeugniß des Herrn ist gewiß, und machet die Albernen weise. 9. Die Befehle des Herrn sind richtig, und erfreuen das Herz. Die Gebote des Herrn sind lauter, und erleuchten die Augen. 10. Die Furcht des Herrn ist rein, und bleibet ewiglich. Die Rechte des Herrn sind wahrhaftig, allesammt gerecht. 11. Sie sind köstlicher, denn Gold, und viel feines Goldes; sie sind süßer, denn Honig und Honigseim. 12. Auch wird dein Knecht durch sie erinnert, und wer sie hält, der hat großen Lohn. 13. Wer kann merken, wie oft er 14. Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, daß sie nicht über mich herrschen; so werde ich ohne Wandel seyn, und unschuldig bleiben großer Missethat. 15. Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes, und das Gespräch meines Herzens, vor dir, Herr, mein Hort und mein Erlöser. Der 20. Pfalm. Gebet der Unterthanen für ihre Obrigkeit. 1. Ein Psalm Davids, vorzufingen. 2. Der Herr erhöre dich in der Noth, der Name des Gottes Jacobs schüße dich. 3. Er sende dir Hülfe vom Heiligthum, und stärke dich aus Zion. 4. Er gedenke alles deines Speisopfers, und dein Brandopfer müsse fett sein. Sela. 5. Er gebe dir, was dein Herz begehret, und erfülle alle deine Anschläge. 6. Wir rühmen, daß du uns hilfft, und im Namen unsers Gottes werfen wir Panier auf. Der Herr gewähre dir alle deine Bitten. 7. Nun merke ich, daß der Herr seinem Gesalbten hilft, und erhöret ihn in seinem heiligen Himmel; seine rechte Hand hilft gewaltiglich. 8. Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des Herrn, unsers Gottes. 9. Sie sind niedergestürzt, und gefangen; wir aber stehen aufgerichtet. 10. Hilf, Herr; der König erhöre uns, wenn wir rufen. Der 21. Pfalm. Christi Sieg wider die Feinde. 1. Ein Pfalm Davids, vorzufingen. 2. Herr, der König freuet sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deiner Hülfe! 3. Du gibst ihm seines Herzens Wunsch, und weigerst nicht, was sein Mund bittet. Sela. 4. Denn du überschütteft ihn mit 8 gutem Der Pfalter. 114 gutem Segen, du seßest eine goldene Krone auf sein Haupt. 5. Er bittet dich um das Leben; so gibst du ihm langes Leben immer und ewiglich. 6.Er hat große Ehre an deiner Hülfe, du legest Lob und Schmuck auf ihn. 7. Denn du setzest ihn zum Segen ewiglich, du erfreuest ihn mit Freuden deines Antliges. 8. Denn der König hoffet auf den Herrn, und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. 9. Deine Hand wird finden alle deine Feinde, deine Rechte wird finden, die dich haffen. 10. Du wirst sie machen wie einen Feuerofen, wenn du darein sehen wirst; der Herr wird sie verschlingen in feinem Zorn; Feuer wird sie fressen. 11. Ihre Frucht wirst du umbringen vom Erdoden, und ihren Samen von den Menschenkindern. 12. Denn sie gedachten dir Uebels zu thun, und machten Anschläge, die sie nicht konnten ausführen. 13. Denn du wirst sie zur Schulter machen; mit deiner Sehne wirst du gegen ihr Antlitz zielen. 14. Herr, erhebe dich in deiner Kraft; so wollen wir singen und loben deine Macht. Der 22. Pfalm. Weiffagung von Christi Leiden und Herrlichkeit. 1. Ein Pfalm Davids, vorzufingen, von der Hindin, die frühe gejagt wird. 2. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlaffen? Ich heule, aber meine Hülfe ist ferne. 3. Mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du nicht, und des Nachts schweige ich auch nicht. 4. Aber du bist heilig, der du wohneft unter dem Lobe Ifraels. 5. Unsre Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen aus. 6. Zu dir schrieen fie, und wurden errettet; fie hofften auf dich, und wurden nicht zu Schanden. Pſ. 22. 7. Ich aber bin ein Wurm, und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks. 8. Alle, die mich sehen, spotten meiner, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf. 9. Er flage es dem Herrn, der helfe ihm aus, und errette ihn, hat er Lust zu ihm. 10. Denn du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du warest meine Zuversicht, da ich noch an meiner Mutter Brüsten war. 11. Auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe; du bist mein Gott von meiner Mutter Leibe an. 12. Sey nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe, denn es ist hier kein Helfer. 13. Große Farren haben mich umgeben, fette Ochsen haben mich umringt. 14. Ihren Rachen sperren sie auf wider mich, wie ein brüllender und reißender Löwe. 15. Ich bin ausgeschüttet wie Waffer, alle meine Gebeine haben sich zertrennet, mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs. 16. Meine Kräfte find vertrocknet wie ein Scherben, und meine Zunge klebet an meinem Gaumen, und du legest mich in des Todes Staub. 17. Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat sich um mich gemacht; sie haben meine Hände und Füße durchgraben. 18. Ich möchte alle meine Ge beine zählen; sie aber schauen und sehen ihre Lust an mir. 19. Sie theilen meine Kleider unter sich, und werfen das Loos um mein Gewand. 20. Aber Du, Herr, sey nicht ferne, meine Stärke, eile mir zu helfen. 21. Errette meine Seele vom Schwert meine einsame von den Hunden. 22. Hilf mir aus dem Rachen des Löwen, und errette mich von den Einhörnern. 23. Ich will deinen Namen predigen meinen Der Psalter. Pf. 23. 24. 25. meinen Brüdern, ich will dich in der Gemeine rühmen. 24. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; es ehre ihn aller Same Jacobs, und vor ihm scheue sich aller Same Israels. 25. Denn er hat nicht verachtet und verschmähet das Elend des Armen, und sein Antlik vor ihm nicht verborgen, und da er zu ihm schrie, hörte er es. 26. Dich will ich preifen in der großen Gemeine, ich will meine Gelübde bezahlen vor denen, die ihn fürchten. 27. Die Elenden sollen effen, daß sie satt werden, und die nach dem Herrn fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben. 28. Es werde gedacht aller Welt Ende, daß sie sich zum Herrn bekehren, und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden. 29. Denn der Herr hat ein Reich, und er herrschet unter den Heiden. 30. Alle Fetten auf Erden werden effen und anbeten, vor ihm werden Knie beugen alle, die im Staube liegen, und die, so kümmerlich leben. 31. Er wird einen Samen haben, der ihm dienet, vom Herrn wird man verkündigen zu Kindes Kind. 32. Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird, daß er es thut. Der 23. Pfalm. Christus unser guter Hirte. 1. Ein Pfalm Davids. Der Herr ist mein Hirt, mir wird nichts mangeln. 2. Er weidet mich auf einer grünen Aue, und führet mich zum frischen Wasser. 3. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße, um seines Namens willen. 4. Und ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir; dein Stecken und Stab trösten mich. 5. Du bereitest vor mir einen 115 Tisch, gegen meine Feinde. Du salbeft mein Haupt mit Del, und schenkest mir voll ein. 6. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Der 24. Pialm. Von Christo, dem Könige der Ehren. 1. Ein Pfalm Davids. Die Erde ist des Herrn, und was darinnen ist, der Erdboden, und was darauf wohnet. 2. Denn er hat ihn an die Meere gegründet, und an den Waffern bereitet. 3. Wer wird auf des Herrn Berg gehen? und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte? 4. Der unschuldige Hände hat, und reines Herzens ist, der nicht Luft hat zu loser Lehre, und schwöret nicht fälschlich. 5. Der wird den Segen vom Herrn empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils. 6. Das ist das Geschlecht, das nach ihm fraget, das da suchet dein Antliß, Jacob. Sela. 7. Machet die Thore weit, und die Thüren in der Welt Hoch, daß der König der Ehren einziehe. 8. Wer ist derselbe König der Ehren? Es ist der Herr, stark und mächtig, der Herr, mächtig im Streit. 9. Machet die Thore weit, und die Thüren in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe. 10. Wer ist derselbe König der Ehren? Es ist der Herr Zebaoth, Er ist der König der Ehren. Sela. Der 25. Pfalm. Gebet um Gottes Regierung, Gnade und Schußz. 1. Ein Pfalm Davids. Nach dir, Herr, verlanget mich. 2. Mein Gott, ich hoffe auf dich, laß mich nicht zu Schanden werden, daß sich meine Feinde nicht freuen über mich. 3. Denn keiner wird zu Schanden, 8* der Der Pfalter. 116 der deiner harret; aber zu Schanden müssen sie werden, die losen Verächter. 4. Herr, zeige mir deine Wege, und lehre mich deine Steige. 5. Leite mich in deiner Wahrheit, und lehre mich; denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich deiner. 6. Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit, und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. 7. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Uebertretung; gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, um deiner Güte willen. 8. Der Herr ist gut und fromm, darum unterweiset er die Sünder auf dem Wege; 9. Er leitet die Elenden recht, und lehret die Elenden seinen Weg. 10. Die Wege des Herrn sind eitel Güte und Wahrheit denen, die seinen Bund und Zeugniß halten. 11. Um deines Namens willen, Herr, sey gnädig meiner Missethat, die da groß ist. 12. Wer ist der, der den Herrn fürchtet? Er wird ihn unterweisen den besten Weg. 13. Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same wird das Land besigen. 14. Das Geheimniß des Herrn ist unter denen, die ihn fürchten, und seinen Bund läßt er sie wissen. 15. Meine Augen sehen stets zu dem Herrn; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen. 16. Wende dich zu mir, und sey mir gnädig; denn ich bin einsam und elend. 17. Die Angst meines Herzens ist groß, führe mich aus meinen Nöthen. 18. Siehe an meinen Jammer und Elend, und vergib mir alle meine Sünde. 19. Siehe, daß meiner Feinde so viel sind, und haffen mich aus Frevel. 20. Bewahre meine Seele, und errette mich; laß mich nicht zu Schanden werden; denn ich traue auf dich. Ps. 26. 27. 21. Schlecht und recht, das behüte mich; denn ich harre deiner. 22. Gott, erlöse Ifrael aus aller feiner Noth. Der 26. Psalm. Gebet um Rettung der Unschuld. 1. Ein Psalm Davids. Herr, schaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig. Ich hoffe auf den Herrn; darum werde ich nicht fallen. 2. Prüfe mich, Herr, und versuche mich, läutre meine Nieren und mein Herz. 3. Denn deine Güte ist vor meinen Wahrheit. Augen, und ich wandle in deiner 4. Ich size nicht bei den eiteln Leuten, und habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen. 5. Ich haffe die Versammlung der Boshaftigen, und sige nicht bei den Gottlosen. Unschuld, und halte mich, Herr, zu 6. Ich wasche meine Hände mit deinem Altar, 7. Da man höret die Stimme des Dankens, und da man prediget alle deine Wunder. 8. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, und den Ort, da deine Ehre wohnet. 9. Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern, noch mein Leben mit den Blutdürstigen, 10. Welche mit bösen Tücken umgehen und nehmen gerne Geschenke. 11. Jch aber wandle unschuldig. Erlöse mich und sey mir gnädig. 12. Mein Fuß gehet richtig. Ich will dich loben, Herr, in den Ver sammlungen. Der 27. Psalm. Trost und Lust an Gott und seinem Wort. 1. Ein Psalm Davids. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürch ten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? 2. Darum, so die Bösen, meine Wider Der Pfalter. Pj. 28. 29. Widersacher und Feinde, an mich wollen, mein Fleisch zu treffen, müssen fie anlaufen und fallen. 3. Wenn sich schon ein Heer wider mich leget, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht. Wenn sich Krieg wider mich erhebet, so verlasse ich mich auf ihn. 4. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn, und seinen Tempel zu besuchen. 5. Denn er decket mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er verbirget mich heimlich in seinem Gezelt, und erhöhet mich auf einem Felsen; 6. Und wird nun erhöhen mein Haupt über meine Feinde, die um mich sind; so will ich in seiner Hütte Lob opfern, ich will singen, und Lob sagen dem Herrn. 7. Herr, Höre meine Stimme, wenn ich rufe; sey mir gnädig und erhöre mich. 8. Mein Herz hält dir vor dein Wort: Ihr sollt mein Antlitz suchen. Darum suche ich auch, Herr, dein Antlit. 9. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, und verstoße nicht im Zorn deinen Knecht; denn du bist meine Hülfe. Laß mich nicht, und thue nicht von mir die Hand ab, Gott, mein Heil. 10. Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich; aber der Herr nimmt mich auf. 11. Herr, weife mir deinen Weg, und leite mich auf richtiger Bahn, um meiner Feinde willen. 12. Gib mich nicht in den Willen meiner Feinde; denn es stehen falsche Zeugen wider mich, und thun mir Unrecht ohne Scheu. 13. Ich glaube aber doch, daß ich sehen werde das Gute des Herrn im Lande der Lebendigen. 14. Harre des Herrn, sey getrost und unverzagt, und harre des Herrn. 117 Der 28. Psalm. Gebet wider die falschen Leute. 1. Ein Psalm Davids. Wenn ich rufe zu dir, Herr, mein Hort, so schweige mir nicht, auf daß nicht, wo du schweigest, ich gleich werde denen, die in die Hölle fahren. 2. Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Chor. 3. Ziehe mich nicht hin unter den Gottlosen und unter den Uebelthätern, die freundlich reden mit ihrem Nächsten, und haben Böses im Herzen. 4. Gib ihnen nach ihrer That, und nach ihrem bösen Wesen, gib ihnen nach den Werken ihrer Hände; vergilt ihnen, was sie verdient haben. 5. Denn sie wollen nicht achten auf das Thun des Herrn, noch auf die Werke seiner Hände; darum wird er sie zerbrechen und nicht bauen. 6. Gelobetsey der Herr, denn er hat erhöret die Stimme meines Flehens. 7. Der Herr ist meine Stärke und mein Schild, auf ihn hoffet mein Herz, und mir ist geholfen; und mein Herz ist fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Liede. 8. Der Herr ist ihre Stärke; Er iſt die Stärke, die seinem Gesalbten hilft. 9. Hilf deinem Volk, und segne dein Erbe, und weide sie, und er= höhe fie ewiglich. Der 29. Psalm. Vom Donner göttlichen Worts. 1. Ein Pfalm Davids. Bringet her dem Herrn, ihr Gewaltigen, bringet her dem Herrn Ehre und Stärke. 2. Bringet dem Herrn Ehre seines Namens, betet an den Herrn im heiligen Schmuck. 3. Die Stimme des Herrn gehet auf den Wassern; der Gott der Ehren donnert, der Herr auf großen Wassern. 4. Die Stimme des Herrn gehet mit Macht; Der Pfalter. 118 Macht; die Stimme des Herrn gehet herrlich. 5. Die Stimme des Herrn zerbricht die Cedern, der Herr zerbricht die Cedern im Libanon, 6. Und machet fie lecken, wie ein Kalb, Libanon und Sirion, wie ein junges Einhorn. 7. Die Stimme des Herrn häuet wie Feuerflammen. 8. Die Stimme des Herrn erregt die Wüste; die Stimme des Herrn erregt die Wüste Kades. 9. Die Stimme des Herrn erregt die Hindin, und entblößt die Wälder. Und in seinem Tempel wird ihm jedermann Ehre_sagen. 10. Der Herr fizet, eine Sündfluth anzurichten, und der Herr bleibt ein König in Ewigkeit. 11. Der Herr wird seinem Volk Kraft geben; der Herr wird sein Volk| fegnen mit Frieden. Der 30. Pfalm. Danksagung für Gottes Güte in Kreuz und Trübfal. 1. Ein Psalm, zu singen, von der Einweihung des Hauses Davids. 2. Ich preise dich, Herr, denn du haft mich erhöhet, und läsfest meine Feinde sich nicht über mich freuen. 3. Herr, mein Gott, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. 4, Herr, du hast meine Seele aus der Hölle geführet; du hast mich lebendig behalten, da die in die Hölle fuhren. 5. Ihr Heiligen, lobsinget dem Herrn, danket und preiset seine Heiligfeit. 6. Denn sein Zorn währet einen Augenblick, und er hat Lust zum Leben; den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens die Freude. 7. Ich aber sprach, da es mir wohl ging: Ich werde nimmermehr darnieder liegen. Ps. 30. 31. 9. Ich will, Herr, rufen zu dir; dem Herrn will ich flehen. 8. Denn, Herr, durch dein Wohlgefallen hast du meinen Berg stark gemacht; aber da du dein Antlitz verbargest, erschrak ich. 10. Was ist nütze an meinem Blut, wenn ich todt bin? Wird dir auch der Staub danken, und deine Treue verkündigen? 11. Herr, höre, und sey mir gnädig; Herr, sey mein Helfer. 12. Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast meinen Sack ausgezogen, und mich mit Freuden gegürtet. 13. Auf daß dir lobfinge meine Chre, und nicht still werde. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Der 31. Pfalm. Hoffnung läßt in keiner Noth zu 1. Ein Pfalm Davids, vorzusingen. 2. Herr, auf dich traue ich, laß mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtigfeit. 3. Neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir. Sey mir ein starker Fels, und eine Burg, daß du mir helfest. 4. Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. 5. Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir gestellet haben; denn du bist meine Stärke. 6. In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. 7. Ich hasse, die da halten auf lose Lehre; ich hoffe aber auf den Herrn. 8. Ich freue mich, und bin fröhlich über deiner Güte, daß du mein Glend ansiehest, und erkennest meine Seele in der Noth. 9. Und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellest meine Füße auf weiten Raum. 10. Herr, sey mir gnädig, denn mir ist angst; meine Gestalt ist verfallen vor Trauern, dazu meine Seele und mein Bauch. 11. Denn mein Leben hat abge nommen vor Betrübniß, und meine Zeit Der Pfalter. Pf. 32. 33. Zeit vor Seufzen; meine Kraft iſt verfallen vor meiner Missethat, und meine Gebeine sind verschmachtet. 12. Es gehet mir so übel, daß ich bin eine große Schmach geworden meinen Nachbarn, und eine Scheu meinen Berwandten; die mich sehen auf der Gaffe, fliehen vor mir. 13. Meiner ist vergessen im Herzen, wie eines Todten; ich bin ge= worden wie ein zerbrochen Gefäß. 14. Denn viele schelten mich übel, daß jedermann sich vor mir scheuet; sie rathschlagen mit einander über mich, und denken mir das Leben zu nehmen. 15. Ich aber, Herr, hoffe auf dich, und spreche: Du bist mein Gott. 16. Meine Zeit stehet in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. 17. Laß leuchten dein Antlig über deinen Knecht; hilf mir durch deine Güte. 21. Du verbirgst sie heimlich bei dir, vor jedermanns Trop; du verbeckest fie in der Hütte vor den zänkischen Zungen. 22. Gelobet sey der Herr, daß er hat eine wunderliche Güte an mir bewiesen, in einer festen Stadt. 23. Denn ich sprach in meinem 3agen: Ich bin von deinen Augen verstoßen; dennoch hörtest du meines Flehens Stimme, da ich zu dir schrie. 24. Liebet den Herrn, alle seine Heiligen; die Gläubigen behütet der Herr, und vergilt reichlich dem, der Hochmuth übet. 119 25. Seyd getrost und unverzagt, alle, die ihr des Herrn harret. Der 32. Pfalm. Von der Rechtfertigung. 1. Eine Unterweisung Davids. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist! 2. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in deß Geist kein Falsch ist! 6. Dafür werden dich alle Heiligen bitten zur rechten Zeit; darum, wenn 18. Herr, laß mich nicht zu Schan- große Wasserfluthen kommen, werden den werden, denn ich rufe dich an. Die Gottlofen müsfen zu Schanden und geschweiget werden in der Hölle. 19. Verstummen müssen falsche Mäuler, die da reden wider den Gerechten, steif, stolz und höhnisch. 20. Wie groß ist deine Güte, die du verborgen hast denen, die dich fürchten, und erzeigest denen, die vor den Leuten auf dich trauen! 3. Denn da ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein täglich Heulen. 4. Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. Sela. 5. Darum bekenne ich dir meine Sünde, und verhehle meine Misses that nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Uebertretung bekennen, da vergabest du mir die Missethat meiner Sünde. Sela. fie nicht an dieselbigen gelangen. 7. Du bist mein Schirm; du wollest mich vor Angst behüten, daß ich errettet ganz fröhlich rühmen könne. Sela. 8. Ich dich unterweisen, und Dir den Weg zeigen, den du wandeln follst; ich will dich mit meinen Augen Leiten. 9. Seyd nicht wie Roffe und Maulthiere, die nicht verständig sind, welchen man 3aum und Gebiß muß in das Maul legen, wenn sie nicht zu dir wollen. 10. Der Gottlose hat viele Plage; wer aber auf den Herrn hoffet, den wird die Güte umfangen. 11. Freuet euch des Herrn, und seyd fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen. Der 33. Pfalm. Unsers Herzens Freude stehet im Preis der Wohlthaten Gottes. 1. Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten, die Frommen sollen ihn schön preisen. 2. Danket Der Psalter. 120 2. Danket dem Herrn mit Harfen, und lobfinget ihm auf dem Pfalter von zehn Saiten. 3. Singet ihm ein neues Lied, machet es gut auf Saitenspielen mit Schalle. 4. Denn des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusaget, das hält er gewiß. 5. Erliebet Gerechtigkeit u. Gericht, die Erde ist voll der Güte des Herrn. 6. Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht, und alles sein Heer durch den Geist seines Mundes. 7. Er hält das Wasser im Meer zusammen, wie in einem Schlauch, und legt die Tiefe ins Verborgene. 8. Alle Welt fürchte den Herrn, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet. 9. Denn so er spricht, so geschiehet es; so er gebietet, so stehet es da. 10. Der Herr machet zunichte der Heiden Rath, und wendet die Gedanken der Völker. 11. Aber der Rath des Herrn bleibet ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für. 12. Wohl dem Volk, deß der Herr ein Gott ist! das Volk, das er zum Erbe erwählet hat. 13. Der Herr schauet vom Himmel, und siehet aller Menschen Kinder. 14. Von seinem festen Thron siehet er auf alle, die auf Erden wohnen. 15. Gr lenket ihnen allen das Herz, er merket auf alle ihre Werke. 16. Einem Könige hilft nicht seine große Macht; ein Riese wird nicht errettet durch seine große Kraft. 17. Roffe helfen auch nicht, und ihre große Stärke errettet nicht. Pf. 34. 22. Deine Güte, Herr, sey über uns, die wir auf dich hoffen. 18. Siehe, des Herrn Auge siehet auf die, so ihn fürchten, die auf feine Güte hoffen. 19. Daß er ihre Seele errette vom Tod und ernähre sie in der Theurung. 20. Unsere Seele harret auf den Herrn; Er ist unsere Hülfe und Schild. 21. Denn unser Herz freuet sich seiner, und wir trauen auf seinen heiligen Namen. Der 34. Psalm. Danksagung für Gottes Freundlichfeit. 1. Ein Psalm Davids, da er seine Geberde verstellete vor Abimelech, der ihn von fich trieb, und er wegging. 2. Ich will den Herrn loben alle zeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde seyn. 3. Meine Seele soll sich rühmen des Herrn, daß die Elenden hören, und sich freuen. 4. Preiset mit mir den Herrn, und lasset uns mit einander seinen Namen erhöhen. 5. Da ich den Herrn suchte, ant wortete er mir, und errettete mich aus aller meiner Furcht. 6. Welche ihn ansehen und anlaufen, derer Angesicht wird nicht zu Schanden. 7. Da dieser Elende rief, hörte der Herr, und half ihm aus allen seinen Nöthen. 8. Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus. 9. Schmecket und sehet, wie freund lich der Herr ist; wohl dem, der auf ihn trauet! 10. Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. 11. Die Reichen müssen darben und hungern; aber die den Herrn suchen, haben keinen Mangel an irgend einem Gut. 12. Kommet her, Kinder, höret mir zu; ich will euch die Furcht des Herrn lehren. 13. Wer ist, der gut Leben begehret, und gerne gute Tage hätte? 14. Behüte deine Zunge vor Bö sem, und deine Lippen, daß sie nicht falsch reden. 15. Laß vom Bösen, und thue Gutes; suche Friede, und jage ihm nach. 16. Die Augen des Herrn sehen auf die Pf. 35. Der Pfalter. 121 die Gerechten, und seine Ohren auf| werden, und sein Netz, das er geihr Schreien. stellet hat, müsse ihn fangen, und müsse darinnen überfallen werden. 9. Aber meine Seele müsse sich freuen des Herrn, und fröhlich seyn auf seine Hülfe. 17. Das Antlit aber des Herrn stehet über die, so Böses thun, daß er ihr Gedächtniß ausrotte von der Erde. 18. Wenn die( Gerechten) schreien, so höret der Herr, und errettet fie aus aller ihrer Noth. 19. Der Herr ist nahe bei denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagenes Gemüth haben. 20. Der Gerechte muß viel leiden; aber der Herr hilft ihm aus dem allen. 21. Er bewahret ihm alle seine Gebeine, daß derer nicht eins zerbrochen wird. 22. Den Gottlosen wird das Unglück tödten, und die den Gerechten haffen, werden Schuld haben. 23. Der Herr erlöset die Seele seiner Knechte; und alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben. Der 35. Pfalm. Gebet um Errettung von der Feinde Grausamkeit. 1. Ein Psalm Davids. Herr, hadere mit meinen Haderern; streite wider meine Bestreiter. 2. Ergreife den Schild und Waffen, und mache dich auf, mir zu helfen. 3. Zücke den Spieß, und schütze mich wider meine Verfolger. Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hülfe. 4. Es müssen sich schämen und gehöhnet werden, die nach meiner Seele stehen; es müssen zurück kehren und zu Schanden werden, die mir übel wollen. 5. Sie müssen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des Herrn stoße sie weg. 6. Zhr Weg müsse finster und schlüpferig werden, und der Engel des Herrn verfolge fie. 7. Denn sie haben mir ohne Ursach gestellet ihre Neße, zu verderben, und haben ohne Ursach meiner Seele Gruben zugerichtet. 8. Er müsse unversehens überfallen 10. Alle meine Gebeine müssen fagen: Herr, wer ist deines Gleichen? Der du den Elenden errettest von dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen von seinen Räubern. 11. Es treten frevelhafte Zeugen auf, die zeihen mich, deß ich nicht schuldig bin. 12. Šie thun mir Arges um Gutes, mich in Herzeleid zu bringen. 13. Ich aber, wenn sie frank waren, zog einen Sack an, that mir wehe mit Fasten, und betete von Herzen stets; 14. Jch hielte mich, als wäre es mein Freund und Bruder; ich ging traurig, wie einer, der Leid trägt über seine Mutter. 15. Sie aber freuen sich über meinen Schaden, und rotten sich; es rotten sich die Hinkenden wider mich, ohne meine Schuld; sie reißen und hören nicht auf. 16. Mit denen, die da heucheln und spotten um des Bauchs willen, beißen sie ihre Zähne zusammen über mich. 17. Herr, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele aus ihrem Getümmel, und meine einsame von den jungen Löwen. 18. Ich will dir danken in der großen Gemeine, und unter viel Volks will ich dich rühmen. 19. Laß sich nicht über mich freuen, die mir unbillig feind sind, noch mit den Augen spotten, die mich ohne Ursach haffen. 20. Denn fie trachten Schaden zu thun, und suchen falsche Sachen wider die Stillen im Lande; 21. Und sperren ihr Maul weit auf wider mich, und sprechen: Da, da! das sehen wir gerne. 22. Herr, 122 Der Psalter. Pf. 36. 37. 22. Herr, du siehest es, schweige| wie große Tiefe. Herr, du hilfft nicht, Herr, sey nicht ferne von mir. 23. Erwecke dich, und mache auf zu meinem Recht, und zu meiner Sache, mein Gott und Herr. 24. Herr, mein Gott, richte mich nach deiner Gerechtigkeit, daß sie sich über mich nicht freuen. 25. Laß sie nicht sagen in ihrem Herzen: Da, da! das wollten wir. Laß sie nicht sagen: Wir haben ihn verschlungen. 26. Sie müssen sich schämen, und zu Schanden werden, alle, die sich meines Uebels freuen; sie müssen mit Schande und Scham gekleidet werden, die sich wider mich rühmen. 27. Rühmen und freuen müssen sich, die mir gönnen, daß ich Recht behalte, und immer sagen: Der Herr müsse hoch gelobet seyn, der seinem Knechte wohl will. 28. Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit, und dich täglich preisen. Der 36. Pfalm. Gebet und Klage wider die gottlosen Heuchler. 1. Ein Psalm Davids, des Herrn Knechts, vorzufingen. 2. Es ist von Grund meines Herzens von der Gottlosen Wesen gesprochen, daß keine Gottesfurcht bei ihnen ist. 3. Sie schmücken sich unter einander selbst, daß sie ihre böse Sache fördern, und andere verunglimpfen. 4. Alle ihre Lehre ist schädlich und erlogen; sie lassen sich auch nicht weisen, daß sie Gutes thäten. 5. Sondern sie trachten auf ihrem Lager nach Schaden, und stehen fest auf dem bösen Wege, und scheuen kein Arges. 6. Herr, deine Güte reichet, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 7. Deine Gerechtigkeit stehet wie die Berge Gottes, und dein Recht beiden, Menschen und Vieh. 8. Wie theuer ist deine Güte, Gott, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel trauen! 9. Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkest sie mit Wollust, als mit einem Strom. 10. Denn bei dir ist die lebendige Quelle, und in deinem Licht sehen wir das Licht. 11. Breite deine Güte über die, die dich kennen, und deine Gerechtigfeit über die Frommen. 12. Laß mich nicht von den Stolzen untertreten werden, und die Hand der Gottlofen stürze mich nicht. 13. Sondern laß sie, die Uebelthäter, dafelbst fallen, daß sie verstoßen werden und nicht bleiben mögen. Der 37. Psalm. Wider das Aergerniß über der Gottlosen Glück. 1. Ein Psalm Davids. Erzüne dich nicht über die Bösen, sey nicht neidisch über die Uebelthäter. 2. Denn wie das Gras werden sie bald abgehauen, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken. 3. Hoffe auf den Herrn, und thue Gutes; bleibe im Lande, und nähre dich redlich. 4. Habe deine Lust an dem Herrn, der wird dir geben, was dein Herz wünschet. 5. Befiehl dem Herrn deine Wege, und hoffe auf ihn; Er wirds wohl machen. 6. Und wird deine Gerechtigkeit Hervorbringen, wie das Licht, und dein Recht, wie den Mittag. 7. Sey stille dem Herrn, und warte auf ihn. Erzürne dich nicht über den, dem sein Muthwille glück lich fortgehet. 8. Stehe ab vom Zorn, und laß den Grimm; erzürne dich nicht, daß du auch übel thust. 9. Denn Der Psalter. Pſ. 37. 9. Denn die Bösen werden außgerottet; die aber des Herrn harren, werden das Land erben. 10. Es ist noch um ein kleines, so ist der Gottlose nimmer; und wenn du nach seiner Stätte sehen wirst, wird er weg seyn. 11. Aber die Elenden werden das Land erben, und Lust haben in groBem Frieden. 12. Der Gottlose drohet dem Gerechten, und beißet seine Zähne zusammen über ihn. 13. Aber der Herr lachet seiner; denn er siehet, daß sein Tag kommt. 14. Die Gottlosen ziehen das Schwerdt aus, spannen ihren Bogen, daß sie fällen den Elenden und Armen, und schlachten die Frommen. 15. Aber ihr Schwerdt wird in ihr Herz gehen, und ihr Bogen wird zerbrechen. 16. Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser, denn das große Gut vieler Gottlosen. 17. Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen; aber der Herr erhält die Gerechten. 18. Der Herr kennet die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben. 22. Denn seine Gesegneten erben das Land, aber seine Verfluchten werden ausgerottet. 23. Von dem Herrn wird solches Mannes Gang gefördert, und hat Lust an seinem Wege. 123 25. Ich bin jung gewesen und alt geworden, und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen, oder seinen Samen nach Brod gehen. 26. Er ist allezeit barmherzig, und leihet gern, und sein Same wird gefegnet feyn. 27. Laß vom Bösen, und thue Gutes, und bleibe immerdar. 24. Fällt er, so wird er nicht weg= geworfen; denn der Herr erhält ihn bei der Hand. 28. Denn der Herr hat das Recht lieb, und verläßt seine Heiligen nicht, ewiglich werden sie bewahret; aber der Gottlosen Same wird ausgerottet. 29. Die Gerechten erben das Land, und bleiben ewiglich darinnen. 30. Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehret das Recht. 31. Das Geset seines Gottes ist in seinem Herzen, seine Tritte gleiten nicht. 32. Der Gottloselauret auf den Gerechten, und gedenket ihn zu tödten. 33. Aber der Herr läßt ihn nicht in seinen Händen, und verdammet ihn nicht, wenn er verurtheilet wird. 19. Sie werden nicht zu Schanden 35. Ich habe gesehen einen Gottin der bösen Zeit, und in der Theu- losen, der war trotzig und breitete rung werden sie genug haben. sich aus, und grünete wie ein Lorbeerbaum. 20. Denn die Gottlosen werden umkommen, und die Feinde des Herrn, wenn sie gleich sind wie eine köstliche Aue, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergehet. 21. Der Gottlose borget und bezahlet nicht; der Gerechte aber ist barmherzig und milde. 34. Harre auf den Herrn, und halte seinen Weg, so wird er dich erhöhen, daß du das Land erbest; du wirst es sehen, daß die Gottlosen ausgerottet werden. 36. Da man vorüberging, siehe, da war er dahin; ich fragte nach ihm, da ward er nirgend gefunden. 37. Bleibe fromm, und halte dich recht; denn solchen wird es zuletzt wohl gehen. 38. Die Uebertreter aber werden vertilget mit einander, und die Gott| lofen werden zuletzt ausgerottet. 39. Aber der Herr hilft den Gerechten, der ist ihre Stärke in der Noth. 40. Und der Herr wird ihnen beistehen, und wird sie erretten; er wird sie von den Gottlosen erretten, und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn. Der 124 Der Pfalter. Der 38. Pfalm. Bußgebet um Erledigung von der schweren Sündenlaſt. 1. Ein Psalm Davids, zum Gedächtniß. 2. Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn, und züchtige mich nicht in deinem Grimm. 3. Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. 4. Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Drohen, und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde. 5. Denn meine Sünden gehen über mein Haupt, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden. 6. Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Thorheit. 7. Ich gehe krumm und sehr gebückt, den ganzen Tag gehe ich traurig. 8. Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Gesundes an meinem Leibe. 9. Es ist mit mir gar anders, und bin sehr zerstoßen. Ich heule vor Unruhe meines Herzens. 10. Herr, vor dir ist alle meine Begierde, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. 11. Mein Herz bebet, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir. 12. Meine Lieben und Freunde stehen gegen mir, und scheuen meine Plage, und meine Nächsten treten ferne. 13. Und die mir nach der Seele stehen, stellen mir; und die mir übel wollen, reden, wie sie Schaden thun wollen, und gehen mit eitel Listen um. 14. 3ch aber muß seyn wie ein Tauber, und nicht hören, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht aufthut. 15. Und muß seyn wie einer, der nicht höret und der keine Widerrede in seinem Munde hat P₁. 38. 39. nicht über mich freuen. Wenn mein Fuß wankte, würden sie sich hoch rühmen wider mich. 18. Denn ich bin zu Leiden gemacht, und mein Schmerz ist immer vor mir. 19. Denn ich zeige meine Missethat an, und sorge für meine Sünde. 20. Aber meine Feinde leben, und find mächtig; die mich unbillig haffen, sind groß. 21. Und die mir Arges thun um Gutes, seßen sich wider mich, darum, daß ich ob dem Guten halte. 22. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, sey nicht ferne von mir. 23. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. 16. Aber ich harre, Herr, auf dich; du, Herr, mein Gott, wirst erhören. 17. Denn ich denke, daß sie ja fich Der 39. Pfalm. Gebet um die rechte Sterbekunst, als eine gewisse Arznei wider Nergerniß. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jeduthun. 2. Jch habe mir vorgesetzt, ich will mich hüten, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund zähmen, weil ich muß den Gottlosen so vor mir sehen. 3. Ich bin verstummet und stille, und schweige der Freuden, und muß mein Leid in mich fressen. 4. Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich daran gedenke, werde ich entzündet; ich rede mit meiner Zunge. 5. Aber, Herr, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. 6. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die noch so sicher leben! Sela. 7. Sie gehen daher wie ein Schemen, und machen ihnen viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird. 8. Nun, Herr, weß soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. 9. Errette mich von aller meiner Sünde, Der Psalter. P. 40. 41. Sünde, und laß mich nicht den Narren ein Spott werden. 10. Ich will schweigen und meinen Mund nicht aufthun; Du wirst es wohl machen. 11. Wende deine Plage von mir; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand. 12. Wenn du einen züchtigest um der Sünde willen, so wird seineSchöne verzehret, wie von Motten. Ach! wie gar nichts sind doch alle Menschen! Sela. 13. Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien, und schweige nicht über meinen Thränen; denn ich bin beides, dein Pilgrim und dein Bürger, wie alle meine Väter. 14. Laß ab von mir, daß ich mich erquidke, ehe denn ich hinfahre, und nicht mehr hier sey. Der 40. Psalm. Weissagung von Christo, seinem Leiden und Prophetenamt. 1. Ein Pfalm Davids, vorzusingen. 2. Ich harrete des Herrn, und er neigte sich zu mir, und hörete mein Schreien. 125 9. Deinen Willen, mein Gott, thue ich gerne, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen. 10. Ich will predigen die Gerechtigkeit in der großen Gemeine; siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen laffen, Herr, das weißt Du. 11. Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen, von deiner Wahrheit und von deinem Heile rede ich; ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeine. 12. Du aber, Herr, wollest deine Barmherzigkeit von mir nicht wenden; laß deine Güte und Treue allewege mich behüten. 13. Denn es hat mich umgeben Leiden ohne Zahl; es haben mich meine Sünden ergriffen, daß ich nicht sehen kann; ihrer sind mehr denn Haare auf meinem Haupt, und mein Herz hat mich verlassen. 14. Laß dirs gefallen, Herr, daß du mich errettest; eile, Herr, mir zu helfen. 15. Schämen müssen sich, und zu Schanden werden, die mir nach meiner Seele stehen, daß sie die umbringen; zurück müssen fie fallen, und zu Schanden werden, die mir Uebels gönnen. 16. Sie müssen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da! 3. Und zog mich aus der grausamen Grube und aus dem Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, daß ich gewiß treten kann; 4. Und hat mir ein neu Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unfern Gott; das werden viele sehn, und den Herrn fürchten, und auf ihn hoffen. 5. Wohl dem, der seine Hoffnung fetzt auf den Herrn, und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen, und die mit Lügen umgehen! 6. Herr, mein Gott! groß sind deine Wunder, und deine Gedanken, die du an uns beweisest. Dir ist nichts gleich. Ich will fie verkündigen, und davon fagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Der 41. Psalm. Von Wohlthätigkeit und Untreue. 7. Opfer und Speisopfer gefallen 1. Ein Pfalm Davide, vorzusingen. dir nicht; aber die Ohren hast du 2. Wohl dem, der sich des Dürfmir aufgethan, du willst weder Brand- tigen annimmt, den wird der Herr opfer, noch Sündopfer. erretten zur bösen Zeit. 8. Da sprach ich: Siehe, ich komme, im Buch ist von mir geschrieben. 17. Es müssen sich freuen und fröhlich seyn alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, müssen sagen allewege: Der Herr sey hoch gelobet! 18. Denn ich bin arm und elend; der Herr aber forget für mich, du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht. 3. Der Herr wird ihn bewahren, und beim Leben erhalten und ihm laffen wohl Der Pfalter. 126 wohl gehen auf Erden, und nicht geben in seiner Feinde Willen. 4. Der Herr wird ihn erquicken auf seinem Siechbette; du hilfft ihm von aller seiner Krankheit. 5. Ich sprach: Herr, sey mir gnädig, heile meine Seele; denn ich habe an dir gefündiget. 6. Meine Feinde reden Arges wider mich: Wann wird er sterben, und sein Name vergehn? 7. Sie kommen, daß sie schauen, und meinen es doch nicht von Herzen, sondern suchen etwas, daß sie lästern mögen, gehen hin, und tragen es aus. 8. Alle, die mich haffen, raunen mit einander wider mich, und denken Böses über mich. 9. Sie haben ein Bubenstück über mich beschlossen: wenn er liegt, soll er nicht wieder aufstehen. 10. Auch mein Freund, dem ich mich vertrauete, der mein Brod aß, tritt mich unter die Füße. 11. Du aber, Herr, sey mir gnädig, und hilf mir auf, so will ich sie bezahlen. 12. Dabei merke ich, daß du Gefallen an mir hast, daß mein Feind über mich nicht jauchzen wird. 13. Mich aber erhältst du um meiner Frömmigkeit willen, und stellest mich vor dein Angesicht ewiglich. 14. Gelobet fen der Herr, der Gott Ifraels, von nun an bis in Ewigkeit. Amen, Amen. P₁. 42. 43. 5. Wenn ich denn deß inne werde, so schütte ich mein Herz heraus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit den Haufen und mit ihnen wallen zum Haufe Gottes, mit Frohlocken und Danken unter den Haufen, die da feiren. 6. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht. 7. Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich, im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berge. 8. Deine Fluthen rauschen daher, daß hier eine Tiefe und da eine Tiefe brausen, alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich. 9. Der Herr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts finge ich ihm, und bete zu Gott meines Lebens. 10. Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du meiner vergessen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget? 11. Es ist als ein Mord in meinen Beinen, daß mich meine Feinde schmähen, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? 12. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist. Der 42. Psalm. Elend und Trost der Verfolgten. 1. Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzufingen. 2. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, fo schreiet meine Seele, Gott, zu dir. 1. Richte mich, Gott, und führe meine Sache wider das unheilige Volk, und errette mich von den falschen und bösen Leuten. 3. Meine Seele dürftet nach Gott, nach dem lebendigen Gott; wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? 2. Denn du bist der Gott meiner Stärke, warum verstößest du mich? Warum läsfest du mich so traurig gehen, wenn mich mein Feind dränget? 3. Sende dein Licht und deine 4. Meine Thränen find meineSpeise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir saget: Wo ist nun dein Gott?| Wahrheit, daß sie mich leiten und bringen Der 43. Psalm. Anrufung Gottes, des höchsten Richters. Pf. 44. bringen zu deinem heiligen Berge, und zu deiner Wohnung, 4. Daß ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. Der Psalter. 5. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist. Der 44. Pfalm. Allgemeiner Zustand und Gebet der Heiligen. 1. Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen. 2. Gott, wir haben es mit unsern Ohren gehöret, unsere Väter haben es uns erzählet, was du gethan hast, zu ihren Zeiten vor Alters. 3. Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, aber sie hast du eingesetzt; du hast die Völker verderbet, aber sie hast du ausgebreitet. 4. Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwerdt, und ihr Arm half ihnen nicht; sondern deine Rechte, dein Arm, und das Licht deines Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen. 5. Gott, du bist derselbe, mein König, der du Jacob Hülfe verbeißeſt. 6. Durch dich wollen wir unsere Feinde zerstoßen, in deinem Namen wollen wir untertreten, die sich wider uns setzen. 7. Denn ich verlaffe mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwerdt kann mir nicht helfen; 8. Sondern du hilfft uns von unsern Feinden, und machst zu Schanden, die uns haffen. 9. Wir wollen täglich rühmen von Gott, und deinem Namen danken ewiglich. Sela. 10. Warum verstößest du uns denn nun, und lässest uns zu Schanden werden, und ziehest nicht aus unter unserm Heer? 127 11. Du läsfest uns fliehen vor unserm Feinde, daß uns berauben, die uns haffen. 12. Du läsfest uns auffreffen, wie Schafe, und zerstreuest uns unter die Heiden. 13. Du verkaufest dein Volk um= sonst, und nimmst nichts darum. 14. Du machst uns zur Schmach unsern Nachbarn, zum Spott und Hohn denen, die um uns her sind. 15. Du machst uns zum Beispiel unter den Heiden, und daß die Völker das Haupt über uns schütteln. 16. Täglich ist meine Schmach vor mir, und mein Antlitz ist voller Schande, 17. Daß ich die Schänder und Lästerer hören, und die Feinde und Rachgierigen sehen muß. 18. Dies alles ist über uns gekommen, und haben doch deiner nicht vergessen, noch untreulich in deinem Bunde gehandelt. 19. Unser Herz ist nicht abgefallen, noch nnfer Gang gewichen von deinem Wege, 20. Daß du uns so zerschlägst unter den Drachen, und bedeckest uns mit Finsterniß. 21. Wenn wir des Namens unsers Gottes vergessen hätten, und unsere Hände aufgehoben zum fremden Gott: 22. Das möchte Gott wohl finden; nun fennet Er ja unsers Herzens Grund. 23. Denn wir werden ja um deinetwillen täglich erwürget, und sind geachtet wie Schlachtschafe. 24. Erwecke dich, Herr, warum schläfest du? Wache auf und verstoße uns nicht so gar. 25. Warum verbirgest du dein Antliß, vergisfest unsers Elendes und Dranges? 26. Denn unsere Seele ist gebeuget zur Erde, unser Bauch klebet am Erdboden. 27. Mache dich auf, hilf uns, und erlöse uns, um deiner Güte willen. Der 128 Der Psalter. Der 45. Psalm. Weisfagung von dem Bräutigam, Christo, und der Kirche, seiner Braut. 1. Ein Brautlied und Unterweifung der Kinder Korah, von den Rosen, vorzusingen. 2. Mein Herz dichtet ein feines Lied; ich will singen von einem Könige; meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers. 3. Du bist der Schönste unter den Menschenkindern, holdselig find deine Lippen; darum segnet dich Gott ewiglich. 4. Gürte dein Schwerdt an deine Seite, du Held, und schmücke dich schön. 5. Es müsse dir gelingen in deinem Schmuck, ziehe einher der Wahrheit zu Gut, und die Elenden bei Recht zu behalten; so wird deine rechte Hand Wunder beweisen. 6. Scharf sind deine Pfeile, daß die Völker vor dir niederfallen, mitten unter den Feinden des Königs. 7. Gott, dein Stuhl bleibet immer und ewig; das Scepter deines Reichs ist ein gerades Scepter. 8. Du liebest Gerechtigkeit und haffest gottloses Wesen; darum hat dich Gott, dein Gott, gefalbet mit Freudenöl mehr denn deine Gesellen. 9. Deine Kleider sind eitel Myrrhen, Aloes und Kezia, wenndu aus den elfenbeinernen Palästen daher trittst in deiner schönen Pracht. 10. In deinem Schmuck gehen der Könige Töchter; die Braut stehet zu deiner Rechten in eitel köstlichem Golde. 11. Höre, Tochter, schaue darauf, und neige deine Ohren, vergiß deines Volks und deines Vaters Hauses; 12. So wird der König Lust an deiner Schöne haben; denn Er ist dein Herr, und sollst ihn anbeten. 13. Die Tochter Zor wird mit Geschenk da seyn, die Reichen im Volke werden vor dir stehen. Pf. 45. 46. 15. Man führt fie in gestickten Kleidern zum Könige; und ihre Gespielen, die Jungfrauen, die ihr nachgehen, führt man zu dir. 16. Man führt sie mit Freuden und Wonne, und geht in des Königs Palast. 14. Des Königs Tochter ist ganz herrlich inwendig, sie ist mit goldenen Stücken gekleidet. 17. Anstatt deiner Väter wirst du Kinder kriegen; die wirst du zu Fürsten setzen in aller Welt. 18. Ich will deines Namens ge= denken von Kind zu Kindes Kind; darum werden dir danken die Völker immer und ewiglich. Der 46. Psalm. Der Kirche Trost und Sicherheit. 1. Ein Lied der Kinder Korah, von der Jugend, vorzusingen. 2. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hülfe in den großen Nöthen, die uns getroffen haben. 3. Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge, und die Berge mitten ins Meer sänken, 4. Wenn gleich das Meer wüthete und wallete, und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Sela. 5. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. 6. Gott ist bei ihr darinnen, darum wird sie wohl bleiben; Gott hilft ihr frühe. 7. Die Heiden müssen verzagen, und die Königreiche fallen; das Erdreich muß vergehen, wenn er sich hören läßt. 8. Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jacobs ist unser Schuß. Sela. 9. Kommt her, und schauet die Werke des Herrn, der auf Erden solches Zerstören anrichtet; 10. Der den Kriegen steuret in aller Welt, der Bogen zerbricht, und Spieße zerschlägt, und Wagen mit Feuer verbrennet. 11. Seyd stille, und erkennet, daß Ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen unter den Heiden, ich will Ehre einlegen auf Erden. 12. Der Der Psalter. Pf. 47. 48. 49. 12. Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jacobs ist unserSchuß. Sela. Der 47. Psalm. Von Christi Himmelfahrt. 1. Ein Pfalm, vorzusingen, der Kinder Korah. 2. Froblocket mit Händen, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall. 3. Denn der Herr, der Allerhöchste, ist erschrecklich, ein großer König auf dem ganzen Erdboden. 4. Er wird die Völker unter uns zwingen und die Leute unter unsere Füße. 5. Er erwählet uns zum Erbtheil, die Herrlichkeit Jacobs, den er liebt. Sela. 6. Gott fährt auf mit Jauchzen, und der Herr mit heller Posaune. 7. Lobsinget, lobsinget Gott, lobfinget, lobsinget unserm Könige. 8. Denn Gott ist König auf dem ganzen Erdboden; lobsinget ihm flüglich. 9. Gott ist König über die Heiden; Gott figet auf seinem heiligen Stuhl. 10. Die Fürsten unter den Völkern sind versammelt zu einem Volk, dem Gott Abrahams; denn Gott ist sehr erhöhet bei den Schilden auf Erden. 129 9. Wie wir gehört haben, so sehen wir es an der Stadt des Herrn Zebaoth, an der Stadt unseres Gottes; Gott erhält dieselbige ewiglich. Sela. 10. Gott, wir warten deiner Güte, in deinem Tempel. 7. 3ittern ist sie daselbst angekommen, Angst, wie eine Gebärerin. 8. Du zerbrichst Schiffe im Meer, durch den Ostwind. 11. Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm, bis an der Welt Ende; deine Rechte ist voller Gerechtigkeit. 12. Es freue fich der Berg Zion, und die Töchter Juda seyn fröhlich, um deiner Rechte willen. 13. Machet euch um Zion, und umfanget sie, zählet ihre Thürme. 14. Leget Fleiß an ihre Mauren, und erhöhet ihre Paläste, auf daß man davon verkündige bei den Nachkommen, 15. Daß dieser Gott sey unser Gott immer und ewiglich. Er führet uns wie die Jugend. Der 49. Pfalm. Lehre und Trost wider das Glück der Gottlosen. 1. Ein Psalm der Kinder Korah, vorzufingen. 2. Höret zu, alle Völker, merfet auf, alle, die in dieser Zeit leben: Der 48. Pfalm. 3. Beide, gemeiner Mann u. Herren, beide, reich und arm, mit einander. 4. Mein Mund soll von Weisheit Vorbild der christlichen Kirche. 1. Ein Psalmlied der Kinder Korah. 2. Groß ist der Herr und hoch- reden, und mein Herz von Verstand berühmt in der Stadt unsers Gottes, auf seinem heiligen Berge. 3. Der Berg Zion ist wie ein schön Zweiglein, deß sich das ganze Land tröstet; an der Seite gegen Mitternacht liegt die Stadt des großen Königs. 4. Gott ist in ihren Palästen be kannt, daß er der Schuß sey. Denn siehe, Könige sind versammelt, und mit einander vorüber gezogen. 6. Sie haben sich verwundert, da sie solches sahen; sie haben sich entfeszt, und sind gestürzt. fagen. 5. Wir wollen einen guten Spruch hören, und ein feines Gedicht auf der Harfe spielen. 6. Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen, wenn mich die Missethat meiner Untertreter umgibt? 7. Die sich verlassen auf ihr Gut, und troßen auf ihren großen Reichthum. 8. Kann doch ein Bruder niemand erlösen, noch Gott jemand verföhnen. 9. Denn es kostet zu viel, ihre Seele zu erlösen, daß er es muß laffen anstehen ewiglich, 10. Ob er auch gleich lange lebet, und die Grube nicht siehet. 11. Denn man wird sehen, daß solche Weisen doch sterben, so wohl, als 9 die Der Pfalter. 130 die Thoren und Narren umkommen, und müssen ihr Gut andern laffen. 12. Das ist ihr Herz, daß ihre Häufer währen immerdar, ihre Wohnungen bleiben für und für, und haben große Ehre auf Erden. 13. Dennoch können sie nicht bleiben in solcher Würde, sondern müssen davon, wie ein Vieh. 14. Dies ihr Thun ist eitel Thorheit, noch loben es ihre Nachkommen mit ihrem Munde. Sela. 15. Sie liegen in der Hölle wie Schafe, der Tod nagt sie; aber die Frommen werden gar bald über sie herrschen, und ihr Trop muß vergehen, in der Hölle müssen sie bleiben. 16. Aber Gott wird meine Seele erlösen aus der Höllen Gewalt; denn er hat mich angenommen. Sela. 17. Laß dichs nicht irren, ob einer reich wird, ob die Herrlichkeit seines Hauses groß wird. 18. Denn er wird nichts in seinem Sterben mitnehmen, und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren. 19. Sondern er tröstet sich dieses guten Lebens, und preiset es, wenn einer nach guten Tagen trachtet. 20. So fahren sie ihren Vätern nach, und sehen das Licht nimmermehr. 21. Kurz, wenn ein Mensch in der Würde ist, und hat keinen Verstand, so fähret er davon wie ein Vieh. Der 50. Pfalm. Vom wahren Gottesdienst. 1. Ein Psalm Affaphs. Gott, der Herr, der Mächtige, redet und ruft der Welt vom Aufgange der Sonne bis zum Niedergang. 2. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. 3. Unser Gott kommt, und schweiget nicht, fressendes Feuer geht vor ihm her, und um ihn her ein großes Wetter. 4. Er ruft Himmel und Erde, daß er sein Volk richte. 5. Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mehr achten, denn Opfer. Pj. 50. 6. Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkündigen, denn Gott ist Richter. Sela. 7. Höre, mein Volk, laß mich reden, Ifrael, laß mich unter dir zeugen: Ich Gott bin dein Gott. 8. Deines Opfers halben strafe ich dich nicht; sind doch deine Brandopfer sonst immer vor mir. 9. Ich will nicht von deinem Hause Farren nehmen, und Böcke aus deinen Ställen. 10. Denn alle Thiere im Walde sind mein, und Vieh auf den Bergen, da sie bei Tausenden gehen. 11. Ich kenne alles Gevögel auf den Bergen, und allerlei Thier auf dem Felde ist vor mir. 12. Wo mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen: denn der Erdboden ist mein, und alles, was darinnen iſt. 13. Meinest du, daß ich Ochsenfleisch essen wolle, oder Bocksblut trinken? 14. Opfere Gott Dank, und bezahle dem Höchsten deine Gelübde. 15. Und rufe mich an in der Noth; so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. 16. Aber zu den Gottlosen spricht Gott: Was verkündigest du meine Rechte, und nimmst meinen Bund in deinen Mund, 17. So du doch Zucht haffest, und wirfst meine Worte hinter dich? 18. Wenn du einen Dieb siehest, so läufst du mit ihm, und hast Ge meinschaft mit den Ehebrechern. 19. Dein Maul läsfest du Böses reden, und deine Zunge treibet Falschheit. 20. Du sigest und redest wider deinen Bruder, deiner Mutter Sohn verleumdest du. 21. Das thust du, und ich schweige, da meinest du, ich werde seyn gleich wie du. Aber ich will dich strafen und will dirs unter Augen stellen. 22. Merket doch das, die ihr Gottes vergesset, daß ich nicht einmal hinreiße, und sey kein Netter mehr da. 23. Wer Dank opfert, der preiset mich; Der Psalter. Pf. 51. 52. mich; und da ist der Weg, daß ich ihm zeige das Heil Gottes. Der 51. Psalm. Davids Bußspiegel. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen, 2. Da der Prophet Nathan zu ihm kam, als er war zu Bathseba eingegangen. 3. Gott, sey mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. 4. Wasche mich wohl von meiner Missethat, und reinige mich von meiner Sünde. 5. Denn ich erkenne meine Miſsethat, und meine Sünde ist immer vor mir. 6. An dir allein habe ich gesündiget, und übel vor dir gethan, auf daß du Recht behaltest in deinen Worten, und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst. 7. Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. 8. Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; du läffet mich wissen die heimliche Weisheit. 9. Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde. 10. Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. 11. Verbirg dein Antlig vor meinen Sünden, und tilge alle meine Miſsethat. 12. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen gewissen Geist. 13. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 14. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und der freudige Geist enthalte mich. 15. Denn ich will die Uebertreter deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren. 16. Errette mich von den Blutschulden, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, daß meine Zunge Deine Gerechtigkeit rühme. 131 17. Herr, thue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige. 18. Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte es dir sonst wohl geben; und Brandopfer gefallen dir nicht. 19. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein ge= ängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. 20. Thue wohl an Zion, nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem. 21. Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und ganzen Opfer; dann wird man Farren auf deinem Altar opfern. Der 52. Psalm. Davids Klage über Doeg. 1. Eine Unterweisung Davids, vorzufingen, 2. Da Doeg, der Edomiter, kam, und sagte Saul an, und sprach: David ist in Abimelechs haus gekommen. 3. Was trobest du denn, du Tyrann, daß du kannst Schaden thun, so doch Gottes Güte noch täglich währet? 4. Deine Zunge trachtet nach Schaden, und schneidet mit Lügen, wie ein scharfes Scheermesser. 5. Du redest lieber Böses, denn Gutes, und falsch, denn recht. Sela. 6. Du redest gerne alles, was zum Verderben dient, mit falscher Zunge. 7. Darum wird dich Gott auch ganz und gar zerstören, und zer= schlagen, und aus der Hütte reißen, und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. Sela. 8. Und die Gerechten werden es sehen, und sich fürchten, und werden seiner lachen: 9. Siehe, das ist der Mann, der Gott nicht für feinen Trost hielt, sondern verließ sich auf seinen groBen Reichthum, und war mächtig, Schaden zu thun. 10. Ich werde aber bleiben, wie ein grüner Delbaum, im Hause Gottes, verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewiglich. 11. Ich danke dir ewiglich; denn du 9* fannst Der Pfalter. 132 kannst es wohl machen; und will harren auf deinen Namen, denn deine Heiligen haben Freude daran. Der 53. Psalm. Von der Menschen Verderben und Erlösung. 1. Eine Unterweisung Davids, im Chor, um einander vorzufingen. 2. Die Thoren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts, und sind ein Greuel geworden in ihrem bösen Wesen. Da ist keiner, der Gutes thut. 3. Gottschauet vom Himmel auf der Menschen Kinder, daß er sehe, ob je mand klug sey, der nach Gott frage. 4. Aber sie sind alle abgefallen und allesammt untüchtig. Da ist keiner, der Gutes thue, auch nicht einer. 5. Wollen denn die Üebelthäter ihnen nicht sagen lassen, die mein Volk fressen, daß sie sich nähren? Gott rufen sie nicht an. 6. Da fürchten sie sich aber, da nicht zu fürchten ist; denn Gott zerstreuet die Gemeine der Treiber. Du machst sie zu Schanden, denn Gott verschmähet sie. 7. Ach! daß die Hülfe aus Zion über Israel käme, und Gott sein gefangenes Volk erlösete! So würde sich Jacob freuen, und Israel fröhlich seyn. Der 54. Psalm. Gebet um Hülfe und Errettung. 1. Eine Unterweisung Davids, vorzufingen auf Saitenspielen, 2. Da die von Siph kamen, und sprachen zu Saul: David hat sich bei uns verborgen. 3. Hilf mir, Gott, durch deinen Namen, und schaffe mir Recht durch deine Gewalt. 4. Gott, erhöre mein Gebet, vernimm die Rede meines Mundes. 5. Denn Stolze setzen sich wider mich, und Trogige stehen mir nach meiner Seele, und halten Gott nicht vor Augen. Sela. 6. Siehe, Gott stehet mir bei, der Herr erhält meine Seele. Pf. 53. 54. 55. 7. Er wird die Bosheit meinen Feinden bezahlen. Zerstöre sie durch deine Treue. 8. So will ich dir ein Freudenopfer thun, und deinem Namen, Herr, danken, daß er so tröstlich ist. 9. Denn du errettest mich aus aller meiner Noth, daß mein Auge an meinen Feinden Lust siehet. Der 55. Psalm. Gebet wider die falschen Brüder. 1. Eine Unterweisung Davids, vorzufingen auf Saitenspielen. 2. Gott, höre mein Gebet, und verbirg dich nicht vor meinem Flehen. 3. Merke auf mich, und erhöre mich, wie ich so kläglich zage und heule, 4. Daß der Feind so schreiet, und mir einen Tück beweisen, und sind der Gottlose dränget: denn sie wollen mir heftig gram. 5. Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe, und des Todes Furcht ist auf mich gefallen. 6. Furcht und Zittern ist mir angekommen, und Grauen hat mich überfallen. 7. Ich sprach: O, hätte ich Flügel wie Tauben, daß ich flöge, und etwa bliebe! 8. Siehe, so wollte ich mich ferne wegmachen, und in der Wüste blei ben. Sela. 9. Jch wollte eilen, daß ich entrinne vor dem Sturmwinde und Wetter. 10. Mache ihre Zunge uneins, Herr, und laß sie untergehen; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt. 11. Solches gehet Tag und Nacht um und um in ihren Mauern, es iſt Mühe und Arbeit darinnen. 12. Schadenthun regiert darinnen, Lügen und Trügen lässet nicht von ihrer Gaffe. 13. Wenn mich doch mein Feind schändete, wollt ichs leiden; und wenn mich mein Hasser pochte, wollte ich mich vor ihm verbergen. 14. Du aber bist mein Geselle, mein Pfleger und mein Verwandter. 15. Die wir freundlich mit einander waren Pf. 56. 57. Der waren unter uns, wir wandelten im Hause Gottes zu Haufen. 16. Der Tod übereilt sie, und müssen lebendig in die Hölle fahren; denn es ist eitel Bosheit unter ihrem Haufen. 17. Sch aber will zu Gott rufen, und der Herr wird mir helfen. 18. Des Abends, Morgens und Mittags will ich klagen und heulen; so wird er meine Stimme hören. 19. Er erlöjet meineSeele von denen, die an mich wollen, und schaffet ihr Ruhe; denn ihrer ist viel wider mich. 20. Gott wird hören und sie demüthigen, der allewege bleibt. Sela. Denn sie werden nicht anders, und fürchten Gott nicht. 21. Denn sie legen ihre Hände an seine Friedsamen, und entheiligen seinen Bund. 22. Ihr Mund ist glätter, denn Butter, und haben doch Krieg im Sinn; ihre Worte find gelinder, denn Del, und sind doch bloße Schwerdter. 23. Wirf dein Anliegen auf den Herrn. Der wird dich versorgen, und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe laffen. 24. Aber, Gott, du wirst sie hinunter stoßzen in die tiefe Grube. Die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht zur Hälfte bringen. Ich aber hoffe auf dich. Der 56. Pfalm. Gebet wider die Verfolger. 1. Ein goldenes Kleinod Davids, von der stummen Taube unter den Fremden, da ihn die Philister griffen zu Gath. Pfalter. 133 6. Täglich fechten sie meine Worte an; alle ihre Gedanken sind, daß sie mir Uebels thun. 2. Gott, fey mir gnädig, denn Menschen wollen mich versenken; täglich streiten sie, und ängsten mich. 3. Meine Feinde versenken mich täglich; denn viele streiten wider mich stolziglich. 4. Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich. 5.Ich will Gottes Wort rühmen; auf Gott will ich hoffen, und mich nicht fürchten; was sollte mir Fleisch thun? 7. Sie halten zuhauf, und lauren, und haben Acht auf meine Ferfen, wie sie meine Seele erhaschen. 8. Was fie Böses thun, das ist schon vergeben. Gott, stoße solche Leute ohne alle Gnade hinunter. 9. Zähle meine Flucht, faffe meine Thränen in deinen Sack. Ohne Zweifel, du zählest fie. 10. Dann werden sich meine Feinde müssen zurück kehren, wenn ich rufe; so werde ich inne, daß du mein Gott bist. 11. Ich will rühmen Gottes Wort, ich will rühmen des Herrn Wort 12. Auf Gott hoffe ich, und fürchte mich nicht; was können mir die Menschen thun? 13. Ich habe dir, Gott, gelobet, daß ich dir danken will. 14. Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, meine Füßze vom Gleiten, daß ich wandeln mag vor Gott, im Licht der Lebendigen. Der 57. Pfalm. Gebet wider der Feinde Graufamkeit. 1. Ein goldenes Kleinod Davids, vorzusingen, daß er nicht umkäme, da er vor Saul flobe in die Höhle. 2. Sey mir gnädig, Gott, sey mir gnädig; denn auf dich trauet meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis daß das Unglück vorüber gehe. 3. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meines Jammers ein Ende macht. 4. Er sendet vom Himmel, und hilft mir von der Schmach meines Versenkers. Sela. Gott sendet seine Güte und Treue. 5. Ich liege mit meiner Seele unter den Löwen. Die Menschenfinder sind Flammen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile, und ihre Zungen scharfe Schwerdter. 6. Er Der Pfalter. 134 6. Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Welt. 7. Sie stellen meinem Gange Netze, und drücken meine Seele nieder; fie graben vor mir eine Grube, und fallen felbst darein. Sela. 8. Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, daß ich singe und lobe. 9. Wache auf, meine Ehre, wache auf, Pfalter und Harfe; frühe will ich aufwachen. 10. Herr, ich will dir danken unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten. 11. Denn deine Güte ist, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 12. Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Welt. Der 58. Pfalm. Klage über die Verläumder. 1. Ein goldenes Kleinod Davids, vorzusingen, daß er nicht umkäme. 2.Seydihr denn stumm, daß ihr nicht reden wollt, was recht ist, und richten, was gleich ist, ihr Menschenkinder? 3. Ja, muthwillig thut ihr Unrecht im Lande, und gehet stracks durch mit euren Händen zu freveln. 4. Die Gottlosen sind verkehrt von Mutterleibe an, die Lügner irren von Mutterleibe an. 5. Ihr Wüthen ist gleich wie das Wüthen einer Schlange, wie eine taube Otter, die ihr Shr zustopft, 6. Daß sie nicht höre die Stimme des Zauberers, des Beschwörers, der wohl beschwören kann. 7. Gott, zerbrich ihre Zähne in ihrem Maul; zerstoße, Herr, die Backenzähne der jungen Löwen. 8. Sie werden zergehen wie Wasser, das dahin fließt. Sie zielen mit ihren Pfeilen, aber dieselben zerbrechen. 9. Sie vergehen, wie eine Schnecke verschmachtet; wie eine unzeitige Geburt eines Weibes sehen sie die Sonne nicht. 10. Ehe eure Dornen reif werden Pf. 58. 59. am Dornstrauch, wird sie dein Zorn so frisch wegreißen. 11. Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache fiehet, und wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut. 12. Daß die Leute werden sagen: Der Gerechte wird seiner ja genießen; es ist ja noch Gott Richter auf Erden. Der 59. Pfalm. Gebet wider die Verfolger. 1. Ein goldenes Kleinod Davids, daß er nicht umkäme, da Saul hinfandte, und ließ sein Haus bewahren, daß er ihn tödtete. 2. Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden, und schütze mich vor denen, so sich wider mich setzen. 3. Errette mich von den Uebelthätern, und hilf mir von den Bluts gierigen. 4. Denn siehe, Herr, fie lauren auf meine Seele; die Starken sammeln sich wider mich, ohne meine Schuld und Missethat. 5. Sie laufen ohne meine Schuld, und bereiten sich. Erwache, und begegne mir, und siehe darein. 6. Du Herr, Gott Zebaoth, Gott Israels, wache auf, und suche heim alle Heiden; sey derer feinem gnädig, die so verwegene Uebelthäter sind. Sela. 7. Des Abends laß sie wiederum auch heulen, wie die Hunde, und in der Stadt umher laufen. 8. Siehe, fie plaudern mit einander, Schwerdter sind in ihren Lippen; wer sollte es hören? 9. Aber du, Herr, wirst ihrer lachen, und aller Heiden spotten. 10. Vor ihrer Macht halte ich mich zu dir, denn Gott ist mein Schuß. 11. Gott erzeigt mir reichlich seine Güte, Gott läßt mich meine Lust sehen an meinen Feinden. 12. Erwürge sie nicht, daß es mein Volk nicht vergeffe; zerstreue sie aber mit deiner Macht, Herr, unfer Schild, und stoßze sie hinunter. 13. Shre Der Psalter. Pf. 60. 61. 13. Ihre Lehre ist eitel Sünde, und verharren in ihrer Hoffart, und predigen eitel Fluchen und Widersprechen. 14. Vertilge sie ohne alle Gnade; vertilge sie, daß sie nichts seyn, und inne werden, daß Gott Herrscher sey in Jacob, in aller Welt. Sela. 15. Des Abends laß sie wiederum auch heulen, wie Hunde, und in der Stadt umher laufen. 16. Laß sie hin und her laufen um Speise, und murren, wenn sie nicht satt werden. 17. Ich aber will von deiner Macht singen, und des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mein Schuß und Zuflucht in meiner Noth. 18. Ich will dir, mein Hort, lobfingen; denn du, Gott, bist mein Schuß und mein gnädiger Gott. Der 60. Psalm. Gebet für die Wohlfahrt des Volks Ifrael. 1. Ein goldenes Kleinod Davids, vorzufingen, von einem goldenen einem goldenen Rosenspan zu lehren; 2. Da er gestritten hatte mit den Syrern zu Mesopotamien, und mit den Syrern von Zoba; da Joab umkehrte, und schlug der Edomiter im Salzthal zwölf tausend. 3. Gott, der du uns verstoßen und zerstreuet hast, und zornig wareſt, tröste uns wieder. 4. Der du die Erde beweget und zerrissen hast, heile ihre Brüche, die so zerschellet ist. 5. Denn du hast deinem Volk ein Hartes erzeiget, du hast uns einen Trunk Wein gegeben, daß wir taumelten. 6. Du hast aber doch ein Zeichen gegeben denen, die dich fürchten, welches sie aufwarfen, und sie sicher machte. Sela. 7. Auf daß deine Lieben erlediget werden, so hilf nun mit deiner Rechten, und erhöre uns. 135 8. Gott redet in seinem Heiligthum, deß bin ich froh, und will theilen Sichem, und abmessen das Thal Suchoth. 9. Gilead ist mein, mein ist Manaffe, Ephraim ist die Macht meines Haupts, Juda ist mein Fürst. 10. Moab ist mein Waschtöpfen, meinen Schuh strecke ich über Edom, Philistäa jauchzet zu mir. 11. Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer geleitet mich bis in Edom? 12. Wirst du es nicht thun, Gott, der du uns verstößest, und ziehest nicht aus, Gott, auf unser Heer? 13. Schaffe uns Beistand in der Noth, denn Menschenhülfe ist kein nüße. 14. Mit Gott wollen wir Thaten thun. Er wird unsere Feinde untertreten. Der 61. Pfalm. Gebet für die Obrigkeit, daß Gott ihr starker Thurm sey. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen auf einem Saitenspiel. 2. Höre, Gott, mein Geschrei, und merfe auf mein Gebet. 3. Hienieden auf Erden rufe ich zu dir, wenn mein Herz in Angſt ist, du wollest mich führen auf einen hohen Felsen. 4. Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Thurm vor meinen Feinden. 5. Ich will wohnen in deiner Hütte ewiglich, und trauen unter deinen Fittigen. Sela. 6. Denn Du, Gott, hörest meine Gelübde; du belohnest die wohl, die deinen Namen fürchten. 7. Du gibst einem Könige langes Leben, daß seine Jahre währen immer für und für. 8. Daß er immer fitzen bleibet vor Gott. Erzeige ihm Güte und Treue, die ihn behüten. 9. So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich, daß ich meine Gelübde bezahle täglich. Der 136 Der Psalter. Der 62. Psalm. Beständiger Trost wider die Feinde. 1. Ein Psalm Davids, für Jeduthun, vorzufingen. 2. Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. 3. Denn Er ist mein Hort, meine Hülfe, mein Schuß, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist. 4. Wie lange stellt ihr alle einem nach, daß ihr ihn erwürget, als eine hangende Wand und zerrissene Mauer? 5. Sie denken nur, wie sie ihn dämpfen, fleißigen sich der Lügen, geben gute Worte, aber im Herzen fluchen sie Sela. 6. Aber meine Seele harret nur auf Gott; denn er ist meine Hoffnung. 7. Er ist mein Hort, meine Hülfe und mein Schuß, daß ich nicht fallen werde. 8. Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist auf Gott. 9. Hoffet auf ihn allezeit, lieben Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsere Zuversicht. Sela.. 10. Aber Menschen sind doch ja nichts, große Leute fehlen auch; sie wägen weniger denn nichts, so viel ihrer ist. 11. Verlaffet euch nicht auf Unrecht und Frevel, haltet euch nicht zu solchem, das nichts ist; fällt euch Reichthum zu, fo hänget das Herz nicht daran. 12. Gott hat Ein Wort geredet, das habe ich etliche mal gehöret, daß Gott allein mächtig iſt. 13. Und du, Herr, bist gnädig, und bezahleft einem jeglichen, wie er es verdienet. Der 63. Psalm. Gebet um den wahren Gottesdienst. 1. Ein Psalm Davids, da er war in der Wüste Juda. 2. Gott, du bist mein Gott, frühe wache ich zu dir, es dürftet meine Seele nach dir, mein Fleisch verlanget Pf. 62. 63. 64. nach dir, in einem trockenen und dürren Lande, da kein Wasser ist. 3. Daselbst sehe ich nach dir in deinem Heiligthum, wollte gerne schauen deine Macht und Ehre. 4. Denn deine Güte ist besser denn Leben. Meine Lippen preisen dich. 5. Daselbst wollte ich dich gerne loben mein Leben lang, und meine Hände in deinem Namen aufheben. 6. Das wäre meines Herzens Freude lichem Munde loben sollte. und Wonne, wenn ich dich mit fröh7. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. 8. Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel rühme ich. 9. Meine Seele hanget dir an; deine rechte Hand erhält mich. 10. Sie aber stehen nach meiner Seele, mich zu überfallen; sie werden unter die Erde hinunter fahren. 11. Sie werden ins Schwert fallen, und den Füchsen zu Theil werden. 12. Aber der König freuet sich in Gott. Wer bei ihm schwöret, wird gerühmet werden; denn die Lügenmäuler sollen verstopfet werden. Der 64. Pfalm. Gebet um Beschützung des Lebens und guten Namens. 1. Ein Pfalm Davids, vorzufingen. 2. Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage, behüte mein Leben vor dem grausamen Feinde. 3. Verbirg mich vor der Versammlung der Bösen, vor dem Haufen der Uebelthäter, 4. Welche ihre Zunge schärfen, wie ein Schwerdt, die mit ihren giftigen Worten zielen, wie mit Pfeilen, 5. Daß sie heimlich schießzen den Frommen; plötzlich schießen sie auf ihn ohn alle Scheu. 6. Sie sind kühn mit ihren bösen Anschlägen, und sagen, wie sie Stricke legen wollen, und sprechen: Wer kann sie sehen? 7. Sie Pf. 65. 66. 7. Sie erdichten Falschheit, und alten es heimlich, sind verschlagen, und haben geschwinde Ränke. 8. Aber Gott wird sie plößlich schießen, daß ihnen wehe thun wird. 9. Ihre eigene Zunge wird fie fällen, daß ihrer spotten wird, wer fie fiehet. Der Pfalter. 10. Und alle Menschen, die es sehen, werden sagen: Das hat Gott gethan, und merken, daß es sein Werk sey. 11. Die Gerechten werden sich des Herrn freuen, und auf ihn trauen; und alle fromme Herzen werden sich deß rühmen. Der 65. Pfalm. Danksagnng für Gottes Wohlthaten. 1. Ein Psalm Davids, zum Liede vorzusingen. 2. Gott, man lobet dich in der Stille zu Zion, und dir bezahlet man Gelübde. 3. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. 4. Unsere Missethat drücket uns hart; du wollest unsere Sünde vergeben. 5.. Wohl dem, den du erwählest, und zu dir läsfest, daß er wohne in deinen Höfen! der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel. 6. Erhöre uns nach der wunderlichen Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist Zuversicht aller auf Erden, und ferne am Meer. 7. Der die Berge fest setzet in seiner Kraft, und gerüstet ist mit Macht. 8. Der du stillest das Brausen des Meers, das Brausen seiner Wellen, und das Toben der Völker. 137 gerathen, denn also bauest du daß Land. 11. Du tränkest seine Furchen, und feuchtest sein Gepflügtes; mit Regen machest du es weich, und segnest sein Gewächs. 9. Daß sich entsetzen, die an denfelben Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da webet, beide, des Morgens und des Abends. 12. Du krönest das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußtapfen triefen von Fett. 13. Die Wohnungen in der Wüste find auch fett, daß sie triefen, und die Hügel sind umher lustig. 14. Die Anger sind voll Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, daß man jauchzet und singet. Der 66. Psalm. Lob und Preis der sonderbaren Werke Gottes. 1. Ein Pfalmlied, vorzusingen. 2. Jauchzet Gott, alle Lande, lobfinget zu Ehren seinem Namen, rühmet ihn herrlich; 3. Sprechet zu Gott: Wie wunderlich sind deine Werke! Es wird deinen Feinden fehlen vor deiner großen Macht. 4. Alles Land bete dich an, und lobsinge dir, lobfinge deinem Namen. Sela. 6. Er verwandelt das Meer ins Trockne, daß man zu Fuß über das Wasfer gehet; deß freuen wir uns in ihm. 7. Er herrschet mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen werden sich nicht erhöhen können. Sela. 8. Lobet, ihr Völker, unsern Gott, laffet seinen Ruhm weit erschallen, 9. Der unsere Seelen im Leben behält, und läßt unsere Füße nicht gleiten. 10. Denn, Gott, du hast uns versucht und geläutert, wie das Silber geläutert wird; 10. Du suchest das Land heim, und wässerst es, und machest es sehr reich; 11. Du hast uns lassen in den Gottes Brünnlein hat Wassers die Thurm werfen; du hast auf unsere Fülle. Du läsfest ihr Getreide wohl| Lenden eine Caft geleget; 12. Du 5. Kommt her, und sehet an die Werke Gottes, der so wunderlich ist mit seinem Thun, unter den Menschenkindern. Der Psalter. 138 12. Du hast Menschen lassen über unser Haupt fahren; wir sind in Feuer und Wasser gekommen; aber du hast uns ausgeführet und erquicket. 13. Darum will ich mit Brandopfern gehen in dein Haus, und dir meine Gelübde bezahlen, 14. Wie ich meine Lippen habe aufgethan, und mein Mund geredet hat in meiner Noth. 15. Ich will dir feiste Brandopfer thun von gebrannten Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. Sela. 16. Kommt her, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an meiner Seele ge= than hat. 17. Zu ihm rief ich mit meinem Munde, und pries ihn mit meiner Zunge. 18. Wo ich Unrechts vorhätte in meinem Herzen, so würde der Herr nicht hören. 19. Darum erhöret mich Gott, und merket auf mein Flehen. 20. Gelobet sey Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet. Der 67. Psalm. Gebet und Danksagung für Gottes gnadenreichen Segen. 1. Ein Psalmlied, vorzusingen auf Saitenspieten. 2. Gott sey uns gnädig, und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten. Sela. 3. Daß wir auf Erden erkennen feinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. 4. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. 5. Die Völker freuen sich, und fauchzen, daß du die Leute recht richtest, und regierest die Leute auf Erden. Sela. 6. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. 7. Das Land gibt sein Gewächs. Es segne uns Gott, unser Gott. 8. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. Pf. 67. 68. Der 68. Psalm. Weissagung von Christi Erhöhung und deren herrlichen Kraft. 1. Ein Psalmlied Davids, vorzusingen. 2. Es stehe Gott auf, daß seine Feinde zerstreuet werden, und die ihn hassen, vor ihm fliehen. 3. Vertreibe sie, wie der Rauch vertrieben wird; wie das Wachs zerschmelzet vom Feuer, so müssen umkommen die Gottlosen vor Gott. 4. Die Gerechten aber müssen sich freuen und fröhlich seyn vor Gott, und von Herzen sich freuen. 5. Singet Gott, lobsinget seinem Namen. Machet Bahn dem, der da sanft herfähret; er heißt Herr, und freuet euch vor ihm. 6. Der ein Vater ist der Waisen, und ein Richter der Wittwen. Er ist Gott in seiner heiligen Wohnung. 7. Ein Gott, der den Einsamen das Haus voll Kinder gibt, der die Gefangenen ausführet zu rechter Zeit, und läßt die Abtrünnigen bleiben in der Dürre. 8. Gott, da du vor deinem Volke herzogest, da du einhergingest in der Wüste, Sela, 9. Da bebte die Erde, und die Him mel troffen vor diesem Gott in Sinai, vor dem Gott, der Israels Gott ist. 10. Nun aber gibst du, Gott, einen gnädigen Regen, und dein Erbe, das dürre ist, erquickest du, 11. Daß deine Thiere darinnen wohnen können. Gott, du labest die Elenden mit deinen Gütern. 12. Der Herr gibt das Wort mit großen Schaaren Evangelisten. 13. Die Könige der Heerschaaren sind unter einander Freunde, und die Hausehre theilet den Raub aus. 14. Wenn ihr zu Felde lieget, so glänzets als der Tauben Flügel, die wie Silber und Gold schimmern. 15. Wenn der Allmächtige hin und wieder unter ihnen Könige setzet, so wird es helle, wo es dunkel ist. 16. Der Der Pfalter. Pf. 69. 16. Der Berg Gottes ist ein fruchtbarer Berg, ein großes und fruchtbares Gebirge. 17. Was hüpfet ihr großen Gebirge? Gott hat Lust, auf diesem Berge zu wohnen, und der Herr bleibet auch immer daselbst. 18. Der Wagen Gottes ist viel tausendmal tausend, der Herr ist unter ihnen im heiligen Sinai. 19. Du bist in die Höhegefahren, und haft das Gefängniß gefangen, du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen, daß Gott, der Herr, dennoch daselbst bleiben wird. 20. Gelobet fey der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Sela. 21. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. 22. Aber Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmeißen, sammt ihrem Haarschädel, die da fortfahren in ihrer Sünde. 23. Doch spricht der Herr: Ich will unter den Fetten etliche holen, aus der Tiefe des Meeres will ich etliche holen. 24. Darum wird dein Fuß in der Feinde Blut gefärbet werden, und deine Hunde werden es lecken. 25. Man siehet, Gott, wie du einher ziehest, wie du, mein Gott und König, einher ziehest im Heiligthum. 26. Die Sänger gehen vorher, darnach die Spielleute unter den Mägden, die da pauken. 27. Lobet Gott, den Herrn, in den Versammlungen, für den Brunnen Israels. 28. Da herrschet unter ihnen der kleine Benjamin, die Fürsten Juda mit ihren Haufen, die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naphthali. 29. Dein Gott hat ein Reich aufgerichtet, dasselbe wollest du, Gott, uns stärken; denn es ist dein Werk. 30. Um deines Tempels willen zu Jerusalem werden dir die Könige Geschenke zuführen. 31. Echilt das Thier im Rohr, die 139 Rotte der Ochsen unter ihren Kälbern, die da zertreten um Geldes willen. Er zerstreuet die Völker, die da gerne kriegen. 32. Die Fürsten aus Egypten werden kommen, Mohrenland wird feine Hände ausstrecken zu Gott. 33. Ihr Königreiche auf Erden, finget Gott, lobsinget dem Herrn, Sela, 34. Dem, der da fähret im Himmel, allenthalben von Anbeginn. Siehe, er wird seinem Donner Kraft geben. 35. Gebt Gott die Macht! Seine Herrlichkeit ist in Israel, und seine Macht in den Wolken. 36. Gott ist wundersam in seinem Heiligthum. Er ist Gott Ifraels; Er wird dem Volk Macht und Kraft geben. Gelobet fey Gott! Der 69. Psalm. Des Messiä Gebet in seinem Leiden. 1. Ein Psalm Davids von den Rosen, vorzufingen. 2. Gott, hilf mir; denn das Wasser gehet mir bis an die Seele. 3. Ich versinke im tiefen Schlamm, da kein Grund ist; ich bin im tiefen Wasser, und die Fluth will mich ersäufen. 4. Ich habe mich müde geschrieen, mein Hals ist heißer; das Gesicht vergehet mir, daß ich so lange muß harren auf meinen Gott. 5. Die mich ohnellrsach hassen, dèrer ist mehr, denn ich Haare auf dem Haupt habe. Die mir unbillig feind sind, und mich verderben, sind mächtig. Ich muß bezahlen, das ich nicht geraubet habe. 6. Gott, du weißt meine Thorheit, und meine Schulden sind dir nicht verborgen. 7. Laß nicht zu Echanden werden an mir, die deiner harren, Herr, Herr Zebaoth. Laß nicht schamroth werden an mir, die dich suchen, Gott Israels. 8. Denn um deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller. Schande. 9. Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt meiner Mutter Kindern. 10. Denn Der Psalter. 140 10. Denn ich eifere mich schier zu Tode um dein Haus, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, fallen auf mich. 11. Und ich weine und faste bitter lich; und man spottet meiner dazu. 12. Ich habe einen Sack angezogen; aber sie treiben das Gespött daraus. 13. Die im Thor sitzen, waschen von mir, und in den Zechen singt man von mir. 14. Jch aber bete, Herr, zu dir zur angenehmen Zeit; Gott, durch deine große Güte, erhöre mich mit deiner treuen Hülfe. 15. Errette mich aus dem Koth, daß ich nicht versinke, daß ich errettet werde von meinen Haffern, und aus dem tiefen Wasser; 16. Daß mich die Wasserfluth nicht ersäufe, und die Tiefe nicht verschlinge, und das Loch der Grube nicht über mir zusammengehe. 17. Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich; wende dich zu mir, nach deiner großen Barmherzigkeit; 18. Und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte; denn mir ist angst; erhöre mich eilend. 19. Mache dich zu meiner Seele, und erlöse sie; erlöse mich um meiner Feinde willen. 20. Du weißt meine Schmach, Schande und Scham; meine Widerfacher sind alle vor dir. 21. Die Schmach bricht mir mein Herz und kränkt mich. Ich warte, ob es jemand jammerte, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine. 22. Und sie geben mir Galle zu effen und Essig zu trinken in meinem großen Durst. 23. Ihr Tisch müsse vor ihnen zum Strick werden, zur Vergeltung und zu einer Falle. 24. Ihre Augen müssen finster werden, daß sie nicht sehen; und ihre Lenden laß immer wanken. 25. Gieße deine Ungnade auf sie, und dein grimmiger Zorn ergreife sie. Pf. 70. 26. Ihre Wohnung müsse wüste werden, und sey niemand, der in ihren Hütten wohne. 27. Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und rühmen, daß du die Deinen schlägest. 28. Laß sie in eine Sünde über die andere fallen, daß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit. 29. Tilge sie aus dem Buch der Lebendigen, daß sie mit den Gerechten nicht angeschrieben werden. 30. Jch aber bin elend, und mir ist wehe. Gott, deine Hülfe schüße mich. 31. Ich will den Namen Gottes loben mit einem Liede, und will ihn hoch ehren mit Dank. 32. Das wird dem Herrn beffer gefallen, denn ein Farr, der Hörner und Klauen hat. 33. Die Elenden sehen es, und freuen sich; und die Gott suchen, denen wird das Herz leben. 34. Denn der Herr Höret die Armen, und verachtet seine Gefangene nicht. 35. Es lobe ihn Himmel u. Erde und Meer, u. alles, das sich darinnen reget. 36. Denn Gott wird Zion helfen, und die Städte Juda bauen, daß man dafelst wohne, und sie besize. 37. Und der Same seiner Knechte wird sie ererben, und die seinen Namen lieben, werden darinnen bleiben. Der 70. Pfalm. Davids Bitte um Hülfe wider die Feinde. 1. Ein Pfalm Davids, vorzusingen, zum Gedächtniß. 2. Eile, Gott, mich zu erretten, Herr, mir zu helfen. 3. Es müssen sich schämen, und zu Schanden werden, die nach meiner Seele stehen. Sie müssen zurück kehren, und gehöhnet werden, die mir Uebels wünschen, 4. Daß fie müssen wiederum zu Schanden werden, die da über mich schreien: Da, da! 5. Freuen und fröhlich müssen seyn an dir, die nach dir fragen; und die dein Der Pfalter. Pf. 71. 72. dein Heil lieben, immer sagen: Hochgelobet fei Gott! 6. Ich aber bin elend und arm. Gott, eile zu mir; denn Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht. Der 71. Psalm. Gebet um Errettung. 1. Herr, ich traue auf dich, laß mich nimmermehr zu Schanden werden. 2. Errette mich durch deine Gerechtigkeit, und hilf mir aus, neige deine Ohren zu mir und hilf mir. 3. Sey mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen möge, der du zu gesagt hast, mir zu helfen; denn Du bist mein Fels und meine Burg. 4. Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen. 5. Denn du bist meine Zuversicht, Herr Herr, meine Hoffnung von meiner Jugend an. 6. Auf dich habe ich mich verlassen von meiner Mutter Leibean; du haft mich aus meiner Mutter Leibe ge= zogen. Mein Ruhm ist immer von dir. 7. Ich bin vor vielen wie ein Wunder; aber du bist meine starke Zuversicht. 8. Laß meinen Mund deines Ruhms und deines Preises voll seyn täglich. 9. Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde. 10. Denn meine Feinde reden wider mich, und die auf meine Seele halten, berathen sich mit einander, 11. Und sprechen: Gott hat ihn verlassen, jaget nach, und ergreifet ihn, denn da ist kein Erretter. 12. Gott, sey nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen. 13. Schämen müssen sich und umkommen, die meiner Seele zuwider sind; mit Schande und Hohn müssen ste überschüttet werden, die mein Unglück fuchen. 14. Ich aber will immer harren, und will immer deines Ruhms mehr machen. 141 15. Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich dein Heil, die ich nicht alle zählen kann. 16. Ich gehe einher in der Kraft des Herrn Herrn, ich preise deine Gerechtigkeit allein. 17. Gott, du hast mich von Jugend auf gelehret; darum verkündige ich deine Wunder. 18. Auch verlaß mich nicht, Gott, im Alter, wenn ich grau werde, bis ich deinen Arm verkündige Kindestindern, und deine Kraft allen, die noch kommen sollen. 19. Gott, deine Gerechtigkeit ist hoch, der du große Dinge thuſt. Gott, wer ist dir gleich? 20. Denn du läsfest mich erfahren viele und große Angst, und machst mich wieder lebendig und holest mich wieder aus der Tiefe der Erde herauf. 21. Du machst mich sehr groß, und tröstest mich wieder. 22. So danke ich auch dir mit Pfalterspiel für deine Treue, mein Gott; ich lobfinge dir auf der Harfe, du Heiliger in Israel. 23. Meine Lippen und meine Seele, die du erlöset haſt, sind fröhlich, und Lobsingen dir. 24. Auch dichtet meine Zunge täglich von deiner Gerechtigkeit. Denn schämen müssen sich, und zu Schanden werden, die mein Unglück suchen. Der 72. Pfalm. Weissagung von Christo und seinem Reich. 1. Des Salomo. Gott, gib dein Gericht dem Könige, und deine Gerechtigkeit des Königs Sohne, 2. Daß er dein Volk bringe zur Gerechtigkeit, und deine Elenden errette. 3. Laß die Berge den Frieden bringen unter das Volk, und die Hügel die Gerechtigkeit. 4. Er wird das elende Volk bei Recht Der Psalter. 142 Recht erhalten, und den Armen helfen, und die Lästerer zerschmeißen. 5. Man wird dich fürchten, so lange die Sonne und der Mond währet, von Kind zu Kindeskindern. 6. Er wird herabfahren, wie der Regen auf das Fell, wie die Tropfen, die das Land feuchten. 7. Zu seinen Zeiten wird blühen der Gerechte, und großer Friede, bis daß der Mond nimmer sey. 8. Er wird herrschen von einem Meer bis ans andere und von dem Wasser an bis zur Welt Ende. 9. Vor ihm werden sich neigen die in der Wüste, und seine Feinde werden Staub lecken. 10. Die Könige am Meer und in den Inseln werden Geschenke bringen; die Könige aus Reich Arabien und Seba werden Gaben zuführen. 11. Alle Könige werden ihn anbeten, alle Heiden werden ihm dienen. 12. Denn er wird den Armen erretten, der da schreiet, und den Elenden, der keinen Helfer hat. 13. Er wird gnädig seyn den Geringen und Armen, und den Seelen der Armen wird er helfen. 14. Er wird ihre Seele aus dem Trug und Frevel erlösen, und ihr Blut wird theuer geachtet werden vor ihm. 15. Er wird leben, und man wird ihm vom Golde aus Reich Arabien geben. Und man wird immerdar vor ihm beten, täglich wird man ihn loben. 16. Auf Erden, oben auf den Bergen, wird das Getreide dick stehen; feine Frucht wird beben wie Libanon, und wird grünen in den Städten, wie Gras auf Erden. Pi. 73. Name ewiglich, und alle Lande müssen seiner Ehre voll werden. Amen, Amen. 20. Ein Ende haben die Gebete | Davids, des Sohnes Jsai. Der 73. Psalm. Trost und Warnung wider Aergerniß, des Gottlosen Glück betreffend. 1. Ein Psalm Affaphs. Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist. 2. Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen, mein Tritt hätte beinahe geglitten. 3. Denn es verdroß mich auf die Ruhmredigen, da ich sahe, daß es den Gottlosen so wohl ging. 4. Denn sie sind in keiner Gefahr des Todes, sondern stehen fest, wie ein Palast. 5. Sie sind nicht im Unglück, wie andere Leute, und werden nicht wie andere Menschen geplagt. 6. Darum muß ihr Troßen köst. lich Ding seyn, und ihr Frevel muß wohlgethan heißen. 7. Ihre Person brüstet sich, wie ein fetter Wanst; sie thun, was sie nur gedenken. 8. Sie vernichten alles, und reden übel davon, und reden, und lästern hoch her. 9. Was sie reden, das muß vom Himmel herab geredet seyn; was sie sagen, das muß gelten auf Erden. 10. Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu, und laufen ihnen zu mit Haufen, wie Wasser. 11. Und sprechen: Was sollte Gott nach jenen fragen? Was sollte der Höchste ihrer achten? 12. Siehe, das sind die Gottlosen, die sind glückselig in der Welt, und werden reich. 13. Solls denn umsonst seyn, daß mein Herz unsträflich lebet, und ich meine Hände in Unschuld wasche? 17. Sein Name wird ewiglich bleiben; so lange die Sonne währet, wird sein Name auf die Nachkommen reichen und werden durch denfelben gesegnet seyn; alle Heiden werden ihn preifen. 18. Gelobet fey Gott, der Herr, der Gott Israels, der allein Wunder thut; 19. Und gelobet fey sein herrlicher| wie sie; aber siehe, damit hätte ich 14. Und bin geplaget täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da. 15. Ich hätte auch schier so gesagt, ver P₁. 74. verdammt alle deine Kinder, die je gewesen sind. 16. Sch gedachte ihm nach, daß ichs begreifen möchte; aber es war mir zu schwer, Der Psalter. 17. Bis daß ich ging in das Heiligthum Gottes, und merkte auf ihr Ende. 18. Aber du sebest sie auf das Schlüpfrige, und stürzest sie zu Boden. 19. Wie werden sie so plözlich zunichte! Sie gehen unter, und nehmen ein Ende mit Schrecken. 20. Wie ein Traum, wenn einer erwachet, so machst du, Herr, ihr Bild in der Stadt verschmähet. 21. Aber es thut mir wehe im Herzen, und sticht mich in meinen Nieren, 22. Daß ich muß ein Narr seyn, und nichts wissen, und muß wie ein Thier seyn vor dir. 23. Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand. 24. Du leitest mich nach deinem Rath, und nimmst mich endlich mit Ehren an. 25. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. 26. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Theil. 27. Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um alle, die wider dich huren. 28. Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte, und meine Zuversicht setze auf den Herrn Herrn, daß ich verkündige alles dein Thun. 143 stoße fie gar zu Boden. Der Feind hat alles verderbet im Heiligthum. 4. Deine Widerwärtigen brüllen in deinen Häusern, und setzen ihre Gößen darein. 5. Man siehet die Aerte oben her blicken, wie man in einen Wald hauet; 6. Und zerhauen alle seine Tafelwerke mit Beil und Barten. Der 74. Pfalm. Gebet um Erhaltung der Kirche. 1. Eine Unterweisung Assaphs. Gott, warum verstößest du uns so gar, und bist so grimmig zornig über die Schafe deiner Weide? 2. Gedenke an deine Gemeine, die du von Alters her erworben, und dir zum Erbtheil erlöset hast, an den Berg Zion, da du auf wohnest. 3. Tritt auf sie mit Füßen, und 7. Sie verbrennen dein Heiligthum, fie entweihen die Wohnung deines Namens zu Boden. 8. Sie sprechen in ihrem Herzen: Laßt uns sie plündern. Sie verbrennen alle Häuser Gottes im Lande. 9. Unsere Zeichen sehen wir nicht, und kein Prophet predigt mehr, und kein Lehrer lehrt uns mehr. 10. Ach Gott, wie lange soll der Widerwärtige schmähen, und der Feind deinen Namen so gar verläſtern? 11. Warum wendest du deine Hand ab, und deine Rechte von deinem Schooß so gar? 12. Aber Gett ist mein König von Alters her, der alle Hülfe thut, so auf Erden geschiehet. 13. Du zertrennest das Meer durch deine Kraft, und zerbrichst die Köpfe der Drachen im Wasser. 14. Du zerschlägst die Köpfe der Wallfische, und gibst sie zur Speise dem Volk in der Einöde. 15. Du läsfest quellen Brunnen und Bäche; du lässest versiegen starke Ströme. 16. Tag und Nacht ist dein. Du machst, daß beide, Sonne und Gestirn, ihren gewissen Lauf haben. 17. Du seßeft einem jeglichen Lande feine Grenze. Sommer und Winter machst du. 18. So gedenke doch deß, daß der Feind den Herrn schmähet, und ein thörichtes Volk lästert deinen Namen. 19. Du wollest nicht dem Thiere geben die Seele deiner Turteltaube, und deiner elenden Thiere nicht so gar vergessen. 20. Gedenke an den Bund; denn das Land 144 Land ist allenthalben jämmerlich verHeeret, und die Häuser sind zerrissen. 21. Laß den Geringen nicht mitSchanden davon gehen; denn die Armen und Elenden rühmen deinen Namen. Der Pfalter. 22. Mache dich auf, Gott, und führe aus deine Sache; gedenke an die Schmach, die dir täglich von den Thoren widerfähret. 23. Vergiß nicht des Geschreies deiner Feinde; das Toben deiner Widerwärtigen wird je länger, je größer. Der 75. Pfalm. Lob der Wunder Gottes; Warnung vor Sicherheit, 1. Ein Psalm und Lied Affaphs, daß er nicht umkäme, vorzusingen. 2. Wir danken dir, Gott, wir danken dir, und verkündigen deine Wunder, daß dein Name so nahe ist. 3. Denn zu seiner Zeit so werde ich recht richten. 4. Das Land zittert, und alle, die darinnen wohnen; aber ich halte seine Säulen feſte. Sela. 5. Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmet nicht so; und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt. 6. Pochet nicht so hoch auf eure Gewalt, redet nicht halsstarrig: 7. Es habe keine Noth, weder vom Aufgang, noch vom Niedergang, noch von dem Gebirge in der Wüste. 8. Denn Gott ist Richter, der diesen erniedriget und jenen erhöhet. 9. Denn der Herr hat einen Becher in der Hand, und mit starkem Wein voll eingeschenkt, und schenket aus demfelben; aber die Gottlosen müssen alle trinken, und die Hefen aussaufen. 10. Jch aber will verkündigen ewiglich, und lobsingen dem Gott Jacobs, 11. Und will alle Gewalt der GottLofen zerbrechen, daß die Gewalt des Gerechten erhöhet werde. Pf. 75. 76. 77. 2. Gott ist in Juda bekannt, in Israel ist sein Name herrlich. 3. Zu Salem ist sein Gezelt, und seine Wohnung zu Zion. 4. Daselbst zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwerdt und Streit. Sela. 5. Du bist herrlicher und mächtiger, denn die Haubeberge. 6. Die Stolzen müssen beraubet werden und entschlafen, und alle Krieger müssen die Hände lassen sinken. Der 76. Psalm. Gott seiner Kirche Schutzwehr. 1. Ein Psalmlied Assaphs, auf Saitenspiel vorzufingen. 7.VondeinemSchelten, Gott Jacobs, sinfet in Schlaf beide, Roß und Wagen. 8. Du bist erschrecklich. Wer kann vor dir stehen, wenn du zürneſt? 9. Wenn du das Urtheil läsfeſt hören vom Himmel, so erschrickt das Erdreich, und wird stille, richten, daß er helfe allen Elenden 10. Wenn Gott sich aufmacht zu auf Erden. Sela. 11. Wenn Menschen wider dich wüthen, so legst du Ehre ein, und wenn sie noch mehr wüthen, bist du auch gerüstet. 12. Gelobet und haltet dem Herrn, eurem Gott, alle, die ihr um ihn her fend, bringet Geschenke dem Schrecklichen, 13. Der den Fürsten den Muth nimmt, und schrecklich ist unter den Königen auf Erden. Der 77. Pfalm. Der Frommen Anfechtung und Troft. 1. Ein Pfalm Affaphs, für Jeduthun, vorzusingen. 2. Ich schreie mit meiner Stimme zu Gott, zu Gott schreie ich, und er erhöret mich. 3. In der Zeit meiner Noth suche ich den Herrn, meine Hand ist des Nachts ausgereckt, und läßt nicht ab; denn meine Seelewill sich nicht trösten lassen. 4. Wenn ich betrübt bin, so denke ich an Gott; wenn mein Herz in Nengsten ist, so rede ich. Sela. 5. Meine Augen hältst du, daß sie wachen; ich bin so ohnmächtig, daß ich nicht reden kann. 6. Jch Der Pfalter. Pf. 78. 6. Ich denke der alten Zeit, der vorigen Jahre. 7. Ich denke des Nachts an mein Saitenspiel und rede mit meinem Herzen, mein Geist muß forschen. 8. Wird denn der Herr ewiglich verstoßen, und keine Gnade mehr erzeigen? 9. Ist es denn ganz und gar aus mit seiner Güte? und hat die Verheißung ein Ende? 10. Hat denn Gott vergessen, gnädig zu seyn, und seine Barmherzigkeit vor Zorn verschlossen? Sela. 11. Aber doch sprach Ich: Ich muß das leiden, die rechte Hand des Höchsten kann alles ändern. 12. Darum gedenke ich an die Thaten des Herrn, ja ich gedenke an deine vorige Wunder, 13. Und rede von allen deinen Werken, und sage von deinem Thun. 14. Gott, dein Weg ist heilig. Wo ist ein so mächtiger Gott, als du, Gott, bist? 15. Du bist der Gott, der Wunder thut; du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern. 16. Du hast dein Volk erlöset gewaltiglich, die Kinder Jacobs und Josephs. Sela. 17. Die Wasser sahen dich. Gott, die Wasser sahen dich, und ängsteten sich, und die Tiefen tobten. 18. Die dicken Wolken gossen Wasser, die Wolken donnerten, und die Strahlen führen daher. 19. Es donnerte im Himmel, deine Blige leuchteten auf dem Erdboden; das Erdreich regte sich und bebte davon. 20. Dein Weg war im Meer, und dein Pfad in großen Wassern, und man spürte doch deinen Fuß nicht. 21. Du führtest dein Volk, wie eine Heerde Schafe, durch Mose und Aaron. Der 78. Psalm. Erzählung der Wohlthaten und Strafe Gottes, feinem Volke erzeigt. 145 1. Eine Unterweisung Assaphs. Höre, mein Volk, mein Geseß, neiget eure Ohren zu der Nede meines Mundes. 2. Ich will meinen Mund aufthun zu Sprüchen, und alte Geschichte aussprechen, 3. Die wir gehöret haben und wissen, und unsere Väter uns erzählet haben, 4. Daß wir es nicht verhalten sollen ihren Kindern, die hernach kommen, und verkündigen den Ruhm des Herrn, und seine Macht und Wunder, die er gethan hat. 5. Er richtete ein Zeugniß auf in Jacob, und gab ein Gesetz in Israel, das er unsern Vätern gebot zu lehren ihre Kinder; 6. Auf daß die Nachkommen lerneten, und die Kinder, die noch sollten geboren werden, wenn sie auffämen, daß sie es auch ihren Kindern verkündigten; 7. Daß sie sétzten auf Gott ihre Hoffnung, und nicht vergäßen der Thaten Gottes, und seine Gebote hielten, 8. Und nicht würden, wie ihre Väter, eine abtrünnige und ungehorsame Art, welchen ihr Herz nicht fest war, und ihr Geist nicht treulich hielt an Gott. 9. Wie die Kinder Ephraim, so geharnischt den Bogen führeten, abfielen zur Zeit des Streites. 10. Sie hielten den Bund Gottes nicht, und wollten nicht in seinem Gesez wandeln, 11. Und vergaßen seiner Thaten und seiner Wunder, die er ihnen erzeiget hatte. 12. Vor ihren Vätern that er Wunder in Egyptenland, im Felde Zoan. 13. Er zertheilte das Meer, und ließ fie durchhin gehen, und stellete das Wasser wie eine Mauer. 14. Er leitete sie des Tages mit einer Wolke und des Nachts mit einem hellen Feuer. 15. Er riß die Felsen in der Wüste, und tränkte sie mit Wasser die Fülle, 10 16. Und 146 Der Psalter. Pf. 78. 16. Und ließ Bäche aus den Felsen| daß sie nichts erlangten, und mußten fließen, daß sie hinab flossen wie ihr Leben lang geplaget seyn. Wasserströme. 17. Noch fündigten sie weiter wider ihn, und erzürnten den Höchsten in der Wüste, 34. Wenn er sie erwürgte, suchten sie ihn, und kehrten sich frühe zu Gott, 35. Und gedachten, daß Gott ihr Hort ist, und Gott, der Höchste, ihr Erlöser ist, 36. Und heuchelten ihm mit ihrem Munde, und logen ihm mit ihrer Zunge; 37. Aber ihr Herz war nicht fest an ihm, und hielten nicht treulich an seinem Bunde. 18. Und versuchten Gott in ihrem Herzen, daß sie Speise forderten für ihre Seelen, 19. Und redeten wider Gott, und sprachen: Ja, Gott sollte wohl können einen Tisch bereiten in der Wüste! 20. Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, daß Waffer flossen, und Bäche sich ergoffen; aber wie kann er Brod geben, und seinem Volk Fleisch verschaffen? 21. Da nun das der Herr hörte, entbrannte er, und Feuer ging an in Jacob, und Zorn kam über Israel, 22. Daß sie nicht glaubten an Gott, und hofften nicht auf seine Hülfe. 23. Und er gebot den Wolken droben, und that auf die Thür des Himmels, 24. Und ließ das Man auf sie regnen, zu effen, und gab ihnen Himmelsbrod. 25. Sie aßen Engelbrod, er fandte ihnen Speise die Fülle. 26. Er ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel, und erregte durch seine Stärke den Südwind, 27. Und ließ Fleisch auf sie regnen, wie Staub, und Vögel, wie Sand am Meer, 28. Und ließ fie fallen unter ihr Lager allenthalben, da sie wohneten. 29. Da aßen sie, und wurden allzu fatt; er ließ sie ihre Eust büßen. 30. Da nun ihre Lust gebüßet hatten, und sie noch davon aßen, 31. Da kam der Zorn Gottes über fie, und erwürgte die Vornehmſten unter ihnen, und schlug darnieder die Besten in Israel. 32. Über über das alles fündigten sie noch mehr, und glaubten nicht an seine Wunder. 33. Darum ließ er sie dahin sterben, 38. Er aber war barmherzig, und vergab die Missethat, und vertilgte sie nicht, und wandte oft seinen Zorn ab, und ließ nicht seinen ganzen Born geben. 39. Denn er gedachte, daß sie Fleisch find, ein Wind, der dahin kähret, und nicht wieder kommt. 40. Sie erzürnten ihn gar oft in der Wüste, und entrüsteten ihn in der Einöde. 41. Sie versuchten Gott immer wieder, und meisterten den Heiligen in Israel. 42. Sie gedachten nicht an seine Hand des Tages, da er sie erlösete von den Feinden; 43. Wie er denn feine Zeichen in Egypten gethan hatte, und seine Wunder im Lande Zoan; 44. Da er ihr Wasser in Blut wandelte, daß sie ihre Bäche nicht trinken konnten; 45. Da er Ungeziefer unter fie schickte, die sie fraßen, und Kröten, die sie verderbten; 46. Und gab ihre Gewächse den Raupen, und ihre Saat den Heu schrecken; 47. Da er thre Weinstöcke mit Hagel schlug, und ihre Maulbeerbäume mit Schloßzen; 48. Da er ihr Vieh schlug mit Hagel, und ihre Heerde mit Strahlen; 49. Da er böse Engel unter sie sandte in seinem grimmigen Zorn, und ließ sie toben und wüthen und Leide thun, 50. Da er seinen Zorn ließ fortgeben, Der Psalter. Pf. 79. gehen, und ihrer Seelen vor dem Tode nicht verschonte, und ließ ihr Vieh an der Pestilenz sterben; 51. Da er alle Erstgeburten in Egypten schlug, die ersten Erben in den Hütten Hams; 52. Und ließ sein Volk ausziehen, wie Schafe, und führte sie, wie eine Heerde, in der Wüste. 53. Und er leitete sie sicher, daß sie sich nicht fürchteten; aber ihre Feinde bedeckte das Meer; 54. Und brachte sie in seine heilige Gränze, zu diesem Berge, den seine Rechte erworben hat; 55. Und vertrieb vor ihnen her die Völker, und ließ ihnen das Erbe austheilen, und ließ in jener Hütte die Stämme Ifrael wohnen. 56. Aber sie versuchten und erzürneten Gott, den höchsten, und hielten seine Zeugnisse nicht, 57. Und fielen zurück, und verachteten alles, wie ihre Väter, und hielten nicht, gleichwie ein loser Bogen, 58. Und erzürneten ihn mit ihren Höhen, und reizten ihn mit ihren Gözzen. 59. Und da daß Gott hörte, entbrannte er, und verwarf Ifrael sehr, 60. Daß er seine Wohnung zu Silo ließ fahren, die Hütte, da er unter Menschen wohnte; 61. Und gab ihre Macht in das Gefängniß, und ihre Herrlichkeit in die Hand des Feindes; 62. Und übergab sein Volk in das Schwerdt, und entbrannte über sein Erbe. 63. Ihre junge Mannschaft fraß das Feuer, und ihre Jungfrauen mußten ungefreiet bleiben. 64. Ihre Priester fielen durch das Schwerdt, und waren keine Witwen, die da weinen sollten. 65. Und der Herr erwachte, wie ein Schlafender, wie ein Starfer jauchzet, der vom Wein kommt, 66. Und schlug seine Feinde von hinten, und hing ihnen eine ewige Schande an, 147 67. Und verwarf die Hütte Josephs, und erwählte nicht den Stamm Ephraim; 68. Sondern erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, welchen er liebte, 69. Und bauete fein Heiligthum hoch, wie ein Land, das ewiglich fest stehen soll, 70. Und erwählte seinen Knecht David, und nahm ihn von den Schafftällen; 71. Von den säugenden Schafen holte er ihn, daß er sein Volk Jacob weiden sollte, und sein Erbe Israel. 72. Und er weidete sie auch mit aller Treue, und regierte sie mit allem Fleiß. Der 79. Pfalm. Gebet wider die Feinde der Wahrheit und ihre Tyrannei. 1. Ein Psalm Affaphs. Herr, es sind Heiden in dein Erbe gefallen, die haben deinen heiligen Tempel verunreiniget, und aus Jerusalem Steinhaufen gemacht. 2. Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln unter dem Himmel zu freffen gegeben, und das Fleisch deiner Heiligen den Thieren im Lande. 3. Sie haben Blut vergoffen um Jerusalem her, wie Wasser, und war niemand, der begrub. 4. Wir sind unsern Nachbarn eine Schmach geworden, ein Spott und Hohn denen, die um uns sind. 5. Herr, wie lange willst du so gar zürnen, und deinen Eifer wie Feuer brennen lassen? 6. Schütte deinen Grimm auf die Heiden, die dich nicht kennen, und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen. 7. Denn sie haben Jacob aufge= fressen, und seine Häuser verwüstet. 8. Gedenke nicht unserer vorigen Missethat; erbarme dich unser bald, denn wir sind fast dünne geworden. 9. Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen; er10* rette 148 Der Psalter. Ps. 80. 81. rette uns, und vergib uns unsere| bedeckt, und mit seinen Neben die Sünde, um deines Namens willen. Cedern Gottes. 10. Warum läsfest du die Heiden fagen: Wo ist nun ihr Gott? Laß unter den Heiden vor unsern Augen fund werden, die Rache des Bluts deiner Knechte, das vergoffen ist. 11. Laß vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; nach deinem großen Arm behalte die Kinder des Todes. 12. Und vergilt unsern Nachbarn fiebenfältig in ihrem Busen ihre Schmach, damit sie dich, Herr, ge= schmähet haben. 13. Wir aber, dein Volk und Schafe deiner Weide, danken dir ewiglich, und verkündigen deinen Ruhm für und für. Der 80. Pfalm. Gebet um Erhaltung des geistlichen Weinberges. 1. Ein Pfalm Assaphs, von den Spanrosen, vorzufingen. 2. Du Hirte Ifraels, höre, der du Joseph hüteft, wie der Schafe; erscheine, der du sigest über Cherubim. 3. Erwecke deine Gewalt, der du vor Ephraim, Benjamin und Manaffe bist, und komm uns zu Hülfe. 4. Gott, tröste uns, und laß leuchten dein Antlig, so genesen wir. 5. Herr Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen über dem Gebet deines Volkes? 6. Du speiseft fie mit Thränenbrod, und tränkeft sie mit großem Maaß voll Thränen. 7. Du setzest uns unsern Nachbarn zum Zank, und unsere Feinde spotten unser. 8. Gott Zebaoth, tröste uns; laß leuchten dein Antliß, so genesen wir. 9. Du hast einen Weinstock aus Egypten geholet, und hast vertrieben die Heiden, und denselben gepflanzet. 10. Du hast vor ihm die Bahn gemacht, und hast ihn lassen einwurzeln, daß er das Land erfüllet hat. 11. Berge sind mit seinem Schatten 12. Du hast sein Gewächs ausgebreitet bis an das Meer, und seine Zweige bis an das Wasser. 13. Warum hast du denn seinen Zaun zerbrochen, daß ihn zerreißet alles, das vorüber gehet? 14. Es haben ihn zerwühlet die wilden Säue, und die wilden Thiere haben ihn verderbet. 15. Gott Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel, und siehe an, und suche heim diesen Weinstock, 16. Und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzet hat, und den du dir festiglich erwählet hast. 17. Siehe darein, und schilt, daß des Brennens und Reißens ein Ende werde. 18. Deine Hand schütze das Volk deiner Rechten, und die Leute, die du dir festiglich erwählet hast. 19. So wollen wir nicht von dir weichen. Laß uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen. 20. Herr Gott Zebaoth, tröste uns, laß dein Antlig leuchten, so genesen wir. Der 81. Psalm. Vermahnung, wie die Feiertage recht zu begehen. 1. Auf der Githith vorzusingen, Assaph. 2. Singet fröhlich Gott, der unsere Stärke ist; jauchzet dem Gott Jacobs. 3. Nehmet die Psalmen, und gebet Her die Pauken, liebliche Harfen mit Psaltern. 4. Blaset im Neumonden die Pos saunen, in unserm Feste der Laubrüste. 5. Denn solches ist eine Weise in Israel, und ein Recht des Gottes Jacobs. 6. Solches hat er zum Zeugniß gesetzt unter Joseph, da sie aus Egyptenland zogen, und fremde Sprachen gehöret hatten. 7. Da ich ihre Schulter von der Last entlediget hatte, und ihre Hände der Töpfe los wurden. 8. Da Der Pfalter. Pf. 82. 83. 8. Da du mich in der Noth anriefest, half ich dir aus, und erhörte dich, da dich das Wetter überfiel, und versuchte dich am Haderwasser. Sela. 9. Höre, mein Volk, ich will unter dir zeugen; Israel, du sollst mich hören, 10. Daß unter dir kein anderer Gott sey, und du keinen fremden Gott anbetest. 11. Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Egyptenland geführet hat. Thue deinen Mund weit auf, laß mich ihn füllen. 12. Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will meiner nicht. 13. So habe ich sie gelaffen in ihres Herzens Dünkel, daß sie wandeln nach ihrem Rath. 14. Wollte mein Volk mir gehorsam seyn, und Israel auf meinem Wege gehen: 15. So wollte ich ihre Feinde bald dämpfen, und meine Hand über ihre Widerwärtigen wenden. 16. Und die den Herrn haffen, müßten an ihm fehlen, ihre Zeit aber würde ewiglich währen, 17. Und ich würde sie mit dem besten Weizen speisen, und mit Honig aus den Felsen sättigen. Der 82. Pfalm. Vom Stand und Amt der weltlichen Obrigkeit. 1. Ein Psalm Affaphs. Gott stehet in der Gemeine Gottes, und ist Richter unter den Göttern. 2. Wie lange wollt ihr Unrecht richten, und die Person der Gottlosen vorziehen? Sela. 3. Schaffet Recht dem Armen und dem Waisen, und helfet dem Elenden und Dürftigen zum Recht. 4. Errettet den Geringen und Armen, und erlöset ihn aus der Gottlofen Gewalt. 5. Aber sie lassen ihnen nicht sagen, und achten es nicht; sie gehen immer hin im Finstern; darum müssen alle Grundfeste des Landes fallen. 149 6. Ich habe wohl gefagt: Jhr seyd Götter und allzumal Kinder des Höchsten; 7. Aber ihr werdet sterben, wie Menschen, und wie ein Tyrann zu Grunde gehen. 8. Gott, mache dich auf, und richte das Land; denn du bist Erbherr über alle Heiden. Der 83. Pjalm. Gebet um Hülfe wider die Feinde der Kirche. 1. Ein Pfalmlied Affaphs. 2. Gott, fchweige doch nicht also, und sey doch nicht so stille; Gott, halte doch nicht so inne. 3. Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, richten den Kopf auf. 4. Sie machen liftige Anschläge wider dein Volk, und rathschlagen wider deine Verborgene. 5. Wohl her, sprechen sie, laßt uns sie ausrotten, daß sie kein Volk seyn, daß des Namens Israel nicht mehr gedacht werde. 6. Denn sie haben sich mit einander vereiniget, und einen Bund wider dich gemacht: 7. Die Hütten der Edomiter und Ismaeliter, der Moabiter und Hagariter, 8. Der Gebaliter, Ammoniter und Amalekiter, die Philister sammt denen zu Tyrus. 9. Asfur hat sich auch zu ihnen geschlagen, und helfen den Kindern Loths. Sela. 10. Thue ihnen, wie den Midianitern, wie Siffera, wie Jabin am Bach Kison, 11. Die vertilget wurden bei Endor, und wurden zu Koth auf Erden. 12. Mache ihre Fürsten, wie Oreb und Seeb, alle ihre Obersten wie Seba und Zalmuna. 13. Die da sagen: Wir wollen die Häuser Gottes einnehmen: 14. Gott, mache sie wie einen Wirbel, wie Stoppeln vor dem Winde. 15. Wie Der Psalter. 150 15. Wie ein Feuer den Wald verbrennet, und wie eine Flamme die Berge anzündet, 16. Also verfolge sie mit deinem Wetter, und erschrecke sie mit deinem Ungewitter. 17. Mache ihre Angesichter voll Schande, daß sie nach deinem Namen fragen müssen. 18. Schämen müssen sie sich, und erschrecken immer mehr und mehr, und zu Schanden werden und umkommen. 19. So werden sie erkennen, daß du mit deinem Namen heißest Herr allein, und der Höchste in aller Welt. Der 84. Psalm. Von der Kirche und Predigtamt. 1. Ein Psalm der Kinder Korah, auf der Githith vorzusingen. 2. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! 3. Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. 4. Denn der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ihr Neſt, da fie Junge Hecken, nemlich deine Altare, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott. 5. Wohl denen, die in deinem Haufe wohnen, die loben dich immerdar. Sela. 6. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten, und von Herzen dir nachwandeln, 7. Die durch das Jammerthal gehen, und machen daselbst Brunnen. Und die Lehrer werden mit viel Segen geschmückt. 8. Sie erhalten einen Sieg nach dem andern, daß man sehen muß, der rechte Gott sey zu zion. 9. Herr Gott Zebaoth, höre mein Gebet, vernimm es, Gott Jacobs. Sela. 10. Gott, unser Schild, schaue doch; siehe an das Reich deines Gesalbten. 11. Denn Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend. Ich will lieber der Thür hüten in Pf. 84. 85. meines Gottes Hause, denn lange wohnen in der Gottlosen Hütten. 12. Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre, er wird kein Gutes mangeln laffen den Frommen. 13. Herr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt! Der 85. Psalm. Gebet um Gottes Hülfe und Wohlfahrt aller Stände. 1. Ein Pfalm der Kinder Korah, vorzufingen. 2. Herr, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande, und haft die Gefangenen Jacobs erlöset, 3. Der du die Missethat vormals vergeben hast deinem Volk, und alle ihre Sünden bedecket, Sela, 4. Der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben, und dich gewendet von dem Grimm deines Zorns, 5. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns. 6. Willst du denn ewiglich über uns zürnen, und deinen Zorn gehen laffen immer für und für? 7. Willst du uns denn nicht wieder erquicken, daß sich dein Volk über dich freuen möge? 8. Herr, erzeige uns deine Gnade, und hilf uns. 9. Ach! daß ich hören sollte, daß Gott der Herr redete, daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Thorheit gerathen. 10. Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne; 11. Daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; 12. Daß Treue auf der Erde wachse, und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; 13. Daß uns auch der Herr Gutes thue, und unser Land sein Gewächs gebe; 14. Daß YT Der Pfalter. Pf. 86. 87. 88. 14. Daß Gerechtigkeit dennoch vor ihm bleibe, und im Schwange gehe. Der 86. Pfalm. Davids unterschiedliche Bitten. 1. Ein Gebet Davids. Herr, neige deine Ohren, und erhöre mich; denn ich bin elend und arm. 2. Bewahre meine Seele, denn ich bin heilig; hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verläßt auf dich. 3. Herr, sey mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir. 4. Erfreue die Seele deines Knechts; denn nach dir, Herr, verlanget mich. 5. Denn du, Herr, bist gut und gnädig, von großer Güte, allen, die dich anrufen. 6. Vernimm, Herr, mein Gebet, und merke auf die Stimme meines Flehens. 7. In der Noth rufe ich dich an; du wollest mich erhören. 8. Herr, es ist dir keiner gleich unter den Göttern, und ist niemand, der thun kann, wie du. 9. Alle Heiden, die du gemacht hast, werden kommen, und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren, 10. Daß du so groß bist, und Wunder thust, und allein Gott bist. 11. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandele in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. 12. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen, und ehre deinen Namen ewiglich. 13. Denn deine Güte ist groß über mich, und hast meine Seele errettet aus der tiefen Hölle. 14. Gott, es setzen sich die Stolzen wider mich, und der Haufe der Tyrannen stehet mir nach meiner Seele, und haben dich nicht vor Augen. 15. Du aber, Herr Gott, biſt barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue. 16. Wende dich zu mir, sey mir gnädig; stärke deinen Knecht mit 151 deiner Macht, und hilf dem Sohne Deiner Magd. 17. Thue ein Zeichen an mir, daß mirs wohl gehe, daß es sehen, die mich hassen, und sich schämen müssen, daß du mir beistehest, Herr, und tröstest mich. Der 87. Psalm. Von der christlichen Kirche, unter dem Vorbild des irdischen Jerusalems. 1. Ein Psalmlied der Kinder Korah. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen. 2. Der Herr liebet die Thore Zions, über alle Wohnungen Jacobs. 3. Herrliche Dinge werden in dir gepredigt, du Stadt Gottes. Sela. 4. Ich will predigen lassen Rahab und Babel, daß sie mich kennen sollen. Siehe, die Philister und Tyrer, fammt den Mohren, werden daselbst geboren. 5. Man wird zu Zion sagen, daß allerlei Leute darinnen geboren werden, daß Er, der Höchste, fie baue. 6. Der Herr wird predigen lassen in allerlei Sprachen, daß derer etliche auch daselbst geboren werden. Sela. 7. Und die Sänger, wie am Reigen, werden alle in dir singen, eins ums andere. Der 88. Psalm. Gebet in schwerer Anfechtung. 1. Ein Pfalmlied der Kinder Korah, vorzusingen, von der Schwachheit der Elenden. Eine Unterweisung Hemans, des Esrahiten. 2. Herr Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir. 3. Laß mein Gebet vor dich kommen, neige deine Ohren zu meinem Geschrei. 4. Denn meine Seele ist voll Jammers, und mein Leben ist nahe bei der Hölle. 5. Ich bin geachtet gleich denen, die zu der Hölle fahren; ich bin wie ein Mann, der keine Hülfe hat. 6. Ich 152 6. Ich liege unter den Todten verlaffen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, derer du nicht mehr gedenkest, und sie von deiner Hand abgesondert sind. 7. Du hast mich in die Grube hinunter gelegt, in Finsterniß und in die Tiefe. 8. Dein Grimm drückt mich, und drängest mich mit allen deinen Fluthen. Sela. 9. Meine Freunde hast du ferne von mir gethan, du hast mich ihnen zum Greuel gemacht. Ich liege gefangen, und kann nicht auskommen. Der Psalter. 10. MeineGestalt ist jämmerlich vor Glend. Herr, ich rufe dich an täglich, ich breite meine Hände aus zu dir. 11. Wirst du denn unter den Todten Wunder thun? Oder werden die Verstorbenen auferstehen, und dir danken? Sela. 12. Wird man in Gräbern erzählen deine Güte, und deine Treue im Verderben? 13. Mögen denn deine Wunder in Finsterniß erkannt werden? oder deine Gerechtigkeit im Lande, da man nichts gedenket? 14. Aber ich schreie zu dir, Herr, und mein Gebet kommt frühe vor dich. 15. Warum verstößest du, Herr, meine Seefe, und verbirgst dein Antlitz vor mir? 16. Ich bin elend und ohnmächtig, daß ich so verstoßen bin; ich leide dein Schrecken, daß ich schier verzage. 17. Dein Grimm gehet über mich, dein Schrecken drücket mich. 18. Sie umgeben mich täglich wie Wasser, und umringen mich mit einander. 19. Du machst, daß meine Freunde und Nächsten und meine Verwandten fich ferne von mir thun, um solches Elendes willen. Pf. 89. des Herrn ewiglich, und seine Wahrs heit verkündigen mit meinem Munde für und für, 3. Und fage also, daß eine ewige Gnade wird aufgehen, und du wirst deine Wahrheit treulich halten im Himmel. 4. Ich habe einen Bund gemacht mit meinem Auserwählten; ich habe David, meinem Knechte, geschworen: 5. Ich will dir ewiglich Eamen verschaffen, und deinen Stuhl bauen für und für. Sela. 6. Und die Himmel werden, Herr, deine Wunder preisen, und deine Wahrheit in der Gemeine der Heiligen. 7. Denn wer mag in den Wolken dem Herrn gleich gelten und gleich seyn unter den Kindern der Götter dem Herrn? 8. Gott ist fast mächtig in der Versammlung der Heiligen, und wunderbarlich über alle, die um ihn find. 9. Herr Gott Zebaoth, wer ist, wie du, ein mächtiger Gott? Und deine Wahrheit ist um dich her. 1. Eine Unterweisung Ethans, des Efrahiten. 2. Ich will singen von der Gnade 10. Du herrscheft über das ungestüme Meer; du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben. 11. Du schlägst Rahab zu Tode; du zerstreuest deine Feinde mit deinem starken Arm. 12. Himmel und Erde ist dein; du hast gegründet den Erdboden, und was darinnen ist. 13. Mitternacht und Mittag haft du geschaffen; Thabor und Hermon jauchzen in deinem Namen. 14. Du hast einen gewaltigen Arm; stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte. 15. Gerechtigkeit und Gericht ist deines Stuhls Festung, Gnade und Wahrheit sind vor deinem Angesicht. 16. Wohl dem Volk, das jauchzen kann! Herr, sie werden im Licht Der 89. Pfalm. Von dem Messia und seinem Reich.deines Antliges wandeln; 17. Sie werden über deinem Namen täglich fröhlich seyn, und in deiner Gerechtigkeit herrlich seyn. 18. Denn Der Pfalter. Pf. 89. 18. Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du unser Horn erhöhen. 19. Denn der Herr ist unser Schild, und der Heilige in Ifrael ist unser König. 20. Dazumal redetest du im Gesicht zu deinem Heiligen und spracheſt: Ich habe einen Held erwecket, der helfen soll, ich habe erhöhet einen Auserwählten aus dem Volk. 21. Ich habe gefunden meinen Knecht David, ich habe ihn gesalbet mit meinem heiligen Del. 22. Meine Hand soll ihn erhalten, und mein Arm soll ihn stärken. 23. Die Feinde sollen ihn nicht überwältigen, und die Ungerechten sollen ihn nicht dämpfen, 24. Sondern ich will seine Widerfacher schlagen vor ihm her, und die ihn hassen, will ich plagen. 25. Aber meine Wahrheit und Gnade foll bei ihm seyn, und sein Horn soll in meinem Namen erhoben werden. 26. Ich will seine Hand in das Meer stellen, und seine Rechte in die Wasser. 27. Er wird mich nennen also: Du bist mein Vater, mein Gott und Hort, der mir hilft. 28. Und ich will ihn zum ersten Sohne machen, allerhöchst unter den Königen auf Erden. 29. Ich will ihm ewiglich behalten meine Gnade, und mein Bund soll ihm fest bleiben. 30. Ich will ihm ewiglich Samen geben, und seinen Stuhl, so lange der Himmel währet, erhalten. 31. Wo aber seine Kinder mein Gesetz verlassen, und in meinen Rechten nicht wandeln, 32. So sie meine Ordnungen enthei ligen, und meine Gebote nicht halten: 33. So will ich ihre Sünde mit der Ruthe heimsuchen, und ihre Missethat mit Plagen. 34. Aber meine Gnade will ich nicht von ihm wenden, und meine Wahrheit nicht lassen fehlen. 153 35. Ich will meinen Bund nicht entheiligen, und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist. 36. Ich habe einst geschworen, bei meiner Heiligkeit: Ich will David nicht lügen; 37. Sein Same soll ewig seyn, und sein Stuhl vor mir wie die Sonne. 38. Wie der Mond soll er ewiglich erhalten seyn, und gleichwie der Zeuge in den Wolken gewiß seyn. Sela. 39. Aber nun verstößest du, und verwirfst, und zürnest mit deinem Gejalbten. 40. Du verstöreft den Bund deines Knechts, und trittst seine Krone zu Boden. 41. Duzerreißest alle seine Mauern, und läsfest seine Festen zerbrechen. 42. Es rauben ihn alle, die vorüber gehen, er ist seinen Nachbarn ein Spott geworden. 43. Du erhöhest die Rechte seiner Widerwärtigen, und erfreuest alle seine Feinde. 44. Auch hast du die Kraft seines Schwerdts weggenommen, und läsfest ihn nicht siegen im Streit. 45. Du zerstöreft seine Reinigkeit, und wirfst seinen Stuhl zu Boden. 46. Du verkürzest die Zeit seiner Jugend, und bedeckest ihn mit Hohn. Sela. 47. Herr, wie lange willst du dich so gar verbergen, und deinen Grimm wie Feuer brennen lasfen? 48. Gedenke, wie kurz mein Leben ist. Warum willst du alle Menschen umsonst geschaffen haben? 49. Wo ist jemand, der da lebet und den Tod nicht sehe? der seine Seele errette aus der Höllen Hand? Sela. 50. Herr, wo ist deine vorige Gnade, die du David geschworen hast in deiner Wahrheit? 51. Gedenke, Herr, an die Schmach deiner Knechte, die ich trage in meinem Schooß, von so vielen Völkern allen, 52. Damit dich, Herr, deine Feinde schmähen, damit sie schmähen die Fußstapfen deines Sefalbten. 53. Ge 154 53. Gelobet fey der Herr ewiglich. Amen, Amen. Der Pfalter. Der 90. Psalm. Von des menschlichen Lebens Hinfälligkeit. 1. Ein Gebet Mose, des Mannes Gottes. 2. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge geworden, und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 3. Der du die Menschen läsfest sterben, und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder. 4. Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. 5. Du läsfest fie dahin fahren, wie einen Strom, und sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird, 6. Das da frühe blühet, und bald welk wird, und des Abends abgehauen wird und verdorret. 7. Das macht dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plötzlich dahin müssen. 8. Denn unsere Missethat stellest du vor dich, unsere unerkannte Sünde in das Licht, vor deinem Angesicht. 9. Darum fahren alle unsere Tage dahin durch deinen Zorn; wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwäß. 10. Unser Leben währet siebenzig Jahre, und wenn es hoch kommt, fo find es achtzig Jahre, und wenn es töstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fähret fchnell dahin, als flögen wir davon. 11. Wer glaubt es aber, daß du so sehr zürnest? Und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm? Ps. 90. 91. 15. Erfreue uns nun wieder, nach dem du uns so lange plagest, nach dem wir so lange Unglück leiden. Werke, und deine Ehre ihren Kindern. 16. Zeige deinen Knechten deine 12. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. 13. Herr, kehre dich doch wieder zu uns, und sei deinen Knechten gnädig. 14. Fülle uns frühe mit deiner Gnade; so wollen wir rühmen und fröhlich seyn unser Leben lang. 17. Und der Herr, unser Gott, fey uns freundlich, und fördere das Werk unserer Hände bei uns, ja das Werk unserer Hände wolle er fördern. Der 91. Psalm. Troft in Sterbensgefahr. 1. Wer unter dem Schirm des Höchsten fizet und unter dem Schat, ten des Allmächtigen bleibet, 2. Der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. 3. Denn er errettet mich vom Strid des Jägers und von der schädlichen Pestilenz. 4. Er wird dich mit seinen Fittis gen decken, und deine Zuversicht wird feyn unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, 5. Daß du nicht erschrecken müsfest vor dem Grauen des Nachts, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, 6. Vor der Pestilenz, die im Finstern schleichet, vor der Seuche, die im Mittage verderbet. 7. Obtausend fallen zu deiner Seite, und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. 8. Ja, du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen, und schauen, wie es den Gottlosen vergolten wird. 9. Denn der Herr ist deine Zuver sicht, der Höchste ist deine Zuflucht. 10. Es wird dir kein Uebels begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen. 11. Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich be hüten auf allen deinen Wegen, 12. Daß sie dich auf den Händen tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. 13. Auf den Löwen und Ottern wirst du gehen, und treten auf den jungen Löwen und Drachen. 14. Er Der Pfalter. Ps. 92. 93. 94. 14. Er begehret meiner, so will ich ihm aushelfen; er kennet meinen Namen, darum will ich ihn schüßen. 15. Er ruft mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Noth, ich will ihn heraus reißen, und zu Ehren machen. 16. Sch will ihn sättigen mit langem Leben, und will ihm zeigen mein Heil. Der 92. Pfalm. Gott soll man loben, und warum? 1. Ein Psalmlied auf den Sabbathtag. 2. Das ist ein köstliches Ding, dem Herrn danken, und lobsingen deinem Namen, du Höchster! 3. Des Morgens deine Gnade, und des Nachts deine Wahrheit verkündigen, 4. Auf den zehn Saiten und Psalter, mit Spielen auf der Harfe. 5. Denn, Herr, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Geschäfte deiner Hände. 6. Herr, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind so sehr tief. 7. Ein Thörichter glaubt das nicht, und ein Narr achtet solches nicht. 8. Die Gottlosen grünen, wie das Gras, und die Uebelthäter blühen alle, bis sie vertilget werden immer und ewiglich. 9. Aber Du, Herr, bist der Höchste, und bleibest ewiglich. 10. Denn siehe, deine Feinde, Herr, siehe, deine Feinde werden umkommen, und alle Uebelthäter müssen zerstreuet werden. 11. Aber mein Horn wird erhöhet werden, wie eines Einhorns, und werde gefalbet mit frischem Del. 12. Und mein Auge wird seine Lust ſehen an meinen Feinden, und mein Ohr wird seine Lust hören an den Boshaftigen, die sich wider mich setzen. 13. Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Geder auf Libanon. 14. Die gepflanzet sind in dem Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unsers Gottes grünen. 155 15. Und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch seyn, 16. Daß sie verkündigen, daß der Herr so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm. Der 93. Psalm. Weifsagung von Christo und seinem Reich. 1. Der Herr ist König, und herrlich geschmückt; der Herr ist geschmückt, und hat ein Reich anges fangen, so weit die Welt ist, und zugerichtet, daß es bleiben soll. 2. Von dem an stehet dein Stuhl fest; du bist ewig. 3. Herr, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme heben empor die Wellen. 4. Die Wafferwogen im Meer sind groß, und brausen greulich; der Herr aber ist noch größer in der Höhe. 5. Dein Wort ist eine rechte Lehre, Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Der 94. Psalm. Gebet wider die Feinde der Kirche. 1. Herr Gott, deß die Rache ist, Gott, deß die Rache ist, erscheine. 2. Erhebe dich, du Richter der Welt, vergilt den Hoffärtigen, was fie verdienen. 3. Herr, wie lange sollen die Gottlosen prahlen, 4. Und so trotziglich reden, und alle Uebelthäter sich so rühmen? 5. Herr, fie zerschlagen dein Volk, und plagen dein Erbe. 6. Wittwen und Fremdlinge erwürgen sie, und tödten die Waisen, 7. Und sagen: Der Herr siehet es nicht, u. der Gott Jacobs achtets nicht. 8. Merket doch, ihr Narren unter dem Volk, und ihr Thoren, wenn wollt ihr flug werden? 9. Der das Ohr gepflanzet hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen? 10. Der die Heiden züchtiget, sollte der 156 der nicht strafen? der die Menschen lehret, was sie wissen. Der Psalter. 11. Aber der Herr weiß die Gedanten der Menschen, daß sie eitel sind. 12. Wohl dem, den du, Herr, züchtigest, und lehrest ihn durch dein Gesetz! 13. Daß er Geduld habe, wenn es übel gehet, bis dem Gottlosen die Grube bereitet werde. 14. Denn der Herr wird sein Volk nicht verstoßen, noch sein Erbe verIaffent. 15. Denn Recht muß doch Recht bleiben, und dem werden alle from= me Herzen zufallen. 16. Wer stehet bei mir wider die Boshaftigen? Wer tritt zu mir wider die Uebelthäter? 17. Wo der Herr mir nicht hülfe, fo läge meine Seele schier in der Stille. 18. Ich sprach: Mein Fuß hat gestrauchelt; aber deine Gnade, Herr, hielt mich. 19. Ich hatte viel Bekümmerniß in meinem Herzen; aber deine Tröstungen ergößten meine Seele. 20. Du wirst ja nimmer eins mit dem schädlichen Stuhl, der das Gesetz übel deutet. 21. Sie rüsten sich wider die Seele des Gerechten, und verdammen unschuldig Blut." 22. Aber der Herr ist mein Schuß, mein Gott ist der Hort meiner Zuversicht. 23. Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten, und wird sie um ihre Bosheit vertilgen; der Herr, unser Gott, wird sie vertilgen. Der 95. Psalm. Dem Meffias soll man Dank fagen und Gehorsam leiſten. 1. Kommt herzu, lasset uns dem Herrn frohlocken, und jauchzen dem Hort unsers Heils. 2. Laßt uns mit Danken vor sein Angesicht kommen, und mit Psalmen ihm jauchzen. 3. Denn der Herr ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter. Pf. 95. 96. 4. Denn in seiner Hand ist, was die Erde bringet, und die Höhen der Berge sind auch sein. 5. Denn sein ist das Meer, und er hat es gemacht; und seine Hände haben das Trockene bereitet. 6. Kommt, laßt uns anbeten und knieen, und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat. 7. Denn er ist unser Gott, und wir das Volk seiner Weide, und Schafe seiner Hand. Heute, so ihr seine Stimme höret, 8. So verstocket euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, wie zu Mafsa in der Wüste, 9. Da mich eure Väter versuchten, fühlten und sahen mein Werk, 10. Daß ich vierzig Jahre Mühe hatte mit diesem Volk, und sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will, und die meine Wege nicht lernen wollen; 11. Daß ich schwur in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen. Der 96. Pfalm. Von dem neuen Liede des heil. Evang. 1. Singet dem Herrn ein neues Lied; finget dem Herrn, alle Welt; 2. Singet dem Herrn, und lobet seinen Namen; prediget einen Tag am andern sein Heil; 3. Erzählet unter den Heiden seine Ehre, unter allen Völkern seine Wunder. 4. Denn der Herr ist groß, und hoch zu loben, wunderbarlich über alle Götter. 5. Denn alle Götter der Völker Himmel gemacht. find Gößen; aber der Herr hat den 6. Es stehet herrlich und prächtig vor ihm, und gehet gewaltiglich und löblich zu in seinem Heiligthum. 7. Ihr Völker, bringet her dem Herrn, bringet her dem Herrn Ehre und Macht; 8. Bringet her dem Herrn die Ehre seinem Namen, bringet Geschenke, und kommt in seine Vorhöfe. 9. Betet Der Pfalter. Pf. 97. 98. 99. 9. Betet an den Herrn im heiligen Schmuck; es fürchte ihn alle Welt. 10. Saget unter den Heiden, daß der Herr König fey, u. habe sein Reich, so weit die Welt ist, bereitet, daß es bleiben soll, und richtet die Völker recht. 11. Himmel, freue dich, und Erde, fey fröhlich; das Meer brause, und was darinnen ist; 12. Das Feld sey fröhlich, und alles, was darauf ist, und lasset rühmen alle Bäume im Walde, 13. Vor dem Herrn, denn er kommt, denn er kommt zu richten das Erdreich. Er wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit, und die Völker mit seiner Wahrheit. Der 97. Psalm. Von Christo und seinem Königreich. 1. Der Herr ist König, deß freue sich das Erdreich, und seyen fröhlich die Inseln, so viel ihrer ist. 2. Wolken und Dunkel ist um ihn her, Gerechtigkeit und Gericht ist feines Stuhls Festung. 3. Feuer geht vor ihm her, und zündet an umber seine Feinde. 4. Seine Blige leuchten auf den Erdboden, das Erdreich siehet es, und erschrickt. 5. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem Herrn, vor dem Herrscher des ganzen Erdbodens. 6. Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und alle Völker sehen feine Ehre. 7. Schämen müssen sich alle, die den Bildern dienen, und sich der Gözzen rühmen. Betet ihn an, alle Götter. 8. 3ion höret es, und ist froh, und die Töchter Juda find fröhlich, Herr, über deinem Regiment. 9. Denn du, Herr, bist der Höchste in allen Ländern, du bist sehr erhöhet über alle Götter. 10. Die ihr den Herrn liebet, hafset das Arge. Der Herr bewahret die Seelen seiner Heiligen; von der Gottlosen Hand wird er sie erretten. 11. Den Gerechten muß das Licht 157 immer wieder aufgehen, und Freude den frommen Herzen. 12. Ihr Gerechten, freuet euch des Herrn, und danket ihm, und preiset seine Heiligkeit. Der 98. Psalm. Vermahnung zum Lobe Christi. 1. Ein Pfalm. Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er thut Wunder. Er fieget mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm. 2. Der Herr läßt sein Heil verfündigen; vor den Völkern läßt er seine Gerechtigkeit offenbaren. 3. Er gedenket an seine Gnade und Wahrheit dem Hause Israel. Aller Welt Ende sehen das Heil unsers Gottes. 4. Jauchzet dem Herrn, alle Welt, finget, rühmet und lobet; 5. Lobet den Herrn mit Harfen, mit Harfen und mit Psalmen; 6. Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem Herrn, dem Könige. 7. Das Meer brause, und was darinnen ist, der Erdboden, und die darauf wohnen. 8. Die Wasserströme frohlocken, und alle Berge seyen fröhlich, 9. Vor dem Herrn, denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdboden richten mit Gerechtigfeit und die Völker mit Recht. Der 99. Psalm. Von des Reichs Christi Beschaffenheit. 1. Der Herr ist König, darum toben die Völker; er sizzet auf Cherubim, darum reget sich die Welt. 2. Der Herr ist groß zu Zion und hoch über alle Völker. 3. Man danke deinem großen und wunderbarlichen Namen, der da heilig iſt. 4. Jm Reich dieses Königs hat man das Recht lieb. Du gibst Frömmigkeit. Du schaffest Gericht und Gerechtigkeit in Jacob. 5. Erhebet den Herrn, unfern Gott, betet 158 betet an zu seinem Fußschemel; denn er ist heilig. Der Pfalter. 6. Mose und Aaron unter seinen Priestern, und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen; sie riefen an den Herrn, und Er erhörte sie. 7. Er redete mit ihnen durch eine 8. Frühe vertilge ich alle Gottlosen Wolkensäule; sie hielten feine Zeug- im Lande, daß ich alle Uebelthäter niffe und Gebote, die er ihnen gab. ausrotte aus der Stadt des Herrn. 8. Herr, du bist unser Gott, du erhörtest fie; du, Gott, vergabeft Bußgebet angefochtener und gnaden. Der 102. Pjalm. ihnen, und straftest ihr Thun. hungriger Herzen. 1. Ein Gebet des Elenden, so er betrübt ist, und seine Klage vor dem Herrn ausschüttet. 2. Herr, höre mein Gebet, und laß mein Schreien zu dir kommen. 3. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Noth, neige deine Ohren zu mir; wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald. 4. Denn meine Tage sind vergan gen, wie ein Rauch, und meine Ge beine sind verbrannt, wie ein Brand. 5. Mein Herz ist geschlagen und verdørret wie Gras, daß ich auch vergesse, mein Brod zu essen. 6. Mein Gebein klebt an meinem Fleisch vor Heulen und Seufzen. 7. Ich bin gleich wie ein Rohrdommel in der Wüste, ich bin gleich wie ein Käuzlein in den verstörten Städten. 8. Ich wache, und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dach. 9. Täglich schmähen mich meine Feinde; und die mich spotten, schwören bei mir. 9. Erhöhet den Herrn, unsern Gott, und betet an zu seinem heiligen Berge; denn der Herr, unser Gott, ist heilig. Der 100. Psalm. Danksagung für Gottes Wohlthaten. 1. Ein Dankpfalm. Jauchzet dem Herrn, alle Welt. 2. Dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Froh locken. 3. Erkennet, daß der Herr Gott ist. Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, zu seinem Volk, und zu Schafen seiner Weide. 4. Gehet zu feinen Thoren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen. 5. Denn der Herr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig, und seine Wahrheit für und für. Der 101. Pfalm. Davids Regentenſpiegel. 1. Ein Psalm Davids. Von Gnade und Recht will ich fingen, und dir, Herr, Lob sagen. 2. Ich handle vorsichtig und redlich, und wandle treulich in meinem Hause. 3. Ich nehme mir keine böse Sache vor. Ich hasse den Uebertreter, und lasse ihn nicht bei mir bleiben. p. 100. 101. 102. 6. Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, daß sie bei mir wohnen, und habe gerne fromme Diener. 4. Ein verkehrtes Herz muß von mir weichen, den Bösen leide ich nicht. 5. Der seinen Nächsten heimlich verleumdet, den vertilge ich; ich mag deß nicht, der stolze Geberden und hohen Muth hat. 7. Falsche Leute halte ich nicht in meinem Hause, die Lügner gedeihen nicht bei mir. 10. Denn ich esse Asche wie Brod, und mische meinen Trank mit Weinen, 11. Vor deinem Drohen und Zorn, daß du mich aufgehoben, und zu Boden gestoßen hast. 12. Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, und ich verdorre wie Gras. 13. Du aber, Herr, bleibest ewiglich, und dein Gedächtniß für und für. 14. Du wollest dich aufmachen, und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, daß du ihr gnädig seyst, und die Stunde ist gekommen. 15. Denn Der Pfalter. Pſ. 103. 15. Denn deine Knechte wollten gerne, daß sie gebauet würde, und sähen gerne, daß ihre Steine und Kalk zugerichtet würden; 16. Daß die Heiden den Namen des Herrn fürchten, und alle Könige auf Erden deine Ehre; 17. Daß der Herr Zion bauet, und erscheinet in seiner Ehre. 18. Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen, und verschmähet ihr Gebet nicht. 19. Das werde geschrieben auf die Nachkommen; und das Volk, das geschaffen soll werden, wird den Herrn loben. 20. Denn er schauet von seiner heiligen Höhe, und der Herr siehet vom Himmel auf Erden, 21. Daß er das Seufzen des Gefangenen höre, und los mache die Kinder des Todes; 22. Auf daß sie zu zion predigen den Namen des Herrn und sein Lob zu Jerusalem, 23. Wenn die Völker zusammenkommen, und die Königreiche, dem Herrn zu dienen. 24. Er demüthiget auf dem Wege meine Kraft und verkürzet meine Tage. 25. Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. 26. Du haft vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. 27. Sie werden vergehen, aber Du bleibest; sie werden alle veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie einkleid, wenn du fie verwandeln wirst. 28. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. 29. Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Same wird vor dir gedeihen. Der 103. Psalm. Gottes Güte soll man preisen. 1. Ein Psalm Davids. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. 159 2. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, 3. Der dir alle deine Sünde vergibt, und heilet alle deine Gebrechen, 4. Der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, 5. Der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst, wie ein 6. Der Herr schaffet Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden. 7. Er hat seine Wege Mofe wissen laffen, die Kinder Israel sein Thun. 8. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. 9. Er wird nicht immer Hadern, noch ewiglich Zorn halten. 10. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt und nicht nach unserer Missethat. 11. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. 12. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Uebertretung von uns seyn. 13. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. 14. Denn er kennet, was für ein Gemächte wir sind; er gedenket daran, daß wir Staub sind. 15. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde; 16. Wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. 17. Die Gnade aber des Herrn über die, so ihn fürchten, und seine währet von Ewigkeit zu Ewigkeit Gerechtigkeit auf Kindeskind, 18. Bei denen, die seinen Bund halten, und gedenken an seine Ge bote, daß sie darnach thun. 19. Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich I herrschet über alles. 20. Lobet Der Psalter. 160 20. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Worts. 21. Cobet den Herrn, alle seine Heerschaaren, seine Diener, die ihr seinen Willen thut. 22. Lobet den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft. Lobe den Herrn, meine Seele. Der 104. Psalm. Lob Gottes aus dem Buch der Natur. 1. Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt. 2. Licht ist dein Kleid, daß du anhast; du breitest aus den Himmel wie einen Teppich. 3. Du wölbest es oben mit Wasser; du fährst auf den Wolken, wie auf einem Wagen, und gehest auf den Fittigen des Windes; 4. Der du machst deine Engel zu Winden, und deine Diener zu Feuerflammen; 5. Der du das Erdreich gründest auf seinen Boden, daß es bleibe immer und ewiglich. 6. Mit der Tiefe deckest du es, wie mit einem Kleide; und Wasser stehet über den Bergen. 7. Aber von deinem Echelten fliehen sie, von deinem Donner fahren fie dahin. 8. Die Berge gehen hoch hervor, und die Breiten fetzen sich herunter zum Ort, den du ihnen gegründet hast. 9. Du hast eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht, und müssen nicht wiederum das Erdreich bedecken. 10. Du läsfest Brunnen quellen in den Gründen, daß die Wasser zwischen den Bergen hinfließen, 11. Daß alle Thiere auf dem Felde trinken, und das Wild seinen Durst lösche. 12. An demselben sitzen die Vögel des Himmels, und singen unter den Zweigen. 13. Du feuchtest die Berge von Pf. 104. oben her; du machst das Land voll Früchte, die du schaffest. 14. Du läsfest Gras wachsen für das Vieh, und Saat zu Nuß den Menschen, daß du Brod aus der Erde bringest; 15. Und daß der Wein erfreue des Menschen Herz, und seine Gestalt schön werde vom Del, und das Brod des Menschen Herz stärke; 16. Daß die Bäume des Herrn voll Safts stehen, die Cedern Libanon, die er gepflanzet hat. 17. Daselbst nisten die Vögel, und die Reiger wohnen auf den Tannen. 18. Die hohen Berge sind der Gemfen Zuflucht, und die Steinklüfte der Kaninchen. 19. Du machst den Mond, das Jahr darnach zu theilen; die Sonne weiß ihren Niedergang. 20. Du machst Finsterniß, daß Nacht wird, da regen sich alle wilde Thiere; 21. Die jungen Löwen, die da brüllen nach dem Raube, und ihre Speise suchen von Gott. 22. Wenn aber die Sonne aufge het, heben sie sich davon, und legen sich in ihre Löcher. 23. So gehet dann der Mensch aus an seine Arbeit, und an sein Ackerwerk, bis an den Abend. 24. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du haft sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. 25. Das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt es ohne Zahl, beide, große und kleine Thiere. 26. Daselbst gehen die Schiffe, da sind Wallfische, die du gemacht haſt, daß sie darinnen scherzen. 27. Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebeft zu seiner Zeit. 28. Wenn du ihnen gibst, so sammlen fie; wenn du deine Hand aufthust, so werden sie mit Gut gesättiget. 29. Verbirgest du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie, und werden wieder zu Staub. 30. Du Pf. 105. 30. Du läsfest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und verneuerst die Gestalt der Erde. 31. Die Ehre des Herrn ist ewig; der Herr hat Wohlgefallen an seinen Werken. Der Pfalter. 32. Er schauet die Erde an, so bebet fie; er rühret die Berge an, so rauchen sie. 33. Ich will dem Herrn singen mein Leben lang, und meinen Gott loben, so lange ich bin. 34. Meine Rede müsse ihm wohl gefallen. Ich freue mich des Herrn. 35. Der Sünder müsse ein Ende werden auf Erden, und die Gottlosen nicht mehr seyn. Lobe de Herrn, meine Seele. Halleluja. Der 105. Pfalm. Kurze Chronica, von Abraham bis auf Jofua. 1. Danket dem Herrn, und prediget seinen Namen; verkündiget fein Thun unter den Völkern; 2. Singet von ihm, und lobet ihn; redet von allen seinen Wundern; 3. Rühmet seinen heiligen Namen; es freue sich das Herz derer, die den Herrn suchen. 4. Fraget nach dem Herrn und nach seiner Macht, fuchet sein Antlitz alle Wege; 5. Gedenket seiner Wunderwerke, die er gethan hat, seiner Wunder und seines Worts, 6. Thr, der Saame Abrahams, seines Knechts, ihr Kinder Jacobs, feine Auserwählten. 7. Er ist der Herr, unser Gott, er richtet in aller Welt. 8. Er gedenket ewiglich an seinen Bund, des Worts, das er verheißen hat, auf viele Tausend für und für, 9. Den er gemacht hat mit Abraham, und des Eides mit Isaac; 10. Und stellete daffelbe Jacob zu einem Rechte und Israel zum ewigen Bunde, 11. Und sprach: Dir will ich das Land Canaan geben, das Loos eures Erbes, 161 12. Da sie wenig und gering waren, und Fremdlinge darinnen. 13. Und sie zogen von Volk zu Volk, von einem Königreiche zum andern Volk. 14. Er ließ keinen Menschen ihnen Schaden thun, und strafte Könige um ihretwillen. 15. Tastet meine Gefalbten nicht an, und thut meinen Propheten kein Leid. 16. Und er ließ eine Theuerung in das Land kommen, und entzog allen Vorrath des Brods. 17. Er fandte einen Mann vor ihnen hin, Joseph ward zum Knechte verkauft. 18. Sie zwangen seine Füße in den Stock, sein Leib mußte in Eisen liegen, 19. Bis daß sein Wort kam und die Rede des Herrn ihn durchläuterte. 20. Da fandte der König hin, und ließ ihn los geben, der Herr über Völker hießz ihn auslaffen. 21. Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Herrscher über alle seine Güter, 22. Daß er seine Fürsten unterwiese nach seiner Weise, und seine Neltesten Weisheit lehrte. 23. Und Israel zog in Egypten, und Jacob ward ein Fremdling im Lande Ham. 24. Und er ließ sein Volk sehr wachsen, und machte fie mächtiger denn ihre Feinde. 25. Er verkehrete jener Herz, daß fie feinem Volk gram wurden, und dachten feine Knechte mit List zu dämpfen. 26. Er fandte seinen Knecht Mose, Naron, den er hatte erwählet. 27. Dieselben thaten seine Zeichen unter ihnen und seine Wunder im Lande Hams. 28. Er ließ Finsterniß kommen, und machte es finster; und waren nicht ungehorsam seinen Worten. 29. Er verwandelte ihre Wasser in Blut, und tödtete ihre Fische. 30. Ihr Land wimmelte Kröten heraus, in den Kammern ihrer Könige. 11 31. Er Der Pfalter. 162 31. Er sprach, da kam Ungeziefer, Läuse in allen ihren Grenzen. 32. Er gab ihnen Hagel zum Regen, Feuerflammen in ihrem Lande, 33. Und schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume, und zerbrach die Bäume in ihren Grenzen. 34. Er sprach, da kamen Heuschrecken und Käfer ohne Zahl. 35. Und sie fraßen alles Gras in ihrem Lande, und fraßen die Früchte auf ihrem Felde. 36. Und schlug alle Erstgeburt in Egypten, alle ihre ersten Erben, 37. Und führete sie aus mit Silber und Gold; und war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen. 38. Egypten ward froh, daß sie auszogen; denn ihre Furcht war auf fie gefallen. 39. Er breitete eine Wolke aus zur Decke, und ein Feuer des Nachts zu leuchten. 40. Sie baten, da ließ er Wachteln kommen, und er sättigte sie mit Himmelbrod. 44. Und gab ihnen die Länder der Heiden, daß sie die Güter der Völker einnahmen, 45. Auf daß sie halten sollten seine Rechte, und seine Gesetze bewahren. Halleluja. Der 106. Pfalm. Gutthaten Gottes, den Israeliten erzeiget. Große Strafe des Undanks. 1. Halleluja. Pf. 106. 2. Wer kann die großen Thaten des Herrn ausreden, und alle seine löblichen Werke preisen? 3. Wohl denen, die das Gebot halten, und thun immerdar Recht! 41. Er öffnete den Felsen, da flossen Wasser aus, daß Bäche liefen in der dürren Wüste. 42. Denn er gedachte an sein hei- Widersacher, daß nicht einer überblieb. 11. Und die Waffer erfäuften ihre liges Wort, Abraham, seinem Knechte, geredet. 12. Da glaubten sie an seine Worte, und sangen sein Lob. 43. Also führte er sein Volk aus mit Freuden, und seine Auserwählten mit Wonne, 13. Aber sie vergaßen bald seine Werke, sie warteten nicht seines Raths. 14. Und sie wurden lüstern in der Wüste, und versuchten Gott in der Einöde. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 4. Herr, gedenke meiner nach der Gnade, die du deinem Volke verheiBen haft; beweise uns deine Hülfe, 5. Daß wir sehen mögen die Wohlfahrt deiner Auserwählten, und uns freuen, daß es deinem Volk wohlgehet, und uns rühmen mit deinem Erbtheil. 6. Wir haben gesündiget sammt unsern Vätern, wir haben mißgehandelt, und find gottlos gewesen. 7. Unsere Väter in Egypten wollten deine Wunder nicht verstehen; fie gedachten nicht an deine große Güte, und waren ungehorsam am Meer, nemlich am Schilfmeer. 8. Er half ihnen aber um seines Namens willen, daß er seine Macht bewiese. 9. Und er schalt das Schilfmeer, da ward es trocken, und führte fie durch die Tiefen, wie in einer Wüste, 10. Und half ihnen von der Hand deß, der sie haffete, und erlösete fie von der Hand des Feindes. 15. Er aber gab ihnen ihre Bitte, und sandte ihnen genug, bis ihnen davor ekelte. 16. Und sie empörten sich wider Mose im Lager, wider Aaron, den Heiligen des Herrn. 17. Die Erde that sich auf und verschlang Dathan, und deckte zu die Rotte Abiram. 18. Und Feuer wurde unter ihrer Rotte angezündet, die Flamme verbrannte die Gottloſen. 19. Sie P₁. 107. 19. Sie machten ein Kalb in Horeb, und beteten an das gegossene Bild, 20. Und verwandelten ihre Ehre in ein Gleichniß eines Ochsen, der Gras isset. 21. Sie vergaßen Gottes, ihres Heilandes, der so große Dinge in Egypten gethan hatte, 22. Wunder im Lande Hams, und schreckliche Werke am Schilfmeer. Der Psalter. 23. Und er sprach, er wollte sie vertilgen, wo nicht Mose, sein Auser= wählter, den Riß aufgehalten hätte, seinen Grimm abzuwenden, auf daß er sie nicht gar verderbete. 24. Und sie verachteten das liebe Land, sie glaubten seinem Worte nicht, 25. Und murreten in ihren Hütten; sie gehorchten der Stimme des Herrn nicht. 26. Und er hob auf seine Hand wider sie, daß er sie niederschlüge in der Wüste, 27. Und würfe ihren Samen unter die Heiden, und streuete sie in die Länder. 28. Und sie hingen sich an den Baal Peor, und aßen von den Opfern der todten Gözen, 29. Und erzürnten ihn mit ihrem Thun; da riß auch die Plage unter fie. 30. Da trat zu Pinehas, und schlichtete die Sache; da ward der Plage gesteuret, 31. Und ward ihm gerechnet zur Gerechtigkeit für und für ewiglich. 32. Und sie erzürneten ihn am Haderwasser, und sie zerplagten den Mose übel. 33. Denn sie betrübten ihm sein Herz, daß ihm etliche Worte entführen. 34. Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie sie doch der Herr geheißen hatte; 35. Sondern sie mengten sich unter die Heiden, und lernten derselben Werke, 36. Und dienten ihren Gößen, die geriethen ihnen zum Nergerniß. 37. Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Teufeln, 163 38. Und vergoffen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, die fie opferten den Gözen Canaans, daß das Land mit Blutschulden beflecket ward, 39. Und verunreinigten sich mit ihren Werken, und hureten mit ihrem Chun. 40. Da ergrimmete der Zorn des Herrn über sein Volk, und gewann einen Greuel an seinem Erbe, 41. Und gab sie in die Hand der Heiden, daß über sie herrschten, die ihnen gram waren. 42. Und ihre Feinde ängsteten fie, und wurden gedemüthiget unter ihre Hände. 43. Er errettete sie oftmals; aber sie erzürneten ihn mit ihrem Vornehmen, und wurden wenig um ihrer Missethat willen. 44. Und er sahe ihre Noth an, da er ihre Klage hörte, 45. Und gedachte an seinen Bund, mit ihnen gemacht, und reuete ihn nach seiner großen Güte, 46. Und ließ sie zur Barmherzigfeit kommen, vor allen, die sie gefangen hatten. 47. Hilf uns, Herr, unser Gott, und bringe uns zusammen aus den Heiden, daß wir danken deinem heiligen Namen, und rühmen dein Lob. 48. Gelobet sey der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Amen, Halleluja! Der 107. Psalm. Danksagung zu Gott für Errettung aus mancherlei Nöthen. 1. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 2. Saget, die ihr erlöset seyd durch den Herrn, die er aus der Noth erlöset hat, 3. Und die er aus den Ländern zusammen gebracht hat, vom Aufgang, vom Niedergang, von Mitternacht und vom Meer, 4. Die irre gingen in der Wüste, 11* in Der Pfalter. 164 in ungebahntem Wege, und fanden teine Stadt, da sie wohnen konnten, 5. Hungrig und durstig, und ihre Seele verschmachtet; 6. Und sie zum Herrn riefen in ihrer Noth, und er sie errettete aus ihren Nengsten, 7. Und führte sie einen richtigen Weg, daß sie gingen zur Stadt, da sie wohnen konnten: 8. Die sollen dem Herrn danken um seine Güte und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern thut, 9. Daß er sättiget die durstige Seele und füllet die hungrige Seele mit Gutem. 10. Die da sizen mußten in Finsterniß und Dunkel, gefangen im Zwang und Eisen, 11. Darum, daß sie Gottes Geboten ungehorsam gewesen waren, und das Gesetz des Herrn geschändet hatten; 12. Darum mußte ihr Herz mit Unglück geplaget werden, daß sie da lagen, und ihnen niemand half; 13. Und sie zum Herrn riefen in ihrer Noth, und er ihnen half aus ihren Nengsten, 14. Und sie aus der Finsterniß bund Dunkel führete, und ihre Bande erriß: 15. Die sollen dem Herrn danken um seine Güte und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern thut, 16. Daß er zerbricht eherne Thüren, und zerschlägt eiserne Riegel. 17. Die Narren, so geplaget waren um ihrer Uebertretung willen, und um ihrer Sünde willen, 18. Daß ihnen ekelte vor aller Speise, und wurden todtkrank; 19. Und sie zum Herrn riefen in ihrer Noth und er ihnen half aus ihren Nengsten; 20. Er fandte sein Wort, und machte sie gesund, und errettete fie, daß sie nicht starben: 21. Die sollen dem Herrn danken um seine Güte, und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern thut, Pf. 107. 22. Und Dank opfern und erzählen seine Werke mit Freuden. 23. Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren, und trieben ihren Handel in großen Wassern; 24. Die des Herrn Werke erfahren haben, und seine Wunder im Meer, 25. Wenn er sprach, und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhob, 26. Und sie gen Himmel fuhren, und in den Abgrund fuhren, daß ihre Seele vor Angst verzagte, 27. Daß sie taumelten und wankten, wie ein Trunkener, und wußten keinen Rath mehr; 28. Und sie zum Herrn schrieen in ihrer Noth, und er sie aus ihren Nengsten führte, 29. Und stillte das Ungewitter, daß die Wellen sich legten; 30. Und sie froh wurden, daß es stille geworden war, und er sie zu Lande brachte nach ihrem Wunsch: 31. Die sollen dem Herrn danken um seine Güte und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern thut, 32. Und ihn bei der Gemeine prei fen, und bei den Alten rühmen. 33. Die, welchen ihre Bäche- vertrocknet, und die Wasserquellen verfieget waren, 34. Daß ein fruchtbares Land nichts trug, um der Bosheit willen derer, die darinnen wohneten; 35. Und er das Trockne wiederum wafferreich machte, und im dürren Lande Wafferquellen; 36. Und die Hungrigen dahin ge setzt hat, daß sie eine Stadt zurichteten, da sie wohnen könnten, 37. Und Necker besäen, und Weinberge pflanzen möchten, und die jährlichen Früchte friegten; 38. Und er sie segnete, daß ste sich fast mehrten, und ihnen viel Bieh gab. 39. Die, welche niedergedrückt und geschwächt waren von dem Bösen, der sie gezwungen und gedrungen hatte; 40. Da Pſ. 108. 109. 40. Da Verachtung auf die Fürsten geschüttet war, daß alles irrig und wüste stand, 41. Und er den Armen schützte vor Elend, und sein Geschlecht wie eine Heerde mehrte. Der Pfalter. 42. Solches werden die Frommen sehen und sich freuen, und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden. 43. Wer ist weise, und behält dies? So werden sie merken, wie viele Wohlthat der Herr erzeiget. Der 108. Pfalm. Davids Danksagung und Gebet um Einsetzung ins Königreich. 1. Ein Pfalmlied Davids. 2. Gott, es ist mein rechter Ernst; ich will singen und dichten, meine Ehre auch. 3. Wohlauf, Pfalter und Harfen! Ich will früh auf seyn. 4. Ich will dir danken, Herr, unter den Völkern, ich will dir lobfingen unter den Leuten. 5. Denn deine Gnade reichet, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 6. Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Lande, 7. Auf daß deine lieben Freunde erlediget werden. Hilf mit deiner Rechten, und erhöre mich. 8. Gott redet in seinem Heiligthum, deß bin ich froh, und will Sichem theilen, und das Thal Suchoth abmessen. 9. Gilead ist mein, Manasse ist auch mein und Ephraim ist die Macht meines Hauptes; Juda ist mein Fürst; 10. Moab ist mein Waschtöpfen; ich will meinen Schuh über Edom strecken; über die Philister will ich jauchzen. 11. Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer wird mich leiten in Edom? 12. Wirst du es nicht thun, Gott, der du uns verstößest, und ziehest nicht aus, Gott, mit unserm Heer? 165 13. Schaffe uns Beistand in der Noth, denn Menschenhülfe ist kein nüße. 14. Mit Gott wollen wir Thaten thun, er wird unsere Feinde untertreten. Der 109. Pfalm. Von Juda und der Juden Untreu, an Christo verübt, und ihrem Fluch. 1. Ein Psalm Davide, vorzufingen. Gott, mein Ruhm, schweige nicht. 2. Denn sie haben ihr gottloses und falsches Maul wider mich aufgethan, und reden wider mich mit falscher Zunge; 3. Und sie reden giftig wider mich allenthalben, und streiten wider mich ohne Ursach). 4. Dafür, daß ich sie liebe, find sie wider mich; ich aber bete. 5. Sie beweisen mir Böses um Gutes, und Haß um Liebe. 6. Sebze Gottlose über ihn; und der Satan müsse stehen zu seiner Rechten. 7. Wer sich denselben lehren läßt, deß Leben müsse gottlos seyn, und sein Gebet müsse Sünde seyn. 8. Seiner Tage müssen wenig werden, und sein Amt müsse ein anderer empfangen. 9. Seine Kinder müssen Waisen werden, und sein Weib eine Witwe. 10. Seine Kinder müssen in der Frre gehen und betteln, und suchen, als die verdorben sind. 11. Es müsse der Wucherer aussaugen alles, was er hat; und Fremde müssen seine Güter rauben. 12. Und niemand müsse ihm Gutes thun, und niemand erbarme sich seiner Waisen. 13. Seine Nachkommen müssen ausgerottet werden, ihr Name müffe im andern Glied vertilget werden. 14. Seiner Väter Missethat müsse gedacht werden vor dem Herrn, und feiner Mutter Sünde müsse nicht ausgetilget werden. 15. Der Herr müsse sie nimmer aus den 166 Der Psalter. Pf. 110. 111. den Augen lassen, und ihr Gedächtniß| zur Rechten, daß er ihm helfe von müsse ausgerottet werden auf Erden: denen, die sein Leben verurtheilen. 16. Darum, daß er so gar keine Barmherzigkeit hatte, sondern verfolgete den Elenden und Armen, und den Betrübten, daß er ihn tödtete. 17. Und er wollte den Fluch haben, der wird ihm auch kommen; er wollte des Segens nicht, so wird er auch ferne von ihm bleiben; 18. Und zog an den Fluch, wie sein Hemd, und ist in sein Inwendiges gegangen wie Wasser, und wie Del in seine Gebeine; 19. So werde er ihm wie ein Kleid, das er anhabe, und wie ein Gürtel, da er sich allewege mit gürte. 20. So geschehe denen vom Herrn, die mir zuwider sind, und reden Böses wider meine Seele. 21. Aber du, Herr, Herr, sei du mit mir um deines Namens willen; denn deineGnade ist mein Trost, errette mich. 22. Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir. 23. Ich fahre dahin wie ein Schat. ten, der vertrieben wird, und werde verjaget, wie die Heuschrecken. 24. Meine Kniee sind schwach von Fasten, und mein Fleisch ist mager, und hat kein Fett. 25. Und ich muß ihr Spott seyn; wenn sie mich sehen, schütteln fie ihren Kopf. 26. Stehe mir bei, Herr, mein Gott, hilf mir nach deiner Gnade, 27. Daß sie inne werden, daß dies sey deine Hand, daß du, Herr, folches thust. 28. Fluchen sie, so segne du; fegen sie sich wider mich, so müssen fie zu Schanden werden; aber dein Knecht müsse sich freuen. 29. Meine Widerfacher müssen mit Schmach angezogen werden, und mit ihrer Schande bekleidet werden, wie mit einem Rock. 30. Ich will dem Herrn sehr danfen mit meinem Munde, und ihn rühmen unter vielen. 31. Denn er stehet dem Armen Der 110. Pfalm. Weissagung von Christo, unserm Könige, Propheten und Hohenpriester. 1. Ein Psalm Davids. Der Herr sprach zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege. 2. Der Herr wird das Scepter deines Reichs senden aus Zion. Herrsche unter deinen Feinden. 3. Nach deinem Sieg wird dir dein Volk williglich opfern in heiligem Schmuck. Deine Kinder werden dir geboren, wie der Thau aus der Morgenröthe. 4. Der Herr hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich, nach der Weise Melchisedechs. 5. Der Herr zu deiner Rechten wird zerschmeißen die Könige zur Zeit feines Zorns; 6. Er wird richten unter den Heiden, er wird große Schlacht thun; er wird zerschmeißen das Haupt über große Lande. 7. Er wird trinken vom Bach auf Haupt empor heben. dem Wege; darum wird er das Der 111. Pfalm. Danksagung für Gottes leiblichen und geistlichen Segen. 1. Halleluja. Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen, im Rath der Frommen und in der Gemeine. 2. Groß sind die Werke des Herrn; wer ihrer achtet, der hat eitellust daran. 3. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich; und seine Gerechtigkeit bleibet ewiglich. 4. Er hat ein Gedächtniß gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr. 5. Er gibt Speise denen, so ihn fürchten; er gedenket ewiglich an seinen Bund. 6. Er Der Psalter. Pi. 112. 113. 114. 6. Er läßt verkündigen seine ge waltigen Thaten seinem Volk, daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden. 7. Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Gebote sind rechtschaffen. 8. Sie werden erhalten immer und ewiglich, und geschehen treulich und redlich. 9. Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißet, daß sein Bund ewiglich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name. 10. Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang; das ist eine feine Klugheit; wer darnach thut, deß Pob bleibet ewiglich. Der 112. Psalm. Der Gottesfürchtigen Eigenschaften und Glückseligkeiten. 1. Halleluja. Wohl dem, der den Herrn fürchtet, der große Lust hat zu seinen Geboten! 2. Deß Same wird gewaltig seyn auf Erden. Das Geschlecht der Frommen wird gesegnet seyn. 3. Reichthum und die Fülle wird in ihrem Haufe seyn, und ihre Gerechtigkeit bleibet ewiglich. 4. Den Frommen geht das Licht auf in der Finsterniß, von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten. 5. Wohl dem, der barmherzig ist, und gerne leihet, und richtet seine Sachen aus, daß er niemand Unrecht thue! 6. Denn er wird ewiglich bleiben; des Gerechten wird nimmermehr vergeffen. 7. Wenn eine Plage kommen will, so fürchtet er sich nicht; sein Herz hoffet unverzagt auf den Herrn. 8. Sein Herz ist getrost, und fürchtet sich nicht, bis er seine Lust an seinen Feinden siehet. 9. Er streuet aus, und gibt den Armen; feine Gerechtigkeit bleibet ewiglich, sein Horn wird erhöhet mit Ehren. 10. Der Gottlose wird es sehen, und wird ihn verdrießen, seine Zähne 167 wird er zusammen beißen und vergehen. Denn was die Gottlosen gerne wollten, das ist verloren. Der 113. Pfalm. Gott gibt dem Demüthigen Gnade. 1. Halleluja. Lobet, ihr Knechte des Herrn, lo= bet den Namen des Herrn. 2. Gelobet fey des Herrn Name, von nun an bis in Ewigkeit. 3. Nom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sey gelobet der Name des Herrn. 4. Der Herr ist hoch über alle Heiden, seine Ehre gehet, so weit der Himmel ist. 5. Wer ist wie der Herr, unfer Gott? Der sich so hoch gesetzet hat, 6. Und auf das Niedrige siehet, im Himmel und auf Erden, 7. Der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöhet den Armen aus dem Koth, 8. Daß er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volks, 9. Der die Unfruchtbare im Hause wohnen macht, daß sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja. Der 114. Pfalm. Von Ausführung der Kinder Israel aus Egypten. 1. Da Israel aus Egypten zog, das Haus Jacobs aus dem fremden Volk, 2. Da ward Juda fein Heiligthum, Israel seine Herrschaft. 3. Das Meer fahe und flohe; der Jordan wandte sich zurück; 4. Die Berge hüpften wie die Lämmer, die Hügel wie die jungen Schafe. 5. Was war dir, du Meer, daß du flohest? und du Jordan, daß du dich zurück wandtest? 6. Ihr Berge, daß ihr hüpftet, wie die Lämmer? ihr Hügel, wie die jungen Schafe? 7. Vor dem Herrn bebte die Erde, vor dem Gott Jacobs, 8. Der den Fels wandelte in Wassersee, und die Steine in Wasserbrunnen. Der 168 Der Psalter. Der 115. Pfalm. Verwerfung der Abgötterei. 1. Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, um deine Gnade und Wahrheit. 2. Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott? 3. Aber unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. 4. JenerGötzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. 5. Sie haben Mäuler, und reden nicht; sie haben Augen, u. sehen nicht; 6. Sie haben Ohren, u. hören nicht; sie haben Nasen, und riechen nicht. 7. Sie haben Hände, und greifen nicht; Füße haben sie, und gehen nicht; und reden nicht durch ihren Hals. 8. Die solche machen, sind gleich also, und alle, die auf sie hoffen. 9. Aber Israel hoffe auf den Herrn; der ist ihre Hülfe und Schild. 10. Das Haus Aarons hoffe auf den Herrn; der ist ihre Hülfe und Schild. 11. Die den Herrn fürchten, hoffen auf den Herrn; der ist ihre Hülfe und Schild. 12. Der Herr denket an uns, und segnet uns; er segnet das Haus Ifrael, er segnet das Haus Aarons. 13. Er fegnet, die den Herrn fürchten, beide, Kleine und Große. 14. Der Herr segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder. 15. Jhr seyd die Gesegneten des Herrn, der Himmel und Erde ge= macht hat. 16. Der Himmel allenthalben ist des Herrn; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben. 17. Die Todten werden dich, Herr, nicht loben, noch die hinunter fahren in die Stille; 18. Sondern wir loben den Herrn, von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. Der 116. Pfalm. Wie man sich im Kreuze trösten und verhalten soll. p. 115. 116. 117. 1. Das ist mir lieb, daß der Herr meine Stimme und mein Flehen höret, 2. Daß er sein Ohr zu mir netget; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen. 3. Stricke des Todes hatten mich hatte mich getroffen; ich kam in umfangen, und Angst der Hölle Jammer und Noth. 4. Aber ich rief an den Namen des Herrn: Herr, errette meine Seele! 5. Der Herr ist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. 6. Der Herr behütet die Einfältigen. Wenn ich unterliege, so bilft er mir. 7. Sey nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der Herr thut dir Gutes. 8. Denn du hast meine Seele aus dem Tode geriffen, mein Auge von den Thränen, meinen Fuß vom Gleiten. 9. Ich will wandeln vor dem Herrn, im Lande der Lebendigen. 10. Ich glaube, darum rede ich. Ich werde aber sehr geplaget. 11. Ich sprach in meinem Zagen: Alle Menschen find Lügner. 12. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohlthat, die er an mir thut? 13. Ich will den heilsamen Kelch nehmen und des Herrn Namen predigen.14. Ich will meine Gelübde dem Herrn bezahlen vor allem seinem Volk. 15. Der Tod seiner Heiligen iſt werth gehalten vor dem Herrn. 16. Herr, ich bin dein Knecht; ich bin dein Knecht, deiner Magd Sohn; du hast meine Bande zerriffen. 17. Dir will ich Dank opfern, und des Herrn Namen predigen. 18. Ich will meine Gelübde dem Herrn bezahlen vor allem seinem Volk, 19. In den Höfen am Hause des Herrn, in dir, Jerusalem. Halleluja. Der 117. Psalm. Von dem Messia und seinem Reich. 1. Lobet den Herrn, alle Heiden, preiset ihn, alle Völker. 2. Denn Pf. 118. 119. Der Pfalter. 169 2. Denn seine Gnade und Wahr- dern leben, und des Herrn Werk verheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja. Der 118. Pfalm. Danksagung für die Gutthaten, durch Christi Leiden erworben. 1. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 2. Es fage nun Israel: Seine Güte währet ewiglich. 3. Es fage nun das Haus Aarons: Seine Güte währet ewiglich. 4. Es sagen nun, die den Herrn fürchten: Seine Güte währet ewiglich. 5. In der Angst rief ich den Herrn an, und der Herr erhörte mich, und tröstete mich. 6. Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen thun? 7. Der Herr ist mit mir, mir zu helfen; und ich will meine Rust sehen an meinen Feinden. 8. Es ist gut auf den Herrn vertrauen, und sich nicht verlaffen auf Menschen. 9. Es ist gut auf den Herrn vertrauen, und sich nicht verlassen auf Fürsten. 10. Alle Heiden umgeben mich; aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen. 11. Sie umgeben mich allenthalben; aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen. 12. Šie umgeben mich wie Bienen, sie dämpfen wie ein Feuer in Dornen; aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen. 13. Man stößt mich, daß ich fallen soll; aber der Herr hilft mir. 14. Der Herr ist meine Macht, und mein Pfalm, und ist mein Heil. 15. Man singet mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten; die Rechte des Herrn behält den Sieg. 16. Die Rechte des Herrn ist erhöhet; die Rechte des Herrn behält den Sieg. 17. Ich werde nicht sterben, sonkündigen. 18. Der Herr züchtiget mich wohl, aber er gibt mich dem Tode nicht. 19. Thut mir auf die Thore der Gerechtigkeit, daß ich da hinein gehe, und dem Herrn danke. 20. Das ist das Thor des Herrn; die Gerechten werden da hinein gehen. 21. Jch danke dir, daß du mich demüthigest, und hilfst mir. 22. Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein geworden. 23. Das ist vom Herrn geschehen, und ist ein Wunder vor unsern Augen. 24. Dies ist der Tag, den der Herr macht; laßt uns freuen, und fröhlich darinnen seyn. 25. D Herr, hilf! o Herr, laß wohl gelingen! 26. Gelobet sey, der da kommt im Namen des Herrn! Wir fegnen euch), die ihr vom Hause des Herrn seyd. 27. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmücket das Fest mit Maien, bis an die Hörner des Altars. 28. Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen. 29. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Der 119. Pfalm. Der Christen goldenes A B C vom Lobe, Liebe, Kraft und Nußen des Worts Gottes. 1. Wohl denen, die ohne Wandel Leben, die im Gesetz des Herrn wandeln! 2. Wohl denen, die seine Zeuge niffe halten, die ihn von ganzem Herzen suchen! 3. Denn, welche auf seinen Wee gen wandeln, die thun kein Uebels. 4. Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle. 5. O daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte! 6. Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zu Schanden. 7. Ich danke dir von rechtem Herzen, daß Der Psalter. 170 daß du mich lehrest die Rechte deiner Gerechtigkeit. 8. Deine Rechte will ich halten; verlaß mich nimmermehr. 9. Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält nach deinen Worten. 10. Ich suche dich von ganzem Herzen; laß mich nicht fehlen deiner Gebote. 11. Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, auf daß ich nicht wider dich fündige. 12. Gelobet feyst du, Herr! Lehre mich deine Rechte. 13. Ich will mit meinen Lippen erzählen alle Rechte deines Mundes. 14. Ich freue mich des Weges deiner Zeugnisse, als über allerlei Reichthum. 15. Ich rede, was du befohlen hast, und schaue auf deine Wege. 16. Ich habe Lust zu deinen Rechten, und vergesse deiner Worte nicht. 17. Thue wohl deinem Knechte, daß ich lebe, und dein Wort halte. 18. Deffne mir die Augen, daß ich fehe die Wunder an deinem Gesetz. 19. Ich bin ein Gast auf Erden; verbirg deine Gebote nicht vor mir. 20. Meine Seele ist zermalmet vor Verlangen nach deinen Rechten allezeit. 21. Du schiltst die Stolzen; verflucht sind, die deiner Gebote fehlen. 22. Wende von mir Schmach und Verachtung; denn ich halte deine Zeugnisse. 23. Es sißen auch die Fürsten, und reden wider mich; aber dein Knecht redet von deinen Rechten. 24. Ich habe Lust zu deinen Zeug. niffen, die sind meine Rathsleute. 25. Meine Seele liegt im Staube; erquicke mich nach deinem Worte. 26. Jch erzähle meine Wege, und du erhörest mich; lehre mich deine Rechte. 27. Unterweise mich den Weg deiner Befehle; so will ich reden von deinen Wundern. 28. Ich gräme mich, daß mir das Pf. 119. Herz verschmachtet; stärke mich nach deinem Wort. 29. Wende von mir den falschen Weg und gönne mir dein Gesetz. 30. Ich habe den Weg der Wahrheit erwählet, deine Rechte habe ich vor mich gestellet. 31. Ich hange an deinen Zeugnissen; Herr, laß mich nicht zu Schanden werden. 32. Wenn du mein Herz trösteſt, so laufe ich den Weg deiner Gebote. 33. Zeige mir, Herr, den Weg deiner Rechte, daß ich ste bewahre bis ans Ende. 34. Unterweise mich, daß ich bes wahre dein Geseß, und halte es von ganzem Herzen. 35. Führe mich auf dem Steige deiner Gebote; denn ich habe Lust darzu. 36. Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zum Geiz. 37. Wende meine Augen ab, daß sie nicht sehen nach unnüßer Lehre; sondern erquicke mich auf deinem Wege. 38. Laß deinen Knecht dein Gebot festiglich für dein Wort halten, daß ich dich fürchte. 39. Wende von mir die Schmach, die ich scheue; denn deine Rechte sind lieblich. 40. Siehe, ich begehre deiner Befehle; erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit. 41. Herr, laß mir deine Gnade widerfahren, deine Hülfe nach deinem Wort, 42. Daß ich antworten möge mei nem Lästerer; denn ich verlasse mich auf dein Wort. 43. Und nimm ja nicht von mei nem Munde das Wort der Wahrheit; denn ich hoffe auf deine Rechte. 44. Ich will dein Gesetz halten allewege immer und ewiglich. 45. Und ich wandle fröhlich, denn ich suche deine Befehle. 46. Ich rede von deinen Zeug, nissen vor Königen, und schäme mich nicht, 47. Und Pi. 119. 47. Und habe Luft an deinen Geboten, und sind mir lieb, 48. und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind, und rede von deinen Rechten. 49. Gedenke deinem Knechte an dein Wort, auf welches du mich läsfest hoffen. 50. Das ist mein Trost in meinem Elend; denn dein Wort erquicket mich. 51. Die Stolzen haben ihren Spott an mir; dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz. 52. Herr, wenn ich gedenke, wie du von der Welt her gerichtet haſt, so werde ich getröſtet. Der Psalter. 53. Ich bin entbrannt über die Gottlosen, die dein Gesetz verlassen. 54. Deine Rechte sind mein Lied in dem Hause meiner Wallfahrt. 55. Herr, ich gedenke des Nachts an deinen Namen, und halte dein Gesetz. 56. Das ist mein Schaß, daß ich deine Befehle halte. 57. Ich habe gesagt: Herr, das soll mein Erbe seyn, daß ich deine Wege halte. 58. Ich flehe vor deinem Angesicht von ganzem Herzen; sey mir gnädig nach deinem Wort. 59. Jch betrachte meine Wege, und kehre meine Füße zu deinen Zeugnissen. 60. Ich eile, und säume mich nicht, zu halten deine Gebote. 61. Der Gottlosen Rotte beraubet mich; aber ich vergesse deines Gefeges nicht. 62. Zur Mitternacht stehe ich auf, dir zu danken für die Rechte deiner Gerechtigkeit. 63. Ich halte mich zu denen, die dich fürchten, und deine Befehle halten. 64. Herr, die Erde ist voll deiner Güte; lehre mich deine Rechte. 65. Du thuft Gutes deinem Knechte, Herr, nach deinem Wort. 66. Lehre mich heilsame Sitten und Erkenntniß; denn ich glaube deinen Geboten. 171 67. Che ich gedemüthiget ward, irrete ich; nun aber halte ich dein Wort. 68. Du bist gütig und freundlich; nich deine Rechte. 69. Die Stolzen erdichten Lügen über mich; ich aber halte von ganzem Herzen deine Befehle. 70. Ihr Herz ist dick wie Schmeer; ich aber habe Lust an deinem Gefeß. 71. Es ist mir lieb, daß du mich gedemüthiget hast, daß ich deine Rechte lerne. 72. Das Gesetz deines Mundes iſt mir lieber, denn viel tausend Stück Gold und Silber. 73. Deine Hand hat mich gemacht und bereitet; unterweise mich, daß ich deine Gebote lerne. 74. Die dich fürchten, sehen mich, und freuen sich; denn ich hoffe auf dein Wort. ( 75. Herr, ich weiß, daß deine Gerichte recht sind, und hast mich treulich gedemüthiget. 76. Deine Gnade müsse mein Trost seyn, wie du deinem Knecht zugefagt hast. 77. Laß mir deine Barmherzigkeit widerfahren, daß ich lebe; denn ich habe Lust zu deinem Gefeßz. 78. Ach! daß die Stolzen müßten zu Schanden werden, die mich mit Lügen niederdrücken; ich aber rede von deinem Befehl. 79. Ach! daß sich müßten zu mir halten, die dich fürchten, und deine Zeugnisse kennen. 80. Mein Herz bleibe rechtschaffen in deinen Rechten, daß ich nicht zu Schanden werde. 81. Meine Seele verlanget nach deinem Heil, ich hoffe auf dein Wort. 82. Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort, und sagen: Wenn tröstest du mich? 83. Denn ich bin wie eine Haut im Rauch, deine Rechte vergeffe ich nicht. 84. Wie lange soll dein Knecht warten? Wenn willst du Gericht halten über meine Verfolger? 85. Die Der Psalter. 172 85. Die Stolzen graben mir Gruben, die nicht sind nach deinem Gesetz. 86. Deine Gebote sind eitel Wahrheit. Sie verfolgen mich mit Zügen; hilf mir. 87. Sie haben mich schier umgebracht auf Erden; ich aber verlasse deine Befehle nicht. 88. Erquice mich durch deine Gnade, daß ich halte die Zeugniſse deines Mundes. 89. Herr, dein Wort bleibet ewig lich, so weit der Himmel ist; 90. Deine Wahrheit währet für und für. Du hast die Erde zugerichtet, und sie bleibet stehen. 91. Es bleibet täglich nach deinem Wort; denn es muß dir alles dienen. 92. Wo dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend. 93. Ich will deine Befehle nimmermehr vergessen, denn du erquickest mich damit. 94. Ich bin dein, hilf mir; denn ich suche deine Befehle. 95. Die Gottlosen warten auf mich, daß sie mich umbringen; ich aber merke auf deine Zeugnisse. 96. Ich habe alles Dinges ein Ende gesehen, aber dein Gebot währet. 97. Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich rede ich davon. 98. Du machst mich mit deinem Gebot weiser, denn meine Feinde sind; denn es ist ewiglich mein Schatz. 99. Ich bin gelehrter, denn alle meine Lehrer; denn deine Zeugnisse find meine Rede. 100. Ich bin flüger, denn die Alten; denn ich halte deine Befehle. 101. Ich wehre meinem Fuße alle böse Wege, daß ich dein Wort halte. 102. Ich weiche nicht von deinen Rechten, denn du lehrest mich. 103. Dein Wort ist meinem Munde süßer denn Honig. 104. Dein Wort macht mich klug; darum hafse ich alle falsche Wege. 105. Dein Wort ist meines Fußes Pf. 119. Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. 106. Ich schwöre, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. 107. Ich bin sehr gedemüthiget; Herr, erquicke mich nach deinem Wort. 108. Lag dir gefallen, Herr, das willige Opfer meines Mundes, und lehre mich deine Rechte. 109. Ich trage meine Seele im mer in meinen Händen, und ich vergesse deines Gesetzes nicht. 110. Die Gottlosen legen mir Stricke; ich aber irre nicht von deinem Befehl. 111. Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe, denn sie sind meines Herzens Wonne. 112. Ich' neige mein Herz, zu thun nach deinen Rechten immer und ewiglich. 113. Ich haffe die Flattergeister, und liebe dein Gefeß. 114. Dur bist mein Schirm und Schild; ich hoffe auf dein Wort. 115. Weichet von mir, ihr Boshaftigen; ich will halten die Gebote meines Gottes. 116. Erhalte mich durch dein Wort, daß ich lebe, und laß mich nicht zu Schanden werden über meiner Hoffnung. 117. Stärke mich, daß ich genese; so will ich stets meine Lust haben an deinen Rechten. 118. Du zertrittst alle, die deiner Rechte fehlen; denn ihre Trügerei ist eitel Lügen. 119. Du wirfft alle Gottlosen auf Erden weg wie Schlacken; darum liebe ich deine Zeugnisse. 120. Jch fürchte mich vor dir, daß mir die Haut schauert, und entfeße mich vor deinen Rechten. 121. Ich halte über dem Recht und Gerechtigkeit; übergib mich nicht denen, die mir wollen Gewalt thun. 122. Vertritt du deinen Knecht, und tröste ihn, daß mir die Stolzen nicht Gewalt thun. 123. Meine Pf. 119. 123. Meine Augen sehnen sich nach deinem Heil und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit. Der Pfalter. 124. Handle mit deinem Knechte nach deiner Gnade, und lehre mich deine Rechte. 125. Ich bin dein Knecht; unterweise mich, daß ich erkenne deine Zeugnisse. 126. Es ist Zeit, daß der Herr dazu thue; sie haben dein Gesetz zerriffen. 127. Darum liebe ich dein Gebot über Gold und über feines Gold. 128. Darum halte ich stracks alle deine Befehle, ich hasse allen falschen Weg. 129. Deine Zeugnisse sind wunderbarlich; darum hält sie meine Seele. 130. Wenn dein Wort offenbar wird, so erfreuet es, und macht flug die Einfältigen. 131. Jch thue meinen Mund auf, und begehre deine Gebote; denn mich verlanget darnach. 132. Wende dich zu mir, und sey mir gnädig, wie du pflegst zu thun denen, die deinen Namen lieben. 133. Laß meinen Gang gewiß seyn in deinem Wort, und laß kein Unrecht über mich herrschen. 134. Erlöse mich von der Menschen Frevel; fo will ich halten deine Befehle. 135. Laß dein Antlitz leuchten über deinen Knecht, und lehre mich deine Rechte. 136. Meine Augen fließen mit Wafser, daß man dein Gesetz nicht hält. 137. Herr, du bist gerecht, und dein Wort ist recht. 138. Du hast die Zeugnisse deiner Gerechtigkeit und die Wahrheit hart geboten. 139. Ich habe mich schier zu Tode geeifert, daß meine Widersacher deiner Worte vergessen. 140. Dein Wort ist wohl geläutert, und dein Knecht hat es lieb. 141. Ich bin gering und verachtet, ich vergeffe aber nicht deines Befehls. 173 142. Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit. 143. Angst und Noth haben mich getroffen; ich habe aber Lust an deinen Geboten. 144. Die Gerechtigkeit deiner Zeugnisse ist ewig; unterweise mich, so lebe ich. 145. Jch rufe von ganzem Herzen; erhöre mich, Herr, daß ich deine Rechte halte. 146. Jch rufe zu dir; hilf mir, daß ich deine Zeugnisse halte. 147. Sch komme frühe und schreie; auf dein Wort hoffe ich. 148. Ich wache früh auf, daß ich rede von deinem Wort. 149. Höre meine Stimme nach deiner Gnade; Herr, erquicke mich nach deinen Rechten. 150. Meine boshaftigen Verfolger wollen mir zu, und sind ferne von deinem Gefeß. 151. Herr, du bist nahe, und deine Gebote sind eitel Wahrheit. 152. Zuvor weiß ich aber, daß du deine Zeugnisse ewiglich gegründet haft. 153. Siehe mein Elend, und errette mich; hilf mir aus, denn ich vergesse deines Gesetzes nicht. 154. Führe meine Sache, und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort. 155. Das Heil ist ferne von den Gottlofen; denn sie achten deine Rechte nicht. 156. Herr, deine Barmherzigkeit ist groß; erquicke mich nach deinen Rechten. 157. Meiner Verfolger und Widerfacher ist viel; ich weiche aber nicht von deinen Zeugnissen. 158. 3ch sehe die Verächter, und thut mir wehe, daß sie dein Wort nicht halten. 159. Siehe, ich liebe deine Befehle; Herr, erquicke mich nach deiner Gnade. 160. Dein Wort ist nichts, denn Wahrheit; alle Rechte deiner Ge rechtigkeit währen ewiglich. 161. Die Der Psalter. 174 161. Die Fürsten verfolgen mich ohne Ursach, und mein Herz fürchtet sich vor deinen Worten. 162. Ich freue mich über deinem Wort, wie einer, der eine große Beute friegt. 163. Lügen bin ich gram, und habe Greuel daran; aber dein Gefet habe ich lieb. 164. 3d lobe dich des Tages siebenmal, um der Rechte willen deiner Gerechtigkeit. 165. Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und werden nicht straucheln. 166. Herr, ich warte auf dein Heil, und thue nach deinen Geboten. 167. Meine Seele hält deine Zeugnisse, und liebet fie fast. 168. Ich halte deine Befehle und deine Zeugnisse; denn alle meine Wege sind vor dir. 169. Herr, laß meine Klage vor dich kommen; unterweise mich nach deinem Wort. 170. Laß mein Flehen vor dich kommen; errette mich nach deinem Wort. 171. Meine Lippen sollen loben, wenn du mich deine Wege lehrest. 172. Meine Zunge soll ihr Gespräch haben von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind recht. 173. Laß mir deine Hand beistehen; denn ich habe erwählet deine Befehle. 174. Herr, mich verlangt nach deinem Heil, und habe Lust an deinem Gesetz. 175. Laß meine Seele leben, daß sie dich lobe, und deine Rechte mir helfen. 176. Ich bin wie ein verirrtes und verlornes Schaf, suche deinen Knecht; denn ich vergesse deiner Gebote nicht. Der 120. Psalm. Gebet wider falsche Lehrer, Verleumder und Tyrannen. 1. Ein Lied im höhern Chor. Ich rufe zu dem Herrn in meiner Noth, und er erhöret mich. p. 120. 121. 122. 2. Herr, errette meine Seele von den Lügenmäulern und von den falschen Zungen. 3. Was kann dir die falsche Zunge thun? Und was kann sie ausrichten? 4. Sie ist wie scharfe Pfeile eines Starken, wie Feuer in Wachholdern. 5. Wehe mir, daß ich ein Fremdling bin unter Mesech! Ich muß | wohnen unter den Hütten Kedars. 6. Es wird meiner Seele lange zu wohnen bei denen, die den Frieden haffen. 7. Jch halte Frieden; aber wenn ich rede, so fangen sie krieg an. Der 121. Pfalm. Gott ist ein Menschenhüter. 1. Ein Lied im höhern Chor. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt. 2. Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. 3. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lasſen, und der dich behütet, nicht. 4. Siehe, der Hüter Israel schläft noch schlummert nicht. 5. Der Herr behütet dich, der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, 6. Daß dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts. 7. Der Herr behüte dich vor allem Uebel, er behüte deine Seele. 8. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang, von nun an bis in Ewigkeit. Der 122. Pfalm. Herrlichkeit der Stadt Jerusalem. 1. Ein Lied Davids im höhern Chor. Ich freue mich deß, das mir geredet ist, daß wir werden ins Haus des Herrn gehen, 2. Und daß unsere Füße werden stehen in deinen Thoren, Jerusalem. 3. Jerusalem ist gebauet, daß es eine Stadt sey, da man zusammen kommen soll, 4. Da die Stämme hinauf gehen sollen, nemlich die Stämme des Herrn, Pf. 123. 124. 125.126. 127. Der Psalter. 175 Herrn, zu predigen dem Volk Israel,| Vogel dem Strick des Voglers; der zu danken dem Namen des Herrn. Strick ist zerrissen, und wir sind los. 5. Denn daselbst sigen die Stühle zum Gericht, die Stühle des Hauses Davids. 8. Unsere Hülfe stehet im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. 6. Wünschet Jerufalem Glück. Es müsse wohl gehen denen, die Der 125. Pfalm. Hoffnung läffet nicht zu Schanden dich lieben. werden. 7. Es müsse Friede seyn inwendig in deinen Mauern, und Glück in deinen Palästen. 8. Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen. 9. Um des Hauses willen des Herrn, unsers Gottes, will ich dein Bestes suchen. Der 123. Psalm. Der Frommen Zustand und Trost. 1. Ein Lied im höhern Chor. Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel fizest. 2. Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Frauen, also sehen unsere Augen auf den Herrn, unsern Gott, bis er uns gnädig werde. 3. Sey uns gnädig, Herr, sey uns gnädig; denn wir sind sehr voll Verachtung. 4. Sehr voll ist unsere Seele der Stolzen Spott und der Hoffärtigen Verachtung. Der 124. Psalm. Gottes Beistand in der Noth. 1. Ein Lied Davids im höhern Chor. Wo der Herr nicht bei uns wäre, so sage Israel, 2. Wo der Herr nicht bei uns wäre, wenn die Menschen sich wider uns seßen: 3. So verschlüngen sie uns lebendig, wenn ihr Zorn über uns ergrimmete; 4. So ersäufte uns Wasser, Ströme gingen über unsere Seele; 5. Es gingen Waffer allzu hoch über unsere Seele. 6. Gelobet sey der Herr, daß er uns nicht gibt zum Raub in ihre Zähne. 7. Unsere Seele ist entronnen, wie ein 1. Ein Lied im höhern Chor. Die auf den Herrn hoffen, die bleiben, wie der Berg Zion. werden nicht fallen, sondern ewiglich 2. Um Jerusalem her sind Berge; und der Herr ist um sein Volk her, von nun an bis in Ewigkeit. 3. Denn der Gottlosen Scepter wird nicht bleiben über dem Häuflein der Gerechten, auf daß die Gerechten ihre Hand nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit. 4. Herr, thue wohl den guten und frommen Herzen. 5. Die aber abweichen auf ihre krumme Wege, wird der Herr wegtreiben mit den Uebelthätern; aber Friede sey über Ifrael. Der 126. Pfalm. Der Frommen Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. 1. Ein Lied im höhern Chor. Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, Zions erlösen wird, so werden wir seyn wie Träumende. 2. Dann wird unser Mund voll Lachens, und unsere Zunge voll Rühmens seyn. Da wird man sagen unter den Heiden: Der Herr hat Großes an ihnen gethan. 3. Der Herr hat Großes an uns gethan; deß sind wir fröhlich. 4. Herr, wende unser Gefängniß, wie du die Wasser gegen Mittag trockneſt. 5. Die mit Thränen säen, werden mit Freuden erndten. 6. Sie gehen hin, und weinen, und tragen edlen Samen, und kommen mit Freuden, und bringen ihre Garben. Der 127. Pfalm. Gesegnete Haushaltung u. Regierung. 1. Ein Der Psalter. Pf. 128. 129. 130. 131. 176 1. Ein Lied Salomons im höhern Chor. Wo der Herr nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wo der Herr nicht die Stadt behütet, so wachet der Wächter umsonst. 2. Es ist umsonst, daß ihr frühe aufstehet, und hernach lange sizet, und effet euer Brod mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt ers schlafend. 3. Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk. 4. Wie die Pfeile in der Hand eines Starken, also gerathen die jungen Knaben. 5. Wohl dem, der seinen Köcher derfelben voll hat! Die werden nicht zu Schanden, wenn sie mit ihren Feinden handeln im Thor. Der 128. Pfalm. Frommer Eheleute Pflicht und Segen. 1. Ein Lied im höhern Chor. Wohl dem, der den Herrn fürchtet, und auf seinen Wegen gehet! 2. Du wirst dich nähren deiner Hände Arbeit; wohl dir! du hast es gut. 3. Dein Weib wird seyn wie ein fruchtbarer Weinstock um dein Haus 6. Meine Seele wartet auf den herum, deine Kinder wie die Del- Herrn, von einer Morgenwache bis zweige um deinen Tisch her. 4. Siehe, also wird gefegnet der Mann, der den Herrn fürchtet. 5. Der Herr wird dich segnen aus Zion, daß du sehest das Glück Jerufalems dein Leben lang, 6. Und sehest deiner Kinder Kinder, Friede über Israel. Der 129. Pfalm. Der Kirche Sieg wider ihre Feinde. 1. Ein Lied im höhern Chor. Sie haben mich oft gedränget von meiner Jugend auf, so sage Ifrael, 2. Sie haben mich oft gedränget von meiner Jugend auf; aber sie haben mich nicht übermocht. 5. Ach, daß müßten zu Schanden werden und zurückkehren alle, die Zion gram sind! 6. Ach, daß sie müßten seyn wie das Gras auf den Dächern, welches verdorret, ehe man es ausrauft! 3. Die Pflüger haben auf meinem Rücken geackert, und ihre Furchen lang gezogen. 4. Der Herr, der gerecht ist, hat der Gottlosen Seile abgehauen. 7. Von welchem der Schnitter seine Hand nicht füllet, noch der Garbenbinder seinen Arm voll, 8. Und die vorüber gehen, nicht sprechen: Der Segen des Herrn sey über euch, wir fegnen euch im Namen des Herrn. Der 130. Psalm. Gebet um Vergebung der Sünden. 1. Ein Lied im höhern Chor. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. 2. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. 3. So du willst, Herr, Sünde zu rechnen, Herr, wer wird bestehen? 4. Denn bei dir ist Vergebung, daß man dich fürchte. 5. Ich harre des Herrn, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort. zur andern. 7. Israel hoffe auf den Herrn; denn bei dem Herrn ist die Gnade, und viel Erlösung bei ihm. 8. Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden. Der 131. Pfalm. Spiegel der Demuth, Greuel der Hoffart. 1. Ein Lied Davids im höhern Chor. Herr, mein Herz ist nicht hoffärtig, und wandle nicht in großen Dingen, und meine Augen sind nicht stolz, die mir zu hoch sind. 2. Wenn ich meine Seele nicht fetzte und stillte, so ward meine Seele entwöhnet, wie einer von feiner Mutter entwöhnet wird. 3. Ifrael hoffe auf den Herrn, von nun an bis in Ewigkeit. Der pf. 132. 133. 134. 135. Der 132. Pfalm. Um Erhaltung des Gottesdienstes Der Psalter. und weltlichen Regiments. 1. Ein Lied im höhern Chor. Gedenke, Herr, an David und an alle seine Leiden, 2. Der dem Herrn schwur, und gelobte dem Mächtigen Jacobs: 3. Ich will nicht in die Hütte meines Hauses gehen, noch mich auf das Lager meines Bettes legen, 4. Ich will meine Augen nicht schlafen lassen, noch meine Augenlieder schlummern, 5. Bis ich eine Stätte finde für den Herrn, zur Wohnung dem Mächtigen Jacobs. 6. Siehe, wir hören von ihr in Ephrata, wir haben sie gefunden auf dem Felde des Waldes. 7. Wir wollen in seine Wohnung gehen, und anbeten vor seinem Fußschemel. 8. Herr, mache dich auf zu deiner Ruhe, du und die Lade deiner Macht. 9. Deine Priester laß sich kleiden mit Gerechtigkeit, und deine Heiligen sich freuen. 10. Nimm nicht weg das Regiment deines Gesalbten, um deines Knechts Davids willen. 11. Der Herr hat David einen wahren Eid geschworen, davon wird er sich nicht wenden: Ich will dir auf deinen Stuhl sepen die Frucht deines Leibes. 12. Werden deine Kinder meinen Bund halten, und mein Zeugniß, das ich sie lehren werde, so sollen auch ihre Kinder auf deinem Stuhl sigen ewiglich. 13. Denn der Herr hat Zion erwählet, und hat Lust, daselbst zu wohnen. 14. Dies ist meine Ruhe ewiglich, hier will ich wohnen, denn es gefällt mir wohl. 15. Ich will ihre Speise segnen, und ihren Armen Brod genug geben. 16. Ihre Priester will ich mit Heil fleiden, und ihre Heiligen sollen fröhlich seyn. 177 17. Daselbst soll aufgehen das Horn Davids; ich habe meinem Gefalbten eine Leuchte zugerichtet. 18. Seine Feinde will ich mit Schanden kleiden; aber über ihm soll blühen seine Krone. Der 133. Pfalm. Vom goldenen Kleinod des Friedens und Einträchtigkeit. 1. Ein Lied Davids im höhern Chor. Siehe, wie fein und lieblich ist es, daß Brüder einträchtig bei einander wohnen. 2. Wie der köstliche Balsam ist, der vom Haupt Narons herab fließt in seinen ganzen Bart, der herab fließt in sein Kleid, 3. Wie der Thau, der vom Hermon herab fällt auf die Berge Zion. Denn daselbst verheißt der Herr Segen und Leben, immer und ewiglich. Der 134. Psalm. Vom Amt der Kirchendiener. 1. Ein Lied im höhern Chor. Siehe, lobet den Herrn, alle Knechte des Herrn, die ihr stehet des Nachts im Hause des Herrn. 2. Hebet eure Hände auf im Heiligthum, und lobet den Herrn. 3. Der Herr segne dich aus Zion, der Himmel und Erde gemacht het. Der 135. Pfalm. Danksagung für Gottes Wohlthaten. 1. Halleluja. Lobet den Namen des Herrn, lobet, ihr Knechte des Herrn, 2. Die ihr stehet im Hause des Herrn, in den Höfen des Hauses unsers Gottes, 3. Lobet den Herrn, denn der Herr ist freundlich; lobsinget seinem Namen, denn er ist lieblich. 4. Denn der Herr hat sich Jacob erwählet, Ifrael zu seinem Eigenthum. 5. Denn ich weiß, daß der Herr groß ist, und unser Herr vor allen Göttern. 6. Alles, was er will, das thut er, im 12 Himmel, Der Psalter. 178 Himmel, auf Erden, im Meer, und in allen Tiefen. 7. Der die Wolken läßt aufgehen vom Ende der Erde, der die Blizze fammt dem Regen machet, der den Wind aus heimlichen Dertern kommen läßt. 8. Der die Erstgeburten schlug in Egypten, beides, der Menschen und des Viehes, 9. Und ließ seine Zeichen und Wunder kommen über dich, Egyptenland, über Pharao und alle seine Knechte. 10. Der viel Völker schlug, und tödtete mächtige Könige: 11. Sihon, der Amoriter König, und Og, den König zu Basan, und alle Königreiche in Canaan; 12. Und gab ihr Land zum Erbe, zum Erbe seinem Volk Israel. 13. Herr, dein Name währet ewige lich, dein Gedächtniß, Herr, währet für und für. 14. Denn der Herr wird sein Volk richten, und seinen Knechten gnädig seyn 15. Der Heiden Gößen find Silber u.Gold, von Menschenhänden gemacht. 16. Sie haben Mäuler, und reden nicht; sie haben Augen, und sehen nicht; 17.Sie haben Ohren, und hören nicht; auch ist kein Odem in ihrem Munde. 18. Die solche machen, sind gleich also, alle, die auf solche hoffen. 19. Das Haus Ifrael lobe den Herrn; lobet den Herrn, ihr vom HauseNarons; 20. Ihr vom Hause Levi, lobet den Herrn; die ihr den Herrn fürchtet, lobet den Herrn. 21. Gelobet sey der Herr aus Zion, der zu Jerusalem wohnet. Halleluja. Der 136. Pfalm. Danksagung für Gottes Güte und Wunderthaten. 1. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, denn seine Güte währet ewiglich. 2. Danket dem Herrn aller Götter, denn seine Güte währet ewiglich. 3. Danket dem Gott aller Herren, denn seine Güte währet ewiglich. Pf. 136. 4. Der große Wunder thut alleine, denn seine Güte währet ewiglich. 5. Der die Himmel ordentlich ge macht hat, denn seine Güte währet ewiglich. 6. Der die Erde aufs Wasser ausgebreitet hat, denn seine Güte währet ewiglich. 7. Der große Lichter gemacht hat, denn seine Güte währet ewiglich. 8. Die Sonne, dem Tage vorzustehen, denn seine Güte währet ewiglich. 9. Den Mond und Sterne, der Nacht vorzustehen, denn seine Güte währet ewiglich. 10. Der Egypten schlug an ihren Erstgeburten, denn seine Güte währet ewiglich. 11. Und führete Ifrael heraus, denn seine Güte währet ewiglich. 12. Durch mächtige Hand und ausgereckten Arm, denn seine Güte währet ewiglich. 13. Der das Schilfmeer theilte in zwei Theile, denn seine Güte währet ewiglich. 14. Und ließ Israel durchhin gehen, denn seine Güte währet ewiglich. 15. Der Pharao und sein Heer in das Schilfmeer stieß, denn seine Güte währet ewiglich. 16. Der sein Volk führete durch die Wüste, denn seine Güte währet ewiglich. 17. Der große Könige schlug, denn seine Güte währet ewiglich. 18. Und erwürgte mächtige Könige, denn seine Güte währet ewiglich. 19. Sihon, der Amoriter König, denn seine Güte währet ewiglich. 20. Und Og, den König zu Basan, denn seine Güte währet ewiglich. 21. Und gab ihr Land zum Erbe, denn seine Güte währet ewiglich. 22. Zum Erbe seinem Knecht Israel, denn seine Güte währet ewiglich. 23. Denn er gedachte an uns, da wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet ewiglich. 24. Und erlösete uns von unsern Feinden, Pf. 137. 138. 139. Feinden, denn seine Güte währet ewiglich. 25. Der allem Fleisch Speise gibt, denn seine Güte währet ewiglich. 26. Danket dem Gott vom Himmel, denn seine Güte währet ewiglich. Der 137. Pfalm. Der gefangenen Juden Jammerlied. 1. An den Wassern zu Babel saßen wir, und weineten, wenn wir an Zion gedachten. Der Psalter. 2. Unsere Harfen hingen wir an die Weiden, die darinnen sind. 113. Denn daselbst hießzen uns singen, die uns gefangen hielten, und in unserm Heulen fröhlich seyn: Lieber, finget uns ein Lied von Zion. 4. Wie sollen wir des Herrn Lied fingen im fremden Lande? 5. Vergeffe ich dein, Jerusalem, so werde meiner Rechten vergessen. 6. Meine Zunge müsse an meinem Gaumen kleben, wo ich deiner nicht gedenke, wo ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude seyn. 7. Herr, gedenke der Kinder Edoms am Tage Jerusalems, die da sagen: Rein ab, rein ab, bis auf ihren Boden. 8. Du verstörte Tochter Babel, wohl dem, der dir vergilt, wie du uns gethan haft! 9. Wohl dem, der deine junge Kinder nimmt, und zerschmettert fie an den Stein! Der 138. Pfalm. Danksagung für Gottes Güte. 1. Ein Pfalm Davids. Ich danke dir von ganzem Herzen, vor den Göttern will ich dir lobsingen. 2. Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel, und deinem Namen danken, um deine Güte und Treue; denn du haft deinen Namen über alles herrlich gemacht, durch dein Wort. 3. Wenn ich dich anrufe, so erhöre mich, und gib meinerSeele große Kraft. 4. Es danken dir, Herr, alle Könige auf Erden, daß sie hören das Wort deines Mundes, 179 5. Und fingen auf den Wegen des Herrn, daß die Ehre des Herrn groß sey. 6. Denn der Herr ist hoch, und siehet auf das Niedrige, und kennet den Stolzen von ferne. 7. Wenn ich mitten in der Angst wandele, so erquickst du mich, und streckest deine Hand über den Zorn meiner Feinde, und hilfst mir mit deiner Rechten. 8. Der Herr wird es ein Ende machen, um meinetwillen. Herr, deine Güte ist ewig. Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen. Der 139. Pfalm. Von Gottes Vorsehung, Allmacht und Allgegenwart. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen. Herr, du erforschefst mich, und kennest mich. 2. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehest meine Gedanken von ferne. 3. Ich gehe oder liege, so bist du um mich, und sieheft alle meine Wege. 4. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. 5. Du schaffest es, was ich vor oder hernach thue, und hältst deine Hand über mir. 6. Solches Erkenntniß ist mir zu wunderlich und zu hoch, ich kann es nicht begreifen. 7. Wo soll ich hingehen vor deinem Geist? und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? 8. Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mir in die Hölle, fiehe, so bist du auch da. 9. Nähme ich Flügel der Morgenröthe, und bliebe am äußersten Meer; 10. So würde mich doch deine Hand daselbst führen, und deine Rechte mich halten. 11. Spräche ich: Finsterniß möge mich decken; so muß die Nacht auch Licht um mich seyn. 12. Denn auch Finsterniß nicht finster ist bei dir, und die Nacht leuchtet 8 180 leuchtet wie der Tag, Finsterniß iſt wie das Licht. Der Pfalter. 13. Denn du bast meine Nieren in deiner Gewalt, du warest über mir in Mutterleibe. 14. Ich danke dir darüber, daß ich wunderbarlich gemacht bin; wunderbarlich sind deine Werke, und das erkennet meine Seele wohl. 15. Es war dir mein Gebeine nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht ward, da ich gebildet ward unten in der Erde. 16. Deine Augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und waren alle Tage auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, und derselben feiner da war. 17. Aber wie köstlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihrer so eine große Summe! 18. Sollte ich sie zählen, so würde ihrer mehr seyn, denn des Sandes. Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir. 19. Ach Gott, daß du tödtest die Gottlosen, und die Blutgierigen von mir weichen müßten. 20. Denn sie reden von dir läster lich; und deine Feinde erheben sich ohne Ursach. 21. Ich hasse ja, Herr, die dich hassen, und verdrießt mich auf sie, daß sie sich wider dich setzen. 22. Ich haffe sie in rechtem Ernst; darum sind sie mir feind. 23. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich, und erfahre, wie ichs meine. 24. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Der 140. Pfalm. Gebet um Errettung von heimlichen und öffentlichen Feinden. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen. 2. Errette mich, Herr, von den böfen Menschen; behüte mich vor den frevelhaften Leuten, Pf. 140. 141. 4. Sie schärfen ihre Zunge, wie eine Schlange; Otterngift ist unter ihren Lippen. Sela. 5. Bewahre mich, Herr, vor der Hand der Gottlofsen; behüte mich vor den frevelhaften Leuten, die meinen Gang gedenken umzustoßen. 6. Die Hoffärtigen legen mirStricke, und breiten mirSeile aus zum Netz und stellen mir Fallen an den Weg. Sela. 7. Ich aber sage zum Herrn: Du bist mein Gott; Herr, vernimm die Stimme meines Flehens. 3. Die Böses gedenken in ihrem Herzen, und täglich Krieg erregen. 8. Herr, Herr, meine starke Hülfe, du beschirmest mein Haupt zu der Zeit des Streits. 9. Herr, laß dem Gottlosen seine Begierde nicht; stärke seinen Muthwillen nicht, sie möchten sichs erheben. Sela. 10. Das Unglück, davon meine Feinde rathschlagen, müsse auf ihren Kopf fallen. 11. Er wird Strahlen über fie schütten, er wird sie mit Feuer tief in die Erde schlagen, daß sie nimmer nicht aufstehen. 12. Ein böses Maul wird kein Glück haben auf Erden, ein frevelhafter böser Mensch wird verjagt und gestürzt werden. 13. Denn ich weiß, daß der Herr wird des Elenden Sache und der Armen Recht ausführen. 14. Auch werden die Gerechten deinem Namen danken, und die Frommen werden vor deinem Angesicht bleiben. Der 141. Pfalm. Gebet um Hülfe und Errettung. 1. Ein Psalm Davids. Herr, ich rufe zu dir; eile zu mir; vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe. 2. Mein Gebet müsse vor dir taugen wie ein Rauchopfer, meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer. 3. Herr, behüte meinen Mund, und bewahre meine Lippen. 4. Neige mein Herz nicht auf etwas Böses, ein gottloses Wesen zu führen mit Der Pfalter. Pf. 142. 143. 144. mit den Uebelthätern, daß ich nicht effe von dem, das ihnen geliebet. 5. Der Gerechte schlage mich freundlich, und strafe mich; das wird mir so wohl thun, als ein Balsam auf meinem Haupt; denn ich bete stets, daß sie mir nicht Schaden thun. 6. Ihre Lehrer müssen gestürzt werden über einen Fels; so wird man dann meine Lehre hören, daß sie lieblich sey. 7. Unsere Gebeine sind zerstreuet bis zur Hölle, wie einer das Land zerreißt und zerwühlet. 8. Denn auf dich, Herr Herr, sehen meine Augen; ich traue auf dich; verstoße meine Seele nicht. 9. Bewahre mich vor dem Strick, den sie mir gelegt haben, und vor der Falle der Uebelthäter. 10. Die Gottlofen müssen in ihr eigen Netz fallen mit einander, ich aber immer vorüber gehen. Der 142. Pfalm. Davids Gebet um Hülfe und Errettung. 1. Eine Unterweisung Davids, zu beten, da er in der Höhle war. 2. Ich schreie zum Herrn mit meiner Stimme; ich flehe dem Herrn mit meiner Stimme. 3. Ich schütte meine Rede vor ihm aus, und zeige an vor ihm meine Noth. 4. Wenn mein Geist in Nengsten ist, so nimmst du dich meiner an. Sie legen mir Strické auf dem Wege, da ich auf gehe. 5. Schaue zur Rechten, und siehe, da will mich Niemand kennen. Ich kann nicht entfliehen, Niemand nimmt sich meiner Seele an. 6. Herr, zu dir schreie ich, und sage: Du bist meine Zuversicht, mein Theil im Lande der Lebendigen. 7. Merke auf meine Klage, denn ich werde sehr geplaget; errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind mir zu mächtig. 8. Führe meine Seele aus dem Kerker, daß ich danke deinem Namen. Die Gerechten werden sich zu mir sammeln, wenn du mir wohl thust. 181 Der 143. Pfalm. Bußgebet um Abwendung des Uebels und Erlangung des Guten. 1. Ein Psalm Davids. Herr, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner Wahrheit willen, erhöre mich um deiner Ges rechtigkeit willen; 2. Und gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir iſt kein Lebendiger gerecht. 3. Denn der Feind verfolget meine Seele, und zerschlägt mein Leben zu Boden; er leget mich in das Finstere, wie die Codten in der Welt. 4. Und mein Geist ist in mir geängstet; mein Herz ist mir in meinem Leibe verzehret. 5. Ich gedenke an die vorigen Zeiten, ich rede von allen deinen Thaten, und sage von den Werken deiner Hände. 6. Jch breite meine Hände aus zu dir; meine Seele dürftet nach dir, wie ein dürres Land. Sela. 7. Herr, erhöre mich bald, mein Geist vergehet; verbirg dein Äntliß nicht vor mir, daß ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren. 8. Laß mich früh hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Thue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll; denn mich verlanget nach dir. 9. Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden; zu dir habe ich Zuflucht. 10. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn Du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. 11. Herr, erquicke mich, um deines Namens willen; führe meine Seele aus der Noth, um deiner Gerechtigkeit willen; 12. Und verstöre meine Feinde, um deiner Güte willen, und bringe um alle, die meine Seele ängstigen; denn ich bin dein Knecht. Der 144. Pfalm. Danksagung und Gebet für erhaltenen und noch künftigen Sieg. 1. Ein t Der Pfalter. 182 1. Ein Psalm Davids. Gelobet sey der Herr, mein Hort, der meine Hände lehret streiten und meine Fäuste kriegen; 2. Meine Güte und meine Burg, mein Schuß und mein Erretter, mein Schild, auf den ich traue, der mein Volk unter mich zwinget. 3. Herr, was ist der Mensch, daß du dich seiner annimmst? und des Menschen Kind, daß du ihn so achtest? 4. Ist doch der Mensch gleich wie nichts; seine Zeit fährt dahin wie ein Schatten. 5. Herr, neige deine Himmel und fahre herab; täste die Berge an, daß fie rauchen; 6. Laß blißen, und zerstreue sie; schieße deine Strahlen und schrecke sie; 7. Sende deine Hand von der Höhe, und erlöse mich, und errette mich von großen Waffern, von der Hand der fremden Kinder, 8. Welcher Lehre ist kein nütze, und ihre Werke sind falsch. 9. Gott, ich will dir ein neues Lied singen, ich will dir spielen auf dem Psalter von zehn Saiten, 10. Der du den Königen Sieg gibst, und erlösest deinen Knecht David vom mörderischen Schwerdt des Bösen. 11. Erlöfe mich auch, und errette mich von der Hand der fremden Kinder, welcher Lehre ist kein nüße, und ihre Werke sind falsch. 12. Daß unsere Söhne aufwachsen in ihrer Jugend, wie die Pflanzen, und unsere Töchter, wie die ausgehauenen Erker, gleichwie die Paläste; 13. Und unsere Kammern voll seyn, die heraus geben können einen Vorrath nach dem andern; daß unsere Schafe tragen tausend und hundert tausend auf unsern Dörfern; 14. Daß unsere Ochsen viel erarbeiten, daß kein Schade, kein Verlust, noch Klage auf unsern Gaffen fey. 15. Wohl dem Volk, dem es also gehet! Aber wohl dem Volk, deß der Herr sein Gott iſt! Pf. 145. Der 145. Pfalm. Cobspruch für das Reich Christi und deffen Wohlthaten. 1. Ein Lob Davids. Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. 2. Ich will dich täglich loben, und deinen Namen rühmen immer und ewiglich. 3. Der Herr ist groß und sehr löblich, und seine Größe ist unaussprechlich. 4. Kindeskinder werden deine Werke preisen, und von deiner Gewalt sagen. 5. Ich will reden von deiner herrlichen schönen Pracht und von deinen Wundern; 6. Daß man soll reden von deinen herrlichen Thaten, und daß man erzähle deine Herrlichkeit; 7. Daß man preise deine große Güte, und deine Gerechtigkeit rühme. 8. Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. 9. Der Herr ist allen gütig, und erbarmet sich aller seiner Werke. 10. Es follen dir danken, Herr, alle deine Werke, und deine Heiligen dich loben, 11. Und die Ehre deines Königreichs rühmen, und von deiner Gewalt reden, 12. Daß den Menschenkindern deine Gewalt kund werde, und die ehrliche Pracht deines Königreichs. 13. Dein Reich ist ein ewiges Reich, u. deine Herrschaft währet für und für. 14. Der Herr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind. 15. Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. 16. Du thust deine Hand auf, und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. 17. Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen, und heilig in allen seinen Werken. 18. Der Herr ist nahe allen, die ihn Pf. 146. 147. ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. 19. Er thut, was die Gottesfürchtigen begehren, und höret ihr Schreien, und hilft ihnen. 20. Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlofen. 21. Mein Mund soll des Herrn Cob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich. Der 146. Psalm. Vom wahren Vertrauen auf Gott. 1. Halleluja. Der Psalter. Lobe den Herrn, meine Seele. 2. Ich will den Herrn loben, so lange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin. 3. Verlaffet euch nicht auf Fürsten, sie sind Menschen, die können ja nicht helfen. 4. Denn des Menschen Geist muß davon, und er muß wieder zur Erde werden; alsdann sind verloren alle seine Anschläge. 5. Wohl dem, deß Hülfe der Gott Jacobs ist, deß Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, stehet! 6. Der Himmel, Erde, Meer und alles, was darinnen ist, gemacht hat; der Glaube hält ewiglich. 7. Der Recht schaffet denen, so Gewalt leiden, der die Hungrigen speiset. Der Herr erlöset die Gefangenen. 8. Der Herr macht die Blinden fehend, der Herr richtet auf, die niedergeschlagen find. Der Herr liebet die Gerechten. 9. Der Herr behütet die Fremdlinge und Waisen, und erhält die Witwen, und kehret zurück den Weg der Gottlosen. 10. Der Herr ist König ewiglich, dein Gott, Zion, für und für. Halleluja. Der 147. Psalm. Vermahnung zur Danksagung für Gottes Vorsorge und Wohlthaten. 1. Lobet den Herrn, denn unsern Gottloben, das ist ein köstliches Ding; solches Lob ist lieblich und schön. 183 2. Der Herr bauet Jerusalem, und bringet zusammen die Verjagten in Ifrael. 3. Er heilet, die zerbrochenes Herzens sind, und verbindet ihre Schmerzen. 4. Er zählet die Sterne und nennt sie alle mit Namen. 5. Unser Herr ist groß und von großer Kraft, und ist unbegreiflich, wie er regieret. 6. Der Herr richtet auf die Elenden, und stößt die Gottlosen zu Boden. 7. Singet um einander dem Herrn mit Danken, und lobet unsern Gott mit Harfen, 8. Der den Himmel mit Wolken verdecket, und gibt Regen auf Erden, der Gras auf Bergen wachsen läßt; 9. Der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die ihn anrufen. 10. Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an jemandes Beinen. 11. Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen. 12. Preife, Jerusalem, den Herrn; lobe, Zion, deinen Gott. 13. Denn er macht fest die Riegel deiner Thore, und segnet deine Kinder darinnen. 14. Er schafft deinen Grenzen Friede, und sättiget dich mit dem besten Weißen. 15. Er sendet feine Rede auf Erden; sein Wort läuft schnell. 16. Er gibt Schnee wie Wolle; er streuet Reif wie Asche. 17. Er wirft seine Schloßen wie Biffen; wer kann bleiben vor seinem Frost? 18. Er spricht, so zerschmelzet es; er läßt seinen Wind wehen, so thauet es auf. 19. Er zeiget Jacob sein Wort, Ifrael seine Sitten und Rechte. 20. So thut er keinen Heiden, noch läßt sie wissen seine Rechte. Halleluja. Der 184 Der Pfalter. Der 148. Psalm. Allgemeine Vermahnung an alle Creaturen, Gott zu loben. 1. Halleluja. Lobet, ihr Himmel, den Herrn, lobet ihn in der Höhe. 2. Robet ihn, alle seine Engel, lobet ihn, alle sein Heer. 3. Zobet ihn, Sonne und Mond; lobet ihn, alle leuchtende Sterne. 4. Lobet ihn, ihr Himmel, allenthalben, und die Wasser, die oben am Himmel sind, 5. Die sollen loben den Namen des Herrn; denn Er gebietet, so wird es geschaffen. 6. Er hält sie immer und ewiglich; er ordnet sie, daß sie nicht anders gehen müffen. 7. Lobet den Herrn auf Erden, ihr Wallfische, und alle Tiefen; 8. Feuer, Hagel, Schnee und Dampf, Sturmwinde, die sein Wort ausrichten; 9. Berge und alle Hügel, frucht bare Bäume und alle Cedern; 10. Thiere und alles Vieh, Gewürm und Vögel; 11. Ihr Könige auf Erden, und alle Leute, Fürsten und alle Richter auf Erden; 12. Jünglinge und Jungfrauen, Alte mit den Jungen, 13. Gollen loben den Namen des Herrn, denn sein Name allein ist hoch; sein Lob gehet, so weit Himmel und Erde iſt. 14. Und er erhöhet das Horn seines Volks. Alle seine Heiligen follen loben, die Kinder Ifrael, das Volk, das ihm dienet. Halleluja. Der 149. Psalm. Danklied für die Ausbreitung des heiligen Evangelii von Christo. 1. Halleluja. Pf. 148. 149. 150. Singet dem Herrn ein neues Lied, die Gemeine der Heiligen soll ihn loben. 2. Ifrael freue sich deß, der ihn gemacht hat; die Kinder Zion seyen fröhlich über ihren König. 3. Sie sollen loben seinen Namen im Reigen, mit Pauken und Harfen sollen sie ihm spielen. 4. Denn der Herr hat Wohlge. fallen an seinem Volk, er hilft den Elenden herrlich. 5. Die Heiligen sollen fröhlich seyn, und preisen, und rühmen auf ihren Lagern. 6. Ihr Mund soll Gott erhöhen, und sollen scharfe Schwerdter in ihren Händen haben, 7. Daß fie Rache üben unter den Heiden, Strafe unter den Völkern; 8. Jhre Könige zu binden mit Ketten, und ihre Edlen mit eisernen Fesseln; 9. Daß sie ihnen thun das Recht, davon geschrieben ist. Solche Ehre werden alle seine Heiligen haben. Halleluja. Der 150. Pfalm. Vermahnung zum Lobe Gottes. 1. Halleluja. Lobet den Herrn in seinem Heiligthum, lobet ihn in der Veste seiner Macht; 2. Lobet ihn in seinen Thaten, lobet ihn in seiner Herrlichkeit; 3. Lobet ihn mit Posaunen, lobet ihn mit Psalter und Harfen; 4. Lobet ihn mit Pauken und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Pfeifen; 5. Robet ihn mit hellen Cymbeln, lobet ihn mit wohlklingenden Cymbeln. 6. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. Halleluja. Ende des Psalters. Der kleine Catechismus D. Martin Lutheri. Das erste Hauptſtück. Von den heiligen zehn Geboten. Das erste Gebot. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Antwort: Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Das zweite Gebot. Du sollst den Namen deines Goites nicht unnüßlich führen. Was ist das? Antwort: Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Antwort: Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern das= felbige heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohl gehe, und du lange lebest auf Erden. Was ist das? Antwort: Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth halten Das fünfte Gebot. Du sollst nicht tödten. Was ist das? Antwort: Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöthen. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Antwort: Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Antwort: Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Antwort: Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden, oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden, und alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was 13 186 Der kleine Catechismus Lutheri. Was ist das? Antwort: Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen, sondern ihm dasselbige zu behalten, förderlich und dienstlich seyn. Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder alles, was sein ist. Was ist das? Antwort: Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gefinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was saget Gott von diesen Geboten allen? Er faget also: Ich, der Herr, dein Gott, bin ein starker eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünden der Väter heimsuchet an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied. Aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendste Glied. Was ist das? Antwort: Gott drohet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten. Darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. Das zweite Hauptstück. Von den drei Hauptarti: keln d. christl. Glaubens. Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. Was ist das? Antwort: Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat, fammt allen Creaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne ge= geben hat, und noch erhält, darzu Kleider u. Schuhe, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter, mit aller Nothdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich verforget, wider alle Fährlichkeit beschirmet, und vor allem Uebel behütet und bewahret. Und das alles aus lauter väterlicher göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne alle mein Verdienst und Würdigkeit. Das alles ich ihm zu danken und zu loben, und dafür zu dienen und gehorsam zu seyn, schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Der zweite Artikel. Von der Erlösung. Und an Jesum Christum, seinen einzigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am drit ten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, fizend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Antwort: Ich glaube, daß Jesus Christus. wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sey mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen theuern Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; Der kleine Catechismus Lutheri. Sterben; auf daß ich sein eigen sey, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigfeit. Das ist gewißlich wahr. Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? Antwort: Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammlet, erleuchtet, heiliget, und bei Jefu Christo erhält, im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt, und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwecken wird, und mir sammt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Das dritte Hauptstück. Vom Gebet des Herrn. Wie lautet die Vorrede im Gebet des Herrn? Antwort: Vater unser, der du bist im Himmel. 187 der, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Was ist das? Antwort: Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sey unfer rechter Vater, und wir seine rechten KinDie erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Antwort: Gottes Name ist zwar an ihm felbst heilig, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Antwort: Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch Heilig, als die Kinder Gottes, dar nach leben; das hilf uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret, und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes; behüte uns dafür, himmlischer Vater. Die andere Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Antwort: Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst, aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Antwort: Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist gibt, daß wir feinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben, und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Antwort: Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Antwort: Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht, und hindert, so uns den 13* Namen Der kleine Catechismus Lutheri. 188 Namen Gottes nicht heiligen, und fein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende: das ist sein gnädiger und guter Wille. Die vierte Bitte. Unser täglich Brod gib uns heute. in Was ist das? Antwort: Gott gibt täglich Brod, auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in dieſem Gebet, daß ers uns erkennen laffe, und mit Danksagung empfahen unser täglich Brod. Was heißt denn täglich Brod? Antwort: Alles, was zur Leibes Nahrung und Nothdurft gehöret, als Effen, Trinken, Kleider, Schuhe, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn, und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und erlasse uns unsere Schuld, wię wir erlassen unsern Schuldigern. Was ist das? Antwort: Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden, und um derselben willen solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der keines werth, das wir bitten, habens auch nicht verdienet; sondern er wolle uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel sündigen, und wohl eitel Strafe verdienen: so wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gerne wohlthun denen, die sich an uns versündigen. Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versudung. Was ist das? Antwort: Gott versuchet zwar niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung, und andere große Schande und La= ster. Und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Was ist das? Antwort: Wir bitten in diesem Gebet, als in der Summa, daß uns der Va= ter im Himmel von allerlei Uebel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse, und zuletzt, wenn unser Stündlein kömmt, ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Wie lautet der Beschluß im Gebet des Herrn? Antwort: Amen. Was ist das? Antwort: Daß ich soll gewiß seyn, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret. Denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißet: ja, ja, es foll also geschehen. Das vierte Hauptstück. Vom Sacrament der heiligen Taufe. 3um Ersten. Was ist die Taufe? Antwort: Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser, in Der kleine Catechismus Lutheri. in Gottes Gebot verfaffet und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solches Wort Gottes? Antwort: Da unser Herr Christus spricht, Matthäi im letzten: Gehet hin in alle Welt, und lehret alle Heiden, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. Zum Andern. Was gibt oder nüßet die Taufe? Antwort: Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? Antwort: Da unser Herr Christus spricht, Marci im letzten: Wer da glaubet und getaufet wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. Zum Dritten. Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Antwort: Wasfer thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glau-| be, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasfer und keine Taufe, aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie St. Paulus sagt zum Tito im dritten Capitel: Durch das Bad der Wieder geburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß 189 wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seyn des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Zum Vierten. Was bedeutet denn solch Wasfertaufen? Antwort: Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäufet werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich heraus kommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Antwort: Sanct Paulus zu den Römern im sechsten spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleichwie Christus ist von den Todten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also follen wir auch in einem neuen Leben wandeln. Das fünfte Hauptstück. Von der Buße, Beicht, Abfolution und Gewalt der Schlüssel. Was ist die Beicht? Antwort: Die Beicht begreift zwei Stücke in sich: eins, daß man die Sünden bekenne; das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifele, sondern fest glaube, die Sünden seyen dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man denn beichten? Antwort: Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun; aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welches Der kleine Catechismus Lutheri. 190 Welches sind die? Antwort: Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht feyst? ob du ungehorsam, untreu, unfleißig gewesen feyst? ob du jemand Leid gethan haft mit Worten oder Werken? ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset oder Schaden gethan haft? Lieber, stelle mir eine kurze Weise zu beichten! Antwort: So sollst du zum Beichtiger fagen: Würdiger, lieber Herr, ich bitte euch, ihr wollet meine Beichte hören, und mir die Vergebung sprechen um Gottes willen. Sage an: Ich armer Sünder bekenne mich vor Gott aller Sünden schuldig, insonderheit bekenne ich vor euch, daß ich ein Knecht( Magd zc.) bin; aber ich diene leider untreulich meinem Herrn ( und Frauen). Denn da und da habe ich nicht gethan, was sie mich ge= heißen, habe sie erzürnet und zum Fluchen beweget, habe versäumet, und Schaden lassen geschehen. Bin auch in Worten und Werken schandbar gewesen, habe mit meines Gleichen gezürnet, wider meinen Herrn( und Frau) gemurret und gefluchet 2c. Das alles ist mir leid, und bitte um Gnade, ich will mich bessern. Ein Herr oder Frau sage also: Insonderheit aber bekenne ich vor euch, daß ich mein Kind und Gesinde nicht treulich erzogen habe, zu Gottes Ehre. Ich habe gefluchet, böse Erempel mit unzichtigen Worten und Werken gegeben, meinem Nachbar Schaden gethan, übel nachgeredet, zu theuer verkauft, falsche und nicht ganze Waare gegeben 2c.( Und was er mehr wider die Gebote Gottes und seinen Stand gethan.) Eine allgemeine Beichte. Ich armer Sünder bekenne vor Gott und euch, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren, und also von Natur ein Kind des Zorns bin, sondern auch viel schwere Sünden, mit Gedanken, Worten und Werken, wider die heiligen zehn Gebote gethan und damit zeitliche und ewige Strafe wohl verdienet habe. Solches alles ist mir herzlich leid, und bitte Gott um seines lieben Sohnes Jesu Christi willen, er wolle mir alle meine Sünden Euch aber, lieber Herr, bitte ich, ihr aus Gnaden verzeihen und vergeben. wollet auf Gottes Befehl mich von solchen Sünden loszählen. Ich verspreche durch Gottes Gnade hinfort mein Leben zu bessern, und frömmer zu werden. Darzu mir Gott seines heiligen Geistes Gnade verleihen wolle. Amen. ( Darauf folget die Absolution des Predigers.) An welchem Ort, oder in welchen Sprüchen der heil. Schrift ist die Gewalt des Predigtamts, die Sünden zu vergeben, gegründet und beftätiget? Matth. im 18., da Christus zu seiner Christenheit und derselben verordneten Kirchendienern sagt: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden seyn, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel los seyn. Desgleichen auch Johannes im 20. Capitel, blies Jefus seine Jünger an, und sprach zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Das sechste Hauptſtück. Vom Sacram. d. Altars. Was ist das Sacrament des Altars? Antwort: Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jeſu Christi, unter dem Brod und Wein, uns Christen zu essen und zu trinken von Christo felbst eingesetzt. Wo Der kleine Catechismus Lutheri. Wo stehet das geschrieben? Antwort: So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Marcus, Lucas und St. Paulus: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin, und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; sol. ches thut zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin, und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergoffen wird, zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Was nüßet denn solch Effen Antwort: und Trinken? Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden; nemlich, daß uns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch folche Worte gegeben wird. Denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Effen und Trinken solche große Dinge thun? Antwort: Effen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergoffen zur Vergebung der Sünden. Welche Worte find neben dem leiblichen Efsen und Trinken, als das Hauptstück im Sacrament; und wer denselben Worten glaubet, der hat, was ste sagen, und wie sie lauten, nemlich Vergebung der Sünden. Wer empfähet denn solch Sacrament würdiglich? Antw.: Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; 191 aber der ist recht würdig und wohlgeschickt, der den Glauben hat an dieſe Worte: Für euch gegeben und vergoffen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt. Denn das Wort: für euch, erfordert lauter gläubige Herzen. Morgensegen. Des Morgens, so du aus dem Bette fährest, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuz, und sagen: Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darnach sollst du den Glauben und Vater Unser neben diesem Gebetlein andächtig sprechen: Ich danke dir, mein Herr Gott, himmlischer Vater, durch Zesum fern Herrn, daß du mich diese Nacht Christum, deinen lieben Sohn, unvor allem Schaden und Gefahr so gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht gethan habe, und mich heut diesen Tag und hinführo auch gnädiglich behüten vor Sünden, Schanden und allem Uebel, daß dir alle mein Thun und Leben wohlgefalle. Denn ich befehle dir meinen Leib und Seele( meinen lieben Vater und Mutter, meine liebe Geschwister, meine liebe Obrigkeit, alle meine Verwandten und Bekannten und die ganze Christenheit) und alles in deine allmächtige und getreue Hände; deine heiligen Engel seyen und bleiben bei uns, daß der böſe Feind keine Macht an uns finde. Amen. Darauf nach Belieben und Beschaffenheit der Zeit und Standes ein oder mehr Pfalmen gebetet, oder ein christlich Lied gesungen, und was eines jeden seine Andacht und christlicher Gebrauch mitbringet. Abendsegen. Des Abends, so du zu Bette gehest, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuz, und sagen: Das Der kleine Catechismus Lutheri. 192 Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darnach sollst du den Glauben und Vater Unser, neben diesem Gebetlein, andächtig sprechen: ewiglich, der allem Fleische Speise gibt, der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die ihn anrufen. Er hat nicht Luft an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an jemandes Beinen. Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten und auf seine Güte warten. Ich danke dir, mein Herr Gott, Danket dem Herrn, denn er ist himmlischer Vater, durch Jesum Chri-| freundlich und seine Güte währet ftum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn, daß du mich heut diesen Tag vor allem Schaden und Gefahr so gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht und hinfüro auch gnädiglich behüten vor Sünden, Schanden und allem Uebel, daß dir alle mein Thun und Leben wohlgefalle. Denn ich befehle dir meinen Leib und Wir danken dir, Herr Gott, himmSeele( meinen lieben Vater und Mut- lischer Vater, durch Jesum Chriter, meine lieben Geschwister, meine liebe Obrigkeit, alle meine Verwandten und Bekannten und die ganze Christenheit) und alles in deine allmächtige und getreue Hände; deine heiligen Engel feyen und bleiben bei uns, daß der böse Feind keine Macht an uns finde. Darnach das Vater Unser, und dies folgende Gebet: stum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthaten, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Amen. Gebet vor dem Essen. Die Kinder und Gesinde sollen mit gefaltenen Händen und züchtig vor den Tisch treten und sprechen: Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du thust deine milde Hand auf, und sättigest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Darnach das Vater Unser und dies folgende Gebet: Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Der Mensch lebet nicht allein vom Brod, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet, spricht Christus selbst, Matth. 4. Der Name des Herrn sey gelobet und gebenedeiet in Ewigkeit. Amen. Gebet nach dem Essen. Also auch nach dem Essen sollen fie gleicherweise thun, züchtig und mit gefaltenen Händen vor den Tisch treten und sprechen: Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes, und nach seiner Gerechtigfeit, so wird euch solches alles zufallen, spricht Christus, Matth. 6. Und was sonst einem jeglichen Hausvater seine Andacht und christliche Gewohnheit mitbringt. Die Haustafel etlicher Sprüche für allerlei heilige Orden und Stände, dadurch dieselben, als durch eigne Lection, ihres Amtes und Dienstes zu ermahnen. Den Bischöfen, Pfarrern und Predigern. Ein Bischof soll unsträflich seyn, eines Weibes Mann, nüchtern, fittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, nicht ein Weinsäufer, nicht gehässig, nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe mit aller EhrbarIkeit; nicht ein Neuling, der ob dem Wort Der kleine Catechismus Lutheri. 193 Wort halte, das gewiß ist, und leh-| Urtheil empfangen. Denn sie trägt ren kann, auf daß er mächtig sey zu ermahnen durch die heilsame Lehre, und zu strafen die Widersprecher. 1 Tim. 3. Tit. 1. das Schwerdt nicht umsonst, fie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Röm. 13. Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig sind. Effet und trinket, was sie haben; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. Luc. 10. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. 1 Cor. 9. Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Trret euch nicht, Gott läffet sich nicht fpotten. Gal. 6. Die Neltesten, die wohl vorstehen, die halte man zwiefacher Ehren werth, sonderlich, die da arbeiten im Wort und in der Lehre, denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen, der da drischt, das Maul nicht verbinden. Item: ein Arbeiter ist sei nes Lohnes werth. 1 Tim. 5. Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbetten, und euch vorstehen in dem Herrn, und euch ermahnen, habt sie desto lieber um ihres Werkes willen, und feyd friedsam mit ihnen. 1 Theff. 5. Gehorchet euren Lehrern, und fol. get ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie das mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen: denn das ist euch nicht gut. Ebr. 13. Von weltlicher Obrigkeit. Jedermann sey unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat: denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung. Die aber widerstreben, werden über sich ein Von den Unterthanen. Gebet dem Kaiser, was des Kaifers ist, und Gotte, was Gottes ist. Matth. 22. So feyd nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Derohalben müsset ihr auch Schoß geben, denn es sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seyd: Schoß, dem der Schoß gebühret, Zoll, dem der Zoll gebühret, Furcht, dem die Furcht gebühret, Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 13. So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige, und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottſeligkeit und Ehrbarkeit, denn solches ist gut, darzu auch angenehm vor Gott, unserm Heiland. 1 Tim. 2. Erinnere fie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam seyn. Tit. 3. Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. 1 Petr. 2. Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft, und gebet dem weibischen, als dem schwächsten Werkzeug, seine Ehre, als auch Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1 Pet. 3. Und send nicht bitter gegen sie. Coloff. 3. Den 194 Der kleine Catechismus Lutheri. Den Chefrauen. Die Weiber seyen unterthan ihren Männern, als den Herren, wie Sara Abraham gehorsam war, und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seyd, so ihr wohl thut, und nicht so schüchtern seyd. 1 Petr. 3. Den Eltern. Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, auf daß sie nicht schen werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herrn. Ephes. 6. Den Kindern. Ihr Kinder, seyd gehorsam euern Eltern in dem Herrn. Denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat, nemlich, daß dirs wohl gehe, und du lange lebest auf Erden. Ephef. 6. Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. Ihr Knechte, seyd gehorsam euren Leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures. Herzens, als Christo selbst, nicht mit Dienst allein vor Augen, als Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut, von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn und nicht den Menschen dienet. Und wisset, was ein jeder Gutes thut, das wird er von dem Herrn empfahen, er sey Knecht oder Freier. Ephes. 6. Den Hausherren und Hausfrauen. Ihr Herren, thut auch daffelbige gegen sie, und laffet euer Droben; und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Ephes. 6. Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, feyd den Alten unterthan, und beweiset darinnen die Demuth. Denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So deműthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1 Petr. 5. Den Witwen. Welche eine rechte Witwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott, und bleibet am Gebet und Flehen Tag und Nacht; welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig todt. 1 Tim. 5. Der Gemeinde. Liebe deinen Nächsten, als dich selbst; in dem Wort sind alle Ge bote verfasset. Röm. 13. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1 Tim. 2. Ein jeder lern seine Lection So wird es wohl im Hause stohn. Christliche Fragstücke, durch D. Martin Luther gestellet, für die, so zum Sacrament gehen wollen, mit ihren Antworten. 1. Glaubest du, daß du ein Sünder seyst? Antwort: Ich glaube es, ich bin ein Sünder. 2. Woher weißt du das? Antwort: Aus den zehn Geboten, die habe ich nicht gehalten. 3. Sind dir deine Sünden auch leid? Antwort: Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gesündigt habe. 4. Was hast du mit deinen Sünden bei Gott verdienet? Antwort: Seinen Zorn und Ungnade, zeitlichen Tod und ewige Verdammniß. Röm. 6. 5. Hof. Der kleine Catechismus Lutheri. 5. Hoffest du auch selig zu werden? Antwort: Ja, ich hoffe es. 6. Weß tröstest du dich denn? Antwort Meines lieben Herrn Christi. 7. Wer ist Christus? Antw.: Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. 8. Wie viel sind Götter? Antwort: Nur einer, aber drei Personen: Vater, Sohn und heiliger Geist. 9. Was hat denn Christus für dich gethan, daß du dich sein tröstest? Antwort: Er ist für mich gestorben, und hat fein Blut am Kreuz für mich vergoffen, zur Vergebung der Sünden." 10. Ist der Vater auch für dich gestorben? Antwort: Nein. Denn der Vater ist nur Gott, der heilige Geist auch; aber der Sohn ist wahrer Gott und wahrer Mensch, für mich gestorben, und hat sein Blut für mich vergoffen. 11. Wie weißt du das? Antw.: Aus dem heiligen Evangelio und aus den Worten vom Sacrament, und bei seinem Leib und Blut im Sacrament mir zum Pfande gegeben. 12. Wie lauten die Worte? Antwort: Unser Herr Jesus Christ, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete, und brachs und gabe seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin, und effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; folches thut zu meinem Gedächtniß. 195 wird, zur Vergebung der Sünden; folches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. 13. So glaubest du, daß im Sacrament der wahre Leib und Blut Chrifti fey? Antwort: Ja, ich glaube es. 14. Was bewegt dich, das zu glauben? Antwort: Das Wort Christi: Nehmet hin, effet, das ist mein Leib; trinket alle daraus, das ist mein Blut. 15. Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib essen, und fein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? Antwort: Seinen Tod und Blutvergießen verkündigen, und gedenken, wie er uns gelehret hat: Solches thut, so oft ihrs thut, zu meinem Gedächtniß. 16. Warum sollen wir seines Todes gedenken, und denselben verkündigen? Antwort: Daß wir lernen glauben, daß keine Kreatur hat können genug thun für unsere Sünden, denn Christus, wahrer Gott und Mensch, und daß wir lernen erschrecken vor unsern Sünden, und dieselbigen lernen groß achten, und uns, sein allein freuen und trösten, und also durch densel ben Glauben selig werden. 17. Was hat ihn denn bewegt, für deine Sünden zu sterben, und dafür genug zu thun? Antwort: Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und zu andern Sündern, wie geschrieben steht Joh. 4, 34. Röm. 5, 8. Gal. 2, 20. Ephef. 5, 2. 18. Endlich aber, warum willst du zum Sacrament gehen? Antwort: Desselben gleichen nahm er auch den Kelch, nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin, und trinket alle daraus: dieser Kelch ist das neue Testament in Auf daß ich lerne glauben, daß Chri meinem Blut, das für euch vergofsen| stus um meiner Sünden willen aus große Eine kurze Heils- Ordnung. 196 großer Liebe gestorben sey, wie gesagt, und darnach von ihm auch lerne, Gott und meinen Nächsten lieben. 19. Was soll einen Christen vermahnen und reizen, das Sacrament des Altars oft zu empfangen? Antwort: Von Gottes wegen soll ihn beide, des Herrn Christi Gebot und VerheiBung, darnach auch seine eigene Noth, o ihm auf dem Halse lieget, treiben, um welcher willen folch Gebieten, Cocken und Verheißung geschieht. 20. Wie soll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder feinen Hunger noch Durst des Sacraments empfindet? Antwort: Dem kann nicht besser gerathen An wen glaubest du? An den dreieinigen Gott, der einzig im Wesen, dreieinig in Perso= nen, Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geist. Matth. 28, 19. 2 Cor. 13, 13. 1 Joh. 5, 7. Warum heißet die erste Person Gott Vater? Eine kurze Heils- Ordnung. Weil er von Ewigkeit her einen Sohn aus seinem Wesen gezeuget, Ps. 2. Gbr. 1, 5; siehe den ersten Artikel. Wer ist dieser Sohn? Er ist die zweite Person in der hochgelobten Dreieinigkeit, und füh. ret zwei besondere Namen. werden, denn daß er erstlich in feinen Busen greife, ob er auch noch Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was die davon faget: Gal. 5, V. 17. 24 und Röm. 8, V. 12. 13. 14. Was sind es für Namen? Er heißet 1) Jesus, ein Seligmacher, Matth. 1, 21; 2) Chritus, ein Gejalbter, weil er zu eihem dreifachen Amte gesalbet wor= ben, Pf. 45, 8. Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sey, und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt: Joh. 15, V. 18. 19. 20 und im 16. Cap. V. 20. Zum dritten, so wird er ja auch den Teufel um sich haben, der mit Lügen und Morden Tag und Nacht feinen Frieden innerlich und äußerlich ihm laffen wird, wie ihn die Schrift nennet: Joh. 8 im 44. V. und 16. Cap. V. 11. 1 Petr. 5, V. 8. Ephef. 6, V. 12. 2 Tim. 2 im 26. V. Wann hat er den Namen Jesus bekommen? Engel, Matth. 1, 21, und BeschneiBei seiner Empfängniß von dem dung, Euc. 2, 21. Ist denn Gott der Sohn Mensch geworden? Ja. Gal. 4, 4. 5. Warum mußte er denn Mensch werden? Damit er an meiner Statt leiden, sterben und auferstehen möchte, und mein Mittler würde. Efa. 53, 4. 5. 6. 2 Cor. 5, 11. Joh. 3, 16. Was hast du denn gethan, daß du eines Mittlers und Heilandes bedurfteſt? Ich war aus demjenigen glückſeligen Stande gefallen, darinnen mich Gott erschaffen hatte. Röm. 5, 12. Was war das für ein Stand? Der allerglückseligste und vollkommenste, Eine kurze Heils- Ordnung. 197 menste, denn ich ward nach dem Eben-| Jesu erduldet worden. Röm. 4, 25. bilde Gottes erschaffen. 1 B. Mos. Gal. 3, 13. Ef. 53, 4. 5. 1, 26. 27. Wodurch hast du dies Ebenbild Gottes verloren? Durch den Ungehorsam meiner ersten Eltern, Adams und Eva. 1 B. Mos. 3, 1 folg. Womit hat Gott diesen Ungehorsam bestrafet? Mit dem natürlichen und geistlichen Tode. 1 B. Mos. 2, 17. Worin besteht dieser geistliche Tod? Darin, daß meine ganze Natur so verderbet worden, daß ich nothwendig ewig verdammet und verloren seyn müßte, weil ich von Natur nichts als Sünden thue. Pf. 51, V. 7. 2 Cor. 3, 5. 1 B. Mof. 8, 21. Kann dir aber Gott nicht solchen Fall und angeerbte Ungerechtigkeit übersehen? Nein; denn er ist gerecht, und muß die Sünden zeitlich und ewig strafen. Röm. 1, 18. Pf. 5, 5-7. 2 Petr. 2, 9. Kannst du dieser zeitlichen und ewigen Strafe entgehen? Ja, denn ich weiß, daß jemand alle meine Sündenschulden getragen, vollkommen bezahlet, und mich mit dem erzürnten Gott ausgeföhnet. 2 Cor. 5, 21. Wer ist der? Jesus Christus, der eingeborne Sohn Gottes, unser Herr, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, u. s. f. nach dem zweiten Artikel. Was gehet aber dich der Tod, Begräbniß und Auferstehung Jesu Christi an? Es ist alles um meinetwillen geschehen, und an meiner Statt von Ist nun der erzürnte Gott wiederum versöhnet? Ja, durch Christum, der sein Blut als ein theures Lösegeld der Ge rechtigkeit Gottes dargezahlt, 1 Petr. 1, 18. 19, welche Genugthuung de nen Gläubigen von Gott zugerechnet wird, als ob sie eben fo vollkommenen Gehorsam, wie Jesus, dem Gefeßze geleistet hätten, 2 Cor, 5. 21. Röm. 10, 10. Kann dich demnach Gott nicht verdammen? Nein; denn ich bin in Christo. Röm. 8, 31. 32 f. Wodurch bist du in Christo? Durch den Glauben an Christum. Röm. 4, 23. 24. Was ist der Glaube? Eine göttliche und lebendige Erkenntniß Gottes und Jesu Christi ( Joh. 17, 3), die mit einem unfehlbaren Beifall verknüpft( Ap.Gesch. 24, 14) und ein herzliches Vertrauen auf das Verdienst Jesu Christi mit sich führet. Ephef. 1, 7. Col. 1, 14. Rom. 3, 24. 25. Woher bekommſt du den Glauben? Vom heiligen Geiste, als dem Geiste des Glaubens. 2 Cor. 4, 13. Wer ist der heilige Geist? Er ist die dritte Person in der hochgelobten Dreieinigkeit, der vom Vater und Sohn ausgehet, und das Werk der Heiligung in mir vollendet. Joh. 15, 26. Eph. 3, 15. 16. 1 Cor. 12, 3. Siehe den drit ten Artikel. Wodurch wirket der heilige Geist den Glauben? 1) Durch das Wort des Evangelii, Röm. 10, 17, wenn es gehöret und gelesen Die drei Haupt- Symbola 198 gelesen wird; 2) durch die zwei Sacramente, deren das eine, die heilige Taufe, den Glauben in mir angezündet, Tit. 3, 5, das andere, das heilige Abendmahl, den Glauben mir stärket, Joh. 6, 54, und davon handelt das vierte und sechste Hauptstück unsers Catechismi. Woran erkenneſt du den Glauben? An den guten Werken, die er in mir wirket, Jac. 2, 18. 19. Matth. 5, 16. Was sind das für gute Werke, die der Glaube wirket? Alles das, was mir in den heiligen zehn Geboten von Gott befohlen worden, 1 Joh. 2, 3. 4. 5B. Mos. 12, 32. Siehe das erste Hauptstück. Finden sich aber auch Hindernisse, die dich an den guten Werken verhindern? die oben besagten Hilfsmittel ge brauchen und darum beten. Kannst du beten? I. Das apostolische Glaubensbekenntniß. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. Ja, denn Jesus hat es mich ge= lehret, im Vater Unser, davon das dritte Hauptstück handelt. Erhöret Gott dein Gebet? Ach ja, denn er hat mirs in Gnaden versprochen. Ps. 50, 15. Aber du hast ja immer allerlei treuz und Elend in der Welt? Das schickt mir Gott zu, Amos 3, 6, zu meinem Besten. Röm. 8, 28. Wes tröstest du dich aber in Weß deiner Noth? Vielerlei, am meisten aber der ewigen Seligkeit, die an mir foll offenbaret werden. Röm. 8, 18. Was ist die ewige Seligkeit? Es ist die unaussprechliche Freude, die mir nach meinem Tode im Himmel bereitet ist, und zu der ich sowohl der Seele als auch dem Leibe nach eingehen werde. 1 Cor. 2, 9. Luc. 23, 43. Phil. 3, 20. 21. Wie lange dauert diese Freude? Ach ja, die Welt, 1 Joh. 2, 15. 16, der Teufel, Offenb. 12, 9, und mein eigen Fleisch und Blut, Röm. 7, 18. Wodurch überwindest du diese Hindernisse? Durch die Kraft Christi, die in Ewig. Dan. 12, 2. Matth. 25, 26. ir wohnet. 2 Cor. 12, 9. Wie erlangest du die Kraft Christi? Weißt du es aber auch gewiß, daß du selig wirst? Ich hoffe und weiß es gewiß, Joh. 3, 16. Marc. 16, 16. 2 Tim. 1, 12. Gott gebe es mir und dir, um Chrifti Jesu willen. Amen. Zwar aus Gnaden, doch muß ich Die drei Haupt- Symbola unsers christlichen Glaubens. Und an Jesum Christum, seinen einzigen Sohn, unfern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, ge= freuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage unsers christlichen Glaubens. Tage auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sißend zu der Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. II. Das Nicänische Glaubensbekenntniß. Ich glaube an einen einzigen allmächtigen Gott den Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, alles, was sichtbar und unsichtbar ist. Und an einen einzigen Herrn Je= sum Christum, Gottes einzigen Sohn, der vom Vater geboren ist, vor der ganzen Welt, Gott von Gott, Licht von Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, mit dem Vater in einerlei Wesen, durch welchen alles ge schaffen ist. Welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel kommen ist, und leibhaftig worden( hat menschliche Natur an sich genommen) durch den heiligen Geist, von der Jungfrau Maria, und ist Mensch worden, auch für uns gekreuziget unter Pontio Pilato, gelitten und begraben, und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel, und fizet zur Rechten des Vaters, und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten, deß Reich kein Ende haben wird. 199 apostolische Kirche. Ich bekenne eine einzige Taufe zur Vergebung der Sünden, und warte auf die Auferstehung der Todten und ein Leben der zukünftigen Welt. Amen. III. Das Bekenntniß des heiligen Bischofs Athanafii. Wer da will selig werden, der muß vor allen Dingen den rechten christlichen Glauben haben. Wer denselben nicht ganz und rein hält, der wird ohne Zweifel ewiglich verloren seyn. Dies ist aber der rechte christliche Glaube, daß wir einen einzigen Gott in drei Personen und drei Personen in einziger Gottheit ehren, und nicht die Personen in einander mengen, noch das göttliche Wesen zertrennen. Eine andere Person ist der Vater, eine andere der Sohn, eine andere der heilige Geist. Aber der Vater und Sohn und heilige Geist ist ein einziger Gott, gleich in der Herrlichkeit, gleich in ewiger Majestät. Welcherlei der Vater ist, solcherlei ist der Sohn, solcherlei ist auch der heilige Geist. Der Vater ist nicht geschaffen, der Sohn ist nicht geschaffen, der heilige Geist ist nicht geschaffen. Der Vater ist unermeßlich, der Sohn ist unermeßlich, der heilige Geist ist unermeßlich. Der Vater ist ewig, der Sohn ist ewig, der heilige Geist ist ewig. Und sind doch nicht drei Ewige, sondern es ist nur Ein Ewiger. Gleichwie auch nicht drei Unerschaffene, noch drei unermeßliche, sondern es ist Ein Unerschaffener und Ein Unermeßlicher. Und an den Herrn, den heiligen Geist, der da lebendig machet, der mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und zugleich geehret Also auch der Vater ist allmächwird, der durch die Propheten gere- tig, der Sohn ist allmächtig, der det hat. Und eine heilige christliche heilige Geist ist allmächtig. Und 200 Die drei Haupt- Symbola unsers christl. Glaubens. Und sind doch nicht drei Allmächtige, sondern es ist Ein Allmächtiger. Also der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der heilige Geist ist Gott. Und sind doch nicht drei Götter, sondern es ist Ein Gott. Also der Vater ist der Herr, der Sohn ist der Herr, der heilige Geist ist der Herr. Und sind doch nicht drei Herren, sondern ist es Ein Herr. Denn gleichwie wir müssen, nach christlicher Wahrheit, eine jegliche Person für sich Gott und Herrn bekennen: Also können wir im christlichen Glauben nicht drei Götter oder drei Herren nennen. Der Vater ist von niemand weder gemacht, noch geschaffen, noch geboren. Der Sohn ist allein vom Vater, nicht gemacht, nicht geschaffen, sondern geboren. Der heilige Geist ist vom Vater und Sohn, nicht gemacht, nicht geschaffen, nicht geboren, sondern ausgehend. So ist nun ein Vater, nicht drei Väter, ein Sohn, nicht drei Söhne, ein heiliger Geist, nicht drei heilige Geister: und unter diesen dreien Personen ist keine die erste, teine die letzte, keine die größeste, keine die kleineste, sondern alle drei Personen sind mit einander gleich ewig, gleich groß. Auf daß also, wie gesagt ist, drei Personen in Einer Gottheit, und Ein Gott in dreien Personen geehret werde. Wer nun will selig werden, der muß also von den dreien Personen in Gott halten. Es ist aber auch noth zur ewigen Seligkeit, daß man treulich glaube, daß Jesus Christus, unser Herr, sey wahrhaftiger Mensch. So ist nun dies der rechte Glaube, so wir glauben und bekennen, daß unser Herr Jesus Christus, Gottes Sohn, Gott und Mensch ist. Gott ist er aus des Vaters Natur, vor der Welt geboren; Mensch ist er aus der Mutter Natur, in der Welt geboren. Ein vollkommener Gott, ein vollkommener Mensch mit vernünftiger Seele und menschlichem Leibe. Gleich ist er dem Vater nach der Gottheit; kleiner ist er, denn der Vater, nach der Menschheit. Und wiewohl er Gott und Mensch ist, so ist er doch nicht zween, sondern ein Christus. Einer, nicht daß die Gottheit in die Menschheit verwandelt sey, sondern daß die Gottheit hat die Menschheit an sich genommen. Ja, einer ist er; nicht daß die zwo Naturen vermenget find, sondern daß er eine einzige Person ist. Denn gleichwie Leib und Seele ein Mensch ist, so ist Gott und Mensch ein Christus. Welcher gelitten hat um unserer Seligkeit willen, zur Hölle gefahren, am dritten Tage auferstanden von den Todten. Aufgefahren gen Himmel, fizet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Und zu seiner Zukunft müssen alle Menschen auferstehen mit ihren eigenen Leibern, und müssen Rechenschaft geben, was sie gethan haben; und welche Gutes gethan haben, werden ins ewige Leben gehen, welche aber Böses gethan, ins ewige Feuer. Das ist der rechte christliche Glaube; wer denselben nicht fest und treulich glaubet der kann nicht selig werden. TTREZSKS ᎧᎧᎧᎧ Inches 1 Centimetres Blue 12¹ 3 4 Cyan A. Ch. Hebermann 2 5 Bein 3 6 17 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 A. C. Witt 1875. 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8