ด อ Sut รอด clas ไล 483017 Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste sowohl als zur Privat- Erbauung. WOKE Caffel, 1872. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. 06-3047 ฝ่าย ปก ค ร 100 sides bilans Univ.- Bibl. Giessen Inhalt. Erste Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Bom Worte Gottes, Num. 1-13. 2) Von dem Wesen Gottes und seinen 3) Von der Schöpfung, Num. 42-48. 4) Von der Vorsehung Gottes, Num. 49- 69. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Num. 70-77. Vollkommenheiten, Num. 14-41. 6) Bom Fall und von der Berdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Num. 78- 88. 7) Von der Erlösung der Menschen, und dem Erlöser überhaupt, Num. 89-93. 8) Von der Geburt Jesu Christi, Num. 99-119. 9) Bom Wandel Jesu auf Erden, Num. 120- 123. 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu, Num. 124-152. Von dem Begräbniß Jesu, Num, 153-155. 11) Von der Auferstehung Sesu, Num. 156-172. 12) Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Sitzen zur Nechten Gottes, Num. 173-189. 13) Von der Wiederkunst Jesu zum Gericht, Num. 190-196. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Num. 197-207. 15) Von der christlichen Kirche, Num. 208-217. 16) Von der heiligen Taufe, Num. 218-221. 17) Von dem heiligen Abendmahl, Num. 222-234. 18) Von der Vergebung der Sünden, Num. 235-241. 19) Bon der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens, Num. 242-259. 20) Bon dem Tode der Gläubigen, und der Auferstehung der Todten, Num. 260-272. 21) Von dem ewigen Leben, Runt. 273-280. 3 weite Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung, Nr. 281-302. 23) Vom Glauben, Nr. 303-322. 1* IV Inhalt. 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt, Num. 323-352. 25) Von der Erkenntniß Gottes, Num. 353-356. 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Num. 357-367. 27) Von der Furcht Gottes, Num. 368-371. 28) Von dem Vertrauen auf Gott und der Ergebung in seinen Willen, Num. 372-397. 29) Bom Gebet, Num. 398-405. 30) Gebetlieder: 11. Allgemeine, Num. 406-415. 2. Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Sum. 416-418. In allgemeinen Nöthen und Landplagen, Num. 419. Im Kriege, Num. 420-421. In Theuerung, Num. 422. In Seuchen, Num. 423. In Krankheiten, um. 424. Auf der Reise, Num. 425. Bei Gewittern, Num. 426-428. Fürbitten: für die Obrigkeit, Num. 429; für die Prediger, Num. 430; bei Einsegnung der Eheleute, Num. 431-432; der Eltern für ihre Kinder und der Kinder für ihre Eltern, Num. 433-434; einer Waise, Num. 435. 31) Vom Lobe Gottes, Num. 436-437. Loblieder: 1. Allgemeine, Num. 438-458. 2. Besondere, Num. 459-463. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfange des Jahres, Num. 464-469. 33) Morgenlieder, Num. 470-479. 34) Abendlieder, Num. 480-489. 35) Vom öffentlichen Gottesdienste, Num. 490-494. 36) Von der Selbstliebe, Num. 495. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Num. 496-498. 38) Von der Sorge für die Seele, Num. 499-507. 39) Von der Sorge für den Leib, Num. 508-511. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz, Num. 512= 514. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Num. 515-517. 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden, Num. 518-531. 43) Bon dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode, Num. 532-542. 44) Von der Liebe bes Nächsten, Num. 543-547. 45) Von der Gerechtigkeit, Num. 548. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Num. 549-552. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Num. 553- 555. 48) Bom rechten Gebrauch der Zunge, Num. 556-558. Erster Theil. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes. Bitte um Segen zu Anhörung Mel. O Gott, du unser Bater. des göttlichen Wortes. 2. G ott, der du unser 1. S omm heil- ger Geist, Vater bist, durch Jesum Christ, erfüll die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feur deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast, in Ginigkeit des Glaubens. Al- lelu- ja, Al- lelu- ja, Al- lelu- ja. Anmerkung. Bei dem ersten und zweiten Alleluja fingt nur das weibliche Geschlecht und die Jugend, bei dem dritten die ganze Gemeinde. gieb daß dein Geist jegt mit uns sei, und uns zur Wahrheit leite. Geheiligt sei dir diese Stund! Deffne den Mund des Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite. Hilf du selbst unsrer Schwachheit fort, z laß nichts die Andacht stören! Dulehrest uns in deinem Wort, wirk auch, daß wirs so hören, 6 Erster Theil. - Vom Worte Gottes. daß wir dich hier, und ewig dort in Heiligkeit verehren. Mel. Herr Jesu Christ! dich zu. 3.$ err Jesu! send uns deinen Geist, den Geist, der, wie dein Wort verheißt, mit seiner Gnade uns regiert, und auf den Weg der Wahrheit führt. 2- Deffn' uns zu deinem Lob den Mund, und mach uns dei. nen Willen kund; rühr unser Herz, stärk den Verstand, so wird dein Nam uns recht bekannt. 3. Bis wir einst, deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Dir, Gott, den Erd und Himmel preift, dir Bater, Sohn und heilgem Geist, dir heilige Dreieinigkeit, sei Lob und Preis in Ewigkeit. 4. iebster Jesu wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier, zu des Himmels süßen Lehren, daß die Herzen von der Erden, ganz zu dir gezogen werden. 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet. Glaubend lehr aufs Wort uns merken; laß es uns zum Leben stärken! 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Heiligster! von Ewigkeit hast du dir uns auserkoren; lehre deines Himmels Erben, lehr und leben, lehr uns sterben. lehruns Nach dem öffentlichen Gottesdienſte.con Mel. Liebſter Jeſu, wir sind hier.-4. 5. Höchster Gott! wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben. Gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. 2. Unser Gott und Vater! Erster Theil. Vom Worte Gottes. 7 du, der du lehrst uns, was wir| Mund dich ehren; da wir in sollen, schenk uns deine Kraft deinem theuern Wort dich zu uns dazu; gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen! so wird alles wohl gelingen. reden hören. Mach uns durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. W ir Menschen sind - von jelbst, o Gott! zum Geistlichen untüch- tig; dein göttlich Wesen, dein Gebot, sind viel zu hoch und wich- tig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht, den Weg zu dir nicht zei- get. 2. Drum sind vor Zeiten ausgefandt Propheten, deine Knechte; so wurden damals schon bekannt den Menschen deine Rechte. Zulegt ist noch dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. 14 4. Hilf, daß der frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; ihr Spottbringt tödtende Gefahr, und nimmt ein schrecklich Ende. O laß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Chr an uns sich fräftig zeigen. 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht fassen; gib, daß wir es bei Freud und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Bater, laß uns Thäter sein, und uns nicht selbst betrügen. 6. Der Same wird am Weg sofort vom Teufel weggenoinen; in Fels und Steinen kann das Wort zu keiner Wurzel kommen. Der Same, der in Dernen fällt, wird von der Sorg und Lust der Welt verderbet und ersticket. 7. Mach uns durch deine Gnade gleich, Herr, einem guten Lande. Mach uns an guten Werken reich in unserm Amt und 3. Mit Lob und Preis, o Stande: daß mit beharrlicher höchster Hort, muß Herz und Geduld, gerührt von deiner Lieb Vom Worte Gottes. 8 Erster Theil. und Huld, wir reichlich Früchte bringen. 8. Laß uns auf unsrer Pilgrimschaft den Weg der Sünder meiden. Gib uns ein Herz, das an dir haft' auch in den schwersten Leiden. Herr! unser Herz ist vor dir bloß; mach uns von eitlen Sorgen los, und allen bösen Lüsten. 9. Laß uns dein Wort beständig sein ein Licht auf dunkeln Wegen. Erhalt es bei uns hell und rein, und laß uns seinen Segen, Kraft, Rath und Trost in aller Noth, im Leben und noch mehr im Tod, mit frohem Herzen spüren. zum Leben sichern Unterricht. O selig! wer es achtsam hört, bewahrt, und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theur in deinen Augen ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen gibst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, 10. Laß dies dein Wort zuo Herr, dein Mund verspricht, deiner Ehr, o Gott, sich weit bleibt ewig wahr, du lügeſt nicht. verbreiten. möchte deine Gnadenlehr, Herr Jesu, jeden leiten! Dheilger Geist, seß durch dein Wort dein Werk bei uns beständig fort; stärk Hoffnung, 4. Gott deine Zeugnisse, sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles, was die Erde zollt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. Glaub und Liebe. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Dein Wort, o Höchster! ist vollkommen. Es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es giebt dem Sünder und dem Frommen 5. Drum laß auch mich mit Lust betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, und mit Gehorsam auf das achten, was es von mir zu thun begehrt; so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. Erster Theil. Mel. O Gott du frommer Gott. 8. Der —— Vom Worte Gottes. 9 Heil verlangt. Du bists, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Gib, daß dein träftig Wort, o Gott mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. O stärke mich durch ihn mit Ernst und Munterkeit, das Gute zu vollziehn. u willst, Gott! daß mein Herz zur Heiligkeit genese. Drum gieb, daß ich dein Wort, oft und mit Andacht lese: das Wort, das deinen Rath von unserm Heil enthält, Dank sei dir für dies Wort, den 3. Mein Gott, vor welchem ich jetzt meine Hände falte, gib, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geseß, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Du, aller Wahrheit Gott, fannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; o laß mich daraus fassen, so viel mein 6. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läsſ'ſt du- inne werden, die Lehre sei von dir, die uns die Bibel gibt! man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. größten Schatz der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit 7. Spricht sie geheimnißvoll, Chrfurcht und Vertrauen, mit so laß mich dies nicht schrecken. Lust und frommem Ernst dadurch| Kein endlicher Verstand kann mich zu erbauen. Du biste, der dich, Gott, ganz entdecken. Du in der Schrift zu meiner Seele bleibst unendlich hoch. Was spricht; o segne doch an mir, mir dein Wort erklärt, nicht Herr, deinen Unterricht. was mein Wig verlangt, ist meines Glaubens werth. 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ists, zu glauben, was Gott spricht. 9. Grinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel kränken, und Erster Theil. Vom Worte Gottes. 10 lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort sei die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit; dert wachse wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 10. Find ich in deinem Wort nech manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr, als ich sieht, leiten. Ein forschen der Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 11. Stets sei dein Wort mir werth! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die sie schmähn, bleibt doch dein Wort, o Gott! Mel. Nun danfet alle Gott. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. O Höchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, bloß andern Menschen glauben! Das heißt, sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Gib deinen Geist ins Herz, der Lust und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, erfährt und übt. elobt seist du, o ott! Mel. Ach Gott und Herr. 10. Gott ist mein Hort, für deines Wortes Lehre! Gieb, Bater! daß ich sie mit Andacht fleißig höre. O mache doch mein Herz von Vorurtheilen und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, rein und laß dein Wort mein mein Gott, vor dir, im Glauben, Licht auf meinen Wegen sein. nicht im Schauen. Gu Erster Theil.- Bom Worte Gottes. 11 2. Dein Wort ist wahr, Met. Wer nur den lieben Gott. 7. laß immerdar mich ſeine Kräfte 11. Der du das Daſein schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. mir gegeben, wie preis ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich gnug erheben! durch Christum schenktest du es mir. Kein Licht, kein Trost erfreute mich, kennt ich nicht, Jesu Christe, dich. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. und Leben. Zur Ewigkeit ist schuld und Fluch beladen, müßt diese Zeit von dir mir übergeben. ich des Richters Rache scheun; ich fände keinen Trost in Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 5. Dein ewger Rath, die Missethat der Sünder zu versühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie! dein Wort gibt neue Kräfte. - 8. Herr, unser Hort, lağ uns dies Wort! denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Theil; es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben.#arlind mis 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd ich ein Raub des Irrthums sein; mit SündenGott erschaffen? was ist auf 3. Wozu hat mich mein Erden meine Pflicht? wird auch mein Geist im Tod entschlafen? und, hält Gott künftig ein Gericht, wie werd ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf entgehn? 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mich plagen? und bleibt der Trost, den sie verspricht? Ach! ohne Christi Licht und Heil wär Finsterniß und Tod mein Theil. 5. Ja, du hast mich den Finsternissen des Irrthums, und 12 Erster Theil. Vom Worte Gottes. der Sünde Macht durch deine mich führet, und mir, deinem Lehre, Herr, entriffen; ihr Licht Knecht, gebühret. zerstreut des zweifels Nacht. Du zeigest mir des Höchsten Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 11 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen, laß mein Herz auch folgsam ſein, den erkannten Weg zu gehen. 6. Ich weiß, wozu mich Denn sonst würd ich bei dem Gott erschaffen; ich kenne meine Wissen doppelt Streiche leiden ganze Pflicht. Mein Geist wird müssen. nicht im Tod entschlafen; wer 4. Gib, daß ich den Unteran dich glaubt, wird im Gericht richt deines Wortes tren bedurch dich, o Heiland, wohl wahre; daß ich, was es mir bestehn, und dann verklärt dich verspricht, reichlich an mir selbst selber sehn. erfahre. Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 7. D Jesu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Lust, und keines Spötters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu im Tode mich! 110-1150 Mel. Liebster Jesu wir sind hier.- 4. err, mein Licht! er12. Herr, leuchte mich, daß ich mich und dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet. 7. D, verleihe mir die Kraft, 2. Lauter Wahrheit ist dein deinem Wort gemäß zu handeln Wort. Lehre mich es recht und vor dir gewissenhaft als verstehen! Hilf selbst meinem dein treues Kind zu wandeln; Forschen fort, richtig daraus so wird einst in jenem Leben einzusehen, was zu meinem Heil mich ein hellres Licht umgeben. Erster Theil.- Vom Wesen Gottes 2c. Mel. des 100. Pfalms. 13. Di er Spötter Strom reißt viele fort. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort! So können wir uns, Vater! dein im 13 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hält, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gib Sieg und Leben durch dein Wort! Leben und im Tode freun. 2. Ein Haufe Lästrer wagts, o Gott, mit wildem ausgelaßnem Spott, den Heiland, deinen Sohn, zu schmähn, durch den die Himmel einst vergehn. 3. Ach, ihrer Lehre Best, o Herr, schleicht jego nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 5. Beschüße uns, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist. Sei unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spötter Heer. 6. Du hast von Ewigkeit gesehn, wie lange noch ihr Troßz. bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Vielleicht ist nun ihr Maaß bald voll. 7. Ach, wären sie dir, Herr, versöhnt! fic, deren Spott dich so verhöhnt! Ach gib, daß vor der Todesnacht zur ernsten Reu ihr Geist erwacht. Gaur 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8.| vollkommne Freude. Dein ist 14.Anbetungswürdger Gott! die Herrlichkeit. Auch ohne mit Ehrfurcht stets zu Kreatur bist du dir selbst genug ,. nennen, du bist unendlich mehr, du Schöpfer der Natur. als wir begreifen können. Oflöße 3. Du riefst dem, das nicht meinem Geist die tiefste Demuth war, um Lust und Seligkeiten ein, und laß mich stets vor dir aufs Mannigfaltigste um dich voll Ehrerbietung sein. her auszubreiten. Die Liebe bist 2. Du bist das höchste Gut; du selbst; Verstand und Rath du weißt von keinem Leide; stets ist dein; und du gebrauchst sie ruhig in dir selbst schmeckst du gern zu segnen, zu erfreun. 14 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 4. Du sprichst, und es ge- deutlicher, Gott, deinen Namen schieht. Auf dein allmächtig: fund. Werde! entstand dein großes 9. Doch 9. Doch hier erkennen wir Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten find, Höchster, vor dir Staub. Auch Geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, des Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besißet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schüßet. Den Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts. Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu den Lichteshöhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle thronst, und unterm frohen Lob der Himmelsheere wohnst. dich noch gar unvollkommen. Wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indes sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von fallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Ghor dich, großer Gott, erhöhn. 8. Was wir, Unendlicher! von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offen baren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir, und deines Sohnes Mund macht uns noch Mel. Allein Gott in der Höh ſei Ehr. 15. D er Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm alle From- men! Wer ist ihm gleich? wer ist wie Gr, so herrlich, so vollkom men? Der Herr ist groß! sein Nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in Er seinem ganzen We- sen. und seinen Vollkommenheiten. 15 2. 3hn trifft kein Wechsel| bistvoll Freundlichkeit und Huld, flüchtger Zeit. Nie größer oder kleiner wird seines Wesens Herrlichkeit. Der Erst ist er, sonst keiner! Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war Er; noch eher, als die Himmel. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne! du hast Unsterblichkeit 3. Um seinen Thron her allein, bist selig, wirst es ewig strömt ein Licht, das ihn vor uns sein, hast Freuden, Gott, die verhüllet. Ihn fassen alle Him- Fülle. mel nicht, wie weit er sie erfüllet! Gr bleibet ewig, wie er war, verborgen und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Was wären wir, wenn ſeine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennet uns und was er schafft, der Weſen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke, ſeine Hand umspannet Grd und Himmel. barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und feiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, vollkommen? TIDE Mel. des 8. Psalms. 16. Grhabner Gott! was reicht an deine Größe? Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße, ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß um schränkt mein forschend Denken 5. Ist er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedanken selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle! Du iſt. 16 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2. Du wohnst im Licht, dazu| mich dein Wort gelehrt, gekein Mensch kann kommen. Was glaubt, gefolgt und treu dich ists, das wir von deinem Ruhm hier verehrt. vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. - 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand; von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einft zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß und zeigst 4. Wie sollt ich denn, ich es mit der That, unendlich Staub, mich unterwinden, Un- groß an Huld, an Macht und endlicher, dich völlig zu ergrün- Rath. den? D, mache mich von solchem Dünfel mir dein Wort des Glaubens Nichtschnur ſei. 17. Gott, mache du mich 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr; es bleibet ewig E stehen. Erforsch ich gleich dein ewig Wesen nicht, so gnüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gib, daß ich dir, mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst; so sei mirs gnug, daß du mich selig führst. 7.( Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd ich mehr von deinem Rath er fahren; wenn ich nur dem, was selbst bereit vor deinen Thron zu treten, und deine große Herrlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht z die Finsterniß zerstreuen, die mich hier noch umgiebet. und seinen Vollkommenheiten. 17 2. Du bist der Herr, und kei- schaffen handeln, wenn Finsterner mehr, nichts sind der Heiden niß mich decket. Götter; nur dir gebühret Preis und Ghr; kein Helfer noch Grretter ist außer dir: laß mich allein aufdich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Lebendir nur weihn, mein Glück bloß auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. 3. Du bist der höchst voll. kommne Geist, der Vater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. HOU 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der Frevler dich verlacht, auch Rach an ihm zu üben. Gib, daß mich deiner Allmacht Schuß stets als ein Schild bedecke, nich auch nicht Menschen Grimm und Truß, nur deine Strafe schrecke; du tödtest Leib und Seele ind 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! kein Mensch kann sic ergründen. Umringt uns allenthalben Roth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gieb, daß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch Uebels weder denk noch thu, denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, und wirst allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlich keit, wenn Himmel selbst ver gehen. Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 5. D Gott, was sein wird, ist und war, und was wir thun und dichten, das ist dir alles offenbar; du wirst cinst alles richten. Laß mich dein helles 9. Du bist sehr gnädig, fromm Auge scheun, aufrichtig vor dir und gut, vergibst die Schuld wandeln, und, deines Beifalls dem Sünder; erbarmst dich wie mich zu freun, auch dann recht- ein Bater thut von Herzen dei2 8. Gott, du bist heilig und gerecht, kannst keine Sünden dulden, wer sagen will, er sei dein Knecht, der meide Sündenschulden. den. Gib, daß ich mich der Heiligkeit mit rechtem Ernst befleiße, nachjage der Gerechtigkeit, und deine Wege preise, so wunderbar sie scheinen. Erster Theil. Vom Wesen Gottes 18 ner Kinder. Laß reichen Trost Z von deiner Gnad auf meine Seele kommen. Von mir sei meine Missethat so fern hinweggenommen, als Morgen ist vom Abend. The LÀ NHƯ — werd still und sanft erhoben zu Gott, Jehovah, unserm Schild und Licht: nur er ist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Erheb ihn dann mit frohem Jubelschall; und geh in sein erhabnes Heiligthum. 2. Er ist das große Wesen aller Wesen, Gott von unend. licher Vollkommenheit; von ihm, zu ihm, durch ihn ist, was gewesen, und ist, und sein wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, wie Er, hat seines Gleichen nicht: ein Gott vor dessen höchsten Majestät der Engel selbst gebückt und zitternd steht! Sein Thron ist Licht, ein unzugänglich Licht. 3. Man sieht ihn nicht, und 18. Auf auf! mein Geist, ist doch wohl zu sehen, man gebe nur auf seine Werke Acht; da sehn wir ihn gleich als vor Augen stehn in seiner ewgen Kraft und Gottheit Bracht. Die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ghr; Luft, Erde, Meer, was 10. Gott, dessen Wahrheit stets besteht! wohl denen, die dir gläuben! Wenn Erd und Himmel einst vergeht, wird dein Wort ewig bleiben. Gib, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du dränest; auch hoffe was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. 11. Gott, wenn ich dich so kenn und ehr," dein Wort zum Grunde sebze, erfreu ich mich darüber mehr, als über alle Schäge, bis ich dort, o mein Heil und Licht, dich ohne Lallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich schaue, dich erkenne und unaufhörlich lobe. # 170 Mel. des 27. Psalms. auf! auf! den Herrn zu loben, auf auf! erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, und seinen Vollkommenheiten. 19 lebt und sich bewegt, ist das, Gericht allzeit, groß von Gewas ihn zu zeigen stets sich regt, duld ist er und Mitleids voll, und spricht: Er ist der Herr nur langsam, wenn er Sünder und keiner mehr. strafen soll, und bleibt die Lieb in alle Ewigkeit. apli 4. Was gut und fein nur kann genennet werden, was uns 7. Wie selig ist doch, der mit Lust und Lieblichkeit anlacht, ihn also kennet, und zu ihm was in sich faßt den Himmel lieber Vater! sagen kann. Er, sammt der Erden, der große Bau, er ist es, den Gott den Seinen voll Schönheit und voll Pracht, nennet! Gott sieht ihn als sein und was dies Rund nur Köst- Kind recht zärtlich an! Nichts lichs in sich schließt, das kommt ist so hoch, nichts kann so herraus diesem unerschöpften Meer lich sein! der höchsten Fürsten und dessen unerforschten Fülle hocherhabner Stand ist, zegen her; Er ist der Quell, der immer dies zu rechnen, lauter Tand; überfließt. st on es ist zu schlecht, es bleibt ein leerer Schein. 5. Von Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende ist r, und wird auch stets derselbe sein. Er ist zu spüren, wo man hin sich wende, das Heimlichste wird klar in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkel heit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchst selig kennet er kein Ungemach; Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. 8. D Herrscher, wie soll ich dich gnug erheben! Auch mi hast du den Deinen zugezählt, in Christo brachtest du mich schon zum Leben, in ihm hast du zur Kindschaft mich erwählt. Zwar sch ich dich jetzt nur bei schwachem Licht; jedoch es kommnt, es kommt der frohe Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, ver. traut von Angesicht zu Angesicht 6. Was er verspricht, dem 9. Indes, mein Geist, auf! kann man freudig trauen, die auf! ihn stets zu loben. Auf! That stimmt mit den Worten auf! erwecke dich und säume überein. Auf Menschen kann nicht! Was in dir ist werd sanst man niemals sicher bauen; doch Gettes Ja ist ja, sein Nein ist nein. Voll Billigfeit ist sein und still erhoben zu Gott, Jehovah unserm Schild und Licht! Herr! du bist würdig, Ehre. 2* Erster Theil.- Vom Wesen Gottes 20 Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Lob ihn 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, im Vorhof schon mit frohem was ich vor oder nachmals Schall, einst öffnet sich dir thue, und er erforschet mich selbst das Heiligthum. und dich. 19. 7. Er ist dir nah, du sigest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest: so ist er allenthalben da. Er ist der Gott der Stärke; E groß ist sein Nam und groß 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. sind seine Werke, und alle 9. Er weg mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. ott ist mein Lied! Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts: so sind und leben Welten. Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichte. ordona 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl die beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seeligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? y 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 10. Nichts, nichts ist mein, daß Gott nicht angehöre. Herr! immerdar soll deines Namens Shre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Sin jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Lust und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm! iodi 13. Du tränfst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn 21 und seinen Vollkommenheiten. und Wein und Freuden emhilf uns allen thun nach pfangen wir aus deiner Hand. deinem Wohlgefallen. 14. Kein Sperling fällt, 4. Immer bleibst du, Gott! Herr, ohne deinen Willen; sollt ein Feind derer, die das Unrecht ich mein Herz nicht mit dem üben. Immer bleibst du, Gott! Troste stillen, daß deine Hand ein Freund derer, die das Gute mein Leben hält? is lieben. Laß uns darum schon auf Erden, deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht! Du bist ewig der Getreue der, das hält, was er verspricht. D, daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Von der Ewigkeit und Unver3964 änderlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. 6. Stets ist Wohlthun deine 20. Gott, du bist von Lust; ewig währet deine Liebe. Ewigkeit und dein Wohl mir, wenn auch ich mit herrlich großes Wesen ändert Lust mich in deinem Willen übe! sich zu keiner Zeit; du bleibst Dann, o Herr, wirds meiner stets, was du gewesen. Laß Seelen nie an wahrem Wohldies meinen Geist beleben, ehr- sein fehlen. furchtsvoll dich zu erheben. 7. Erd und Himmel wird 2. Ewig und unwandelbar vergehn; alle Welt wird mich ist, o Gott, dein hohes Wissen. verlassen. Nur du bleibst mir Was dir einmal Wahrheit war, ewig stehn; deine Hand wird wird es ewig bleiben müssen. mich umfassen, wenn ich nun Niemals kann dein Ausspruch von hinnen scheide. Gwig bist fehlen; laß mich ihn zum Leit du meine Freude. stern wählen. EIS 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und auf deinen Trost zu bauen. 22 Erster Theil. Vom Wesen Gottes Aus dem 102. Psalm. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Mel. von Nr. 16. err Gott, du bist Tode selbst bleibt er unüberdie Zuflucht aller wunden. Kein Tod, kein Grab trenut mich, o Gott, von dir. mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! Mel. Gott sei Dank in aller Welt. 21. Herr Zeiten, denn du bist Gott in alle Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, ch noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und 22.11 nermeßlich, ewig iſt Staub Gottder Höchste. Herr, du biſt, alle Menschenkinder? sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du nur bleibest für und für. wie du dich uns offenbarst, 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Swigkeit. nun und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weis allein und gnaden. reich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untadelhaft. 3. Alle Werke deiner Hand 4. Es werden noch die Him- waren dir, o Gott, bekannt, eh mel und die Erden, wie ein die Welt auf dein Geheiß, da Gewand von dir verwandelt stand, deiner Weisheit Preis. werden. Du bleibest, wie du bist; denn keine Zeit umgrenzet dech je die Unendlichkeit. 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte; du schüßest sie mit deiner starken Rechte, du läff'st ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine Himmel; doch vergehn deine Himmel, und die Welt sinkt, wenn sie dein Arm nicht hält. aid s 5. Du nur bleibest, wie du bist, was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig stets, wie du. und seinen Vollkommenheiten. 23 6. Du bist nicht ein Men- 2. Nie spricht mein Mund schenkind, daß du lügest! nicht ein Wort, das du, o Herr, gesinnt, wie der Mensch, der nicht wissest. Du schaffest, was wandelbar nimmer bleibet, was ich thu, du ordnest, du beAnschließest, was mir begegnen soll. er war. 7. Was du zusagst, ist gewiß. Erstaunt seh ich auf dich. Wie Zwischen Licht und Finsterniß groß ist dein Verstand! Wie tappt der Mensch hin, wählt, bercut plöglich wieder, was ihn freut. wunderbar für mich! com.my 8. Sollt ich denn auf Fleisch vertraun? nicht, mein Heil, auf dich nur baun? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 9. Nein, Unwandelbarer, dein, soll sich meine Seele freun. Sei mein Fele, Gott, sei mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. Und in allgemeine Nacht sinke dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze hin, wenn Gott mich hält! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohi mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. 1 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlöſse mich doch reine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir Mel. O Gott du frommer Gott. 6. mich zu verstecken. Denn auch Von der Allwissenheit Gottes. Der 139. Psalm. 23. Herr, du erforschest die Finsterniß ist vor dir helles mich; dir bin ich Licht; die Nacht glänzt wie der unverborgen. Du kennst mein Tag vor deinem Angesicht. ganzes Thun und alle meine 6. Du warst schon über mir Sorgen. Was mein Seele in meiner Mutter Leibe; du bildenkt, war dir bereits bekannt, detest mein Herz, Gott, des eh der Gedanke noch in meiner ich bin und bleibe. Ich danke Seel entstand. dir, daß du mich wunderbar 24 Erster Theil. Bom Wesen Gettes - gemacht, und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht: 67. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 2. Selbst die Gedanken sind dir kund, die unsre Seele heget, eh sie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Herzen offenbar; du kannst ihr Dichten ſpüren. Den Rath der Seele siehst du flar, du prüfest Herz und Nieren, und nichts bleibt dir ver30 da 8. Was für Erkenntnisse! borgen. für köstliche Gedanken! unzähl- 3. Was deiner Freunde Herz bar sind sie mir, denn sie sind begehrt, das weißt du, eh sie ohne Schranken. Mit Chr- beten. Ihr Seufzen wird von furcht will ich stets auf dich, dir gehört, eh sie noch vor dich mein Schöpfer, sehn, dir fol. treten. Was deiner Feinde gen, und dein Lob, so gut ich Herz beschließt, ist auch dir kann, erhöhn. 117, 10 unverborgen; dir, der du ihren Anschlag siehst, so heiter als den Morgen, den Wolken nicht verdunkeln. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ichs von außen scheine. Sieh, ob 4. Was nach Verfließung mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Mel. von 9r. 17. vieler Zeit noch künstig wird geschehen, sichst du schon in Allwissenheit als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen Knechten kund, es weiter auszubreiten, und läss'st durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. 24. Allwissender, vollkomner Geist! des Auge alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt und unserm Blick entfliehet. 68 fann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken. Auch Finsterniß verbirgt es nicht; du weißt fie aufzudecken und Tag daraus zu machen. 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, es und seinen Vollkommenheiten. 25 dem nichts entflieht, wird alles Welt gemacht, regierst du alle offenbaren. Was noch so heim- deine Werke, die dein Verstand lich jetzt geschicht, wird alle Welt| hervorgebracht. Du brauchst, erfahren, und laut alsdann o unerschaffnes Licht, der Menerzählen. ir psden Rath und Beistand nicht. 6. Laß mich, o höchste Maje4. Was du zu thun dir vorstät, dein helles Auge scheuen. genommen, das kommt unfehlWo ist der, der dich hintergeht bar auch zur That. Wenn taumit seinen Heucheleien? Laß send Hindernisse kommen, fo so mich auch in der Einsamkeit triumphirt dein hoher Rath. dich gegenwärtig denken! Laß Du kennst und wählst zu deiWahrheit und Rechtschaffenheit nem Zweck beständig, Gott, bei allem Thun mich lenken, den besten Weg. und stets mein Herz behüten. CER 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den sich dein Wille vorbehält, der aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. Von der Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 25 Du weiser Schöpfer aller Dinge, der alles ganz genau versteht! nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung 6. D Weisheit! decke meiner geht; du schreibest der Geschöpfe Seele die angeborne Thorheit Chor Zweck, Maaß, Gewicht auf, damit sie dich zum Leitund Regeln vor. estern wähle in ihrem sonst ver. 2. Die wundervollen prächt- wirrten Lauf. Ich weiß den Weg gen Werke, die unserm Auge des Friedens nicht; o gönne fern und nah, die stehn sowohl mir dein sichres Licht. durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau machts befannt. 3. Mit eben der allweisen Stärke, mit welcher du die 17. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem klugen Rath geführt. Mein Geift muß dir die Ehre geben, daß du aufs beste mich regiert. Let ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. Erster Theil. Von der Allmacht Gottes. * Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. S $ 26 L Vom Wesen Gottes Lauf hebst du nach weiser Willfür auf. bolonduajo 15. Wer deiner Gnade folgfam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir sich innig beuget: o, dem vergiebst du Sünd und Schuld, mit allmachtsvoller Grad und Huld! 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Grabeenacht die Todten auf. erstehen, wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden lässst. err, deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist. das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding so groß und schwer, das dirzuthun unmöglich wär. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs Wort fällt alles dir zu Füßen. Du führest deinen Anschlag fort bei allen Hindernissen. Du winkjt, so stehet eilend da, was noch zuvor kein Auge ſah. 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist, wirst sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgiebet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 3. Du hast dein großes 8. O zünd in mir den Schöpfungswerk allmächtig aus Glauben an, der deine Macht geführet. Es bleibet stets dein ergreifet, der stark und mächtig Augenmerk und wird durch dich werden kann, wenn er auf dich regieret. Noch immerhin be sich steifet. Gib, daß ich traue steht die Welt, weil dein all- deiner Kraft, die alles kann mächtig Wort sie hält.n und alles schafft. misd( bre Ben der Allgegenwart Gottes. 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gefeße 27. steigt, die die Natur bewegen. Mel. von Nr. 16. Du bleibst ihr Herr, und ihren vor desfen Univ. Bibl. Giessen großer Gott! der alle Ding erfüllet, Blick kein Dunkel und seinen Vollkommenheiten. 27 einst dein Gericht, dem nichts entflieht. uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner Allmacht gehn? und wohin fliehn, vor dir, Herr, ungeſehn? 7. Wohl dem, der hier vor deinem Antlig wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt; der steht alsdann, als ein bewährter Freund, getrost Tiefe dringen: so hielte mich vor dir, wenn nun dein Tag doch deine Hand auch da; denn wo ich bin, da bist du, Herr, mir nah. 2. Könnt ich auch schnell mich zu den Wolken schwingen, und wieder schnell bis in die 3. Dein Auge sieht, was Nacht und Abgrund decken, es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken; du kennst genau das Innre der Natur, der ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Volk das Künftige gelehret; du aber weißt was künftig wird geschehen, und lässst auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten, und siehst wenn sie im Stillen vor dich treten; noch ch ihr Mund dir ihren Kummer sagt, vernimmst du schon, was dir ihr Seufzen flagt. 6. Vor Menschen bleibt hier manche That verborgen, dir aber ist die Nacht ein heller Morgen, und was hier noch in Finsterniß geschieht, entdeckt erscheint. 8. O prüfe selbst die innersten Gedanken, ob sie vielleicht von deiner Richtschnur wänken. Bin ich, o Gott, noch auf vers kehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. 28. Nie bist du, Höchster! von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, weisfest du; du prüfest meine Secle. Du siehst es, wenn ich Gutes thu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst 28 gilt! Ewges Licht, aus dessen Lichte, stets die reinste Klarheit du es, und stehst mir bei, daß F ich dir immer treuer seidt ſei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet: so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. quillt! Deines Namens Heiligfeitwerde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, 5. Du hörest meinen Seuff zern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mitleid, Bater, zählest du die Thränen, die ich weine. nach der Heiligung zu ringen. Du siehst und wägest meinen 2. Heilig ist dein ganzes Schmerz, und stärkst mit deinem Wesen; denn kein Böses ist an Trost mein Herz. 4 indir. Gwig bist du so gewesen, 6. O drück, Allgegenwär- und so bleibst du für und für. tiger! dies tief in meine Seele! Was dein Wille wählt und thut, daß, wo ich bin, nur dich, o ist unsträflich, recht und gut, und Herr, mein Herz zur Zuflucht mit deines Armes Stärke wirkst wähle; daß ich dein heilig Auge du stets vollkommne Werke. scheu, und dir zu dienen eifrig ſei. 3. Herr, du willst, daß deine 7. Laß überall gewissenhaft Kinder deinem Bilde ähnlich nach deinem Wort mich handeln, sein. Nie besteht vor dir der und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zuwandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist. a Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund. Uebelthätern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, Erster Theil. Vom Wesen Gottes - Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. Fren dich sehr, o meine.- Bf. 42. 100 29. G ott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel und seinen Vollkommenheiten. aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen. Guo Batanid 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie du selbst verheiff'st, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu Allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unsres Wandels größte Zierde sei recht schaffne Heiligkeit. Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Je me Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 7430. einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem festen Thron auf alle Menschenkinder, bestimmest jedem seinen Lohn, so reinige vom dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an; allein auf das, was wir gethan, sichst du als rechter Richter. 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest fie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. erechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O laß mich dein Gericht stets scheun, und hier mit 29 Ernst beslissen sein, vor dir 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut den frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Ihn strafend machst du offenbar, daß der dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet. 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen, 30 Erster Theil.- Vom Wefen Gottes das Feuer das auf Sodom fällt,| versprochen, vollführst, was du Aegyptens lange Plagen, und dir vorgeseßt. Wenn Erd und - andre Wunder deiner Macht Himmel auch vergehn, bleibt find Zeugen, wenn dein Zorn ewig doch dein Wort bestehn. erwacht, wie du den Sündern lohnest. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein 7. Bleibt hier viel Böses un Mund verheißen hat. Nach deibestraft, viel Gutes unbelohnet, ner Macht, nach deiner Treue so kommt ein Tag der Rechen- bringst du das alles stets zur schaft, der keines Sünders| That. Scheint die Erfüllung schonet; da stellst du, Herr, ins gleich noch weit, so kommt sie hellste Licht, wie recht und billig| doch zur rechten Zeit. dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 3. Und wie du das unfehlbar gibest, was deine Lieb uns 8. Gerechter Gott, laß mich, zugedacht, so wird, wenn du wie du, das Gute eifrig lieben! Vergeltung übest, dein DrohGib selber mir die Kraft dazu! wort auch gewiß vollbracht. Wirk inniges Betrüben, wenn Wer dich, o Gott, beharrlich sich die Sünd in mir noch regt! haßt, fühlt deiner Strafe Dein Herz, das lauter Gutes schwere Laſt. hegt, sei meines Herzens Muster. 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Reue sehen: so laß mich die Gerechtigkeit, die mich von Straf und Schuld befreit, im Glauben eifrig suchen. 4. D drücke dies tief in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut. Gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Werte deiner Gnade traun. Wer kann Mel. Wer nur den lieben Gett. 17. den Trost uns jemals rauben, 31. Noch nie hast du dein den wir auf dein Verſprechen Wort gebrochen, baun? du bist ein Fels, dein nie deinen Bund, o Gott, ver- Bund steht fest. Wohl dem, lept. Du hältst getreu, was du der sich auf dich verläßt! und seinen Vollkommenheiten. 31 6. Wie stark sind unsers mehr gebrochen, bis er alles Glaubens Gründe! hier ist hat vollbracht. Gr, die Wahrdein Wort, das niemals trügt. heit, trüget nicht, was er saget, Und daß dies allen Beifall das geschicht. finde, hast du den Gid hinzugefügt. Wahrhaftger, was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt. Sie soll ihren Zweck erreichen, den sie ewig sich ge= stellt. Ist die Welt voll Heuchelei: Gott ist fromm, gut und getreu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie Krieg und Streit im Sinn: Gott hält immer sein Versprechen. Ihm denn 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen! O traue Gott, der treu es meint. Such ihn zum Muster anzunehmen, und sei auch aller Lügen Feind. Beweise dich als Gottes Kind, bei dem man Treu und Wahr heit findt. 2010 vertraun ist stets Gewinn, er er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. Mel. Gott des Himmels und der. 5. Laßt sein Antlig sich ver32. Weicht ihr Berge! stellen; ist sein Herz doch treu fallt ihr Hügel! Berg und Fel. sen stürzet ein: Gottes Treu hat gefinnt, und bezeugt in allen Fällen, ich sei sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch alle Hoffnung weicht. dieses Siegel, sie soll fest und ewig sein. Laßt den Weltkreis 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt empört. Ihre Liebe mag erfalten; ich bin seinem Herzen werth. llnd wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn und Schild. untergehn, Gottes Gnade muß bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, seinen Bund mit mir gemacht, der wird nimmer 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; welch ein Trost! nun werd ich Armer nimmermehr 32 Erster Theil. Bom Wesen Gottes von ihm getrennt. Sein Er- 2. Wer hat mich wunderbar barmen läßt nicht ihn sich mir bereitet? Der Gott, der meijemals ganz entziehn.dner nicht bedarf. Wer hat mit 8. Nun, so soll mein ganz Langmuth mich geleitet? Er, Vertrauen unbeweglich auf ihm dessen Rath ich oft verwarf. ruhn! Felsen will ich auf ihn Wer stärkt den Frieden im Gebauen; was er sagt, das wird wissen? Wer gibt dem Geiste er thun. Erd und Himmel neue Kraft? Wer läßt mich so kann vergehn, doch sein Bund viel Glück genießen? Jsts nicht sein Arm, der alles schafft? bleibt ewig stehn. 3. Echau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du er schaffen bist; wo du, mit Herrtitlichkeit umgeben, Gott ewig Mel. des 66. Psalms. sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; 33. Wie groß ist des durch Gottes Güte find fie dein. Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Sieh, darum mußte Chriftus leiden, damit du könntest selig ſein. Der mit verhärtetem Gemüthe den Dank ersfickt, der ihm ge- Von der Liebe und Güte 3100 ting Gottes. bührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz auch seiner nicht. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren? Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meiren Näch sten gleich als mich). 5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille. Ich soll vollkommen sein, wie Gr. So lang ich dics Gebot erfülle, stell ich fein Bildniß in mir herr Lebt und seinen Vollkommenheiten. seine Lieb in meiner Seele, for treibt sie mich zu jeder Pflicht; was du gemacht; und hast uns und ob ich schon aus Schwach- E heit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. Sündern allen noch Leben zugedacht. 2. Als du uns hießest werden, da schufst du uns zum ewgen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles deiner mel droben hat deine Baterhand Güte voll; auch in dem Himkein Aug erkannt. Dorthin uns uns Güter aufgehoben, die noch zu erheben, ist Gott! mit uns dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ewger Sohn dahin. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Her zen die Furcht des legten Augenblicks. 33 34. Gott, du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun hast du Lust. Der Quälsucht harte Triebe sind deinem Herzen unbewußt. Ganz ohne alle Gränzen ist deine Gütigkeit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, hast Wohlgefallen an dem, 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße; und wenn, zur Reu bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, ſo siehst du auf ihn Armen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du kommest unsern Sorgen zuvor mit deiner Batertreu. Du, Ursprung aller Gaben! 3 34 Erster Theil. Du weißt, was uns gebricht, und, was wir nöthig haben, versagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohlthun, das du übest, find unsre Tage voll; auch wenn du uns betrübest, geschiehts zu unserm Wohl. - 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets. treu verblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Lust. Mit Dank dir zu begegnen, sei, Herr, auch unsre Lust. Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Vater, thun? 35. Vom Wesen Gottes und noch erhält. Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von men, und voll Wohlthun nach mir Armen. 2. Seh ich den weiten Him6. Wer hier auf deinen We- mel an, so viel ich davon sehen gen sich willig deinem Dienste kann, so seh ich deine Güte. weiht, den setzest du zum Segen Der Himmelskörper Lauf und schon hier, noch mehr in Gwig- Pracht, das Sternenheer, das keit. Du kröneft seine Leiden mit du gemacht, erreget mein Geherrlichem Gewinn, und füh- müthe, mächtig, freudig dir zu rest ihn zu Freuden, zu ewgen singen, dir zu bringen Ehr und Freuden hin. Wie theur ist Stärke. Groß sind deiner deine Güte! Gott, laß mich ihrer Hände Werke! freun, und stets mein ganz Gemüthe voll ihres Ruhmes sein. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Mel. Wie schön leuchtet der. Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich Gott, deß starke Hand die Welt erschaffen hat hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbar und seinen Vollkommenheiten. hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Die Erd ist deiner Güte voll! In allem, was mich näh. ren soll, schmeck ich, Gott, deine Güte. Ich seh und hör und fühle sie in Feld und Wald, an Thier und Vich. Dies dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig ohn Aufhören zu verehren. Hoch zu loben sind ja deiner Güte Proben! 5. Schau ich mich selber achtsam an, so viel ich mich beschauen kann, so seh ich deine Güte. Die zeiget mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ein jeder Tritt, mein Geist und ganz Gemüthe. Billig muß ich dir hinwieder meine Glieder ganz ergeben, und nur dir zu Ehren leben. 35 Der 36. Pfalm. Mel. des Psalms. 36. G ott, deine Huld und Gütigkeit erfüllet alles, reicht so weit, als deine Himmel reichen! Und alles sagt: daß deine Treu, wie du, unendlich, ewig sei! Eh werden Berge weichen, eh uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig fest auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du f läsfest uns, so lang du bist. 6. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir! Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Erbarmung vor dir finden! Güte! heilige zu deinem 2. Dein sind die Menschen, Preis mich ganz, daß ich mit dein das Vieh! du, Gott, erallem Fleiß mich vor dem Un- hälst, ernährest sie, wer kann dank hüte. Laß mich, was ich dich gnug erheben! Du Gott bitt, erlangen, dir anhangen voll Gnaden, voll Geduld. hier auf Erden, bis mir wird stets fühlen deine Baterhuld. der Himmel werden. die hier auf Erden leben. Wer 3* Erster Theil.- Vom Wesen Gottes 36 gibt dem Menschen sichre Ruh? E Wer, wer kann sie, Gott, so wie du, mit voller Freud erquicken? Wer kann der Deinen reine Brust mit Strömen nie gefühlter Lust, wer will sie so entzücken? derbt von Jugend auf, und H deinem Wink entgegen. Und gleichwohl, Vater! suchst du ihn langmüthig davon abzuziehn, zur Beßrung zu bewegen. 2. Der Menschen Elend jammert dich. Wenn sie sich gleich verstocken, so suchst du sie doch väterlich durch Huld zu dir zu locken. Wie lange sahst und riefest du nicht ehmals deinem Volke zu, daß sich ihr Herz bekehrte! Wie trugst du nicht mit Gütigkeit die erste Welt so lange Zeit, eh sie die Fluth verheerte! 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner E Gätigkeit? quillt nicht von dir das Leben? Auch kennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir, geführt! Den wirst du nicht verlassen! Geuß deinen Segen über die, die dich verchren! schüße sie, die alle Falschheit haffen! Von der Geduld und Langmuth Gottes. 37. Getreuer Gott! Wie 3. Noch immer gibst du Sündern Raum, der Strafe zu fruchtbaren Baum nicht ohne entgehen. Du läss'st den unPflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. Du warteſt sein mit großer Treu, und hörst, damit er fruchtbar sei, nicht auf, an ihm zu bauen. viel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld; du häufest dein Erbarmen. Was ist des Men4. Langmüthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sünschen Lebenslauf? Er ist ver- dern, und o, nicht weniger und seinen Vollkommenheiten. Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Nege stellt, oft sicher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergehen sich, und fehlen buldreich schmücken, und zugleich oftmals wider dich auf falsch E gewähltem Wege. freudenreich, Bösen und den Dei5. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft sie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzustehen. Du trägest sie mit Baterhuld, bist willig, ihre Sündenschuld durch Christum zu vergeben; gibst ihnen neue Glaubenskraft und nach vollbrachter Pilgrim schaft ein ewig Freudenleben. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen 3. Was wir davon denken, rühren! Nie müsse deine Bater. was wir sagen können, ist ein huld zur Sicherheit uns führen! Schatten nur zu nennen. Tag Trag uns erbarmend fernerhin; vor Tag zu schonen, Tag vor doch gib uns auch dabei den Tag zu dulden, so viel MillioSinn, daß wir die Sünde hassen, nen Schulden, und dazu ohne und uns noch in der Gnaden Ruh lieben, die dich hassen: zeit den Reichthum deiner Gütig- Herr, wer kann das faſſen? keit zur Buße leiten laſſen. Mel. Wunderbarer König. 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 38.11 numschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die zum Irdischen kaum taugen, daß sie 37 in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis nen, wie die Sonne scheinen. ja dein ganz Gebiete ist ein 2. Wasser, Luft und Erde, Schauplah deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 38 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 5. Herr, es hat noch kei-| Aug auf alles sieht. Wohl uns, ner, der zu dir gegangen, statt daß du regierest! Sohn! für uns ins Fleisch geder Gnade Recht empfangen; 3. Christe, Gottes einger wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig boren! Kamst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir verloren. Sei uns mit deinem Heile nah! Ach, für uns alle starbst du ja! Erbarm dich unser aller! dich erbarmen. - 6. Höchster, sei gepriesen, daß du so verschonest, und uns 4. O heilger Geist! du nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl theures Pfand, du Tröster der regieret, und mit Ruhm den Erlösten! Erleucht mit WeisScepter führet. Fahre fort, heit den Verstand, und komm, Zions Hort, Langmuth aus- das Herz zu trösten. Sei, wo zuüben und die Welt zu lieben. wir wandeln, unser Licht! Verlaß uns auch im Tode nicht! Wir trau'n auf deine Treue! Lob der heiligen Dreieinigkeit. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Mel. von Nr. 17. 39. Gott, unserm Gott allein fei Ghr: 40. Herr, unser Gott, wer Du Ihm Dank für seine Gnade! ist dir gleich? Uns drücket nun sein Zorn nicht bist das höchste Wesen. Und mehr! geheilt ist unser Schade. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und Wohlgefallen. 2. Gott Vater, wir verchren dich, mit Loben und mit Danken; denn du regierest ewiglich, dein Thron kann niemals wanken. Herr, alles, was du sprichst, geschicht, so wie dein doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erleſen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier Quelle alles Segens. und ewig einst begaben, du 2. Wir beten dich, o Vater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich und seinen Vollommenheiten. 39 doch unser an, wie Väter ihrer nach vollbrachter Zeit uns einst Kinder. Du haft für uns aus dahin erheben, wo wir dich großer Huld selbst deinen Sohn ewig schauen. gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld verleih uns Trost Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. und Leben, daß wir dich kind- 41. heiligste Dreieiniglich fürchten. nach dich zu ehren, bemüht sich deine Christenheit; dein Lob läßt sich stets hören. Wie hoch bist du, wie wundersam! Anbetungswürdig ist dein Nam, dein Wesen unerforschlich. 3. O Jesu, ewger Gottesjohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu befrein von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf Erden. O laß uns, 2. Ce zeigt die herrliche Naunser Herr und Gott, froh dei- tur, und zwar an jedem Orte, nes Segens werden, und dir des Allerhöchsten Segensipur; im Glauben dienen. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott! Wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zumi Guten Lust und Kraft. Laß uns des auch genießen! damit wir unsre Pilgerschaft im Glauben selig schließen. Wir wollen dir gern folgen. doch Dank sei seinem Worte! es zeigt uns ihn erst recht, er heißt: Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der Gott des armen Sünders. 3. Nun weicht die Nacht, nun wird es hell ,, laßt Lobgesänge fließen! Du Vater, aller Wesen Quell und Ursprung, sei gepriesen! Du Bater, hast von aller Zeit in grenzenloser Gwigfeit den Sohn, dein Bild gezeuget. 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von 4. Du schufst den weiten Erdeinem Thron, daß wir vor dir denkreis mit gnädgem Wohlgedeihen! Dein ist das Reich, gefallen. Du schusst den Mendie Herrlichkeit. Dir wollen schen; Dank und Preis foll wir hier leben; und du wirst erst durch ihn erschallen. Du 40 Erster Theil.- Vom Wesen Gottes 2c. trågest durch dein mächtig Wort, in Noth und Tod wir uns was du erschaffen, immerfort, allein verlassen. und herrsch'st mit weiser Güte. 9. Von Ewigkeit warst du auch schon, o Geist, Quell aller Wahrheit, Gott mit dem Vater dern! wir fehlen oft noch, ach und dem Sohn, erfüllt mit verzeih, verzeih uns armen höchster Klarheit. Vom Vater Sündern. D. unsre Noth ist und vom Sohn gesandt, mach mannigfalt; errett uns, Herr, uns die Gottheit recht bekannt und hilf uns bald, zeig dich an und ihr zu dienen willig. uns als Vater!! 5. O bester Vater, steh uns bei, uns, deinen armen Kin10. Dheilger Geist, du 6. Herr Jesu Christ, des Geist des Herrn, durch den wir Ewgen Sohn, von Ewigkeit Abba schreien, nur du kannst geboren! Du herrsch'st auf dei- uns, und thust es gern, zu nes Vaters Thron, zu unserm seinem Bild erneuen. Durch Heil erkoren. Durch dich erschuf er diese Welt, du biste, durch den er sie erhält, o Gott, aus Gott geboren. 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, wer dich sieht, sieht den Vater; ein Mensch, nach dem die Zeit erfüllt, ein Helfer, ein Berather des Menschen. Du erwarbst ihm Huld, bezahl test seine schwere Schuld durch dein unschuldig Leiden. dich wird unsre Hoffnung fest, und wenn uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Trost noch kräftig. 8. Nun sigest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dämpfst der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, 11. Geist des Gebetes, steh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dankbarkeit, mit wahrer Reu zu Gott im Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jesum Christ getroft und selig sterben. 12. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, wie groß ist deine Güte! sei ewiglich dafür gepreist, mit freudigem Gemüthe! Wenn dich der Engel Chor besingt, wo heilig, heilig, heilig unser Gott! du biste, auf den klingt, so hör hier unser Lallen! 3) Von der Schöpfung. Der 19. Pfalm. 42. DE ie Himmel rufen, # jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht; die ausgespannte Beste lehret die Werke, die sein Arm gemacht, und aller Welten Harmonie verkündigt und befinget fie. 2. 68 strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr ge. dankenvolles Wort. 68 sind nicht Sprachen, die sie spricht; doc wer bört ihre Stimme nicht? 41 4. Wer schuf, daß uns der Tag erwache, der Sonne strah lend Zelt, als Er? Sie kommt; so geht vom Brautgemache der heitre Bräutigam daher; sie eilet, wie ein Held zum Streit erwachet und des Kampfs sich freut. 5. Jhr hoher Aufgang ist im Morgen, bis in den fernsten West ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Gluth verborgen; fie gehet allen segnend auf. Jhr Glanz zerstreut das Graun der Nacht, bescelt die Welt und gibt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stärkt die Seelen, daß sie leben, und gibt dem kranken Herzen Kraft. Sein Wort ist ohne Falsch und Trug, erhellt und macht die Einfalt flug. 7. Aus seinen richtigen Gesetzen quillt Freude für die Trau3. Die Ordnung funsterfüllter rigkeit. Sie heiligen, wenn Kreise verherrlicht Gott durch sie ergößen. Wie lauter ist, jedes Land und macht, damit was Gott gebeut! Herr, deines der Mensch ihn preise, sein Lob Wortes reines Licht erleuchtet der fernsten Welt bekannt; denn jedes Angesicht. wer sieht ihre Wunderbahn, und betet nicht den Schöpfer an? 8. Die Furcht des Herrn erhebt und schmücket ein folgfam Herz, und macht es rein, und ewig bleiben die beglücket, die fich dem Dienste Gottes weihn. Erster Theil. Von der Schöpfung. 42 Denn alles, was der Herr geMel. von Nr. 42. beut, ist Wahrheit und Gerech- 43. Gott! den alle Himtigkeit. mel ehren, von dir 9. Die Zeugnisse des Herrn kommt aller Himmel Bracht. sind besser und mehr der Sehn- Was wir nur Schönes sehn und ſucht werth, als Gold. Ihr hören, hat deine Hand allein Werth ist köstlicher und größer, gemacht. An deine Weisheit, als alles noch so seine Gold. an dein Licht, reicht keines MenSüß sind sie, wie der Honig schen Denken nicht. ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. 2. Du bists, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre 10. Wie warnen sie nicht Zierde schenkt. Du bist es, deine Knechte! Der hat viel der die Erde kleidet, und sie Segen, der sie hält! Doch oft mit grünem Schmuck behängt. vergißt man deine Rechte. Wer Du bist es, der durch seine merkt, o Gott, wie oft er fällt? Kraft dem Frühling neue AnVergib, das bitt ich, Gott, muth schafft. von dir, auch die verborgnen Sünden mir! 3. Daß Kraut und Pflanzen sich verjüngen, und alles neues Leben fühlt, daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld mit tausend Farben spielt, das fließt allein aus deiner Gnad, die unsre Welt gezieret hat. 4. Wie viel vermag dein mächtig: Werde! erhabenster Herr Zebaoth! Dein Lob verkündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott, verkündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht. 11. Enthalte mich von frechen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sei! 12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Reden, die sich deiner freun, und laß, zur angenehmen Stunde, dir mein Gebet geseufzet sein! Ich habe ja dein gnädig Wort, Herr, mein Erlöser! Gott, mein Hort! 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, fließt auch der Sonne feurig Meer. Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, von Erster Theil. Von der Schöpfung. 43 dir kommt auch das Wunder kleidet sie mit Majestät? Wer her, daß n.ir die Schönheit ruft dem Heer der Sterne? dieser Welt so strahlend in die Augen fällt. 6. Was zeugt das Heer von tausend Sternen, das selbst die Nächte reizend macht? Von ihnen soll ich hier schon lernen, wie groß, o Schöpfer, deine Pracht! Gott, du bist nichts, als Heiterkeit; nur Licht und Strahlen sind dein Kleid. - 7. Ach Schöpfer! heilge mein Gesichte, wenn ich so voll Verwundrung steh, daß ich in dei nes Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, sch. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenluft. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 44. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bemundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoof der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? D Gott der Macht und Herrlichfeit, Gott deine Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen! schein und Sturm, dich preist 4. Dich predigt Sonnender Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! mich, ruft der Baum in ſeiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Berveis von deiner Güt und Größe. 2. Mein Auge sieht, wohin 6. Erheb ihn ewig, o mein es blickt, die Wunder deiner Geist! erhebe seinen Namen! Werke. Der Himmel, prächtig Gott, unser Vater, sei gepreist, ausgeschmückt, preist dich, du und alle Welt sag: Amen! und Gott der Stärke! Wer hat die alle Welt fürcht ihren Herrn, Sonn an ihm erhöht? Wer und hoff auf ihn, und dien Erster Theil. Von der Schöpfung. 44 ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? - 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der statt des Nußens Schaden thut. Laß und der Erden, der allen Mißbrauch ferne sein! allein. du allgegenwärtig bist, und Mein Schatz und Ziel sei du nimmer kannst begriffen werden, vor dem kein Ding verborgen ist: Ach ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Gott des Himmels 45. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke die wundervolle Kreatur, so ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du. 6. Hier ist mein Leben eine Reise; hier geht mein Weg zur andern Welt. O, mache du mich flug und weise, daß ich bier thu, was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. reden könnte, so stimmt es der Ermuntrung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. Mel. des 140. Psalms. 46. D ie Himmel rühmen 3. Es zeigen alle Elemente, wie weis und gut der Schöpfer sei. O, wenn das Stumme Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt jeinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, o Mensch, ihr gött4. Herr Gott! wie groß ist lich Wort. deine Liebe! die Erd ist deiner Güte voll. D, gib mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann, und hab, und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! tommt und leuchtet uns von 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie Erster Theil. ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. - Von der Schöpfung. 3. Vernimms und sich die Wunderwerke, die die Natur dir] aufgestellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzähl baren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist alles? gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bins, mich liebe dein Gemäthe, und nehm an meiner Gnade Theil! 45 Von den Engeln. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. S err, du hast in deinem Reich große Schaaren heilger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich; denn ich bin noch voller Mängel. Ach, wann werd ich auch so rein, als die guten 3. Gib mir Weisheit, gib mein die rde; an meinen mir Fleiß, dich, o Gott! recht Werken kennst du mich.. Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd deinen Engeln. ähnlich werd. Geister sein! 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärke mich bei der Beschwerde! Stärke mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmlisch sei geſinnt. 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, ſo auf Erden. Laß uns doch stets darauf sehn, daß wir dir gehorsam werden, so in deinem Willen ruhn, wie die reinen Geister thun. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schüßend uns umgeben. Wo wir gehen aus und ein, laß sie unsre Wächter sein. 46 Erster Theil. Von der Schöpfung. 6. Mach es, wie mit Lazaro, vollkommnen Lichte, und haben wenn ich künftig werde sterben. dennoch auf mich Acht. Laß mich dann auch eben so 3. Ich preise deine Güte deines Himmels Freuden erben. Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Vaterland. - 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl bei den Auserwähl- Schutz ich sicher war. ten stehen, wenn die Bösen in den Pfuhl der Verdammniß zitternd gehen. Mache mich in deinem Reich völlig deinen Engln gleich. nen und zu Gebote stehn: du mit dankbarem Gemüthe für diese Wunder- Schaar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, durch deren Mel. O Welt ich muß dich lassen. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen 48. u Herr der Sera- gleichen an wahrer Heiligkeit. D phinen, dem tausend Engel die Wie sie die Kinder lieben, und wahre Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen; laß mich den auch erfüllen. Sie leben völlig rein; laß mich, nach deinen Worten, o Herr, an allen Orten auch so, wie sie, die Sünde scheun. herrlich großer Meister des gan. zen Reichs der Geister! mein 4. Gib, Geber aller Güter, gib ferner diese Hüter zu meinem Schirm mir bei. G8 sei mein ganzes Leben mit ihnen stets umgeben, so bleib ich manches Fehltritts frei. Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Herr, deine Himmelsheere, die Zeugen deiner Ehre, gibst du zu meiner Wacht. Sie scheide, so führe mich zur Freude, 7. Wenn ich denn endlich auf ihren Händen ein. Bei dir, o Höchster, droben will ich dich ewig loben, wenn ich fehn dein Angesichte im höchst den Engeln gleich werd sein. 4) Von der Vorsehung Gottes. Der 33. Pfalm. Mel. des Psalms. 47 den er fällt. Der Ausfluß feiner Segensfülle ergenßt sich durch die Welt. Die 49. Ihr Frommen, auf! wölbten Lüfte und der Himmel Klüfte hieß sein Machtwort sein. Aller Sternen Kreiſe, Wechsel, Licht und Weise schuf sein Hauch allein. die ihr die Ehren des Gottes aller Ehren singt; dieweil sein Lob von Zions Chören noch eins so angenehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Mischt der Orgeln Töne in den Jubeljang! Lobet ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten eurer Flöten Klang. 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen: so ists im Augenblick geschehn. Er rufet uner2. Verherrlicht ihn mit neuen schaffnen Dingen: so sind sie Weisen! Erhebt ihn durch ein wirklich schon zu sehn. Allen ewig Lied! Und seid, ihn wür- Rath der Großen weiß er umdiglich zu preisen, mit allge- zustoßen, wie es immer geh. meinem Fleiß bemüht! Was Alle List der Erden muß zu sein Wort uns lehret, was sein Schanden werden, daß sein Mund uns schwöret, ist voll- Rath besteh. kommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß mans merke, seine Wahrheit dar. 4. Er hält die Meer und Wasserschäße in ihrem sichern Abgrund auf. Er schreibt der Ebb und Fluth Gesetze und ordnet aller Flüsse Lauf. Adams ganz Geschlechte fürchte Gottes Rechte, die dies wirken kann! Betet, freche Geister, Gott, des Donners Meister, mit Erstaunung an! 6. Er wechselt niemals in Gedanken. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er 3. Gerecht und heilig ist kann nicht, wie die Menschen, sein Wille und jeder Ausspruch, wanken, und ist sich selber ewig - - Von der Vorsehung Gottes. 48 Erster Theil. gleich. Wohl denn dem Geschlechte, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohl euch, Zions Kindern, die er aus den Sündern, als sein Erb, erwählt! 10. Der Flügel Gottes deckt die Seinen vor allen Todsgefahren zu. Wenn andre lang nach Brode weinen, so speist er 7. Er sieht von seiner Sterne uns in milder Ruh. Darum, Bühnen das Thun der Erden- fromme Herzen, harrt in allen finder ein. Er unterscheidet, Schmerzen seiner Hülf und die ihm dienen und die vor ihm Kraft, die euch fest umringet, nicht lauter sein. Gott, der alle Noth verdringet, und euch Weltberather, nimmt, als Herr Heil verschafft. und Vater, aller Menschen wahr; seiner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. dem Bösen grauet, seiner Huld und Macht. 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum kennt er dessen Haß und Lust, und was sich da Geheimes reget, ist eher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Arm. Dieser ist bewährter, als der Helden Schwerter und der Riesen Schwarm. 11. In dir, o Herr, in dir alleine erfreuen wir uns jederzeit. Der Trost für Israels Gemeine ist deine Treu und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen ferner an uns Armen, du, o höchstes Gut! Gib uns einst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht. Der 65. Psalm. Mel. des Psalms. 50. M an betet, Herr in Zions Stille zu deiner Macht 9. Ein feurig Pferd, mit E dem ein Sieger oft glücklich durch die Feinde rig, ist keinem Flüchtling, keinem Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die E sich Gott ergeben, deren Gut und Leben nimmt sein Aug in Acht. Ihre Seele trauet, wenn und Huld. Da zahlt man dir der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld: da merkest du Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. auf unsre Lieder und Bitten für und für, und sammelst deiner Kirche Glieder aus aller Welt zu dir. 2. Daß uns der Sünden Last nicht schade, wie schwer sie immer sei, so spricht uns Arme deine Gnade von Fluch und Schulden frei. Wohl denen, die sie aus den Sündern zu deinem Dienste wählt, und hier und dort zu deinen Kindern und Hausgenossen zählt! 3. Du gießest nach den bangen Zeiten den Trost auf Jakobs Haus, vom Size deiner Selig feiten, an allen Enden aus. Wir können deiner Liebe Proben in tausend Wundern fehn, und dich als unsern Heiland loben, sobald wir zu dir flehn. 4. Die Hoffnung aller Menschen- Schaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein nur mußt bewahren, was See und Land enthält. Du bist es, deffen sichre Stärke die Berge gründen kann, und warest zu dem Schöpfungswerke mit Allmacht angethan. 49 5. Dein Wink gebeut den wilden Meeren, und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle sich empören, so dämpfst du ihre Wuth. So weit der Erde Theile reichen, erschrickt die Heidenschaft vor deiner wahren Gottheit Zeichen und deiner höchsten Kraft. 6. Du machest fröhlich, was da webet, so bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet, dem Schuße deiner Macht. Wenn du erquichst mit Thau und Regen der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder Reichthum groß. 7. Dein Brunn, der nimfrüh und spät, bis Keim und mermehr verfeiget, erquickt sie Aehre treibt und steiget, und alle Fruchtgeräth. Wenn Frucht und Fluren sich erneuen, Herr, so thum und Gedeihen auf unsre tränkst du sie, und thauestWachsSaat und Müh. 8. Du krönest alle Jahreszeiten mit segensvoller Hand, und träufelst eitel Fettigkeiten auf unter ganzes Land. Es triefen Wüsten, Haid und Weiden von ihrem fruchtbarn Guß. Die Hügel schmücken sich mit Freuden und holdem Ueberfluß. 4 50 Von der Vorsehung Gottes. Erster Theil. 9. Es wimmeln von dem Schaafgedränge die Anger rings umher. Es stehen von des Kornes Menge die Auen dick und schwer. Da schallt der Dank von tausend Chören: der frohe Landmann singt des Allerhalters Macht und Ehren, daß Berge floß ein Meer. Berg und Thal erklingt. - Der 104. Psalm. Mel. von Nr. 33. 51. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du, sehr erhoben, geschmückt mit Majestät, mein Gott! Licht, das auch Seraphinen schrecket, Licht ist dein strahlenvoll Gewand! den grenzenlosen Himmel strecket zum Vorhang aus, Herr, deine Hand. Herr Zebaoth; wie Flammen, die sich schnell entzünden, find deiner Allmacht Diener, Gott. Du hast der Erde Grund bereitet, sie steht und wanket nimmermehr. Ginst war sie mit der Tief umkleidet, und über 3. Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, 4. Du schaltst die Wasser, und sie flohen vor deinem Scheiten schnell vorbei. Sie hörten deinen Donner drohen, enteilten, und das Land ward frei. Der Berge Gipfel, Herr, erschienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thäler sanken unter ihnen an den für fie bestimmten Ort. 5. Du hast dem Meer ein Ziel gestecket, daß es nicht überschreiten kann; die Erde wird nicht mehr bedecket, es findet nie der Rückkehr Bahn. Von 2. Du baust in unermeßne dir wird aus der Berge Höhlen Höhen, Allgegenwärtiger, dein mit Quellen jedes Thal erfüllt; Haus; und wölbst mit dich da trinkt, wenn Hiß und Durst ten Wasserseen die glanzesvolle sie quälen, der Felder Volk, Wohnung aus. Du fährst auf des Waldes Wild. Wolken, deinem Wagen, nahst dich in Wettern fürchterlich; dein Wagen donnert; willig tragen die Fittige des Sturmes dich! 6. Und an der Bäche Ufer steigen viel schattenvolle Bäum empor; zufrieden wohnt auf ihren Zweigen und singt voll Lust der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Thaue und Regen jeder Berg erquickt. Erster Theil. Von 51 Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt. 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden, wie schön bekleidet es das Land; es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod gibst du für des Menschen 11. Der jungen Löwen laut Leben, und, unsre Herzen zu Gebrülle begehret seinen Raub erfreun, schenkst du aus trau- von dir; du nährst sie, Gott, benvollen Reben mit milder aus deiner Fülle, und sättigst Hand uns, Herr, den Wein. der Vorsehung Gottes. säumt sie nie; dann herrscht die Nacht, und finstre Schatten umziehn die( Erde, decken sie. Dann geht das Wild aus seinen Wäldern, was in den Wüsten wohnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nahrung in der Nacht. jedes wilde Thier. Doch melden kaum die hellern Lüfte des neuen Tages Ankunft an, so fliehen sie in ihre Klüfte, die nie der Sonne Strahlen sahn. 12. Der Mensch erwacht; mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld, wirkt bis zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Ruf bestellt. Wie zahllos, Gott, sind deine Werke! die Welt ist deiner Güte voll; du gibst sie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 9. Die Vögel baun in ihre Wipfel, die Störch in Tannen sich ihr Nest. Die Gemse liebt der Berge Gipfel, die sich auf steile Höhn verläßt. In Klüf- 13. Wie wimmelts in den ten, in der Felsen Höhlen ver- weiten Meeren von Thieren, bergen die Kaninchen sich. Die die du, Herr, nur zählst, von Zeit zu ordnen, sie zu zählen, größern und von kleinern Heetheilt sie der Mond, o Gott, ren, die du ernährest und bedurch dich! seelst. Die Schiffe finden sichre Bahnen, du führest sie bewahret hin, hin auf den wilden 4* - 8. Wie heiter glänzt von deis nem Dele des Menschen frohes Angesicht! Du machst, daß uns das Brod nie fehle; wen sättiget, wen stärkt es nicht? Ven deinem Saft ernähret zeugen die Bäume une so manche Frucht; die Gedern Libanons, Herr, steigen empor, gepflanzt durch deine Zucht. 10. Die Sonn eilt, ohne zu ermatten, zum Abzug, ihn verUniv.- Bibl. Giessen Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. Oceanen, dein Leviathan spielt kreis wieder, der jetzt voll von darin. Verbrechern ist. Sei feurig, - 14. Herr, alles wartet auf Seele, Gott zu loben, ihn, den der Erde, im Meer und in der Jehovah. Zebaoth! Er wird Luft auf dich, daß es von dir in aller Welt erhoben, und gesättigt werde! Du segnest; Hallelujah sing sie Gott! sie erquicken sich. Du gibst; sie sammeln. Deine Hände eröffnest Mel. Allein Gott in der Höh.— 15. du; ſie werden satt. Wie schrecket 52. Dir, unser Gott! ist sie ihr nahes Ende, wenn sich dein Blick verborgen hat! niemand gleich im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majeſtät, die über alle dich erhöht, die Kron und Zepter tragen. 15. Dunimmst, Herr, deinen Odem wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendest ihn, und sie entstehn. Wie oft erneut dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr sich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Lust zu seinen Werken trägt. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sicht, da seh ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrschest über alles. 16. Er schaut die Erd an; sie erzittert. Er tastet an der Berge Höhn; und Berg und Fels, durch ihn zersplittert, sind Flammen, dampfen und vergehn. Gott, meinem Gott, 3. Du herrschest weislich, recht und gut nach heiligen Gesegen. Du pflegst nach deiner will ich lobsingen! ihm weil ich treuen Hut das Kleine werth lebe, Lieder weihn! ihm soll voll Ruhms die Harf erklingen, sein Lob mein letztes Stam meln sein! zu schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ists dein liebstes Werk zu segnen, zu beglücken. 17. Und süß ertönen meine Lieder dir, der du meine Freude 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrbist! Bald reinigst du den Erd- heit liebest! Wie richtig ist nicht Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. 53 dein Gewicht, wenn du Ver- heiligen Gebot durch deinen geltung übest. Du handelst Beistand wandeln. stets nach Billigkeit in dieser mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. und der künftigen Zeit, beim 53. Fürwahr, du biſt, o Strafen und Gott, verborgen! 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich dein geringster Unterthan, Herr, bete dich in Demuth an; o sich auf mich in Gnaden! 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für unsre Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, der uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Du sprichst, o Goit, und es geschicht. 4. So weicht dann, ängstliche Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Secle, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank er. heben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum erhöht. Ja, Herr, du liebst Dienst ergeben. Mit Lust will den, der dich liebt, und deiner ich bis in den Tod nach deinem Führung sich ergibt. 6. Ich bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, als ich foll; bin oft zum Guten träge! doch du bist gnädig, und voll Huld vergibst du Reuenden die Schuld; drum hoff ich auch Vergebung. Dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unfre Sorgen; du sorgteft, ch die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich; dies sei genug zum Trost für mich. 7. Ich hoff es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er versöhnet. 54 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 5. Drum will ich mich dir Werke Zahl; du ordnest Sonüberlassen mit allem, was ich hab und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Güte nenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. war. 3. Die Erde starrt auf dein Geheiz vor Frost, und Herr, zu 6. Gib, daß dies mein Ver- deinem Preis belebt der Frühtrauen mehre in Glück und Un- ling unsre Fluren. Wenn uns glück, Freud und Leid. Schick ein Glücke wird gewährt, wenn alles, Herr, zu deiner Ehre und uns ein Unglück widerfährt, meiner Seelen Seligkeit! So so sehn wir deiner Allmacht preis ich einst vollkommen dich, Spuren. so freu ich dein auf ewig mich. Mel. des 62. Psalms. - 54. Wunder- Gott! der alles schafft, wie groß bist du von Rath und Kraft! Den hohen Himmel sammt der Gr den, und was man überall er blickt, hat deine Hand, dein Rath beschickt, desgleichen was noch erst soll werden. 2. Man spürt dich fräftig überall und groß ist deiner 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Welt so fest in ihrer Ordnung hält, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gib, daß mein Herz geduldig trägt, was du mir, Herr, hast auferlegt; hilf dankbar sein in Segenszeiten. 5. Auch stärke meine Zuversicht, so quälet mich die Sorge nicht, wie mirs noch künftig möchte gehen. Du bist, du bleibst mein höchstes Gut. Was frag ich nach der Feinde Wuth! Nichts kann ja ohne dich ge schehen. Der 145. Psalm. 55. & will, mein Gott, du König, dir lobsingen, und Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 55 Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Jehovah, deiner gleiche, ewig Ehre deinem Namen bringen! Sei täglich, ewig sei von mir erhoben, dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer das rühmen sie, damit sie auf fann dich gnug erheben? wer der Erde bewundert werde. kann mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß er ist begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 9. Dein Reich, o Gott, ist herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob gesungen. 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben; dich werden unsrer Kinder Kinder loben und 10. Der Herr bewahret alle, deine Macht besingen, deiner welche fallen; Jehovah hilft Stärke preisvolle Werke. den Unterdrückten allen, und 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig! wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! das preis ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten widerhalle, und deine Wahrheit, deine Huld befinge, und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmher- Lebens! zig, gnädig, und von großer 13. In allen Wegen Gottes Güte; erbarmt sich seiner Werke, sirahlet Gnade; untadelhaft hat an allen sein Wohlgefallen. sind alle seine Pfade, und was 7. Jehovah, alle deine Werke er thut, gereicht zu seinem Preiſe, sollen dir jauchzend danken. ist gut und weise. eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand sie väterlich erquicfe; du gibst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preise. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thust deine Hand auf und gibst allen, was sie bedürfen; keiner sucht vergebens dich, Quell des 56 Erster Theil. 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine Hülfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 15. Der Herr behütet alle, 3. Du fängst uns an zu die ihn lieben; die aber, die lieben noch eh wir sind, und Gewalt und Frevel üben, ver- haft nie Lust uns zu betrüben; folgt er, daß er sie zum Fluche doch nügt uns eine Last, ſo mache mit seiner Rache. bleibst du mitleidsvoll, bist sorg16. Ja, ewig will ich sei- sam, deinen Kindern die Bürde nen Namen loben! von allen sanft zu lindern, die sie nun Menschen werde Gott erhoben! treffen soll. Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. - Von der Vorsehung Gottes. wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 4. Lässst du mich Noth empfinden; dein Wort, Herr, tröstet mich. Durch dich muß sie verschwinden! drum hoff ich Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 56. Gott, der an allen stets auf dich mit kindlich treuem 6 Enden viel große Wunder thut, in dessen treuen Händen Sinn. Drum werf ich, was zu tragen mir schwer deucht, ohne 3agen, noch täglich auf dich hin. mein ganzes Leben ruht! Du zählst die Zahl mir zu von meinen Lebenstagen, mit ihrem Glück und Plagen, mit Unruh 5. Noch immer ist mein Hoffen, das sich auf dich verließ, so sicher eingetroffen, wie mirs dein Wort verhieß. Du hast mir wohlgethan; denn deine Gnad ist größer, und machts mit mir viel besser, als ichs ersinnen kann. 6. Dein Name sei gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und 2. Da ich noch tief verbor- Mund soll dir, du Retter aus gen im Mutterleibe lag, da Gefahr, mein schuldig Opfer und mit Ruh. 57 und sie vergehen vor deinem Zorn, o Gott. 7. Du hast mir wohlge3. Der Herr hat zum Gerathen und lauter Guts gethan, richte sich seinen Thron erhöht. daß deine Liebesthaten ich nicht vor seinem Angesichte bleibt gnug rühmen kann. Hilf, daß nicht, der widersteht. Ihr kühich ewig dort verklärt und ganz nen Sünder zittert! bereut voch vollkommen, mit allen deinen euren Spott! Sein Thron wird Frommen dich preise, Herr, nie erschüttert; der Herr bleibt mein Hort. ewig Gott. Erster Theil. bringen, und deiner Güte singen jetzt und auch immerdar. - Von der Vorsehung Gottes. Aus dem 9. Pfalm. Mel. Valet will ich dir geben. 57. Ge ott, meine ganze 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt und übet parteilos sein Gericht. Die Waage sinkt und steiget, wie sein Gesetz gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie traun auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth; du, Gott, versäumest keinen, der deinen Schuß begehrt. Seele macht deinen Ruhm beannt! Dirdank ich und erzähle die Wunder deiner Hand. Mein Geist ist froh. Ich singe: Herr, meine Lust bist du. Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz' ich zu. 2. Du sigest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst: Wetter Wuth. 6. Ihr Bürger Zions! preiset, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweisen, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er klaget, und stillt der 58 Erster Theil.- Von der Borsehung Gottes. 7. Herr! sei mir gnädig! aus dieser Zeit mir bis in jene Schaue voll Huld auf meine Ewigkeit. Noth! Du bists, dem ich vertraue, du hilft auch selbst vom Tod. Nach überwundnem Lei. den geh ich ins Heiligthum, und, über dich voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. 2. Getrost mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht. In Finsterniß ist er dein Licht. 3. Rein Ulebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßzet dich. Durch seine treue Vaterhand wird, was dir schadet, abgewandt. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe bir. 59. M N N ordentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet sich Der 121. Pfalm. Mel. von Nr. 13. 58. Mein Auge ficht, o Gott, zu dir! noch auf die Erd herab. 2. Du öffnest deine milde Von deinem Throne hilf du Hand, uns Menschen wohl zu mir! Mein Heil fommt nur thun, und lässt noch immer von deiner Macht, die diese jedes Land in deinem Segen Welt hervorgebracht. ruhn. och immer wechseln 4. Sein Schuß gewährt dir Sicherheit, sein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einst mit Chren an. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, gibt der Baum den Schatten, den man sucht, und unter seiner 3weige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nähreft jede Kreatur. O Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist unerschöpflich reich. 5. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. Dein Segen folg so mild, so väterlich, wie du? 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Vergnügen zu? Wer ist so gut, fo treu, Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 59 7. Herr, ohne dich vergingen derst gern den Schmerz, wenn wir, und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. 2. Dem Fluche, der die 8. Wer, Gott, erfährt nicht Welt noch drücket, die ganz im deine Huld? Wem strahlet nicht Argen sicher liegt, hast du zwar dein Licht? mit welcher Lang schon dein Volk entrücket, das muth und Geduld verschonst du durch den Glauben an dich siegt. unser nicht? Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht die Sünder schreckt. 3. Allein des Lebens bange Sorgen beschweren hier noch oft ihr Herz. Oft hältst du, Retter, dich verborgen, als kennteſt du nicht ihren Schmerz. Der Stolze wühlt im Ueberfluß oft, wenn der Fromme darben muß. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht bloß für dieses Leben schufst, wo uns vollkommne Freuden fehlen, nein, sie zum bessern Erbtheil rufft: dein Sohn gieng auf der Leidensbahn uns zum Erempel selbst voran. 5. Du zählst und segnest unsre Tage, und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil geMiel. Wer nur den lieben Gott.-7. wählte Plage. Ein ewig Wohlsein folgt ihr nach. Du führst 60. Herr und Schöpfer unsers Lebens, du die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. - 9. O, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägts und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht bloß für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns sein. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. 11. Lässst du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sehu: was wird in der Vollkommenheit der fünftgen Welt geschehn? 12. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein. D Herr, laß dies er habne Glück mir stets vor Augen ſein! hegst ein wahres Vaterherz. Kein Mensch hofft je auf dich 6. Wenn dein Geschöpf, vergebens, du siehst und lin- liebreicher Bater, zu dir um 60 Erster Theil. -Hülf und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, du forgst für alles, was da lebt. 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du leitest mich recht väterlich. 61. - Von der Vorsehung Gottes. Fo ei zufrieden mein Gemüthe, Gott ist gut! was er thut, ist voll Lieb und Güte. Schaue seine große Thaten was die Welt in fich hält, ist ihm wohlgerathen. 2. Beides, Erd und Himnel, preisen seine Macht, Tag und Nacht müssen es beweisen. Sonn und Mond sind laute Zeugen; was sich regt und bewegt, kann es nicht verschweigen. 3. Schau die Werte seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der Gee, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben? Seel und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen; wenn die Last kaum gefaßt, half Gott selber tragen. War. nicht mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ichs überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, s Erster Theil. er wirds auch erfüllen; denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That, er, er wirds wohl machen! - Von der Vorsehung Gottes. 62. J Mel. O Welt ich muß dich lassen.- 48. n allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der alles kann und hat! Er muß in allen Dingen, solls anders wohl gelingen, der Helfer sein durch Rath und That. 61 er mir aufs neue in Chrifto feineVaterhuld. 6. Leg ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht, irr ich auf finstern Wegen, eil ich dem Kreuz entgegen, so sei sein Wort mein Trost und Licht. 7. Schein ich von ihm verlassen, so will ich mich doch fassen, und seiner Hülfe traun! und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zukunst schaun. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut; ich lebe oder sterbe, so bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. dein Ruhm sei dessen Wille, der 9. So sei nun, Seele, stille, dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 2. Was nüßen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glück und Plage, und bös und gute Tage, eh wir noch waren, zugezählt. 3. Was Gott für mich ersehen, das soll und muß geschehen, ist mein beschieden Theil. Drum laß ich mir in allem, was er mir gibt, gefallen, und halt es für mein wahres Heil. 4. Ihm trau ich in Gefahren; Er wird mich wohl bewahren, Er, der da will und kann. Such ich nur seinen Willen geso er selbst an. Der 93. Psalm. Mel. von Nr. 18. horſam zu erfüllen, ſo nimmt 63. Jehovah herrscht mit Majestät bekleidet, 5. Er laffe meine Sünden er gürtete sich selbst mit Allbor ihm Vergebung finden, macht an, und hat sich in der durchstreiche meine Schuld, und Welt ein Reich bereitet, so fest, wenn ich zu ihm schreie, so schenk daß nichts es je erschüttern Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 62 kann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du, schaust von deinen Höhn, wie sich empörte Ströme schwel lend blähn, siehst ihre Wuth, die weit Verderben dräut. - die sein Arm gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Angesicht! bewährt ihm eurer Treue Proben! nur vor den Göttern zittert nicht! 2. Das Weltmeer tobt; der 3. Die Götter, die die Völker starken Wogen Stimme braust ehren, sind Gößen ohne Sein donnernd aus den Tiefen fürch- und Kraft. Gott aber, dem terlich; du Stärkerer sichst ruhig wir angehören, Gott ist es, der ihrem Grimme vom Himmel den Himmel schafft. Vor ihm zu; du winkst; die Wuth legt ist Majestät und Ehre, voll sich. Wahrhaftig ist, was Herr, Stärke glänzt sein Heiligthum. dein Wort uns lehrt, gewiß, Bringt her, bringt aller Völker was du versprichst. Zu jeder Chöre, dem Herrn und seinem Zeit ist deines Hauses Zierde Namen Ruhm! Heiligkeit, sie nur, die dir gefällt und ewig währt. 4. Bringt Opfer, weiche Gott gefallen, im Schmucke, der ihm wohlgefällt! fallt hin in seines Tempels Hallen! ihn fürchte heilig alle Welt! Der Herr ist König! sagt der Erde: sein Reich wird ewig fest bestehn! Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht erDer 96. Psalm. Mel. von Nr. 33. 64. Erhebet Gott durch neue Lieder, voll nie gehörter Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wie der, bis an die Himmel schallet sie! Besingt den Herrn und gehn! seine Werke, lobt seinen Namen! 5. G8 jauchze dir, Herr, Tag auf Tag erzählet froh, was Herr, dein Himmel! die Erde seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag! dank und freue sich! des großen Weltmeers froh Getümmel und 2. Groß ist dies Heil! Osein Bewohner preise dich! Laßt sagt mit Freuden sein Lob der alle Felder, laßt die Heerden Erde Völfern an! Verkündigt aufhüpfen! Lasset jeden Hain unter allen Heiden die Wunder, und jeden Baum voll Jauchzens 63 Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. werden, sein Lob ertönen, sein| und Kluft, es glühet Erd und sich freun! Luft! und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den Wettern ruft. 6. Vor unsers Gottes Angesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Grdkreis richtet er. Er wägt dem menschlichen Geschlechte 3. Wie Wachs beim Feuer rinnt, so schmelzen auch geschwind vor seiner Allmacht Flammen die Berge selbst zusein Urtheil, Fromme, freuet sammen. Verschweigt, ihr Himeuch! nach seiner Wahrheit, seinem Rechte Verdienste und Vergeltung gleich! mel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolfen bricht! Der 97. Psalm. Mel. des Psalms. 4. O schämet euch forthin, und brauchet Aug und Sinn, die ihr mit Gözen prahlet, und 65. Der König aller Welt ihnen Opfer zahlet! Verehrt den höchsten Geist, der sich als Gott ist Gott, der sie erhält. Ihr erweist, und welchen immerLänder sammt den Meeren, frohlockt zu dessen Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkelnwohnt, allwosein Stuhl dar die demuthsvolle Schaar der Engel selbsten preist. 5. Bekehrt, befehret euch, damit sich Zions Reich auch über eurer Reue und eurem Heil erfreue! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, so stimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. besteht, und sein Gerichtergeht, das keinen Sünder schont. 2. Um seinen Wolkensitz er scheinet Blig auf Bliß, die Bösen zu verzehren, wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet Berg sie wunderbar. Verfolgt sie 6. Ihr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Böse, damit er euch erlöse. Er nimmt der Seinen wahr und schütt 64 Erster Theil. Satans Macht, so hält er treue Wacht und zeucht sie aus Gefahr. 7. Erscheint sein Freudenlicht dem Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stärke 67. B seinen Muth in Gott, dem höchsten Gut, so danke jederzeit dem Gott der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. - Aus dem 127. Psalm. Mel. des 130. Psalms. 66. N Von der Vorsehung Gottes. immt Gott, dem wir vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann! Will er die nügt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer, und unerwartet gibt? Stadt nicht schüßen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nügen? Umsonst ists, daß er wacht. 2. Ihr wachet spät und frühe, und eßzt voll Traurigkeit das Brod der Sorg und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. B efiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der treuen Vaterpflege, des, der den Weltkreis lenkt; er zeichnet Stern und Winden die abgemeßne Bahn; sollt er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? 2. Dem Herrn muß du vertrauen, wenn dirs soll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm bestehn. Gott läßt durch Sorg und Grämen und durch selbsteigne Pein sich keine Wohlthat nehmen, sie muß erbeten sein. 3. Dein Aug, o Gott der Gnade, sieht immer ungeschwächt, was gut sei oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du dann erlejen, dein Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 1 Rath fürs beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. 65 und würde dir oft bange, daß er dich nicht gehört: Er wird dir Hülfe senden, wenn dus am mindsten gläubst, und all dein Unglück wenden, so du ihm treu verbleibst. 4. An wunderbaren Wegen fehlt dirs, Allweiser! nicht. Dein Thun ist Gnad und Segen, dein Gang ist Recht und Licht; und wenn du deinen Kindern ein Glück hast zugedacht, so kann dein Werk nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. 5. Hoff, o bedrängte Seele! 9. Wohl endlich deiner Treue! du trägst den Sieg davon. Auf! daß dein Herz sich freue, schau nur den reichen Lohn! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst hoff und sei unverzagt! Gott Freudenpsalmen dem, der dein weiß es, was dich quäle, den Leid gewandt. Kummer, der dich nagt, er wird 10. O, ende, Herr, o ende, dich ihm entrücken, erwarte nur hier alle unsre Noth, und reich die Zeit, bis dich mit holden uns deine Hände im Leben und Blicken sein Angesicht erfreut. im Tod! Stets laß uns deine 6. Auf, wehre deinem Schmer- Pflege und Treu empfohlen sein; je, dek Sorgen bange Nacht so gehen unsre Wege gewiß zum berfinstre nicht dein Herze! Auf! Himmel ein. brich der Schwermuth Macht! Bist du doch nicht Regente, der Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. alles führen soll! Gott fißt im 68 Lobt Gott, der uns Regimente und führet alles wohl. den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmükket! der mit allmächtig reicher Kraft das, was er schafft, erquicket! Der Herr erschafft, der Herr erhält! er liebt und segnet seine Welt: Lobsinget ihm, Geschöpfe! 7. Drum Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath das Werk hinausgeführet, daß dich geängstet bat. 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, und lebt nun wieder. Es strömet jeden 5 66 Erster Theil.- Von neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt und heiter glänzt der Himmel. Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel, und gnädig schauet Gott herab, der allen Sein und Leben gab, auf seiner Hände Werke. der Borsehung Gottes. 7. Gs strömen, wenn dein Donner dräut, wenn Berg und Thal erzittern, Gesundheit, Stärkung, Fruchtbarkeit ſelbst aus den Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. 8. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du und mit Seligkeit in reichen Strö men laben. Dein freun del 4. Doch fühllos nur und un- Himmels Heere sich; auch wir beseelt sind Auen und Gefilde; o Gott, wir loben dich, und auch hast du nicht die Thier sind, wie sie, unsterblich. erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, kennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben, 9. Doch schwach ist, Vater, unser Dank, den wir dir findlich bringen. Wir wollen un sern Lobgefang einst würdiger 5. Lobsinget ihm! er ist uns dir singen. Dir weihn wi nah! Singt, alle seine Heere! unsre Lebenszeit, und sehn da Der Herr ist allenthalben da, Heil der Ewigkeit im Geist im Himmel, Erd und Meere. schon von ferne. Ich lob, o Gott, ich preise dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb und Gnade. 6. Du rufft die Wolken übers Land und tränkest mild 69. Durch so viel Sche die Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesättigt werde. Thau, Regen, Sonnenschein und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, erzählen deine Güte. Der 73. Psalm. Mel. des 89. Psalms. gestärkt, kämpft Zweifel, w ihr wollt; Gott ist doch Israel doch reinen Herzen hold! Alle Erster Theil. Von wie hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein Gang war ungewiß, mein Fuß sing an zu gleiten. Ich hörte eifersvoll das Jauchzenstolzer Thoren, jah Frevler mit Verdruß zum der Vorsehung Gottes. 67 4. Der Pöbel sieht ihr Glück; sucht Theil an ihrer Ruh; drängt ihnen, gleich den Strom, der überläuft, sich zu. Sie sprechen: sollte Gott herab auf Erden sehen? in seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht diese Frevler an! Ihr Spott sind die Geseze; doch blühn sie ruhig hier, und häufen Schäß auf Schätze. 5. So hab ich denn umsonst gesucht, im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld der Tugend treu zu sein! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst verseufzen muß, in mehr als einer Plage! Gezüchtigt werd ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sergen! Glück allein geboren. 2. Des Todes ernster Blick, sein Schmerz erschreckt sie nie; in immer frischer Kraft des Wohl seins blühen sie, von aller Mühe frei, worunter Menschen zagen, von Andrer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ist des daljes Schmuck, den sie sich umgehangen, und Frevel ist das Kleid, darin fie festlich prangen. 3. Der Körper nimmt an Fett, der Geist an Kühnheit zu, ichweift in Entwürfen aus, fennt weder Maaß noch Ruh; droht alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf Andrer Noth sich seine Höh errichten; und spricht von ihr herab, und will bewundert werden; dem Finsternissen. Himmel troßt ihr mund, die Zunge herrscht auf Erden. 6. Schweig, schweig, empörtes Herz! fall nicht den Frevlern zu! Denn schlöffest du, wie sie, wie treulos würdest du an aller Heiligen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des Herrn auf Erden und seiner Vorsicht Gang und ihren Grund zu wissen. Umsonst! Mein Aug jah nichts in ihren 7. Bis ich ins Heiligthum des höchsten Lehrers ging, und 5* 68 Erster Theil. Von dem Menschen, da mein blödes Aug ein gött-| fast die Vernunft verdrängt, ich lich Licht empfing. Da ließest war ein Vieh vor dir, das nur am du mich, Gott, der Frevler Anschein hängt! Nun bleib ich Ende sehen! ich sah im Schlüpf- stets bei dir! du fassest meine rigen den Fuß am Abgrund Hände, führst mich nach deinem stehen, fab schnell fie hingestürzt, Rath zu der Verklärten Ende! sie schnell von dir gerichtet, und Was würde ohne dich mir ſelbst schreckenvoll ihr End, und all der Himmel werden? Nichts, ihr Glück zernichtet. nichts gelüstet mich, Gott, außer dir, auf Erden! 8. Wie das Grwachen bald des Traums Betrug vertreibt, der Bettlern Schätze schenkt, so wird ihr Glück zerstäubt. Vom Pöbel kurz vorher verehrt, gleich einem Gotte, dient dann des Frevlers Bild, Herr, deiner Stadt zum Spotte. Den Abweg sah ich jetzt, worauf ich schier gerathen, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 9. Doch hatte der Verdruß preisen! 10. Verschmachteten auch, Herr, mein Fleisch, mein Herz vor Leid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigfeit! Die treulos von dir fliehn, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden sie vergehen! Zu dir halt ich mich, Gott, das soll mein bestes heißen, nur dir will ich vertraun, und deinen Namen 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. Mel. Wer nur den lieben Gott.-7. bercitet hast! Als mich die en70. Dein bin ich Gott, gen finstern Schranken des ersten dein ist mein Leben! Daseins noch umfaßt, da war Wie tröstlich ist mein Ursprung dein Auge über mir, da lebt mir! Du hast den Odem mir ich, Höchster, nur in dir. gegeben, mein ganzes Wesen 3. Du gabst mir die verkommt von dir. Du, Vater, nünftge Seele, die nur so lang riefst mich aus dem Nichts zum im Fleische lebt, bis sie, daß frohen Anschaun deines Lichts. ihr kein Wohlsein fehle, dein 2. Wie viel hab ich dir zu Ruf zum höhern Geist erhebt. verdanken, Herr, der du mich Du haft mir Sinnen und Ver seiner Natur und Bestimmung. 69 stand, Begierd und Wollen zu-| Gerechtigkeit; daß ich bis in gewandt. den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sei. 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll 9. Fällt dieses Leibes Hütte ausgebildt, so wird, o Bater in nieder; vollend ich dieses Lebens der Höhe! mein Herz mit Ehr- Lauf: o Gott, so richte du mich furcht ganz erfüllt. Gin erfüllt. Gin jedes wieder verherrlicht aus dem Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. Staube auf. Dein ewges Leben sei mein Theil, so preis ich ewig dich mein Heil! 5. Durch deiner Vorsicht gnädigs Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hierher noch erhalten, so daß der Tod vorüber ging. Ich stehe noch und preise dich. Herr, deine Rechte schüßet mich. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 71. Dir, Gott, ſei Preis und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, sammt einem jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut so künst7. Ja, Herr, ich habe meine lich ausgespannt, der Nerven Glieder zu Sündengliedern oft fein Gewebe und alle Glieder gemacht. Vor dir fall ich in sagen mir, ich sei, o Gott, ein Demuth nieder; vergib, was ich Werk von dir, ein Werk von nicht recht bedacht! Berwirf mich deiner Weisheit. Bater, nicht vor dir! Schaff selbst ein reines Herz in mir! 6. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan. Beschämt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht läugnen fann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Leib und Seel befleckt. 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, den Thoren zu verdammen, ders läugnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen sie, wenn meine 70Erster Theil. Von den Menschen, Seele spät und früh des Leibes 72. Gott werde stets von Dienst verlanget. direrhoben, du, deines Schöpfers Bild, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preiſt? Er schuf mich ja, ſein Bild zu ſein, ihn einst zu schaun, mich sein - 4. Ach, hättest du mein Auge nicht so meisterlich bereitet: was nüßte mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht, was du erschaffen, schmückest. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören, und empfinden, und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sei voll von deinem Dank! Mein Herz vernimm den Lobgesang der ganzen weiten Schöpfung. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, Herz! Entflamme mich, o Blut! daß ich den höchsten preise. 7. O, pries ich, Höchster, immer dich, wenn ich die Sinne brauche, geh, lieg und ausruh, oder mich bewege, athme, hauche! Gib, daß ich ewig dein mich freu! und daß mein Leib ein Tempel sei, worin dein Geist stets wohne. zu freun. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenkos und unbefeelt; und mir, dem Thone seiner Hand, gibt er Empfindung und Verstand. 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Geister nur und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott erhob, sind sie so herrlich! Sie erzählen nur ihnen meines Schöpfers Lob. D Seele, seiner Natur und Bestimmung. 71 jauchze, daß der Ruf der Allmacht Ruhm und Seligkeit. Bin ich dich zum Geiste schuf. 5. Gott, ich kann denken! Ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Em pfindung meiner Sinne, Gedanken tauſendfacher Art; groß mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. vereinigt, Herr, mit dir, was brauch ich noch? was fehlet mir? 8. Wie wundervoll ist das Vermögen, Gott, das du meinem Willen gibst. O, möcht ich es dochy stets erwägen, mit welcher Güte du mich liebst! Möcht ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen sein. Met. Wer nur den lieben Gott- 7. 73. Was ist vor deinem Angesichte der Mensch, Gott, daß du ſein gedenkst, und einen Strahl von deinem Lichte auf ihn, den Staub, hernieder senkst! Was ist er, wär er noch so groß? Ein bald zerfallner Grdenkloß. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab ich Kraft; wer gibt sie? Gott, der alles schafft! 2. Du sahest an den Menschenkindern den schweren Fall 7. Wie feurig dürftet meine schon vor der Zeit; und dennoch Seele nach Glück und Lust und hast du diesen Sündern aus Seligkeit! Nur, daß ich oft be- göttlicher Barmherzigkeit untrogen wähle, was mich nach zählig viel zu gut gethan, ja dem Genusse reut. Doch, das mehr, als jemand fassen kann. ist, Vater, meine Schuld, vergib sie mir nach deiner Huld. 3. Du hast den Leib, obschon aus Erde, doch wunderbar und schön gebaut, daß er der Seele würdig werde, ihm Sprach und Sinnen anvertraut. Du haſt ihn selbst zum Herrn der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 4. Du hast ihm noch viel mehr geschenket, du gabest ihm zum bessern Theil die Seele, welche will und denket, und ihr haſst du ein ewges Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in- dei9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkommenheit! von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir nem Worte zugesagt. 72 5. Drum lağ es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenken kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schutz, so bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Satan Truß. Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohlergehn. 7. Doch wenn erhöhet von der Erden, im Himmel, deiner ewgen Stadt, dich Leib und Seele schauen werden von deinem Licht stets froh und satt: so sollen sie auch beide dich vollkommner rühmen ewiglich. Erster Theil. Von dem Menschen, Der 8. Pfalm. Mel. von Nr. 16. - unser Gott, wie voll ist deiner Gh. 74. ren, was lebt und webt in allen Land und Meeren. 68 reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. zähmt den frechsten Feind, der deiner Macht noch troget und verneint 3. Ich seh erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Himmelsbau bemerke, wo du des Monds und aller Sterne Licht sammt ihrem Lauf so weislich eingericht't. 4. Was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theur in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist! 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine kurze Zeit auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffest nichts, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und König auf der Erde. Und was ihr Schooß nur immer zeugt und trägt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt. 2. Der Säugling muß schon deine Fürsicht preisen. Ein schwaches Kind kann deine Kraft 7. Das zahme Vich in Tristen und in Feldern, das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thäler irrt und auf Gebirgen klimmt, ist alles erweisen. Sein zarter Mund be- ihm zum Eigenthum bestimmt. seiner Natur und Bestimmung. 73 8. Der Vögel Schaar, der Glück. D, wohl mir, wenn ichs Sänger Chor in Lüften, der Fische Heer in Fluß- und Wasserklüften und was sich nur im Mecre nähren kann, ist insgesammt den Menschen unterthan. 9. D unser Gott! Beherr scher aller Machten! wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erd und Himmel geht. bin! Hilf mir zu diesem Glück. 4.. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun, sei dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gesinnet möge sein! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit Mel. Nun danket alle Gott. 9. 75. Allmächtig großer führt; zur Weisheit, die dich Gott! Wer kann ehrt, und allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. dich gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, Gütigster, daß ich 7. Gib, daß ich so, wie du, dein Bildniß wäre; drum hast du ein Freund der Menschen werde, auch den Geist, der in mir lebt dem Wohlthun Freude macht, und denkt, mir zur Unsterblich- der Kummer und Beschwerde keit aus deiner Huld geschenkt. dem Nächsten gern erspart, dem 3. Dwelch ein großer Zweck, Nächsten gern versüßt, und wo dazu du, Gott, mich schufest! wie er helfen kann, zum Helfen herrlich ist das Theil, dazu du willig ist. 8. Wie weit bin ich noch mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, ist unser größtes fern, o Gott, von diesem Ziele! 74 Erster Theil. Von dem Menschen, seiner Natur ze. Du weißt, was mir noch fehlt, soll. Mein Herz, mein Mund, und ich, ich selber fühle, wie mein Wandel sei stets deiner wenig ich dir noch im Guten Ehre voll. ähnlich bin D, bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn. 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot. Ihm ists nicht 9. Beglückt ist nur alsdann Last, nicht Bein. Drum gib mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann. werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun! auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut, Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 14 Mel. Mein Gott, das Herz ich zc. 59. 8. Grwandelt hier auf ebner 76. Jch bin, o Gott, dein Bahn, und selbst in Traurigkeit Du er, dir, zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. - schufft mich, dein zu jein; mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünftgen Geiß, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preift, mit ihr dich zu erhöhn. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 6. der den 3. Was um mich ist, ver- 77. Wie wichtig ist doch fündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reizt uns der Herr gegeben; Gott, mich hier selbst jede Jahreszeit. als uns deine Liebe schuf, da 4. Und icy, ich sollte fühllos schuf sie uns zum Leben. Zum sein? Ich rühmte dich, Herr, Leben, welches ewig währt, das nicht?( in Herold deines weder Leid, noch Angst beRuhms zu sein, bleibt meine schwert, willst du uns hier ergrößte Pflicht. ziehen. 5. D, mache dieser Pflicht 2. Nicht hier ist unser Vater mich treu, so treu, Herr, als ich land; allein bei dir, Gott, Vom Fall und von der Verderbenheit zc. 75% droben, da ist der Ort, wo Herrlichkeit mich stets vor Augen deine Hand das Glück uns auf gehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzu schicken. haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene begren Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Gin Herz, das dich, o Vater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlig schauen. 3. D, laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücket werden! was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ghre, Geld und Lust gewinn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 4. Dein Pilgrimm bin ich ja nur hier. Laß mich dies nie vergessen! Wie viel an Zeit, Herr, hast du mir zur Wallfahrt zugemessen? Nur wenig Zeit. Ist die vollbracht, so wird der Erde Gut und Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Grbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Geseßen leben, die selbst im Himmel gültig sind; bis ichy als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe! 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. De u, der kein Böses thur, du schufft den Menschen gut. Du, Höchster, gabst ihn Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 76 Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? 8. Wohl dem, der sie geAch, wir dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jegt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? winnt. Gott, so verderbt wir sind, so willst du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. 3. Hier ist kein Unterschied. 9. Herr, diese deine Huld Dein Auge, Höchster, sieht auf laß uns durch unsre Schuld alle Menschenkinder, und sie nicht freventlich verscherzen. Grsind alle Sünder. Da ist vor wecke unsre Herzen, dir nicht. dir, Herr, keiner unschuldig, auch zu widerstreben, damit wir nicht einer. ewig leben. - 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns sollte, nur was dein Miel. des 38. Psalms. Wille wollte, mit freudenvollen 79. eju, Arzt todtkranker Seelen! Wills uns fehlen an Erkenntniß eigner Noth, so daß wir die Last der Sünden nicht empfinden, ruhig Trieben zu wählen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren, leider! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. bei dem nahen Tod: 2. Ach, so gib Gefühl von innen, mach die Sinnen lebendig und aufgeweckt; bis die gräuelvolle Höhle unsrer Seele sich bei deinem Licht entdeckt. 3. Unsrer Sünden Meng und Größe, unfre Blöße, zeiget dein Geseß uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Erster Theil. Vom Fall und von der Berdorbenheit 2c. 77 Thränen zu dir, Arzt der Seele,| Armen, groß ist deine Gnad und nahn. Huld. - 4. DeinGeseßspricht: heilge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stärke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten, euren Nächsten sollt ihr lieben, so wie euch. 5. Aber, ach! wer fanns verhehlen? Hier wills fehlen, ach, das Herz ist Hasses voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll 6. Jesu, ach, ach trag Erbarmen mit uns Armen. Seelen Arzt, der heilen kann. Zünde bei uns allzusammen reine Flammen deiner Lieb im Herzen an. 4. Ach! wann wirst du mich erheben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist! Demuth kann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 2. Ach! was bin ich, mein Erlöser! täglich böser find ich meiner Seelen Stand! Drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu eile, fomm und reiche mir die Hand. 5. Zuflucht der betrübten Herzen! Angst und Schmerzen segen meiner Seele zu. Sieh, wie mich die Sünden quälen, Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh. 6. Herr, errette mich vom Fluche, sich, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben Mel. von Nr. 79. 80. Ach! was bin ich, mein ſoll. ( Frretter und Vertreter, bei dem unsichtbaren Licht! Sich, ich lieg in meinem Blute, ja das Gute, so ich will, dag thu ich nicht Mel. Zeug mich, zeng mich. 81.5 err! du kennest mein Verderben. Ach! es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben sich noch immer böse Lust, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böse R 3. Von Geburt bin ich ein Sünder und nicht mindersträflich durch gehäuste Schuld. Doch ich tenne dein Erbarmen, hilf mir Thaten zeuget. 78 Erster Theil. Bom Fall und von der Verdorbenheit zc. 2. Wie verderbt sind meine 7. Reize mich durch jene Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind es, Gott, wie träge ich dir zu gehorchen bin. Ach! Wer wird vom Hang zum Bösen mich doch wiederum erlösen? Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd in mir sich regt. Hilf mir selber muthig kämpfen, alle böse Lüste dämpfen. - 8. Sollt ich etwa unter3. Hilf mir durch den Geist liegen, o so hilf mir wieder auf! der Gnaden von der angeerbten Baß in deiner Kraft mich siegen, Noth! Heile meiner Seele daß ich meinen Lebenslauf unter Schaden durch des Mittlers deinen treuen Händen gut und Kreuzestod! Tilge alle meine selig möge enden. Sünden! Laß mich vor dir Gnade finden! Mel. Alle Menschen müssen sterben. 4. Deinen Willen hier auf 82. G roßer Gott! Grhabnes Wesen, das, voll ſegErden zu vollbringen wird mir schwer. Soll ich dazu tüchtig werden, mußt du selbst von oben her mir dazu die Kraft verleihen, und mein sündhaft Herz nender Begier, Menschen sich f erneuen. zum Dienst erlesen! ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ erwäge, und was ich bin, überlege: O wie dürftig und wie klein muß ich 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß der sündlichen Begier mich mit Nachdruck widerstehen, und auf deine Hülfe sehen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hilf mir selbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, Gott, ist gut. Was nicht 2. Fluch und Elend, Tod kann dein Reich ererben, laß und Sünde drücken, leider! schon hier an mir ersterben. mein Gemüth; machen mich zu mir nicht selber sein? Erster Theil. Vom Fall und von der Berberbenheit zc. 79 einem Kinde, das vor seinem zu dir. Ach! erhalte selbst die Vater flieht. Tausend Mängel, Triebe treuer Dankbarkeit in mir. tausend Flecken schänden mich Vater! laß das schwache Lallen zu meinem Schrecken, und in der meines Lobes dir gefallen. Bilde verderbten Brust regt sich täglich mich, dein Eigenthum, ganz zu böſe Luſt. deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienſt bereit! Herr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sei der Gipfel meiner Freuden! Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Baterhand. D, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zuge, wandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade? Nähmest du zurück, was dein, ach, was würd mir übrig sein? 4. Doch die Menge deiner Met Auf meinen lieben Gott.— 78. Gaben klagt nur meinen Undank 83. Mein Gott, dir iſt an; weil ich sie oft ganz verbewußt die innre graben, oft damit nur groß böse Lust, die Quelle meiner gethan; oft voll Leichtsinn sie Sünden, die Menschen nicht verschwendet, und zu Sünden ergründen. O heile du aus angewendet. D, wie häuft Gnaden der Seele tiefen sich meine Schuld durch Ver- Schaden. achtung deiner Huld! 2. Des bösen Herzens Grund 5. Sieh, hier lieg ich in wird oft durch Thaten kund, die dem Staube tief vor dir, mein mich vor dir verklagen, und mein Gott, gebückt; doch mein de- Gewissen nagen. Herr, willst du muthsvoller Glaube, der auf sie bestrafen, wer wird mir Netmeinen Heiland blickt, hofft auf tung schaffen? deine Batergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 3. Ich habe wider dich, den nächsten, und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Men6. Ja, die Wunder deiner schen von dir wendet, und sich Liebe ziehen ganz mein Herz mit Schrecken endet. 80 Erster Theil. Bom Fall und von der Verdorbenheit 2c. 4. Gin jegliches Gebot zeugt wider mich und droht, weil ich, dies schlägt mich nieder, nur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und deinen Bund gebrochen. - 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Grneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr, erlöſen? 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit mächtger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des Fleisches Macht in mir ihr Werk vollbracht; so gib mir Lust und Stärke, daß ich nur gute Werke beschließe und vollbringe, und ewig dir lobsinge. Mel. des 51. Pfalms. 84. ie Quell, woraus der Mensch ursprünglich ist, der ewgen Gottheit Kraft und heilger Wille, die Allgenug samkeit und Gottesfülle, die FI immerfort mit reinen Strömen fließt, die anders nichts, als was sehr gut, gemacht, hat auch den Menschen gar nicht bös erschaffen; nein, ihn zu Gottes Bild hervorgebracht. Wie könnte sonst der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heiligkeit, das war die Zier von Gottes( benbilde, der schöne Glanz, womit er gut und milde die Seele schmückte, die er sich geweiht. Es sollt der Mensch im Licht den Schöpfer sehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen. mit ihm vereint in erger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. 3. Ach! aber ach! ein unglückselger Fall, durch Satans List und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große Gut Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. 81 zernichtet, und Sünd und Tod herrscht jegund überall. Es ist das Gift der Wurzel zugeslößt: Drum kann der Stamm mit allen seinen Zweigen, nun ganz verderbt, von innrer Kraft entblößt, auch weiter nichts als bittre Früchte zeigen. 3. Dawallich hin, da wartet mein das Anschaun Gottes, oder Bein. Ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein selig Antlig schaun. 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blühn und welfen wir: das machet unsre Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. 4. Wo find ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr. Denn ich Gebein durchängstigt dein gewaltig Dräun! Denn denkst du ins Gericht zu gehn, wer kann, wer kann vor dir bestehn? vermag mit allem meinem 5. Ich zittre, Herr, und mein Dichten jetzt von Natur nur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Ghr. Ach hilf, mein Gott, und mach mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sei, und dich, o Lebensquell, mög ewig loben. Aus dem 90. Pfalm. Mel. von Nr. 13. 85. Wie ein Geschwäß des Knecht, und Gnade, Gnad ergeh 6. Ach zürne nicht auf deinen für Recht! Versöhner, Gottos Sohn, mein Heil, sei meine Zuflucht, sei mein Theil..dip 7. Auf daß ich klug ſei, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Dann leb und sterb ich dir allein, im Leben, Tags verfließt die Gott, im Tode dein. Zeit, die mir geliehen ist. Sound rauscht vorbei ein schneller Bach, und dein Gericht, Gott folgt 86.23 ie fleucht dahin ihr nach. der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit: wer denkt doch wohl an jene Stund von 6 2. Die Ewigkeit, die Ewigfeit ergreift mich nach durchlebter Zeit: ich, wenn sie fommt, sei was ich sei, ein Sünder, oder Gott getreu. E 82 Erster Theil. - Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. Herzensgrund? Kaum spricht davon der träge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum; so nichtig, als ein Wasserschaum, der, wenn er Mel. von Nr. 86. besteht, und eh man es noch denkt vergeht. ſich jeßt ſtolz erhöht, gar nicht 87. Gott hab ich alles heimgestellt. Gr thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau ich ſeiner Gütigkeit. 3. Nur du mein Gott, du bleibest mir das, was du bist, ich traue dir; und fallen Berg und Hügel hin, so bleibt mein Sinn getrost, wenn ich bei Jefu bin. 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes Sohn! Bald kommst du und mit dir dein Lohn. Ach gib, daß ich mich jeden Tag bereiten mag auf jenen letzten Glockenschlag. 7. Damit ich dich verklärt einst seh, und froh vor deinem Throne steh, so lehre du, mein Heiland, mich und gib, daß ich nichts so begierig such, als dich. 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Lust, Ehre, Reich ihum in dem Tod? O Mensch! das alles merkest du, sieh dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh. 2. Auch meine Zeit kommt, wenn Gott will, ich warte drauf und bleibe still. Gut ist mir, was sein Rath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Jammerthal. Es wartet auf uns überall in unsrer kurzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immerdar im Streit. 4. Zulegt ruft dann doch Gott den Tod. Er kommt und endigt unsre Noth. Sink du, o müder Leib, hinab, ins stille Grab, dort wischt mir Gott die Thränen ab. 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel! Das höchste Gut sei stets mein Ziel! Was ewig 5. Wenn mich die Sünde bleibet, finden wir gewiß nicht schon ansicht, o so verzag ich hier, wir findens, Jesu, nur dennoch nicht; es gab ja mein bei dir. getreuer Gott bei meiner Noth Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. 83 den Sohn selbst für mich in den Tod. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trogig 6. Heil mir! daß mein machen, als Tand und Eitel-- Herr Jesus Christ für meine feit? Was ist der Menschen Schuld gestorben ist; nun lebt Leben? Stets mit Gefahr und herrscht er mir zu gut; der umgeben, währt es nur eine Höllen Glut löscht sein ver- kurze Zeit. goßnes theures Blut. 7. Dem sterb und leb ich allezeit, von dem mich auch der Tod nicht scheid't. O, sein bin ich, und er ist mein! das soll allein mein Trost im Tod und Leben sein. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wirds, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh gewinnen, was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besigen, uns vor dem Tode schügen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? - 8. Der schon in dieser Prüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinen Leib auch einen Blick, und ruft zum Glück, zum Leben meinen Leib zurück. 9. Ich werde dann von Angesicht Gott schaun in jenem ſel'gen Licht. Welchy unaussprechlich große Freud ist mir bereit't! Gott sei gedankt in Ewigkeit! 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Angst und Leiden und Reu auf den Genuß? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Chr erlangen, die nicht zulegt verMel. O Welt ich muß dich lassen.- 48. schwinden muß? 88. Die Herrlichkeit der Erden muß Staub und Asche werden und nichts bleibt ewig stehn! das, was uns hier ergeßet, was man für ewig schäget, wird als ein leich ter Traum vergehn. 6. Was sind selbst alle Thronen? Gibt Gibt es wohl irdsche Kronen, die unverwelklich blühn? daß, was lich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? 6* 84 Erster Theil. 7. Wie, wenn die aufgehet, die Rose blühend 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die stehet in ihrer schönsten Zier, Bahre vor unser Haus gebracht. und doch verwelkt sich beuget, ch sich der Abend neiget; so blühen und verwelfen wir. Man scheidet von den Seinen, die hülflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. meer allee - Von der Erlösung der Menschen Sonn 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. IGR 7) Von der Erlösung Erlöser 89. W Mel. Jeju, meine Freude. DE ort aus Gottes Munde! Wort vom FriedensBunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott erschallen! du bist unser Ruhm! Gottes Straft, die Glauben schafft! gute Bot 61 der Menschen und dem überhaupt. 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen, Gott, bestimmet hat: was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rath. Daß dein Eid dich nicht gereut, zeigst du nun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, ja er hat des Höchsten Rath ganz ganz vollbracht, und lebt in Ghre; ach erwünschte Lehre! Lehre! and 4. Dauns Strafen drohten; was für frohe Boten! trostreich ist ihr Mund, lieblich ihre 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenfen, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Lust vergeht. schaft, uns zum Leben von Gott selbst gegeben! und dem Erlöfer überhaupt. 85 Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Ach, jeder hat in Adams That des 5. Auf! und wehrt den Schmerzen kommt, ihr, deren Herzen das Geseg zerschlug; Satans Neid empfunden. kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, daß er frech abgefallen: trug. Jesu Tod versöhnt euch so herrschet mit tyrannscher Gott! Gott, der euch als Bater liebet, und die Schuld vergiebet. Macht die Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. Füße, ihre Lehren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld trägt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. 90. Durch Adams Fall ist erst verderbt der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wären nie genesen; wär Jesu 3 Warfuns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder: so bringt uns eine fremde Huld in Christo alle wieder. Und wie. wir all in Adams Fall des ewgen Todes starben, ſo rettet Gott durch Christi Tod, die sonder ihn verdarben. 4. Sott hat uns seinen Sohn geschenkt, da wir noch Feinde waren, der ist für uns ans Kreuz gehenkt, erstanden, aufgefahren. Tod und Gericht trifft uns nun nicht, so wir ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen! 86 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen 5.( rift das Licht, der Weg, trauen. Wer ihr vertraut, auf die Pfort, die Wahrheit und sie fest baut, der wird den Tod das Leben, des Vaters Kraft, nicht schauen. sein ewges Wort, zum Heiland 9. Mir zeigt schon jetzt dein uns gegeben Dem Feind zum heilges Wort den Him: nel aus Truß umgibt sein Schuß uns der Ferne, denn dies Licht führt alle, die wir glauben. Er ist zu Christo fort, dem hellen Morder Hirt, die Seinen wird aus gensterne. Bricht der nun an, seiner Hand nichts rauben. so fasset man alsbald die hohen Gaben, die Gottes Geist auch une verheißt, so wir nur Glauben 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, und wird zuletzt zum Spotte, der solchen Trost haben. bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wer Met. Fren dich sehr, o meine- 29. diesen Tröster stecken, den mag ſich will ein andres Ziel ohn 91. Cge Liebe, mein Gemüthe waget einen gar bald des Feinds Gewalt fühnen Blick in den Abgrund und arge List erschrecken. deiner Güte; send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, kann nie zu Schanden werden. Wohl, wer auf diesen Felsen baut, trifft ihn schon hier auf Erden viel Angst und Müh; hab ich doch nie den Menschen jehen fallen, der sich nur fest auf Gott verläßt. Gott hilft den Seinen allen. 2. Ich verehre dich, o Liche! daß du dich erbarmet hast, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, der verdammnißwerthen Welt durch ein theures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 8. Du wollest, Herr, von meinem Mund dein heilges Wort nicht nehmen; so weiß ich läst dein theurer Bund mich, Sünder, nicht beschämen. Der Sünden Schuld deckt deine Freundlichkeit! welcher uns hülfHuld! nur ihr will ich ver- losen Armen Gnade, Troft und 3. D, ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und und dem Erlöser überhaupt. Hülfe beut. Liebe, die des Sohns nicht schont, der in ihrem Schooße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 87 Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge: ich sei auf dem rechten Wege. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch be- 8. Laß mich hier schon mit stimmt, daß sich jeder darin Vertrauen meinem Heil entübe, der am Segen Antheil gegen sehn: alsdann werd ich nimmt; wer nur an den Mitt- ohne Grauen selbst dem Tod ler gläubt, und ihm treu ergeben entgegen gehn; keine Creatur bleibt, der soll nicht verloren wird mich, den du liebest, ewiggehen, sondern Heil und Leben| lich deiner Hand entreißen ſehen. können, noch von deiner Liebe 5. Da du keinen zum Ver- trennen. derben, ohne Grund verdammet hast, tragen Sünder, wenn sie Vel. Wer nur den lieben Gott.- 7. sterben, ihrer eignen Bosheit 92. Ich habe nun den an deinen gefunden, Sohn, der hat Fluch und Tod der meine Hoffnung ewig hält: zum Lohn, sein muthwillig Wi- Wo anders, als in Jesu Wunderstreben schließt ihn aus vom den? Da lag er vor der Zeit Heil und Leben. der Welt: Ein Grund, der un6. Ewig sei mit Dank be- beweglich steht, wenn Erd und sungen, was dein Rath be- Himmel untergeht. schlossen hat. Mit uns preisen 2. Es ist das ewige ErbarEngelzungen diesen weisen heil- men, das alles Denken übergen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört: wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes steigt; Es sind die offnen Liebesarmen, des, der sich zu dem Sünder neigt; er geht nicht mit uns ins Gericht, und will den Tod des Sünders nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein! deßwegen kam sein 88 Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Ruh. Erster Theil.- Bon der Erlösung der Menschen 8. Es gehe nur nach deffen Willen, bei dem so viel Gr. barmen ist; Er wird gewiß sein Wort erfüllen, er, der die Seinen nicht vergißt; sie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barm4. O Abgrund, welcher unsre Sünden durch Christi herzigkeit. Tod verschlungen hat! Das 9. Auf diesen Grund will heißt die Wunden recht verbin- ich stets bauen, so lang ich hier den, da findet kein Verdammen auf Erden bin; der Gnade Gotstatt; weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigfeit! Barmherzigkeit! tes will ich trauen; fällt alles andre gleich dahin, so sing sch einst nach dieser Zeit: o Abgrund der Barmherzigkeit. 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich Mel. Es ist gewißlich an der Zeit- 30. meine Sünden kränken, nur 93. Nun, Christen, laßt bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Leib und Seel erquicken kann; muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. uns fröhlich sein, Gott Dank und Ehre bringen, von Herzen seines Heils uns freun, mit Lieb und Luft ihm singen. Wer faßt die große Wunderthat, was Gott an uns gewendet hat, wie theur er uns erworben! 7. Ich kann in meinen besten Werken, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, manchen Fehler merken; e, wie fällt aller Ruhm dahin! doch bleibt mir noch der Trostbereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 2. Vom Teufel hart verstrict war ich todt, elend und verloren. Stets quälte meine Sünde mich; verderbt war ich geboren. Ich sank auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz beseffen. 3. Gott jammerte von Ewigkeit mein Glend ohne Maaßen. bin und dem Erlöfer überhaupt. 89 Er dachte der Barmherzigkeit, Sterblicher, ist mein, und mein mir wollt er helfen lassen! zu mir wandt er sein Vaterherz, zu heilen meiner Bunden Wunden Schmerz ließ ers sein Bestes fosten.ta Verdienst ist, Sünder, dein. So bist du selig worden. 8. Den Himmel nehm ich wieder ein, und scheid aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister sein, und meinen Geist dir geben, der dir in Trübfal Troft gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leitet. 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt, zu erbarmen! Gil, meines Herzens werthe Kron! sei du das Heil der Armen! Hilf ihnen aus der tiefen Noth! für sie entwaffne du den Tod, und laß sie mit dir leben. 9. Was ich gethan, was ich gelehrt, das sollst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich 5. Der Sohn, der ihm ge- stets vermehrt zu seines Namens horsam war, erschien nunmehr Ehren. Nur hüte dich vor Menauf Grden, als eine Jungfrau schenwahn, der dir den Schatz ihn gebar. Mein Bruder wollt leicht rauben kann, dies sei er werden, hielt heimlich seines mein Abschiedssegen. Arms Gewalt, und ging einher in Knechtsgestalt, des Satans Reich zu stürzen. 6. Er sprach zu mir: Halt 94. Christe, Gingebordich an mich! Es soll dir jetzt gelingen. Mich selber geb ich ganz für dich, will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein. Auch du sollst, wo ich bleibe sein. Uns soll der Tod nicht scheiden. 7. Vergießen wird man mir mein Blut, voll Grimms mein Leben rauben. Gern leid ich alles dir zu gut. Das halt mit festem Glauben. Dein Leben, Mel. Herr Christ der ein'ge Gottes. O ner, von Ewigkeit gezeugt! Des Vaters Auserkorner, zu dem ſein E Herz sich neigt! Mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 90 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen 2. Für uns ein Mensch ge-/ Mel. Trofiwort, das uns Leben giebt. boren, der keuschen Jungfrau 95. Gedanke, der uns Sohn, wie Gottes Eid ge= schworen, erlittst du Qual und Leben giebt, welch Herz vermag Hohn; starbst, daß wir leben - möchten, erhubst uns zu Ge- dich auszudenken! Also hat Gott rechten und Erben deines Reichs. 3. Gib stets in reicherm Maaße Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlaffe die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glauben bleiben, durch ihn zur Lieb uns treiben, und zu der Lust an dir. 4. Der du trägst alle Dinge, des Vaters ewge Kraft! ohn den ich nichts vollbringe! der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir wendet, nichts meine Liebe schwächt. 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Gitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren, dein todt und lebend sein. 6. Dank, Lob und Preis und Ehre sei Gott in Ewigkeit für solche süße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröst uns, wenn wir leiden; sie stärk uns, wenn wir scheiden; sie schüß uns im Gericht. die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heilgen Finsterniffen, füllst du mein Herz mit Majestät, und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden 4. So fann mein Geist den hohen Rath des Opfers Jesu nicht ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ am Kreuz nicht meine Schuld getragen. nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn: so werd ich ewig irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. und dem Erlöser überhaupt. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein frecher Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes 15. Sollt ich dereinst noch Eigenthum, durch ihn des ew- würdig sein, um deinetwillen gen Lebens Erbe, dies bin ich, Schmach zu leiden: so laß mich und das ist mein Ruhm, auf keine Schmach noch Bein von den ich leb und sterbe. deiner Liebe scheiden. 9. Er gibt mir seinen Geist, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue: so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Ruhe. 91 14. Grfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für den, der uns geliebt, erfalten? Dies ist die Lieb, o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden: so wirk er doch sein Werk in mir, und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, so laß mich noch im Tode denken: Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zu seinem so Mel. Allein Gott in der Höh- 15. Kreuze trete: ſo weiß ich, daß 96. Heil uns! Aus unsrer Sündennoth er mein und thut, warum ich bete. Rettung uns erworben. Der 12. Ich weiß, daß mein Herr will nicht des Sünders Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein Srbarmen! 2. Selbst seinen eingebornen Sohn fandt er zu uns auf Erden, von dem verdienten Sündenlohn ein Retter uns zu werden. 92 Erster Theil. Er kam und mit ihm unser Heil; er kam am ewgen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn, der Retter unsrer Seelen! nun kann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getrost und froh in Gott zu sein, wenn wir Mel. Au Wasserflüssen Babylons. uns nur dem Heiland weihn, 97. Lob. Ehre, Preis den Gott für uns verordnet. und Dank sei dir, o Jesu, unser Von der Erlösung der Menschen 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 7. Herr, laß uns diese Seligkeit doch über alles schäßen. Nie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersegen, wenn uns das größte Gut gebricht: ein reines Herz voll Zuversicht zu dir, Gott, unser Vater! 8. D lent auf dies erbabne Glück der Seele stärkste Triebe! Zeuch mächtig unser Herz zurück von schnöder Sündenliebe! An dem uns theur erworbnen Heil laß uns, im wahren Glauben, Theil stets suchen und gewinnen. 6. O, laßt uns ihm uns an vertraun, und niemals sein uns schämen! Auf seine Mittlers- 5 hülfe baun, und sein Joch auf sich nehmen, das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf den man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon warst du groß, herrlich Gottes Sohn! z gekrönt mit Schmuck und Ehre. Dein ist das Reich, die Herr und dem Erlöser überhaupt. lichkeit, und du beherrschest weit 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und sprach zum Engel: Werde! Du Marterthum, für alle deine bist es, dessen Allmachtsruf die ganze Welt aus nichts erschuf. Du bists, der alles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich Liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin, gib daß ich mich, so lang ich bin, in deinem Lobe übe. druzgen off t Mel. Allein Gout in der Höh- 15. 3. Und dennbahn reget. 98. Liebesglut wie kann bist du uns ich dich nach Würzu gut in diese Welt gekommen! digkeit befingen! Wie wagts haft willig unser Fleisch und ein schwacher Geist jetzt, sich so Blut, o Herr, an dich ge hoch hinauf zu schwingen. Es nommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was ver loren war, warst du ein Fluch auf Erden. O Huld, die sonst nichts gleiches hat! du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. glänzet Gottes Herrlichkeit in lauter Lieb von wigkeit; bleibt noch mein Herz erfaltet? 2. Gott, der in sich ganz selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnödsten Sünder Schaar zu lieben außerlesen. Du staunst, Vernunft? gib Gott die Ehr! Gott wollt unendlich lieben mehr, als du begreifen solltest.mite se sust und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer 93 den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheidet i sar 4. Du wardst es uns und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne, die ihr noch dienen, zu befrein. Beschwerter Herzen Trost zu sein, ist deines Herzens Freude. Tu gibst den müden Seelen Ruh; und wer dich liebt, 3. D Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen! Er ist von seines Vaters Thron zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. Knechtsstand, Kreuz und Grab doch seh ich gnug, um, Gott, malt uns mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. mich dir aufs stärkste zu verbinden. Herr, dir sei ganz mein Herz gewährt, ein Herz, das dir allein gehört, als Schöpfer und Erbarmer. 94 - 4. Was ist die Welt, die arge Welt? was sind doch Adams Kinder? daß sie dein Sohn so theuer hält. Er rettet dieſe 6. O liebster Vater, nimm Sünder; da du, im Zorne, es an, und reinge seine Triebe, Belial mit seinen Engeln allzumal zum finstern Abgrund stießest. daß ich, so gut ich immer kann, dich recht inbrünstig liebe. Die Welt nicht, Gott sei meine Lust; 5. D. welche Tiefen seh ich laß ewig nichts in meiner Brust, hier! nie werd ich sie ergründen; als deine Liebe bleiben. 8) Von der Geburt Jesu Chrifti. Mel. Nun banket alle Gott.- 9. und ihn auch ehrest du, um 99. Es lag die ganze deinen Sohn zu ehren. Sein Welt mit Zorn und Fluch beladen; da öffnetest du, Gott! die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickst den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. Vater wird erst stumm; der Stumme schnell beredt und weissagt, da auf ihn der Geist des Herrn geräth. 4. Das Kind wird stark am Geist, der Gnade treuer Lehrer, ein brennend scheinend Licht, ein 2. Gott, wer fann thun wie mächtiger Bekehrer, ein heilger du? Schon wohlbetagt an Eiferer, der ohne Schonen Jahren gebiert Elisabeth. Der straft. Auf seiner Seele ruht Sohn der Unfruchtbaren, den Eliä Geist und Kraft. jenes Engels Mund verheißen, 5. D welch ein Gnadensollt allein der keuschen Jung- wort! O welche jüße Stimme, frau Sohn ein würdger Herold die in der Wüst erschallt! Gott ſein. straft nun nicht im Grimme die sündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; 95 Erster Theil.- Von der Geburt Jefu Christi. Welt mit Gott versöhnen soll, Heil der Sünder bei euch den ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit! Ihr Sünder nehmte zu Ohren! Freut mit Johannes euch! wie er, noch ungeboren, des Heilands sich erfreut, so freut er sich auch nun, durch Tauf und Predigten ihn allen kund zu thun. Einzug hält. O, hemmt nicht seinen Lauf! Gott hat den Sohn gegeben, und mit ihm Heil und Leben, nehmt ihn mit Freuden auf. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gaft macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; ihre Berge senket cuch; senkt euch, und werdet eben, wenn Thale sich erheben! ihr Krümmen, werdet gleich. 7. Allein zu Jesu hin verweist er seine Jünger; allein auf Jesum zeigt sein ausgestreckter Finger. Seht, das ist Gottes Lamm, das mit dem Fluch belegt, für uns geschlachtet ward, und alle Sünden trägt. 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weijet, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preiset. Wer, seinem Taufbund treu, sich Jesu ganz ergibt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 9. Das werd auch unser Theil; Johannis Amt und Lehre 3. Ein Herz, das Demuth übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth liebet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist, und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit, aus Güte und Erbarmen, Herr verherrliche noch stets, Gott, Jesu, selbst bereit! Zeuch in deines Namens Ehre. Wer mein Herz hinein; dies ſei Buße thut und glaubt, hat statt jener Krippen! so werden Trost auf alle Zeit. Wer Buße Herz und Lippen dir ewig dank. thut und glaubt, der bleibt in bar sein. Ewigkeit. 101. G Mel. Von Gott will ich nicht lassen.-56. 100. Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt! damit das rhebt den Herrn, ihr Frommen; er hält, was 96 Erster Theil. Von der Geburt Jefu Chrifti. - er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost gern aus Gnaden, heilt unfrer Seelen Schaden. O, nehmt ihn gläubig an! 5. DuFreund der Menschenfinder! Verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Drum fommen wir zu dir. Hilf Sünder, ist unsre Zuversicht. uns die Macht der Sünden doch glücklich überwinden! Denn, und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zu unserm Leben, selbst seinen Sohn gegeben. Durch ihn dein, o Herr, sind wir. Get die foht sind wir erlöst. 2. Erlöst! O, welche Gnade 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am hat uns der Herr erzeigt! der Himmel Theil! Laß uns dir uns betroffne Schade, der uns folgsam sein! Was wird uns, Dann ſo tief gebeugt, ist nun nicht- un- Herr, dann fehlen? heilbar. Von Sünden und werden unsre Seelen sich Gottes Verderben uns Rettung zu er- ewig freun. werben, gab Gottes Sohn sich dar. 102.2 lso hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Kuechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Tod und Leiden sein großes Werk Trieb uns seinen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns vollbracht. Gott so lieb! 4. Er hats vollbracht!, bringet Gott euren Lobgefang! 2. Was sein erbarmungsErlöste Menschen! singet dem voller Rath schon in der EwigMittler ewig Dant. Bo nie- feit zu unserm Heil beschlossen mand helfen kann, da hilft er hat, vollführt er in der Zeit. mient Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 97 jei Ehre! 3. Er, aller Menschen höch- ein! Gott allein, unserm Gott stes Gut, der alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde an. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? M 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mit Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, sowie das Heil der Welt. 3. Wer kann Gottes Rath= schluß faffen? Aber dies ist ge= wiß: Gott kann uns nicht hassen! Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her: wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette. Deß soll sich der Erdkreis freuen! zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Berzeihen. 5. Gilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Gr erweint seinen Feinden Segen. 6. Gr, er will für eure Schulden Armuth, Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß 103. Laßt uns unserm erdulden. Lernt den MenschenMel. von Nr. 61. Gott lobsingen! freund erkennen, gnadenreich Hoch erfreut laßt uns heut ihm will er euch seine Brüder nennen. Berehrung bringen! In des 7. Dankt ihm, der eu'r Himmels hohe Ghöre stimmet innres Sehnen sehen kann! 7 6. Was mir zum Seligsein gebricht, das Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab ich nur an dir. 7. Dein Mangel ist mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab, bie ins Grab, Sünder zu erlösen. 8. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn! durch den er Gnad erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb ihn auch, mein Geist. Von der Geburt Jesu Christi. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte! Dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte. Gott, wie wird dein 8. Wenn euch eure Sünden Hasser beben! Dann werd ich fränken, eilt herzu, suchet Rub! deiner mich freun und ewig Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! leben. Zittert nicht! denn er ſpricht: 104. Gelobet seiſt du, ich will euch erquicken. Jesus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst 98 Erster Theil. betet an! opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 120 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerzfühlt mein Herz! Kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Feste Zutraun her, wiſset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Gure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden? der Engel Schar. Hallelujah! 2. Dich sahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Völfer Trost und Licht. Hallelujah! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie. ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Hallelujah! 11. Gottmensch! du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, 4. Durch den die Welt einst worden ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schöpfung Herr kommt in sein Reich, er. teine Noth und fein Tod soll niedrigt sich und wird uns von dir mich scheiden. gleich. Hallelujah! Erster Theil.- Von der Geburt Jefu Chrifti. 99 5. Jauchzt Himmel, Erde 3. Bleib, höchstes Gut, du freue dich! Gott versöhnt die Himmelszier! mein Leitstern Weit mit sich! Uns, Adams stets, o bleib bei mir! Du Hoffsündiges Geschlecht entsündigt nung der Verzagten! Du LeEr, macht uns gerecht. Halle- bensquell, erquicke mich, du lujah! süßes Manna schenke dich zum Troste den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. 6. Gelobet seist du Jesus Christ, daß du Mensch geboren bist. Dir ist der Erdkreis unter than! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! Mel. Wie schön leuchtet der 35. 105. Friedensfürst aus Davide Stamm! o meiner Seelen Bräutigam! mein Trost, mein Heil, mein Leben! Dank sei dir o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden, singt mit Frenden Hosianna! seht er kommt jegt: Hosianna! Mel. von Nr. 17. Gottessohn und 106. Menschenkind! Mein Bruder, Gott und König! Mein Stammeln, meine Lieder sind vor deinem Glanz zu wenig. Wo Menschenweisheit sich kehrt um, wo Engelzungen fallen, da bliebe man wohl ewig stumm, wenn dir es würd mißfallen, was Kinder stammelnd bringen. 2. Was alles Denken über2. Ich selbst bin nun von Freuden voll, und weiß nicht, was ich schenken soll dem aus erwählten König! theurer Jefu, nimm doch hin mich selbst und was ich hab und bin, ach freilich ist es wenig. Schließ mich in dich. Nichts auf Erden, 3. Du bautest aus Maria nicht Beschwerden, keine Leiden dir, o großer Erzgesandte, die sollen mich je von dir scheiden. Hütte, da dein Herz zu mir in trifft, was Wiß unmöglich nennet, hat deine Wunderhand gestifi't, die keine Schranken kennet; Gott wird ein Mensch, der Herr ein Knecht, und Menschenarme tragen den, der den ganzen Weltkreis trägt. Was kann ein Klügling sagen, dies Räthsel aufzulösen? 7*. 100 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. - Liebesflammen brannte. Du kamst ins Glend nackt und bloß, zu kleiden mich mit Segen; verließest deines Vaters Schooß, um mich darein zu legen, und ewig zu erquicken. 7. Doch sieh, mein Herz, o welche Lieb! der Herr will keine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergib, das ists, was er will haben. Der sich dir schenket, will allein mit Glaub und Liebesarmen in Dankbarkeit umfasset sein. Aus 4. Was aller heilgen Väter Schar verlangte zu erblicken; was Adam schon verheißen war; ewigem Erbarmen bist du von was Lamech konnt erquicken; ihm erkaufet. was Jacob sah; was er besang; was Hiobs Trost gewesen; und Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. was durch Davids Harf er- 107. Gottes und MarienSohn! Liebster klang: das alles ist zu lesen in meines Heilonds Krippe. Jesu! Sei willkommen! der 5. Mein Blutsfreund, mein da Armuth, Spott und Hohn Immanuel! was konnte dich be- mit der Menschheit angenommen. wegen. mein Goel, meine Le- Rette mich aus aller Noth, bensquell! den Zepter hinzu welche meiner Seele droht! legen, zu kommen in dies Jammerthal, um dich mir selbst zu schenken? Ich wende mich hin überall, ob etwas auszu denken, die Gabe zu vergelten. 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam einst verloren: und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. Andrer Adam, ändre mich! 6. Wär nicht der ganze Himmel dein, und könnt ich ihn dir geben, so würd es doch zu wenig sein! Könnt ich mein Blut und Leben zu tausend 3. Du bist worden, was ich bin: Laß mich auch, was du bist, werden; nimm mein Sündenelend hin. Mache mich dir gleich auf Erden; und verleih mal hingeben dir, so blieb ich von deinem Heil mir, o Jesu, doch in Schulden; weil, was auch mein Theil! du hast gethan an mir, und für 4. Aus dem Himmel kamſt mich wollen dulden, unendlich du her, hilf mir Armen aus der mehr verdienet. Hölle: Nur ein Stall war dir Erster Theil.- Von der noch leer; aber gib mir eine Stelle unter denen, die bei dir wohnen werden für und für. 5. Steckt mein Herz in böser Lust, lasse du es nicht so bleiben! Wohne selbst in meiner Brust, alles Böse zu vertreiben, bis ich ganz mit dir erfüllt, habe Gottes Ebenbild. Geburt Jesu Christi. U Der du voller Freundlichkeit, längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner angenommen, und mein Bruder worden bist, 6. Wurdest du ein Menschensohn: mache mich zu Gottes Kinde, daß ich stets vor seinem Throneinen Vater an ihm finde! Er ist ja nicht mehr mein Feind, denn ich bin dein wahrerFreund. sei gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O, wie hoch hast du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr, du hast es 7. Wenn der Teufel sich selbst vermählet mit der götterbost auf uns schwache Men- lichen Natur, und vor aller schenkinder, so hab ich den Kreatur es zur Lust dir ausergroßen Trost: daß du da bist, wählet. Ja, in dir, du Gottes Heil der Sünder! Dir ergeb Sohn, sizt der Mensch auf Leib und Seel, hilf mir, Gottes Thron. mein Immanuel! 3. Du, du bist der Völker Segen, kamst, vom Fluch uns zu befrein, und wir können deinetwegen nun auch Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben: o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu ſein. 101 108. er du uns das Heil errungen, Mensch gewordner Gottes Sohn! ewig sei dir Lob gesungen, daß du von des Himmels Thron, uns zu 4. Du bist Mittler! Heil uns Sündern! huldreich gab gut, ins Fleisch gekommen. der Vater ihn! Du hast armen 102 Erster Theil.- Bon der Geburt Jefu Chrifti. Adamskindern nun sogar das was durch Jesum Christ im Recht verliehn, in den Himmel in aller Welt gedacht. Ihn preise, einzugehen und des Herren Herr- E lichkeit, nach vollbrachter Brüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht einen Anker, der nicht bricht. Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völfer haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 5. Sollte Gott mich nun wohl haffen? Hier ist ja Immanuel! Sollt er mich wohl hülflos laffen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer kennt und mich seinen Bruder nennt, fitzt als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint. Gott ist mein versöhnter Freund. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein. Nimmer will ich dein vergeffen, dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unermessen. Gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar fei. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her, 109. D Dies ist der Tag, 5. Deinkönig, Zion! kommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! auf den die Bäter hoffend sahn; dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Trost und höchstes Gut, vereineft dich mit den Gott gemacht. Sein werd Fleisch und Blut, wirst unser DE BANKS N Jag so Von der Geburt Jesu Christi. Erster Theil. Freund und Bruder hier, und E Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Kines Sünde fiel die Welt; ein Mittler ists, der fie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Baters Schooße sizzt! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, der uns solch großes Heil gebracht, dich preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Grden ist. 110. Gott! deine Gnade # sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geist, ihr Wohlthun zu erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des 103 Höchsten Sohn sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! Erwünschte Nacht! Von Engeln Mittler uns gebracht, der uns selbst besungen; Du hast den das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel famest, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um meinem Heil zu dienen. 4. O, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich auf dieser Erd, dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Erster Theil. Ben der Geburt Jesu Christi. Menschenliebe. Du sahest unsre| Mel. Valet will ich dir geben. 57. ghr, die ihr wart Sündennoth mit mitleidsvollem 111., Jeht, verloren, hört, was euch trösten kann! Der Heiland ist geboren und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben der Engel heilge Schar, und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. 6. Immanuel! dein freu ich mich. Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste 2. Sie wissen nichts vom sandte dich der Herr, der Gott Neide, freun sich mit uns zuder Götter. Was mir ein wahres gleich und singen: große Freude Wohl verschafft, Erleuchtung, verkündigen wir euch! Guch ist Friede, Beßrungskraft und Freu- dies Kind gegeben! Euch solches den, die stets währen, willst du Heil bereit, bei Gott dereinst auch mir gewähren. zu leben in steter Seligkeit. 104 Triebe. Du stimmtest, unser Heil zu sein, in deines Vaters Rathschluß ein, wardst Mensch, und kamst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 3. Daß sich kein Mensch be7. Was soll ich dir, mein trübe! dies Kind zerbricht das größter Freund, für deine Treue Joch; bringt euch des Vaters geben? Du bists, der mich mit Liebe; was trauert ihr nun Gott vereint, du bringst mir noch? Er schenkt ein himmlisch Heil und Leben. Herr! was ich Erbe! Wohl dem, der an ihn hab und was ich bin, das geb gläubt! daß jeder fröhlich sterbe, ich dir zum Dienste hin. Ich da solch ein Schaß ihm bleibt! will dich ohn Aufhören mit Leib und Seel verehren. 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, was wider Euch gekämpft, hat er an eurer Stelle bestritten und gedämpft. Dies Kind tritt sie darnieder. Nun seid ihr wohl gerächt, und Gott erhöht nun wieder das sterbliche Geschlecht. 8. Zwar seh ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd ich auch, Herr Jesu Christ! dich schaun so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 5. So rühmen sie; mit ihnen frohlocket jeder Christ, daß Gott im Fleisch erschienen, der Herr sein Bruder ist. Dein sind nun Erster Theil. unsre Herzen. Herr, dir geloben wir: uns trennen weder Schmerzen, noch Freud und Glück von dir. - Von der Geburt Jesu Christi. 105 spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus_Dank wil ich in Brüdern dich, dich Gottesjohn, bekleiden, speiſen, tränken; der Frommen Herz in ihrem 112. Herr! laß mich Schmerz mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. doch recht feierlich des Heilands Fest mit Lob und Dank 6. Rath, Kraft und. Held, ist im Himmel und auf Erden! durch den die Welt und alles freut, und aller Knie soll dir die Christenheit preist dich ergebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des Herrn du also, o Gott, die Welt in und jauchzt ihm, ihr Erlöften! deinem Sohn geliebet! D, O, erhöhen! 2. Wie bin ich froh, daß Mel. von Nr. 112. wer bin ich, daß du auch mich so herrlich hoch, noch eh ich 113. Ghristenheit, ſei war, geliebet? hoch erfreut! das begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir dich, du Gott der Lieb, 3. Er, unser Freund, mit Heil der Welt, der Mittler, ist uns vereint zur Zeit, da wir geboren, der uns erlöst und noch seine Feinde waren, er ewig tröst't. Wer an ihn glaubt, wird uns gleich, um, Gott, geht nimmermehr verloren. dein Reich und deine Lieb im Fleisch zu offenbaren. 4. An seinem Heil gieb mir auch Theil! Hilf, daß ich redlich glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! 2. O große That! nach Gottes Rath hat sich sein ewger Sohn für uns gegeben. Ein Menschenkind, doch ohne Sünd, ward er für uns, und bracht uns Heil und Leben. 106 Erster Theil.- Bon der Geburt Jesu Chriſti. 3. D Seligkeit! er hebt das deine Schwäche denken? er, der Leid, das durch den Sünden dir gibt, das, was er liebt, wird fall auf uns gekommen. Mit dir mit ihm zur Tugend Kräfte uns ist Gott nun in der Noth. schenken. D jauchzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank. Du wurdest Mensch, damit wir selig würden. Du machst uns groß, und völlig los vom Fluch der Sünd und ihren schweren Bürden. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Ränken? Erschrick nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gelobt sei Gott! Aufunsre 5. Gebricht es dir bald da, bald hier, sorgst du, wer dich noch speisen wird und tränken? Noth sah er als Vater mitleids- O, faffe Muth! das höchste voll hernieder. O Christenheit! preis ihn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieder. Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigkeit versenken. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie 114. Wirs, blöder Sinn, sollt uns Gott mit ihm nicht Mel. von Nr. 112. den Kummer hin. alles schenken. Gott ist für dich, was will dich ferner fränken? Hallelujah! Mel. Ach Herr, mich armen S.- 67. Sein Sohn ist da, wie sollt er 115. Wie soll ich dich uns mit ihm nicht alles schenken? empfangen, o 2. Schlägt dir das Herz Jesu, meine Zier! o aller Welt vor Angst und Schmerz, em- Verlangen, wie gerne will ich pfindest du, wie sehr die Sünden dir mein Herz zum Tempel kränken? dein Heil ist hier; weihen! Nur zeige du mir an, wie? sollte dir nicht Gott mit womit ich dich erfreuen, wie ich ihm auch Gnad und Friede dir dienen kann. schenken? 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? s zeigt durch frohe Erster Theil. Von der Geburt Jesu Chrifti. 107 7. Sollt euchy nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will fie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil, macht sie zu Gottes Kindern, undGott zuihrem Theil. 8. Laßt eure Feinde dräuen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, der große König! der Nächer eilt geschwind! sürzt, Feinde! die zu wenig zum Widerstande find. Psalmen, was es für Regung spürt. Dich, Herr, soll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Eigenthum. 3. Nichts hast du unterlassen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube jaßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden. du kommst und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichthum thut. 9. Du kommst zum Weltgerichte, verklärter Menschensohn, in majestätschem Lichte! und mit dir fommt dein Lohn. Geh auf, o wahre Sonne! und leucht in vollem Glanz, erfüll mit ewger Wonne das Herz der Deinen ganz. 5. Was hat dich, Herr, ge trieben, dich, den kein Himmel hält, als nur dein theures Lieben, womit da diese Welt bei ihren lauten wel. Werde manter mein Gemülthe. bei faſt, bei ihren tauſend Blagen 116. Wie lang follt ich so feft umfangen hast. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! Bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr, seid unverzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier. traurig stehen, du Gesegneter des Herrn. Solltest du vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern! Helfer in der Univ.- Bibl. Giessen Von der Geburt Jesu Chriſti. rechten Zeit, der mit engem 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, dürftig und voll Mühe wär? Hab ich Hoheit, die ist flüchtig. Hab ich Reichthum, was iste mehr, als ein wenig meinem Herzen von den Wun- schnöder Grd? Hab ich Lust, Trost erfreut! Hilf, o Jesu, was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuct? 6. Aller wahre Trost im Leide ruhtin dir, o Jesu Christ; und auch du allein gibst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach, wie sehn ich mich nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh ich in der Angst vergehe. 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret. Jego zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gekehret. Auf! heiß ihn willkommen sein! Er verspricht die Heil und Ruh. Auf! bereite dich ihm zu, daß er dich zur Wohnung wählet, und da klag ihm, was dich quälet. 108 Erster Theil. - den, die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer; stille des Geseges Dräun! Denn dies Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein. Es verkündigt Fluch und Tod. Ach, wie schrecklich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh, wie Satan ſeine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als müßt ich, gleich ihm, nun liegen in der Glut, die nie verlischt. Weh mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerrißnes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerrissen. 4. Flieh ich dann, die Angst zu lindern, da ich so beängstigt 8. Wohl dir, daß dich Jesus liebet! Wo ist, was dir schaden bin, zu der Welt und ihren kann? Was du Böses selbst verKindern, fall ich vollends ganz dahin. Da ist Freude, die betrübt; Trost, der nicht Erquifübet, das sieht Gott nun nicht mehr an. Auch wird, was sich in der Welt Böses dir ent kung gibt; Helfer, die mir Un- gegen stellt, statt dich in den lust machen; Freunde, die wohl meiner lachen Staub zu legen, dir nur lauter Glück und Segen. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 109 9. Dir dient selber das zum| unterthan. Hier ist mehr, denn Heile, was die Sünder schreckt Salomon. Dein sind wir, o und quält; denn du haft zum Gottes Sohn! besten Theile deinen Jesum dir erwählt. Sei ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet fest dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. 5. Nimm dies Opfer in Genaden von getreuen Herzen an. Sucht uns mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen fann, so nimm uns bei seiner Wuth, starker Gott! in deine Hut. Von der Erscheinung der Weisen. Mel. Gott des Himmels und der.- 32. 6. Heilig führest du die 117. Gott der Juden, Deinen; sicher machst du ihre Gott der Heiden! Aller Völker Heil und Licht! Saba sieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jacobsstern. Bahn. Laß uns gleichen Trost erscheinen, nimm dich unser mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Vaterland. 2. Wir gesellen uns zu denen, die aus Morgenlande find; unfer 118. Jhr Bölker, ftimmet ist nach nun mit Freuden dem, der manch Wunderwerk gethan, dem Sieger über Feind und Leiden, dem Herrn, ein 3. O, mit welchen irdschen neues Loblied an! Denn euch, Schäßen mag ein armer Sterb- die ihr im Finstern waret, erlicher dich erquicken und er- scheinet Licht und Heil jegund! gögen? Du bist über alles Herr. sein starker Arm ist offenbaret; Ein Geschenk, das dich erfreut, sein Recht wird allen Völkern ist ein Herz voll Dankbarkeit. kund. dir, du großes Kind! Unsre Knie beugen sich, unser Arm umfasset dich. Der 98. Psalm. Mel. von Nr. 33. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an. Was wir sind und was wir haben, sei dir gänzlich 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten dem Hause Israel verhieß. Die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die seine Wahrheit 110 Erster Theil.- Von der Gebert Jefu Chrifti. hoffen ließ, die fallen jedem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offen- zur Sünde machen, daß ich mich bar. Es wird sein Heil in vollem E Lichte auch den entferntsten in dir gerecht kann nen- nen. Ländern flar. 2. So heißest du nicht Jesus nur, du bist auch, was du heißest; da du die menschliche Natur aus allem Jammerreißest. Die That stimmt mit dem Namen ein; duwolltest, was du heißest, sein, mein Heil, mein Seligmacher. 3. In feinem andern ist ja Heil; kein Nam ist uns gegeben, darin wir könnten nehmen Theil an Seiigkeit und Leben; du bists allein, der jedermann ein ewges Leben geben kann. Gelobet jei dein Name! 3. Drum jauchzet, singet, lobet alle! preist Gott mit Saiten und Gesang! der Harfen sanfter Ton erschalle, und der Posaunen heller Klang! Gs lobe alles dessen Chre, der als der größte König thront, die fischund inselreichen Meere, der Erdkreis und was drinnen wohnt. 4. Die an der Ströme 11fer pflügen, befingen ihn, und freuen sich, und die, so auf den Bergen liegen, frohlocken vor ihm inniglich! Gs kommt, es cilt mit hoher Stärke der Rid ter aller Welt herbei. Er stürzet Satans Reich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. Von dem Namen Jesu. Mel. Aus tiefer Noth schrei. 4. D Name! werde doch in mir durch Gottes Geist verfläret; da, was verborgen ist in dir, kein fleischlich Herz erfähret. Denn die Vernunft begreift es nicht, ohndeines Geistes Gnadenlicht blieb es unaufge119. Mein Jeſu, du haft ſchloſſen. unsre Schuld mit ihrer Strafe Pla- gen, o unerhörte Lieb und Huld, freiwillig wollen tra- gen! Du, der Gerechte, ließest dich Seligkeit mein Grbe. 5. Laß mich empfinden deine Kraft, von heißer Liebe brennen, und deines Namens Eigenschaft stets aus Erfahrung fennen. So wird der Sündennoth gewehrt, in Hoffnung meine Furcht verfehrt, und Erster Theil. Vom Wandel Jesu auf Erden. 9) Bom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Vater unser im Himmelreich.| Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler 120. Kein Lehrer ist dir, Spott den Glauben an dies Wort von Gott. Jesu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl, durch Wort, als That, der schwachen Menschen sichrer Rath. Gs freut 111 3. Du sahest in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Ange sicht, was nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Küns tige den Menschen kund. 5. Du lehretest durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit fester Treu dir nachzufolgen eifrig sei. mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch 2. Du kamst zu uns, von jetzt dein Heil den Menschen Gott gesandt, und machtest uns kund. Begleite stets mit deiner den Weg bekannt, wie wir, be- Kraft ihr Amt, damit es Nußen freit von Sündenschuld, theil- schafft! haftig werden deiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geiſt, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland! send ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ, vom Eigendunkel mich befrei, damit ich dir gehorsam sei; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht der4. Dies, und die Bunder deiner Hand, sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei einst erfreut. 112 Erster Theil.- Bom Wandel Jeju auf Erden. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.| du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen. 121. Heiland! deine Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu ent rücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu befehren; Sünter, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, selbst mit Aufwand deiner Kräfte. Herz regieret, und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O wer faßt 5. D, wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen! dich von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe. 2. Ueber seine Feinde weinen, jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klage hören, sich in andrer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte: und so, Herr, war dein Gemüthe. 6. Deine Huld hat dich ge trieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohneSchelten, Drohen, Klagen, andrer Schmach und Last zu tragen; allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, deine Feinde zu vertreten und für Mörder selbst zu beten. 3. D du Zuflucht der Glen den! Wer hat nicht von deinen 7. Aller Welten Herr und Händen Segen, Trost und Heil König, Sohn des Höchsten! o genommen, der gebeugt zu dir wie wenig hast du je nach Ruhm gekommen? Wie ist dir dein getrachtet und auf Menschenlob Herz gebrochen, wenn dichKranke geachtet. Willig littst du, um angesprochen! und wie pflegtest den Willen deines Vaters zu Vom Wandel Jesu auf Erden. 113 Erster Theil. erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür geſungen. 4. Du gingst verstummt zur Schlachtbank hin, Gehorſam zu bezeigen. Man sah dich mit 8. Laßmich, Herr zu reichem gelaßnem Sinn zur SchädelSegen deinen Wandel oft er- stätte steigen. Du warst zur wägen! und bei des Gewissens tiefsten Schmach gefaßt, und Schmerze tröste mich dein huld- trugst die schwere Kreuzeslast. reich Herze! Heilige auch meine 5. O Heiland, der du mich Triebe zu rechtschaffner Men- versöhnt, laß dein Verdienst schenliebe! Laß mich immer mehr mich decken, wenn mich, der ich auf Erden deinem Bilde ähnlich Gott oft verhöhnt, verdiente werden! Strafen schrecken! Hilfmir, daß ich so gern, wie du, den Willen Mel. Machs mit mir Gott nach.- 26. deines Vaters thu! 122. Du wesentliches Ebenbild der Mel. von Nr. 72. allerhöchſten Liebe! Du warst, 123. Wie göttlich find o Jesu, ganz erfüllt mit Gott doch Jesu Lehgeweihtem Triebe. Gott war ren! Wie überzeuget seine dein Zweck, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. Macht! Wenn wir nur von den Thaten hören, die er noch in dem Fleisch vollbracht: so stimmet ihm der Glaube bei, daß er der Welt Erlöser sei. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz. Sein Wille war dein Wille. Du ehrtest ihn auch unter Schmerz stets mit zufriedner Stille. Auch auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu er füllen, und unterwarsst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, ein Herold seines Ruhms zu sein. 2. Die Herrlichkeit war voller Gnaden, die man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vors Gericht. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aussaß mußte vor ihm schwinden, der Stumme 114 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. man in allem Thun, auf ihm der Gottheit Fülle ruhn! sang ihm Dank und Ghr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. 4. Er schalt des Satans Legionen, die Legionen scheuten ihn: so mußten sie die Menschen schonen, und plößlich in den Abgrund fliehn! Berief er seiner Engel Schar, so stellten sie sich dienstbar dar. 6. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und sind ihm willig unterthan. 7. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehr und 5. Sein Segen speiste ganze Göttlichkeit! damit wir nicht Heere, da, wo es doch an Brod das Heil verscherzen, das uns gebrach: und kaum gebot er dein Sohn allein verleiht: Wind und Meere, so ließ ihr und schaffe, daß ihm unsre Treu Sturm gehorsam nach. So sahe bis in den Tod beständig sei! 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu. Mel. Zeug mich, zeug mich. 81. 124. Gott! was muß dein Sohn ertragen! welche Marter! welchen Tod! Allem Troft muß er entsagen! Ronnt ich denn in meiner Noth bei dem Schreien meiner Sünden sonst nicht Trost und Rettung finden? 2. Schöpfer! käme denn uns Armen ohne sein Versöhnungsblut nicht dein väterlich Erbarmen, deine Gnade nicht zu gut, wenn wir gleich die Schuld bereuen, und um Gnade zu dir schreien? 3. Und mußt du versöhnet werden? muß bei dir ein Mitler sein? war denn keiner hier auf Erden, war kein Engel selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen frönte? 4. Gnade willst du zwar er weisen, doch soll die Gerechtigfeit auch der Sünder zitternd preisen, wenn ihn seine Schuld bedräut. Keiner kann bei ſeinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Men Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 115 schen Schar ist dazu ersehen worden, weil doch keiner tüchtig war; Gott nur konnte Gott versöhuen, mich mit Heil und Segen krönen. lich großer Held! daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schrecken dir vielmehr erwecken, als er jenen thut, wenn sie ohn zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 6. Darum kam sein Sohn hernieder, nun zugleich ein Mensch, wie wir, und versöhnte ſeine Brüder, Herr, durch seinen Tod mit dir. Heilig bist du, und ein Rächer, und doch schonst du der Verbrecher. 3. Ach ja, der Tod, der dich umgibet, ist gar von einer andern Art; der Grimm, den er an dir verübet, ist mit des 7. O. Geheimniß weiser Himmels Zorn gepaart; denn Güte, das fein Engel ganz du fühlst die Pfeile, und des durchschaut: rühre kräftig mein Fluches Keile; jene fühlens Gemüthe! wie mein Herz auf nicht; weil du dich mußt quälen, dich vertraut, Gottmensch! so hatten ihre Seelen deiner laß auch mein Leben dir Lob, Frenden Licht. Preis und Ehre geben! 4. Du bist das Lamm, das Schuld und Strafe auf seinen Schultern willig trägt; der gute Hirt, der für die Schaafe sein 125. Jesu, Brunnquell theures Leben niedergelegt. Du allerFreuden! wirst bezahltest Schulden, und willst du mit Traurigkeit erfüllt? das erdulden, was wir all Mußt du in deiner Unschuld verdient; auf dir liegts alleine, leiden, daß Schrecken aus dem Herzen quillt? So viel theure Streiter sah man auf die 5. Dies ist die Ursach deiner Scheiter und zur Feuersglut Klagen; das Herz fließt über steigen, ohn Entfärben in der durch den Mund, und macht Marter sterben, mit getrostem daß wir würden reine, und mit Gott versühnt. Muth. sein schreckenvolles Zagen durch schreckenvolle Worte kund: da du selbst bezeuget, daß dein Geist gebeuget sei bis in den 8* Vom Seelenleiden. Mel. von Nr. 49. 2. Wie kommts, daß deine Glieder zittern? Unüberwind 116 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. Tod. Dieses ist die Quelle, da die müde Seele sich erfreut in Gott. 3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel, 6. Ich will für solche Liebes- muß sogar den Herrn vom proben, dergleichen man noch nie Himmel stärken. Gr ringt. Von gefehn, dich, mein Erlöser, ewig seinem Angesicht träuft Schweiß. loben, werd ich vor deinemThrone ach, wer entsetzt sich nicht? Für stehn. Laß dein traurig Ringen Schweiß träuft Blut zur Erden. mir indessen bringen wahre Der du in reiner Unschuld Glaubensfrücht; daß ich mich prangst, wie konnteſt du von verschreibe, und dir treu ver- solcher Angst, o Herr, beſtürmet bleibe, o mein Lebenslicht! werden? 4. Ach, Herr, der Sündenkuecht war ich. Ich sollte Blutwilliglich, dein schweiß schwißen. Es sollten billig nur auf mich der Rache Wetter bligen. Ich Armer, wie entrinn ich da! vor Gottes Zorne müßt ich ja ohn allen Trost versinken. Und da kömmst du, daß du ihn stillst. Sohn Gottes du, du selber willst den ganzen Zornkelch trinken. Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. 126. So gehst du, Jesu, Leiden anzutreten, mit heißen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, gehst hin, um aller Sündenlast auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, stellst du dich seinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. 2. Du Held, der andern Stärke gibt, was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, des Helden Glieder zittern. Ach, hingesunken auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müh, und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf verkürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? schauervolle Stätte! 5. Heil mir, der Sohn des Höchsten hat für mich sich richten laffen. Gott, welch ein wundervoller Rath! wer kann dein Thun doch fassen? Ach, da uns Fluch und Strafe drohn, so trägt er sie für uns, der Sohn, den Gott uns selbst gegeben. Nun jauchze, Seele! du kommst nicht in Gottes schreckliches Gericht; du dringst hindurch ins Leben. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 117 6. Doch denk, um welchen theuren Preis dein Heiland dich erkaufet! für dich rang er im Todesschweiß, für dich mit Blut getaufet! ach Seele, sorge, daß dich nie die Sünd in ihre Nege zich, nichts deine Treu erschüttre! Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! schau hin ins furchtbare Gericht, das Jesum traf, und zittre! Werke geht Geduld der Allmacht vor. Denn sonst müßten Band und Schlingen wie des Simsons Stricke springen; und der Feinde große Zahl stürzte deiner Gottheit Strahl. Von den Banden Jesu. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 127. Gottes Lamm, durch vermeiden kann. dessen Wunden un- 5. Alles, was du ausgestanser Heil wird festgesegt! Ach, den, ist zu meinem Heil geschehn, wie hart wirst du gebunden, und die Schmach von deinen und dein heilger Leib verlegt! Banden macht, daß ich kann Deiner Feinde strenge Hände ledig gehn. Weil man dich gewissen ihrer Wuth kein Ende! fangen führet, bleib ich frei und und du gibst mit stillem Sinn unberühret; weil du deiner Ketdich in ihre Fesseln hin. ten Lastmir zu gut getragen hast. 6. Heiland, wie ist deine Güte für mich Sündenknecht so groß! mache denn auch mein Gemüthe immer mehr vom Eitlen los. Lasse mich mit ihren Stricken Welt und Lüfte nicht berücken, daß ich von der Sünde frei, dir nun ganz ergeben sei! 2. Mehr, als zwölf der Legionen, welche dort um jenen Thron deines großen Vaters wohnen, stehn bereit, o Menschensohn! deine Ketten zu zer schlagen, deine Feinde zu verjagen: aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht. 4. Starker Held, um meinetwillen streckst du deine Hände dar, um die Schriften zu erfüllen, schonest du der frechen Schar, wehrst dem Schwerte deines Freundes, heilst die Wunden deines Feindes, und dein Arm nimmt Fesseln an, die er doch 3. Du bist selber reich an Stärke, die fich jetzt auch nicht verlor; aber hier in diesem 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlösten Geist keine andre Bande tragen, als die du mich tragen heiß'st: 118 Erster Theil. Von bem feiden und Sterben Jesu. Bande deiner Furcht und Liebe.| Werth, was dadurch für ein ErLege meines Fleisches Triebe solche Strick und Feffeln an, die es nicht zerreißen kann. barmen und für Trost mir widerfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist von dem Gift der Sündenveulen niich zu reingen und zu heilen. - 8. Soll ich einst die Ghr erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Fesseln prangen und für dich was leiden soll: ach, so laß mich in den Banden, in Gefängniß Schmach und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland! ähnlich sein! Von der Geißelung Jesu. Mel. Freu dich sehr, o meine 29. 128. 11nser Heiland steht bluten. gebunden voller Striemen, voller Blut, und fühlt so viel neue Wunden, als der Kriegsknecht Streiche thut. Seht, was seine Liebe kann! und wir denken kaum daran, daß er wegen unsrer Schulden dieses alles muß erdulden. 2. Da die Welt in Seide pranget, steht ihr König nackt und bloß; da er anders nichts verlanget, als uns in des Vaters Schooß dermaleins zu führen ein, lassen wir von eitlem Schein lieber, als von seinen Schlägen unsern schnöden Sinn bewegen. 4. Willst du, daß ich mitempfinde, wie dich deine Geisel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, Jesu, deine Gunst verscherzt: ach, Herr, so verbirg nur nicht dein genädig Angesicht, laß von deiner Strafe Ruthen nicht so sehr die Wunden 3. Lehre mich, o Heil der Armen! deiner Streiche hohen 5. Herr, du littest nicht vergebens. Wenn ich dann nach Gottes Schluß, an dem Ende meines Lebens mit dem Tode ringen muß: ach, so zeige dich nur bald in der tröstlichen Gestalt, da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Ströme fließen. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden, welche Schmach und welche Pein! doch du siehst auf jene Freuden und erduldeſt Schmach und Bein. Laß mich auch voll Zuversicht, wenn dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ausgang schauen; fest will ich auf dich vertrauen. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 119 Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. riffen! Seht, was für Ströme 129. Seht, welch ein Bluts aus seinen Wunden flieMensch! ach seht! Ben. Heilsame theure Fluth! mit Schand ist er bedecket, der aus diesen Wunden quillt, was Glanz der Herrlichkeit! Schaut unsere Schaden heilt und das Menschen, und erschrecket! Des Gewissen stillt. Höchsten Sohn habt ihr so tief herab gebracht; so schwere Müh hat ihm nur eure Schuld gemacht! 2. Seht, welch ein Mensch! Weh euch, wenn hier noch vor den Sünden nicht eure Seele graut! Sein Zorn wird sich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht bekehrt, im Zorn von eurer Hand. - 3. Seht, welch ein Mensch! die ihr in Heiligkeit ihm dienet. schaut, wie er Sünden büßt! schaut, wie er uns versühnet! Wohl euch, daß seine Schmach euch schmerzet und betrübt. Grfreuet euch des Heils, das diese Schmach euch gibt. 4. Seht, welch ein Mensch! hier steht, Verbrechern gleich, gebunden, an dem sein Richter ſelbst gar keine Schuld gesunden! Dies Zeugniß ist mir werth! Denn wär er nicht ganz rein, wie könnt er dann für uns ein gültges Opfer sein? 5. Seht, welch ein Mensch! ach seht! wie ist sein Leib zer 6. Seht, welch ein Mensch! ach seht! schmerzhafte Dornen krönen sein majestätisch Haupt! doch mag die Welt dich höhnen! Mein Jesu, mir bleibst du ein König auch noch hier! Voll Ehrerbietigkeit beug ich die Knie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, vom Rohrstab frech zerschlagen, noch in der eigenen Hand des Frevels Werkzeug tragen! Ach wißt, daß dieſe Hand ein eisern Zepter trägt! Sorgt, Frevler, daß sie euch nicht einst im Zorn zerschlägt! S. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Sünder, und erschrecket! da so viel Speichel ihm sein Antliz überdecket. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thränen sich. 9. Seht, welch ein Mensch! mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiden schon mir ewgen Trost versprechen: Herr, ich kann ihrer nie mich ohne 120 Erster Theil. Von dem Wehmuth freun! Herr, laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheun! Leiden und Sterben Sefu rigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und kränkt, bei deiner Mel. von Nr. 84. 130. Mein Lebensfürst! AngstBefreiung möchterlangen. 4. Dein blutger Schweiß ' nun kann ich dich mein Theil und meinen Trost, zeigt, wie dich Gott jegt und meinen Retter nennen. Wie schreckt. Wie bebendir, o Held, loderst du, nie werd ichs genug erkennen, von Eifer ganz entzündet für mein Heil! Nichts scheuest du, nicht Marter, Schmach und Hohn um aus der Noth mich ganz herauszuziehen, mich Sohn des Staubs, o du, des Höchsten Sohn! wie kann ich gnug von Dankbegierde glühn! 2. Am Delberg wartet auf dich Angst und Qual; die Stund ist da, nun willst du nicht verweilen; ich sehe dich aus Salems Pforten eilen. Du wallst dahin durch Kidrons schwarzes Thal, und Todesschrecken folgen dir dahin. Nichts kann indeß den großen Vorsag hindern; des Menschen Rettung lag dir längst im Sinn. Ganz weihst du dich verlornen Adamekindern. vor Furcht die Glieder! Du finkst vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Wurm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm, oSünder, höre sie! Dir ruft er zu, in diese Noth gerathen: mit deiner Schuld machst du mir diese Müh, und diese Qual mit deinen Miſsethaten. 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes sein. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, dringt jetzt auf dich mit Fackeln, Schwert und Stangen, von Wuth beseelt, die Schar der Sünder ein. Du stellst dich dar; doch ihren harten Sinn kann weder deine Macht noch Unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frevler hin, die bei dir nichts als Willigkeit verspüren. 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Miſsethäter. Was thut der Freund? Ach, er wird ein Verräther! Mit Abscheu seh ich seine Bosheit an. Doch 3. Nunmehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein einziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem großen Bater für unser Heil die Engel beten sahn. Jegt wurdest du in Trau Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 121 Judas schmerzt dich jezo nicht allein; bei deiner Noth siehst du die Jünger fliehen; jegt bleibest du ganz hülflos und allein, du siehst sie all und selbst auch Petrum flichen. ich Treu gebrochen! Doch ist es mir, o Herr, wie Petro, leid. Und darum hast du den treulofen Knecht beständig noch zu lieben fortgefahren. Ach, bring mich auch, wenn ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist dies schwache Rohr bewahren. 7. Der Richter seines Volks steht vor Gericht, vor Gaiphas läßt er sich laut verklagen, und schweigt, was auch die falschen Zeugen sagen; gescholten, schilt der heilge Gottmensch nicht. Er kommt noch einst und mit ihm kommt sein Lohn, und alle Bosheit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des Allerhöchsten Sohn, als einem Läſsterer der Stab gebrochen. 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die Schmach das Herz? Verspeit wirst du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir, da der Lästrung Stimm ertönet? Wie weit treibt man den pöbelhaften Scherz? Du, der Propheten Größter, wirst ein Spott. Wie darf dein eignes Volk dich so entehren! Ach theuer sei du mir! Von dir spricht Gott: das ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören. 10. Folg ihm, mein Geist, bestürzt ins Richthaus nach: 0, welch ein Schauplag nie erhörter Leiden! wie duldet er von Juden und von Heiden, Er, beider Heil, ganz unverdiente Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Pilatus nicht; o wie empöret sich jetzt mein Gewissen, da, Jesu, dir sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, geschreckt, wird Gr dahin gerissen. 11. Dir durfte man den Mörder Barrabas, o Theuerster! gar an die Seite segen, und, was entseglich ist! dich schlimmer schäzen. O Raserei! O, mehr, als Cains- Haß! Doch warum zürn ich mit der Juden Wuth? Ach, hier kann ich des Menschen Thorbeit lesen; Tand wählet er, der Thor, fürs höchste Gut: wie oft bin ich ein solcher Thor gewesen. 9. Hat Petrus dreimal dich aus Furchtsamkeit verläugnet, und damit dein Herz durch 12. Das Mordgeschrei, das an den Himmel stieß, schallt nicht stochen, ach! wie viel öfters hab so laut, als meine Sünden riefen. 122 Erster Theil. Von dem Seiden und Sterben Jesu. Die Ströme, die aus so viel 15. Du bist, o schreckenvolles Wunden liefen, als Jesu, dich Golgatha, die Trauerbühne, da Pilatus geiffeln ließ, entdeckten mein Heiland litte; der Kampfmir gar merklich meine Schuld; plaß, wo des Weibes Saame verdient hatt ich des Satans stritte, der Ort, wo man das Wuth und Morden. D! Dank höchste Wunder sah. Hier hänsei dir! mich rettet deine Huld, heil bin ich nun durch deine Wunden worden. 163 get Gr, der Opfer Gegenbild, der GottesZorn invollem Maaße fühlte! Hier trifft der Pfeil dich, meines Glaubens Schild, der längst auf mich, mich großen Sünder, zielte. 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar: mit Dornen frönet man dich, o mein König! dem Frevler ist die Schmach noch allzuwenig, ein Rohr reicht man dir als ein Zepter dar! der Purpur höhnet dich, man beugt die Knie und spottet dich mit Worten und Geberden. Ach, meine Schuld! wie groß, wie groß ist sie! so tief mußt du für mich erniedrigt 16. Mein Heiland hängt dort zwischen Mördern. Mich wollt er der Schar der Seelgen zuge sellen; hier will ich dann zu seinem Kreuz mich stellen, der Deinen Treu und Wehmuth rühret dich. Der Kriegsknecht nimmt zwar deine Kleider hin, doch mir verläsfest du den besten Segen. Dein bin ich ganz, und was ich hab und bin, will ich auch gern zu deinen Füßen legen. werden. 14. Ganz matt schleppst du dein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom Fluch, der auf dir lag, gedrücket. Was ists, das nun mein schüchtern Aug er blicket? Wie schauervoll wirst du mir, Golgatha! Da hänget er, ein Scheusal, nackt und bloß; sollt er denn nicht mein Mitleid ganz erwecken? Ach, ihn drückt unfre Schuld! ein Berg! wie 17. Das Bundesblut erwies die erste Kraft am Schächer, der noch in der letzten Stunde durch wahre Buße und Glauben Gnade funde. Für alle Sünden war nun Rath geschafft. Doch ist aus tausend einem dies geschehn: so ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; der andre Schächer mußt groß! und er verlangt nicht zu Grunde gehn, weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. Mitleid, sondern Schrecken. Erster Theil. 18. Der Mittag kommt. Der Sonne Schein hört auf; dir, ihrem Schöpfer, will kein Licht mehr scheinen. Du, Helfer, mußt als ein Verlaßner weinen. Dein Angstgeschrei stört jegt der Schöpfung Lauf. Wer zittert nicht? der Löw aus Juda brüllt; den Sohn der Liebe trifft des Baters Ruthe. Was Wunder, daß sich die Vernunft verhüllt! O, du mein Trost! Was schmeckst du mir zu gute. 44 Von dem Leiden und Sterben Jeju. 123 erwirbst! getrost kann ich nun meinen Lauf vollenden. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Finsterniß zerstöret ist. Sollt ich noch rathlos stehen, und schmachtend hin durch dunkle Thäler gehen, so bleibt mir, Jeſu, doch dein Trost gewiß. O, sollt ich je von dir geschieden sein! D, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh wird die Sonne sich von Licht und Schein beraubet, in des Abgrund Kluft versenken. 21. Merk auf, o du in mir erschrockner Geist! Schau Jesu Seite noch zulegt durchstochen, nachdem der Tod ihm schon das Herz gebrochen; schau, wie ſein Blut vereint mit Wasser fleußt! Vergebung schafft mir sein vergoßnes Blut, sein Geist stärkt mich zu jedem guten Werke; ein offner Born, wie fließt er mir zu gut! Ich bin im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. 22. Kommst du mit Blut und Wasser nun zu mir, so will ich, Herr! dir mich zum Opfer bringen! beim offnen Vorhang wird es mir gelingen; freimüthig nah ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im letzten Kampf dein Blut; gestärkt durch deinen Geist laß mich dann scheiden. Dein Blut lösch aus für mich der Höllen Glut, dein Geist führ mich zu deines HimmelsFreuden. 23. So lang ich aber noch ein Pilgrim bin, soll in mein Herz dein sterbend Bild sich schliegen; mein Mund soll sich in Lob und Dank ergießen; ganz geb ich mich zu deinem Opfer hin. Die Sünde, die dich mit ſo 20. Von heißem Durst wirst du zuletzt gequält; und welch ein Labsal wird für dich gefun. den! Ach, wie betrübt sind deine leßten Stunden; damit ja nichts an deinem Leiden schlt. Es ist vollbracht! rufst du dann aus und stirbst, und übergibst den Geist des VatersHänden. Welch Heil! das du so sterbend mir schwerer Last für mich gedrückt, 124 Erster Theil-- Von dem Leiden und Sterben Jesu. will ich mit Ernst verfluchen; ich will, was du für mich geleistet hast, mit Lieb und Treu dir zu vergelten ſuchen. Mel. Herzliebster Jesu was baſt. 131.11 nschuldger Jesu, was hast du verbro- chen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht, sollst du am Kreuze sterben, wie Sünder sterben! 2. Gegeiffelt wirst du und zur Schmach gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet! mit Finsterniß des Todes schon umschattet, gehst du ermattet. 3. Du trägst dein Kreuz, du eifft auf blutgen Wegen voll Zuversicht, voll Muth dem Tod entgegen! Ich sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, voll Wunden sterbend. 4. Was ist die Ursach dieser deiner Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Wir, großer Mittler, haben das ver schuldet, was du erduldet! 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine Strafe! der gute Hirte leidet für die Schaafe! die Schuld bezahlt der Mittler, der Gerechte, für seine Knechte! 6. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott miß. handelt! die Unschuld stirbt! der das Gesetz gebrochen, wird losgesprochen! 7. Ach, unsre Seele war entstellt von Sünden! an uns Verbrechern war nichts Guts zu finden! das hätten wir, von Gott verworfen, müssen auf ewig büßen! 8. D Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willsts! an an dir soll es der Rächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 9. Wer kann, oHerr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 10. Doch du hast selbst: Gins werde dir gefallen, wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden! 11. 68 ist, Versöhner nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! D Erster Theil. Von dem send uns deinen Geist, der uns regiere, zum Himmel führe! 12. Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, was du| Sünde tragen. gethan haft, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Freud erfüllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten, keine Schmach und Plagen; und sollen Spott, Verfolgung, Tod und Leiden nie von dir scheiden. 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich sind, im Staube schmachten! doch nimmst du's an! du wirst uns dennoch geben ein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throne, geschmücket mit der Ueberwinder Krone, dein großes Lob viel würdiger besingen, stets Dank dir bringen! Leiben und Sterben Jefu. 125 und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte. Meine Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlöſen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. G8 schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; er stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. D Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte! Mel. Herzliebster Jeſu, was 131. 132. Hert! stärke mich, 7. Sie übersteigt die menschdein Leiden zu be- lichen Gedanken; allein sollt ich denken, mich in das Meer der darum im Glauben wanken? Liebe zu versenken, die dich be- Ich bin ein Mensch; darf der wog, von aller Schuld des sich unterwinden, Gott zu Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, ergründen. 8. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erwiesen; uns 126 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. kommt es zu, sie demuthsvoll du an deinem Kreuze, ein Fluch ju preifen, zu sehn, wie hoch, vor aller Welt. Dich flohen wenn Gott uns Gnad erzeiget, deine Freunde; du warst der die Gnade steiget. Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. Dschreckliches Empfinden! du fühltest das Gewicht vom Fluche unfrer Sünden und Lindrung war dir nicht. Stets wuch. sen deine Plagen; kein Helfer kam für dich. Man hörte dich selbst klagen: Gott! wie verläsſ'st du mich! 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben, und stets mit Freunden deinen Willen üben; v gib zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte. Mel. Ach Herr, mich armen S. 67. 133. Der du voll Blut und Wunden für uns am Kreize starbst, und unsern legten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hinge geben, mein Heil! wie dank ich dir? 2. Wie viel hast du erlitten. erhabner Menschensohn! als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach. 5. Mein Heil! was du erduleet, das ist auch meine Last. Ich habe mit verschuldet, was du getragen hast. Sieh gnädig auf mich Armen, der Zorn verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 3.( Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich. Herr! nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Begrungskraft, in Trübjal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O, gib an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil! so wird Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 127 heftet! Hier hängt er voll Schmach und Hohn, blutig, schmerzenvoll, entkräftet! Ach für mich mit Fluch beschweret! wo ist größre Lieb erhöret? 3. Du, du solltest große Bein ewig in der Hölle leiden, und von Goit verstößen sein, ewig fern von allen Freuden. Da trägt Jesus deine Sünden, daß du könntest Gnade finden. 64 mein Seelenschade durch dich, Erlöser! heil. 8. Ich danke dir von Herzen, o du, mein größter Freund, für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! Ach! gib, doß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und bis ich einst erkalte, ganz nur der Deine sei! 9. Wenn ich denn einst soll scheiden, ach! dann verlaß mich nicht! sei auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, dann reiß mich aus den Aengsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr! deinen Himmel sehn. Dahin lağ mit Entzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Mel. Liebster Jeſu, wir sind hier.- 4. 134. Meine Seel, ermuntre dich, Jesu Liebe zu bedenken! Auf sein Kreuz Hin müsse sich jetzt dein Blick voll Andacht lenken, daß dein Herz der großen Treue deines Jesu fich erfreue. 2. Sieh! der wahre Gottessohn ist für dich aus Holz ge4. Sein verdienstlich Leiden stellt deines Richters Zorn und Rache. Er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde, Teufel, Tod bezwungen, und das Leben dir errungen 5. Nun, was liegt dir ob, mein Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz seine Lieb an dir will preisen. Kannst du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb erwiedern. 6. Ach, ich kann ja nimmermehr das Geringste nur vergelten! Er verbind't uns ihm zu sehr. Meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so lau geliebet, ja durch Sünden oft betrübet. 7. Was geschehen ist, das soll ferner nicht von mir geschehen. Fest entschlossen, eifersvoll, einen andern Weg zu gehen, will ich 128 Erster Theil. Von dem nun nur Jesum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. Seiden und Sterben Jeju. | nicht lassen. Ewig will ich dich umfaffen. 8. Weg ihr Sünden, sern 13. Ist schon jego, ist schon von mir! euch kann ich an mir hier solche Freud und Ruh zu nicht leiden! Welch ein schnöder finden, wenn im Glauben wir Gräul seid ihr! Ach, von dem mit dir uns, mein Jesu, recht wollt ihr mich scheiden, ohne verbinden, schenkst du schon so welchen ist kein Leben, keine viel auf Erden: ei, was will Gnade, kein Vergeben. im Himmel werden! 9. Dir mein Jeſu, dir mein Heil, will ich ganz mich über geben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, dir zu leben, dir zu reden, dir zu leiden, dir zu schweigen, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein bist, bleib ich dein, immer ganz und unverrücket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich fränkt, soll mich betrüben. 14. Was für Wollust nach dem Leid! nach dem Glend was für Ehre! was für Ruhe nach dem Streit! was für frohe Jubelchöre! Ewig werd ich Gott dort loben, wenn er mich zu sich erhoben. 12. Nun dann, nimm mich ganz dahin! Jesu will ich sein und bleiben, dem ich lebe, des ich bin. Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich 15. Täglich, täglich freu ich mich auf dies freudenvolle Leben! Heiland, dir sei Dank! durch dich wird es mir dereinst gez geben! Laß, im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir stets walten. Mel. von Nr. 37. 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach 135. Grfülle, Herr! doch und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab ich deinen Geist zum theuren Pfande, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich fröhlich sterben. selbst mein Herz mit reinem Andachtstriebe. Ich denk an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. Dein Kreuz sei mir gebenedeit; welch Wunder der Barmherzigkeit haft du der Welt erwiesen! Wann hab ich dies doch recht bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeju. 129 2. Rath, Kraft und Friedefürst, und Held, in Fleisch und Blut gekleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringst mit Angst und Todesnoth und gehst doch willig in den Tod: O Liebe sonder Ende! du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 5. Gin Opfer, nach dem ewgen Rath belegt mit unsern Plagen, um deines Volkes Missetyat gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zurSchlachtbankführet. Freiwillig, als der Helden Held, trägst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und hattest nie gefündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn! so wars vorher verkündigt. Der Frechen Schar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erretten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich; Herr, laß mich Gnade finden; denn Gott warf alle Sünd auf dich, damit wir Friede hätten. und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wieder lieb und dich nie kreuzige mit Sünden. & ist vollbracht. Du stirbst, 6. Du neigst dein Haupt. die Erd'erschüttert. Die Arbeit hab ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ift der Mensch, den du befreit? D wär ich doch ganz Tankbarkeit! 4. Erniedrigt bis zurknechts- 7. Welch Warten einer ewgestalt, und doch der Größt im gen Pein, für die, die dich verHerzen, erträgst du Spott, achten, die, solcher Gnade werth Schuach, und Gewalt, voll zu sein, nicht nach dem Glauben Krankheit und voll Schmerzen. trachten; für die, die dein VerMan sah dich, der Verheißung dienst gestehn, und dich durch Ziel; doch an dir war nichts, ihre Laster schmähn, als wirkdas geftel, und nicht Geialt liche Verhöhner. Wer dich nicht und Schöne. Vor dir. Herr, liebt, kommt ins Gericht, wer unsre Zuversicht, verbarg man nicht dein Wort hält, liebt dich selbst das Angesicht, dich schmäh- nicht; ihm bist du kein Verten Bundesföhne. föhner. 9 130 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Sefu. Lob sei dir ewig, o 8. Du hafts gesagt; du tragen; sonst müßt auch ich ver. wirst die Kraft zur Heiligung zagen. mir schenken. Dein Blut ists, Jesu, Jesu! das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden fränken. Lag mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb und Demuth stets vor dir erfunden werden! dein gegeben, wer kann doch gnug. Heil sei mir der Schirm in sam deine Huld erheben? Wie Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein legter Trost auf Erden. - Mel. D, Lamm Gottes, unschuldig 136. Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurdst verachtet; die Sünd hast du getra- gen, sonst müßten wir verza- gen. Erbarm dich unser, 52E Mel. von Nr. 55. 137. Gott, der du für uns deinen Sohn herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnaden Stärke. 2. Dein ewger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder der Seligste begiebt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst ge leget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohl gefallen? o Jesu, Jesu. 2. Gottes Lamm, un5. Verdient Verachtung gött schuldig am Kreuz für uns ge- licher Geseze, verdient Verschlachtet, befunden stets ge- schwendung unschäßbarerSchätze, duldig, wiewohl du wurdst ver- verdient ein selbst gemachter böser achtet! Die Sünd hast du ge- Schade des Richters Gnade? Erster Theil. 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! werfaßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, aus deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! - Von dem Leiden und Sterben Jefu. 131 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen. Dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. Mel. Christus, der uns selig macht. 138. M Mein Erlöjer, Gottes Sohn! der du für mich littest! und auch auf der Him mel Thron jetzt noch für mich bittest! welche Wohlthat ist für mich dein verföhnend Leiden! O, wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden! 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr! gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn dustarbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht nun mich um straft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 9* 132 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 6. Herr, was bin ich, daß dein Heil sinkt in den Tod. Der du mein so dich angenommen? große Fürst der Ehren läßt Laß die Frucht von deiner Pein willig sich beschweren mit Bannun auch auf mich kommen! den, Schlägen, Hohn und Spott. Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 2. Tritt her und schau mit Fleiße! mit Blut und Todesschweiße ist ganz sein Leib bedeckt; und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmeckt. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich Un recht je gethan, innig zu be3. Wer hat dich so geschlagen, und diesesHeer von Plagen, Herr, wider dich erregt? du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder: wie sind dir Strafen auferlegt? reuen. 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen: o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen, daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben, und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erworben. 4. Ich, ich und meine Sünden, der sich so viele finden, als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen auf dich, und dieses Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen 9. Stärke mich durch deinen in ewgen Finsternissen, was nun Tod auf die letzten Stunden. dein Tod verfühut: die Geißel Wie du deine Todesnoth sieg- und die Banden, und was du reich überwunden: o! so hilf ausgestanden, das alles, Herr, dazu auch mir; laß mich fröhlich hab ich verdient. scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. Met. O Welt ich muß dich lassen.- 48. 139. Belt! fich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, wie ein Gebirge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen und o wie gnadenreich ist er! Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeju. 135 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja läsfest dich selbst würgen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. für mich und meine Schuld; 13. Nach dir will ich mich für mich läffst du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Für mich ihn zu erlegen, eilst du dem Tod entgegen mit großem Heldenmuth. Duſtirbst, daß ich nicht sterbe, noch ewi glich verderbe; o unerhörte Liebesglut! 9. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden! ich bin dein Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, soll Seel - 15. Ich will ans Kreuze und Leib dich preisen, und dir schlagen mein Fleisch, und dem gehorchen sei mein Ruhm! entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; was deine Augen hasser, das will ich slichn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 10. G8 soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mich trösten und er freun. Ge foll von meinen Pflichten mich täglich unter. richten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 11. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden schn. üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, dräun; wie du gelassen dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was er ge beut. Nicht meinen eignen Mel. Meine Liebe hängt am Kreuz. 140. Mein Erlöſer hängt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes, ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms z Gewalt? Wo die göttliche Gestalt? 134 Erster Theil. Von dem 2. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Größ und Hoheit sind verschwunden. Nichts, als Wunden! Nichts, als Blut, und Qual auf Qual! nichts, als Leiden ohne Zahl. 3. Mein Erlöser hängt am Kreuz, und hängt hier auch meinetwegen; mir zum Segen. In ihm wird, statt Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu Theil. m 4. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfassen, ihn nicht lassen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. - Leiden und Sterben Seju. hat er mich erkauft, und auf ihn bin ich getauft. 5. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Auch für mich hat er sein Leben hingegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höchstes Gut. 6. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte nun an Sünden Lust noch finden? Sie will ich voll Abscheus fliehn; meine Sünden kreuzgen ihn. 7. Mein Grlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in rohen Freuden mich noch weiden? Das sei fern! Die Welt ſei mir nun gekreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hängt am -Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht erfüllen? Theuer 9. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Sollt ich nun im Hohn mich grämen? Sein mich schämen? Froh rühm ich mich seiner Schmach, trage gern sein Kreuz ihm nach. 10. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in trüben Tagen trostlos zagen? Auch die schwerste Bürde deucht, gegen seine Last, mir leicht. 11. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Herr, ich bleib in Tod und Leben dir ergeben. Als du starbest, starbst du mir; wenn ich sterbe, sterb ich dir. Met. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 141. 112 m Gnade für die Sünderwelt rufft du mein Heil, am Kreuz gequält, von se frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz die Bösewichter spot Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 135 zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. O Jesu Christ! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis in den Tod. - ten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufst, daß es Erd und Himmel hört; vergieb, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht, das, was sie thun, 4. Wird wo mein Herz vom Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o, dann versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket. Mein Geist blickt glaubensvoll auch dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer Kraft. Herr Jesu Christ! der legte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele! Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: o, so er3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäuster Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist innre mich daran, Herr Jesu verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mittleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Ihr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget. Er hat durch segnen. des Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott. 136 Erster Theil. Von dem Leiden und Eterben Jeſu. Christ! wie du am Kreuz durchschuldet, und da haft aus freier dein Gebet selbst deinen Mördern Huld Bein und Schmach für Gnad erfleht. mich erduldet. Aus des ewgen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 13 6. Mich tröste dein Versöhnungstod! es bilde mich dein Geist mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O, zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schußpanier. Zench dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Bein und deiner Fürsprach emig freun. Herr Jesu Christ! wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! 4. Du für uns erwürgtes Lamm! groß, ja groß ist deine Liebe! schau von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schuldig; aller Schmerz, der dich trifft, durchbohrt mein Herz! -- 5. Herr, was fann ich dir dafür, daß du mich so liebeſt, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, nur dir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. sterbend sein. 142. Schwing dich auf gen Golgatha! schau den Heiland hier am Kreuze! nimm zu Herzen, daß dich ja seine Bein zur Buße reize. Härter bist du noch, als Stein, so du hier kannst fühllos sein. 6. Nur bei dir allein such ich Hülf in meinen bängsten Stunden! schmachtend, lechzend sehn ich mich nach dem Trost aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Wasser schreit, bis er meine Seel erfreut. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! lehre mich die Welt verhangen! wie das Blut in Strö- schmähen! laß auf dich, du höchmen quillt, daß ihm alle Kraft entgangen! schaue! ach, erschrickst du nicht, da sein sterbend Herze bricht? stes Gut, immer unverwandt mich sehen, und im Kreuze führe mich selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle 3. Q Lamm Gottes ohne Noth freudig sterbend überwinSchuld! alles das hätt ich ver- den. Nirgends müsse mich der Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 137 Tod, als bei dir, mein Heiland, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getrost: es ist vollbracht! 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiligster! Du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 7. Gin reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen dich nachzuahmen. Mel. von Nr. 55. 143. Laß deinen Geiſt mich stets, mein Heiland lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in den Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. stann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für uns dahingegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir an gehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden; da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben felbst gelassen, wie könnt ich sie, sie meine Brüder hassen; und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 8. Unendlich Glück! du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute. Du hast mir Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon mir nichts, nichts meine Krone selig hier im Glauben? so wird rauben? so werd ich dort von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben? 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke! 138 Erster Theil. Von dem 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden: so seis doch mir, troß alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. - 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben. Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 14. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, 6. Soll ich mich nun noch so laß dein Kreuz mir wieder| frevelhaft erfühnen, der Sünde, Ruhe schenken! dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. 13. Gott! eile nicht, sie rächend zu zerschmettern! erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt, und rich, den er geschmähet, um Gnade flehet. Mel. von Kr. 55. 144. Sei hochgepriesen, Herr, für deine Liebe! fie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. Leiden und Sterben Jeſu. was gibt mir sonst wohlwahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. O, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen? du ließest unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. die dich tödtete, zu dienen? so wär ich ja, o Herr, nicht sein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. Die letzten Worte Jesu. Begleite mich, o 3. Dlaß dies Heil doch auch 145, B mein Erbe werden! was hab ich sonst für sichern Troft auf Erden? Christ! wir gehen zum schmer. Erster Theil. - Von dem Leiden und Sterben Sefu. 139 Feinde an; Er ruft mit sanftmuthvollem Herzen: sie wiffen nicht, was sie gethan. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Bein und Schmach)! O Mensch, den Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! zenvollen Golgatha, aufdesfen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an! Sie können dir den Trost im Leben, und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weitem! erschrick und zittre frommes Herz! Sieh deinen Retter, sich ihn streiten, 5. Frohlockt, bußfertige Verund werde ganz Gefühl, ganz brecher! Wer glaubet, fommt Schmerz. Hier hieng, den nicht ins Gericht. Hört, was Mördern übergeben, am Holze, zu dem gebeugten Schächer der Gottes Sohn, dein Leben; hier Mund der Liebe sterbend spricht: trug er unfrer Sünden Schuld; du wirst, so ruft er ihm entempfand in jenen bangen Stun- gegen, noch heute deines den, was nie ein Sterblicher em- Glaubens wegen mit mir im pfunden, und bracht uns wieder Paradiese sein. Herr! laß an Gottes Huld. des Todes Pforte einst diese 3. Geduldig bei den größten trostesvollen Worte auch meiner Schmerzen, nimmt er sich seiner Seele Troft verleihn! 4. Welch Beispiel kindlich frommerTriebe, als, unterLeiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl. Ach, wird mein Aug einst um die Meinen in seiner letzten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Trost verleihn! der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 140 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlassen? wie 9. Das letzte Wort aus beuget ihn die Last so tief, die deinem Munde, Versöhner unsre Sünden auf ihn brachten! Gottes, sei auch mein! Laß es vor Angst und Bein müßt er in meiner Todesstunde mir verschmachten, wär Gott nicht Muth und Zuversicht verleihn! seine Zuversicht. Herr, der für du rufesi: Vater, ich befehle in mich zum Tod gegangen, für deine Hände meine Seele, die mich verlassen da gehangen, allen Menschen Heil erwarb! mein Herr und Gott, verlaß Nun war das große Werk vollmich nicht!" endet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß 10. Bewein ihn fromm mit sein Durft gestillet werde! Ostillen Zähren, o Christ, du haft Mensch, der dich so theur er- ihn sterben sehn. Bald wirst löst, der Heiland rufet dir noch du ihn durch Freuden ehren, heute aus tausend Armen, dir und jauchzend seinen Ruhm erzur Seite, die Hunger, Durst höhn! Den deine Seufzer jetzt und Mangel drückt: O felig, beklagen, der wird als Held wer den Ruf erfüllet! denn wer den Durst des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 8. Run enden sich die schweren Leiden; der Heiland spricht: es ist vollbracht! O Wort des Sieges! Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine nach dreien Tagen vom Grabe siegreich auferstehn! den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. Der Tod Jesu. Macht. Heil uns! Wer darf 146.** es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: vollbracht ist nun des Leidens Bahn. eht den leidenden Gerechten, so entehrt von Lasterknechten! Er, der Herr, Erster Theil Von dem Leiden und Sterben Jesu 141 F gekrönt, zum Hohne, träget seine Dornenkrone, und büßet 7. Herr, dein Leiden zu bedenken, wollest du mir Weisheit schenken. Mich vom Lafter abzuschrecken, mich zur Tugend zu erwecken, laß mir es stets vor Augen sein. unsern Frevelmuth. 2. Unser göttlicher Vertreter wird geführt, wie Uebelthäter. Wer kann seine Leiden zählen? 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, niemals deiner unwerth tebe, nicht vor dir zu schanden Eine Welt verlorner Seelen werde, wenn du kommst, den erkauft er sich um diesen Preis. 3. Seht denSchönsten unter Allen bleich, entstellet und verKreis der Erde zu richten mit Gerechtigkeit. fallen! Seiner Hoheit Glanz Mel. Werde munter, mein.- 116. 122 vergangen! Schmach entweihte seine Wangen, und seine Richterftimme schwieg. 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles, uns zu Gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todes wege der Gottversöhner willig fort. 147. Heute, ſprach mein Heiland, an sein blutges Kreuz erhöht, als ein Sünder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht; heute, so betheur ich dir, heute noch sollst du mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. 5. Keine Lindrung stärkt 2. Theures Wort aus Jesu den Müden, auf ihm liegt zu Munde! fest versiegelt durch sein unserm Frieden Fluch und Blut! In der finstern TodesStraf! er trägts gelassen! seine stunde gibst du Freudigkeit und Kraft hat ihn verlassen; er Muth. Wenn der Christ nun sinket wieder in den Staub. scheiden soll, bleibt er fester Hoffnung voll, sieht die Nacht in Licht verwandelt, weiß gewiß, 6. Seht ihn auf der Schädelstätte für uns ringen im Gebete. Schauet mit zerschlagnem wohin er wandelt. Herzen hin auf ihn, den Mann 3. Ohne Zagen kann er der Schmerzen, am Kreuz! Er sterben. Seine Seel erstirbt ja hate vollbracht und stirbt. nie. Ihr droht nicht nur kein 142 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. Verderben, auch kein Schlaf be-| deinen treuen Händen an. Und täubet sie, wo sie erst aus langer du, Heiland stärkest mich; rufest Nacht nach Jahrhunderten er mir auch zu, daß ich noch am wacht. Nein, sie soll zu neuem Tage, da ich sterbe, deine HerrLeben scheidend noch empor sich lichkeit ererbe. heben. 8. Ja, noch an demselben 4. Theures Wort des ewgen Tage geh ich in den Himmel Lebens! tröste du mein brechend ein, los von aller Furcht und Herz; und dann ängstet nur Plage, Herr bei dir daheim zu vergebens meinen Geist der Tren- sein. Hier genieß ich deines Lichts, nung Schmerz. Er sinkt nicht bis der Tag des Weltgerichts in Finsterniß! denn wahrhaftig auch dem Grab die Macht entund gewiß ist das Wort des wendet, ganz die Seligkeit treuen Zeugen. Hier muß jeder vollendet. Zweifel schweigen. 5. Herr! nun fühl ich abzu- Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. ſcheiden eine heilge Luft in mir. 148. Gs ist vollbracht! ſo ruft am Kreuze Dort sind unbefleckte Freuden, aber Müh und Sünden hier. Kein auch noch so frühes Grab kürzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. des sterbenden Erlösers Mund. O, Wort voll Trost und Leben. reize zur Freude meines Herzens Grund. Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 6. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an selig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlasne Christ. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Werk folgt dann seiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Grde kracht; und die Versöhnung ist vollbracht. werden. 3. Wie viel, mein Heil, hast 7. Nun auch ich, o Herr, be- du vollendet, als dir das Herz im fehle, wenn ich kaum noch fallen Todebrach! Du hast den Fluch kann, die durch die erlöste Seele hinweggewendet, der auf der Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Sefu. 143 Welt voll Sünder lag! Für 8. Ja, fühlt mein Herz des uns hast du genug gethan; Todes Schrecken, so stärke mich Gottnimmt uns nun genädig an. in solcher Last. Laß mich den Trost auch sterbend schmecken, 4. DankvolleThränen! negt die Wangen. Mein Glaube sieht daß du ihn überwunden hast; so nun offenbar die Handschrift an tret auch ich ins Todes Nacht dem Kreuze hangen, die wider mit dem Triumph: Es ist vollmeine Seele war. Er, den mir bracht! TOP Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist voll. Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. bracht! 149. Grhebe vom Geräusch der Welt, 5. D Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre o Seele, deine Flügel. Hin, Dankbarkeit begehrt. Laß nach wo die Wuth ihr Opfer hält, der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Begrung ganz vollbracht. zu jenem Leidenshügel! ihr Himmel! welch ein Mensch ist das! wie drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch wilden Freuden! Er, der die Todten auferweckt, er muß, mit Wunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden. 6. Du littst so viel zu meinem Leben: drum laß mich stets voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheun.. Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 2. Geduldig siehet er sein Blut in vollen Strömen fließen! fleht für die Hasser, die voll Wuth es im Triumph vergießen. Schau, jegt umhüllt ihn finstre 7. Soll ich bei dir ergebnem Nacht; er ruft, er ruft: es ist Herzen auch hier durch manche vollbracht! Nun senkt sein Haupt Trübsal gehn, und hat mein sich nieder. O, meine Seele! Gott gehäufte Schmerzen zu freue dich! dir gab, der hier meiner Prüfung außersehn; so laß auch mich den Trost er freun: es kommt das Ende meiner Pein. am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder. 3. Er, er hat deine Missethat, den Fluch für dich ge 144 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu tragen. O Seele, deine Sünde hat den Frommen so zerschlagen. Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder seiner Güte Mel. von Nr. 86. kann kein sterblich Lied erheben. 151. Nun ist es alles Doch hört er unsre Lieder gern. wohl Drum bringet Preis und Ruhm mein Jesus ruft: Es ist volldem Herrn, der uns sein Heil bracht! der neigt sein Haupt, o gegeben. Mensch, und stirbt, der dir er wirbt das Erbe, welches nie verdirbt. Kinder, mit Gott versöhnt durch unsern Freund. Mel. O Welt, ich muß dich lassen.-48. 150. Froblocke, mein Ge müthe, und bete Gottes Güte in deinem Heiland an. Was selbst der Engel Scharen zu thun nicht fähig waren, das hat des Menschen Sohn gethan. 3. Das Heiligthum steht 2. Schau hin, wie der Gerechte für uns, der Sünden aufgedeckt, die Felsen bersten, Knechte, den bittern Zornkelch Alles schreckt. Die freudenlose trinkt; wie er für Frevler bittet! Kreatur klagt jego nur den Tod des Herrschers der Natur. wie Wasser ausgeschüttet hängt er, da er in Tod hinsinkt. 3. WirSünder sollten sterben; 4. Weil denn die Kreatur sich regt; so werd auch du, o Fluch lag auf Adams Erben, Mensch, bewegt! Der Fels Fluch auf der sündgen Welt; doch er kam uns zu guté, und gab mit seinem Blute für uns ein ewges Lösegeld. zerreißt, und du wirst nicht durch dies Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? 4. Kein Freund meint es mit Freunden so treu, als es mit Feinden Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, dem Ueberwinder! Nun sind wir Gottes 2. Der, dem anhoheit keiner erbleicht. Was Wunder, daß gleicht, der Herr der Herrlichkeit die Erde kracht, die Welt deckt Nacht! denn Gottes Sohnwird umgebracht. 5. Du selbst, hast du es gnug bedacht? Du hast den Herrn auskreuz gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, folg in sein Grab, und stirb dem Sündengräuel ab. Erster Theil.- Von dem 6. Ach, Bater! ach, in Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. Zweifel; deine Huld tilgt meine 152. Jeſu, durch dein Blut und Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Ich will mit ihm zum Grabe gehn, und wo die Unschuld bleibet sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht sein; auf ihn allein schlaf ich einst sanft und ſelig ein. Leiden und Sterben Jesu. 145 Kraft und Trost des Leidens Jesu. 11. Wie dank ich gnug dir Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist! dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würdger in der Ewigfeit. den, deinen martervollen Tod, hab ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Trost inNoth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich denk an deine Bein. Ach, den ganzen Gräul der Sünden läßt mich die mit Graun empfinden. 8. Und nun dient ich der Sünde noch? Wie drücket mich ihr schweres Joch! auf, Seele, daß du dich erhebst, nur Jesu lebst, nur Jesu zu gefallen strebst! 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o, so blick ich auf dein Leiden! schnell 9. Tödt, Jesu, selbst in verlischt die wilde Glut. Tracht meiner Brust, was sich noch ich eitler Ehre nach, und ich find't von böser Lust! dein Tod, blick auf deine Schmach; schnell der mir das Leben schafft, gibt schlägt die den Stolz darnieder, mir auch Kraft und Muth auf und gibt mich der Demuth meiner Bilgrimschaft. wieder. 10. Ja, Herr, meinHeiland, kräftiglich stärkst du in meinem Vorsatz mich! ich setze freudig auf dein Wort den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betretne Bahn lustig, breit, gemächlich, eben; Jesu, dich schau ich dann an. Da warnt mich des Zornes Last, welche du getragen haft, nicht mit dem verblend'ten Haufen ins Verderben hinzulaufen. 4. Hält mein schreckendes Gewissen mir der Sünde Menge vor: o, in meinen Kümmernissen 10 146 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. schau ich nach dem Kreuz empor. Bald verschwindet alles Weh! In den Wunden, die ich seh, find ich Sicherheit und Leben, und den Troft: Sie sind vergeben. 5. Hier such ich in Unruh Friede; in der Angst Beruhigung; neue Kraft, wenn ich ermüde, und in Qualen Linderung. 153. So schlummerſt du Schwer sei dieses Lebens Müh! durch dein Kreuz verschwindet sie; denn es führt durch kurze Leiden zum Genuß von ewgen Freuden. in stiller Ruh, der du für uns gestorben, uns am Kreuz in schwerer Müh, ewigs Heil er6. Ueber Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starker Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Trostes Freudigkeit reißt mich fort zur worben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und haft doch in dir selbst das Ewigkeit, die du, Herr, als du Leben. Gleich als Sterbliche gestorben, mir, auch mir am Kreuz erworben. hat dich nun ein Grab umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Herr du willst hier nicht die Verwe7. Hab ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Selig. keit, so besieg ich alle Schmerzen, auch sogar im letzten Streit. sung sehen, sondern bald aus Rufst du, und ich habe nun gnug eigner Kraft aus dem Grabe gekämpfet, um zu ruhn, Herr, gehen. so dank ichs deinen Wunden, daß ich siegħaft überwunden. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich auch mich Sollte denn mein 8. Ja, auf dich steht mein erwecken. Vertrauen; du bist meine Zu- gläubig Herz vor der Gruft erversicht. Du besiegst des Todes schrecken? - Grauen, rettest mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworbnes Heil hab ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein ewigs Leben wird dereinst dein Tod mir geben. Von dem Begräbniß Jeſu. Mel. Der Tag ist hin, mein Geiſt. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 147 5. Hier werd ich einst, bis den Tod geschmeckt und mir er du erscheinst, in sanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. worben Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist abgethan. 6. Jhr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! ich, ich hoff in Christo einst meines Leibs Er löjung. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und zum Him melsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 1 8. So fink ins Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht kränken; theurer Heiland, mir zum Trost an dein Grab gedenken. 4. Des Höchsten Wort kann nicht gebrochen werden; drum muß dein Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beiſpiel lehrreich vorgebild't, seh ich hierin, meinHeil, an dir erfüllt. 5. Du bist das Waizenkoru, daß man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn, und tausend. fache Früchte bringen sehn. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Un. schuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Verwundrung jedermann ein Vorspiel der Erhöhung ſehen kann. 7. Ich darf nun nicht vor meiner Gruft erschrecken, da du, mein Heil, ein Grab dich läſſeſt decken. Dein Grab macht meins zum stillen Schlafgemach; da ruh ich einst bis an den letzten Tag. Mel. von Nr. 16. 154. Freund, der meine Schuldenlast ge tragen, und als ein Fluch ist an das Kreuz geschlagen! nun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. 2. O tröstlich Bild, o gnadenvolles Zeichen, das aber nur der Glaube kann erreichen! Nun ist vom Fluch die Erde frei und 155. rein; zum Zeugniß des mußt du begraben sein. 3. Nun weiß und glaub ich, daß du bist gestorben, daß du Friede. Mel. Der Tag ist hin. 153. 155. Am Kreuz erblaßt, der Marterlast, der Todesqualen müde, finder mein Erlöser erst in dem Grabe 10* 148 Erster Theil. Von der Auferstehung Jeſu. klären. 2. Ein heilger Schmerz nes Heils wird mirs einst erdurchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan. Dich bet ich an, du König der Erlöften! dein will ich im Tode mich, glaubensvoll getrösten. 5. 8 ist vollbracht! riefst du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder mei- deine Lieb ermessen. - 7. Allmächtig rief Gr, der entschlief, den Todten; sie erstanden! Leicht entriß der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen! denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ichs meine: ja, du siehest, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Bergeß ich dein so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, 11) Von der Auferstehung Jesu. Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 156. Auf mein Herz! ein froher Tag hat die Nacht Gottes ewger Sohn. Ewig sei er auch gepriesen seiner Feinde Schar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht vernicht geblieben. O wie hochzagen; Gott läßt unsern Bürsind wir getröst't! Jeſus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 149 gen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unsre Schuld nicht Gold, nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. 6. Herr, dies glaub ich dir zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens, denn ich bin dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet fing ich dir jetzt und ewig Dant dafür. Mel. Christ lag in Todesbandne. 157. er Herr lag in das Grab gestreckt; für uns dahin gegeben. Nun, da ihn Gott hat auferweckt, bringt er uns Sieg und Leben. Lasset drum uns fröhlich sein, vor Gott von Herzen uns erfreun, Halleluja ihm sin- gen. Hallelujah. 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt that, würgt alle Menschenkinder. Hier wußte niemand Trost und Rath, denn alle waren Sünder. Drum fället uns der Tod so bald. Von seiner furchtbaren Gewalt sind wir doch nun gerettet. Hallelujah! 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unsre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten bloß, sein Stachel liegt zerbrochen. Hallelujah! 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zulegt der Sieg, es hat den Tod verschlungen. Längst verkündigt es die Schrift.( in Tod war hier des andern Gift. Nun kann kein Tod uns schaden. Hallelujah! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, das unsre Schuld getragen. Am martervollen Kreuzesstamm ward es für uns zer Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 150 schlagen. Nun bezeichnet uns sein Blut. Dies gibt dem Glau ben Stärk und Muth. Der Würger geht vorüber. Hallelujah! 6. So feiern wir das hohe Fest in großer Freud und Wonne, das unt der Herr erscheinen wissen, daß er verföhnet ist. läßt. Er selber ist die Sonne! Mächtig strahlt sein Glanz daher! Das finstre Herz erleuchtet er! Es flicht die Nacht der Sünden. Hallelujah! 4. Gib meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ; daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bist. Laß nicht mehr die Gedanken in bangen Zweifeln wanken, und mache mich gewiß. 7. Wir heiligen uns ganz dem Herrn, der uns zum Heil geladen. Der alte Sauerteig 5. Hast du den Tod besei fern vom theuern Wort der zwungen, bezwing ihn auch in Gnaden! Christus selber will allein der Seele Speif und Nahrung sein! der Glaube lebt blos seiner. Hallelujah! mir; du bist hindurch gedrungen! zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Höll und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan - dein Sorgen und dein Zagen in Chrifti leeres Grab. 3. Ist Christus auferstanden mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ja den Banden des Todes mit entrückt. Ist er dem Tod entrissen, so läffet Gott dich Mel.HerrChrift, der eingeGottes 2c.- 94. 6 Welch Aussicht gibt dein 158. Der Held hat über Leben, dein neues Leben mir! wunden der Höl- Ich sollt am Giteln fleben? o, len ganzes Heer; der Drache neige mich zu dir! daß ich die liegt gebunden; die Sünde kann Welt verachte, und nach dem nicht mehr mich durche Gesetz Himmel trachte, wo du, mein verdammen, denn alle Zornes- Heiland, bist. flammen bat Jesus ausgelöscht. 2. Auf denn, mein Herz, Mel Es ist gewißlich an der Zeit- 30. und bringe dem Heiland Dank 159. davor; vertreib die Furcht und Tod, wo iſt dein Stachel nun? schwinge im Glauben dich em- deinSieg, o Grab, verschwindet; por! wirf des Gewissens Nagen, was kann forthin uns Satan Erster Theil. Von der Auferstehung Christi. 151 thun, da Jesus überwindet! Nacht des Todes bleibt: er lebt, Geendigt ist der schwere Krieg! ob er gleich stirbet. Gott sei gedankt, daß er den Sieg durch Christum uns gegeben. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern 2. Wie sträubte sich die alte Tode frei, dem keiner sonst entSchlang, als Christus mit ihr gehet. Genommen ist dem Tod kämpfte, und, wie ergrimmt sie die Macht, Unschuld und Leben auf ihn drang, doch ihren wiederbracht und unvergänglich Grimm bald dämpfte? ob fie Wesen. ihn in die Fersen sticht, so siegt sie darum dennoch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig geht der Herr hervor, und nimmt den Feind gefangen; zerbricht der Hölle Schloß und Thor, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts hält in seinem Siegeslauf den 8. D Tod! wo ist dein starken Held aus Juda auf. Stachel mun; dein Sieg, o Gr überwindet alles. 7. Dies ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden, Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn verklärtem Leibe. Grab verschwindet; was kann 4. Des Herrn streitbarer forthin uns Schaden thun, da Arm behält den Sieg, und ist Jesus überwindet? Gott sei erhöhet. Des Herrn erhabne gedankt, der schwere Krieg ist Rechte fällt, was stolz ihr nun geendigt, und der Sieg widerstehet. Besiegt ist alles, durch Christum uns gegeben. was uns droht: besiegt ist Teufel, Höll und Tod, ihr 160. Bringt Breis und Zorn ist kraftlos worden. Ruhm dem Heiland dar, froh5. Es ward getödtet Jesus Christ, und sieh er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Christo gläubt, nicht in der der für uns getödtet war, ist lockt ihm, alle Frommen! Er, 152 Erster Theil. 14 Von der Auferstehung Jesu. Gott finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Hallelujah! dem Gericht entnommen. Sei gelobt! Herr Jesu Christ! daß du für uns gestorben bist, und sieg reich auferstanden. Hallelujah! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Wer kann, da dich dein Gott Herr Jesu Christ, durch dich einst erhöht, uns nun den Trostgrund auferstehen. Hallelujah! rauben, daß du für uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ewgen Heil eröffnet? Hallelujah! 7. O, laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach 3. Gott selbst, der dich dem deinem Sinn rechtschaffen sein Grab entrückt, hat dem, was und handeln! daß ich, wenn du gelebret, der Wahrheit ich aufersteh, und dich, des Siegel aufgedrückt, und dich Todes Sieger seh, vor dir dann als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth hat er aufs Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Hallelujah! nicht erschrecke. Hallelujah! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du 4. Erstandner! ich frohlocke nun erscheinst, zu deiner Freud dir, daß du nun ewig lebest. erheben. Laß dies auch mein Du lebst und siegst, daß du auch Erbtheil sein, so werd ich ewig mir das ewge Leben gebest, daß des mich freun, daß du vom du mein Grretter seist, und neue Tod erstanden. Hallelujah! Kräfte mir verleihst, mit Freuden Gott zu dienen. Hallelujah! Mel. des 32. Psalms. 161. 3 weiß gewiß, ch 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit daß mein Erlöser lebet, Sünd, Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. -- Teufel, Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stebet auf dem Staub der allerlegte und vertheilt den Raub. Die Erde bebt, da er den Fuß auffeget, trog, daß ihn mehr ein Fersenstich verlegzet, es bligt um ihn, wenn er vom R Grab auffährt: er ist der Herr, 153 vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns keinen Theil; erweck uns hier, reiß ab die starken Seil, die Leib und Seel an diese Erde hesten. Erfüll uns jegt mit neuen Lebenskräften, und ruf einmal die Leiber aus dem Grab, daß Leib und Seel in dir das Leben hab. vel. Bom Himmel hoch, da- 109. Dich bet ich an, er162. Did standner Held! Grretter einer Sünderwelt, du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht. dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein muth ihm keineswegs gefunken, er hebt das Haupt nun sleghaft in die Höh, kein Feind ist mehr, der gegen ihn besteh. Dein Chr und Ruhm, da es dir ſo gelungen, sei ewiglich, o Siegesfürst, besungen; die Schlüssel sind bei dir zu Höll und Tod, es trifft dein Volk nun ewig teine Noth. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg zu 3. Herr! laß auch uns vom dir. So lang ich hier bin, Herr Tod ins Leben dringen; hilf, mein Heil, hab ich an deinem wenn es kommt zumTodeskampf, Frieden Theil. 3. Herr, meine Seele preiset dich. Erlöst auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ists, der mich verdammen kann? ich glaub an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 154 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 6. Holdselig sprachst du: wiederbracht. Er, der uns Ehr Erde, sei der Schauplaß meiner und Sieg erstritt, der bringt Huld und Treu! wir sehen deine uns seinen Frieden mit. Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 3. Zwar hier ist nicht ganz kund gemacht, was er uns aus 7. 3war trifft noch mancher dem Grab gebracht; der edle Schmerz uns hier, noch, o Er- Schap, die reiche Beut, der sich barmer, sterben wir! doch du sein Volk vor ihm erfreut. regierst! und wir sind dein und ewig werden wir es sein! 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein starker 8. Ich weiß, daß mein Er- Arm vermag, und was er da löser lebt; du Trost, der meinen für Thaten that, als er der Geift erhebt, ich seh, durch dich Schlange Kopf zertrat. gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! da findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 5. O edler Sieg, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt? wo eine Plage, so ergrimmt, der Christi Sieg die Macht nicht nimmt? 10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun! Vom Himmel hoch, da. 109. 163, Kaum ſteigt zu ihrem frohsten Lauf die Sonn in voller Pracht herauf; seht! so verläßt der Herr sein Grab, der erst für uns sein Leben gab. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben 6. Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei. Ja, es ist je ge. wißlich wahr, das leere Grab machts offenbar. 7. Die Erd erbebt; es wälzt vom Grab den Stein ein Engel Gottes ab, und kündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger sahn. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn, und die Verzagten sind nun fühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie Erster Theil. herzlich er mich liebt! und stürb auch alle Welt mir ab, gnug, daß ich Christi Liebe hab. 1 Von der Auferstehung Jesu. 155 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet Erbarm dich unser! 3. Tod, Sund, Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat: Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unfer! 10. r nährt, er schüßzt, er tröstet mich. E terb ich, so nimmt Eterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm ich auch hin! weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. 11. Durh ihn bin ich mit Gott versöhnt; durch ihn mit Gnad und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermanne sich! Gott und die Engel lieben mich. 12. Durch seiner Auferstehung Kraft vollend ich meine Bilgerschaft, freu seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich. 13. Für solchen Troft, du starker Held! mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlig sehn, soll dich ein würdges Lied erhöhn. unser Hei- land, der den Tod mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. 165. Breifet Gott in allen Landen, jauchze, 2. Jesus ruht den Sabbat über, nach dem Sabbat steht er auf. Einst fomm ich zu ihm hinüber, ruhe nach vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mir 164. Jesus Christus, keine Straf; einst erwach ich von dem Schlaf; dann werd ich mit seinen Theuern jenen ewgen Sabbat feiern. 3. Muß ich dann von hinnen fahren, so schreckt mich doch kaum der Tod. Mächtig wirst du mich bewahren, Heiland, in der letzten Noth. Meinen Geist, überwand, ist auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Er barm dich un- ser. du erlöste Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden frönt: nun sind wir mit ihm versöhnt; er heilt, aller Roth entriffen, unser schüchternes Gewissen. 156 Erster Theil.- Von der Auferstehung Jesu. welch ein Gewinn! bringet er wieder mit Huld und Seligkeit. ja zu dir hin. Ruht indeß, entseelte Glieder! einst belebt euch Jesus wieder. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, 4. Laßschon jetzt an mir er- mein Gott und mein Versöhner scheinen, daß du auferstanden auf. Gedanke, der zu Freuden bist. Neige du mich zu dem Einen, das des Lebens Endzweck ist; daß zu jener selgen Trost belebt! Ruh einzugehn, ich alles thu, Lebens Quelle! mein Schild daß ich diese Welt verachte, in jeder Noth! Wo ist dein und nach deinem Himmel Sieg, o Hölle? Wo ist dein trachte. Stachel, Tod? des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leiden mit reichem Des höhern 5. Jesus, mein Erlöser, 3. Des Felsen Grund er lebet. Heil mir, daß ich dieses| bebet, die Wächter fliehn, das weiß! nun denn, ihr Erlösten, Grab ist leer. Der todt war, gebet seinem Namen Dank und sich, er lebet! er lebt, und Preis; kommt zu seiner leeren stirbt hinfort nicht mehr. Die Gruft, hört die Stimme, welche schwachen Jünger wanken, er ruft: Jesus, euer Haupt, lebt stärkt die Wankenden. Sie sehn wieder, durch ihn leben seine ihn, freun fich, danken dem Glieder. Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin, und Mel. von Nr. 34. 166. Lobsinge, meine Seele, zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt. Die Gögentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott be fehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der dem Welterlöfer, bet ihn an! Lobsing ihm, und er zähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen. Durch seine Macht hat er des Todes Macht be zwungen, gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Troß darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns Frönet Gott nun Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. - Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. 157 Sterbenszeit mich die Botschaft können schrecken, die mir sagt von Auferwecken, nichts von Todes Bitterkeit? Mel. Hosianna, Davids Sohn. 167. 3 eſus, meine Liebe, lebt, dem es ist so wohl gelungen, daß der Feind nun vor ihm bebt, und der Tod im Sieg verschlungen: Er, mein Heil, ist wieder Licht, der im Grabe lag, erbleichet, 5. Bringt man mich dem Grabe zu, das du, Lebenssonn! durchscheinest; so komm ich zur süßen Ruh, da du mich mit dir vereinest. Wenn du einst die Stimm erhebst, so wird dies mein Fleisch erwachen, denn du wirst es lebend machen, und mich bringen, wo du lebst. aber jetzt der Sonnen gleichet, mit verklärtem Angesicht. 2. Einen hoffnungsvollen Blick und ein unvergänglich 6. Komm, mein Hirte! führe Wesen bringt mir diese Sonn mich! Liebe! gib, daß ich dich zurück, und gibt mir im Wort schmecke; Sonne! laß mich sehen zu lesen: daß die Glieder ihrem dich, daß der Tod mich nicht Haupt gleich im Leben, gleich erschrecke; führst du mich zum im Sterben, gleiches Leben Leben hin: gib, daß ich dir ſollen erben, dessen sie zuvor be- folgen möge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin. raubt, d 3. Liebe, stärker als der Tod! - Du gibst klare Siegeszeichen, Mel. Allein Gott in der Höh. – 15. machst den Feind zum Friedens- 168, Wach auf, mein bot, läss'st den Tod zum Heil Herz, auf, trägereichen; denn wie sollt zur ger Sinn! die Sonn ist auf 4. Sehet nicht auf die Gestalt! dieser Tod ist nur ein Schlafen; Nunmehr hat kein Feind Gewalt an den wiederfundnen Schafen! denn der auferstandne Hirt, der sich selbst für sie gegeben, führt sie durch den Tod zum Leben, mo er ewig triumphirt. Von der Auferstehung Jesu. durch ihn belebt, wirst du, was dir noch widerstrebt, auch siegreich überwinden. 158 Erster Theil. gegangen, wirf dich zu Jesu Füßen hin, den Heiland zu umfangen. Siegreich hebt er sein Haupt empor; er geht aus seinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 6. Du warest todt, Herr Jesu Christ! nun bist du auferstanden. Du kennst des Satans Macht und List, o, mache sie zu Schanden! daß wir in dieser Prüfungszeit, mit ihm und mit der Welt im Streit, zuletzt das Feld behalten. 7. Kommt dann der Tod, der letzte Feind, so stärk uns, Herr! im Glauben. Grzeige 3. Vergiß nun, was da- dich als unsern Freund, und hinten ist! mit unverwandten was wird er uns rauben? Dort Blicken schau, weil du noch auf Erden bist, auf Jesum, soll dirs glücken. Verlaß die Welt und ihren Schein! bei Jesu kannst du nur allein Ruh und Erquickung finden. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 4. Bald reizt dich freilich 169. Grinnre dich, mein noch die Welt, bald sucht sie Geist, erfreut, dich zu schrecken. Doch wer sich des hohen Tags der Herrlichfest an Jesum hält, dem kann keit; halt im Gedächtniß Jenichts Furcht erwecken. Wirf sum Christ, der von dem Tod deine Sorgen auf den Herrn;| erstanden iſt. er sorgt für dich, und thut es 2. Fühl alle Dankbarkeit gern, drum ist er auferstanden. für ihn, als ob er heute dir er5. Der Löw aus Juda hat schien, als spräch er: Friede nunmehr vollkommen überwun- fei mit dir! so freue dich, mein den. Auch gegen aller Feinde Geist, in mir. Heer wird bei ihm Schuß ge3. Schau über dich, und funden. Durch ihn gestärkt, bet ihn an. Ermißt den Sternen 2. Steh von dem Tod der Sünden auf, beginn ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, nun mußt du dich erheben gen Himmel, wo dein Jesus ist, such nun, was droben, als ein Christ, der geistlich auf erstanden. wischst du uns die Thränen, ab; auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einst wird er herrlich glänzen. - Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. - ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar, dem, der da ist, und der da war! sein Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 159 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig 13. Er ists, der alles in uns selig sein: Herr, welche Herr- schafft, sein ist das Reich, sein lichkeit ist mein! ist die Kraft. Halt im Gedächt7. Mein Herz erliegt froh niß Jesum Christ, der von dem unter ihr; Lieb und Verwund- Tod erstanden ist. rung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. fall ich, Gott, auf mein Ange 170. Freiwillig haft du für 8. Du, der du in den uns, o Herr, dein Leben. Du Himmeln thronst, ich soll da hattest, es zu lassen, Macht; wohnen, wo du wohnst; und Macht, wieder dirs zu geben. du erfüllst einst mein Vertraun, Und darum liebte dich dein in meinem Fleische dich zu Gott, weil du, gehorsam bis schaun. zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er frönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 160 Dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät, denn du giengst aus dem Grabe. Loits dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ! durch dich einst auferstehen. wel. Wachet auf! rust uns die Stimme. 3. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Gräul! doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die 4. Dein Reich war nicht 171. Hallelujah! Jefus lebet. Erlöste Menschen, o erhebet, des Gottversöhners Majestät! Hörts, betrübte Sünder! gebet der Freude Raum! denn Jesus lebet: Gott hat ihn E aus dem Staub erhöht. O Seele! dein Gesang erschalle ihm zum Dank! Hallelujah! von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenehre. AnDemuth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre, geduldig| und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze sein: dies war, Herr, deine Größe. 5. Du starbst am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schafftest, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer! und selbst der Bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch F deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dich, großer Held, erheb die Welt! weil deine Hand den Sieg behält. Erster Theil.- Von der Auferstehung Jesu. 161 2. Jesu Jünger, wehrt dem 5. O Erstandner! welch ein Leide! lobsinget ihm, und nehmt Segen erwartet uns, wenn wir voll Freude am Siege Theil, auf Wegen einhergehn, die den er errung. Seht, der Tod dein Fuß betrat. Unnennbare ist überwunden! die ganze Hölle Seligkeiten, die ewig währen, ist gebunden; für eure Schuld sind die Beuten, die uns dein that er genung. Laßt eure Sieg erkämpfet hat. Bald sind Feinde dräun; ihr könnt getrost sie unser Theil. Bald- frönet euch freun; Jesus lebet von uns das Heil deines Lebens. Ewigkeit zu Ewigkeit, derselbe Halleluja! der Herr ist nah. gestern und auch heut. Bald ist der Tag des Sieges da? 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun Mel. Dennoch bleib ich stets an dir.- 156. kein strenger Rächer, wenn ihr 172. Jeſus, lebt, mit ihm die vor ihm bereut. auch ich. Tod! Durch des Todes Uleberwinder wo sind nun deine Schrecken? ist er versöhnt, und gegen Er, er lebt und wird auch mich Sünder ein Vater der Barm- von den Todten auferwecken. herzigkeit. Er ruft sein Volk Er verklärt mich in sein Licht: hinauf; schließt seinen Himmel dies ist meine Zuversicht. auf, sie zu segnen. Der Himmel tönt: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ist Gott versöhnt! 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Ginst 3. Jesus lebt; wer nun verwird er zum bessern Leben sich zagt, lästert ihn und Gottes aus des Todes Staub erheben, Ehre. Gnade hat er zugesagt, wenn Jesus den Entschlafnen daß der Sünder sich bekehre. ruft. Dann wird das todte Gott verstößt in Christo nicht; Feld zu einer regen Welt. Alles dies ist meine Zuversicht. lebet, sowie verneut zur Frühlingszeit das Pflanzenreich die Erde fleidt't. 4. Jesus lebt; jsein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will 11 162 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jeju ich sein, und den Lüsten| Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. dies ist meine Zuversicht. - 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das 5. Jeius lebt, ich bin gewiß, Leben. Welchen Trost in Todesnichts soll mich von Jesuscheiden, noth wird es meiner Seele geben, keine Macht der Finsterniß, wenn sie gläubig zu ihm ſpricht: feine Herrlichkeit, kein Leiden. Herr, Herr, meine Zuversicht! 12) Von der Himmelfahrt Jeju und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 173.* ୨ n diesem Tag Mel. Auf diesen Tag gedenken wir.| Glauben freudenvoll sich emsig rüstet, wie er soll, dem Herren nachzufahren. Allelujah, AlleAllelujah! frohlocken wir! Herr, du bist aufgefah- ren! Des Himmels Chöre jauchzen dir: o laß auch 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach demHerren. Er wird dem trägen Fleisch und Blut sein HimmelIst unser reich versperren. Glaube rechter Art, so läßt uns Christi Himmelfahrt nicht an der Erde fleben. Allelujah, Alle- Allelujah! uns erfah- ren: daß, wie voll Müh das Leben ist, doch da du hingegangen bist, die Hoffnung es versü- Bet. Allelujah, 4. Zeuch uns dir nach, Herr Jesu Christ, daß wir, so lang wir leben, zu dir, der du nun droben bist, uns immerdar etheben. Wir sehn hinauf, du siehst herab, an Treu und Lieb 2. Gottlob! der Weg ist geht uns nichts ab, bis wir zu. nun bereit't: uns steht der sammen kommen. Allelujah, Himmel offen. Der Christ kann Alle- Allelujah! Alle- Allelujah! seine Herrlichkeit aus starken 5. O großer Tag! an Gründen hoffen, wenn er im Freuden reich, wenn wir mit und seinem Sitzen zur rechten Gottes. 163 allen Frommen nun unserm sollen himmlisch werden, und großen Heiland gleich zum felgen Schauen kommen. Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth in Ewigkeit beim höchsten Gut! mehr können wir nichts wünschen. Allelujah, Alle Allelujah! Jesum ewig schaun. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, dahin steh eur Verlangen! dahin kehrt euren Lauf. 5. Gen Himmel laßt uns dringen mit herzlicher Begier! mit Inbrunst laßt uns singen: dich, Jesu, suchen wir! zu dir, o Gottes Sohn, soll sich der Geist Mel. von Nr. 101. erheben. Du bist uns Licht und Leben, und unser großer Lohn. 174. Der Herr fährt auf gen Himmel mit hellem Jubelschall, mit jauch- 6. Hinweg mit deinen jendem Getümmel und mit Schäßen, du gleisnerische Welt! Posaunenhall. Lobsingt, lob- sollt uns dein nichts ergößzen? finget Gott! lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth. dort ist, was uns gefällt! er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, gibt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes ut. 2. Der Herr wird aufgenommen in königlicher Pracht. Des freun sich alle Frommen, die er bat frei gemacht. Gs bolen Jefum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfreun. 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? du Tag, wann wirst du sein, da wir ihn mit Entzücken zum erstenmal erblicken? D Tag, brich bald herein! = 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Stätte, die uns mel. Vom Himmel hoch, da. 109. bereitetſteht. Der Heiland geht 175. Schau, großer Herr voran, läßt uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen fönnen, uns freie sichre Bahn. der Herrlichkeit, herab vom Thron der Majeſtät, um den, auf deinen Wink bereit, die Schar der starken Helden 4. Wir Pilgrime der Erden, die hier das Elend baun; wir steht. 11* 164 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu 2. Denn als du ganz dein 9. So setzen wir denn unWerk vollbracht, beschlossest du verzagt, und freudig unsre Wallden edlen Lauf, und fuhrst in fahrt fort, den Lohn, den du königlicher Pracht zu deinem uns zugesagt, erwartet unser Vater wieder auf. Geist erst dort. 3. Ein ewigs Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun sigest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Thron. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und schüßt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist mitten unter uns auch ist. 10. Ja, aufgefahrner Jeſu Christ, auf dich nur schaun und Wir suchen nur, hoffen wir. was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. 4. Dein Arm, du Gottmensch, herrscht und siegt, du bist uns allenthalben nah! und selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da. 5. Schau, Herr, aus deiner heilgen Höh auf uns, die Deinen, Mel. Vom Himmel hoch, da.— 109. die du kennst, daß alle Welt 176. Auf! Jesu Jünger, erkenn und seh, daß du uns deine Brüder nennst. freuet euch, der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen; aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und seufzen noch im Glend hier. 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht. Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott bat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Robsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als siegge8. Von deinen Brüdern sei gelobt, Held, der du uns den Sieg erstrittst! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße trittst. 11. Vollenden wir dann unsern Lauf; so eil, uns mächtig beizustehn! nimm unsre Seelen zu dir auf, laß deine Herrlichfeit uns ſehn! und seinem Sitzen jur Rechten Gottes. wohnter Held! er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an: was ist, das uns gebrechen fann? 165 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit, stärk uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott el. Alle Menschen müssen sterben.- 82. erhöht. 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel in dir erfreun, Immanuel! dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. 177. Großer Mittler! der zur Rechten seines großen Baters sigt, und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt; mit verhülltem Antlitz dienen: dem auch selbst die Seraphinen alle Dinge geht. dessen Reich und Majestät über Erden ist aufs Herrlichste voll2. Dein Geschäft auf dieser bracht. Der Verlornen Heil zu werden, giengst du in die Todes9. Du hast die Stätte uns nacht. Aus dem Tod tratst du bereit't, bei dir zu sein in Gwig- ins Leben. Welch ein Trost ist keit. Nach treu vollbrachtem uns gegeben! ewig unser Haupt Glaubenslauf, nimmst du uns zu sein, giengst du in den in den Himmel auf. Himmel ein. 10. D zeuch uns immer 3. Nun, o Herr, ist dein Gemehr zu dir. Hilf uns mit schäfte in des Himmels Heiligeifriger Begier nach dem nur thum, die erworbnen Lebenstrachten, was da ist, wo du, kräfte durch dein Evangelium verklärter Heiland, bist. den Erlösten mitzutheilen, und Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jeſu 166 von Sünden sie zu heilen. D wohl allen, die dir traun, und auf deine Hülfe baun. HWY 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schreckt: laß uns dein Verdienst 4. Herr, du schauest voll vertreten, welches unsre Schuld Erbarmen stets auf diese Welt bedeckt. Laß zum Fleiß in guten herab. Liebreich suchst du jeden Werken deines Geistes Kraft Armen, der sein Herz der Welt uns stärken. Hilf uns durch die ergab, von der Thorheit abzu Prüfungszeit, Herr, zu deiner schrecken und zur Buße zu er: Herrlichkeit. wecken. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. Mel. von Nr. 101. 5. Keiner, keiner wird zu 178. Mein Jejus triSchanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Rettung fuchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest du Leben und Gewissensrub. umphiret, und nimmt den Himmel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrein. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freu den nach überstandnen Leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 6. Du vertrittst, die an dich gläuben; du bewahrst und stärfeft fic, daß sie dir vereinigt bleiben; daß sie dieses Lebens Müh standhaft durch dich über winden, ihres Glaubens Ende finden, und einst ewig bei dir sein, ewig deiner sich zu freun. 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jesus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. 7. D, was sind wir Menschen- 3. Nur dort, nicht auf der finder, daß du unser so gedenkst, Erden, ist unser bestes Theil. und so bülfreich auf uns Sünder Ulm himmlisch einft zu werden, immer noch dein Auge lenkst? erwarb der Herr uns Heil. Er. Hilf, daß wir dich gläubigehren, löfte! macht euch auf! wo Jesus und auf deine Stimme hören!| hingegangen, dahin schickt das nur bei dir steht unser Heil. Gib Verlangen! dahin geh euer uns ewig daran Theil. Lauf! und seinem Sizen zur Rechten Gottes. 167 4. Herr! hilf uns darnach stät dir gleich? Mensch, Engel, ringen mit eifrigster Begier. jede Kreatur ist dein, du HerrLaß unsern Fleiß gelingen; den scher der Natur. Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so han deln, wie es dir wohlgefällt. 5. Was sind der Erde Freu den? wie bald sind sie dahin! o, hilf uns alles meiden, was hier noch unsern Sinn vereitelt und uns stört, das beste Theil zu achten, und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewährt. 6. Sei du selbst unser Leiter 4. Umsonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, durch deine Macht ist er besiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt! wie selig ist, wer an dich glaubt! du bift sein Licht. sein Trost, sein Theil, sein starker Schuß, sein ewges Heil. 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich. Dein freuet unfre Seele in unfrer Prüfungszeit, und sich. Du Held von unserm bring uns immer weiter zu deiner Fleisch und Blut, bist unser Herrlichkeit! bis diese Zeit vor- Trost und höchstes Gut. bei, bis wir dich, Heiland! sehen, und freudig vor dir stehen, bis Erd und Himmel nen. 7. Was uns gebricht ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von keiner Seele bist du fern; du siehst auf sie, Mel. Bom Himmel hoch, da. 109. und hilft ihr gern. 179. Wir freuen uns, Herr Jesu( s hrist, daß du zur Rechten Gottes bift. Du starker Herr, Immanuel! o stark im Glauben unsre Seel. 8. Sieh auf uns gnädig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und segne unsern Lebenslauf. 2. Du sitzest auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht! drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein 10. Dann triumphirt der ist das Reich. Wer ist an Maje- Glaub an dich. Dann jauchzen 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Laß uns dann freudig vor dir stehn. Univ.- Bibl. Glessen 168 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, nun waltest du als Herr der Herr Jesu Christ! der du zur Rechten Gottes bist. Herrn und der Monarchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtigkeit, 15. Herr über Tod und Leben! - Mel. Allein Gott in der Höh. 180. Mein Jesus sigt zur rechten Hand des Vaters in der Höhe; er herrscht in meinem Vaterland, das ich von ferne fehe, und wo ich mit dem Herzen bin, wo alle Engel Gottes ihn als ihren König ehren. 6. Immanuel! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende! und die Besorgung unsers Thuns gab Gott in deine Hände. Du stehst uns bei in aller Noth; du streitst, du fiegst, und hilfft im Tod durch Glauben überwinden. 7. Du sprichst: dem, welcher überwind't, will ich zu fizen geben, auf meinem Stuhl, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gesiegt, als Gottes Sohn, und bin aufmeines Vaters Thron voll Herrlichkeit gesessen! 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch zu loben. Ihm jauchzt der Seraphinen Stimm, die Cherubinen singen ihm das: Heilig! ohne Ende. 3. Ihm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Mel. von Nr. 34. Erden, und was sowohl in dieser 181. Mein Heiland, deine Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heißen kann, das ist ihm alles unterthan, er herrschet über alles. 4. Du mußteft Hoherpriester sein; dein Opferblut, dein Beten, dein Segen konnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der uhm, daß dies dein Hohespriesterthum in Ewigkeiten währet. Größe geht über alle Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in menfchlicher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit. Eh noch die Welt geworden, hattst du schon Herrlichkeit. 2. Der Himmel und die Erde 5. Nun hörst du unser Flehen sind durch dein kräftges Wort gern; wir find dir unterthänig; gemacht. Auf dein allmächtig: und seinem Sizen zur Rechten Gottes. Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, daß dich noch eh'r er fannt. Gin Erbe über Alles! das ist dein ewger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regierest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wieder geben, wenn deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ghr erzeigen, die keinem andern widerfährt. Dir soll sich alles beugen! denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, dem hilfft du vom Verderben, schaffst ibm Zufriedenheit, und machst ihn einft zum Erben vollkommner Seligkeit. 169 Saame. der gläubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Schn Gottes! ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan; die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für uns litt, die schuldge Ehre rauben. Theil ihnen Guade mit, dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Mel. Uus tiefer Noth schrei ich.- 119. 182. Herr Jeſu, deiner Glieder Ruhm, dustarkes Haupt der Schwachen! du hast ein ewigs Priesterthum, kannst allzeit selig machen; du bist, der das Gebet erhört und der des Glaubens Wunsch gewährt, sobald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen 5. Wie herrlich ist dein Name| stehen. Du hast den Weg geschon jetzt, o Herr, in aller offenbart, wie wir zum Bater Welt. Dich preist der Frommen gehen. Der Glaube weiß und 170 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jefu ist gewiß, du habest uns im meinem Gott, zu dein- und meiParadies die Stätte zubereitet. nem Vater? wann komm ich zu 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschlossen sein; du bringst sie alle wieder; sie werden da sein, wo dir, höchstes Licht? wann seh ich einst dein Angesicht? komm bald, o Jesu! Amen! du bist, und dich verklärt, Herr 183. Sof Hofia Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen mir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jegund an erlesen; zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schat und Ruh nur sei bei dir dort oben! - 5. Was droben ist, laß fünftighin uns unablässig fuchen; was eitel ist, das las uns fliehn, was sündlich ist, verfluchen. Weg Welt! dein Luft- und Freudenschein ist viel zu clend, viel zu klein für himmlische Gemüther. 6. Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! o Verle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! o Grbtheil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, sei mein, aus Jesu Gnaden! 7. Wann fahr ich auf aus dieser Noth? wann komm ich, Heilserstatter, zu deinem und zu Mel. Hosianna, Davids Sohn.-- 167. osianna, Davide Sohn, der in seines Vaters Namen sich erhebet auf den Thron über Jacobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müffen dienstbar werden, und das selbst kein Ende nimmt! 2. Sei gesegnet, theures Reich, das ein solcher Herr befiget, dem kein Herr auf Erden gleich, der das Recht mit Nachdruck schüßet! Schwinge dich in stetem Flor, groß durch Frieden, reich an Freuden, unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! 3. Deines Königs Majeſtät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müſfe sich sein Ruhm vermehren! selbst der kleinen Kinder Mund mache. zum Verdruß der Feinde, und zur Freude deiner Freunde, deinen großen Namen kund! 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! zur Rechten Gottes. 171 binen. Wie? wollt ihr länger träge sein, lobfingend ihm zu dienen? Nein, auf! lobfingt, lobfingt dem Herrn; denn er ist Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. 4. Mit klugem Lob erhöhet ihn, den König aller Heiden! für ihn laßt euren( Sifer glühn, und dienet ihm mit Freuden! der Abgrund bebt vor seinem Thron; der Höllen Heere sehn den Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. 5. Es werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwören, und sich, besiegt durch diesen Held, zu ihm als Gott befehren. 58 beugen sich mit Jacobs < hr Völfer in der Stamm dir, Herrscher, Gott r ganzen Welt froh- von Abraham, die Mächtigen und seinem Siken will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich geselle mich im Geist frob zu jenen großen Reihen, die dein Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch; seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnaden reich wird bei euch auch Raum gewinnen. Kommt, und schwört den Huldigungseid! kommt und füßt den Sohn der Liebe! Ach, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. Aus dem 47. Pfalm. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 184. lockt mit Herz und Händen! der Erde. jauchzt unserm Gott! erhebt den Held, der sich an allen Enden Aus dem 72. Psalm. stets als den größten König zeigt, Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. an Hoheit alles überſteigt, und 185. Feinden schrecklich bleibet! Gott! gib dein Gericht dem Könige laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den Königssohn, sei, Herr, dein Volk befreit, und wer die Sünde fühlt zu deinem Bild erneut. 2. Von nun an müssen sich 3. Den Himmel nahm er auf Zions Berg und Hügeln jauchzend ein, ihm sangen Cheru- Fried und Gerechtigkeit in 2. Jhr, die ihr seinen Zepter der Erden, ehrt, ihr werdet einst regieren: ihr werdet diese Welt zerstört zu euren Füßen spüren. Zu seinem Erbtheil wählt er euch; euch ist ein ewig Königreich, ein ewigs peil beschieden. 172 Erster Theil. vollem Glanze spiegeln; der Held aus Juda nimmt des armen Volks sich an, er, dessen strengen Zorn kein Frevler tragen kann. 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Chrfurcht dienen, so lange Sonn und Mond an den gewölbten Bühnen im alten Prachte stehn. Von Kind und Kindeskind erschallt, wie groß und schön, Herr, deine Werke find. Von der Himmelfahrt Jesu 4. So sehr ein fanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und stärkend wird auch Zions Gott erblicket; er kommt, und seht, durch ihn wird der Gerechte blühn, mit ihm wird Fried und Ruh in alle Gränzen ziehn. 5. Als König herrschet er von einem Meer zum andern, ihm unterwerfen sich, die in der Wüste wandern; er wirft mit mächtger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. mild und hülfreich Herz bricht ihre schweren Ketten; von Trug und Frevel macht sie sein Erbarmen frei, und zeigt, wie werth vor ihm sein Blut geachtet sei. 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Grenzen. Sein unermeßnes Reich wird jegt und ewig glänzen. Ihm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und dränget sich mit Lust an seinem Lobaltar. 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterb. lichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam und Thron gepreist. 10. So lange Sonn und Mond im alten Glanze bligen, wird sich der Nachwelt Trost auf seinen Namen stüßen, durch ihn gesegnet, kniet der Heiden große Schar mit Ehrfurcht, Dank und Ruhm vor seinem Sühnaltar. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Geschenk und 11. Gelobet sei der Herr, Gaben bringen, ihm dient, was den Israel verehret, der einzig in der Welt nur groß und mächtig Wunder thut und Feind und List heißt, von Heiden selbst wird zerstöret! gelobet ſei sein Nam! auch sein hoher Ruhm gepreist. bis in das fernste Land werd 7. Warum? sein starker Arm seine Herrlichkeit je mehr und wird die Elenden retten, sein mehr bekannt. und seinem Sißen zur Rechten Gottes Aus dem 24. Psalm. Miel. Vom Himmel hoch, da.-109. 186. Die ie Erd und was darinnen ist, das Meer, so weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, Alles ist des Herrn. 2. Des Herrn, der seine heilge Stadt so felsenfest gegründet hat, daß sie, wenn alles untergeht, Nachahnung des 21. Psalms. Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. gleichwohl wie Berge Gottes 187. Herr, der du deinen theuren Sohn mit 173 seiner Größe bei. Er ist der Herr von ewger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft. 8. Gröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor! er kommt der Herrscher Zebaoth! vor ihm fleucht Sünde, Höll und Tod! 3. Wer darf sich dieser Stätte Hülf und Kraft vor deinem nahn? wen nimmt er zum Be- Thron zum Mittleramte schmückwohner an? nur den, der durchs test! Gott, der du auch, da Höll Versöhungsblut die schweren und Tod ihn schon mit Untergang Sünden von sich thut. bedroht, doch gnädig nach ihm blicktest! Siehe! Mühe, Schmerz und Wunden sind verschwunden. Nach den Leiden lebt er nun in ewgen Freuden. 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld nach unsrer ausgeföhnten Schuld sein göttliches Gemüthe. Nun preist sein Geist deiner Liebe starke Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wonach sich nur 7. Ihr fragt: wer dieser sein Wunsch gekehrt, das hast du Konig sei? Nichts, nichts kommt ihm geschenket: Denn nur auf 4. Nur dem, der reines Herjens bleibt und keine falsche Lehre treibt, des Meineids sich nicht schuldig macht, nur dem ist Segen zugedacht. 5. Ja Segen und Gerechtigfeit theilt Gott, die Quell der Seligkeit, dem, welcher vor sein Untlig tritt, recht überschwenglich gnädig mit. 6. Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! und soll euch recht gehol: fen sein, so nehmt den Ehrenfönig ein. 174 Erster Theil. un| re Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war stets sein Sinn gelenket. Kronen, Thronen und ein Regen deiner Segen muß ihm werden. Sel ger Wechsel der Beschwerden, PUR Von der Auferstehung Jesu Schooß gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jesu fallen, durch sie muß dein Ruhm erschallen. 4. Ums Leben bat er, Bater, dich, da Trost und Vater von ihm wich; du gabst ihm langes Leben. Bermißt jegt seiner Tage Lauf? das Lob, den Schmuck, den du ihm drauf in deinem zürnten Rächers. 5. Du, den mein Glaube zärtlich ſpürt, du hast es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben Des Leben brauchte. Des Vaters Rechte hielt dich fest, als von des ärgsten Grimmes Pest der Feinde Rachen rauchte. Schnöde, ſpröde, und mit Spotte ſucht die Rotte dich zu tödten: Gott sieht drein, und sie erröthen. brüllet, werde doch mit Furcht erfüllet. 7. Man dachte, Böses dir zu thun, Lamm Gottes! und dann erst zu rubn, wann du vertilget wärest. O Weisheit! die du Macht und List, wie groß und sein sie immer ist, zu ihrem Schaden kehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des er6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Volk, das seinen 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dämpfe, was uns Schaden schafft, und die dein Zion stören! so soll auch unser Herz und Mund dich, Herr, und deinen Gnadenbund in lauten Liedern ehren. Rühre, führe selbst die Heiden zu den Freuden, zu den Kränzen, die so schön in Zion glänzen. miel. Freu dich sehr, o meine- 29. 188. Here! du fährt mit Glanz und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit! doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit! Gib mir, Jesu! Muth und Kraft, Bund vergißt, die mörderische daß ich meine Pilgerschaft so in Bande. Noch trägt ihr Same dir zurücke lege, daß ich stets diesen Fluch, und ist( welch harter dein bleiben möge. Richterspruch!) ein Scheusal aller Lande. Erde, werde, bei 2. Laß mir deinen Geist zurücke, aber zeuch mein Herz der Sache dieser Rache, die noch nach dir; wenn ich nach dem Him und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. mel blicke, o, so öffn ihn gnädig mir; neige meinem Flehn dein Ohr, trag es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr und lebe. 3. Welt der175 nicht mehr von Staub und Erde ähnlich deinem Leibe werde. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.— 121. 189. König, dem kein Kögleichet, deffen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne! achten, und was in ihr Gitles ist! und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist. Wollust, Chrsucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde ziehu, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe? 4. Diefe müsse mir nichts rauben; du erwarbst sie theuer mir; jegund seh ich sie im Glauben, dorten find ich sie bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem mächtgen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 5. Dort bereit auch mir die 3. In des Gnadenreiches Stätte in des Vaters Hause zu. Gränzen sieht man deine WunRufft du frühe oder späte mich der glänzen, wo viel tausend treue zu meines Grabes Ruh: leucht Seelen dich zu ihrem Haupt auch mir in dieser Nacht, durch erwählen: die nach deiner Vordie Stärke deiner Macht, die schrift leben, dir nur zu gefallen des Todes Macht bezwungen streben, alles gern für sich verund für uns den Sieg errungen. lassen, und, wie du, das Unrecht 6. Kommst du endlich glor= hassen. reich wieder an dem Ende dieser Zeit, o, so sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut! heilge und verklär ſie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz dann 4. In dem Reiche deiner Ehren hört man stets dein Lob vermehren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne 176 Erster Theil. Von der Wiederkunst Jesu Christi Freunde, und an Siegen über Feinde. Furcht und Grauen dein verklärtes Antlig schauen, die dich unermüdet preisen, und dir Ehr und Dienst erweisen. 6. Nun herrsch auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, 5. Herr, in allen diesen Lust und Schmerzen. Laß mich Reichen, dir ist niemand zu ver deinen Schuß genießen, auf mich gleichen an dem Ueberfluß der deine Gnade fließen; dich stets Schäße, an der Ordnung der fürchten, ehren, lieben, und mich Gesetze, an der Unterthanen im Gehorsam üben, hier mit Menge, an des Regimentes leiden, kämpfen, streiten, dort Länge, an Begnadigung der mit herrschen, dir zur Seiten. - 13) Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 2. Wer fapt, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einst 190. Grböhter Jeju, herrlich macht? wie groß wirst Gottes Sohn! der du schon du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon dir sich beugen. Dann ſieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlich 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer das unzählbare große Heer der Todten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, nun alle auf, und keiner fehlt. keit, vom Himmel wieder kommen. Gieb! daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner That zu zum Gericht. geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, Jesu Christ! daß du der Erden Richter bist? 5. D gib, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh, ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein, und auch die fleinste Sünde scheun. 6. Dein Name sei mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Seligkeit. 177 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Wenn dann, o Herr! auf dein Geheiß die Todten wieder leben, dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab erheben, wer wird dann noch, Herr Jesu Chrift! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wenn du, die dich Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.-119. hier fliehen, für ihre Schuld zur 191. Gr kommt, er kommt Rechenschaft mit Majeſtät wirſt zum Weltgericht, zieben? wenn nun ihr Nuge der Heiland, den wir ehren. dich erblickt, und fie dein Strafweigert euch, Grlöfte, nicht, gerichte drückt, dann werden sie jetzt auf sein Wort zu hören. verstummen. Wer hier nicht seine Stimme hört, und sie nicht mit Gehorsam chrt, wird nicht vor ihm bestehen. 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre zierest, und, ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel fübrest, 12 178 Erster Theil.- Von der Wiederkunst Jesu Christi dann, Herr, wird völlig offenbar, bald ist euer Maaß erfüllt, bald daß dein die Macht und Gnade kommt der Richter, und vergilt. war, die Deinen zu beglücken. 7. O laß mich dann, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor dir stehen, und dir, so herrlich du auch bist, getrost entgegen sehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, von Reu und Angst und Furchtge: plagt, dann jauchze meine Seele. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wann Gottes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorn euch decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich! 8. Daß ich dies Glück erleben mag, so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, in deinem Dienste treu zu sein, und nie dich zu verläugnen. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort.- 190. 192. Ter unfre Menschheit an sich nahm, ats er, uns zu verföhnen, kam, kommt zum Gerichte wieder. Nicht fern ist seiner Zufunft Zeit! in aller seiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder. O sichrer Erdfreis begre dich! der Tag des Schreckens nahet sich. 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederball der Erde Grund erschüttern; und plötlich nun der Bau der Weltmit Krachen stürzt, in Trümmer fällt; wenn alle Menschen zittern, und vor den Richter hingerückt, der Spötter glaubet und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit! wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnað und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbstverflucht, und ohne Hoffnung Lindrung sucht. 2. Warum verzeucht der Richter, Gott? wo bleibt der 6. Mein Herz erschrickt, es Rächer? fragt der Spott. Hört, bebt in mir mein Innerstes, o Sünder! hörts mit Beben! euch, Gott, vor dir! ich bin ein Misses die ihr frevelnd widerstrebt, und thäter. Begnadige, wann dein in der Bosheit sicher lebt, zur Gericht auch mir mein ewigs Beßrung Frist zu geben. Doch Urtheil spricht, Herr, mich, den zum Gericht. Uebertreter! du, der die Sünder nicht verstößt, du hast auch, Jesu, mich erlöst. 7. Tag Gottes! Tagder Ewigfeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig wird der Sünder Pein, sowie der Frommen Wonne sein. 1 1 179 lich ein kläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hüte dich. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt.. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten legte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod Diel. Ach Herr, mich armen S. 67. betrachten und deinen Richter193. Bedenke, Mensch, stuhl; laß mich auch nicht verdas Ende, beachten der Höllen Feuerpfuhl. denke deinen Tod. Der Tod 6. Hilf, Gott, daß ich in kommt oft behende; der heute Zeiten auf meinen letzten Tag friſch und roth, kann morgen, und mit Buße mich bereiten- und geschwinder, hinweggestorben täglich sterben mag. Im Tod ſein. Drum bilde dir, o Sünder, und vor Gerichte steh mir, o ein täglich Sterben ein. Jesu! bei; daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Mel. Ach Herr, mich armen S.-67. Angeſicht. Kein Mensch ist aus. 194. Ich denk an dein Ge genommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. richte, du Richter aller Welt; der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn 3. Bedenke, Mensch, das nicht stören, weil mich dein göttEnde, der Höllen Angst und Leid, lich Licht, und mein Gewissen daß dich nicht Satan blende mit lehren: du haltest einst Gericht. ſeiner Gitelkeit. Hier ist ein 2. Ich höre die Posaunen, kurzes Freuen, dort aber ewig- o Herr, im Geiste schon; ich sehe 12* 180 Erster Theil. Von der Wiederkunft Jesu Christi mit Erstaunen dich auf dem Rich- 7. Ist dann dein Tag vor: terthron, um den die heilge handen, wird diese Welt vergehn, Menge erhabner Engel steht. so werd ich nicht mit Schanden Welch herrliches Gepränge, vor deinem Thron bestehn. Du welch hohe Majeſtät! stellst mich dann zur Rechten, 3. Umsonst sucht nun der von aller Schuld befreit, führſt Sünder vor deiner Macht zu mich mit deinen Knechten in fliehn. Herr, alle Menschenkinder deine Herrlichkeit. wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.-30. vor deinem Richterthron. Den Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 195. S 195. Schonistder Tagvon Gott bestimmt, da, wer auf Erden wandelt, 4. Frohlockend sehn die sein Loos aus Gottes Händen Frommen dein göttlich Ange- nimmt, nachdem er hier gehan. sicht. Schon hier dem Fluch ent- delt. Er fommt, er kommt, des nommen, zagt ihre Seele nicht. Menschen Sohn, er komut, und Nun triumphirt ihr Hoffen, er- Wolken sind sein Thron, der löst von aller Müh, sehn sie Erden Kreis zu richten. den Himmel offen, und du, Herr, ſegneſt ſie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ewger Pein; und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn 6. Laß, Jesu! dein Gerichte der Welt der Wahrheit untermir stets vor Augen sein, und liegen. Hier, wo das Recht die drücke sein Gewichte in mein Wage hält, wird keine Sünde Gewissen ein! laß fromm vor dir siegen. Hier ist zur Buße nicht mich wandeln, und hier zu aller mehr Frist; hier gilt nicht mehr Zeit so wie ein Weiser handeln, Betrug und List; hier gilt kein der seinen Richter scheut. falscher Zeuge. zum Gericht. 181 4. Der Richter spricht, der fränken. Es reize mich gewissenHimmel schweigt, und alle Völ- hast, und, eingedenk der Rechenfer hören erwartungsvoll und schaft, nach deinem Wort zu tief gebeugt. Kommt erbt das wandeln. Reich der Ehren! so spricht er zu der Frommen Schar, doch die, die widerspenstig war, heißt er nun von sich weichen. 5. O Herr! mit welcher Majestät wirst du dies Urtheil fällen! die Sünder, die dich hier ver schmäht, gehn dann gewiß zur Höllen. Hier trifft sie uner. forschte Bein. Wer wird dann noch ihr Retter sein? ihr Warten ist verloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst ſie zu Ehren an. D welch ein froh Getümmel! nun sehn sie mit erstauntem Blick, daß Glaub und Lieb das höchste Glück uns Gottes Gnad erworben. 7. Sie gelyn nun in das selge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn, auf ewig, Engeln gleich. ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommen beit! tein Kummer, teine Traurigkeit stört ihre ewge Freude. Mel. Wachet auf! rust uns die. 171. vom 196. Wachet auf Schlaf, ihr Sünder! erwacht! denn euch, o Menschenkinder, erwartet Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben, hat Gott in cure Hand gegeben: erwacht! noch ist zur Buße Zeit! gerecht, gerecht ist Gott, er hört der Frevler Spott! Frevler zittert! wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er kommt gewiß, und hält Gericht. 2. Schrecklich wird sein Zorn entbrennen; dann wird der Spötter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet! jauchzt, ihr seine Frommen! er wird zu eurem Heile kommen! bald kommt er und mit ihm sein Lohn! euch richtet Christus nicht! Er selbst gieng ins Gericht für die Sünder: Gott ist versöhnt! mit uns versöhnt, wer überwindet, wird gekrönt! 8. Mein Heiland, lağ mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden wird vom Bösen sein Reich, die 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen, denn plöglich bricht sein Tag herein. Und der Richter 182 Von dem heiligen Geiste Erde, ganz erlösen, von Sünd bereit! Amen! Amen! die Zeit und Tode sie befrein. Heil, ist nah! bald ist sie da! gelobt Wonne, Seligkeit ist ewig uns sei Gott! Hallelujah! 14) Von dem heiligen Geiste und dessen Gaben. 197. S omm, o Gott, 6. Stärf uns im Glauben an den Sohn und Vater, bis das Schaun ihn krönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob ertönt. Schöpfer, heilger Geist, kehr in das Herz der Menschen ein, und Mel. von Nr. 33. f bilde ſie ſo wie du weißt, daß 198. Ihr Ghriften rühmt, und preiſet, erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er fegnet reichlich und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein 3. Verstand und Herz erfülle Segen fließt in vollen Ströganz mit deinem Licht, mit dei- men: er schreibt sein Wort in ner Kraft. Es spiegle sich in unsern Sinn. uns der Glanz, o Geist, der alles Gute schafft. 2. Gesalbet mit dem Del der Freuden vollendet Jesus seinen Lauf. Nun herrschet er nach seinem Leiden, und thut uns feine Schäße auf. Sein Geist, in den Aposteln frästig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in feinem Dienst geschäftig, ihm danfet als sein Eigenthum. 3. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Zungen! verfündigt Gottes hohen Ruhm; sein Name werde dein Geschöpf vor dir muß sein. 2. Mach du als Tröster dich bekannt. Gott ist für uns nun nichts zu theur; er hat uns seinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feur. 4. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du sprachst: auch bei uns ward es hell. 5. O, mach es kräftig, treibe fern des Feindes Lift. Dein Friede sei mit uns, daß wir dir folgen gern, und steh uns in Versuchung bei. und dessen Gaben. stets befungen von seinem heilgen Eigenthum. O, daß ein Geist des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll; daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will! 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischessinn. Verbleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach, Jesu! schenk uns armen Sündern durch deinen Geift Genad und Kraft. Mach uns zu Gottes ächten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liebe in unfrer aller Seelen an, und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. Mel. Vater aller Gnade. 199. GF ott, groß von Erbarmen, weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schau von deinem Throne, 183 schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Ich bin E ein unwürdger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. 2. Nicht die Lust zu Schätzen, Würden und Ergößen, treibt mich, Herr! zu dir; deines Geistes Gaben wünsch ich nur zu haben, fo genüget mir; und die willst du gern verleihen, wenn wir brünstig zu dir schreien. 3. Mußt dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geist? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. 4. Arge Väter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thätest du wohl minder? werden deine Kinder von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist fie flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. Zwar ich hab in Sünden ficher, ohn Empfinden, langefortgelebt; deines Geistes Regung selbst mit Ueberlegung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch verzeihest du Rebellen. 184* Erster Theil. Von dem heiligen Geiste 6. Komm denn, mein Bera- Mel. Werde manter, mein.- 16. ther! Komm, du Geiſt vom Bater! 200. Der du uns als Komm, du Geist des Herrn! du Vater liebest! wwwbente kannst Herzen zwingen, du kannst treuer Gott! und deinen Geist Kube bringen, und dutbustes gern, denen, die dich bitten, gibest, Fördre du durch) mächtge Triebe ja, um ihn uns bitten heiß'st: in mir Glauben, Hoffnung, Liebe! demuthsvoll fleh ich vor dir; 7. Deffne mein Verständniß! Vater! send ihn auch zu mir, Weisheit und Erkenntniß stammt daß er meinen Geist erneue, und von dir allein. Laß bei meiner ihn dir zum Tempel weihe. Blöße mir der Gottheit Größe 2. Ohne ihn fehlt meinem stets vor Augen sein, und dann Wiffen Leben, Kraft und Fruchtzeige du mir Armen Jesu gott- barkeit; und mein Herz bleibt liches Erbarmen. dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch feine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Chre lebe. 8. Quelle brünstger Triebe, Feuer keuscher Liebe, lasse deine Glut auch mein Herz durch dringen und in Flammen bringen, Gott, mein höchstes Gut! laffe mich gleich Seraphinen dir mit Lieb und Eifer dienen. 9. Ist bei schweren Blagen ganz mein Geist zerschlagen, so hilf gnädiglich. Macht die Brüfungshize, daß ich schmachtend fize, so erquicke mich. Laß des Trostes Ströme fließen, und sich in mein Herz ergießen. 10. Ich kann alles tragen, ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefften Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich seufzend danken lehret. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen Jesu! noch mit ächter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Gwge Quelle heilger Güter, hochgelobter GottesGeist! der du menschliche Gemüther besserst, und mit Trost erfreust! nach dir, Herr, verlangt auch mich! ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig, und zum Himmel weise. und dessen Gaben. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Baterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 185 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so fege durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Mel. des 77. Psalms. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem 201. Heilger Geiſt, du Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und mirs rechne zum Himmelslehrer! ſtarker Tröſter Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nüglich werden. und Bekehrer! kehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung sein. Gieb, daß stets seh, und durch demuthsvoll Be- durch heilges Denken sich mein kenntniß Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. Herz zu Gott mag lenken: klopf an meinem Herzen an, wenn 7. Gib mir wahre Selbster kenntniß, daß ich meine Fehler 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze begt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen. ich geh auf falicher Bahn. 2. Treibe, leite und regiere, mich zum Guten stetig führe, gib selbst Lust und Kraft dazu, daß ich Gottes Willen thu. Gib mir stetiges Verlangen, Jesu fester anzuhangen, immer mehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu sein. 186 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste 3. Hilf, daß ich mich bald be- 2. Bin ich noch in Sünden trübe, wenn was Böses ich ver- todt, und zum Guten ganz verübe; gib, daß bei mir wahre Reu loren: heilger Geist, mein Herr über mein Vergehen sei. Laß und Gott! mache du mich neu mich allezeit erwägen, daß Gott geboren; rette mich von dem sei bei mir zugegen, der auf Berderben; laß mich nicht in jedes Wort und That sehr ge- Sünden sterben! naue Achtung hat. 1 4. Laß mich, weil ich leb auf Erden, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen ſpüren, daß du, werther Gottesgeist, in mir wohnst und krästig ſeiſt. 5. Komm! erfülle, komm! bewohne, mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt hast; so will ich von ganzer: Seelen deinen Gottesruhm er wählen, preisen dich, Dreieinig keit, hier und dort in Ewigkeit. 3. Treibe weg die finstre Nacht falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Vernunft in Sthranken! wenn ich mich von dir entferne, wo ists, daß ich Weisheit lerne? 4. Schaffe mir ein reines Herz, daß ich stets an Gott gedenke, und mich oft mitReu und Schmerz über meine Sünden kränke; doch nach den betrübten Stunden tröste mich durch Jesu Wunden. 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute Rebe Früchte bring und in ihm lebe. Miel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. 202. Gott! du haft in deinem Sohn mich von Ewigkeit erwählet; Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, 6. Glaube, Lieb und Hoffnung sei stets die Zierde meiner Seele; in Versuchung steh mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gib mir Demuth in den Freuden, und gib mir des Geistes Gaben, und Geduld und Muth im durch sie werd ich alles haben. Leiden. und dessen Gaben. 187 7. Hilf mir reden recht und gelobt, sein Wort ist Kraft und wohl und des Gottesdienstes Segen. Die Jünger schreckt Pflichten, wie du forderst, wie nicht Pein noch Müh; der Geist ich soll, ohne Heuchelei ver- der Stärke stärkte sie in Martern richten, christlich leben, selig und im Tode. Sie blieben ihrem sterben und dein himmlisch Reich König treu, bekannten seinen einst erben. Namen frei, und lobten ihn im Tode. Mel. von Nr. 37. 4. Noch jetzt bist du der Geist 203. Dir, Bater! dankt der Kraft noch jetzt der Menſchen mein Herz und Lehrer, der Jesu neue Jünger fingt, daß du den Sohn ge- schafft, des Höllenreichs Zergeben, den Sohn, der Heil den störer. In Sündern wirkst du Sündern bringt, und under- Buß und Leid, in frommen gänglichs Leben! ich danke dir, Seelen Trost und Freud, und daß du den Geist, der deinen Muth im Kampf der Sünden. Sohn durch Wunder preift, zur In bangen Stunden schenkeſt Erde haft gesendet! der Geist der du, sowie im Tode, Seelenruh, Wahrheit kam herab, der deinen daß sie dich froh empfinden. Knechten Stärke gab, daß sie dein Werk vollendet. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heilge meine Triebe! schaff du in mir ein neues Herz, gib wahre Buß und Sündenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Grbarmen dich mir einst in 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn sie, die Welt zu lehren; der Geist, der neueHerzen schafft, hilft ihnen sie bekebren; der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Seligkeit, Vernunft und Wahrheit siegen; das Laster und die Blindheit flieht! wo man den Finger Todesnöthen! Gottes sieht, muß Satan unterliegen. Mel. Gott des Himmels und der.- 32. 3. Umsonst, daß er noch 204. Komm, Domm, o komm, wilder tobt, Verfolgung zu erdu Geist des regen. Der Name Jesu wird Lebens, wahrer Gott von Ewig 188 Erster Theil. Von dem heiligen Geiste feit! Deine Kraft sei nicht ver:| Gott, wie lange! o so mache gebens; sie erfüll uns jederzeit! den Beschluß; sprich der Seele so wird Geist, und Licht, und tröstlich zu, und gieb Muth, Schein in den dunkeln Herzen Geduld und Ruh. ſein. - 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht! dein Erkenntniß werde groß, und mach uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die Wohl fahrtsstege! das, was dich betrüben kann, räume ferner aus dem Wege! führ uns zu dem Guten an; wirke Reu an Sün den statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn uns Satan wanken heißt! schenk uns Muth und Kraft im Krieg, und verleih und dann den Sieg! 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben! du bist unser Schutz und Gott! sagt das Fleisch gleich immer: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns jemehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind; stärk uns dann mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal findt; zeige, daß des Baters Zucht einzig unser Bestes jucht! Mel. Nun bitten wir den h. G. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm 205. D es Vaters und treten gläubig und mit Freudigfeit; mach uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt erhört, und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein des Sohnes Geist, du, der uns E den Weg zum Heile weist, gnadenvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, uns das ewige und dessen Gaben. 189 licht; du gibst, mächtiger BeLeben ererben, gieb uns Jesu zwinger, daß der Sünde Macht Frieden. zerbricht. Kehrest du nur bei mir ein: so wird meine Seele rein, und auch schon auf dieser Erden eine Wohnung Gottes werden. 2. 58 leucht uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns dräun; lehr uns Jesum Christum, den 3. Geist der Wahrheit! komm Sohn, erkennen, und in der und führe mich zur wahren WeisLiebe des Sohnes brennen, le- heit an; daß des Höchsten Wort bend und im Tode. mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mirjene Schrift, die mein ewig Heil betrifft: laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig ſehen. 4. Geist des Trostes! in dem Leiden steh mir allzeit fräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu! gib mir ein gelapnes Herz. daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seele bei dir finde, und den Unmuth überivinde. 5. Geist des Raths! wenn Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. 206. Edler Geist im Him- mir verschwindet aller Rath in melsthrone, eines Angst und Noth, wenn sich nirWesens, einer Kraft mit dem gends Hülfe findet, wenn ich Vater und dem Sobne! Geist, leide, wenn der Tod mir fast under neues Leben schafft! Flöße du die wahre Reu in mein Herz und mach es neu, daß Gott selbst mit seiner Gabe Lust in mir zu wohnen habe. vermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint: so gib, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe schle. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe sucht an dir nur seine Lust. Schmeck ich deine große 3. O du, der Liebe Geist! erhöh unsreSeele, daß sie schmeck und seh, wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligten Gliedern, Jesum stets uns lieben. 4. Du höchster Trost in aller Noth! hilf getreu uns sein bis in den Tod. Heilig laß uns leben, und nicht verzagen, wenn uns unsre Sünden verklagen vor der Welten Richter! 2. Du, der Tugend Wiederbringer, machst es in dem Herzen 190 Erster Theil.- Von dem heiligen Geist zc. Güte, so verachtet meine Brust, 3. Heilige desHerzens Triebe, was die Welt für Lust erdenkt, welche nur die Seele fränkt. Rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. daß ich über alles tren meinen Gott und Vater liebe! daß mir nichts so wichtig sei, als in ſeiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 7. Geist des Betens! lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten kräftig sei; stehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach dem Flehn ein kräftigs Amen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde, mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o, so strafe selbst mein Herz, daß ich, unter Reu und Schmerz, mich vor Gott darnieder beuge, und mein Herz zur Beßrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Trostes Kraft empfinden. Mel. Fren dich sehr, o meine.- 29. 207. Geist vom Vater und vom Sohne! der du unser Tröster bist, und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst. Stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei; o, so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange Zweisel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohl. sein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. Erster Theil. Von der christlichen Kirche. 15) Von der christlichen Kirche. Aus dem 46. Pfalm. - 191 ist unser Gott! auf ihn steht unser Hof- fen. Er hilft uns treu aus aller Noth, so viel uns der betrof- fen. Satan, unser Feind, der mit Ernst es meint, rüstet sich mit List, troßt, daß er mäch tig ist. Ihm gleicht kein Feind ja längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fällen. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 4. Das Wortsteht fest! die stolze 208. G in starker Schuß Welt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Held! der giebt uns Sieg von oben. Tödten sie den Leib, nehmen Kind und Weib, rauben Gut und Chr: sie nehmens! was ists mehr? Une muß der Himmel bleiben. Mel. von Nr. 55. 209. 209. Laß doch, o Jefu, laß dein Reich auf Erden unter den Sündern ausgebreitet werden! Schenke doch ihnen, deiner Leiden wegen, Leben und Segen. auf Er- den. 2. Gib ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Herren nennen; gib ihnen Eifer, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 2. Nicht unsre Macht ist's, die ihn fällt. Wir wären bald verloren. Es kämpft für uns der rechte Held, den uns Gott selbst 3. Mit heilger Achtung laß erforen. Fragst du, wer er ist? die Schrift sie ehren, denn sie er heißt Jesu Christ, der Herr verkündigt deines Mundes LehZebaoth. Er, unser Herr und ren. Außer ihr suchen Sterbliche Gott, er muß den Sieg behalten. vergebens Worte des Lebens. 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, und droh uns zu verschlingen. Troß ihr! une rüstet Gott mit Muth. Es soll uns doch gelingen. Wenn der Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, 5. Sei du ihr Licht in ihren schreckt er uns doch nicht. Er ist Finsternissen, heile selbst ihr 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrthums Stimme. Lehre sie prüfen, daß sie falsche Freuden klüglich vermeiden. GRAY 192 Erster Theil. Von der christlichen Kirche. verwundetes Gewissen. Schlägt ist! wer nimmt sich unsrer treuer oft ein Kummer ihre Herzen nieder: stärke sie wieder. an, wer ist, der so beschüzen fann? pornteeron 6. Schüße uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen, bis wir zum Umgang der verklärten Frommen frohlockend kommen. 6. 8 mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit kund! kein Volk sei auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt. Der 67. Psalm.. 7. Die Erde ist nicht mehr verflucht, sie bringt uns segensvolle Frucht, wir wissen nichts Mel. Vom Himmel hoch, da.- 109. von Hungersnoth; stets jegne 210. Gott! der uns immer uns Gott, unser Gott! Gutes gab, schau gnädig stets auf uns herab, entzich dein freundlich Angesicht, Herr, deinen Auserwählten nicht! 8. Ja, mach Jehovah, deine Tren an uns mit jedem Morgen neu! dir diene deine ganze Welt mit einem Dienst, der dir gefällt. 211. G 2. D Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. 3. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit fund! kein Volk sei auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt! 4. Ja, jedes Volk, das dich erkennt, das wird von deinem Lob entbrennt, wer dich anbetet, Gott, der freut sich deiner großen Gütigkeit. 5. Lob, Erdenkönig, dir! du bist ein Führer, der allmächtig rhaltuns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, vom Throne frech zu stürzen drohu 2. Zeig deine Macht, Herr Jesu Christ! der du Herr aller Herren bist; beschirme deine Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. Erster Theil. Von der christlichen Kirche. 3. Gib, heilger Geist, uns einen Sinn, nimm alle Zwietracht von uns hin. Vor deines Wortes Licht und Macht entflieh des Wahns und Irrthums Nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen sein. Schau unsre Noth; wir sind ja dein. Erhalt im Glauben uns getreu, und mach uns von den Feinden frei. 5. Sie dichten, Herr! ein Frevelstück! es fall auf ihren 193 Führe die Deinen, wie Du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. 4. Gwig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. Der 46. Psalm. Mel. von Nr. 50. Kopf zurück! sie graben Gruben 213. Gott ist uns Stärk mit viel Müb; in ihre Gruben stürze fie! 6. So werden sie erkennen doch, du, unser Herr- Gott, lebest noch, du stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. und Schuß in Nöthen, und unsre Zuversicht. Er weigert, wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdkreis zittern, und stürzt er auf uns her: uns würde keine Furcht erschüttern, und fänken Berg Mel. von Nr. 55. 212. Schüße die Deinen, ins Meer. die nach dir fich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 2. Sollt auch das Meer so heftig toben, und stürzten vor der Wuth Gebirge, ihrem Grund enthoben, hinab in seine Fluth: sie bleibet doch mit ihren Bächen die Stadt des Herrn, in ihr wohnt Gott der wird die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott ist hier! 3. Gott wohnet selbst in ihren Mauern, der Herr beschüget ſie, sie wankt nicht, ewig wird sie 3. Du hast noch niemals, dauern, der Höchste hilft ihr früh. Herr, dein Wort gebrochen. Die Völker tobten, und im 13 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden. Mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. Erster Theil. Von der christlichen Kirche. 194 Grimme empörten Reiche sich!! er sprach, vor seines Donners Stimme zertheilten Welten sich. 4. Wer ist der Feind, der uns zerstöre? er, der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schüßet Jacobs Gott! kommt her, und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch Zerstören schafft. - wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sizzt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßt zu seinem Ruhm E mit Macht das Christenthum. 5. Er macht sich auf, dem E Krieg zu steuern, der so viel Blut vergoß, und er zerbricht, daß Länder feiern, Schwert, Vogen und Geschoß. Den Spieß hat seine Hand zerschlagen, daß er nicht tödten kann. Er zündet des Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. 6. Laßt ab, und wißt, und lernt mit Freuden, ich sei Gott, Herr der Welt! groß will ich 3. Der Frevler mag die werden vor den Heiden, und Wahrheit schmähn; uns kann herrlich vor der Welt! Gebt er sie nicht rauben. Der Unchrist alle unserm Gott die Ehre! er, mag ihr widerstehn; wir halten der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schüßet Jacobs Gott! fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ; wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören. 214. Wenn Christus seine 4. Auf, Christen! die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Kirche schützt; so mag die Hölle Drohn erschrecken. Der Gott, Erster Theil. Von der christlichen Kirche. 195 der von dem Himmel schaut, Lehren. Wie lange sprechen wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrecken? Frevler noch die Menschheit zu entehren: tief schaun wir in die Wahrheit ein; uns täuscht kein gleisnerischer Schein; nur blinde Herzen glauben! 4. Gott siehts und spricht: bald kommt die Zeit, daß ich dem steure, damit sich 215. A Gott vom in der Chriſtenheit kein Heidench thum erneure. Indessen greif den schnöden Wahn mein Wort mit starken Waffen an, und bleib unüberwindlich. - Himmel sieh darein, und laß es dich erbar- men! wie wenig Herzen sind noch dein; entzich dich nicht uns Ar- men! dein theures Wort hält man für Spott: empört sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn nicht fen- nen. 2. Sie lehren eitel Träume6. Sein Licht beschüß uns, daß uns nie das frevelnde Geschlechte in seine schlauen Nege zieh, nie unter uns sich flechte; denn alle Bosheit wächst gerei, was Eigenwig erfindet. In schwind, wo frecher Spott erst keiner Wahrheit ist dabei ihr unftät Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich ohn Unterlag, die mit Vernunft sich brüsten. Kraft gewinnt, sein Gift ertödtet Seelen. 7. Ddämpfe selbst, du starker Gott, die dir die Ehre rauben. O Jesus Christ, bei ihrem Spott stärk kräftig unsern Glauben. D heilger Geist, verleih uns 13* 3. Ach Herr, mein Gott, ver tilge doch des Irrthums freche 5. In Feuer siebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und, durch Verspottungen bewährt, strahlt Gottes Wort auch heller. Der Strahlen siegende Gewalt durchbricht der Zweifel Nebel bald, und blendet selbst die Feinde. 196 Erster Theil.- Von der christlichen Kirche. Gnad, daß wir vor Abfall und Verrath mit ganzem Ernst uns hüten. Mel. Aus tiefer Roth schrei. 119. 216. Bater der Barmherzigkeit, bei allen Zeitverwandten doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen; du hast durch deines Geistes Kraft die große Schar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 5. Herr! hilf diesem Uebel ab und gib, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werde: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem liebreich denke. 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselweis mit Zärtlichkeit verschonen: o, was kann angenehmer sein! du selbst, Herr! wirst dich ihrer freun, und sie mit Segen krönen. 2. Getrennt durch Mannigfaltigkeit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat sie dein Wort durchdrungen! hat sie dein starker mel. Freu dich sehr, o meine.— 29. Geiſt gerührt und nun zu einem 217. Treuer Hirte deiner Zweck geführt in Ginigkeit des Glaubens. Heerde, du, der Deinen starker Schuz! siehe 3. Ach, sei doch auch in dieser doch, wie Staub und Erde wider Zeit uns, Vater, wieder gnädig! dich mit frechem Trug tobt, und und mach uns von Uneinigkeit in den Waffen ist, und sich fredes Glaubens los und ledig! ventlich vermißt, deine Kirche gib, daß vereint auf einen Grund zu zerstören und dein Erbe zu wir dir zugleich mit Herz und verheeren. Mund im Geist der Liebe dienen. 4. Ach, schaue, wie des Eatans List vereinte Brüder 2. Du, Herr! bist ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel. Menschenhülfe ist zu trennet, wie man der Liebe ganz wenig, wo du nicht, Immanuel, vergißt, von blindem Eifer zu der deinen Rettung wachst, brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet. und den Feind zu Schanden machst, wo du nicht sein Wüthen dämpfest, und für deine Wahrheit kämpfest. Erster Theil. Von der heiligen Taufe. 197 3. Es betrifft ja deine Ehre, 5. Doch nicht nur der Feinde es betrifft dein Heiligthum; Dräuen, die Verführung müssen deine theure Gnadenlehre, dei- wir auch bei unsrer Schwachheit nes Todes Kraft und Ruhm, scheuen, unsre Hülfe steht bei und den Dienst, der dir allein dir. käm es auf uns selbst nur von uns muß geheiligt sein; an, ach, wie leicht wär es o, wie solltest du denn schwei- gethan. Satan würde bald den gen, und dich nicht als Retter Glauben uns aus unserm Herzeigen! zen rauben. 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestüm. Steure denn, Herr, unser Retter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul bekehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach, bekehre die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, und mit Tauben- Ginfalt zwar, doch auch klug, wie Schlangen. handeln. Zeig uns selbst bald die Gefahr. Schickt euch, es ist böse Zeit, sprichst du; mach uns selbst bereit, daß wir wachen, beten, kämpfen, und ſo die Versuchung dämpfen. 13) Von der heiligen Taufe. Einsetzung der Taufe. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan. er, um uns von Sünden zu 218. Wie Christus ſelbst waſchen, angeordnet hat, vielzum Jordan kam, und nach des Vaters Wil- len die Taufe von # Johannes nahm, um alles zu erfül- len, was Gott heischt; so muß auch das Bad, das mehr uns willig finden. Es bringt uns Heil und Le- ben. 2. Hört, wie es zu den Jüngern heißt: geht, spricht er, lehrt die Völker, und auf den Bater, Sohn und Geist tauft nunmehr alle Völker. Wer glaubet, und die Taufempfängt, - Von der heiligen Taufe. 198 Erster Theil.. wird selig, wer hingegen ungläubig fest am Irrthum hängt, der fliehet vor dem Segen, und muß verloren gehen. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! Mel. von Nr. 72. 219. ch bin getauft auf o Sünde weich! Gott hört es! deinen Namen, jetzt entsag ich euch. Gott Vater, Sohn und heilger Geist! ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O, welch ein Glück wird dadurch mein! Laß, Herr, mich des auf ewig freun. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater! und ein selig Theil hast du, Sohn Mel. Liebster Jesu, wir sind bier.-4. Gottes, mir gewähret an dem 220. Mein Erlöſer! der von dir erworbnen Heil. Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand sein. du mich dir zum Eigenthum erkaufet, als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. Derwecke mich zum Fleiße, recht zu sein das, was ich heiße. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du mein Gott, mir zugewandt. D, laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater! und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils! sei ewig mein, und laß mich stets den Deinen sein! deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen kamst. 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn! du klopfft an mein Gewissen an, und lockst mich auf die rechte Bahn. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlſein achten, daß ich, Jesu! deinen Willen treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ewgen Glücke. Davon ist auch nach dem Sterben ewig Segen zu ererben. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 199 Sünden; laß es deinen Geist erneun und mit dir genau verbinden! da wir ihm den Namen geben, schreib es in dein Buch zum Leben! 3. Hirte! nimm dies Schäflein an! Haupt! mach es zu deinem Gliede! Lehrer! zeig Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. ihm deine Bahn! Friedefürst! 221. Herr! wir stehen hier ſei du sein Friede! König! laß es deinen Willen künftig immer treu erfüllen! vor dir: laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden, und im Himmel möge werden. 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben! endlich auch, wenn dirs gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, 2. Wasch es, o Herr Jesu!| und im Himmel zu den Frommen, rein durch dein Blut von seinen zu den wahren Christen kommen. 4. Laß mich drum, wie dirs gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. 17) Von dem heiligen Abendmahle. Einsetzung des heiligen Abendmahls. Mel. des 91. Psalms. - 222. A Hand geleitet, mit seinen Jün# 7 gern noch das Mahl, das längst 18 Jesus jezund auf ihn gedeutet. stérben wollt für unsre Misse2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschab zu begehen; nun seir ich keinen FestEtag mehr, bis Gott mich wird schnöden Sold aufs schändlichste erhöhen auf meinem Stuhl in tha ten, in jener Nacht um verra- then: hielt er in dem beE stimmten Saal, von Gottes meinem Reich, das mir der Vater gibet, und dem, der hier mit mir zugleich in seiner Lieb sich übet. 200 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 3. Drauf nahm er Brot, und brachs, und dankt, und sprach: nehmt hin und effet, damit ihr nicht im Glauben wankt, und meiner nicht vergesset; das ist mein Leib, der durch viel Qual jezt wird für euch gebrochen, daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd an euch gerochen. 4. Den Dankkelch nahm er auch hieraus; er that mit Wohlgefallen den Mund zum Lebe Gottes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, das ich für euch vergieße, euch drohtumsonst der Höllen Glut, indem ich für euch büße. 7. Kein Tropfen labt den reichen Mann in seinen schweren Leiden, schaut mich dagegen gläubig an, fein Schicksal zu vermeiden. Wer mir vertraut, und Buße thut, der ist durch mich versöhnet, doch weh den Falschen, dermein Blut mit frechen Lastern höhnet. 8. Die Welt, die nicht ihr Heil versteht, bleibt an dem Neußern hangen, und meint damit, wenns übel geht, Genade zu erlangen! doch dich entzeucht nicht Brot und Wein dem ernstlichen Gerichte; soll dies dein Trost, o Sünder, sein, so wird dein Trost zu nichte. 5. Das Blut, das an dem 9. Der rechte Labtrank ist Altar dort in Opfern ward ver- mein Blut, mein Fleisch die rechte goffen, tilgt nicht die Schuld, Speise; o, iß und trinke dir zu schafft sie nicht fort, drum follt, gut, und auf die rechte Weise. wie Gott beschlossen, jetzt zur Erkenn, daß ich mich in den Tod Vertilgung dieser Schuld mein für dich dahin gegeben: so Blut, mein Söhnblut fließen; nun denkt an Gottes Gnad und Huld mit freudigem Gewissen. weichet Durst und Hungersnoth, so hast du Heil und Leben. 6. Halt't oft den Brauch mit Brot und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer sein; gespeiset und getränfet, sagt laut: o! wenn dein Tod nicht wär, wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort, zu meiner Ghr, als würdge Himmelserben! umfassen. 10. Jch bleib in dir und du in mir, damit von meinem Geiste dein Geist getrieben für und für Gott Dank und Ehr erweise. Du bist nun ganz mein Eigenthum, ich kann dich nicht verlassen. Ich will dich einst zu meinem Ruhm mit ewger Treu Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 201 kommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum forge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 11. Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen, nur gib, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handel. 5. Mein Heiland, den der Himmel preist, dich will ich ewig loben. O, stärke dazu meinen Geist mit neuer Kraft von oben. Mel. Allein Gott in der Höh. 15. Dein Abendmahl vermehr in 223. Halt im Gedächtniß mirdes Glaubens Kraft, auf daß o ich dir mit neuer Treue Seele! der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. ein Heiland dir zu werden. Ver- 224. Gelobt ſeiſt du, Herr Zebaoth! gelobt giß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! wie hast du, 2. Halt im Gedächtniß Jesum Gott, auch mich geliebt! er, der Christ, der für dich hat gelitten. uns ewig Leben gibt, ist auch Da er am Kreuz gestorben ist, für mich gestorben. Mein ganzes hat er dir Heil erstritten. Er- Herz frohlockt in mir. O Vater, rettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe! ich lobsinge dir. Gib, daß ich jeden Tag aufs neu mich deiner Vaterhuld erfreu. Gott meines Heils! sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir recht dankbar ſein. 3. Haltim Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden, und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden 2. Voll hoher Ehrfurcht beug auch dir Befreiung ausgemacht, ich mich vor dir, Sohn Gottes, und ewges Leben wiederbracht. der du dich für mich dahin geDank ihm für diese Liebe! geben. G8 komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, er wird einst wieder 202 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. mir das Leben. Durch deines| 5. Zu deinem Himmel hilf du Opfers ewge Kraft hast du, o mir. Der Freuden Fülle ist bei Herr, auch mir verschafft, was dir; laß sie mich einst genießen. mich vor dem Verderben schüßt, Belebe mich mit Muth und Kraft, was meinem Geiste ewig nüßt. so meine ganze Bilgerschaft zu Herr Jesu Christ! wie liebst du führen und zu schließen, daß mir mich! wie liebst du mich! gib, dein Wort stets heilig sei, daß daß ich ewig liebe dich! ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu, was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mein Heil, sei stets mit mir, sei stets mit mir, so komm ich einst gewiß zu dir. 3. Mit Inbrunst fleh ich, Herr, zu dir! befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe! mich dürftet, gleich dem dürren Land, bei deiner Liebe Unterpfand, nach deiner großen Güte. Ich fühle, Herr, was mir gebricht. O stärke meine Zumel. An Wasserflüssen Babyions.-97. verſicht, daß du auch mein Ver- 225. Ich komme, Herr, und mich vom ewgen Tod befreist. Herr, dieser Troft ſei fest in mir, sei fest in mir, so dien ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir außersehen. Auch mir zum herrlichsten Gewinn gabst du dein Leben willig hin, drum hör auch jetzt mein Flehen. Mein Heiland, zeuch 2. Dich bet ich zuversichtlich mich ganz zu dir, ja, durch den an, du bist das Heil der Sünder. Glauben wohn in mir; so nimmt Du hast die Handschrift abgein mir die Seelenruh, und meines than, und wir sind Gottes Herzens Beßrung zu. Mein Kinder. Ich denk an deines Herr und Gott! verlaß mich Leidens Macht, und an dein nicht, verlaß mich nicht, so komm Wort: es ist vollbracht! du hast ich einst nicht ins Gericht. mir Heil erworben. Für mich und mühselig und beladen. Herr! mein Heiland, segne mich mit den erworbnen Gnaden! ich liege hier vordeinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Sch fühle meiner Sünden Müh! ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 203 hast du dich dargestellt. Mit Mel. von Nr. 84. ſich verſöhnte Gott die Welt, 226. Menschenfreund, da du für sie gestorben. o 3. O freue dich, mein Herz, quell, der Schwachen Kraft und in mir! er tilget deine Sünden, mächtiger Vertreter! erbarme er nahet sich mit Trost zu dir, dich, du Hörer der Gebeter! ge= und läßt dich Gnade finden. Du denk an mich, o mein Immanuel! rufft und er erhört dich schon, ich stehe hier mit Furcht und spricht liebreich: sei getrost, mein Angst belegt; ich klag es dir, du Sohn, die Schuld ist dir verge- Prüfer meiner Nieren; du bist ein ben. Du bist in meinen Tod ge- Arzt, der kranker Seelen pflegt, tauft. Vergiß nicht, dem, der dich du bist ein Hirt, der selbst ſein erkauft, zur Ehre stets zu leben. Schaf will führen. 4. Dein, spricht er, ist die Seligkeit, bewahre sie im Glauben; und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum zu dir erheben, von ferne steh und jeh ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Wünsch noch wagt. Aus Demuth schlag ich an die bange Brust, der Sünden Sig, die mich von dir geschieden. Ich schäme mich auch der verborgnen Lust, in welcher oft die Herzen heimlich ſieden. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu er- 3. Wo soll ich hin? Ich will füllen. D, gib mir selbst durch zum Lebens- Gott. Es soll mich deinen Tod die Kraft zu meinem nichts von meinem Felsen treiben; Willen. Laß mich von nun an dir, Jesu, will ich mich allein tüchtig sein, mein ganzes Herz verschreiben. Tod! Höll! dein dir, Herr, zu weihn, und deinen Sieg und Stachel ist ein Spott. Tod zu preisen! Laß mich den Der Ueberwinder, Jesus, ist Ernst der Heiligung durch eine mein Haupt, der Hölle, Tod und wahre Besserung mir und der Teufel hat bezwungen; ich bin Welt beweisen. durch ihn der Sündenmacht ent 204 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. raubt, es ist dem Held aus| Tafel geh, und Brot und Wein Davids Stamm gelungen. mir geben seh, du werdest meiner Seel imgleichen dich selber reichen. 4. So tret ich denn, mein Jesu, jegt vor dich, ich komm zu deinem Mahl nach deinem 4. Ach laß mich nur recht Willen. Ach laß mich da den gläubig essen, und schenke mir in Durst und Hunger stillen; mein voller Kraft, was uns dein Opfer. Heiland, dein Verdienst erquidke tod verschafft! all meiner Sünden mich! wird nun mir so des Glau- werd indessen vor Gott vergessen. beus Kraft vermehrt, dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd ich dich, der du mein Flehn erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preisen. 5. Ach Jesu! laß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigkeit! ach, mach uns allesammt bereit, und laß in einem Geist die Deinen sich fest vereinen. 6. Du bist das Haupt, wir 227. Wie groß ist deine sind die Glieder, die eines Brots Menschenliebe, mein theurer Heitheilhaftig sind. Ach, daß uns deine Lieb entzünd't! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. land, Jesu Christ, der du für mich geſtorben biſt! o, daß ich nur mit reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Mahl, bei welchem du mich speisest mit deinem heilgen Brot und Wein, muß mir ein göttlich Denkmal sein, daß du mich auf dein Opfer weisest, mich glauben heißeſt. 3. Auch ist mir das ein Pfand und Zeichen, wenn ich zu deiner Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 228. Tag, den mir der Herr gemacht! Sei gesegnet, Tag der Freude! du erhellst des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank ich dir dafür! 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab ich meinen Gott betrübet. ihn, der mich zum Glück erschuf. und mich stets so treu geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 205 3. Der ich fühn sein Recht sehr, vor Unruh meiner Seelen. entehrt, der ich seine Macht ver- Weltrichter, ach! im Zorne nicht, fennet, ach ich bin es nicht mehr im Zorne geh nicht ins Gericht werth, daß er noch sein Kind mit mir, Gott, reich an Güte! mich nennet. Ich verdiene Fluch du kennst, was ich nicht recht geund Tod, die sein Wort den than. Erbarmer! sich mein Herz Sündern droht. auch an, mein reuiges Gemüthe. 3. Gs seufzt um Trost und ängstigt sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst den Schwachen beizustehn, die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirst ein gläubig Herz voll Reu, auch meines nicht verachten. 4. Dennoch nimmt der Güf'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut vergißt er väterlich seines Zorns und meiner Sünde; gibt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. 5. Tag der Wonne, beilges Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leidenschenken, und mein Leben soll allein ſeinem Ruhm gewidmet sein. 4. Mein Gott! regiere künftig Mel. An Wafferflüssen Babylons.- 97. mich, daß ich vorsichtig bandle, 229. Du, Herr! baſt aus und heilig, voll Verkraun auf Barmherzigkeit dich, nach deinem Rathe wandle. zum Denkmal deiner Gnaden Gib, daß aus Dank für deine das ganze Volk der Christenheit Huld, in Lieb, im Glauben, in wohlthätig eingeladen. Du Geduld ich dir auf Erden lebe, rufst: Mühselge, kommt zu mir. bis ich dereinst in deinem Reich, Du Weltversöhner! ja zu dir verklärt, unsterblich, Engeln komm ich auch heut, ein Sünder. gleich dich ewig rein erhebe. Verstoß von deinem Angesicht. verstoß mich, o mein Heiland! Mel. Dennoch bleib ich stets an dir.-156. nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 230. Dich, mein Jeſu, 2. Zwar meine Miſsethat ist ich nicht; mehr, mehr als ich könnte zählen, du kaunst Seelen recht erquicken! Sie drückt mich, Herr, ich zittre du bist meine Zuversicht, du 206 Erster Theil.- Von dem heiligen Abendmahle. allein kannst mich beglücken! Jesus ist der Seele Heil; Jesus du, mein Jesus, sollst allein kann mir alles geben. Drum, meines Herzens Freude sein. was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu! laß ich nicht. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.- 121. wo ich soll den Segen suchen! 231. Seele, willst du Ruhe Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! was für Schätze kann ich zeigen! meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet nun mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. finden, drücket dich die Last der Sünden, komm, Vergebung zu empfangen, denn dein Licht ist aufgegangen, und der Herr voll Heil und Gnaden hat zu sich dich eingeladen. Deinen Bund sollst du erneuen, und dich seines Todes freuen. 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn, oder näher sich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! lodre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten! kein Verlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Theil; Jesus ist mir Trost und Leben; 2. Gil, wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen, komm, den gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! komm mit brünstigem Verlangen, seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd entlade, gibt er heute Gnad um Gnade. 3. Herr! ich freue mich mit Beben. Laß mich Gnad empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen tränken, und dich ihnen selber schenken. O, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergründen! 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu em Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 207 pfahen. Ach! ich suche dich mit weihen. Hier will ich mich fleißig Thränen; sollt ich mich vergeblich sehnen, meiner groß und schweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden? laß, Erlöser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. üben, dich zu kennen, dich zu lieben! einst werd ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden; hilf mir, hilf mir überwinden. - 5. Du, dem unsrer Väter Schaaren, die, wie wir, auch Sünder waren, Dank und Preis und Jubel singen, daß sie hier dein Mahlempfingen! Sohndes für deine Todesleiden. Hab ich Baters! Licht vom Lichte! laß an ihren Früchten Theil, was von deinem Angesichte uns, die fehlt dann meinen Freuden? deinem Ruhm sich weihen, Licht Du wardst ein Opfer auch für und Leben jetzt erfreuen. mich. O gib, daß meine Seele sich des ewig freuen möge! 6. König! Hoherpriester! Lehrer! du mein göttlicher Be- 2. Was kann mein Geift kehrer! du, der selbst dein eignes durch deinen Tod nicht noch für Leben für mich in den Tod gege- Segen finden! Erlösung aus der ben, hier fall ich zu deinen Füßen; Todesnoth, Vergebung aller ach, laß würdig mich genießen Sünden, Gewissensruh, zur dieser deiner Himmelsspeise, mir Beßrung Kraft, das hast du, zum Heil und dir zum Preise. Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. Mel. Allein Gott in der Höh. – 15. 232. Ich preiſe dich, o 3 mein Heil, 7. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack 3. Dein Mahl ist mir ein jener Freuden, die du, Heiland, Unterpfand von dieser großen mir erstrittest, als du unaus- Güte. Wie viel hast du an mich ſprechlich littest, als dich Todes- gewandt! o stärke mein Gemüthe schweiße deckten, und die zum gläubigen Vertraun auf Schrecken Gottes schreckten, als dich, daß ich, so lang ich lebe, du selbst für mich gestorben, mir mich an deine Gnade halte. des Vaters Huld erworben. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir 8. Deines Heils will ich mich freuen, dir will ich mich ewig 208 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. Mel. von Nr. 72. gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes 233. Hier bin ich, Jeſu! Vaterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße hast erworben. zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde, Herr! für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sei an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht nnd Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. O, mache selbst mein Herz geneigt, sie nimmer zu vergeſsen! daß ich aus ächter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen Räum alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu geben, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! o gib von deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 8. Zum ewgen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst darnach zu streben. 5. Ich übergebe mich aufs Herr, mache mich dazu geschickt, neue, o du, mein Herr und Gott! und werd ich einst der Welt an dich. Ich schwöre dir beentrückt, so sei dein Tod mein ständge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich Leben. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. - ewig ſein. Du ſtarbſt für mich, 234. N drum bin ich dein. un, habe Dank 6. Nie will ich mich vor Syöttern schämen des Dienstes, für deine Liebe, du großer Mittden man dir erweist; mich nie zuler Jefu Chrift! gieb, daß ich einem Schritt bequemen, den mein Gewissen fündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein. dich nicht mehr betrübe, der 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Verföhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen haft. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst! den Völkern sichtbar zeigen wirst. Nach der Communion. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß neue Gnade auf mich fließen! mein Heiland, laß es doch geſchehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl geſegnet ſei. 209 du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein mir immerdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott versühnt. Ach! du, sein Sohn, du starbst für mich! Wie` preis ich, Herr, wiepreis ich dich? 3. Heil mir! mir ward das Brot gebrochen, ich trank, Herr, deines Bundes Wein! voll Freude hab ich dir versprochen, dir, treuster Jesu, treu zu sein. Ich schwör es nun noch einmal dir; schenk du nur deine Gnade mir! 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten hast, und deine Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein, und mir zum Guten Kraft verleihn. 14 210 Erster Theil.- Von der Vergebung der Sünden. 5. Im Streite hilf mir über- noch einst zusammen vor ihm winden und stärke mich zu meiner mit seiner Engel Schar, und Pflicht; bewahre mich vor neuen preisen, als sein Eigenthum, Sünden; verlaß mich in Ver- dann ewig seines Namens Ruhm. suchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schent mir im Todeskampfe Muth. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb ich stets als ſeine Brüder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speist und tränkt ein Wein, ein Brot. 7. Wie jetzt in unsres Heilands Namen sein Volk vor ihm versammelt war, so kommen wir 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und wenn er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestät, dann geh ich im Triumph mit euch, ihr Auserwählten, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Chre, Freud und Lust der Welt mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig sein. 18) Von der Vergebung der Sünden. Mel. von Nr. 72. wie hast du uns geliebt! weldh 235. Gott, deine Gnad ein Erbarmen ausgeübt! ist unser Leben! 3. Dank! ewig Dank sei sie schafft uns Heil und Seelen- deiner Treue, die niemand gnug ruh. Dein ists, die Sünden zu erheben kann! nun nimmst du vergeben, und willig ist dein jede wahre Reue mit VaterWohl Herz dazu. Dem dir verschul- huld noch gnädig an. deten Geschlecht schenkst du zum dem, der sich zu dir bekehrt, Leben neues Recht. und gläubig seinen Mittler ehrt. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Friede hätten, für uns den 4. Den, Herr, befreist du von den Plagen, die dem Gewissen furchtbar sind; der kann getrost und freudig sagen: Gott Tod, der Sünde Lohn. O Gott, ist für mich, ich bin sein Kind; Erster Theil. hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. - Von der Vergebung der Sünden. 211 ganzes Leben in kindlichem Gehorsam weihn. Daß, Herr, bei dir Vergebung sei, das mach in deiner Furcht mich treu. 5. D Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut! Sie flagt nicht, daß ein Der 25. Psalm. mel. AlleMenschen müssen sterben.-- 82. Glück ihr fehle, ihr Loos ist die 236. Ich erhebe mein GeGott, dein Fried ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. 6. Dein Friede stärkt zum frohen Muthe das Herz, auch in der größten Noth; gibt Hoffnung zu dem ewgen Gute, und macht getrost selbst auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Lust, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 8. Olaß mich dies im Glauben fassen, und mich mit starker Zuversicht auf deine Bundestreu verlassen. Wenn alles wanft, so wankt sie nicht. Mit Reu und Demuth such ich dich; gib mir den Trost: Gott ist für mich. voll, mein Gott, zu dir, denn ich kenne deine Güte. O wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens! feiner harrt auf dich vergebens. Nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigene Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir! daß ich nicht verirren möge, führe du mich selbst zu dir! Gott, du siehest mein Vertrauen. Sicher kann ich auf dich bauen. Deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater! ja verzeihen. Oso höre denn auch mich. Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sün9. Lobsingend will ich dich ders Leben; seine Seele ist dir erheben, mich ewig deinerGnade werth. Gnädig willst du ihm freun, und deinem Dienst mein vergeben, wenn er sich zu dir be. 14* 212 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. kehrt. Mitten auf dem Sünden-| Gott, verzeihe mir Armen meine wege machst du sein Gewissen Schuld! eröffne meinem Sehrege. Wohl dem, der zu seiner nen, o Bater! Herz und Ohr, Pflicht umkehrt, den verwirfst und lasse meine Thränen und du nicht. meine Seufzer vor! 5. Du erquickest die Glen- 2. Ach! sollte, wenn wir fallen, den, deren Herz sich dir ergibt, die für Gnade Rechtergehn, so würde fich flehend zu dir wenden, über von uns allen der Frömmste ihre Schuld betrübt. Freude nicht bestehn. Du aber heilest schenket deine Güte dem geäng- gerne zerknirschter Seelen Bein, steten Gemüthe, welchem du die daß man in Ehrfurcht lerne, Sündenlast liebreich abgenom- dir treu und dankbar sein. men hast. 3. Ich trau von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt, wie nach des Morgens Schimmer der müde Wächter blickt. 4. Der Same Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bist gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schooß, und machestZions Kinder von allem Bösen los. - 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7 Dir will ich mich denn er geben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr über winden! Ach! bewahr, ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! Der 32. Pfalm. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 238. W Der 130. Psalm. ie selig, Gott! Mel. Ach Herr, mich armen S.-67. 237. Shfleh in tiefsterwie ſelig iſt der Sünder, dem Reue zu deiner E Gnad und Huld. Du, milder du gnädig bist, den Todesfurcht Erster Theil. Von der nicht schrecket! dem, weil ihn seine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergiebt; den dein Erbarmen decket! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, des Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entrissen. 3. Darum, mein Gott, bekenn ich dir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, dann, mein Gott, verzeihest du, und läß'st die müde Seele Ruh in deinem Frieden finden. Vergebung der Sünden. 213 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ewgen Vaters Unterricht. Er führt zu Seligkeiten. 5. Mein Schirm bist du; zu dir flich ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr als meinen Retter offenbar, und läß'st mich sicher wallen. 7. Wer nicht von Gott die Weisheit lernt, der ist verblendet und entfernt sich von den wahren Freuden. Wer aber sich auf Gott verläßt, hält seine Gnade ewig fest, auch in den schwersten Leiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr Frommen, an! euch wird des Höchsten Güt umfahn. Von allen seinen Knechten bleibt Gott der Trost die Zuversicht. Er rächet ihre Sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten! Mel. von Nr. 16. 4. Die Frommen werden 239. Ach schone doch, o großer Menschendeine Huld und deine schonende Geduld, o Bater! ewig loben. hüter! ach strafe nicht, barmDu bleibest ihre Zuversicht; die Fluth, die aus den Ufern brisht, mag noch so mächtig toben. herziger Gebieter! ach rechne nicht! wer kann vor dir bestehn? Mich schreckt dein Zorn! doch will ich zu dir gehn. 2. Ach zürne nicht! in Jesu will ich kommen. Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! 214 Erster Theil. Von der Vergebung der Einten. 3. Ach rechne nicht! auf Lastern sich befleckt, der in tiefen tausend muß ich schweigen. Ich Schulden steckt. will mich vor dem Gnadenzepter 2. Mein erwachendes Gebeugen, laß Gnad, o Herr, wissen, deine Strafgerechtigkeit, anstatt des Rechts ergehn, sonnst fann ich nicht vor deinem Thron bestehn! dein Geseß, das ich zerrissen, nebst dem Satan, stehn bereit, meine Seele zu verklagen. Ich weiß nichts darauf zu sagen; denn der Zeuge gibt sich an, der gesehn, was ich gethan. 4. Ach strafe nicht, du aller Bosheit Rächer! wo blieb ich sonst, ich schuldiger Verbrecher! sieb an den Sohn, der unsre Schulden trug, und den dein Zorn, als unsern Bürgen, schlug. 5. Ach schone doch! ich bin zwar Asch und Grden, ein leichtes Blatt, das bald zu Staub wird werden: doch will ich sein, o Herr, dein Eigenthum; ach nimm mich auf! gedenk an deinen Ruhm! 3. Wehe mir, ich muß ver. derben! ich seh nichts, als Höllen. pein. Frecher Sünder, du mußt sterben! wird mein strenges Urtheil sein. Es erzittert meine Seele vor des offnen Abgrunds Höhle; es erstarret Geist und Blut vor der ewgen Flammen Glut. 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirst mich nicht verlassen; du wirst mich doch mit Lieb und Huld umfaffen. Drum tröst ich mich und fasse guten Muth: es ist bezahlt, die Schuld macht Jesus gut. 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg ins Mittel tritt, weil sich ein Vertre ter findet, der für den Verklagten bitt't. D, beglückte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden und sein blutges Lösegeld meinem Richter dargestellt. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 5. Richter, siehe meinen 240. Schöpfer aller Men- Bürgen, siehe die Bezahlung an! schenkinder, großer dieser ließ für mich sich würgen, Richter aller Welt! sieh, hier dieser hat genug gethan! der hat wird ein armer Sünder, Herr, dein Gefeßz erfüllet, der hat vor dein Gericht gestellt, der in deinen Zorn gestillet. Herr! ich Sünden ist geboren, der dein glaube! steh mir bei; sprich von Ebenbild verloren, der mit Straf und Schuld mich frei! Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 215 6. Siehe mich im Staube Mel. Wer nur den lieben Gott.-7. liegen. O wie drückt mich meine 241. Wie theuer, Gott! ist deine Güte, Schuld! doch dein Wort kann ja nicht trügen, Sündern gönnst du deine Huld. Du sprichst zu mir: du sollst leben! deine Schuld ist dir vergeben; sei getrost, mein lieber Sohn! komm zu meinem Gnadenthron. - die alle Missethat vergibt, sobald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt, und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 2. D, laß mich ja nicht sicher 7. Seht, wie sich der Ab- werden, weil du so reich an grund schließet! seht, wie sich der Gnade bist. Wie kurz ist meine Himmel freut! da das Blut des Zeit auf Erden, die mir zum Lammes fließet, da mich die Heil gegebne Frist! gib, daß sie Gerechtigkeit des vollkommnen mir recht wichtig sei, daß ich sie Mittlers decket. Wer ist, der meiner Beßrung weih! mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein Himmelskind verklagt? 8. Richter, der mich losgesprochen; Bater, der mich zärtlich liebt! Mittler, der, was ich verbrochen und geraubt, Gott wieder gibt! Geist, der mir den Glauben schenket, der mich in 4. Nie kannst du dem die den Mittler senket! Gott der Schuld erlassen, der frevelnd Gnaden! dir sei Ruhm, und Schuld auf Schulden häuft. mein Herz dein Eigenthum. Der kann kein Herz zu Jesu 9. Laß mich nun die Sünde fassen, der zwar auf sein Verhaffen, die das Herz mit Angst dienst sich steift, doch in der beschwert! laß mich alles unter- Sünde noch beharrt, dafür er laffen, was den neuen Frieden selbst ein Opfer ward. stört! reinge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig sein be flissen, mit Verläugnung dieser Welt das zu thun, was dir gefällt! 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, find Reu und Beßrung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwund't Gewissen mit 216 Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. Trost an deiner Baterhuld. Jch der Liebe gegen dich! sie dränge will mit Ernst die Sünden stets und leite mich! scheun und willig dir gehorsam fein. - 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Miſsethat ver6. Daß mit Gerechtigkeit gibst! das haffen, was du mir auch Stärke durch( Shristum mir vergeben, das lieben, was du geschenket sei, will ich durch selber liebst. Laß, Vater, mein Uebung guter Werke beweisen. Gewissen rein, und heilig meiMache selbst mich treu, Herr, in nen Wandel sein! 19) Bon der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Psalm. gedeiht; Staub ist der Sünder, Mel. Mein Gott, das Herz ich zc.- 59. der sein lacht, Spreu, die der 242. Owohl dem Men- Wind zerstreut. schen, der dem Rath der Frevler sich entzieht; dem Menschen, der den krummen Pfad der Uebertreter flieht. 6. Der, der sich gegen Gott empört, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 2. Der, wo der Gottheit Spötter lacht, die fromme Seel entfernt; sich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht; du schauft im Zorn den Sünder an, des Sünders Weg vergeht. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baumvonseinem Segen schwillt, sich hebt, und einen weiten 243. D Raum mit seinem Gipfel füllt; 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; er tröstet den, der Schatten sucht, der Wandrer ſegnet ihn. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm und Mel. des 1. Psalms. er Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn: wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn; so dürfen wir ihn unsern Vater nennen, und Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 217 seinem Schuß man sicher ruht, und sich an ihm ergößt. Der Herr ist gut! - er will uns für Kinder auch erkennen. Bedürfen wir im giebt ihn uns dies Wort: der 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sei, ent. deckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Lust und Freude stehen; nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer beſser sieht: der Herr ist gut! Herr ist gut! 2. Der Herr ist gut und hat mit uns Geduld; ist reich an Gnad und will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt, nach höchster Strenge rächen; er übersieht der Irrenden Verbrechen; er ist versöhnt durch seines Sohnes Blut. Was will ich mehr zum Trost? der Herr ist gut! 3. Der Herr ist gut und theilt fich willig mit. Er geht uns nach und merkt auf jeden Schritt, und gibt uns gern, was wir vonnöthen haben; er schenket uns 244. Vernimm 6. Der Herr ist gut! er siehet huldreich an den schwachen Dienst, den man ihm leisten kann, gibt Gnadenlohn den Knechten, die ihn lieben; kein Wassertrunk ist unvergolten blieben! er gibt dafür die ganze Segensfluth; und so bleibt ewig wahr: der Herr ist gut! Der 5. Psalm. den Reichthum seiner Gaben. Wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! Kampfe Trost und Muth; so ernimm, o Gott, vernimm mein Flehen; verachte meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein 4. Der Herr ist gut! in seiner Liebe Schooß trägt er uns stets, und ist das Elend groß, so hat E er Kraft und Neigung, uns zu schützen; es kann der Geist in stillem Frieden sitzen, weil unter König, deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag und Nacht zu dir, 218 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. gern erfreut. Du wirst mir meinen Weg bereiten; und wer, wenn du, Herr, bei mir bist, wer ist, der meiner mächtig ist! mein Gott, hilf, und sei gnädig mir. 2. Ich will auf dein Gebot 7. Wenn meine Feinde vor aufmerken; ganz heilig will ich mir heucheln, wenn sie nach vor dir sein! ach mach, mein meinem Unfall sehn, und immer Gott, mich selber rein! du hast meine Tugend schmähn, und an allen guten Werken ein mir mit Schlangenzungen innig Wohlgefallen, Herr, drum schmeicheln: so bin ich doch nicht heilige mich, Heiligster! ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dirs klagt. 3. Gott, dir mißfällt der Gräul der Sünden! wer bös ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht bekehrt, der wird nicht, wenn er fleht, erhört. 8. Erfreue, Gott! die dir vertrauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; sei ihren Feinden, Herr, zum Truz, stets der verlaßnen Frommen Schuß. 4. Die Frevler mögen nicht bestehen; du hassest jeden falschen Geist, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, 245. Me Gott, zu schmähen; dein strenges heiliges Gericht verschont der frechen Lügner nicht. 5. Ich aber, Gott, durch deine Güte erquicft, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o Gott, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Du kannst, du wirst mich ferner leiten nach deiner großen Gütigkeit, die gern erlöst, und Mel. des 90. Psalms. X ein Salomo! dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschweret; wenn sich zu dir mein blödes Herze kehret; 10 kann ich bald von dir Erquicfung spüren. Dein Gnadenblick er Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 219 Edämpfet, so daß mit Zweifel noch mein Glaube kämpfet, und dieser Schritt mir neue Angst erreget, so laß mich bald dein huldreich Antlig sehn, und neue Kraft und Zuversicht entstehn. muntert meinen Sinn, und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte! was ists, womit sie ihre Diener lohnte? s kann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jesus kanns, er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 3. Obester Freund, du tröstest ein Gemüthe, das Gutes will und 6. So ruh ich nun, mein Freund, in deinen Armen; du läsfest deine Huld mich tröstlich schmecken. Von dir geschützt, kann mich nichts mehrerschrecken, mein Zoar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunst mein frohes Herz genießt. Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. Böſes in sich findet, und bekend 246. Ich hoff, o Gott! mit J deine Kraft gar bald empfindet! es schmeckef deine wunderbare Güte, die alle Angst, die alle Noth verschlingt und unsern Geist zur sanften Ruhe bringt. festem Muth auf deine Gnad und Christi Blüt, ich hoff ein ewig Leben. Du biſt ein Vater, der verzeiht, hast mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 4. Es müsse dann mein Herz nur Christum schauen. Schein unverhüllt, o Sonn, aus jener Höhe! daß ich das Licht in deinem Lichte sehe, und könne schlechter dings der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ'. 5. Wenn meine Schwachheit mich darnieder schläget, und fast den Geist der Kindschaft in mir 2. Herr! welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost 220 Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. im Glend zu, versüßet uns des| Ruhm, wir sein erkauftes EigenLebens Ruh, und stärkt uns thum, und Schafe seiner Weide. in Gefahren. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann ſieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Volk erklären. 1 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Trost erfüllen! ber. 35. 247. Wie groß ist unsre Seligkeit, o Gott! schon in der Prüfungszeit, ſelbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt, und treu in Jesu Dienst sich übt! wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! Mel. Wie schön leuchtet der. - 5. Wie glücklich, Gott, find Christen dann! wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit! so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr! gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und das Leben ganz zu Jesu Dienst zu geben. 2. O, wie erhaben ist das Recht, das du uns gibest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser VaterHand, Allmächtger! uns ent. 248. 3h weiß, ich reißen? hier land, und wer will deiner starken Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. an wen mein Glaub hält. Kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt, leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, Hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und in Jesu Händen. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 221 Gott, vollkommen schmücket. 2. Mein Leben ist ein kurzer| mir noch verhüllt; dort wird er Streit. Lang ist der Tag des sichtbar, wenn dein Bild mich, Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohndes Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Ruhm besteht Erster Theil.- - 3.D Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 4. Herr! lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel aufdich, auf meiner Seele Glück, durch alle Ewigkeiten. auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit verDer 112. Psalm.Mel. von Nr. 55. geht, und währt nur kurze Zeit Im Himmel ſei mein Wandel! 249. Preis, Breis fei Gott! und Glück da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene begre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Jm Dunkeln seh'ich hier mein Heil; dort ist mein Antlig heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth und Heil und Segen sei dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegeneinhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt und mächtig wird auf Erden der Same derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr lässt ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfüllet ihre Hütten; die Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig 4. In grauenvollen licht- zürnen, knirschen und vergehen; beraubten Nächten umstrahlte denn was der Frevler Wünsche Gottes Schimmer den Gerech sich erkoren, das ist verloren. ten, den Milden! den deß sich die Armen freuen, und den Getreuen! 222 Erster Theil.- - fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Lust erheben. Mel. Seju, meine Freude.- 89. 250. Wie getroſt und 5. Beglückt ist, wer Bedrängte heiter, du Gegern erfreuct; wer seinem Näch- benedeiter, machst du meinen sten willig hilft und leihet; gerecht und eifrig, der verfolgten Armen sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er sie zu vertreten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet; sein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden vergessen werden. Geist! der du, die dir trauen, führt zu grünen Auen, und so gern erfreut! niemals wird bei Seelen, mir Erquicfung fehlen. dir, o Hirt und Beruhiger der 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich, zu leben; was du willſt, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du mein Selig7. Es mögen Boten des Ver- macher, rüsteſt mich mit Muth. derbens kommen, und doch ver- Wenn die Welt erbebt und fällt, zaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf Gottes Güte. 9. Er streuet aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröstet gern die Armen! die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Lust erheben. wenn Gericht und Hölle ſchrecken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen; mein 8. Er ist getrost, und seine Erlöser lebt! ich weiß, wem ich Seele zittert vor keinen Plagen, glaube, weiß, daß aus dem ruhig, unerschüttert; mit Lust Staube mich sein Arm erhebt. wird er an denen, die ihn ſchmähen, gerächt ſich sehen. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern: was brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hort durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich Erster Theil..- Bon der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 223 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden. Und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! lağ mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, nie entziehst du deinem Knechte der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweiſt und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hilflos bliebe: groß ist deine Liebe, stärker als der Tod! Herr! und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? Mel. von Nr. 47. 251. W enn ich ein gut Gewissen habe, 7. Würdig dir zu leben, dies jei mein Bestreben, meine Lust so hab ich große Seligkeit; es und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab ich dich: wie gern will ich, das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieſer Zeit. In Freud und Leiden gibt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du er freust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmeln wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs, vor Gott zu treten, und ihn voll 224 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 8. D Seele! darum sei beflissen, daß Frömmigkeit undHeiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! denno! was könnt 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden, Verfolgung, ich ohne dich? Lästrung Schmach und Hohn; denn des Gewissens innre Freu- Mel. Es ist das Heil uns 2c.- 6. den find süßer, als der Welt ihr 252. Ein Bilger bin ich in der Welt, und Lohn; und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein? 5. Die Fröhlichkeit in einem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; sie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Ich eile mit geseytem Schritte des Lebens legter Stunde zu; denn der verfallnen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfte Ruh, indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. kurz sind meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mir hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit versüßt mir meine Bilgrimszeit, stärkt mich selbst im Leiden und 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine Seele. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen; ihr freches Herz bethöret sie, daß sie dein Heil nicht sehen. Ginst bebt der Spötter, Herr, mir Trost und Muth; ich weiß, vor dir, wenn du als Richter daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut! er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Misſethat. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde: mein Heiland gibt kommst, und wir frohlockend dich erheben. 4. In stiller Nacht wein ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe. Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 225 Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. deiner Liebe find ich Ruh. Nichts lässt du deinem Freunde fehlen; will irgend eine Noth mich quälen, so eil ich deinen Armen zu. Mein Herz muß mir bald leichter werden, erquickt an deiner treuen Brust. Es weichen Sorgen und Beschwerden, den Himmel hab ich schon auf Erden; hier such 7. Herr! diesen Trost, der und find ich Ruh und Lust. mich erfreut, vermehr in meinem 2. Die Welt mag ihre Herzen. Mich stärke deine Freundschaft preisen, und mir Ewigkeit bei meiner Wallfahrt Schmerzen. Sie sei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache! mit lächelndem Gesicht, so wie fie kann, viel Guts erweisen, sie mag selbst meine Feindin heißen: o Theuerster! das irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu dir gesellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht und Feinde mich zu Boden fällen. Mel. des 4. Psalms. 253. Wie wohl ist, Truß sei den stärksten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Jesu, meiner Seelen! In Hände reicht! 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb ich frob; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit die alles übersteiget. 15 226 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 3. Droht Moses mit erzürn- 6. Wie wohl ist, Jesu! meiner ten Blicken mir großem Sünder Seelen, weil du mich liebst; ich Angst und Weh; muß ich bei trau auf dich! mich kann Welt, meines Herzens Tücken mich selbst Noth und Tod nicht quälen, du anklagen, schüchtern blicken: so heißest mich dich selbst erwählen, faß ich, wenn ich dich nur seh, du selbst, mein Gott, vergnügest doch Muth; du lösch'st des mich! zu deinem Wort gib dein Zornes Flammen, du haft für Gedeihen, laß mirs des Himmels mich genug gethan. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil! wer will verdammen? du nimmst dich meiner kräftig an! 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich følg und lehne mich auf dich; sie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Troste mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, jollt ich dich nicht gleich verspüren, so wart ich deine Stunde ab; wen du, mit dir zu triumphiren, willst über Sonn und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. 5. Der Tod mag andern schrecklich scheinen, er schwächet doch nicht meinen Muth. Am Abend bleibst du bei den Deinen; in jener Nacht verläss'st du keinen, des Zuversicht auf dir beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicherheit. Du rufst, wie sollt ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Jammer scheiden! du rufft zur frohen Ewigkeit! Vorschmack sein! weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost! mein Freund ist mein! Mel. des 46. Psalms. 254. B eglückter Stand getreuer Seelen, die Gott, den Höchsten, sich erwählen zu ihrem Zweck, zu ihrem Theil, und suchen nur in Jesu Heil! glückselig, wer aus reiner Liebe, und ungefälschtem Glaubenstriebe, nach seines treuen Heilands Rath, die Welt und sich verläugnet hat. mel. Sch weiß, mein Gott, daß all. Erster Theil..-Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 227 2. Wer Gott hat, was wird Prüfung führen zum Himmel, der verlieren? Nichts, Seele, wo man dein genießt, und du nichts! du wirst verspüren, daß in allem alles bist. er den Seinen alles ist. Wenn du nur deiner erst vergiſf'st, dich ihm mit Leib und Seel ergibest, in seiner Liebe dich nur übest, so ist und wird dir Gott allein Gut, Ehre, Lust und Leben sein. 3. Betrogne Welt! bethörte Sünder, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrügt und eilt dem Schatten nach! wie stürzt ihr euch in Weh und Ach! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betrüget? Ihr tappt im Finstern ohne Licht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht. 4. O süße Lust, die der empfindet, der sich im Glauben dem verbindet, und nur zu dem das Herze lenkt, der sich uns selbst zu eigen schenkt! Wie leicht wird ihm sein kurzes Leiden! er hat den Vorschmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergiffet allen Weitgewinn. 5. Laß, Jesu, mich den Vorsay faffen, die Welt und alles das zu haffen, was mich von dir nur trennen kann! Zeuch mich dir nach auf deiner Bahn! laß deinen Geist mich stets regieren, und hier durch Welt und 3 ch freue mich, mein Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen! du, Herr, bist mein, und ich bin dein! was mangelt 255. S meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt, mag mich die Welt doch haffen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint. Wo find ich Deinesgleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 15 228 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir er freulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht, in dir leb ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einft werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! an dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr! weiden. Ziel gelangen. Soll ich, bis # in den Tod getreu, in deinem Dienste bleiben, und fest bleiben; so stehe du mir bei, im Glauben Frucht zu trei- ben. 2. Herr! wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Lust und Noth, manch guten Vorsag breche. Ich bin nicht gnug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft aus so viel Stricken? 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkomm nes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben! angefangen, muß ganz allein durch deine Stärk zu feinem Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. 256.M ein treuer Gott! dein gutes Werk, das in mir 3. Doch, Vater! deine Treu und Macht, doch, Mittler! dein Vertreten, doch, Geist der Gnaden, deine Wacht, dein Trieb zum Kampf und Beten, wird alles, was mir Schaden bringt, ja selbst den weiten Rachen jenes Drachen, der sonst so viel verschlingt, bei mir zu Schanden machen. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der Herr nicht Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 229 nehmen. Mein Vater wird sein| Mel. Es ist gewißlich an der Zeit- 30. armes Kind im Hoffen nicht 257. Getrost, mein Herz, beschämen. Das allerkleinste und zage nicht! laß allen Kummer fahren! weil mir mein Bundesgott verspricht, daß er mich will bewahren in aller Trübfal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schützen. 2. Er hat mich schon von Ewigkeit zum Eigenthum erforen; er hat mich in der Gnadenzeit durch Wort und Geist geboren. Der Gnadenrath, der starfe Grund, der ewig feste Friedensbund wird nimmermehr gebrochen. 3. Der Gott ist unveränderlich, der mich zum Heil ersehen. Er kennet mich, er liebet mich, wer will sich unterstehen, mich zu verderben? seine Hand wird mich und meinen Gnadenstand beständiglich bewahren. - Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten; er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. 5. Den Glauben, den er mir geschenkt, den wird er mächtig stärken. Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. Er wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, leiten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. 6. Führt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schüßen, und durch Gebet und Wachsamkeit mich mächtig unterstüßen. Fall ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hülflos liegen lassen, noch mich hassen. Ach nein, er kommt geschwind, mich bei der Hand zu faffen. 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu! kein Tod, kein Schmerz, kein Leiden, nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmeichelei soll uns Verbundne scheiden! Was er zusammen hat gefügt, wird kein Geschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich selig nennen. 4. An meiner Statt hat Jesus sich zum Bürgen hingegeben; und nicht umsonst; er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, wer klaget mich nun weiter an? wer kann mich nun verdammen? 5. Mit dem mein Glaube sich verband, mein treuer Seelenretter, mein Jesus ist zur rechten 230 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. Hand des Vaters mein Vertreter.| Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. Chrift! bu aber hört Gott allezeit; 258. Ich bin einit mein Gott Freund! in dieser hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und Kraft mein Herz in dieser Pilgrimschaft des Lebens und der Leiden. wie könnt er nach Gerechtigkeit mich denn verderben lassen? 6. Ich bins, auf den sein Auge sieht: follt er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt, ich bin sein Glied: sollt er mich denn verlieren? ich bin das Schaf, er ist der Hirt, der mich allmächtig schützen wird: wer will mich ihm denn rauben? 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; er ist zu fest gegründet. Er stüzet sich voll Zuversicht auf Jesum Christ, und findet bei ihm allzeit Trost, 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er verdient, die er be- Heil und Ruh; er eignet sein reit't: wer will sie mir entreißen? Verdienst sich zu und trotzet Dazu hat er mir seinen Geist, Welt und Hölle. der Lehrer und auch Beistand heißt, zum Unterpfand gegeben. 3. Sollt ich um Hoffart, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Wollust oder Sicherheit der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod; allein die Tugend segnet Gott mit Leben und mit Friede. 8. Und dieser Geist soll ewiglich, sagt Christus, bei mir bleiben. Er stärket und versiegelt mich, nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß ich allbereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, 9. Laß mich doch diesen Geist womit Gott in der Herrlichkeit nur nicht durch Sünd, o Herr, die Frommen will belohnen? betrüben! gib, daß ich mög bei was dieses Lebens kurze Frist, seinem Licht mich stets im Gott, gegen das, was ewig ist? Glauben üben! ach, mache mich sollt ich nicht muthig kämpfen? je mehr und mehr bequem zu deines Namens Chr, bis ich dich dorten lobe! 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht mit allen seinen Schrecken. Gott will mich aus Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen 2c. 231 des Grabes Nacht zum großen Tag erwecken; ich fürchte nicht der Höllen Glut, erkauft durch des Erlösers Blut zum Eigenthum und Erbe. Der 23. Psalm. 259. DE er Herr, mein Hirt, behütet mich in Gnaden; mir mangelt nichts und niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo sanfte Wasser fließen, und lässet mich der stillen Ruh genießen: wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf die besten Wege. 2. Drum, sollt ich gleich in finstern Tiefen wallen, so würde mich kein Grauen doch befallen; du, Höchster, bist mit deinem Stab und Stecken mein sichrer Trost vor allen Todesschrecken. Noch mehr, du willst, daß ich an deinem Tische im Angesicht der Feinde mich erfrische. 3. Du salbst mein Haupt mit deinem Freudenöle; dein voller Kelch erquicket meine Seele. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Zeit, mir folget deine Gnade. Ich werde stets, Gott wird es mir vergönnen! in seinem Heiligthume bleiben können. 20) Bom Tode der Glaubigen, und der Auferstehung der Todten. Mel. Ach Herr, mich) armen S.-67. 2. Er ruft zur Zeit derSchmer260. Gern will ich mich zen uns voll Erbarmen zu: kommt ergeben, dich zu verlassen, Welt! Ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh. Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben sein. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. 232 Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen, Im gläubigen Entzücken laß 3. Nimm nach vollbrachtem meine Seele sehn, wie im Gericht Lebenslauf in deine ewge Ruh für Sünder du mit dem Tode uns auf. Verwirf, wenn unser rangst, und wie du, Ueberwinder, Herz uns bricht, verwirf uns allmächtig ihn bezwangst. nicht, Herr, Herr, von deinem - Angesicht! 4. Der frohe Siegsgedanke: 4. Drückt uns dann noch der wo ist dein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wanfe in Ktrankheit Schmerz, so stärke das meiner Todesnoth. So ist, ob- beklemmte Herz, daß es, auch gleich ich sterbe, doch Sterben in der Schmerzenswuth, mit mein Gewinn. Ich bin des starkem Muth in deiner weisen Himmels Erbe; dein Wort sagt, Fügung ruht. daß ichs bin. 5. Gib Hoffnung zu der ewgen Ruh! in unsern Herzen wirke du, Geist Gottes, daß wir glaubend traun, und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun. 5. Duschriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen ſein. trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele! der du die Liebe bist. Dir Mel. von Nr. 86. 261. Dein sind wir, Gott, in Gwigkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du haft der ganzen Menschen schar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn! Zeig uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad ergehe dann für Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade ſein? 2. Wenn nun auch unser 8. sei uns dann nicht Ende kömmt, und deine Hand fürchterlich! erbarme, Vater, das Leben hemmt, dann hilf unser dich! Wenn unser Auge uns in der Todesnoth, Herr, sterbend bricht, leit uns dein unser Gott! ein fanfter Schlaf Licht! so schlt uns Trost im werd uns der Tod. Tode nicht. und der Auferstehung der Todten. 233 Mel. Alle Menschen müſsen sterben.- 82.modrung schnöder Raub. Neu 262. Noch bin ich dein beseelt wird einst mein Staub. Gaft, o Erde! Gott mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Guts zu wählen. Doch werd ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich ju banger Sterbensnoth? 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! russt du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird alsdann mein Körper sein. Zu den himmlischen Geschäften schmückst du ihn mit neuen Kräften; und von Schwäch und Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. 6. Hör, o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: das Grab ist da! denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah. Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Gwigkeit. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, wird mein reger Leib zu 7. Stärke mich auf dieſe Staub, und das Feur, das in Stunde, Jesu, der du für mich mir lodert, wird des falten starbst, und an Gottes GnadenTodes Raub. So, wie Früh-, bundeewig Antheil mir erwarbst. lingsblumen welken, wird mein Laß mich Tod und Grab nicht Leben auch verwelken; Kraft scheuen; laß vielmehr mich und Odem nehmen ab, und den darauf freuen. Denn nach treu Leichnam nimmt das Grab. vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. 2. Herr, du weißt's! Du hast die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre Freuden, ihre Plage sah dein Auge, das nie fehlt, früher noch als du auf Erden mich ließ'st einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab; verwandle ihn in Erd. Dennoch triumphirt mein Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. Glaube, denn mein Leib wird 263. Selig, Gott, find die, einst verklärt. Des verwesten. die nun schon im Körpers Trümmer bleiben wahr- friedenvollen Grabe von des lich nicht auf immer der Ver- Lebens Arbeit ruhn, und sich 234 Erster Theil. deiner größten Gabe, eines ewgen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon sein! Vom Tode der Glaubigen, 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todeshütten. Alle trugen einst dies nacht riefst du einst: es ist Joch, die des Lebens Kron er- vollbracht! stritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 2. Doch du willsts, wir leben noch mühsam hier in Pilger- Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. mein Heiland, 3. Jeſus ſelber lebte hier 264. Wie wird mir dann, vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd erlitten. Laßt uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. sein, wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir entschlafen werde? Dann, Seele, wirst du, ganz befreit von Sünde und von 4. Was ist diese Lebenszeit? Sterblichkeit, entfliehen dieser Ach, nur eine kurze Stunde, Erde. Freu dich innig! stärke, gegen jene Gwigkeit. Gleich- tröste dich, Erlöste, mit dem wohl kommt auf diese Stunde, Leben, das dir dann dein Gott die Gott noch verkürzen kann, wird geben. unser ewges Schicksal an. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; mein Herz stärkt sich in dir, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun in jenem bessern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Aller5. Gib uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nügen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wollest du uns unterstüßen, daß wir freudig auf dich sehn, und getroft zum Tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! flöß uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu sein. und der Auferstehung dar Todten. Mel. des 103. Psalms. 235 heiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein hirt nach den Thränen, nach 265. W te komm ich dem Sehnen, dich Erlösten völlig und auf immer trösten. doch, mein Heil, zu dir hinüber? Du bist mir ja, mein höchstes Gut, viel lieber, als 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! diese Welt, woher kommt denn die Qual, daß mich des Tods Erinnerung erschrecket? Wie kommts, daß dem, den deine Huld bedecket, doch grauet vor 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sei mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu ergeben, daß ich droben dich unendlich dem finstern Todesthal. 2. Mit Dank muß ich von deiner Güte sagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, könne loben. und meine Seel mit vielem 6. Wie wird mir dann, mein peiland, sein, wenn ich mich Trost erquickt; ich weiß, wie den, doch weiß ich auch, wie du manche Noth mir kam zu Hanmir beigestanden, daß mich die last der Trübsal nicht erdrückt. deiner ganz erfreun, dich dort an beten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mit genoß der Herrlichkeit, nicht ein Mensch von Erde. 3. Nun aber will die Furcht Preis dir! daß mir durch dein den Glauben schwächen in mir, Leiden jene Freuden offen stehen. da ich durch diesen Jordan Ewig will ich dich erhöhen! brechen, und durch den Tod in mehr 236 Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen, Canan gehen soll. Ach führe Mel. Nuh laßt uns den Leib begraben. mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiß mich aus Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvoll. 266.B egrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft! wir säen ihn; einst blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub, und wirds nur mehr; er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. 20 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüst, und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todesfinsterniß! geh auf, o Sonn, mit deiner Kraft zu heilen, laß deinen Trost die finstre Wolk vertheilen, und mache mich doch deiner Huld gewiß. 5. Du bist mein Fels; die Wunden sind die Höhlen, da hin ich flieh, was kann ich sonst erwählen, wenn mir der Tod das matte Herz zerbricht? Muß ich allhier im finstern Thale wandern, treibt Todesnoth von einem Ort zum andern, so komm ich doch aus deinen Wunden nicht. 6. O Gott! du bists, der aus dem Tod erhebet, du hilfest dem, der nur an dir fest klebet; ich bins, ich hoff, du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hiernach erwecken, o gib mir hier die Lebensfurcht zu schmecken, damit ich kann in deiner Liebe ruhn. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Miffethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt: nun wird er, Gott, von dir erquickt; hier wandelt er im finstern Thal: nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab: nun wischt Gott seine Thränen ab; was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! wir gehn nach unsern und der Auferstehung der Todten. Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud und Zittern uns bereit. 7. Ach, Jesu Christ, dein bittrer Tod stärk uns in unsrer legten Noth! laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende sein. Mel. Was Gott thut, das iſt wohlgethan. 267. Ich freue mich der frohen Zeit, da ich werd auferstehen. Dann werd ich in der Herrlichkeit, dich, Gott, mein Heiland sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, ins Reich verklärter 237 3. Der du die Auferstehung bist, du bists, an den ich gläube! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübsal, Angst und Schrecken, so wie die Heuchler, decken. digkeit vor dir, mein Haupt, zu 4. Ich hoffe dann mit Freuſtehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. O, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu bereiten." Mel. Allein Gott in der Höh. 15. 268. Mein Heiland lebt! Er hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein, und ihm will ich auch sterben. - Frommen als Mitglied auf genommen. 2. Nicht ewig wird, wer dein 2. Ja, Herr, du führst sie Wort hält, den Tod, o Jeſu, einst heran, die Stunde der Er- schauen. Das ists, was mich lösung; die Stunde, da ich hoffen zufrieden stellt, selbst bei der fann, Trost, Freiheit und Ge- Gräber Grauen. Ich bin getrost nefung; da, Engeln gleich, im und unverzagt, weil du den Himmelreich mich Ruhe, Lust Deinen zugesagt: ich leb und und Leben in Ewigkeit umgeben. ihr sollt leben. 238 Erster Theil. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu ge- 8. Erwecke mich dadurch zum bild'terheben, wenn du, o großer Fleiß, der Tugend nachzustreben, Lebensfürst, nun deinen Todten und als dein Jünger, dir zum rufen wirst, zum Leben aufzu- Preis, nach deinem Wort zu wachen. leben. Und fühl ich hier noch 4. Wie froh und herrlich Noth und Schmerz, so tröste werd ich dann vor dir, mein selbst damit mein Herz; es kommt Heiland, stehen! dann nimmst ein beßres Leben. du mich mit Ehren an; läss'st Vom Tode der Glaubigen, - uns mehr drückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlokend vor dir wandeln. in dein Reich mich gehen. Fort- Mel. Herzlich lieb hab ich dich.— 141. hin von keiner Last beschwert, 269. Mein Heiland! an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O, welch ein selges Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. wenn Geist erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ewgen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet hast: wie leicht dünkt mir dann alle Last, die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeiten Tand in meinen Augen schlecht als Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Anblick jenes ewgen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dies Heil verdank ich deinem Tod. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligkeit umgeben, genießen deiner Herrlichkeit. D, was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist des Körpers 7. Laß die zukünftge Herr- Banden sich entreißt, dann stärk lichkeit mir stets vor Augen ihn aus der Höhe; daß ich, schweben, und mich in dieser durch deinen mächtgen Stab Prüfungszeit mein Herz dahin beschüßt, ins Todesthal hinab erheben, wo keine Schwachheit getrost und freudig gehe. Die und der Auferstehung der Todten. 239 Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Tod. Klarheit jener bessern Welt schaff, wenn mich Dunkelheit befällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 3. Und wenn mein Geist aus Schüchternheit sich dennoch vor dem Tode scheut, weil ihn die Sünden kränken; dann laß mich, Herr, auf deinen Tod die Hoffnung baun, es werde Gott der Sünden nicht gedenken. Der Trost, den du auch mir erwarbst, als du zum Heil der Sünder starbst, und fühltest, wie dich Tod. Gott verließ, der mache mir mel. Jesus, meine Zuversicht.— 47. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Vor deinem Thron werd ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, sehn, dich sehn und froh erstaunen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten selges Theil. Ich soll, dein Mund schwur es mir zu, ich soll lebendig sein, wie du. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stärk diesen Glauben einst im das Sterben ſüß. O Jeſu Chrſt, 270. Jeſus, meine- zuversicht mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. Heiland, ist im Leben! dieses weiß ich, sollt ich nicht auch zu sterben, mich ergeben? was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh mein thränenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Grabe ruft, der ruft mich einst ich werd auch das Leben schauen, auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Gr lebet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn. Mein Geist und mein verklärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeinde Haupt, und sein Glied, wer an ihnglaubt. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er hält mich bei meiner 240 Erster Theil. - Vom Tode der Glaubigen, Hand in den dunkeln Todes- Posaune klingt, die durch alle stunden, er führt mich auf rechter Gräber dringt. Bahn und nimmt mich zu Chren an. 4. Fleisch bin ich, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit bei ihm sei in Ewigkeit. 9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jesum Christum, werd ich schauen! Dann wird Leben, Sieg und Heil ewig, ewig sein mein Theil. 10. Nur daß du dich, Seel, 5. Dann umgibt mich diese erhebst von den Lüsten dieſer Haut, dieser Leib, wie ich fest Erden, und schon hier dem Gotte glaube; Gott wird dann von lebst, mit dem du vereint sollst mir geschaut, wenn ich aufsteh werden! Willst du seines Heils aus dem Staube. Ja, in diesem dich freun; mußt du Seele, Fleisch werd ich sehen, mein heilig sein! Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug im Tode Mel. Machs mit mir, Gott, nach.— 26. bricht, wirds doch meinen Retter 271. Herr! du biſt meine Zuversicht. kennen. Jch, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! Du lebst, ich werd auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst ge= ben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht: dies stärket meine Zuversicht. 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig unter gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen. Zu verwesen, sink ich ein; dann werd ich unsterblich sein. 2. Hier geh ich oftmale weinend hin, den Samen außzustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide, und verzage nicht, denn du bist meine Zuversicht. S. Freudig bin ich und getrost! dann steigt mein Versöhner nieder. Wann ich sterb, ist er mein Trost, und den Todten 3. Hier trag ich deine sanfte ruft er wieder, wenn einst die Last. Wie groß ist meine Würde! und der Auferstehung der Todten. 241 jedoch die Welt, die sie nicht verlaßt die Gruft! wachet auf, faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Einft trifft den Spötter dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht. erlöste Sünder! versammelt euch, ihr Gotteskinder! der Welten Herr ists, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbei! erwacht; Halleluja! macht euch bereit zur Ewigkeit! sein Tag, sein großer Tag ist da! 4. Sink immerhin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub, dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. 5. Herr, diesen Segen dank ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, giengst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. 2. Grd und Meer und Hölle beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf; ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu und Wahrheit; der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 3. Ewges Lob sei dir gesungen! wir sind zum Leben durchgedrungen, am Ziel find wir, beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Mel. Wachet auf! ruft uns die.- 171. Sohn. Kein Auge sahe sie, 272. Machet auf! so ruft dem Ohr erscholl sie nie, dieſe die Stimme Wonne; in Ewigkeit sei dir einst nach der Zeit, der Engel geweiht, Herr, unser Dank und Stimme verlaßt das Grab, Ehr und Preis. 16 242 Erster Theil. - Vom ewigen Leben. 21) Vom ewigen Leben. Mel. des 84. Psalms. der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets 273. Mein Leben ist sucht die Welt mich zu verleiten; ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland! ich ich muß durch dürre Wüsten gehn, und kann oft keinen Ausweg sehn. finde keine Ruh auf Erden; ich suche die zukünftge Stadt, 4. Oft feh ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet; der Trübsal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geist find't nirgends Ruh; doch weicht die Nacht, die mich umhüllet, betracht ich nur der Treue Lohn und jener Ueberwinder Kron die Gott selbst fest gegründet hat, da werd ich erst recht glücklich werden: mein Leben ist ein Bilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen, laß mich auf der Verläugnung Pfad, den mir dein Fuß gezeichnet hat, dem 2. Wie Schatten vor der Ziele täglich näher kommen. Sonne fliehn, so flieht mein Gib, daß ich standhaft streite Leben schnell dahin. Dies ist hier und ewig herrsche dann der Ort nicht, den ich wähle, mit dir. ich eile nach der Ewigkeit! Herr, mache mich dazu bereit! erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte als ein wahrer Christ. 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an; es ist nicht leicht, sie zu bestreiten. Der Weg ist schmal, 6. Verleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall ich noch oft, so hilf mir auf, daß ich vollende meinen Lauf. Laß in der Noth mich feste stehen, getrost auf deine Hülfe traun: so werd ich einst das Leben schaun! Erster Theil. Mel. des 16. Psalms. 274. Aufträger Geist! laß das, was sichtbar ist, nicht länger dich als angefesselt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde brennend wird vergehen, in Ewigkeit wird 7*• dauern und bestehen. -- 2. Ja, hast du nicht im Glauben schon gesehn, daß was dein Herz wahrhaftig kann ergögen, nur droben sei? ist nicht der Schluß geschehn, du wolltest Jesum über alles schätzen, du wollteft dich und Alles gern drum geben, möcht'st du in ihm, möcht er in dir nur leben? 3. Israels Arzt! vertreibe durch die Macht, die so viel Vom ewigen Leben. 243 ewges Licht zu sehn in deinem Lichte. 4. Schenk Augensalbe für die Blödigkeit, die mich verhindert, klüglich zu vergleichen des Himmels Schäße mit dem Dampf der Zeit; laß nie das Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theurem Blut hast wollen faufen, für alle, die in Lebensschranken laufen. 5. O selges Volk, das du aus freier Gnad zum Licht berufen, und Jehova fennet; das Augen, um zu sehn, empfangen hat, das in verborgner HerzensAndacht brennet, um über Sonn und Sterne sich zu schwingen. und bis ins innerst Heiligthum zu dringen. 6. Erwünschter Tag! der diese Scheidewand, den Sündenleib, der meine Freiheit störet, zerbrechen wird! o lang gehoffter Stand! wenn ich, mein Heiland, dich nun selbst verkläret in Klarheit seh! o, dich will ich dort oben mit reinem Geist und reinem Munde loben. Blinden das Gesicht gegeben, Mel. Alle Menschen müſſen ſterben.— 82. in mir der Seelen finstre Blind= 275. Menschen ists geheitsnacht. Die Augen werd ich dann zu dir erheben, um so mit ihre Herrlichkeit verblüht. Welaufgedecktem Angesichte dein cher von den Himmelserben 16* 244 Erster Theil. Vom ewigen Leben. lebet, der den Tod nicht sieht?| Leid; weihen ihm die neuen Staub wird dieser Leib von Lieder, werfen ihre Kronen nieder Erde; doch damit er himmlisch vor dem Herrn und opfern Dank werde, wird er einst von Gott ihr unendlich Leben lang. erneut, und zieht an Unsterblichkeit. - 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit 2. Wollt ich länger hier ver- und Ruh, was kein Sterblicher weilen, als es meinem Gott vernommen, Gottes Heil gegefällt? seinem Reiche zuzueilen, währest du. Freudenernten laß ich gern die Prüfungswelt. schenkt er denen, die erst hier geJesus tilget meine Sünden, sät mit Thränen. Alle Thränen stärkt mich, hilft mir überwinden, trocknet er, Sünd und Elend auch in meiner letzten Noth rettet sind nicht mehr. ich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freun. Ja, mir solls durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinem Heiland, ihn zu sehn! 7. Ich entbrenne vor Verlangen, dies verheißne Land zu sehn, jene Krone zn empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, sie verstäube, ich, ich weiß, an wen ich gläube. Mir ist Sterben ein Gewinn, denn zum Vater geh ich hin. 8. Welche Tröstung das zu wissen! dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind dieſe Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich ſie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. Mel. Wer nur den lieben Gott. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, Jesus Chrift! 7. 5. Alle, die ihm nachgewan- 276. Es ist noch eine delt, sehn des Glaubens Dunkel= Ruh vorhanden keit dort in Licht und Schaun für jeden Gott ergebnen Geist, verwandelt, und in Wonne jedes wenn er sich dieses Körpers Erster Theil. Vom ewigen Leben. 245 Banden nach Gottes Willen sie zu vollkommnen Freuden einst entreißt und nun nicht und krönet sie mit Preis und mehr so eingeschränkt, als hier Ehr. O unaussprechlich süße auf Erden, lebt und denkt. Ruh, wie herrlich, Höchster, segnest du! - 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, wie selig sind doch alle die! in deinen Himmel aufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Last, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlösten, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt mit frohem Lobgesang, selbst für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank; nun jauchzen sie: es ist vollbracht! der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Wie Gott von seinen Werken ruhte, als er die Welt hervorgebracht, so sehn auch mit zufriednem Muthe, vom Herren ſelbſt gerecht gemacht, die From men, bei dem ewgen Glück, auf ihr vollend'tes Werk zurück. 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, fein Schmerz und keine Schwachheit mehr. Gott führt 7. Wer kann hier deine Gnade fassen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt. O mache mich dieser Seligkeit. doch in der Zeit geschickt zu 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! so ernt ich von der Last der Zeit einst völlige Zufriedenheit. Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. 277. Mein ganzer Geiſt, Gott, wird entzückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird er Erster Theil. Vom ewigen Leben. 246 kannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, daß dort ist, mich will erheben. - 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 5. Vor seinem Antlig wandeln sie auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust, und ihre tausendfache Lust kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, fein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, selbst mit Engeln, Freundschaft pflegen: O, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd ich dich, Herr Jesu Chrift, so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden auf gehoben. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Bungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird sie ganz besungen. Völlig 8. Wie herrlich ist die neue gibt sich den Erlösten, sie zu Welt, die Gott den Frommen trösten, der zu kennen, den sie vorbehält! kein Mensch kann sie hier schon Vater nennen. erwerben. O Jesu, Herr der Erster Theil. Vom ewigen Leben. 247 Herrlichkeit, du hast die Stätt| lichen beneidet, und den Bekümauch mir bereit't, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. merten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Bein, nie frei von eigner Schwachheit sein. - Mel. von Nr. 234. 278. Nach einer Prüfung kurzer Tage führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glück5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den Dich, Gott der Liebe, werd unaussprechlich großen Werth. ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr, dein heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Dann lä Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 248 Erster Theil. Vom ewigen Leben. 9. Da werd ich in der Engel| von gegeben, gabst du mir für Scharen mich ihnen gleich und die Ewigkeit. Hier ist allein heilig sehn; das nie gestörte der Prüfungsort, Bestrafung Glück erfahren, mit Frommen und Belohnung dort. - stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu Millionen Malen noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchtest du es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! und Willen, die Wahrheit zu 2. Duschenkest mir Verstand erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Richtschnur meiner Pflicht; der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 3. Du schmücktest durch dein mächtig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und goffest über diese Erde die Wunder aller Schönheit aus, und schufft mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 4. Und dennoch läsfest du mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als 12. Was ſeid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die an uns offen- genöß ich ihrer nicht, ich soll der bart soll werden von Ewigkeit mich zu der Erde ziehn. wenn sie zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! Mel. Wer nur den liechen Gott.- 7. 279. Du gabst mir, Ewger! dieses 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wolluft, Chr und Gold nicht trachten, das meinem Wahn ſo wohl gefällt; was Fleisch und Blut Leben nicht für den Augenblick oft wehe thut, das soll ich der Zeit; nein, was du mir da- wählen als ein Gut. Erster Theil. Vom ewigen Leben. 249 schmähn, und stets nach meinem Ziele sehn. 6. Die Prüfung, Gott, war| lehr mich das Irdische vernicht vergebens, du wolltest sehn, ob ich dir treu, in der Gemeinschaft jenes Lebens mit dir zu wohnen würdig sei? Ob ich vom Tand des Eiteln leer, einst höhrer Freuden fähig wär. - 11. Laß mich oft in gesunden Tagen mein Grab mir in Gedanken baun, und bei des Lebens Freud und Plagen auf dich und 7. Denn du willst eine neue auf das Künstge schaun; damit Erde und einen neuen Himmel ich, meiner Pflicht getreu, des baun, und daß ich hier geheiligt höhern Lebens fähig sei. werde, soll ich aufs Unsichtbare schaun, dem Reiz der Lüste Mel. Alle Menſchen müſſen sterben.—82 widerstehn, und stets auf deinen 280. wie unausſprechWegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoff nung werth zu sein, und diese turzen Prüfungstage Gott und der Tugend blos zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, zu welcher Seligkeit führst du der mich zum bessern Leben führt. lich selig werden wir im Himmel sein! da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! uns 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesselt hält, und, o welch glänzender Gewinn, hier Sieger, dort gekrönet bin! der 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden alle, die dir traun, noch mehr, als sie hofften, schaun. 10. O Gott, gib deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, dem, 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. zu diesem großen Werke zu Mit erstaunendem Gemüthe Klein, zu schwach, zu sinnlich ist; wird dann unser Auge sehn, deine 250 Erster Theil. Vem ewigen Leben. Huld sei überschwenglich, und Angst in Lust verkehrt, die fort die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort gibt. - hin kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Dbs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Beinen. Dort 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Lust wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten nur wird die Zeit erscheinen, wo wird uns dort der Mittler leiten, kein Wechsel mehr uns beugt, der uns dieses Glück erwarb, wo das Glück beständig steigt. als am Kreuz er für uns starb. 8. Sei, o Seele, hocherfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet: richte deines Glaubens Blick oft nach 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobge- jener Stadt der Frommen mit fänge dir, erhabner Gott! zu dem Ernst, dahin zu kommen. weihn, dir und dem, der selbst sein Trachte, weil du hier noch bist, Leben willig für uns hingegeben. nur nach dem, was droben ist. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 9. Ohne Heiligung wird teiner, Herr, in deinen Himmel 6. O, wer sollte sich nicht gehn. O, so mache immer reiner sehnen, aufgelöst und da zu sein, hier mein Herz, dich einst zu ſehn! wo nach viel vergoßnen Thränen hilf du selber meiner Seele, daß ewge Güter uns erfreun, wo sich sie nicht den Weg verfehle, der unser Kampf in Palmen, unser mich sicher dahin bringt, wo klagelied in Psalmen, unsre man ewig dir lobsingt. 3 weiter Theil. Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung. Der 51. Pfalm. Mel. von Nr. 84. 251 281. Sei gnädig, Herr, nach deiner großen Huld, und tilge durch dein göttliches Erbarmen die Sünden eines tiefgebeugten Armen; wie schwer sind sie! ach tilge meine Schuld! Gott, wasche mich von meiner Missethat, und reinge mich vom Unflath meiner Sünden, du siehst, wie sehr er mich beflecket hat, ach, laß mich Reinigung und Gnade finden. reits, da ich unwissend lebte und annoch kaum in Mutterleibe webte, der Sünden Gift und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Reinigkeit; ach, gib sie, laß in meinen Finsternissen das Licht mich sehn, das fie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Verborgnen wissen! 2. Ich fühle, Herr, mit Scham, mit Reu und Weh die Miſsethat und ihre ganze Größe; denn, ach, dein Geist hält meine Schand und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh und steh; an dir allein, o Gott, vergriff ich mich, du sahest es, und solltest du es rächen, so müßte man, so müßt ich selber dich ganz frei und los von allem Unrecht sprechen. 4. Ich bin Aussäggen gleich, ein Gräul, unrein! Laß des Versöhnbluts Kraft mich, Herr, empfinden! verzeih und wasche mich von meinen Sünden, so werd ich weiß wie Schnee und Wolle sein. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, im innern Grunde hören; es müsse nun fein Schrecken, Furcht und Leid der Seelen Ruh und Wonne nicht mehr stören. 5. Sieh meine Sünd, o Herr, nicht weiter an! Ach, streiche sie ganz aus in deinem Buche, und züchtige mich, der ich Gnade 3. Von Jugend auf bin ich suche, nicht mehr, als es dein durchaus verderbt; mir war be- Snecht ertragen kann. Schaff 252 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. aber auch ein reines Herz in mir!| knirscht durch Kummer über seine gib mir den neuen Geist, der dich erwählet, und mach ihn fest, damit dein Knecht vor dir nie wieder um der rechten Bahn verfehlet. Sünden, und der mit Macht sich eitler Lust entreißt, sind Opfer, die dein gnädig Auge finden. 1 9. Nach deiner Huld befördre 6. Verwirf mich doch von Zions Wohl! sei ihm geneigt, deinem Antlig nicht! entreiß mir und baue Salems Mauern! den nicht das Siegel deiner Gnade, Frieden deiner Stadt laß ewig den heilgen Geist! laß ihn auf dauern, und mache sie stets deideinem Pfade mich leiten, nie nes Segens voll. Erhalte deine verlösche mir sein Licht! erweck Kirche selber rein; laß deinen in meinem Herzen Fröhlichkeit Geist sie immerhin beleben. Laß, durch deine Hülfe, gib den Geist Heiligster, uns vor dir heilig der Freuden, der unterstüß und sein, und alles dich mit frohem mache mich bereit, was dir miß- Muth erheben! fällt mit allem Grnst zu meiden. 7. Alsdann wird sich noch Aus dem 143. Pſalm. mancher Sündenknecht, wenn er Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. mich ſieht, zu dir, o Gott, bes 282. H Herr! kehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Ach siehe, wie mich meine Sünde drückt! doch wirst du sie, mein Heiland, mir vergeben, so werd ich ganz durch deine Huld be glückt, dein Recht und Heil vor aller Welt erheben. err! höre mein Gebet um deiner Wahrheit willen! du bist an Gnade reich und wirst mein Seufzen stillen. Ach, gehe ins Gericht doch nicht mit deinem Knecht! vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht. 8. Eröffne meine Lippen, daß ich kann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Dank erheben! dir wollt ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Lust daran. Ein Herz, zermalmt 3. Zu dir, o treuer Gott, erdurch Reue, und ein Geist, zer- heb ich Herz und Hände. Mein 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind ich sie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, mir wahren Trost gewährt? Zweiter Theil. Von der Heil steht nur bei dir! o, daß ich Hülfe fände! für Recht laß Gnad ergehn! ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig mir den rechten Weg! denn nach dir sehn ich mich. -- 4. Ich will, o stärke mich! ich will die Sünde hassen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan. Führ mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers Willen. Laß seines Opfers Trost auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unveränderlich. Dein will ich ewig sein. D Gott, erhöre mich. Buße und Bekehrung. 253 2. Nur unser Gott ist groß von Kraft, der alle Majestäten schafft, und über alle Götter siget. Er ists, der alles sieht und trägt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Bergestüzet. Gottes Ruhm! frohlockt in 4. Denn er ist unser Gott und Heil, wir sein erkauftes Volk und Theil, und Schafe seiner Beid und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme hört, wenn sie euch heute lockt und lehrt: so seid doch nicht verstockt und träge! 5. O merkt, was sein ErDer 95. Psalm. 283. Gerhebt, erhebet barmen ſpricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Väter in der Wüsten. Sie schauten, was mein Arm vollbracht, versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüsten. seinem Heiligthum, mit allgemeinem Jubeltone! besinge du, erwählte Schaar, wie herrlich und wie offenbar, sein Schuß und Segen bei uns wohne. 3. Das weite Meer und trockne Land sind Werke seiner Allmachtshand, die uns auch, was wir sind, verlichen. So heiligt ihm denn, was ihr seid, und danket voller Brünſtigkeit dem großen Schöpfer auf den Knieen! 6. Ihrrohes Herz blieb doch verrucht, und war mit ihnen meine Zucht wohl vierzig Jahr umsonst bemühet. So fahrt denn, sprach ich, nur dahin in euerm blind' und tollen Sinn, weil ihr doch meine Wege fliehet! 254 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 7. War sonsten meine Lang- 3. Scheu dich nicht, wenns muth groß, so brach mein Zorn andre merken; Gott ist's, der doch endlich los, weil sie sich nach deinen Werken, nicht nach nicht bekehren wollten. Da andrer Urtheil fragt. Lerne, will schwur ich einen theuern Gid: man dich verleiten, alle Mendaß sie zu meiner Herrlichkeit schenfurcht bestreiten; sei getrost und Ruhe nicht gelangen sollten. und unverzagt! sich der bösen Mel. Liebster Jesu, Troft der Herzen. Welt entfernen, heißt, die wahre At 284. A PA Weisheit lernen. uf, o Sünder, - laß dich lehren, komm, den großen Gott zu bören, säume feinen Augenblick: komm bald an dem frühen Morgen, komm nur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht selbst zurück! Gott hat lauter Heil und Segen dir, dem Sünder, vorzulegen. 2. O, das wäre großer Schade, so du wartest, bis die Gnade, als die Sonne unter geht! komm am Tage dieses Lebens, hör die Warnung nicht vergebens, da dir noch zu rathen steht! komm, weil du sie heut noch hörest, daß du die Gefahr nicht mehrest. 4. Schrecket dich die Macht der Sünden? Ei, du kannst noch Gnade finden; er, dein Gott, verstößt dich nicht. Doch je länger du verziehest, und vor deinem Heiland fliehest, desto mehr wächst dein Gericht. O, wie wohl ist dem gerathen, der selbst richtet ſeine Thaten! 5. Drum ergib dich seiner Güte mit demüthigstem Gemüthe. Christus nimmt die Sünder an; ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Geister und erwähl die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. 6. Komm, bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurücke treiben, wenn dich lockt die arge Welt! bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du auf genommen, thue, was ihm wohlgefällt. Der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis ans Ende. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 255 schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 7. Willst du nur am Hören| schnur sein, es mag eurem hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, durch den Geist, der alles schafft. Ruf zu dem, der ihn will geben, daß du könnest christlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint dir die Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne. 3. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht! unter Christi Kreuzesschmach jaget man den Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. - 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Jesu! gib mir deinen Sinn! pflanz in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin; daß ich dieser Frucht genieße, wenn ich meinen Lauf beschließe. Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. 285. Schaffet, schaffet, Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit; unverweilt befehret euch! ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, helig dort zu werden. 2. Doch soll dieses recht geschehen, o, so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan widerstehen. Nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richt4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg! nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt des Himmels Krone. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf des Glaubens scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn wünscht zu haben, kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sicherm Stolze leben, und den Lüsten sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und 256 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. Hohn der Welt das zu thun, lockt. Bewahre mich vor falwas Gott gefällt: dieses wollen| scher Ruhe, dabei das Herz sich und vollbringen, heißet nach leicht verstockt, wenn du ſelbst dem Himmel ringen. das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset cuch als Christen, muthig, standhaft in dem Streit. Schont der liebsten Neigung nicht, wär es auch die schwerste Pflicht; und denkt oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte. - 8. Zittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ja, mein Heiland, ach! geh nicht mit mir Armen ins Gericht! gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt. 3. Den rettest du von dem Verderben; nimmst seine Buße gnädig an; machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld, er tilget meine Sündenschuld. 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft 9. Gib mir Wollen und zur Beßrung reicht? Vom Troste Vollbringen, Muth und Kräfte leer, muß der verschmachten, von zu dem Streit, lehre mich, mich dem, Gott, deine Gnade weicht. selbst bezwingen, und verleih Sie aber weicht von dem zuletzt, Beständigkeit. Zeige mir von der frevelhaft gering fie schätzt. deinem Thron den verheißnen 5. So gib, daß deiner GnaGnadenlohn, daß ich wache, denlockung, o Gott mein Herz bete, ringe, und also zum Him- stets offen sei! damit mich ja mel dringe. nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sünderdienste zugebracht, zu deinem Zorngefäße macht. 6. Sich bessern, ist der Weg weil mich noch deine Stimme zum Leben, drum laß mich in Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 286. Gott! hilf mir, daß ich Buße thue, Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 257 der kurzen Frist, die du zum schwer. Ja, wenn länger mich Heile mir gegeben, und die für zu dulden, deine Langmuth mich so wichtig ist, nur dafür müde wär: müßst ich, würdest sorgen, daß mein Geist dem du nur winken, in des Todes Sündenelend sich entreißt. Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zerflöß mein Herz in Zähren, fänd ich darum doch nicht Ruh. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, versöhnen? 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! wie selig bin ich dann schon hier! wie glücklich einst, mein Gott, bei dir. Mel. Zeug mich, zeug mich. 81. 287. Dir allein hab ich gesündigt, Herr bei dem ich Gnade such! ein gerecht Gesez verkündigt jedem Uebertreter Fluch. Und was kann vor seinem Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 1 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergopnes Blut und dein Tod erlöst mich Armen, heilet mich und gibt mir Muth. Dein Verdienſt ists, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden; schaff ein reines Herz in mir! laß bei dir mich Ruhe finden; zich mich immerdar zu nah. Flöh ich, dir mich zu ent- dir. Dankbar will ich mich beziehen, himmelan: so bist du da. 2. Kann ich deinem Arm entfliehen? Du bist allenthalben Stürzt ich in die Tiefe nieder, deine Rechte hält mich wieder. 3. Herr, ich flieh in deine Mel. Fren dich sehr, o meine.- 29. Hände! außer dir ist keine Ruh. 288. Dein Erbarmen hat keine Ende; streben, mein Erlöser, dir zu leben! Söchster! dent ich an Güte, wer ist gnädiger, als du? Du die du mir bisher erzeigt: o, so bist Gott und kannst vergeben; wird mein ganz Gemüthe zu ach, vergib und laß mich leben! der tiefften Scham gebeugt, daß 4. Groß sind meiner Sünde ich dich gering geschäßt, dein Schulden, ihr Last ist mir zu Gebot hintangesetzt, und dich, 17 258 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O, wie hab ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 6. Dir ergeb ich mich aufs neue! gib, daß mein beschwerter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu 3. Deine Huld war jeden weihn. Gib, daß keine Kraft mir Morgen über mir, o Vater, neu. fehle, folgsam deinem Wort zu Von wie manchen schweren sein. Stehe mir stets mächtig Sorgen machtest du mein Herze bei! mache du mich selbst recht frei! was mir nüßte, gabst du treu, dich zu lieben, dir zu leben. mir. Aber ach, wie dankt ich dir? Ewig will ich dich erheben. D, wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, fuchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach! an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Vater! zürne nicht! dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindes pflicht. Ach vergib, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. Mel. Liebster Jesu, Trost der.- 284. 289 Liebster Jeſu, Trost Herzen! Stiller banger Sündenschmerzen! einzig wahres Heil der Welt! wenn ich bei mir überschlage, was für Sündenschuld ich trage, die des Höchsten Buch enthält: ach! so kann ich nicht ersehen, wie ich fünftig soll bestehen. 2. Von Geburt bin ich ein Sünder, und nach meinem Thun nicht minder; meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild hab ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren, und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu, ist lauter Sünde. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. - 3. Herr, wohin soll ich mich wenden? Was kann meinen Jammer enden? In mir find ich nichts, als Noth; keinen Trost im Weltgetümmel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dünkt, daß selbst die Erde über mir zum Kläger werde. 259 Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn ihn war ich ganz verloren, durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb ich für und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. Mel. Ach Gott und Herr. 10. 290. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? 4. Ach! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, komme mir zu statt! sei mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater; tilge meine Missethat! wolltest du für Menschen dulden, ach, so tilg auch meine Schulden! 5. Zwar ich muß vor Gott gestehen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünden Lohn. Über, Herr, ich komme wieder, fall in tiefster Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn; bitte, seufze, fleb mit Thränen: 4. Solls ja so sein, daß Vater, ach, laß dich versöhnen! Straf und Bein auf Sünde 3. Zu dir fleh ich, verstoß nicht mich, der ichs so sehr verdienet. Ach geh doch nicht, Gott, ins Gericht! dein Sohn hat mich verfühnet. 2. Flöh ich gleich weit vor Bangigkeit hin an des Erdreichs Ender, der Angst und Bein befreit zu sein: würd ich sie doch nicht wenden. 6. Ist im Himmel größre folgen müssen: so fahr hier fort, Freude, wenn ein Sünder kehrt nur schone dort, muß ich auch mit Leide wieder zu der rechten hier viel büßen. Bahn, als um neun und neunzig 5. Vergiß die Schuld! Gib Fromme: ach, so werde, wenn ich mir Geduld, und ein gehorsam komme, mir auch gnädig aufge- Herze, daß ich mein Heil, mein than! ich will mich forthin bestre- bestes Theil, durch Murren nicht ben, besser, als bisher, zu leben. 7. Weg, ihr vorgen Sündentriebe! meg, o Welt, mit deiner verscherze. 6. Verfahr mit mir, wies dünket dir: du stärkst mich, es zu 17* 260 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 7. Das thust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen! durch Christi Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 8. Herr Jesu Christ, mein Zuflucht ist das Kreuz, an dem du starbest, und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. - hast am Kreuz mit Angst und Schmerzen, damit ich nicht mit Leid und Weh in meinem Glend untergeh und ewiglich verzage. 3. Ja, Herr, wenn mein erweckter Sinn an mein Betragen denket, so sink ich fast vor Angst dahin; die Sünde drückt und kränket und schrecket mich. In dieser Pein würd ich gewiß verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Weil aber dies dein Wort mir sagt: auch, Sünder du sollst leben, wer weinend seine Schuld beklagt, dem will ich sie vergeben; ja, weil du alle Huld verheiß'st dem, der sich mit zerknirschtem Geist im Glauben zu dir nahet: 5. So komm ich, Herr, denn auch zu dir in meiner Noth mit Thränen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! vergib mir, Herr, genädiglich, was ich, ich Frevler, du höchstes Gut, wider dich von Jugend auf begangen. 6. Ach Herr! erbarm dich meiner doch um deines Namens willen. Mich ängstigt mein Gewissen noch, du kannst ſein Zagen stillen. Laß mich, von allen Sünden rein, nun gänzlich dir ergeben sein, in kind9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd ich dort, bei dir, mein Hort, ererben ewge Freuden. 10. Gott Ehr und Ruhm! sein Eigenthum bleib ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig. Amen. Mel. Es ist das Heil uns 2c.- 6. 291. Herr err Jesu Christ, du Brunnquell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und beladen; da das Geseß, das mich verklagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Last; nimm sie von meinem Herzen, du, der du mich versöhnet lichem Gehorsam. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 261 gekränkt: so kann es sich nicht rathen. Ich sündigte voll Unverstand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt ich allzuwohl; wie blind und toll macht ich das Maaß der Sünden voll! 3. Trieb mich die Zucht zum Guten an, hab ichs doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, zum Schein es zu erfüllen. So ging ich hin, so Mel. Allein zu dir, Herr Jesu.- 308. 292.Jch schäme mich wuchs ich auf; so nahm ich in dem vor deinem Thron, o Prüfer aller Her- zen, verschone doch, Lebenslauf an Alter, nicht an Enade zu; die Seelenruh verschwand; dies alles sahest du. o Gottessohn! ich bin voll Sündenschmer- zen. Erbarme 4. Mit Trug und Lügen deckte ich des Herzens böse Tücke. Kein ernstlich Dräuen schreckte mich; es zog mich nichts zurücke. Mein Tichten, Herr, verführte mich; in deinem Worte hört ich dich, und achtete jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf war ganz verDerbt von Jugend auf. dich, und nimm mich an; du bists allein, der helfen kann. Geh ja nicht mit mir ins Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor Angst 5. Die Schuld ward mit den Jahren groß, brach aus zu wildem Wesen; gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffart, Ueppigkeit, an Frechheit, Wolluft, Troß und Neid, und meine schändliche Begier zog mich von dir. Ach Jesu! ach, vergib es mir. 6. Gedenke nicht der Jugend Schuld; vergib mein Ueber7. Dein freudger Geist stärk mich im Fleiß! heil mich durch deine Wunden! mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen legten Stunden, und führe mich, wenn dirs gefällt, mein Heiland, selig aus der Welt, zu jenen Auserwählten. zerbricht. 2. Ach, wenn mein Herz zurückgedenkt, mit wie viel Missethaten ich dich von Jugend auf 262 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. treten! trag ferner noch mit mir große Zahl schreckt und verfolgt Geduld! erhör mein ängstlich mich überall, mein Glaube ist Beten! lösch aus, Herr Jesu, nicht thätig; drum schlag ich durch dein Blut, und mach mein nieder mein Gesicht vor dir, du Schuldregister gut! viel mächti- allerreinstes Licht! Gott ſei mir ger ist deine Gnad, als meine Sünder gnädig! That, die dich so oft beleidigt hat. 3. Die Schulden, der ich 7. Hilf mir, von Sünden ab- mir bewußt, beschweren mein zustehn, und durch ein heilig Gewissen; drum schlag ich reuend Leben den wahren Tugendweg an die Brust, die Schmerz und zu gehn; dir will ich mich ergeben. Leid zerrissen. Ich, der ich mich Ich will durch deines Geistes von dir gekehrt, ich bin des Kraft, die Wollen und Voll- Lebens gar nicht werth; doch bringen schafft, voll Reu und weil du winkst, so bet ich mit Leid mich dir allein zum Dienste ganz zerknirschtem bangen Geist, weihn. Ach, laß es Ja und der gleichwohl dich noch Vater Amen sein! heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. 4. Mein Vater! schaue Jesum 293. König, desjen Ma- an, den Gnadenthron der Sünjestät sich über der, der für die Welt genug gealles hebet, dem Erd und Meer than, durch den wir Gottes zu Dienste steht, vor dem der Erd- Kinder und Erben der Verheißkreis bebet. Der Himmel ist dein ung sind; der ists, bei dem ich helles Kleid, du bist voll Macht Ruhe find, er ist ja stets gutund Herrlichkeit, sehr groß thätig. Drum faß ich ihn und und wunderthätig. Ich armer und laß ihn nicht, bis Gottes Mensch vermag nichts mehr, Herz mitleidig bricht: Gott sei als daß ich ruf zu deiner Ehr: mir Sünder gnädig! Gott sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz 2. Hier steh ich, wie der Zöll- und Sinn in diesem ganzen ner that, beschämet und von Leben; du bist mein Gott, und ferne; ich suche deinen Trost und was ich bin, bleibt ewig dir erRath, mein Gott! du hilfft ja geben. Ach heilige mich ganz gerne. Doch meiner Fehler und gar, mach meinen Glauben Zweiter Theil. Von der Buße und Befehrung. 263 immerdar durch wahre Liebe 3. Seine Sünden stets bethätig. Läßt sich dann noch reuen, sich in Gott durch viel Schwachheit sehn, so soll Christum freuen, ohne Zwang mein Herz mit Wehmuth flehn: und Heuchelei, was der Wille Gott sei mir Sünder gnädig! Gottes sei, täglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nächsten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade. Mir geh es übel oder gut, gib, daß es mir nicht schade. Und kommt mein Ende nun heran, so stärf mich auf der Todesbahn, mach mich von Sünden ledig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott ei mir Sünder gnädig! Mel. von Nr. 201. 294. Wenn der Sünder hat mißhandelt und den breiten Weg gewandelt, welcher zum Verderben führt: so er sich bekehren wird, steht der Himmel wieder offen; Friede wird mit Gott getroffen, Buß und Glaub an Christi Blut machet alles neu und gut. 2. Bei stets fortgesetzten Sünden magst du keine Gnade finden, und kannst nicht vor Gott bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd entziehn, fiewieGift und Schlangen fliehn. 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Siehst du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Güt und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres gütgen Schöpfers Spur? 5. Doch viel heller ist die Klarheit, die sich zeigt im Wört der Wahrheit; komm, o Sünder, und vernimm Jesu, des Versöhners, Stimm; komm zu dieser Quell der Gnaden, komm mühselig und beladen; er sagt deiner Seele Ruh, er sagt dir Erquickung zu. 6. Jesu, Trost der müden Seelen! du kannst uns nicht nur befehlen, du schaffst selbst durch deinen Geist in uns, was dein Wort uns heißt. Sei zu meinem Heil geschäftig; mache selbst dein Wort so kräftig, daß mein Herz, dadurch gerührt, endlich wahre Buße spürt. 264 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. Mel. Meine Seele willst du ruhn. 295. An dir allein hab 296. S ünder, willst du sicher sein, und befreit ich gesündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh, von Furcht und Bein: schaffe, daß du dich bekehrest, da du Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir? Gottes Stimme hörest! auf! T H I Gott rufet dich zu sich: eile, 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Tröst mich um deines Namens willen; du bist bringt, wenn dein schnödes ein Gott, der gern erfreut. 3. Denke, daß es Schaden 5. Laß deinen Weg mich freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! - 6. Herr, eile du mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Gott hört mein Schrein, er hört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. und errette dich. 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder bliget; such ein Zoar, das dich schüßzet! Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 265 5. Deines Herzens Härtig-| werde; führ mich selbst zu deiner feit steigt und wächst von Zeit zu Heerde! Vater! ach ich bitte dich: Zeit. Sünden, die dich jetzt noch eile, und errette mich! schrecken, wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich Mel. von Nr. 79. zu fich: eile, und errette dich! 297. Hüter! wird die Nacht 6. Was du Böses an dir wird sonst wie ein alter Aft; deffen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile und errette dich! Sünden, bald verschwinden? Hüter! ist die Nacht bald hin? wird die Finsterniß der Sinnen bald zerrinnen, womit ich umgeben bin? 2. Seh ich nicht das Rund der Erden helle werden, bei der Sonne neuem Lauf? so geh doch zu meiner Wonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist? Und ich soll noch länger harren und erstarren, weil du mir so ferne bist? 7. Gile, denn es kommt der Tod, und wie groß wird dann die Noth, wenn man aus der Welt soll gehen, und vor Gott nicht kann bestehen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und Deich geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzudringen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich! eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! Gib doch, daß die Gnadenzeit nicht von mir versäumet 4. Du hast ja, da du bist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't. 5. Zeige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit; laß die Wolken sich verziehn; so werd ich das Gute lieben, Demuth üben, und der Nacht Geschäfte fliehn. 6. Herr! du winkst, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und 266 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ists Ruhm, versag mir nicht! - 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es kann Trost und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decke vor den Augen fann nicht taugen, feine Klarheit kann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge sein. 9. Jesu! sollen meine Augen etwas taugen, o so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 298. Willst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben: so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er fie abgemeffen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und, seiner werth zu sein, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu hassen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft, und du verläugneft sie? Er sendet dir sein Wort, und du gehorchst ihm nie? 2. Allein, wie schwer ists nicht, sein eigen Herz bekämpfen. Begierden widerstehn, und seine Lüste dämpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner bald vom Laster loszureißen; Ruh ist dies der einz'ge Weg. jetzt ist das Werk zu schwer. Und dem entsagest du? Doch diese Schwierigkeit, die 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 267 heute dich erschreckt, wächst sie| Gibt im verkehrten Sinn den nicht durch die Zeit? Sünder, der beharrt, nicht Gott zulegt dahin? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheuft 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben, und ficher durch sein Blut, das Lafter du dich heute nicht, des Höchsten höher treiben? Gebeut uns Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung? 10. Iste gnug zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut: so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen, ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Er schreckt dich nicht sein Wort? ( Shristi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme höreft, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du, zu deiner Pein, dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort: sei wacker, Gott ist nah, und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an, er tilget deine Sünden; und läßt dich sein Geseß erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Neu in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Lafter ist, so gibts doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies 268 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das befte Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück, sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst, ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse sein, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? -- Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 299. Naß mich doch, o mein Gott, die Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie könnt ich sonst mich lieben? Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? O wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 3. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 4. Was weigre ich mich denn, das Laster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, befiehlst du es zu haffen. Was weigre ich mich denn, der Tugend Freund zu sein? Weil sie nich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden, sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden, macht meine Seele rein, füllt mich mit Zuverficht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu meiner Pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und seine Lüste dämpfen. Doch bleibts ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich erschreckt, wird schwerer durch die Zeit. 2. Du, Gott, gewinnest 7. Je öfter ich vollbring, was nichts, wenn ich dir kindlich Fleisch und Blut befohlen, je diene und, deiner werth zu sein, stärker wird der Hang, die That im Glauben mich erfühne. Wenn zu wiederholen. Scheu ich mich ich das Gute thu, das mir dein| heute nicht, o Herr, dein Feind Wort gebeut, wem dien ich? nur zu sein, um wie viel weniger mir selbst und meiner Seligkeit. werd ich mich morgen scheun. Zweiter Theil. Von der Buße und Befehrung. 269 8. Du reichst ja Kräfte dar,| der Erlösung Theil; hier findest uns selber zu besiegen. Der du Trost, Gnad und Heil, und Sieg, so schwer er ist, bringt Gott besiegelts mit dem Eid; göttliches Vergnügen; geht er o selig, wem die Sünd ist leid. im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist du, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht zur Buß ists immer Zeit, ich will mich meines Lebens freun, und werd ich dessen müde sein, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. - 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß ist ja kein Werk von wenig Augenblicken. Gin Seufzer zu dir, Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst auf Missethat, ist noch nicht Heiligung. 10. So gib denn, weil ich noch, Herr, deine Stimme höre, daß ich mich ungesäumt von allem Bösen kehre; so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Pein mein hier versäumtes Glück, wiewohl zu spät, bereun. Mel. Bater unser im Himmelr. 120. 300. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr, sich beßre in der Gnadenzeit, und mit mir leb in Ewigkeit. - 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch, wer auf Gnade Böses thut, und der Versöhnung theures Blut verachtet, seiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod; allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund; verborgen ist die Todesstund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; eh morgen kommt, fanns ändern fich. Wer heut ist stark gesund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn. Stirbst du nun ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 2. Dies Wort bedenk, o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an nahe dir, und mich bekehre un7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich mich gläubig 270 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. verweilt, ch mich mein Ende Heerde zurückgeführet werde, übereilt, damit ich heut und davon es sich getrennt. jederzeit zum letzten Abschied sei bereit. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Hirt! mein treuster Freund! was sollt ich es verhehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüste; doch du haft in der Wüste mich huldreich aufgesucht. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise dich. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 301. W ie treu, mein guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der, elend, krank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen nicht selber aus Erbarmen eh er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stime, die alle Sünder lockt! Ach, sprächest du im Grimme: weicht, die ihr euch verstockt! weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen! wer wollt es nnrecht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? 3. Doch heißt dein Ruf uns kommen; und merken mir nicht drauf, ob wir ihn schon vernommen, so suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, daß doch das Schaf zur 7. Ach! daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zurücke bliebe, an Lieb und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann. 8. Nun, Jesu! ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel ange Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 271 wandt. Verstoß den Sünder F nicht! mich reut und schmerzt mein Schade, verwandle deine Gnade nicht in ein Zorngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heiland seist. Grimme! Höre, HerzenskünI diger, meines Flehens Stimme! sende du Trost mir zu! reiß mich aus den Nöthen, ehe sie mich tödten. 2. Wird dies Herz im Grabe sich deiner Güte freuen? Gott des Lebens! todt kann ich dir kein Danklied weihen. Rette mich, daß ich dich, weil ich hier noch lebe, dankbar froh erhebe. 10. Das laß mich herzlich gläuben, doch gib mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubenvoll aus deinem Ueberflusse, zum wirklichen Genusse. stets Gnade schöpfen soll. 11. Doch sollt ich mich aufs neue, ich schwach Geschöpf, vergehn, so laß mir deine Treue, mein Hirte! nie entstehn; erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich fonder Ende, als meinen Hir ten, dich. Bußlied eines schwermüthigen Christen. Aus dem 6. Pfalm. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 5. Elend, tiefgebeugt bin ich 302. Strafe nicht, und von Seufzen müde. Meine o Seele sehnet sich nur umsonst nach Friede. Ach! wie lang Heiligster, mich in deinem 3. Nichts, als deine Vaterhuld kann mich glücklich machen. Ach, gedenk nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwachen. Heile mich, zeige dich mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 4. Wann wirst du mich doch erfreun? wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr ich dein, und ich hab in Zähren meine Nacht oft durchwacht. Eil, Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! Zweiter Theil. Vom Glauben. 272 soll ich bang, Heiland müder Seelen, trübe Stunden zählen? 6. Doch, o Seele, zage nicht! Gott verstößet keinen, der ihn - fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Christ seiner theur Erlösten, des will ich mich trösten! 23) Vom Glauben. Das Apostolische Glaubensbekenntniß. 6. So stirbt der Gottmensch und bekämpfet im Tod das Reich der Finsterniß. Des Teufels Mel. von Nr. 46. 303.h glaub an Gott! Macht ist nun gedämpfet; dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß. hoch sei verehret, cr, der der rechte Vater heißt; des Dasein die Natur michlehret, und den die weite Schöpfung preist. 2. Der in sich Selge ſsprach: es werde! und seiner Weisheit, Güt und macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts hervorgebracht. 5. D, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl, wie sein Schmerz! am Kreuze ſelbst mußt er verscheiden, wie bricht ihm Bein und Schmach das Herz! 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil; doch Jesu abgeschiedne Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. Haupt erhebet er siegreich über 8. Bald steht er auf! Sein Tod und Grab. Nun weiß ich, 3. An Jesum Christ, den Eingebornen des ewgen Vaters, daß mein Heiland lebet, und unsern Herrn, glaub ich. Gott troge siegreich Tod und Grab. sprach: hilf den Verlornen, er 9. Er fährt gen Himmel, um kam, und half, und that es gern. zur Rechten des Vaters aller 4. Er kam, und durch die Herr zu sein. Hier wacht er Kraft des Höchsten gebar ihn über seinen Knechten, daß hier einer Jungfrau Schooß. sie einst mit ihm sich freun. kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unserm Elend bloß. Er 10. Als Kichter kommt er endlich wieder. Erschreckt, ihr Sünder! freuet euch, ihr Frommen! er führt euch als Brüder nun mit sich in sein ewig Reich. 11. Auch an dem Geist, der ehmals mächtig in Christi ersten Zeugen war, glaub ich; noch Zweiter Theil. stets ist er geschäftig, und mehrt der frommen Christen Schar. 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub und Liebe fest vereint, wie glänzend wird sie einst noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! 13. Glückselig, wer im Tod und Leben bußfertig Jesu sich ergibt! ihm sind die Sünden all vergeben, wie viel er ihrer auch verübt. - 14. Laßt seinen Leib in Staub verwesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sündenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! 15. Den Herrn erblickt er mit Vertrauen, und geht zu seinen Freunden ein, sein Antlig wird er ewig schauen, und ewig voll des Lobes sein. 16. O heilger Gott, dein Wort ist Wahrheit, es ist allein die rechte Lehr. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heilge mich je mehr und mehr! Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 304. Es ist das Heil uns kommen her aus Gottes freien Gnaden. Die Werke helfen nimmermehr, der Bürd uns zu entladen. Glaube sieht auf Jesum Christ, Der Vom Glauben. 273 der unsrer Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. 2. Da man, was das Geset gebot, nicht völlig konnt erfüllen, erschreckt uns Zorn und große Noth, die Niemand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Trost und Ruh beim Fluche des Gesetzes. 3. Und doch mußt es erfüllet sein, sonst mußten wir verderben. Drum stellt vor Gott sein Sohn sich ein, als Mensch für uns zu sterben. Der hat es ganz für uns erfüllt, damit den schweren Zorn gestillt, des Last uns alle drückte. 4. Da es durch den erfüllet ist, durch welchen wir genesen, so lern und fasse wohl, o Christ, des Glaubens rechtes Wesen. Der Glaube spricht: du, Herr, bist mein, dein Tod muß mir das Leben sein, du haft für mich gebüßet. 5. So glaub ich fest und zweifle nicht; dein Wort wirst du nicht brechen. Wenn alle Welt die Treue bricht, hälst du doch dein Versprechen. Wer glaubt an dich und wird getauft, dem ist die Seligkeit erkauft, der gehet nicht verloren. 6. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen 10 274 Zweiter Theil. gläuben. Die Werke sind des Glaubens Schein; ohn den wird er nie bleiben. Er lehrt, in Gottes Willen ruhn, er lehrt, dem Nächsten Gutes thun, Geduld und Sanftmuth üben. -- 11. Verbirgt er je sein Angesicht, das laß dich nicht erschrecken. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, will ers oft 7. Wer bei Gott Gnad er- nicht entdecken. Sein Wort lag langet hat, muß ihn vor Augen dir gewisser sein, und ängstigt haben, daß er bei ihm sucht Hülf dich des Zweifels Bein, so laß und Rath, ihm dankt für alle dir doch nicht grauen. 12. Von allen Zungen sei gepreist, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! du selber wollst erfüllen dein in uns angefangnes Werk zu Ehren deiner Größ und Stärk! dein Name werde heilig! Gaben, in seiner Furchtfreiwillig lebt, des Fleisches Lüsten wider strebt. Dies ist der Weg zum Leben. Vom Glauben. gißt, und will, daß wir ihm trauen. 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüsten sich ergiebet, ruft Gott nicht an, daß er ihn führ, mit seinem Geist ihn stets regier, der läuft den Weg zur Hölle. 9. Den meidet jeder, der recht gläubt, bewahrt, was ihm gegeben; sieht zu, daß er das Fleisch betäubt; sehnt sich nach jenem Leben; dient seinem Nächsten, ehrt und preist in Chrifto Gott mit stillem Geiſt, es geh ihm, wie es wolle. 10. Die Hoffnung wartet still der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülfin unserm Leid dem Höchsten nicht die Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, er, der der Seinen nie ver 13. Dein Reich komm, daß dein Wille mag, wie droben, hier geschehen! Gib unser Brod uns jeden Tag! Verzeih, was wirversehen, als wir den Schuldigern verzeihn! Versuchung laß fern von uns sein! Hilfuns vom Bösen! Amen. Mel. O Gott du frommer Gott.-8. 305. Herr! ohne Glauben kann kein Mensch vor dir bestehen. Drum wend ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen. Ozünde selbst in mir den wahren Glauben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. Zweiter Theil.- Vom Glauben. - 2. Dein Dasein laß mich, Gott, mit Uleberzeugung glauben, Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich ſucht, ſtets ein Ver gelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreuſt. 4. Laß mich mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen, dich, meinen Herrn und Gott, in Geist und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. 5. Dein göttliches Verdienst ſei mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schnöden Lasterdienst. Es stärke mich mit Kraft, zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgerschaft. 275 ewger Ruh. Ostärk im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! 3. Wahrhaftig ist dein Wort; laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu; laß mich Händen. darauf stets bauen. Gib, daß ich dir in Glück und Unglück stets getreu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgsam ſei. 6. Wie selig leb ich dann im Glauben schon auf Erden! wie herrlich wird mein Theil dereinst im Himmel wenden! dann schau ich, was ich hier geglaubt, in Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.— 119. 306. Gottes Sohn O Herr Jesu Christ, an wen soll ich mich wenden? daß man recht glaubt und standhaft ist, steht nicht in unsern O hilf du mir von oben her, daß ich gestärkt je mehr und mehr recht und beharrlich glaube. 2. Komm dann und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich mit freudger Chrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heiligen Geist, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken, und mich dazu an meinem Theil mit allem Eifer schicken. Nur in dir find ich Trost und Ruh und ewges Heil, der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. O gib, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen fasse; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlasse; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. 18* 276 Zweiter Theil. Vom Glauben. reit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End erlange. 5. Doch laß auch meinen| Steh dann zu meinem Trost beGlauben sich des Bluts, das du vergossen, nicht anders trösten, als daß ich, zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich dir entgegen stellt, für Koth und Schaden achte. 10. Dein ists, was Guts sich in mir find't; mit dir wird mirs gelingen; du wollst, was du hast angezünd't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr, stärk meinen Glauben immer mehr, und frön ihn durch das Schauen! 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein, oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? nur du allein! du kannst mich mächtig stärken; der nicht Met. Herzlich lieb hab ich dich.— 141. ein ſchwaches Rohr zerbricht, der 307. h komme, Frienicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. densfürst, zu dir. Erbarmend rufst du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer. und dann, mit Macht gestärkt, laß mein Herz von Trost nicht durch dich, fest in dem Glauben stehe. Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, laß mich allezeit des Glaubens Kraft beweisen. 8. Wohn in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke! daß ich, als dein Erlöster, sroh auch auf dein Beispiel merke; und eifrig, gleich wie du gethan, auf der mir abgemeßnen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. leer! laß es die Ruh erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. 9. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß ich an meinem Ende, des Glaubens voll, die Pilgrimschaft mit Freudigkeit vollende ledig. Der du am Kreuz gelitten 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir. Dein Antlitz neige du zu mir, und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich allerStrafe 11 7. Gib, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistandsehe. Zweiter Theil. hast, du trugest ja auch meine Last, als du zum Heil der Sün. der starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr uud Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuver ficht; durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und mich 2. Erlöser! meine Schuld ist mit Gott vereinigt sehn, und groß, sie reuet mich von Herzen. ewges Leben finden. Dein Tod Erbarme dich und sprich mich ist der Verlornen Heil. Gib mir los! durch deines Todes Schmeran seinem Segen Theil. Er sei zen, weil du für mich genug geauch mir Beruhigung und mei- than, nimmt Gott auch mich zu nes Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ! ich hoff auf dich, ich hoff auf dich! in dieser Hoff nung stärke mich. Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast! mein Glaub umfaßt dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines 4. Mein ganzes Leben preise Glaubens Kraft durch wahre dich. Erlöst, mein Mittler, hast Lieb erweise. Ja, mache du mich du mich, dein Eigenthum zu tugendhaft zu deines Namens werden. Wenn ich dein bin, jo Preise. Sei mir in meiner fehlt mir nichts; nichts einst am Prüfungszeit ein Heifer voll Tage des Gerichts, nichts hier Barmherzigkeit, und naht die auf dieser Erden. Auf dieser lezte Stunde sich, dann zeige dich Bahn zum Vaterland entzeuch in deiner Gnad und rette mich. mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, und Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. laß mich ſiegen einst durch dich. 309. Jeſus nimmt die an! sagt mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! doch dieses Trostwort allen, ein Leben sei mir einst der Tod. welche von der rechten Bahn Bom Glauben. 277 Mel. Allein zu dir, Herr Jeſu.- 292. 308. Auf dich allein, Herr Jesu Christ, soll mein Vertraun sich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist fein Retter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann; dich ruf ich an, du bists, der helfen will und kann. 278 Zweiter Theil. Vom Glauben. auf verkehrten Wegen wallen! 7. Nun verdammt mein hier ist, was sie retten kann: Herz mich nicht. Will mich das Jesus nimmt die Sünder an. Gesetz verklagen? Der mir einst 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ewgen Lebens Pforte durch sein Blut selbst aufgethan. Jesus nimmt die das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an! Sünder an. - 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen, und den Himmel auf gethan, dağ ich selig zu ihm komJesus, der uns nie vergißt, men, und auch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünsuchet treulich das verirrte, zeiget der an. ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Mel. Alle Menschen müssen sterb.- 82. 4. Rommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! 310. Jeſu! daß du meine Seele selbst durch Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an! deinen bittern Tod aus des Abgrunds tiefster Höhle, aus der allergrößten Noth, siegreich haft herausgerissen, läß'st du mich Verzagten wissen; dieses preTrost diget dein Wort, uns zum noch immerfort. 2. Blindlings, als verirrte Schafe, eilten wir der Hölle zu; aber unsre Schuld und Strafe, 6. Nun, so hab ich guten Muth. Sind schon meiner Sün- treuer Hirte, trugest du; und den viele, macht doch dein Ver- nun rufst du allen Sündern: föhnungsblut, daß ich ihre Last kommt! laßt euch die Welt nicht nicht fühle, und versichert hindern! Euch heilt niemand, sprechen kann: Jesus nimmt die als nur ich. Herr, hier bin ich, Sünder an! heile mich. Zweiter Theil. 3. Ich bekenne meine Sünden. Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts bei mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit. Beßrung hab ich oft versprochen, und wie bald mein Wort gebrochen. Kaum erschreckt mich die Gefahr, die mir oft so nahe war. - 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor Gott so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wär! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt geht nicht verloren. Ewig lebt er; ins Gericht kommt nur der Versöhnte nicht. 5. Herr, ich glaube. Rette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. Hör mein Schrein! verlaß mich nicht; ach, gib Trost, die Angst zu lindern. Furchtbar donnert zu den Sündern dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. Vom Glauben. 279 7. Mach es selber rein. Ich fühle, daß nichts Gutes in mir wohnt. Gutes seß ich mir zum Ziele, Böses bin ich stets gewohnt. Nun kann ich mein Fleisch nicht zwingen, und das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu ich doch. 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es fühn den Aufruhrwagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen ſei. 9. Oft wird auch der Hölle Schrecken neue Furcht und Bangigkeit in der Drangsal mir erwecken. Welch ein hart und banger Streit! Herr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! hilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 6. Herr, durch deine Todesschmerzen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Kündiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Angst bedränget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an von mir. 10. Hilf durch deine blutgen Wunden, denn durch diese werd ich heil. Durch die Qual, die du empfunden, ist nun Seligkeit mein Theil. Deine Schmach und Dornenkrone stärke mich in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Noth. 280 Zweiter Theil. Vom Glauben. ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh im legten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod 4. Wenn die Hände sich nur bezwungen, daß auch ich sein| regten, war die Hülfe schon beSieger sei. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Antlig schauen. Muthig kämpf ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seligkeit. - reit, wenn die Lippen sich bewegten, schallte lauter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir kommen nicht die Heilgen, Starken, Frommen; nur den Sündern riefen sie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. Jesus, sollt ichs denn nicht Mel. Alle Menschen müssen sterb.- 82. 311.eu! fich mich an wagen? sollt ich denn zu dir nicht in Gnaden! sieh mein Elend, meine Noth; laß dichs jammern, hilf dem Schaden! ach! er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. fiiehn? Solltich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen: meiner wirst du dich erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in die sich zu uns lenkt, hat dich eingen Sohn den Armen und auch mir zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch bedarf ich deiner! Jesu! so gedenk auch meiner; denk an mich, sprich nur ein Wort, o so weicht mein Jammer fort. 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch kundbar werden, wozu du geschenket bift! Reiß mich los aus Satans Stricken, brich der Hölle Band in Stücken! nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin! 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führmich, wie es dir beliebt! lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen wie dein Ratch mich übt! Ach! so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. Zweiter Theil. Vom Glauben. 281 Mel. O Gott du frommer Gott.- 8. der Liebe Macht, die ich nicht 312. Mag doch der faffen kann, mit froher ZuverSpötter Heer sicht, doch auch in Demuth an. - des Namens Jesu ſpotten. Dich, Heiland, bet ich an; du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stärkt, ists Heil und Majeſtät. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, fonnt'st uns mit Gott versöhnen, und uns mit neuem mel. O Gott du frommer Gott.- 8. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sei der Herr, gelobt in Ewigkeit. Recht zum ewgen Glück belehnen. 313. Herr, err, allerhöchster Gott, bei dem O! beides ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer sein, und eine Welt, die fiel, von ihrem Fall befrein! wir alle Gaben, und was uns nüglich ist, allein zu suchen haben; o, sich erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, to wie ich will, dir nicht vertrauen kann. 3. Wer kann die Majestät der Lieb und Großmuth fassen? als Sohn des Ewigen der Himmel Throu verlaßen, sich selbst erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold sein, und sich verspottet ſehn. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne sein! 4. Die Wunder Gottes thun, und, an das Kreuz geschlagen, mit himmlischer Geduld der Menschen Schulden tragen, um der zu sein, der uns ein ewges Heil erwirbt; des Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde stirbt. 3. Q. reiche du mir selbst aus Gnade deine Hände; hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum sein. 4. Gib, daß die Zuversicht in 5. Dies müsse mein Vertraun zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, der Gottheit Rath vom Menschen zu entdecken, bet ich meinem Geist sich mehre, daß 282 Zweiter Theil. du mein Vater seist, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei; damit mein Herz sich dein, als seines Gottes, freu. - 5. Mach diese Zuversicht in mir, o Gott! so kräftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig, und stets beslissen sei, zu thun, was dir gefällt; so hab ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst für deine Jünger batest, und, wenn sie wanketen, beim Vater fie vertrateft; o unterstüß auch jegt mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstüße mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit er lange, und dich preis' in alle Ewigkeit. Vom Glauben. glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, der dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein Erkenntniß steigt, je mehr wird dieſe steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flieht den Rath spiel, als ein Christ, und reinigt der Sünder, folgt Christi Beisich, wie er rein iſt. 4. Denn ich bin dir, Gott, angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrlich deine Liebe. Gin täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die Lieb ist's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bist die Lieb! an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. Mel. Machs mit mir Gott nach.- 26. stets 314. Wer, Gott, dein Mel. Dennoch bleib ich freis an bir.—156. Wort nicht hält 315. Mei einen Jesum laß ich nicht. Da und spricht: ich kenne Gott, der lüget! in solchem ist die Wahr- er sich für mich gegeben, sollt heit nicht, die durch den Glauben ich nicht aus Dank und Pflicht sieget. Wer aber dein Wort an ihm hangen, in ihm leben? 4 Zweiter Theil. Vom Glauben. Mel. Herr hör, ach höre mein. Er ist meines Lebens Licht. Meinen 2. Jefus bleibt mein Theil 316. Sucht man die Freundschaft in der Welt nur unter solchen, die sich gleichen: weiß ich doch, daß sich Gott gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. Ist f Gott schon alles und ich nichts; ich Schatten, er die Quell des Lichts; er noch Z so stark, ich noch so blöde; er noch so rein, ich noch so schnöde, er noch so groß, 7 ich noch so klein: ist er doch - und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 283 3. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal me erfrischt, alle Sinnen mir er sterben, und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Je ſum nicht. 4. Dort auch laßich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh leuchtet dort, mich zu erquicken, ewig mir sein Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Weder Welt noch Himmel ists, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bists! denn für mich mit Fluch beschweret, wandtest du Zorn und Gericht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt ich mein, und ich bin sein. fest, lasse nichts von dir mich 2. Mein gütiger Imanuel, scheiden. Weh euch, die ihr sein mein Mittler wußte Rath zu vergeßt! ihr beraubt euch ewger finden, mit meiner ihm entrißnen Freuden! selig aber, der da Seel sich dennoch wieder zu verspricht: meinen Jesum laß ich binden. Mein treuster Freund, nicht. mein Jonathan, sieht meinen 284 großen Jammer an. Er kommt, daß ermein Bruder werde, herab vom Himmel auf die Erde, mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. Zweiter Theil. Vom Glauben. 3.mich herzlich liebt? Ift ers nicht, der sich ganz mir gibt? Was kann ich mehr von ihm begehren? Was kann er Bessers mir gewähren? Nun blendet ferner mich kein Schein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 6. Ohn ihn ist mir das Leben Last, ohn ihn der Himmel selbst kein Himmel. Durch ihn find ich in Arbeit Raft, und Ruhe mitten im Getümmel. So viel Geräusch auch um mich sei, ohn ihn ists öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 4. Wie sich sein Aug an mir vergnügt, so bin ich auch in ihm 7. Auch wenn man, was ich zufrieden. Welch Band, das uns habe, nimmt, was ich bedarf, zusammenfügt! von ihm aufewig mir nicht gewähret; wenn alles, ungeschieden, hat nun die Seele, wider mich ergrimmt, mich drückt, wo sie ruht. Auch darf sie um verfolgt, beraubt, entehret, gleich dies höchste Gut nicht eifern, jenen Märtyrern mich quält, hadern, haffen, neiden; er nährt zerfleischt, zerstümmelt und entuns allesammt mit Freuden. seelt. Die Welt raub alles! Die Welt nur kann der Neid meinen Glauben kann ihre entzwein. Mein Freund ist mein Wuth mir doch nicht rauben. und ich bin sein. So bleibet ja das Beste mein. mein Freund ist mein und ich bin sein. 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seine Herrlichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht, was er gebetet und gewacht, was er gehorchet und gelitten, was er empfangen und erstritten, auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 5. Er, er ists, den ich mir erwählt! nur er ist meiner Seele Leben. Da er mich zu den Seinen zählt, so soll auch ich nach ihm nur streben. Ist ers nicht, der auch erlöfte, hier beide schüßet, 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, die er erschuf und Zweiter Theil.- Vom Glauben. 285 pfleget, speist, bis er dort beide| Mel. AlleMenschen müſſen sterben. – 82 ewig tröfte. Geſundheit, Stärke, 317. Eins ist Noth! ach Munterkeit, Wiz, Scharfsinn, Herr, dies Gine Muth, Entschlossenheit, selbst lehre meine Seele doch! Auch daß ich, was ich von ihm habe, beim schimmerreichsten Scheine erkenn und weiß, ist seine Gabe. ist sonst alles nur ein Joch, Vom Undank hält er selbst mich unter dem das Herz sich plaget rein. Mein Freund ist mein und und doch keine Ruh erjaget. ich bin sein. Alles aber wird ersetzt, wenn dies Gine mich ergeßt. 9. Sein ist mein Bürgerrecht und Ruhm. Er kam, von Sünden mich zu retten. Ich hatte für mein Eigenthum sonst, leider! nichts, als Schand und Ketten. Doch er hat alle meine Last in seinem Kreuz auf sich gefaßt. Er gab mir Freiheit für die Bande; er selbst trug meines Frevels Schande, und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 10. Nun zürn und stürme jeder Feind! er soll mir doch nicht Angst erwecken. Und ist der Richter selbst mein Freund, wie kann das Weltgericht mich schrecken? Db Grd und Himmel 2. Seele, willst du dieses finden: suchs bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing dich über die Natur, wo der Gottheit Füll erscheinet, mit der Menschheit fest vereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. 3. So wollt einst Maria wissen, was dies Sinzige verhieß, als sie sich zu Jesu Füßen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! sie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jesu, dich. 4. So steht, Jesu, mein Verbricht und kracht; ob Leib und langen ganz und einzig nur nach Seele gleich verschmacht't; ob dir. Ach, ich dürft an dir zu meine Glieder gleich verwesen: hangen! neige du dein Herz zu durch ihn bin ich vom Tod ge- mir! Wenn auch viele träg vernesen. Was sollt ich Tod und weilen, brenn ich doch, dir nachGrab noch scheun? Mein Freund zueilen. Jesu, Geist und Leben ist mein und ich bin ſein. ist, was von deinen Lippen fließt. 286 Zweiter Theil. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt. daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weisheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, kenn ich dich, mein Jesu, nur. 1 Vom Glauben. 9. Volle Gnüge, Fried und Freude ists, was meine Seel ergept. Hirt, auf wie so gute Weide hast du mich, dein Schaf, verseßt. Jesu! soll ich dich nur haben, was kann mich wohl Süßers laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub erblickt? 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch hast du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 7. Nun so gib, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. erwähle, auch zur Heiligung 318. Wie herrlich ſtrahlt gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das ist mir in dir gegeben. Ach! entreiß mich ganz der Welt, daß ich thu, was dir gefällt. der Morgenstern! o welch ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jesu! Jesu! schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben! 8. Herr, was soll ich mehr verlangen, da in dir mein Herz nur ruht? Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; hast mich meiner Band entbunden, ewige Erlösung funden, daß ich mich Gott freudig nahn, kindlich Abba rufen kann. 10. Drum sollst du mir nur das Cine, du nur sollst mein Alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine, und tilg allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach Citlem sehnet, auch die Hölle stürmt und droht, wähl ich dich: denn( ins ist Noth. 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Zweiter Theil. Vom Glauben. Herzen preis ich dich! hab ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich keiner tröstet deiner, Brot des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In dir nnr kann ich selig sein. Geuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunst sei, kein Weltsinn deine Leiden scheu, kein Undank dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich fasse, und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. - 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, so oft dein lieblich Angesicht sich neigt, mich anzublicken. 287 Krieger, wähl zum Freunde! und dann fürchte keine Feinde. höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, kann 4 7. Wie freu' ich mich. o Jesu Christ, daß du der Erst und Letzte bist, der Anfang und das Ende. Du schließest selig meinen Lauf, du weckst mich auch von Todten auf; des klopf ich in die Hände. Amen! Amen! ja wir müssen, denn wir wissen, wem Mein Jesu, du mein wir trauen, noch dereinst dein Antlig schauen. 6. Ihm, welcher Höll und Tod bezwang, ihm, ihm müß unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, daß erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! tönet! Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde. Seelen recht erquicken. Speis Mel. Jesu, meine Freude.- 89. mich, trank mich, Seligmacher! 319. Jeſu, meine Freude, bester Trost im Leide! bestes Gut im Glück! du hast meine Liebe, du füllst meine Triebe, an dir hängt mein Blick. Hab ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Bater, preis ich dich? Gott, ewig, ewig hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm fest vereint. Er selbst, mein König, ist mein Freund. Troß 2. Unter deinem Schirme dem nun, was betrübet! Seele! können keine Stürme mir erSeele! ihn, den Sieger stolzer schrecklich sein. Laßt auch Felsen Zweiter Theil. Vom Glauben. 288 splittern! Laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz dräun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, frachen, bligen! Jesus will mich schützen. sucht, Neid! ihr beschweret das Gewissen. Euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und Zagen! schweiget, bange Klagen! Jejus 3. Donnert auch im Grimme ist ja mein! jeden, der ihn liebet, des Gesezes Stimme, Jesus muß, was erst betrübet, noch stillet sie. Mag der Tod sich zulegt erfreun. Hab' ich hie viel nahen, mich das Grab umfahen, Angst und Müh', Jesu, auch Jesus läßt mich nie. Mich schreckt im bängsten Leide bleibst du nicht das Weltgericht. Freudig, meine Freude. daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. - 4. Wer ist's, der den Glauben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Hölle Toben stimm ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Jesu Macht hält mich in Acht, die kann selbst der Hölle Wüthen Ruh in Gil gebieten. 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Ehre, sei der Göze der betrognen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth, Kreuz. Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jeju scheiden. 6. Weich, des Eiteln Liebe! weicht des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Flichet weit von mir! Mel. des 25. Psalms. 320.5 öchst erwünschtes Seelenleben, ach wie unbeE fannt bist du: wo man sich nicht will bestreben, nach der E ewgen Himmelsruh. Ach, wie eitel ist der Wahn, der des E Fleisches Sinn verblendet, wenn E er klebt der Erden an, sich zum Rauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich ge rathen in dieselbe Blindheitsnacht, wenn ich über Herz und Ueppigkeit, Stolz, Schmäh- Thaten nicht sorgfältig hab ge Zweiter Theil. Vom Glauben. wacht. Wie hat die Erfahrung| laß in deinen Liebesflammen mich meine Thorheit oft gelehret, Herz und Seele sein entbrannt, wenn mit eiteln Sorgen sich mein halte dich und mich zusammen. betrognes Herz verzehret. 3. Zwar der Schluß ward oft genommen, ich riß mich im Geiste los; doch wenn es zur That sollt kommen, fand ich mich von Kräften bloß; ich Gefangner, Armer, ich! wer zerichlägt mir diese Ketten! Jesu, Held erbarme dich! Mächtiger! du fannst mich retten. 7. Weicht, ihr eitelen Gedanken, stört nicht ferner meine Ruh. Ich will in den Lebensschranken eilen meinem Jesu zu. Jesu will ich geben Chr, in ihn will ich mich versenken, und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe kränken. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.-119. 4. Jeſu! Stärke der Ver- 321. Wo ſoll ich hin? wer hilfet zagten, der du gibst den Matten Ruh; wahre Zuflucht der Geplagten, rühr' mein Herz und brings dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sei der Deine. 5. Ach, vertilge das Verlangen, das noch etwas Irdsches will. Nimm den bösen Sinn gefangen, der nicht hält in allem still. Gib, daß ich in dieser Welt, nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach besserm Gut zu trachten. 289 Wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bists, der das Verlorne sucht; du segnest das, so war verflucht. Hilf, Jesu, dem Glenden! 2. Herr, meine Sünden ängsten mich, der Todesleib mich plaget. OLebens- Gott erbarme dich! vergib mir, was mich naget! du weißt es wohl, was mir gebricht! ich weiß es auch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 3. Du sprichst zu mir: ver6. Gib mir Augen, um zu zage nicht! du rufft: ich bin das sehen deines Reiches Gnaden- Leben! drum ist mein Herz auf schein. Gib mir Kräfte, um zu dich gericht't. Du kannst mir gehen bis ins Heiligthum hinein. alles geben. Im Tode kannst Mache mich mit dir bekannt, du bei mir stehn; in Noth als 19 290 Zweiter Theil. Herzog von mir gehn. Hilf, Jesu, dem Zerknirschten! 4. Bist du der Hirt, der Schwache trägt: auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquicke mich mit Segen! ich bin gefährlich krank und schwach, heil und verbind, hör' an die Klag. Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! 5. Ich thue nicht, Herr, was ich soll; wie kann ich doch bestehen? Dies ängstigt mich, das weißt du wohl. Ach, wann wirds doch geschehen, daß ich Elender endlich, frei vom Leib des Todes, bei dir sei! ich danke Gott durch Christum. - Vom Glauben. in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut mach meine Schulden gut; wasch mich damit von Sünden, und laß mich Rettung finden; ins Meer fie tief versenke, und ihrer nicht gedenke. 5. Du bist es, der mich tröst't, denn du hast mich erlöst; was ich gesündigt habe, verscharrteſt du im Grabe, da wird es bleiben müssen! du heilest mein Gewissen. 6. Zwar meine Schuld ist groß, doch werd ich ihrer los, wenn ich dein Blut auffasse, und nun die Sünde hasse. Wer so Mel. Auf meinen lieben Gott.- 78. sich zu dir wendet, sieht bald 322. Wo flich ich Sün- sein Leid geendet. der hin, der ich 7. Sehr vieles feblet mir, so strafbar bin? Wo kann ich doch sind ich es bei dir. Dein Rettung finden? Mich schrecken schwere Sünden; mit Angst bin ich umpfangen, wo soll ich Trost erlangen? Blut versöhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. 2. O Jesu voller Gnad! auf dein Gebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen war, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich es schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trop bald schweigen. 9. Darum allein auf dich, Herr, Christ, verlaß ich mich. Zweiter Theil.- Von der Heiligung 2c. 291 Jeßt kann ich nicht verderben; durch deinen Geist dahin, daß dein Reich muß ich ererben; denn ich mag alles meiden, was dich du hast mirs erworben, da du und mich kann scheiden; daß für mich gestorben. ich an deinem Leibe ein Glied10. Ach, bringe meinen Sinn maß ewig bleibe. 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt. Die heiligen zehn Gebote. Mel. von Nr. 46. 323. Grheb dein Herz, thu auf die Ohren, du Volk, das du verstocket bist, und Gott sich doch zum Volk erforen! vernimm, was Gottes Wille ist: 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Retter; aus jenem Diensthaus führt ich dich. Verehre feine fremden Götter; du hast ja keinen Gott, als mich. 3. Du sollst den Dienst der Bilder fliehen; mach feins, es sei wovon es woll, supfällig vor ihm hinzuknien: denn ich dein Gott, bin Eifers voll. allen Kräften, dem großen Gott, und dien ihm gern. 6. Erweis den Eltern bis zur Bahre Gehorsam, Ehre, Lieb und Treu, dağ Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih. 7. Enthalte dich von eigner Rache, und schone deines Nächsten Blut. Befiehl dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih die Eh' nicht und verbleibe von Ueppigkeit und fammt dem Leibe ein reiner TemUnzucht frei, daß deine Seele pel Gottes fei. 9. Vergreif dich nicht an jeGute; erwuchre nicht der Armen Schweiß, und lebe mit vergnügtem Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. 4. Den Namen Gottes zu entehren, scheu, liebst du deine mands Seligkeit; wagst du es, falsch und leicht zu schwören, so ist die Strafe schon bereit. 5. Sechs Tage widme den 10. Ertheile nach GewissensGeschäften, der siebente gehört triebe dein Zeugniß, wo es dem Herrn; dien ihm daran aus nöthig ist. Beschäm und fleuch 19* 292 Zweiter Theil. Von der Heiligung, die Ehrendiebe, und rede nicht| 2. Gib, daß ich, o du höchstmit arger List. - 11. Verdamm, als Sünden, die Begierden nach jemands Weibe, Hab und Haus, und wenn sie in dir rege würden, so tilge sie bei Zeiten aus. 12. Zehn Worte sind dir vorgeschrieben, doch eins faßt alles unter sich: Gott sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten, so wie dich. 13. Mein Mittler! ich erschrecke heftig, da Gott mit mir im Donner spricht. Durch deinen Geist wirk auf mich kräftig; vertritt du selbst mich im Gericht. Gebet über die zehn Gebote. Mel. des 116. Psalms. 324. M ein BundesGott! ach, unterweise mich, daß ich in Furcht, Vertrauen, 5 Demuth, Liebe dich ehr, und stets Geduld und Hoffnung übe, und lieber alles fahren laff, als dich. vollkommner Geist, auch dir im Geist und in der Wahrheit diene, und keinen Dienst zu leisten mich erkühne, worauf mich nicht dein heilges Wort verweist. 3. Es nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich; falsches und unnüßes Schwören jei von mir fern; voll Demuth erheischt von mir dein Bund. dich zu ehren, so gut ich kann, 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tagvon dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh dich ewig Loben mag. 5. Der Unterschied des Standes ist von dir, die Menschen soll er manche Tugend lehren! laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht liebreich sein, ein Menschenfreund, ein Helfer und Erbarmer, des Feindes Freund; wie könnte sonst ich Armer, der dich erzürnt, mich deiner Huld erfreun? 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben ſein; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden ſammt ihrem Reiz mit aller oder dem christlichen Wandel überhaupt. 293 Sorgfalt meiden, und meinen zu erfüllen, muß das Herz Leib zu deinem Tempel weihn. geschäftig sein. 8. Vor ungerechtem Gut behüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe; auch jedem geb und lass', was ihm gebühre, mein Werk verricht vergnügt und emsiglich. 3. Ich soll selbst sein innres Dichten also richten, wie es dein Gesetz befiehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüsten ſpielt. 9. O treuer Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügen hasse, und jedermann in ſeinen Würden lasse, der Wahrheit stets getreu von Herzensgrund. 10. Verleih, daß ich auch die geringste Lust, die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sei auch meine Freude, mit Lust zu dir erfülle meine Brust. Von der Beschaffenheit der wahren Heiligung. Mel. von Nr. 79. 4. Böses soll ich nicht nur laffen, sondern haffen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben mich bestreben, unverrückt mit Lust und Fleiß. 5. können wir denn deinen Willen ganz erfüllen? Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam sein. 6. Dein Gesetz ist, unsre Flecken zu entdecken, uns zum Spiegel vorgestellt. Ach, ich sehe sie und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt. 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auf den Weg der Sünde fliehn, und im Wege des Gebotes sernes Gottes sich mit allem Ernst 325. Gott! wie rein ist deine Lehre. Wenn ich höre, wie wir vor dir sollen sein: o! so dringen die bemühn, Befehle in die Seele, wie ein scharfes Schwert hinein. 8. Dazu wollest du mich Schwachen tüchtig machen; gib 2. Was ist an den äußern mir deinen guten Geist; alsdann Werken mehr zu merken, als will ich klüglich handeln, und der wahren Tugend Schein? so wandeln, wie dein Wort mich Doch, o Höchster! deinen Willen wandeln heißt. 294 326. Zweiter Theil. - Von der Heiligung, wen ihrer Noth, und sei der Waisen Schutz und Segen; gib alle deine Habe hin! noch haft du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben: so ist dir alles fein Gewinn. enn zur Voll führung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rühme dich der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet, wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen! so thue noch so gute Thaten, du hast vor Gott den Lohn 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch niemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für andre brennen! beſeelet dich nicht Leib und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten: so schüß und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. dahin.' 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Bau Häuser auf und brich dein Brot, das Volk der Armen zu verpflegen; entreiß die Wit5. Läg ihm an unsern Werken nur: so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fessel der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nicht Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe, das ists, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz befizen, so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Chaten prangt. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 295 7. Drum täusche dich nicht welche die sind, die gehören zu durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sich nicht auf deine Werk allein; sich auf die Quell, aus der sie kamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beſeelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. der rechten Christenzahl: die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, und den Heiland frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken, Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne List und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glücke; sie bläht sich nicht! ist langmuthsvoll. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, Gott allein, sich nie erhebet, wenn er groß und glücklich ist: Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gott wird dort zu Ehren segen, die sich hier geringe schätzen. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, Kraft zum Guten ihm verleihn, und er soll schon hier auf Erden, und auch dort getröstet werden. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht blos ihre Ruh! sie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern vergiebet; nie sich selbst zu rächen zu erfüllen, macht seinen Sinn sucht; ruhig seine Pflicht vollzu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. bringt, und sein eigen Herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschüßen, und er wird das 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, seinem Feinde niemals flucht, seine Fehler ihm Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. Land besigen. 327. Sommt, laß euch den 5. Selig, die nichts mehr verlangen, als gerecht wie Gott, kommt und Lernet allzumal, zu sein; die fest an dem Guten Herren lehren! 296 Zweiter Theil. Von der Heiligung, hangen, und sich ganz der Tugend| freun, standhaft ihre Pflicht erweihn; deren Herz nichts mehr füllen und den Martertod nicht begehrt, als was Gottes Ruhm scheun. Gott steht ihnen mächtig vermehrt. Gott wird ihr Ver- bei, und will sie für ihre Treu langen stillen, und den frommen einst mit unverwelkten Kronen Wunsch erfüllen. auf das herrlichste belohnen. - 6. Selig, wer der Noth des Armen niemals fühllos fich entzieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf erscheint; dieser wird auch Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 10. Herr! du wollst mich selber leiten auf der wahren Tugend Bahn, daß ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann. Gib, daß ich demüthig sei, meine Schuld vor dir bereu, die Gerechtigkeit stets liebe, auch an Feinden Sanft7. Selig sind, die sich be- muth übe. mühen, züchtig, keusch und rein zu sein; die der Wollust Stricke fliehn und der Heiligkeit sich weihn. Die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft widerstehen, werden Gottes Antlig ſehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, 11. Daß ich Armen helf und diene; immer hab ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, versühne; dir anhang in Freud und Schmerz. Vater! hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße guter Werke! Mel. Nun danket alle Gott. 9. und wenn Feindschaft, Haß und 328. Ich danke meinen zerGott, der stört, sie die Pflicht der Ein- den Sinn gegeben, so gut ich tracht lehrt. Die des Friedens immer kann, zu seinem Preis sich befleißen, werden Gottes zu leben. Du weißt, Gott, wie Kinder heißen. viel Kraft dein Knecht noch 9. Selig, die um Christi nöthig hat! verleihe du sie mir; willen leiden und sich dessen bei dir ist Rath und That. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 297 2. In allem meinem Thun| Wer nimmt hier seinen Wohnlaß mich auf dich nur sehen, und, plaß ein? Wer wird auf jenen untreu meiner Pflicht, nie eigne| heilgen Höhen, o Herr, beWege gehen. Laß diese Wahr-| ständig vor dir sein. heit mir allzeit vor Augen stehn: 2. Der, der vor dir unGott siehts, Gott hörts, Gott sträflichwandelt, nie ungehorsam straft, du fannst ihm nicht seiner Pflicht, der heilig denkt entgehn. und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen: ists denn auch recht, wenn ichs der Welt gleich wollte machen? und siehet jegund mich des Menschen Auge nicht: ists recht vor Gott? ists recht vor seinem Angesicht? 4. Ach führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestehen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlassen, stürz ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führst, so hat es keine Noth. 5. Die Gnade winket mir! nie sei es, Herr, vergebens; dein Wort sei jederzeit die Richtschnur meines Lebens; daß ich, wie dirs gefällt, geh, sige, liege, steh, und nur in meinem Thun auf deine Ehre seh. Von der Nothwendigkeit eines heiligen Lebens. Der 15. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 329. Wer darf in deine Hütte gehen? 3. Der nie mit seiner Zunge schmähet, und groß durch seine Redlichkeit, nie ſeinen Nächsten hintergehet, und Arges ihm zu thun sich scheut: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Verläumdungen verletzt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Achtung würdig schäßt: 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dem nur der Redliche gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält: 6. Der nie, zum Troge der Gesege, auf ungerechten Bucher leiht; und durch gerechterworbne Schätze die, die Gott darben läßt, erfreut: 7. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Verbrechern nimmt; dem ist seiner Tugend wegen ein unvergänglich Heil bestimmt! 298 Zweiter Theil.- Von der Heiligung, Mel. von Nr. 324. 6. Ach, nimm mich auf in 330. Ich weiß es wohl, deines Sohnes Reich, o Gott, ich selbst verdient es nicht, daß du, o Herr, mich vom Verderben rissest, ja, wenn du mir nach meinen Werken missest, so ist der Tød mein Urtheil im Gericht. laß mich nicht nur Herr! Herr! ihm sagen; sein sanftes Joch und seine Last zu tragen, mach mich bereit und seinem Vorbild gleich. 2. Die Gnade nur in Christo macht mich frei; doch- soll ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich dir, mein Gott, verbunden sei. Mel. von Nr. 17. 331. Bewahre mich, Herr, daß der Wahn nie mein Gemüth bethöre, als wär es schon genug gethan, wenn dir nur äußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die, Herr! zu Jesu sagen, und nicht dabei mit Ernst zugleich der Heiligung nach5. Des Glaubens Krast jagen. Nur die, die deinen kann ich ja anders nicht zu Willen thun, läßt du, als deine meinem Trost, als aus den Kinder, o Gott, in ewgen Frie Früchten merken! den Nächsten den ruhn, wenn heuchlerische reiz ich auch zu guten Werken Sündervon dir verstoßen werden. nicht anders, als durch meiner Werke Licht! 3. Dein Sohn hat mich mit ſeinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Hölle möchtentgehen, dein Ebenbild sollt nun in mir entstehen; drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen, um auch durch dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an dein Wort sich hält. 4. Mein Leib und Seel soll, als dein Eigenthum, von dir, o Gott! und deiner Gnade zeugen; nicht nur der Mund soll niemals hiervon schweigen, der Thaten Stimm erhöhe deinen Ruhm. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben 299 oder dem christlichen Wandel überhaupt. dein, und dein durch die Erlösung. trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie bloß äußerlich bekennen. Gib, daß mein Glaube 2. Ich fiel und wandte mich thätig sei, und Tugendfrüchte von dir, zur Finsterniß vom bringe; daß ich, vom Sünden- Lichte; doch wandtest du dich, dienste frei, mit Eifer darnach Gott, zu mir mit deinem Anringe, im Guten zuzunehmen. gesichte. Erbarmen war dein 4. Du kennst, o Gott, der Angesicht, mich von der FinsterMenschen Herz, und liebst, die niß zum Licht, zu dir zurück zu redlich handeln. O laß in rufen. Freude und in Schmerz mich 3. Dein, Herr, dein ist richtig vor dir wandeln. Dein Barmherzigkeit; du liebest ſelbst Wille sei mein Augenmerk. Hilf die Sünder. Seid, rufst du, mir selbst ihn vollbringen; durch geistlich mir geweiht, und meiner dich muß jedes gute Werk dem Gnade Kinder! ihr irrt und glücklich noch gelingen, der deine fündigt; fafset Muth; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. Hülfe suchet. 4. Dein Sohn erniedrigt sich, 5. Doch wenn ich aus Unwissenheit und Uebereilung fehle: so thu an mir Barmherzigkeit, und richte meine Seele durch und stirbt zur Tilgung unsrer deine Gnade auf vom Fall. Strafen, büßt für die Laster Erhalt mich bei dem Einen, daß und erwirbt Befreiung ihren ich dich fürchte überall, bis ich Sclaven. Wie vielfach, Höchster, einst mit den Deinen dir ohne bin ich dein! o laß mich feines Fehltritt diene! andern sein. Dein Sohn ist auch mein Heiland. Mel. Allein Gott in der Höh. 15. 332. Dein bin ich, Herr, dir will ich mich 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm erkauft mit ſeinem Leiden, will ich mich, Gott, zum Opfer ganz ergeben; recht- dein Eigenthum, von dir nie schaffen, fromm und rein will wieder scheiden. ich vor deinen Augen leben. Wie könnt ich eines andern sein? Ich bin ja durch die Schöpfung dir nur lebe! Gekreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich 1 300 Zweiter Theil. Von der Heiligung, mein Herr, ich bin dein Knecht; du bist mein Vater, ich dein Kind. 6. Dies wirke, Gott, dein| sind wir, was wir sind; du bist Geist in mir! ich habe kein Vermögen, die Sünd und alles, Gott, was dir verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin, und gib mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 5. Wie darf, wer, Vater, dich nicht ehrt, des Glücks, dein Kind zu sein, sich freun? Nur die sind dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weihn. 7. So werd ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte! besteht einst mit der kleinen Schar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad und Treue mich gerecht und selig machte. - Mel. Komm, o Gott, Schöpfer.- 197. 333. Dein, Gott, ist Majestät und Macht, und alles ist dir unterthan. Dir werde Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet an! 2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. 3. Wohin mein Auge, Gott, nur blickt, ist Ordnung, GEintracht, Harmonie; und ich, mit deinem Bild geschmückt, empöre mich und störe sie. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud und Seligkeit. 7. Nur das, was bös und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Gott. Weh dem, der seine Pflichtvergißt! er stürzet sich in Schand und Noth. 8. Gott ist, wenn er Gesetze gibt, kein menschenfeindlicher Tyrann; bloß weil er unsre Wohlfahrt liebt; treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Last und sanft sein Joch. Wers willig trägt, setzt seinen Lauf stets freudig fort, und fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb und Huld gehorsam sein aus Dankbarkeit; bald warnt er uns vor neuer Shuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 4. Duschusst das menschliche 11. Sein Wort ermahnt, Geschlecht; durch dich, Gott, droht und verheißt, und hält oder dem christlichen Wandel überhaupt. uns Tod und Leben vor; uns rühret und erweckt sein Geist: und ich verschlösse Herz und Ohr? 12. Nein! Gott dir sei mein Herz geweiht, Gehorsam sei mein größter Ruhm. Verleihe mir Beständigkeit, und heilge mich, dein Eigenthum. 301 verlasse, und in der Noth ja selbst im Tod dein Heil getrost umfasſe. 4. Hilf mir der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe, und bilde mich nach seinem Sinn gib, daß ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugebn, mich seiner nicht zu schämen, und stets bereit mit Freudigkeit sein Kreuz Bitten um Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz.- 90. auf mich zu nehmen. 334. Hilf mir, mein Gott! verleihe mir, daß ich nur dich begehre; mein gonjes Glück nur such in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud mich jemals von dir trenne. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu, wenn ich dich, Gott betrübe, gib daß ich alles Böse scheu, und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorsat je verlegen. Der Seele Heil, mein ewges Theil, laß mich recht theuer schätzen. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterfeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe; gib, daß den Feind so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 6. Nach vielen Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Chren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und großen Namen streben; laß mich vielmehr nach deiner Lehr in wahrer Demuth leben. 3. Mein Gott! ich bitte dich, 7. Die Falschheit, List und verleih mir einen festen Glauben, Heuchelei hilf mir sorgfältig der standhaft, treu und thätig fliehen; nie müß ich mich durch ſei, und laß mir den nichts rau- Gleisnerei um Menschengunst ben. Gib, daß ich mich allzeit bemühen. Laß Ja und Nein auf dich und auf dein Wort mir heilig sein; laß mich nicht 302 Zweiter Theil. lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und Sanftmuth schlichten. 8: Herr lebre mich Enthaltsamkeit, gib mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Lust mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 9. Gib, daß ich stets den Müßiggang sammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohlgelingen, und segnest du das, was ich thu, dir dafür Ehre bringen. 10. Ach, gib mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wortverheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Freud und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir, den Lohn der Treue geben. Mel. von Nr. 55. Ich habe, - Von der Heiligung, Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 2. Erforsche mich, sieh, ob ichs redlich meine! gib, daß ich nicht bloß, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wenn mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien! stets werde mir das Gleissende der Laster nur mehr verhaßter. 5. Gib Gifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten; ich, hab ich deinen Beifall, kann mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen, wirst billig alles richten und belohnen, mit Herrlichkeit und Ehre deiner Kinder, mit Schmach die Sünder. 335. 7. Bald, bald vollend ich meiner Prüfung Stunden. Werd vorgenommen, nie auf der ich im Tode nur bewährt habe, Gott! mir ernstlich oder dem christlichen Wandel überhaupt. 303 erfunden: wie schön verwandeln mir! erzeig dich in mir kräftig, sich dann meine Leiden und werden Freuden! auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen Mel.Herr Christ, der eingeGottes 2c.- 94. 336. Herr Jeſu, Gnaden- leb in dir. sonne! wenn dein erquickend Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet; versag dies Glück mir nicht! 2. Mit vielen großen Sünden reiz ich dich wider mich; doch laß den Zorn verschwinden, vergib genädiglich. Du pflegst dich ja der Armen mitleidigst zu erbarmen; ach, Herr, erhöre mich. 3. Vertreib aus meiner Seelen des alten Menschen Sinn. Weg Sünden, die mich quälen! Herr! lasse mich forthin mit einem heilgen Leben mir selbst das Zeugniß geben, daß ich erlöset bin. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innrem Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen aufrechter Lebensbahn. 7. Schwach bin ich, gib mir Stärke; der Feind schreckt, gib mir Muth. Weg, Ruhm der eignen Werke! Herr! was dein Geist nicht thut, was ich aus eignem Triebe bald lasse, bald verübe, ist böse und nicht gut. 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stüzet deine Treu; dir zeig ich meinen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Willen beständig mög erfüllen, so steh mir kräftig bei. Mel. von Nr. 17. 4. Befördre dein Erkenntniß 337. Der er du Verstand in mir, Herr! durch dein Wort. und Tugend Wie blöd ist mein Verständniß, schenkst, Gott, Vater meines und welch ein finstrer Ort; doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die düstren Schatten fort. Lebens! wo du nicht Thun und Lassen lenkst, so leb ich hier vergebens. Denn, wen dein Geist nicht neu gebiert, der bleibt der 5. Ach, Herr, wie gar ge- Sünd ergeben; und, wen die schäftig ist Fleisch und Blut in Sünde noch regiert, der ist 304 Zweiter Theil. Von der Heiligung, zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Lust, die blos den 2. Drum, Vater, neig dich Leib ergeßt, verderbt auch väterlich zu deinem schwachen fromme Herzen; und was die Kinde. Gib mir ein frommes Welt für Freude schäßt, bringt Herz, daß ich mich scheu vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle, vielmehr von meinen Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. Nachreu, Elend, Schmerzen, und stürzt zuletzt zur Hölle. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und denket, als was den Glauben stärkt und nährt, und Luft zum Guten schenket; was mich 3. Bewahre, Gott, mein zu jenem Leben bringt, wo man Ohr, daß ich nicht gern auf bei dir stets lebet, dein Lob Spötter höre, damit in meinem mit allen Engeln fingt, den Glauben mich kein frecher Thor Heiland sieht, erhebet, und ihm bethöre. Hilf, daß kein Wiß sich ähnlich schauet. der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie 338. er tückisch sucht durch mich dann Zwietracht stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. - Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Gott! dir gefällt kein gottlos Wesen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von 4. Die Augen, Gott, be- Sünden mich genesen, und wahre mir, vor unverschämten schaff ein reines Herz in mir; Blicken, und vor unzüchtiger Begier, die Unschuld zu verstricken. Laß sie den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schätzen; was reiner Engel Aug erfreut, das sei auch mein Ergegen; was du liebst, ihr Bestreben. ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. 5. Behüte mich vor Schwel- Ich will forthin das Unrecht gerei, die leicht das Herz be- scheun und deinem Dienst mein schweret; vor Trunkenheit, die Leben weihn. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 305 3. O stärke mich in dem Ge- läßt sichs durch Freude und danken! gib meinem Vorsag durch Schmerz oft auf den FrrFestigkeit, und will mein schwa- weg leiten. So wankt ein Rohr, ches Herz je wanken, so hilf der vom Wind regiert, so irrt, von Unentschlossenheit. Wie viel Leidenschaft verführt, auch oftvermag ich, Gott, mit dir! mals meine Seele. Herr, hilf nimm deinen Geift nur nicht mir, daß ich als ein Christ das von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei! so sieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Berbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, und mache in Bekümmernig mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff ein getrostes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden. So halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. An Wasserflüssen Babyions.— 97. 339. Grbarm dich, Herr! du kennst mein flich, was vor dir strafbar ist, und nur das Gute wähle. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken. Erhebe den verirrten Sinn zu himmlischen Gedanken! wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, so wird es mir gelingen. Ich halte deinem Willen still. Ich will mich ändern, Herr, ich will. Gib selber das Vollbringen. 3. Umsonst such ich der Tugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und nicht, befreit von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leitest. Du haffeſt jeden falschen Schein. Mit Ernſt willst du verehret sein. Herr, hilf um Jesu willen! Erhebe den gebeugten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir Herz. Geneigt zu Eitelkeiten, oft meine Pflicht! wie rauh die 20 306 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 3. Gib, daß ich von der Bahn der Tugend! Jedoch du trugst mit mir Geduld. Laß, Welt mich unbefleckt erhalte, und Vater! laß mich diese Huld daß in mir der Trieb zum Guten nicht undankbar verachten Dir nie erkalte. Hilf, daß ich immer folgen, ist mein wahres Heil. wach, im Kampf des Glaubens O laß michs als mein bestes treu, und in der Hoffnung stark Theil auch immerfort betrachten. und fest gegründet sei. 5. Ich bin ein Mensch. Du kennest mich. Wie schwach sind 4. Gib, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich meine Kräfte! doch meine Seele zeige, und achtsam mein Gemüth Sein hofft auf dich. Du wirst zu zu seiner Lehre neige. dem Geschäfte der Heiligung Geist regiere mich und nicht der mir Kraft verleihn, und mich Geist der Welt, so geh ich, Herr, mit deiner Hülf erfreun, vor dir vor dir den Weg, der dir gefällt. gerecht zu leben. Ich, dein erfauftes Eigenthum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigfeit erheben. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe. Lağ ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz der du in diesem Leben, zur der Fleischeslust ergeben, und Leuchte meinem Fuß, dein heil- nie dem schnöden Geiz! mein Beges Wort gegeben: regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was, Gott, dein Wort mich heißt. - - 8. Mel. O Gott, du frommer Gott. ein Vater und 340. Mein mein Gott. 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und fein vergänglich Gut zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Gifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. dir geweihtes Leben sei von trug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: fo unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzeucht. dir noch getroft vertraun. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 307 8. Erlöse endlich mich von Weg erwähle, ja Ehre such in allen meinen Leiden; und ist Christo Schmach. Ach, wirk in die Stunde da, aus dieser Welt mir zu deinem Ruhm, mein Gott! zu scheiden: o Vater! so verlaß, das wahre Christenthum! wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht. 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte! hilf, daß ich dir verbleibe treu! daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt ſei. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, feſt und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir zu deinem Rühm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 341. Mein Gott! ach, lehre mich erkennen, den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sei; laß mich mir sterben, dir zu leben, und mach in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn. Ach, Mel. Nun danket alle Gott.- 9. wirk in mir zu deinem Ruhm, 342. Du ſagst: ich bin ein mein Gott! das wahre Christenthum! dir, wenn Werk und Leben dir 4. Regiere du selbst meine dessen, was du sagst, Beweis Seele, damit ich Christo folge und Zeugniß geben, und wenn nach, und stets den schmalen dein ganzes Thun, durch Gottes 20* 308 Zweiter Theil. Von der Heiligung, Kraft und Geist, von deinem lehre zu Haus und öffentlich Ja, Christenthum die ächten Pro- beständig les und höre. ben weist. Lieber, thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, der ist dem Höchsten werth. - 2. Du sagst: ich bin ein Chrift. Der ists, der Jesum fennet, der seinen Gott und Herrn ihn vor den Menschen nennet, und thut dann auch dabei, was Christus ihm gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 7. Du sagst: ich bin ein Christ; ich laß mich öfters finden bei Jesu Bundesmahl, mit Gott mich zu verbinden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Beſſerung nach solchem heilgen Brauch? Der 3. Du sagst: ich bin ein Christ. Wer sichs will nennen lassen, muß leben, wie er glaubt, und alles Böse hassen. 8. Du sagst: ich bin ein lieber Christum nicht, der noch Christ! ich bete, les und singe; die Sünde liebt, ist auch kein Christ, ob er sich gleich den Namen gibt. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl! doch prüfe dich, wie stehts um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich, wie du ihm versprochen, in allem 10. Bist du ein wahrer Thun erzeigt? dem Guten nach- Christ, so müssen Sinn und gestrebt? Hat nicht der alte Triebenach Christi Borbild sein. Mensch bisher in dir gelebt? Wenn unverfälschte Liebe dein 6. Du fagst: ich bin ein ganzes Herz erfüllt; wenn du Christ, weil ich die Gnaden- voll Sanftmuth bist, voll ich geh ins Gotteshaus. D lauter gute Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entfernet bist, und deiner Undacht Zweck die Ehre Gottes ist. 9. Du sagst: ich bin ein Christ! Wer kann es dir gestehen, er könne solches denn aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht dein ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Christi Jünger ist, der wandelt so, wie er. oder dem christlichen Demuth, wie der Herr; so sag: ich bin ein Christ. Wandel überhaupt. 12. Du sagst: ich bin ein Christ, und rühmst dich des mit Freuden. Doch thust du auch wohl mehr, als manche fluge Heiden? Ach, ich befürchte sehr, sie klagen einst dich an, weil du vielleicht noch nicht so viel, als sie gethan. 309 Kampf der Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz.- 90. 11. Doch wenn man noch 343. Oft denkt mein an dir das Gegentheil verspüret; wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regieret, wenn statt der Sanftmuth sich zeigt Zorn und Haß und Neid, so bist du ja gewiß vom Christenthum noch weit. Herz, wie schwer es sei, Herr, deinen Weg zu Worte treu zu denken und zu wandeln, und täglich deinem handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh, sie ist der Sieg der Lüste! jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte. 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft ja auch Schmerz bienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 13. Sag nicht: ich bin ein Christ, bis daß dir Werk und 3. Des Lasters Bahn ist Leben auch dessen, was du sagst, Anfangs zwar ein breiter Weg Beweis und Zeugniß geben. Der Name machts nicht aus; ein Christ muß, ohne Schein, das, was er heißen will, im Wesen selber sein. durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. 14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Chrift zu sein, und nicht nur so zu heißen! denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, gelanget nimmermehr zu dir ins Himmelreich. frei zu stillen; erlaubtest du dem 4. Gott, hättest du es uns vergönnt nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust. Neid und Zorn entbrennt, die Lüste 310 Zweiter Theil. Von der Heiligung, Frevler hier, aus Bosheit uns/ ihn betrat ja selbst mein Herr zu kränken: was müßten wir und Meister. O laß mich nie doch dann von dir, du weiser des Frechen Spott auf diesem Vater, denken? Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. - 5. Du willst, wir sollen glücklich sein, drum gabst du uns Gefeßze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schäße. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, sie wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. 7. O stärke mich dazu mit Kraft, so wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Voll9. Gib, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich, und ernstlich allezeit gedenk an meine Bahre. Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich oft im Geist erheben. 10. Erhalte mich stets un-. verzagt, wenn mirs nicht immer glücket; wenn mich, so viel mein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. Du ſiehst nicht auf die That allein, du siehst auf meinen Willen; ein göttliches Verdienst ist mein! dies laß mein Herze stillen. Bitten um Beständigkeit und Wachsthum in der Heiligung. Mel. von Nr. 72. dringen. Wer Kräfte hat, wird 344. Schön ist die Tugend, durch Gebrauch von dir noch mein Berlangen, mehr bekommen; wer aber nicht und meiner ganzen Liebe werth. hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seele auch oft begehrt. Ach könnt ichs, wie wird ich mich freun! wer heilig ist, muß 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister. Ihn zeigte mir, und selig sein. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit! Von Ewigkeit her war er gut; er bleibts, und recht ist, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 4. Ich Armer! darum kommt kein Friede in mein verschmachtetes Gebein! wie bin ich dieses Wechsels müde! wann werd ich fest im Guten sein? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 6. O bilde, Bater, meine Seele! in deiner Liebe mache mich, weil ich zu meinem Trost dich wähle, getrost und unveränderlich. Denn bin ich erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. 311 Mel. von Nr. 234. 345. Wie ſelig, Herr! iſt der du bist sein Schild und großer Lohn. D, daß ich ganz gerecht sein möchte! doch ach, wie wenig bin ichs schon. Du weißt es, Gott, ich bin noch weit entfernt von der Vollkommenheit. 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift stimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenns Herz gleich bessern Vorsatz nimmt. Ja oft verleg ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit beständig un- rein. befleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sei. 3. Wer kann, wie oft er fehlet merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stärken; drum fall ich, Vater vor dir hin. O mach, um heilig ganz zu sein, mich von verborgnen Fehlern 4. Von aller eitlen Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft. Erweck und mehr in mir die Triebe zu dem, was wahre Beßrung schafft. Laß meinen Fleiß gesegnet sein, und meine Heiligkeit gedeihn. 5. Du wirst das demuthsvolle Flehen des Sünders, der dich scheut und ehrt, o Gott der 312 Zweiter Theil. Von der Heiligung, Gnade, nicht verschmähn. Du dir mich von der Welt erhebe! bist es, der Gebet erhört. Mein ja laß mich, wenn ich sterben soll, Fels, mein Heil, ich traue dir. Das, was ich bitte, gibst du mir. auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlig ewig schauen! 5. Ich kämpf, ermatt und Herr, mein Erlöser! strauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft. Du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jeſu. 256. 346. S - nur von dir kann ich mir Hülf erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehn. Des wahren Glaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 2. Du hast dein königlich Gebot mir tief ins Herz ge schrieben: von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich den Nächsten lieben! wenn ich nach deinem Worte thu: so hab ich schon hienieden großen Frieden, und welches Heil hast du den From men dort beschieden. 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreißen. Denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Müh sie, solche zu verdienen, sich erkühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst sie ihnen. 4. Gib, daß mit brünstiger Begier ich fest stets an dir flebe, zeuch mich dir nach, daß ich zu Mel. Alle Menschen müſsen sterb. – 82. 347. Du, der Herz und Ewiger, erforsche mich! ach ich war von dir getrennet, aber du erbarmtest dich, hörtest mein Gebet, mein Sehnen, sahst die Inbrunst meiner Thränen, schenktest mir selbst deine Huld, und vergabst mir alle Schuld. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! sieh, es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, ungewiß und träge geht mein Fuß der Tugend Wege, und zu oft noch sieht mein Blick auf der Laster Bahn zurück. 3. Als zuerft vor meinen Blicken der Verblendung Nacht oder dem christlichen Wandel überhaupt. 313 verschwand, und mein Auge voll| lacht, aus der Andacht ein GeEntzücken, Gott, dein Antlig wieder fand: wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! ihre Schrecken sah ich nur, aber keiner Anmuth Spur. lächter, aus dem Beten Thorheit macht; wenn sie spöttisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen: dann vergeß ich meine Pflicht, ich bekenne Jeſum nicht. 4. Wenn, von Andacht hin8. Unter der Verfolger Steigeriffen, ich den Himmel offen sah, nen bebten Gottes märtrer nie, lag die Welt zu meinen Füßen seine Wahrheit zu verneinen, und, Gott, deinem Throne nah, zwang nicht Drohn, nicht Folter mischt ich in der Engel Chöre fie. Auf des härtsten Todes den Gesang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergibt. Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, konnten so den Tod verschmähn. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich müde! Welt, ich fluchte deiner Lust! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd und Himmel werth. 6. Ihr dem Beten heilge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin seid ihr verschwunden, Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch such ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünstigkeit. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht: hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Vater, bis ans Ende sei dir mein ganzes Herz getreu. 10. Wer getreu bleibt bis ans Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ewge Siegeskron. Kampf und Muth war nicht vergebens, Gott gibt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt 7. Wenn die Menge der Ver- nicht ins Gericht, stirbt des ächter meines frommen Wandels Tods der Seele nicht. Zweiter Theil. Von der Heiligung, 314 Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. Im für heffen ist zu dieſem Liede die achte Beile wegzulaffen, die vorlegte Note e in der sechsten aber zweimal zu singen.) - der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn 348. charmer Sün- empfängt aus deiner Hand! fie find gefrönt! ich noch im Streit: o gib auch mir Beständigkeit! der, wer bin ich, daß du, o Gott, stets meiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonst, und mirnichtnach Verdienstenlohust. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, giebt oft mein Herz der Sünde nach. Jch kämpf, o Vater, nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe gränzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel selbst verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 3. Vertreib, o Gott, des Irrthums Nacht! entreiße mich 4. Schmal ist der Weg zu Gottes Höhn, und wenige sind, die ihn gehn! die Pfort ist eng und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg auf meinem Angesicht, und fleh und weine, laß dein Licht mir leuchten, Vater, laß mich dein im Leben und im Tode sein. 5. Der mir in Christo alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staub! erbarm dich mein, und steh mir bei, daß ich des Kleinods würdig sei, das Christus mir so theur erwarb, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, du erbarmtest über mich, versöhnter Gott und Vater, dich. Vom Leibe dieses Tods befreit, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Tugend nicht mehr wankt, und dir. Gott, ewig dafür dankt, daß sie dein Gnadenlohn beglückt, und deiner Sieger Krone schmückt. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 315 Mel. Machs mit mir Gott nach.- 26. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? 7. Verzagt und schwach sind Fleisch und Blut, und eitel unfre Werke. Der Glaub allein gibt Kraft und Muth, und nur durch Christi Stärke sind wir, in Angst und Traurigkeit, getrost, und überwinden weit. 349. Bald oder spät des Todes Raub, wall ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher, doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen; verachten, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sich schwingen; getroft den Pfad der Trübsal gehn, und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft. 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die kund an uns soll werden? Wie schnell flieht dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig selig bin! 9. Heil mir! ich bin sein 4. So lang ich noch ein Eigenthum! nichts soll mich von Fremdling hier, in diesem Leibe ihm scheiden! nicht Wollust, walle: so schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn, durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sei mein Ruhm, dir 10. Der uns in Christo alles werth zu sein, was du gebeutst, gibt, Gott, wird mich nicht verzu üben; mein höchstes Gut, nichten! der uns bis in den Tod mich dein zu freun, von Herzen geliebt, der wird mich einst nicht dich zu lieben; mein Trost, auf richten! wenn Erd und Himmel deinen Schuß zu traun, und untergehn, werd ich zum Leben meine Hoffnung, dich zu schaun. auferstehn. Güter oder Ruhm; nicht Schmach, nicht Tod noch Leiden. Ich bin durch Jesu Blut erkauft; ich bin auf seinen Tod getauft. 316 Zweiter Theil. 11. Nicht Trübsal mehr, nicht Leid noch Schmerz betrübet dort die Seinen, nicht klagen mehr wird unser Herz, nur Freudenthränen weinen; er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thränen ab. -- Von der Heiligung. du betratst, auch gehn, und das thun, was du thatst? 2. Dein Herz war voller Heiligkeit, so rein, wie deine Lehre; dein Thun Lieb und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Ehre; hier schaffst du mir 12. Dort schauen wir, und Zufriedenheit, und dort einst beten an vor seinem Angesichte, ewge Seligkeit. und die wir hier im Dunkeln sahn, wir werden dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 13. Ihr, die ihr ihn erhabner preist, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein ver- Wandel gleich wie Gott. klärter Geist in eure Jubellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobgesang. 14. Du, der uns dieses Heil erwarb, laß, Jeſu, michs ererben! du, der für seine Menschen starb, laß, Jefu, dir mich sterben! gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sei. 3. Darum entäußertest du dich, und stiegst vom Himmel nieder, wardst Mensch, ein armer Mensch, wie ich; uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der LeuteSpott, in deinem 4. In Knechtsgeſtalt erschienest du, um uns zu Herrn zu machen; den Kranken gabst du Trost und Ruh, und warst stark in den Schwachen; du trugst die Leiden mit Geduld, und trugst sie Leiden mit Geduld, und trugst ſie eigne Schuld. 5. Du starbst für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllst für uns des Vaters Rath, und bittest selbst für Feinde. Du starbst, gehorsam bis zum Tod, und ehrtest auch im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gesinnet sei gleich dir in meinem Thun und Lassen. Von der Nachahmung des Erlösers. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. 350. Welch hohes Beispiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? und nicht den Weg, den Komm, sprichst du, nimm dein oder dem christlichen Wandel überhaupt. 317 Kreuz auf dich, komm, folge mir,| man hörte, wenn die Welt ihn und thu, wie ich. schalt, ihn niemals wieder schel7. Ich komme, Herr, gib ten; man hört ihn nicht um Kraft und Licht, daß ich mein Rache schrein; er übergab es Heil erkenne, dein wahrer Jün- Gott allein. So sei auch du ger sei, und nicht mich fälschlich gesinnet! nur so nenne: damit ich deinem Beispiel treu, auch andern selbst ein Beispiel sei. 5. Wenn Stolz und Eigenliebe sich, o Seele, bei dir reget: so stärke Jesu Beispiel dich, dann wirst du nicht beweget. Ach, Mel. Es ist das Heil uns 2c.- 6. nimm doch dessen Wort in Acht, 351.0 Seele, schaue Jesum an! hier kannst und denke, wie ers hat gemacht. So sei auch du gefinnet! du recht erkennen, was wahre Demuth heißen kann, und was Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. wir Sanftmuth nennen. Er stellt 352. Kommt her, Mühsich dir zum Muster dar; wie Jesu Christ gesinnet war. So sei auch du gesinnet. 2. Er war der große Gottessohn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er seinen Himmelsthron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohlzuthun bereit. So sei auch du gefinnet! 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Vaters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht und that, verehrt er seines Vaters Rath. So sei auch du gesinnet! 4. Das Böse sucht er alsobald mit Gutem zu vergelten; ſelge, fommt zu mir, spricht Gottes Sohn, o kommt, seid ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Trost? Nur Trost und Heil, wird dem, der zu mir kommt. zu Theil, ich heile euern Schaden. 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last. O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. Ruh und Erquickung findet sich bei mir, 318 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott 2c. und trostreich werd ich mich ge- dermann zu dienen fertig stehen. wiß an ihm bezeigen. Laß mich, wie du, sanftmüthig 4. Nun, Jesu, mich verlangt sein, Beleidigungen gern vernach dir, zeuch mich dir nach, so zeihn, und Fehler übersehen. laufen wir, dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Retter ist, bei dir ist Heil und 6 Ach, bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh am Ende Leben. 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demuth je- meiner Tage. 25) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. von Nr. 55. willst du, wenn wir nur dein 353. Sollt ſich mein Geiſt, Licht nicht haſſen, dich finden lassen. o Gott, zu dir erheben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denfen, die Kraft mir schenken. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht mich stets erfreuen, und meiner Seele Finsterniß zerstreuen; erleuchte mich, daß mich zu deiner Chre, dein Glanz verkläre. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen. Zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch 5. Mit lauter Stimme lebren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt und Stärke; auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! uns unterwieſen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns bessern wollen. 7. Ach, möchtich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruhu von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unstät, träg, er scheuet der Ueber Zweiter Theil. Von der Erkenntniß Gottes. 319 legung Müh, und, schnell zer- wie unaussprechlich gut du bist. streuet, finft er, wenn ich zu Wie schimmern sie, doch zeigt dir gezogen werde, zurück zur ihr Glanz mir deine HerrlichErde. feit nicht ganz. - 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, seine Grenzen zu vergeffen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Lust und Friede; 11. Dann werd ich immer heller dich erkennen, und täglich mehr von deiner Lieb entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, Gott, nur leben! 3. Ich sehe dich hier nur im Spiegel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hätte meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! wie würde sie sich deiner freun! wie selig, wie verherrlicht sein! 2. Wie wollt ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, 4. Dürft ich, am Fuße deines Thrones, mit deinen Engeln dich erhöhn; könnt ich im Antlig deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsänge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, Mel. von Nr. 72. 354. Wo find ich Gott, und deinen weisesten Verſtand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. den meine Seele vor allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweist? 320 Zweiter Theil.- Von der Erkenntniß Gottes. 7. Doch, wenn in meinen hier, an diesem Prüfungsort. Finsternissen er auch mein blö- Ich, der ich hier kaum stammeln des Aug erhellt: was lern ich, kann, lobsinge dir dann, wie Gott, von dir? Mein Wissen ein Mann. bleibt immer Stückwerk in der Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. - Welt. Ich ſuche dich, und forsche 355. Mein Gott, du zwar nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. im Lichte, dahin kein sterblich 8. Und hört ich nur auf deine Auge dringt! doch gibst du uns Stimme in deinem Worte, hört zum Unterrichte dein Wort, das ich nur, wie du verdienest, auf uns Erkenntniß bringt, was du, die Stimme der dir lobsingen- o Allerhöchster, bist, und was den Natur: so lernt ich hier mit uns dein Endzweck ist. schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freun. 9. Wie brünstig würd ich dann dich lieben! mit welchem 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunfeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf Eifer würd ich mich dir, Vater, selbst meinem Forschen fort; zu gefallen üben, wie selig wär laß für der Wahrheit hellen ich blos durch dich! nun aber Schein mein Aug und Herz täuschet meinen Geist, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. stets offen sein. 3. Dein Wort sei mir ein Licht im Glauben, das mich zur 10. Welch Glend! Vater, wahren Weisheit führt. Laß ich empfinde mein Elend! Zeuch mir doch keinen Irrthum rauben, mich selbst zu dir! Entkräfte was mir ein ewig Heil gebiert. selbst die Macht der Sünde! Kein Spöttergeist verführe mich; Dein Geist der Weisheit wohn in mir! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert ſei. kein Zweifel sei mir hinderlich. 4. Dich kennen ist das ewge Leben. Drum hilf mir, Vater, daß ich dich und den, den du 11. Gib, daß der Strahl für uns gegeben, hier so erkenne, von deiner Wahrheit mein Leben wie du mich in deinem Wort leite, bis ich dort dich näher es selbst gelehrt, bis einst sich seh, und mit mehr Klarheit, als meine Einsicht mehrt. Zweiter Theil. Von der Erkenntniß Gottes. 321 wenn er seinen Schöpfer preist," der Engel Werk vollbringt? 5. Vor allem laß bei mir hinaufzu Gott sich schwingt, und, lebendig, o Höchster, dein Erkenntniß sein; laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb und Ghrfurcht weihn. Gib, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenus nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lenke, Herr, auch meinen Sinn durch Wahrheit dir zum Dienste hin. - so geschmückt mit Herrlichkeit und 2. Wer gleicht Gott? wer ist Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. 3. Ein voller Strom von schafft. Denn er ist selig und erWollust quillt aus seiner Wissenfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobfingt, das niemand zählt, als er. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahres Trostes sein. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glauben deiner freun. Dort seh ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. Mel. Mein Gott, das Herz ich zc.- 59. 6. Schon siehst du durch ein dämmernd Licht den Unaussprechlichen! dort wirst du ihn 356. Wie felig bin ich, von Angesicht in größrer Klarwenn mein Geist heit sehn. 5. Auch ich entstand, weil er mich schuf, um ewig froh zu ſein. Heil, Seele, dir! denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freun. 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel. von Nr. 234. 357. Wie sollt ich dich, schenk zeigtrührend an, wie huldreich du mir zugethan. mein Gott, nicht 2. Von Ewigkeit hast du belieben? Du hast mich ja zuerst schlossen, ich soll dein Kind und geliebt, und, von Erbarmen an- Erbe sein. Und wann ist eine getrieben, den Sohn geschenkt, Zeit verflossen, da du, mein der Leben gibt. Herr, dies Ge- Gott, mich zu erfreun, mir nicht 21 322 Zweiter Theil. noch weit mehr Guts gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Anbeginn, und hast mein Herz zu dir gézogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünstger Dankbarkeit, mein ganzes Leben sei geweiht. 4. O welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weihn! gib du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet sein. Ist deine Gnade nur mit mir, so bleib ich stets, mein Gott, an dir. Von der Liebe mein Aug auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich dann erfreut! wenn alles um mich trübe, und mir ein Wetter dräut, ist sie mein Sonnenschein. Mich können keine Leiden von deiner Liebe scheiden, so groß sie immer ſein. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk ich an deine Treu, denn Bater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf 5. Führst du mich gleich auf dich, wird mir die Arbeit ſüße, rauhen Wegen, so thust du es in der ich Schweiß vergieße; zu meinem Heil. Auch unter du unterstüßest mich. hartenKreuzesschlägen hab ich an deiner Huld doch Theil, und nach vollend'ter Leidensbahn nimmst du mich einst mit Ehren an. — 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Armen dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung faffen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer sein. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren.-301. 358. An dich, mein Gott, gedenken, ist Pflicht 5. Wie gut iste, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Sitle lenken. Wie schlecht. ist ihr Gewinn! zu dir halt ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Trost fürmich. Wenn Sorg und Freude; dies stärkt mich einst und Gram mich kränken, so sieht im Tod. 6. O reiche mir, auch wenn ich sterbe. Herr, deine Baterhände zu. Dann tröste mich mein künftges Erbe! dann führe mich in deine Ruh. Mit völliger Zufriedenheit lieb ich dich dann in Ewigkeit. und Dankbarkeit gegen Gott. 223 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr! mein Gott! ach voll Begier, ach voll Begier so geh ich zwar die Bahn, da j wünsch ich zu sein, mein Heil, mein die Welt vergißt; doch du, bei dir. Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedenk mehr ist. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht't. Hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. und nach Erden. Denn wär' 359. Der du mich als ein der Himmel ohne dich, so könnte Vater liebst, und keine Lust für mich auch selbst mich mit Wohlthun ganz umim Himmel werden. Wärst du gibst, Gott, meiner Seelen nicht schon auf Erden mein, so Freude! ich bleibe dennoch stets möcht ich nicht auf Erden sein. an dir. Was ist, mein Gott, Denn nichts ist in der ganzen das je mich hier von deiner Liebe Welt, das mir so sehr, wie du, scheide? Du machst mir deinen gefällt. Mein Herr und Gott! Weg bekannt, hält mich bei mei- wo du nicht bist, wo du nichtner rechten Hand, regierest mei- bist, ist nichts, was mir erfreunen Lebenslauf, und hilfest meilich ist. ner Schwachheit auf. O Herr, mein Gott! du bist mein Licht, du bist mein Licht! ich folge dir, so irr' ich nicht. 4. Und sollte mich durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten: dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig sein. Herr, meine Burg! ich hoffe fest, ich hoffe feſt, daß deine Kraft mich nie verläßt. 21* 324 Zweiter Theil. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht beharrlich Glauben hält, muß freilich wohl verderben. Er kann, weil er die Lust und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht reinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener beſsern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit. - Von der Liebe Gott, dem du ganz eigen bist; deß liebstes Werk das Wohlthun ist; deß Heil uns überall begegnet; der den verfluchten # Sünder segnet. Summen! 2. Er denkt bei jedem Augenblick, bei jedem Pulsschlag an mein Glück. Er ists, in dem ich leb und bin; durch den ich der Gefahr entrinn. Ach, dan6. Drum halt ich mich getrost kend muß ich, Herr, verstummen; zu dir, du aber hältst dich auch wie viel sind deiner Gnade zu mir, und das ist meine Freude. Ich seze meine Zuversicht auf 3. Dort zeigt sich mir erst dich, mein Fels, und zage nicht, eine See, vor der ich ganz erauch selbst im tiefsten Leide. Dein staunend steh! ich Erdenklos, Wort, o Höchster, soll allein ich schnöder Staub! ich Sünder! mein Trost und meine Richtschnur ich, der Höllen Raub, erfahr in sein, bis sich einst in der Ewigkeit seinen Liebesarmen sein groß, mein Herz vollkommen deiner freut. Gott meines Heils! ich warte drauf, ich warte drauf, nimm mich in deinen Himmel auf. Mel. O Gott, Bater, ich glaub an dich. sein göttliches Erbarmen. 4. O Sünden, die ich je verübt, und er mir väterlich vergibt: wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht, so oft mit mildem Trost 360. Wohlan, mein erfreuet; sein Wohlthun wird Herz, sey stets bereit, und zeige deine Dankbarkeit dem noch stets erneuet. 5. Auch seine Züchtigungen sind für mich oft pflichtvergeßnes Kind Wohlthaten, alles Dankes und Dankbarkeit gegen Gott. werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geist entzündet, und Glaub und Hoffnung fest gegründet. 6. Ich zähle leichter Stern und Sand, als alle Güter deiner Hand. Derselgen Engel hohe Sprach ist selbst für deinen Ruhm zu schwach. Wie kann es dann mir Wurm gelingen, dein Hallelujah recht zu singen? 7. Doch will ich bringen, was ich kann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib sei dir geweiht zu deiner Ehr in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschreiben: du sollst mein, ich will dein verbleiben. Der 116. Pfalm. Mel. von Nr. 324. 361. Wi ie lieb ist mirs, daß Gott zu meinem Schrein sein Ohr herab neigt, daß er meine Klagen im Himmel hört; in allen meinen Tagen soll mein Gebet nur ihm geweihet sein! 2. Schon überall um mich war nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Angst umgeben, kaum schien ein Hoffnungsstrahl noch meinem Leben, tief sank ich hin in Traurigkeit und Noth: 325 3. Da rief ich Gottes heilgen Namen an: ach, Herr, mein Gott, errette und behüte mich doch! gerecht ist Gott, er ist voll Güte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. 4. Er schüßt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst und fast verzehrt, mich quäle; zu deiner Ruhe kehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! nahen Tode frei, mein Aug von 5. Du machtest mich vom Thränen, meinen Fuß vom Fallen! ich will vor dir im Land des Lebens wallen, ein Herold deiner Huld und deiner Treu! 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinem größten Zagen: Gott ist wahr. haftig, jeder Mensch betrügt. 7. Wie kann ich Gott vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohlthat seiner Güte! was bringt ihm nun mein dankerfüllt Gemüthe, ihm der so gnädig mich errettet hat? 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöhn, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich ihm, sein Volk 326 Zweiter Theil. solls sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn! 9. Wie köstlich ist vor Gott der Frommen Tod! o Herr, ich bin dein Knecht, von dir erkoren, von deiner Magd zum Knechte dir geboren! aus Banden rissest du mich, Herr, mein Gott! Von der Liebe gefall auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilg in mir durch deine liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 10. Dir opfr' ich Dank, dich will ich stets erhöhn, und preisen, 4. Laß mich, um deines Nawas für Gutes mir geschehen, mens willen, gern thun, was bezahlen will ich dir, dein Volk solls sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem Flehn. mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll. erfüllen, so sich auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Vater! nicht zur Schuld. 11. In Salem, Herr, in deinem Heiligthum, will ich dich loben! durch des Tempels Hallen soll mein Gesang, soll, Gott, mein Dank erschallen, da sing ich: Hallelujah! dir sei Ruhm! Mel. von Nr. 42. 362. Du Bater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzem Herzen dein, lag michs mit allen Kräften ſein. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich behutsam sein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübsal führt zu ewgen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, geduldig trägt, und weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu 7. In deiner Liebe lag mich sein mich übe, wie du mir dazu sterben. Dann wird der Tod Vorschrift gibst. Was dir gefällt, selbst mein Gewinn, dann werd und Dankbarkeit gegen Gott. 327 ich deinen Himmel erben, wo ich fahren. An dir hab ich bis ins dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Bater der Barmherzigkeit. Grab einen Vater, der mich liebt, einen Vater, der mir gibt, was zum wahren Wohl mir nüzet, einen Vater, der mich schüßet. 5. Gott, du machst's mit uns Mel. Werde munter, mein. 116. 363. Gott, mein Vater, stets beffer, als wir wünschen deine Liebe reicht, und verstehn. Deine Güte iſt so weit der Himmel ist. Deines viel größer, als die Kraft, dich Wohlthuns starke Triebe sind zu erhöhn. Schallte gleich so so ewig, als du bist. Deiner hoch mein Dank, wie der SeraHuld Unendlichkeit, Gott, er- phim Gesang: dennoch würde schöpfet keine Zeit: und wer kann durch mein Loben deine Huld die vielen Proben deiner Güte nicht gnug erhoben. würdig loben? 2. Als ich noch der Welt verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wachtest du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 6. D so zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir. Stärk und mehre selbst die Triebe wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen sein, so mich deines Wohlthuns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemühn; stets den Zweck vor Augen haben, dazu du sie mir verliehn. Deine Güte reize mich, daß ich immer brünstger dich lieb, und deinen heilgen Willen freudig suche zu 3. Nie gedenket mein Gemüthe, ohne brünstge Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhabne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlösten voller Zu- erfüllen. versicht darf trösten. 4. In den zarten Jugend- 364. jahren warst du meines Lebens Mein Herz, er= muntre dich Stab, mein Beschirmer in Ge- zum Preise des Gottes, der dein Mel. von Nr. 42. 328 Zweiter Theil. Vater ist! bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 111 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüglich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt! Von der Liebe 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Retter, voll. O, könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! doch meine Kraft reicht nicht dahin. Du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit, und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ichs mich versehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn Fluth von Elend auf mich träuft, Mel. Dennoch bleib ich stets an- 156. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. ſo ſiehſt du mit Erbarmen drauf, 365. Habe deine Luft em am und hemmst allmächtig ihren Lauf. Herrn, bei Herrn ist Freud und Leben; und Dankbarkeit gegen Gott. und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verfehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte kennet. Lust an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Luft beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, fuchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen; und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden, und du triffst im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. 329 denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück! schon als ein Kind ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchst liebreich, Herr, dein Rath, darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Ge. fahr, und vor dem Laster, das noch mehr, als sie zu fürchten war. - Mel. Mein Gott, das Herz 2c. – 59. 366. Mein Geift er 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Gnad staunt, All- erquickte mich, wenn Sünden mächtiger, wenn er die Gnaden mich gekränkt. 330 Zweiter Theil. Von der Liebe 9. Von Freudenstrahlen wogen, mich aus dem Nichts glänzt mein Blick, da du so gezogen; durch deine Güte bin hoch mich liebst, und in der wah- ich hier! ren Freundschaft Glück des Lebens Trost mir gibst. - 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis 10. Und welche Wohlthat, diesen Augenblick. Du gabst Herr, ist nicht dies Herz, das mir frohe Tage, und selbst der fühlen kann; dies Herz, ganz Leiden Plage verwandeltest du dein, das dankbar spricht, was in mein Glück. du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Höchster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. Mel. O Welt, ich muß dich lassen- 48. 367. Dir dank ich für mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür! Du hast, von Huld be4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; eh ich zu sein begonnte, und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. 14. Dich, der mich bei der Höchster! welch Erbarmen! O Welten Sturz mit starkem Arm du forgtest für mich Armen, und erhob! selbst Ewigkeiten sind zu bist ein Bater, der verzeiht. kurz. o Höchster, für dein Lob! 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue, lobsinget dir mein Geist. Er ist dein größt Geschenke; daß ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ists, daß er dich preist. und Dankbarkeit gegen Gott. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüstest, dies, Vater, dank ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geift regierest, dies alles, Vater, dank ich dir. 27) Von der Mel. O großer Gott von Macht. 368.0 du erhabner Gott, an Macht unendlich 331 8. Was mir in diesem Leben noch nüßt. wirst du mir geben; du gibsts, ich hoff aufdich. Dir, Bater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! reich; wer ist dir auf der Erd und wer im Himmel gleich? Vor dir erbebt die Geisterwelt; und was der Himmel in sich hält, muß Furcht Gottes. Welten, o Herr, vor deinem Schelten. 3. In deiner Hand sind wir, wie Thon in Töpfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht durch die Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, mit deinem Licht. Dich fürchten, sei mir stets so Seligfeit, als Pflicht. Hilf, daß ich, als dein Unterthan, der niemals dein entbehren kann, bemüht sei, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen sein, und auch im Dunkeln mich dein helles sich mit tiefem Schweigen vor deinem Throne beugen. 2. Du hast durch deine Kraft den Himmel ausgestreckt; die Erde fest gegründ't, dem Meer Antlitz scheun. Erinnre mich an sein Ziel gesteckt. Dein Wort dein Gericht, wenn zur Verbewegt der Berge Grund, und legung meiner Pflicht die Lust stürzt sie in des Meeres Schlund. der Welt zu Zeiten mich SchwaDu sprichst: so fliehn selbst chen will verleiten. 332 Zweiter Theil.- Von der Furcht Gottes. 6. Doch zünde auch in mir sollt ich dann noch wagen, Ge das Licht des Glaubens an, daß horsam zu versagen, da deine ich in Christo dich als Vater Gegenwart mich schreckt? lieben kann. Gib, daß ich, frei von knechtschem Geist, mit Freu den dir Gehorsam leist, und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen übe. 7. Laß, Vater, deine Furcht des Lebens Leitstern sein, so nimmt fein Irrthum mich zu meinem Schaden ein. Sie mache mich von Heuchelei, von Men schenfurcht und Trägheit frei; so werd ich im Gewissen die süße Ruh genießen. Mel. des 26. Psalms. 3. Dem, was ich lass und thu, siehst du aufmerksam zu, und bringst es einst vor dein Gericht. Wie sollt ich dann nicht beben? auch bei dem besten Leben bestehen Adams Kinder nicht. 4. Doch mach von Heuchelei und Knechte sfurcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbindt. 5. Ach lenkte bloßer Zwang den ungewissen Gang, wie könnt ich mich in dir erfreun? Nein, lag mich dir, o Bater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben sein. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe bloß, der kann ihm nicht gefallen! die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. 369. Gott, wer ift dir gleich! wie mächtig ist dein Reich! Dein Dräun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer kann vor dir entfliehen? dein Arm 7. Was noch so schwer uns, deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet uns dir Höchster, gleich; sie stillet unfre Herzen, versüßet unsre Schmerwird allenthalben fund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hält? Vor zen, und bringt uns in dein dir liegt alles aufgedeckt. Wie ewig Reich. Zweiter Theil.- Von der Furcht Gottes. 8. Entzünd den Trieb in mir, mit Luft zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben, dir, meines Herzens Trost und Theil. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 370. Vor dir, o Gott, sich kindlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 333 von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, ſo laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunft bemühn. 6. Gib, daß ich stets ein gut Gewissen vor dir zu haben sorgsam sei; und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei. Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 2. In allem, was ich thu und denke, lag Herr, das meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du haffest heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 3. Gib, daß ich stets zu 8. In deiner Furcht laß mich Herzen nehme, daß du allgegen- einst sterben, so schreckt mich weder wärtig bist, und das zu thun Tod noch Grab; so werd ich jenes mich ernstlich schäme, was dir, Leben erben, dazu dein Sohn sich mein Gott, zuwider ist; der für mich gab. Gott! deine Beifall einer ganzen Welt hilft Furcht bringt Segen ein. Ihr dem ja nichts, der dir mißfällt. Lohn wird groß im Himmel fein. 4. Laß immer dein Gericht Mel. von Nr. 72. mich scheuen, und wirke steten 371. Willst du der Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist 334 Zweiter Theil. Von der Furcht Gottes. weis' und klug zu nennen, der keit; auf des Gewissens Stimme alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit! so wirst du nie dich unterwinden mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last; nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. - hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren wird dich stärken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Epott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen, gibt Heldenmuth und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich 8. Laß deine Furcht, Gott, die Furcht des Herrn erwecken, mich regieren, mich stets auf auch dann, was unrecht ist, zu dich, den Höchsten, sehn! laß scheun. Denk nur, vor seinem sie mich zu der Weisheit führen, Angesicht ist Finsterniß, wie so werd ich niemals irre gehn. Mittagslicht. Wohl dem, der sich stets find5. Den Herren öffentlich verlich scheut; dich fürchten, Gott, ehren, sowohl als in der Einsam-| ist Seligkeit. 28) Von dem Vertrauen auf Gott und der Ergebung in seinen Willen. 372. Voll Der 11. Pfalm. Mel. von Nr. 45. Voll Glauben will ich zu dir beten, vor Menschen nicht. o Gott, vor deinem Angesicht! dann kann kein Feind mich untertreten, dann beb ich, Gott, Zweiter Theil. 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles sich zu freun, noch so verborgne Nege stellen, so will ich doch nicht zaghaft sein. 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde sagen: nun, nun ist er zu Fall gebracht! so werd ich den noch nicht verzagen, denn Gott lebt noch mit seiner Macht! - Von dem Vertrauen auf Gott 2c. 335 ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmtest meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu befiegen wäre? 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedränget werde, siehst meinen Jammer, meine Noth. 5. Du kennst und liebest den Gerechten, befreist ihn gern von jeder Last, hilfst, wenn sie flehen, deinen Knechten, und hassest jeden, der sie haßt. 6. Web dem, der den Gerechten spottet! Gott schaut im Zorn den Frevler an! er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten kann! 7. Denn der gerechte Richter liebet der Heiligen Gerechtigkeit, und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm dräut! 3. Du Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mir gnädig, eh ich bat, gewährt, wenns deine Weisheit litte. Du sorgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noch hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe, verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läß'st du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Mel. Was Gott thut, das ist.-267. 373. Auf dich, Herr, nicht Glück der Seelen. Wer deinen auf meinen Rath, will ich mein Glücke bauen, und Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal dir, der mich erschaffen hat, mit auch versüßen. Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott 336 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hoff auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. - Mel. von Nr. 72. 374. Mein ein Hort ist Gott, ihn laß ich walten. Ich hoff auf ihn! er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein Mel. Was Gott thut, das ist.- 267. bin ich! ich gründe meine Zu- 375. Der Herr ist meine versicht auf diesen Fels und wanke nicht. Zuversicht, mein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Herr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich, denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir flehn, ihm bricht sein Vater herz. nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der immer trügt, und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugeſaget hat! 4. Die Lieb ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läß'st ihn, wenn ihn Noth umgibt doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz und der Ergebung in seinen Willen. wird frei von Schmerz. Der Sünder eitles Dichten, pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb; er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilst, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von den Herzen. 337 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mir ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Untlig schaue. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.— 119. 376. Du haft, mein Vater und mein Gott, mich durch dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freude einst verkehret, und daß ich alles, was mich kränkt, aufdich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen mich entmein Hort, mein kindlich Flehn schütten. Erhöre du, mein Fels, und Bitten. Gib meiner Seele wahre Ruh. Was mich befümmert, lenke du zu meinem ewgen Besten. 7. Herr, du bist meine Zu- 3. Der Sorgen Macht hat versicht. Auf dich hofft meine freilich oft mich übermeistern Seele. Du weißt, was meinem wollen. So hab ich nicht auf Glück gebricht; wenn ich mich dich gehofft, als ich wohl hoffen sorgend quäle. Wer wollte sich sollen. Mein Gott, wie groß nicht ganz auf dich, Allmächtiger, ist meine Schuld! an dir hab verlassen, und sich im Kummer ich durch Ungeduld vielfällig faffen? mich verfündigt. 22 338 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott 4. Erbarmender! vergib es allein, als seinem Schuße, ruhig mir, nach deiner großen Güte! sein. Ich stehe ja bei ihm in und stärke zum Vertraun zu dir Gnaden. Genug: ist dieser Gott mein schüchternes Gemüthe.| mein Held, so tob und stürme Gib, daß ich freudig hoff auf nur die Welt; ihr Anfall soll dich, du werdest nie, als Vater, mir doch nichts schaden. mich verlassen, noch versäumen. - 5. Seh ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 2. Wie lange beutst du, roher Hauf, Verläumdung, List und Bosheit auf, um einen Mann zu übermögen? ihr Frevler eilt mit aller Macht, wie eine Wand, die hängt und fracht, nur eurem Fall und Tod entgegen. 6. Dies sei mein Trost, dies sei mein Licht, wenn mich die 3. Umsonst sucht dem, den Bottes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Neider nachzustellen. Da spart ihr Sorgen fränken. Erfüllst du keine Tücke nicht. Ihr segnet meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. mich ins Angesicht und flucht mir gleichwohl in der Seelen. 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser sein, und meine Sehnsucht bald vergnügen. Er ist der eine, der mich stüßt, und wider alle Feinde schützt. Wie sollt ich stets darnieder liegen? 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs Reichlichste ersegen, wenn ewge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergößen. Da ist mein Erb und 5. Mein Schuß und Sieg höchstes Gut. O stärke mir in aller Noth, mein Truß und dadurch den Muth bis an mein Ruhm bis in den Tod, der Herr selig Ende. erquicket mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer gläubig 377. Mein Geist soll aus, und gründe sich auf ſeine Der 62. Psalm. Mel. von Nr. 54. nun in Gott Güte. und der Ergebung in seinen Willen. 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, und auf der Großen Schuß vertraut, der wird in seinem Wahn betrogen. Ihr ganzes Wesen weit und breit ist eitler noch, als Gitelkeit, und wird von nichts auch überwogen. 7. Verlasset euch auf Frevler nicht, und seid auf keinen Raub erpicht! vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! und kommet ihr zu Geld und Gut, so laßt euch nicht zu Uebermuth, noch schnödem Geize je verleiten. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort, das hör ich, deucht mich immerfort: er sei der Herr im höchsten Throne, der Richter, dessen Macht und Treu der Unschuld Hülf und Rath verleih, und jedem nach Verdienste lohne. 339 nem kinde einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz aufs Gitle zieht, und wie leichter Rauch entflieht. Mel. Alle Menschen müſſen sterb.- 82. 378. Gott der Wahrheit! dessen Treue unfre 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil du für mich sorgst und wachst, und bei allem Druck der Leiden dich um mich zur Mauer machst. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sei: o, so werd ich hier auf Erden von so mancher Unruh frei. Dann werd ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Vater, meine Hoffnung Hoffnung stützt und hält, ich gründet sich auf deines Sohnes erkenn es voller Reue, daß mich Tod. Meine Seele sucht und Kleinmuth oft befällt. Ach, mein findet darin großen Trost in Herz hängt noch an Dingen, Noth. Ja, sein siegreich Aufdie doch keinen Trost mir bringen. Owie oft vergeh ich mich, ängstlich zweifelnd, wider dich. erstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ewges Heil 2. Gott, vergib mir diese bestimmt. Sünde!, nimm die Strafe von 6. Muß ich gleich noch hier mir hin. Schenke, Bater, dei- auf Erden, Gott, vor dir ein 22* 340 Zweiter Theil. Pilgrim sein: wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befrein. D, erwünschte selge Stunden! ewig aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. und mein Bundesgott, auch väterlich sich mir erweisen in aller Leibs- und Seelennoth. 3. Sollt ich nun nicht dem Vater trauen? Sollt ich nicht, wann mich Unglück trifft, voll Zuversicht aufs Ende schauen, 7. Laß mich fröhlich darauf da seine Zucht viel Gutes ſtift't? hoffen, Herr, Herr, meine Zu- ich will es thun von ganzer versicht! bis das alles einge- Seelen, mein Herz sei ganz auf troffen, was auch mir dein Wort ihn gericht't, so kann mein verspricht. Auf dich. Quelle Hoffen mir nicht fehlen, denn alles Lebens, harrt der Glaube ihm fehlt Macht und Wille nicht. nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, bei dir. 4. O wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ewgen Baters Schooß! ach laß mich dich allein erwählen, reiß mich von allen andern los; laß mich Mel. von Nr. 33. 379. Der.ewge Gott und mit starken Liebesseilen zu dir stets angezogen sein: so stellt dein Kind sich ohn Verweilen, bei dir, mein Gott und Vater, ein. höchste Vater von allem, was da Kinder heißt, die Lebensquell, der Weltberather, den unser Glaub als Schöpfer preist, der diese Welt aus seinen Schäßen blos durch sein Wort 380. We hat aufgestellt, und der nach seinen weißen Sägen Zeit, Maaß, Gewicht und Ordnung hält: - Von dem Vertrauen auf Gott Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. er nur den lieben Gott läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit; wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Der hat sein Herz zu mir geneiget in seinem vielgeliebten Sohn, den er von Ewigkeit gezeuget, und der nun herrscht 2. Was helfen uns die schweauf Gottes Thron, um dessen ren Sorgen? was hilft uns Willen will er heißen mein Vater unser Weh und Ach? was hilft und der Ergebung in seinen Willen. 341 es, daß mir alle Morgen be- Pflicht getreu, trau ihm und seufzen unser Ungemach? wir seinem reichen Segen, so wird machen unser Kreuz und Leid nur er bei dir werden neu; denn größer durch die Traurigkeit. wer nur seine Zuversicht auf 3. Man halt in frommer Gott segt, den verläßt er nicht. Ehrfürcht stille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad und heilger Wille und sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 381. W ohl dem Menschen, der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergebnen Schmerzen seines Unglücks trübe Nacht trüber macht. 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 6. Was sind vor Gott der 3. Wenn der Himmel dich Menschen Sachen? sein starker will segnen, so empört die Erde Arm vermag sogleich den Reichen sich nur vergeblich wider dich; klein und arm zu machen, den soll was Widrigs dir begegnen, Armen aber groß und reich; wie wirst du ihm, durch Widerstehn, leicht es ist bei dem gethan, der nicht entgehn. bald erhöhn bald stürzen kann. 4. Geht dein zeitlich Heil zurücke, werde nicht so sehr bewegt; der für alles Sorge trägt, 4. Er fennt die wahren Freudenstunden, weiß, wenn ein Glück uns nüglich sei; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei: so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshige, daß dich dein treuer Gott vergißt, und daß der ihm im Schooße size, der reich und groß und mächtig ist; die Zukunft ändert oft sehr viel, und setzet jeglichem sein Ziel. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verrichte deine 342 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott Der 138. Pfalm. dieser sorgt auch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 133 6. Hast du Angst vor bösen Leuten: ihre Bosheit, die dich kränkt, ist mit Gottes Macht umschränkt; will dich Noth und Tod bestreiten; waffnet Erd und Hölle sich wider dich: 382. 5. Ist dir mancher überlegen, der es nicht verdienet hat: dir sing ich, Herr, vor aller glaube, Gottes dunkler Pfad Welt. Dein Name lindert meine ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hält, so preis ich deine Güt und Treu, und wie dein Name herrlich sei! Mel. von Nr. 42. 8. Führ dein Leben nur mit Freuden, warte von des Höchsten Hand, was er dir hat zu erkannt, schicke dich, auch das zu leiden, schweige gern zu allem still, was Gott will. 7. Wisse, wen die Allmacht schüßet, den erschlägt kein Erde kund. Donnerknall, ob der dicken Wolken Fall gleich mit Flamm und Keilen bliget; ja ob gleich die ganze Welt bricht und fällt. 9. Gott weiß alles wohl zu machen! darum wer sich steif und fest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt vergnügt. ch danke dir von ganzem Herzen; 2. Ruf ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleihn! dich müssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam sein! und allenthalben mach ihr Mund die Größe deiner 3. Der Herr ist hoch; allein er siehet aufs Niedrige, und hälts in Hut. Nichts ist, das seinem Blick entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. mich die Angst mit Haufen drückt, so werd ich doch durch ihn erquickt. Wenn 4. Es mag der Zorn der Feinde wüthen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Arm wird mich behüten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für! vollende nur dein Werk in mir! und der Ergebung in seinen Willen. 343 Mel. Ach Herr, mich armen S.-67.| er dich will behüten: und er 383. Christ, alles was behütet dich! wer gleicht ihm? dich fränket, be- seinen Winken gehorchen Erd fiehl getrost dem Herrn. Er, und Meer. Laß deinen Muth der die Himmel lenket, ist auch nicht sinken, dein Schirm und von dir nicht fern. Erwach Schild ist er. aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er siehet deinen Kummer, und liebt noch väter lich. 2. Sinds Sünden, die dich schmerzen? ja, fühle deine Schuld, doch trau mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Reu, die Gott gefällt. Allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt. 3. Trau Gott, nicht deinen Schlüssen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wirds besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück! 4. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen hochheilig, weis und gut. Und was er seinen Kindern zu ihrem Heil erfah, kann kein Erschaffner hindern. Wenn er gebeut, stehts da. 5. Es mag die Hölle wüthen! umsonst empört sie sich, wenn 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sei stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff unverzagt auf ihn, denn ſeine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergib dich ihm mit Freuden, sei stark in seiner Kraft. Sei auch zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft. Und dann ergreif im Glauben den Trost der Ewigkeit! wer kann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? 8. Sei froh; dein Gott regieret! sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Du denkst wohl unterdessen: der Herr erbarmt sich nicht; der Herr hat mein vergessen! doch höre, was er spricht: 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk an dies Wort und weine die Freudenthrän, o Christ! und könnt fie ihn vergessen, will ich 344 Zweiter Theil. doch deiner nicht, ich deiner nie vergessen; der Herr ists, der es spricht. - Von dem Vertrauen auf Gott 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfungen bestimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nüzt, verborgen. Wer hats je ganz genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen voll Thorheit und voll Unver. stand! wer kann, was seinem Wohlergehn zumSchadendient, ganz übersehn? 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste, so ehr ich auch im größten Schmerz dich noch mit der Gelassenheit. Was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommes Glück erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7 Dann wird von allen mei2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Trübsal bringt dem ewgen Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Aus- nen Plagen der ewge Nußen gang wird doch herrlich sein, mich erfreun; dann wird mein fiehts gleich der böse Geist Herz statt aller Klagen, voll nicht ein. von dem Dank und Lobe sein: 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiß, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich destomehr erfreun. Zu deinem größern Heile verzieht er; harre ſein. 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegeskron; auf kurze Prüfungstage folgt ewger Preis und Dank. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. Mel. von Nr. 72. 384. Her err mache meine Seele stille! bei allem, was mich fränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann! und was du thust, ist wohlgethan. und der Ergebung in seinen Willen. 345 mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last dich Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! Mel. Jesu, meine Freude. 89. eele, sei zufrieden! 385. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles was dir Gott auszustehn. Mag bei Ungebeschieden, das ist alles gut; wittern Grd und Himmel zittern, treib aus deinem Herzen Unge- ja zu Grunde gehn: der steht duld und Schmerzen, fasse frischen fest, den Gott nicht läßt. Drum Muth. Ist die Noth dein täg- laß alle Wetter krachen: Gott lich Brot, mußt du weinen mehr wirds doch wohl machen. als lachen: Gott wirds doch wohl machen. 6. Kronen soll der tragen, der des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich ausgehalten und Gott lassen walten, das machtrecht vergnügt. Drum nimm dir o Seele! für, alles Unglück zu verlachen: Gott wirds doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben, sei drum unbetrübt! stellt man dir viel Elend für, drohen der Verfolger Rachen: Gott wirds doch wohl machen. Der 31. Psalm. fällt der Menschen Liebe immer 386. Her der Erde weiß 3. Scheint der Himmel trübe, mel. Alle Menschen müssen sterben.-82. err! trau mehr dahin; droht ein hart auf Geschicke alle Augenblicke dem ich keinen Freund, als dich. erschrocknen Sinn; nur Geduld! Damit ich nie schamroth werde, des Himmels Huld sicht auf rette, du Gerechter, mich! neige alle deine Sachen: Gott wirds mir dein Ohr und eile schnell doch wohl machen. daher zu meinem Heile, sei mir, wenn das Unglück dräut, Fels und Burg und Sicherheit. 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen, macht nur größern Schmerz; 2. Ja, du bist mein Fels, wer sich widersetzet wird nur Erretter! meine feste fichre Stadt, mehr verlegzet; drum Geduld, welche mich in jedem Wetter 346 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott liebreich aufgenommen hat. Eile,| dein Auge mir verschlossen; doch, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß der Feinde Netz entzwei! steh mir, meine Stärke, bei! als meine Stimme schrie, und dir rief, vernahmst du sie. 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Vaterhand übergeb ich meine Seele, zu bewahren, 7. Liebt den Herrn, ihr seine Kinder! die ihm traun, bewahret Gott, schrecklich rächt er stolzer Sünder frechen Uebermuth und Spott. Keinem, der ihn liebt, wie ein Pfand. Du beschirmst wirds fehlen, darum stärket mich, Gott der Treue, und ich hasse Herr, und scheue jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frevel übt. eure Seelen, und die ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! 1 Lebens Kraft. 4. Dir vertrauet mein Ge- Aus dem 27. Psalm. müthe, fröhlich fing ich und Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.— 119. entzückt jauchz' ich über deine 387. Der Herr iſt meines Güte, daß auf mich dein Auge blickt, daß, wenn alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde haffen, du auf meine Schmerzen fichst, du mich nicht verkennst, noch fliehst; Soll mir vor Unglück grauen? Er ists, der Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Herz vertrauen. Er schützt mich! Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Troß, nichts schreckt mich mehr, hab ich ihn nur zum Freunde. 2. Empöre dich, ohnmächtge Welt, mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird in seinem heilgen Zelt, zur bösen Zeit mich decken. Sein Rath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöhn zum Heile der Erlösten. 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefesselt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich gibst; daß für meine müden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sei deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, treu sich mir erwiesen hat! angstvoll nannt ich mich verstoßen, und fluchen. Mein Herz hält dein 3. Ja, Bater! neige mir dein Ohr, wenn Höll und Welt mir und der Ergebung in seinen Willen. Gebot mir vor: ihr sollt mein Antlig suchen. Ich eile, Herr, getroft zu dir. Verbirg dein Antlig nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sei mein Theil, und beßre, die mich hassen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richtger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 347 uns fehlt, und unser sehnlichs Flehn, das hat der Höchste schon von Ewigkeit gesehn. - 4. 8 hilft uns unser Gott, der alle Macht besitzet, dem 5. Den Feinden übergib mich nichts unmöglich ist. Wohluns, nicht, die mich voll Frevel daß er uns schüßzet! ist unser schmähen; so werd ich einst dein Leiden gleich sehr groß und Angesicht im Land des Lebens mancherlei: getroft und unversehen. Sei froh! harr unverzagt! die Allmacht steht uns bei. zagt des Herrn, mein Herz! 5. Es hilft uns unser Gott, denn er, der Herr, hilft gern. den unser Jammer kränket; der Er ist der Arm des Schwachen. sein erbarmend Herz auf unsre Bitte lenket; der aller Güte Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. voll, die Liebe selber ist, und 388. Gs hilft uns unser von dem alles Heil auf uns ( 8 Gott, er höret durch Christum fließt. unser Flehen; wir dürfen stets getrost zu seinem Throne gehen. Wenn wir in Demuth ihm nur klagen unsre Noth: so werden wir erhört, so hilft uns unser Gott. 3. Gs hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet, und auf das weiseste zu aller Zeit regieret; sein herrlicher Verstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig kann gut oder schädlich sein. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren.- 301. 389. Was hilfts, daß ich mich quäle? Was kränket mich ein Leid? Entreiß dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl; er wirds auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen 2. Gs hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet! dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was und Besten dienen soll. 348 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Nacht und Tag mit Furcht und Sorgen sinnen, wie dirs noch gehen mag. Bei Gott bestehts allein; laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dirs wird nüglich sein. 3. Was dich will niederschlagen, was dich zur Erde biegt, was dir mit Angst und Klagen in den Gedanken liegt, das wirf in seinen Schooß; vertrau auf seine Güte und mach dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott - 4. Er wird mich wohl versorgen, und besser, als man denkt. Wer weiß, wie nah der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Hoffnung blickt? ein Herz, das ihm vertrauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquickt. 5. Ach, wenn wir nur bedächten, wie treulich er es meint! er sorgt für die Gerechten, und bleibet stets ihr Freund. Siehts gleich gefährlich aus, kann er sie doch nicht hassen, noch in der Unruh lassen; er reißt sie endlich draus. 6. So fall ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auf ewig mein, und wird mir alles geben, was meinem Stand und Leben wird gut und selig sein. Mel. von Nr. 16. 390. Herr, mein Gott, durch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen heilgen Willen mein, und was du thust, mir eine Freude sein! 2. Du, du regierst, bist Weisheit Lieb und Stärke! Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke! was zag ich denn noch einen Augenblick? Du bist mein Gott! dein Wille ist mein Glück 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schickst, ist meine Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehret es mein ewig Heil: so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden, aus gleicher 0 und der Ergebung in seinen Willen. 349 3. Die Gnade Gottes wird bestehn! sein Bund wird nimmermehr vergehn; auf Jesu Tod ist er errichtet. Wenn schon ein Menschenkind betrügt; so denke doch, daß Gott nicht lügt, der sich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnadenbund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dankbarkeit, als Glied an Jesu sich erfreut, wenn auch der Nächste sich bekehret! Mel. von Nr. 54. 5. Wohl dir, o Christ, du hast es gut! wer Gott ergeben, willig thut, was Glaub und Liebesregel wollen, dem schadet weder Freud noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 391. Was grämst du dich, mein blödes Herz? Verbanne Sorgen, Furcht und Schmerz! befiehl dich Gott! der wirds wohl fügen. Er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach ſeinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 6. Nur denn! ist dir der Weg bewußt, so hab am Herren deine Lust; du magst dich ihm wohl frei ergeben. Sei gutes Muths! er lebt in dir. Ein folch Ge2. Gedenke, daß er alles weiß! wissen ist schon hier, im Vorwas nur geschieht, ist sein Geschmack, jenes Freudenleben. heiß! wer kann doch seinen Willen hindern? Kein Engel, Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine eigne Schuld, so zag ich nicht. Du gibst dabei Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein kindlich Flehn, mir dennoch bald und mächtig Hülf ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! soll ich den Himmel erben, und dieser ist im wahren Glauben mein, wie kann der Tod mir alsdann schrecklich sein? Der 91. Psalm. Mel. von Nr. 222. Schattem ruht, Fürstenthum, noch Tod, kein 392. Wer unter Gottes Hohes, Tiefes, keine Noth kann in dem Rath nur etwas mindern. den mag kein Feind bezwingen. Er fann, bei seiner Allmacht 350 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott Hut, mit frohem muthe singen:| aufgehoben. So darf kein Uebel o Herr, durch den ich immerfort und kein Neid mich jemals vollkommen überwinde, du bist überziehen, und alle Plagen mein Heiland und mein Hort, müssen weit von meiner Hütte auf welchen ich mich gründe. fliehen. 2. Du machest meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke, und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurücke. Ich biete Troß mit deinem Wort den stärksten Feindesscharen; denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. - 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, sie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sei, wohin ich mich nur wende. 7. Auch Löwen tret ich unter 3. Durch dich kann ich mit mich auf meinen sichern Pfaden; Zuversicht daß Graun der Nacht zertretne Nattern krümmen sich besiegen. Mir drohn die Pfeil und können mir nicht schaden. und schaden nicht, die an dem Tage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tödten können. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt er mich furchtſam machen? O nein, ich tret ihn in den Staub, tret auf den Kopf des Drachen. 8. Du läsfest mich, sobald 4. Wenn mir zur Linken ich fleh, dein kräftges Ja vertausend und auch noch mehr zur spüren. Du bist mit mir in Rechten sterben, so wird ihr Noth und Weh, und hilfst mir gifterfüllter Hauch mich dennoch triumphiren, und wirst mir, bin nicht verderben. Ich seh nur, ich einstens satt des Lebens und wie die Sünder mir zur Lehre der Ehren, wie mir dein Wort dienen müssen, wenn sie für ihre verheisen hat, die Seligkeit beBosheit hier schon so erschrecklich büßen. scheeren. 5. Ich fliehe dir alleine zu; Aus dem 146. Pfalm. Mel. Gott des Himmels. 32. wenn alle Teufel toben, so bin 393. Auf mein Geiſt, dem ich in getroster Ruh, o Höchster, Herrn zu singen, - und der Ergebung in seinen Willen. 351 der uns alles Gutes gibt! ihm 2. Was nügt es, heidnisch will ich ein Danklied bringen; er hilft jedem, den er liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet fest. sorgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer schn? du, Vater meiner Tage, weißt, eh ich dirs noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergebn. 3. Auf deine Hand zuschauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Bater, lieben; denn du verläßt die deinen nicht. 2. Menschen! ruft die Menschenkinder nicht um Hülf und Beistand an! trotzt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Asch und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. 3. O so lehnt euch nicht auf Stüßen, die der Tod sobald zerbricht. Gott allein kann euch beschüßen, er hält stets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Der du die Blumen kleideft, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 4. Unsers Gottes Macht 5. Herr, alle meine Sorgen, in meinem Geiste nagt, werf die Noth, die mich verborgen und Güte währet bis in Ewig- ich auf dich, den Treuen, du keit, und ſein väterlich Gemüthe ist zur Hülfe stets bereit. Suchet nur sein Angesicht; er verläßt weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. die Seinen nicht. Mel. O Welt ich muß dich.- 48. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe schnen, so klag ich dies, dem Herrn. 394. Was soll ich ängst- Dir, Vater, dir befehle, ich lich klagen, und jeden Wunsch der Seele. Du in der Noth verzagen? der hörst, du hilfst, du fegnest gern. Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlfein fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt; du wirst mir alles schenken, und mir zum 352 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott Besten lenken, was mich zu und in Banden wird nicht sein Sorgen reizt und kränkt Freund zu Schanden; er hilft selbst aus dem Tod. 8. Du führest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen, nein, nur nach deinem Rath. 3. Auf ihn will ich vertrauen auch in dem schwersten Leid! Ob ich mich auch betrübe, bleibt stets will ich auf ihn schauen; doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan: kann ich doch des mich trösten, du nimmſt mich, mich Erlöften, gewiß dereinst zu Ehren an. er hilft zur rechten Zeit. Dem Herscher aller Welt will ich in meinem Leben mich ganz zum Schutz ergeben; er thu, was ihm gefällt. 4. Und kann ihm nichts gefallen, als was mir nützlich ist. Gut meint ers mit uns allen. Und du, Herr Jesu Christ! wie laut spricht nicht dein Blut, daß er mein Heil bedenket! der uns den Sohn geschenket, versaget uns kein Gut.tum 5. Lobt den mit Herz und Munde, der alles mit ihm schenkt. selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! ihr habt, dazu gewöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einft werden, wenn dort sein Lob ertönt. 13 10. Dort bei der Frommen Scharen, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit Freuden, nuch überstandnen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. Mel. Von Gott will ich nicht laffen.-56. 395. Non Gott will ich nicht lassen, mein Gott kam mir zuvor, da auf unsichern Straßen ich irrend mich verlor. Wie hülfreich fand ich ihn! am Abend, wie am Morgen mich huldreich zu versorgen, ist nun sein ganz Bemühn. 2. Der Menschen Gunst verkehret sich wohl in Haß und Neid; des Höchsten Freundschaft währet in alle Ewigkeit. Er hilft aus aller Noth; in Ketten und jauchzet Gott. 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit; doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren: er steht nach kurzem Harren bald auf. und der Ergebung in seinen Willen. 353 7. So schweig ich denn und größten Hungersnoth kann er dulde das mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. D jene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das sonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 396. Gott forgt für mich, mir einen Tisch bereiten, nie fehlet mir mein täglich Brot. Ists gleich nicht viel, doch danke ich; er segnet es und sorgt für mich. was will ich sorgen? Er ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut, er sorgt für morgen, so, daß ich täglich Spuren find, wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schützt. Gott sorgt für mich. 5. Gott sorgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlassen sind. Er läßt uns seinenTrost erscheinen, wenn mancher Anschlag uns zerrinnt. Geht es den Meinen fümmerlich und mir auch selbst: Gott sorgt für mich. 6. Gott forgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auferlegt, verwechselt sich gar bald in Frenden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd ich in meinen Händen schauen, sobald er nur sein Machtwort spricht. Drum bin ich jetzt und 7. Gott forgt für mich in ewiglich gar wohl versorgt. Gott sorgt für mich. 3. Gott sorgt für mich, nach Seel und Leibe. Sein Wort ists, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswerk treibe, wird für den Leib mir Brot gewährt. Wohl dem, der ihm nur festiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich. meinem Alter; da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Grhalter, der mir in Schwachheit Stärke gibt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott forgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Srben, da mich sonst Fluch und Rache traf. 4. Gott sorgt für mich bei theuern Zeiten; auch in der 23 354 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott 2c. Drum nimmt er meinen Geist Zeiten hin; mein Geist senkte zu sich in seine Ruh: Gott forgt seine Blicke in Jahrhunderte für mich. zurücke. Meinen Liedern sann ich nach nächtlich, forschte, dacht und sprach: 9. Gott sorget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh, und wenn ich ausgeschlafen habe, so führt er mich dem Himmel zu, und Leib und Seel vereingen sich und singen froh: Gott sorgt für mich. 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine Gunst verschlossen? hört denn der wohlthätge Lauf seiner Güte gänzlich auf? ist, was er versprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt, daß sein Zorn es ganz Aus dem 77. Pfalm. Mel. von Nr. 201. 397. Meine Stimme ruft verschließt? zur Höhe, wo mein Retter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu dir! und du neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich streckt sich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Flehn empor, hält mein Leid dir dringend vor! 2. Mein Geist, fühllos Trost zu fassen, wollte sich nicht trösten lassen. Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst mein Leben, schreckte mich! meiner Seele Selbstgespräche stürzten sie in größre Schwäche. Und die Augen hieltest du, daß sie wachten ohne Ruh! 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wirds entscheiden! schau, mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich denk an deine Werke, die Beweise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; wer ist, der fie tadeln möge? wer ist groß, wie unser Gott, wie Jehovah, Zebaoth? Gr nur zeigt durch Wunderwerke allen Völkern seine Stärke. Mächtig machte seine Treu Ja cobs, Josephs Kinder frei. 3. Ich war ohne Maaß zerschlagen! mir gebrach auch Kraft, 7. Als du wider ihre Haffer zu flagen. Endlich lenkt ich anzogst, sahn dich, Gott, die meinen Sinn auf entflohne Wasser; ängstlich sahn die Waſſer Zweiter Theil. Vom Gebet. dich, und die Tief entsetzte sich. Dicke, volle Wolken gossen Fluthen, und die Donnerschossen deine Flammenpfeil umher, und dein Himmel zürnte sehr! 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schufst du Bahnen, doch dein Tritt ward 8. Um und um aus deinem nicht erkannt, und du führtest Sige brüllten Donner, strahlten durch die Hand Mosis, Arons, Blige furchtbar und verschlangen deiner Knechte, dein Volk, Israganz die bestürzte Welt im Glanz. els Geschlechte, einer Heerde In der Wetter Ungestüme wurde| Schafe gleich, hin in dein verdeiner Donner Stimme tief der heißnes Reich. 29) Vom Mel. von Nr. 72. 398. Dein Heil, mein Geist, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein kindlich Flehn aus reinem Herzen bat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Flehn. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh noch unser Herz dirs klagt. 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schämet. 355 Erde Innerm kund, und es bebte selbst ihr Grund. - Gebet. der schämt sich, Gott, dein Freund zu sein, und stößt das angebotne Glück muthwillig selbst von sich zurück. 4. Sein Heil von dir, o Gott begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht. Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das unsre Seele nicht zudem Vertraun, daß du uns liebst und uns gern, was uns nüget, gibſt! 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn, was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir slehend auf dich sehn? o Vater, unfre Seelenruh nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Dein Wort ist immer Ja und Amen. Wer gläubig bittet, der empfäht. Drum laß auch mich in Jesu Namen oft vor dich 23* 356 Zweiter Theil. Vom Gebet. kommen mit Gebet. Nie sei| schafft. Er gibt den Müden mir diese Pflicht zur Last, die Trost und Kraft. du zum Heil geboten hast. - 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an ſeinen Wundern satt. Schau auf den Ernſt, ſchau auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Erträgt dich liebreich mit Geduld; erMel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 399. Kom betend oft und mit Vergnügen, mein Geist, vor Gottes Angesicht! nie müsse Trägheit kenn und preise deine Huld. dich besiegen im Abtrag dieser sel'gen Pflicht. O übe sie zu Gottes Preis, und deinem Heil mit treuem Fleiß. 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit des, der mit seinem theuren Blute, die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte, in keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit Vielen bete, so find ich ehr bei Gott Gehör. Ist nur dein Wunsch gerecht und gut, fo sei gewiß, daß Gott ihn thut. 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten fich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die Treu, die er Gott schwur, vergißt, der spottet 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig war mein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht. feiner nur. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist. Bet oft zu Gott, und, fühl im Leiden, wie göttlich er dein Leid versüßt. Gott hörts, Gott ists, der Hülfe ist auch dein Feind. Solch 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon 2. Bet oft, doch mit auf richtger Seelen. Gott sieht aufs Herz; Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern das Herz dich beten heißt? Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. Vom Gebet. 357 Zweiter Theil. Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns und Eifer nicht erkalten, und beschwert, besänftigt unſrer reich an guten Werken sein. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. Seele Schmerz, und öffnet deinem Trost mein Herz. 11. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater, übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sigt, durch seine Fürsprach unter stüßt. Mel. von Nr. 234. 400. Von dir kommt jede gute Gabe! nur du, mein Gott, kannst mich allein mit allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl, erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dich, du höchstes Gut. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht krönt. Was ich auch noch so ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächtger Schug mich nicht bedeckt. - 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seligkeit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu sein. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn, verschmähest nicht ihr schwaches Lallen, wenn ſie lobſingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und hörest den, der dich, Gott, hört. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Vater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich findlich nahn. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne der Andacht Opfer gnädig an. Dein 358 Zweiter Theil. Geist regiere meinen Geist, daß er dich, betend, würdig preist. Vom Gebet. uns gebricht! Wenn der Mund nicht sprechen kann, wenn wir nicht mehr können beten, so laß deinen Geist alsdann uns mit 401. Jefu, - Mel. von Nr. 320. Jefu, meiner Seelen Seufzern noch vertreten. und meinem Gott mein versöhnender Vertreter! wie kann 5. Wirk selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn auf ich sonst meine Noth vor sein Verdienst zu schauen, unser heilig Angesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschützt, wird mir kein Gebet gelingen. Bitten uns gewährt. Du hast unsre Schuld verfühnt, und Gott will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben sind wohl unsers Dankes 6. Herr, wenn mich nach werth. Was wir schon empfan- Leib und Seele mancherlei Ve gen haben, was noch unser Herz dürfniß drückt, und ichs betend begehrt, alles heißet uns zu dir befehle, so laß mich, der Gott mit gebeugtem Herzen Noth entrückt, Hülfe, Rettung, treten; beider, Seel und Leibes- Trost und Rath bald erfahren noth, lehrt uns seufzen, flehn und nie wanken, und wenn Gott und beten. erhöret hat, ihm mit frohem Herzen danken. 3. Doch nicht gnug ists, daß wir beten, Gott schenkt denen seine Gunst, die nach rechter Mel. Nun danket alle Gott.- 9. Weise beten. Jefu lehr uns 402. Wohl auf, mein Herz! diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott nur flehen, und auf dich, o Gottessohn, wenn wir beten, gläubig sehen. auf, ein Opfer Gott zu bringen! laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel dringen, weil Gott dich beten heißt, und du durch 4. Herr, wenn wir jetzt beten deinen Sohn ganz freudig treten wollen, wissen wir gar oftmals kannst vor seinen Guadenthron. nicht, was und wie wir beten 2. Dein Vater ists, der dir sollen. Doch, du weißt, was befohlen hat, zu beten; dein Zweiter Theil. Heiland ists, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröster flößt den Trieb zum Beten ein; drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Vom Gebet. 359 hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmet offen; ich könne rufend, Herr, zu dir getroft Erhörung hoffen, du seist mein treuer Vater! 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen! ſprich: lieber Vater hilf! ich bin dein Kind; sprich Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht; du weißt, du willst, du fannst! thu, was dein Wort verspricht. -- 3.Dangenehmer Vaternam! Sein Wort, sein treues Wort jetzt komm ich armer Sünder, vertreibt ja alles zagen. Was der sonst voll Zweifel zu dir dir unmöglich dünkt, kann seine famı, getrost, wie liebe Kinder. Vaterhand noch geben, die von Ich weiß, mein Flehen rühret dir schon so viel Roth gewandt. dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland gibest, mit ihm mir alles schenken. 4. O fester Grund der Freudigkeit! in meinen Miffethaten kommt mir der Unschuld reines Kleid, das Jesus schenkt, zu statten. Er spricht: ich bete selbst mit dir; mein Geist soll Mel. von Nr. 17. 403. Bater, aller- dich vertreten; mein redend Blut höchster Gott! soll für und für dem Klopfen, daß mir, wie einem Kinde, ver- Suchen, Beten, Gewicht und stattet wird, in aller Noth, wie Nachdruck geben. groß auch meine Sünde, mein Herz vor deinem Gnadenthron 5. So fasse dich, mein blöder Geist! ich hab in Jesu Wunden in Einfalt auszuschütten; das zu Gott, der nun mein Vater machet dein geliebter Sohn, der heißt mich freudig bitten, und findlich zu dir nahen. 2. O Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geiſt, mein Ach! hindurch des Himmels Pforte; ihm lall ich: Abba, Vater! nach, er lehret mich die Worte, er heiligt die Gedanken. 360 Zweiter Theil. Vom Gebet. 6. O reicher Trost! Gott weil sich auch unser Herz dir kann und will mein Antlig nicht naht, und nicht blos unsre beschämen. Ich darf aus Jesu Lippen. Gnadenfüll im Glauben alles nehmen. Mein frohes Beten stüzet sich auf drei sehr Gründe: der Vater droben liebet mich; sein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geist wohnt mir im Herzen. feste - 2. Der nehm sich unsrer Schwachheit an, uns kräftig zu vertreten, so oft wir deinem Thron uns nahn, zu danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sei nie ein frostiges Geplärr; es sei ein Flehn des Herzens. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns gläubig richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Thun und Dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, so zweifeln wir in Christo nicht, die Bitte Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.-119. zu erhalten. 404. Gott, es fehlt O uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns fannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maaß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Namen ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Gemüth auf unser Werk nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Güt laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth, so sei doch unser Flehn erhört vondir, aus lauter Gnade. 7. Du, Vater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleich3. Zeuch unser Herz zu dir falls nicht, wenn wir in Nöthen hinausim Beten und im Singen; schweben. Wir, deine Kinder, und thu uns auch die Lippen flehn dich an; wir sind gewiß, auf, ein Opfer dir zu bringen, daß uns nicht kann dein Vaterdaran dein Herz Gefallen hat, herz verlassen. Zweiter Theil. Vom Gebet. 361 8. Wir haben ja die Freu- recht erheben. Zum Guten oft digkeit in Jesu Christ empfangen: zu kalt und schwer, bleibt es der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Laß heilge Händ uns immer hier aufheben, Vater, und zu dir in wahrer Jubrunst schreien. am Eiteln kleben. Träg ist oft, leider, Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 3. Umsonst faß ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern sucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Beten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie zu meiner Kränkung, mir viel Eitles ins Gemüthe. 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen, erhör und hilf uns immerdar 4. Dies, Herr mein Gott, dies kränkt mich sehr, und ich denk oft mit Schmerzen, als um Jesu Chrifti willen: denn wär dein guter Geist nicht mehr dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. in meinem trägen Herzen, das dich so oft beleidigt hat; weil Lust und Andacht keine Statt in meiner Seele findet. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd; dein Reich laß uns erfreuen; dein Will gescheh auch hier auf Erd; gib Frieden, Brot, Gedeihen; all unsre Sünden uns verzeih; steh uns in der Versuchung bei; erlös uns von dem Bösen. - Mel. Ach Gott, vom Himmel.- 215. 5. Ach, leider! Vater, hab 405. Mit Seufzen flag ich dich nicht allezeit gehöret, ich dir, mein wenn du in deinem Worte mich Gott! gern wollt ich eifrig beten, erweckt, gerührt, gelehret. Doch und, drückt mich meiner Sünden schone, handle nicht mit mir, Roth, voll Glauben zu dir wehmüthig fleh ich, Gott, zu treten; gern brächt ich, lieber dir, wie ich verdienet habe. Vater! dir im Geist und Wahr6. Ich will hinfort Nachbeit mit Begier die Opfer mei- lässigkeit und alle Trägheit ner Lippen. meiden. O mache du mein Herz 2. Allein mein Herz, ach bereit, vom Siteln mich zu Gott und Herr! kann sich nicht scheiden. Laß es dich hören 362 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. und allein aufs Himmlische ge- der Andacht Feuer wollst du richtet sein. Gib du mir Kraft stets durch deine Kraft erhalten. und Stärke. Den Hindernissen wehre du, und sege meine Seel in Ruh, sich 7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erkalten! frei empor zu schwingen. 30) Gebetlieder. a. Allgemeine Gebetlieder. Das Gebet des Herrn. vor deinem Thron. Mach uns, Mel. Bater unser im Himmelreich.- 120. o Gott, in Freud und Leid zu dem, was dir gefällt, bereit, und wehre allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 406. Vater! groß im Himmelreich; wir stehen jetzt vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Thron; laut singet vor dir unser Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Dein Name müß uns heilig sein; erhalte dein Wort bei uns rein, damit, wie du selbst heilig bist, auch unser Wandel heilig ist. Bewahr, was deinen Namen nennt; bekehre, was ihn noch nicht kennt. 3. Dein Reich erscheint in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh uns mit deinem Geiste bei, mach uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; nimm deine Kirch in deine Hut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot; du kennst am beſten unsre Noth. Hilf uns! entferne Krieg und Streit, Pest, Seuchen, Dürr und theure Zeit. Laß bei uns Heil und Frieden blühn und laß uns Geiz und Sorgen fliehn. 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, und trage, Herr, mit uns Geduld; durch dich erweckt, verzeihn wir gern auch allen unsern Schuldigern, und sollten wir nicht gern verzeihn, um deiner Huld uns zu erfreun? 7. Führ uns nicht in Ver suchung. suchung. Sei, Herr, unser Schild, und steh uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; 4. Dein Will gescheh auf durch dich nur thun wir WiderErden schon, wie er geschieht stand; laß uns zuleßt als Sieger Zweiter Theil. stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhn. 8. Mach uns von allem Uebel los. Ach, unsre Schwachheit ist sehr groß! o tröste du uns in der Noth; verleih uns einen selgen Tod. Herr, ende glücklich unsern Lauf; nimm uns in deinen Himmel auf. 9. Das Reich, die Kraft, die perrlichkeit ist dein, o Vater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum; erhör uns, Herr, es ist dein Ruhm; im Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! 10. So sei es: Amen! Herr, erhör! Stärk unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So sing das Amen unser Mund, und es erschall aus Herzensgrund. - Allgemeine Gebetlieder. 363 2. Zu dir ruf ich alle Tage: Herr, sei gnädig meiner Klage! schenke neue Freude mir, denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohlgefallen; ach vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du allein bist mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Heiden, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thust Zeichen; du bist Gott und keiner mehr; dir gebühret Preis. Der 86. Pfalm. Mel. von Nr. 201. 407. Herr, erhöre meine und Ghr. Klagen! schaue 5. Lehre, Herr, mich deine her auf meine Plagen, elend Wege, daß ich richtig wandeln bin ich, arm bin ich, und ver- möge, laß zu deiner Furcht traue nur auf dich. Rette deines allein alles in mir einig sein! Knechtes Leben, der sich heilig ewig dankt dir mein Gemüthe; dir ergeben; ach! mir leucht't herzlich rühm ich deine Güte, ein Strahl des Lichts deines die mich hold aus Finsterniß, Vaterangesichts. aus dem tiefsten Grabe riß. 364 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 6. Stolze haben mich um geben und Tyrannen; meinem Leben drohen sie, und scheuen 3. Ich bitte nicht um Chr nicht dein allsehend Angesicht; und Ruhm, so sehr sie Menschen aber du bist ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Jm Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. - 7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stärk ihn, sei ihm gnädig, Gott, hilf ihm mächtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schuß umgibst! Mel. von Nr. 13. Mel. Ans tiefer Noth schrei ich.-119. 409. h komme vor dein Jich 408. Gott, deine Güte Angesicht; verreicht so weit, wirf, o Gott, mein Flehen so weit die Wolken gehen. Du nicht: vergib mir alle meine krönft uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! 2. Schaff du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud und Schmerz voll Dank und Demuth sich ergibt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. 3. Sei mein Beschützer in Laß mir, so viel ich haben muß. Gefahr. Ich harre deiner immernach deiner Gnade werden. dar. Ist wohl ein Uebel das Gib mir nur Weisheit und mich schreckt, wenn deine Rechte Verstand, dich, Gott, und den, mich bedeckt? Zweiter Theil. 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt in mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. . Allgemeine Gebetfieber. 365 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beiſpiel gibt. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig ſein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein 13. Und wird sich einst mein Glück, daß ich zuerst nach dei- Ende nahn, so nimm dich meinem Reiche tracht, und treu in allen meinen Pflichten sei. ner herzlich an, und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und groBer Lohn. 7. Bekämpf ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenschaft, so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gib mir Gefundheit und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib, Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. Mel. von Nr. 234. 410. Wer kann, Gott, je was Gutes haben, das nicht von dir den Ursprung hat; du bist der Geber aller Gaben, und immer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. 2. Drum komm ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heilgen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 366 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 3. So gib mir denn nach 8. Soll ich auf Erden länger deinem Willen, Was deinem leben, so gib, daß ich dir leben Kinde heilsam ist. Du nurkannst mag. Laß mir den Tod vor meinen Mangel stillen, weil du Augen schweben; und kommt des Segens Quelle bist. Vor dereinst mein Sterbetag, so sei allen Dingen sorge du für mei- mein Hingang aus der Zeit ein nes Geistes wahre Rub. Gingang in die Herrlichkeit. -10 4. Gib mir Beständigkeit im Glauben; laß meine Liebe brünſtig ſein. Will etwas mir dies 411. Kleinod rauben, so schränke die Versuchung ein, und stärke mich mit heilgem Muth; so sieg ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute stets beslissen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl ich, Gott, so strafe mich zu meiner Beßrung väterlich. Mel. O Gott du frommer Gott.-8 Gott, du from. mer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben! gefunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverlegte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 7. Das andre wird sich alle fügen. Du weißt am besten, was uns nügt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache 4. Find't sich Gefährlichkeit, mächtig unterstügt. Zufrieden, so laß mich nicht verzagen. Vater, folg ich dir, befestge diesen Sinn in mir. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Vater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Plagen vor dir still und demüthig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. Gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gib, Allgemeine Gebetlieder. 367 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, ob ich schon nicht völlig kann, dir ein schwaches Danklied bringen, daß du mir viel Guts gethan. Wollte ich von Jugend auf, durch den ganzen Lebenslauf, alle deine Wohlthat zählen, würden Zeit und Worte fehlen. Zweiter Theil. daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und zur Versöhnlichkeit bereit sei, als dein Kind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reich thum Ehr und Glück, so gid auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und 6. Soll ich in dieser Welt Stand, kommt, als dein Gemein Leben höher bringen, und schenk und Gabe, blos von deiunter mancher Last hindurch ins ner Vaterhand. Habe Dank Alter dringen: so gib Geduld; für deine Treu! sie ist alle laß mich auf deinen Wegen gehn, Morgen neu. Habe Dank für und auch im Alter noch, Herr, deinen Segen! alles ist daran deinen Ruhm erhöhn. gelegen. 4. Stärke mich mit deiner Güte, Heiland, ferner Tag und Nacht. Führ mich selber, und behüte mich durch deiner Engel Wacht! laß dieselben bei mir stehn, wenn ich ein und aus muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache und in jeder guten Sache. 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß sie täglich so gerathen, daß mein Herz dich täglich preist.; es ist dein und nicht mein Werk, drum verleih mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunst zu sehen. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verklärt ins Leben ruft. Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. 412. Liebster Jesu! Gnadensonne, meines Herzens Zuversicht, meine Freude, meine Wonne! ich komm vor dein Angesicht. Ob ich schon ein Sünder bin, werf ich doch den Muth nicht hin, weil ich, auch als Asch und Erde, nicht von dir verstoßen werde. 368 Allgemeine Gebetlieder. Zweiter Theil. 6. Treuer Gott! du wirst mich 10. Soll ich hier noch länger lehren, wie ich klüglich handeln leben, nehm ichs gern und willig soll, daß mein Thun zu deinen an. Ich will Gott nicht widerChren und des Vaterlandes streben, wenn ich ihm nur dienen Wohl immer eingerichtet sei; höre mich und steh mir bei, daß der Feind durch List und Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. kann. Drum, Herr, mach mich dir getreu, gib gesunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnügen. 7. Hilf mir meine Noth und Plagen, meines Amtes Bürd und Last und sonst alles freudig tragen, was du auferleget hast. Findet sich Gefährlichkeit, Hin derniß, Verdruß und Neid, laß mein Herz sich ja nicht quälen, sondern alles dir befehlen. 11. Soll ich bald von hinnen scheiden, bin ich auch dazu bereit. Bringe mich nach kurzem Leiden an den Ort der Seligkeit. Nimm, nach hier vollbrachtem Lauf, meinen Geist zu dir hinauf. Ruht im Grabe, müden Glieder, Jesus kommt und weckt euch wieder. 8. Dir befehl ich meine Sachen! dir sei alles heimgestellt. Herr! du wirst es also machen, wie es deinem Rath Bricht auch Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr 2c. und Noth herein, scheinet es gar 413.3 chweiß es, Gott, aus zu sein: laß mich ruhn in deinem Willen, und damit den Kummer stillen. mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn; von dir kommt Heil und Segen, ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht regen noch Z bewegen. 9. Muß ich auch Verspottung hören, werd ich hier und da verlacht: laß dies meine Ruh nicht stören. Bin ich, Welt! von dir veracht't! wohl! mach immer was du willt, Gott ist mir doch Sonn und Schild, wider den will ich nicht sprechen, noch mich an den Feinden rächen. Zweiter Theil. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gangs sich freuet. Der Allmacht Rath wirkt es allein, wenn unser Rath gedeihet. 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott zu gut ihm wählet. - Allgemeine Gebetlieder. 369 8. Erleuchte mich von deiner Höh; gib Weisheit, daß ich nie besteh auf meinem eignen Willen. Hilf mir, mein Gott, mit Rath und That, das, was du willst, erfüllen. 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein Zweck, mein Gott, das beste Theil, sei auch mein Theil auf Erden. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringts doch nicht zu Stande. Er meint, er bau ein festes Haus, und bauet auf dem Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über alle Berge hin, und wenn er um sich siehet, so hält ihn noch das niedre Thal; umsonst war er bemühet. 6. Trum, lieber Vater! der du dich so hoch gesetzt, und fürchterlich aus schwarzen Wolken blizest; schrei ich im Staub, hör von dem Chron, wo du, Weltherscher, sigest. 7. Verleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Angeficht in fromme Seelen senket. Wo kommt mir wahre Weisheit her, wenn sie mir Gott nicht ſchenket? 10. Was, weises, bestes Wefen! dir gefället, das gefall auch mir; ist etwas dir entgegen, so laß davor auch deinem Knecht den größten Abscheu hegen. 11. Ein Werk von dir begleite Glück; ists nicht von dir, so treibs zurück, und ändere Herz und Sinnen. Was deinen Rathschluß widerspricht, das muß von selbst zerinnen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Werk das Höchster dir gefällt, mit Stolz zu hintertreiben; was Gott thut und beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. 13. Beut mir die Hand, und es wird leicht, was mir sogar unmöglich deucht. Die Werke deiner Hände gelangen allzeit, weiser Gott! zu einem guten Ende. 24 370 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. noch über mir dein göttlich Auge walten. 14. Zwar wird mir oft der| Tag erhalten. Laß für und für Anfang schwer; hier braust die Luft, dort tobt das Meer; zurücke möcht ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünstger beten. ---15. Wer betet, wirkt, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zuweilen graut, zu seinem Zwecke kommen. Grspricht: wer wälzt den Stein uns weg? und er ist weggenommen. 16. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen angefüllt, nichts, was die Sinnen rühret. Er ist indeß der sichere Pfad, der dich zur Freude führet. 2. Wer schenkt uns Leben, Glück und Ruh? Wer gibt uns Kraft zur Pflicht? nur du schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nichtuns erfreun, so kann uns nichts gelingen. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr; ich will deiu Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor deinem Volk, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. 3. Du schufft und du regierst. die Welt nach deinem Rath, wie dirs gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sei auch mein Licht und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl ich 17. Du weißt, mein Gott, auch, was mir gebricht, die was mir gebricht; an Macht zu Blindheit meiner Seele. Ach, helfen fehlt dirs nicht, du stärkst Gott der Huld, vergieb die die müde Seele. Gib, daß ich, Schuld, wenn ich aus Schwachdeinem Wink getreu, des Weges heit fehle. nicht verfehle. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft; bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, laß, Höchster, mich selbſt deine Weisheit führen. Mel. Ich weiß mein Gott. 255. 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segén, den sie gibt, anfdich, den Geber, 414, Von ganzer Seele schauen. Selbst wenndu ſchlägſt, preis ich dich, Herr, und Kreuz auflegst, so laß mich der du mich so väterlich bis diesen dir vertrauen. Zweiter Theil. 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit nur dir mit ganzem Graft geweiht, in deiner Furcht vollbringe, bis ich einst dir dort für und für Lob. Preis und Ehre singe. 415, --Besondere Gebetlieder. erleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten, es ist doch b. Besondere In geistlichen Anfechtungen. Mel. von Nr. 33. 416. Du bist ja, Jeſu! meine Freude! warum ist denn mein Geist betrübt? kann denn die Freud auch bei dem Leide sein in dem Herzen, das dich liebt? ach ja, mein Jesu! deine Liebe füllt meinen Geist mit wenn ich mich darinnen übe, fie keine Zung aussprechen kann. 371 ja kein andrer nicht, der für uns fönnte streiten, denn du unser Gott alleine. 2. Gib Gnade unsrer Obrigkeit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig allezeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhigs Leben führn. Amen. Gebetlieder. Heil, geschehen, daß ich mög überwinden weit. 3. Du hast, o Held! ja überwunden, gib mir auch Uleberwindungskraft, und laß mich was dein Leiden schafft, dadurch in den Kampsesstunden erfahren, ich kann den Feind besiegen, da Günde, Teufel, Höll und Tod nun unter deinen Füßen liegen, so mach sie auch an mir zu Spott. 4. Ich trau allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es sagt, daß nichts den Deinen schade, weils nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja ange. nommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flehend zu dir kommen, hat mich dein 2. Weil aber noch nicht ganz gedämpfet in mir mein böses Fleisch und Blut, und noch der Geist darwider kämpfet, wird oft dadurch gekränkt der Muth: dzum leg ich mich vor dir mit Flehn, ach stärke mich in diesem Streit! laß Hülfe mir, mein Gnadenblick gerührt. 24* - 372 Zweiter Theil. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig bin, so gib, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andreHelfer suchen. Besige du mein Herz allein. Laß falsche Lüfte mich verfluchen; 3. Gott erhört nur seine dein Leben laß mein Leben sein. Kinder, welche seinen Willen 6. Gib, daß ich mich in die thun. Kann mein Herz nun also erfreue, weil mich dein Herz ruhn? bin ich nicht ein schnöder beständig liebt, doch auch dabei Sünder? ach, die Sorge nimmt kein Leiden scheue, weil solches mich ein: wie kann Gott dein meinen Glauben übt. Gib, daß Vater sein? ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe; da wird die Freude ewig sein. Mel. Ach, mein Jesu, fieh, ich trete. Besondere Gebetlieder. 2. Ach! der Bund ist übertreten, welchen Gott mit mir gemacht. Ach! ich hab ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kind auch sei? 4. Stürmen auf mich Trübfalswinde, wird mein Glaube vollende klein; und ich schließe mir zur Pein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär er nicht 417. Qual und Angst so hart geſinnt. muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch jei; denn der Kindschaft Pflicht und Treu brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, und wodurch ich ihn betrübt. 5. Drum fleh ich: hilf mir Armen, Vater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Armen nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Vater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlernen Sohn, wieder frei vor deinem Thron. Ich will mich auf Dar m Christum gründen. schenke mir die Schuld, und r trag mich mit Geduld. 3 Zweiter Theil. 7. Dein Kind fernerhin zu heißen bin ich freilich nicht mehr werth. Doch, da mich dein Geist bekehrt, kann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau, ich kehr zu meiner Pflicht; Herr, darum verstoß mich nicht! 8. Herr! ich sage dir aufs neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du forderst; blicke du nun, nach deiner Vatertreue, den mit Gnadenaugen an, für den Jesus gnug gethan. 9. Du sollst doch mein Vater bleiben, wenn gleich deine Zucht mich schreckt, und mir Schmerz und Angst erweckt. Dir will ich mich ganz verschreiben. Herr, dir leist ich Treu und Pflicht, bis mein Herz im Sterben bricht. Mel. Entbinde mich, mein Gott zc. 418. B efreie meinen - Besondere Gebetlieder. Geist, o Gott, von schnöden Banden. Du siehst, wie wil lig er, wie schwach mein Fleisch noch ist. Mach des Versuchers List, durch deine Kraft zu Schanden, der du der Sün 373 der Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch streit ich, schau herab, von deinem Gnadenthron! gieb mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der Sünde leicht entzündet, war ich; Dank sei dir, Gott! du hast mich frei gemacht. Doch laß mich, da sich noch so mancher Fallstrick findet, der meiner Freiheit droht, mein Gott, nie aus der Acht! mir überlassen, bin ich ohne Hülf und Rath! doch durch dich bin ich stark; bei dir ist Rath und That. 3. Ach! icht sollt himmelwärts, gleich kühnen Adlern fliegen; der Hang zum Irdischen läßt mich noch nicht hinauf! du läß'st, die auf dich sehn, stets neue Stärke kriegen; du gibst den Müden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, starr nach dem Himmel sehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. 374 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 4. O, dieser Leib des Tods| doch bringt die Phantasie mir beschwert die arme Seele; der manchen Schrecken bei. Der Sinnen Zauberkraft entrückt Sorgen kann ich mich nicht dem Geist sein Ziel, daß ich, immerhin erwehren; die Schwer vom Sinnlichen gelenkt, des muth. die mich drückt, läßt meiWegs verfehle, der Vorurtheile Raub, der Leidenschaften Spiel, oft thu, was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu. Ach, fiche meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. nen Geist nicht frei. Ich seh den stärksten Trost, und merke seine Kraft, und seufze, daß kein Trost in meinem Herzen haft't. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebe, 5. Ich weiß, ich liebe dich, ins unbewachte Herz von neuem doch, es sei dir geklaget! noch wieder ein, und störet meine lange nicht so sehr, als selbst Ruh durch seine niedern Triebe; mein Herz begehrt, das oft noch mich dringet Jesu Lieb und ich in die Welt verstohlne Blicke waget, und damit seine Ruh und deine Liebe stört. Doch alles, außer dir, ist Eitelkeit und Bein. O, möcht ich ungestört mit dir vereinigt sein. bin noch so klein! so wechselt stets bei mir das Licht mit Finsterniß. Wann kömmst du, starker Gott, und machst mein Herz gewiß? 6. Der Umgang mit der Welt raubt meinem Blick den Himmel. Des Beispiels Reiz ist stark, mein Widerstand oft schwach. Ich meide dann die Welt und ihr verwirrt Getümmel, doch in der Wüste eilt mir meine Schwäche nach! hier, wie in dem Gedräng, merk ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bist, beim besten Vorſak thut. 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. Ich hoff auf dich, mein Heil! wie würd ich denn zu Schanden im Streit mit Fleisch und Blut, mit Satan und der Welt? die Feſſel, die mein Herz mit Freuden trägt und küßt, reicht deine Liebe mir, die unaussprechlich ist. 7. Ich trau auf Gott: was kann doch meine Ruhe stören? 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in diesen Banden bleibt er ein recht freier Mann. Wie willig Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 375 laß ich mich mit Liebesseilen| daß wir, dein Erbtheil, uns in binden! ich folge dir mit Luft dir erfreuen mögen? o laß uns auf der bestimmten Bahn. Be- leben, Gott! laß uns dein Anfreie du mich nur von mir und tlig sehn; sei gnädig, hilf uns von der Welt damit mein edler aus! hilf, che wir vergehn! Geist sein Freiheitsrecht behält! 5. Jedoch, ich hör uns schon den Gott des Trostes trösten! Heil gibt er seinem Volk und Ruhe den Erlöften, die er erwählet hat, wenn wir nun heilig Mel. O Gott du frommer.- 8. sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! In allgemeinen Nöthen und Landplagen. Der 85. Psalm. 419. Wie gnädig warst du, Gott vor 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen frommen Knechten; und Gottes Chre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu umfahn sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried umfahn und füssen sich! 1 Alters deinem Lande! wie halfft du ihm! wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! und schontest deines Volke mit väterlicher Huld, vergabst die Missethat, bedecktest seine Schuld. 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen feinen Flammen, sobald es sich entschloß, die Sünde zu verdammen. Die Menschen fündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets an Gnade reich. 3. Hilf, hilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, soll er ewig glühn? und willst du deine Huld auf ewig uns entziehn? 4. Wann kehrt zu uns zurück dein Trost, o Gott, dein Segen, 7. Der Glaube kommt zurück und blüht auf Erden wieder; die Gnade sieht mit Lust von ihrem Himmel nieder, und segnet Gottes Volk, das seinem Dienst geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! 8. Der Herr begnadigt uns; das Land bringt seine Früchte, und seine Huld geht her vor seinem Angesichte, verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel frohlockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. 376 Besentere Gebetlieder. soll, je mehr Gefahr und Plage steiget, und alles an Verwirrung voll: je größer mache mein Vertraun, o Gott, auf dich allein zu schaun. 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Kraft? Der Ross' und Wagen stark Gedränge ists nicht, was Feinden Sieg verschafft. 2. O laß mich hier allein, Der Mensch vertraut darauf o Bater, auf dich und deine zwar gern; jedoch der Sieg Vorsicht schaun; auf dich, den kömmt nur vom Herrn. mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenhülfe baun, die ohne dich une gar nichts nüßt, die nur durch dich uns kräftig schüßt. Zweiter Theil. Im Kriege. Mel. Wer nur den lieben Gott.-7. 420. Es zieht, o Gott! ein Kriegeswetter jetzt über unser Haupt einher. Bist du, Herr, hier nicht unser Retter, so ists für unser Land zu schwer. Sieh! wie die Fürsten sich entzwein, und sich zu unterdrücken dräun. 3. Rein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Seid böse, Völker, rüstet euch! sei du für uns, so fehlt der Streich. 7. Drum werf ich mich in deine Arme, du Vater der Barm. herzigkeit! und flehe voll Vertraun: erbarme dich über uns zur schweren Zeit. Laß Gnade nur für Recht ergehn: so bleiben wir doch aufrecht stehn." 8. Doch findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Züchtigungen gut: wohlan, so schweig ich und bin stille bei dem, was deine Vorsicht thut. Ich, dein Geschöpf und auch dein Kind, weiß, daß es Vaterschläge sind. 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was vor. So grob laß dur mich niemals fehlen; so hart 4. Die allerfeinsten Kriegeslisten vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschüper hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein und grob fehlt nur ein Thor. großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Je weniger sich öfters zeiget, woher die Hülfe kommen Ist gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ists doch gut. Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 377 10. Nie grimmig, sondern entzogen! darum ist nun dein nur mit Maaßen sind deine Zorn entbrannt, die Sünde, die Strafen eingericht't. Du wirst wir nicht erkannt, wird öffentuns nicht zerstören lassen. Nein, lich vergolten. Vater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt sein. 11. Zulegt wird jeder sagen müssen, das hat Gott, unser Gott gethan! so brach er, nachver. borgnen Schlüssen, zum bessern Endzweck leicht die Bahn! zuletzt errettet deine Hand, barmherzger Gott! das Vaterland. - Mel. Ach Gott, vom Himmel.- 215. 421. A Gott! wir treten hier vor dich mit traurigem Gemüthe: wir bitten dich demüthiglich, rett uns durch deine Güte. Schau, wie die große Kriegsgefahr sich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben dräuet. 4. Verzeih uns solche Miſsethat um Jesu Christi willen! o, der für uns gelitten hat, kann deinen Zorn nur stillen. Das Lamm, das unsre Sünde trägt, die du ihm selbst haft auferlegt, hat sie ja, Gott, versöhnet. 5. Um seinetwillen schone du; erhöre unsre Klagen. Verleih uns wieder Fried und Ruh, und wehre allen Plagen. Erbarm, o Herr, erbarme dich, und rett uns alle gnädiglich von Krieg und Kriegsbeschwerden. 3. Wie öfters ist der Nebenchrist gedrücket und betrogen, durch Schein des Rechts, Gewalt und List das Seine ihm 6. D Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wasserbäche lenken. Ach! laß sie einst der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Länder Ruh Wohlfahrt ernstlich denken. 2. Gedenke, Vater, jegt nicht mehr, daß wirs verdienet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr 7. O Herr, wir fallen dir zu die uns verlichnen Gaben ge- Fuß, du wollest uns erhören! schändet, und so lange Zeit zur gib, daß wir uns mit wahrer Wollust, Pracht und Ueppigkeit Buß in Ernst zu dir bekehren, undankbarlich mißbrauchet. damit wir nicht an unserm Theil selbst unser eignes Glück und Heil, dentheuren Frieden, stören. 8. Breit wieder aus um unser Land die Flügel deiner Gnaden. 378 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieber. Beschüß und segne jeden Stand.| trägt zwar Frucht; doch diese Laß nichts uns weiter schaden. Frucht bringt Schaden. Ach, Wir wollen solche Gütigkeit und Herr, vergib aus Gnaden dem, Vatertreu zu jeder Zeit mit der dein Äntlig sucht. Dankarkeit erheben. 4. Ertrag uns mit Erbarmen; wir tragen herzlich Reu. Erhöre doch uns Armen, nach deiner Wundertreu. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. 5. Gott, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf! thu deine milden Hände, den Schatz der Allmacht auf. Was u reicher Gott nur ein Leben hat, nährst du der Armen, du mit Wohlgefallen; drum auf! und schaff uns allen bei unserm Mangel Rath. 6. Du rufft dem Nichts, o Vater, damit es etwas sei. Sei jetzt auch, Gott! Berather, und hör das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersetze, was uns fehlt. 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicke seine Saaten mit deiner Gnadenhand; ja segne, was man pflügt, und tränks mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uus wiederum vergnügt. 8. Dein Gutes überschütte und kröne Jahr und Zeit; es - 9. Dies alles, Vater, werde wahr; du wollest es erfüllen. Erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen! denn dein, o Herr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre! In Theuerung. Mel. Von Gott will ich nicht lassen.- 56. 422. Schöpfer aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der ewig Glauben hält! weil du Gebet erhörst, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. 2. Herr, unsre großen Sünden verdienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort gedroht: Ein fruchtbar Erdreich soll um seiner Bürger willen nichts tragen, fie nicht füllen. Ach, unser Maaß ist voll. 3. Ach, unser boshaft Leben drückt uns mit Recht zwar hart; doch wollst du uns vergeben nach treuer Vaterart. Die Sünde Zweiter Theil.- Besondere Gebetlieber. triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeihen, am Abend sich erfreuen, mach fröhlich, was da lebt! In Seuchen. Mel. In dich hab ich gehoffet.-413. 423. Ah Gott, du unser Lebenslicht, Herr, unsre Burg und Zuversicht, du Trost und Heil der Armen! wir bitten dich demüthiglich, erzeig uns doch Erbarmen. 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin undwieder Manchen trifft; es fänget an zu wüthen; drum flehen wir und schrein zu dir, du wolleft uns behüten. 3. Wir beben, Herr, bei deiner Stimm. Ach, straf uns nicht in deinem Grimm mit dieser bösen Seuche. Hilf uns, o Gott, wend ab die Noth, daß sie uns nicht erreiche. 4. Zwar könntest du, o treuer Hort, auch unser Land und diesen Drt durch Seuch und Pest verheeren, und ganz und gar uns sündge Schaar in deinem Zorn verzehren; 379 verübet; wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun betrübet. 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott, ach handle nicht, Herr Zebaoth! mit uns nach unsern Sünden! nein, Vater, nein, laß uns allein für Recht jetzt Gnade finden. 7. Ach, schenk uns doch aus Gütigkeit die Schuld, die nus von Herzen reut, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plözlich sterben. 8. Beschütz uns, Herr, mit deiner Hand; schütz unsre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll uns früh mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit, dich, höchster Bater, jeder Zeit von Herzen ehren, preiſen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. In besonders schmerzhaften langwierigen Krankheiten und Verfolgungen. Der 38. Psalm. Mel. von Nr. 79. 424. Straf, o Herr! 5. Wir haben dir oft widermich nicht im strebt, nach deiner Vorschrift Grimme, und bestimme über nicht gelebt, was dir mißfällt, mich kein Rachgericht! rüge 380 Zweiter Theil. Besondere Gebetliet er. meiner Sünden Menge nicht mir Uebels wollen, denken, mich mit Strenge, und verstoß mich Armen nicht! zu kränken, auf Betrug und auf Verrath. - 2. Alles Fleisch ist mir verschwunden von den Wunden, die dein Zorn geschlagen hat. Mein Gebein erquickt kein Friede, siech und müde macht es meine Miſsethat. 3. Meine Schuld, wie hoch fie steiget, drückt und beuget mich bis in den Abgrund fast. Stinkend eitern mir die Wunden. Bange Stunden machen mich nur selbst zur Last. 4. O, wie trübet meine Tage manche Plage; krumm gebückt geh ich einher; schon verdorrt mein Eingeweide; Trost und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr. 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin! ich seh kein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten; mein umwölket Auge bricht. 6.( Meine sonst geliebten Freunde fliehn als Feinde meine Qual und scheuen mich. Alle meine Anverwandten und Bekannten flichen und entfernen sich. 8. Ich soll taub sein und nicht hören, noch sie stören, wenn die Schmach das Herz mir bricht. Taub soll ich ihr Lästern tragen, und nichts sagen, wenn die giftge Zunge sticht. 9. Doch ich harre dein, du hörest und gewährest meine Bitte, Herr, mein Gott! übergib mich ihrer Rotte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth!) 10. Zwar verdien ich, daß die Freude von mir scheide; ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind ja meiner Sünden Schuld. 11. Doch schau, groß von Gnad und Treue, meine Reue! ich verdamme mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie schäm ich mich vor mir! 12.( Aber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, weil ihr Toben wider deinen Knecht nicht ruhn. 7. Die mein Tod ergezet, stellen, mich zu fällen, Netze; 13. Wie lang sollen sie mich falsch ist Wort und That. Die schelten? sie vergelten meine Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 381 Redlichkeit mit Hohn. Weil 3. Doch hilf du, daß ich auch ich mich für dich bemühe Böses fliehe, trag ich Haß und Schmach davon. wie du, in allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Ruh, die rechte Heimath finde. Da sind dann Müh und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Unruh hat ein Ende. 14. Doch will alle Welt zu sammen mich verdammen, so verwirf nur du mich nicht. Blicke, Herr, von deiner Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Herz zerbricht. - 4. An diese Ruhstatt denk ich nun anjeßt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier 15. Komme denn, erzeig mir thun nach deinem Wohlgefallen. Armen dein Erbarmen! eile, Leit mich allzeit auf rechter mir in meiner Noth bald mit Bahn; und fang ich etwas Beistand zu erscheinen, mir, dem Gutes an, so führ es wohl Deinen, eile, hilf mir, Herr, zum Ende. mein Gott! Auf der Reise. Mel. Ach Gott, vom Himmel.- 215. 425. Jn deinem Namen, o Herr Christ! will ich nun weiter( zur Reise) gehen; du, der du mein Begleiter bist, wirst mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel befehl ich dir, nebst Ehr und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf bekannt, er fordert diese Reise. O führe du mich bei der Hand, damit, zu deinem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dankes voll für deine Führung loben. 6. Nur bitt ich, o mein Gott verleih, daß ich behutsam wandle, und immerdar vorsichtig sei, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gütigkeit gib Rath, Verstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Laffen. 7. Nimm dich, o Herr, der 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit stets mit Gefahr umfangen; auch werd ich in der Sterblich- Meinen an, die ich zurück gekeit nie völlig Ruh erlangen. lassen. Du wolltest sie, mehr Ich bin ein Pilger der den Fuß als ich kann, mit treuer Huld und Stab stets weiter segen muß, umfassen. O, laß sie dir emund hier kein Bleiben findet. Ipfohlen sein, und uns bald mit Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 382 einander freun, wenn wir uns wieder sehen. - 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reist er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. Onimm mich, Herr, in deinen Schutz; und wessen List, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? 9. Nun Vater! dir ergeb ich mich. Ich bin in deinen Händen. Du wirst, ich hoff es, gnädiglich hier meine Wallfahrt enden. Dann laß mich, wenn es dir gefällt, nach aller Unruh dieser Welt dort ewig bei dir wohnen. Bei Gewittern. Der 29. Psalm. Mel. von Nr. 46. 426. Bringt her ihr Mäch. tigen der Erde, bringt her dem Herrscher Lob und Macht! der Ehre seines Names werde von euch der Dank und Ruhm gebracht. 2. Im heilgen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld angethan, mit hingeworf. nen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Wassern donnert er. 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethürmte 4. Gottspricht. Voll Kraft ist seine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ist Majestät und Kraft. 5. Die Stimme Gottes schilt die Gedern; schnell, wie der Strahl zersplittern sie. Die Stimme Gottes ruft den Gedern, dem Libanon entstürzen sie. 6. Sie macht sie hüpfend wie die Kälber, sie stürmet, daß der. Libanus, daß der erhabene Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. 7. Gebirge stürzet sie zusammen, der Erdkreis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, sie hauet um sich und zerstört. 8. Die Stimme spricht; die Wüste zittert, welch Schrecken brauset durch sie hin! durch Gottes Stimme wird erschüttert die wundervolle Wüste Sin. 9. Erschreckt von dieser mächtgen Stimme, gebären Hindinnen zu früh. Und schnell entblöget sie im Grimme eie Wälder und entwurzelt sic. Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 383 10. Gott spricht, daß er Er lässet seine Stimm im Don= verherrlicht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu zum Untergang. ner prächtig hören; er zeiget seine Kraft und seine Lieb, es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. 11. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Ehr entweiht. Da war erkönig, Richter, Rächer, und das ist Gott von Ewigkeit. 12. Gott wird in aller Feinde Stürmen den Kindern Jakobs Kraft verleihn. Er wird sie segnen, sie beschirmen, um sie wird großer Friede sein. -- Mel. Nun danket alle Gott.- 9. 427. Höchster, dessen Kraft Luft, Meer und Erde träget, der Erde, Luft und Meer durch einen Wink beweget: ich lobe deine Güt, ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blig der Donner schreckend kracht. 2. Dräut gleich der Grund der Welt zu wanken, zuvergehen; läßt die geborstne Luft gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungestüm empörter Winde Wuth; droht dem erschrocknen Land gleich eine Wasserfluth. 3. So zittert, blißt und rauscht doch alles Gott zuhren. 4. Gottführet väterlich, zum Nugen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbetnen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blize Brand nicht nur die Lüfte rein, tränkt auch das dürre Land. 5. O Weisheit sonder Ziel! o Allmacht sonder gleichen! o wahrer Vaterlieb untrüglich helles Zeichen! ach möchten wir es doch in froher Ehrfurcht sehn. und auch im Wetter selbst der Gottheit Huld verstehn. 6. Denn ob darüber gleich Luft, Meer und Erd erschüttern, so darf ein frommes Herz doch darum nicht erzittern! schreckt dich des Schöpfers Macht, ſo denke doch dabei, daß er zu deinem Schuß nicht minder mächtig sei. 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu knechtisch bebest, und unter Blizz und Knall in lauter engsten schwebest. Sieh deinen starken Gott doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen kann. 384 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 8. Es wirket seine Macht 13. Drum, Herr, erbarme ein ehrfurchtsvolles Grauen, dich! erbarme dich aus Gnaden! doch auch nicht weniger ein kind- laß dieß Gewitter doch den liches Vertrauen. An uns liebt Unfrigen nicht schaden. Gib unser Gott zwar Ghrerbietig- daß der grause Sturm, gib keit, doch mehr noch Zuversicht, daß der Schlossen Heer uns noch mehr Gelaffenheit. weder Leib noch Gut entreiße, noch versehr. 1 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen, so suche christlich stark den Unmuth zu bezwingen. Ohn ihn kann nichts geschehn, und was durch ihn geschicht, ist alles nüß und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Händen stehet, und 14. Ach, laß in der Gefahr, bei Donner, Blizz und Stürmen, uns deine Lieb und Macht', o Vater, doch beschirmen! vor allem aber gib, wenn die Gefahr vorbei, daß so für Schuß als Nuz, dir jeder dankbar sei. Mel. von Nr. 42. man sich blos, o Herr, durch 428. Des Donners schredich zu dir erhöhet, so fleh ich inniglich: gib mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. Gebrülle wird schwächer, und die Blizze fliehn; bald schmückt bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgesang? 11. So oft wirblizen sehn, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Zebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! hat deine Güte schon den Blizz hervorgebracht, so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt und singt nur von dem Herrn verstandneLieder. Ihr munterer Gesang durch. als wenn wir die Gewalt der dringt der ungemeßnen Lüfte Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen sein. 12. Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen, Kreis, dem Segensgott zum Ruhm und Preis. 3. D Seele preise den Erretter, der seine große Kraft Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 385 bewies; den starken Gott, der sanfter Donner währt. Droht sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der selbst des Blizes Strahlen lenft, und auch im Zorn der Gnade denkt. 4. Nimm auch des Höchsten theure Güte in Blizz und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich Fürbitten. Für die Obrigkeit. ein großer Schauplayz dar von Mel. Aus meines Herzens Grunde. ungezählter Segensſpur, zum 429. 3 chovab, Herr Labsal aller Creatur. und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthä465 5. Wenn bei erhitzter Dünste Glühen sowohl die Menschen als das Vich den Odem matt und feuchend ziehen: wie froh, wie munter werden sie, wenn in die ängstlich schwüle Luft der Donner fühle Winde ruft. 6. Wie lieblich hebt sich das Getraide, getränket durch den E Regenguk, und wie vergnügt betritt die Weide der neubelcbten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer verkündigt des Erbalters Chr. 7.0 Gott! wie vieleSegensproben verbreitest du auch durch den Blig; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wies uns nüz. Dir ſei mein Herz ein Dankaltar; dir bring ich Lob zum Opfer dar. nun kein Blig uns zu zerschmettern: des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sei treu, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich; vergiß es nicht! 8. Verfleucht der Knall von Donnerwettern: des Wortes nig; du herrscheft nah und fern, du Gott, Herr Zebaoth! an Ehren groß und prächtig; im Echügen stark und mäch tig, ein Helfer in der Noth 2. Nach deines Knechtes Lehre ist feine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert. das Frevlern dräut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagts und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Ach, lieber Vater lehre mich doch durch deinen Geist, 25 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 386 dağ ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt! sie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam üben, und sie mit Chrfurcht lieben, wie du es haben willt. - 4. Die wir zu Herschern haben, laß deinen Willen thun. Laß deines Geistes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du herschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand. 5. O Gott von großer Güte, gib ihrem Geiste Licht. Gib 3. So selig sei auch der zu Treue dem Gemüthe zum Urtheil halten, für den wir jetzt die im Gericht. Laß stets durch ihr Bemühn den Frommen sicher stehen, der bösen Rath vergehen, und alle Stände blühn. Hände falten, da er sich deinem Dienst geweiht, und solchen würdig zu verwalten, sich binden will mit Wort und Eid. 6. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott du fegnest gern; wir bitten ohn Ermüden: gib Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn. Bei der Einführung eines Predigers. 430. G. der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu dir schrein, und unpre Bitten, unsre Lieder, laß, Herr, dir wohlgefällig sein. 2. O seelig, welchen du erwählet, und deinen Boten zugezählet, wenn er dein Wort aufrichtig lehrt, und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet, und felbst thut, was man von ihm hört. rlöser! sieh auf uns hernieder, auf Hirten und 4. Duselbst mußt ihm Vermögen geben, mit Licht und Kraft den Geist beleben, und leiten ihn als bei der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm befannt. 5. O laß ihn, Herr! durch dich belehret, durch keines Jrrthums Wahn bethöret, die Wahrheit selbst gerühret sehn, und wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege richtig gehn. Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 387 6. Gib Gnade, daß zu rechter 4. Laß Eltern Schand und Stunde dein streng Gesez aus Sünde fliehn, und fromme kinseinem Munde, den Sünder wecke, doch dabei des Lebens Wort vom Gradenbunde für schüchterne Gewissen sei! der auferziehn, daß Einigkeit, Zucht, Scham und Treu zu aller Zeit im Wachsthum sei. 5. Laß, die im Ehestande 7. Ach laß ihn seiner Arbeit stehn, sich, Herr, durch dich geFrüchte mit unbeschämtem An- segnet sehn. Gib, daß sie deinen gesichte nach weisem Fleiße Willen thun, und unter deinem reifen sehn, und bei dem drücken- Schuße ruhn. den Gewichte des Amts, die Kraft von dir erflehn. 6. D treuer Gott! wir bitten dich, regiere sie stets gnädiglich, erhalte sie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 8. Erhalt ihn in den rechten Schranken, in Wort, in Wandel und Gedanken! gib ihm, nur 7. So bringen sie dir lebensdeinen Geist zu scheun, von sei- lang für solche Gnade herzlich nem Vorsatz nicht zu wanken, Dank; bis dich Gott Vater, und bis ans Ende treu zu sein. Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preißt.. Mel. Wie schön leuchtet. 35. 431. Gott! des gna- 432. Gott ist es, deſſen denvoller Rath weiser Rath den Ehestand gestiftet hat; er ists, der Eva machte, und diese tugendvolle Braut, die er aus Adams Ripp erbaut, zum ersten Menschen brachte. Ehen sehen derowegen Gottes Segen; Gott beglücket was er stiftet, fügt und schicket. 2. So lebt ein frommer Mann beglückt, wenn Gott ihm eine Gattin schickt, durch die er wird gesegnet; wenn eins das andere zärtlich liebt, und ihnen Gott den Frieden gibt. D! wie 25* - Bei der Einsegnung der Eheleute. Mel. Vom Himmel hoch da. 109. - den Ehstand eingesetzet hat, der du ihn segnest, schüßest, liebst, und ihm Glück, Heil und Gnade gibst: 2. Gib diesen, daß sie stete mit Flehn in Lieb und Eintracht zu dir gehn; und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. 3. Auch wenn sie Kreuz und Jammer drückt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gib, daß sie zulegt dein gnaden reicher Trost ergeßt. - 388 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 433. Sorge doch für viel Wohlsein regnet täglich| Der Eltern für ihre Kinder. reichlich auf die Seelen, die mel. Werde munter, mein.- 116. Gott wählen, die sich lieben und zugleich die Tugend üben. 3. Gott schmücket ihr gelieb. tes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran sie Freude sehen; und bricht gleich oft ein Kreuz herein, will er selbst Trost und Helfer sein, und stets zur Seite stehen. Endlich soll sich nach dem Leide ewge Freude für sie finden; Gott will ihnen Kränze winden. meine Kinder, freilich vor dir Sünder, Gott, der du ihr Vater bist. sind freilich vor dir Sünder, versöhnt durch Jefum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesum, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu sein und dir zu leben. Sie sind Sie doch 2. Du hast sie bisher genähret; du hast manchen Unglücksfall mehr als väterlich gewehret. Da dein Engel überall, ob er gleich dein Antlizz sieht, sich doch für sie froh bemüht: o so muß mich ihr Gedeihen, Herr mit jedem Tag erfreuen. Nach der Trauung. 4. Nun Gott! du hast es wohl bedacht, die heilge Ord nung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geit regiere Mann und Weib, daß 3. Sollt ich denn für solche fic, ein Fleisch und Leib, dein Güte dir nicht herzlich dankbar Bündniß nie beflecken. Rühre, sein, und mit dankendem Geführe ihre Seelen, dich zu müthe mich bei solchem Glücke wählen, dich zu ehren; laß sie freun? Zeigt ich nicht voll Rühkeine Noth beschweren. mens an, was du, Herr, an mir gethan, ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnödsten Kaltsinn zeugen. 5. Führ ihre ganze Lebens zeit zur Gottesfurcht und Heiligfeit durch deines Geistes Stärke. Regier und lenke doch ihr Herz 4. Herr! du bists, was mich von Fleischeslust, vom eitlen ergezet, meiner Seele Trost und Scherz, allein auf gute Werke. Heil, das mein Herz am höchsten Laß die, so die Ehen schließen, schäßet; Herr, du bist mein Gut Heil genießen, Segen sehen, und Theil. Bleib auch meiner und zur Lammeshochzeit gehen. Kinder Gott; laß sie doch in Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 389 teiner Noth, auch im Glücke dir bestehen. Laß sic fanft und nicht verderben, rühmlich leben, selig sterben. ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn sie böse Buben locken, o dann höre nicht ihr Ohr. 9. Gönne mir die große Freude, daß ich an dem jüngsten Tag, nach bier überstandnem Leide, einst mit Jauchzen sagen mag: Laß der Thoren Wahn und liebster Bater, ich bin hier, nebst Scherz nicht ihr jugendliches den Kindern, die du mir einst Herz, das nur dir gehört, ent- in deiner Gunst gegeben; ewig weihen; deiner muß es sich er- will ich dich erheben. freuen. 6. Laß du sie schon hier auf Der Kinder für ihre Eltern. mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. Erden dir zum Ruhm geſchäftig 434. Gott, mein Bater! sein, und den Menschen nüglich Dank sei dir! 77 - werden. Deine Furcht pflanz du haft Gutes, Leib und Leben, ihnen ein, daß in einer argen Welt fie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heilgen Willen treulich ihre Pflicht er füllen. durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben; für mich frönst du ihre Müh, mir zu gut erhältst du sie. 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du sie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen: 2. Oft hab ich sie schon betrübt. Ach, vergib mir dieſe Sünde! nie hab ich sie so geliebt, wie es einem jeden Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm ich willig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Eigensinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungszeit tugend. sam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich 4. Wie viel Sorgen, Angst einmal übergeben, so laß sie vor und Müh haben oft ihr Herz Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 390 gebeuget? Wie viel Liebe haben fie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? 5. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Gehorsam, Lieb und Treu, stets in Wort und Werkenzeigen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Gesetz verspricht. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jesum, der zwar Eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder -- mir, Vater, zugeschickt! weil, E leider! mir der Tod die Eltern früh entriffen hat; demüthig ehr ich deinen Rath. 2. Drum flieht mein fummervoller Sinn zu dir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir steht meine Zuversicht; verlaß mich, bester Vater! nicht. 3. Ach! flöß mir wahre mit Gehorsam selbst verehrt; Tugend ein, so werd ich immer dies sei mir nachahmungswerth. glücklich sein. Herr! leit und 7. Lege viele Jahre zu mei- führe mich. Laß mich bei dir ner Eltern Zeit auf Erden! Laß in Gnaden stehn, so wird mirs fie, Herr! in Fried und Ruh mir immer wohl ergehn. zum Besten älter werden. Beten fie für sich und mich, so erhör es gnädiglich. 8. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Vater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den sauern Lebenstagen: so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Eltern Lohn. 4. Bon dirkommt alles wahre Gut; drum gib mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; damit mein schwaches Herz nicht fehl, und stets das beste Theil erwähl. 5. Beschütz mich auch, o treuer Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst und Noth, in Seel- und Leibsgefahr. Bedeck mich durch der Engel Wacht als Gott und Helfer Tag und Nacht. 6. O Brunnquell aller Gütigkeit! bescheere mir von Zeit zu Zeit die Mittel meines den, das mich drückt! das eu Glücks; du weißt ja leicht für Eines Waisen. Mel. Warum betrübst du dich 2c. 435. 超 定 O welch ein Lei Zweiter Theil. jeden Rath, den deine Hand erschaffen hat. 7. Du hörest, wenn die Raben schrein: laß auch dein Kind erhöret sein, und nimm mein Seufzen auf; gib Kleider anzuziehn, und Brod zu essen, o du reicher Gott! - a. Mel. des 134. Psalms. 436. 8. Ich werfe meine Sorg auf dich, mein Gott und Herr! ver- jammervollen Thal. Vom Lobe Gottes. 391 forge mich, und mach es immer wohl; so lob ich dich, so dank ich dir für solche Gnade für und für. 31) Loblieder. Vom Lobe Gottes. A Auf, Christen! preist mit mir den Herrn! wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! wer 9. Bricht dann mein Lebensziel herein: laß mich des Himmels Erbe sein. Erlang ich dieses nur, so acht ich weder Noth noch Qual in dieſem stand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt, hinauf gen Himmel bingerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, stets inniger vereint!. 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure süße Pflicht, die uns so reichen #Lohn verspricht. 3. Ja, eure Lust sei, ihn erhöhn! solch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verist, wie er, des Lobes werth! 6. Ja, Pflicht ists, daß ihr 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam fein gedenkt, ihr, denen er Verist Ruhm, Unendlichkeit sein stand geschenkt; die Ehre des ist Ruhm, Unendlichkeit sein Verstandes ist, daß ihr den Eigenthum. Dies gränzenloſe Gwgen kennt und wißt. Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe fühlen kann. 392 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 8. Auch euer Mund, so oft viel er uns gewährt! wer ist, erspricht, erinnert euch an diese wie er, des Dankes werth? Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein, und wolltet nicht voll Rühmens sein? Der 134. Pfalm. Mel. von Nr. 436. 437. Erhebet Gottes Heiligkeit ihr, die er 9. Wer ist gutthätiger, als Er? denn welche Gabe sollt sich vor andern weiht, und die uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns gibt? ihr vor ihm Tag und Nacht zu seinem Lob und Dienste wacht! 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, und bittet ihn für jeden Stand; und lehrt und singt im Heiligthum, als wie die Engel seinen Ruhm? 3. Euch segne Gott von seinem Thron, und sei dort ewig euer Lohn; euch segne Gott, mir den Herrn; wer preist nicht der alle Welt erschaffen hat und milde Geber gern? gedenkt, wie noch erhält. 11. Auf, Christen, preist mit 10. Was gebet ihr mun ihm dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Cinzge, was ihr geben könnt? b. Algemeine Der 34. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterb.-82. 438. Dir, mein Gott, will ich lob fingen, und von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut sich 3. Herr, du hast mein Leid mein Gemüthe, rühmt sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! 2. Ja, preist ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit oblieder. mir an! lasset fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Guts gethan! laffet, lafſet uns zusammen Lieder singen ſeinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. vernommen, du sahst meine, ganze Noth! mein Geschrei ist vor dich kommen: da halfst du mir, o mein Gott! und du eiltest auf mein Beten, mich aus meiner Noth zu retten; strecktest. Zweiter Theil. Allgemeine Lublieder. 393 nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schäße offen stehn 4. Sittert nicht in den Ge8. Kommt dann, fromme fahren! unsers Gottes Ange- Seelen, höret, wie der Herr euch sicht schaut auf uns, uns zu be-/ segnen kann! nehmet, Kinder, wahren; Fromme! Gott verläßt was er lehret, mit bereitem euch nicht. Wer will uns un- Herzen an! ihr müßt, wollt ihr glücklich machen? Gottes starke selig leben, eure Herzen Gott erEngel wachen immer um uns! geben; euer Herz und Mund muß Gottes Treu steht beim nahen rein, ganz das Leben heilig sein! Tod uns bei. 9. Fliehet eurer Zunge Sünach, wie dank ich dir, deine Vaterhand zu mir! 5. Schmecket, Freunde Got- den; laßt zu keiner Heuchelei, tes, schmecket, fühlet seine feiner Sünd euch überwinden, Freundlichkeit! seine Gnad und Huld bedecket jeden, der sich seiner freut. Gott kann uns in allen Stürmen, wenn wir ihm vertraun, beschirmen; ja, der Herr ist unser Gott, unser Fels in jeder Noth! bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt den Feind euch nicht ermüden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sei von euch fern! 6. O wer wollte dich nicht chren? wer verdient Bertraun, als du? wer kann in der Noth erhören? wer kann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud erfüllen, ihnen feblts an Sege nie; du ernährst und segnest sie. 10. Gott schaut alle seine Knechte stets mit Wohlgefallen an! er ists, der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, ihm helfen kann; insein Buch sind alle Klagen seiner Frommen eingetragen; ihre Thränen und ihr Schmerz rühren sein erbarmend Herz. 11. Aber Gottes Zorn verzehret weg von seinem Angesicht 7. Was die Frommen sich jeden, der ihn frech entchret! erwerben, das verdirbt nicht dein spottet, Sünder, Gottes nicht! Gericht, Sünder läßt du oft fleht ihn an, daß seine Rache verderben, aber deine Kinder nicht schnell wider euch erwache; nicht. Wer den Herren sucht Gott ist gut, doch immer schont und liebet, wird mit Mangel der nicht, der im Himmel wohnt. 394 Zweiter Theil. Allgemeine oblieber. 12. Weh dem, der den 2. Der Herr ist Gott. Nur Frommen drücket, Gott fiehts! er allein, nicht wir, verlich uns und der Fromme schreit, und unser Sein. Wir sind sein Werk Gott hörts, und Gott erquicket und eigen Gut, und Schafe ihn, zur Hülfe stets bereit. Er seiner Weid und Hut. ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn. 13. Züchtigt Gott gleich unfre Seelen: er meints immer 4. Unendlich groß ist seine mit uns gut, läßt, wenn uns| Treu. Sie scheint uns alle die Leiden quälen, doch nicht Morgen neu; und seine Huld sinken unsern Muth. Gott und Gütigkeit besteht durch aller beschüßzt, erhält die Seinen, die Zeiten Zeit. es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer Gott! Der 103. Pfalm. Mel. von Nr. 265. 14. Ohne seinen Rath und 440. Lobsinge Gott mit Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er kann jedes Wetter stillen, das schnell aufuns nieder steigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme Gott! ihr seid sein in alle Ewigkeit. wahrem Andachtstriebe, o meine Seel, und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu! ich soll, ich will mit dankerfüllter Seelen, so lang ich kann, erwägen und erzählen, wie reich an mir ſein Gnadenreichthum ſei! 3. Erhebt, empfangt ihn allzugleich, und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hindurch mit Freudigkeit. 2. Bewein ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald ſeinen Troſt mit frohem Schall empfinden. Gr heilt mein Weh dem Gott der Götter überall! und tilget meine Schuld. Der erscheint in seinem Heiligthum Herr, mein Gott, erlöst mich mit eifersvollem Dank und vom Verderben, und krönet mich, Ruhm! als einen Himmelserben, mit Der 100. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 439. br Bölfer, jauchit - Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 395 heilgem Schmuck und ewig| Oft uns West sich von einander reicher Huld. finden, wenn wir zu ihm mit Reu und Thränen flehn. - 3. Er sättigt mich mit aller Güter Fülle, gewähret mir des innern Friedens Stille, und schaffet mich, wie Adler jung und neu. Er gibt nicht zu, daß jemals Welt und Hölie mit Macht und Lift des Armen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr siegreich bei. 4. Wie herrlich zeigten sich dort seine Wege, wie wundervoll sein Schuß und seine Pflege durch Mose Dienst an Jacobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Treu, Geduld und Güte, langsam zum Zorn und voll Mitleid ist er. 5. Verdienen wir, daß er uns gar verlasse, und droht er uns mit seinem schweren Haffe: so währet doch sein Zorn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und wenn wir auch in seine Zucht gerathen, so dient sie nur zu unsrer Seligkeit. 6. Er läst an uns, wenn wir ihm kindlich trauen, viel höher noch der Gnade Wunderschauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als 1 7. So zärtlich schont kein Vater seiner Kinder, als unser Gott der tiefgebeugten Sünder; er schlägt und heilt und lindert ihre Pein, als welcher stets auf unsre Schwachheit schauet. Er denkt daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in kurzem werden sein. 8. Wie eitel find doch unsre furzen Tage! wir leben kaum, so find't sich Müh und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüht, die jeder Wind, der kaum darüber fähret, versengt und dörrt, und wie in nichts verfehret, daß niemand mehr auf ihre Spur nur sieht. 9. Nur Gottes Treu fann nimmermehr vergehen; wenn wir nur fest in seiner Furcht bestehen, will sie auf uns und unsern Enkeln ruhn. Sein ewig Heil wird über denen walten, die seinen Bund und sein Gesetze halten, und was er will, von ganzem Herzen thun. 10. Des Herren Thron ist himmelhoch erbauet, von weldhem er auf alle Menschen schauet. Sein Wink regiert die Völker aller Welt. Lobsingt dem Herrn, Allgemeine Loblieder. nichtet! der Herr von frommen, duldendem Gemüthe; der Herr voll Güte. 5. Der Herr gibt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes, ewig soll er währen, weil sie ihn ehren. 6. Die Thaten seiner Hand sind Recht und Treue. Gott spricht kein gnädig Wort, das ihn gereue. Der Fromme weiß, daß er aus Lieb und Güte sein Recht gebiete. 396 Zweiter Theil. ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ewger Uebung hält. 11. Robsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lobsingt dem Herrn, ihr alle seine Werke; ſo weit er herrscht, verchret seine Stärke; lobsing auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. Der 111. Pfalm. Mel. von Nr. 55. 7. Gs dauert fest und ewig 441. Gelobt elobt fei Gott! unbeweget! er hats auf Stein ihm will ich fröhlich singen, ihm Dank und Ruhm mit den Gerechten bringen, und der Versammlung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. und uns ins Herz gepräget, daß wir getreu und willig seinen Rechten gehorchen möchten. 8. Ersendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 2. Groß, majestätisch sind des Höchsten Werke, und würdig, daß man sie erforsch und merke! aus ihnen strömen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 9. Die Furcht vor Gott, die Lust, ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben! fie gibt Verstand und Licht damit die Seele, was gut ist, wähle. 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck und Ehre, daß er, wie groß er sei, die Welten lehre. Der Höchste bleibt gerecht 10. Von ihr geleitet lernt man von Ewigkeiten auf alle Zeiten! Wege wallen, die nie verführen, 4. Er baut den Wundern, welche Gottgefallen. Der Ruhm, die sein Arm verrichtet, ein womit sie sich geschmückt wird Denkmal, welches keine Zeit zer- sehen, wird nie vergehen. Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 397 Der 113. Pfalm. freue der Gnad und Treue Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Gottes dich! 442. hr Knechte Gottes, lobt den Herrn, lobt seinen heilgen Namen! gelobet sei er nah und fern, und 3. Lobt, lobt den Herin, ihr Nationen! frohlockt ihm; bringt ihm Preis und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, jeßt und ewig! Amen! Vom werd Ehr und Lob dem Herrn Aufgang bis zum Niedergang sei er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! gebracht! 2. Unendlich ist der Herr er L obet den Herren, QEZ höht, hoch über alle Heiden. alle Hei- den, preiset ihn alle So weit der große Himmel geht, muß Ehr und Schmuck ihn klei- Völ- ker, denn seine Gnade und den. Ja, ja, wer ist, wie unser Gott, der hohe Herrscher Zebaoth, der auf das Niedre siehet? 3. Er richtet die Geringen auf, die nach Errettung dürsten; und fördert des Verlaßnen Lauf, und setzt ihn zu den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Haus schmückt er mit holden Kindern aus. Laßt: Hallelujah! schallen. Der 117. Psalm. Mel. von Nr. 46. # Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Al le lu- ja! Alle3 luja! 2. Chr sei dem Vater und dem Sohne, und auch dem heilgen Geiste, als es im Anfang war und nun bleibet bis in Ewigkeit! Amen! Alleluja! Alleluja! 443. Librationen! froh 445. So Herrn, Mel. von Nr. 108. ollt ich meinem Gott nicht singen? sollt ich ihm nicht dankbar sein? Sollte nicht in allen Dingen. seine Liebe mich erfreun? Lieben 2. Denn seine Gnade, seine ist es, nichts als Lieben, herzTreue ist groß und unveränder- liche Barmherzigkeit, die so oft lich; sie herrschet ewig. Erdkreis und viel verzeiht! Herr! ich lockt ihm, bringt ihm Ruhm und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd Chr und Lob dem Herrn gebracht! Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 398 will dich ewig lieben, ich will als dein Eigenthum, stets erheben deinen Ruhm! - 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, so hat ( dankts ihm, meine Lieder, mich auch Gottes Arm bedeckt! Gott! der über mir schon wachte, als ich kaum zu sein begann, sah mit Baterhuld mich an, eh ich lebte, ch ich dachte! Leib und Seele gabst du mir; Gott, o wie verdank ichs dir! 3. Für mich Armen, mich Verlornen, mich, der ich gefallen bin, gab er seinen Eingebornen, Jefum Christum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? seine Lieb ist immer neu, ewig seine Gnad und Tren! 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröster, seinen Geist, gibt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht; dann, dann fürcht ich kein Gericht, und mein bebend Herz wird stille; deines Heils darf ich mich freun! Herr dein bin ich! du bist mein! 5. Meinem bessern Theil, der Seele, gibt er Trost und Kraft und Ruh; wenn ich, was er wählte, wähle, strömet mir sein Frieden zu. Was, so lange wir hier wallen, wir bedürfen in der Welt, was die Hütten stüßt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies gibt uns, dessen Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd und ihre Heere sind zu meinem Dienste da! wohin ich mein Auge kehre, ist mir Gottes Segen nah! Thier und Kräuter und Getreide in den Gründen auf der Höh, in den Büschen, in der See, sind mir Nahrung, sind mir Freude; vom Gedeihn und Ueberfluß trieft des Allerhöchsten Fuß! 7. Wenn Betrübniß meiner Seele, Glend meinen Leib umgibt; dann, dann bet ich und verhehle nichts dem Gott, der doch mich liebt! wär er nicht mein Gott gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht erquickt, so wär ich nicht von so vieler Qual genesen! vom Allsehenden bewacht, gieng ich durch die dunkle Nacht! 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es gleich, verführt zur Sünde, von der rechten Bahne weicht: also sieht auch Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 399 mein Verbrechen mein versöhnter| und in dem höchsten Leben! Vater an, züchtigt mich, daß ichs gethan, wills nicht mit dem Schwerte rächen, weil, als ichs Heilig, heilig, heilig ist er, der sein wird, war und ist. mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 446. Womit soll ich dich wohl loben, - verirrt begieng, doch mein Herz noch an ihm hieng. 9. Wohlthat ist das Kreuz der Christen, ists gleich, wenn es da ist, Pein, führt er uns in dürre Wüsten, scheints gleich oft Gericht zu sein! und, was haben wir gelitten? duldeten die Märtyrer nicht viel mehr, als wir, viel mehr eh sie ihre Kron erstritten? rühmt im Leiden, rühmt und preist Gott, der euch der Welt entreißt. 10. Ist, so lang ich leb am Grabe, Kreuz und Trübsal oft mein Theil: Gott, dem ich geglaubet habe, Gott gibt einst mir ewges Heil! die, so hier mit Thränen säen, crndten dort mit Freuden ein; nach des kurzen Lebens Pein werd ich mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg geleitet hat! 9 11. Weil denn ohne Ziel ohn Ende deine Gnaden, Vater, sind, o so heb ich meine Hände, zu dir auf, erhör dein Kind: Vater! du wollst Gnade geben, dir mich ganz und gar zu weihn, dein Verehrer stets zu sein, hier mächtiger Herr Zebaoth? sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 2. Herr! entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte froh erhebe Tag und Nacht; denn was ich nur bin und habe, kommt von dir, ist deine Gabe. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 3. Herr! ich muß mit Scham gestehen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; und mein sündliches Vergehen raubt mir billig deine Huld! gleichwohl trägst du, Gott, mich Armen noch beständig aus Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 4. Ja, Herr wenn ich überlege, mit wie großer Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, 400 Zweiter Theil. Allgemeine Soblieder. noch die Tiefen zu ergründen. erfüllen. Tausend, tausendmal Tausend, tausendmal sei dir, sei dir, großer König! Dank großer König! Dank dafür. dafür. 5. Du Herr, bist mir nach- 9. Wie ein Vater nimmt und gelaufen, mich zu reißen aus gibet nach dem's Kindern nüglich der Glut; denn damit der Sün- ist: so hast du mich auch geliebet, der Haufen ich nur such te irdisch Gott, der du barmherzig bist, Gut, hießest du mich dies ver- und dich meiner angenommen, achten, und nur nach dem Himel wenns aufs Höchste gleich ge trachten. Tausend, tausendmal kommen. Tausend, tausendsei dir, großer König! Dank mal sei dir, großer König! Dank dafür. dafür. 6. Dwie hast du meine Seele 10. Trägst du nicht in deinen stets gesucht zu dir zu ziehn;| Armen mich oft treu und väterdaß ich nur das Gute wähle, lich? riß mich nicht oft dein Erund das Böse möge fliehn, hast barmen aus Gefahr und schützte du mir durch Ghriftum Leben, mich? mußt ich einfam, hülflos Licht und Kraft und Geist ge- weinen, so ließ'st du mir Trost geben. Tausend, tausendmal sei erscheinen. Tausend, tausenddir, großer König! Dank dafür. mal sei dir, großer König! Dank dafür. 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem Angeficht; all dein Thun ist Gnad und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werken deine Macht und Weisheit merken? Tausend, heilet Tausend, tausendmalseidir, großer König! Dank dafür. 11. Bater! du hast mir er. zeiget lauter Gnad und Gütigfeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geist der Gnaden, heilet meinen Seelenschaden. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Bald famst du mit Vaterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um mein Herz nur zu bewegen, sich ganz zu ergeben dir, und stets deinen guten Willen ohne Murren zu stehen, und dereinst dein Antlig 12. Tausendmal sei dir ge sungen Breis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen. Ach! laß mich bis in den Tod fest in deiner Gnade Allgemeine Loblieder. 401 7. Er half und wird mich fort erlösen. Er hilft, der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus Reizungen zum Bösen, und 447. Du biste, dem Ruhm gibt mir zu der Tugend Muth. und Dank gebühMel. von Nr. 46. 8. Dir dank ich, Herr, auch Zweiter Theil. sehen, so werd ich dein Eigenthum, ewig preisen deinen Ruhm. - ret, und Ruhm und Dank, für die Leiden, die du zur PrüHerr! bring ich dir. Du hast fung mir geschickt Dir dank mein Schicksal stets regieret, ich für die mehrern Freuden, und deine Hand war über mir. womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu. Dir dank ich, denn du hieß'st sie werden, und deine Güt ist täglich neu. 10. Dir dank ich für die höchste Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzem Herzen und Gemüthe, von allen Kräften preis ich dich. 2. Wenn Noth zu meiner Hüttenahte, so hörte Gott, der Herr, mein Flehn, und ließ nach seinem gnädgen Rathe mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit nieder, und rief: o Herr, errette mich! da half mir Gott; der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, klagt ich Gottkind lich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen sah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade, und seine Gnade war mir nah. 6. Um Troft war meiner Seele bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? und Gott verließ den Schwachen nicht. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werke! die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weiss heit, Ruhm und Stärke, er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung furzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes Seele! vergiß nicht, was er dir getban. Ehr seiner Heilig keit Befehle, und bet ihn durch Gehorsam an. 26 402 Zweiter Theil. Allgemeine Poblieder. Sterbliche vergehen! stets ist Mel. von Nr. 34. 448. Auf, meine Seele, der Tod uns nah. finge! an dir, so unwerth du es bist, thut Gott 4. Des Gwgen Gnad alleine bleibt, gleich als er, in Ewigso große Dinge. Weh dir, wenn keit bei dir, des Herrn Gemeine, ihn dein Herz vergißt! Gott die ganz sich seinem Dienste rettet dich ins Leben, will alle weibt, und daß sie selig werde, Missethat in Chrifto dir verge- mit Furcht und Zittern ringt. ben. D gnadenvoller Rath! Auf! daß ihr von der Erde schon schon hier wirst du mit Heile jegt euch derthin schwingt. getröstet und erfreut, und dort Dort nimmt mit seinen Engeln wird dir zu Theile die Ruh der auch unsrer Brüder Schar, nun Ewigkeit. rein von allen Mängeln, stets seines Lobes wahr. 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, sein Recht und sein 5. Anbetung, Preis und Ehre Gericht; Erbarmung ohne sei dir. Gott Bater, Sohn und Maaßen dem Frommen, der Geist! wir singens in die Chöre den Bund nicht bricht! schnell der Schar, die dich vollkommner eilt sein Zorn vorüber, straft preist. Anbetung, Preis und nicht nach unsrer Schuld, der Ghre, dir, der du warst und Herr, begnadigt lieber, nimmt bist! wir stammelns nur; doch lieber auf zur Huld! wohl dem, höre, hör uns, der ewig ist! der Christo lebet! Gott ist er Ginst tragen wir auch Palmen, angenehm. Mit Adlersflügeln du Gott, auf den wir traun; schwebet Erbarmung über dem. Einst singen wir dir Psalmen, wenn wir verklärt dich schaun! mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 449. Lob, Chr und Preis 3. Wie Väter mit Erbarmen auf ihre schwachen Kinderschaun: ſo thut Gott an uns Armen, wenn wir in Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir sind Sünder; Gott weiß es, wir sind Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da! wir • dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte! dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt! dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! Zweiter Theil. 2. Es danken dir die Himmete heer, Beherrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht! Gebt unserm Gott die Ehre! Allgemeine Poblieder. 403 neiget sein huldreich Angesicht uns zu; denn außer ihm ist keine Rub. Gebt unserm Gott die Chre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Waisen Rath, des Vaters Gnade walten! in seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich! Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach Gott, ver nimm mein Weinen! da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost erscheinen. Ich danke Gott, ich danke dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden; er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgesang an allen Orten hören! mein Geist, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Chre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! die falschen Gözen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Chre! 9. Kommt, laßt uns vor sein Angesicht mit Freud und Zittern dringen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: der Herr hat alles wohl bedacht, und alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Hott die Ehre! Mel. Nun danfet alle Gott. 9. 450.9 Jun danket alle Gott mit Herzen, Mund 6. Wenn Hülfe nicht mehr und Händen, der große Dinge helfen kann, die nur die Welt thut hier und an allen Enden; erzeiget, so hilft, der ewig helfen der mächtig uns erhält, und kann, der Schöpfer selbst, und von der Kindheit an uns so viel 26* Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 404 Gutes thut, mehr als man zählen kann. - 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preifen Erd und 2. Er, unser Vater, woll ein Meere, und Himmel predigen fröhlich Herz uns geben; der Herr laß uns, sein Volk, in stetem Frieden leben, und unfre Nachwelt auch, daß seine Gnad und Treu das ganze Land umfah, sein Segen mit uns ſei. 3. Der große starke Gott woll uns von allem Bösen, und was uns schaden kann, gewaltiglich erlösen; er schüß uns in Gefahr, er helf uns allezeit, so lang er uns dahier das Leben noch verleiht. 4. Dir Gott, dir, und nicht uns sei Chr und Preis gegeben, was in uns ist soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und stehn wir einst verklärt in deinem Heiligthum, so sei dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. www die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was frag ich außer dir, nach Himmel und nach Erde? Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land; noch fürcht ich nichts, denn mich beschüßt der Allmacht Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet, so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du fein denkst? und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst? 5. Als Schafe läß'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trank, und Mel. Nun danfet alle Gott. 9. 451. Durch dich, o großer füllst das Herz mit Freuden; Gott! durch dich du sahst mich, eh der Grund bin ich vorhanden. Die Himmel der Welt geleget war, zogst und ihr Heer sind durch dein mich aus Mutterleib, als mich Wort entstanden; denn wenn ihr Schooß gebar. du sprichst, geschiehts; wenn du 6. Du wogst mein Glück gebeutst, stehts da. Mit All- mir ab, und Leiden, die mich macht bist du mir, und auch mit üben, und meiner Tage Zahl Güte nah. war auf dein Buch geschrieben. Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 405 Du bist der Frommen Schutz,| Mel. Wachet auf! ruft uns die.-171. du bist der Müden Ruh; ein 452. Zauchze, auserwählt Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du. 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, dem Gott der Götter? wen ehren, als nur dich mein Schutz und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn! Geschlechte! freut euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr Frommen preist den Höchsten hoch! lasset eure Harfen klingen; ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt, und danket doch! macht es mit frohem Muth auf Saitenspielen gut! Halleluja! ſein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit, und er hälts gewiß. 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die Welt ist seiner Güte voll. Droben schuf er, ihm zur Ehre, der Licht erfüllten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Halleluja! er will, er sprichts, sogleich geschichts; gebeut er, wird etwas aus nichts. 3. Unser Gott herrscht ohne Schranken er wendet Völkern 10. Sollt ich der Menschen die Gedanken; er macht zunicht Ruhm stolz zu erringen trach- der Heiden Rath. Ewig kann ten? nein, Herr, wenn du mich sein Rath nicht wanken, er ehrst, mag mich die Welt verändert sich nicht in Gedanken, achten. Du bist es, dem zum er ist gleich groß an Rath und Dienst ich Leib und Seele weih. That. Wohl dem Volk, dessen Gib, daß mein Wandel stets Gott heißt Herr, Herr, Zebaoth! voll deines Ruhmes sei! Halleluja! ja selig ist, wen 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben. Wie könnt ich einem Gott der Liebewiderstreben? umsonst lockt mich das Glück, in dem das Laster blüht. Ich hasse seinen Weg, weil mich dein Auge sieht. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 406 Gott erkiest, und sich zum Erbtheil außerlieſt. 4.0 Herr, deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahrwww. Halleluja! dir, Gott, mein Gott, Herr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Noth! Mel. von Nr. 108. heit reichet so weit, als aller 453. Gott, durch welchen Wolken Heer! ja, als wie der alle Dinge sind, Berge Höhen bleibt die Gerech- und wirken und vergehn, stärk tigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Gh Meer und Berge sein, bist du, o Gott! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. mich, daß ich dich besinge, lehre mich dein Lob erhöhn! laß mich did) im Stillen ioben, mich, den du voll Lieb und Huld, aue den Tiefen seiner Schuld zu des Christen Höh erhoben; dich erheb ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und 2. Könnt ihr die Gestirne deine Wahrheit, daß sie mich zählen: Gottes Gnaden zählt leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun. Halleluja! da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie die Kinder schont. ihr nicht. Er errettet unfre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten: stärkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 6. Ach! da will ich dann mit 3. Wenn uns Welt und Beten vor den Altar des Höch Freunde meiden, weil wir ihre sten treten, zu dem Gott, der Wollust fliehn, dann gibt er uns die Schuld vergißt; zu dem seine Freuden, unser Herf Gott, der Schild und Sonne, empfindet ihn! kann ich größres der meine Freud und meine Glück begehren? Ewiger. hat Wonne durch Christi großes dich mein Herz, o so wird es Opfer ist. Ich spiel ein Dank- ohne Schmerz den Besitz der lied dir da auf der Harse für. Welt entbehren, Grd und Zweiter Theil. Himmel wird mir klein, gegen dich verächtlich sein. 4. Wenn mich Leiden nieder drücken, nehm ich sie als Wohl that an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott, durch deine Ruh im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. Allgemeine Foblieder. 407 werke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle Ding erhält. Drum danket seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch seinen Engelschüßt, der täglich schenker. was uns nüßt. Drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott! er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebensfron durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht. Drum danfet 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh ich, Vater, in dein Leben, das nicht Leid, Gefahr nicht hat. Sollten nicht der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Glend und der Tod, Herr, von deiner seinem Namen. Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? nein! ich leb und sterbe dir! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch ſein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt. Drum danket seinem Namen. Mel. Allein Gott in der Höh. 15. 454. Stimmt unferm Gott ein Loblied an mit freudigem Gemüthe; es rühm und preise wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht 6. Lobt Gott! er hat dies uns frei von aller Noth, drum gute Werk selbst in uns angelobet ihn, drum lobet Gott, fangen, vollbringt es auch, gibt und danket seinem Namen. Kraft und Stärk, das Kleinod 2. Lobt Gott und rühmet zu erlangen, das er am Ziel alle Zeit die großen Wunder- uns vorgestellt, und das den 408 Zweiter Theil.- Allgemeine Loblieder. Himmel in sich hält. Drum Ruhm. Es stehet alles prächtig danket seinem Namen. in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Vatersorgen zeugt jeder neuc Morgen, und alles, was er thut. 5. Drum lobt, erlöfte Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft dessen Ruhm erzählen, der euch schuf und erhält; der euch in Christo liebt, euch durch sein Blut erkaufte, auf seinen Tod euch taufte, euch einst den Him. mel gibt. 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preist ihn früh und spat, ja alles was nur Odem hat, das danke seinem Namen. Mel. von Nr. 101. 455. Lobt Gott, den Gott der Stärke, der, was er will, erschafft, ihr alle seine Werke, aus aller eurer Kraft. Ihr seid sein Eigenthum, so weit der Himmel reichet, was Luft und Meer durchstreichet, verbreite seinen Ruhm. 2. Erhabne Himmelsgeister, erwecket euren Fleiß; gebt eurem Herrn und Meister Dank, Ehre, Lob und Preis! stimmt dreimal Heilig! an. Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, ihr Cherubinen, lobt ihn, was loben kann. 3. Was Odem hat und lebet, was sich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trägt, sei überall bemüht, den höchsten Gott zu loben, der aus den Wolken oben auf sein Geschöpfe sieht. 6. Lobt Gott, der euch regieret, der, als der treuſte Freund, selbst dann euch weislich führet, wenn ihr das Kreuz beweint, das er euch auferlegt; laßt uns in solchen Proben ihn dennoch findlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 7. Er ist getreu den Seinen, entreißt sie aller Noth. Wenn feine Kinder weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedecken, er, der stets für sie wacht. 8. Lob, Ehre, Preis und. Stärke sei dir, o Gott, bereit't, denn deine Weg und Werke sind voll von Herrlichkeit. Dein 4. Der Herr ist groß und Zion lobet dich, merk auf sein mächtig, voll Heiligkeit und schwaches Lallen, und laß dirs Zweiter Theil. wohlgefallen; erhör uns gnädiglich. 9. Möcht es und bald ge lingen, von aller Schwachheit frei, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sei! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich Vater und den Sohn! - Allgemeine Loblieder. 409 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schar, des Mittlertodes Märtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preist dich auch deine Christenheit. Der Ambrosische Lobgesang oder das Te Deum. 456.$* err, unser Gott, dich loben wir! Herr, unser Gott, wir danken dir! Jehovah ist von Ewigkeit, er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist Gott Vater dich, dich 4. Dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn! und dich, o Geist, des Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, dich preiset deine Christenheit. 5. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, des Reich nie vergeht, du hast dich, Gott! uns Gott zu weihn, erniedriget, ein Mensch zu sein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. Zur Rechten Gottes fizest du, mit deinem Vater herrschest du, du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Miſsethat. Im Grabe läsfest du uns nicht, du kömmst, du kömmst und hältst Gericht. Sohn, dich Geist. 7. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit es durch diese 2. Die Cherubim und Seraphim, die Himmel alle singen ihm: höchstheilig ist er, unser Gott, groß ist dein Ruhm, Prüfungszeit den Weg zur Herr Zebaoth! weit über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. frohen Ewigkeit. Die Erd ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets dein Ruhm. Zweiter Theil. 8. In dieser unsrer Pilgerschaft sei, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Sei gnädig uns, o treuer Gott! sei gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreun. 9. Cei bier schon unser Trost und Licht, verlaß uns auch im Tede nicht, vollende dadurch unser Heil, Herr, Herr Gott, unier Trost und Theil! so preisen wir dich in der Zeit, noch besser in der Ewigkeit. Allgemeine Loblieder. 5. Wer führt die Sonn in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du. Mel. Mein Gon, das Herz 2c.- 59. 457. ch finge meiner Seele Lust vor dir, Herr Zebaoth! ich fing aus dankerfüllter Brust von deiner Güte, Gott! 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß ſeiner du gedenkst? Herr aller Welt, was h.ben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug ent zückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis aus geschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au mit Schönheit, pflanzt den Hain? tränkt sie mit Regen und mit Thau, und gibt der Saat Gedeihn? 6. Wer frönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? wer lieber uns unwandelbar, auch wenn dein Donner dräut? 7. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch, wer half bisher? wer war von deiner Jugend auf. dein Helfer? Sage: Wer? 8. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Tren! du zähltest unser Haar, stehst uns all gegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist, und reut uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. 11. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab, Grbarmier! schreit zu dir, du nährest ihn. 12. Und rühret dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? die stillste Zähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 411 13. Weh dem, der an dem Barmherzigkeit zu des Sünders Herrn verzagt! und seine Zu- Heil bereit. versicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 3. Von Begierde, dich zu kennen, kann mein Herz nicht gnugsam brennen Doch gib mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft, so kann ich gelehrtes Wissen ohne großen Schaden missen, so bin ich gelehrt genug und zum Reich der Himmel flug. 4. Gib, daß ich dich so erkenne, daß ich auch vor Eifer brenne, dich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, Wie viel hat er an dir gethan!| auf das Innigste zu preisen; du vergiß es. Seele, nicht. 16. Lobsing ihm, bet ihn ewig an mit frommer Zuversicht. selbst mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor, dann hört mich dein Vaterohr. 14. Gr liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh du flehst. Bertrauc du dem Herrn. 15. Gr schaut herab von seiner Höh auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von den du bist. Mel. von Nr. 201. 458. Großer Gott, Herr 5. Ganz entzückt von deinem aller Götter! Namen, wünsch ich dir, Herr, Schöpfer, Vater und Erretter! nachzuahmen, daß, wie du, so alles rufet weit und breit, rühmt heilig bist, auch mein Wandel den Herrn der Herrlichkeit! heilig ist. Andre möcht ich gern Engel preisen deine Werke. erwecken, deine Freundlichkeit Wenn ich sie erstaunend merke, zu schmecken, deiner sich mit mir so schwingt sich mein Herz empor zu freun. freun. Gott, dein Ruhm und singt in der Engel Chor. sei allgemein. 2. Hier im niedern Weltgebäude blickt mein Geist mit großer Freude deiner Allmacht Proben an; wo ich hin gedenken kann, siehet mein erstaunt Gemüthe, deine Weisheit, Macht 6. Wiedie heilgen Seraphinen dir mit allem Gifer dienen, so sei, Herr, auch jederzeit dir durch mich ein Lob bereit't, bis von mir und ihuen allen droben wird ein Loberschallen: Heilig, heiligistder Herr, und Güte, Wahrheit und herrlich seines Namens Ehr! Zweiter Theil. Besondere Loblieder. c. Besondere Loblieder. Mel. Alles ist an Gottes Segen. mich drückt; ich will still sein, hoffen, schweigen, stets vor dir, 459. Herr! mein Licht, o Herr, mich beugen, bis dein Antlig mich erquickt. mein Heil und Leben, wie kann ich dich gnug erheben; 5. Willst du deine Hülf aufschieben? willst du meine Demuthüben? Herr ich bin ein sündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen, schickst du Trübsal, Noth und Plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. was für Lieder stimm ich an? was soll ich zum Dank dir bringen? und wie soll ich würdig singen, was du, Herr, 6. Doch weiß ich, daß deine Treuc ewig ist und täglich neue selbst zur schwersten Prüfungszeit; deine Strafen, deine Schläge, sind ja, wenn ichs recht erwäge, Mittel meiner Seligkeit. 7. Ach! so stärke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, keine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Roth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreun. mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 460. Mein Herz ermuntre nun wieder, 412 www an mir gethan? 2. Du hast meine Seel gebeuget, aber auch mir bald gezeiget, daß du stets den Deinen nah. In der Nacht warst du verborgen, doch bald kam der frohe Morgen, da ich, Herr! dein Antlig sah. 3. Heilig, Herr! sind deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht aus deinen Werken, dir zum Preise es bemerken, wie gerecht du, Herr, regierst? und singe mit erquicktem Muthjegzt neue Dank- und Freudenlieder dem Herrn, der große 4. Nun will ich dir fest ver- Dinge thut; denn er beschämt trauen und auf deine Gnade zur rechten Zeit nun wieder schauen, wenn des Kreuzes Last deine Furchtsamkeit. Zweiter Theil. Besondere Loblieder. 413 2. Herr! deine Hand ist immer| nimmer zu, es ist voll Schwachoffen, zu geben, was mein Herz heit, was ich thu. begehrt; hingegen ist mein zaghaft Hoffen oft, leider! feiner Hülfe werth; und doch erträgst du mit Geduld des wankenden Vertrauens Schuld. 7. Doch läß'st du auch mein schwaches Lallen, der du des Herzens Redlichkeit zu prüfen weißt, dir wohlgefallen; siehst auf die Unvollkommenheit, als wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 8. Nichts hat mein armes Unvermögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Vergeltung darzulegen! böt ich mich selbst zum Opfer dar, so 4. Dein unermeßliches Er- ist ja alles schon vorhin dein barmen ist immer wohlzuthun eigen, was ich hab und bin. gewohnt; drum wird mirsündlich schwachen Armen nicht, wie ichs würdig bin, gelohnt. gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. 9. Doch will ich dir mein Opfer bringen, das Opfer meiner Dankbarkeit, und dir zum Lobe Lieder singen, so viel dein Geist mir Kraft verleiht. Im Namen Jesu sing ich dir, in diesem nimm es an von mir! 5. Herr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stärk und Veste. Wenn Fluth und Jammer auf mich Danklieder bei der Erndte. Mel. Nun danket alle Gott. 9. läuft, ſo ſiehſt du mit Erbarmen 461. Froblocket Jung und drauf und hemmest schleunig ihren Lauf. mit den Armen! da Gott den 6. Mein Mund, mein Geist Unterhalt von neuem aus Erund mein Gemüthe find deines barmen für euch nun auf ein Ruhms, mein Helfer, voll. Jahr, so mildiglich bescheert. Die Wunder aber deiner Güte Was euer Wünschen war, ist mit Dank zu preisen, wie ich väterlich erhört. soll, reicht ein Vermögen 2. Auf! Danket unserm Gott, 3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Trost, wonach mein Auge weint, vor meinem Denken tief verborgen und noch sehr weit entfernet scheint: haft du schon meine Roth bedacht, und dich zu helfen aufgemacht. 1 414 Zweiter Theil. Besondere Leblierer. daß Fried und Ruh hier wohnet. weit ertönt, der wiederum das Mit Krieg und Hungersnoth Jahr mit seinem Gute krönt. hat uns der Herr verschonet. Kein Feuer, keine Fluth, kein schwerer Hagelschlag. noch böser Seuchen Wuth, trifft uns bis diesen Tag. 7. D schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freu: digem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr, der uns viel Guts verleiht, doch selbst und noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut. 3. Die Erndte hat der Herr uns treu und wohl bewahret. Wer hätt, wenn Gott nicht wär, uns sonst die Frucht gesparet? Wer gäb uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was würd's ohn ihn wohl sein mit unserm Ackerbau? SUDAN 8. Gut ist, o Herr, das Land, darin du uns geseget, groß deine starke Hand, die uns so oft ergetzet; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein Ruhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Volk und Eigenthum. 4. Umsonst wär unsre Müh, umsonst wär Säen, Pflügen. Wie würden sonsten nie ein 9. Verleih, o frommer Gott, Körnlein wieder kriegen. Wir uns ferner deine Gnade, daß möchten früh aufstehn und bis ja die Feuersnoth nicht unsern zur Mitternacht nicht wieder Hütten schade; bewahr vor schlafen gehn: es wär umsonst ngst und Leid, vor Seuchen, gemacht. 5. So aber sorgt und wacht der Herrscher in der Höbe; sein Vatersegen macht, daß unser Werk bestehe. Der hat auch diesesmal des Sämanne Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. Wassersfluth, vor Krieg und theurer Zeit; halt uns in deiner Hut. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich essen! Gib auch, daß wir der Noth der Armen nicht vergessen. Herr! deine milde Hand erfreue jeder-, mann, daß bei uns Stadt und Land den Segen spüren kann. 11. Laß unser Korn zur Saat und bis zur Erndte reichen. euch dankend dar, des Lob so Gib selber Rath und That, und 6. Gott ist's, der euch ergeßt, da ihr nun jauchzt und singet, und jenen Segen jetzt in eure Scheuern bringet; dem stellt Zweiter Theil. Besondere Loblieber. thu an uns ein Zeichen: laß] 4. Du haft Sonnenschein sehen jedermann, du seist, Herr und Regen uns zu rechter Zeit Zebaoth! der Wunder wirken geschickt, daß man nunmehr kann, der rechte treue Gott. allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tief und Höhen sehen wir im Segen stehen. 12. Lob, Chre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wahres Eigenthum, o Gott der Ewigkeiten! dir Vater, dir 5. Ach! wer ist, der solche Gott Sohn, und dir Gott Güte dir genug verdanken kaun? heilger Geist! den man vor nimm ein dankbares Gemüthe seinem Thron, und hier auf Erden preist. Mel. Zeuch mich, zeuch mich.-81. Wohlgefallen. 462. Gott ott im Himmel und auf Erden! Herrscher in der ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erndtesegen Dank und Opfer darzulegen. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Auen, überall wirst du verspürt, überall läß'st du dich schauen: und wir blieben ungerührt? gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre! 415 3. Vater! du hast aus Erbarmen uns Unwürdige genährt. Du hast Reichen, du haft Armen manches, manches Glück gewährt. Gott, der uns viel Guts bewiesen, sei gelobet und gepriesen! für die große Wohlthat an, und mein Mund soll stets erschallen: Gott macht satt mit 6. Gib nun Kraft, den milden Segen, den uns deine Hand bescheert, auch so löblich anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Cünden, kann das Gute leicht verschwinden. 7. Schenkuns auch vergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undank nichts verscherzen. Schenke ferner dein Gedeihn, und laß uns mit deinen Gaben willig auch den Dürftgen laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr hier schon reichlich Früchte bringen, stärke du uns immer mehr, schenk uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. Zweiter Theil. Besondere Foblieder. Danflied auf den Frieden. schwert legt er nieder, führt uns den Frieden wieder, und nebst 463. Befingt Gott ze ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. baoth; besinget unsern Gott! dem müsse von uns allen ein feurig Lied erschaller, der unser Wohl bedenket, und uns 416 - den Frieden schenket. 2. Wie schreckte Gottes Hand das werthe Vaterland; der Krieg hat es verheeret und bis aufs Mark verzehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 3. Dankt jetzt und immerdar, ihr, welche die Gefahr des Krieges hart geplaget, zerstreuet und verjaget; um Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 4. Besingt Gott Zebaoth, befinget unsern Gott! das Rach5. Nun, Gott! wir loben dich, und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angesehen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 464. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit, und auch der Ewigkeiten! laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. 7. Dein Geist mach uns bereit, daß wir zu keiner Zeit in deinem Dienst erfalten, dein Wort beständig halten, und nicht mit neuen Sünden des Krieges Wuth entzünden. 8. D Herr Gott Zebaoth! o Herr du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflüssig haben, bis daß wir dich dortoben in vollem Friedenloben. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfang des Jahres. Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. Jahr ist abermal dahin. Wemdank ich, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen; dich, den kein Wechsel treffen Zweiter Theil. Gebet- und oblieder 2c. 417 kann. Wir werden, sind gewesen, 7. Die Welt vergeht. Dies wir blühen und vergehn durch reize mich, die Luft der Welt dich! nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibest. zu fliehen. Viel bessre Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. - 3. Herr! ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis ich dich. Aufs Neue übergeb ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 8. D lehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen. Laß mich die Bahn der Ewigfeit mit heilger Vorsicht laufen. Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. Mel. von Nr. 324. 0 465. So ist von meiner kurzen Pilgrimschaft ein ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieder hingeflossen! Herr, wie viel Guts hab ich darin genoffen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 5. Vergib mir die gehäuste Schuld von den verfloßnen Tagen, und laß mich deine Vaterhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 2. Bundesgott! wie hat nicht deine Treu mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Zag fehlt es an eignen 6. Gib neue Lust und neue Plagen, doch Trübsal ist der Kraft, vor dir gerecht zu wan- Seelen Arzenei. deln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 3. So hast du nie den theuren Bundeseid gekränkt, nur ich hab ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergib es mir! es ist mir herzlich leid. 27 418 Zweiter Theil. Gebet- und Loblieder 4. Ach! wie viel näher müßt| getroffen werden, das nicht vom ich schon zu dir in so viel Tag Fluch betrübte Spuren hat? und Jahren sein gekommen! 10. Ihr eiteln Tage flieht des Fleisches Trieb hat wenig denn immerfort; ich halt euch abgenommen, noch glänzt nicht, nicht, verdoppelt euer Silen; wie es soll, dein Bild in mir. mich lüstet nicht, in Mesech zu verweilen; nur bald von hier, und dann geschwinde dort. 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! oft fällt mir ein: könnt ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weihn. - 6. Nur wenn ich mein betrüg lich Herz betracht, so wär es doch ohn deine Gnad vergebens; ach! würde nur das Restchen meines Lebens zu deinem Preise besser zugebracht! 7. Die Rebe mag am Weinstock nur bestehn; die Säfte, die in Jesu reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich ergießen, und du sollst Frucht an dürren Reben schn. 8. Hab ich in Trägheit so viel Zeit verspielt, laß mich, was übrig ist, wie Gold ab. wägen! o möcht kein Odem mehr in mir sich regen, der nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! 11. Dort, wo der Hafen der Glückseligkeit; dort, wo das Kleinod meiner Laufbahn glänzet; dort, wo ein müder Streiter wird bekränzet, und seines Siegs sich ewiglich erfreut. 9. Dein Glück, o Welt, macht nicht die Seele satt. Was kann doch wohl auf dieser ganzen Erden beim längsten Leben an 12. Wenn ich indeß hier länger dienen soll, so gib, mein Gott, daß ich stets wachend bleibe. Gib du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach mich Eifers voll. 13. Laß mich, als dein erkauftes Eigenthum, Geist, Seel und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirst du neue Schuld von mir erfahren, laß mich nicht sinken, stärt mich wiederum. 14. Je länger ich auf deinen Wegen geh, je klarer gib dein Licht mir zu erkennen, je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh. beim Anfang des Jahres. 419 15. Gs ist doch um ein Klei- Freuden. Doch schadet mir das nes nur zu thun, so heiß ich dich, Glück der Welt, so gib mir mein Bräutigam, willkommen; Kreuz und Leiden. Nur stärke dann werd ich aller Müh und Qual entnommen, vergnügt und froh in deinem Schoose iubn. Mel. Allein Gott in der Höh. 15, mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Neth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 466. Gott ruft der Sonn 5. Hilf deinem Volke väterund schafft den lich in diesem Jahre wieder. Mond, das Jahr darnach zu Erbarme der Verlaßnen dich, theilen. Gr schafft es, daß man und der bedrängten Glieder. sicher wohnt, und heißt die Zei- Gib Glück zu jeder guten That, ten eilen. Er ordnet Jahre, und laß dich, Gott, mit Heil Tag und Nacht. Auf! laßt uns und Rath auf unsern Fürsten ihm, dem Gott der Macht, nieder. Ruhm, Preis, und Dank ertheilen! 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle thro2. Herr, der da ist und der nen! laß Tugend und Zufriedenda war! von Dank erfüllten heit in unserm Lande wohnen! Zungen sei dir für das verfloßne laß Treu und Liebe bei uns Jahr ein heilig Lied gesungen; sein! dies, Bater! wollst du für Leben, Wohlfahrt, Trost uns verleihn in Christo deinem und Rath, für Fried und Ruh, Sohne. für jede That, die uns durch dich gelungen. Mel. O Welt ich muß dich. 48. 3. Laß auch dies Jahr ge. 467. Herr! der du mir Leben bis segnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, diesen Tag gegeben, dich bet denn sie ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst, der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. ich findlich an; ich bin viel zu geringe der Treu, die ich besinge, die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte! ich 4. Gib mir, wofern es dir freue mich in dir. O gib mir gefällt, des Lebens Ruh und Kraft und Stärke, Gedeihn zu 27* - 420 Zweiter Theil. Gebet- und Loblieder 2c. meinem Werke, und schaff ein| Heilig, heilig, Heiliger, großer reines Herz in mir. Seraphinen Herr; wehe mir, ich muß vergehen! denn wer kann vor dir bestehen? - 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 3. Schrecklich ist es ja, zu fallen in die Hand des Höchsten. Gott rufet warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid ichs, Jehova, nicht; ich bin ein verzehrend Feuer, und mein 3Zorn brennt ungeheuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, treu ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist 5. O leite mich im Segen du gütig, dich versöhnt sein dem großen Ziel entgegen, da- Todesschmerz. Bin ich nicht in hin dein Wort mich weist. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geist! deiner Hand, Gott, ein dir sehr theures Pfand, das du vor der Feinde Wüthen ewig, ewig willst behüten? 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott mein Heil! bin ich der Schuld entladen, und nur bei dir in Gnaden, so ist im Himmel auch mein Theil. 5. Auf, mein Herz, stell dich nur wieder dem versöhnten ( ein Tag) ver- Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher krönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, daß dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ewgen Freuden. 6. Soll ich denn allhier auf 2. Ich erschrecke, mächtigs Erden länger noch ein Pilger Wesen, Angst und Furcht bedecket sein, so wirst du bei den Bemich; denn mein Beten, Singen, schwerden, Herr, mir die Geduld Lesen, ach! das ist so schläferig. verleihn. Deine Treue bleibe Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. 468. Abermal ein Jahr flossen! näher zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschossen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderlicter Gott! ach was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? Zweiter Theil. Gebet- und Loblieder 2c. 421 mir, liebster Heiland, ich will dir laß uns den alten Grund der mich hinwiederum verschreiben, Wahrheit niemand rauben; erdir auch ewig treu zu bleiben. neure Herz und Sinn, und das Mel. gegönnte Licht des ewig wahren Gott du frommer Gott. 8. 469. Ein Jahr der Sterb- Worts erlösche bei uns nicht! lichkeit, der kurzen Lebenstage, ist abermaldahinmit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schutz und Kraft. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmuth in uns allen. Und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen: so stärke die Geduld und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 2. Herr! deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank denn jetzo gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten. Verleih an Seel und Leib, was jedem. ist vonnöthen; und lag uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden sein; du machst doch alles gut. 3. Wir schließen uns aufs neu in dein so treues Sorgen, in deine Obhut ein; da sind wir wohl geborgen. Da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß, da läuft dein Häuflein hin und findet sichern Schutz. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk im Glauben; die Seele gnädig auf. 7. Wenn du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein ziel haft festgesetzt, den laß auf dich, mit Freuden, im Glauben selig hier beschließen ſeinen Lauf, und nimm in deine Hand 33) Morgenlieder. 470. M - ein erst Gefühl jei Preis und Dant; erhebe Gott, o Seele! der Herr hört deinen Lobgesang: lobsing ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen, ohne Macht lag ich, und schlief 422 Zweiter Theil. in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? - Morgenlieder. 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reichestrebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schüßt mich vor Gefahren? 11. Daß ich dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 4. Werlehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der. Welt, und dein ist unser Leben! du bist es, der es uns Mel. Ach Herr, mich armen S.- 67. erhält, und mirs jetzt neu ge= 471. Noch läßt der Herr geben. der Macht! gelobt sei deine Treuc, daß ich nach überstand. ner Nacht mich dieses Tags er freue. mich leben! 6. Gelobet jeist du, Gott fröhlichem Gemüth eil ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 2. Du Herscher aller Welten nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opiern schauen? sie gelten nichts vor dir, du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich jelber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; jei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe! 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe! ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 3. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. O Tilger 1 Zweiter Theil. meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig biſt. 4. Dir hab ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuen der als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 3. Deine Pflicht kannst du erlernen von den Sternen, deren Glanz der Sonne weicht; so muß sich vor Gott mit Schweigen alles beugen, was uns groß und herrlich deucht. 5. Nur eins laß mich erflehen, das christlich weise Herz, auf 4. Ihn mußt du am höchsten achten, und nur trachten, das zu thun, was ihm gefällt. Wer dich stets aufzusehen in Freuden, ihm irdisches Ergeßen gleich wie in Schmer;; daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt; will schägen, ehret nicht den Herrn der Welt. 5. Schau, wie das, was Athem ziehet, sich bemühet um der Sonnen yoldes Licht; wie sich, was der Erdkreis träget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weyrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglücksstürmen zu cele! du mußt beschirmen, selber mächtig dich munter werden, bewacht. 6. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu, und froh gen Himmel schauend, denk: Herr, mich siehest du! Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod. Mel. von Nr. 79. Morgenlieder. 423 wollen nicht nur Lippen sein; er hat als das reinste Wesen, auserlesen Herzen ohne falschen Schein. 472. denn der Erden blickt hervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb ver mag. 2. Doch, daß man auf würdge Weise Gott recht preise, 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst; aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlſt. 8. Denk, daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm 424 Morgenlieder. Zweiter Theil. alles ist bewußt; daß er selbst verborgne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thust. 2. Die Sonn enthüllt den Schauplag deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke; sie, die das Ziel 9. Wir sind an den Lauf der von ihrer Laufbahn weiß, eilt Stunden fest gebunden, der rastlos hin und strahlt zu deientführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Seele, nach der Höhle eines finstern Grabes reißt. nem Preis. 3. Die Erd ist dein, und du regierst dies Ganze! vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh ich, wie groß sich deine Vorsicht zeigt, fie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 10. Drum so seufze, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sei, und daß ich mit Lust uud Wonne seh die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkst an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest, du sorgst für mich! Gott, wie vergelt ich dir? ein dankvoll Herz, das bring ich dir dafür. 5. Nimms gnädig an! gedenk nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nennen darf. 6. So will ich denn mit kindlichem Vertrauen auf dich allein, so lang ich lebe, trauen, du biſt mein Gott, mein Retter in GeBestreben ist, Herr mein Gott! fahr, mein starker Fels, mein dich würdig zu erheben. Unend- Helfer immerdar. lich groß ist deine Batertreu, mit jedem Tag ist deine Güte neu. 11. Trau auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchsten Huld erquickt, der genießet wahre Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. 12. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß besser, was dir nüßet, und beschützet den, der sich ihm anvertraut. Mel. von Nr. 16. 473. Mei ein erster Wunsch, mein innigstes 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde. Fällt Zweiter Theil. ohne dich kein Sperling auf die Erde: so nimmst du, Herr, auch meines Lebens wahr. Mit Namen kennst du mich und zählst mein Haar. 8. Mein Heiland, gib mir Kraft zum neuen Leben, gib mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen haft; dein Joch ist sanft und leicht ist deine Last. Morgenlieder. 425 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Vater, bet ich findlich an! ich opfre dir mein Herz! Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. D du, den meine Seele preist, erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 3. Und jedes Gut, des ich mich freu, empfang ich jego wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. -- 9. Dein Auge sieht die Schwäche meiner Seele; verwirf mich nicht, vertritt mich, wenn ich sehle! zu dir empor fleht meine Seele stets, und du vernimmst, Erhörer des Gebets! Mel. Warum betrübst du dich.- 435. 474. hm, der das Licht entstehen hieß, und mich gefund erwachen ließ, sei Preis und froher Dank! des neuen Morgens Heiterkeit sei meinem Gott zuerst geweiht. 2. Sieh, Herr, ich unterwinde mel. Wie schön leuchtet der.- 35. bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank ich dir. mich, mit dir zu reden! Staub 475. Dich seh ich wieder Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten lobzusingen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer! dir mit heilgem Muth lobsingen! Schöpfer! Vater! deine Treue rührt aufs Neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 6. Ein gut Gewissen sei mein Theil! dies wirk in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedart, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume fleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg auf dich, du, mein Erbarmer, sorgst für mich. 426 Zweiter Theil. 2. Du warst auch dieie Nacht um mich). Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir erwiesen; zu meinem Leben setztest du, jetzt einen neuen Tag Morgenlieder. höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, die dort ewig Lob zu singen. 381 mel. Werde munter mein.- 116. hinzu: ſei hoch dafür geprieſen! 476. Herr! es ist von durch dich bin ich! und neue Stärke. Dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und meinem Leben wieder eine Nacht vorbei. Laß mich deine Treu erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Wacht hat diese Nacht mir zur Gram, wie diese Nacht, auf sanften Ruh gemacht, und nun ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nügen mich bemühe. Brüfe, fiche, wie iche meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. kommt mir schon dein Segen mit der Morgenröth entgegen. 2. O wie theur ist deine Güte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett und Hütte feine Plage sich genaht. Nunmehr steh ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen dank zu geben. 4. Ich bin ein Chrift, o Gott, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, 3. Wenn ich dir mich selber was bin ich ohne dich? ein ir- schenke, wird es doch zu wenig rend Schaf. Grhalte mich, mein sein, und so ich es recht bedenke, Hirt, auf deinem Pfade. Stärk bin ich ja vorhin schon dein. mich, daß ich stets mich übe,| Seel und Leib gehöret dir. Doch deine Liebe zu betrachten, über nimm gnädig an von mir, was Alles dich zu achten. ich selbst, als eine Gabe, von dir, Herr, empfangen habe. 5. Auch im Geräusch der Welt sell mich der heilige Ge- 4. Ist mein Auge nunmehr dank an dich oft still zu dir er- lichte, so erleuchte meinen Sinn, heben. Im dunkeln Thale wall daß vor deinem Angesichte ich ich hier, einst nimmst du mich ein Kind des Lichtes bin, und hinauf zu dir, zum Licht und den angebrochnen Tag also hin. C Zweiter Theil. Morgenlieder. 427 terlegen mag, daß ich in dem| bin. Laß auf Jesu BlutverLichte wandle und in allem weislich handle. gießen mich die Wallfahrt selig schließen. 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebeut; laß nur deinen Geist mich stär- Mel. von Nr. 463. 477.hr trüben Sorgen weicht! den Tag fen, mindre die Beschwerlichkeit. hab ich erreicht, die Sonne schau Was ich denke, red und thu, alles, Herr, regiere du, gib, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. 6. Sollt ich heut in Sünde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Zau, gib dem Satan keinen Raum, wenn er mir sein Neße stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd ich auch an diesem Tage nicht ohn alle Plage sein; mache nur, daß ichs ertrage, so find ich mid) willig drein. Wenn du nur aus Liebe schlägst. und mein Kreuz zur Hälfte trägst, darf ich keine Trübsal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. ich wieder! erwachet frohe Lieder! ein Opfer Gott zu bringen müß euch anjeßt gelingen. 2. Was nur mein Auge sieht, ist um die Wett bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen; dir Ehre zu erweisen, sei dann auch mein Bestreben in meinem ganzen Leben. 3. Du, Herr, hast mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zur Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entkommen, von dir in Schuß genommen. 4. Du lenkst von Jugend auf so gütig meinen Lauf; läffſt mich so manche Gaben aus deiner Fülle haben; gönnst mir so manchen Segen, und wachst auf meinen Wegen. 5. Ich selbst bin gänzlich dein, und werd es ewig sein. Was mich erquickt und nähret, das hast du mir gewähret; du haft mir Leib und Leben und 8. Nun ich leb an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann! laß mich für mein Ende sorgen, nimm dich meiner Seele an. Reiß mich nicht in Sünden hin, wenn ich reif zum Tode diese Seel gegeben.. 428 Zweiter Theil. 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemühet, deinen Willen aufrichtig zu erfüllen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte: so trage mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Was du haft angefangen, das laß zum Ziel gelangen. 9. Da ich selbst nichts vermag, so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau zu allen Zeiten, vom Anfang bis zum Ende, auf deine Baterhände. 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freu: den, aus dieser Welt zu scheiden; verklärt werd ich dort oben dich erst recht würdig loben. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 478. Wach auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer Morgenlieder. aller Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen berecktest du mich Armen! schlaf. sprachst du, ohne Grauen, die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Chre!* Dreieinigs Wesen, höre! 5. Hör meinen Dank, mein Flehen: du kannst ins Herze sehen; ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! 6. Dein Werk wollst du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Du selber wollst mir rathen in allen meinen Thaten, mich stets zum Besten leiten, Zum Himmel mich bereiten! auf allen meinen Wegen. Dein 8. Begleite mich mit Segen Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise. Zweiter Theil. Morgenlieder. 429 Mel. Gott des Himmels. 32. 5. Führe mich, o Herr, und 479. Gott des Himmels leite meinen Gang nach deinem und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort; unter deinem Schuß allein kann ich froh und sicher sein. 1 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. - 6. Dir, o großer Gott, befehle ich, was ich nur hab und bin, meinen Leib und meine Seele, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm! segne mich, dein Eigenthum. 7. Du wollst deinen Engel 3. Laß die Nacht auch meiner senden, wenn Gewalt und List Sünden jetzt mit dieser Nacht mir droht; alles mir zum Besten vergehn; laß mich Gnade vor wenden, und mich stärken in den dir finden, glaubensvoll auf Tod. Sterb ich, o so bringe Jesum sehn, der für meine du mich zu deines Himmels Missethat sich am Kreuz ge- Ruh. opfert hat. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 480. S o fliehen unsre Tage hin! auch dieser ist nicht 8. Höre, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt. Dir sei Lob und Preis und Ehre, Vater, Sohn und heilger Geist! ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einst 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. würdger an. 34) Abendlieder. mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du nur bleibest, 430 Zweiter Theil. Abendlieder. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht. Und wo vor sollte mir denn graun? mich schüßzet deine Macht. wie du bist, du schläfst und Vater, Sohn und heilger Geist! schlummerst nicht; die Finster- ihr bin ich zu geringe. Verniß, die uns umschließt, ist nimm den Dank, den Lobgedeinem Auge Licht. sang, den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; hast väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 4. Hab ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Zebaoth, so fürcht ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl ich sie. Doch mein Versöhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die. 6. Ich eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wachest über mich. 4. Sei auch, nach deiner Lieb und Macht, mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden! --Mel. von Nr. 49. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jeſu, du 482. Gepriesen, Gott! ſei dein Erbarmen, allein sei mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. du Gott der Langmuth und Geduld! du trägst uns stets auf Vaterarmen, mit unaussprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns gegeben. Herr, wir sinds nicht werth; aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn Ende währt. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth. Mel. Ich weiß, mein Gott. 255. 2. Verzeih uns, Richter unfrer Seelen, die heut ver- 481. Für ür alle Güte sei legte Christenpflicht; wir merken gepreist, Gott nicht, wie oft wir fehlen, ver Zweiter Theil. Abendlieder. 431 zeih und geh nicht ins Gericht. dir, mein Gott, gesungen; dir Heil der Menschenfinder! wir sei die Ehre, daß alles gut gesind Staub und Sünder, ach, lungen! du machst es wohl, ob gedenke dran! wer würd uns ichs gleich nicht versteh; du bist erretten, wenn wir dich nicht gerecht, es geh auch, wie es geh! hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stärkend süßen Schlummer zu. Wir liegen dann und ruhn im Frieden, denn unser Schuß, e Herr, bist du. Hilf, Erbarmer! denen, die nach Ruh sich sehnen, die mit Angst und Müh ihre Nacht ver: bringen, und mit Schmerzen ringen. Stärke, tröste ſie! 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet, Beständigfeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzenskündiger! ich strauchle noch, wie ein Unmündiger. 4. Vergib mirs, Herr! jagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sünd und Welt mich hingerissen: so ist mirs leid, ich stell mich wiederein. Verwirfmich nicht; sei mein, so bin ich dein! 5. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen! D Lebenssonn, erquicke meinen Sinn! ich laß dich nicht, mein Fels! der Tag ist hin. 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir sterben, dein. Du selber hast es uns verheißen, du wollest allzeit bei uns sein. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einst vor dir zu stehn; daß wir als die Deinen, wenn du wirst erscheinen, dir entgegen gehn. - Mel. von Nr. 55. 484. Gntflohen sind auch dieses Tages Stunden, an dem wir noch des Mel. von Nr. 16. 483. Der Tag ist hin, Lebens Glück empfunden; mit du aber, Jesu, bleibe, daß mir dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! er leuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit! so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben. 2. Des Lebens Müh und Glend zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer kann sie zählen? 2. Lob, Preis und Dank sei 432 Zweiter Theil. 3. Noch immer läßt er uns Erbarmen finden; er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! prüf unser Herz! es flehet dir voll Reue. Ach, laß es uns vor dir im Glauben stillen, um Chrifti willen. 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnügen! Dein Aufsehn schüßt uns, wenn wir hülflos liegen, und wir entseelt, umhüllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. Abendlieder. er mich den ganzen Tag vor so mancher Noth und Plag treu behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden. Mel. Werde munter, mein.- 116. 485. Werde munter, mein Ge2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit! daß mein Werk durch dich gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden gröbrer Art so gar väterlich bewahrt, die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Wer vermag es aufzuzählen, was du, Herr, an mir gethan? Rechnung, Wort und Kräfte fehlen, fang ich nur zu zählen an; deiner Wohlthat ist zu viel, ihr ist weder Maaß noch Ziel. Wär ich nur bei deinem Lieben dir in allem treu geblieben! 6. War dies für uns der lezte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden: dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ewgen Leben. 4. Ach! verzeihe mir aus Guaden meine Sünd und Mis7. So legen wir getrost zur sethat, die ich heut auf mich Ruh uns nieder. Sehn wir geladen! nimm mir, Herr, nicht erfreut die Morgensonnewieder, deine Gnad, treibe ferner Sadann preisen wir mit heiterem| tans Tück, Gott, durch deine Gemüthe des Höchsten Güte. Kraft zurück; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd und Leid zu bringen. müthe! fühle fromme Dankbegier, und erhebe Gottes Güte, 5. Sich, ich fall in Demuth nieder; schau, o Gott, von deinem Thron! schau, voll Reue die er heut gethan an mir, da komm ich wieder, ich vorhin Zweiter Theil.- Abendlieder. 433 verlorner Sohn! ich verläugne O du werther heilger Geist, nicht die Schuld, aber deine stärk mich, der du Beistand Gnad und Huld ist viel größer heissst. Herr! erhöre dies mein als die Sünden, welche sich an Flehen. Amen! Ja! es soll mir noch finden. geschehen. 6. D du Licht der frommen wel. Werde munter, mein.- 116. Seelen! o du Glanz der Ewig. 486. Auf, o Seele, werde keit! dir will ich mich ganz empfehlen diese Nacht und alle zeit. Bleib bei mir, Herr Jesu Christ, da es Abend worden ist! tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. munter! Lob ist immer deine Pflicht; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut auch hat sie mich genähret, heut auch Freud und Trost gewähret, vor Gefahren mich geschüßet, meine Schwachheit unterstüzet. 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen sei, mein treuer Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du hast, war ichs schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir in Jeſu gläubig brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh. Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wachest du. Seel und Leib befehl ich dir. Walt a llmächtig über mir. Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen. 9. D. du großer Gott erhöre, was dein Kind gebeten hat, Jesu, den ich stets verehre, 4. Ach, laß uns kein bangés bleibe du mein Schuß und Rath. Schrecken, Räuber nicht, nicht 28 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine fanft und süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Hab und Gut, meine Freund und Hausgenossen sein in deinen Schuß geschlossen. 8. Ach! bewahr uns doch vor Schrecken! schüß uns doch vor Ueberfall! laß uns feine Krankheit wecken! treibe weg des Krieges Schall! wend ab Feu'r und Wassersnoth, Pest und bösen schnellen Tod! keinen kaß in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben! 434 Abendlieder. Christus um mich legen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. Zweiter Theil. Feuersgluth plöglich aus dem Schlafe wecken. Halt uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im fichern Schlafe droht! oder zum Ende die Arbeit kommen willst du, daß wir sterben, Gott, so seis nicht zum Verderben. 4. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun sei. Herz, freu dich! du sollst werden vom Glend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 5. Höre, Vater, ach erhöre, was jetzt mein Gebet begehrt. 5. Nun geht, ihr matten D, Sohn Gottes, dir zur Ehre Glieder, geht hin und legt euch werd es mir in dir gewährt. nieder, da ihr die Ruh begehrt. Heilger Geist, laß mit Ver- Einst wird nach allen Sorgen traun auf des Mittlers Blut euch, bis auf jenen Morgen, im mich baun. Hör, Dreieiniger! Grab die stille Rub gewährt. mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. 6. Die Augen stehn verdrossen! wer wacht, wenn sie geschlossen? wer sorgt für Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden; sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 7. Dein Flügel mich bedecke, daß keine Noth mich wecke, kein Unfall, feine Bein. Mein Jesu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher Mel. O Welt, ich muß dich lassen- 48. 487. Son ruhet auf den Feldern, in Städten und in Wäldern, ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, ihr follt noch beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Der Sonne Licht und Glänzen vermissen unsre Grän- sein! zen, uns deckt die dunkle Nacht. 8. Auch euch, ihr meine Fahr hin, du irdsche Sonne, Lieben, erschüttre kein Betrü wenn Jesus, meine Wonne, mein Herz nur hell und heiter macht. ben, fein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen, Gott wolle für euch sorgen! 3. Was jetzt der Leib noch euch schüße seiner Engel Schaar! träget, das Kleid, wird abge- me. Ach Herr, mich armen.- 67. leget. Auch meine Sterblichkeit 488. Wie lang darf ich zich ich einst aus; dagegen wird noch säumen! Zweiter Theil.- Abendlieder. 435 Gott, stärke meinen Geist, daß eifrigem Verlangen, als ein Geer sich auch im Träumen aus schöpfvon Gott, der Tugend mich Satans Netze reißt; hilf für zu weihn, und züchtig und gemein Bestes sorgen, verändre recht, und Gottes Freund zu sein? meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten jester bin. 2. Das Licht seh ich verschwinden, die trübe Nacht bricht ein. Ach, Herr, lag meine Sünden auch mit verschwunden sein; streich sie aus deinem Buche! hilf mir aus aller Noth! errette mich vom Fluche, den dein Gesetz mir droht. 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genügt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. und werden? verehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 3. Wenn heut, Herr meiner Jahre, mein letzter Abend ist: gib, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater bist. Doch soll ich länger leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. - 489. Der Tag ist wieder hin, und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? fühlt ich der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts geMit Dank und mit Gebet, mit red't, was ich bereuen soll? 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? 28* 436 Zweiter Theil. Abendlieder. 7. Hab ich die Meinigen 9. Gott! der du alles weißt, mit Sorgfalt mir verpflichtet, was könnt ich dir verhehlen? sie durch mein Beispiel still zum Ich fühle täglich noch die Guten unterrichtet? War zu Schwachheit meiner Seelen. des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein un erlaubt Verlangen? und, wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? - Nach dem 84. Pfalm. Mel. von Nr. 42. 490. Wie tie lieblich ist doch, Herr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! o gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. Vergib durch Christi Blut mir die verlegte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht. 35) Von dem öffentlichen Gottesdienste. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verch ren, Ernst beweist! du hörst sein Lob und seine Bitte, und stärkst mit neuer Kraft den Geist, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln fann. 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken; du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir! leb ich, so leb ich dir, sterb ich, so sterb ich dir! 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn mans nur recht zu Herzen nimmt; es gibt uns Trost auf Trübsals. wegen, die du zu unserm Heil bestimmt; es gibt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Antlig scheinen! dein Sabbath bring auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heilger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer sein. 5. Ja, du bist Sonn und Schild den Frommen; du, Herr, Zweiter Theil.- Von dem öffentlichen Gettesdienste. 437 gibst ihnen Gnad und Ehr; und die sich der Sünde freuen, wirst wer nur erst zu dir gekommen, du zerstreuen. dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verheißest, hältst du fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt. 6. D. laß auch heute deinen Geist mich lehren, vom Weg, der dir mißfällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Trost dich wähle. 7. Dein Tag jei mir ein Denkmal deiner Güte; er bring mir Heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müss er mir stets heilig werden! Lob sei, Grlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! Mel. von Nr. 55. 491. Dies ies ist der Tag, zum Segen ein geweihet. Ihn seiert gern, wer deiner, Gett, sich freuet. D laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere! auch unser Tempel schall von deiner Ehre; auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von der ErLöften Zungen froh wird be sungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geist Mel. von Nr. 436. foll sich auf Gottes Auen wei: 492. Gott! du biſt den. Sein heilges Wort, das mein Preis und feine Boten lehren, das will ich Ruhm. Mein Herz sei ganz hören. dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig sein, und gern ihn deinem Dienste weihn. 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die findlich zu 2. Gib, daß ich mein Gedir beten. Der Thoren Glück, müth bewahr, wenn ich mit 438 3weiter Theil. Von dem öffentlichen Gottesdienste. deiner Christen- Schaar zu deines Hauses Stätte geh, daß ich mit Chrfurcht vor dir steh. 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seist, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nugen hör. 4. Drück alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer sein. Steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei. - 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag. Bewahr mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hält. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! 3. Rühmt seine Weisheit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. Start 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. - 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt allein uns täglich schüßet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. 6. Danft auch, daß heute Jesus Christ von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Breis, und auch in Trübsal Mel. Vom immel hoch, da. 109. und Gefahr uns treu bewahrt, 493. Dics, Christen, ist so manches Jahr: der Tag des Herrn, Geschäft und Müh sei von uns fern! fommt vor des Höchsten Angesicht, und freuet euch in seinem Licht. 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weißheit, Güt und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohl that würdig sein, und mach uns 2. Kommt, betet euren Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preist und lobt ihn allesammt. n von den Sünden rein. Zweiter Theil.- Von dem öffentlichen Gottesdienste. 439 10. Laß deiner Auferstehung Recht nicht beugen, des, des Kraft, die neues Leben in uns sind alle Himmel Zeugen: ihr schafft, uns mit dem hohen Trost Zorn ist recht, gerecht ihr Lohn. erfreun, einst ewig, Herr, bei Gott ist gerecht auf ſeinem dir zu sein. Thron. 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund laß ich nicht brechen, und mein Geseß nicht frech entweihn! ich, ich will selber Richter sein; ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche geweihter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. Der 50. Psalm. Mel. von Nr. 234. 4. Jch, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler mei494. Der Herr des Him. ner Herrlichkeit. Doch will ich, mes und der was mein Mund gebeut, weil rde will, daß die Welt ge- Heil und Eegen davon fließen, richtet werde; mit strahlen von meiner Welt gehalten vollem Angesicht kommt unser wissen; ich bin der Vater meiner Gott und schweiget nicht. Er Welt. O thut, was eurem Gott ruft, daß Erd und Himmel gefällt! hören: mich soll der Mensch nicht stets entehren; er ruft, daß alles tief erbebt, wenn seine Rache fich erhebt. 11. O heilger Geist! laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lies und Hoffnung reichlich mehr. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine Gnade nicht; sei unser Trost in aller Noth; stärk uns im Leben und im Tod. 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen, voll von Dank, vor 2. Gott wird nach diesen mich in eurem Lobgesang. Zu Prüfungstagen, wie wir ge mir nur fleht in euern Nöthen, handelt, ernstlich fragen. Er- und nicht vergeblich sollt ihr zittre, sündliches Geschlecht, beten; vergeßt nur euern Retter denn Gott, dein Richter ist ge- nicht, mich preisen, das ist eure recht. Die Allmacht kann das Pflicht. 440 3weiter Theil. 6. Vernehmt mit Ehrfurcht, Menschenkinder, was Gott Jehovah zu dem Sünder, der kühn den Bund der Gnade bricht, mit Majestät und Gifer spricht: wie wagst du's, andern einzuschärfen, was deine Lüste doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund? was predigt ihn dein falscher Mund? - Von dem öffentlichen Gottesdienste. 7. Du spielest nur mit Treu und Glauben, und schämest dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron schau ich herab auf dich, den Schänder keuscher Chen; du meinst, ich werde dich nicht sehen; doch mein nie müdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 8. Du magst es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was deinem Nächsten bitter ist. Verläumdung, Spott und freche Lügen gießt deine Zunge mit Vergnügen auf deinen frömmern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. 9. Das thust du, Sünder, und ich schweige; und weil ich Langmuth dir erzeige, so meinst du, ich sei gleich wie du, und sähe dir mit Beifall zu. Allein, ich will mich an dir rächen, im Wetter will ich mit dir sprechen. Ich donnre dir ins Angesicht, und fürchterlich ist mein Gericht. 10. Hört, immer freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm ich, euch hinwegzureißen, euch, Zorngefäße, zu zerschmeißen, so daß euch niemand retten kann. D nehmet meine Warnung an! 11. So sinkt denn hin zu meinen Füßen, in frohem Danke zu zerfließen; süß, tiefgebeugter Sünder, ist der Dank mir, der vom Herzen fließt. Komm, komm zu meinen offnen Armen, und dann ermüde mein Erbarmen mit neuen Missethaten nicht: dann schau mein freundlich Angesicht. 36) Von der Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8.| ich soll mich selber lieben. O 495. Dein Will ists, laß mich diese Pflicht nach deiner großer Gott, Vorschrift üben, und schränke Zweiter Theil. Von der Selbstliebe. 441 selbst den Trieb, froh und be-| doch einst auf immer. Was hilft glückt zu sein, den du mir ein- uns kurze Lust? Was hilft uns gepflanzt, in heilge Grenzen ein. eitle Bracht? Nicht ein ver2. Gib, daß mein ganzes gänglich Gut ist's, was uns Herz sich deiner Liebe weihe, glücklich macht. und daß in allem ich dein Auge kindlich scheuc. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 3. Kein schnöder Eigennuß beherrsche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle: so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf andrer Efend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei, der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe, mich, o Gott, dies schreckliche Gericht. 7. O selig! wer danach mit heilgem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Ruh und einst vollkommne Seligkeit. 8. Das sei mein Zweck, mein Fleiß. O segne mein Bemühen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, Herr, vor dem Lauf der Welt. Gib, daß ich mich so lieb, als dir es 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Lust vergeht wohlgefällt. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7.| achtsam auf mich sehn. Wer 496. Wer bin ich? welche sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. wichtge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn. Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, und laß mich 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich, 442 3weiter Theil.- Von der Selbsterkenntniß und Dennith. Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist mein väterlich Geheiß. Doch leb ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der ins Verderben sich verliert. Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft. Du bists, der beides in uns schafft. 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß. Doch bin ichs, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jefus mir gewiesen, geh, und ob ich auch im Glauben steh. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. Olaß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Herr! mache mich schon hier recht flug, und frei vom schnöden Selbstbetrug. 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, wie ich, mein Gott, vor dir geMel. von Nr. 265. finnt. Befreie mich vom falschen 497. Herr! lehre mich, Wahn, der auch den Klügsten täuſchen kann. wenn der Tugend diene, daß nicht mein 5. Wer alles weiß und doch Herz des Stolzes sich erkühne, verborgen und unbekannt sich nicht auf sie sicher und verselbst noch bleibt: wie will der messen sei. Herr, lehre mich, für iein Bestes sorgen? was ist, wie oft ich fehle, merken. Was das den zur Beßrung treibt? ist der Mensch bei seinen besten sich selbst recht kennen, ist Ver- Werken? Wann sind sie gänzlich von Gebrechen frei? sta drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab ich der Wahrheit Weg erwählet so gib, daß ich ihn nicht verlier. Ach leite mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot erfülle, erfüll ichs ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlaßnen Sünde? und ist Zweiter Theil. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 443 mein Herz des Danks und früh zur Tugend unterrichten? Eifers voll? mein Glück mich sehn in meines - 3. Gedenke nicht der Sün- Lebens Pflichten; wer lehrte den meiner Jugend; gedenke mich, Gehorsam sei mein Ruhm? nicht der unvollkommnen Tugend der reifern Jahre meiner Lebenszeit. Wenn ich noch oft aus Stolz nach Tugend strebe, aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ergebe: was ist vor dir, Herr, meine Frömmigkeit? 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gefund zu sein; wenn ich die Rach aus Eigennuze haffe; der Chrsucht Pfad aus Trägheit nur verlasse; was ist an aller dieser Tugend mein? 5. Und, Gott, wie oft sind unsre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wann fühlen wir der Tugend ganze Würde? Wann ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wäre: wer hätte Recht zu die sem Eigenthum? wer ließ mich 7. Wer gab mir Muth, Herr, dein Gebot zu lieben? wer gab. mir Kraft, es freudig auszuüben? wer gab mir in Versu chung Schild und Sieg? Weß ist die Quell, die mich mit Weisheit tränkte? und weß der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir die Fehler liebreich nicht verschwieg? 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefst mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geistes kräftgen Ruf zurück; zogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch von Sünden; ließ'st, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden; gabst mir zur Behrung. deinen Segensblick. 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, und so zum ewgen Leben selbst ein Jiecht? Und wenn ich nun durch deines Geistes Gabe des Glaubens Kraft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnüger Knecht. 444 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. Mel. O Welt, ich muß dich.- 48. --498. Was ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, du Vater alles Lichts. Mein Dasein und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nützlichen Geschäfte, hab ich aus deiner Huld. Dein iste, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohlgerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mire? deine Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in dieſem Leben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen werth? 6. Das nüßlich anzuwenden, was du mit Vaterhänden mir gütig zugewandt, dein treuer Knecht zu werden: das ihr Glück und ihre Plage nur| sei mein Fleiß auf Erden; dazu so, wie es dir wohlgefällt. gib Demuth und Verstand. 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich befinge, und werd es emig sein. O, laß michs nie vergessen; so werd ich nicht vermessen der Eigenliebe Weihrauch streun. 38) Von der Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. Sorge für die Seele. 3. 3u groß für diese kurze Zeit, 499. Herr! meiner Seele beſtimmt zum Glück der Ewiggroßen Werth, den mir dein theures Wort er klärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet als ich soll, den größten Gifer lenken. feit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht'i! welch Glück hast du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet! du schufft sie. Gott, dein Bild zu sein, und hast, vom Fluch sie zu befrein, selbst deinen Sohn gesendet. 4. Mit großer Treue willst du sie selbst durch des Lebens kurze Müh zu diesem Ziele führen. D laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Vaterhuld ihr zugedacht, verlieren. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu sein, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 445 wählen, das sei mein Fleiß und| Herr, mich eifrig ringen. Sollt höchster Zweck! laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd ich einst vor dir bestehn! wer in dein Reich wünscht einzugehn. muß reines Herzens werden. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden hasset; das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Gültigkeit durch Christum Hoffnung faſſet. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr sündgen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb; nichts sei so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewönn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden. und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden: was hülfe mire? kann auch die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad ersetzen? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in dieſem Leben? was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tode geben? nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes - 7. Gib, daß ich dir mich ganz ergeb; und was ich hier im Fleisch noch leb, laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet hast, und dich für mich dahin gegeben. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd ich dann nicht sein! schon hier wird dann mein Herz sich freun, in dir, Gott, ruhig leben; und du wirst nach voll brachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 500. Nach meiner Seelen Seligkeit laß, 446 Zweiter Theil. Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht dereinst besteb, sei meine größte Sorge! 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vermich beschüßest, und mich zur traun; so auf seine Stimme Treu in dieser Pflicht, mit Kräften unterstüzest? O stärke mich, mein Gott, dazu, so find ich hier schon wahre Rub, und dort das ewge Leben. hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Gifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. - Von der Serge für die Seele. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und sich deß doch nie erheben. Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. 501. Nehre mich, Herr! recht bedenken, 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Neu das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ghre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlsein achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes 2. Weisheit ists, wenn unsre Gnade sich zu seinem Zweck erSeelen sich, Herr, deines Wortes sehn, und auf seiner Wahrheit Licht nur allein zum Leitstern Pfade diesem Glück entgegen wählen, und mit fester Zuversicht gehn! gerne Gottes Willen diesem Licht sich anvertraun! thun; froh in seiner Fügung denn, die folgsam darauf schaun, ruhn, und wenn Leiden uns ihre Hoffnung darauf gründen, beschweren, hoffend mit Geduld werden Heil und Leben finden. sie ehren. was wahrhafte Weisheit sei. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, so die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 447 dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß würd meine Thorheit sein! 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt uns die Vollbringung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhigs Herz. Das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren ichmachten, was gibt uns dazu Muth? was Mel. O Welt, ich muß dich.- 48. tröstet Gottes Kinder beim KA Vom Gewissen. Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 502. Gin ruhiges Gewissen laß, Herr, mich stets genießen. Denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlösten, sich deiner Huld zu trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer sein? Von der Sorge für die Seele. Zweiter Theil. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Bilgrim' sind; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe findt; seine Augen unverwandt nach dem ewgen Vaterland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. - 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott, verleihe sie auch mir! laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geist bezeu get, daß ich begnadigt bin; wenn 8. Einst läß'st du im Gemich dein Trost erquicket, so oft wissen mir diesen Trost genießen, mich Trübsal drücket: wie unschätzbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Lust der Sinne geben, und wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 448 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 9. D. laß zu allen Zeiten und Freudigkeit auf allen seinen mich deine Weisheit leiten, und Wegen. Denn dort macht selbst, mache selbst mich treu! zum o Herr, dein Mund den wahren Fleiß in guten Werken, laß mich Werth der Menschen kund; da die Hoffnung stärken, daß nichts wird der Fromme siegen. Verdammlichs an mir ſei. Mel. Es ist gewißlich an der.- 30. 503. 5. So bilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverlegt Gewelch ein un- wissen, des Lebens allerbesten schätzbares Gut Theil, zu haben sei beslissen. ist, Herr, ein rein Gewissen; Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu wer dieses hat, der hat auch sein, dein heilig Recht nicht zu Muth, wenn andre zagen müs- entweihn, das sei mein größter sen. Sein ruhig Herz erzittert Eifer. nicht, ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Grinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld, voll Reu und Glauben suchen. 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich und nie aus Vorsatz fehle. Denn, wer nur reines Herzens ist, hat immer auch durch Jefum Christ zum Trost dich, Allerhöchster! Von der Wachsamkeit. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, im Blick auf deine Gnade, dann wohnet Fried in seiner Brust, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geisel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet sich vor Mel. von Nr. 72. Uebelthat, und denkt: der Lügen 504. Nicht, daß ichswird wohl Rath; Gott wird die Unschuld retten. schon ergriffen hätte; die beste Tugend bleist 4. Sein Geist sieht mit Zu- noch schwach; doch, daß ich friedenheit der fünftgen Welt meine Seele rette, jag ich dem entgegen. Die gibt ihm Muth Kleinod eifrig nach; denn Tu Zweiter Theil. gend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. - Von der Sorge für die Seele. | andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit, und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Nendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfft sie; doch du wechselst nur! dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. OCA 449 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt ſollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. Stille pflegen, das Herz int 8. Oft denkt, wenn wir der Stillen tugendhaft. Kaum lachet sich die Leidenschaft. Wir weruns die Welt entgegen, so reger den im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengern Lebenslauf; doch opferst du, 5. Oft ist es Kunst und Gi- wills seine Liebe, ihm auch die genliebe, was andern strenge liebste Neigung auf? Dies ist Tugend scheint. Der Trieb des das Auge, dies der Fuß, die Neids, der Schmähsucht Triebe, sich der Chrift entreißen muß. erwecken dir so manchen Feind. Du wirst behutsam, schränkft dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und 29 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 450 Zant; fliehts Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht: denn auch bescheiden? liebst Mäßig. keit: denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden: vergibst du Feinden auch die Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. - 12. Sei nicht vermessen! wach und streite; denk nicht, daß du son gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohl fahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach überall. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 505. Damit ich meine Seele rette, so gib, Herr, daß ich bet und wach! wenn ich dich nicht zum Beistand hätte, wär ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. die Dinge rühren, durch die der andernTugend fällt: wird darum nichts mein Herz verführen? Ach, jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht schein ich mir befreit; jetzt soll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gib, Herr, daß ich wach und streite; nie denke, daß ich gnug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht mir den Fall. Hilf, daß ich wache überall! 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Nächster fällt, noch steht. Auch 506. Mache dich, mein die bekämpfte böse Lust stirbt bereit; niemals ganz in unsrer Brust. Wachen, Flehn und Beten stär. 4. Wenn mich gleich nicht fet uns zu jeder Zeit, hilft in Zweiter Theil. allen Nöthen. Satans List kann der Christ durch Gebet und Wachen leicht zu Schanden machen. 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sündenschlafe. Christus ist nun selbst dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet finden. - Von der Torge für die Seele. 451 daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibest. 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben. Gott wird Segen und Gedeihn, wenn du bittest, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Flehn bald merken, und in Roth dich stärken. 8. Auf denn! du mußt immerdar wachen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünstger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du Gott liebt, übergibt er ihm, kräftig flehen, und vor ihm bewenn sie schlafen, zu gerechten stehen. Strafen. 3. Wache, sonst bringt Satans List dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, dich leicht überwinden. Die Mel. Bater unser im Himmelreich.- 120. 4. Wache, daß dich nicht die 507. Hier ist noch unfre oder wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe. Wach und sich, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Neze stellen. 5. Wach und gib auf dich selbst acht; trau nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es 2. Oft nehmen Laster übernicht bewacht, Gottes Huld hand und strömen übers ganze verscherzen. O, es ist voller List, Land. Drum hüte dich! das kann sich selber heucheln, und Weltgericht bringt alle Sünden poll Hochmuth schmeicheln. an das Licht. Christ, sei im Glauben stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit. 6. Du mußt mit der Wachsamkeit das Gebet verbinden. Was uns Stärk und Kraft ver- 3. Mein Vorsag ist: ich will leiht, ist bei Gott zu finden. ihn fliehn. Doch wie gelingt Geist und Wort hilft dir fort, mir mein Bemühn? Gefahr hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt, das schwache Fleisch sich selbst verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 29* 452 Zweiter Theil. Von der Sorge für den Leib. nehm ich ich hier bei Gefahr,| kein Knecht der Sünde sei. Geund ein Neß bei dem andern statte dem Versucher nie, daß wahr. Wie so viel Feinde dro- er mich deiner Hand entzieh. hen mir! ach, wie entrinn ich Schwacher hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 8. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du starker Held, sagst Hülfe zu Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth, mein Herz sich fest bis in den Tod. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o, eine Sünd ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern! Und ach, mein Fleisch gehorchet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es verführt zu sein begehrt. 9. Wenn schon die Trübfal auf mich dringt und überall mich Angst umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand. Ich halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun muß mir alles heilsam ſein. 6. Du Jesu! mußt das Beste thun Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein, dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Bein! Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ich nicht lag von dir. 10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sclav der Laster ist. Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. 11. Du bist es auch, dem ich vertrau, so lang ich noch das Elend bau; bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, die Sieger Preis und Ehre krönt. Herr! 7. Der Sündendienst nimmt anfangs ein, und endet sich in Höllenpein. Drum steh dein steh in jedem Streit mir bei, guter Geist mir bei, daß ich daß ich durch dich ein Sieger sei. - Mel. von Nr. 72. 39) Von der Sorge für den Leib. wodurch uns, Herr, dein Wohl508. Wie mannigfaltig thun nährt, und die, so Geist sind die Gaben, als Leib zu laben, uns täglich Zweiter Theil.- Von deine Hand gewährt; auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich Gott, du bist! 2. Du gibst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, gibst du den traubenvollen Reben mit segensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die tu in Speiß und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so besiegen, daß sie zum Schwelgen mich bewegt. der Sorge für den Leib. 453 Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu dem kein Knecht der Lüfte taugt. Gott! laß mich ja dies Laster scheun und mäßig stets und nüchtern sein. 7. So oft ich Speis und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquickung gibst. Mel. von Nr. 234. Laß, deiner Gaben mich zu freun, 509. Der Bolluft Reiz mich mäßig im Genusse sein. zu widerstreben, 4. Mit Speis und Trank laß, Höchster, meine Weisheit sein Herz beschweren, steht sein! Sie ist ein Gift für unser niemals wahren Christen an. Leben, und ihre Freuden werden Dadurch wird das, was uns Pein. Drum fleh ich demuthsernähren und unsern Geist er voll zu dir: o schaff ein reines quicken kann, ein Gift, das in Herz in mir. die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; macht träge zum Berufsgeschäfte, untüchtig zur Gottseligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Zank, und 3. Sie raubt dem Herzen hindert den Gott schuldgen Dank. Muth und Stärke, schwächt den 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; fie raubt dem Körper. seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte ihrer Leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie übt, und sich in ihre Fesseln gibt. 6. Wer sich den Bauch zum Gott erforen, unmäßig deine Verstand, der Seele Licht; ſie raubt den Eifer edler Werke, 454 Zweiter Theil. Von der Sorge für den Leib. und Ernst und Lust zu jeder Mel. von Nr. 234. Pflicht; fie führt Reu und Ge- 510. Des Leibes warten wissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüsten strebt. und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht, muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. Ostehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. - 2. Sollt ich mit Vorsatz das verlegen, was zur Erhaltung mir vertraut? sollt ich gering 5. So schimpflich sind der ein Kunststück schägen, was du, Wollust Bande! schon vor der o Schöpfer, selbst erbaut? Wes Welt sind sie ein Spott Sind ist mein Leib? er ist ja dein. sie vor dem Gewissen Schande, Sollt ich denn sein Zerstörer ſein? so noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir iſt die Sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? 7. Gib, daß ich allen bösen Ist nicht der Erde größtes Gut Lüften mit Muth und NachdruckGesundheit und ein heitrer widersteh, und stets, darwider Muth? mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärtger, seh. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flicht auch verborgne Miſſethat. 6. Du wirst den wiederum verderben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmel reich wird niemand erben, in dem die böse Lust nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu sein mich stets bemühn. 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, Zweiter Theil.- Von der Sorge für den Leib. 455 mein Geist den innern Vorwurf der Tugend Früchte ein. Je hört: du selbst bist Störer deiner länger ich hier wandle, vor dir Ruh, du zogst dir selbst dein rechtschaffen handle, je größer Uebel zu. wird mein Glück dort sein. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein! drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gefez mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei stets auf meinen Geist gericht't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh dieses Leibes Hülle bricht; dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb ich hier zu deinem Preis. 3. Sollt ich dies Glück mir rauben? O Herr! laß mir im Glauben der künftgen Erntezeit, mein Leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut? 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht; ist Undank deiner Güte. Ein redliches Gemüthe verläßt ja seinen Posten nicht. 5. Gib, daß ich klüglich fliche ,, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 6. In deine Baterhände befehl ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben. Hilf nur dem guten Mel. Welt, ich muß dich.- 48. 511. Was ist mein zeitlich Willen auf. Leben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschäßbares Gut. Du gabst mirs, 7. Was nügt ein langes Leben dem, der nicht Gott erhier auf Erden zum Himmel reif geben, nach wahrer Tugend zu werden, worauf mein wahres Glück benuht. strebt? wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. 2. Hier wird die Saat geftreuet, dort erntet man erfreuet d 456 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. Mel. O Gott du frommer Gott.- 8. 5. Ein weises frommes Herz, 512. Laß mich doch nicht, das sei mein Schatz auf Erden. o Gott! den Sonst alles, nur nicht dies, Schäßen dieser Erden so meine kann mir entrissen werden. Dies Neigung weihn, daß sie mein bleibt im Zod auch mein, dies Abgott werden! Oft fehlt beim folgt mir aus der Zeit zum seligUeberfluß doch die Zufrieden sten Gewinn bis in die Gwigkeit. heit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besig nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich danach ringt, und schnell verlierts oft der, dem der Besitz gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, muß nicht vergänglich sein, und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. O Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh gewinnt, bald prassend fie verzehrt, bald geizig sie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist betrügen Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern. bin. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.— 26. 513. W Wohl dem, der beßre Schätze liebt, als Schätze dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besigen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nüßen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb fein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Zweiter Theil. Von dem rechtmäßigen Gebrauch zc. 457 Gerechtigkeit und Gottes Reiche| Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, trachten: ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? hindern, und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht Recht zu sprechen, und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 5. Der Geiz, so viel er an 10. Gewinnsucht raubt dir sich reißt, läßt dich kein Gut ge-| Muth und Geist, die Wahrheit nießen; er quält durch Habsucht frei zu lehren; du schweigst, deinen Geist, und tödtet dein wenn sie dich reden heißt, ehrst, Gewissen, und reißt durch schmei- wo du nicht solist ehren, und chelnden Gewinn dich blind zu wirst um ein verächtlich Geld jedem Frevel hin. ein Schmeichler und die Best der Welt. - 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu sei nem Gott. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Witwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 11. Grhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen laſſe; Geiz ewig als Abgötterei, von mir entfern und hasse. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut! 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der wohlthat Freu- Mel. Es ist das Heil uns zc.- 6. den schmecken, und in des Un- 514. Herr! laß mich doch den Ruf zur mein Hülf entdecken? Und wo ist eines zeitlich Gut verwalten. Gib Standes Pflicht, die nicht der selbst mir Weisheit, gib mir Geiz entehrt und bricht? Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nützt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe. 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des 458 Zweiter Theil. Von der Arbeitsamkeit 2. Mein Hab und Gut kommt| kann haben! Hab ich nur, ja von dir und deinem milden Höchster! deine Huld, bin ich Segen. Nicht nur zum Fallstrick voll Glauben und Geduld: was gabst du mir mein zeitliches fehlt dann meiner Seele? Vermögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl. Drum gib, Herr, daß iche, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Böſen. Von Unruh und Gewissenspein fann Reichthum nicht erlösen. 3. Was ist das mir geschenkte Er hilft in Todesstunden nichts, Gut? vergänglich und von und nichts am Tage des GeErde. Hilf, daß ich nie aus richts. Da schüßt er keinen Uebermuth dadurch vereitelt Sünder. werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Giteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 7. Laß mich in weiser Sparsamkeit die Güter nie verschwenden, die du mir gabst, in dieser Zeit sie nützlich anzuwenden. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen? Gib mir die Klugheit, daß ich verführt' mich zeitlich Gut und hier dadurch dem Nächsten so Geld, sorglos hintan zu sehen wie mir, des Lebens Müh erwas meiner Seelen Heil begehrt, leichtre. und mir ein ewig Glück gewährt, wie strafbar würd ich handeln! 5. Mein größtes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die 8. Es kommt ein Tag der Rechenschast; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heilgen Sorgfalt lenken, also die Güter dieser Zeit zu nützen, daß ich einst erfreut noch Segen davon ernte. 41) Von der Arbeitsamkeit und Trene im zeitlichen Beruf.. Mel. Es ist gewißlich an der.- 30. und läßt sie uns gelingen. Was | 515. Gott ists, der das man mit ihm nur unternimmt, Vermögen schafft, wird, wenns mit seinem Willen das Gute zu vollbringen. Er stimmt, nicht ohne Fortgang gibt zur Arbeit Muth und Kraft, bleiben. und Treue im zeitlichen Beruf. 459 2. Wer das zu seinem Haupt-| dir; hilf, daß ich sie vollende zu zweck macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht't, dem gibt er auch auf Erden vom irdschen deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. Gut mit milder Hand so viel Mel. O Gott, du frommer Gott.-8. beim Fleiß in seinem Stand, 516. Du hast uns, Herr, als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und, krönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schuß bedeckt er sie, und segnet bei des Lebens Müh ihr Herz mit Trost und Hoffnung. die Pflicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Der träge Müßiggang ist dir, o Gott, verhaßt, für uns der Laster Neß, und unserm Nächsten Last. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs getrost auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit saurem Schweiß beneßt: genug, daß du mich selbst in den Beruf geſegt. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen. Gib mir mein täglich Brod und sorge selbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich, als dirmißfällig, meiden, und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth mit Lust und Freuden in meinem Stand geschäftig sei; dein Segen fröne meine Treu, daß sie auch andern nüße. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! die Werke einer Hände befehl ich), Allerhöchster, 4. Ach! fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bei meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Last, auf jenen Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. WE ARE 460 Zweiter Theil. Von der Arbeitsamkeit 2c. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119.| schästen ganz zu weihn, die du 517.3 ur Arbeit, nicht mir auferleget. zum Müßiggang, sind wir, o Herr, auf Erden. Drum laß mich doch mein Lebenlang kein Knecht der Trägheit werden. Gib mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, treu und gewissenhast mein Amt hier zu verwalten. 5. Ein heilger Trieb belebe mich, o Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Lasten. 2. Hast du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen O flöße selbst den Trieb mir wandeln, das Geiz und Chr. ein, daß ich ihn treu erfülle, Hilf mir, daß ich von Zeit zu Zeit an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. sucht nie bestrickt. Gewissenhaft zu handeln, mein Leben deinem Dienst zu weibn, so nüglich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr und Reichthum. 3. D Herr! vor träger Weichlichkeit wollst du mein Herz be- Zweck bei allem, was ich thue; 7. Dir zu gefallen, sei mein wahren, so werd ich aus Ge- so wandle ich den rechten Weg mächlichkeit nie meine Kräfte zu der Gewissensruhe. Denn, sparen. Erholen werd ich mich wer dir, Heiligster, mißfällt, nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. was nüßet dem die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? 8. Laß mir den zeitlichen 4. Mit wahrer Vorsicht laß Beruf, dazu mich, Herr, auf mich nicht die Zeit mit Neben- Erden dein weises Allmachtsdingen, die weit entfernt von wort erschuf, doch eine Leiter meiner Pflicht, verschwenderisch werden, worauf ich einst in jener verbringen. Das müsse mein Welt, die höheren Beruf entVergnügen sein, mich den Ge- hält, zu höhern Würden steige. 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. 461 ich vollbringe, mir wohl gelinge. sei der Anfang und das Ende! 518. Gott! du bleibst gib guten Rath, damit, was ewig unfrer Wohlfahrt Meister. Wie thöricht handeln unzufriedne Geister? fie quälen sich, und machen ihrem Herzen vergeblich Schmer7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. zen. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben: versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irdische erquicken, und stets beglücken. 9. Hier habich gnung. Laß mich nur mit den Frommen zu dem Genuß der Himmelsgüter kommen; so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, völlig erfüllet. 2. Was helfen uns die ängstlich bangen Sorgen für den noch ungewissen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grämen nicht nachmals schämen? 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften den Leib entkräften. 4. Mein Glück beruht, o Mel. von Nr. 46. Gott, auf deinem Segen. Ver- 519. Entehre nicht, mein trau ich dir, und geh auf deinen Herz! mit Klagen Wegen: so wirst du mir, auch den Gott, der dich zum Glück ohne Sorg und Kränken, was erschuf. Die Müh des Lebens nüßlich, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verliehnen Pfunde, und harr ich • nur der rechten Segensstunde: 2. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser so kommt sie, und dann werden kurzen Lebensbahn; er sucht, daß meine Thaten zum Glück gerathen. sie ihm nüglich werden, und betet Gottes Willen an. 6. Drum fördre selbst die Werke meiner Hände. Gesegnet zu ertragen, und froh zu sein, ist dein Beruf. 3. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimms dank 462 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit bar aus der Vorsicht Hand.| Güte sich zu freun; dich fürchErfülle jede Pflicht zufrieden, ten, dir vertraun, dich lieben, die sie mit diesem Loos verband. müß ewig meine Wollust sein! 4. Sie gibt dir Munterfeit met. Welt, ich muß dich.- 48. und Kräfte, und nährt und stärkt 520. Will mich, o Gott, sie väterlich; sie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 5. Zwar jenen hat des Himmels Segen mehr Güter anvertraut als dir: doch soll dies deinen Neid erregen? denk: wer ist Gott und wer sind wir? des Lebens Last ermüden, so stärke meinen Geist! wenn mich die Leiden fränken, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Trübsal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seelen bange? so wird mit - 6. Weiß er nicht besser, was dir nützet, und was dem Nächsten nügt, als du? wenn er dich führt, regiert und schüßzet, was| Trost das Herz erfrischt. fehlet wohl zu deiner Ruh? 7. Du prangest nicht mit hohen Würden? beneide nicht der Großen Glück, sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. 8. Dir ward kein Ueberfluß gewähret? ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 9. Herr, der du mir zum frohen Leben, so viel ich brauch und mehr verliehn, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn. 10. In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner 3. Die Lasten, die uns pressen, hast du, Herr, abge= messen, so groß sie immer sein. Du hilfst sie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kräften weislich ein. 4. Ja, wenn ichs recht erwäge, so sinds nur Liebesschläge, womit du uns belegst; nicht Schwerter sinds, nur Ruthen. womit du, blos zum Guten, als Vater deine Kinder schlägst. 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, vergällen uns die Lust der Welt. und Geduld im Leiden. 463 6. Du willst den Eifer meh- hats so ersehen! drum sei nur ren, gehorsam dich zu ehren, still! was dein Gott will, lag mit Glauben und Geduld, daß immer gern geschehen. wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch traun auf deine Vaterhuld. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so solls dir doch nicht schädlich sein. Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlassen. A 7. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns er sehn? man lebe oder sterbe, so wird des Himmels Erbe doch deinen Kindern nicht entgehn. 8. Zu jenem bessern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen; er eilt zu Seligkeiten hin. 6. Gott ist dein Gott. Er ist getreu, und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird 521. Sei, Seele, stark nie zu schwer durch ihn dem 9. O! drücke meinem Herzen, auch unter Sorg und Schmerzen, dies doch aufs Tiefste ein: der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. Christen werden. 7. G8 haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh, und nichts von Trübsal wissen? 8. D bet, und sich auf deinen Gott, in aller deiner Angst und und unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Befieht Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau allein auf ihn! er wirds wohl machen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickeſt du ihr Herz mit Ruh und einst mit ewger Freude. 5. Drum hab, o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wirk noch gut nach aller Trübsal werden. Durchs Kreuz zieht er dich immermehr zum Himmel von der Erden. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr, die Hand des Höchsten schickt es her, sein Rath Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 9. Der du ein Gott des 6. Ich bin ein Gast und Trostes bist, laß jeden, der hier Pilger auf der Erden; nicht traurig ist, doch deinen Trost hier, erst dort, dort soll ich empfinden! Hilf, den du liebst glücklich werden; und was sind und prüfend übst, den Unmuth gegen euch, ihr ewgen Freuden, überwinden! dieser Zeit Leiden? 464 Noth! laß, wie er will, es gehen. Sein Will ist gut, behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. - Mel. von Nr. 55. 522. Gin Herz, o Gott! in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schule den, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unsrer Sünden läß'st du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen lassen. 5. Jag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles 7. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid und dulde: so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 9. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! wer spricht: bis hierher! zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helser und Berather, ewig dein Vater? 10. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein, du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung und Geduld im Leiden. 465 des Geistes zu empfahen, und mein Geschäfte, dein Wort mir mit dem Trost der Hülfe, die Trost und Leben sein. wir merken, andre zu stärken. 12. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muthund Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. O Welt, ich muß dich.- 48. 523.J ch hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden. mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jeßt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß 5. Wenn ich in Christo ſterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Neue Mel. oder Sei zufrieden. 524. W arum sollt ich mich denn grämen? hab ich doch, Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel rauben, den mir schon, Gottes Sohn, beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöthen, hülfelos, arm und blos einst ans Licht getreten; nichts nehm ich auch von der Erde 30 466 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit dann mit mir, wenn ich hier endigt dieses Lebens Leiden, einst verscheiden werde. und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott 9. Dann werd ich mit bessern allein ist es, ders gegeben. For- Schäßen Geist und Herz auf dert er es einstens wieder, nehm den Schmerz ewig dort ergegen. ers hin, ich preis ihn doch durch Hier ist kein recht Gut zu finden; meine Lieder. was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. -- 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? der es schickt, der hats in Händen; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergegt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott mein Heil wird in Eil sie zu Schanden machen. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden! du bist mein, ich bin dein; niemand kann uns scheiden; ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod bekriegen, Christi Mel. Was Gott thut, das ist.-267. 525. WasGottthut, das ist wohlgethan, auch und sein den besiegen. es bleibt gerecht sein Wille. Wie 8. Denn kein Tod kann mich er fängt meine Sachen an, will ertödten; nein, er reißt meinen ich ihm halten stille; er ist mein Geist aus viel tausend Nöthen, Gott, der in der Noth mich und Geduld im Leiden. 467 wohl weiß zu erhalten, drum raube Bahn Noth, Tod und laß ich ihn nur walten. Glend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er lässet mich nicht fallen, er führet die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld gibt seine Mel. von Nr. 72. Huld; er wird mein Unglück 526. Verborgner Gott, wenden, es steht in seinen Händen. dem nichts ver3. Was Gott thut, das ist borgen, was auf der ganzen wohlgethan; er weiß nur, was Welt gefchicht, was sollt ich wie uns nüßet; wie ungewiß irrt ein Heide sorgen, als wüßtest jedermann, der sich auf ihn du mein Elend nicht? verstellet nicht süßet! ja seine Treu ist gleich dein Antlig sich, dein Herz immer neu; drum will ich auf ihn meint es doch väterlich. bauen und seiner Güte trauen. 2. Mich und mein Loos hast du gesehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir künftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge siehet aus der Höh und kennt mich, wo ich geh und steh. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und gibst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du sorgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, haſt du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? Wer muß 6. Was Gott thut, das ist dich nicht barmherzig nennen? wohlgethan, dabei will ich ver- Du bist es, der die Thränen bleiben! Es mag mich auf die zählt. Du hasts gesagt, dein 30* 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zulegt mich doch ergeßt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 468 Zweiter Theil.- Von der Zufriedenheit Herze bricht, wenn deinen Kin- den Muth, daß ich gelassen sie dern was geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen froher Lobgesang. Trost nichts rauben, du werdest 4. Zu ungestörten Sichermir zur Seite stehn, und bald heiten schickt sich gewiß kein zerstreun durch deine Macht der Prüfungsstand. Wie würde, Sorgen und des Leidens Nacht. drückt uns nicht zu Zeiten ein 6. Du wirst dein Wort gewiß Leiden, unsre Treu erkannt? erfüllen, du hast mir Hülfe zu- Vollkommne Ruh und Sicherheit gesagt. Ja, du wirst meinen ist nur ein Glück der Ewigkeit. Kummer stillen; ich bin getrost und unverzagt; es wird geschehn, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! Mel. von Nr. 234. 527. Was ist mein Leben auf der Erde? ein Wechsel ists von Lust und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde die sanfteste Zufriedenheit. Hier wohn ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält. ertrage, und machst zuletzt doch alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen 2. Wes soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst mit deiner Vatertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zu deinem Trost. Er schüßt dein Wohl Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein. Ruf in Gefahren ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo nicmand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke meine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stegesich fröhlich hin zur Ewigfeit. Da sammelst du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 3. Du stärkst mir unter aller 8. O sieh dahin zu allen Plage, o Gott, auf mein Gebet, Zeiten, in eigner und gemeiner A und Geduld im Leiden. 469 Noth, im Glücke und wenn dich| Lust der Welt vergeht. Ich lebe von weitem ein Unglückswetter hier, im Segen den Grund zum hart bedroht. Nichts gibt uns Glück zu legen, das ewig, wie Trost zu solcher Zeit, als Gott mein Geist, besteht. und jene Herrlichkeit. 9. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen. Du bist bei mir. Das stärke mich! wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getrost als Christ. Mel. O Welt, ich muß dich lassen- 48. 528. Wa as ists, daß ich mich quäle? Harr nur auf Gott, o Seele, harr und sei unverzagt! du weißt nicht, was dir nüket; Gott weiß es, und Gott schützet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schäßet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn du mich willst bewahren? und du, mein Gott, bewahrest mich. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 529. Was ist das Leben hier auf Erden? 3. Die kleinste meiner Sor- Wo ist hier wohl Vollkommengen ist dir, Gott, nicht verbor- heit? Wer lebt hier frei von gen, der alles sieht und hält; den Beschwerden der Trübsal und was du mir beschieden, das und Mühseligkeit? Du legst in dient zu meinem Frieden, wärs unserm Lebenslauf, o Gott! auch die größte Last der Welt. uns manches Leiden auf. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die 2. Doch das sind treu gemeinte Schläge der Vaterhuld, 470 Von der Zufriedenheit Zweiter Theil. die für uns wacht. Wie hast 7. Drum laß mich mit dem du doch durch Leidenswege so Troste fiegen: Gott gibt nach Manchen schon zu dir gebracht! kurzer Prüfungszeit das allerdenn ungestörtes irdisch Glück seligste Vergnügen in jenem hält uns von dir, o Gott, zurück. Reich der Herrlichkeit Ver3. Wenn uns die Welt nicht schmachte Leib! stirb und vergeh! Noth erweckte, vergnügte uns ich weiß, daß ich einst aufersteh. dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschreckte, die Trost in geistlicher Schwermuth. Hülfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn keine Last ihn drückt, wie sanft, o Gott, dein Trost erquickt? 530. uflagst, o Chrift! in schweren Leiden, und feufiest, E daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du flagst 4. Zum Dulden führt dein Ruf der Gnaden, der uns zu Christi Gliedern macht. Wie schwer war der nicht hier be laden! wie hart verfolgt! wie sehr veracht't! und doch trug er dies alles gern. Gib, daß ich folge meinem Herrn. und rufft: Herr, wie so lange? E und Gott verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott 5. Er ward beleidigt ohn Vergelten, gegeißelt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten, ohn Widerspruch zum Kreuz verbannt. Wie? sollt ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? verlassen bist. 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens Leiden zu meiner Beßrung fruchtbar sein, so geh ich zu des Himmels Freuden durch dieser Erde Trübsal ein. Dort wird mein Leben ohne Pein, und ohne Leid und Thränen sein. 2. Sind meine Sünden mir vergeben? hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verliehn? wo sind denn seines Geistes Triebe? warum empfind ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getrost auf ihn? 3. Mühselig, sprichst du, und beladen, hör ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich em und Geduld im Leiden. 471 pfind ihn nicht; bin abgeneigt, und will dein Glück. Er höret vor Gott zu treten; ich bet und kann nicht gläubig beten; ich denke, Gott, doch ohne Licht. deines Weinens Stimme, verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 4. Sonst war mirs Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ichs nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen, und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen, und sehn, was Gottes Gnadesei. 10. Vor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er dich seine Streng erfahren, und schickt dir diese Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du haft. 5. Oft fühl ich Zweifel, die mich quälen, heul oft vor Unruh meiner Seelen, und meine Hülf ist fern. Ich suche Ruh, die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh, keine Furcht des Herrn. 6. Zag nicht, o Christ, denn 11. So wie ein Vater über deine Schmerzen sind sichre Kinder, erbarmet Gott sich über Zeugen beßrer Herzen, als dir Sünder, die seinen Namen das deine scheint. Wie könntest scheun. Dein Seufzen ist ihm du dich so betrüben, daß dir die nicht verborgen; so fern der Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär Abend ist vom Morgen, läßt er nicht dein Herz mit ihm vereint. von dir die Sünde sein. 7. Kein Mensch vermag Gott erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, als durch den heilgen Geist. Haft du nicht diesen Geist empfangen? er iste, der dich nach Gott verlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. 12. Zwar ist um Trost dir jezo bange, denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird fie friedsam geben Frucht der Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 8. Bertrau auf Gott; er 13. Jahr fort zu beten und wohnt bei denen, die sich nach zu wecheu, Gott ist noch mächtig seiner Hülfe sehnen; er kennt in dem Schwachen, ist Güte 472 Zweiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, für und für. Laß dir an seiner Gnade gnügen, sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dir! 14. Auf, fasse dich in deinen Nöthen! sprich: wollte mich der Herr auch tödten, so harr ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlösten; und will mich Gott nicht eher trösten, so wird er mich im Tod erfreun. Trost in Dürftigkeit. 531. 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. 4. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Gin jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie ers uns heilsam fand. 6. Willst du zu denken dich erfühnen, daß seine Liebe dich vergißt? er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. u flagst und fühlest die Beschwerden des Stand's, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du 7. Verzehre nicht des Lebens kräfte in träger Unzufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte, und nütze deine Lebenszeit. vergebens strebst. 2. Ja klage! Gott erlaubt 8. Bei Pflicht und Fleiß sich die Zähren; doch denk in Kla- Gott ergeben, ein wenig Glück gen auch zurück. Ist denn das in Hoffnung sehn, dies ist der Glück, das wir begehren, für Weg zu Ruh und Leben. Herr, uns auch stets ein wahres Glück? lehre diesen Weg mich gehn! 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. Mel. Wer nur den lieben Gott- 7. du hier lebest, Mensch, herbei. 532. Gs eilt der letzte von Erkauf die Zeit! und statt zu den Tagen, die klagen, sie sei zu kurz, gebrauch und der Zubereitung zum Tode. 473 fie treu! nimm mit erkenntlichem| mein Heil erwähle, aus Gnade Gemüth der nahen Stunde wahr; sie flieht! mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil aufferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg! bist du, zu tühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Ginst Gwigkeiten zu besigen, sollst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nügen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sieh, Eins ist Noth! was säumest du? 4. Drum eil, errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! sei wacker, bet und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Gefeßt, dein Ende wär auch fern: sei fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn! 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich 7. Wohl mir! wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende dernimmst du, Herzenskündiger. In deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. 533. W as sorgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelaffen übergeben, ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nügen, cs dankbar, als ein es # Glück besigen, verlieren als verlörst dus nicht. 474 Zweiter Theil. Ven dem rechten Gebrauch des Lebens, 2. Der Tod soll dich nicht welch Glück wird Gott mir dort bescheeren, wo ich unendlich leben soll. traurig schrecken, doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zu leben min dern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. - 7. Denk an den Tod; wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: bin ich hier, um reich zu sein? wohl mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 3. Grmattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich interrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt ich 8. Denk an den Tod, wenn Gutes wohl verschieben? Nein, Leiden kommen; sprich: alle meine Zeit, es auszuüben, ist Trübial eines Frommen ist kurz und sie verfliegt geschwind. zeitlich und im Glauben leicht. 4. Denk an den Tod, wenn Ich leide; doch von allem Bösen böse Triebe, wenn Lust der Welt, wird mich der Tod bald, bald wenn ihre Liebe dich reizen, und erlösen; er ists, der mir die ersticke sie. Sprich: kann ich Krone reicht. nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die Welt ererben, begieng ich doch solch Uebel nie. 9. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: ſollte Gott mich ewig haffen? 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du fie nicht zu heftig liebst. Denk ich seh ihn doch nach dem Eran die Eitelkeit der Erden, daß, blaffen; dann zeigt er mir sein wenn sie dir entrisfen werden, Angesicht. du dann dich nicht zu sehr betrübst. 10. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er direin Trost im Klagen, ein weiſer Freund in guten Tagen, ein dein Vergnügen zu vermehren: Schild in der Bersuchung sein.. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, und der Zubereitung zum Tode. 475 Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Sterblichkeit mir stets, mein 534. Du, Herr und Gott, vor Augen sein, und deine Hülfe mich erfreun. Meister meiner Tage, du weißt, daß ich, dein 6. Willst du mich länger schwaches Kind, des Todes leben lassen, so laß es mir zum Keim in Gliedern trage, die Heil geschehn. Doch soll ich irdisch und zerbrechlich sind. Drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit. heute noch erblassen, so höre, Bater, auf mein Flehn; sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir. Sei nur 2. Daß du, o Höchster, meinem Leben ein mir verborg-| nes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu sein. 3. Hier hab ich lebenslang mein Trost, so gnüget mir. zu lernen, mein Herz von Sün- Met. Jesus, meine Zuversicht. 47. den abzuziehn, mich von der 535. Herr! ich hab aus Weltlust zu entfernen, und um deiner Treu, mir den Himmel zu bemühn. Ozum Heil, noch Zeit in Händen. mache mich dazu geschickt, eh Gib doch, daß ich sorgsam ſei, mich der Tod der Welt entrückt, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die uns zugezählten Stunden. Eh mans denkt, sind sie dahin, und auf ewig uns verschwunden. Niemals kehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurück. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben Dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schaß ist, sei mein Herz; Herr, lenke selbst es himmel wärts. - 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gott, doch nie vergefsen, wie unschäßbar sei die 476 Zweiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, Zeit, die du uns hier zugemessen;| annoch zu leben habe? denk, o wie, was hier von uns geschieht, Seele, an den Tod! säume nicht, ewge Folgen nach sich zieht. denn Eins ist noth. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu verlaufen, mir zur Wohlfahrt, haben. Güter, die du hier erdir zum Preis, noch die Stunden auszukaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. wirbst, Würden, die dir Menfchen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 5. Deine schonende Geduld 3. Nur ein Herz, das Jesum trage mich, Gott! nicht verliebt, nur ein ruhiges Gewissen, gebens. Ach! vergib mir meine das vor Gott dir Zeugniß gibt, Schuld, daß so manchen Theil wird dir deinen Tod versüßen; des Lebens ich zu meiner Seelen dieses Herz, von Gott erneut, Wohl, nicht gebraucht so, wie gibt zum Tode Freudigkeit. ich soll. 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeschäst erach4. Wenn in deiner legten Noth Freunde hülflos um dich stehen, dann wird über Welt ten, und nach meiner Heiligung und Tod dich dies reine Herz mit so treuem Gifer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sei, und dem Nächsten nüglich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sei mit Trost mir nah! 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gött, und bet, und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. 6. Ueberwind ihn durch Ver536. Meine Lebenszeit traun. Sprich: ich weiß, an verstreicht, stünd- wen ich gläube, und ich weiß, lich eil ich zu dem Grabe. Und ich werd ihn schaun einst in was ists, das ich vielleicht hier diesem meinem Leibe. Er, der und der Zubereitung zum Tode. rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Mel. von Nr. 13. 537. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! sein Leben ist ein fallend Laub, und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2 Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm heil. 477 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Gin Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihm folgt und sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 9. Die Heiligung erfordert Müh; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie leicht vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! an meinen Tod erinnre mich, daß ich dir wandle würdiglich. 478 Zweiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, er forschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb und Treu, die Frucht des Geistes in mir sei. abgestorben sein. Die Selbstverläugnung lag mir immer mehr gelingen. daß ich was bessers wähl, als Welt und falschen Schein, und so von ihr entwöhnt ich meinen letzten Tag, in Hoffnung selig schon, getrost erwarten mag. Mel. Entbinde mich, mein G. – 218. 538. Mein Lebensfürst, zeig mir, in deines Geistes Lichte, wie alles 4. Gott, dessen Flügel mich in aller Noth bedecken, je mehr der Tod sich naht, je stärker steh mir bei! auf daß, getreuer Gott, bei allen seinen Schrecken, mir meine letzte Zeit die allerbeste Irdische so gar vergänglich ist. sei. Die Zeichen deiner Huld Ja alles, alles macht zulett die Zeit zu nichte; und du, o Mensch, der du doch so gebrechlich bist, lebst sicher! lehre mich, unwandelbarer Gott! und so gedenk ich erst mit Klugheit meinen Tod. vermehre mir alsdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden kann. 5. Gewähr, eh noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Luft zum Irdischen verzehret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh schau ich dich dann einst, von deinem Bilde satt. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meinen Lüsten widersteh, und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd ich lange leben, du Mutter sträflicher, verwegner Sicherheit! o meine Sorge sei, dir, Gott, mich zu ergeben; dein Wille sei mein Will in dieser Prüfungszeit. Gib, daß im Glauben stark, und in der Liebe treu, ich reiner Zukunst stets wachsam gewärtig ſei. 3. Laß mich, o Herr! mir selbst und allen eitlen Dingen, 6. Verschwinde denn, o Welt!. bleibt mir nur Gottes Gnade, sie wird mir mehr als Welt, und mehr als Leben sein. D führe du mich selbst auf jenem noch eh ich sterben muß, recht dunkeln Pfade, Herr, der du und der Zubereitung zum Tode. 479 mich erlöst, in deinen Himmel| große Kunst, bei Gräbern flug ein. Dir übergeb ich mich im zu werden. Nur der ist weise, Leben und im Tod; im Tod und der bedenkt, wie viel von seinem Leben dein, und du auch stets Tod abhängt, und der dazu in mein Gott. Zeiten sein Herz sucht zu bereiten. 5. Erinnre mich ans große Ziel, dazu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltlust mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Zeiten, auf solchen Weg mich leiten. Mel. von Nr. 110. 539. Wie ungewiß ist, Herr, das Ziel der Wallfahrt auf der Erde? ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißts allein. Ich kann vielleicht der nächste sein, vom abgekürzten Leben ein Beiſpiel abzugeben. 2. Bin ich erbaut aus besserm Zeug als andre, die an Jahren und Munterfeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh weder Krankheit oder scheun, die das Gewissen Schmerz ihm, ale des Todes Boten, sein nahes Ende drohten. 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht entfärbe, so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen sein, damit ich lerne Sünden schrecken und Todesfurcht erwecken. 3. Wenn ich die Gottes- 7. Gib, daß ich dich mit äcker seh und alles könnte lesen, frohem Muth als meinen Gott was der, auf dessen Grab ich betrachte, hingegen Freunde, geh, in seinem Sinn gewesen, Glück und Gut nicht als mein und was bei ihm die Todesnacht eigen achte: so wird, wenn mich für Hoffnungen zu nichts ge- die Zeit wegnimmt, die du zum macht: so würd ich oft mit Abschied mir bestimmt, nichts, Schrecken mein eigen Herz entdecken. was mir hier verlichen, mein Herz zurücke ziehen. 4. Mein Gott, befreie mich 8. Dir sei es gänzlich beimvom Dunst der irdischen Be- gestellt, wie, wo und wann ich schwerden, und lehre mich die scheide. Wer unter deinen Flü 480 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, geln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch ich, daß ich wohl geschickt von hinnen werde weggerückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein kurz gemeßner Schritt. Meine Kraft entwickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. O ich merk, indem ich steige, wie ich mich zum Sinken neige. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dun. kelheit mich sein Verdienst er blicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus dieser Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. 4. Menschen! was ist euer Leben, wenn ihr gleich so sicher seid! Stunden hat euch Gott gegeben, und ihr schätzt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des sichern Sünders Wegen eilet man der Höll entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stärkungskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller ſeiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. 540. A, Herr! lehre mich bedenken, daß ich einmal sterben muß. Den wird einst der Tod nicht fränken, der schon vordes Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken zu der Ewigkeit zu schicken. 2. Endlich muß ein Licht verbrennen, dessen Schein mich noch erfreut. Will ich mich denn nicht erkennen? was ist meine Lebenszeit? kommt mir denn nicht in den Sinn, da ich so vergänglich bin, wie geschwind mein Docht verlodert, und mich Gott zur Rechnung fodert? 6. Laß mich, Gott, mein Heil bedenken und mich niemals sicher sein. Will die Welt mich anders lenken, präge deine Furcht mir ein; rufe du mir mächtig zu: Mensch! die Welt verläſfeſt du, willst du dich mit eitlen Dingen um dein Glück im Himmel bringen? und der zubereitung zum Tode. 481 7. Laß mich nicht die Buße| starbst? er ist durch dich der Weg sparen, bis die Krankheit mich ergreift, sondern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde häuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten, nicht mehr schaden. zum Leben, daß du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, so werd ich auferstehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schrecken dräun: du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit Mel. von Nr. 42. 541. Ich will ich noch dir nicht ſcheun. So nah dem im Tod den Gott verspricht, so selbst nah am Grabe preis ich nah am Ziele sink ich nicht. dich; zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du fegnest mich. Mein Leben fucht ich dir zu weihn, mein Tod soll auch dir heilig sein. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht und mir des Lebens Krone reicht. 2. Gott! welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger! in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach; die irdsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getrost und zage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, 7. Ich will dich noch im Tod erheben, selbst nah am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich vor dir leben. Wie segnet dann dein Antlitz mich! o Tod, o Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! mel. Christus, der ist mein Leben. 542. M ein Jesus ist E mein Leben. Reißt schon der Tod mich hin; was sollt ich 31 Zweiter Theil.- Von der Liebe des Nächſten. dich für uns dahin gegeben. ängstlich beben? der Tod ist Heil mir! du auch für mich. 8. Du wolltest Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. du tilgtest meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Himmel ist mein Theil. O theure, hohe Gnade! o unaussprechliche Heil! 10. Erlöser! sieh, ich sammle noch meine letzte Kraft, und preise dich und stammle, welch Heil du mir geſchafft. 11. Zu dir, Herr! will ich flehen, so lang ich lallen kann. Du fannst mein Innres sehen und nimmst auch Seufzer an. 482 mein Gewinn. 2. Wer an ihn glaubt, wird selig, dies Wort steht ewig fest. Die Freuden sind unzählig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum fahr ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Christ, von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Du kennest meinen Glauben, und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. 5. Bald hab ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 12. Du selber hilfft mir ringen; allmächtig hilfst du mir, ins Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott versöhnt; durch sie mit dir vereinigt und bald mit Preis gekrönt. 13. D wohl mir! ich vollende nun bald den schweren Lauf. Du 7. Wer kann dich gnug er- nimmst in deine Hände den heben? Du haft, Sohn Gottes, Geist, mein Heiland! auf. 44) Von der Liebe des Nächsten. dir, und laß mich doch, prein 543. Der du die Liebe Heiland, hier, wie du gewanselber bist, und gern uns Menschen segnest; ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Wohlthun doch begegnest: o bilde meinen Sinn nach delt, wandeln. Die können keine Christen sein, die sich nicht andrer Wohlfahrt freun, und menschenfeindlich handeln. 2. Dein Leben in der SterbMel. von Nr. 37. 483 Zweiter Theil. Von der Liebe des Nächsten. lichkeit war für die Menschen leid und Geduld des Nächsten Segen. Dir folgten Lied und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du giengst, gieng Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Bein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Armen. Mel. Machs mit mir Gott nach.- 26. ich liebe Gott, 3. Auch jetzt noch auf der 544. So jemand spricht, Himmel Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh, und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 4. D laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle mich mit Lust und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen. - Fehler decken. Mein Antlig ſei nie fürchterlich, und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb, und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Sein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? daß Gott mich schuf, und mich versühnt, hab ich dies mehr als fie verdient? 5. Laß mich mit väterlicher 4. Du schenkst mir täglich Huld den Strauchelnden er so viel Schuld, du, Herr, von wecken; durch Sanftmuth, Mit- meinen Tagen! ich aber sollte 31* 484 Zweiter Theil.- Von der Liebe des Nächsten. nicht Geduld mit meinen Brü3. Dies sei mein Gottesdern tragen? dem nicht verzeihn, dienst. Auch unbemerkt von dem du vergibst? und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch ihnen, müß andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was von diesen, daß siehst du, mein ich Brüdern thu, das sei dir, Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreun? Gott, gethan. 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, ein Rath, 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet, ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet, mit dem mein andre der nicht barmherzig ist, und Mund im Kummer nicht die rettet, die ihn flehen. stärkt, nichts bleibt, so klein es Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preist. ist, von dir, Herr, unbemerkt. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 545. Gib mir, o Gott, ein Herz, das jeden Menschen liebet; bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid, und Härte flieht, und sich um andrer Glück, als um sein Glück bemüht. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu sein, und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 5. Gilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwistzuschlichten. Aus Schmäh. sucht fränke nie mein Mund des Nächsten Rub, er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu. 6. Die Rach ist dein, o Gott! du sprichst: ich will vergelten! drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten. Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den. segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker Zweiter Theil.- Von der Liebe des Nächsten. 485 müsse mich sein ewig Glück er-| Denn du hast selbst für sie in freun, und ihm zum Seelenheil Todesbanden viel ausgestanden. mein Herz behülflich sein. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der noch sicher ist bei seinen Fleischeswerken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn: dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn. 4. Laß mich aufrichtig schätzen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner Güte haben. Es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden boshaft deneiden. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb und Gütigkeit dir ähnlich wer9. O heilige du selbst, Herr, den. Gib dazu, Kräfte, Herr, meiner Seelen Triebe, durch so will ich droben dich ewig loben. deine Lieb und Furcht, zu Mel. von Nr. 13. Heuchelei zeigt, wahrer Menschenliebe. Wernicht 547. Nur Liebe ohne den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. ob man neu geboren sei; sie zeigt vom wahren Christenthum; sie ist des Menschen höchster Ruhm. Mel. von Nr. 55. 2. Gott ist die Liebe; du 546. Hilf, Jesu! daß ich ſein Kind, wenn dich der Nächſte meinen Nächstenliebreich find't. Wer ohne Lieb liebe, durch lieblos Richten ihn ist, fennt nicht Gott, ist noch ja nicht betrübe, ihn nicht ver in seinen Sünden todt. läumde, noch durch falsche Ränke sein Herze fränke. 3. Kannst du des Nächsten Elend sehn, und ungerührt 2. Gib, daß ich nachsichts- vorüber gehn: so stehts um voll des Nächsten Fehle, so viel deinen Glauben schlecht, so ist ich immer kann, der Welt ver- dein Christenthum nicht ächt. hehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 4. O sprich nur nicht: er ist mein Feind, wie kann man ſein des Feindes Freund; der Feind 3. Hilf, daß ich flüglich ihn bleibt ja dein Fleisch und Blut; zu bessern trachte, und seiner thu, was der Samariter thut. Seelen Wohl recht theuer achte. 5. Hat dich denn Gott nicht 486 Zweiter Theil.- Von der Gerechtigkeit zc. stets geliebt? Gott, welchen wirst du vieler Feinde los und du so oft betrübt? Gleichwohl dein zukünftger Lohn ist groß. vergißt er Zorn und Rach; o folge diesem Beispiel nach. 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem gibt er wieder, der ihm gibt. So schränket sich der Christ nicht ein; auch Feinden wird er gütig ſein. 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gib, daß ich als ein wahrer Christ nach deinem Beispiel liebreich sei, aufrichtig, ohne Heuchelei. 9. Dann nimm mich nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort 7. Dein Herz sei voll von des Friedens auf, wo dich und Lieb und Huld, von Demuth, jeden Menschenfreund die Lieb Sanftmuth und Geduld, so aufs innigste vereint. 45) Von der Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht.-238. Schaden sucht, und andre fränkt, | wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze jemand über mich! mein ganzes Herz beſtrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 548. Du liebst, o Gott! Gerechtigkeit, und hasfest den, der sie entweiht, am Nächsten unrecht übet. Du bists, der jedem seinen Lohn, ohn alles Ansehn der Person, nach seinen Werken gibet. 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Gewinn des Nächsten Recht zu kränken. 6. Herr! mit dem Maaß ,, damit ich hier dem Nächsten 3. Pflanz Redlichkeit in meffe, wirst du mir dereinst auch meine Brust und laß mich stets wieder messen. Dies reize mich mit wahrer Lust der Liebe zur Billigkeit, so werd ich auch Pflichten üben. Ein Herz, das zu keiner Zeit der Liebe Pflicht nur auf Unrecht denkt, nur vergessen. Zweiter Theil. Von der Sanstmuth 2c. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. von Nr. 108. - 487 4. Wer mir flucht, den will Menschen liebest, 549. Gott, der du die ich segnen, so wie mein Erlöſer that, und dem nachsichtsvoll der du nicht ein strenges Recht, begegnen, der zum Zanken Neisondern lauter Gnade übest an gung hat. Für die Feinde will dem sündlichen Geschlecht: laß ich beten, und vor dich, du mich deinen Geist beleben, daß Friedensfürst, wenn du Menich, Vater, als dein Kind, lieb- schen richten wirst, ausgeföhnt reich sei, wie du gesinnt. Herr, mit ihnen treten. Gott des du wollst den Sinn mir geben, Friedens! segne du mich in der bei Fehlern Nachsicht zeigt, deiner Kraft dazu. und mit Sanftmuth spricht und schweigt. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last! und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Zanksucht mir verhaßt! denn das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebest du; o, so bilf auch mir dazu! gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache, Sanftmuth übt. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt. Höchster! gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn, wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewinnen; bis einst in der Herrlichkeit ewger Friede uns erfreut. 3. D, wie wird das Herz beschweret, durch des Zornes Leidenschaft! Zanksucht und der Haß verzehret nach und nach des Körpers Kraft, hemmt den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach, du wollest mich bewahren, daß des Jähzorns Raserei nie des Herzens Meister ſei. mel. Herzliebster Jesu, was.- 131. 550. S Herr err, mein Versöhner! der du für mich littest, und noch zur Rechten Gottes für mich bitteſt: erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde; nein, selbst auch Feinde. 488 Zweiter Theil. Von der Sanftmuth 3. Und ich, Herr, sollte mich| meinem Feind begegnen, den, den Deinen nennen, und doch der mir flucht, voll Großmuth, von Rachgier gegen andre wie du, segnen. Herr, mache brennen? ich sollte jemals Haß gegen alle, die mich haffen, mein mit Haß vergelten, und wieder Herz gelassen. schelten? 4. Wie kann ich: Bater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen. - 11. Du schüßest den, der 5. Wer nicht vergibt, der redlich vor dir wandelt, und wird für seine Sünden auch überall nach deinem Vorbild nicht bei dir, o Herr, Vergebung handelt. Drum laß in Allem finden. Dein Jünger ist nur, mich schon hier auf Erden dir der, wie du, vergibet, und Feinde ähnlich werden. liebet. Mel. Herzliebster Jesu, was. 131. 6. So heilige denn meiner 551. Herr! deine SanftSeelen Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Lust zu deinem Namen der Rachgier Samen. muth ist nicht zu ermessen! wie viel hast du vergeben und vergessen? ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest, die deinem Namen fluchten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigtest unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich kränken, an dich gedenken. 8. Erwecke denn, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Lei3. Ach, glich ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar densstunden für mich empfunden. leicht durch eigne Rache ver9. Laß mich mit Sanftmuth werflich mache! und Versöhnlichkeit. 489 4. Ich muß es wehmuthsvoll er aus Haß mir flucht. Mit vor dir, Herr, klagen, mein Güte will ich ihm begegnen, stolzes Herz kann, leider! wenig nicht drohen, wenn er droht. tragen, und schwerlich weiß ich, Wenn er mich schilt, will ich ihn wenn mich andre hassen, mein segnen; dies ist des Herrn Gebot. Herz zu fassen. 2. Gr, der von keiner Sünde 5. Vergib mir, Herr, und wußte, vergalt die Schmach wende mein Verderben! bei mit Huld, und litt, so viel er Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. leiden mußte, mit Sanftmuth und Geduld. Will ich, sein Jünger, wieder schelten, da er nicht wieder schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 3. Wahr ists, Verläumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch selig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht. Dies will ich desto mehr bewahren, so bessert mich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem ers böse meint. 6. So hilf mir denn, die wilde Glut ersticken; laß sich dein Bild in meine Seele drücken, so werd ich mich versöhnlich finden lassen, den Feind nicht haffen. 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, Herr, sie seguen, und ihrem Grimm mit Freundlichkeit begegnen, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir ersann, und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? Mel. von Nr. 50. 552, №ie ie will ich dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Nie will 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verich meinem Feinde fluchen, wenn zeihn, und als ein Christ bereit 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen, so erb ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. 490 Zweiter Theil. Von der Dienstfertigkeit zum Frieden, bereit zu Diensten| higt, will ich im Stillen für ihn sein. Und wird er, mich zu un- beten und Gott vertraun: Gott tertreten, durch Güte mehr er- schützt. 120 ihn selbst der Streich. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. sein eignes Himmelreich, er 553. Wie selig lebt der fühlet fremde Noth, als träf Mensch, der Dienstbegierde kennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschen liebe brennet! der, wenn ihn auch kein Gid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbeflissenheit sucht er dies zu erreichen; er hält für eignes Wohl sich nicht allein gemacht; er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denft er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nützen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hält. 5. Gr eilt dem, ders bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen, sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu sein, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. 6. Was andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn zu wahrer Menschenliebe. Kein Stol; noch Eigennuß wirkt seine Gütigkeit. Er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Christum werden! voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nüglich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein; dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. Mel. O Welt, ich muß dich.- 48. 4. So denkt der Menschen freund, und das ist sein Bestre. ben, ſo treu, als er ſich lebt, 554. Du, aller Menſchen so zum Wohl der Welt zu leben. Vater! du güIhm wird des Nächsten Heil tigster Berather in allem, was A und Barmherzigkeit. uns drückt! was wir hier Guts genießen, das läßt du uns zufließen; du bists, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. 2u ewgen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen sein. 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 491 7. Laß mich hier reichlich säen, denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und gibet, und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. 3. Wie groß ist deine Milde! sieht den Nächsten leiden, und Barmherzger Vater! bilde mein macht den Hungrigen nicht satt, Herz nach deinem Sinn, daß läßt Nackende nicht kleiden: der ich der Noth der Armen mich ist ein Feind der ersten Pflicht, willig mög erbarmen! nimm und liebt dich, Gott der Liebe, alle Härte von mir hin. nicht. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, so laß, um deinetwillen, mich andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann. 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. Miel. Machs mit mir, Gott.- 26. 555. Wer dieser Erden Güter hat, und 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verläumder widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den Nächsten unterstüzet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichteit ihm nüget, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn, ein Dürftger erst erscheiner, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen 492 Zweiter Theil.- Vom rechten Gebrauch der Zunge. weinet, nicht gütig forscht, obs ihnen Gaben gibt, der hat sie ihm gebricht; der liebt auch wenig noch geliebt. seinen Nächsten nicht. 7. Zwar du, mein Geist, 5. Wer andre, wenn er sie vermagst es nicht, stets durch beschirmt, mit Härt und Vor- die That zu lieben; doch bist du wurf quälet, und ohne Nach- nur geneigt, die Pflicht getreusicht straft und stürmt, sobald lich auszuüben, und wünschest ſein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Denk oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig sein? 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. 556. Die Zunge, die vernehmlich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch es nicht, sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth, sie fluchet und sie segnet Gott, so gut ist sie, so böse! 2. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Recht und Wahrheit siegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen; dann werd ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getreu, nicht mit den Lippen sündgen. 3. Zu deiner Ehr, zu andrer Wohl soll ich mein Thun stets lenken; laß dann auch, wenn ich reden soll, mich diesen Zweck bedenken. Dein Lob, des Nächsten Glimpf und Nuß, der Unschuld und der Schwachen Schutz beschäftge meine Zunge. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheilge Spöttereien, verrathen ein verderbtes Herz; davon mich zu befreien, so wirk auf mich durch deinen Geist, daß Herz und Mund dich, Höchster, preist, wie Christen es geziemet. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieb Zweiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Zunge. 493 lich klinget, das redet billig nur| leeren Schwägzern gleich zu sein, der Christ. Er spricht, wenns Nugen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Christ, nach seines Heilands Muster. heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr! das falle mir nie ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Worten. Redlich sei des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund. - 6. O wehe dem verwegnen Mund, der einen Fluch nicht scheuet! wie wird des Herzens Leichtsinn fund und oft zu spät bereuet! ach, fluchen bringet Fluch und Noth, und, wenn nicht Buße folgt, den Tod; Gott wolle mich bewahren! 7. Gib, Gott! daß ich der Lügen Feind, des Teufels Arglist hasse, und mich stets als ein Menschenfreund aufrichtig finden lasse. Der Lügner Theil ist jener Bfuhl! die jauchzen einst vor Gottes Stuhl, die Treu und Wahrheit lieben. 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott! ein Gräul, und ein unglückseligs Leben bleibt gewiß ihr künftigs Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande! denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund: Herr, so laß mich still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 557. Laß mich, Höchster! voll Sanftmuth sei. darnach streben, 5. Daß du, Herr, an jedem stets der Wahrheit Freund zu Orte Zeuge meines Wandels sein; jenes freudenvolle Leben bist; daß kein einzges meiner nimmt nicht freche Lügner ein; Worte deinem Ohr verborgen denn vor deinem Angesichte ist; das sei stets mir im Gewerden sie beschämt zunichte, so müthe, daß ich mich vor Lügen wie Satans Trug und List, der hüte, denn du liebst den Wahrder Lügner Vater ist. heitsfreund, und bist falschen Herzen feind. 2. Andern zu gefallen lügen, 494 Zweiter Theil.- Vom rechten Gebrauch der Zunge. 5. Nie laß mich was verMel. Ach Herr, mich armen. 67. 558. Wohl dem, der sprechen, das ich nicht halten richtig wandelt, kann, und nie Zusagen brechen, der, als ein Wahrheitsfreund, die ich einmal gethan; nie mich in Wort und Werken handelt, den Stolz verleiten, und nie des und das ist, was er scheint; der Beispiels Ma.ht, als Wahrheit Recht und Treue liebet, und auszubreiten, was ich doch selbst von dem Sinn der Welt, die erdacht. Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen haffet, und der, so oft er spricht, so seine Rede fasset, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verleget, und der an allem Ort sich dies vor Augen sezet: Gott merkt auf jedes Wort. - 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahr heit Licht beschämt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. Herr! drücke diese Sache mir tief ins Herze ein, daß ichs zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu sein. Erinnre mein Gewissen, du hasfsest Heuchelei, damit ich stets beslissen der Treu und Wahrheit sei. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb', und wisse, wann ich für andrer Wohl und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Anschlag gilt, der sich bei bösen Tücken in guten Schein verhüllt; ſo stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. I. Register über sämmtliche Lieder nach der Nummer des Liedes. Num. 468 423 290 215 Abermals ein Jahr verflossen Uch Gott, du unser Bebenslicht Ach Gott und Herr, wie groß und Ach Gott, vom Himmel steh Num. 496 7 Dein Wil ists, großer Gott! Dein Wort, o Höchster! ist velk. Der du das Dasenn mir gegeben Der du die Biebe selber bist, und 543 Der du mich als ein Vater liebt Der du uns als Vater liebeßt 11 359 200 108 Der du uns das peil errungen Der du Verstand u. Tugend schenks 338 Der du voll Blat und Wunden 134 Der ewge Gott und höchste Vater 374 Der Held hat überwunden der 153 179 Der Herr des Himmels und der E. 493 Der Herr fährt auf gen Himmet Der Herr ist Gott und keiner mehr Der Herr ist gut, in dessen Dien Der Herr i metnes Lebene Kraft 387 Der Herr ist meine Zuversicht 13 247 375 65 13 475 186 88 46 42 Der Herr lag in das Grab gestr. 157 Der Herr, mein Hirt, behütet mich 259 Der König aller Welt ist Gott Der Spötter Strom reißt viele fort Der Tag ist hin, du aber, Jesu 483 Der Tag is wieder hin, und diesen 488 Der unsre Menschheit an sich nahm 192 Der Wollust Reiz zu widerstreben 509 Des Donners schreckender Gebrülle 428 Des Leibes warten und ihn nähren 510 Des Vaters und des Sohnes Geist 205 Dich bet ich an, erstandner Held 162 Dich, mein Jesu, laß to nicht 230 Dich seb ich wieder, Morgenlicht Die Erd und was darinnen ist Die Herrlichkeit der Erden muß Die Simmel rühmen Gotte? Ebre Die Himmel rufen, ieder ebret Die Quell, woraus der Mensch Dtes, Christen! ist der Tag des H. 493 Dies ist der Tag, den Gott gemacht 109 Dies ist der Tag, jum Segen Die Zunge, die vernebmlich spricht 556 Dir allein hab ich gesündigt Dir dank ich für mein Leben 73 Dir, Gott, fet Preis und Dank Dir, mein Gott! will ich lobsingen 438 52 Dir, unser Gott! is niemand Dir, Vater! dankt mein Herz und 263 Du, aller Menschen Vater! du Du bist ta, Jesu, meine Freude Du bists, dem Ruhm und Dank Du, der Herz und Nieren kennet Du, der kein Böses thut! du 279 Du gab mir, Emger! Diefet 2. Du, Gott, du bist der Herr der Belt 464 84 491 287 367 554 76 540 239 80 75 24 222 102 Ach Gott wir treten hier vor dich 421 Ach! Herr, lehre mich bedenken Ach schone doch, o großer Uch was bin ich, mein Erretter Allmächtig großer Gott! wer kann Uuwissender, vollkommner Geißt! Als Jesus jegund sterben wollt Also hat Gott die Welt geliebt Um Kreuz erblaßt, der arterlaßt 155 Unbetungswürdger Gott! mit Ehrf. An dich, mein Gott! gedenken An diesem Tag frohlofen wir Un die allein hab ich gefündigt Auf! auf! mein Geißt, auf! auf! Auf, Christen, preißt mit mir den 436 Auf dich allein, Herr Jesu Chrift! 308 Auf dich, Here! nicht auf meinen 373 Auf! Jesu Jünger, freuet euch! Auf, meine Seele, singe! an dir Auf, mein Geiß, dem Herrn Auf, mein Herz, ein froher Tag Auf, o Seele, merde munter Auf, o Sünder, laß dich lehren Auf, träger Geißt: las das, was 14 358 173 295 18 176 448 393 156 486 284 274 349 193 67 418 Bald oder spät des Todes Raub Bedenke, Mensch, das Ende Befehl du deine Wege, und was Befreie meinen Geiß, o Gott Begleite mich, o Christ! wir gehen 145 Beglückter Stand, getreuer Seelen 254 Begrabt den Leib in seine Gruft 266 Besingt Gott Bebaoth; besinget 463 Bewahre mich, Herr, daß der 23. 331 Bringt her, ihr Wächtigen der Erde 426 Bringt Preis und Ruhm dem Heil. 160 495 Chrißt! alles, was dich fränfet 383 505 70 Qamit ich meine Seele rette Dein bin ich, Gott; dein ist mein Dein bin ich, Derr! dir will ich 332 Dein, Gott, ts maiestät und W. 333 Dein Heil, mein Geist, nicht zu Dein sind wir, ott! in Ewigkeit 261 398 447 347 496 Register. 376 516 48 Ou bap, mein Vater und mein Du hast uns, Herr, die Plicht Du Herr der Seraphinen, dem Du, Herr, haft aus Barmherzigkeit 229 Du, Herr und Meißer meiner Lage 534 Du Flagt, o Chrift, in schweren 530 Du flagß und fühlest die Beschw. 531 Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit Durch Udame Fall ist erst verderbt 90 Durch dich, o großer Gott! durch 451 Durch so viel Schein gestärkt Du reicher Gott der Armen, du Du sagst: ich bin ein Chrift 548 69 422 25 Du Bater deiner Menschenkinder 362 Du weiser Schöpfer aller Dinge Du wesentliches Ebenbild der allerb 122 Du wills, Gott! daß mein Sc 8 206 522 469 252 502 317 208 484 339 Edler Gelft im Dimmelsthrone ein Herz: o Gott! in Beid und Ein Jahr der Sterblichkeit, der Ein Pilger bin ich in der Welt ein ruhiges Gewisfen laß, Herr eins tt Noth: ach Herr, dieß Ein starker Schug ist unser Gott Entehre nicht, mein Herz! mit Entflohen sind auch dieses Tages Erbarm dich, Herr, du kenng Erfülle, Herr! doch selbst mein 135 Erhabner Gott, was reicht an 16 Erhalt uns, Herr, bei deinem W. 211 Erheb dein Herz, thu auf die D. 323 Erhebet Gott durch neue Lieder 64 Erhebet Gottes peiligkeit, ihr 437 Erhebe vom Geräusch der Welt 149 Erhebt den Herrn, thr Frommen 101 Erhebt, erhebet Gottes Ruhm 283 Erhöhter Jesu! Gottes Sohn 190 Erinnre dich, mein Geißt, erfreut 169 Er kom mt, er kommt zum Weltger. 191 Erlöser, sieh auf une hernieder 430 es eilt der lette von den Tagen 532 es hilft uns unser Gott, er höret 388 Es ist das Heil uns kommen her 304 es ist noch eine Ruh vorhanden 276 es it vollbracht! so ruft am Kr. 148 Es lag die ganze Welt mit Born 99 @s zieht, o Gott, ein Kriegeswetter 420 wge Biebe, mein Gemütoe waget 91 7. 213 17 57 519 Gottes und Marien Sohn! Liebßter 107 Gott, groß von Erbarmen! weise 199 Gott hab ich alles heimgestellt 87 Gott! hilf mir, daß ich Buse thue 286 Gott in Himmel und auf Erden 462 Gott i et, deffen wetser Rath 432 Gott ist mein Sort, und auf sein 10 Gott ist mein Bied! er ist der Gott 19 Gott ists, der das Vermögen schafft 515 Gott ist und Stärk und Schus Gott mache du mich selbst bereit Gott, meine ganze See e macht Gott, mein Vater, Dank sei Dir Gott, mein Vater, deine Liebe Gott ruft der Sonn' und schafft Gott forgt für mich, was will ich 396 Gott, unserm Gott allein fei Ehr 39 Gott, vor deffen Angesichte nur ein Gott, was muß dein Sohn ertr. Gott werde fiets von dir erhoben Gott, wie rein ist deine Lehre Großer Gott! erhabnes Wesen Großer Gott, serr aller Götter Großer Mittler, der zur Rechten H 434 363 466 27 126 Freiwillig haft du dargebracht Frohlocke, mein Gemüthe, und Frohlocket, jung und alt, thr Für alle Güte sei gepreift, Gott Fürwahr, du bts, o Gott, verb. Gedanke, der uns Leben gibt Geift vom Vater und vom Sohne Gelobet feißt du, Jefu Chrift Gelobt fet Gott, ihm will to 22 9 482 30 260 37 116 Gelobt seißt du, Herr Zebaoth Gelobt seiß du, o Gott, für Gepriesen, Gott, fet dein Erbarm Gerechter ett, vor dein Gericht Gern will ich mich ergeben, dich Getreuer Gott! wie viel Geduld Getros, mein Herz, und zage nich: 257 Gib mir, o Gott, ein Herz, das 545 Gott! deine Gnade fei gepreißt Gott, deine Gnad ist unser Leben 235 Gott, deine Güte reicht so weit Gott, deine Huld und Gütigkeit Gott! der an allen Enden viel Gott! der du die Menschen liebest 549 Gott, der du für und deinen Sohn 137 Gott, der du unfer Bater biß Gott der Juden, Gott der Heiden 117 Bott! der und immer Gutes gab Gott der Wahrheit, deffen Treue 378 Gott des Himmels und der Erden 479 Gott, dir gefällt Fein gottfos Wefen 338 Gott, du bist von Ewigkeit! und 408 36 56 2 210 Gott, du bleibt ewig unfrer Wohlf. 518 Gott, du haß in deinem Sohn 202 453 Gott, durch welchen alle Dinge Gottes Lamm, durch dessen Wunden 127 95 207 104 441 322 83 452 178 365 171 121 53 170 Habe deine Lust am Herrn, bet 150 Hallelujah! Jesus lebet. Erlößte 461 Dalt im Gedächtnis Jesum Chriß 223 481 Heiland! deine Menschenliebe Deilger Gelft, du Himmelslehrer 201 Heil uns, aus unsrer Sündennoth 96 Herr, allerhöchster Gott! bei dem 313 Herr, deine Ullmacht reicht so weit 26 Herr, deine Sanftmuth ist nicht 551 Herr, der du deinen theuren Sohn 187 Herr, der du mir das geben 467 Register. 386 271 23 47 81 407 476 21 Derr, Dir trau tch; auf der Erde Herr, du bist meine Zuversicht Derr, du erforschcßt mich; bir bin Derr, du fährst mit Glanz und 188 Herr, du haft deinem Reich berr, du kennest mein Verderben Herr, erhöre meine Klagen Herr, es ift von meinem Leben Herr Gott, du bist die Zuflucht Herr, höre mein Bebet um deiner 282 Herr, ich hab aus deiner Kreu' 535 Herr Jesu Chrißt, du höchstes Gut 291 Herr Jesu, deiner Glteder Ruhm 182 Herr Jesu! Gnadensonne! wenn 336 Herr Jesu! send uns deinen Geist 3 Herr, jaß doch mich recht feierlic, 112 Herr, laß mich doch gewissenhaft 514 Herr, lehre mich, wenn ich der. 497 Herr, mache meine Seele stille 384 Herr, mein Erlöser! nur von dir 346 herr, meiner Seelen großen Werth 499 Herr, mein Sicht! erleuchte mich 12 Herr! mein Sicht, mein Seil und 459 herr, mein Verföhner! der du 550 Herr, ohne Glauben kann kein M. 305 Herr! ßärke mich, dein Leiden zu 132 Herr, unser Gott! dich loben wir 456 Herr, unser Gott, wer it dir gleich 40 Herr! wir Behen hier vor dir 221 Heute, sprach mein Heiland heute 147 hier bin ich, Jesu! zu erfüllen 233 Sier ist noch unsre Prüfungszeit 507 Hier liege ich zu deinen F.- V. 9 233 Hilf, Jesu! daß ich meinen N. silf mir, mein Gott! verlethe Höchfter denk to an die Güte höchster Gott! wie danken dir Höchs erwünschtes Seelenleben Hoflanna, Davids Sohn! der in 183 büter! wird die Nacht der Sünden 297 546 334 288 320 3. Jauchze, auserwählt Geschlechte 452 Ich armer Sünder, wer bin ic 348 Ich bin ein Chrift: Gott ist mein 258 Ich bin getauft auf deinen Namen 219 Ich bin, o Gott, dein Eigenthum 76 Ich danke dir von ganzem Herzen 328 Ich danke meinem Gott, der mir 328 Ich denk an dein Gerichte, du Ich erhebe mein Gemüthe sebnf. 236 Ich feh in tieffer Reue zu deiner 237 Ich freue mich der froben Beit 267 194 1 255 303 335 497 Ich schäme mich vor deinem Thron 292 Ich finge meiner Seelen Buß 457 Ich freue mich, mein Gott, in Ich glaub an Gott; hoc fei Ich habe, Gott! mir ernstlich Ich habe nun den Grund gefunden 92 3 hab in guten Stunden des 523 Ich hoff, o Gott, mit festem M. 246 Ich komme, Friedensfürf! zu dir 307 Ich komme, Herr! und suche dich 225 Ich komme vor dein Angesicht 409 Ich preise dich, o Herr, mein Deil 232 Ich weiß, an wen mein Glaub Ich weiß es, Gott! mein ganzes Ich weiß es wohl, ich selbst 248 413 330 55 63 Ich weiß gewiß, daß mein Erlöser 161 Ich will dich noch im Tod erheben 54! 3ch will, mein Gott, du König Jehovah herrscht mit Majestät Jehovah, Herr und König der Jesu, Arzt todtkranker Seelen Jesu, daß di meine Seele selbi Jesu, durch dein Blut und Wunden 152 Jesu, meire Freude! hester Croft 319 Jeju, meiner Seelen Retter 429 79 310 401 164 311 172 167 270 Jesus Christus, unser Heiland Jesu, sieb mich an in Gnaden Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus meine Biebe lebt, dem es ist Jesus meine Zuversicht und mein Jesus nimmt die Sünder an Ihm, der das Bicht entsteben hieß 3hr, Christen rühmt, erhebt und Jhr, die ihr wart verloren! hört Ihr Frommen, auf! die ihr die Ihr Knechte Gottes, lobt den Herrn 3hr trüben Sorgen weicht, den 3hr Völker, fauchst mit frohem Jhr Völker in der ganzen Welt Ihr Völker, ftimmet nun mit Fr. 118 In allen meinen Chaten laß ich In deinem Namen, o Herr Chrift 425 184 62 309 474 198 111 49 442 477 439 Kaum steigt zu ihrem frobßten Lauf 163 Kein Lehrer ist die, Jesu, gleich 120 König, dem fein König gleichet 189 Kommt betend oft, und mit Vergn. Komm heiliger Geißt, erfüll die Komm, o Gott Schöpfer beilger Komm, o komm, du Geißt des 8. Kommt her, Mülhselge, kommt Kommt, laßt euch den Herren 399. 1 197 204 352 327 103 289 8aß deinen Geißt mich sets, mein 143 Saß dech, o Jesu, laß dein Reich 209 Laß mich doch nicht, o Gott! den 512 Baß mich doch, o mein Gott! Die 299 Laß mich, Höchter! darnach Breb. 557 Saßt uns unsern Gott lobsingen Lehre mich, Herr! recht bedenken 501 Biebster Jesu! Gnadensonne, meines 412 Biebßter Jesu, Troßt der Herzen Siebster Jesu! wir sind hier, dich 8ob, Ehre, Preis und Dank sei Lob, Ehr und Preis dem höchsten 449 Lobet den Herren, alle Heiden Cobsinge, meine Seele, dem W. Zobsinge Gott mit wahrem And. Lobt Gott, den Gott der Stärke Lobt Gott, der uns den Frühling 68 Bobt, lobt den Herrn, tbr Rationen 443 4 97 444 166 440 455 32 498 Register. an. 506 312 315 220 138 140 470 Mache dich, mein Geißt, berett Rag doch der Spötter Heer des Man betet, Herr, in 3tons Stille 50 Mein Auge sieht, e Gott, zu dir 58 Mein Bundesgott! ach, unterwetse 324 Meine Bebenszeit verstreicht, sündl. 536 Meinen Jesum laß ich nicht, da Mein Erlöser der du mich dir Mein Erlöser! Gottes Sohn, der Mein Erlöser hängt am Kreuz Mein erster Wunsch, mein innig. 473 Mein erst Gefühl fet Preis und Meine Seel ermuntre dich, Jesu 134 397 Meine Stimme ruft zur Höhe 277 Mein ganzer Geist, Gort! wird Mein Geiß erstaunt, Allmächtiger 366 Mein Geiß soll nun in Gott allein 377 341 Mein Gott! ach, lehre mich erk. 83 Mein Gott, dir tst bewust die 355 Mein Gott! du wohnes zwar im Mein Heiland! deine Größe gebt 181 268 Mein Heiland lebt. Er hat die Mein eiland! wenn mein Geift 269 460 Mein Herz, ermuntre dich nun 364 Mein Herz, ermuntre dich zum 374 Mein Hort iß Gott! thn laß ich Mein Jefu, du hast unsre Schuld 119 Mein Jesus ist mein Leben. Reißt 542 Mein Zesus sist zur rechten Hand 180 178 Mein Jesus triumphiret, und 273 Mein Beben ist ein Pilgrimsand 130 Mein Lebensfürft: nun fann ich 538 Mein Lebensfürst! zeig mir in 245 Mein Salomo! dein freundliches 256 Mein treuer Gott, dein gutes Mein Vater, und mein Gott, der 340 275 Menschen ists gesest, zu sterben Mit Erns, o Menschenkinder, das 100 405 Mit Seufzen flag ich dir, mein D Chriße, Eingeborner, von D Christenbett! set hoch erfreut D erbabner ott, an Macht und 43 45 431 35 D Freund, der meine Schuldenlagt 145 O Friedensfürß aus Davids 103 Oft denkt mein Herz, wie schwer 343 D Gott! den alle immel ehren D Gott des Himmels und der e. D Gott! des gnadenvoller Rath D Gott, des starke pand die 23. D Gott, du big die Liebe! Nlein 34 D Gott! Du biß mein Preis und 492 Gott, du frommer Gott, du 411 D Gott, es febit uns Kraft und 404 D Gottes Samm, unschuldig am D Gottes Sohn, Herr Jesu Chrißt 306 D Gottes Sohn und Menschenkind 106 D Gott! gib dein Gericht dem K. 185 D Gott, wer is die gleich! wie 369 O großer Gott! der alle Ding D heiligste Dreieinigkeit, nam W. 41 D Herr, mein Gott, durch den D Herr und Schopfer unsers 8. D Höchser! dessen Kraft Buft D Jesu, Brunnquell aller Freuden D König! Deffen Majestat sich 136 27 390 56 D Liebesglut, wie kann ich dich O Menschenfreund, o Jesu 226 159 74 216 406 D Seele, schaue Jesum an! hter 351 D Tod! wo i dein Stachel nun Dunfer Gott, wie voll iß deiner O Vater, allerhöcher Gott! daß 403 O Vater der Barmherzigkeit bei D Vater! groß im Himmelreich 435 O welch ein Leiden, das mich 503 D welch ein unschbäsbares Gut DWelt! sieh hier dein seben am 139 O wie unaussprechlich selig werden 280 D, wohl dem Menschen, der dem 242 D Wundergott! der alles schafft 278 500 504 28 Nach einer Prüfung furzer Lage Nach meiner Seelen Seligkeit Nicht, daß ichs schon ergriffen Nie bißt du, Höchster, von uns Sie will ich dem zu schaden suchen 552 66 Nimm Gott, dem wir vertrauen 262 Noch bin ich dein Bas, o Erde 59 Noch immer wechseln ordentlich 471 Noch läßt der Herr mich leben Noch nie haßt du dein Wort gebr. 31 93 Nun, Christen! test uns fröhlich un danket alle Gott, mit Herzen 450 Nun habe Dank für deine Liebe 234 Nun ist es alles wohlgemacht Nur Biebe ohne Heuchelei zeigt 151 547 427 125 293 98 94 113 638 Iti Preiset Gott in allen Banden Dreis, Preis set Gott! und Glück 249 Qual und Angs muß ich empfinden 417 Schaffet, chaffet Menschenkinder 285 Schau, großer Derr der Derrlichk. 175 Schön is die Zugend, mein Werl. 344 240 Schöpfer aller Menschenkinder Schon ist der Lag von Gott best. 195 Schon rubet auf den Feldern, in 487 Schülge die Deinen, die nach dir 212 Schwing dich auf gen Golgatha Seele! du mußt munter werden Seele, sei zufrieden! was dir G. 385 Seele, willst du Ruhe finden 142 472 231 263 Selig, Gott! sind die, die nun Seht den leidenden Gerechten Seht, welch ein Mensch: ach seht 129 Set feurig, Seele, Gott zu loben 51 Set gnädig, err, nach deiner 146 Set hochgepriesen, err! für 281 1 BJ Sei, Seele! fark und unverzagt 521 Set zufrieden, mein Gemilthe So stehen unsre Eage hin! auch 480 So gehß su, 3esu! williglich So semand spricht: ich liebe Gott 544 So ist von meiner kurzen Pilgr. Soll sich mein Geiß, o Gott! zu 353 Sollt ich meinem Gott nicht fingen 445 Sorge doch für meine Kinder 433 Co schlummerß du in Biller Ruh 153 So war ich lebe! spricht dein G. 300 Stimmt unserm Gott ein oblied 454 Strafe nicht, o peiligster! mich 392 Straf, o Herr! mich nicht im 424 Sucht man die Freundschaft in der 316 Sünder! willst du sicher sein 296 3. Tag, den mir der Herr gemacht Trener irte deiner eerde, du Register. Um Gnade für die Sünderwelt Unermeßlich ewig ist Gott der Unschuldger Jesu! was haßt du Unser Beiland steht gebunden Unumsbränkte Biebe! Gönne 228 217 141 22 131 128 38 . Verborgner Gott! dem nichts verb. 526 Verleih uns Frieden gnädiglich 415 Vernimm, o Gott! vernimm mein 244 Voll Glauben will ich zu dir beten 372 Von dir kommt jede gute Gabe Von ganzer Seele preis ich dich Bon Gott will ich nicht laffen Vor dir, o Gott! fich findlich 400 414 395 370 499 251 44 485 329 555 314 410 380 392 218 85 86 Wenn ich ein gut Gewiffen habe Wenn Ir, o Schöpfer, deine Dr. Wenn zur Vollführung deiner DA. 326 Wer bin to? welche wichtge Frage 496 Werde munter, mein Gemüthe Wer darf in deine Pütte gehen Wer dieser Erden Güter hat, und Wer, Gott! dein Wort nicht halt Wer kann, Gott, fe was Gutes Wer nur den lieben Gott läßt w. Wer unter Gottes Oatten ruht Wie Chrißus selbst zum Jordan Wie ein Geschwäg des Tags Bie fleucht dabin der Menschen Wie getroß und heiter, du Gebened. 250 Wie gnädig rarp du, Gott, vor 419 Wie göttlich sind doch Jesu Eebren 123 Wie groß ip deine Menschenliebe 227 Wie groß ist des Allmächtgen Güte 33 Wie groß is unfre Seligkeit Wie herrlich frabit der Morgens. Wie komm ich doch, mein Heil Wie lang darf ich noch säumen Wie lang foll ich traurig Behen Wie lieb in mirs, daß Gott zu Wie lieblich i doch, Herr, die Wie manntafaltig sind die Gaben 508 Wie felig bin ich, wenn mein G. Wie felig, Gott! wie selig is Wie selig, Herr! ist der Gerechte Wie selia lebt ein Mensch, der Wie sicher lebt der Mensch, der 637 Sie soll ich dich empfangen, o Jefu 115 Wie sollt ich dich, mein Gott 23 ie theuer, Gott! 18 deine Güte Wie treu, mein guter Hirte 248 361 490 356 236 345 553 357 241 301 77 Wie ungewiß ist, err, das Biel 539 Wie wichtig ist doch der Beruf Wie wird mir dann, mein Heiland 264 Wie wohl i, Jefu, metner S. 253 Will mich, o Gott, vienieden des 520 Willst du der Weisheit Quelle 371 Wil du die Buze noch, die Gott 298 Wirf, blöder Sinn den Kummer 114 Wir freuen uns, Herr Jesu Chriß 179 Wir Menschen sind von felbft 6 Wo find ich Gott, den meine Seele 354 o fieb ich Sünder hin, der ich 322 Wohlan, mein Sert, fel Sets ber. 360 Wohl auf, mein perz! wohl auf 402 Wohl dem, der befire Schäse llebt 513 Wohl dem, der richtig wandelt Wohl dem Menschen! der von Womit soll ich dich wohl loben Wort aus Gottes Munde! Wor 89 Wo foll ich hin? wer hilfet mir? 321 558 . 381 446 315 267 32* 488 116 203. 196 Wach auf, mein Herz auf, träger 168 Bach auf, mein Herz! und singe 478 Wachet auf! so ruft die Stimme 272 Bachet auf vom Schlaf, tör 3. Barum sollt ich mich denn grämen 524 Wad Gott thut, das ist wohlgeth. 525 Was grämst du dich, mein blodes 391 Bas hilfts, daß ich mich quäle 389 Was ich nur Gutes habe, i detne 498 Was ist das Leben hier auf Erden 529 Was ist mein Leben auf der Erde 527 War ist mein zeitlich zeben, das 511 at ists, daß ich mich quäle 528 Was ist vor deinem Angesichte 73 Was soll ich änglich klagen, und 394 Bar forgß du ängstlich für dein 2. 533 Beicht, ihr Berge! fallt, ihr. Welch hohes Beispiel gabi du mir 350 #enn Chriftus feine Kirche schützt 214 Benn der Sünder bat mishandelt 204 Zur Arbeit, nicht zum Müffiggang 517 32 3. 500 II. Alphabetisches Register der in diesem ,, verbesserten" Gesangbuche vorhandenen ( oder angeführten) Stamm- Melodieen. h Gott und Herr 10 67 417 15 284 4 In dich hab ic gehoffet, Derr 413 1) A Gott, vom Himmel sieh darein 215( Komm heiliger Geiß, erfüll Komm, o Gott, Schöpfer, heilger 197 Ach Here, mic armen Sünder A mein Jesu, sleh, ich trete Kommt her zu mir, spricht Gottes 238 Liebster Jesu, Troß der Herzen Xein Gott in der Höh fet Ehr Allein zu dir, Herr Jesu Christ 292 Liebster Jesu, wir sind hier Lobet den Herren, alle peiden Alle Menschen müssen sterben Alles ist an Gottes Segen Machs mit mir, Gott, nach deiner 26 ( Meine Armuth macht mich schreien 79) An Wasserflüssen Babylon Meine Biebe hängt am Kreuz Auf diesen Tag gedenken wir Auf meinen lieben Gott 444 82 459 97 173 140 78 296 156) 429 119 157 Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Noth schret ich zu dir Cbriß lag in Todesbanden Meine Seele, willst du ruhn ( Meinen Jesum laß ich nicht Mein Gott, das Herz ich bringe Nun bitten wir den heilgen Geißt 205 Nun danket alle Gott 59 9 542 138 Chrißt, unser Herr, zum Jordan kam 218 Christus, der ist mein Leben Chriftus, der uns selig macht Dennoch bleib ich gets an dir Der Tag if hin, mein Geiß Durch Adams Fall iß ganz verderbt 90 Ein fefte Burg ist unser Gott 156 153 208 418 211 110) ( Ein Kämmlein gebt und trägt die 97) Entbinde mich, mein Gott Erhalt uns, Herr, bei deinem ( Erbarm dich mein, o Herre Gott 348) ( Ermuntre dich, mein schwacher es if das Heil uns kommen ber Et ist gewißlich an der Zeit Es woll und Gott genädig sein Freu dich sehr, o meine Seele Gelobet feißt du, Jesus Chrißt Gott des Himmels und der Erden Gott sei Dank in aller Welt Herr Chrißt, der einge Gotts Sohn 91 Herr, hör, ach höre mein Gebet 316 Herr Jesu Chriß, dich zu uns wend Herzlich lieb hab ich dich ( Herzlich but mich verlangen Perzitebßter Jesu, was haß du Hoflanna, Davids Sohn 22 3 141 67) 131 167 256 ( Jch bab mein Sach Gott heimgest. 86) Ich ruf zu dir, Herr Jefu Chrift Ich weiß, mein Gott, daß all mein 255 ( Jesu, deiner Kirchen Glieder Jesu, meine Freude 459) 89 Jesus Cbriguš, unfer Deiland Jefus, meine Zuversicht 6 30 348 29 104 32 Nun laßt uns den Leib begraben 266 Nun laßt uns Gott dem Herren 47) ( Nun lob, mein Seel, den Herren 348 Nun sich der Tag geendet hat D Ewigkeit, du Donnerwort O Gott, du frommer Gott O Gott, du unser Vater bist O Gott Vater, ich glaub an dich 360 D großer Gott von Macht 480 190 8 3 368 136 48 121 Bamm Gottes, unschuldig O Welt, ich muß dich laffen Schmücke dich, o liebe Seele ( Schwing dich auf zu deinem Gott 136) ( Sollt ich meinem Gott nicht singen 108) Straf mich nicht in deinem Born 302 ( Unser Herscher, unser König Balet will ich dir geben Vater aller Gnade $ 1) 57 Bater unser im Himmelretch Verleih uns Frieden gnädiglich Vom Himmel hoch, da komm ich Von Gott will ich nicht laffen 199 120 415 109 56 Wachet auf! ruft uns die Stimme 171 Warum betrübst du dich, mein Herz 435 Was Gott thut, das ist wohlgethan 267 Werde munter, mein Gemüthe 2Ber nur den lieben Gott läßt w. Wie schön leuchtet der Morgenstern 35 Wohl dem Menschen, der von Wunderbarer König 164 3euch) ein zu deinen Thoren 47 Beuch mich, jeuch mich mit den 116 7 381 38 301 81 1 501 Gebete. Morgengebete. Gott, Schöpfer und Herr Himmels und der Erden, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen, dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die einzige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistliche und leibliche Vortheile, die ich besitze. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nacht mit deinem mächtigen Schutze bedeckt, daß du alle Gefahren, die mir droheten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet hast. Gott, deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Sie übertrifft alle unsere Verdienste unendlich: sie ist weit größer, als daß wir dir jemals würdig genug dafür danken könnten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du auch mein gedenkest und dich meiner so annimmst? ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesetze übertreten, der deine Wohlthaten öfter gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor dir bestehen, wenn du mit mir in's Gericht gehen wolltest? aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Kindes schonet. Noch fährest du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Noch schenfest du mir Zeit und Kräfte an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in deiner Furcht zu vollenden. Wie beschämet mich deine Huld und Güte, o Gott, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdienet habe. Sey mir gnädig in Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. 502 Morgengebete. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer besser, immer tugendhafter und heiliger zu werden. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gett, den aufrichtigen Vorsatz, alle unordentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterbrücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, noch nach dem Beispiel der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beifalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert, und dadurch deiner seligsten Gemeinschaft fähig zu werden: dies soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstliche Bemühung und meine Seligkeit seyn. Ja, ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. O Gott, stehe mir selbst mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen, denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige und auf den Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gieb, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unterdrücke. Laß die Vorstellung von deiner Allwissenheit und Allgegenwart mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht gegen dich und deine Gesetze erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigfeit gedenfen, und dadurch weise werden zur ewigen Eeligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nützlich werden, als es die Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich gesetzet haft, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen. Berufsgeschäften, und begleite sie mit deinem Segen. Gieb, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Vorsehung in allem, was mir begegnet, demüthig verehre, und weder dem Geize, noch der Ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Safter den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere die Grenzen Morgengebete. 503 des Reichs der Wahrheit und der Tugend. Tegne unsern Landesherrn und die Obrigkeiten, die du über uns gesetzet hast. Segne die fehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden seyn. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gieb, daß wir alle die Pflichten unseres Berufs treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Beste unfrem besonderen Nutzen vorziehen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum letzten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sey mir gnädig um Jesu Christi willen, Amen. Unser Vater 2c. Allmächtiger und unendlich gütiger Gott! Deiner gnädigen Vorsehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wiederum erwacht, und gesund aufgestanden bin. Du hast nächtliche Schrecken und Gefahren in Gnaden von mir abgewandt, und mich vor vielem Unglück behütet, das mir ohne deinen Schutz hätte begegnen können. Ich erkenne deine Güte, die diesen Morgen an mir neu ist, und bete zu dir, dem Allgenugsamen: bereite mich selbst zu einem dir wohlgefälligen Lobe, daß ich dich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit einer gerührten Dankbarkeit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ehre und nach deinem Wohlgefallen führen möge. Deinem mächtigen Schutze befehle ich mich darum an diesem Tage und fernerhin. Erhalte mir die Gesundheit und die Kräfte des Leibes und der Seele, und bewahre mich vor solchen Vorfällen, die mir schädlich seyn können. Regiere alle meine Entschließungen, und leite alles mein Thun und Bernehmen, daß es deinem heiligen Willen gemäß sehn möge. Gieb mir ein zufriedenes und freudiges Gemüth, daß ich willig und mit Munterfeit die Geschäfte verrichte, die mein Stand, in welchen du mich gesetzet hast, mir aufleget. Gieb, daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in allem, was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handle Sey auch nach deiner großen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jesu Christi willen gnädig, und verleihe mir den Beistand deines heiligen Geistes zu einer beständigen Besserung meines Lebens. Verhüte in Gnaden, daß ich an diesem Tage mein Gewissen nicht mit vorsätzlichen Sünden beschwere, sondern laß deine Furcht und die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allem Bösen zurückhalten, und gegen alle Versuchungen stärken. Wenn ich 504 Abendgebete. aus Uebereilung fehle, so wirke durch deine Gnade, daß ich meine Fehler aufrichtig bereue, bei dir Vergebung suche, und in's Künftige mit mehr Sorgfalt mich vor Sünden hüte. O du weiser und gütiger Gott, regiere alle Umstände meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe auf dich, du wirst's wohl machen, Amen. Abendgebete. Ich freue mich deiner Güte, o Gott, und komme mit Danken vor dein Angesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt! Vor wie vielen Sünden, die unter allen llebeln die größesten sind, hast du mich Schwachen bewahret! Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute vergelten, das du an mir gethan hast? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig geheiligt seyn. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener sehn! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Habe ich wohl den vergangenen Tag in aller Absicht so zugebracht, wie es einem vernünstigen Geschöpfe, einem Christen, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist? Habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart sorgfältig in meiner Seele unterhalten? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgesetzt und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Jünger und Nachfolger des demüthigen, des sanftmüthigen, des wohlthätigen und himmlisch gesinnten Jesu sey? Habe ich jeden Anlaß, mich selbst zu bessern und Andern nützlich zu werden, Abendgebete. 505 begierig ergriffen, allen Reizungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum Zorn, zur Unzufriedenh it, zur Wollust widerstanden, und mich recht sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu sündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl angewandt, als ich es hätte thun sollen und thun können? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, wie es deine Wohlthaten und meine chuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? O Gott, wie beschämet, wie erniedrigt mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler! Gehe nicht ins Gericht mit mir, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir meine Sünden und Uebertretungen. Ich bereue sie von ganzem Herzen; ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsatze! Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei! Gieb, daß ich alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe! Gieb, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue! Laß mir den morgenden Tag heiliger seyn, als den heutigen! Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden! Hege ich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir seyn, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu erzeugen geneigt bin! Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wünsche! Dein mächtiger Schuß bedece mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe! Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf! Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes und Seelenfräften wieder aufwachen, und gieb, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende! Tröste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elends der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten! Stärke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden! Hindere die Werke 1 506 Das Gebet des Herrn, umschrieben. der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und beleire sie! Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf! Ich bitte dich um dieſes alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers, Amen. Barmherziger, gnädiger Gott, unter deinem gnädigen Schuße habe ich abermals einen Tag zurückgelegt. Ich danke dir dafür, und preise deinen heiligen Namen für alle andere unzählige Wohlthaten, die mir deine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner Undantbarkeit fo mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im Zorn vor dich, noch meine unerkannten Sünden in's Licht vor deinem Angesichte, sondern wirf fie hinter dich zurück, und sey mir um Christi willen gnädig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schutz. Wende alles Unglück von uns ab, und schenke uns eine süße, erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wiederum geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die selige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern bereitet hast. Erhöre mich um Jesu Christi, reines geliebten ohnes willen, Amen. Das Gebet des Herrn, umschrieben. Unser Bater, der du bist im Himmel, Herr der ganzen Welt, dessen Thron der Himmel ist, welche Ehre und Gnade ist es für uns, daß wir, die wir von Natur Kinter des Zornes sind, dich mit Zuversicht und Vertrauen unsern Vater nennen, und insgesammt unsere Herzen und Hände zu dir aufheben dürfen! Großer Gott und versöhnter Vater in Christo, was können deine so hech begnadigten Kinder mehr wünschen und bitten, als daß dein Name geheiligt werde? Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, und würdig von allen erfannt, geehret und gepriesen zu werden. O laß deinen Namen, deine Tugenden und Voll Das Gebet des Herrn, umschrieben. 507 tommenheiten immer bekannter und herrlicher auf dem ganzen Erdboden werden, so daß vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang Jedermann dich recht erkenne, über alles ehre, fürchte, liebe, und mit Gedanken, Worten und Werken preise. Und damit dein Name je länger, je herrlicher werde, so kom me dein Reich, so laß dein Reich, das du durch deinen Sohn. auf Erden aufgerichtet hast, sich immer mehr ausbreiten, daß alle Welt sich dir unterwerfe und dir diene! Regiere und herrsche du in uns durch dein Wort und durch deinen Geist. Zerstöre das Reich des Satans, und erweitere die Grenzen deines Reiches durch Erleuchtung derjenigen, die noch in Finsterniß leben, und durch Bekehrnng so vieler, die noch auf den 3rrwegen des Lasters und des Unglaubens wandeln. Nur dei Nur dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel, nicht unser verkehrter Wille, sondern dein guter und vollkommener Wille geschehe, so daß wir sowohl in guten, als in bösen Tagen deine Befehle ohne Ausnahme beständig willig und freudig ausüben, gleich wie sie von den Engeln und vollendeten Gerechten im Himmel vollzogen werden. Gieb uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gottseliges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Abhängigkeit von dir erfennen, täglich unser Vertrauen auf dich segen, und uns arbeitsam und treu in unserm Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott, vergieb uns unsre Schuld, als auch wir vergeben unsern Echuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gehänft haben, und versichere uns der Vergebung unserer Sünden in dem Blute Christi. Wirke du selbst in uns eine göttliche Traurigkeit, Reue und Leid über unsere Sünden, daß wir sie hassen und verabscheuen. Gieb uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, so uns beleidiget haben, damit wir ihnen so gerne, willig und herzlich vergeben, als du uns vergiebst. Denn wenn wir nicht vergeben, so wirst du uns auch nicht vergeben. Und da wir wohl wissen, wie leicht wir in Sünde fallen, und wie stark und listig unsere Feinde: der Satan, die Welt und unser Fleisch sind, um uns zu stürzen, so führe uns nicht in Versuchung, so laß uns nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir gefallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden versucht werden, so stehe uns bei, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. Vor dem Genusfse des heiligen Abendmahls. Denn bein ist das Reich, du bist König und Herr über die ganze Welt; alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan seyn. Dein ist die Kraft, du bist allein mächtig, und kannst unendlich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preifen und verherrlichen. Amen. Ja, das ist unser sehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unser Gebet, das uns dein lieber Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten sich in seinem Namen, und haben das Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß erhören werdest, Amen. 508 Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. Herr, Herr, Gett, barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Treue, der du Gnade beweisest, und vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde, dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater und unsers Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du haft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwürdigen hast du zur Erkenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten Zeichen und Versicherungen mittheilen, wenn ich, mit wahrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen. Vorsatze ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise deiner Güte mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein, ferne sey es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundre die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Sch wünsche 509 Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. sehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, auf welche du mir diese unschätzbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. D Gott, verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zu= wider gehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernet. Aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: ihr sollt mein Antlitz suchen. Ich suche es, o Herr, verbirg dasselbe nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote sey mein ganzes übriges Leben gewidmet. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens seyn. Ach, schenke mir selber Kraft und Stärke, meine Gelübde zu erfüllen. Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe, laß den Genuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die du mir vorhältst, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Versuchungen zum Bösen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle, und dir bis in den Tod getreu verbleibe. Heiland der Welt, Herr Jeſu Christ, du haſt ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setztest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil fenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und mich zu deinen Erlöseten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verterbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein? Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie erschrecklich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und 510 Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest. Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß sein! Würde ich nicht der undankbarste und niederträchtigste unter allen Sterblichen seyn, wenn ich dein vergäße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedächte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu seyn. Ich komme als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit Bußfertigkeit und Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsatz zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich fomme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten Herr, laß mein Vorhaben gesegnet O seyn. Erlaube nicht, daß ich mich blos mit den Lippen dir nahe, aber mit dem Herzen serne von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Vaß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket, und ich auf das fräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbrüchlicher Treue zu halten, Amen. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Ceele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich frönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und ver Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 511 gilt uns nicht nach unsern Missethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geist kein Falsch ist! Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretungen befennen; da vergabst du mir die Missethat meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist? du hast deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben; wie? solltest du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet sey Gott, und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit den kostbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Geliebten, sind wir dem Höchsien angenehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Bater, und uns seine Kinder nennen. An ihm haben wir einen vollkommenen Seligmacher, der immerdar lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverwelflichen Erbes, das behalten wird im Himmel. O Gott, womit soll ich dir alles das Gute vergelten, das du an mir gethan hast? Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und mein Gelübde bezahlen vor allem Volke. Großer Erlöser, meine Seele erhebet dich, den Herrn, und mein Geist freuet sich in dir, meinem Heilande. Du biſt würdig, zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bist auch für mich erwürget worden, und hast mich mit deinem Blute erfauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du hast mich bis in den Tod geliebet: Du hast deinen Leib für mich gegeben. Du hast dein Blut für mich vergessen zur Vergebung der Sünden. Du bist für mich gestorben. Du hast dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinige seyn. Dir will ich leben. Dir will ich sterben. Dir sey mein teib und meine Seele, dir sey mein ganzes Leben heilig: Dich zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den 512 Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmes und beständiges Geschäfte, meine ganze Seligkeit sein! Amen. habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Vaters und unendlichen Wohlthäters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolger meinen hochgelobten Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem Leibe zu preisen, die beide sein Eigenthum sind. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie undankbar, wie unglücklich würde ich nicht seyn, wenn ich diese Zusagen vergäße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welch ein Gericht, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle bösen Gewohnheiten, die ich an mir habe, ernstlich bestritte, wenn ich eben so träge und nachlässig im Guten wäre, als ich es ehemals gewesen bin! So würde ich mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, die ich als ein Christ besitze, verlustig, und meine Verdammniß um so viel schwerer machen. Ach Gott, erlaube nicht, daß ich so undankbar gegen dich, und so seindselig gegen mich selbst handele! Sey du in meiner Schwachheit mächtig. Befestige meine guten Entschließungen und verleihe mir Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und unverrückt zu arbeiten. Erhalte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenfe mir ein neues Maaß deines Geistes und führe mich durch denselben auf ebene Bahn. Gieb, daß ich mich von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Versuchungen, stärke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen haſt, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit aus. deiner Hand empfangen, und dir Sob und Ehre bringen in Ewigkeit, Amen. 513 Gebet eines Kranken. mein Gott, du Quelle des Trostes und der Gnade, ich demüthige mich vor dir, um deinen Beistand in meinen großen und heftigen Schmerzen sehnlich zu suchen. Höchster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. Mein Leib ist schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umfangen. Zu wem fann ich mich wenden, der ich so elend und voll Jammer auf diesem Krankenbette darnieder liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Diese können nicht rathen und nicht helfen. Nur du allein, mein Gott, kannst die Krankheit heilen, welche mir Seufzer auspresset. Zu dir allein wende ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und schweige nicht zu meinen Thränen. Herr, ich bekenne es, daß ich nichts anderes leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so strafen, als ich wegen meiner Sünden es werth bin, so würden alle Wellen deines Zornes über mir zusammenschlagen, und ich müßte gleich jenen abtrünnigen Geistern zur Verdammniß verstoßen werden, weil ich ihnen auf dem Wege des Verderbens so unglücklicher Weise nachgefolget bin. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, du aber unendlich gerecht bist. Ich habe gesündigt wider dich und vor dir. Meine Sünden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. Ach, ich Unglückseliger! Ach, daß ich dich zum Zorn wider mich gereizet habe! Du bist die Liebe selbst. Du hast mit so vieler Gnade mich überhäust und nicht aufgehöret, mir Gutes zu thun. Wie konnte ich doch so undankbar seyn, daß ich mich wider dich, meinen großmüthigsten Wohlthäter, erhob! Wie konnte ich so frech, so treulos seyn, daß ich mich gegen meinen Vater und König empörte! Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, daß es meine Sünden sind, die dich gegen mich reizen, daß ich mein Leben damit beflecket habe, und durch sie mich nun an den Rand des Abgrunds geführet sehe, wenn anders deine Barmherzigkeit nicht noch ins Mittel tritt, und den Arm deiner Gerechtigkeit aufhält. O erbarmungsvoller Gott, höre die Stimme des Blutes, , welches mein theuerster Erlöser für bußfertige Sünder vergossen hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß ich dich beleidiget habe. Gieb mir Kraft, daß ich allen dir mißfälligen Neigungen widerstehe, und mich gänzlich deinem heiligen Willen unterwerfe. Ja, mein Gott, ich küsse die Ruthe, welche mich schlägt. Ich lege meine Hand auf den Mund, und will gar nicht murren. Ich preise deine Barmherzigkeit mitten in deinen Züchtigungen. Gieb mir Geduld in meiner schweren Krankheit. Laß mich einen. sanften Sinn und Freundlichkeit gegen alle die, so um mich 33 514 Gebet eines Kranten. herum sind, beweisen, und alle Sorgfalt, so man an mir beweiset, mit Dank erkennen. Laß die Mittel der Genesung, so ich anwende, gesegnet seyn, denn ohne deinen Segen arbeitet doch der Arzt vergeblich, und alle Mittel sind umsonst. Von dir, o Gott, erwarte ich alles. Mache es mit mir, wie es deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Verlaß mich nur nicht. Unterstütze mich durch deine Gnade, an der ich genug habe. Deine Kraft sey mächtig in mir Schwachen! Gefällt es dir, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit wieder herzuſtellen, willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben soll, so gieb mir, Herr, daß ich ein neues Leben führen und zeigen möge, daß ich in der Schule deiner Züchtigung gelernet habe, wachsamer über all mein Thun und Lassen zu seyn, und von aller Unreinigkeit der Welt zu entfernen. Hast du aber beschlossen, den Lauf meines Lebens durch diese Krankheit zu endigen, und mich vor deinen Richterstuhl zu fordern: so setze mein Herz in eine solche Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig befinden müssen, wenn du uns von hier abrufest. Reiße mein Herz ganz los von der Erde, und laß meine Sehnsucht nur nach den Gütern der Ewigkeit gerichtet seyn.( Denn was hat die Welt, das mich an sie fesseln sollte? Es ist wahr, die, an welche mich so starke Bande knüpfen, gehen mir nahe. Doch auch deinem Sohne lagen die Eeinigen bei seinem herannahenten Abschiede am Herzen. Er liebte sie allezeit, er liebte sie bis ans Ende. Da er jetzt seinen Geist in deine Hände befehlen wollte, so sorgte er noch liebreich für seine Mutter. Coll ich die Meinigen verlassen, so verlasse du sie nicht. Ich werde mich dann nicht, wie bisher, ihrer ferner annehmen. Aber du lebest immer und ewiglich. Sey du ferner ihr Vater, ihr Berather, ihr Beschützer und Helfer. Laß sie bei meinem Hingange nicht weinen als solche, die keine Hoffnung haben, sondern dadurch besonders erweckt werden, so lange sie hier noch streiten müssen, sich täglich zu ihrer Veränderung zu bereiten. Bringe du mich indessen selbst immer mehr in die heilige Fassung, daß du mir ungleich lieber bist, als alles, was ich auf Erden lieb habe). Versiegele mich auf den Tag der Erlösung.. Gieb neue Stärke meinem Glauben, meiner Liebe und Hoffnung, daß ich diese Welt ohne Kummer verlasse, und mit Freuden aus derselben gehen möge. Nun, mein Gott, ich erwarte in tiefster Demuth deine Befehle. Rede, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, deiner Stimme zu folgen. Erhöre mich, ich rufe zu dir aus der Tiefe, und um Christi Jesu, meines Heilandes willen, Amen. 515 Danksagung und Bitte nach der Genesung von einer Krankheit. Großer Gott, höchster Gebieter und Herr über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Ach ja, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes sehn sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um deiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will bir im Grabe danken? Du haft meine Klagen erhöret, und meine Thränen angesehen. Du bist von Mitleiden gegen mich gerühret worden, und hast mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. O, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würde genug erheben könnte! Ich erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Kranfheit und in meinen Aengsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Herzens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzürnten; ich versprach dir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gieb dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß sie dich lobe. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten läsfest, denn diese ist ein ungestümes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein fannst mich erretten. Gieb mir das nöthige Licht, gieb mir Standhaftigkeit und Muth, damit . ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möge. Sey du mir zur Rechten, damit ich niemals wante. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube set mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischneidigen Echwertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. Gott, so mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der 516 Gebet der Umstehenden Welt zurückgefallen; und hat seine vorige Lebensart wieder angefangen; und ich habe dir auch bei anderen Gelegenheiten so große Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Es überfällt mich deswegen ein Zittern. Ich bin ganz beschämt. Ich bitte dich, laß mich nicht von neuem untren werden. Es erschalle doch ohne Aufhören die Mahnung in meine Ohren: Siehe zu, du bist gesund geworden, fündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Nergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt mein Leben und die Gesundheit wieder schenfest, ich doch einstens aus dieser Welt weggehen muß, ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet, ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wie bald diese Welt, die ein Schauplatz ist, ihre Gestalt verändere, ich weiß es, daß der Himmel mur unser wahres Vaterland ist, und unsere Herzen und Begierden dahin gerichtet sehn müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger und angelegentlicher sey. Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken. Höre ihre Bitten, stehe ihnen bei und gewähre ihnen alles dasjenige, was deine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprießlichsten findet. Unterstüße und stärke alle, die du mit mir von ihren Krankenlagern aufstehen läsfest, daß sie die Sonne mit Freuden erblicken. Gieb einem jeden unter uns, daß wir weder deine Wohlthaten, noch auch unsere Versprechungen jemals vergessen. Erhöre mich, Vater im Himmel, ich rufe dich mit innigster Inbrunst um Jesu Christi, meines liebsten Heilands willen an, Amen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Allmächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Vater! Du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung, daß wir dich preisen; darum erscheinen wir auch jetzt vor deinem heiligen Angesichte, und bitten dich für diese kranke Person, die nicht mehr mit uns, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenstündiger, durch das Seufzen und Flehen deines für einen Sterbenden. 517 und ihres Geistes reden kann. Ach, gieb ihr Gnade, daß sie in dieser Schwachheit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Ach, Herr Jesu, erbarme dich mein, tomm doch bald und hilf mir, und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie. Dir, o allerliebster Vater, wollen auch wir ihre Noth vortragen, und bitten dich herzlich und findlich, siehe sie doch in Gnaden an, stärke sie im Kampf und Streit wider den Tod, ihren letzten Feind! sey nicht ferne von ihr, denn. die Angst ist groß. Es ist hier kein Helfer, denn du allein. Reinige sie, o Gott, durch das Blut deines Sohnes von allen ihren Sünden, versiegele durch deinen heiligen Geist in ihren Herzen die Gewißheit der Seligkeit. Sprich zu ihrer Seele: Mein Sohn( meine Tochter) sey getrost, dir sind deine Sünden vergeben. Stärke und erhalte sie in heiliger Vollbringung deines Willens, damit sie dir getreu bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der großen Angst mit der Angst, Traurigkeit und den Schmerzen, die dein liebster Sohn in seinem schwersten Streite empfunden und ausgestanden hat. Findere, verkürze und vermindere die Furcht und die Schmerzen des Todes, und gieb ihr alles, was sie zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren kalten Todesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Anfechtung und Angst, in seinem Zittern und Zagen auf die Erde geflossen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Celigkeit und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. O Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr werden, und der Tag ihres Lebens hat sich geneiget, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Ach, stärke in Gnaden ihren Geist. Mache sie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig seyn. O liebster Heiland Jesu! Du hast verheißen, wenn du werdest erhöhet seyn, so wollest du uns alle zu dir ziehen; nun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet worden, und hast daselbst alle unsere Missethat versöhnet, sondern du bist auch nach deiner Auferstehung über alle Himmel erhoben worden, damit du vor dem Angesichte deines himmlischen Baters für uns erscheinest. So ziehe denn diese Schwache durch die fräftige Wirkung deines Geistes zu dir, daß sie dir nachlaufe, ziehe ihre Seele aus dem bald einfallenden Sterfer ihres Leibes, darinnen sie gefangen ist, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Finsterniß 518 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben fahre. Wenn ihre Augen finster worden sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des seligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröste sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geiſtes. Wenn ihr die Nede entfällt, so sey, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. O heiligster Seligmacher, wirke in ihr bei ihrem Abschiede gute und heilige Gedanken, und laß deine heiligen Engel sich um sie her lagern, und ihre Seele in das himmlische Paradies und in den Schooß ihres Erlösers führen. Uns aber, o Herr, gieb die Gnade, daß wir uns oft unserer Sterblichkeit erinnern, aller Sünde bei Zeiten absterben, und durch rechtschaffene Befehrung und wahren lebendigen Glauben uns zu einem seligen Abschied vorbereiten. Nimm dich unser in Gnaden an, wenn die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns, o lieber Vater, um Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich also anrufen: Unser Vater 2c. Evangelien und Episteln. Evangel. am 1. Sonnt. des Advents, Matth. 21, v. 1-10. Epistel, Röm. 13, v. 11-14. Lieben Brüder: weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe( sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubten), die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Da sie nun nahe bei Jerusalem tamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch lieget, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Evangel. am 2. Sonnt. des Advents, Luc. 21, v. 25-34. Und es werden Zeichen gescheDie Jünger gingen hin und hen an der Sonne und dem thaten, wie ihnen Jesus befoh- Mond, und den Sternen, und len hatte: und brachten die Ese- auf Erden wird den Leuten bange lin und das Füllen, und legten seyn, und werden zagen, und ihre Kleider darauf, und setzten das Meer und die Wasserwoihn darauf. Aber viel Volks brei- gen werden brausen, und die tete die Kleider auf den Weg; Menschen werden verschmachten die anderen hieben Zweige von vor Furcht und vor Warten der den Bäumen und streueten sie Dinge, die da kommen sollen auf den Weg. Das Volk aber, auf Erden, denn auch der Himdas vorging und nachfolgete, mel Kräfte sich bewegen werden. schrie und sprach: Hosianna, Und alsdann werden sie sehen dem Sohne David! gelobet jeh, des Menschen Sohn kommen der da kömmt in dem Namen in den Wolken mit großer Kraft des Herrn! Hosianna in der Hosianna in der und Herrlichkeit. und Herrlichkeit. Wenn aber Höhe! dieses anfähet zu geschehen, so 1 Am 3. Sonntage des Advents. 2 sehet auf, und hebet eure Häupter auf, barum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so fehet ihrs an ihnen, und merket, daß jegt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Epistel, Röm. 15, v. 4-14. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben: Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seyd unter einander nach Jesu Christ, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sey ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit Willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volf. Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Esaias: Es wird seyn die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird, zu herrschen über die Hei den, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium am 3. Sonntage des Advents, Matth. 11, v. 2-11. Da aber Johannes im Gefängniß die Werte Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen wer den rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget, und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volte von Johanne: Was sehd ihr hinausgegangen in die Wüsten zu sehen? Wolltet ihr. ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was sevd ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider Am 4. Sonntage des Advents. 3 tragen, sind in der Könige Häu-| sie fragten ihn: was denn? sern. Oder was seyd ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1. Cor. 4, v. 1-6. Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? Daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Etimme eines Predigers in der Wüsten: richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Efaias Dafür halte uns jedermann, gesagt hat. Und die gesandt nämlich für Christi Diener, und waren, die waren von den PhaHaushalter über Gottes Ge- risäern, und fragten ihn und heimnisse. Nun suchet man nicht sprachen zu ihm: Warum taumehr an den Haushaltern, denn fest du denn, so du nicht Chridaß sie treu erfunden werden. stus bist, noch Elias, noch ein Mir aber ists ein Geringes, Prophet: Johannes antwortete daß ich von euch gerichtet werde ihnen und sprach: Ich taufe oder von einem menschlichen mit Wasser, aber er ist mitten Tage, auch richte ich mich selbst unter euch getreten, den ihr nicht nicht. Ich bin mir wohl nichts fennet. Der ists, der nach mir bewust, aber darinnen bin ich kommen wird, welcher vor mir nicht gerechtfertiget; der Herr gewesen ist, deß ich nicht werth ists aber, der mich richtet. Dar- bin, daß ich seine Schuhriemen um richtet nicht vor der Zeit, auflöse. Dies geschah zu Bebis der Herr kommt, welcher thabara jenseits des Jordans, auch wird ans Licht bringen, da Johannes taufete. was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeg. lichen von Gott Lob widerfahren. Evangel. am 4. Sonnt. des Advents, Joh. 1, v. 19-28. Und dies ist das Zeugniß Fohannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und veviten, daß sie ihn fragten, wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und Epistel, Phil. 4, v. 4-7. Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: freuet euch! Eure Lindigkeit lasset fund seyn allen Menschen. Der Herr ist nahe! Sorget nicht: sondern in allen Dingen lasset eure Bitte in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott fund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jeju. 1* 4 Am heiligen Chrifttage. Evangelium am heiligen Christtage,| habt zum Zeichen; ihr werdet Luc. 2, 4. 1-14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schakung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenins Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Gali läa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt David, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schätzen ließe, mit Maria seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel traten zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verfündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus. der Herr, in der Stadt David. Und das finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippen liegend. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobten Gott und sprachen: Ehre sey Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Epistel, Tit. 2, v. 11-14. Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die jelige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Christi. Der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlöset von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium am 2. heil. Christtage, Luc. 2, v. 15-20. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr fund gethan hat. Und fie famen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in einer Krippe lie gend. Da sie es aber gesehen 5 zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter PHanuel, vom Geschlechte Aser, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und Denn wir waren auch weiland achtzig Jahren, die kam nimunweise, ungehorsam, irrige, mer vom Tempel, diente Gott dienend den Lüsten und man mit Fasten und Beten Tag und cherlei Wollisten, und wandelNacht. Dieselbige trat auch ten in Bosheit und Neid, und hinzu zu derselbigen Stunde, hasseten uns unter einander. und preisete den Herrn, und Da aber erschien die Freund- redete von ihm zu allen, die lichkeit und Leutseligkeit Gottes auf die Erlösung zu Jerusaunsers Heilandes, nicht um der Lem warteten. Und da sie es Werke willen der Gerechtigkeit, alles vollendet hatten, nach dem die wir gethan hatten, sondern Gesetze des Herrn, fehrten ſie nach seiner Barmherzigkeit machte wieder in Galiläam, zu ihrer er uns feelig durch das Bad der Stadt Nazareth. Aber das Wiedergeburt und Erneuerung Kind wuchs und ward stark im des heiligen Geistes, welchen er Geist, voller Weisheit, und ausgegossen hat über uns reich- Gottes Gnade war bei ihm. lich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen nade gerecht und Erben seyn des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je . gewißlich war. Am Sonntage nach Christtag. hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und erwägete sie in ihrem Her zen. Und die Hirten fehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Epistel, Tit. 3, v. 3-8. Epistel, Gal. 4, v. 1-7. Ich sage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr Evangel. am Sonntag nach Christ- ist aller Güter; sondern er ist tag, Luc. 2, v. 33-40. Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich deß, daß von ihm geredet ward, und Simeon segnete sie, und sprach unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den 6 Am Neuen Jahrestage. äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kin= der seyd, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Bater. Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Rinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium am Neuen Jahrestage, Luc. 2, v. 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten wurde, da ward sein Name genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen war. Epistel, Gal. 3, v. 23-29. Ehe denn aber der Glaube fam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr sebb alle Gottes tinder, durch den Glauben an Christo Jesu. Denn wie viel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist fein Juve noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib, denn ihr seyd allzumal einer in Christo Jesu. Seyd ihr aber Christi, so seyd ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. Evangelium am Sonntage nach dem Neuen Jahre, Matth. 2, v. 13-23. Da sie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und allba, bis ich dir jage. Denn fleuch in Egyptenland, und bleib es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egypten land. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodias. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem töbten, und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Wei sen erlernt hatte. Da ist erfülllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, 7 Am Sonntage der Erscheinung Christi. Weinens und Heulens! Rahel| Christi, denn der Geist, der ein beweinte ihre Kinder und wollte Geist der Herrlichkeit und Gotsich nicht trösten lassen, denn es tes ist, ruhet auf euch. Bei war aus mit ihnen. Da aber ihnen ist er verlästert, bei euch Herodes gestorben war, siehe da ist er gepreiset. Niemand aber erschien der Engel des Herrn unter euch leide, als ein Mördem Joseph im Traum, in der oder Dieb, oder UebelthäEgyptenland, und sprach: Stehe ter, oder der in ein fremd Amt auf und nimm das Kindleingreifet. Leidet er aber als ein und seine Mutter zu dir und Christ, so schäme er sich nicht, zeuch hin in das Land Israels: er ehre aber Gott in solchem Fall. sie sind gestorben, die dem Kinde Denn es ist Zeit, daß anfahe das nach dem Leben standen. Und Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns: was wills für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, we will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodis, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und zog in die Oerter des Galiläischen Landes, und kam und wohnete in der Stadt, die da heißef Nazareth. Auf daß er= füllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Epistel, 1. Petri 4, v. 12-19. Ihr Lieben, lasset euch die Hite, so euch begegnet, nicht befremden( die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet) als widerführe euch etwas Seltsa mes: Sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Bonne haben möget. Selig sehd ihr, wenn ihr geschmä- Schriftgelehrten unter dem Volt, het werdet über den Namen und erforschte von ihnen, wo Evangel. am Sonnt. der Erscheinung Christi( Epiphaniä) Matth. 2, v. 1-12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis, siehe da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Etern gesehen im Morgenlande, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrak er, und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versammeln alle Hohepriester und Am 1. Sonntage nach Epiphaniä. 8 Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen vande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mit nich ten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr jey. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und weisete sie gen Bethlehem, und sprach: ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er tam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an. Und thaten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epistel, Jes. 60, v. 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völfer. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meerzu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midiam und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium am 1. Sonntage nach Epiphania, Luc. 2, v. 42-52. Da Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause giengen, blieb das Kind Jejus zu Serufalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und famen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, Am 2. Sonntage nach Epiphaniä. gingen sie wieder gen Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel siten, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragte, und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Anwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Epistel, Röm 12, v. 1-6. Ich ermahne euch lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Veiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sey, welches seh euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sey der gute, der wohlgefäl 9 lige, und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten: sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicherweise, als wir in einem Yeibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied. Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben iſt. Evangelium am 2. Sonntage nach Epiphaniä, Joh. 2, v. 1-11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana, in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesus zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesegt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserfrüge mit Wasser. Und sie fül Am 3. Sonntage nach Epiphaniä. leten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speisemeister fostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam( die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpfet hat ten), ruft der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren: du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Epistel, Röm 12, v. 7-16. Hat jemand Weisjagung, so seyy sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, jo warte er des Amts. Vehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet Jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sey er sorgfältig. Uebt jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Lust. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche viebe unterein ander sey herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seyd nicht träge, was ihr thun follt. Seyd brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmt euch der heiligen Rothdurft an. Her berget gerne. Segnet, die euch verfolgen, segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Einn. untereinander: Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium am 3. Sonntage nach Epiphania, Matth. 8, v. 1-13. Da Jesus aber vom Berge herab gieng, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe ein Aussägiger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willt, fannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun; sey gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Aussate rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand, sondern gehe hin ,. und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Snecht liegt zu Hause, und ist. gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein. Am 4. Sonntage nach Epiphaniä. 11 das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammlen. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Knecht gesund; denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er, und zum andern: fomme her, so fommt er. Und Evangelium am 4. Sonntage nach zu meinem Knechte: Thue das, Epiphaniä, Matth. 8, v. 23-27. so thut ers. Da bas Jesus Und Jesus trat in das Schiff, hörte, verwunderte er sich, und und seine Jünger folgten ihm. sprach zu denen, die ihm nach Und siehe, da erhub sich ein folgten: Wahrlich, ich sage euch, groß Ungestüm im Meer, also solchen Glauben habe ich in daß auch das Schifflein mit Israel nicht funden. Aber ich Wellen bedecket ward, und er sage euch: Viel werden kom- schlief. Und die Jünger traten men vom Morgen und vom zu ihm und weckten ihn auf, Abend, und mit Abraham, und sprachen: Herr, hilf uns, Isaac und Jacob im Himmel- wir verderben. Da sagte er zu reich figen. Aber die Kinder ihnen: Ihr Kleingläubigen, des Reichs werden ausgestoßen warum seyd ihr so furchtsam? in die Finsterniß hinaus, da Und stand auf und bedräute den wird sehn Heulen und Zähn- Wind und das Wieer, da ward klappen. Und Jesus sprach zu es ganz stille. Die Menschen dem Hauptmann: Gehe hin, aber verwunderten sich und spradir geschehe, wie du geglaubetchen: Was ist das für ein haft. Und sein Knecht ward Mann, daß ihm Wind und gesund zu derselbigen Stunde. Meer gehorsam ist? Epistel, Röm. 12, b. 17-21. Haltet euch nicht selbst für tlug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Besleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. 3ste möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn, denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürstet ihn, so tränke in. Wenn du Epistel, Röm. 13, v. 8-10. Seyd niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet, denn wer den andern liebet, der hat das Geset erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollt nicht ehebrechen, du sollt nicht tödten, du sollt nicht stehlen, du sollt nicht falsch Zeugniß geben, dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfaffet: Du sollt deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die viebe thut dem Nächsten Am Sonntage Septuagefmä. 12 nicht Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium am 5. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 13, v. 24-30. Er legte ihnen ein ander Gleich niß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Men schen, der guten Saamen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säete Unfraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich aud pas Unfraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willt du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Wei zen mit ausrauset, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte, und um die Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuern. Epistel, Col. 3, v. 12-17. Do ziehet mun an, als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld, und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, jo jemand so Klage hat wider ben andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr; über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seyd in einem veibe, und seyd dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geiſtlichen lieblichen Liedern, und finget dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Worten, oder Werfen, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium am Sonnt. Septuagesimä, Matth. 20, v. 1-16. Und da Das Himmelreich ist gleich ei nem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sah andere an dem Markte müssig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus und Am Sonntage Seragesimä. fand andere müssig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sehn wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern, und gieb ihnen den Sohn, und hebe an, an den letzten bis zu den Ersten. Da kamen die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeg licher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hige getragen haben. Er anwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Letzten seyn. Denn viele sind berufen, aber wenig sind auserwählet. Epistel, 1. Cor. 9, v. 24 bis Cap. 10, v. 5. 13 Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeg= licher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mosen getauft, mit der Wolfe und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank Sie tranfen aber getrunken. von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher Fels war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüsten. Evangelium am Sonnt. Seragesimä, Luc. 8, v. 4-15. Da nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihnen eileten, sprach er durch ein Gleichniß. Es gieng ein Säemann aus, zu säen seinen Am Sonntage Seragefimä. 14 Saamen, und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dor- Denn ihr vertraget gerne die nen gingen mit auf und erstick- Narren, dieweil ihr flug seyd. tens. Und etliches fiel auf ein Ihr vertraget, so euch jemand gut Land, und es gieng auf, zu Knechten macht, so euch jeund trug hundertfältige Frucht. mand schindet, so euch jemand Da er das sagte, rief er: Wer nimmt, so euch jemand tretzet, Ohren hat zu hören, der höre. so euch jemand in das Gesicht Es fragten ihn aber seine Sün streichet. Das sage ich nach der ger, und sprachen: Was dieses Unehre, als wären wir schwach Gleichniß wäre? Er aber sprach: worden. Worauf nun jemand Euch ists gegeben, zu wissen das fühn ist( ich rede in Thorheit) Geheimniß des Reichs Gottes, darauf bin ich auch fühn. Sie den andern aber in Gleichnissen, sind Ebräer, ich auch. Sie sind daß sie es nicht sehen, ob sie Sfraeliten, ich auch. Sie sind es schon sehen, und nicht verste Abrahams Saamen, ich auch. stehen, ob sie es schon hören. Das Sie sind Diener Christi( ich rede ist aber dies Gleichniß: Der thörlich), ich bin wohl mehr. Saamen ist das Wort Gottes. Ich habe mehr gearbeitet, ich Die aber an dem Wege sind, habe mehr Schläge erlitten, ich das sind, die es hören; darnach bin öfter gefangen, oft in Tokömmt der Teujel, und nimmt desnöthen gewesen. Bon den das Wort von ihrem Herzen, Juden habe ich fünfmal empfanauf daß sie nicht glauben und gen vierzig Streiche weniger eins. selig werden. Die aber auf dem Ich bin dreimal gestäubet, einFels sind die, wenn sie es hören, mal gesteiniget, dreimal habe ich nehmen sie das Wort mit Freuden Schiffbruch erlitten, Tag und an, und die haben nicht Wur- Nacht habe ich zugebracht in der zel, eine zeitlang glauben sie, Tiefe( des Meers). Ich habe und zu der Zeit der Anfechtung oft gereiset, ich bin in Fährfallen sie ab. Das aber unter lichkeit gewesen zu Wasser, in die Dornen fiel, sind die, so Fährlichkeit unter den Mördern, es hören, und gehen hin unter in Fährlichkeit unter den Juden, den Sorgen, Reichthum und in Fährlichkeit unter den Heiden, Wollust dieses Lebens, und er= in Fährlichkeit in den Städten, sticken und bringen keine Frucht. in Fährlichkeit in der Wüsten, Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistel, 2. Cor. 11, v. 19 bis Cap. 12, v. 9. Am Sonntage Quinquagefimä. 15 in Fährlichkeit auf dem Meer,| Davon will ich mich rühmen in Fährlichkeit unter den falschen von mir selbst aber will ich mich Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Ohne was sich sonst zuträget, nämlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht liige. Zu Da masco, der Landpfleger des Königs Areta verwahrete die Stadt der Damascäer, und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. ist mir ja das Rühmen nichts nütze, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Sch kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weiß es), derselbe ward entzückt bis in den britten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen ( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzücket in das Paradies, und hörete unaussprechliche Worte, welche fein Mensch sagen kann. nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe, dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen Es| meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Evangel. am Sonnt. Quinquagesimä, Inc. 18, v. 31-43. Jesus nahm zu sich die Zwölje ,. und sprach zu ihnen: Eehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmähet und verspeihet werden. Und sie werden ihn geisseln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der feines, und die Am 1. Sonntage in der Fasten. Liebe nicht, so wäre mirs nichts nütze. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit. Sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, fie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was findisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wenn ich mit Menschen- und Wort, dann aber von Angesicht mit Engelzungen redete, und hätte zu Angesichte. Jeht erkenne ich's der Liebe nicht, so wäre ich ein stückweise, dann aber werde ich es tönend Erz, oder eine flingende erkennen, gleich wie ich erkennet Schelle. Und wenn ich weissagen bin. Nun aber bleibet Glaube, könnte, und wüßte alle Geheim- Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber nisse und alle Erkenntniß, und die Liebe ist die größesteunter ihnen. Epistel, 1. Cor. 13, v. 1-13. hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der 16 Rede war ihnen verborgen, und wusten nicht, was da gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth gienge vorüber. Und er rief und sprach: Jesus, du Sohn David, erbarme dich mein! Die aber vorne an gingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn David, erbarme dich mein. Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willt du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Set sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, folgete ihm nach, und preisete Gott, und alles Volf, das solches sahe, lobete Gott. Evangel. am 1. Sonnt. in der Fasten ( Invocavit), Matth. 4, v. 1-11. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versuchet würde. Am 2. Sonntage in der Fasten. Und da er vierzig Tage und lich die Gnade Gottes empfahet, vierzig Nächte gefastet hatte, hun- denn er spricht: Ich habe dich gerte ihn. Und der Versucher in der angenehmen Zeit erhöret, trat zu ihm und sprach: Bist und habe dir am Tage des Heils du Gottes Sohn, so sprich, daß geholfen. Sehet, jetzt ist die diese Steine Brod werden. Und angenehme Zeit, jetzt ist der Tag er antwortete und sprach: Es des Heils. Lasset uns aber niestehet geschrieben: Der Mensch mand irgend ein Nergerniß geben, lebet nicht von Brod allein, son- auf daß unser Amt nicht verdern von einem jeglichen Wort, lästert werde, sondern in allen das durch den Mund Gottes| Dingen lasset uns beweisen, als gehet. Da führte ihn der Teu- die Diener Gottes in großer fel mit sich in die heilige Etadt, Geduld, in Trübfalen, in Nöund stellte ihn auf die Zinne then, in lengsten, in Schlägen, des Tempels. Und sprach zu in Gefängnissen, in Aufruhren, ihm: Bist du Gottes Sohn, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, so laß dich hinab; denn es stein Reuschheit, in Erkenntniß, in het geschrieben: Er wird seinen Langmuth, in Freundlichkeit, in Engeln über dir Befehl thun, dem heiligen Geiste, in ungeund sie werden dich auf den färbter liebe, in dem Wort der Händen tragen, auf daß du dei- Wahrheit, in der Kraft Gottes, nen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollt Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben. Du sollt anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Verführer, und doch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet. Als die Traurigen, allezeit aber fröhlich, als die Armen, aber die doch viel reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Epistel, 2. Cor. 6, v. 1-10. Wir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergebEvangel. am 2. Sonnt. in der Faſten ( Reminiscere), Matth. 15, v. 21-28. Und Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend Tyrus und Sydon. Und siehe, ein cananäisch Weib gieng aus derselbigen Grenze, und schrie 2 Am 3. Sonntage in der Fasten. ihm nach und sprach: Ach Herr,| in der Lustseuche, wie die Heidu Sohn David, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Vaß sie dech von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlorenen Schaafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht sein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fal len. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willt. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1. Thesſ. 4, v. 1-7. Weiter lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr follt wandeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger wer det. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht den, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel: denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evang. am 3. Sonnt. in der Fasten ( Oculi), Luc. 11, v. 14-28. Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm, und es geschahe, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kömmt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Pallast bewahret, so bleibet das Seine mit Am 4. Sonntage in der Fasten. 19 Frieden; wenn aber ein stärke-| saget werden, wie den Heiligen rer über ihn kömmt, und über- zustehet: auch schandbare Worte windet ihn, so nimmt er ihm und Narrentheidinge, oder Scherz, seinen Harnisch, darauf er sich welche euch nicht ziemen, sondern verließ und theilet den Raub aus. vielmehr Danksagung. Denn Wer nicht mit mir ist, der ist das sollt ihr wissen, daß kein wider mich, und wer nicht mit Hurer noch Unreiner, oder Geimir sammelt, der zerstreuet. Wenn ziger( welcher ist ein Gözzender unsaubere Geist von dem diener), Erbe hat an dem Reiche Menschen ausfähret, so durch- Christi und Gottes. Lasset euch wandert er dürre Stätten, suchet niemand verführen mit vergebKuhe und findet ihrer nicht; so lichen Worten, denn um dieser spricht er: Ich will wieder Willen fömmt der Zorn Gottes umkehren in mein Haus, dar- über die Kinder des Unglaubens. aus ich gegangen bin. Und Darum seyd nicht ihre Mitgewann er fömmt, so findet ers nossen. Denn ihr waret weimit Fesemen gefehret und ge- land Finsterniß, nun aber seyd ihr schmücket. Dann gehet er hin, ein Licht in dem Herrn. Wandelt und nimmt sieben Geister zu wie die Kinder des Lichts. Die sich, die ärger sind, denn er selbst; Frucht aber des Geistes ist allerund wenn sie hinein kommen, lei Gütigkeit und Wahrheit. wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volke die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Epistel, Ephes. 5, v. 1-9. So seyd nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch ge Evangel. am 4. Sonnt. in der Fasten ( Lätare), Joh. 6, v. 1-15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Thberias in Galiläa, und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kömmt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brodes 2* 20 Am 5. Sonntage in der Fasten. ist nicht genug unter sie, daß| von der Frehen ist durch die ein jeglicher ein wenig nehme. Verheißung geboren. Die Worte Spricht zu ihm einer seiner Jün- bedeuten etwas, denn das sind ger, Andreas, der Bruder Si- die zwei Teftamente, eins von monis Petri: es ist ein Knabe dem Berge Sinai, das zur Knechthie, der hat fünf Gersten- Brode, schaft gebieret, welches ist die und zween Fische, aber was ist Agar. Denn Agar heißt in das unter so viele? Jesus aber Arabia der Berg Sinai, und sprach: Schaffet, daß sich das langet bis gen Jerusalem, das Volk lagere. Es war aber viel zu dieser Zeit ist, und ist dienstGras an dem Ort. Da lager bar mit seinen Kindern. Aber ten sich bei fünftausend Mann. das Jerusalem, das droben ist, Jesus aber nahm die Brode, das ist die Freye, die ist unser dankte und gab sie den Jüngern, aller Mutter. Denn es stehet die Jünger aber denen, die sich geschrieben: sei fröhlich, du Ungelagert hatten. Desselbigen fruchtbare, die du nicht gebiereſt, gleichen auch von den Fischen, und brich hervor und rufe, die wie viel er wollte. Da sie aber du nicht schwanger bist. Denn satt waren, sprach er zu seinen die Einsame hat viel mehr Kin Jüngern: Sammelt die übri- der, denn die den Mann hat. gen Brocken, daß nichts um- Wir aber, lieben Brüder, sind komme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gersten- Broden, Isaaks, nach der Verheißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch ge die überblieben denen, die geboren war, verfolgete den, der speiset wurden. Da nun die Wienschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt tommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden uud ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Epistel, Gal. 4, v. 22- 31. Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den an dern von der Freyen. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleische geboren, der aber nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was sagt die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Frehen. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freyen. Evangel. am 5. Sonntage in der Fasten ( Judica), Joh. 8, v. 46-59. Jesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch fann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Am Palmsonntage. 21 Gottes Wort; darum höret ihr| sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrnicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe teinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: so Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Ted nicht schmecken ewig lich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus bir selbst? Jesus antwortete: bir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sey euer Gott, und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr sehd. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus lich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da huben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. er Epistel, Hebr. 9, v. 11-15. Christus aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zufünftigen Güter durch eine grödie nicht mit der Hand gemacht ßere und vollkommenere Hütte, ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern Böcke oder Kälber Blut, sondern ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der chsen und der Böcke Blut, sprenget, heiliget die Unreinen die von der Kuh geviel mehr wird das Liut Christi, zu der leiblichen Reinigkeit, wie der sich selbst ohne allen Wandel, durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten WerGott? Und darum ist er auch fen, zu dienen dem lebendigen ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die un ter dem ersten Testamente waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium am Palmsonntage, Matth. 21, v. 1-9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner 22 Am grünen Donnerstage. Jünger zween, und sprach zu| und an Geberden als ein Mensch ihnen: Gehet hin in den Flecken, erfunden. Er erniedrigte sich der vor euch liegt, und bald wer- selbst, und ward gehorsam bis det ihr eine Eselin finden ange- zum Tode, ja zum Tode am bunden, und ein Füllen bei ihr; Kreuze. Darum hat ihn auch löset sie auf und führet sie zu Gott erhöhet, und hat ihm einen mir. Und so euch Jemand et- Namen gegeben, der über alle was wird sagen, so sprechet: Namen ist: daß in dem NaDer Herr bedarf ihrer; sobald men Jesu sich beugen sollen alle wird er sie euch lassen. Das Kinie derer, die im Himmel und geschah aber alles, auf daß er- auf Erden, und unter der Erfüllet würde, das gesagt ist durch den sind; und alle Zungen beden Propheten, der da spricht: kennen sollen, daß Jesus ChriSaget der Tochter Zion: siehe, stus der Herr sey, zur Ehre Gotdein König kommt zu dir sanft- tes des Vaters. müthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten wie ih nen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und jetzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die anderen hieben Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Schne David! gelobet sen, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Phil. 2, v. 5-11. Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Wel cher, obwohl er in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich seyn, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, Evangelium am grünen Donnerstage, Joh. 13, v. 1-15. Vor dem Feste aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Am heiligen Oftertage. 23 Jesus antwortete, und sprach zu solches thut zu meinem Gedächtihm: Was ich thue, das weißt du niß. Desselbigen gleichen auch jetzt nicht, du wirst es aber her- den Kelch, nach dem Abendnach erfahren. Da sprach Petrus mahl, und sprach: Dieser Kelch zu ihm: Nimmermehr sollst du ist das neue Testament in meimir die Füße waschen. Jesus nem Blute; solches thut, so oft antwortete ihm: Werde ich dich ihr es trinket, zu meinem Genicht waschen, so hast du kein dächtniß. Denn so oft ihr von Theil an mir. Spricht zu ihm diesem Brod esset, und von dieSimon Petrus: Herr, nicht die sem kelch trinket, sollt ihr des Füße allein, sondern auch die Herrn Tod verfündigen, bis daß Hände und das Haupt. Spricht er kommt. Welcher nun unJesus zu ihm: Wer gewaschen würdig von diesem Brod isset, ist, der darf nicht denn die Füße oder von dem Kelch des Herrn waschen, sondern er ist ganz rein: trinket, der ist schuldig an dem und ihr sehd rein, aber nicht alle. Leib und Blut des Herrn. Der Denn er wußte seinen Verräther Mensch prüfe aber sich selbst, wohl; darum sprach er: Ihr seyd und also esse er von diesem Brod nicht alle rein. Da er nun ihre und trinke von diesem Kelch. Füße gewaschen hatte, nahm er Denn welcher unwürrig isset seine Kleider und setzte sich wieder und trinfet, der isset und trinnieder, und sprach abermal zu fet ihm selber das Gericht, ihnen: Wisset ihr, was ich euch damit, daß er nicht unterscheidet gethan habe? Ihr heißt mich den Leib des Herrn. Darum Meister und Herr, und saget sind auch so viel Schwache recht daran: denn ich bin es und Kranke unter euch, und ein auch. So mun ich, euer Herr gut Theil schlafen. Denn so und Meister, euch die Füße ge- wir uns selber richteten, so würwaschen habe, so sollet ihr auch den wir nicht gerichtet. Wenn euch unter einander die Füße wir aber gerichtet werden, jo waschen. Ein Beispeil habe ich werden wir von dem Herrn geeuch gegeben, daß ihr thut, wie züchtiget, auf daß wir nicht sammt ich euch gethan habe. der Welt verdammet werden. Epistel, 1. Cor. 11, v. 23-32. Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach es, und sprach: Nehmet, esfet, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; Evangelium am heiligen Ostertage, Marc. 16, v. 1-8. Da der Sabbat vergangen war fauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome Specerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne Am heiligen Oster- Montage. 24 aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wur den gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: entseget euch nicht: 3hr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, und ist nicht hie; jiehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesaget hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel, 1. Cor. 5, v. 7-8. Feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seyd, gleichwie ihr ungesäuert seyd. Denn wir haben auch ein Oster lamm, das ist Chriſtus, für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im altenauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lanterfeit und der Wahrheit. Evangel. am heiligen Ofter- Montage, Luc. 24, v. 13-35. Und siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feldweges weit, des Name heißt Emmaus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschahe, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht fannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seyd so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Serusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gefreuziget. Wir aber hoffeten, über das alles ist heute der dritte er sollte Israel erlösen. Tag, da solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, fommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber fagten, aber ihn fanden sie nicht. Und Am 1. Sonntage nach Ostern. 25 Und Und er sprach zu ihnen: O ihr| mit der Wahrheit, daß Gott Thoren und träges Herzens, zu die Person nicht ansiehet; songlauben alle dem, das die Pro pheten geredet haben. Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und sing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie famen nahe zum Flecken, da sie hingiengen, und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, fehrten wieder gen Jerusalem und fanden die eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre, an dern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über alles. Die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umhergezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zengen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Serusalem. Den haben sie getödet und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanten ist von den Todten. dem, da er das Brod brach. Epistel, Apost. Gesch. 10, v. 34-41. Petrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich Evangel. am 1. Sountage nach Oftern ( Quasimodogeniti), Job. 20, v. 19-23. Am Abend aber desselbigen Sabbats, da die Jünger versammlet und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu 26 Am 2. Sonntage nach Ostern. Ostern( Misericordias Domini), Joh. 10, v. 12-16. ihnen; Friede sey mit euch! bet an den Sohn Gottes, der Und als er das sagete, zeigete hat solches Zeugniß bei ihm. er seine Hände und seine Seiten. Evangelium am 2. Sonntage nach Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sey mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1. Joh. 5, v. 4-10. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei find, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß anneh men, so ist Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glanIch bin ein guter Hirte: Ein guter Hirte lässet sein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, sichet den Wolf kommen und verlässet die Schafe und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstrenet die Schafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater fennet, und ich kenne den Bater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1. Petri 2, v. 21-25. Denn dazu seyd ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher feine Sünde gethan hat, ist auch fein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an Um 3. Sonntage nach Ostern. 27 seinem Leibe auf dem Holze, auf willen, daß der Mensch zür daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seyd heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangel. am 3. Sonntage nach Oftern ( Jubilate), Joh. 16, v. 16-23. Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er faget zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet thr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er faget, über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein kleines, werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahr. lich, ich sage euch: 3hr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig seyn, doch eure Traurigkeit soll in Freude ver fehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, fo hat sie Traurigfeit, denn ihre Stunde ist fommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude so Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit: aber ich will euch wiedersehen, und euer. Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen; und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1. Petri 2, v. 11-17. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von die Seele streiten, und führet fleischlichen Lüsten, welche wider einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke ſehen und Gott preisen, wenn es nun Seyd unterthan aller mensch= an den Tag kommen wird. lichen Ordnung, um des Herrn willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den FromDenn das ist der Wille men. Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Evangel. am 4. Sonnt. nach Ostern ( Cantate), Joh. 16, v. 5-15. Nun aber gehe ich hin zu dem der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Am 4. Sonntage nach Ostern. Wo gehest du hin? Sondern und Finsterniß. dieweil ich solches zu euch gerebet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kömmt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wann der selbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Bater gehe, und ihr mich fort nicht mehr sehet. Um das Gericht, daß der Fürst die ser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnets jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern, was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird ers nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wirds von dem meinen nehmen und euch verkündigen. Epistel, Jac. 1, v. 17-21. Alle gute Gabe, und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sey schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unfauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort au mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen felig machen. Evangel. am 5. Sonntage nach Ostern ( Rogate), Joh. 16, v. 23-30. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen jev. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: und ich sage euch nicht, daß ich den Bater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt: wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm 29 Am Tage der Himmelfahrt Christi. seine Jünger: Siehe, nun redest| gesehen hatten auferstanden. Und du frei heraus, und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest, und bedarfest nicht, daß dich jemand frage, darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In mei nem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinten, wirds ihnen nicht schaden. Auf die Kranten werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sizzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirfete mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Epistel, Jac. 1, v. 22-27. Seyd aber Thäter des Worts, er und nicht Hörer allein, damit ihr euch nicht selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachbem er sich beschauet hat, gehet davon und vergisset von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit, und darin beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sehn in seiner That. So aber sich jemand unter euch lässet bünten, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Witwen in ihrem Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium am Tage der Himmelfahrt Christi, Marci 16, v. 14-20. Zulegt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarete er sich, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn Epistel, Apost. Gesch. 1, v. 1-11. Die erste Nede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln,( welche er hatte erwählet), durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich auch nach seinen Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erweisung, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammlet hatte, befahl 30 Am 6. Sonntage nach Ostern. er ihnen, daß sie nicht von 3e| den werde vom Vater, der Geiſt rusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret ( sprach er) von mir. Denn JoHannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Bater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf, vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangel. am 6. Sonnt. nach Ostern ( Exaudi), Joh. 15, v. 26, bis Cap. 16, v. 4. Wenn aber der Tröster tom men wird, welchen ich euch sender Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seyd von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann tun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1. Petri 4, v. 8-11. so seyd nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seyd gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So jemand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christ, welchem sey Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am heiligen Pfingsttage. Evangelium am beiligen Pfingsttage, Soh. 14, v. 23-31. Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: 3ch gehe hin, und fomme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ichs euch gefaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde Hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, daß die Welt erkenne, daß ich den Bater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. 31 Und Epistel. Apost. Gesch. 2, v. 1-13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. es geschahe schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilt, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit anderen Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt: denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir dann ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Varther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa, und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyrenen, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Greter und Araber, wir hören sie mit unsern Zungen die groBen Thaten Gottes reden. Sie Am Pfingst- Montage. 32 entsetzten sich alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll füßen Weines. Evangelium am Pfingst- Montage, Joh. 3, v. 16- 21. Denn also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Cohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Cohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges thut, der hafset, das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offen bar werden, denn sie sind in Gott gethan. gen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle; die dem Worte zuhöreten. Und die Glaubigen aus der Beschneidung, die mit Petro kommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe bes heiligen Geistes ausgegessenward, denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch preifeten. Da antwortete Betrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Evangelium am Sonntage Trinitatis, Joh. 3, v. 1-15. Es war aber ein Mensch unter den Pharifäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott' mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand von neuem geboren werde, fann er das Reich Gottes Epistel, Apost. Gesch). 10, v. 42-48. Und der Herr hat uns geboten nicht sehen. Nicodemus spricht zu predigen dem Volk, und zu zu ihm: Wie kann ein Mensch zeugen, daß er ist verordnet von geboren werden, wenn er alt ist? Gott, ein Richter der Lebendi- tann er auch wiederum in seiner Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wehin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel, Röm. 11, v. 33-36. welch eine Tiefe des Reichthums, beides der Weisheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sey Ehre in Ewigkeit. Amen. Evangel. am 1. Sonnt. nach Trinit., Luc. 16, v. 19-31. Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und föstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sahe Abraham von Ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das äußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und fühle meine Zunge, denn ich leide 3 Am 2. Sonntage nach Trinitatis. 34 Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lajarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, uno du wirst gepeinipet. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft bes feftiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, fönnen nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn senbest in meines Baters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. denn die Furcht hat Bein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So Jemand spricht: ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner, denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebe. Evangel. am 2. Sonnt. nach Trinit., Luc. 14, v. 16= 24. Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele dazu. Und fandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu ent schuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gefauft, und muß hinausgehen und ihn besehen: ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt bin, sie zu besehen: ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte Gott ist die Liebe, und wer in sprach: Ich habe ein Weib ges Epistel, 1. Soh. 4, v. 16-21. der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Viebe treibet die Furcht aus, nommen, darum kann ich nicht fommen. Und der Knecht fam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden Am 3. Sonntage nach Trinitatis. 35 herein. Und der Knecht sprach:| böreten. Und die Pharisäer und Herr es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige sie, herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer feiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er aber sagte zu ihnen vies Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüsten und hingehe nach dem verlornen, bis baß ers finde? Und wenn ers funden hat, jo leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wann er heim fommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn und spricht zu ihnen: Frenet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf funden, bas verloren war. Jch sage euch: Also wird auch Freude imHimmel sehn über einen Sünder, der Base that vor neun und neunzig Ge. rechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen bat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und fehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich babe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude seyn vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buje thut. Epistel, 1. Joh. 3, v. 13-18. Verwandert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tote in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer feinen Bruder Haffet, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erfannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brücer lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet feinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kinolein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zungen, sondern mit der That, und mit der Wahrheit. Evangel. am 3. Sonnt. nach Trinit., Luc. 15, v. 1-10. Ee naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn Epistel, 1. Petri 5, v.16-11. So bemüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle 3* Am 4. Sonntage nach Trinitatis. 36 eure Sorgen werfet auf ihn, denn er forget für euch. Sehb nüchtern und wacket, denn euer Widerfacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, berselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, fräftigen, gründen. Demselben sey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangel. am 4. Sonnt. nach Trinit., Luc. 6, v. 36-42. Darum feyd barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssia Maaß wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht Beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Vieister; wenn der Jünger ist wie sein Veister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Split ter in deines Brubers Auge und des Balkens in beinem Auge wirst du nicht gewahr? Ober, wie fannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen und du siehest selbst nicht den Balken in beinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balfen aus deinem Auge und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel, Röm. 8, v. 18-23. Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Rerden der Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Gintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitel feit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterwor fen hat auf Hoffnung. Denn auch die sereatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sebnet sich mit uns, und äng stet sich noch immerbar. Nicht allein aber fie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung. Evangel. am 5. Sonnt. nach Trinit., Luc. 5, v. 1-11. Es begab sich aber, da sich das Volk zu istm brang, zu hören das Wort Gottes und er stand am nach Trinitatis. 37 Am 6. Sonntage See Genezareth, und sabe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Nege: trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß ere ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fabre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, auf daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen fie eine große Menge Fische und ihr Nez zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Und wer ist, der euch schaden Schiffe waren, daß sie kämen, könnte, so ihr dem Guten nachund hülfen ihnen ziehen. Und kommet? Und ob ihr auch leidet fie famen und fülleten beide um der Gerechtigkeit willen, so Schiffe voll, also daß sie sunken.seyd ihr doch selig. Fürchtet Da das Simon Petrus sabe, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen, und alle, die mit Epistel, 1. Betri 3, v. 8-15. Endlich aber sehyd allesammt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Ver. geltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen fegnet und wisset, daß ihr dazu berufen seyd, daß ihr den Segen ererbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes, er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn fiehet auf die, so Böses thun. euch aber vor ihrem Trotzen nicht und erschrecket nicht. Hein liget aber Gott cen Herrn ia eurem Herzen. ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gefellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst cu Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Evangel. am 6. Sonnt. nach Trinit., Matth. 5, v. 20-26. Es sey denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töbten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Bruber zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, ter ist des Raths schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, unb wirst allba eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so loß allba vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor bin und versöhne tich mit teinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sey willfährig deinem Widersacher bald, bieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter und der Richter überantworte dich dem Diener und werdest in den Kerfer geworfen. Ich jage dir, wahrlich, du wirst nicht von bannen heraus fommen, bis du auch den letzten Heller bezahleſt. Epistel, Röm. 6, v. 3-11. Wisset ihr nicht, baß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Todten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sehn. Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der fündliche Leib aufhöre, daß wir binfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden und wissen, daß Christus, von den Todten auferwecket, binfort nicht stirbet, der Tod wird binfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, baß er aber lebet, bas lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Günce gestorben seyd, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangel. am 7. Sonnt. nach Trinit., Marc. 8, v. 1-9. 3u der Zeit, da viet Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: mich jammert tes Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Wo her nehmen wir Brob hier in der Wüsten, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brobe? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde 39 Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Kann man lagerten. Und er nahm die fleidern zu euch fommen; insieben Brode, und dantete und wendig aber sind sie reissende brach sie und gab sie seinen Wölfe; an ihren Früchten sollt Jüngern, daß sie dieselbigen vor- ibr sie erfennen. legten; und sie legten dem Volk auch Trauben lesen von den. vor. Und hatten ein wenig Fisch- Dornen? oder Feigen von den lein, und er dankete und hieß Distein? Miso, ein jeglicher gute dieselbigen auch vortragen. Sie Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, Früchte. Ein guter Baum fann fieben Körbe. Und ihrer waren nicht arge Früchte bringen, und bei viertausend, die ba gegeffen ein fauter Baum fann nicht gute hatten, und er ließ sie von sich. Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie ertennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in einem Namen geweisfaget? Haben wir nicht. in deinem Namen Teufel ausgetrieben, haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ibr Uebelthäter. Epistel, Röm. 6, v. 19-23. eure Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu ber andern, also begebet auch nun Glieder zum Dienst der Gerech tigkeit, baß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünce Knechte waret, ba maret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was battet ihr nun zu der Zeit für Frucht, welcher ihr euch jetzt schämet? denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber setb von der Sünde frei, und Gottes Snechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, ras Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Cold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangel. am 8. Sonnt. nach Trinit., Matth. 7, v. 15-23. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in SchaafsEpistel, Röm. 8, v. 12-17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleiſch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müs sen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werbet ihr leben. Denn Am 9. Sonntage nach Trinitatis. welche der Geist Gottes treibet, Hundert Tonnen Dels. Und die find Gottes Kinder. Denn er sprach zu ihm: Nimm beinen ihr habt nicht einen knechtischen Brief, setze dich und schreib flugs Geift empfangen, daß ihr euch fünfzia. Darnach sprach er zu abermal fürchten müßtet, fon- dem Andern: Du aber, wie viel dern ihr habt einen findlichen bist du schuldig? Er sprach: Geist empfangen, durch welchen Hundert Matter Weizen. Und wir rufen: Abba, lieber Vater! er sprach zu ihm: Nimm deinen Derselbige Geist giebt Zeusniß Brief, und schreib achtzig. Und unserm Geiste, baß wir Gottes der Herr lobete den ungerechten Kinder sind. Sind wir denn Haushalter, daß er flüglich ge= Kinder, so sind wir auch Erben, than hatte, denn die Kinder nämlich Gottes Erben, und Mit dieser Welt sind flüger, denn erben Christi, so wir anders mit die Stinder des Lichts in ihrent leiben, auf daß wir auch mit Geschlechte. Ind ich sage euch zur Herrlichkeit erhoben werden. auch: achet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Evangel. am 9. Sonnt. nach Trinit., Luc. 16, v. 1-9. Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Hanshalter, der ward vor ihm be. rüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umbracht, und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn bu fannit binfort nicht mehr Haushalter seyn. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem Ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Epistel, 1. Cor. 10, v. 6-13. Das ist aber uns zum Vorbild geschehen, daß wir uns nicht gerüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche worden, als geschrieben stehet: Das Volk fegte sich nierer zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hureret treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener Etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles Am 10. Sonntage nach Trinitatis. widerfuhr ihnen( uns) zum Vorbilde. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt fommen ist. Darum, wer sich lässet dünfen, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch teine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet verjuchen über euer Vermögen, son dern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es tönnet ertragen. Evangel. am 10. Sonnt. nach Trinit., Lucas 19, v. 41-48. 41 Schriftgelehrten und die Vors nehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihin an und hörete ihn. Und als er nahe hinzu tam, jahe er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden bienet, aber nun ists vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich fourmen, daß deine Feinde werden um dich und deine tinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten und werden dich schleifen und feinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die drinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ibr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Epistel, 1. Cor. 12, v. 1-11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden sehd gewesen und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführet wurdet. Darum tue ich euch fund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes rebet, und niemand kann Jesum einen Herrn beißen ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancher lei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirfet Alles in Allem. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit, den Ancern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung, einem Andern Geister zu unterscheiden; einem Andern mancherlei Sprachen; einem Andern die Sprachen auszulegen. Dies aber Alles wirket berfelbige einige Geist, und 42 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. theilet einem Jeglichen seines zu, umsonst geglaubet bättet. Denn nachdem er will. Evangel. am 11. Sonnt. nach Trinit., Lucas 18, v. 9-14. Er sagte aber zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleich niß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Phariiäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin, wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von Allem, was ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott. fey mir Sünder gnädig! Ich sage ench: diefer aing hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem, denn wer sich selbst erhöhet, ber wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, ter wird erhöhet werden. Epistel, 1. Cor. 15, 1-10, Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelit, das ich euch verfündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verfündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben set für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben jen und daß er auferstanden sey am dritten Tage nach der Schrift. Und daß er geseben worden ist von Rephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er geſehen worden von mehr, denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, Etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach Allen, ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Arostein, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Gnabe an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangel. am 12. Sonnt. nach Trinit. Marcus 7, v. 31-37. Und da er wieder ausging von den Grenzen Thri and Sidon, tam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er Am 13. Sonntage nach Trinitatis. nahm ihn von dem Volk beson| ni prebiset, Klarheit hat, vielbers, und legte ihm die Finger mehr hat das Amt, das die Gein die Ohren, und spüßzete, und rechtigteit prediget, überschwengrübrete seine Zunge, und sahe liche Klarheit. auf gen Himmel, fenfzete, und sprach zu ihm: Hephata! bas ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es nie. mand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel, 2. Cor. 3, v. 4-9. Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns ſelber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe töbtet, aber der Geist macht leben dig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet, und in tie Steine ist gebildet, Klarbeit hatte, also daß die Kinder Israel nicht fonnten ansehen das Angesicht Mofe um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die VerbammEvangel. am 13. Sonut. nach Trinit., Luc. 10, v. 23-37. Und er wandte sich zu ſeinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich faze euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr jehet, und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und babens nicht geböret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er sprach zu ihm: Wie stehet im Gefer geschrieben? Wie liefeſt du? Er antwortete und sprach: Du sollt Gott, deinen Herrr, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du haft recht geantwortet. Thue das, so wirst tu leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jeriche, und fiel unter die Mörder, bie zogen ihn aus und sölugen ihn und gingen davon und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab 44 Am 14. Sonntage nach Trinitatis. zog, und da er ihn sahe, ging| das Gesez aufhören, welches geer vorüber. Desselbigen gleichen geben ist über vierhundert und auch ein Sevit, da er fam bei dreißig Jahr hernach. Denn so die Stätte und sahe ihn, ging das Erbe durch das Gesetz erer vorüber. Ein Samariter aber worben würde, so würde es nicht reisete und kam dahin, und da durch Verheijung gegeben; Gott er ihn sahe, jammerte ihn sein, aber hat es Abraham durch Verging zu ihm, verband ihm seine heißung frei geschentet. Was Wunden und goß darein Del soll denn das Gesetz? Es ist und Wein und hob ihn auf dazu kommen um der Sünde sein Thier und führete ihn in willen, bis der Saame fäme, die Herberge und pflegete sein. dem die Verheißung geschehen Des anderen Tages reisete er ist, und ist gestellet von den und zog heraus zween Groschen, Engeln durch die Hand des und gab sie dem Wirthe und Mittlers. Ein Mittler aber sprach zu ihm: Pflege sein und so ist nicht eines einigen Mittler, du was mehr wirst darthun, will Gott aber ist einig. Wie? iſt ich dirs bezahlen, wenn ich wie- denn das Gefeß wider Gottes der komme. Welcher dünft dich, Verheißung? Das set ferne. der unter diesen dreien der nächste Wenn aber ein Gesetz gegeben sey gewesen dem, der unter die wäre, das da könnte lebendig Miörder gefallen war? Er sprach: machen, so käme die GerechtigDer Die Barmherzigkeit an ihm feit wahrhaftig aus dem Gesetze. that. Da sprach Jesus zu ihm: Aber die Schrift hat es alles So gehe hin uno thue desgleichen. beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung fäme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Epistel, Gal. 3, v. 15-22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verhei. jung Abrahä und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht: durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Saamen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch Evangel. am 14. Sonnt. nach Trinit., Luc. 17, v. 11-19. Und es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt ging, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unfer. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch ben Am 15. Sonntage nach Trinitatis. ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die freuzigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Begierden. Brieftern. Und es geschahe, da| lichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftfie hingingen, wurden sie rein. muth, Reuschheit. Wider solche Einer aber unter ihnen, da er fahe, daß er gefund werden war, fehrete er um und preisete Gott mit lauter Stimme. Und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm, und bas war ein Samariter. Jesus aber antwortete und ſprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworben? Wo sind aber die neune? Hat fich sonst feiner funden, der wie ber umfehrete und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Frembling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat bir geholfen. Evangel. am 15. Sonnt. nach Trinit., Matth. 6, v. 24-34. Epistel, Gal. 5, v. 16-24. Niemand kann zween Herrenbienen; entweder er wird einen haffen und den andern lieben, ober er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum fage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist Ich sage aber, wandelt im nicht das Leben mehr, denn bie Geiste, so werdet ihr die Lüfte Speise? Und der Leib mehr, des Fleisches nicht vollbringen. denn die Kleidung? Sehet die Denn das Fleisch gelüstet wider Vögel unter dem Himmel an, ben Geist, und der Geist wider| fie säen nicht, sie ernten nicht, das Fleisch. Dieselbige sind wir er einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so sehd ihr nicht unter bem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da find: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zant, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, bie solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Frenbe, Friede, Geduld, Freundfie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernähret sie doch. Sehd ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum forget? Und warum sorget ihr für die Kleibung? Echauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht begleitet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott bas Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen ge 46 Am 16. Sonntage nach Trinitatis. worfen wird, sollte er das nicht| tragen. Der aber unterrichtet vielmehr euch thun? O ihr Klein gläubigen! Darum fout ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir esfen? Was werden wir trinfen? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; benn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufauen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine jorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag feine eigene Plage habe. wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Frret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten, denn was der Diensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist jäet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, fo lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenossen. Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10. Evangel. am 16. Sonnt. nach Trinit., Luc. 7, v. 11-17. So wir im Geiſte leben, ſo laßt uns auch im Geist wandeln. Und es begab sich darnach, daß Laßt uns nicht eitler Ehre geizig er in eine Stadt mit Namen sein, unter einander uns zu ent- Nain ging, und seiner Jünger rüsten und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seho. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich Jemand läßt dünfen, er sey etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein JegItcher aber prüfe sein selbst Wert, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Last gingen viel mit ihm und vieles Volf. Als er aber nahe an das Stadtthor fam, fiehe, ba trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Volt aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weinenicht! Und trat hinzu, und rührete den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es fam sie alle eine Furcht Am 17. Sonntage nach Trinitatis. 47 Luc. 14, v. 1-11. an, und priesen Gott und spra-| Evangel. am 17. Sonnt. nach Trinit., chen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volt beimgesucht. Und diese Hede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Und es begab sich, daß er kom in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brod zu essen; und sie bielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihn, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Darum bitte ich, daß ihr nicht Schristgelehrten und Pharisäern Epistel, Ephes. 3, v. 13-21. und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Eie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heitete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Sabbattage? Uno sie fonnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie fie erwäblten, oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so jezze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen jey; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat; spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest bann mit Schaam unten an sitzen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich unten an, auf daß, wenn da fommt, ber bich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rüce hinauf, dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit bir zu Tische sitzen. Denn wer sich müde werdet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Water unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch fraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, starf zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb baben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, was wir bitten oder verstehen nach der Straft, bie da in uns wirket: Dem sey Ebre in der Gemeinde, die in Christo -Jefu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! 48 Am 18. Sonntage nach Trinitatis. selbst erhöhet, der soll erniedriget| die Pharisäer bei einander waren, werden; und wer sich selbst er fragte sie Jesus, und sprach: niedriget, der soll erhöhet werden. Wie dünft euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davide. Er sprach zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geist einen Herrn, da er saget: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sobn? Und Niemand founte ibm ein Wort antworten und durfte auch Niemand von dem Tage an hinført ihn fragen. Epistel, Ephes. 4, v. 1-6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen sehd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld und vertraget Einer den Andern in der Liebe und seyb fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen sehd auf aller lei Hoffnung eures Berufes. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater ( unser) Aller, der da ist über euch Alle und durch euch Alle und in euch Allen. Evangel. am 18. Sonnt. nach Trinit. Maith. 23, v. 34-46. Da aber die Pharifäer hörten, daß er den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten fie fich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, wel ches ist das vornehmste Gebet im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Her zen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ift dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zwei Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun Epistel, 1. Cor. 1, v. 4-9. Ich danke meinem Gott allezeit eurenthalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr sehd durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Christo in ench träftig worden ist, also, daß ihr einer Gabe, und wartet auf die feinen Mangel habt an irgend Offenbarung unsers Herrn Jefu Christi. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich sehd auf den Tag Gott ist tren, durch welchen ihr unsers Herrn Jesu Christi. Denn berufen sehd zur Gemeinschaft jeines Sohnes Jesu Chrifti, unsers Herrn. Evangel. am 19. Sonnt. nach Trinit., Matth. 9, v. 1-8. Da trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und fam Am 20. Sonntage nach Trinitatis. 49 in seine Etabt. Und siehe, da| lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohien hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. brachten sie zu ihm einen Gicht brüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sabe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf, und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschensohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe tein Bett auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich, und preisete Gott, der solche Dlacht den Menschen gegeben hat. Epistel, Ephef. 4, v. 22-28. So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Vienschen, der durch Rüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Dar um leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. Züruet und sündiget nicht, Evangel. am 20. Sonnt. nach Trinit., Mattth. 22, v. 1-14. Und Jesus antwortete, und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit ruften, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die 4 50 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Knechte gingen aus auf die| Evangel. am 21. Sonnt. nach Trinit, Joh. 4, v. 47-54. Straßen, und brachten zusam. men, wen sie fanden, böse und gute, und die Tische wurden Und es war ein Königischer, deß Cotu lag frank zu Caperalle voll. Da ging der König| naum. Dieser hörete, daß Jesus hinein, die Gäste zu besehen, und fahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihin änte fam aus Juräa in Galiläa, und ging tin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hülfe seinem Sohne; tenn er war tortfrant. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, tomme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähn- Sohn lebet. Der Mensch glaubte klappern. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forjchete er von ihnen die Stunde, in welcher es besfer mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn Da merkte der das Fieber. un Bater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Juräa in Galitäa fam. Epistel, Ephes. 5, v. 15-21. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wantelt, nicht als die Unweisen, sontern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werbet nicht unverständig, sondern verständig, was da seyy des Herrn Wille. Und faufet uch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet unter einander von Pfalmen und Lobgesängen, und geistlichen Liedern, finget und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und faget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater in dem Namen unsere Herrn Jesu Christi. Und sehd untereinander unterthan in der Furcht Gottes. Epistel, Ephes. 6, v. 10-17. Zulegt, meine Brüder, sehb stark in dem Herrn, und in der Viacht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen lönnet gegen die listigen 51 Geduld mit mir, ich will dir alles bezablen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Vittnechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieber, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis baß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und famen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mittnecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Beinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wann das böse Stündlein fommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit; und an Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingen aber ergreifet ben Schild des Glaubens, mit wel chem ihr auslöfchen fönnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangel. am 22. Count. nach Trinit., Matth. 18, v. 23= 35. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, fam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verfaufen ihn und sein Weib und feine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Epistel, Phil. 1, v. 3-11. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gebente( welches ich 4* Am 23. Sonntage nach Trinitatis. 52 allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuver sicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzens. grund in Jesu Christo. Und dafelbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werbe in allerlei Grkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr sehd lauter und unanstößig, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jefum Chriftum geschehen in euch, zur Ehre und Lobe Gottes. Evangel. am 23. Sonnt. nach Trinit., Matth. 22, v. 15-22. Da gingen die Pharisäer hin, hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rebe. Und fandten zu ihm ihre Jünger, fammt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du frageft nach Niemanden, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum jage uns, was bünket dich? Jft es recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schaltheit, sprach er: Jhr Heuchler, was verfuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmün; e. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Raisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn, und gingen davon. Epistel, Phil. 3, v. 17-21. Folget mir, lieben Brüder, und fehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von wel. chen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist das Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde feinem verklärten Reibe, nach der Wirfung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Evangel. am 24. Sonnt. nach Trinit., *** Matth. 9, v. 18- 26. Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber fomm, und lege deine Hand auf sie, so wird fie lebendig. Und Jesus stand auf, uns folgte ihm nach, und feine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sahe sie, und sprach: Sey getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derfelbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und fabe die Pfeiffer und das Ge. tümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Ais aber das Voll ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägblein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. 53 Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seyd in allen guten Werken, und wachset in der Erfenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Unb banffaget dem Bater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der HeiWelcher uns ligen im Licht. errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verjeget in das Reich seines lieben Sobnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Epistel, Col. 1, v. 9-14. Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erfenntniß feines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand. Evangel. am 25. Sonnt. nach Trinit., Matth. 24, v. 15-28. Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte,( wer da liefet, der merke darauf). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im Jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der fehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trübsal seyn, als nie gewesen ist, von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht Am 26. Sonntage nach Trinitatis. 54 würden verkürzet, so würde fein Mensch selig: über um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. Eo alsdann jemand zu euch wird sagen: Siebe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den 3rrthum ( wo es möglich wäre) auch die userwählten. Siehe, ich habe es euch zuvorgesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blitz auscehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sehn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Nas ist, da sammeln sich die Adler. Epistel, 1. Thess. 4, v. 13-18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig sehd, wie die andern, die teine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, so entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden benen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem jelbgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaunen Gottes bernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerücet werden in den Wolten, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. Evangel. am 26. Sonnt. nach Trinit., Matth. 25, v. 31-46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichfeit und alle beilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl feiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ibrGesegneten meines Baters, ererbet das Reich, bas euch bereitet ist von Unbeginn der Welt. Denn ich bin Hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich geträntet. Jch bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beHerbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frant gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr sehd zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: Am 27. Sonntage nach Trinitatis. 55 Epistel, 2. Theff. 1, v. 3-10. Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist, denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt 3 gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübsalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübfal denen, die cuch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner straft, mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erfennen, uod über die, so nicht sehorsam sind dem Evanselio unsers Herrn Jesu Chriſti. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Dacht; wann er kommen wird, bağ er herrlich erscheine men wird, bag mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gaft gesehen und beherberget? Ober nackt und haben bich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu vir kommen? Und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Wahrlich ich fage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen gering. sten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geher hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. J bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nact gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin trant und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten, and jagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder burstig, orer einen Gast, oder nadt, oder frank, oter gefangen, und haben dir nicht ge dienet? Dann wird er ihnen antworten, und sacen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem uuter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werben in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Peben Evangel. am 27. Sönnt. nach Trinit., Matth. 25, v. 1-13. Dann wird das Himmelreich) gleich seyn zehen Jungfrauen, Am 27. Sonntage nach Trinitatis.. 56 die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren flug, und fünf waren thöricht. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die lugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: siehe, der Bräutigam fommt, gehet aus, ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den flugen: Gebet uns von eurem Dele, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die tlugen, und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu faufen, tam der Bräutigam, und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thüre ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich lenne euer nicht. Dar um wachet, denn ihr wisset weber Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Epistel, 1. Theff. 5, v. 1- 11. Von den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird fommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat teine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, sehd nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Jhr sehd allzumal Kinder des Lichts, und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So laßt uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern seyn. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern seyn, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu befigen, durch unseren Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß wir, wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch untereinander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. 65 Inches 1 Centimetres Blue 12 3 hozo Cyan 4 2 5 di! 4.54 17 Farbkarte# 13 Green 3 YOU 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8