Elift. Maul. Selin find Die meimos Dersons fint 165 Goo Juma Gat BICI Ichagen. .1875. 00000 01010101010 00 DOR Bumi in HEE 410 111 S 417 Party THE PUSA 10 M 1 154 O E 11h CHIS BUND E ak B and lus E Tore 23 CIDERICHS 19 Wap 2 Calle A 711 100 E" E S BUN Iso Bless S The m So oth m E 15 www RI Sus maua € H THA ISSU P LA AST 16 pe a 113 M EES Fou 0815 # 11 E INBI Jama ROT Pow m S Fopp 33 183 T 3 In 1 Hil EZ IST FORSE Em m In 104 00 SHE FIRSOF SEE E E HARM CER 1111 G THEN NG ODAY TIM E S E E las le 2 S SURES 201 E 33 ITE 11 m S E 2 m m un 110 F 5 15 120 SU 15 WE FS15 E 1 Sup 6 FORGHE E..ME 1711 SHIM HE 1345 Sillas E 5" NE TOD THE me INE u STA 250 15" 153 Bil MES Soustne Bukit Eus S Smi CHEE E FE F 4 180 SCH ainemi A ini 35 Sam I nam TUR THE TACK S 10 S 24 E FIEST HIE S Fi S IRE SHER 44 3123014 Cat DAE aini INTURA US w E u WE M HERNI Mus C E Forz AMERICS H Pa WIS S BINE 2 18 S SM SVE TUR AT E S: Mina EME E STU @mi Gu BELTY the 201 Stu GHI C 13541 EE PEE H 3. 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Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung 185-187. 706. 726. Heiligung 188-242. Sendung des heiligen Geistes ( Pfingstlieder) 188-197. 727. Vom Worte Gottes 198-208. 707. Von der heiligen christ: lichen Kirche 209. 218. 728. 729. 730, 733. 734. 750. Am Reformationsfest 210. Bei der heiligen Taufe 219-224. Bei dem heiligen Abendmahle. 225-242. Auch 133, 161. 164. 165, 312. 335. Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243-289. Vom Tode 243-263, 665. 666. Von der Auferstehung der Todten 264-269. Auch 699. 708. Vom jüngsten Gerichte 29. 270-275. 709, 710. 748. Gelige teit der Frommen nach dem Tode 276-287. 289. Auch 77. 178. 312. Verdammniß der Gottlosen 273. 275, 288. 3 weite Abtheilung. Christliche Lebenspflichten. Nr. 290-498. Gesinnung und Leben des Christen im Allgemeinen. Nr. 290-354. Eigenschaften des Christen überhaupt. 290. 292, 293. 317. 325, 328, 336, 346. 347. 354. Werth und Wichtig feit V keit der christlichen Tugend 291. 296. 314. 318. 219, 322. 324. 334. 342. 353. zur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330. 341. Selbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erkenntniß der Sünde und Reue 78. 79. 83. 294. 306. Buße oder Sinnes änderung und Lebensbesferung 298. 299. 301. 304. 711. 735. Bitte um Gottes Beistand zum Guten 80. 337. 339. 340. Wider den Aufschub der Buße 303. 307. Am allgemeinen Bußtage 309. Trost der Sündenvergebung durch Christum 302. 305. 308. 316. Auch 144. Thätiger Glaube an Jesum Christum 312. 320. 321. 326. 331-333. 335. 343-345. 347. 348. 504. 736, 738. 740 Wachsamkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Beharrlichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327. 332, 350-352, 737. 310-312. Entschluß Gesinnung und Leben des Christen in Beziehung auf Gott. Nr. 355-420. Erkenntniß Gottes 355-358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359-361. 754. Liebe zu Gott 362. 365. 739. 752, 753. Gehorsam gegen Gott 366. 367. Freude in Gott 368-370. Vertrauen auf Gott 371-390, 744. Gebet 391-403. 742. Dankbarkeit gegen Gott 404-411. 712. 2pb Gottes 412-420. 713, 714. 717, 718. Gesinnung und Leben des Christen gegen sich selbst. Nr. 421-476. Selbstliebe Sorge für Selbsterkenntniß und Demuth 421-425. 426. Selbstachtung 71. 73--76. 443. die Seele 427-431. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit 432-435. Berufstreue 436-439, Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter 440-448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit 445-448, 260-262. Genügsamkeit und Zufriedenheit VI heit 449-452. Streben nach Herzens- und Gewissensruhe 453. 454, 500-503. Weijer Genuß der Lebensfreuden 455-458. Geduld und Gelassenheit im Leiden 459-476. Gesinnung und Leben des Christen gegen andere Menschen. Nr. 477-498. Allgemeine Menschenliebe 477-482. Mitfreude und Mitleid 482. Gerechtigkeit und Billigkeit 483.484, Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485. 486. Dienstfertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht 488. Versöhnlichkeit und Feindesliebe 489-491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492-496. Gutes Beispiel 497. Demuth und Bescheidenheit 421-424. 498. Glückseligkeit wahrer Christen 499-509. Auch 316, 319. Dritte Abtheilung. Die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nr. 510-792, Gesinnung und Leben des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Nr. 510-559. Häusliche Gesellschaft 510-532. Der Ehestand 512. 513. 745. Bei Trauungen 514. 515. Nach der Trauung 516. Aelternpflicht 517-521. Kindespflicht. 522-525. Geschwister liebe 525. Für Herrschaften 526, 527. Für Dienende 528. 529. Für VII Für Wittwen 530. Für Waisen 531. Dántbarkeit gegen Wohlthäter 532. Kirchliche Gesellschaft 533-544. Lehrer und Zuhörer 533. Bei Einführung eines Religionslehrers 534. 731. Bei der Confirmation 535-542. 198. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 540. Nach der Confirmation 541. 542. Bet Einweihung einer Kirche 443. 732. Bei Einführung eines Schullehrers 544. Bürgerliche Gesellschaft 545-556. Vaterlandsliebe 546. Regent, Obrigkeit und Unterthan 402. 547. 548. Hoher Stand 549. Der Richter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nachbar 553. Umgang 554. Freundschaft 555. 556. Gesinnung und Leben des Christen zu besonderen Zeiten. Nr. 560-624. Tageszeiten. Am Morgen 560-570. Am Sonntagsmorgen 571. Beim Anblicke der aufgehenden Sonne 572. Am Abend 573-583. Unter gestirntem Himmel 584. Jahreszeiten 63. Jm Frühling 585-587. I'mi Sommer 588-590. Jm Herbst 591. 592. m Winter 593. 594. Saat und erndtezeit. Zur Saatzeit 595. Nach einer reichen Aerndte 596. 597. 62. Nach einer sparsamen Aerndte 598. Witterung. Flehen um Regen 599. Nach verliehenem Regen 600. Flehen um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602. Beim Gewitter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606-613, 721. 722. Beim Anfang des Kirchenjahres 614. 212. 719. Lebenszeiten. Am Geburtstage 66. 615. 616. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Jugend 618-620. Für Jünglinge 621. 447. 455. 457. Für Jungfrauen 622. Für das Alter 623. 624, Ge VIII Gesinnung und Leben des Christen unter besonderen Umständen. Nr. 625-702. Bei allgemeinem Wohlstand. 625. In allgemeiner Noth 626. 627. Jn Kriegszeiten 628-630. 3ur Fries densfeier 631. 632. In Theuerung 633. In Wassersnoth 634. 635. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reise 639. Der reisende Jüngling 610. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 643. In Krankheiten 644-652. 252. 378. 382. 462. 463 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Genesung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod und Troft für Sterbende 658-668. 247. 260-262. 268, 270, 282-286. 746. Der sterbende Jüngling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Einsegnung eines Sterbenden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tode guter Aeltern 675. Beim Tode hoffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes 678. Bei Begräbnissen 679-702. Auch 243. 250. 258. 264. 265. 267. 269. 276, 278-287. 289. Am Trauerhause und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248, 253. 254. 258, 260, 262, 679, 680, 747. Am Grabe 681-691. Beim Grabe eines Verunglückten 692. Am Grabe Frühverstorbener 693-695. Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und Gelübde auf Gräbern 698-700. Trost des Wiedersehens 701. 602. Liturgie zu den Geburtsfesten des Großherzogs und der Großherzogin. Allgemeine Lieder bei der öffentlichen Gottesverehrung. uns und erhalt uns Kerfüllt die Herzen dei- dir! Mit deinem Trost, o Gott, verlaß uns nicht in unsrer lezten Noth! Erbarme dich! ner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannichfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt haft zur Einigkeit des Glaubens! Halleluja! Halleluja! In eigener Melodie. 2 chöpfer, Gott, Herr der Zeit und Ewigs keit, Vater der Barmherzigkeit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! 2. Christe, aller Welt Licht, unser Heil und Trost und Zuversicht, du Gottes ewger Sohn, ach, unser Mittler vor des Höchsten Thron, In eigener Melodie. 3 Nob, Breis und Ehre bringen wir, Gott, Vater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm erfüllet werden! Wie selig, wie begnadigt ist ein Volk, deß Zuversicht du bist! O Höchster, deinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör uns Gott! Erhör uns Gott! 3. Heilger Geist, dich, dich flehen wir führ uns, Von der Predigt. In eigener Melodie. Heiland! brünstig seufzen 4 Qiebster Jesu, wir find wir Erbarme dich! dein Wort zu hören; lente Sina nen und Begier zu des HimA mels Allgemeine Lieder 2 mels heilgen Lehren, daß das Herz jetzt von der Erde ganz zu dir gezogen werde! 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Licht von Gott erfüllet! Lehr aufs Wort uns glaubend merken, laß es uns zur Tugend stärken. 3. D du Glanz der Herr lichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, dir sei unser Herz geweiht, dir zum Tempel auserforen! Lenke du Gebet und Lehre uns um Heil und dir zur Ehre! Mel. Liebster Jesu, wir sind err! vor deinem An5 Herr! gesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf das Flehen nicht, das dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen Gewalt tief in unsre Seelen dringen; laß es unsern Sinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen! 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vorschrift üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Christum herzlich lieben; daß kein Leid und keine Freude uns von dieser Liebe scheide. In voriger Melodie. 6 Demuthsvoll komm ich zu dir, dich im Geiste zu verehren. Vater! ach verleihe mir wahre Andacht, daß die Lehren deiner Weisheit mich recht rühren, mich den Weg zum Himmel führen. 2. Ach gib, daß dein theures Wort meine Seele ganz durchdringe und in mir, o Herr, mein Hort, Frucht zum ewgen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig stärke zur Vollbringung guter Werke. 3. Laß es sein mein Trost, mein Licht, Herr, auf allen meinen Wegen; meine starke Zuversicht, wenn sich Zweifel in mir regen; meines Herzens höchste Freude, wann ich von der Welt einst scheide. Mel. Vom Himmel kam der Gott! du biſt mein Preis und mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag heilig sein und gern ihn deinem Dienste weihn! 2. Gib, daß ich mein Gemüth bewahr, wann ich mit deiner Christenschaar zu deines Hauses Stätte geh und so mit Ehrfurcht vor dir steh. 3. Er bei der öffentlichen 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seist, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nußen hör. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält. 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht. ins Mel, Liebster Jesu, wir sind Gott, wir Herz hinein und laß mich 9 Höchsanten dir, daß nicht blos Hörer sein; steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter fei. du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig solche Stärke, daß er thätig leben: gib dem Glauben sei durch Werke. Mel. Herr Jesu Christ, dich 8 Der er du stets unsre Zuflucht bist, sei mit den Deinen, Jesu Christ! send uns den Geist, der uns regiert und uns den Weg zur Wahrheit führt. Gottesverehrung. Bei dem Schlusse der Gottesverehrung. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er leitet uns des Lebens Bahn. 3. Halleluja! Einst fingen wir, Gott, heilig! heilig! heilig dir und schauen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht. 3 dut, was wir thun und glau2. Uns, o Vater, lehrest ben sollen; schenk uns deine Kraft dazu! Gib zum Wissen Wollen das Vollbringen, so Wollen und zum wird Alles wohlgelingen. 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Auch jetzt haben wir vernommen, was uns fromm und weise macht: Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu guten Werken unsern schwachen Glauben stärken. 4. Unser Gott erhört Sebet, gibt uns seinen Vaterjegen. Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen. 5. Unsern Ausgang ſegne A 2 Gott 4 Gott Gott, unsern Eingang glei- und Lassen, segne uns mit chermaßen, segne unser täg- selgem Sterben und mach lich Brod, segne unser Thun uns zu Himmelserben. Erste Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Gott und sein Wesen. weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich nicht von Mel. Kommt Her zu mir 10 Wer könnte zwei- ungefähr entstanden Him feln, daß du bist, o Gott! der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. Zu sichtbar ists, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh ich Ordnung, die entzückt, im Großen und im Kleinen; ich seh und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel vereinen. Dasein Gottes. 3. Eins muß dem andern mußbar sein, daß die sich ihres Daseins freun, die sich empfinden können.Und wie? doch wäre die Natur und ihre fonnte nichts entstehen! Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Creatur ist Alles, was wir sehen. 5. Du bists, der die geschaffne Welt in ihrer Ordnung stets erhält, mit Weisheit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf unsres Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd und Himmel ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel, ich darf nach meiner Wünsche und sein Wesen. sche Ziel nun nicht vergeblich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ewger Seligkeit wird sicher nun geftillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnödeLust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Tuwirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. 5 sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er fennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke, feine Hand umspannet Erd und Himmel. Einheit Gottes. 11 Der Mel. Es ist das Heil uns er Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, er ist unendlich, gränzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer sei nes Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er, noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fas5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern; weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwär tig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Gerecht bist du, bist Heilig, gut und reiner, als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! Du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gefang A 3 und Gott 6 und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 12 ist nur einer && 3 Herr und Gott im Himmel und auf Erden. Nur sein allmächtiges Gebot hieß Erd und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr sein, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Welts regierer, der Sterne, die er ausgesät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That kann ers der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath, wer sollte dich nicht preisen! 5. Dich preist entzückt der Himmel Heer; es fennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt ich von dir je weichen? 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig solls kein Andrer sein, von dem ich Heil verlange. 7. Mein ganzes Leben weih ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr, als hier, in deiner Größe schaue. Majestät und Größe Gottes. In eigener Melodie. 13 ( chwingt, heilige Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Lob: singet Gott, lobsingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher Verstand; was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise zu seinem ewgen Preise mit Herrlichkeit erfüllt! 3. Die Sonn in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? Jhr seid mit eurer Pracht in eurem schönsten Lichte vor seinem Angesichte nur Schimmer seiner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich, Vater der Natur? und sein Wesen. tur? Was wissen wir? Wir kennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharfsinn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der flügste Meister; er glaubet nur und schweigt. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft gegeben dem Engel, der dich preist. In deinem Heiligthum ertönen Lobgesänge in seiner Brüder Menge zu deines Namens Ruhm. 6. Stimm in der Engel Chöre, o meine Seele, auch; sei voll von Gottes Ehre, du seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet ihn, Scele, bet ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie selig bist du dann! Er hat Unsterblichfeit und Seligkeit und Leben. Das Alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. Mel. Nun banket Alle Gott 14 Ant [ nbetungswürdger Gott, mit Ehre furcht stets zu nennen! du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. D flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein und laß mich 7 stets vor dir voll Ehrerbietung sein. 2. Du bist das höchste Gut, du weißt von feinem Leide; höchst selig in dir selbst, schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit, auch ohne Creatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Seligkeiten aufsmannichfaltigste rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath sind dein, und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; auch Geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit befizet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schüßet; den Geist, der in uns lebt, den 24 ha 8 haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts; doch du bleibst für und für. Gott Was sind Engel? Was bin ich? Du, an den kein Seraph reichet, wer, ach, wer begreifet dich? Niemand war und Niemand ist, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 7. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückst. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deine Liebe kund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen; doch wird die grobe Hüll dereinst hinweggenommen, die, Unbegreiflicher, dich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott. so herrlich, wie du bist. 10. Jndeß sei auch schon hier dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir deceinst vor dir verherrlicht stehn, ein beßrer Preisgejang dich, großer Gott, erhöhn. 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur, du der höhern Geister größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! Du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewigteit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Du, der Ursprung aller Gaben und Beherrscher jeder Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hält, du bist unveränderlich, Alles, Alles blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen. Mel. Freu dich sehr, o meine öchster, wer ift's 4. Ja, du wohnst in einem Lichte, das kein Mensch durchdringen kann. Deine Wege und Gerichte staunet selbft der Engel an. Rein Erschaffner siehet ganz deiner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Tiefen finden, wers versucht, sie zu ergründen. 5. Dennoch soll mir meis 15 der nen Glauben, daß du bist Thor und sein Wesen. Thor und Spötter rauben, der vom Tugendpfade wich. Sei gleich unerforschlich mir, dennoch bleib ich stets an dir. Welten sinds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. 9 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so gnüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge; gib, daß ich dir mich selbst zum In eigener Melodie. 16 rhabner Gott! was Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst, so sei mirs g'nug, daß du mich selig führst. reicht an deine Größe! Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß be schränkt mein forschend Denten ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die dir gebührt und über Alles geht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand, von Engeln selbst wird es nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? D mache mich von solchem frei und gib, daß nur dein Wort mir Richtschnur sei. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort ges lehrt, gegläubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle, zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen und, froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an macht und Rath. In eigener Melodie. 17 Gott ist mein Lied! Er Gott der Stärke; groß ist sein Nam' und groß sind seine A 5 Wer 10 Gott Werke und alle Himmel fein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Inendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe, er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verfündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 7. Er ist dir nah, du sigest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn.. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich Mel. Liebster Jesu, wir sind. leben ſollte, da ich noch un= 18 Gott, du bist von war. Ewigkeit, und dein 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. und sein Wesen. dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit. Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum Leitstern wählen. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der da hält, was er verspricht. D, daß dieß mich stets erfreue! Laß nur deis nen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. 11 in deinem Willen übe! Dann o Herr, wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohlsein fehlen. 3. Herr! du bist kein Menschenkind, daß dich et: was reuen sollte; immer bleibst du gleichgesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 4. Sünden bleibst du ewig 19 Hie Zuflucht aller Mel. Erhabner Gott. err, Gott, du bist feind; wehe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Ärm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub ist vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 6. Stets ist wohlthun deine Lust, ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich 7. Erd und Himmel wird vergehen; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehen. Deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, A 6 vers 12 veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigteit. Gott 4. Es werden noch die Himmel und die Erden wie ein Gewand von dir verwandelt werden; du bleibest, wie du bist: denn welche Zeit umkränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit! 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner starten Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott: denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. 20 Mel. Ich freue mich, mein Gott o wie du bist, so warst du schon, Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefst zu sein, um deine Macht und Güte zu erfahren. 2. Du wirst auch sein, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer frönen, die wir hier um deinen Himmel streiten. 3. Von Ewigkeit zu Ewigkeit kann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht ungleich werden, bedarf auch nie, sich gleich zu sein, der Himmel und der Erden. 4. Gott, mit dir unveränderlich, bezeugte deine Weisheit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Welten, die du schufft, sich ferner offenbaren. 5. Ob Felsen weichen, Berg ins That sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6. Was zaget denn mein Herz in mir; was klag ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dieß Leben mir verfließe! 7. Was klag ich, der dein Wort noch hat, den Trost, daß meine Missethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Angesichte! 8. Was flag ich! Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch und willst mich ewig lieben, haft selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und ewig, ewig wirst du's sein. Von dir kann mich nichts scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Luft und sein Wesen. Lust, nicht du und deine Freuden. Allgegenwart Gottes. Mel. Auf, Christenmensch! 21 Nie bist du, Höchster, von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich). 2. Was ich gedenke, weissest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor als ler Welt verhehlet, so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Va 13 ter, zählest du die Thränen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. Odrück, Allgegenwär tiger! dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein Heilig Auge scheu und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Daß du, Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist. In eigener Melodie. 22 Agegenwärtiger! ich bin dir nicht verborgen, wo ich bin, wollt auch auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere bin die Morgenröthe bringen. 2. Flieg ich zum Himmel hoch empor, mich unter seinem Sternenchor im Glanze zu verstecken, so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab: du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. A7 4. Der 14 Allmacht Gottes. 4. Der Alles schuf, ist überall o fürchterlicher Donnerschall in aller SünIn eigener Melobie. der Ohren! Sie fürchten 23 Herreicht 1 keinen tern sie, die Thoren. nun zit5. Der Gott des Himmels ist so nah, das Heiligste der Wesen sah, was wir im Herzen dachten, was in geheimer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. Gott 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen seinen Schrecken. 7. Noch keines Herzens böser Rath, ihr Sünder, keine schnöde That ist sei nem Aug entronnen. Er fennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 8. D gehe nicht, Herr, ins Gericht, wenn wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke nichts entflieht, was war und ist und einst geschieht, sei meine Ruh und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und sieht, der weiß auch, wann ich leide. so weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, daß deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich wär! 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du führeft deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wann du und sein Wesen. 15 Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen, selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken, denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie Allwissenheit Gottes. Mel. O Gott, du frommer Gott. 24 Herr, bu erforscheft der Tag vor deinem Andu gesicht. mich, dir bin unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 7. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntniſſe, für du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt! 6. Allmächtiger! erstaunt fall ich vor deinem Throne nieder; mein blöder Geist verlieret sich und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. O schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft.. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? 16 Gott für köstliche Gedanken! Un- wüßt ich gegen Gott noch zählbar sind sie mir, denn nichts. sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhu. 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefen der Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet, und jeden Punkt der Ewigkeit. O du, der Alles weiß und nennet, was ist, was werden soll und war, wie bist du jedem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen Mel. Wie groß ist des Allmächt. kann ich nicht. Gott! nach 25 Wo find die Wei- dem Licht, in dem du wohnest, schau ich mit heiliger Begier; du siehst es gnädig und belohnest mit Weisheit meinen Blick nach dir. sen, die mich lehren, wie unser Gott allwissend ist? wer kann mir Forschenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer kennet ihn von Angesichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Bekennts: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge dringt. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Jch denke stets: Gott kann mich finden, wie tief verborgen ich auch sei. Vor ihm kann keine Nacht mich decken, tein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Dasein schrecken, könnt ich gleich aus der Welt entfliehn. 2. Könnt ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer und die Gedanken aller Seelen von ihrem ersten Ursprung her, so wär ich weiser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden; doch 6. Wer kennet seines Her zens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber traun? Allwissender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falichem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. und sein Wesen. mein Herz durchschaun. Er wenn tausend Hindernisse blickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß doch den deinen bloß erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt und aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 6. D Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs beste mich regiert; o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 26 Du weiser Schöpfer aller Dinge, der Alles weiß, erkennt, ver steht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst Maas, Ziel und Regel vor. du 2. Die vielen wundervollen Werke, was unsern Augen fern und nah, stehn als Beweise deiner Stärke, als Zeugen deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen Meisterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der 27 und 17 fland nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, krönt auch, sobald du willst, die That; Mel. Gott des Himmels und der Erde. nerforschlich fei nes Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist Alles, 18 les, was er thut, wie's auch scheine, weis und gut. 2. Sollt ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Mel. Freu dich sehr o meine Abſicht seh? Pflicht iſt's, 28 Gott! vor deſfen nur dann zu loben, wenn ich sie noch nicht versteh. Frevelt der nicht, welcher Flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? Gott 3. Soll ein Vater unter lassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tad ler! Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glauben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt er zu Regiererinnen seiner Werke, seiner Welt meine Lüste setzen? sinnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilgerstande sei mein Theil Zufriedenheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel sein. 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, ach! so klage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen: was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faß erst Gottes Simu, wann ich ganz vollendet bin. Heiligkeit und Gerechtigfeit Gottes. ein reiner Wandel gilt; ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt; deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft, ist gut; und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad und Huld erfreun. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. D! so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen; tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist hei und sein Wesen. heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen! erlösen, Sohn 5. Uns von Sünden zu gabst du deinen dahin. Oso rei nige vom Bösen unsern gan. zen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und uns zu dem Himmel führe. 6. Jede Neigung und Begierde, jede That sei dir geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligkeit! Mach uns dei nem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Schon ist der Tag von Gott 29 e erechter Gott! vor dein Ge richt muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. D laß mich jede Sünde scheun und hier mit Ernst beflissen sein, vor dir einst zu bestehen. auf 2. Du siehst von deinem hohen Thron heras deine Kinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht siehst du die Personen an, auf das allein, was 19 wir gethan, siehst, du gerechter Richter. 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Du liebst, was recht ist, Herr, und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Tugendfleiß gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz heilig, gang vollkommen. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet. Da zeigest du im hellsten Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott! Laß mich, 20 mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde. Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. Gott Mel. Wer nur den lieben Gett 30 och nie hast du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verlegt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vor geseßt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst zur lung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Beit. 3. Und wie du das un fehlbar giebest, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wann du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß vollbracht. Wer hier verlezet seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. I 4. O drücke tief dieß in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest: wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Erwäge dieß, o meine Seele, und traue Gott, der's freulich meint. Sei stets nach seines Worts Befehle der Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig sind. Mel. Gott des Himmels und 31( a) Weicht, ihr Berz Hügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Fester wird, Vatertreue sein, unbewegals Berg und Hügel, Gottes ter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Bund wird nie gebrochen; Dieser seine Treue bürgt dafür. Erd und sein Wesen. Erd und Himmel mag vergehn; was er zusagt, muß geschehn. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen. Wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. G ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ift getreu. In eigener Melodie. 4. Dräut die Welt mir, 31( b) ott ist getreu! mich zu hassen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlaffen; er erbarmt doch meiner sich. Denn er blei bet immerdar, was er ist und was er war. Sein sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! 3m Wohlsein und im Schmerz erfreut und schüßt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel, Stürzt ein, ihr Berge, fallt, ihr Hügel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund! Dieß weiß, dieß hoff ich fest: ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 5. Scheint auch er mich nicht zu achten und verbirgt sein Angesicht; läßt mich rufen, läßt mich schmachten, so vergißt er mich doch nicht: denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Sonn und Schild. 21 8. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen, was er sagt, wird er auch thun! Erd und Himmel mag vergehn: ewig wird sein Bund bestehn. 7. Er der Herr ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Troft genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht sein; follte nicht mein Herz sich freun? 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so irr und gleit ich nicht. Das Laster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trübfal 22 fal ists; mein Vater bessert mich durch Alles, was er thut. Die Trübsal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Gr, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan im Wechsellauf der Dinge zum 32 Wie Gewinn des ewgen Heils hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein ir disch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist ge treu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun! Sei Gott getreu und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Ärglist sein. Selbst falscher Menschen Neid und Tücke gereichen mir alsdann zum Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Vergiß, o Seel, es nicht, wie zärtlich treu er ist! Ihm treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt fest an Gott, Gott sei treu im Glauben! Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. In eigener Melodie. ie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich ge leitet; Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Jsts nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchent du erschaffen, bist wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Auch darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und und sein 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er follte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille; ich soll vollkommen sein, wie er. Solang ich dieß Gebot er fülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit feble, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott! Laß deine Güt und Liebe mir immer dar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Wesen. 23 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschuldet haben. Mel. Herzliebster Jesu! 33 aucht unsermGott! Er von großer Güte, barmherzig und von duldendem Gemüthe; will Allen Heil und ewge Lust gewähren, die ihn verehren. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Antliß, wenn ers sucht, verborgen? Soweit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von. unserm Herzen. 5. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein gebrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu Ewigkeiten währet die Güte Gottes jedem, der ihn ehret. Ach mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 8. So werd ich ewig deiner Huld genießen; so wird mein 24 mein Leben sanft vor dir verfließen; so werd ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. Gott 34 W Geist, AllmächMel. Mein Gott, das Herz enn sich mein tiger, der Gnaden Menge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt; 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll und weiß vor Heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß in Nacht verborgen schlief, bestimmtest du, o Herr, mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh er geboren ist; und so ward ich, o welch ein Glück, durch die Geburt ein Christ. 5. Als ich noch schwach, vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich unsichtbar, Herr, dein Rath oft wieder drauf geführt.. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Unglück und Gefahr; und vor dem Laster, das noch mehr, als sie, zu fürchten war. 8. Ich sah, vor Krankheit bleich, durch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wenn Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst und mir in in wahrer Freundschaft Glück mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dieß Herz, das fühlen kann, dieß Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würdger mir vergehn, als, Ewger, dir zum Preis; ich will frohlockend dich erhöhn als Jüngling und als Greis. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 35 Gott, deß starke Hand die Welt erschaffen hat und noch erhält, ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende; streckst du Hände voll und sein Wesen. 25 voll Erbarmen und voll reichen, reicht deine Huld, Wohlthun nach mir Armen. die uns erhält. Eh wer den Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Gebirgen steht die Güte, die dein Volk erhöht. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich davon seben kann, so seh ich deine Güte. Der Himmelskörper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Ges müthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis find deines Wohlthuns lauter Preis und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen und von neuem, Herr, mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 2. Gott, dir ist kein Seschöpf verborgen, nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst alle deiner Sorgen, sie danken Lust und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig sein; dir, Gott, ist nichts zu groß, zu klein. 4. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. O hei lige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen; dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. Mel. Wer nur den lieben Gott 36 oweit, Herr, deine Himmel 3. Mit frommem, freudigem Gemüthe erheb ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väterlich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun! 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Genusse so väterlich, so reichlich aus. Herr! unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein Licht. Entzeuch uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antlitz nicht! Herr! deine Huld erfreue die, die dich verehren: segne sie! B 26 Gott Mel. Herzliebfter Jesu 37 Bott ott ist die Liebe! Gott kann nur beglücken! Dieß ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Vater, und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde stände, selbst wenn ich in die tiefste Gruft mich grübe, dich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein höchstes Ziel auf Erden, dir, Geist der Liebe, ähnlich hier zu werden: der heißeste, der erste meiner Triebe sei Menschenliebe. Mel. Es ist das Heil uns 38 Wie viele Freuden dank ich dir, die du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden schon verziehen! D Gott, voll Langmuth und Geduld! noch täglich häuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet. 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine Macht, blick ich in jene Ferne und überseh des Himmels Pracht und Sonne Mond und Sterne, so bet ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! 3. Dein Auge schaut auf ihn herab, so geht er nicht verloren; nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er allein geboren. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; der du den Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, denk ich dein, und wann ich schlafen gehe; denn du, mein Vater, fannst verleihn, um was ich kindlich flehe. Drum seufz ich kindlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir um deiner Güte willen! Mel. Herr, wir singen 39 frohen Triebe! Der Gott des Himmels ist die Liebe! Er ists in alle Ewigkeit! O mo kann ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig segnet und erfreut? Wer bin ich, Herr, vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja selbst der Engel faßt es nicht. 2. Wundervoll sind deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Aber deine Liebe thronet da auch, wo Macht und Weisheit wohnet; ich seh es und erhebe mich. Was ists, Univ.- Bibl. Giessen und sein Wesen. 27 ifts, das mich erschreckt? und lockst mich hin zu dir Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe. Der kleinste Wurm, der Donnersturm, und Alles, Alles preiset sie. durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis dir! den begnadigst du. 3. Huldreich riefst du mich ins Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich her zu streun. Je der Tag erzählts dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vor hof deines Himmels sein. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir geschüßt und unterstüßt, durch lauf ich fröhlich meine Bahn. 4. Trüben sich auch meine Tage; hinweg mit jeder Jammerflage! Nur du, mein Vater, trübest sie, Licht entströmt den Dunkelheiten; du wirst nur Segen mir bereiten, und Trost und Hoffnung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht, ich zage nicht! Du reichst mir deine Vaterhand. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrscher aller Welten, mir arz men 6. Ja, du willst der Sünder Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter ſei. Weisheit kam mit ihm hernieder; er litt und starb für seine Brüder und sprach ihr Herz von Aengsten frei. D Gott, was fühlt mein Geift! Wie staunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien, du fandtest ihn! Wie hoch hast du die Welt geliebt! 7. Gott! ich will dir folgsam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken kann? Einst umstrahlet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh ich nur gern auf deiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor und singt im Sternenchor: Liebe! Liebe! Herr der Zeit und Ewigfeit! Ich weiß, daß du die Liebe bist. Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. Sünde häuf ich oft auf Sünde und dennoch seh ich und empfinde, daß du, ErMel. Ein lämmlein geht barmer, mich noch liebst. 40 mit welcher Lang= mir 32 duld 28 Gott duld trägst du die Men- häufe Schuld auf Schuld schenkinder, o Gott! Auch durch kühnen Mißbrauch bei gehäufter Schuld trägst deiner Huld! Nur Tugend du die frechen Sünder! sei uns Freude, damit uns Sie nahen dem Verderben in der Prüfungszeit der sich; du siehst es, und es Reichthum deiner Gütigkeit jammert dich des Elends zur wahren Beßrung leite. dieser Armen. Daß sie demselben noch entfliehn, suchst In eigener Melodie. du ihr Herz zu dir zu 41 Aller Welten Herrz innigem ErbarGott, dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Sie verherrlicht täglich sich auch an uns allen, die wir noch au Erden wallen. Ja, fix pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, selbst die größten Günder. 2. Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden; aber wer kann sie ergründen? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden und dabei doch so treu warnen, die dich hassen: Herr! wer fann dies fassen? men. 2. Du gönnest ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schoneft sein von Zeit zu Zeit; vollziehest voll Barmherzig: teit, ihn gänzlich abzuhauen. Dwelche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Vaterhuld nicht inniglich vertrauen? 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder, so trägst du schonend noch vielmehr dieFrom= men, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach und träg zu guten Werken, so gürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Vaterhuld zur Sicherheit uns führen! Ach! keiner 3. Doch du strafft nicht gerne, liebst nur unser Leben, Zeit zur Behrung uns zu geben, dringt dich deiner Liebe zärtliches Erbarmen. Darum hast du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten und nach Beßrung trachten. 4. O daß doch der Reichthum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesändrung triebe! und sein Wesen. 29 O daß wir, voll Reue, daß du unser schonest undunsre Schuld bedächten und dir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns kränken, gnädig uns zu schenken. nicht nach Verdienst uns lohnest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deineGnade, selber auf dem Tugendpfade. Leit uns doch damit noch, bis wir dich einst droben ohne Sünden loben. 5. Dank sei dir, o Vater, Von der heiligen Dreieinigkeit. ben und im Tod: erbarm Gott, Bater, Sohn und dich unser aller! heiliger Geist. In eigener Melodie. 42 Allein Gott in der Höh sei Chr und Dank für seine Gnade! Er forget, daß uns nimmer mehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohlzufhun ist er bereit, er will nur unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe, du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was sie wirkt, ist wohlbedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. Jesu Christ, des Höchsten Sohn! Dich, seinen Eingebornen, dich sandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott hilf uns im Le 4. O heilger Geist, du Geist von Gott! Erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir; ach leit uns stets, so sind wir hier beglückt, dort ewig selig. Mel. Erschienen ist der herrlich] 43 Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Bein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du hast durch deines Wortes Macht B3 uns -30 Von der heiligen Dreieinigkeit. uns allen Licht und Heil den. Er flößt uns im Todesgebracht. Halleluja. schmerz des ewgen Lebens Trost ins Herz. In eigener Melodie. 44 Wir glauben an den uns seine werden. eingen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, aller Vater, unser Gott, hieß Kinder Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu theur, für uns zu geben. Er erstand, herrscht, hoch erhöhet, in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt uns zum Beistand und zum Füh rer, der in Trübfal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten, der uns Lehrt Vergebung finden und der Tugend Werth empfin Mel. Mein ganzer Geist 45 obfinget Gott! Dant, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt und Singet, bringet Stärke. frohe Lieder! fallet nieder! Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott, Dank Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gefungen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hast durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! du Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du mahst uns gläubig, weis und rein, hilfft uns getrost und siegreich sein im Streit mit unsern Lüsten. Leit uns, stärk uns in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Von der heiligen Dreieinigkeit. 31 46 laß uns, zu befrein von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf Herr und Gott, froh deines Šegens werden und dir im Glauben dienen. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott! wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben. Du gibst zum Guten Lust und Kraft, laß es uns stets erfahren. Stärk uns in unsrer Pilgrimschaft, bewahr uns vor Gefahren, hilf uns dir willig folgen. Mel. Es wolle Gott uns err, unser Gott, Du bist das höchste Wesen; und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollten wir mit dir, duallerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Va= ter, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben; dein Herz voll Güte und Geduld, verleih uns Trost und Leben, daß wir dich kindlich fürchten. 3. O Jesu, ewger Gottes sohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schaun. Werke und Wohlthaten Gottes. Schöpfung. Mel. Es ist das Heil uns kommen 47 Wer machte diese das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hingestellt die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf die Wälder, Feld und Au? befahl dem Regen, sprach zum Thau: Erquicke Saat und Blüthen? schöne Welt, 2. Auf wessen mächtiges Geheiß entstanden Ström und Seen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde we34 hen? Werke und Wohlthaten Gottes. 32 hen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, in und in Staub selbst frohe We: sen? 3. Das Alles, Alles, groß und klein, ist dein Werk, Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ist auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn und Mond und Pflanz und Thier und Stein und Wasser nüßen mir und nüßen allen Menschen. 5. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufst du die prächtige Natur, den Himmel und die Erde. O du, der uns als Vater liebt und Allen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! Du machst auch mich zu Zeugen deiner Güte. Jch danke dir und denk an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh dich nicht, doch lieb ich dich; du schufft und du er hältst auch mich zu immer größern Freuden. In eigner Melodie. 48 Nobsinget Mott! er Welt zum Schauplaß seiner Güte; lobsingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüthe! Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn fennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigteit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet! 2. Du wolltest, daß vor dir nichts leer von Freud und Leben bliebe: drum schufft du, Gott, der Himmel Heer, schufft unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest threr nie; Unendlicher! du ließest sie zu ihrem Heil nur werden. Dich aber, dich erfreuet nur die Wonne, Allen wohlzuthun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt dein Wohl thun, deinen Segen: wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Ach! was sind wir, die deines Macht aus todtem Staub Hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. D Bater, welchem Keiner Schöpfung. 33 ner gleicht an Liebe, wie werf auch ich mich nieder; an Stärke, kein Dank, kein Lobgesang erreicht die Wunder deiner Werke; doch ist dirs angenehmer Dank, dir ist es mehr als Lobge sang, wenn ich dich thätig liebe und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. Herr, dein Preis sei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preisen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer kenne und von hohem Eifer voll mehr dich kennen lernen soll. 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erkenne und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich sein, will glücklich machen, will erfreun, will helfen und dir gleichen. Von die sem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, solang ich lebe, weichen! Mel. Gott, der du die Menschen 49 ott! aus deinen Schöpferhänden ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden, konnte solch ein Schöpfer nur. O wie könnt ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, Bracht und man nichfaltigkeit, wie die Zeugen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit sehn und doch stumm vorübergehn? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend mir Ja, wenn Thränen entgleiten, will ich deine Schöpfung sehn und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn, Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Wermsten ja be fannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 3. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für meine Freuden vor dem ersten Athemzug. Zum Genuß für Leib und Seele hast du, Herr, mit Freundlichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. O, wer wollte je vermeffen mitten in der schö nen Welt deiner Macht und Huld vergessen und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst den kleinsten Wurme seine Vatersorge B5 weiht, 34 Werke und Wohlthaten Gottes. weiht, du bists, der auch nem Schöpfer Ehre! Mich, mich erfreut in der Stille, ruft der Baum in seiner wie im Sturme. Herr, dir Pracht, mich, ruft die Saat, will ich ganz vertraun und hat Gott gemacht: bringt mein Heil auf dich nur unserm Schöpfer Ehre! baun. 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der SchöpfungRuhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag: Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? 50 Viel Sei Lob und Ehr dem enn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, anbetend über lege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majeſtät? Wer In eigener Melodie. ruft dem Heer der Sterne? 51 Die Himmel rüh Wer seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Du Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, als Erd und Himmel reichen. Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt die unzähls baren Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne und lauft den Weg gleich als ein Held. 4. Dich predigt Sonnen schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt mei3. Vernimms und sich die Wunderwerke, die die Na= Schöpfung. Natur dir aufgestellt! Ver fündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde: an meinen Werken kennst du mich! Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich! 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil! Ich bins! Mich liebe dein Gemüthe und nehm an meiner Gnade Theil! Mel. Herr, wir singen 52 Unser Gott ist groß und mächtig, und seine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, seis ner Allmacht Heere, verkün digt eures Schöpfers Ehre und preiset seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht, er hält im Gleichgewicht ganze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 35 Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten und sinken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand die Himmel ausgespannt. Durch ihn gehet, gleich wie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. 2. Allmacht sprach zum Nichts: es werde! Da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. 3. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an: sie bebet! Er rührt den Berg an, und er raucht! Vögel nährt er, speist die Heerde, erneuert die Gestalt der Erde, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Allen Speiſe, liebt und erhält die ganze Welt und tränkt die Thiere auf dem Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr danach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbarkeit, Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht rühmt seine Macht und rühmt, daß er für Alles wacht. 5. Gott, voll Weisheit, Gott, voll Stärke, wie viel und groß sind deine Werke! wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weiB6 ten 36 Werke und Wohlthaten Gottes. ten Meeren; da wimmelts Ding verborgen ist! Ach, von den frohen Heeren der ziehe mich doch ganz zu dir Thiere, zahllos wie derSand. und offenbar dich selber mir! Mit Mannichfaltigkeit, mit Regelmäßigteit prangt die Erde; wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reiz geschmückt. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Natur, so ruft mir Alles, Alles zu: Wie groß ist Gott! wie flein bist du! 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret, Lämmer weidet, der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für morgen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getrost, ermanne dich! Vertraue Gott! auf ihn werf alle Sorgen hin! Er wird sorgen: er, der uns hört und gern gewährt, was unser wahres Wohl vermehrt. 3. Mir zeigen alle Elemente Macht, Güt und Weisheit überall. O wenn das Stumme reden könnte, wie groß wär stets der Jubelschall! Rühmt, Menschen, Gottes Güt und Macht, die euch und uns hervorgebracht! 4. 7. Dank dem guten Gott zu singen und stets mein Herz ihm darzubringen, soll meine höchste Freude sein. Laut soll ihm mein Lob erschallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen, gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich stehn, entzückt ihn sehn und ewig seinen Ruhm erhöhn. Mel. Wer nur den lieben Gott 53 Gott des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begriffen werden, vor dem kein Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd ist deiner Güte voll. D gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir lokten, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden und ihr Genuß mir Schaden thut! Laß allen Mißbrauch ferne sein; mein leptes Ziel sei du allein! 6. Hier ist mein Leben eine Reife, ich geh nach jener höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt! Und end ich diesen tur Vorsehung. kurzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf! Vorsehung, oder Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Nun danket Alle Gott 54№i ichts ist von unge fähr! Ein großer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Zufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt und einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, was fünftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird sein, als was sein Rathschluß wollte; und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. Owohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 3. Wie dürft ich mißver: gnügt in meinem Stande les ben? Kann jemals böse sein, was Gott mir pflegt zu geben? Der Thor nur klagt und murrt und lästert Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas Anders sein, und mein besondres Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 37 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge, Ich quäle nur mich selbst, Doch folg ich meinem Gott, die Hände so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Wie thöricht würd ich sein, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenstelch des Leidens Bitterkeit. 7. Im Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich sein, was mich vollkommner macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sinnenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schooße niedrer Freuden und stark erscheinet sie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefster Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Noth und Tod mein Herz dir folgsam sei! 37 38 Werke und Wohlthaten Gottes. In eigener Melodie. 553 n allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, souls anders wohlgelingen, mein Helfer sein mit Rath und That. 7. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie es sein Wink gebeut. Sei mir mein End verborgen, komm es heut oder morgen, er weiß dazu die rechte Zeit. 8. So sei nun, Seele, stille, dich leitet dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath! 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen: ich traue seiner Vaterhuld. Mel. Es ist das Heil uns 3. Es kann mir nichts ge- 56 Dir, unser Gott, ift gleich schehen, als was sein Rath ersehen und mir für heil sam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden: mir geh es, wie es ihm gefält. im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über Alle dich erhöht, die Kron und Scepter tragen. 4. Jch traue seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen Sägen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit. Du herrschest über Alles. 5. Leg ich zum Schlaf mich nieder, wedt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen so sei sein Wort mir Trost und Licht. 6. Was über mich beschlos: sen, dem will ich unverdros fen, getrost entgegengehn. Kein Unfall unter allen soll jezu hart mir fallen; ich will mit Gott ihn überstehn. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach heiligen Gefeßen. Du willst auch deiner treuen Hut das Kleinste würdig schäßen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ists dein liebstes Werk, zu jegnen, zu beglücken. 4. Wohl Vorsehung. 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über Alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Jch, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. sich auf mich mit Gnade! 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, wie ich soll, bin oft zum Guz ten träge. Doch du bist gnädig und voll Huld vergibst du Neuigen die Schuld. Drum hoff ich auf Verge bung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei: auch mich hat er verföhnet. 7. Herr! ewig will ich deinen Ruhm mitLob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz sum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wan deln. 39 den Weisen, der keinen seines Gleichen hat! Der Herr thut große Werke. Wer beuget seine Kraft? Wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. In eigener Melodie. 57 Kommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigsten, 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen sittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blize zünden, daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wellen: Bis hierher! Ihm gehorchen sie. Er legt in Felsen Quellen; sie rieſeln und versiechen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wundern an; heißt Thiere da sich freuen, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und er- neun? 4. Herr! dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott, ist dein! Das preisen deine Werke, die deiner Allmacht sich 40 Werke und Wohlthaten Gottes. sich erfreun. Auch wir er- geben und frohe Zuversicht. freun uns rer; ihr Lob sei Wenn ich bekümmert war, unsre Pflicht! O Vater, o so seufzt ich und war stille, Regierer, wen hält, wen und dein stets guter Wille schüßt sie nicht? Du lebst, entriß mich der Gefahr. du wirkst in Allen, wir leben nur in dir. Erhalter, wer kann fallen? Dir, dir vertrauen wir! 5. Dein Name sei gepriesen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jezund Mel. Von Gott will ich, oder Beuch ein zu deinen Thoren. 58 Gott, der an allen und immerdar. Enden viel große Wunder thut, du bists, in dessen Händen mein ganzes Schicksal ruht; hast in der Prüfungszeit mir jeden meiner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 6. Du hast mir wohlge rathen und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, verklärt und ganz vollkommen mit allen deinen Frommen dir danke fort und fort! 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht über dein Soryet Uch, Bater! wie ver- 59 Fot, verborgen, Mel. Wer nur den lieben Gott o mag mein dürftiger Verstand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir Huldreich zugewandt? 3. Drückt mich auf mei nen Wegen gleich mancheLast und Müh, so führt auch sie zum Segen, und du versüBest sie. Du bleibest mitleidsvoll, hilfft liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern, beförderst stets ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft gedein Rath bleibt für uns wunderbar! Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgtest, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dieß sei genug zum Troft für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Augen oft versteckt: doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie Vorsehung. 41 3. Nie sind die Tiefen zu 3. Schau die Werke seiergründen von deiner Weisheit, deiner Macht; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie ge dacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; dir folgen fei stets unsere Pflicht. ner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. 4. Drum will ich mich dir überlassen mit Allem, was ich hab und bin; und kann ich auch nicht Alles fassen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligteit, und einst preis ich vollkommen dich und freue deiner ewig mich. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab, ist sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn denke. ist gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte! Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohlzumachen. 2. Beides, Erd und Himmel preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweisen. Sonn und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Mel. Warum sollt ich mich 60 Sei zufrieden, mein Licht, dir zum Dank verGemüthe! bindet. 7. Septen mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott, sie tragen. War kaum noch Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan! Denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen. Es geschicht 42 Werke und Wohlthaten Gottes. schicht wahrlich nicht; er und Leben, Alles sei dir kann dich nicht hassen. 9. Drum ergib dich seiz nem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That: er, er, wirós wohlmachen.. In eigener Melodie. 61 Alles [ lles ist an deinem Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unser höchstes Gut. Ueber Alles hoch dich schäßen und auf dich Vertrauen seßen, gibt allein getrosten Muth. 2. Du, der mich bisher ernährte, manche Freude mir ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben sein. 3. Sollt ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch dieHoffnung kann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken; du bist Herr der ganzen Welt! Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod heimgestellt! 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du thn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so soll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. 6. Soll ich hier noch länger leben, o so wollst du Kraft mir geben, daß ich stets dir folgsam sei. Alles Irdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet und sie macht mich sorgenfrei. Mrl. Lobt Gott, ihr Christen 62 Gott sorgt für uns. Dank, ihr Christen, singt ihm gern. Vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad und Macht; im Sonnenschein, sowie im Sturm ist er auf Heil bedacht. 3. Mit froh gerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Nehre, die vom Segen sinkt, ist sein; Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir verehren dich mit kindlich frohem Dank; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr, als Speis und Trank. 5. Fried Vorsehung. 43 unerschöpflich reich. 5. Fried und Gesundheit, Quell, und die Natur ist Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nüßlich sein und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr in uns die Zuversicht, dir ewig zu vers traun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Nerndte schaun. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich wie du? 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet gibt der Baum, wenn Einer Schatten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Erfrischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude 7. Herr! ohne dich vergingen wir und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beſeelt durch deinen Hauch. 8. Nicht einem mangelt deine Huld; wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht! Mel. Lobt Gott, ihr Christen, oder Mein Gott, das Herz ich bringe 63 immer wech Noch seln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du Mel. Vom Himmel hoch flets gethan; du segnest und 64 Mein Gott, nach Auge sieht, but das mit ner Güte an. dir: von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 9. O betet, Menschen, betet an! Erwägts und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan! was will er nicht noch thun? 2. Getrost! mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; in Finsterniß ist er mein Licht. 3. Kein Uebel sei mir fürchterlich: denn Gottes Rechte schüzet mich. Durch fei= 44 Werke und Wohlthaten Gottes. seine treue Vaterhand wird meine Zuversicht! Ich bins aller Schade abgewandt. gewiß, du thust mir wohl, solang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt ich von dir: was ich bedarf, das gibst du mir. 4. Sein Schuß gewährt mir Sicherheit, sein Trost füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner Bahn und nimmt mich einst zu Ehren an. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume königs lich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie: weit mehr bin ich vor Gott, als fie. 5. Herr! segne und be hüte mich! Du bist mein Heil: ich hoff auf dich, Dein Segen folg aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewigfeit! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 6. Mich schufst du nicht 65 ott! deine weiſe für diese Zeit, mein Ziel Macht erhält die ganze lebevolle Welt, und Aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie alle liebst und allen ihre Speise gibſt. ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisheit und Verstand und machtest ſelbst dich mir bekannt. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil, gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, solang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für feinen Sohn, als du, für mich. 4. Ich bins gewiß, du kannst mich nicht verlassen, 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis und Trank empfahn. Selbst dem, der mich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Gebet; und fleht ich nicht darum zu dir, gewährtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur ge nügsam sein und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohlthat fließt. 9. Bei Vorsehung. 9. Bei deiner Gaben Ueberfluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer; Preis mit und Dank bring ich dir, Gott, mein Lebenlang. 45 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Vater, dich. Ja, du kamst neuem Segen jeden Morgen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte 66 Bester, weisefter Re mir! Sandtest du auch eine gierer! Aller Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich und versorgst mich väterlich. Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, ſeit ich hier schon walle, deine Vaterhuld verlieh? Nein, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dräun? Nein, o Herr, dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmts von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, wären viel auch meiner Feinde; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft schaun und von Herzen dir vertraun. 8. Besser roch, als selbst das Leben, ist, o Vater, dei2. Kann ich dich genug erheben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. O wie preis ich dich dafür! 46 Werke und Wohlthaten Gottes. deine Huld. Was mir nüßt, dung, Allerseligster, mit wird sie mir geben und dir! Gib, o Vater, stets mich tragen mit Geduld, Empfindung deiner VaterLaß mich nur, du Aller liebe mir! Mache du mich bester, immer inniger und immer reiner, daß mein fester hier mit dir vereinigt Herz auch einst noch deiner sein, deiner Gnade mich zu sich in deinem Reiche freu freun. und in dir ganz selig 9. D der seligen Verbin- sei! Die vorzüglichsten Geschöpfe. Engel und Geister. Mel. Auf, Christenmensch! 67 Hott! deine Güte, Macht, nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht und in den tiefsten Schlünden; und noch begreift, bei aller Müh, der größte Weise niemals sie. 2. Du bildetest im Stufengang, uns deiner zu er freuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen; vom Men schen bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer Zwischenraum. 3. Auch Engel, deren Geisterblick fein schwaches Licht begränzet, und denen hohes Himmelsglück im reichen Maaße glänzet, schufft du, o Gott, Unendlicher, der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, der uns so oft entehret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft zu jeder guten gend Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen und was dein hoher Wink gebeut gehorsam zu erfüllen und preist mit lautem Jubel gern dich, seinen Vater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre Freuden, froh nimmt an ihnen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Reue weint und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott, laß mich, deinen Engeln gleich, mit reinen, frommen Trieben, wie sie an Tugendfrüchten reich, dich und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engelrein mich deiner, o mein Vater, freun. Vorsehung. Mel. Vom Himmel kam der 68 Wer sählt, Unend. licher, die Reihn der Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir, als Miel. Alle Venschen müssen Water' fehn, aus allen Welz 69 W auf vollenden, Wann ten zu dir flehn? 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schranten hält. 47 verschwistert schuf, nur meiner Hülle hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die unbegreiflich wunderbar du noch zur Erde senden wirst und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, die jauch zen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Geisterheer riefst du ins Leben, Gütigster! Dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Allerhöchster, gränzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesseln auch entreißt, misch ich in eure selgen Reihn mich, Mitanbeter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höhre Lied im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wenn sie dem Vater singt. 8. Dem Vater, dessen Allmachtsruf auch sie mit euch wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooß ruhn, eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu sein, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Vater, voll Vertraun, auch wie sie mit allen Frommen deine Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn uns dann entzücken; wir, erhoben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Erlösten, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit dir zu dienen stets bereit. 4. Wenn wir vor Begierde brennen und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, immer heiliger zu sein; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn allen Eigennuß Werke und Wohlthaten Gottes. 48 gennuß wir ihr Beistand sind, ihr Schuß. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähnlicher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen die ses große Ziel versäumen; lehr uns deine Wege gehn, einst, wie sie, dich auch zu sehn. Der Mensch, seine Wür: de und Vorzüge. Mel. Wer nur den lieben Gott 70 Dei ein bin ich, Gott! Dein ist mein Leben! Erfreulich ist mein Ursprung mir! Du hast das Dasein mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr kein Wohlfein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt, so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz vor Freude aanz ent zückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preise mein Gemüth 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll Rührung preist dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn und stets ein Freund der Tugend sein. Mel. Wer nur den lieben Gott s 71 werde Gott von du seines Odems Hauch, mein Geist. Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist; ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein und seiner Liebe mich zu freun? 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt: mir nur, dem Werke seiner Hand, gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt, und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd erhob, sind sie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schöpfers Vorsehung. 49 ben, Gott, mich an, hab ich nur dich, was fehlt mir dann? pfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. 5. Gott, ich kann denken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meinerSin ne Gedanken tausendfacher Art. Ach, strebt ich, alle Gott zu weihn, wie selig könnt ich hier schon sein! 6. Ich kann sie sammeln, fie verbinden, sie trenner, Mel. Es ist das Heil uns wie es mir gefällt, die Welt 72 Dir, Gott, fei Preis empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab ich Kraft; die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld: du schaffest, was du schaffst, aus Huld. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, daß sei mir Ruhm und Seligkeit! Nimmst du zum Er10 Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? bracht! Dich rühme Harf und Pfalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzerLeib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so künstlich ausgespannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich sei, o Gott, ein Werk von dir und deiner Weisheit Spiegel. 3. O hätteſt du mein Auge nicht so fünstlich zubereitet, was nütte mir der Sonne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann fäh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmückest. 4. 3ch jauchze, daß ich sehen kann und hören und C empfinden; 50 Werke und Wohlthaten Gottes. empfinden; froh bet ich mei nen Schöpfer an; ihn überall zu finden, in allen Werken, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgefang und Opfer. 5. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? Gott ist es, der dieß Alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! 6. Ja, dir sei Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Pfalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih, auf daß mein Herz ein Tempel sei, in welchem dein Geist wohnet. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 73 D welch ein Glück, ein zu sein! Wer kann genug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu sein, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne dank ich dir; du gabst mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. 3. Mich allen Wesen vorzuziehn, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit mir verliehn, Gewissen mir gegeben. 4. Der Mensch nur ists, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schöpfer, an, kann Andrer Lehrer werden. 5. Ihn schufst du zur Ges selligkeit, gabst ihm ein Herz voll Triebe zum Mitgefühl für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden, gibt mir zu edlen Thaten Kraft und Ruh und Trost im Leiden. 7. Dich, meinen Gott, erkenn ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dieß find ich selbst an mir, voll Weisheit, Güt und Stärke. 8. Ich höre deinen heilgen Ruf; die Tugend ist dein Wille. Du, dessen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn erfülle! 9. Ich bin ein Mensch und darf vor dich getrost und freudig treten; ich darf, du hörest liebreich mich, dich preifen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube habe: Ich bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! 11. D welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Ich will es dankbar preisen und des Berufs, Vorsehung. 51 Berufs, ein Mensch zu Freund; laß mich auch Wahrsein, mich würdig stets er weisen. heit lieben und mit stets munterm Fleiß in allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt und Allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun und dem, der's üben pill, auch gern behülflich sein. Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit. Mel. Nun dantet Alle Gott 74 A[ Umächtig großer Gott, wer kann dich gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Huld gebaut, die jest noch Alles trägt. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütig: ster, daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest, dir, Höchster, ähnlich sein, vollkommen sein, wie du! Owohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu! 4. Laß mir dieß große Ziel doch stets vor Augen schweben; mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigftes Bestreben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, allein, daß ich auch so wie du gesinnet möge sein. 5. Du bist der Wahrheit 7. Gib, daß ich so wie du ein Freund der Menichen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leben ihm versüßt und, wo er helfen kann, zu belfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Ziele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun, 2 52 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. 75 I dein Eigenthum. Mein Gott, das Herz ch bin, o Gott, Du schufft mich, dein zu sein, dein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünftgen Geist, bewundernd Mel. Schon ist der Tag einzuſehn, wie dich, Herr 76 Herr, lehre mich den Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. wahren Werth des Menschen tief empfinden und Allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Jch, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauchtest, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr, als was diese Sinne rührt und nur zu Sinnenfreuden führt, zu fühlen und zu fassen. 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu sein, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wan del sei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ists nicht Last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. Höchster, zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir hin. Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden, gabst meinem Herzen Fühlbarkeit für Vorsehung. 53 9. Und ich, ich sollte mich entweihn und gleich den Thieren handeln, der Fleis scheelust ergeben sein und, Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevelhaft nicht schände! 10. Gib, daß ich jetzt und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu und so des Vorzugs würdig sei, den du mir hast verliehen. für Andrer Glück und Leiden und setztest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich erkennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen. Und wer, wer zeigt die Gränzen an, wo ich nicht weiter stre: ben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. Jn stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben und dir, den Erd und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, dir dir ergeben sein und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese kurze Zeit riefst du mich in dieß Leben. Zum Vollge nuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Naub; du, Herr, wirst ihn verklären. 8. Vom Himmel kam ge fandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schäßen! Mel. Es ist das Heil uns 7 Wie wichtig ist doch den uns der Herr gegeben! Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. D laß mir doch dieß große Ziel durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so piel C 3 von Werke und Wohlthaten Gottes. 54 von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Luft gewinn, wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier: laß mich dieß nie Tage hast du mir zur Wallfahrt zugemessen. Schnell wie ein Traum find sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene bessern Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Tugend übt und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun und einst dein Antlig schauen. 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gefeßen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe. Die Erlösung von der Sünde durch Jeſum Christum. Von der Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott 78 Du, der kein Böſes den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln und recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkinder vor dir sind alle Sünder. Vor dir, o Herr, ist keiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir für Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen dünkt uns Zwang; Erlösung. Zwang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sünden, liebe, und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. D Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir bekennen und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entfagen, der Beßrung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Vaterhuld nicht freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. Mel. Schon ist der Tag von Gott 79 Kein Mensch, o Gott, ist sündenfrei; wer dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heuchelei? Du fennest Herz und Leben. Umsonst, um sonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen und unsers Geistes edle Kraft dem Sünden55 dienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, verscherzen wir oft unsre Zeit und unsers Herzens Ruhe. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken; wir könnens auch; denn du, o Gott, willst gern die Schwachen stärken. Und dennoch uns terdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr, vor dir und folgen unsern Lüsten. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, dir kindlich zu vertrauen! wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte!" 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott, angehören; wir sollen, aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll, sorgt für den Nächſten, wie er soll? Wer hilft, so viel er könnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß Andre wie wir fehlen. Sie sehn auf uns, die Lust erwacht, das Böse zu erwählen. Gleich uns verschmähn sie deine Huld und ihr Verderben, ihre Schuld vermehret ihre Schulden. 7. D großer Gott, hier ( 4 ste. 56 stehen wir, verklagt von unsern Sünden. Vor dir, Alheiliger, vor dir ist kei ner rein zu finden. Wie kümmert unsre Seele sich! Wir alle fehlen wider dich: Erbarm dich unser aller! Werke und Wohlthaten Gottes. und Wahn gerstreut. Mach mich ledig von den Ketten trügerischer Sinnlichkeit! Tilg die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt ich dich: leite selbst zur Tugend mich. Mel. Alle Menschen müssen sterben 5. Sieh, mich dürstet nach 80 Bater, heilig möcht dem Guten. Früh und spät zu laß mein Herz nicht länger bluten; deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Lust bezwingen und nach deinem Beifall ringen; stärke mich mit deiner Kraft, das zu thun, was Segen schafft. 6. Ja, du hörst mein kindlich Flehen, du erquickst mein Herz mit Ruh. Leben werd ich, nicht vergehen: meine Stärke, Gott, bist du! Ueberwinden, überwinden werd ich durch dich alle Sünden. Meine Seele fasse Muth! Endlich werd ich fromm und gut. thun wär meine Lust; aber Lüste widerstreben dem Geseg in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft nur Quell von Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch; was ich nicht will, thu ich doch. 2. Sieh um Kraft mich Schwachen beten; meinem Vorja trau ich nicht. Lokkende Begierden treten zwi schen mich und meine Pflicht. Selbst den heilgen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend sprach, folgten Sündentage nach. 3. D wie oft hab ich geweinet, schmerzlich meinen Fall bereut, gläubig mich mit dir vereinet und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater, dich, und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du kannst mich retten, wo mich Sünd Mel. Gott, du frommer Gott 81 er nur Ein Laster fällt der in alle! Wer Ein Gesez entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute stritt. 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern le= Erlösung. legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Vermögen, dann, dreist und ohne Furcht vor des Gewissens Pein, auch jede andre Pflicht vorsäglich zu entweihn. 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zu bedeckten! So führt zur 82 Sünde ist nie klein Lasterbahn einzger zu Nennt sie klein: doch bringt sie Schuld. Denn sie widerspricht Geseßen, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, um durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Geseß ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch, be folg es und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Sünde hassen, kann nie ungestraft sie laſſen. 3. Aber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünder Schuld erhöhn? D, die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Gesetz verstehn, es als wahrhaft gut zwar schäzen, doch aus Leichtsinn oft verlegen. ler hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. 4. So sei es mir denn Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren und jede Tugend stets mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen klein; dieß könnte leicht der Grund von schweren Sünden sein. 57 7. Denn Tugend wird ins Reich der ewgen Herrlichkeiten den Geist, der sie geliebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär dieses Glück zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu sein? 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Geschlechte, und ohne Tugend sind selbst Könige nur Knechte. Sie, fie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur sie tann über Zeit und Schicksal uns erhöhn. 6. Im letten Augenblick, wenn alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 4. Sündgen wir mit Ueberlegung wider des Gewissens Spruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch, so ist das, was wir vollC 5 bradja 58 brachten, schon für größre Schuld zu achten. Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Hat dich Gott hervors gezogen und mit Wohlthun überhäuft, und du bleibest dem gewogen, was der Pflicht entgegenläuft, jo mehrt Undank deine Sünden; wichtiger wird Gott sie finden. 6. Fühltest du in dir schon Kräfte, Lieblingssünden zu entfliehn, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt entziehn; wirst, Mel. Alle Menschen müssen geſtärkt durch ihn, nicht bes 83 Großer Gott, erz ser, so wird noch größer. habnes Wesen, das voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen: ach, was ist der Mensch vor dir! Wenn ich deine Größ erwäge und, was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie klein muß ich mir doch selber sein! 7. Wenn dich nichts von außen reizet und nur innre böse Lust blos nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt, o, so ist dann dein Vergehen größer als sonst anzusehen. bens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu, was dem gebühret, der den Christennamen führet! 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schäßest sie geringe, ärgerst, aber besserst nicht, größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Troß, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen, was der Thaten Sündlichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Gesez entehret! 10. Gott, laß mich dieß wohl bedenken und entfernt von Sicherheit, meines Le11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedeutend sein! Vater, flöße deinem Kinde Redlicheit und Kräfte ein, folgsam dem Geseß zu leben und nach Tugend nur zu streben. 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in dem Gemüth und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach, ich seh mit Reu und Schrecken tausend Fehler, tausend Flecken, und in der verderbten Brust regt sich öfters böse Luft. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. O, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zu - Erlösung. zurück, was dein, ach, was wird mir übrig sein! 4. Doch die Menge deiner 84 Gaben klagt nur meinen Undant an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. D, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt. Doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinenHeiland blickt, hofft auf deine Vatergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder dei ner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte selbst die Triebe treuer Dankbarkeit in mir. Bater, laß das schwache Lallen deines Lobes dir gefallen; bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder voller Chrerbietigkeit. Was du willst, zu thun, zu leiden, dieß gelob ich dir mit Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. 59 Folgen der Sünde. Diel. Jesus, meine Zuversicht wie fanft iſt, Herr, leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt und den Fleiß der Tugend lohnt. 2. Aber, ach ist er ents flohn, des Gewissens sanfter Friede, dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht frank und müde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünden harte Bande; und ihrSclave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sclaverei. 4. In der ungestümen Brust meilet keine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenlust; angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Fried und Ruh und eilt neuen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reihn wandelt er mit trübem Blicke, will und kann nicht fröhlich sein, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 6. Gottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und C6 Saa Werke und Wohlthaten Gottes. Saatenfeld, was den Tus von jenem Reiche fern, nach gendfreund entzücket, dem dem die Frommen streben. fein Herz entgegenwallt, läßt Wie thöricht und wie undie stumpfe Scele kalt. dankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! 7. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich haffen, die Verächter ihrer Pflicht. Herr, ich will dich nie verlassen; steh mir in Versuchung bei und erhalte selbst mich treu! 5. Wer Sünde thut, ach! der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verkehrt, verstockt wird sein Gemüth und tief sein Seelenschade. Dwelch ein frevelhafter Sinn, wenn ich dir, Gott, nicht folgsam bin! 6. Wer Sünde thut, verwirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt und laut ihn, Herr, vor dir verklagt! 60 Mel. Auf Christenmensch! 85 We er Sünde thut, der liebt nur Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn und lernt sich selbst belügen. O hilf mir, Gott, daß ich dir treu und fern vom Selbstbetruge sei! 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenträfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Vas ter, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst entreißt! 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns hat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet, D lehre, Gott, mich weise ſein und stets den Reiz zur Sünde scheun! 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; nun droht ihm Tod und Weltgericht. 8. So täuscht die Sünde ihren Freund. So lohnt sie schon auf Erden. Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wirds dann ihm werden! Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn: o lehre mich auch Sünden fliehn! 4. Wer Sünde thut, der froßt dem Herrn, durch den 86 Wind Elend auf Mel. Herzliebster Jesu! ist wohl wir sind und leben; er bleibt der Erlösung. der Erde, das von der Sünde Mel. Herr, ich habe mißgehandelt nicht geboren werde? Ver: 87 Gott, wie schrecklich sind nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 2. O wären wir vom Jüngling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 3. Erhöhet würde jede Lust auf Erden und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde. 4. Doch ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, erschüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab und an das ewge Leben und nicht ers beben? 6. Die Lust zum Bösen fesselt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was sie gebietet, sie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 7. D du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten und, siegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! 61 weil sie kaum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter, dein Gesetz und dich! ach, dem Laster folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühes Sterben. 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenen Trost genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 3. Nur Ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott, was vernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ach, was müssen wir oft leiden blos für Einer Thorheit Freuden! 4. Starke, Gott, verfol gen Schwache; Schwache Schwächre; Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Uleppigkeit, wie erfüllen die mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Tyrannei gleich der Best im Mittag wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könn67 ten 62 Werke und Wohlthaten Gottes. ten wähnen, Gottes heiliges ich Gutes wähle, er sehnt Gericht strate keines Elends sich, Gott, so heiß nach dir; Thränen, acht auf unsre allein das Fleisch verführt Laster nicht? der Gerechte, den Willen, macht ihn den der Verbrecher gelt ihm Sinnen unterthan, strebt, gleich? es sei kein Rächer? ihre Lüsternheit zu stillen, 7. Wären wir nur gut und und schmiegt sich, ach! den weise, deinem Willen unter Sünden an. than; gingen Jünglinge und Greise immer auf der Tugendbahn; o wie strömte Heil und Segen jeglichem von dir entgegen! 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden feiner je der Noth entgeht, jede Last erleichtert werden, jede wahre Lust erhöht, wenn den Lot fungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig tebe, eitel meine Hoffnung ift, selig dort und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gedanken sein, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den kleinsten Fehltritt scheun! Stärke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! Mel. Wie groß ist des Allmächt. 88A ch! Welch ein Kampf in meiner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geist will, daß 2. Ein doppeltes Geset regieret mein Wesen; o wie räthselhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, dann schmeck ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell entzieht ein Todesschatten mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ers matten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 3. Der gute Vorsaß, den ich fasse, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu das Böse, das ich hasse, und scheue oft der Tugend Müh. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach.. 4. Wer löst mich von den Sclavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh? Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget zur seligsten Genesung mir; o send ihn, daß mein Glaube sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! Erlösung. In eigener Melodie. Erlösung. 89 ward 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! der Sohn des HöchMensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen: ein Siegeslied werd ihm gefungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tönt; tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst knieen wir an deinem Thron und beten an. err, wir singen barm dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir dan ken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Bruft das Leben und schen= test uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des das Leben, Gott! und führst auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein uns zu erfreun; daß wir verderben, willst du nicht. 63 erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Va: terblick durch Jesum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir erwacht, Mel. Mache dich mein Geift auf kommt 90 Unser Gott, der Herr der Zukunft Zeiten, kann, der Welt, schaut was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur That wird sein Rath; verborgnen Wegen uns Heil entgegen. der Welt einer unsrer Brü2. Jesus ward zum Heil der; freudig, wie zum Sieg der Held, kam er zu uns nieder; rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah, wußt er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 2. Preiset 64 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Preiset ihn voll Zuvers Christenheit soll mir kein sicht, der die Welt regieret! Zweifel rauben: ich fühle Immer wird, was er ver- seine Göttlichkeit und halte spricht, herrlich ausgeführet. fest am Glauben. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten: folget ihm mit Freuden! 91 Ga Mel. Mein erst Geschäft sei Preis edanke, der uns Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finster nissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mem Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist, so werd ich angstvoll zagen. 6. Jst Christi Wort nicht Gottes Sinn, werd ich stets irren müssen und, wer Gott ist, uns was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe; dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Du gibst mir deines Geistes Kraft, im Glauben mich zu stärken, der Wollen und Vollbringen schafft zu allen guten Werken. 10. Solang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt und ich zum Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, um was ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und mich einst aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich, Herr, nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst auch würdig sein, für deinen Ruhm zu leiden, so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch Erlösung. noch sterbend denken, wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken? 65 zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend heilig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr, spricht und doch Böses übet, fennt ihn und den Vater Mel. Schwing dich auf 92 Kommt mit Dank nicht, der nur Fromme vor Preiset Gott auf Erden! Denn er fandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da kam, daß wir selig würden! Er ward Mensch und übernahm schwerer Leiden Bürden. 2. Tren vollbracht er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heilgen Lehre; Menschen trösten und ers freun, immer sein Bestreben; und um aller Heil zu sein, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werte, herrschet er voll Ma: jestät und mit Gnad und 6. Laßt uns, Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sünde fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen und wie er mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: es ist vollbracht! froh wie er einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wenn die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches in das Land der Verklärten leiten. Mel. Vom Himmel hoch da Stärke, fammelt all uns in 93 Auf! freue dich mein sein Reich, die wir danach streben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. 4. Ehrfurcht und Gehor: sam soll ihm der Mensch bezeugen, Aller Knie fich de muthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Helfer gibt: preis ihn, daß er so sehr dich licbt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie innig seine Vatertreu, wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir fund 66 Werke und Wohlthaten Gottes. kundgethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. 4. Vergis, vergiß zu feiner Zeit die Größe seiner Gütigteit; dent oft und stets mit Freuden dran und bete Gott in Demuth an. 5. Aus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis ins Grab; folg ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung, das ist der Preis, den echte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. 8. In diesem Preise übe dich, mein Geist, so hilft er Mel. Allein Gott in der Höh 94 Nimm imm unsre Dant 2. Sonst sahn wir Furcht im Angesicht auf Gräber unsrer Brüder; doch bald er schien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt kein Grab, nur seine Hülle sinkt hinab; dieß lehrte Jesus glauben. gefühle an, die wir dir, Bater, weihen; durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von neuem. Ja, ewig ewig Dank sei dir; belehrt durch Jesum, können wir uns unsrer Würde freuen. 3. Mit edler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Liebe, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin aus edlem, reinem Tugendsinn zum Besten für die Brüder. 4. Auf, Christen, ehrt ihn lebenslang durch reine Tus gendliebe! O daß im Reis ner diesen Dant, kein Christ ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset, Dunt sei dir, Mel. Sei Lob und Ehr dem ficherlich dir zu dem Glüc, 95 Auf, Christen, laßt das Gott Gottes ihn der Welt bereitet hat. Vater, möchten alle wir frei von der Sünde leben! mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von unsrer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er Erlösung. 67 Er wards und hat sein diesen Pfad, zeuch uns zu Werk vollbracht und sich deinem Sohne, daß Glaub nach kurzer Grabesnacht gen Himmel aufgeschwun gen. an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne; so haben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil, so preisen wir dich ewig. 3. Wo ist des Todes Herr: schaft nun? Hier ist sein Uleberwinder, die Furcht davor hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. GebroMel. Schon ist der Tag chen ist uns nun die Bahn, 96 Nun laßt uns alle die von der Erd uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. fröhlich daß Gott uns Jefum sandte! Laßt hoch des Gottes uns ers freun, den Jesus Vater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt und alle gut erziehet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zu unserm Glücke schafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. O laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf seine Mittlerhülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren! Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem wir friedevoll auch schon auf Erden wandeln. 7. Herr, leite selbst uns 2. Zur Reife der Vollkommenheit, die schon hienieden keimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist versäumet. D wohl mir, ich bin Gottes Kind! O wohl mir, alle Menschen sind des höchsten Vaters Kinder! 3. Er schaut auf Alle mild herab, führt auf verschiednen Wegen uns alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den Niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vers nunft uns zieret, und kindlich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Christus Werke und Wohlthaten Gottes. 68 stus uns gelehrt: Gott sei dafür gepriesen! 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und Weisheit handelt; wie Tugend über Alles siegt und fest zum Ziele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr und Tod: Gott sei dafür gepriesen! 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grämen und für den schwe: ren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab: Gott sei dafür gepriesen! 7.O guter Gott, wir zagen nicht, du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geist erheben. Wohl uns! die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der linsterblichkeit: sei hoch dafür gepriesen! Mel. Beuch ein zu deinen Thoren 97 Erhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben: durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welcher Vaterliebe sein Herz zu uns geneigt! Von seines Himmels Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein eingeborner Sohn. 3. Er kam zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwerden von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! D bringet Gott euren Lobgesang! Erlöste Menschen singet dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil. Laß uns dir, olgsam sein. Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. Erlösung 69 Mel. Herzliebster Jesu ter nennen und zum Ge98 ott, der du für horsam dir mein ganzes Leben willig ergeben. uns deinen Sohn gegeben; o wer kann gnugsam deine Huld erheben! Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir, zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! 9. 2. Dein ewger Sohn stirbt für die Menschenkinder, der Heiligste tritt an die Statt der Sünder, der Se: ligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden träget, drauf weislich geleget, daß du die Schuld 99 Hott verhick, den In eigener Melodie. eiland, den uns an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erde erschienst. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 2. Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm, Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut, deine große Gütigkeit. 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung unschäßbarer Schäße, verdient ges häufte gröbliche Verschuldung so viele Duldung? 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein, unser Licht und Troft zu sein. 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die größte threr Triebe? Du thust weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 4. Start in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf entblöst, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sei dir in Ewigfeit! Auf! die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Va Dein Friede wohne stets in meinem Ferzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen tren zu erfüllen. 70 Werke und Wohlthaten Gottes. Lehr und That euch vom feiten wiederum uns zu bes Tod erlöset hat. reiten. 6. Der du liebreich zu uns kamst, unsre Rettung übernahmst, dein uns theur erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil. 4. Ja, du zeigst aus weiser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll, befreit von dem Verderben, Himmelsseligkeiten erben. 5. Du bestimmtest zum Verderben auch nicht Einen! In eigener Melodie. 100 Mit frohlocken- deine Huld hilft auch Sündem Gemüthe schau ich, Gott, voll Dankbegier in die Tiefen deiner Güte und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Lust am Leben. Wenn sie sterben, sterben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Frevels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heilgen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Unsre Seele trau auf dich, unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt. 2. Jch verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freiem Triebe unser sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu, und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlassnen Armen, Gnad und reichen Trost verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns giebt, die verscherzfen Selig 7. Bater, hilf mir danach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeugniß geben, ich sei auf Erlösung. auf dem Weg zum Leben. 8. Ueberzeugt von deiner Gnade und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und muthig gehn. Hab ich deine Gnade nur, so wird keine Creatur mich von deiner Liebe trennen, mich dir Nichts entreißen können. Würde des Erlösers. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 101 Du kamst herab zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ewgen Vaters Sohn. Glanz seiner Herrlichkeit! Wer kann dich gnug erheben? Du schenkst uns neues Leben und Herzensfreudig teit. 2. Wer reicht an deine Größe? Jm weiten Schöpfungsreich fühlt Jeder seine Blöße, fühlt Keiner dir sich gleich. Du warst, eh Meer und Land, eh Sonne, Mond und Erde durch jenes Machtwort: Werde! hervorging und entstand. 71 4. Du hast durch deine Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folgsam hören, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wahrer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. 5. Um unser Heil zu gründen, nahmst du so brüderlich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgtest fremde Schuld, ertrugest Haß und Bande und starbst bei Qual und Schande mit göttlicher Geduld. 6. Doch, Herr, im Siegsgepränge tommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor deinem Richterblick. O welche Angst und Bein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreun! 7. Dich, Heiland, zu verehren, sei stets mir theure Pflicht; befolg ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was Keiner war im Himmel und auf Erden, was auch nicht En gel werden; du bleibst es immerdar. 3. Der höchste Seraph beuget sich demuthsvoll vor dir, verhüllt sein Antlig, schweiget, bewundert dich, wie wir: und deiner Hoheit Mel. Rommt, kommt den Glanz, wagt ers, sie zu ergrün 102 Mei 102 Mein Heiland, den, wird er zu blendend finden, auch er schaut nie sieganz. deine Größe geht über alle Himmel weit. Wer 72 Werke und Wohlthaten Gottes. Wer ist, der sie ermesse? widerfährt. Dir soll sich Du warst bei Gott in Alles beugen; denn göttEwigkeit. Du bist der Erst- lich groß ist, Herr, dein geborne vor aller Creatur, Werth. Du bist das Heil famst zwar für uns Ver- der Erden. Wer auf dein lorne in menschlicher Natur; Wort nicht hört, der kann doch in der Menschheit Or nicht selig werden; wer den tratst du erst in der aber dich verehrt, dem Zeit; eh noch die Welt ge- hilfst du vom Verderben, worden, warst du voll Herr- schaffst ihm Zufriedenlichkeit. heit und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein träftig Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Tu bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, sowie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ewger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Ei genthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht startes Wort. Das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regiereft den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führeft, geschieht, mas dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben; drum wird einst jede Gruft die Todten wieder geben, wann deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ehr erzeigen, die keinem Andern 5. Wie herrlich ist dein Name schon jezt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhin auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes, ich verehre und bete dich in Demuth an; beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben uud dir, der für sie litt, die schuldge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen; laß Nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Erlösung. Mel. Mein ganzer Geist 103 Wie groß, wie angebetet ist dein Nam, o Heiland Jesu Christ, wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie flob des Irrthums Wolke! Als du kamest, börten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? Wo die Hohen? Und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gözens dienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, Lift nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelebret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden; genießen, was du uns er: warbst, da du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freude. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! 4. Du deiner Herrlichkeit entäußert eine kurze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr und Ruhm gekrönt, 73 nun machst du selig, die vers söhnt der Sünden Gräuel hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgefang erretteter Gerechten. Un ählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. schon 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Nam, o Heiland Jesu Christ, wie berr: lich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Rub: o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! Dankbares Andenken an die Sendung Jesu. ( Adventslieder.) M 1. Jesu, komm doch selbst zu 104 ott fei Dant in aller Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. D 2. Was 74 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Was der frommen Mel. Aus meines Herzens Grunde Väter Schaar Wunsch und 105 mit Ernst, o Trost und Hoffnung war, was sie fern im Dunkeln fah, Heil uns! ist im Lichte da. 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, hier und dort uns zu erfreun. 4. Licht der Seelen, ewges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschenfreund, wie dank ich dir! Du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen sein; mach es von der Sklaverei jeder Sünde völlig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf und Rettung aus Gefahr, so erscheine stets auch mir Hülf und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Beförbrung meiner Ruh denke, wünsche, wähle, thu. 8. Trifft mich Traurig keit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wenn kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! 9. Und, o Jesu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheinst, laß mich freudig zu dir gehn und gerecht vor dir bestehn! der, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nun selig sein. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, seid bereit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Gilt willig in sein Reich, verabscheut und verlasset, was euer König haffet, vertraut ihm, bessert euch! 3. Das hat der Herr ge boten, sein Sohn hats selbst gelehrt; das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer glaubt, und wer nicht glaubt, wird sterben. Ein Jeder wird verderben, der noch ein Sünder bleibt. 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergibt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! Erlösung. 75 mich! Schon seufzt mein kommt das Leben: o was Herz nach dir, es seufzet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen und wohne stets in mir! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 106 Der Heiland singet ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig! Heilig! singen. Er kommt, der eingeborne Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir von der Sünde Nettung finden, höchstes Wesen! Durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, mirst Mensch und willst, der Welt zu gut, selbst unser Bruder werden. die Arme voll Erbarmen uns entgegen und verwandelst Weh in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Bufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit! Sei hoch dafür geprieſen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, kannst du Größres geben! 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Neu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln; ja, dir und unserm Nächsten treu, aufrichtig ohne Heuche zu deln. Zu dir flehn wir, hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen und des Fleisches Lust be: zwingen. 5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geist erlangen, auch wenn wir leiden, auf dich fehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. Mer. Befi: hl du deine Wege 107 ie soll ich dich Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Einst streute man dir Palmen; jetzt soll die Dankbegier, mein Heil, in Freudeupsalmen ergießen sich vor dir. Dich, dich will ich er2 heben, Univ. Bibl. Giessen 76 Werke und Wohlthaten Gottes. heben, so gut ich Schwacher Nicht sie in ihrem Leide zu kann, mein Herz will ich trösten stets gewußt? Erdir geben: o nimm es gnä- freun ist seine Freude und dig an! Wohlthun seine Lust. 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahest, daß hier keiner vermögend war dazu: da jammerte dich meiner, da kamst und halfest du. 4. O du, an den ich glaube, was wars, das dich bewog? Was wars, das dich zum Staube zu mir hernieder 30g? Dein göttliches ErFarmen. Ja du, o Jesu, hast mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, flagt nicht mehr! Zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Helfer wär! O sehet auf! 3hr I08 2 Heil errunhabet den besten Helfer nah, der eure Seele labet: der treue Freund ist da! 6. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Menschenfreund ruft heilbe giergen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh. 8. Er macht uns von dem Bande des Tods auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd und macht uns groß, gibt Weisheit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, versichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 7. Er übersiehet Keinen und weiß, was Jedem nüßt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn beschüßt? 9. Er fommt zum Weltgerichte; der Bösewicht vergeht, wenn da im hellen Lichte der Tugendfreund besteht. Wohl ewig allen denen, die seine Wege gehn und einst mit Freudenthränen zu seiner Rechten stehn! Mel. Gott, der du die Menschen gen, Mensch gewordner Gottessohn! Ewig sei dir lobgesungen, daß du von des Himmels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen; der du voller Freundlichteit längstens schon vor meiner Zeit dich auch meiner angenommen und mein Bruder worden bist, ſei gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. D wie hoch haft du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr Erlösung. Herr, du hast es selbst ver: mählet mit der göttlicher Natur und vor aller Crea tur es zum Wohlthun dir erwählet; ja, in dir, du Gottessohn, herrscht die Menschheit auf dem Thron. 3. Du, du bist der Völter Segen, kamst, von Noth uns zu befrein: und wir können deinetwegen jept schon Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben, o so hast du neue Kroft uns zur Heiligung verschafft und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, ähnlich dir, o Herr, 4. Du, du bist der Mittler worden, der die Welt mit Gott versöhnt; hast der schwachen Menschheit Orden wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen und da Gottes Herrlichkeit nach vollbrachter Prüfungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! fasset Zuversicht, glaubet feft, nur fündigt nicht. 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, trösten den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der meinen Jammer kennt und mich gnädig Bruder nennt, sißt als Herr zu Gottes Rech77 ten. Durch ihn bin ich Gott vereint; Gott ist Vater und mein Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig fols gen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu messen; gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar ſei. Mel. Nun danket Alle Gott 109 Crist gekommen, er, auf Väter harrten, und länger dürfen wir nun keines Andern warten. Sein Lob erschallet luut in aller Welt umher! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als er? 2. Gott ist mit uns, wir sehn den Sohn, den eingebornen, des Vaters Ebenbild, den Retter der Verlor= nen, der Neuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut des Erlösers euch, der selig machen kann! 3. Gott ist mit uns! nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ists! die Tauben hören; der Blinde sieht und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße gehn; die Todten stehen auf. D3 4. Er 78 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Er ist gekommen, uns tären. Jesus erschien, und dem Vater zu versöhnen und es ward Friede durch ihn. mit der Tugend Kranz die Friede! Singts laut ihm zu Gläubigen zu krönen. Gott Ehren! ist mit uns! Er will die Traurigen erfreun; er will der Schwachen Kraft, der Müden Stärke sein. 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquits kung trug er in der Weinenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber geweint, selber geduldet, gelitten. 5. Gott sei gelobt! Er ists, auf den die Väter harr: ten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern war, ten. Er schließt den Himmel auf; er nimmt die Sünder an. Frohlockt und betet ihn und seinen Vater an! Geburt Jesu. ( Weihnachtslieder.) Mel. Lobet den Herren 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter, zu sehen 110 hre sei Gott in und mit den Schaaren der der Höhe! der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erforen. Lasset uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? Himmlischen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, sing ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den AlIn eigener Melodie. 111 obt Gott, ihr ChriL sten, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu seinem Reich und sendet seinen Sohn. 2. Er kommt nach seines Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun und auf des ewgen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu sein. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn feine Pracht, die glänzend in die Augen Erlösung. Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit macht zuGott uns hinzuziehn. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, spricht Muth dem Schwachen zu und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hüle fällt, uns weder Tod, noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmel: reich. Ihr Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! 79 liebgewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil und werd ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er gefinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist kein Christ. Der Herr erkennt die Seinen. Mel. Allein Gott in der Höh 112 Last uns mit ehr: 112 Last urtavlem Dank den Gott der Lieb erhöhen, mit feierlichem Lobgesang des Heilands Fest begehen! Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab und ward das Heil der Men schen. 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und 3. In Dürftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speisen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber sein und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er mills vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, von ihm gelehrt, lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! Mel. Mein ganzer Geist, Gott fimm auch du mit frohem der 113 Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, von dem Himmel tönte, als er zur Welt hernieder kam und uns fre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, D4 Gott, 80 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott, fei dir! Wie gnaden- einst droben wonnevoll dich voll bist du auch mir in dei- ewig loben. nem Sohn erschienen! Du fandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu entz ziehn, schnöden dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, eh ich war, bewiesen? Du bahntest unter bittrem Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen und einst volles Heil erlangen. 4. O gib, daß ich an die sem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deinen Beistand rehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wann ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd aufgenommen! 5. Jch bringe dir ein dank bar Herz, bereit, in Freuden und in Schmerz, wie dirs gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben und Mel. Fröhlich soll mein 114 Qast uns unferm Gott hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freuet sich inniglich: Christus ist geboren. Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht verlassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her; wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Cilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch gelitten. Er wird niedrig euretwegen! Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlichgroß Erlösung. 81 groß erdulden. Lernt den viel treuer. Keine Creatur, Menschenfreund erkennen: gnadenreich will er euch seine Bründer nennen. kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 7. Dankt ihm, der eur innres Sehnen sehen kann; betet an; weinet Freudenthränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preist den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt suchet Rub; er will ſie euch 115 Geommen! Dankt Mel. Jesus, meine Freude ottes Sohn ist ihn schenken. Schaut auf mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Jhr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! bringet ihm zu seinem Feste zutraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Gure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden! 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch seiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben! 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier folg ich nach, obwohl schwach, doch um so 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden: er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen: hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, tann nicht seine Brüder hassen oder hülflos lassen. D5 4. Wann Werke und Wohlthaten Gottes. 82 4. Wann wir einst er müden, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne un sern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier verfucht, wie wir: überschweng, lich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. 6. Gilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben. In eigener Melodie. 116 Auf! schicke dich, recht feierlich, des Heilands Fest mit Danten zu begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb, erhöhen. mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täglich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frontmen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden! Die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein Name trösten. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihrErlösten! Mel. Ermuntre dich, mein 2. Sprich dankbar froh: 117 ott, deine GnaAlso, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! D! wer bin ich, Herr, daß du de sei gepreist Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich in mir, mein Geist, ihr Wohlthun zu Erlösung. 83 zu erheben! Denk an die nach deines Vaters Rath Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! erwünschte Nacht, von Engeln felbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starte Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Mens schenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel famest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. Olehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf diefer Erd dich so herabzulassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höchsten, freu ich mich: du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bists, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wiederkommen; und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Fommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ, dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod war deiMel. Vom Himmel kam der ne Menschenliebe. Du fa: 118 Dieß ist der Tag, mit mitleidsvollem Triebe. Du stelltest, unser Heil zu sein, den gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, D6 was 84 Werke und Wohlthaten Gottes. was durch Jesum Christ Herz erhöht. Gedanke volim Himmel und auf Er- ler Seligkeit! du bist es, den ist! der das Herz erfreut. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm; im Buche steht von mir ich gern: Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, du Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, bet auch ich, mein Heiland, an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Echooße sitzt? 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und, Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! Mel. Rommt, kommt den 119 Vom Grab, thu 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. an dem wir wallen, soll, Jesu Christ, dein Lobgefang empor zum Himmel schallen! Dir opfre jede Seele Dank! und jeder der Gebornen erfreu sich, Mensch zu sein; und jeder der Verlornen rühm es, erlöst zu sein! Uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn; mit ihm erschien das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mitts ler Jesu Christ und danten, Erlösung. 85 ken, daß er Allen Erretter, dann dem Throne und schauFreund und Bruder ist. Er en deine Majestät. Nicht gleicht der Morgensonne mit mehr aus dunkler Ferne ihrem ersten Strahl, vers dringt dann der Dank zu breitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet unserm Pfade durchs Leben bis zum Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitge: nossen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht länger ist verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Erscheinung Chriſti. Mel. Was mein Gott will Zu unsrer Erd hernieder 120 rfreue dich des kam ewger mein nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort. Hier sind wir Got tes Kinder und Gottes Erben dort. 4. O du, dem laut die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Voll im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Be schwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wenn sie, entrückt der Erden, sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir dir; weit über Sonn und Sterne erhaben, jauchzen wir. Mit aller Himmel Heere schallt unser Lobgesang. Dem Ewigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dank! Geist, das Gott für dich erforen! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns kein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reines Licht hinauf zum Gott der Liebe? 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen und, von der Sünde Macht befreit, zum ewgen Leben dringen, gutthätig sein, wie Gott erfreun und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Erscheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, trop aller Macht des SpotD7 tes Werte und Wohlthaten Gottes. 86 tes! der ihn uns gab, blickt hold herab auf seine from: men Kinder und väterlich erbarmt er sich der reuerfüllten Sünder. 4. Mit dieser frohen Zuversicht geh ich dem Tod entgegen. Ich weiß, mein dunkler Pfad wird Licht und Leid und Schmerz mir Segen. Schließt sich mein Lauf, werd ich hinauf zu Jesu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. noch jetzt den Gözen dienen. Nicht sie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finsternissen. 4. Drum laß mit froher Tankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen deinen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, Mel. Gottlob, ein Schritt zur 121 Dem ganzen Erd- nun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet und noch stets der Sünde sclavisch dienet. treis ist vom Herrn ein helles Licht erschienen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völker dienen den todten Göttern nun nicht mehr; sie kennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schatten liegen, wo Frrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen, auch da geh nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. 2. Kaum sandteGott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten. Darstellung Jesu im Tempel. Licht, o Gott, so hell und 122 Dem großen Ba3. O wär uns nicht dein Mel. Chriftus, der ist mein Leben Varein erschienen, wir würden der Bernunft zum Spott am beiligen Altar jetzt die Ge Erlösung. Gebenedeite den Sohn, den sie gebar. 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott und ward uns ein Erempel von einem schönen Tod. Mel. Kommt her zu mir 3. Gott sah ihn still und 123 Entreiße dich weise den Weg der Tugend gehn, verhieß dem frommen Greise, den Heiland noch zu sehn. Geist, der Welt, dem, der für dich sich dargestellt, nun dich ihm darzustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erhellen. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweihn, zum fittlich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 4. Jegt lag vor seinen Blicken das Kind, des Him mels Lust; er nahm es mit Entzücken und drückt es an die Brust; 5. Und rief: Nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Gruft; voll Dans kes will ich scheiden, sobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab ich gesehen, hier ist der Völker Hirt, der Israel erhöhen, die Welt erleuchten wird. 87 Lieder: Heil mir, nun seh ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun siehst du ihn! 7. So schloß am Pilgerstabe der Fromme seinen Lauf: und, Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Himmel auf. 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh, wie er, den Tod nicht scheue, mit Freuden Jesum ſeh. 9. Zwar werd ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Simeon, doch in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen. Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelenruh zu Theil auf seinen bösen Wegen. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des höchsten Sohn, zu seinem Heil zu haben; wer Recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heiligung sich sehnt, der opfert rechte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glauben Werke und Wohlthaten Gottes. 88 ben seinen Heiland schaut, kann einst im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in felnem Licht ihm herrlich offenbaren. 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weihn. O mache mich von Sünden rein und laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn erheben. Johannes, der Vorgänger Jesu. In eigener Melodie. 124& s ging ein Mann Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt er ihm zu Wegen, hob Herzen aus dem Staub In eigener Melodie. es bebte, wer ihn reden 125 fireben, zu erfüllen seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge sterbend bricht: dies nur ist nach Jesu Lehre wahre Weisheit, Tugend, Christenebre. 2. Heil dir schon auf Erden, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Menschen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unsre höchste Würde. 3. So fehrte gerührt, mit thränenvollem Blick zur Tugend und zu Gott zurück. 3. Ein himmlisch Licht ist seine Lehre, und Geist wird seine Taufe sein. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist sein. Schon wurden ganze Völker rege; schon strömte froh es auf dem Wege nach dem erhellten Kanaan, und Heiden riefen Jesum an. 4. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir souten träg und sicher ruhn? wir nicht still weinend uns bekehren? nicht froh des Höchsten Willen thun? Laßt uns entrinnen dem Verder= ben, fromm leben, um einst fromm zu sterben! Dann werden wir nie muthlos wenn und Tod uns dräun. 2. Er schreckte Heuchler, strafte Sünder, er rief: das Himmelreich ist nah! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der Verheißene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, par teilos alle Thaten richten. Heil krönet die erfüllte Pflicht, den Frevler trifft sein Strafgericht. Erlösung. 3. So, in höhrer Klarheit, so umstrahlt mit Gottes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes, wantte nicht, fest entschlossen, selbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzu geben. 4. Und vergebens drohte Kerter, Marter, Blutgerüst; treu dem Pflichtgebote, das Gebot des Ewgen ist, stirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. 6. Tugend, unter Freuden dieses Leben bist du schön; doch nur unter Leiden kann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammest und den Geist fürs Göttliche entflammeſt. 7. Du, o hehre Sonne, strahlst mit überirdichem Schein, schaffst dem Geiste Wonne, weihst zu Gottes Himmel ein; du veredelst unsre Freuden, du veredelst uns durch Schmerz und Leiden. 89 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in d einen lichtern Höhen wir die Wunder Gottes heller sehen. 5. Tugend, Segensfülle, o Ziel des höchsten Mel. Liebster Jesu, wir find Ruhms, du der Gottheit 126 Fübremmenheit, Wille, Geist des wahren Christenthums, durch dich kann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähnlich werden. 9. Heilge mein Bestreben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendhaft zu leben, christlich weise, christlich gut, daß mich weder Schmerz, noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. Lehre, Leben und Thaten Jesu. Lehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlich: teit wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen! 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näher kennen und mit froher Zuversicht unsern Schöpfer Vater nennen, der uns liebt, versorgt, beschüßet und uns gibt, was wahrhaft nüßet. 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen und das Laster überwinden. 4. Dann 90 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Dann auch, wenn das einherzugehn; ihr Licht, Auge bricht, Todesschrecken mit freudigem Vertraun uns umgeben, blickt, erhellt hin in die Ewigkeit zu von deinem Licht, unser schaun. Geist in jenes Leben, in das Land vollkommnerFreuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 4. Und um der Welt dies Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Beschwerden! Und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch voll Güt und Huld sie gern mit himmlischer Geduld. 5. Danket, Christen, betet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ewges Licht zu sehen. 5. Fürwahr, für immer ist das Leben, das du auf Erden hast geführt, ein Segen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ewger Dank gebührt; ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut und dich, Erlöser, preist. 6. Ja, Preis sei dir. du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! D, würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich deiner Wahrheit treu und ewig durch dich selig sei! Mel. Wer nur den lieben Gott 127 Auf Erden Wahr heit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt und, uns zum ewgen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb entflammt, dazu erschienst du, Jesus, hier, von Gott gesandt, zum Heil auch mir. 2. Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie emsig hast du Zeit und Kräfte, beseelt von Liebe, angewandt, deiner Mel. Liebster Jesu, wir sind Lehre hellen Schein der 128 Tallezeit, Herr, Theuer mir Menschen Seelen Licht zu sein! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusehn; ihr Licht, auf diesent selgen Pfade mit sicherm Schritt mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsamkeit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen dar auf baue. 2. Nur Erlösung. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen und nach seinem heilgen Willen unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du uns aufgehellt; und durch deines Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich riefest du uns zu: Kommt zu mir, beschwerte Seelen; es soll euch zu eurer Ruh nicht bei mir am Troste fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seele kummer stillest. 91 nen Lobgesang, den ich hocherfreut dir singe! Du befreist auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Schaden. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe. Höre meis 8. Köstlicher, als Gold, sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja, ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewähret! Werd ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, solang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln; so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. Mel. Liebster Jesu, wir sind wir 129 Schon auf Erden Himmelsjeligkeit empfinden, wenn nur Lieb und Eintracht hier unsre Herzen fest verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. 2. Diese Herzensfreudigfeit danken wir dir, Gott der Gnade; Jesu Christi Lehre streut Freuden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden. 3. Sie gewährt uns Trost und Rath in den allerbängstenLeiden; sie erleuchtet unjern Werke und Wohlthaten Gottes. 92 sern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden; uns, von Todesnacht umgeben, leitet sie zum bessern Leben. 4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns, frohe Hoffnung fassen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stärte zur Vollbringung guter Werke. 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreun, sei des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeihn, die in Noth sind, trösten, pflegen, brüderlich die Menschen lieben, fegnen die, die uns betrüben. 6. Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig selig wird er leben, stets nach höhrer Tugend streben. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele eiland, deine 130 war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heilzudienen, bist inKnechtsgestalt erschienen. O wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde wei nen, Jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lähmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren; das sind Proben wahrer Gü te; und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. D du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Krante angespro chen! Und wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken, das war täglich dein Geschäfte, wars mit Aufwand aller Kräfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöhnen und zur Schmach mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu erwerben, willigwarst, am Kreuz zu sterben. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß Erlösung. Haß nicht zu vergelten, dei ne Schmäher nicht zu schel: ten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedri gungen. Lob sei dir dafür gesungen! 8. Laß mich, Herr, zu reiz chem Segen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe; laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 131 Ke Dein Lehrer ist dir, Jesu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort, als That der schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie 93 wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden feiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dies und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott! 5. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib. Herr, daß ich auf dieser Babn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nachzufolgen eifrig ſei! 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt; du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen fund. Be gleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft! 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinem Siege Werke und Wohlthaten Gottes. 94 ge mächtig fort; du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß ich mit heiliger Begier nach Wahrheit strebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit sei, bis mich bei dir in Ewigteit ein hellres Licht dereinst erfreut! Mel. Wer nur den lieben Gott 132 Wi ie göttlich sind doch Jesu Lehren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stimmte nicht dem Glauben bei, daß er der Welterlöser fei! und selbst die Todten auf: erstehn. 4. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es selbst an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sah man ja bei allem Thun ihm der Gottheit Fülle ruhn. auf 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt. Wir nehmen solchen gläubig an und sind ihm willig unterthan. 6. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht, und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod ergeben sei! 2. Erbarmen war es vol: ler Gnaden, was man in seinen Zeichen sah. Nie wirkte er zu Jemands Schaden, Mel. Was mein Gott will wie von Propheten selbst ge- 133 Kommt, dir ihr nicht schah; er raffte in ihrem Sinn die Sünder schnell im Borne hin. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aussaz mußte vor ihm schwin: den, der Stumme sang ihm Dank und Ehr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn seid, daß ihr euch selbst entsaget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wollust fraget, fommt, schauet Jesu Vorbild an! Dies, dies muß euch beschämen. Kommt, lernt, geheilt von eurem Bahn, hinfort euch selbst bezähmen! 2. Gott Erlösung. 2. Gott war sein Alles; nur an ihm hing seine ganze Liebe. Jhm dienen war ihm angenehm; ihm weiht er seine Triebe. Wozu er stets sich willig fand, war dieß: den ganzen Willen des Vaters, welcher ihn gesandt, vollkommen zu erfüllen. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war, zu zeigen; und wann er Bosheit freveln sah, war er voll edler Schmerzen; wann aber Gottes Wort geschah, quoll Freud aus seinem Herzen. 1. Die Freude, die die Welt verheißt verlangt er nicht zu schmecken. und rein bewahrte sich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seiner Brüder war, nicht aber auf das Seine. 95 ihm schon schwer: er fands doch gut und billig; denn jeden Tropfen Bluts war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlassen, blieb sein Herz an ihm, trop alles Spottes. Sein Sehnen war, im bängsten Schmerz, Nichts, als das Antliß Gottes. Folat, Menschen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid zu schwach, die Kraft dazu erstritten. 5. Stets floh er das Geräusch des Ruhms, blieb niedrig und geringe, ent schlug sich alles Eigenthums, der Erbe aller Dinge. Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. 6. War Gottes Hand auf 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allzeit vor Augen sezze; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud und Leben schäße! Mel. O Gott, du frommer Gott 134 ¹f scheine meinem Geist, erhabnes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! Jesu, Himmlischer, dein Beispiel leite mich! Ich irr und strauchle nicht, seh ich nur fest auf dich. 2. Wie 96 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Wie unschuldsvoll, wie mitten durch sie hin mit rein, wie unentweiht von Festigkeit und Ruh. Sünde, floh deine Jugend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freudenlos und allem Glanz ent riffen, durch frühen Druck geübt in Müh und Kümmernissen, floß dir das Leben hin, und dennoch bliebst du groß; nie riß das Elen dich von deinem Va: ter los. 4. Gehorsam warst du stets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreuzestod mit Freuden zu erfüllen: trugst mit Geduld und Muth des Lebens herb. sten Schmerz: du fahst die Glücklichen, und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie verleget; nie Leidende gesehn und nicht mit Trost ergözet; stets hast du Irrende gewarnt, belehrt, gerührt und sie mit Freundesband auf bessern Weg geführt. 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeiche dort lockender Gewinn, da bittrer Feinde Dräuen umgaben, wo du gingst, dich, Heiliger, doch du gingst 7. Voll stillen Friedens blieb dein Herz bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn sahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahm. 8. Vollendeter, auch ich, auch ich kann ohne Beben am Ziele einst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tugend und Geduld; denn du, Erlöser, tilgst der Schwachheitssünden Schuld. 9. Schau drum, mein Geist, auf ihn; verschmäh des Lasters Freuden! Der Sünden Gold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens turze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. ( Passionslieder.) Mel. Wie groß ist des Allmächt. 135 Laß mir die Feier o großer Dulder, heilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden und dir mein gan= Erlösung. 97 ganzes Leben weihn, dir, Tod gelassen sein, die Mender so ruhig und entschlossen für mich die Last des Kreuzes trug, deß Herz, als schon sein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. schen so wie du zu lieben und selbst dem Todfeind zu verzeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin. 2. In der Betrachtung heilgen Stunden will ich am Leidenshügel stehn und dich für und munden mit tiefgerührtem 136 Hein Leiden zu Mel. Herzliebster Jesu! err, Dank erhöhn; ich will die Lieb und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet haft. bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch, gleich uns, auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst da nieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt 3. Mir sollen diese Feier: zeiten der größten Liebe bei lig sein; sie soll mich stärten, soll mich leiten, was dir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, dein Tod mir seliger Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Jhr Stätten, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe fah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, undhoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 5. Da will ich lernen Tu gend üben, in Noth und Werke und Wohlthaten Gottes. 98 lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. D Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie überfleigt die menschlichen Gedanken; al lein sollt ich darum im Glaus ben wanten? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter winden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie des muthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. du, der lieber wollt erblassen, als mich im Verderben lassen, ach, wie dant, wie dank ich dir, mein Erlöser, gnug dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, seines Raths Verkündiger! Längst hast du dein Werk vollendet: Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen deis ner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst uns Menschen nur im Herzen. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Lästrer Spott, achtetest nichtSchmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst werth der höchsten Freuden und trugst willig Gram und Leiden. Dwie dank, wie dank ich dir würdig, Heiligster, dafür! In eigener Melodie. 5. Frevler krönten dich zum Hohne; deine Stirne 137 Jefu, meines Le blutete unter einer Dornen deß aller Könige. sich meine Seele freut, der Mir zu gut hast du gelitten, für mich sich hingegeben, mir die Lebenskron erstritStifter meiner Seligkeit, ten, Preis, Anbetung, Dank ſei 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahingegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und ftets mit Freuden deinen Willen üben! Ogib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! Erlösung. fei dir, Ehrfurchtswürdigster, uns strömt Beßrungskraft dafür! und Ruh aus deinem bittern Leiden zu. 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem großmuthsvollen Herzen war mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen letzten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dant, ich danke dir einst im Tode noch dafür. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt; daß ewig unsre Seele. lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht; den großen Trost, von dir, o Gott, belebt und stärket Jesu Tod. 7. Ruh im Leben, Trost am Grabe, unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Jefu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nach zustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dies, dies sei mein Dank dafür. 99 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan und beten dich mit Freuden an. 3. Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du Mel. O Jesu Christ, meins Lebens wirst uns, wenn wir dich 138 2n deine Leiden sehn, zu deines Himmels Wonn erhöhn. denken wir, Herr Jesu Christ, und dan fen dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen haſt. Mel. Schwing dich auf 139 Mei ein Erlöser, auch für mich gingst du hin zum Leiden und begabst, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du sahst Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne, doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. Gefahr, 2. Du entflohst nicht der die dem Leben 2 droh Werke und Wohlthaten Gottes. 100 drohte. Als die Slund er schienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hände und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Jch sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaffnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich fie, sie, meine Brüder, hassen? und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht wieder schelten. rächend Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines KreuMel. Herzliebster Jesu! 140 Und Gott gibt uns die Kraft, in deinem Namen dir nachzuahmen. 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu leiden, und, menn es dein Rathschluß will, selig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe. 4. Dant, o Jesu, Dant sei dir für dein willig Leiden; denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe; denn ich bin verföhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlaus ben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie könnt ich noch nach meinem 8. Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir Nichts, Nichts meine Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben! 10. Ja Erlösung. 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erfirebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böje Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden, so seis doch mir, trop alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wie der Ruhe schenken: dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude! 101 auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. In voriger Melodie. 141 ei hoch geprie sen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt von Sün dern selbst dein Leben dahinzugeben. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Rein banger Zweifel müsse ihn mir rauben; er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen, so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünde Schmerzen. Dwelch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! Du ließest Mel. Schwing dich auf unsre Schuld an dir bestra- 142 Mein Erlöser, fen, uns Heil zu schaffen. Gottes Sohn, 3. O laß dies Heil doch der du für mich littest und € 3 auch 102 Werke und Wohlthaten Gottes. auch auf der Himmel Thron jept noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! D wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr, gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Frieden hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tuz gend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen! Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen; gib mit Weisheit, gib mir Kraft- du hast sie in Händen- was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben und voll Dankes dir zum Ruhm alle meine Pflichten, als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen: daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erworben. 9. Stärke mich durch deinen Tod in den leßten Stunden! Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: o so hilf dazu auch mir! Lab mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. 5. Nun kann ich aufs Todesthal auch mit Freuden sehen und zu jener Welt einmal ohne Schrecken geMel. Freu dich sehr, o meine hen. Du, Herr, haft aus 143 Jefu, deine tiefen aller mir errungen und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. ne Qual, dein bittrer Tod, geben mir in bangen Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Erlösung. in Noth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich denk an deine Pein; sie, sie lehrt michSünden lassen und sie als mein Unglück hassen. 2. Die Erinnrung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Ach wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, 103 mir auch einst aus Gnaden geben. 6. Hab ich dann in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit, so besieg ich auch die Schmerzen von dem letten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todesfurcht mich nicht; überwunden, überwunden hab ich, durch dich überwunden. auf merken. In eigener Melodie. ich will die Welt mein 144 W Günden träns Herz verführen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so Viele sich verlieren und sich dem Verderben nahn, dann denk ich, o Jesu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. ken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist und Rettung von der Schuldenlast den reuerfüllten Sündern amkreuz erworbenhaft. 2. D wundervolle Liebe, bedenks, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 4. Gib bei Allem, was mich kränket, mir aus deinem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, ströme neuer Trost mir zu! Wenn mich meine Fehler reun, müsse mich dein Tod erfreun; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben. 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zuversicht! Du vertreibst des Todes Grauen, durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ewges Leben 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht! Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlertod bin ich von diesem Fluch befreit und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag ich dir von Herzen jeßt und mein Lebenlang für deine Todesschmer& 4 zen 104 Werke und Wohlthaten Gottes. zen, o Jesu, Lob und Dank, mitleidsvollem Triebe zu Hilf, daß ich dir für deine unsrer Rettung gab, ach, Treu auf ewig ganz erge unter welchen Plagen schloß ben und thätig dankbar set! sich dein Lebenslauf! Mit Zittern und mit 3agen stiegst du zum Delberg auf. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir fündlich ist! Nie komme mirs aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Lust der Welt und dem Erempel fol gen, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jeder mann ohn' Eigennuß und Heuchelei und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb und Treu! 8. In meinen legten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärt mine Seel im Tode, daß ich dich ewig schau! Mel. Befiehl du deine Wege 145 Du, der sich einst voll Liebe selbst bis zum Tod und Grab aus 2. Die schauervollen Stunden der Martern waren da. Du sahest Hohn und Wunden, dein Kreuz auf Golgatha, den Tod, die Grabeshöhle und fühltest Angst und Noth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Ach, welche Angstgefühle ergriffen da dein Herz! Jm nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staus be, mit Todesschweiß bedeckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt! 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Angst auf Angst herzu, und doch hing Niemand fester an seinem Gott, als du. Wie sehnlich bat dein Flehen um Schonung und wie still: Es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So warest du mit Freudengehorsam undbereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Willigkeit der frechen Schaar entgegen, die blutbegierig kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Erlösung. 105 6. Der Menschen Heil zu nender Geduld. Erbarmend fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch du bliebst ruhevoll. So stark war deine Liebe zu uns und unferm Wohl! sprichst du: Freunde, wacht! O wacht mit mir und betet: nah ist des Feindes macht! 4. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall ich auch wieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach, oftmals schlummr ich sorglos ein, bin ruhig bei Ge fahren, die meiner Seele dräun! 7. D Freund der Men schenkinder, den nun kein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opfer an! 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdrossen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß meiner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: kämpf und bete! Bald ist die Krone dein! Mel. Wenn mich die Sünden 146 inft, als im Angstgebete, Herr, deine Seele rang und immer heißer flehte, so tiefgebeugt, so bang: da Mel. Herzliebster Jesu! fandst du keinen Trost, kein 147 Bekenner Jeſu, Licht, da Nichts als Marter vor deinem Angesicht. 2. Auch sie, die so entschlossen, so männlich dich bekannt, sind muthlos, sind verdrossen, vom Schlummer übermännt. Sie schauen deiner Seele Schmerz, und keiner deiner Brüder spricht Labsal in dein Herz. 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb und Huld, wie sehr sie gleichwohl fehlen, mit schomessen! Der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lichten Dünsten, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vergehen, wie sie entstehen. 3. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Wachen und Gebet sich nicht im 5 106 Werke und Wohlthaten Gottes. im Bunde mit ihrem Herrn; fie fielen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verräther kam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden? 5. Uneingedenk des Hirten flohn die Schafe. Er ward verlassen, er, der unsre Strafe so willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. 6. O welche Liebe! Jesu, welche Treue! Du littest, daß der Mensch sich deiner freue; ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von seiner Schwachheit! Eingedenk des Falles der bes Vertrauen auf dich zu bauen! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns wachen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erliegen; wir werden siegen. Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein Zagen sei meine Ruhe, Herr Jeſu! 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmähung und Schmerzen und trugst allzeit geduldig sie mit verzeihendem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jesu! 3. Am Kreuze hingst du kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod be lehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreckt uns ab von Sünden; er soll uns dir verbinden zu ewgec Liebe, Herr Jesu! In eigener Melodie. 149 Christe, du Sohn Gottes, der trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 2. Christe, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 3. Christe, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig 148 Grlöfer, der im Mel. In allen meinen Thaten Staube einst lag, mit Angstschweiß beDecket, dein tröfte sich mein 150 Wer kann die Leiden fassen, die Erlösung. 107 die du, o Herr, gelassen für Trauer im bangen Todesmich erduldet hast! Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde und übernahmst auch meine Last. schauer: Verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen; du fühlteſt selbst des Todes Noth. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden: Mein Werk ist nun vollbracht! Lehr es auch mich vollbringen und einst zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 2. Laß deine letten Stunden, und was du da empfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden, den Dienst derSünde meiden und dir mich jetzt und ewig weihn. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todesschmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben: oft wußt auch er nicht, was er that. 4. Du tröstetest den Armen, der sich auf dein Erbarmen am Kreuze fest verließ. Auch ich bin, wann ich sterbe, war ich bir treu, dein Erbe und folge dir ins Paradies. 5. Du sorgtest, voll von Liebe aus regem Mitleidstriebe noch für der Deinen Ruh. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden, so sende Trost und Muth mir zu. 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch klagen, und Reiner labte dich. Warum sollt ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? Du labst ja und erquickest mich. 7. Du riefst voll tiefer 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getrost die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle, dann ist auch mir der Tod Gewinn. Mel. Befiehl du deine Wege 151 Der Herrscher als sich gebunden fehn, er muß bedeckt mit Schande vor seinen Knechten stehn und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit sie längst ihn hassen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbewußt? Wer wars, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schüßen mußt? Wem waren dieß mehr Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, aufs heiligste verband? $ 6 3. Doch 108 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Doch hier wird fal- sanft und mild! Lehr mich scher Zeugen Verleumdung die Rache meiden; und gern gehört; hier wird durch muß ich ohne Schuld doch Lästerungen der Heiligste Schmach und Unrecht leiden, entehrt: hier wird das Recht so tröst mich deine Huld! gebeuget, entweiht das Richteramt; hier, wo die Falschheit zeuget, die Unschuld 152 Blut, o blinde Mel. So schlummerst du Durst frech verdammt. 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dieß Gericht, in dem man Jesum schmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen und selbst der Lügner Mund, die wider ihn hier zeugen, schon seine Unschuld kund. 5. D würde nie mit Ränken der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld kränken, ein Richterstuhl entweiht! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Lästerworte die Unschuld leiden möcht! 6. Lehr mich, Herr, wo ich schweigen und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Zeugen sei klug und wahrheitsvou! Laß meinen Mund nie trügen, mach mich von Falschheit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit sei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz sei Wuth, die kaum erhört ist worden! Den Erlöser will jein Volk grausam schändlich morden! 2. Da geht er hin, ach, seht auf ihn! gefesselt durch die Straßen, muß vom heidnischen Gericht sich verdammen lassen. 3. Sein Richter sieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und vertheidiget zuerst des Gerech: ten Sache. 4. Doch zittert er, wankt hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und sie rufen: Barrabas! mit erbostem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen und mit einem Dornenkranz ihn zum König trönen. 6. Wer hat ein Herz und fühlt den Schmerz des Heiligen, des Besten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch das Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Mensch! seht, welch ein Mensch! spricht selbst Pilatus, stellet ihn Erlösung. 109 ihn zur Schau dar, eh er ein Gerechter, ward frecher. ihm noch sein Urtheil fället! Missethäter Spott und ſeines Volts Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verleumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Berachtung. 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge. Und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So sterb er dann! sprach jest der Mann, der ihn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht etwas eiden wollte. 3. Geschäftig war der Frevler Wuth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. Mit einer Dornenfron gekrönt, in Königskleidern ausgehöhnt, stand er vor seinen Feinden. 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war die MenschlichMel. Schon ist der Tag von Gott feit des Heiden! Die aufge 153ebt, welch ein brachte wilde Schaar sah Mensch! Wie lag so schwer auf ihm die Last der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er für ench, ihr Menschenkinder! So leiden sah von Anbeginn die Erde keinen je, als ihn, so wird auch keiner leiden. Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt sie allein, sie stürmten auf den Richter ein und schrien: Sr sterb am Kreuze! 6. Du denkest ohne Schaudern nie an solche Wuth der Sünder, du sprichst: Die Rache strafte sie! noch straft sie ihre Kinder. D Seele, denkst du auch dabei an deine Sün7 10. Ach, uns zu gut floß hier dein Blut, trugst di mit stillem Herzen deiner edlen Seele Qual, alle deine Sd merzen. 11. Du hasts gethan. Wir beten an mit dankendem Gemüthe, mit Bewunderung und Preis, deine Treu und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. 2. Der Sohn des Höchsten, Eins mit Gott, ein Helfer, Werke und Wohlthaten Gottes. 110 Sünden? Bist du frei von Schuld am Tode Jesu? 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: Ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn ich, Sünder, dich mit Gott und sterb um deinetwillen. 8. O hochgelobter Gottes: sohn, du Tilger meiner Sün-, den, erhöht auf deines Vaters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Bein Gerechtigkeit und Heil mir sein um deiner Liebe willen. 9. Ich schwöre, Welter löser, dir, und willig will ichs halten: So wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, solang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb erinnern! 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde, so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Denk, welch ein Mensch ich war! und du, du wolltest mich nicht lieben? auf deinen Leidenswegen! Mit welcher hohen Seelenruh gehst du dem Tod entgegen! Boll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war stets bei deiner Lebenszeit dein ernstliches Bemühen, und selbst im Tode wolltest du für sie Heil, Trost und Seelenruh voll Großmuth noch erwerben. In voriger Melodie. 154W ie groß, o Herr, erscheinest du 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn voll Heldenmuth, mit Freuden getrost auf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichst Trost betrübten Seelen zu und bittst mit edlem Herzen selbst in der letten Todesnoth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 5. Ach, sieh ihn hier, erlöster Christ, schuldlos zum Kreuze bringen! Sich, wie sein Blut zur Erde fließt; sieh ihn im Tode ringen! Sieh seine Wunden, seinen Schmerz! Denk an sein liebe Erlösung. 111 verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen. Du Heiligster, bist ja in Missethaten niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeißelt, und von Schmerzen schon entkräftet, ans Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach aller solchen Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Til gung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 4. O große Lieb! o Liebe, kaum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden. 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam deine Treu ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge und des Fleisches Lüfte dämpfe. So sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem heiligen Geschäfte mir Schwachen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich Mel. Herzliebster Jesu! 155 Unschuldiger, du auf den Pfad der Tugend hattest Nichts führe und mich regiere! 8. Dann bevolles Herz! Ach! sieh ihn duldend sterben. 6. Hier denk an jenen Zweckt zurück, der ihn hierher getrieben! Nun sag bei diesem Trauerblick, willst du noch Sünden lieben? Nein hier, o Christ, entschließe dich bei seinem Todefeierlich, dein Leben ihm zu weihen! 7. Entsag den Sünden dieser Welt und sündenvollen Freuden; flieh Men schenhaß, der ihm mißfällt; such Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh standhaft auf der Tugendbahn der bessern Welt entgegen! 8. D Jesu, der du für uns starbst zur Rettung vom Verderben, uns so viel Heil und Trost erwarbst durch Lehren, Leiden, Sterben, steh uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns Trost, Muth und Geduld durch deinen Tod bereiten; und naht einst un ser Tod heran, so laß uns diese Pilgerbahn als Gläubige beschließen! 112 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. Dann werd ich dank verwegen dem tiefen Fall bar deine, Huld betrachten, entgegen. dich lieben und die Lust der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. 3u deiner Ehre will ich Alles wagen, tein Drohen achten, feine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Todes Mel. Wenn mich die Sünden Leiden nicht von dir schei= 157Von Furcht dahinden. ver10. Empfang ich einst vor meines Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob besingen und Dank dir bringen. Mel. Auf meinen lieben Gott 156 Mein Jefu für dein Herz, welch ein so herber Schmerz, den du weit mehr empfunden, als Striemen, Schläg und Wunden; die kleine Bahl von Freunden kränkt dich gleich deinen Feinden! 2. Kaum naht sich die Gefahr, so bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh sie der Treu vergessen, den Tod selbst vorzuziehen, verlassen dich und fliehen. 3. Der kühn sein Schwert gezückt, dein Petrus selbst erschrickt; er flieht, eh Bande drohen, schämt sich, daß er geflohen, kehrt um und eilt 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach; dort liegt er tief im Staube, erloschen ist sein Glaube, sein fühner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet!" läugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief dringet ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Scherz. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Bewegt ist meine Seele, erfüllt mit Reu und Schmerz. Was hilfts, daß ichs verhehle? Du schaust mir ja ins Herz. Bekennen will ichs, Jesu, dir: auch ich hab dich verläugnet; vergib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens Spötter dich schmähten, wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter! dich, ihren Herrn Erlösung. Herrn und Gott; dann schwieg ich furchtsam, schämte mich, ein Christ zu sein und scheute mehr ihren Spott, als dich. 6. Ach, Vater, ich empfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an, laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! 5. O du, der du dein Leben, du Herr der Ewig 158 keit, so wilig hingegeben für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneun, Standhaftigkeit und Treue, dir, mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 113 Schild, o Gott; von meinem Haupte fällt kein Haar, und drohte mir von Auen die schrecklichste Gefahr. 8. Ich will dich frei bekennen. Wann Gott Gericht einst häit, wirst du mich auch bekennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, dein Kreuz ist meine Ehre, dich laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner Gnade, fürcht ich selbst nicht den Tod. Wer ist es, der mir schade? Du bist mein Mel. Wie wohl ist mir, o Freund Den Den Sterbenden größten zu sehen, schwing dich, mein Geist, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz erhöhen, den Weltbeglücker bluten sah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte und rufe Gott um Blauben an. Sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit sanftmuth vollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Aug einst um die Meinen der dich so theur erlöst, der in meinen letzten Stunden Heiland rufet dich noch heute weinen, so soll dieß Wort im Armen, den an deiner mir Trost verleihn. Der, Seite auch Hunger, Durst als der Tod schon um ihn und Mangel drückt. O seschwebte, die Seinen noch lig, wer den Ruf erfüllet! zu schüßen strebte, wird auch Denn wer des Armen Mander Meinen Pfleger sein. gel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 4. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm ent gegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein! O Herr, laß an des Todes Pforte einst diese trostesvollen Worte mich auch im lepten Kampf erfreun! 7. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heiland spricht: Es ist vollbracht! Wort des Sieges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu vertlagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht! es ist vollbracht! 5. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Warum, Gott, hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Him: mels und der Erde, von allem Labsal jetzt entblößt, wünscht, daß sein Durst ge stillet werde. O Mensch, 8. Das letzte Wort aus deinem Munde, soll, Jesu, auch das meine sein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufest: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele! du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk vollendet, wozu der Vater dich gesendet, du neigtest sanft dein Haupt und starbst. 9. Mensch, kannst du ohne fromme Zähren den Liebling Gottes sterben sehn? Mußt du ihn nicht mit Freuden ehren und willig ſet= Erlösung. 115 seinen Ruhm erhöhn? D dank ich dir; du brachtest weine fromm bei seinen ihn vom Himmel mir. Du Plagen und fröhlich sieh hast verheißen: ihr seid ihn nach drei Tagen aus seinem Grabe auferstehn! Und wenn ihn Spötter hier entehrten, dort wirst du mein; wo ich bin, sollt ihr ewig sein! Mel. Befiehl du deine Wege ihn als den Verklärten zur 160 Du, deſſen Augen Vaters Mel. O Jesu Christ, meins 159 u denkest in der Du tiefsten Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz und flößest ihnen Trost ins Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund und sprichst zu ihr, die trostlos weint: Sich, Mutter, dieser Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir sein. 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlichkeit; ich sei so willig, Andern beizustehn und ihnen Beistand zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, thr Freunde, einst mein Tod betrübt, dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geh ich, wenn es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt, euch fag ich, die ihr um mich weint: Getrost, bald werden wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, sie Zion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nahn. Wo ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger seiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethsemane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? Ist Jesus das, der Beste, den je die Erde sah? Er fühlt der Qualen größte, er ist dem Tode nah.. 3. Ach, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstschweiß, liegt, mit dem Ge fühl sein Glaube im Kampfe dennoch siegt! Schon fommt der Mörder Rotte, die kein Erbarmen rührt, die ihn, zu Hohn und Spotte, ihn ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Volt im bittern Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Nichtstuhl spricht. Er ist ihr Hohngelächter; sie drohn mit wildem Ton: auf 116 Werke und Wohlthaten Gottes. auf uns, auf Söhn und Lohnst, ist Tod! Der amt Töchter, komm seines Blutes Kreuz ist meine Liebe, dem Lohn! ich treu zu sein mich übe. 5. 3ur fernen Schädelstätte trägt er sein Kreuz binan! Sie freuzgen ihn! O bete, mein Geist, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: Vergib es ihnen! Vergebend bricht sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Brust zur Ruh sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquickt. 7. D Freund der Men schenkinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Heil geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank; hör ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgesang. Mel. Werde munter mein 161 Der am Kreuz ist Meine Lieb ist Jesus Christ! Weicht von mir, des Eitlen Triebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und womit du 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Freoler, was befremdets dich, daß ich Jesum Christum liebe? Jesus gab sich selbst für mich; sollt ich nicht sein eigen sein? mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist 2c. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Undank für so herben Schmerz nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh, Gewissen! Er, die Liebe, Jesus starb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier; Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist 2c. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts wie furchtbar es auch ist, keines, keines Todes Grauen reißt von dir mich, Jesu Christ! nicht Gewalt, nicht Gold, Fürstenthum! Dir, dir will ich lebend trauen, sterben dir, dich werd ich schauen. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod! Du bist Erlösung.' 117 bist mein Freund! Wenn gefunden zur tiefsten Dankich wie ein Staub verstiebe, wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ernte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. barkeit! Dir sei mein ganzes Leben zum Opfer hingegeben, dir, Jesu, Leib und Seel geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen sein, von meinen Christenpflichten mich täglich unMel, In allen meinen Thaten 162 Welt sich hier terrichten und mir zur Tudein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldsvolle fühlt, was er am Leibe leidet, wie, bis er endlich scheidet, die Qual in seinen Adern wühlt! 3. Wer ists, der dich ge schlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre menschenkinder, warst rein von aller Missethat. 4. Du gingefst meinetwegen dem Todeskampf entgegen mit wahrem Heldenmuth; du starbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben, und littest Alles mir zu gut. 5. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil lel 7. Dein Beispiel soll mich en den ith des Höchsten ehren, ihm gern gehorsam sein; auch meine Brüder lieben und, wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun sie erfreun. 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen und thun, wie mein Erlöſer that. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entfagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Und 118 Werke und Wohlthaten Gottes. 11. Und soll ich endlich häufter Plagen fiel da so sterben, so laß dein Reich schwer auf dich, daß sie dich mich erben, mich so getrost, drang, zu klagen: Gott, wie wie du, in deine Vaterhände verläßt du mich! den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ewgen Ruh. 5. Ach, diese Last und Mühe hab ich auch dir gemacht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sie verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin sollt ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? Mel. Befiehl du deine Wege 163 Der er du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst und unsern legten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil, wie dank ich dir! 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach, da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde, du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. Wer kann dir nach empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last ge 7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübsal Trost und Frenden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! 8. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wann mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den engsten fraft deiner Angst und Pein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn Erlösung. 119 gehn und mich im Geifte ausbrechen, verlör auch gleich offen, Herr, deinen Himmel sehn! Mit heiligem Entzücken will ich dann glaubensvoll nach dir, mein Heiland blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! mein Pfad im Dunkel sich. Durch Leiden ging zum Ziele Jesus hin; ich folge ihm, weil ich sein Jünger bin. 5. Was fürcht ich noch des Todes Schrecken? Jm Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde In eigener Melobie. 164 Ah, sieh ihn dul- meine Asche decken, wenn den, bluten, sterben! O meine Seele, sag ihm frommen Dank! Sieh Gottes eingen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? einst des Todes dunkle Nacht erscheint: der Gott, der ihm das Leben wiedergab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. 2. Ja, mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzes tod; bestätigt ist nun seine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. Mel. Wer nur den lieben Gott 3. Mich soll das Beispiel 165 Gr starb, der größJesu lehren, der frommen Unschuld Lohn sei Seligkeit. Auch ich will Gott durch Tugend ehren und willig thun, was sein Geses gebeut. Die Pflicht des Danks dringt innig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. te Freund der Tugend, er starb, von seinem Volk verkannt, das nicht in ihm den Freund der Jugend, des Mannes und des Greises fand, in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen, auch dieß lehrt Jesu hohes Beispiel mich; in bange Klagen nie 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Retter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinerm Triebe, wenn dich mein Geist unsterblich einst besingt. Dann stimmen alle Selgen fröhlich ein; dann soll der ganze Himmel Zeuge sein! 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größten Menschenfreund nicht auch, wie einst sein Volk, ver 120 Werte und Wohlthaten Gottes. verkennen, daß unser Herz in deinen Mienen, in deiner es besser meint mit Jesu, dessen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3. Wenn seinem liebe vollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmerzen es nie pon seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn und ihn mit Rath und Trost erfreun; Seele Zuversicht; du flehst: Vergib, o Vater, ihnen, was sie jest thun, verstehn sie nicht und ruhig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Qual und Schmach. 4. Wenn wir stets reines Herzens leben, wie Jesus, uns der Tugend weihn, und unser eifrigstes Bestreben nur das ist: Gott ergeben sein; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that: 5. Dann können wir den Trest uns geben, daß unser Herz ihn ehrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott jene Seligkeit uns gibt, mit der er in der Ewigkeit den, der die Tugend ehrt, erfreut. 3. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, das Unrecht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gefreuzigter, dann denk ich dein, wie du, gemartert und geschmäht, für deine Beiniger gefleht. 4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt ich Einen noch betrüben, für den du littest, Jesu Christ? Wie nun nicht freudig Gutes thun und still in Gottes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter und quält die Schuld der Sünde mich: dann denk ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zuversicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet In voriger Melodie. 166 Du befter aller Begnadigung und Heil er. der, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel Mel. Herzlich lieb hab ich dich ausgelaßner Sünder! Aus allen Adern strömt dein 167 m nade für Blut, und tiefer, nie gefühlterSchmerz durchdringet Glieder, Sinn und Herz. die welt rufst du, mein Heil, am Kreus, gequält von fre-. cher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, 2. Doch Sanftmuth ist wann Erlösung. wann dich bei deinem her ben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ih. nen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: Vergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn was sie thun, verstehn sie nicht! 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Thr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt sei: ner Großmuth hohen Werth und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh Erbarmung und Vergebung zu. Herr Jesu Chrift! Gelobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott! 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an, hast du durch deines Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. D Jesu 121 Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz vom Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket, o dann versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! Und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer Kraft, Herr Jesu Christ! Der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes bartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut, und flammt des Zornes wilde Gluth mein Herz zur Rachbegierde an, o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad erfleht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O F zeuch 122 Werke und Wohlthaten Gottes. zeuch mich, du erhöhter Vaters Willen, auch wenn Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schuppanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürbitt ewig freun. Herr Jesu Christ! wie felig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! er Leiden vor sich sah, durch Lehr und Thaten zu erfüllen, fühlt er sich nun dem Ziele nah und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht." 5. Jeßt nähert sich die ernste Stunde, wo mancher schon nicht Fassung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getrost ihm seinen Geift empfiehlt und unsrer Seelen hohen Werth Mel. Wer nur den lieben Gott 168 Golgatha, zu durch dieses letzte Wort verklärt. deinen Höhen erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heilgen Gottes sehen in seines Opfertodes Schmerz: ich will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! Zwar leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seines Muths Erha: benheit zeugt laut von seiner Göttlichkeit. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himmlischer Gelassenheit; bemerkt die traurigen Verwandten und sorgt für sie voll Zärt lichkeit; spricht hohen Trost und Fried und Ruh den tummervollen Seelen zu. 4. Stets eifrig, seines 6. So stirbt denn Jesus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu sein und weder Schmerz, noch Tod zu scheun. 7. Er stirbt, der Wohlthun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Irrende zu Gott geleitet und Leidende gefund gemacht! So freudenvoll stirbt auch der Christ, dem Jesus Licht und Beispiel ist. 8. Schon viele taufend Fromme schieden dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, empfanden jenen Seelenfries den, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn, so wird mein Tod wie deiner sein. Erlösung. 123 wann sterbend unser Auge In voriger Melodie. 169 eht, Chriften, bricht. schet Jesum scheiden, wie er im Tode standhaft ist, wie nach dem Auge sich so ruhig schlicßt; und wißt, daß, wer die Tugendbahn stets wandelt, rus hig sterben kann. 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reichthums eitlen Glanz verschmähn und Tugend über Ales achten, in jedem Tus gendkampf bestehn, das machte, daß auf Golgatha man Jesum ruhig sterben fah. 3. Des ewgen guten Vaters Willen durch seine ganze Lebenszeit treu und gewissenhaft erfüllen, war Jesu größte Seligkeit. Jhn schreckte Grab und Zukunft nicht; denn Gott war seine Zuversicht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder selbst noch im lepten Augenblick; schalt nie, ward er gescholten, wieder; beförderte des Feindes Glück. Und diese Menschenfreundlichkeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 5. Auf! Laßt an Jesu Todestage den heilgen Vorjazz uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Jesus, nur der Tugend weihn! Dann strahlt auch uns ein helles Licht, In voriger Melodie. 1703 ist vollbracht! ruft am Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Trost und Leben reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich, in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde kracht, der Welt Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünde lag, und uns die Bahn durch Todesnacht zur frohen Ewigkeit gemacht. 4. Dankvolle Thränen, neßt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Trost gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun F 2 auch 124 Werke und Wohlthaten Gottes. auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich rin gen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! D stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ist vollbracht! 6. Du littst so viel zu meinem Leben. Wie sollt ich nicht voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergeb: nem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung außerfehn, so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendet sein! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärte mich in solcher Last; laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast. So tret auch ich in Todes Nacht mit dem Triumph: es ist vollbracht! und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hält dich nun das Grab umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? erworben! 2. Du bist erblaßt, o Herr, 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in fanftem Frieden liegen, denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Jhr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff in Christo einst meines Leibs Erlösung. 7. Nein, Nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 8. So sink ins Grab, mein Leib, hinab; ich will mich drum nicht fränken; Jesu, an dein Grab will ich mir zum Trost gedenIn eigener Melodie. 171 Schlummerst ken. du in Ruh, der du für uns geIn voriger Melodie. storben, uns am Kreuz in 172 Am Kreuz erHeil blaßt, Martern Laft, der Todesqualen müde, findet mein Erlösung. 125 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vers gessen! Herr, ich will, solang ich bin, deine Lieb ermessen. Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. Mel. Nun laßt uns den Leib 3. Du schüßest mich, und, 173 Ach, endlich, Dulz über dich gehn aller Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! du ein stilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanftem Schlummer dich erquickt! 4. Du hast's gethan; dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 2. Wohl dir, daß du gefunden hast, wo nach des heißen Tages Last dein Haupt du legtest, einmal nun von langer Arbeit auszuruhn! 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mirs einst erklären. 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heili ger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. 4. O daß, wann einst mein ewger Geist der Erdenhülle sich entreißt, auch ich von edlen Thaten ruh, auch Ruh verdiene, Herr, wie du! 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten: sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. dich: erforsche mich und siehe, wie 1745obesüberwinichs meine; ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir meine. Auferstehung Jeſu. ( Osterlieder.) Mel. Wer nur den lieben Gott ihm, dem der! Nus seiner Gruft geht er hervor. Als Retter der F3 vers Univ.- Bibl. Giessen 126 Werke und Wohlthaten Gottes. verlornen Sünder empfängt kommt der Herr von neuem ihn nun der Engel Chor, wieder, und Engelheere folund aller Himmel Jubelton gen nach. Dann dringet auch preist ihn, des großen Got- in euer Grab des Todtentes Sohn. weckers Ruf hinab. 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden, doch kurzer Schlummer war sein Tod. Er hat getämpft und überwunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Felsengrab durchdrang, erschallt nun ein Triumphgesang. 3. Das segenreichste seiner Werke, die Rettung einer Mel. Jesu, meine Zuversicht Menschenwelt, vollendet ists 175 Jefus lebt, mit auch ich, mit Gottes Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht, dieß ist meine Zuversicht. 2. Jejus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt geges ben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dieß ist meine Zuversicht. des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu seines Namens Ruhm. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Unsterb: lichkeit erhebt. Nun wird der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in ein beßres Land. 5. Ja, Christen, singt: Er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Banden, sei nun Gehorsam euer Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, ihm weiht eure Lebenszeit! 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn und, mit des Himmels Glanz umgeben, getroft zum Richterstuhle gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Führer in der bessern Welt. 6. Ein Tag erscheint, er löste Brüder! Freut euch, es ist ein Wonnetag! Dann 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, fündigt wider Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht, dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich sein und den Lüften Erlösung. 127 Lüften widerstreben. Er ver- mel sind, der ist mein Va läßt den Schwachen nicht, dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin ge wiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, teine Herr: lichkeit, kein Leiden. gibt Kraft zu dieser Pflicht, dieß ist meine Zuversicht. Er 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Mel. Vom Himmel kam der 176 Dich bet ich an, erstandner Held, Erretter einer Sünderwelt! du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Jch nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preis set dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. ter, ich sein Kind. 5. Nun ist dieß erste Leben mir ein segensreicher Weg zu dir. Solang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplat meiner Huld und Treu! Wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, sterben wir. Doch du regierest; und wir sind dein, und Herr, wir werdens ewig sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der meinen Geist erhebt, ich ſeh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Dort findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Geelen wachst, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott 4. Wer ists, der mich vers 177 Auf, meine Seele, zur dammen Ich an dich und sage dann: der Gott, durch den die Himdenn dein Erretter, Jesus, lebt, der dich nach überwundF4 nem 128 Werke und Wohlthaten Gottes. nem Leide ein zur Unsterb- wie sie nicht verlassen blie lichkeit erhebt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. ben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 2. Denk lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Versuchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, sie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 3. Denk ihn ihm Leben, wenn die Bürde des Standes und Berufs dich drückt, denn wer sie trägt, wird einst mit Würde zum Lohne Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmerzen harter Leiden, denk, wie's dem Frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist voll Freuden, die er von Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk ihn, den Sieger, der erstand; im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land! Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; doch 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jesu Christ! Folg ihm, so wird er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ift. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Chrift lag in Todesbanden 178 Bringt Breis und dem land dar! Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei gelobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! Hallelujah! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Blauben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung hast ans Licht gebracht, den Himmel hast geöffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deines Todes hohen Werth hat er Erlösung. 129 er aufs herrlichste erklärt, lichkeit umgeben, mit alda er dich auferwecket. Hal: leluja! 4. Erslandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrschest, um auch mir ein ewges Heil zu geben, meiner Seele Trost zu sein, len Seligen vereint, durch Ewigkeiten leben. Laß dieß Heil mein Erbe sein, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod ers standen! Halleluja! Mel. Jesu meine Freude zur Tugend Kraft mir zu 179 Aus des Grabes verleihn Banden mich zu zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle! Halleluja! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufst einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 7. O laß, solang ich hier noch bin, mich treu im Glauben wandeln und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln, daß ich, wann ich aufersteh und dich, der Menschen Richter, seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit HerrHerr erstanden, er, des Höchsten Sohn, Jesus hat gesieget. Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind unirer Seligkeit bezwungen: Lob sei ihm gesungen! 2. O wie hoch erhoben lebt nun Jesus droben in der Herrlichteit! Seiner Herrscherehre jauchzen Engelchöre, ihm zum Dienst bes reit. Er hat nun, uns wohls zuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichern Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erde, flieh von mir! Ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen Gaben wünsch ich Nichts zu haben, als was F 5 Gott 130 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott gefällt. Mich erquickt, wenn Noth mich drückt, dort nach überstandnen Leiden Gott mit seinen Freuden. 5. Sterb ich, meine See le, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht ich hier doch mehr nach ihr, als nach allen eitlen Dingen dieser Erde ringen! 6. Oder hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe und dich froh erhebe! Mel. Vom Himmel kam der 1806¹ rinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit! Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir! 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn, er lebt und herrscht mit Gott vers eint, er ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Herr, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllst einst mein Vertraun, in höherm Lichte dich zu schaun! 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken herrlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit! Erlösung. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns doch das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 131 Christen, jauchzt! Er ist er: höht! Er drang durchTodesnächte an seines Vaters Rechte. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, das mit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets erneu! 13. Er ists, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ift! 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein groz ßes Werk vollbracht und uns mit Gott versöhnet. Wer an ihn glaubt, wird selig sein. D laßt euch dies sen Glauben durch keine Leiden rauben! 5. Schaut auf zu seiner Herrlichkeit und lernt als Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit find Keime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoffnungsvoll! Nach wenig bangen Stunden ist Alles überwunden. Mel. Was Gott thut, das ist 181en, Jesus lebt! Prohlockt, ihr Christen, Jesus lebt! Lobsingt dem Ueberwinder! Obetet an, erhebt, erhebt den Retter aller Sünder! Er starb für sie; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seine Brüder! 2. Er lebt! Er lebt! weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Ihn preise jeder Festgefang und je= des Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 7. Erstandner, gib nur, daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln und stets mit reinster Dankbegier als Kin3. Er starb, geschmückt der Gottes handeln! Unmit Heiligkeit, er starb von sterblich sein, unsterblich Frevlerhänden! Wo wal sein und einst dir näher tet hier Gerechtigkeit? Wie kommen: o welch ein Lohn konnt er hier schon enden? O der Frommen! F6 6. Was ist der Tod? Ein O sanfter Schlaf ist er. Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag daher, dann stehn wir auf im Frieden! O Tag des Danks! Tag des Heils! Gern wollen wir nun sterben; wir wissen, was wir erben. 132 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Erschienen ist der herrlich meinem Wandel sei! So komm ich nicht in dein Ge richt, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 8. Herr, rufe mich, wann dirs gefällt, von dieser unvollkommnen Welt und führe mich an deiner Hand einst in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! 182& r ist erstanden Jesus Christ, der unser Trost und Helfer ift. Ais Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh er für uns sein Leben ließ: Drei Tage sollen nicht vergehn, so werMel. Kommt, kommt den det ihr mich wiedersehn. Er 183 Robinge, meine hats erfüllt. 3. Jch lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, selig sein mit mir. Ich tomme, meine Stimme ruft auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen, Jefus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine frommen Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich seiner freun, dich preisen noch an meiner Gruft, wenn liebreich deine Stimme ruft: Entschlafe nun! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu und treu in Seele, Welterlöser, bet ihn an! Lobsing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer. Du darfst nun nicht mehr beben, sein Sieg hat dich befreit. Dein ist unsterblich Leben, dein Gottes Seligteit. 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jesus auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund erbebet; die Hüter fliehn; das Grab Erlösung. Grab ist leer. Der todt war, Jesus, lebet und geht vor seinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist belehrt; die Gößentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Jhn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. 133 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ist nicht mehr des Todes Raub; Erlöste, singt ihm Dank! 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus seiner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Trost und Ruh und Hoffnung emger Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht; wir werden auferstehn, auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner aufzugehn. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! 9. O Auferstehungsfest, du bist des bessern Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder Christ, der deinen Trost empfand. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 184 Rom Todesthal hinauf zu Gott erhebt sich mein Gesang; dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. 2. Die Sonn in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher erwacht. ( Himmelfahrtslieder.) 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe stieg; hinauf bis zu dem 185 mit Glanz und Mel. Freu dich sehr, o meine err, du Sternenzelt erschallete sein Sieg. Freuden auf zu deiner HerrF7 lichs Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung. 134 Werke und Wohlthaten Gottes. lichkeit; doch mich drücken du die Nacht, die des Todes noch die Leiden dieses Lebens, Thal mir macht! Du hast dieser Zeit. Gib mir, Jesu, ja den Tod bezwungen und Muth und Kraft, daß ich den Sieg für uns errunmeine Pilgerschaft so in dir gen. zurückelege, daß ich stets bein bleiben möge! 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o so sammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit! Heilge und verklär sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz, frei vom Staube dieser Erde, ähnlich deinem Leibe werde! 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Trost erfreun! Steigt mein Flehn zu dir hinauf, helf er meiner Schwachheit auf, und du selber wollst im Beten bei Mel. Herr, wir singen dem Bater mich vertreten! 186 11eber aller Him3. erverachten und was in ihrEit: les ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist! Wolluft, Ehrsucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müsse Nichts mir rauben; du erwarbst sie theuer mir! Jezzo seh ich sie im Glauben; dort find ich sie selbst bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Rufst du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh, so erleuchte hobst du dich in Sieg und Ehre, du Geber der Unsterblichkeit! Engel singen Freudenlieder, und alle die erlösten Brüder verehren deine Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir stehn von fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun Herr und Gott! Erhöhter Gottes Sohn, wie herrlich ist dein Lohn nach dem Siege! wir folgen dir mit Freuden Erlösung. 135 Mel. Vom Himmel kam der den hier; einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 3. Deine trauernden Er- 187 Auf, Jesu Jünger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt! Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! lösten im Kampf zu stärken und zu trösten, gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern Leiden den Geist des Trostes und der Freuden, den uns dein theures Wort verheißt! Er zich uns in dein Reich, mach unserHerz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht: zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen, dann führst du alle deine Frommen mit dir hinanf ins Vaterland. Durch dei nen Mittlertod sind wir verföhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit mir, da sols len wir auch mit dir leben für und für. 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt, Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erhe ben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an, was ist, das uns gebrechen kann? 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhern Lebens; dann schaun wir dich nicht mehr von fern; dann sehn wir hocherfreut deine Herrlichkeit, ganz Welterlöser; dann führefst du der Wonn uns zu, dort in des Himmels ewger Ruh. Werke und Wohlthaten Gottes. 136 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. 9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. ( Pfingstlieder.) Ihr Schuß ist Jesus und Ruhm sein theures Evangelium. ihr 6. Und ihrer Predigt froher Schall erfüllt den Erdfreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. Mel. Vom Himmel hoch 188 Anbetung fei bir, Gott, gebracht! Du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuchs tet und geheiligt ist! 2. Der Erdfreia lag in Nacht gehüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da kam von deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprachen that ihr mund, Gott, deine große Thaten fund. 4. Von ihm gestärkt, gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Nieders gang wird Alles Licht und Lobgesang. 7. Noch dauert dieser Segen fort; noch siegt, o Ewi ger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach uns von Sünd und Irrthum frei; dein Geist treib uns zum Guten an und leit uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im Hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht sehn. In eigener Melodie. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm gen start durch ihn, o Gott! 189 Nun bitten wir den heilgen Geist, Heiligung 137 Thaten kund, die Völker zu bekehren. Der Heiden Tempel wurden leer; es stürzte jenes Gößenheer von seinen Prunfaltären. Geist, welchen Jesus Chri stus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Leh re, Alle, die im Irrthum sind, bekehre. Erbarm dich, Herr! 2. Du Geist der Weis heit und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Er barm dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb und Einigkeit, mach uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihn, Niemand gern betrüben! Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab, noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich, Herr! 3. Umsonst, umsonst empörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich und tödteten die Jünger. Unüberwindlich war ihr Muth, und schwiegen sie, so sprach ihr Blut und zeugte neue Jünger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Gränzen fort; der Irrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden mensch licher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angefichte. 5. Auch wir begehn, o Gott, dieß Fest, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher und, helf uns Gott! auch heiliger durch deines Sohnes Lehre. Mel. Kommt her zu mir In eigener Melodie. 190 Vollendet hatte 191 Kº Domm, o tomm, Gottes Sohn sein großes Werk auf Erden schon, und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie bald Alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. du Geist des Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil, das Gottes Rath für uns außersehen hat. 2. Da that der Ungelehrten Mund des Welterlösers 2. Gib in unser aller See 138 Werke und Wohlthaten Gottes. Seelen wahrer Weisheit helles Licht, daß wir uns zur Richtschnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe du uns kräftig bei und mach uns vom Irrthum frci! 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahe ren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann! Wirke Reu durch deine Gnad, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns sets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal findt! Lehr uns, daß des Baters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir 192 zu ihm treten kindlich und mit Freudigkeit, nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns allezeit; so wird unser Flehn erhört und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Troste bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott, mein Gott! wie lan. ge! o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib ihr Muth, Geduld und Ruh! deine Werke und im Kampfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg gelingt. 8. Herr, bewahr uns unsern Glauben, daß Verfolgung, Schmach und Spott niemals möge ihn uns rauben. Du bist unser Schuß, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, o so steh mit Troft uns bei; gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herrlichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt und die nie ein Ende nimmt. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, fördre in uns Mel. Mein ganzer Geist 192 heilger Geift, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, du Beistand unsrer Seelen! Erleucht uns durch dein göttlich Licht, entzich uns deine Hülfe nicht und zeig uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Verstand, daß heilsam von uns werd erkannt des Höchsten gnäd Heiligung. gnädger Wille! Ja, gib den Trieb unsern Seelen, nur zu wählen und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 139 Lebenszeit du kannst uns dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitelkeit, die Sinnenlust mit ihren bösen Werken! Vater, Vater, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir Himmelserben werden! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wisjen! Verleih uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, mel. Gott des Himmels und der wenn wir hier auch darum 193 Heilger Geist, von leiden Drückt Gott gegeben, uns fast muth los nieder, laß uns wieder Trost empfinden und die Trübsal über winden! 4. Stärt uns durch deiner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, daüber Herr zu werden! Und sind wir wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; du kannst machen, daß wir siegen und im Kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort den Glauben an den göttlich Wort! Nichts müss' uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Her zensgrund mit Thaten, so wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Je sum Christum ohn Aufhören recht zu ehren, mach uns tüchtig und sein Heil uns werth und wichtig! 6. Gib, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre komm, erleucht und heilge mich! Weise, fromm und gut zu leben, dieß vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bessern, in mir neu! 2. Ach, ich irr in Finstere nissen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hingerissen, täuscht die trunk ne Seele sich, suchet Ruh und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, heilig wie mein Heiland sein! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin, und mich stärke deine Gnade, wann ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag 5. Gib zu jedem guten F6 Wer 140 Werke und Wohlthaten Gottes. Werke meiner Seele Kraft und Lust und im Kampfe flöße Stärke mir in meine schwache Brust; gib mir Trost in jeder Noth; hilf mir treu sein bis zum Tod! 6. Sei mein Beistand, Mel. Freu dich sehr, o meine wann ich sterbe; zeige mei 195 Geist vom Vater und vom nem von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end ich froh die Pilgerschaft. Mel. Mein Gott, das Herz 194 Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehre mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, voll Dank für deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bes wußtsein mir, daß du mir gnädig seift. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk er mich und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. ne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei; o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wann ich bange 3weifel hege, deine Wahrheit mich erfreun! Lente träftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn, seinen Namen zu erhöhn, feinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab ich irgend mich verirrt, o so rühre du Heiligung. du mein Herz, daß ich unter Ren und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Beßrung neige! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hin zutreten: gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf mei nen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Guad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen! 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei! Gib mir ein gelaßnes Herz: laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Geistes Trost empfinden! Mel. Wer nur ben lieben Gott 196 großer Gott, 141 der Zeit der Tugend Werth und Seligkeit. sen, du hast nur reine Herzen dir zu deiner Wohnung auserlesen; ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüften sei! 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe der steten Besserung sich weihn; dein Geist vermehr des Herzens Güte, so werd ich Jesu Schüler sein. Tann fühl ich hier schon in 3. Dein guter Geist, o Gott, regiere mein ganzes Herz und stehe mir in meiner Schwachheit bei und führe mich von der Eitelkeit zu dir! Gib einen Geist, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! Mel. Freu dich sehr, o meine du reines We 197 D er du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Feist denen, die dich bitten, giebest, ja, uns um ihn bitten heißt, demuthsvoll fleh ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe! 4. Entzieh mir Schwachen, wann ich fehle, nur deine Vaterliebe nicht und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens, nie von mir und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz 142 Werke und Wohlthaten Gottes. Hers bleibt dir entriffen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen dent und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden fann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Lehre mich mich selber kennen, die verborgnen Fehler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint, o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so seze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Das Wort Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 198 Religion, von Gott gegeben, sei ewig meinem Herzen werth! Heiligung. werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Leben dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin ins beßre Land. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nen nen, darf sicher sein, daß er mich hört. Du rufft mir zu: Dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Wil: len thut! 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meines Geistes Blick Mel. Nun dantet Alle Gott zur hellen Einsicht meiner 199 Von Herzen preif Pflichten und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stärfest den Gewissenstrieb und machst mir Recht und Tugend lieb. 4. Du leitest mich auf als len Wegen; du zeigest mir das höchste Gut; du machst mir jedes Glück zum Segen und gibst im Unglück frohen Muth. Wo Nichts, sonst Nichts mich trösten kann, da hebt dein wahrer Trost erst an. 143 6. Du lehrst mich glauben, lieben, hoffen, verkündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht: Du, du bist meine Zuversicht! 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todesthal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion!" 5. Du gibst dem Geiste süBen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Belasteten und Müden den sichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verehre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 2, 3um Licht, in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht dringen; mit Zweifeln und mit Wahn müßt ich voll Unruh ringen, hätt ich dein göttlich Wort, den klaren Unterricht von dir und deinem Sohn und meiner Seele nicht. 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott, vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten. Sie bessert sanft das Herz 144 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz, stärkt mich zu meiner Wer deinen Lehren folgt, Bflicht, ist in Gefahr mein fühlt ihre Göttlichkeit; sie Schuß, in Finsterniß mein geben Licht und Trost, im Licht. Tode Freudigkeit. 4. Der Fromme wird gestärkt, der Sünder tief erMel. Wer nur den lieben Gott schüttert, der zweifler wird 200 Dein Wort, beschämt, des Spötters Seele zittert; es tröstet sich am Grab der Seinigen der Christ, wenn er vom Wie derfehn im beffern Leben lieft. 5. Hier lernt der Weiseste der wahren Weisheit Schäzze hier faßt der Blödeste die göttlichen Geseße; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärke! Wer nicht des Glaus bens Kraft und Trieb zum guten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehr furcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Frrthums Finsterniß, verkündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Tröstungen sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schaß, weit köstlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit an meinem Herzen spüren! Luft betrachten die Wahrheit 7. So kann kein andres Buch die Größe Gottes preis sen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch feine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. o ist vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht: es gibt dem Sünder, wie dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 8. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich rühren und seine Gotteskraft Heiligung( Wort Gottes). 145 heit, die dein Wort mich 5. Hilf, daß sich von Zeit lehrt; laß mich auf das zu Zeit meine Kenntnisse gehorsam achten, was dein vermehren! Find ich manche Befehl von mir begehrt, Dunkelheit bei geheimnißso fließen Trost und See- vollen Lehren, laß mich lenruh auch mir aus dei- 3weifelsucht entfernen und nem Worte zu. in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichleit Gewicht Mel. Liebster Jesu wir sind, err, mein Licht, 201 daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! lich der zu nennen, der danach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet! 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam sein, den er kannten Weg zu gehen! Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Strafe leiden müssen. 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinen Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden! 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln, so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort, lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich fühMel. O Gott, du frommer Gott ret und mir, deinem Kind, 202 Soll dein verz derbtes zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Mert auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte, mert auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte! So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich 146 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Sprich fromm: o Gott, Gott, die dir verkündigt vor dem ich meine Hände ist, und dann das Wort falte, gib, daß ich dein Ge- verstehn, dem du gehorsam bot für dein Wort ewig bist. halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geseg, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft, du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit gibt, wenn man, sie redlich sucht und aus Gewissen liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft und ledig von Ge schäften und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiterkeit und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz im Stillen oft zurücke; empfinde seinen Geist und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift ge beut; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von 8. Spricht sie geheimnißvoll, so laß dich dieß nicht schrecken; ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott. bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht was dein. Wiß begehrt. 9. Eich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of fenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, und weise Demuth ist, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch keinen Zweifel kränken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schauns und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift; und siehst du Dunkelheiten, so laß dich deinen Freund, der mehr, als du, sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heilverlangend Herz hebt manche Dunkelheit." 12. Halt Heiligung 12. Halt fest an Gottes Wort: es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christ lich groß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. ( Wort Gottes). ott, heilig fei Mel. Vom Himmel hoch, da 203 Mel. Mein Gott und Herr Recht dem ganzen mensch 204 ott ist mein lichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit an! Hort und auf sein Wort soll meine Seele trauen! Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Verbreite deines Wortes Schall, wie deine Werke, überall, daß Alle lernen, wer du seist: der reinste, allerhöchste Geist. 3. Durch Jefum Christ, den du gefandt, werd immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland iſt. 147 6. So preiset deine Christenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. 4. Lehr uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam deine Wege gehn. Durch deines Geistes Licht und Kraft mach weise uns und tugendhaft. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn; erleucht uns allen unsre Bahn; das Laster tilg aus unsrer Brust und tödt in uns die böse Lust. 7. Du sättigst sie mit Seligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dank, Herr, deines Namens Lobgesang. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Zeit zur Ewigkeit nur sei von dir gegeben. 5. Den ewgen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sün 2 den 148 Werke und Wohlthaten Gottes. den nicht verzagen, nein, du verzeibst, lehrst meinen Geist im Glauben: Vater! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte! Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben! Mel. Freu dich sehr, o meine 205 Gott, durch den wir sind und leben, deine Güte sei gepreist, das du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, daß uns unsre Pflichten lehrt, warnt, ermahnet, straft, bekehrt und, wenn uns ein Leiden drüftet, uns mit reichem Trost erquicket. 2. Gib, daß wir es innig lieben, ernstlich, ohne Heuchelschein das darin Befohlne üben und nicht bloße Hörer sein; denn wer dei nen Willen weiß und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist ärger, als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. 3. Darum präge deine Lehren tief in unsre Gee len ein, laß sie uns mit Nußen hören und derselben Thäter sein; treib uns dadurch kräftig an, daß wir dich vor Jedermann froh bekennen, kindlich lieben und mit Sünden nicht betrüben. 4. In der Seele Finsternissen sei dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Trost daraus genießen, wenn es uns an Trost gebricht! Es versüß uns jede Noth; es erquick uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. Mel. Schwing dich auf 206 Der du felbst die Wahrheit Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge; alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern, sie ers leuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Finsterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, unfre Schlüsse fehlen; aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht lässet er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bekehret; glaubt es freudig, Heiligung( Gesetz). freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihrs höret! Geset. Mel. Gottlob, ein Schritt zur dein Wort verspricht, wird und 207 Herre und dein muß geschehen; deine Drohung kann auch nicht leer vorübergehen. Haben Tau sende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dirzum Ruhm erfahren? seg Gebot, wonach wir sollen leben, hast du, o liebevoller Gott mir in mein Herz gegeben, daß ich zum Guten willigsei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr und lein nicht bau, in deiner liebe, auf Menschenhülf alFurcht mich übe, daß Beifall Lob und Menschengunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wiß und Kunst mir nicht zum Abgott werden. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh, dich, Vater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn Er= Gott, erbietung nennen. unvergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. 4. Am Tag der dir geweihten Ruh laß mich, Gott, mit den Deinen in der Versammlung, so wie du befiehlst, vor dir erscheinen; dann deiner im Gebet mich freun, ein Hörer deines Wortes sein und, wie ich soll, ein Thäter. 5. Gib, daß ich Aeltern Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, sie nie durch Widerseg= 3 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leicht sinn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Die die Himmel aufgebaut, kann die Wahrheit lügen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 6. Erd und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lachest ihr, wenn sie sich empören. 149 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir nichts trennen, mich die Welt, von Arglist voll, nicht erschüttern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübfalleiden, so belohnst du mirs doch dort, Gott, mit Ehr und Freuden. 150 Werke und Wohlthaten Gottes. seglichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg und Treu erkenntlich und gehorsam sei und deinen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nie mit bittrem Sinn, Herr, Rach und Feindschaft übe und, wenn ich auch beleidigt bin, verzeih und Feinde liebe und Jedem gönne, was er hat, und Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Laß mich, wie du geboten hast, unfeusche Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. Schaff du in mir ein reines Herz, das Uep pigkeit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schäme, mein Herz von Geiz und Unrecht kehr, durch Macht und List Nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu, wohlthätig und zufrieden sei, nicht karg und nicht verschwendrisch. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr zu retten mich befleiße, das, was ich kann, zum Besten kehr, doch Böses nicht gut heiße; stets zeuge Treu und Redlichkeit und Abscheu trage jederzeit vor Falschheit, Schmähn und Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus mit List und Unrecht nicht begehren; das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewähren. Doch laß mich auch das größte Gut, ein ruhig Herz und frohen Muth und deine Gnade haben. 11. Wie gern möcht ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heilgen Willen, wie gern möcht ich ganz dein Gebot, das du mir gabst, erfüllen; allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwacher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke, daß ich, o Jesu, Gottes Sohn, stets auf dein Vorbild merke! O heilger Geist, hilf mir, daß ich Gott über Alles und, wie mich, auch meinen Nächsten liebe! Evangelium. Mel. Jefu, meine Freude 208 Mort aus Got tes Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wahrer Freuden, Trost in allen Leiden, unser höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glaus Heiligung( Kirche). Glauben schafft! Frohe Botschaft, uns zum Leben selbst von Gott gegeben! 2. Was sein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen auseriehen hat; was erst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Daß sein Eid ihn nicht gereut, rühmen wir; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus hat sein Leben für uns dargegeben, willig gab ers dar. Ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu seiner Ehre. D erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen droh ten, riefen seine Boten: Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig sollt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünde hafsen, Muth zur Tugend fassen! 5. Jesu, voll Vertrauen will ich auf dich bauen und in dir mich freun, dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treu dir sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben! 151 Die heilige christliche Kirche. In eigener Melodie. 209 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort; den finstern Jrr thum treibe fort; bewahr uns vor Gewissenszwang, so preist dich unser Lobgesang! 2. Die Völker sein dir unterthan! Es weiche falscher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit klarem Licht: Gewalt hilft dem Gewissen nicht. 3. Die Herrschsucht, die fremden Knecht, er glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vors Richteramt, bleib unter unserm Volk verdammt! den 4. Nur geistlich sei der Wahrheit Krieg! Gib wider Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe sieg sie und Beweis und durch des frommen Beispiels Fleiß. 5. Wir gehn in Dämmrung, irren bald! Die Weißheit übet nicht Gewalt. Laß Fried und Duldung allge= mein, nicht mächtig die Verfolger sein! 6. Der Scepter übe Billigkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer friedsam ist, nicht Laster lehrt, deß Freiheit bleibe ungestört. 64 7. Ber 152 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Berbrich des Zwanges hartes Joch: die freie Wahrheit sieget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Sclaverei. Am Reformationsfeste. In eigener Melodie. 2100 in in feste Burg ist unser Gott, ein 4. Das Wort, sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben: er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmn sie uns den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie habens fein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Mel. Christus, der ist mein Leben gute Wehr und Waffen, 211 Ach bleib mit deiner er hilft uns frei aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind, mit Ernst ers jeszt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist: auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist Nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erforen. Fragft du: wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Bebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er be: halten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr; es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; Das macht, er ist gericht: ein Wörtlein kann ihn fällen. uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beicheert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht truge, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth! Heiligung Mel. Ein fefte Burg 212 He err, deine Kirche dantet dir: noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar, dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande! 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder! Hilf deiner Kirch und schüße sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt sie rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wie der. 153 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wissenschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehre. ( Kirche). 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch, hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör ihr kindlich Flehn. Eil, ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche siegen. 3. Eins ists, was deine Treuen kränkt, daß unter 213 Cwig, Jeſu, deinen Christen mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Bieler Glaub ist schwach, kalt die Lieb, und ach, sie bedenken nicht, es wart ein schwer Gericht auf träge ,. sichre Christen. Mel. Herzliebster Jesu! o wird dein Wort bestehen und Erd und Himmel werden ehr vergehen, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Menschen, die willig dir gehorsam werden und deinen Frieden hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 3. Reizt blendende VerJuchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird sie jemals deiner Hand entreißen: Du hasts verheißen. 65 154 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Wohl allen denen, die jederzeit mit Wahrheitsfinn dir, Jesu, trauen! Was sie Verträglichkeit. Die Liebe dir glauben, wird ihr Aug sei der Kirche Zier. Dann einst schauen, dich und die sieget sie; Gott ist mit ihr; Freuden, womit du beloh- er ist ihr Schuß. nest da, wo du thronest. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lobgesänge, wenn einst dein Volt, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht und Spötter stolz die Wahrheit schmähn: verzaget nicht! Sie wird bestehn; sie ist von Gott. Mel. Erschienen ist der herrlich 7. Schaut auf zur Sonne; erhellt nicht gleich den sie 214 obsinget Gott! ganzen Raum der Welt. denn seine Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr wars, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! Laßt, Christen, unfres Lichts uns freun und Gott durch Thaten dankbar sein, wie er sie liebt. 2. Verbunkelt war der Wahrheit Licht: selbst Christenlehrer sahn es nicht. Aus Unterricht ward Glaubenszwang, in harte Sklaverei versant das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Verfolger Wuth! Wie strömte treuer Christen Blut! Und ihre Würger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch. O welch ein Wahn! 4. Gott kam und stand der Kirche bei; da wurden die Gewissen frei; da schwanden Aberglaub und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, singt ihm Dant! 5. Vereint nun, Christen, 8. Lobsingt, lobsingt dem Herrn und freut voll Hoffnung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein Ein Hirt und Eine Heerde sein. Lobsingt dem Herrn! Mel. Herzliebster Jesu! 215 Laß doch, o Jeſu, laß dein Reich auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Leiden wegen Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen und glau bensvoll dich ihren Heiland nennen! Olehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! Heiligung( Kirche). 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie enthält der wahren Weisheit Lehren, und ohne diese sucht man doch vergebens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure, Herr, dem Toben deiner Feinde und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß sie prüfen und dem Aberglauben die Herrschaft rauben. 5. Sei du ihr Licht in bangen und wecke selbst ihr schlafendes Gewissen! Erhebe tröstend, schlägt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder. 6. Herr, schüß uns mächtig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen und wir zum Kreise der verklärten From men frohlockend kommen. 155 Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Himmel und Erde! In voriger Melodie. 216 chüße die Dei nen, die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündet werden; mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Mel. Ein feste Burg 2172ennChriftus fet schüßt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sigt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Heiligthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; stets werden ihn, des Höchsten Sohn, zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; Nichts ist der Großen Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Staub vor Gott. Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheitschmähn; uns fann Der er sie nicht rauben. Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Chrift! Wer hier sein Jünger ist, G 6 fein 156 Werke und Wohlthaten Gottes. sein Wort von Herzen hält, lockst der Menschen Menge dem kann die ganze Welt nur hinweg von Angst und die Seligkeit nicht rauben. Schmerz. Selig, wer dir 4. Auf, Christen, die ihr seine Zeit, seine Kraft, sein ihm vertraut, laßt euch kein Leben weiht! Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns denn erschrecken? 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Palästen, in den Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. Mel. Gott des Himmels und 218 Herrlich ists in König der erlösten Schaar! Jede Sinnenlust entweiche; dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schäße? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgeseße sind einst Engeln zugesellt. Edel handeln ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit dei nem Sinne ziert. Gelbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrschest nicht mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz, und du 6. Drohn dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer: ach, sie nahen sich dem Falle und dann wird dein Reich bestehn; Wahrheit kann nicht untergehn. 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen sanken in den Staub; aber seit dein Reich erstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jezt noch blickt dein Unterthan hochentzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Himmelsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht: doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet und laß einst auch den dich preisen, der noch 157 noch vor kniet; Zeig uns allen nach der Zeit 221 Hier vor dir; Mel. Liebster Jesu, wir sind err, stehen deines Reiches Herrlichkeit! Heiligung( Heilige Taufe). laß dieß Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen: laß es hier beglückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden. Heilige Taufe. ( Vor der Taufe.) Mel. Sollt es gleich bisweilen 219 Di ir, Gott, der so gern erfreuet, immer seine Huld ( Nach der Taufe.) Mel. Wer nur den lieben Gott erneuet, weihen durch die 222 Jd bin getauft ch Taufe Vater, dir. dieses Kind, D 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen und beglücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. auf deinen Namen, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig sein! 3. Stärke künftig seinen Glauben, laß ihm den die Well nicht rauben; nicht den Trost, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es Niemand von dir trennen, Niemand auf der Tugend Bahn Heil und Ruh ihm rauben kann. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes, mir.gewähret an dem von dir erworbnen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand sein. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott err, 220 selbst die Tauf befohlen, dir, dessen Treu unwandelbar, dir sei auch dieses Kind befohlen! Wir bringen es dir flehend dar: o fegne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist! nie die Pflicht vergessen, da zu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst und mir mit Heil entgegenkamst! 4. Du bist getreu: auf deiner Seite bleibt dieser 67 Bund 158 Werke und Wohlthaten Gottes. Bund stets feste stehn. Ja felbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vater: herz mich sehn. Du regest mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, auf's neue mich ganz zu dei nem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: jest entsag ich euch. 6. Befestige dieß mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich dein auf ewig sein! 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein gedacht und für mein wahres Wohl gewacht! 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu steter Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir und heilig sei mein Leben dir! ren, dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu sein, mich hier schon und einst dort zu freun. 2. Du hast zu deines Rei5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Gelübd aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so verwirf mich nicht, o Herr, vor deinem Angesicht! Mel. Wer nur den lieben Gott 223 Johnach zesu leh ne Gnade zum steten Ernſt bin getauft 6. Erwecke mich durch deider Besserung und leite mich auf sichrem Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich stets dein eigen sein. Mer. Jesus, meine Zuversicht ches Erben, o treuer Bater, 224 Gwig, ewig bin mich es hat die Frucht aus seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und dir mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geist mein Beistand sein. ich theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Def sen soll mein Herz sich freun, Heiligung( Heiliges Abendmahl). 159 Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig sein. freun, ewig, ewig bin ich dein! 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Heilig, heilig will ich sein; ewig, Vater, bin ich dein! 3. Ich gelobt es, und dennoch brach ich oft den Bund schon der Taufe, kämpfte und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater sein! 4. Dieß, o Gott, versprachst du mir; das hat Jesus mir verheißen. Und ich sollte, Sünde, dir, dir, o Welt, mich nicht entreiBen? Ja, ich wills; ich will nicht dein, ich will meines Gottes sein! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meine ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu sein. 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, ein Das heilige Abendmahl. Mel. Befiehl du deine Wege 225 Versammelt hatz die Jünger feierlich; es nahte seine Stunde, die Abschiedsstunde sich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie sollten nun ihn dulden, ach, bluten, sterben sehn. 2. Sie sollten nun Bekenner der heilgen Wahrheit sein, für sie und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jeßt so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten noch Lieb und Treu empfahl! 3. Er sah am Kreuz sich sterben und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gaben, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie vergeffen, was jetzt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jetzt, ach, so zärtlich bat! Nehmt 160 Werke und Wohlthaten Gottes. Nehmt hin, für euch gegeben wird dieser Leib, dieß Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 5. Nun ward dieß Mahl zur Feier; stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild; gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opfer ten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil gestiftet ward sein Gedächtnißmahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh er den Weg des Todes zu unserm Heil be trat? 7. O laßt nun am Altare uns seiner dankbar freun und froh den Bund der Liebe, der Tugend Bund erneun! Sein Mahl stärk unsern Glauben, stärk ihn in Schmerz und Noth, mach heilig unser Leben, mach freudig unsern Tod. Denn schon hienieden gewährt die Tugend euch Befeligung. Mel. Liebster Immanuel. 226 Naht dem Alta2. Aber gebietet auf rauheren Wegen die Tugend euch zu gehn; o wanket nicht! Blicket auf Jesum! Mit ewidem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt erfüllte Pflicht. Auf, auf und ringet zum Ziel! Vollbringet den Ruf der Gottheit! Auf und wanfet nicht! re, Unsterbliche, nahet und feiert hier den Segnet den Festtag des Bundes! Empfahet bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getreu zu sein! Schwört bei dem Tode des Heiligen! Höret, ihr Mitunsterblichen, den Schwur: Wir weihn in dieser Stunde dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgesang! Er ist zumSegen der Menschheit gekommen; vom Himmel bracht er Licht. Nun lebenslang im Licht zu wandeln, wie er, zu handeln; dieß, Christen, fei der ihm geweihte Dank. Mel. Ein Lämmlein geht 227 Du, Herr, haſt D¹, aus Barmherzigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit voll Liebe eingeladen. Du rufft: Mühfelge, Heiligung( Heiliges Abendmahl). 161 felge, kommt zu mir! Ich nem Reich, verklärt, unsterbkomme Heiland, ja, zu dir lich, Engeln gleich, dich ewig erheb ich meine Seele. Ent- froh erhebe. zeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Trost, mein Mel. Wer nur den lieben Gott Heil, mein Licht. Du siehft, 228 Hier bin ich, de Jeoft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich vermag zu zählen. Ich fühl es wohl und leide sehr vor Unruh meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost mich nicht; du siehest meine Reue, Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der belfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 3. Nach deinem Troste sehn ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinem Worte treu und wirft ein gläubig Herz voll Reu und meines nicht verachten. 4. Regiere nur auch künftig mich, daß ich vorsichtig handle und heilig, voll Vers traun auf dich, nach deinem Willen wandle. Gib, daß, aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in dei2. Es werde, Herr, für mein Gewissen, dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entrissen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! Ogib von deinem Todesschmerz jeßt neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du, dich opfernd starbſt; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott 162 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott, an dich; ich schwöre mühselig und beladen. Gott, dir beständge Treue vor det- mein Erbarmer, würdge nem Tische feierlich. Dein mich des Wunders deiner eigen will ich ewig sein. Du Gnaden. Ich liege hier vor starbst für mich; drum bin deinem Thron, Sohn Gotich dein. tes und des Menschen Sohn, mich deinerzu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh und finde fie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder, hast ihre Schulden abgethan, und wir find Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist, mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr gefinnt zu sein! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben! Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine See le ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst, den Völs fern sichtbar zeigen wirst! 9. Gebeugt lieg ich zu dei nen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade flieBen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet ſei! 3. So freue dich, mein Herz, in mir. Er tilget deine Sünden, und läßt in seinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich ertauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone Sieh, 229 Jund suche dich, vereine mich mit dir; ich Mel. Ein Lämmlein geht und tomme, Herr, bin Heiligung( Heiliges Abendmahl). 163 bin der Weinstock; bleib an du an mich gewandt! O mir; so wirst du Früchte stärke mein Gemüthe zum bringen. Ich helfe dir, ich gläubigen Vertraun auf dich, stärke dich, und durch die daß ich, solang ich lebe, Liebe gegen mich wird dir mich an deine Gnade halte! der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch meine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz die Saft von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Vaters Huld gewiß Vergebung meiner Schuld auf Buße finden werde! 5. Der Trost, den mir dein Trost verschafft, werd ewig mir zum Segen! Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir 230 zu gefällt, und alle Furcht und Mel. Es ist das Heil uns ch preise dich, Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; o gib, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erqui dung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft: das hast, du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner großen Güte. Wie viel hast überwinden! 6. Laß mich mit Glaubensfreudigkeit vom Bundesmahle essen und der Verbrüdrung heilgen Eid undankbar nie vergessen, daß ich aus echter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei dir und den Brüdern lebe! 7. Laß deiner Leiden großen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Gindernissejweg, die steile Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet! 8. 3um ewgen Leben hast du dich für mich dahingegeben. 164 Werke und Wohlthaten Gottes. geben. Dein Abendmahl er wecke mich, mit Ernst da: nach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. Mel. Gott Vater, an Erbarmen 231 Shrift, eile nie mit sicherm Sinn zum Liebesmahle Jesu hin, denk nicht, des großen Dulders Blut macht jedes Sünders Lafter gut! Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Sicherheit! 2. Wer sich zu ihm unwürdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sei nicht dein Feind, empfah es nicht dir, ach, zum strenge ren Gericht! Nein, erst empfinde tief dein Herz der Sünde Schmach, der Reue Schmerz! 3. Erst sei dein Vorfaß fest und rein!, nicht mehr der Sünde Sklav zu sein; erst gib zurück, was deine Hand durch Liſt, durch Trug, Raub Zürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brüderlich! 4. Besiegst du so in deis ner Brust des Lasters Macht, die böse Luft; bist du entschlossen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit, dann nahst du dich der Tugendbahn, dann gehe zum Altar hinan. 5. Beschämt und mit gebeugtem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der liebreich fürdie Sünder starb und ihnen Gottes Huld erwarb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 6. So, frei von Heuchelei und Wahn, müss Jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner legten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht! Da dämpfe der Gedank ans Kreuz der Thorheit Lust, der Sünde Reiz! 7. Da rühr uns tief dein göttlich Bild und mach uns liebreich, sanft und mild; da schent dein Geist uns Muth und Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gehn, dem Tode froh entgegensehn. Mel. Meinen Jefum laß ich nicht 232 Naht mit Un Gemüth, Brüder, christlich dem Altare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und niedrig, arm und reich, naht: hier seid ihr alle gleich! 2. Stärkt euch für die höyre Welt! Fließt, der Lie Heiligung( Heiliges Abendmahl). 165 niglich, stärke für den Himmel sich! 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jest genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne fließet, ist mein Bruder, ist mein Freund, und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Troft im Leiden. Fühlt euch all als Menschen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch. Liebe Thränen, fließet! Wer vom Brode jetzt erhält, wer vom Weine jept genießet, fühl Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! 3. Stärket euch, bleibt rein und gut; denket Alle: Wir sind Brüder! denket Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschen sinn unszu lehren, floß es hin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Leben, hat, was er empfahl, geübt. O, wie hat er uns geliebt! 5. Denket seiner! Thrä: nen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode jest genießt, wer vom Weine trinket, Brüder, den ket an den Menschenfreund. Denkt an Jesum, dankt und weint! 10. Jesus Christus hät sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn. Mel. Freu dich sehr, o meine 6. Laßt mit heiligem Ge- 233 Voller Ehrfurcht, Dank und Freu müth all uns dem Altare; wer von Lebenskräften glüht und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich! Brüder, hier sind Alle gleich! den, komm ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmal deiner Leiden und gedenk an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, sei mein eifrigstes Bestreben! 7. Alle gehn wir Eine Bahn, Alle gehn wir zu dem Ziele edler Menschlichkeit hinan. Voll der seligs sten Gefühle bete Jeder in2. Ich empfind es jetzt aufs neue, was ich dir, Herr 166 Werke und Wohlthaten Gottes. Herr, schuldig bin. Du, den Augen seßen, wie nur du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; wiesest mir den Weg zu Gott und ertrugst den schwersten Zod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt und in deinem Dienst auf Erden immer besser sucht zu werden! 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend selgem Pfade fest ein herzugehn, verschafft. Und du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner niemals schäme. 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wante, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 4. Sollt ich, Jesu, denn vergebens diefe deine Huld empfahn? Nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deinem Tischenahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß sie mich auch nie verläßt! Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. Mel. Schmilde dich, o liebe S. 5. Diesen Vorsaß, den ich habe, thätig dankbar dir 234 Schicke dich, erzu sein, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! 6. Laß mich über Alles schäßen dein mir theur er worbnes Heil und nie aus löste Seele, gläubig nach des Herrn Befehle seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bangsten Tod gegeben, die auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil ihm demuthsvoll Heiligung( Heiliges Abendmahl). 167 voll entgegen und nimm und dich dankbar froh erheTheil an seinem Segen. ben. Deine Huld ist unerKomm getrost, es ist sein meßlich; Herr, sie sei mir Wille, komm und schöpf aus unvergeßlich, daß ich dich seiner Fülle neuen Muth und aus frommem Triebe thäneue Triebe zur Verehrung tig ehre, folgsam liebe! seiner Liebe. 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich, auch Sünder was ren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue und dir einst mein Danklied weihe! 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe soll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein genießen, mich der Bruderliebe weihen, deines Todes mich erfreuen. 4. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, Mel. Schon ist der Tag von Gott nach deiner Güte! Ich ge: 235 Ich will den Bund neue Herr, mein Herz voll Reue! Meinem kindlichen Begehren wollst du deinen Trost ge währen, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewissensruhe schenken! mit meinem Herrn bei seinem Mahl erneuern; ich will, von Weltgeschäften fern, heut sein Gedächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben! 5. Ja, ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade und mit neuer Kraft zum Werke mei ner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh und ewges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 2. Mich führe nicht Ges wohnheit hin, nicht der Betrug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, von eitlem Selbstbetruge, frei, will ich dein Mahl heut feiern! 6. Deiner will ich mich stets freuen, ganz mich meinen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben 3. Zum Eigenthume will ich mich aufs neue dir ergeben; bekennen will ichs öffentlich, dein Sterben sei mein 168 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Leben. Solang ich Herr, mit Dank des Bundes athme, will ich dein und heilgen Trant und geloben deiner Liebe mich erfreun von dir aufs neu der Tuund sie noch sterbend preisen. gend Treu, daß uns dein 4. Mit Reue will ich meine Lod stets Segen sei. Schuld vor meinem Gott gestehen und, unwerth seiner Vaterhuld, ihn um Vergebung flehen. Laß mich mit gläubigem Vertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaun und Seelenruhe finden. 2. Zu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward dieses Mahl geweiht. Wie sein Stifter hier zu wandeln, stets liebreich, gut und fromm zu handeln, sind wir entschlossen und bereit. Reicht, Christen; euch die Hand! Wir gehn ins Vaterland beßrer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen, sie duldet Alles. Denft der Schmerzen, die Jesus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lieben, treu jede Liebespflicht uns üben, für sie auch streiten, wie er stritt! Der Menschenliebe weihn bei seinem Brod und Wein wir uns alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und gibt, der ists, der Jesum Christum liebt. 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg auf der Tugend Pfade, mich immer meines Vaters freu und voll der frohen Hoffnung sei, den Himmel einst zu erben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Gott über Alles liebe, durch dein Verdienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Leben lang mit reinem Herzen bringen. Mel. Herr wir singen err, wir feiern 236 niß. Uns freut das heilige Vermächtniß von deinem blutgen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nahn wir uns dem Altar und es sen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, 4. Gott zu leben, Gott zu sterben und seinen Himmel Lebens hohes Ziel. Jesu, hilf es uns erringen; Hilf Sünd und Laster uns bezwingen; richt auf den Schwachen, welcher fiel! O stärk uns all im Lauf: schließ uns den Himmel auf, wann wir sterben! Heiligung. ben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trock nen unsre Thränen ab. Der Chor: Mel. Herr, wir singen 237 Herr, du wollst fie vorbereiten zu ; deines Wahles Seligkeiten sei mitten unter ihnen, Gott Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, durch dich vergessen Sünd und Tod! Denn nur von Sünde rein sind sie, o Jesu, dein, deine Freunde. Laß, laß sie sehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! 169 diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen: Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein! 4. Tröste, die in Tranrigkeit über ihre Seele wachen; stärke, Herr der Herrlichkeit, ihren Glauben, hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. 5. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! Die Gemeinde: Mel. Jesus, meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, all auf Christi Tod getauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euren Bund der Seligkeit! 2. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben. Seht, wie er dieSünder liebt, da er selbst sich für sie gibt! 3. Die mit voller Zuversicht deines Heils, o Sohn, sich freuen, laß sie stets in 6. Hoherpriester, Jeſu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiliathum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingegangen! Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wann sie nun dein Mahl empfangen! Laß sie fühlen: ins Gericht kommen, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heilgen Grauns, voller Wonn und Theures süßen Bebens! Pfand deskünftgen Schauns, Ueberzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad auf sie, alle deine Gnad auf sie! 9. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus $ ward Werke und Wohlthaten Gottes. 170 ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! Der Chor: 2. Nehmt hin und eßt zum ewgen Leben. Nehmt hin und trinkt zum ewgen Le ben! Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ewgen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eu re Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter Frönt! Die Gemeinde: 10. Jesu Christi Mittlertod werd in aller Welt verkündigt! Jesu Christi Mittlertod, der vorm Richter uns entfündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, singt ein berer Lobgesang für dein Sterben Preis und Dank. 12. Ausgeschüttet warest du, warst, wie Wasser hingegossen; suchtest, fandest keine Ruh! Deine Todeswunden flossen, strömten über, ach, vom Blut, deines großen Opfers Blut! 13. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 14. Deiner Zunge Durst war heiß, heißer noch der Durst der Seele. Müd, in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 15. O wie warst du fürchterlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben! Ewig fassen dein Gericht endliche Gedanken nicht. 16. Jesus rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe faſsen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr. Gebt, ach, gebt dem Mittler Ehr! 17. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und Heiligung. 171 Leben! Hingegeben in den 239 Heilan Tod ward er, in der Sünder Tod! und trinkt! Jhr trinkt das mel. Schmücke dich, o liebe Seele eiland, groß an Huld und Treue, sich, ich widme dir aufs neue bei dem Denkmal deiner Liebe dieß mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dieß Opfer dir gefallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach deinem Heil verlangen, daß sie Gnad um Gnad empfangen und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfangen sollen. O wie könntest du das Flehen meines Herzens denn verschmähen? Mel. Wer nur den lieben Gott Dimm 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen, Herr, du kannst 238 es mir denn du siehest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heilgen Lehren mit Gehorsam zu verehren! Der Chor: 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft das Bundesmahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Lust, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt. Dank für dei ne Liebe, erhabner Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deines Todes Bein mir immerdar zum Segen sein! 2. Heil mir! dein Brod ward mir gebrochen; ich trant, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu sein; und feierlich gelob ichs dir: sei du nun Hülf und Beistand mir! 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe, wie verwerflich würd ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben in den Tod dich hinzugeben! Welche Qualen im Gewissen würd ich einmal fühlen müssen! 52 5. Nein, 172 Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Nein, so strafbar, so verme will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig dir nur anzuhangen ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht das Ziel verfehle! 6. Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer näher zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indes sen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden immer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen! Welchen Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weiter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. Mel. Wann mein Stündlein 240 Heiland, dess sen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur gründet; auch ich, ich Sünder suche dich, erbar: me dich auch über mich und laß mich Gnade finden! 2. Ich nehm an deinem Segen Theil; daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil dein Mahl, dieß Pfand der Liebe. Ich nehm es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich dahingegeben; du starbst, der ganzen Welt zu gut; er. marbst auch mir das Leben. Ich eß das Brod, ich trink den Wein, um ganz mit dir vereint zu sein, um ganz für dich zu leben. 4. O laß mich deines Mahles Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, treib mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüsten! 5. Wie? sollt ich diesen Lüsten noch zu meiner Schande dienen? Ich trüge noch ihr sclavisch Joch? Ich sollte mich erkühnen, den Heiland, der für mich auch starb, mir Gnade, Trost und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 6. Nein, göttlicher Erretter, nein, laß mich das Böse haffen, mich jeden Reiz der Sünde scheun und Muth zum Kampfe fassen, dein Mahl nicht unbekehrt entweihn Heiligung. 173 faß dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. Doch ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß verspreche. Morgen ist wohl schon geMel. Schmücke dich, o liebe Seele brochen, was ich heute dir 241 Herr, der du dein versprochen. theures Leben für mich in den Tod gegeben, mich soll deine Liebe dringen, deinen Willen zu vollbringen; drum komm ich, von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu weiz hen und den Bund heut weihn und den Entschluß, dir treu zu sein, mit Freudigkeit vollbringen. zu erneuen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich gelob aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täglich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir mit Freuden auch das Unrecht still zu leiden, ungeduldig nie zu klagen, an Gott niemals zu verzagen. 4. Was du hassest, will ich hassen, ganz von dir mich leiten lassen; nie mit Vor5. Darum hilf du mir und stärke mich zu jedem guten Werke; komm und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken und der Unschuld Freuden schmecken! 6. Laß mich deine Treu ermessen, deine Liebe nie vergessen! Laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr, dich jehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunkeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost era quicken. 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zukunst rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon käme, keiner, Herr, vor dir sich schäme! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? 3 174 Unsterblichkeit und Vergeltung. ( Nach der Kommunion.) Mel. Wie groß ist des Aumächtgen Güte 242 Bollbracht ist nun die heilge Feier; verkündigt ward von Unsterblichkeit und Vergeltung. und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, mir dann in meiner Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst! Und wann des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöſet haſt! 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt. kein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! Tod. 243 Die wallen Mel. Befiehl du deine Wege ie auf der Erde die Sterblichen sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Grust. uns dein Tod. Herr, deinGedächtniß sei uns theuer und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erfalten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, feinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebent; wann vor mir offen stehen Gericht und Ewigteit; wann meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu werden, mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Mel. Tod. 175 Mel. Was Gott thut, das ist Gott geboren. Für ihn ist, 244 nur kurz ist hier kämpft er nur als Held, die mein Aufenthalt; ich bleibe nicht auf Erden. Das Herz, das jest noch träftig wallt, wird einst entkräftet werden. Zerrüttet sinkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. Krone nicht verloren. Er tritt hervor und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, hier nicht im Erdgetümmel. 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr, als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich selbst bin nicht des Todes Raub; ein Geist hat Lebensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt, er jauchzt, daß er noch lebet und aus den Trümmern schwebet. das dunkle Thal entrücken? 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, kein reines Freudenleben. Mein Geist begehrt, was ewig währt und ihn auch dann erheitert, wenn alles Andre scheitert. 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig: du wirst siegen. Nur deines Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig hell; er tränkt nach kurzen Leiden dich mit des Siegers Freuden. 3. Was fürcht ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was kümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. OTag des Danks, Mel. Jesus meine Zuversicht des Preisgefangs! Wann 245 Wie im Herbdas Laub, wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst zerstäuben, Staub zu Staub, und wie leicht Gewölk verwallen, ruhen in des Grabes Schoos, jedes Erdenkummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben: ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur $ 4 mein 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. O Dank dem Freudengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Gräber! Dein Vaterland ist dir bekannt; o sei nur gut und weise und rüste dich zur Reise! 176 Unsterblichkeit und Vergeltung. mein Uebungsstand; jenseits met. Alle Menschen müssen sterben ist mein Vaterland. 3. Jenſeits überm Staub 246 Dir zu leben, beginnt erst mein echtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Jrrthum nicht für Wahrheit wählt. dir zu sterben, ewig, Vater, dein zu sein, mit des Himmels frommen Erben hier schon deiner mich zu freun und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge fanst zu schließen, diese Gnade wünsch ich mir; sie er bitt ich mir von dir! 2. Daß ichs könne, laß mich streben, frei von Wahn und glaubensvoll und ges recht vor dir zu leben und zu leisten, was ich soll! Ja, mein Gott, gib Licht und Stärke, daß im Fleiße guter Werke ich beständig dir getreu, jeder Tugend Vorbild sei! 3. Allen will ich nüßlich werden, ungihorsam keiner Pflicht, nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach meinem Tode nicht. Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn, welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dort umgibt mich reines Licht: dort wird Alles mir zur Klarheit; dort erscheint mir unverhüllt sie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lich tern Bahn seh ich dann mit hellern Blicken, was, Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 6. Jauchz, o Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaus be. Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm entgegengehen, werde Gott anbetend schaun, werde, wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ Eingang in den Himmel ist. 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu sein, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun! Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz verslocken und mit mir zum Ziele gehn, deine Herrlichkeit zu sehn. 5. Daß Tod. 177 glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst und wie du, Uleberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stärt mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth. So ist, obgleich ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet Mel. Valet will ich dir geben 247 Gern will ich meine Seele, dich lobt, was Seele, der du die Liebe bist. 5. Daß auch, was ich hinterlasse, nie zur Ungerechtigkeit, nie zu Zank und bitterm Hasse meinen Erben Reiz verleiht, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist nicht verbor: gen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augenblicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müss' ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen befehle! Welch ein Ende! Guter Gott, gib mir einen solchen Tod! dich zu verlassen, Welt; ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn geseh'n. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, zu mir und findet Ruh! Dieß Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner lepten Stunde mir Geist und Leben sein! 3. Mit dir muß es mir Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 248 Wie sicher lebt der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub: und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt dea Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk $ 5 in 178 in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. Unsterblichkeit und Vergeltung. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei stets wachsam und bereit, prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der legten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, dieß ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! 10. Der Zweck, zu wel chem du hier lebst, dein Ziel, wonach du weise strebst, und was dir ewig Heil verschafft, ist Tugend durch des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingegenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung istr wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergeß ich dieße Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht: drück tief des Todes Bild mir ein und laß es in mir wirksam sein! 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei: 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und freudig durch des Glaubens Macht im Tode ruf: Es ist vollbracht! Mel. Wann mein Stündlein 249 Du wirft, o Ba= für mein Wohl auch einst im Tode sorgen: nur wann und wie ich sterben soll, das hast du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir, Erhalte nue den Glauben mir, daß du es weislich ordnest! 2. Gib, daß ich meine Höch Tod. höchste Lust an meinem Heiland habe und, seiner Liebe mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder starb und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen! 3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenn du willst, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner Gnade wende und voll Gedanken, Gott, an dich von sich getrost und ruhig scheide. 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angsivoll sterben, so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ach, hilf nur, daß ich alle zeit zur Rechenschaft vor dir bereit als Christ die Welt verlasse! 5. Empfind ich keine Freu: digkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit aus meinem bangen Herzen, dann, guter Vater, rechne du die Schwachheitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an und laß, wenn ich nicht beten, nicht denten und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! Geheiligt müss' ich dir nur sein, dann bin ich, Gott, 179 mein Vater, dein im Leben. und im Tode! 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewinn und Christus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb anch, wie du wolleft! Mel. Wer nur den lieben Gott 250 Ich will dich noch erheben, selbst nah am Grabe preis ich dich. Zum Segen gabst du mir mein Leben; nimmst du es mir, du seg neft mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn; mein Tod soll auch dir heilig sein. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer bessern Welt. Ich bin getrost und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, mein Heiland, starbst? Er ist 56 durch 180 dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir er warbst. Du gingst voran: ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. Unsterblichkeit und 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mit den letzten Schrecken dräun; du halfst mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele sink ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert; gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich, verscheucht und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich bei dir leben und ewig freu ich deiner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! Vergeltung. 2. Schnell und unaufhaltbar fliehndiemirzugezählten Stunden. Wie ein Traum sind sie dahin und auf ewig dann verschwunden. Dieser Augenblick ist mein; wird es auch der künftge sein? 3. Laß mich bei der Flüchtigkeit meiner Tage nie vergessen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht, ewge Folgen nach sich zieht! 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszukaufen, die zu meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht! Mel. Jesus, meine Zuversicht ich hab aus 251 Herrer Treu mir zum Heil noch Zeit in Händen, gib, daß ich stets eifrig sei, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wint mich ruft! 5. Deine schonende Geduld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benute, wie ich soll! 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeschäfte achten und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüchten sei und ich reif zum Himmel werde! Nahet Tod. 181 dein Wort: Gott, unser Hort, vereint uns bald auf ewig dort. Mel. Dein sind wir, Gott 7. Den Trost, o Jesu, 252 Mein Leben steht dank ich dir; du brachtest in Gottes Hand; er thut, was er mir heilsam fand! Er zählte mir, sowie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Lebensstunden dar. ihn vom Himmel mir. Du hästs verheißen: ihr seid mein, auch ihr sollt sein, wo ich bin, und euch ewig freun. het dann mein Ende sich, o so stärk und tröste mich! Mel. Jesus, meine Zuversicht 2. Ich nüße mit Zufrie. 253 Meine Lebens denheit die meiner Sterblichkeit. Wie väterlich versüßt sie Gott! Doch Müh und Noth sind ihr Gefolg und dann der Tod. zeit verstreicht; stündlich eil ich zu dem Grabe. Und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe? Dent, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen mußt, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben; Nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 3. Die Blume pranget und fällt ab, so blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schüßt, nicht Stand, noch Geld, Nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd auch ich, wenn dirs gefällt, ein Bürger der vollkommnen Welt. Den Meinen sag ich auf 4. Wenn in deiner legten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 57 5. Daß Unsterblichkeit und Vergeltung. 182 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun! 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag! mache du mich stets bereit hier in der Zeit zur Ewig: keit! 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält. Dem Einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein Andrer aus der Welt. Doch wie du willst; gib nur dabei, daß ich wohl zubereitet sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mich einst bedeckt. Doch wenn ich nur den Trost ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so mag es nahe, ferne sein: Die Erd ist allenthalben dein. 5. Drum, liebster Gott, wenn ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe und hab ich ihn im Glauben hier, Mel. Wer nur den lieben Gott 254 Mein Gott, ich so gilt mirs gleich und geht weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches mirs wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Mel. Mein ganzer Geist, Gott Erbe, das ewig dauert und 255 Wie wird mir o in Gnaden an, wie ich recht selig sterben fann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe; die Blume muß gar schnell verblühn. Drum mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde! Von keiner Sünde mehr ents weiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich innig, meine Seele, und er= Tod. 183 noß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! heilig! heilig! singen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und sein wird, Ehre! erwähle schon hienieden, was dir dient zum ewgen Frieden. 2. Besiege denn des Todes Graun, mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich! Ins Allerheiligste führt dich ber Weg im finstern Thale. Gottes unvergänglich, überschwänglich! Die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eh ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden! 4. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel roch weit, die Hütte meiner Sterb lichkeit, wird sie erst spät zertrümmert; laß mich, Vater, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! Mel. Wann mein Stündlein 5. Wie wird mir dann, 257 Wenn meine Zeit vorhanden ist, o dann mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, ein MitgeVel. Chriftus, der ist mein Leben 256 ch geh einst ohne nem Tode hin: denn Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der nahen dunkeln Gruft: Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, auch heute schon mein Gott, so geh ich hin mit Freuden und sterb auf sein Gebot. 4. Ich hoff ein beßres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 5. Dann eil ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinem Leiden! An meinem End empfehl Unsterblichkeit und Vergeltung. 184 pfehl ich dir, Herr, meine Seele, die du hier sum Himmel hast gebildet. 2. Wenn Angst und Todesfurcht mich drückt, mich mein Gewissen naget, so wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll Unruh zaget. Mich tröstet in der legten Noth dein Leiz den und dein Kreuzestod, dadurch du mich erlöset. 3. Ich bin, o Herr, mit dir vereint; deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund In eigener Melodie. in Todesnoth und Schmer. 259 Mas forgſt du o so zen. sterb ich dir; die frohe Hoffnung hast du mir durch deinen Tod erworben. ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nüßen, es dankbar als ein Glück besigen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken, doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich einst auferstehen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus meis nem Grabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch sein und deiner Herrlichkeit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 258 Mel. Herr, wir singen deiner elig sind des Himmels Erben, die Todten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht. Nach den legten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der ruhen sie frei von der Erde Unsterblichkeit. Im Frieden müh! Gelobt jei Gott! Vor seinem Thron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. 5. So wird mein Sterben mir versüßt; der Tod kann mich nicht schrecken; er ist ein Schlaf auf kurze Frist, und Jesus wird mich wecken. Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron ins ewge Leben führen. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: Sollt ich Gutes wohl verschieben? Nein: meine Tod. meine Zeit, es auszuüben, ist kurz und sie verfliegt geschwind. 185 zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tag bald, bald erlösen, er ists, der mir die Krone reicht. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die Welt erwerben, der Sünde Lockung folg ich nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäke sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht so sehr betrübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 9. Denk an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Fre chen; doch endlich kommt er, sie zu rächen, und plöglich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufst, und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht hassen, er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen, so wirst du ihn nicht zitternd scheun so wird er dir ein Trost in Klagen, ein wéiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wonach die Reichen streben. Sprich: bin, ich hier, Mel. Wer nur den lieben Gott um reich zu sein? Heil 260 Wer weiß, wie mir, wenn ich Christo sterbe! Dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: alle Trübsal eines Frommen ist mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach wie behende kann kommen meine Todesnoth! Gott, gebe dann mir Kraft und Muth 186 Unsterblichkeit und Vergeltung. Muth und machs mit mei- sei auch Vater mir im nem Ende gut. Tod! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; solang ich lebe auf der Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Ich, der ich jest gesund noch bin, sint, eh ichs denke, kraftlos hin. 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denken und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken und nicht verschieben meine Buß; denn je ner ernste Augenblick bestimmt mein ewiges Geschick. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bereit set für und für und sagen kann in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Hilf, daß bei jedem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag! 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Lust. Gib, daß in diesem Weltgetüm mel mir nichts, als Un= schuld, sei bewußt, so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geist in eine beßre Welt. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde um Jesu Christ willen zu, damit ich hier Vergebung finde und dort bei dir vollkommne Ruh! Du warst mein Gott in jeder Noth, drum 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freude, mein Schuß, mein Alles in der Noth. Er endet selig meinen Lauf und nimmt mich dann im Himmel auf. 8. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists, der mich im Tod erquickt. Er stärket mir dann meinen Muth und machts mit meinem Ende geht. In voriger Melodie. 261 Noch leb ich. Ob lebe, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenit ich mich Gott ergebe und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Rechenschaft bereit. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh ers denkt, ins Grab; und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht. 3. Ent Tod. 187 legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit des Eintritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Vater blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letzter Odem ab. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bessern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht! 4. Vielleicht ist dieß der Letzte Arme, der kläglich mich um Hülfe fleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, vielleicht ists morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Aerndtezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. 5. Mein Pfund erst morgen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schon erblassen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? O Mensch, ach, säum im In voriger Melodie. 262 Wer weiß, wie Wohlthun nicht! Nur dieß ist Weisheit und ist Pflicht! bald in tiefer Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hülle zu meinen Vätern schlafen 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis ins Alter sparen ist schreck 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel: hier ist der Kampf, dort ist die Ruh. Auf! streb und ringe nach den Himmel, eil deiner bessern Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann kommt die Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, obs morgen möglich ist. Nur dieser Augen blick ist dein; der nächste wirds vielleicht nicht sein. 5. O Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, sichre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und immer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf. 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit, ich lebe dann hier nicht vergebens und nüße redlich meine Zeit und seh mit dir er gebuem Sinn auf Tod und Grab und Zukunft hin. 188 Unsterblichkeit und Vergeltung. schreckliche Vermessenheit. 3. Von hier, wo oft die Zu spät verschwindet oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann. 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberbiße mir Ueberlegung und Verstand! Wenn ich in Todesängsten schwiße, wer macht mich dann mit dir bekannt? D Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Sterbetag. Unschuld weint und oft das Laster sieget, bis der Vergeltungstag erscheint, wo dieses unterlieget. Die Klage schweigt: der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freuden blühn aus der Saat der Leiden. 8. Laß, Höchster, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen Zeiten mir nur ein Friedensbote sein. Du kommst vielleicht zur Mitternacht! Owohl dann ewig dem, der wacht! Mel. Was Gott thut, das ist 263 Ich beberab! nicht vor Im Grabe ruht der Müde; auf den Entschlummernden herab sinkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erköst der Tod; der Augenblick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hülle fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrheit. 4. Drum freu ich mich im Glauben schon auf jenes beßre Leben, denn unsrer Tugend vollen Lohn will Gott uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, befreit den Geist! er muß zu allen Frommen als Engel Gottes kommen. Auferstehung. In eigener Melodie. 264 Jefus, meine 3und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Vertrauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Läsfet auch ein Haupt sein Glied, welches er nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der selbst den Tod empfand, hát für Auferstehung. für mich ihn überwunden; auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ist Staub: er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! O selger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einst zu sich erhebt. 5. Dann wird mich statt dieser Haut ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild fürs höhre Leben; und in diesem Leib seh ich, mein Erlöser, ewig dich! 6. Ob dieß Aug im Tod auch bricht, wirds doch seinen Retter kennen; und wie freudig werd nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblich keit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Jrdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd unsterblich sein! 8. Seid getrost und hocherfreut: Jesus fennt euch, seine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit: sterbt ihr, Jesus weckt euch wieder, wann sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! 189 9. Wo ist dein Triumph, o Tod! Nimm den Staub hin. Ohne Grauen folgen wir, wir werden Gott, werden den Erlöser schauen. Unser ist der Sieg und Heil ewig, ewig unser Theil. 10. Darum, Christen, auf! erhebt euren Geist von dieser Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr sollt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß hier rein und heilig sein! 265 Iteit geboren, für Mel. Wer nur den lieben Gott Ewigeine beßre Welt bestimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wenn hier das Grab den Leichnam nimmt. zu groß bin ich für diese Beit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? Wär auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Himmel wäre, für meine Wünsche doch zu klein. Mein Geist findt nicht im Staube Ruh, er eilt erhabnein Gütern zu. 3. Es schuf nich ja der Gott der Liebe zum höhern Glück, zu höhrer Lust und pflanzte selbst dazu die Triebe so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehnsucht Unsterblichkeit und Vergeltung. 190 sucht mich erfüllt, läßt wahrlich sie nicht ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhern Wahrheit Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst doch in Erfüllung gehn. So wahr Gott die sen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten; die Tugend wird durch ihn gekrönt. Er wird, was sie gedrückt, In voriger Melobie. vernichten, erhöhen, die man 266 Der Lenz erfreuet, Laster, mag es hier sich freun, dort kann es nimmer glücklich sein. 6. Jsts möglich, kann Gott anders handeln? Gilt denn kein Recht in seinem Reich? Die Frommen, die hier vor ihm wandeln, sind die den Uebelthätern gleich? Nein, Tugend siegt! Ich sterbe drauf: Gott weckt mich zur Vergeltung auf. und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib muß auferstehn, vollkommner einst zum Himmel gehn. 9. Jhr Thäler sinkt! Fallt Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet Nichts. Ich sterbe, doch erwach ich wieder am Morgen eines ewgen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und, Gott, wie selig bin ich dann! 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube; dieß hofft mein Herz, dieß sagt sein Wort. Dieß Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich födten? Er sichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen er bricht des Winters Fesseln los; der Blumen schöner Flor erhebet verjüngt sich aus der Erde Schooß, und freundlich lächelt er mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sich, er erhebt die zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt mit höhrer Lust mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 3. Mir hat Gott Forschungsgeist gegeben und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir! Sie bürgen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt. Ja, Himmelsahnung ruft mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! In Auferstehung. In eigener Melodie. 2. Du, zur Unsterblich267 Auferstehn, ja, feit erlesen, schwingſt dich empor zu Gottes Licht und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht, bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weiseste umsonst begehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott! auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh; unsterblich ve ben wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Aerndte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann mir sein. Mit Jesu geh ich ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 191 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann. Lebt ich im Heilig. thume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! 5. Wann nun der Tag des Herrn erscheinet, verläßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht. Mel. Wer nur den lieben Gott 268 ar arum erbebst du, meine Seele, bei dem Gedanken Mel. Jesus, meine Zuversicht an das Grab? Nicht dich 269 Selig, Jeju, find, seine le; nur deine Hülle sinkt hinab. Nur sie, weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwesung Raub. im friedevollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn und sich Gottes größter Gabe, eines ewgen Lebens, freun! Möchten wir es auch schon sein! 2. Doch Unsterblichkeit und Vergeltung. 192 2. Doch du willst, wir le ben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, die des Lebens Kron erstritten. Endlich aber der Tod uns auch 10, wie sie, zu Gott! 270 so, 3. Du, du selber lebtest hier vormals auch in Pilger hütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Göttlicher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit. Aber an der kurzen Stunde hängt ( dieß präge tief uns ein) ewge Wonn und ewge Pein. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nüßen, und beim Schluß der Pilgerschaft wol: lest du uns unterstüßen. Laß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, dir vertraun! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, dieſe Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Flöß uns jetzt den Muth schon ein, in dem Tod getrost zu sein! 7. Und wenn wir vom Kampsplaß nun zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: Es ist vollbracht! Gericht. In voriger Melodie. mmer näher 3 tot die kommt Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, da der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Alles, Alles klar, wie ich lebte, wer ich war. 2. Selbst des Herzens stillen Rath wird der Richter offenbaren. Jedem wird für jede That dann Vergeltung widerfahren; wie er hier den Samen streut, ärndtet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler stehen dann und beben. Heilig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sündenleben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wann er ruft zur Rechenschaft? 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sinnenfreuden schmachtet, seines Geistes Wohl versäumt, Menschen quälet und vers achtet und sich reuvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises frommes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Christen wird kein Schmerz dort Gericht. 193 dort am Gnadenthron er selber fagen: Die Welt verschüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt sein Herz ihn nicht. geht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur feines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 6. Christen, Christen, rich tet nicht! Laßt den Herrn dasUrtheil fällen! Erbringt Alles einst ans Licht, wird einst jede Nacht erhellen. Lieber duldet, lieber weint, bis sein großer Tag erscheint! 7. Laßt uns nur gewissenhaft stets nach Gottes Willen handeln, eingedenk der Rechenschaft, fromm auch 4. Einst werd ich Jesu Stimme hören: Der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren; nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich; sei felig und den Engeln gleich! 5. Solch eine Gnade wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb und gern mich seiner erbarm und Jesu ähnlich bin. Wie könnt ich hart und lieblos sein, Beenn ich auf trübte sehn und nicht er: im Verborgnen wandeln, selbst die kleinste Sünde scheun und Verehrer Jesu sein! Mel. Wer nur ben lieben Gott 271 W Gottes We- freun? 6. gen wanke und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verkündigt, fein Gericht ist unausbleiblich: strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? 3um Himmel, wenn ich Gott ge falle, wenn ich getreu und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverläugnung, zur Geduld. 3. Oft will ich zu mir Dort, dort trifft den, der ohn Erbarmen nie menschenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speist, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschlossen habt ihr eure Hand, verachtet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab euch nie erkannt! Für den, der Brüder nicht erfreut, ist freudenleer die Ewigkeit! 3 8. So Univ. Bibl. Giessen Unsterblichkeit und Vergeltung. 194 8. So wirst du jede Sünde richten, gerechter Richter, wenn du einst den Uebertretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme sich erfreun, dem Bösen Alles schrecklich sein. 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig sei; so werd ich ewig selig In eigener Melodie. fein, mich ewig deiner, Gott, 273 Schon ist der Tag Gott stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nach dem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn; er kommt und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit versammeln sich die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Auwissenden bekannt, unzählbar wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Richter. Mel. Aus der Tiefe rufe ich 272 Herr err und Richter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann. 2. Mache mich von Sünden frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgesänge dir! 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Him. mel zu. Führ auch mich einst dahin ein; nur der Deine will ich sein. 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig dars in fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Chrift, felig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör' ichs dann von dir: Komm, Gesegneter zu mir! Nimm an meiner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Gericht. 195 mehr Betrug und List, hier Met. Straf mich nicht in deinem gilt tein falscher Zeuge. 274 Herr, ich bin dein dein ist auch mein Leben. Eigenthum; mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs gege= ben. Väterlich führst du meinem Ziel entgegen. mich auf des Lebens Wegen 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt; und alle Völker hören erwar tungsvoll und tiefgebeugt. Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken. 6. Frohlockend ziehn fie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stückwerk wird Vollkoms menheit; kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre felgen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden kränken; es reize mich, gewissenhaft und eingedent der Rechenschaft nach deinem Wort zu wandeln. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, dann soll ich zur Rechenschaft vorgefordert werden. Dein Gericht schonet nicht. Richter aller Welter, du, du wirst vers. gelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe, weh dann mir, habe ich hier sie nicht treu verwendet, forglos sie verschwendet! Gericht mir vor Augen 4. Möchte täglich dein schweben. Möcht ich mich stets meiner Pflicht treu zu sein bestreben, daß ich nie thöricht sie aus den Augen sege, nie sie frech verlege! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur was gut ist wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täg lich und auch heute darauf vorbereite! 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr 32 Zeit Unsterblichkeit und Vergeltung. 196 Zeit, daß ich Gnad erflehe! Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Wil len, Herr, nicht mehr er füllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde! Rufe du dann mir zu: Besserst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst, am Tage des Gerichts, werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu, foll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! Mel. Wann mein Stündlein 275 Grof roß wird des Sünders Elend sein, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den Nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts er schreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden sind in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt: o welche Reu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Erdengut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, womit er Andre kränkte? Gebeugt ist jest fein tropig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und in ihm sein Gewissen spricht: Du bist ein Uebelthäter! Von Gott und Seligkeit ver: bannt, fühlt er, was er sonst nie empfand, gerecht sei seine Strafe. 6. O Sünder, sichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören, zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, bes zweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung raus Das fünftige Leben. 197 rauben! Jegt noch will Gott schon, ihren Retter zu erErbarmer sein, will eure Sünden noch verzeihn. D suchet seine Gnade! heben, und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelsgeister ringen mitanbetend ihm zu singen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser Jesu Christ. Das fünftige Leben. In eigner Melodie. 276 Ae Alle [ lle Menschen müssen sterben; ihre Herrlichkeit verblüht! Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub wird dieser Leib von Erde, doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott er neut und erhält Unsterblichteit. 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichfeit und Ruh, was feinSterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du! Freudenärndten schenkt Gott denen, welche hier gesät mit Thränen, alleThränen trocknet er; Sünd und Elend sind nicht mehr. 6. Möcht ich doch, sie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Diese Hülle mag zerstäuben; denn mein Geist wird ewig bleiben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Vater hin. 7. Welche Tröstung, dieß zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht inkümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wiedergeben, gern verlassen diese Welt: denn nach die sem Erdenleiden warten meiner höhre Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Welt= gericht. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir stets heilig sein: Gott er füllt, was er verheißen; seiner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jesum ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich nüße dieſe Zeit. Mel. Wann mein Stündlein 4. Dort bei ihm ist wah: 277 Ein Bilgrim bin res Leben; Millionen stehen in der 33 und 198 und kurz sind meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit und stärket mich im Leiden. Unsterblichkeit und Vergeltung. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist doch mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz felig fein; dieß meine 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so stärket mich die Ewigkeit, daß bei dem Glend dieser Zeit mein Glaube nicht er liege. 5. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer sinket, so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, den großen Lohn der Treue. 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier un ter müh und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil erwartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Ziele stehe. Mel. Wer nur den lieben Gott 278 s ist noch eine den für jeden Gott ergeb nen Beist, wann er sich dieses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang ich das beßre Leben an, wo nach der Laft, die mich hier drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohlvollbrachter Uebungszeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen; da bringt mein fro Das fünftige Leben. 199 froher Lobgesang dir selbst mel. Zeuch ein zu deinen Thoren für dieses Lebens Plagen mit Regung Dant. Frohjauchz ich dann: Es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohlgemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, gefrönt von dir mit Breis und Ehr. Fest steht mein Glück, und, Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich das zu Herzen fassen, der du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt! Dieß flöße Kraft und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu sein! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meie nen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommne Seligkeit. 279 Ich hoff ein ew ges Leben und eine Seligkeit, die einst der Herr wird geben dent, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden vollkommener zu werden mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden; doch kämpft sie hier noch oft mit unverdienten Leiden; das Glück, das sie gehofft, umwölkt der Haß der Welt; dort aber sie Vergnügen, wo sie den wird sie siegen, dort ärndtet Breis erhält. 3. Dem Lafter folget Schande. Zwar geht es oft umher in glänzendem Ge und Ehr; doch wird den wande, gekrönt mit Ruhm Bösewicht gewiß ein Tag mit Schrecken aus seinem Taumel wecken; dem Tag entflieht er nicht! 4. Ich hoff ein ewges Leben! Kann meine Seele hier sich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begier des Daseins stets zu freun, so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu sein. 5. Dieß tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht trostlos klagen und kann nun ohne Neid den nächsten glücklich 34 sehn 200 Unsterblichkeit und Vergeltung. sehn. Gott leitet und regie- ben, der zum Leben, das ret mein Schicksal, wie ers führet, dient mirs zum Wohlergehen. dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch vitLeiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 6. BeiReizungen zu Sün: den gibt diese HoffnungKraft und Muth, zu überwinden die böse Leidenschaft. Ist auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und göttliches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. 7. Wie ruhig kann ich sterben! Jch fürchte nicht den Tod. Die Seligkeit zu erben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beßren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihn würdig wandeln, o Herr der Ewigfeit! Laß immer Recht mich handeln in dieser Prüfungszeit! Nach diesem kurzen Lauf wird ewig selges Leben mir dort bei dir gegeben; mich nimmt der Himmel aus! 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wie schest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst Alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. ein Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hinauf zum Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet, wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lie4. In deinem höhern Heiligthum schallt deines Namens hoher Ruhm von lauter frohen 3ungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da In eigener Melodie. 280 wird ganz ler, schneller, ais bienieden, ohn Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit höhrer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und un= Das künftige Leben. 201 unsre tausendfache Lust an das Geräusch der eitlen deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe dieser Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig, werd ich, frei von Mängeln, mit den Engeln, mir zum Gegen da die reinste Freundschaft pflegen. Mel. Wer nur den lieben Gott 281 Nach einer Brüz fung kurzer Tage erwartet uns dieEwigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen felgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald Welt; bald kämpft in ſeinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfter leidet, das Laster öster glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur; dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unden Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkelfab, das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Breis und Dank die 35 Schita 202 Unsterblichkeit und Vergeltung. Schickung im Zusammen- Wie nichts, wie gar nichts hang. gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! singen dem Lammne, das ers würget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehen; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch fegnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du hast das Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dieß Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbar an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Mel. Alle Menschen müssen 282 wie unauslig werden wir im Himmel sein! Da, da ärndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird ohne Leid und Zähren unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden fast deines Himmels große Lebens Leiden werden Alle, Freuden? Doch nach dieses die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwänglich und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkommnen Das fünftige Leben. 203 nen Seligkeiten wird uns zu kommen! Trachte, weil dort der Mittler leiten, der du hier noch bist, nur nach uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. dem, was droben ist! 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehen; o so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, o Vater, meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! 6. O, wer sollte sich nicht Mel. Schon ist der Tag ſehnen, aufgelöſt und dazu 283 inft, freuet euch, die sein, wo nach ausgeweinten Thränen ewge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sor: gen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen; dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 2. O Glaube, der das Herz erhebt, du, Gott, schusst unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unsre Seele; zum steten Wirken schufft du sie. Heil uns! Darum vergeht sie nie, sie lebt für Ewigkeiten. 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Hoffnung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Tugendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. 36 4. Nach Unsterblichkeit und Vergeltung. 204 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unsre Pflicht volbringen! lohnt wird einst der Tugend Müh, ein guter Gott belohnet sie in jenem beßren Leben. BeMel. Der unsre Menschheit 284 Unfterblichkeit! Unsterblichkeit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Trost für alle Schmerzen schafft, mit hohem Muth, mit Gotteskraft zum Todeskampf belebet! Fühlt keit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. Seis, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht: wir, mehr, als Erd und Sonne, wir Leben für die Ewigkeit! Schon in des Daseins erster Zeit füllt dieß das Herz mit Wonne; und seine Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! Nun mischt sich in den Schmerzgefang an unsrer Brüder Grabe der Ewigkeit Triumphlied ein. Nur unser sterbliches Gebein wird, Ers de, deine Habe. Hoch schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geist empor zu jener Welt. 4. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! und unser würdger Lobgesang sei hier ein heilges Leben! Gott, Heiligster, wir weihn uns dir; nach Jesu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend edlen Saamen streun; dort wird die Aerndte uns erfreun. mel. Schon ist der Tag von Gott 285 Wenn oft zu jes mein Geist empor sich schwinget und über sie schon hier erfreut dem Herrn ein Loblied singet, dann fühl ich mich hier nur als Gast, und leicht wird dieses Lebens Last, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig sein, wer sich im Güten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend liebet. O Vorschmack jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnst du mein Vertraun vor deinem Das künftige Leben. 205 nem Angesichte; führst mich 2. Drum, o mein Geist, vom Glauben hin zum ermanne dich! Nimm deine Schaun, vom Dunkel hin Last und gürte dich zum zum Lichte. Dich preis ich leßten Wallfahrtstage! Bald dann und deinen Sohn, der legst du deinen Pilgerstab, mich des Himmels Vor- legst deine Last auf ewig schmack schon im Glauben ab mit aller ihrer Plage. läßt genießen. Bange, lange Pilgerstunden sind verschwunden; allen Rummer tilgt ein süßer Abendschlummer. 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachs ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid und in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Seligkeit hat nie ein End, ist ohne Zeit, fein Tod ist mehr, kein Weinen. 5. Dann heb ich meine Händ empor und falle jauchzend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unsern hohen Lobgesang, voll Halleluja, Preis und Dank hallt jeder Himmel wieder. Mel. Mein ganzer Geist 286 Wie freu mie freu ich mich ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, ihre Hoff nung neu beleben! 3. Und wenn nach einer kurzen Rast, du, Müder, ausgeschlummert hast, weckt dich ein schönrer Morgen. Dann schreckt dich Finsterniß nicht mehr, kein banger Traum schwebt um dich her, dich beugen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne strömt die Sonne dort herunter, lächelt ewig, geht nie unter. 4. Dann kämpfst du nicht mit Krankheit mehr, siehſt hinter dir der Schmerzen Heer, kennst keine Noth, kein Leiden; mit neuerkraft, mit neuem Sinn eilst du von Welten zu Welt hin, trinkst stündlich neue Freuden. Reiner, feiner fühlst du immer; wechselst nime mer im Gemüthe; dein Genuß ist ewger Friede. 5. Dort schielet nicht mit giftgem Blick die Mißgunst nach der Geister Glück, dort flicht der Neid nie Neße; die Rache gräbt dir da kein 37 Grab, Unsterblichkeit und Vergeltung. 206 Grab, fein Stolzer drückt auf dich herab; dort stiehlt kein Geiz dir Schäße. Droben toben keine Feinde; EnMel. Sei Lob und Ehr dem ewig sich mit dir im Lie 287 Der Freuden Quell ist, ben. Gott, bei dir: dort in dem höhern Leben wird deine Va terhuld auch mir in vollem Maaße geben, was mich mit reiner Lust erfüllt, was meiner Seele Sehnsucht stillt und sich ohn Ende mehret. 6. Hier nähret oft zu seinem Schmerz statt eines Freunds das traute Herz die Natter in dem Schooße; oft welkt in einem Augen blick sein treuster Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Drüben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf immer, deine Seligkeit wantt nimmer. 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh mich in der Nähe sehen! Tröstlich, töstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! Labung geben, sie mit Himmelskraft beleben! 8. Nun trag ich meiner Bürde Last, die du mir, Gott, gegeben hast, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, jetzt ist sie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden 2. Dich lern ich dann im hellern Licht, in deiner Größe kennen und mit volle kommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist dann sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet, Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 4. Noch größre Werke seh ich dann von deiner Batergüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein entzückt Gemüthe verliert voll Dank und Freude sich in deiner Herrlichkeit, die ich im vollen Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen heilgen Rath noch mehr, als Das künftige Leben. als hier, verstehen, dir danken, daß du mi den Pfad der Tugend hießest gehen und selbst durch Leiden die ser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bereitet. 6. In höherer Vollkommenheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit fro: hem Herzen geben. O welche Quelle reiner Lust, sich keiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd ich dich dann erheben, ich werd dort ihnen zugesellt in reinster Freundschaft leben. Es schlägt dann froh in mei ner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Lust, die ich mit ihnen theile. 8. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unversiecht und helle. Mein Glück währt da in Ewigkeit; Nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! 207 Tod, die stets das Laster liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu entfliehn und deiner heilgen Ordnung. 2. D schrecklich wird es für sie sein, sich selbst dann anzuflagen, die Leiden alle, jede Pein durch eigne Schuld zu tragen; die sie verführ ten, selbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmen flehn und ihrem Beispiel fluchen. 3. Weh dem, der nun ein höher Glück als wirklich vor sich siehet und doch bemerkt, wie es zurück vor ihm Unwürdgen fliehet, wie Sinnenlust im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 4. Welch Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Bewußtsein sehen: auch dir gab Gott der Mittel viel, zum Heile einzugehen, und doch selbst keines Trostes Spur, des innern Richters Stimme nur zu steter Qual zu hören! 5. Verbunden überdieß zu sein mit vielen Lasterhaften, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Leidenschaften und gegenMel. Schon ist der Tag von 288 Vergelten wirst du feitig sich zur Laft; weil je: denen, Gott, die hier die Tugend übten, doch auch bestrafen nach dem der nur zur ewgen den! den andern haßt, Marter wer6. Und Unsterblichkeit und Vergeltung. 208 6. Und wer in dieser Lei densnacht sein Unglück ganz empfindet vom Lasterschlafe nun erwacht und sich doch fraftlos findet zum Streben nach Vollkommenheit: o, Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle! 7. Das ist das Feuer, welches brenntim Innersten des Herzens; das sind Gefühle, die nur kennt der Jammersohn des Schmerzens! O, Vater, Vater, welch ein Bild, wenn sichs so jammervoll vergilt, von unsrer Pflicht zu weichen! 8. Was könnt uns also eine Welt mit ihrem Reich thum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schat besigen? Nur sie währt ewig, sie beglückt! O, hilf mir, Gott, daß sie mich schmückt und schüßt vor solchem Elend. denn wer glaubt, der soll Gott nicht als Richter fürchten. 2. Die stille That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allem widerfahren. O welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Gedanken sind bestimmt, belohnt zu werden. 3. Wen keine Wollust, wen kein Geiz, kein eitles Lob bethörte; wer, selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, mäßig, keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu sein, dem wird Gott reichlich lohnen. 4. Wer eines der Geringsten sich erbarmte, was ihn drückte, ihm tragen half und brüderlich die Leidenden erquickte, das siehet der Gerechte an, als hätt er solches ihm gethan; und er will's ihm vergelten. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 5. Laßt, Christen, tugend289 Vollendet freudig haft und rein uns wandeln euren Pfad, bleibt, Christen, Gott er geben: einst wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Frommen har ret wonnevoll des Richters; hier im Leben; dort wird uns Gott Vergelter sein und ewge Wonne geben; dort reift die hier gestreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himmlischem Entzücken. 04010 Zweite Zweite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Leben des Christen im Allgemeinen. Mel. Schon ist der Tag freuet sich auch wieder, wenn Kummers 290 W kennt, ver: Nacht ein heitter zag her ihnen nach des ehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet, wer in der Frömmigkeit sich übt und sich der Tugend freuet, nie seines Daseins 3weck vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets denken, leben, handeln. 209 2. Gott ist es, den er kindlich ehrt; bekannt mit seinem Willen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 3. Wie edel ist des Christen Herz, wie liebreich gegen Brüder! Er theilt mit ihnen ihren Schmerz und Freude lacht und ihre Klagen schweigen. 4. Er dienet ihnen, wo er kann, hört des Bedrängten Flehen als Menschenfreund erbarmend an, fann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die Last der Sorgen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 5. Er betet und er betet gern, weil ihn sein Herz dieß lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Vater fromm verehret, entfernt von aller Heuchelei, vom Wahn des Aberglaubens frei mit Andacht und mit Eifer. 6. Er freut sich der Gelegen 210 Gesinnung und Leben des Christen legenheit, den Vortrag heil ger Lehren und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffentlich zu hören. Der Brüder Andacht reizet ihn, sich der Zerstreuung zu entziehn, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Christenpflichtmitfrommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir heilig sein, als Christ stets denken, handeln! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Frohgefühl sollst du sie sehn und ihres Schöpfers Ruhm erhöhn und dankbar sein. 7. Er lenkt mit Liebe, was er schuf, und dir ertön der sanfte Ruf: O siehe, Mel. Erschienen ist der herrlich 291 Empfinde deinen wie dein Gott regiert und Alles, Alles, herrlich führt und nichts versäumt. hohen Werth! Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Verstand dich ausgeschmückt und über Staub emporgerückt. Vergiß es nie! 2. Du schmähest, was dein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens furze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollst ihn treu der Wahrheit weihn, ihn bilden und ihm Licht verleihn, so viel du kannst. umhüllt von dunkler Nacht ist immer noch nicht aufgewacht. Bedaure sie! 5. Entreiße dich der Dunkelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 4. O sieh umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! Ihr Geist, 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Erhebe deines Geistes Blick vom wandelbaren Erdenglück zum höchsten Gut! 9. Dich selbst, dein Streben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft und lerne, schnödem Wahn entflohn, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Ja, sei ein Christ, ein wahrer Christ; dann siehest du, was Weisheit ist, dann stürzt des Aberglaubens Reich, dann schwingt deinGeist sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. O Weisheit Jesu, leite im Allgemeinen. 211 leite mich! Ich bin ein Christ durch Werk und That zu und liebe dich. Ich fühle sie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu sein. sein, jedes Unrecht stets zu scheun! 5. Was wir säen, ärndten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich säte hier für das künstge beßre Leben. Laß mich, reichlich Samen streun und mich dort der Aerndte freun. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblühn und meines Lebens Hauch entfliehn; o Weisheit, du wirst mich erfreun und meines Geistes Zierde sein in Ewigkeit. ern sei uns Met. Meinen Jeſum laß ich nicht 292Ftum, fern, daß auch diese Christen wären, welche Jesumzwarals Herrn wohl mit ihrem Munde ehren, aber ihm nicht gleichgesinnt, nicht der Tugend Freunde find! 2. Ferne sei von uns der Wahn, sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus hat gethan; einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! 3. Schände nie, wer Je: fum fennt, Jesum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geist, daß kein unfruchtbarer Glaube, der dich nur durch Worte preist, mir den frommen Eifer raube, Christ In eigner Melodie. 293 Wer hat den sen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt und einst vor seinem Angesichte der Tugend hohen Preis erhält? 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Guten sich entschließt und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist. 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, Nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahrheit sucht und spricht. 4. Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, gelind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet und Andre zu erfreun sich freut. 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das Gute schäßt, nicht lästert und nicht stolz fich 212 Gesinnung und Leben des Christen sich blähet und seinen Näch- Geschäfte deines Dienstes sten nie verlegt. 6. Der die Verehrer Gots tes ehret und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält. fertig sein; doch hab ich der Gitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 7. Der nie, zum Troße der Geseße auf ungerechten Wucher leiht und durch gerecht erworbne Schäße der Armen trauernd Herz erfreut. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber, ach, wie dankt ich dir! O wie hub ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 8. Der die Bedrängten und die Armen erquickt, in Schuß die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen, dem ist des Glaubens Preis bestimmt. 9. Der, der im Glücke stets bescheiden, in Trübsal stets geduldig ist, der, Gott, erbt deines Himmels Freu den, der ist dein Kind, der ist ein Christ. 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sansten Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Mel. Freu dich sehr o meine S. 294 dein zu öchster, denk te, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verlegt und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Ach, vergib, was ich ges than! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Gündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als im Allgemeinen. 213 fiehlt, auch stets zu thun bereit? als er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, daß laß auch mich genißen! 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gib, daß mirs an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein! Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstliches Bestreben! 4. Dankt ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? Vertraut ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt auf's Ewige bedacht? und hab ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 5. Gebraucht ich meinen Geist mit allen seinen Kräften zu meiner Brüder Wohl, zu nüßlichen Geschäften? meinen Leib Mel. O Gott, du frommer Gott Hab ich für 295 Gott, du erfor- mit Weisheit stets gewacht und keine böse Luft genährt und angefacht? schest mich; dir kann ich nichts verhehlen; du siehest jede That, kennst jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir, erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich. 2. Ich bin ein Christ, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt ich jede Pflicht des Christenthums, und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, so ehr ich Christum nicht. 3. Hab ich dich, Gott, geliebt und durch ein weises Leben der Tugend mich geweiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebessert und erfreut? War ich, was er be 6. Hab ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern gebessert und erbauet? Sorgt ich stets für ihr Wohl und ihre Seligkeit und straft ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Menschenliebe, und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? 8. War ich der Unschuld Trost und hab ich sie vertheidigt? Hab ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Floh ich den Üleber Gesinnung und Leben des Christen bermuth, des eitlen Stol bekämpft die Sinnlichkeit, zes Reiz? Verschloß ich Aug und Herz der Mißgunst und dem Geiz? 214 9. Hab ich, wie Jesus that, geſegnet, die mir fluchten? geliebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? beherrschet stets den Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? vermieden 3ank und Streit? 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir; laß ihren Trost auch mein und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beßrung sein. scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu bereun, und strebt mit ernstem Fleiß der Tugend sich zu weihn. 4. Getreu in seinem Stand genießt er Gottes Gaben vergnügt, wenn Andre gleich mehr Glück und Ansehn ha ben, als Christ, bei Wenigem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz. von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er Vielen nüßen, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schüßen. Auch selbst Beletdiger wird er in Noth erfreun und, wie sein Gott In eigener Melodie. 296 Wer Gottes We gesinnt, wird er auch gütig sein. ge geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn ihm selbst von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht er jeder böfen Lust, ist seiner Tugend sich, sich ihres Werths bewußt. 6. Er fränkt den Bruder nicht, er schüßt sein Glück, sein Leben. Er ist, nach Jesu Sinn, stets willig zum Vergeben, voll Achtung ehret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Hei2. Er merkt auf seinen lige, ist gegen mich ja mild. Gang, geht ihn mit festem 7. Im Guten sucht sein Muthe, wird in der Schwach. Herz die Brüder zu beheit start, liebt immer mehr stärken; er muntert alle das Gute. Ihn machet Got auf zu guten, edlen Wertes Geist gerecht und tugend- ken. Mit Christensinn nimmt haft, und er nimmt immer er an ihrer Tugend Theil zu an Einsicht und an Kraft. und denkt: Wir haben ja 3. Gott hat er allezeit nur Einen Herrn, Ein vor Augen und im Herzen, Heil! 8. Das im Allgemeinen. 8. Das Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, giebt ihm im Leiden Muth und stillet je den Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gott ergebnes Herz. In eigener Melodie. 297 s hebt fich auf der Andacht Schwingen, Unendlicher, mein Geist zu dir empor, den frommen Vorsag dir zu bringen: den Tugendpfad, den ich so oft verlor, will ich, o Gott, mit neuer Treue gehn und groß durch sie der Sünde Reiz verschmähn. 215 4. Nie will ich fragen: ob zu Freuden der Pfad der Tugend und des Rechtthuns führt; nie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunkel sich verliert. Du winkst, o Gott; Gehorsam ist mir Pflicht; mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick ich deiner Liebe Segensspur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weih ich dir, mit Freudenthränen, Ewiger, dafür! 3. Wenn einst vielleicht sich bang und leise zu mei nem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Pilgerreise nun Schwer muth wird und jede Hoff nung weicht; dann will ich auf zu dir, mein Vater, schaun und selbst im Schmerz dir kindlich noch vertraun. 5. Dir will ich suchen nachzuahmen, o Jeju, Menschenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu dir kamen, Erretter warst, nie soll mein Herz mehr fern dem Armen, der verlassen trauert, sein; ich will ihm Hülfe, Trost und Liebe weihn! 6. Mit warmem, liebevollem Herzen will ich mich immer mit den Frohen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht ahnden, dem Beleidiger verzeihn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissensruh mein großes Eigenthum! 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich getreu zu nügen mich bemühn; zu großen Zwecken war dieß Leben von dir, o Gott, aus Liebe mir ver liehn. Um herrlicher dort wieder aufzublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn von Versuchungen 216 Gesinnung und Leben des Christen gen umgeben, mein Blick jahre nicht! Laß mich Gnain Labyrinthe sich verirrt, der Sünde Reiz zu wider streben, die täuschend lockt, oft schwer dem Herzen wird, blick ich zu dir; du wirst mir Muth verleihn, kein Opfer, das die Pflicht ge beut, zu scheun. de vor dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzeihen. Oso höre denn auch mich! Meine Seele Hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Den verwirfst du nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Mel. Alle Menschen müssen ch erhebe mein 298 wenn ihr 9. Ja, treu zu sein, bis einst am Ziele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle dir jett mein Herz, das kindlich zu dir fleht; gib Kraft dazu und leit an deiner Hand den müden Pilger hin ins Vaterland. suchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Güz te; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Wil len mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ! Gott, du sie hest mein Vertrauen! Si cher kann ich auf dich bauen; deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden meiner JugendHerz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Herr, zu was für Seligteiten du in jener bessern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern fund." 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, treu sein meiner ganzen Pflicht! Keine im Allgemeinen. 217 ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 6. Drum will ich nicht länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um emges Heil betrügt; eilen will 299 Bilden soll ich ich, Gott, nun' eilen, auf Mel. Sollt ich meinen Gott der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. mich auf Er den, Gott, für deine Ewigfeit; hier in ungewisser Zeit, täglich weiser, besser werden und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen; eingebent der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu bestehn und zum Leben einzugehn. Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner über winden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann! 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minuten zähltest du, wogest jede Kraft mir zu; keine gabst du mir vergebens! Wuchern stets mit Kraft und Zeit soll ich für die Ewigkeit. 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohlzuthun, konnte träg und sicher ruhn; suchen, glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerstreut! 4. Gott, wie war mein Geist verblendet! Wie viel Tage sind mir schon unge müßt zum Heil entflohn! wie viel Kräfte schon vers schwendet! Doch mich rufet noch die Pflicht, und ich fäume länger nicht. 5. 3u befrein mich von dem Hange meiner sündlichen Begier, wurde täglich schwerer mir; und ich weiß Mel. Gott, du frommer Gott 300 h bit, du Gwich blick empor zu dir, ger, der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Ziele wallen, Vergelter, Richter ist, und fleh voll Innigkeit: gedenk der Sünden nicht, die tief mein Herz bereut! 2. Wie oft gelobt ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Gefeß, o, Gott, sei stets dein Wille! Du kennst mein Herz; du weißt, es war der Vorsag rein, dir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu sein. 3. Und dennoch fehlt ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüſte. die so tief verborgen schlieR fen, 218 Gesinnung und Leben des Christen fen, erwachten, aufgereizt laß einst am großen Ziel, vom Sturm der Leidenschaft; o Gott, dein Heil mich sehn! betäubt und überrascht erlag bald meine Kraft. 4. Nun schau ich prüz fend hin auf die durchlebten Tage, sie bringt kein Wunsch zurück und keine bange Klage; doch ihre Thaten führt mit richterlichem Blick mir ernst und wars nend oft Erinnerung zurück. 5. Der Edle, der sein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Seligkeit, sieht er an ihrer Seite auf die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit. Er hat gesät in ihr für eine Ewigkeit. 6. Und diese Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, das höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht; den bleibenden Gewinn gab ich, vom Schein getäuscht, für kurze Lust oft hin. 7. Jch unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden burch Weisheit und durch Muth gestärkt zu überwinben; ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun, auf dornenvollem Pfad zu Gott emporzuschaun. 8. Verzeih, Algütiger! Du siehst der Reue Zähren. Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern gewähren. Mit neuer Treue will ich deine Wege gehn; Mel. So fliehen unsre Tage 301 Mein Herz, Gott will dir zum Eigenthume weihn. Es forderts ja dein Wort von mir; drum sei es ewig dein! 2. 3war hat es durch den Hang der Welt, der Luft und Eitelkeit, die, Hei liger, dir nicht gefällt, sich oft, ach oft, entweiht." 3. Doch sieh, es fühlet seine Schuld, gelobt dir Besserung und fleht zu dir um Gnad und Huld, um Kraft zur Heiligung. 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht: sei mir mit Gnade nah! Zu dir steht meine Zuversicht, mein Vater bist du ja. 5. Dieß bürgte mir, gesandt von dir, dein Sohn mit seinem Blut; verleih durch deinen Geist nun mir zur Beßrung Kraft und Muth! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu und gegen List, Gewalt und Spott im Guten standhaft sei! 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn Alles mich verläßt, sei deine Baterhuld! im Allgemeinen. 219 8. Hilf, daß ich gegen ben, gereiniget von MisseJedermann von Stolz und Neide frei, aufrichtig und, so viel ich kann, zu dienen willig sei! that; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! 9. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu und, fern von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih; denn du verzeihst auch mir. 10. Dich, Gott, verehren, sei mein Ruhm, entfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sei! 11. So nimm es denn zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit! 12. Weg Welt, weg Sünd! Euch dien ich nicht! Nur Gott, nur Gott als lein. Dieß, dieß ist meine Zuversicht, kann ewig mich erfreun. Mel. Wer nur den lieben Gott 302 Mein Gott, au dem ich weis nend flehe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sich auch jegt von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Vater, gehe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht!" 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Le3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd und ihre Lust mit ihr, ris meinen frommen Vorsag nie: der und herrschte wie zuvor in mir! Bum Widers stande viel zu schwach, floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele fündenvolle Tage durchlebt ich, Vater, wie im Traum und sam= melte mir Schmach und Plage und fühlte dieß mein Elend kaum! Verwundet blutete mein Herz; betäubt empfand ich keinen Schmerz. 5. Jch ging den Weg zum Untergange, den dein gerech ter Ernst mir droht. Jezt ist um Trost mir Sünder bange; wer rettet mich aus meiner Not h? Mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. 3u wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh? Wer kann sie aus dem Elend ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun seß ich auf dich: du, Freund des Lebens, rettest mich! 7. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. O laß durch ihn mich Gnade finR2 den, 220 Gesinnung und Leben des Christen den, du meiner Seele höch- Herzen Freude bringen oder stes Gut! Noch einmal, Va- Schmerzen. ter, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott, sei mein Zeuge, da ich schwöre: mein Herz soll dir geheiligt sein! Dir, deinem Billen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn und standhaft deine Wege gehn! 3. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht! D, so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Christi Schmach! Wer den Himmel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, wie kann euch der Sieg erfreun! Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt zum Lohne seines Kampfs die Himmelskrone. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch 303 und den Kampf der Lüste scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn haben will, der fann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sichrem Stolze leben und den Lüsten sich ergeben. 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Retter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an: er halt mich, Herr, auf ebner Bahn! Mel. Freu dich sehr, o meine S. ( chaffet, schaftinder, schaffet eure Seligfeit! Bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Himmelreich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, selig dort zu werden! 2. Daß nun dieses mög geschehen, so müßt ihr mit festem Muth jeder Sünde widerstehen; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sein; es mag eurem schwachen 6. Brünstig beten, allzeit machen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieß nur wollen und vollbringen im Allgemeinen. bringen heißet, nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch als Christen muthig und getrost im Streit! Schont der liebsten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denket oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte! 8. 3ittern muß ich vor der Sünde und auf Jesu Vorbild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! Fehl ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 221 2. Dein Wort gebeut und spricht: thu Buße, verändre, beffre deinen Sinn; fall deis nem Gott voll Reu zu Fuße; sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an sei, als Gottes Kind, ihm folgsam, ähnlich ihm gesinnt! 3. Bezähme stets in dir die Liebe zu allem dem, was Sünde heißt, und folge jedem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geist; flich, flieh die Lüste dieser Welt und thue nur, was ihm gefällt! 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz entweiht! Beige mir von dei nem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel dringe! Mel. Wer nur ten lieben Gott 304 Gott, lehre mich verstehn und fassen, was Buße, wahre Buße sei! Hilf mir die Sünden ernstlich hassen, damit ich ohne Heuchelei meinLeben beßre, selbst mir treu und dir, Herr, wohlgefällig sei! 4. Erstatte deinem Nächsten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend; beut die Hand dem Unterdrückten liebevoll; thu Jedem, auch dem Feinde wohl! 5. Flieh Neid, Verleumdung, Haß und Lügen, begehr nicht, was des Nächsten ist, zeig durch den Abscheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bist; sei friedlich, weise, stets bercit, zu sterben, wann dein Gott gebeut! 6. Herr, dieß befiehlt mir deine Lehre. Du weißt am besten, wer ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sinn. Sieh, Besserung ge lob ich dir, gib Kräfte zum Vollbringen mir! K 3 Gesinnung und Leben des Christen 222 Mel. Gott Vater, an Erbarmen 305 S o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr und suche mich, vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig sei. 2. Vernimm, o Mensch, Mel. Wer nur den lieben Gott dieß Gnadenwort und wand 306 Ah, Gott, wie mancher von le nicht zum Gern will dein Gott dir gnädig sein, gern alle Sünden dir verzeihn. Sei reuvoll; doch verzage nicht und fasse Muth zu deiner Pflicht. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit! Denk nicht: zur Buß ist wohl noch Zeit, erst will ich mit der Welt mich freun, und werd ich ihrer müde sein, dann beß'r ich, dannbekehrich mich, und Gott erbarmt noch meiner sich. 4. Wiß, der jest liebreich dir verzeiht, übt auch als Gott Gerechtigkeit; und, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, sinkst du ins Grab frech von des Lasters Pfad hinab! 5. Heut lebst du; heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer jetzt gesund ist, stirbt vielleicht, eh er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. 6. Hilf denn, o Vater, hilf, daß ich noch heute, heute bessre mich, eh meine Schuld noch mehr sich häuft, eh mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. den Tagen der mir beschiednen Lebenszeit floh schon dahin, mich anzuklagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir gelebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. 2. Gar oft empörte sich in Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld; und schenktest du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld; genoß nicht jede, wie ich soll, nicht immer reinen Dantes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnes Unrecht nieder, so übernahm mich oft der Groll; und ich vergaß der Sanftmuth Pflicht und folgte Jesu Vorbild nicht. 4. Dir, Herzenkündiger, ist keine von meinen Sünden unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung hin, bis im Allgemeinen. 223 bis ich ganz frei von Feh- Weil es dein Unglück ist, lern bin! Mel. O Gott bu frommer Gott die 307 inst du Win Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort und mußt dich selbst nicht lies ben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ists doch, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn und seine Lüste dämpfen! Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh ist dieß der einzge Weg. Und dem en tsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie fannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene und seiner werth zu sein im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt fie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich ihm zu gehorchen zwingen? Er gab dir die Vernunft, und du verläugnest sie. Er sendet dir sein Wort, und du gehorchst ihm nie. 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Las ster loßzureißen; ießt ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst der Misfethat die wahre Heiligung? R4 10. Ists 224 Gesinnung und Leben des Christen gnug zur Se dein hier versäumtes Glück nicht ewiglich bereun! 15. 10. J ligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut, so ist kein leichter Werk, als deine Selig keit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen. Ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen, ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst, so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte! Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuleßt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben und, sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so ist es nicht von Gott, Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen fehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort; sei wacker: Gott ist nah und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Geset erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu wahren Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: Ist dieß kein Glück, mit ruhigem Ge wissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen und mäßig und gerecht in dem im Allgemeinen. 225 dem Genusse sein und sich gnädig meine Schuld und der Seligkeit schon hier im Glauben freun? heile mein verwundt Gewissen mit Trost aus deiner Vaterhuld! Ich will mit Ernst die Sünde scheun und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verliehen sei, laß mich durch Uebung guter Werke beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! Mel. Wer nur ben lieben Gott 308 Mie theuer, Gott, ist deine Güte, die alle Missethat vergibt, sobald voll Reue das Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, bereut und ernstlich haßt und Zuversicht zum Mittler fast! 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih! 3. 3war deine Gnade zu Am allgemeinen Bußtage. verdienen, sind Reu und Beßrung viel zu klein; doch darf sich auch ein Mensch erfühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er Mel. Herzlich lieb hab ich dich noch liebt, was bir mise 309 Bott, der du un fällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? fre Zuflucht bist, Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, ver wirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von unsunsreSündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr unser Gott, verbirg uns K 5 nicht 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst, das has sen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel sein! 226 Gesinnung und Leben des Christen nicht dein Angesicht und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsres Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen; o sieh wir kehren voller Reu zurück zu dir, laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade faffen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unserLand! Laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Vater, woliest mit uns sein, daß wir uns deines Schußes freun! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In deiner Hut sind wir; und was du thust, ist gut. 4. Gib Frieden, wo sonst 3wietracht war; vereine, was getrennet war: schent uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir die Jrrenden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Auch die Regenten lente du, daß weise sie, in sichrer Rub, der Völker Wohlstand heben! Dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben! Noch lange sei sein Vaterblick uns, seinen Kindern, Schuß und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segen aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, be glück es, segne jeden Stand! Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöse du, erhör ihr lebtes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; vereitle der Verfolger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Bilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! 7. Du im Allgemeinen 227 siehst du mit Gnade an. 7. Du thust weit mehr, fucht redlich zu erfüllen, als wir verstehn, kannstmehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! D neig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt sein, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst! Odu, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit uns väterlich! 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meinen Sinn; stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sors ge hin; zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu vergleichen sei mit jenen Him: melsfreuden, dem Lohn bewährter Treu. Mel. Befiehl du deine Wege 310 ft Gott zu Ehren dereinst auf ewig an. 6. Dieß stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu sein! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 7. Kein glänzend Loos im Leben, nicht Ansehn, Ruhm und Macht, wonach nur Stolze streben, nicht Reichtbum, Glück und Pracht, Nichts soll mir je den Glauben an deine Vatertreut vermindern oder rauben, Nichts, was es immer seil 8. Was tönnte sonst mich scheiden von deiner Lieb, o Gott? Verfolgung? TrübK6 fal jo trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie selig bin ich dann! Was acht ich aller Feinde? Er nimmt sich meiner an. 2. Ja, dieß ists, was mich stärket; ich glaube feft, als Christ, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Vaz ter ist, daß er zu allen Zeiten mit Huld hernieder blickt, im Kampfe mir hilft streiten, in Angst mein Herz erquickt. 5. Auf dieß mein Heil und Erbe seh ich voll Zus versicht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich auch unter Zähren hier manche rauhe Bahn, 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle und nur aus Vorsaß nicht, so stärket meine Seele die hohe Buversicht: Den, Herr, der deinen Willen, so gut er immer fann, 228 Gesinnung und Leben des Christen jal? Leiden? Schwerdt? ihm vertraun, ärndten SeHunger? Blöße? Tod? ligkeiten. Nichts, Nichts! Ich überwinde in dem, der mich geliebt und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 5. Jesu, treuster Freund von allen, mit dir will froh und still ich durchs Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. 9. Jit Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Deß ist mein Herz vol 312J naub ich Mel. Wann mein Stündlein ch weiß, wen mir Wonne! gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht!" Mel. Warum sollt ich mich 311Me Peines Herzens reinste Freude ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit hocherfreut seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden und erfüllt sanft und mild ihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, erkennt die Leidensstunden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgsam schaun, mein hält; kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben: dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir das Erbtheil raubt, das Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein kurs zer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut zum ewgen Siegeslohne. Ob auch bes Kampfes Müh mich schreckt; du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3. D Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab ich Alles, was ich hier nur suche und nicht finde. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Secle Glück, auf Ewigkeit im Allgemeinen. keit und Himmel! Kurz ist der In eigener Melodie. Erde lich alles Glück der Zeit: int 313 Meinen Jefum Himmel sei mein Wandel! 5. Jeht, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns Die künstge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Vollendungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. ich nicht! Er hat sich für mich gege geben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist metnes Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt ge= fandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. D wie bin ich ihm verpflicht! meinen Jesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, denn ich übe gegen das, was er gebeut, halt ich fest an seiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht! 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht! 6. Jm Dunkeln nur, Herr, seh ich hier, wo ich dir gläubig traue, die Seligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild in mir sich ganz verkläret. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer kann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Luft, nicht Leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden. 229 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 6. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh will er R7 ewig 230 Gesinnung und Leben des Christen ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht! Meinen Jesum laß ich nicht! 7. Nichts auf dieser Erde ists, was des Herzens Wünsche stillet. Du, o Jesu, du nur bists, du nur, der fie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. Wer hielt denn ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir tund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! Mit ihm bin ich erst Menich geworden: das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. 4. Das Leben wird zum Freundschaftsbunde, die ganze Welt spricht Lieb und Lust. Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Mel. Wie groß ist des Allmächt. Durch ihn erhalt ich tausend Gaben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 5. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein! Reicht jedem eure Hand entgegen und ladet froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6. Ein alter schwerer. Wahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht wie Blin8. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr beraubt euch ewger Freuden. Eelig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 314 as wär ich ohne dich ge wesen, was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Aengsten außerlesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir finster jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoff: nungslosen Gram zu Haus. im Allgemeinen. Blinde, von Reu und Luft zugleich entbrannt. Ein je: des Werk schien uns Verbrechen, der Mensch ein Gottesfeind zu sein. Bang hörten das Gesetz wir sprechen; denn ach, es drohte Tod und Pein! 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eifern Band hielt an der den bebenden Gefangnen fest, und Furcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoffnung Ueberrest. 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschen sohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser heilges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt zog das Leben vorüber wie ein selger Traum; und ewger Lieb und Treu ergeben bemerkte man den Abschied kaum. 231 10. Hoch steht im wundervollen Glanze der heilige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufge= genommen, zur Frucht des Paradieses reift. Mel. Kommt her zu mir 0 315 Soboff ich denn mit Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Selig keit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren! 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines 232 Gesinnung und Leben des Christen nes Namens willen; laß weiß, ich werde leben und ihn mein Licht auf Erden in ihm einst selig sein. Such sein, ihn täglich mehr mein ich nur den Hang der SünHerz erneun und mich mit den immer treu zu überTrost erfüllen! winden, mich der Tugend stets zu weihn, so will Gott mir gnädig sein. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 316 Sweiget, bange Zweifel, schweiget! Mein Erlöser ist ge treu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott verföhnet sei. Mag auch selbst mein Herz mich richten, mich verdammen, mich vernichten; Gott ist größer, als mein Herz, und gibt Ruh auf bangen Schmerz. 2. Er, der das Verborgne kennet, kennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. 5. Theuer bin ich ihm erworben! Wohl mir, hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist, nun zur Rechten Gottes fizet, auf mich sieht, mich mächtig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst! 6. Nun so mag das Unglück stürmen! Alles um mich her fei Nacht! Gott, mein Gott wird mich beschirmen, der für seine Kinder wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, leitet mich doch deine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. 3. Wer will ferner den Mel. Auf Christenmensch! verklagen, welchen Gott zum 317 er Gottes Wort darf zu verdammen wagen, den Gott felber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel sind vor ihm nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. nicht hält und spricht: Ich kenne Gott! der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glau ben ist er mein. Ja, ich 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Er im Allgemeinen. Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 233 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend droht! Ob auch Furcht und Angst mich schrecken: du wirst mich bedecken. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder; folgt Christi Beispiel als ein Christ und reinigt fich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb, an seinem Speil hat ohne Liebe Niemand Theil. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern; ich ich darf nicht zittern. 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, gestärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüllten Knechte schenkst du kindesrechte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne, dank ich dir allein; daß ich hier Mel. Jefu, meine Freude! 318 Mie getroft und am Grabe Troft und Hoffnung habe, ewig heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Alle, die dir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreust. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröster ünsrer Seelen, mir Erquickung fehlen. dein zu sein; daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade. 6. Der du Leib und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe 234 Gesinnung und Leben des Christen. Liebe, stärker, als der Tod. In eigner Melodiz. Herr, und ich, ich sollte mich 319 Wiewohl ist mir, Freund Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Jch traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden, denn o wie viele hohe Freuden genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt ich jemals muthlos werden? Du, du bist überall mit mir! freuen, dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dieß sei mein Bestreben, sei mir heilge Pflicht! Was die Welt erfreuet und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich: wie gern will ich das, wonach die Eiteln trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelfeit? Du erfreust nur stets den Geist und du willst, die dich verehren, ewig wie der ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Se= ligkeiten hoff ich auf dein Wort! Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer fann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte, jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich in Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes bringen, dort dein Soh zu singen! 2. Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde, was fehlt mir dann? Du sorgft für mich. Hätt ich auch eine Welt voll Feinde, ich bin getrost; ich trau auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht hoffnungslosiverzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät Alles wider mich zusammen, ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, kann über Tod und Grab mich freun; denn im Allgemeinen. 235 denn ich gehöre zu den Dei warne meine Seele, daß sie nen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd ich völlig ruhig sein. nicht ihr Ziel verfehle! Denn ein wahrer Christ sucht, was ewig ist. 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; leite mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; leit mich himmelan. 4. Gelobt seist du, o Freund der Seelen! in deiner Huld wie wohl ist mir! was kann, da du mich liebst, mir feh len? Jch finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden, hab ich den Himmel schon auf Erden; denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich klagen: wer kann, wo Jesus ist, verzagen? Mein Freund ist mein und ich bin sein! Mel. Seelenbräutigam. ergeb ich mich, Jesu, der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod hast hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, sein! 2. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir sündenrein hier auf Erden jein! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, alle ohne Ausnahm liebe! Haß und Rachbegier bleibe fern von mir! 320 Dir 4. Neiget sich mein Sinn zu dem Jrdschen hin; o dann mir des Geistes Trieb; las 6. Stärke mich und gib mich machen und mit Beten kindlich vor den Vater treten: so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 7. Ohne Prüfung ist hier fein wahrer Christ. Wilst du mich ins Leiden führen, laß mich dich nur nicht ver lieren! In der Trübfal Nacht nimm mich, Herr, in Acht! 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste haffe, gib zu deiner Ehr mir je mehr und mehr! 9. Jesu, hilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist! 10. Wirds von hinnen gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zu deinem Gesinnung und Leben des Christen 236 nem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig mögé freun! guten Werte find ich Antrieb hier und Stärke. 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte, der ge recht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben! 5. O ich weil an deinem Bilde gern, erhabner Menschenfreund, wo mit so viel fanfter milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem 6. Durch mein Leben dich zu preisen, sei mir hohe, heilge Pflicht, dich, den Liebevollen, Weisen, dich, der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich, Jeju, dir zu were den, set mein höchstes Ziel auf Erden! 321 Jefum Mel. Gott im Himmel und auf resum ewig zu verehren, ist mir süße, heilge Pflicht; seine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt jein Beispiel Kraft und Stärke. 2. Sollt ich den nicht 322& dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edlen, nennt den Weisen, welcher so, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte; 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband; der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren suchten; In eigener Melodie. 322 ins ist Noth, und, Herr, dieß Eine ist, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wies auch scheine, ist nur Tand und schwere Last, worunter das Herz sich oft ängstigt und quälet und immer der Ruhe, der wahren, verfehlet. Es wohnet kein Friede im Reich der Natur; die Sinnlichkeit täuschet den Suchenden nur. 2. Dich erwählen, ist das D Eine. Welches Theil! O gib, daß ich ewig mich mit dir vereine, nichts so innig lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Verdienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Zierde der Menschheit wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh! 3. In dir ist der Weißheit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt. Durch dein Wort nur wird mein Wile im Allgemeinen. 237 Wille niedrer Erdenlust ent- Erden, entsündigt, geheiligt rückt. Gern will ich mich dir ähnlich zu werden und sammeln, die heiligen Lehren treu dir zu bleiben im Le der himmlischen Weisheit ben und Lod! Dieß, Herr, mit Andacht zu hören, um ist das Eine; dieß Eine ist fern in den Rathschluß der Noth. Gottheit zu sehn und freudig die Wege der Tugend zu gehn. In eigener melodie. 4. Mit Vergebung mei 323 Daß ich der Tuner gend erklimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß besiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dieß Eine Ziel nur glänzend steht;- ach, Gott, erhöre mein Gebet! nur darum bet ich, flehe, weine. 2. Es stieg voran die steilen Stufen der Menschensohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich ge rufen und nimmt den Ruf mit aus der Fluth und geht, daß er zur That sich rüste, die außer ihm kein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum stillen Denken in die Wüste. 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauderhafte Wahl; hier aller Leiden Donnerschläge auf seinem Weg zum blutgen Pfahl. Gott, was nur Menschen reizt, verlaffen? selbst ihre Liebe? Müh und Noth und Angst und Schmach, zulett den Tod mit digst du mich dann; läsfest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was kann mir dann fehlen, was jemals mir scha den? Jch bin ja beim Va ter, dem Höchsten, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe verherrlicht empor; ein Himmel ersetzt mir, was hier ich verlor. 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich zum Vorbild wähle, hast du treu dein Werk vollbracht. In dir ging die Tugend hier sichtbar durchs Leben; wie follt ich nach dir mich zu bilden nicht streben? Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. 6. Darum sonst du mir daß Eine, Jesu, du mein Alles sein. Siehe, daß ichs redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf ex 238 Gesinnung und Leben des Christen. mit seiner schärfsten Qual umfassen? 4. Dort liegt der Erde reicher Segen; dort hängt der Erde schöner Kranz; Bewundrung jauchzet mir entgegen; die Ruhe winkt, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spizze die schönsten Reiche ausgedehnt: Auf, folge! und Judäa krönt dich knieend vor dem Königssige. 5. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erdenfreuden! Fort, Satan, hebe dich von mir! Ich tret in diese Nacht der Leiden und hange, Vater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Fluthen umschlingt dein Arm all mächtig mich. Jch fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich sein. Laß auch Felsen splittern; laß den Erdkreis zittern und den Einsturz dräun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es stürmen, bonnern, blizen! Er, er wird mich schüßen. 3. Wenn der Sünde Schrecken Angst in mir erwecken, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfaben, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltge richt; freudig. daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. 4. Wer ist, der den Glauben meinem Herzen rau ben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben stimm ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Ich vertrau auf Gottes Macht; er wird, wenn mich Feinde hassen, niemals mich verlassen. In eigener Melodie. 5. Lockt nur, Gold und Schäße, Ehre sei der Göße 324 eu, meine Freuz de betrognen Welt! Mich de! bester Troft im Leide! meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth 6. Entschlossen nun, mit innerm Frieden, wirft er sich in's Gedräng der Welt, er kämpfet, ohne zu ermü den, und überwindet als ein Held und hält sein Werk nicht für geendet, bis er, nah an der Todesnacht, zum lauten Siegesruf: voll bracht! den leßten Athemzug verwendet. im Allgemeinen. 239 Noth und Schmach und Tod nem heiligen Befehle gehorsoll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. sam bis zum Kreuzestod. Du suchtest nur des Vaters Ehre im Tempel war sie deine Lehre und was dem Heiligsten gefällt. Den Schöpfer aller Creaturen verkündigtest du auf den Fluren als Vater, der die Welt erhält. 3. Wie eifrig warst du, seinen Willen als Bürger und als Unterthan, als Sohn, als Bruder zu er füllen auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend gegen Feinde! Für aller Wohl schlug deine Brust. Die Menschen trösten und erquicken, erfreuen, heilen und beglücken, war dein Geschäft, war deine Lust. 6. Weich, verbotne Liebe! Weicht, der Wollust Triebe! Thoren lockt nur ihr. Mich follt ihr, ihr Sünden, nimmer willig finden; fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Geiz, Schmähsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen; euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und Zagen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zu lept erfreun. Hab ich hie selbst Noth und Müh: Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. Wie wobl ift mir, o Freund 325 Auf dich, Erlös ser, stets zu fehen, so, wie du warst, ge sinnt zu sein, der Tugend Weg dir nachzugehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, hast du den Deinen, dich zu lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben. Wie dringend ist sie, Herr, wie süß! wenn jeder Mensch nach deinem Bilde so eifrig feine Pflicht erfüllte, die Erde wär ein Paradies. 2. Entflammt war deine ganze Seele von reinster Liebe gegen Gott, war sei- 4. Tief rührte dich die Noth der Sünder! Wie sorgsam gingst du ihnen nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du kämpftest, Wahrheit zu verbreiten und Alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Entzogst du matt dich dem Gefümmel, da war die Einsams feit dein Himmel, dein Geist beim Vater im Gebet.. 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit; bewies feft 240 Gesinnung und Leben des Christen fest bei den schwersten Lei- hin; Heiligkeit war deine den Geduld Muth und Ge- Zierde; Menschenrettung Laffenheit; vergabst, von dein Gewinn. Willig trugst Liebe tief durchdrungen, im du deine Bürde, trafest sanft Leben und dem Tode nah! und still hervor, hobst die und starbst so rührend und Welt zu Gott empor, daß erbauend, so freudig, stand: sie ewig selig würde. Niedein haft, Gott vertrauend, so drigkeit war, Herr, göttlich groß auf Golgatha! Loos und doch dein Verdienst so groß 6. Wie du, gesinnt zu fein, zu handeln, ist deiner Jünger größte Pflicht; der muß nach deinem Vorbild wandeln, der von Verehrung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein heilig Wohlge fallen, sein Geist und Segen auf uns allen hier und im Himmel lohnend ruh. 3. Mächtig selbst im tiefsten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sah sein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht! Uns, auch uns umglänzt dein Licht. 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem groNichts Mel. Gott, ber bu die Menschen ßen Weltenherrn. 326 elterlöser, dich kann Sorg in uns erwecken; zu lieben, er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Liebe predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund, seit du erschienest, ist die Liebe Gottesdienst. 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: du sollst leben! heitert ſeinen Thränenblick. Ach, du blutetest am Kreuze, trugest Schmach das Aug im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben, ist uns theure, heilge Pflicht. Von der Liebe Gluth durchdrungen Famst du, wardst uns Menschen gleich, gründetest ein neues Reich, hast uns Ruh und Heil errungen. Froher Her zen Preisgesang sagt nun deiner Liebe Dank. 2. Keine lockende Begierde drängte dich zum Eitlen im Allgemeinen. Schmach und Angst und Sanftmuth, Freundlichkeit Noth; starbst für ihn, damit dein Tod ihn zum frommen Leben reize! Folgt er dir, o welche Huld! ausgetilgt ist seine Schuld. 6. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank sei dir geweiht! Ja, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durchs Erdenleben, athmet hier schon Himmelslust; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die Kron ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr, ihm deines Lichtes Strahl! Mel. Auf, Christenmensch! 327 mir nach, spricht Christus, unfer Held, folgt meinem Vors bild, Christen! Verläugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüsten; gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach! 241 2. Ja, Herr. dein Vorbild leuchtet mir zu einem heilgen Leben! Wem sollt ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestre: ben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, zeigst mir, wie ich ihn wandeln soll. und reger Mitleidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülf und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen; es lehret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehen. D wohl mir, wenn mit frommem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpftest selbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt ich denn noch zaghaft sein und mich dir nachzufolgen scheun? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wirds ohne dich verlieren; wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will wohlgemuth, getroft und gern der Tugend Kampf bestehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 3. Dein Herz, voll GottMel. Es wolle Gott uns ergebenheit, war auch voll 328 s preiſe Gott, £ Chrift 242 Gesinnung und Leben des Christen Christ als seinen Heiland kennet, wer seiner Kirche Mitglied ist und seinen Herrn ihn nennet! Sein höchstes Biel hinieden sei, daß er nach seiner Lehre, entfernt von aller Heuchelei, aufrichtig ihn verehre als echter Christusjünger! 2. Der echte Jünger Jesu hält stets fest an seinem Glauben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dieß Kleinod rauben. Denn dieser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum edlen Streben, vor seinem Schöpfer tugendhaft und kindlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. 3. Der rechte Jünger Jesu lernt, von Gottes Geist getrieben und von des Lasters Pfad entfernt, stets berzlicher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit und rühmt es mit Entzücken: auch mich hat er geliebet! 4. Der echte Jünger Jesu weiht dem Heligungsgeschäfte die Tage seiner Le benszeit und alle seine Kräf te. Er glaubt und liebt. Wie sollt er nicht der Lüste Reiz verschmähen und uns verrückt den Weg der Pflicht wie Jesus Christus gehen, um ähnlich ihm zu werden? 5. Der echte Jünger Jesu liebt die Menschen edelmüthig; er tröstet, bessert, hilft und gibt, ist gegen Feinde gütig und liebreich eilt er Jedermann, der sein bedarf, entgegen. Er stiftet Gutes, wo er kann, und lebt der Welt zum Segen, wie Jesus ihm gebietet. 6. Der echte Jünger Jesu trägt getrost des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet Er bleibet seine Würde. selbst im herben Schmerz noch muthvoll und geduldig; des Gotte tröstet sich sein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jesu wandelt. 7. Der echte Jünger Jesu siegt auch über Todesschrekfen; denn seinen Geist, der aufwärts fliegt, wird Grabesstaub nicht decken. Er kennet den, der für ihn starb und ihm durch Todesleiden des Himmels Seligkeit erwarb; drum jauchzt er im Verfcheiben: ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jesu, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdar im Glauben recht verehre! Nimm nach vollbrachtem Pilgerlauf zu jenen Selige feiten den Geist, der dich verehret, auf! Ihm Wohnung zu im Allgemeinen. 243 O hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! zu bereiten, bist du voran. gegangen. Mel. Auf, Christenmensch! u, Vaters Mel. Sowing bich auf zu 329 Debenbild, ihm 330 Sollt ich jept noch, gleich an Menschenliebe, du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit gottgeweihtem Triebe! Er war dein Ziel, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. da mir deine Güt erschienen, dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüften dieser Zeit wieder mich beflecken und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ihn mit zufriebner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest Nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das al lein, Vollenber seines Raths zu sein. 4. 3um Kreuze gingst du ruhig hin, uns Ruhe zu erwerben; bereit, mit göttlich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefsten Schmach gefaßt und trugft der schwerften Leiden Laft. 5. Herr, lebre mich, dein Eigen hum, nach deiner Tugend streben! Dir gleich gefinnt sein fei mein Ruhm und Wonne, so zu leben! 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh gefunden; Mittler, heiltest du doch mir liebreich meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen und mein Recht an deinen Tod wieder fähren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, folge deinen Lehren, lasse weder Macht, noch Lift meinen Glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Beigt fie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh, Süns dern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, trot dem Grabe, beiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wann 22 vor 244 Gesinnung und Leben des Christen vor Gott einst die Völker du vergabst mit edlem Herstehen und das Leben und zen deinen Feinden ihre der Tod ihm zur Seite Schuld: hörtest der Verlaßsehen; wann der Sichre nun nen Flehn, eiltest ihnen beizu spät aus dem Schlaf zustehn; fanntest teine höerwachet, und der Spötter, hern Freuden, als die Linder hier schmäht, glaubt drung ihrer Leiden. und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! 3. Jch auch will in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig sein; will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie soll mir des Elends Flehn unerhört vorübergehn; fest und innig will ich streben, deinem Beispiel nachzuleben. 4. Du, den ich zum Vorbild wähle, hebest meine Seel empor. Wenn ich wanke, wenn ich fehle, schwe be mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geift! Wann er sich dem Staub dann entreißt, dann, o werd ich im Sterben Freud Mel. Freu bich sehr, o meine S. und Wonn auf ewig er331 Göttlicher, dich ben. zu erheben und mit froher Zuversicht ben, ist dein Ruf und meine 332 Si Jefu Joch; deiner Tugend nachzuftre- mel. Meinen Jesum laß ich nicht anft, o Christ, Pflicht! Sieh, ein Beiſpiel laß ich dir, sprichst du: komm und folge mir! O welch Beispiel sonder Gleichen! Streb, o Geist, es zu erreichen. und was kann bei ihm uns fehlen? Dwie selig find wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn und Herrlichkeit wartet unser nach der Zeit! 2. Armuth, Haß, Verfolgung, Schmerzen trugst du still und mit Geduld; 2. Freue deines Glaubens dich, deines Gottes, fet= im Allgemeinen. 245 auch für sie! seines Sohnes! Deine See- te nie, fleh um Rettung le rühme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes, voller Muth und unverstellt, freudig vor der ganzen Welt! 8. Sei getreu bis in den Tod; denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens. Und auf einen kurzen Streit frönt dich seine Herrlichkeit. 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwerden; dennoch sei ihm treu; denn dir sollen ewge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick! Mel. Auf, Chriftenmensch! 4. Schäme seines Worts 333 Welch hohes Beidich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Wig vergöttern! Was vermag der Lästrer Spott wider Jesum, wider Gott! spiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 2. Dein Herz, von Sünde nie entweiht, war rein wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; dein Endzweck Gottes Ehre; hier Leitung zur Vollkommenheit und dort der Menschen Seligkeit. 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deis nen Glauben! Gottes Beis fall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an den nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat doch dein Herr für dein ewges Heil gestritten! Jene Schaar der Märtyrer, was hat die für ihn gelitten! Schmach und Marter, selbst den Tod litten sie getrost für Gott. 7. Und der Spötter Wiß und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheit an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Christ, nein, wan: 3. Drum führtest du zur Tugend an und, standhaft ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben, und ob du littest ohne Schuld, ertrugst du Alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu sein, zu wehren jedem Leide, nur wohlzu: thun, nur zu erfreun, war deine Sorg und Freude; 23 und 246 Gesinnung und Leben des Christen und jede Thräne, jeder und Pflicht ist, schnell zu Schmerz drang in dein thun, spricht nicht( so spreliebevolles Herz. chen nur die Trägen): noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er säet früh und nügt die Zeit zur Auss saat für die Ewigkeit. 5. Du trugst mit Sanft muth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; mit Sündern hattest du Geduld und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Dieß große Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, daß ich gesinnet sei gleich dir in mei: nem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und sich auf mich! 7. Jch tomme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei und nicht mich nur den deinen nenne, da mit ich, deinem Vorbild treu, auch Andern gutes Beispiel sei! Mel. Wer nur ben lieben Gott 334 Beglückt, beglückt ist, wer auf Erden mit allen seinen Kräften strebt, an edeln Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts dringt und nie vergißt, daß seine Seel unsterblich ist. 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut 3. Erfüllet von der Tugend Sorgen, denkt er und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen ein gutes Werk vollenden kann, und nüßet jes den Augenblick für Tugend und für Brüderglück. 4. Jhn schrecken keine Hindernisse, durch edle Thaten stärkt er sich, und seine heis ligen Entschlüsse sind fest und unerschütterlich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsatz doch zur That. 5. Er widersetzt mit fe stem Muthe dem Unrecht sich, gestärkt durch Gott. Träf ihn im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott, so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpst, weil es die Pflicht gebeut. 6. So laß auch uns als Christen handeln, aus reiner Achtung für die Pflicht laßt uns die Bahn der Tugend wandeln; da strahlet immer helles Licht, und unser Loos in Ewigkeit ist reiner Tugend Seligfeit! Mel. im Allegemeinen. 247 Mel. Auf, Christenmenso! 6. Nie soll des Zweifels 335 Bald oder spät Dunkelheit mir diesen hohen des Todes Raub wall ich noch hier auf Erden; doch nur mein Leib wird wieder Staub; ich soll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. Glauben, dieß Vorgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lins dert sonst des Lebens Noth, und was versüßt mir einst den Tod? 2. Mit Ernst und Eifer soll der Christ nach seinem Heile ringen; gern lassen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwingen; getrost den Pfad der Trübsal gehn und standhaft in Versuchung stehn. Mel. O Gott, du frommer Gott 3. Noch weiß ich, daß ich 336 Du fagst: ich bin bin in ein den Schranken, noch nicht am Ziele; doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deis ne Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft. 4. Solang ich noch ein Fremdling hier in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höch: stes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu baun und dir, Alliebender, zu traun! 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jesu, michs ererben; du, der für seine Menschen starb, laß Jesu, dir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sei! Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben! Wo ist ein höhrer Ruhm? Welch Glück kann größer sein, als Gottes Wege gehn und seiner Huld sich freun? 2. Du sagst: ich bin ein Christ! Der ists, der Christum fennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Ernst das Böse hassen, denküsten widerstehn, gewohnte Sünden lassen, 24 dieß 248 Gesinnung und dieß ist des Herrn Befehl; dieß seiner Lehre Sinn; kein todter Glaube führt zum ewgen Frieden hin. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, getauft zu Gottes Erben, sein Kind und Freund zu sein und jelig einst zu sterben! Du bists; doch prüfe tich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christenpflicht, den Bund mit deinem Herrn? 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du hast, als Gottes Kind, Gehorsam ihm versprochen. Hast du mit Treue denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ! Betrachte, les und höre, vom Irrthum unverführt, des Heilands reine Lehre! Wohl dir! Doch thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur selig ist, wers thut, nicht, wers blos liest und hört. 7. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Gott mich zu verbinden, nehm ich oft Jesu Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Gebrauch? 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt Leben des Christen sind in reiner Kindesliebe, wenn du, wie Christus war, ein Freund der Menschen bist, gerecht und wahr und mild, dann sag: ich bin ein Chrift! 9. Wenn, Gutes auszustreun, die Unschuld zu beschüßen und selbst dem Feind, so viel du immer kannst, zu nüßen, ohn Gigennuß und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt, dann sag: ich bin ein Christ! 10. Denn wenn noch Leidenschaft dir dei Gemüth regieret, wenn Wollust, Eis telkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut, so kennest du noch nicht die wahre Heiligkeit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Christ! bevor dir Herz und Leben von diesem Ruhme erst ein sichres Zeugniß geben. Der Nam ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein das, was er heißen will, in seinem Wandel sein. 12. Ach, Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu sein und nicht blos so zu heißen! Denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. Mel. im Allgemeinen. 249 Mel.( Wer nur den lieben Gott deiner Gnad und Huld ge337 Gott, bir gefällt wiß! fein gottlos Wesen; wer bös' ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält! 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inni6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff ein getrostes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden; so halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrache ter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. Freu dich sehr, o meine ger Beschämung sehn; durch 338 Gott, ich will mich ernstlich prüChristum vor dir Gnade finden und standhaft deine Wege gehn! Ich will forthin die Sünde scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. Du kennst und lenfest die Gedanken! Gib meinem Vorsaß Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschlos fenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm dei nen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muthund Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei; so sieg ich über Fleisch und Welt und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Vater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der bedrängten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht und mache in Bekümmerniß mich fen, ob ich redlich bin vor dir! Du fennst meines Herzens Tiefen; ach, entdecke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu dir in meinem Wandel sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Gößen dieser Welt: aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit rei ner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Kroneder Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gefeß der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du deine Liebe soll uns gen, gute Werke zu vollbringen, L 5 an; drin4. Wie 250 Gesinnung und Leben des Christett 4. Wie ein leichter Nebel Stärke, ganz der Tugend schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingssünden mich), o Heis ligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich vergaß an dich zu denken, lies von Eigennuß mich lenten. 5. Oft gehorcht ich dei 339ebet und laß Mel. O Gott, bu frommer Gott err, höre mein nem Rechte nur, daß meine Folgiamkeit mir bei Mens schen Ehre brächte und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beijall mich erbob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm lies ich mich treiben, deinen Rech: ten treu zu bleiben. es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht: verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in guten Werken sein; dir soll ich Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn! 6. Ach, wie könnt ich dich vergessen, wie so undant: bar dir sein, deine Liebe nicht ermessen, beines Beifalls nicht mich freun! Meinen Lohn hab ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn; aber ihn sollt ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenk ihn zu dem Einen hin, dich zu lie ben und vor Allen dir, o Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe sein; gib mir täglich neue mich zu weihn! Ich bin, Gott, dein Eigenthum, dieß sei mir der höchste Ruhm. Was ist mir das Lob der Erde, wenn ich deiner würdig werde! 3. Dieß will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh der Tugend Glück; ich wünsche, gut zu sein, und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieh es mit Erbarmen und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Armen! Gib meinem Geiste Licht; gib meinem Vorsat Kraft, so kämpf ich glück licher im Allgemeinen. licher mit Welt und Lei denschaft. 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sünd uns elend macht, daß wahres Wohlergehen und innrer Friede nur aus rei, nem daß du mit deiner Huld der Freuden Quelle bist. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich mit Muth und hilf dem Schwachen siegen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folg sam sein und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könn te leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Verführung Gift, des Leichtfinns frecher Spott dem Geist gefährlich wird, dann steh mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich bis an mein Ende die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu und Bein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen sein! 9. So werd ich, Herr, mein Gott, dir nicht um sonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen und, p 251 wann du ewig lohnst für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir ge heiligt hat. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt muß ich 340 Herramie gen, eh ich auf der steilen Bahn deines Rechts zum Himmel dringen und vom Kampfe ruhn kann? Werd ich meinen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Lust der Erde, oder frecher Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du, mich zu unterstüßen, eilen, wirst du dann mich schützen? 3. Ach, ich zittre, Gott! wie lange soll ich tämpfen! Dieser Streit meiner Schwachheit macht mir ban ge bei so viel Gefährlichfeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich getrost und treu, daß ich standhaft deine Wege wandeln und nicht straucheln möge! 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß sie mich 26 nicht Gesinnung und Leben des Christen 252 nicht ungetreu mach und spottend triumphire, daß ich auch gefallen sei; daß sie sich nicht ihrer Siege rüh me, weil ich unterliege! 6. Der du Kraft und Muth gewährest, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du hörest, und ich freue mich darauf. Rühmen will ichs und dir singen, daß du Stärke gibst zum Ringen. Mel. Herzliebster Jesu! ch habe, Gott, 341 vorgenommen, nie auf der Ulebertreter Pfad zu kom men, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. 2. Erforsche mich, sieh, 342 Gott ist mein Mel. Wann mein Stündlein ch bin ein ob ichs redlich meine: gib, daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Willen froh zu erfüllen! Freund! In dieser hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, trag muthig meine Bürde. Heil mir! In meines Gottes Kraft beherrsch ich jede Leidenschaft im Dulden, wie im Handeln. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet und meis nen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet: wie sicher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich falIen? 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten: so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten! Ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen, gerecht wirst du einst richten und belohnen, mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. zum treu 7. Vollend ich meines Leich bens Prüfungsstunden und erfunden, wie schön verwandeln sich dann meine Leiden in ewge Freuden! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hören, dich thätig ehren. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; stark, fest ist er gegründet! Er stüßt voll hoher Zuversicht auf Jesum sich und findet bei ihm Kraft Ruhe, Rath und Heil und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat ers worben. 3. Mich im Allgenteinen. 253 3. Mich soll daher nicht Menschenliebe, die selbst Eitelkeit, nicht Bitterkeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jesu glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Muth im Leben und im Sterben. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen will belohnen! Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken! 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht schei den! Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von allem Erdenleid, in sei nes Himmels Herrlichkeit ich ewig mit ihm lebe. 343 Di Mel. Ach, sieh ihn dulden ir immer ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, daß sei mein Ziel schon hier auf Erden, das bleib mein Ziel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist entgegenstrebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm er hebt. 2. Wenn ich aus reiner den Schein des Eigennußes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun kein sterblich Auge sieht, dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt; wenn ich den edlen Zweck betrachte, zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er, dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute liebe, wie sinnenreizend auch das Laster lacht, und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt, dann gleich ich dem, der rein und heilig ist. 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu; wenn ich, zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler strafe, selbst das Unrecht scheu, dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. 6. Wenn ich durch Täuschung nie betrüge, die Wahr27 heit 254 Gesinnung und Leben des Christen heit ehre, Feind der Falsch heit bin, ein Wort nie breche, niemals lüge, und brächt es mir auch einer Welt Gewinn: dann gleich ich dem, der es aufrichtig meint und stets es ist, dem großen Wahrheitsfreund. 7. Wenn ich mich Leidender erbarme mit brüder= lichem, liebevollem Sinn, nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich sein Erretter bin; dann gleich ich dem, der ewig güs tig ist und keines Menschen, feines Wurms vergißt. 8. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden, mein Ziel, zu wel chem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm er hebt. Mel. Freu dich sehr, o meine 344 Rommt und laßt uns Chrifti Lehren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Got tes von ihm hören, hören, wen er selig preist! Die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, den Erlöser frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst voll Stolz erhebet, wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun und das Himmelreich ist sein. Gott wird Heil und ewges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer seine Sünde demuthsvoll Gott bereut und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut! Gott will ihm die Schuld verzeihn und zum Guten Kraft vers leihn; froh im Geist schon hier auf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, niemals seinem Feinde flucht; gern Belei digern vergiebet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt und sein eignes Herz bezwingt! Gott wird über ihn stets wachen und ihn reich an Segen machen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und gerecht zu sein; welche fest am Guten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr be gehrt, als was ihre Tugend mehrt! Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit höhrer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die voll Erbarmen Keinem ihre Hülf entziehn, im Allgemeinen. entziehn; bei dem Kranken, et dem Armen nie des Elends Anblick fliehn; gern behülflich sind mit Rath und nach Kräften mit der That! Diese werden Hülf empfangen und Barmhergigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie entweihn; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun! Die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft widerstes hen, werden Gottes Antliß fehen. 8. Gelig, wer in Frieden lebet, wer stets Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet und, wenn Feind schaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Rinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Hap und Pein! Ihrer wartet Heil und Segen, wenn sie hier den Kampf nicht scheun! Gott steht ihnen mächtig bei und wird sie für ihre Treu einst mit Wonn und Siegeskronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Tugend sichrer Bahn, wo ich dieser 255 Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gıb, daß ich in Freud und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Geis stes Stärke stets befleiße guter Werke! In eigener Melodie. 345 Laß mich, o Herr, in allen gen auf deinen Willen sehn und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vollbringen und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke und laß ihn in der Liebe thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Bilgrimschaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, solang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt; gib Furcht und Demuth, wenn du mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trübsal schickst! 4. Ach, hilf mir beten, was Gesinnung und Leben des Christen 256 wachen, ringen, so will ich Ehre such dir, wann ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles haft so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und unentweiht dein Lob verkündigen in Ewigkeit. mich er Mel. Wer nur den lieben Gott 346 Mein Gott, ach, kennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sei; laß mich dir sterben und dir leben und mach in mir, Herr, Alles neu! Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum!" 3. Reiß los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden und gib mir meines Heilands Sinn! Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! in Chrifti Schmach. Uch wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß daß ich dir verbleibe treu, ich an Christi Kreuz mich hefte und mir die Welt gefreuzigt sei. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glaube, Hoffnung, Liebe, beständig fest und thätig sein; daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchelschein. Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wann ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Chris stenthum! 4. Regiere du selbst mei ne Seele, damit ich Christo folge nach und stets den schmalen Steg erwähle, ja, mel. O Gott, du frommer Gott 347 Mein Schöpfer, dessen Hauch mich todten Staub beseelte, Sinn und Vernunft mir gab, in Christo mich erwählte, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer, preist. 2. Laß, da du heilig bist, mich im Allgemeinen. mich alle Lüfte fliehen und mich nur um den Schap, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir und Hoffnung zu dem Sieg; er kommt allein von dir. 3. Laß mich, ich bin ein Christ, nach Christi Lehre wandeln; mein ganzer Gottesdienst sei Glaub und rich tig Handeln; die Lust an dem Geseß ist mehr, als Lust der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freude hält. 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; gib, daß ich auch, wie mich, den liebe, und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden sein! 5. Dein Himmel sei mein Glück das Irdische ver gehet; weh jedem, dessenHerz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Erkenntniß ist! Er hat Zu friedenheit, wenn er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Laster weg, die der Gesellschaft schaden. Wir sind ja, was wir sind, aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei und Stolz und Bruderneid sind unsrer Tage Pen; und kurz ist unsre Zeit. - 257 7. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Schuß in allen Nöthen, früh such ich dich, des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vergesse ja mein Herz des Christen Pflichten nicht. 8. Bulegt erlöse mich von mir bescheidnen Leiden, laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand durchs öde Todesthal ins rechteVaterland. Mel. O Gott, tu frommer Gott 348 Mein Bater und der du in diesem Leben zur Leuchte meinem Fuß dein heilig Wort gegeben, regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was, Gott, dein Wort mich heißt! 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte und fein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, achte! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu und Gesinnung und Leben des Christen 258 und in der Hoffnung stark und fest gegründet ſei! 4. Gib, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige und achtsam mein Gemüth zu seiner Liebe neige! Sein Geift regiere mich und nicht der Geist der Welt! So wandl ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Ueber: muth mich bei des Glückes Schein und frei von Unge duld in trüben Tagen sein! 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust er geben und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzige feit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege lei ten, so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun und auch, wenn sie verzieht, dir doch getroft vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht! Mel. Wer nur den lieben Gott 349 Nicht, daß ichs hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. Solang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Nendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur; dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge ugend scheint. Der Trieb des im Allgemeinen. des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde Nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jept soust du eine Schmach verschmerzen, und sich, dein Herz wallt auf und dräut und schilt so lieblos und so hart, als es guerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum 259 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt und liebst die Einsamkeit; doch bist du, forderts Got tes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haft Habsucht, Neid und Bank; fliehts Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; bist du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? du dienest gern, wenn Andre leiden; vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Gei nicht vermessen! Wach und streite; denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall, drum wache stets, wach überall! In eigener Melodie. lachet uns die Welt entges 350 Gott, du from mer gen, regt Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. Brunnquell aller Gaben, ohn den Nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geift gesund, rein mein Gewissen sei! 2. Gib, daß mit Fleiß ich thu, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ich bald es thu Gesinnung und Leben des Christen 260 thu, zu der Zeit, da ich soll; und was ich also thu, Herr, das gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann be stehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterkeit! 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen; gib wahren Christenmuth, das Kreuz hilf selber tramit gen! Gib, daß ich meinen wind und sende Hülf und Rath, wenn sie mir nöthig sind. 5. Laß mich mit Jeder mann in Fried und Eintracht leben, soweit es christlich ist! Willst du mir Etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dieß dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei! 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar 7. Laß mich auf Christi Tod getrost von hinnen scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; es ruhe sanft der Leib in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Almachtswort ins neue Leben ruft! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein und laß mich selig dort mit allen Frommen sein. Mel. Was mein Gott will 351 Oft flagt dein schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln und täglich seinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ists! die Tugend kostet Müh, sie ist der Sieg der Lüfte; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sclaven eigner Pein und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende im Allgemeinen. 261 Ende Nacht und Grauen. übe dich getreu und gern, Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 4. Nimm an, Gott hätt es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stillen; nimm an, Gott ließ den Undank zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenhaß, was würdest du von diesem Gotte den ken? 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft, drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft! Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich nicht erhörte. 5. Gott will, wir sollen glücklich sein: drum gab er uns Gesete. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie find des Lebens Schäße. Er redt in uns durch den Verstand und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ists, sie wählen. Ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 9. Dich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister; ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, sei männlich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so turzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünft gen Welt, die werden ihn beleben. 7. Lern nur Geschmack 11. Und endlich, Christ, am Wort des Herrn und sei unverzagt, wenn dirs seiner Gnade finden und nicht immer glücket, wenn dich 262 Gesinnung und Leben des Christen dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket! Gott sieht nicht auf die That allein; er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dieß muß das Herz dir stillen. Mel. Wer nur den lieben Gott 352 Wer stets mit reis nem Wohlge fallen der Tugend hohe Schönheit sieht und, frei von Stolz und Eigennuße, für alles wahre Gute glüht, wer jedem Lafter sich entreißt, der sammelt Schäße für den Geist. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weisheit und Gerechtigkeit; denn wenn ihr das besigt, spricht Jesus, ist alles Andre euch bereit; ihr habt dann Friede, Seelenruh, und alles Andre fällt euch zu. deiner Thätigkeit. Wer blos nach äußerm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, solang er lebt. 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vortheil, den dieTugend bringt! Sei fromm! Sei fromm, wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingt! Frag nicht: was bringt die That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn bir sein. 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie Mancher fand seit früher Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie man cher sorgte für sein Herz und fühlte dennoch oft auch Schmerz. 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer beruht auf 6. Doch übst du redlich deine Pflichten, so jei getrost und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tugend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Hers, pon Sünd und Lastern rein, kann nicht auf immer elend sein. 7. Ja, leb und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Vergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, indem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war fein Gewinn. 8. Jm Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beide nicht vereinet; nur droben ist Vollkommenheit. Da schwingt der Edle sich empor, der hier im Dunkeln sich verlor. 9. Drum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Muster treu, das Jesus gab. Nichts im Allgemeinen. 263 zeit nur deinem Dienst, o Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klarheit und mache mein Erfenntniß hell, daß nie der In voriger Melodie. 353 hön ist die Tu Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde I mein Verlangen und meiner gans zen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel auch oft begehrt. Ach könnt ichs, wie würd ich mich freun! Wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu denn VerMel. Ein Lämmlein geht ſtand ist' Licht, sein Wille 354 Was hilft es mir, ein Christ zu ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was ert hut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten Ents schlüsse, den Morgenträumen gleich, dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott, gefällt, bald deinen Sclavendienst, o Welt! Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch in Tod und Grab! Mein höchster Wahlspruch sei allein: Wer christlich denkt, wird selig sein. 4. Ich Armer! Darum kommt kein Friede in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wech fels müde! Wann werd ich fest im Guten sein? wann nicht mehr straucheln, alle 6. O bilde, Vater, meine Seele, nach deinem Willen bilde sie, daß ich das Gute stets erwähle, das Böse immer ernstlich flieh! Um diese Gnade bitt ich dich; ich weiß es, du erhörest mich. sein, wenn ich, nicht christe lich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe; wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten nur, nicht durch die That und gute Werke preise. 2. Was hilft der Glaub an Jesum Chrift, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtichaf fen ist, und ich die Frucht verliere? wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ih rer Lust gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe und, fühl 264 Gesinnung und Verhalten des Christen fühlbar für der Sünde meinem ganzen Lebenslauf Reiz, Zorn, Hoffart, Fleis die Schuld mir aufzudekscheslüfte, Geiz und andre ken? Laster übe? 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum tenne, weiß, was er einft für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finsterniß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüßet mir der Wahrheit Licht; was hilft mir aller Unterricht, wenn ich nicht danach handle? 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu sein, hilf, daß ich 4. Und woher nehm ich christlich lebe und vor dir Trost und Ruh, wann Lei- heilig, fromm und rein zu den mich umgeben und wandeln mich bestrebe! Gib meine Sünden noch dazu mir Weisheit mir und Muth dann vor Augen schweben? und Kraft, damit ich Welt Was hilft mir in der letzten und Leidenschaft im GlauNoth, wann sich der schauer- ben überwinde und dann volle Tod mir zeigt mit nach wohldurchlebter Zeit seinen Schrecken, und mein den Lohn in jener Ewigkeit Gewissen wachet auf, von für meinen Glauben finde! 5. Weh mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn keine fromme gute That mein Leben hier bezeichnet hat, den Glauben zu beweisen? Nur Glaub, durch echte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Seligkeit, kann wahrer Glaube heißen. Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Erkenntniß Gottes. Mel. Lobfinget Gott! er 355 Dich kennen, Gott, ist Geligkeit, und sich zu dir erheben ist Wonne, die nicht Welt und Zeit mir sonst vermag zu geben. Sie stärkt mein Herz, sich dir zu weihn, und läßt das Glück, ein Mensch zu sein, mich inniger empfins den; lehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Heil zu gründen. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herrliche Natur in allen ihren Zwecken Erkenntniß Gottes. Zwecken zeigt Ordnung und Zusammenhang; ja, aller deiner Werke Gang vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Heer zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibtstets mir neue Wonne. 4. O laß von deiner Herr lichkeit mich immer mehr entdecken, und wenn mein Geist sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er nur Wahrheit sucht und liebt; doch wenn er sich im Forschen übt, laß ihn bei Dunkelheiten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Täuschung leicht ihn irre führt, die Pflicht des Glaubens leiten! 265 schreiten, so laß mich diesen Vorwiß scheun; du wirst mir einst mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Zeiten. 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege und was mit mir dein Rathschluß ist, nachdenkend überlege, je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ewge Glück, ein künftig beßres Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem met. Wer nur ben lieben Gott du Erdenstaub entreißt, wird 356 Mein Gott, bu sich zu dir erheben. zwar 5. Denn ganz kann meine Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel, will sie das ihr gefeßte Biel aus Vorwiß über 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen; dann wird mir Alles offens bar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen. Erhaben über Welt und Zeit, eil ich dann der Vollkommenheit und reinem Licht entgegen. im Lichte, dahin kein sterb lich Nuge dringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte als auf ein Licht im dunkeln Ort, und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf ſelbst meimem Forichen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen sein! 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt; daß weder Lust, noch Wahn mir raube, was mir den sm besten 266 Pflichten gegen Gott. besten Trost gewährt! Kein bist, Herr, dem ich angehö Spott der Welt verführe mich; kein Zweifel sei mir hinderlich! re, dich richtig zu erkennen ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu sein, mich deiner immer mehr zu freun, dich immer mehr zu lieben will ich mich täglich üben. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Be streben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deiner Offenbarung Licht, und wie in deinen Werken du dich uns zeigest, merken! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernährest; wie Alles schön geordnet sich vereinigt, wie so väterlich du uns auf tausend Wegen entgegenkommst mit Segen. 4. Ich sehe dann und seh erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freundlichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich verbirgt, mir wirds gewiß, es feien deine Pfade stets Herrlichkeit und Gnade. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele meines Lebens dein Wort, das Nie 4. Das ist der Weg zum ewgen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns hast ge geben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 5. Vor Allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, bein Erkenntniß sei, und daß ich dir danach beständig Lieb, Ehrfurcht und Gehorsam weih! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu und daß mein Glaube thätig sei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes sein! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort feh ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. Mel. Ermuntre dich mein Gott, du 357 O mein Schöpfer mert ich brauf vergebens. Ich Erkenntniß Gottes. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser kennen. 6. So werd ich stets erleuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer. Gin größer Maas der Weisheit gibt dem, der die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Leiden und selbst im Tode Freuden. 7. Gewährt der Morgencöthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir fünftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann, Vater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd ich, was wir hier dunkel nennen, im höhern Licht erkennen. 8. D laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets besser zu erkennen, daß ich, von Wahn und Irrthum frei, dir immer mehr gehorsam sei und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe! 267 du bist der Wesen Fülle und weise, heilig ist dein Wille. In eigener Melodie. 358 Wa as ist im Himmel, Höchster, was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß, 2. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen. Bist du gleich unerforschlich und verborgen, so können wir doch überall dich finden und deinen Rath mit unsergründen. 3. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke: die Näh erzählt von dir, von dir die Ferne; die Pracht der Blumen, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unsrer Seele uns zu: das Böse flich, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu erz heben, dein Sohn zum Führer uns gegeben? 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren und auch den Weg, den wir betreten ſollen, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. Zu diesem großen, heiligen Geschäfte erheb und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! 7. Gib, daß ich demuthsvoll aus meinem Staube zu dir hinauf schau, freudig an dich glaube, mit Eifer mich durch Trug und Zweifel ringe und M 2 immer 268 Pflichten immer näher zu dir drin ge! 8. So werd ich immer besser dich erkennen und immer findlicher dich Vater nennen, dir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, o großer Gott, und ganz dir leben. Ehrfurcht vor Gott. Mel. Ogroßer Goit, von 359 Wie groß bist du, o Gott! Wie groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. 2. Du hast durch deine Kraft die Himmel ausgestredt, der Erde Grund gelegt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt fie in des Meeres Schlund. gegen Gott. deinen Willen mit Kindestreu erfüllen. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; belebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich als dein Unterthan auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, gefällig dir zu leben! 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig sein; laß auch im Dunkeln mich dein helles Auge scheun. Erinnre mich an meine Pflicht, an deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn überwinde! 3. Wir alle sind durch dich, sind Werke deiner Hand: Leib, Seele, Hab und Gut hast du uns zu gewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht, Herr, durch Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie knechtisch sei; befreie mein Gemüth von Zwang und Heuchelei, daß ich, was dein Gefeß gebeut, erfülle stets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe mich im Gehorsam übe. Mel. Wer nur den lieben Gott Wer kann, wer kann entflie: 360 Vor dir, o Gott, hen, um zu Hen? findlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Augenicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist die Ehrfurcht, die dich kindlich preist. 2. In Allem, was ich thu und denke, laß, Herr das meine Ehrfurcht vor Gott. 269 meine Weisheit sein, daß will ich wandeln und stets, ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heilgen Willen handeln, entfernt von aller Heuchelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir misfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen und wirke steten Ernst in mir, mein In voriger Melodie. Leben deinem Dienst zu 361 Willst du der weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich bei mancher Missethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll Nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, mich nur um deine Gunst bemühn! 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben, so schreckt das dunkle Grab mich nicht; ich werde deinen Himmel erben, dich schauen in vollkommnerm Licht. Wie werd ich dann mich deiner freun, wie selig, Gott, wie selig sein! 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, daß weder Spott, noch Trübsal scheu, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei! Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Vermessenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft ver= M 3 säu 270 säumet haft. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunfelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was un recht ist, auch dann zu scheun. Denk nur, vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagelicht. Pflichten gegen Gott. mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! Laß sie mich hier zur Weißheit führen, so werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der stets dich kindlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Se ligkeit. Liebe zu Gott. Mel. Von Gott will ich nicht 5. Den Höchsten öffent: 362 Andich, mein Gott, lich verehren sowohl, als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören und willig thun, was sie gebeut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich der Thor Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernst, die Furcht des Herrn, die wird dich stärken, daß du dich edel schäzen lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen gibt Heldenmuth und Freudigkeit, wenn uns der Men schen stolzes Dräuen, was unrecht ist, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, ten ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg und Gram mich fränken, so sieht mein Aug auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sorgen wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Lie be, wie werd ich hoch erfreut! Mit dankbar frohem Triebe fühl ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weihn, dich gläubig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Mit fröhlichem Ge müthe denk ich an deine Treu; denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, so gibst du Muth und Stärte mir auch zum schwersten Werke; es wird mir leicht durch dich. 4. Du Liebe zu Gott. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist Alles mein; du willst mirs gnädig schenken, willst liebreich an mich denken und stets mein Vater sein. 5. Wie gut ists, dein gedenken! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken, wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott, dieß bringt mir wahre Freude, dieß stärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 271 lich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das schaffst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Vater, meine Seele, dankt dir, daß sie dich erkennt, dich durch Jesum Vater nennt. 3. Heil und unvergänglich Leben thatst du, Gott, durch ihn mir kund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er in dem bängsten Streite selbst mit seinem Blute weihte; und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 6. Drum will ich an dich denken, solang ich denken kann. Mag man ins Grab mich senken, mein Geist steigt himmelan! Vergesse mich die Welt, du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedächtniß hält. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig sein der Seligkeit? 5. Heil mir, daß ich es empfinde, welcher Liebe Mel. Ale Menschen müssen 363 ott der Liebe, werth du bist, das nur meiwie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! ner würdig finde, was dir wohlgefällig ist! Einst, Herr, werd ich deinen Willen ganz erkennen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freun und in dir ganz selig sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 2. Floß aus deiner Se- 364 Du Bater deiner Menschentingensfülle mir nicht stünd- der, der du die Liebe selber M 4 bist 272 Pflichten gegen Gott. bift, und dessen Herz auch 6. Aus Liebe laß mich gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein! Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Laft gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstützt. 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst! Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Verläugnung übe, In eigener Melodie. wenn Sinnenluft zu sehr 365 Menn zur Grmich rührt! Wie sollt ich je die Creatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? füllung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht und wisse, daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil. Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen, so thue noch so große Thaten: du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden: beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt gee ehrt zu werden; erfüllt die Stebe nicht dein Herz, so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ich nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf mei: ne Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld!" 7. In deiner Liebe laß mich sterben, dann wird selbst Sterben mein Gewinn; dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein und liebend wird sie selig sein. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, efiel es auch der ganzen Welt! Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich beslissen sein! Liebe zu Gott. 273 3. Erbaue Kirchen; brich was Gott von uns verdein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen, entreiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waisen Schuß und Segen; gib alle deine Habe hin; vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn. langt. Und wenn wir nicht dieß Herz besißen, so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen; beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten, so schüß und rette ganze Staaten: Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Läg ihm an unsern Werken nur, so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen, Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe, dieß ists, 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Seh nicht auf deine Werk allein, seh auf den Quell, aus dem sie tamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir, so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Näch. sten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Neid und Tücke, ist fittiam, ist nie stolz im Glücke, langmüthig und ers barmungsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh: sie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen und folgt dir in die Ewigkeit. M 5 274 Pflichten gegen Gott. Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott 366 Gott, deinen hei= sein. ligen Befeh- 6. len will ich, dein Kind, gehorsam sein, sie nur zu meiner Richtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist ge recht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich dir folgsam als dein Kind thu, was du willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, va: ter, gehorchen wie Jesus dir gehorsam war! Er wars auch unterSchmach und Noth, er wars selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Geseße mir immer gegenwärtig sein; laß mich, daß ich sie nie verlege, dich, den Allwissenden, stets scheun! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Last, die du uns aufgeleget haft. 5. Sobald ich deine Stim: me höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein, ich soll zugleich auch Thäter Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf unerlaubten Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ists, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein und die wird groß und schrecklich sein. 7. Wenn ich mich im Gehorsam übe und deinen Willen treulich thu, so bleib ich, Gott, in deiner Liebe und hab in des Gewissens Ruh den Himmel hier schon in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit. Mel. Was mein Gott will 367 Sei Gott getreu, halt seinen Bund, bekenn ihn durch dein Leben. Dein Glaube ruht auf festem Grund, drum bleib ihm stets ergeben! Denk, wie er dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade; sei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade. 2. Sei Gott getreu! Du mußt, als Kind, ihn auch im Leiden ehren; dein Vater waltet ja gelind und bildet dich zum Höhren. Ein edler Muth macht still und gut, der wird durch Gott dir 275 nur ernstlich sei, um künftig zu bestehen! Freude in Gott. dir werden, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem gan zen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden; denn seine Treu ist täglich neu, sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen. 4. Sei Gott getreu in je dem Stand, in welchen er dich sehet; dann schüßt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verlegzet? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewis sen; dir wird, was dir begegnet hier, zum Besten die nen müssen. Freude in Gott. 5. Sei Gott getreu, sein theures Wort freimüthig zu bekennen, vor an jedem Ort dich ſeinen 368 Defrene dich, Mel. Schwing dich auf Gottes Was Freund zu nennen! diese Welt nur in sich hält, muß Alles einst vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. dant ihm, meine Seele. Sorget er nicht väterlich daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräus en? Jsts nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 6. Sei Gott getreu in jedem Streit, dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Verlege nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen, daß dann die Reu 7. Sei Gott getreu bis in den Tod; laß Nichts von ihm dich wenden! Er kann, er will in jeder Noth dir seinen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken! Es ist dir ja dein Retter nah; sein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst dus auch erfahren, daß er dein lieber Vater sei, und nach vollbrachten Jahren der Sterblichkeit kommt dort die Zeit, wo Gott einst seine Treuen durch seinen Sohn mit höhrem Lohn auf ewig wird erfreun." 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, wel cher mir, was mir nüßt, gewähret, der mich durch M 6 sein 276 sein göttlich Wort hier zum Guten lentet und mit Hims melswonne dort meine Seele tränket. Pflichten gegen Gott. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, tindlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken; meine Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. sern Lebens, himmlische Vollkommenheit such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod, er wird sie nicht stören. Willig werd ich mein Gebein der Verwesung geben; Sterben macht mich frei von Pein, führt zum neuen Leben. 9. Gib mir nur, solang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freu digkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil zu dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 5. Du bist mein, so jauchz ich danu: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth! Du gabst mir mein Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und er freut, mir geben. 10. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüfte selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau an, glaub an seine Leiden, folg 369 Habeheerrn! Mel. Jesus meine Zuversicht Lust ihm treulich, und so kann Nichts von dir mich schei. den. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bess Bei dem Herrn ist Freud und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch was dir dienet geben. Seine Liebe Freude in Gott. Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret. Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet; Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet; Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Höchsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That un verdrossen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. In eigener Melodie. ch freue mich, 370 mei Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, 277 bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt, nie wirst du mein vergessen. Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil, dieß tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs beste mit mir meint; wo find ich deines Gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist Nichts für mich, das mir erfreulich werde! 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Selbst was mich kränkt, M 7 das 278 das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 8. Du läßt mirs ewig wohlergehn. Einft werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewig. lich mein ganzes Herz, Herr, weiden. Pflichten gegen Gott. 9. Noch hats kein mensch lich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Niemand rauben. Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott that, bas ift 371 Auf Gott und nicht auf mei nen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er jah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Leseine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. 3st nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch verfüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Mel. Was mein Gott will 372 Vertrauen ist des Christen Pflicht, benszeit, mein Glück und Bürde. zagt mein Herz? Jst auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott tennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns hen, du segnest und erretteſt ein kindliches Vertrauen. Er soll, wenns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen; und nie bist du dem Frommen fern, du kannst ihn nie verschmä2 Vertrauen auf Gott. test gern und hörest auf sein Flehen. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoffnung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unsrer Schuld dein Herz noch liebreich den ket, so wird doch deine Vaterhuld von Weisheit nur gelenket. 3. Wie leicht, o Gott, kann deine Macht des Men schen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft zu sehen, wird nie sein kühner Wunsch gewährt; er fündigt durch sein Flehen. 279 Schmerz sich endlich doch verlassen. 4. Wer deiner Huld versichert ist, darf deinen Se= gen hoffen. Ihm steht, weil du sein Vater bist, der Himmel imaner offen. Doch wer dich nicht als Vater liebt und auf der Bahn des Le bens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 6. Wie Mancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege. Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln noch entziehen. Der Thor! will er sie selbst nicht fliehen, sie dürfen ihn nicht fliehen. fernst uns nicht von drohen7. Du, weiser Gott, entden Gefahren, die ohne Nachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sollen mit Beſonnenheit auch Rath und Warnung nüßen; denn nie wird deine Heiligfeit uns auch beim Leichtsinn sſchützen. 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht; sie läßt mich ihn verlieren. Nur kindlich soll ich dir vers traun, nie thöricht, nie ver: messen; foll, um getrost auf dich zu schaun, nie meiner Pflicht gergessen. 5. Ja, wenn er auch mit In eigener Melodie. Sicherheit sich seiner Un- 373 Befiehl du deiund dabei, fern von Frömmigkeit. doch nie die Sünde scheuet, so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung fassen; er fühlt bei des Gewissens ne Wege les, was dich kränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, der wird 280 wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dir's soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Pein sich keine Wohlthat nehmen: fie muß erbeten sein. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut sei oder schade Geschöpfen deiner Hand; und was du ausersehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß geschehen, sobald es dir gefällt. 4. Un Mitteln und an Wegen fehlt dirs, Allweis ser, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Wert nichts hin dern; du willst, so ists vollbracht! Pflichten gegen Gott. 5. Und wollten Welt und Teufel dir toshaft widerstehn, o nähre keinen Zweifel: dein Glück wird doch bestehn. Was er sich vor genommen, was er vollenden will, auss herrlichs wirds kommen zu den: bestimmten Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt, was dich auch immer quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit, dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. 7. Auf, auf! Gib deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus deinem Herzen, was dich so traurig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sißt im Regimente und er führt Alles wohl. walten! Er ist ein weiſer 8. Jhn, ihn laß thun und Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinausgeführet, daß dich bekümmert hat. 9. Verzög der Trost auch lange, weil es dir heilsam ist, so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vergißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn dus am mindsten gläubst, und all dein Unglück wenden, wenn du nur treu verbleibst. 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blickt hin auf seinen Lohn; steh fest im größten Leide, das dir begegnen kann, bald bricht der Tag der Vertrauen auf Gott. der Freude, des ewgen Friedens an. 11. Mach, Herr, ein fröhlich Ende mit aller unsrer Noth; stärk unser Herz und fende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 281 les Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wann ihn Noth umgibt, Beruhigung genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz: der Sünder eit 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf und Errettung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. Mel. Was Gott thut, das ist 374 Der Herr ist mei wird zu Menschen fliehn, ne Zuversicht, wer von dem Höchsten weimein höchster Trost im Le- chet. Dein Heiland starb ben! Dem fehlt es nie an und er erwarb auf seines Trost und Licht, der sich Todes Hügel dir deines dem Herrn ergeben. Gott Glaubens Stegel. ist sein Gott; auf sein Gebot wirds in dem Herzen stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freuden leer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer faffen? 8.3n deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt Pflichten gegen Gott. 282 blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. Mer. Jefus, meine Zuversicht 375 20 er auf seinen Gott vertraut, ängstigt sich durch keine Sor gen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: dieß ist meine Zuversicht! 2. Er, der Schöpfer al ler Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch uns zu helfen Macht. sehe, und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe, weiß ich doch voll Zuversicht, daß sie mir nicht stets gebricht. 6. Dann, auch wenn, wie mir es scheint, selbst der Hoffnung Trost verschwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich feiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib ich nur der Tugend treu, so steht er mir huldreich bei. 3. Jhm, ihm ist es imMel. Sollt ich meinen Gott mer leicht, unsre Wünsche 376 Selig, wer mit zu erfüllen; wie unmöglich es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beistand fehlt. 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? wer so reich, wie er, an Segen? Niemand hilft, wie er so gern, auf des Lebens rauhen Wegen, er, der liebreich unser denkt und zum Glück die Trübsal lenkt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe dem Allweisen, der uns liebt, garz sein Schicksal übergibt und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthigwehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 2. Ach, kein Schicksal meines Lebens, sorgt ich auch von Jugend auf, nimmt brum einen andern Lauf. Sorge quält und quält vergebens, meine Kräfte zehrt sie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh ich noch das Licht er= Vertrauen auf Gott. 283 auf Gottes Wort seß ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir wei ter; er hält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott verläßt mich nicht. erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh noch meine Thräne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm ich Glück und Freuden aus des HöchMel. Herzlich lieb hab is dich sten milder Hand; und ist 377 Dir trau ich, Kreuz mir zuerkannt, o so faß ich Muth zu leiden, Gut ist alles, was Gott will; willig duld ich, dulde still. und wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht, der lette Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich ge führt und meines Lebens Lauf regiert, mit segens voller Vaterhand so manche Noth von mir gewandt. Unendlicher, ich trau auf dich: du leitest mich. Ich kämpf und siege, Gotf, durch dich. 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen, und mißlingt mir mein Bemühn; denk ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlthat ists für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, mir verlieh, soll doch Andrer Wohlstand nie Neid in meiner Brust erregen! Fremden Glücks will ich mich freun; fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn ein Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und kränkt, hält sie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken: der vom Tode retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter, im Vertraun 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl ich kaum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu siegen; doch ewig, Vater, währt er nicht. Wenn mir dein Beis stand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald haft du, Gott, mein Flehn erhört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Du, Gott der Huld, erhört von dir, lobsing ich hier Pflichten gegen Gott. 284 hier mit dankerfüllter See le dir. 3. Ach, alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Schaaren unddanke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmhersiger! fest, ohne Graun will ich dir traun; denn einst werd ich dein Antlig schaun. Mel. Wer nur ben lieben Gott 378 He err, mache mei ne Seele stille! Bei jedem Leiden, das mich kränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bists, der Alles ändern kann; und was du thust, ist wohlgethan. 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen zu höherer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Se gen für jeden, welcher dir sich weiht. Siehts gleich der blöde Geist nicht ein, wird doch der Ausgang Herrlich sein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen! Hast du mir Brüfungen bestimmt, so steht dein Vaterherz dem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen; genug für uns: du hasts erkannt! Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen furg sichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hinderts gern. 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Vater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste, dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich duld ihn mit Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zufriedenheit; und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klagen voll Dankes und voll Lobes sein; der Herr hat für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir wohlgemacht! Vertrauen auf Gott. 285 Mel. Auf schicke dich 379 Zuversicht und Trost und sherricht ein Freude geben. Des Lebens Gott, der schüßt Müh versüßet sie und läsin Noth und hilft, wenn set uns hienieden im Laufe sie ihm traun, so gern den nicht ermüden. Seinen! Drum sei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Ruh und Trost nach kurzem Weinen. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit einander ab wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder sie verschwunder. 2. O murre nicht, wenn dir gebricht, was öfters lüstet den bethörten Sinnen! Dir nüßt der Schmerz, dein eitles Herz zu bessern und fürs Ewge zu gewinnen. 3. Erkenn die Schuld und üb Geduld, wenn du um deine Sünden hier mußt leiden! Fleh ihn um Gnad, geh seinen Pfad getrost, nichts laß von seiner Lieb dich scheiden. 4. Dann führt er dich stets väterlich die sichern Wege, die dein Heil erzielen. Sein sie auch hier oft dunkel bir: entzückt wirst du ihr End einft sehn und fühlen. 5. Drum gnüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau, komm ich auf ihm zum wahren Vaterlande. 380 ot Mel. Was Gott thut, bas ift ott, dir vertraun, ist meine Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen 3. Wie würde da voll Aengstlichkeit uns jeder Tag verfließen und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte und ruhig bleiben lehrte? 4. Du theilst das Alles aus, was hier den Sterblichen begegnet. Im Glück und Uns glück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten. 5. Nicht unser Wille foll geschehn, du wählest stets das Beste. Wenn Erd und Himmel untergehn, steht diese Wahrheit feste. D daß wir sie durch Leichtsinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verkennen möchten. 6. Dann würde diese lebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Wi 286 Pflichten gegen Gott. Widerwärtigkeit uns nie mals muthlos finden. Dann sähen wir, voll Hoffnung hier, mit Palmen und mit Kronen den Ueberwindern lohnen. 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue und mit Gelassenbeit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preis auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lan de sichrer Freuden. vergessen, so höre, was er spricht: 4. Ist auch der Mütter Eine, die ihres Kinds vergißt? Denk an dieß Wort und weine Gott Freudenthränen, Christ! Und könnt sie es vergessen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ists, der es spricht! 5. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest; weil seine Vatertreue dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Lerden, das dir begegnen kann, bricht einst der Lag der Freuden, des ewgen Friedens an? Mel. Befiehl du deine Wege 381 Chrift, wann dich Trübsal krän ket, vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel lenket, von dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlum. 382 Mott! Shn Mein Mel. Wer nur den lieben Gott ein Hort ist mer, zu Gott erhebe dich; er siehet deinen Kummer; er liebt dich väterlich! 2. Sei auch in deinem Leiden ein Christ voll muth und Kraft; einst kommen deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getroft die Ewigkeit; wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? 3. Sei froh: dein Gott regieret, sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Und denkest du vermessen: der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein laß ich walten; ich hoff auf ihn: er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wante nicht. 2. Was quäl ich mich, bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich; denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit Vertrauen mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz, er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ist die Lieb, wie kann ich zagen? Gaber für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin still. Wie bald ver: streicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugefaget hat! auf Gott. 287 3. Oft führt die dornenvolle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater, thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Beruhigung zu finden, benuße selbst gewissenhaft Verstand und Zeit und jede Kraft, dein wahres Wohl zu gründen! 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sei und meine Pflicht erfülle, zu dem Entschlusse stärke mich, und dann vertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein Wille! Mel. Kommt her zu mir In eigener Melodie. 383 Grille reblich 384 Sollt ich meinem deine Pflicht und hoffe dann mit Zuver sicht: Gott sorgt mit Vaterliebe für deines Lebens wah: res Glück! Zu ihm erhebe deinen Blick, wär auch dein Himmel trübe! nicht trauen, der mich liebt ſo väterlich? der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Herrn nicht bauen, welcher, unbewegt und fest, seine Kinder nie verläßt? 2. Die Wolfen werden sich verziehn, im milden Sonnenscheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird zur Wohlthat dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth; er steht bei mir bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb und Vatertreu wird mir jeden Morgen neu. 3. Der Pflichten gegen Gott. 288 3. Der die Vögel alle nähret, königlich die Blumen schmückt, jedes dürre Land erquickt, Speisejedem Wurm gewähret, sollte der verlassen mich? Nein, weit mehr, als sie, bin ich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit und sie über Alles achte, segnet Gott mir früh und spat Wort und Werke, Rath und That. 5. Heiter sei der andre Morgen, oder nicht: was künftig ist, quält mich nicht; ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater sorgen, froh bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet unerschütterlich; er, der Höchste, sorgt für mich. Ewig wird ers mir beweisen; Seele, freue feiner dich! Gwig for: freue feiner dich! Ewig for get Gott für mich! hienieden des Menschen ungewisser Schritt; was Gottes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klärt sich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umfloffen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgeschoffen; fie blüht der nahen Aerndte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut; bald reift sie für die Ewigkeit. 4. Drum heb empor die trüben Blicke, wenn sich in Nacht dein Weg verliert! Dich leitet Gott. O denk zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Dunkel um dich laa. das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erbörest, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unfre Thorheit schuf, zerstörest, dich, Vater, bet ich Mel. Wer nur den lieben Gott 385 Entichwinge dich, kindlich an. Ich hoff auf mit was du sendest, ist mir gut. mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermuth Hüllt. Wiast du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jeht kennst bu, was dir gut ist, nicht; einst strahlet dir ein höhres Licht. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmet, den ich auf Gre den wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh ihn hoher Ahnung voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. 2. Jn Finsternissen wankt Mel. Vertrauen Mel. Fröhlich soll mein 386 Warum willst du morgen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Nur das zu, dir die Ruh ohne Noth zu nehmen. 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, hat bisher Alles mir gegeben, was mein Leben zu erhalten nöthig war? Immerdar laß ich, Gott, dich walten. 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dieß Leben, wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner Lebensreise mir noch fehlt, was mich quält, weiß er, der er meiner je vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume nicht mit Pracht seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? 6 Nur auf mich sollt er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein, mir soll vor Nichts mehr grauen. auf Gott. 289 Väterlich liebt er mich; ihm will ich vertrauen. 7. Nüßen will ich Zeit und Kräfte, widmen sie spät und früh nüßlichem Geschäfte, immer gehn auf seinen Wegen. Wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag an Plagen. Heute leb ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur; ich befehle glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir halt ich stille; ich soll dein ewig sein: es gescheh dein Wille. Mel. In allen meinen Thaten 387 Was soll ic klagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlsein fehle; genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, ängstlich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entgegengehn? Du, Vater meiner Tage, kennst, eh ich dirs noch klage, mein Leid und eilst mir beizustehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu verN trauen, Pflichten gegen Gott. 290 trauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben und dich, mein Vater, lieben; denn du vera säumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele, du hörst, du hilfst, du fegneft gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gege ben und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken und stets zum Besten lenken, was mich betümmert, quält und kränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weis sem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe, das zeigt der Ausgang mit der That, 9. Wenn ich hier Tiefen sehe und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan, kann ich doch deß mich trösten: du nimmſt mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort bei der Frommen Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich dir mit Freuden nach überstandnen Leiden den Dank, der deiner Huld gebührt. Mel. Mas Gott thut, das ist 388 as zagst du? regiert die Welt, und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon ereilet hätten, so kann er doch noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohl wissend. Sein Auge sieht in dein Gemüth. Die Bitte, die du thatest, vernahm er, eh du batest. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist der Allweise.Stets dient der Weg, der ihm gefällt, zum Heil dir, ihm zum Preise. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch jede Nacht der Vertrauen der Leiden zum Lichte rei ner Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich hält, ist seines Heils gewärtig. O glaub es gern! Gott ist nicht fern; er, wo auch Jeder walle, hält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. Auf, fasse Muth! Selbst Jesu Blut sagt dir bei jedem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist auch geduldig. Zwar, wenn er vors Gericht uns stellt, sind selbst die Frommen schuldig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. 7. Nun, Gott! da du die Welt regierst, wie dürft ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich nieder schlagen. Ich hoff auf dich, Du läsfest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen. auf Gott. 291 wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier! Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen: wir wer dens überstehen! 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben und über Alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vergeht, der Geist beſteht. O laß den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geist erkennt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde, im großen Reiche der Natur, in Wäldern, im Gefilde, im kleinsten Wurm, im Win tersturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbstes Segen. 4. Der Gott, durch welchen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere keines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was lebet, speist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. O laßt den Höchsten walten. 5. Go mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen und zerstäuben! So drohe Krankheit, Tod und Grab! Des Schöpfers Huld Er leitet was zagen gut, wir haben Muth; es N 2 mag Mel. Was Gott tbut, bas ist 389 in Gott regiert! wird bleiben. Pflichten gegen Gott. 292 mag uns übel gehen: wir werdens überstehen! 6. Wir zagen nicht: du, Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen durch Leiden für das Gute rührst, so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mags uns übel gehen: wir werdens überstehen! In eigener Melodie. 390 Wieben Gott funft ändert oft sehr viel Mer nur den Die Zuund sebet Jeglichem sein Ziel. läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut! 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unter Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen befeufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nüßlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seist und der dem Glück im Schooße size, den alle Welt für 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnaden wille, wie sein' Alwissenheit es fügt! Gott, der uns ihm hat auserwählt, 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch erhöhn, leicht stürzen kann. 7. Ging, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott ſetzt, den verläßt er nicht. Gebet. der weiß auch sehr wohl, Mel. O Gott, du frommer Gott was uns fehlt. ch, 4. Er kennt die rechten 391 A, Gott, verlaß mich nicht; reich Gebet. reich mir die Gnadenhände, daß ich die Pil grimschaft des Lebens wohl vollende! Jrr ich im finstern Thal, so sei du selbst mein Licht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht; lehr deinen Weg mich wallen und laß mich nimmermehr in Sünd und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuversicht; wann ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! und 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren und laß zu rechten Zeit mir Hülfe wider fahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr' ich in der Noth, so verlaß mich nicht mit deinem Trost, o Gott! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht gib Wollen und Vermögen; in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 293 ben, christlich leben und selig sterben mag, um dich von Angesicht zu Angesicht zu schaun! Ach, Gott, verlaß mich nicht!" 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht; hilf, daß ich dir ergeben voll Lieb und Hoffnung sei, recht glauMel. Wer nur den lieben Gott 392 Dein Heil, o Chrift, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein kindlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst; er hört, was seiner Kinder Herz be gehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Flehen oft und gern. Er lässet, was dir nüßt, geschehen, ist dir zu helfen niemals fern; er thut, so du nur zu ihm flebsl, mehr, als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden bedarf der eines Menschen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich Gottes Freund zu sein N 3 und Pflichten gegen Gott. 294 und stößt das ihm bestimmte Glück feindselig gegen sich zurück. 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet gibt Muth; Gebet gibt Kraft zur Dämpfung jeder Lei denschaft. 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir träftiger den Geist erhöhn? Was mehr in Leidensstunden stärken, als gläubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr er quicken kann. 7. Gott! laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Lust und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus reinem, frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht, so höre mich von deinem Thron durch Jesum Christum, deinen Sohn! In eigener Melodie. ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang! 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Jst wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort! 393 verwirf, o Gott, mein Flehen nicht, vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht vor dir, 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun, sie stets vor meinen Augen sein! Laß, meis nes Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig fein! 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen ch komme vor kann. bein Angesicht; 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt, bei Wenigem Zufriedenheit, zur Arbeit Muth und Heiterkeit. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mä Gebet. mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig sein und dürftge Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei; doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh! 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 295 Herz, Gott ist dein Geist. Wie kann es dir an Worten fehlen, wenn nur dein Herz dich beten heißt! Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell vergißt, was er ihm schwur, der spottet seines Schöpfers nur. 4. Bet oft zu Gott und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist! Bet oft zu Gott und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt! Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft, er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich Mel. Wer nur den lieben Gott 394 Komm betend oft geleitet hat! Oft irrteſt du: er trug Geduld; erkenn und preise seine Huld! und mit Ver gnügen, o Christ, vor Gottes Angesicht. Nie müsse Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! Dübe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe das Wunder der Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute uns von der Sünde Joch befreit; und etgne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu! 2. Bet oft in Einfalt reis ner Seelen; Gott sieht aufs № 4 7. Bet 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel, so sei, Herr, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner gnädig an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! 296 7. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte, an keiner minder oder mehr; denk nicht: wenn ich mit Vielen bete, so find ich eh'r bei Gott Gehör. Jst, was du wünschest, recht und gut, so sei gewiß, daß Gott es thut! Pflichten gegen Gott. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinden auch öffentlich Gott anzuflehn und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöhn! Fühl der vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen als ihr Freund; denn wir sind Eines Leibes Glieder; es sei kein Glied des andern Feind! Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb und Eifer nicht er: kalten und reich an guten Werken sein. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagt Gott dem frommen Beter zu. mit Dankbegier im höhern Leben dienen! Es darf mein Geist, wie schwach er heißt, sich aus dem Staube schwingen und betend zu dir drin gen. 2. Ich darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Deinen, du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete und findlich vor dir bete. 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe, so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tugendliebe. Was sündlich ist, kann ich als Christ durch deine Kraft bezwingen und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an fanftem Sinn, an Liebe gegen Brüder, so flieh ich betend zu dir hin und hasse nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freundlichkeit und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu pergelten. 5. Betracht ich im Gebet mit Schmerz mein fehlervolles Leben, so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Mel. Was Gott thut, das ist 395 Welch hohes Vor Ich fleh zudir: verzeihe mir! recht schenkst du mir, o du, dem Seraphinen mit Ehrfurcht und und du willst gern verzeihen und mich mit Trost erfreuen. 6. Wenn Gebet. 297 6. Wenn Kummer mich nem Gott. Dieß kann mir zur Erde zieht und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück entfleht und edle Freunde fehlen, so wend ich mich getrost an dich: du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil erblicken. Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, daß, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich um des Gewissens willen ein Spott des Lasterhaften sein, so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott: Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wenn mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wies der fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Nein, meine Rach' sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in dieMel. Wer nur den lieben Gott 396 Mein bester Troft sem Kummer an. Wer ihm in diesem Le ben ist ein Gebet zu meisein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. N 5 6. Ruf 7. In stillen Stunden denk ich oft: Was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie geschwind, wie unverhofft verkehrt ihr euch in Leiden! Und denk ich dieß, so fühlt gewiß mein Herz sich angetrieben, nur dich, Herr, stets zu lieben. 8. O welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufs geschäften! Du lohnest dem, der zu dir fleht, mit Weisheit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den krönest du mit Segen auf allen seinen Wegen. 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erweck und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! und kann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten, so lehre du mich beten! 298 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieh, so fleh ich nie umsonst um Kräfte, der Gott der Stärke gibt mir sie. Er gibt aus väter licher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. 7. Wenn, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt ich Gott: er hilft mir kämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und start durch meines Gottes Kraft, besieg ich jede Leidenschaft. Pflichten gegen Gott. 8. Wann ich im letzten Kampf des Lebens bei niemand Hülfe finden kann, so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. Mel. Ermuntre dich, mein 397 Wie ie sanft, mein Vater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2. Allwissender! zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren, nicht mit dem Wahn, was mir gebricht, das müssest du gewähren; nicht, Wunder von dir zu erflehn; nicht, andern Pflichten zu entgehn; nicht, träge, dich zum Segen durch Bitten zu bewegen. 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu kindlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werten mein Herz vor dir zu ſtärken. 4. Dann, wenn ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe, dir, Vater, voll Zufriedenheit mein Schicksal übergebe, dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquickung in dem Leiden und Hoffnung ewger Freuden. 5. Mit keiner Welt vertausche ich die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein Herz, o dich, mein Vater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Baterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht des Christen Glanbe wichtig; wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu jeder Tugend tüchtig! Wenn böse Gebet. 299 böse Luft in mir sich regt, mir widerfährt, von dir, eil ich, von deinem Geist bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. der alle Menschen liebt und allen gern das Gute gibt, 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, dir meinen stillen Wunsch vertrau; wenn ich in meiner Kammer bete und auf zu dir nach Hülfe schau, dann sei mein Geist von Heuchelei und ganz von Eigendünkel frei! 4. Nie müss ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewäh ren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt! Denn du erhörest kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde, so sei auch dieß mein herzlich Flehn, daß ihr Besiz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn, daß ich, von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern. 6. ich bei kum3 das der ett mervollen Leiden von ihrer 7. Dein denk ich, froh von Dant gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bewundrungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Lust mein Ang erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Luft erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten, dann blick ich, Gott, zu dir hinauf und will im Geiste beten. Noch sterbend, Vater, dank ich dir, der du so vieles Gute mir im Leben haft erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! Mel. Wer nur den lieben Gott 398 u dir, o Gott, heben, zu dir mit frommer Andacht flehn, um uns zum Guten zu beleben und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht und stärket meine Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich bekannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank er messen, welch Heil von dir Last mich frei zu jehn und sehn ich mich nach Lebensfreuden, so laß mich doch um das nur flehn, was deine Weisheit, Gott, beschließt, und was mir gut und nüßlich ist! 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich troftlos sehn; du, Herr und Vater von uns allen, erhörst gewiß mein N 6 tind Pflichten gegen Gott. 300 kindlich Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trübfal Ruh und Heiterkeit. In eigener Melodie. Mel. Es ist das Heil uns 400 nicht um Reichthum, nicht 399 Gott, deine Güte um Ehre bitt ich, Gott, reicht so weit, soweit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilft uns bei zustehen. Herr, meine Burg, mein Feis, mein Hort, ver nimm mein Flehn, mert auf mein Wort; denn ich will vor dir beten! mein Vater, dich. Wenn ich Weltbesiger wäre, ohne dich, wie arm wär ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 2. Jch bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen! 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm por deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe! Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gotti, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Notb, das wollest du mir geben! In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich im Schmerz meinen Vater froh zu nennen, dieß erflehet sich mein Herz. Dankgefühl bei deinen Gaben, Luft am Guten, Freud in dir und Gewissensruh zu haben, dieß, Aügütger, wünsch ich mir. 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinen Nächsten wohlzuthun; Trost und Stärke, wenn ich leide, sanft und still in dir zu ruhn; Muth, die Laster zu bekämpfen, ihre Reize zu verschmähn, jede Leidenschaft zu dämpfen, dieß, Herr, ist mein kindlich Flehn. 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in deiner Liebe stehen und dir, Vater, ähnlich sein; diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein. Ja, Gebet. Ja, um deiner Liebe willen wirst du, was ich bat, ver leihn. 301 6. Wenn wir auf dem Pfad der Tugend straucheln, so vergib uns Schuld und Missethat; so wie wir auch gern vergeben wollen, wenn ein Nächster uns gekränket hat. Das Gebet des Herrn. In voriger Melodie. 7. Schüße uns in der 401 Vater, den uns Versuchungsstunde, wo Jesus offen baret, den der Geist mit hoher Andacht nennt; Vater, den kein Himmel von der Erde, keine Welt von seinen Kindern trennt; die Tugend mit dem Laster ringt; laß uns auf die Himmelskrone blicken, wenn die Erde unser Herz ums schlingt! 8. So erlöse uns von allem Uebel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann verschwinden, und wir siegen über Welt und Tod. 2. Hochgelobet sei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Heilig ehre dich der Mensch im Staube von der Wiege bis zur Ewigkeit! 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärke; ewig währet deine Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre, und dein Tempel ist die Ewigkeit. 3. Dein Reich komme, jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zicht! 4. Es geicheh dein Wille hier auf Erden, wie in jenem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen deinen Engeln gleich! Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 5. Gib uns, ewigtreuer 402 Gs freu der Fürst Landes Menschenvater, gib uns, was mir brauchen in der Noth! Ach, wir bitten nicht um Gold und Schäße; gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! Fürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. sich, Gott, deiner allezeit; sein Auge sehe stets auf dich, sein Herz sei dir gemeiht! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines N 7 Gei Pflichten gegen Gott. 302 Geistes voll, gedent er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor Andern Licht und Rath und Kraft von dir! 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so hilf thm, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun! 5. Er fördre willig dei nen Ruhm; er denke gern daran: das Land sei, Herr, dein Eigenthum und er dein Unterthan! 9. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Gerechtigkeit, und dann beschüß ihn in Gefahr, wann ihm und uns sie draut! ihn her zu jeder Tugend. Muth! 11. Verdienste heb er gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Ohr, wenn ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er erreichen soll. Herr, mache seiner Tage viel und jeden segensvoll! Allgemeine Fürbitte. 6. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn Mel. So Gott zum Haus nicht ür verordnet ist, sei deiner 403 Free Men und edler Mensch und Chrift! 7. Er zeig in seinen Thaten sich als deinen treusten Sohn! Den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schutz und Lohn! schen beten wir, o Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist. 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn und kein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn! 10. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um 13. Sein werd in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör uns, Gott, dann jauchzen wir und preisen deine Macht. 2. Dir tönet unser Lobgesang: wir bringen Ehre dir und Dank, daß du sie alle, alle liebst und liebend allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dieß preisen wir und beten herzlicher du dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. 4. Nimm Aller väterlich dich an und leite sie auf ebner Bahn; es sei zu deinem Dank. nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und von dir sich führen läßt, der wird im Guten treu und fest! wer 6. Entreiß der Laster Tyrannei die Sünder; mache, Gott, sie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn und freudig einst dein Antlig sehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth, bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Achtung sie er freun. 8. In ihrer Noth verlaß sie nie; und sind sie traurig, tröste sie. Gib ihnen hier Bufriedenheit und dort der Frommen Seligkeit. 9. Wir alle, einst deh Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich und ewig, ewig danken wir dir, unser aller Vater, dir. Dank, Mel. Lobt Gott, ihr Christen 404 Du bists, dem D¹ Ehr und Ruhm gebührt, und das, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert und stets warst du mit mir. 303 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, so hörte Gott mein Flehn und ließ durch seinen gnädgen Rath mich nicht darin vergehn. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott. Mit welchem Dank, mein Gott, erheb ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes Haß, so klagt ich Gott daß ich ihn vergaß, und den Schmerz. Er haif mir, gab Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richtgen Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wenn nach Trost die Seele rang, Gott sich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang! Und mich hielt seine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er und gibt zur Tugend Muth. 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibt! 9. Dir dank ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in Pflichten gegen Gott. 304 in jeder Creatur, Gott, deine Freundlichkeit. 10. Ich danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vorübergehn, will uns nach kurzer Prüfungszeit zu ewgem Glück erhöhn. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, was er an dir gethan! Verehr und halte sein Gebot und bet ihn ewig an! Mel. Nun dantet Alle Gott 405 Durch dich urch dich, o großer Gott, durch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Herr sind durch dein Wort entstanden. Denn wenn du sprichst, geschiehts: wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, die Himmel predis gen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Jm Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land; doch fürcht ich nichts; denn du deckst mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausge= breitet, der Sonne Majestät, den Mond, denn du bereitet, so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Voll Güte läßt du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trank und füllst das Herz mit Freuden. Du dachtest mein, eh mich die Mutter noch gebar; ja, sahst mich, eh der Grund der Welt geleget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl war in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß, du bist der Müden Ruh, ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem sollt ich sonst vertraun, als dir, du Gott der Göt Dank. Götter, wen ehren so wie dich, mein Schuß und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg. ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben! Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerstreben! Der Lasterhafte mag in stolzem Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Neße ziehn! 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel iſt. 10. Sollt ich nach Ehr und Ruhm mit Sünd und Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag die ten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gib, daß mein Wandel stets dir wohlgefällig ſei! 305 gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome deiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! 2. Keiner rühme seiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Bater, Jeder rühme dich. Voll von tiefer Demuth preise dich der Starke, dich der Weise! Ihre Kraft und ihr Verstand sind Geschenke deiner Hand. 3. Dich, mein Vater, will ich loben demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, o mein Gott! Angebetet sollst du werden, weil im Himmel und auf Erden Keiner dir an Größe gleicht, Keiner je dich ganz erreicht. tet Gottes Hoheit an! Men schen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an uns Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 407 Alles hast du mir Gott, bin ich durch dich; du, der du beglücktest mich! Glieder, Kräfte, Sinne, Leben, Triebe, Freiheit und Verstand gab mir deine Schöpferhand. 2. Eh ich noch dich Vater nannte, eh ich reif zum Mel. Alle Menschen müssen 406 war, allet nieder! falzen und Gefahr, eh ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für 306 für mein Dasein und für mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest Du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, jegnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu entziehn. 4. Alle meine Lebensfreuden hab ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinen Leiden; und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! Pflichten gegen Gott. 5. Täglich kann ich es erfahren, wie du deine Menschen liebst, ihnen Schuß und Beistand gibst, sie vor Uebeln zu bewahren, wie du sie versorgst und nährst, ihnen manchen Wunsch gewährst. 6. Wie du stets mich weise führest, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lenkst, wie du mein Beschick regiereft, meine Wohlfahrt zu erhöhn, lern ich immer mehr verstehn. 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte und erfleh auch fünstig mir Segen, Trost und Heil von dir. In eigener Melodie. 408 allelujah! Brine und Ruhm, ihr Jubelchöre, jauchzt, Beseligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdensöhne, singet eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er erschafft und er erhält. Tief im Staub verehrt ihn, Kinder! Kinder heißt er uns, uns Sünder, er ist Vater seiner Welt! 3. Zwar sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief gebeugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre Lieder schweigen, feht die Millionen Beugen, laut verküns den sie den Herrn! 4. Aber unsre Seelen heben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Lebens hier. Welche göttlich hohe Freuden, welchen Trost für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir: 5. Wenn der Geist zu ihm sich waget, ein Gedank dem andern saget: Er ist Vater seiner Welt; still entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte sich zum großen Zeugen stellt! 6. Naht Dant. 307 6. Naht euch, zu ihmt, und gut. Lob sei ihm imseine Kinder! Zittert nicht, merdar! seid ihr gleich Sünder, Sünder ihr: die Lieb ist er! Denkt den göttlichen WonGedanken, fühlt die ne, ihm zu danken: groß und gnädig ist der Herr! 7. Halleluja! Bringet Ehre, Breis und Ruhm, ihr Jubelchöre, jauchst, Beseligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdenföhne, finget eure Jubeltöne: er, der Herr, beglückt uns gern! In eigner Melodie. 409 un dantet Alle Gott mit Her zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns so väterlich von unfrer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob, Chr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heilgen Geist! Er, der vom Himmelsthrone voll Liebe auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß Mel. Lobt Gott, ihr Christen 410 uf, Christen, bringet Preis und Ehr dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd und Meer und alle Himmel hält! 2. Frohlockt mit jubelreichem Schall Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstüßt, er, der allein uns helfen kann und gern uns hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt und unsern Seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt; er ists, der unsern Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, kommt, wenn er diese Welt' verläßt, zum Glück der bessern Welt. 8. Singt, Christen, singt ihm Pflichten gegen Gott. 308 ihm Preis und Dank für feine Gütigkeit! Einst wird sie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. was dir gefällt, was nüßet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüßet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, hast du mich, guter Gott, von Mel. Nun dantet Alle Gott 411 Der du von Juz Kindheit an gelehrt. gend auf mit Huld und Vatergüte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Gemüthe denk ich voll Rührung nach, was du an mir gethan, wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 2. An treuer Aeltern Hand entfloh die erste Jugend, sie zeigten sorgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund und machte redlich mir der Weisheit Echäße fund. 3. Wie weit wär ich vielleicht vom Tugendpfad entfernet, hätt ich durch ihren Rath nicht die Gefahr gelernet, zu der das Laster führt. werden wir sein Raub; uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabft, entzogen; wie Mancher von der Luft der Sinnlichkeit betrogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verlegt, eh man sie fieht. 5. Was gut und edel ist, 6. Die echte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen quillt, mit falschem Trost nicht schmeichelt, die Jesu Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, hast du vonJugend auf mich, guter Gott, gelehrt. 7. Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte je mein Fuß vom Tugendwege wanken, o dann erinnre du mit deiner Gotteskraft durch mein Gewissen mich der schweren Nechenschaft. Lob Gottes. Mel. Mein Gott, das Herz 412 Von allen Himdir, Herr, ein froher Lobgefang. Zu dir, Anbetungswürdiger, steig auch der Menschen Dank! 2. Du brauchst zwar unsers Preises nicht, wirst durch ihn größer nie: doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht; und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preisen ist uns Seligkeit, dir danken, hohe Lust; schon hier fühlt, wer sich Lob Gottes. sich deiner freut, den Himmel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht kein sterblich Lied. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unferm Munde sein; stets unser Herz voll Dankbarkeit sich deiner Güte freun. Das Te Deum. In eigener Melodie. err Gott, dich 413 Herr Gott, wir danken dir! Der Höchste ist von Ewigkeit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist, Gott Vater, dich! dich, Sohn! dich, Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der allgewaltge Goit! Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehr ten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, 309 fie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn, und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft! Du Hoherpriester! du Prophet! du König, deß Reich nie vergeht! Du wardst ein Mensch, doch sündenrein, um uns von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechten Gottes fizest du; mit Macht und Güte herrschest du. O, der für uns geblutet bat, erwürgt für unsre Missethat, im Grabe läsfest du uns du kommst, du kommst und hältst Gericht! Einst sei im Himmel ewges Heil mit allen Frommen unser Theil! Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit uns durch unsre Prüfung zeit den Weg zur frohen Ewigkeit! Die Erd ist auch dein Heiligthum! Auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm ge horcht, der sündigt nicht! und wer noch fällt und es be 310 Pflichten gegen Gott. bereut, der findet da Barms für mich von seinem Geherzigkeit. Die Erd erfüll, gen? Herr, stets dein Ruhm, so wie des Himmels Heiligthum! Amen! 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt Thiere zahllos Heer der auf seinen grünen Triften? Quellen rieseln, Winde wes hen, Flüss und Seen werden Meere mir zum Segen, thm zur Ehre. Mel. Mein ganzer Geist 414 röne, feiernder Gefang; An betung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Men schen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhern Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Chrons auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: seid! und zu dem Erdkreis: werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie ers ausrief, da begonnen tausend Sonnen und er hellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Er hat der Sonnen hohes Zelt, die Himmel, über diese Welt für mich auch ausgebreitet; hat seiner Erde Lustgefild für mich auch liebevoll und mild bepflanzet und bereitet. Lachen 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmükken. Noch strömt ihr Freudenquell für mich: noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine Güte wird die Werke seiner Stärke stets erhalten, schüßend über mir auch walten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! O strömt aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfindungen der Lust, den Gütigen zu loben! Schöpfer! Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! In eigener Melodie. mir nicht alle Wälder, alle 415 obet den Hers Felder froh entgegen, reich ren, mächtigen Lob Gottes. 311 er uns huldreich begegnet! tigen König der Ehren! Laßt der Allmächtige fann, wie uns den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! Tretet heran; stimmet ein Freudenlied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 2. Lobet den Herren, der Alles aufs beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hierher geführet, der uns erhält in der gefährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, der unserer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himmlischen Gütern uns schenket, der das Gemüth tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich Trübfal es träntet! 4. Lobet den Herren, der große Barmherzigkeit übet, der, wenn wir Menschen mit Sünden ihn häufig betrübet, noch mit Geduld, göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden vergiebet! 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe bescheret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Roth hat nicht der gnädige Gott Eas Leid in Freude verkehret! 6. Lobet den Herren, der unser Thun sichtbar gesegnet! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun geregnet. Denket daran, was 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht lässet vergehn und verderben und nach dem Tod uns liebt und segnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! le dem Herrn; lobt ihn, Nahe und fern frohlocket in Ewigkeit! Amen! Mel. Allein Gott in der Höh 4160, Ehr und Preis dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der ſo viel Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Chie! 2. Gs danket dir des Himmels Heer, Herrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, sie alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte Pflichten gegen Gott. 312 Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: ach, Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir Heil und Trost erscheinen. Drum dank ich, Gott, drum dank ich dir! Ach, danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und nimmer nicht von seinem Voll geschieden; er, er ist seine Zuversicht, sein Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er, der Herr, durchs Feuer und 417 Breng jei unIn eigener Melodie. reis und Anbedurchs Meer. Gott die Ehre! Gebt unserm 6. Wenn Menschenkraft nicht helfen kann, kein Ret tung uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an: der Allerbarmer neiget zu unserm Angstgebet Angstgebet sein Ohr; sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren: einst sollen meinen Lobgefang auch deine Himmel hören. Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Chre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünder Gözen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Chre! 9. Kommt, kommet vor sein Angesicht, ihm Dank und Preis zu bringen! Bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! ferm Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd und alle Himmel gehet seine Gnad und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlig kommen und unserm Gotte mit Pialmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder. Singt zu sei nem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Jhn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebethat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 3. 3war kann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen vernimmt er hoch herab von fei= Lob Gottes. seinem Himmel unser frohes Danklied und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadenvollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freud und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort be reitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, erneut zu seinem Bilde verklärt und heilig, vom Tod erwacht sind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Halleluja! Amen! O welche Seligteit ists, sein sich freuen! hier und einst im Himmel ihm ganz sich heiligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. 313 Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir! Mel. Jesus, meines Lebens Leben 418 schaffnen Heere, freudig rühm ich deine Macht, daß du mich zu deiner Ehre haft ans Licht der Welt gebracht! Sinne, Leib und Seel und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Dasein auserwählt. Hat mirs an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 5. Hatt' ich, Heiligster, höpfer der er mit Sünden mein verführtes Herz befleckt, o dann ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Erbarmen überströmtest du mich Armen. Nimm, Barmherziger, da für reinen Herzensdank von mir! 4. Herr, du zähltest meine Thränen; eh ich weinte, sahst du sie. Liebreich merktest du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh; und an jedem Lebenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet und mit Kräften ausgeziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt. Für die treue 6. D was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst und, damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben! Dir, dut ewge 314 ewge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ, o führ an deinen Händen mich zum hohen Ziel hinauf! Mit des Himmels Erstgebornen, mit des Mittlers Auserkornen jauchz ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. Pflichten gegen Gott. 4. Du stärkst mir das ges schenkte Leben und läsfest es nie freudenleer; zum höhren Glück mich zu erheben, schickst du auch manche Trübsal her. Doch stehst du auch mit Kraft mir bei, daß ich, o Herr, nicht muthlos sei. 5. Schon oft hat dieß in meinen Tagen zu Freudenthränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Plaz gen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel Mel. Wer nur den lieben Gott 419 könnt ich bich, drohender Gefahr halfſt du O mein Gott, mir treu und wunderbar! recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könnt ich dir ganz den Dank be weisen, den dieß mein Herz dir schuldig ist, dieß Herz, das deiner Gütigkeit sich täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du bists allein. 3. Bu zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werte dei ner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Berather, eh mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 6. Wie soll ich nun nicht voller Freuden beständig deinen Ruhm erhöhn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht freudig trauend auf dich sehn? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer sein. 7. Von deiner Güte will ich fingen, solange sich die Bunge regt; dir will ich Freudenopfer bringen, so= lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich noch mit Seufzen ein. 8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es, mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben dich würdiger erheben kann! Da steigt in selger Lob Gottes. ger Geister Chor mein Lobgesang zu dir empor. 315 ten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schöpfermacht. Weit, über meine Fassung, weit geht, Schöpfer, deine Herrlichkeit. In voriger Melodie. 420 Gott, ben alle Wesen ehren, von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, sehn und hören, hat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weisheit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet und ihnen Lust und Wohlsein schenkt; du bist es, der die Erde kleidet und sie mit Thau und Regen tränkt; du bists, Er habner, dessen Kraft dem Frühling seine Anmuth schafft. 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt; der Blume Wohlgeruch und Pracht verkündigt, Schöpfer, deine Macht. 4. Du gabst, o lliquell alles Lichtes, der Sonne Wärme, gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes und willst auch dadurch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Wel6. So oft ich sie bewundernd sehe, führt mich ihr Anblick, Gott, auf dich; und wo ich steh und wo ich gehe, erfülle heil'ge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Herzens Tiefe siehst! 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! Laß mich mit dankendem Entzücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Andacht weihn! Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen Thaten 421 Was ich nur Guz ist Gottes milde Gabe; Nichts ist mein Eigenthum. Für das, was ich besize, wodurch ich Andern nüße, gebührt, Herr, dir, nicht mir der Ruhm! 2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deine D 2 Huld 316 Pflichten gegen uns selbst. Huld. Durch dich allein gensinn nicht sehen will, gerathen mir meine guten wie klein, wie schwach ich Thaten; an Fehlern bin al- bin! lein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du, Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wider fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vor, gezogen? Bin ich auch je mals dessen werth? 5. Nein, ich bin zu ge ringe der Huld, die ich besinge, und werd es ewig sein. Dieß will ich nie vergessen, so werd ich nie vermessen burch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwenden, was du mit Vaterhän: den mir gütig zugewandt: dieß sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben. Dazu gib Demuth und Verstand! In eigener Melodie. ie leicht ver422 nes Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche und dann aus Wahn, aus Stolz und Ei2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Sünden kenne, auch jeden Trieb, der sich in mir empört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört! 3. Entdecke mir der Tugend wahre Größe und jez des Lasters Niedrigkeit und Blöße, daß nie sein Reiz mich blendet und verführt, daß immer nur der Tugend Werth mich rührt! 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheblich finden! Gib, daß ich sie voll tiefer Scham bereu und ernstlich auch den kleinsten Fehler scheu! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfeh let, gern gut sein will und doch das Böse wählet, leichtsinnig ist und nicht den Irrthum sieht, so gib ihm Licht, daß es den Irrthum flieht! 6. Verhehl ich mir beim Heiligungsgeschäfte ausstolzem Wahn den Mangel metner Kräfte, so lehre mich mir geſtehn voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn! 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue und Demuth. und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe, so gib, daß ich, von Eigendünkel frei, fie recht zu würdigen stets sorgsam sei! 8. Wie manche That entspringt aus niederm Triebe, aus Eigennuß und nicht aus Menschenliebe! Wie manche That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allwissender, gefält! 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl, und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10. Olehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verhehle, und führe du zu meinem wah: ren Glück mich in mich selbst und in mein Herz zurück! 317 Trag ich der Tugend Bürde aus Kenntniß ihrer Würde auch immer mit 3ufriedenheit? 3. Entzieh ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 2. Such ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienten, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch dir zur Ehre rein meine Tugend wäre, weß ist dieß Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudigkeit? Wer stärkte meine Mdi. In alen meinen Thaten 423 ib, Gott, wenn Kräfte im Heiligungsge schäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? ich dir diene, daß ich mich nie erkühne, darüber stolz zu sein! Wer kann bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden und läßt mich Gnade finden und gibst zu meiner Beßrung Glück. 0 3 8. Sollt 318 8. Sollt ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? Ein unnüter Knecht. Pflichten gegen uns selbst. Mel. O Gott, du frommer Gott 424 err, der du Alles gibst, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdien= bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster, nüße, und wenn ich mehr Verstand, als er besigt, besize, bin ich drum mehr, als er? O nein! Wer schenkte mir Verstand und Tüchtigkeit? Ach, Alles kommt von dir. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Gütigteit mich mehr, als Andre, fegnet; gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe und Andre unter mir in kleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel würdiger, als ich? 5. Wie fönnt ich mich, o Gott, des Guten überheben? Was ich besiß, ist dein. Du sprichst, so bin ich Leben; du sprichst, so bin ich Nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth sein! Mel. Wer nur ben lieben Gott 425 Wer bin ich? ge Frage! Gott lehre fie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Wahrheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nüßlich anzuwenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb ich als dein Eigenthum auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Je sus mir gewiesen, geh und ob ich auch im Glauben steh! Demuth. 319 4. Du kennest meines Her- frei von Wahn und Selbstzens Tiefen, die mir selbst betrug! unergründlich sind: drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich Selbstliebe. vom falschen Wahn, der auch 426 Dein Wille ists, den Klügsten täuschen kann! Gott, ich soll mich selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflangt, in heilge Gränzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge kindlich scheue! Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 5. Wer Alles weiß und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das den zur Beßrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt! er6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vaz Heil noch fehlet, mein Va ter, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg wählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier! Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich verliert! Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft; du bists, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug und 3. Rein schnöder Eigens nuß beherrsche meine Seele! Und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun; auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun! 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott dieß schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten SchimD 4 mer! Pflichten gegen uns selbst. 320 mer! Der Erde Reiz entflieht ja doch im Tod auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ists, was uns ſelig macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverleßt Gewissen, nur das kann mir allein des Lebens Last vers süßen; das bleibt mir auch im Tod und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wann die letzten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden und die Bahn der Sünde meiden wollen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Jesum Chriftum zeiget. 3. Du rufest uns zur Heiligung: drum soll schon hier auf Erden mir meines Herzens Besserung die höchste Sorge werden. Gib mir dazu nur Lust und Trieb; Nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern. 4. Gewänn ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lüften wohlgefällt, was würd ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schäße mir, was macht und Glanz, wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunst, nicht Sorge für die Seele. Mel. Es ist das Heil uns 427Nach meiner See- irdisch Glück, nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. le Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen! Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbrins gen? Wie würd ich einst 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Dingen trachten; mich immer, Hei7. O selig, wer danach mit heilgem Eifer trachtet und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der liebt allein sich recht, der findet in der Zeit schon wahre Ruh und einst volltommne Seligkeit! 8. Dieß sei auch mir mein Biel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück nach Wunsche zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt; gib, daß ich so mich lieb, wie dir es wohlgefällt. Sorge für die Seele. Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh und im Gericht vor dir besteh, sei meine größte Sorge! 321 breit und voll, sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stärke mir verleihn, daß ich unMel. Gott Vater, an Erbarmen 428 Hier ist noch unfre überwindlich treu, o Herr, Prüfungszeit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irrthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Laster überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit und flieh den Schlaf der Sicherheit! 3. Mein Vorsatz ist: Ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, ein Neße bei dem andern wahr. Ach, wie viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, 6. Der Sündendienst scheint zu erfreun und endigt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh! 7. 3war ist mein Glaube klein; doch du, du starker Held, sagst Hülfe zü. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trübsal auf mich dringt und Angst mich überall umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand und halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein, nun muß mir Alles heilsam sein. 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist und wer ein Sclav der Laster 322 Pflichten gegen uns selbst. ster ist! Jch will nicht zagen. und doch nie sich stolz erIns Gericht kommt, Herr, heben. wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, Höchster, will ich stets vertraun, stets freudig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre krönt, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Steger sei! 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun, so auf seine Stimme hören und auf seinen Wandel schuun, daß man falsche Wege flieht und mit Eifer sich bemüht, jeinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. Mel. Freu dich sehr o meine S. 429 Lehre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu len= ken, steh mir selbst mit Gnade bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun. Denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, da nach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler sehn, reuig fie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert; fern ſich halten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald verblüht, Lust, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegengehn; gern auch Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn und, wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dahin lenten, wo das Ziel des Glaubens steht; seineBlicke unverwandt nach dem ewgen Vaterland richten und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. Sorge für die Seele. 323 8. Diese Weisheit ist auf du, wenn du sorglos walErden, Höchster, unser bes lest, in Versuchung tallest. stes Theil. Die von dir geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir. Gott! verleihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens letten! 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verkehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch List bethöre. Wach und sich, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Neke stellen. 6. Wach und hab auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Lust erwacht, schimpflich überwinde. Sie betrügt und besiegt leicht den, der sich heuchelt, festzustehn sich schmeichelt. In eigner Melodie. 430 mache dich, mein Geist, bereit; wache, bet und flehe, daß auch in der bösen Zeit fest dein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Versuchung kommen. 2. Sage nicht: ich habe Zeit; jetzt noch darf ich schlafen. Dent an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; sieh, der Tod, der dir droht, kann dich leicht in Sünden unbereitet finden. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir durch seine Gnade auf dem rechten Pfade. 8. Drum so laßt uns immerdar wachen, beten, flehen, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen. Kurze Zeit währt der Streit und dann wird zum Lohne mir die Siegestrone. 3. Wache! dir ist unbekannt, ob dich nicht auf Erden Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es Mel. Alle Menschen müssen sterben daucht, daß er sicher stehe 431 Unser Wandel iſt der im Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Jeder Fußfritt, den ich thue, bringet 06 mich 4. Wache! denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestrei: ten. Gott läßt zu, daß auch 324 Pflichten gegen uns selbst. mich dem Land der Ruhe les Schimmer. Wenig, we näher, immer näher zu. nig Schritte noch und geWort, wie hoch erfreuest tragen ist das Joch. du! 2. Haltets feft, ihr theuren Brüder, baltets fest dieß werthe Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder! Wallet immer muthig fort! Mel. Wer nur ben lieben Gott Muthig blicket hin zum 432 Des Leibes war= Ziele. ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. Muthwillig seinen Bau versehren verbietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei! 2. Sollt ich mit Vorsaz das verlegen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt ich gering ein Kunstwerk schäßen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer sein? 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßen, gibst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch gibst du Vere stand. Dir ist die Sorge nicht zu klein; wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die doch werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht Viele. Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Bilger müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde stehn an euren Wegen! Stürme toben euch ent. gegen; Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Muth: groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr gehöret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn; Jesus selbst ging euch vor an. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! Schon seh ich des Zie Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 325 nicht der Erde größtes Gut ben, laß, Höchster, meine Gesundheit und ein heitrer Weisheit sein! Sie ist ein Muth? Gift für unser Leben und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir schaff ein reines Herz in mir! 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meis nes Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meineKräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bist Störer deiner Ruh; du zogst dir selbst dein Uebel zu. 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte die ser Leidenschaft. Der hast sich selbst, der Wollust liebt und sich in ihre Fesseln gibt. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu be wahren sorgsam sein! Drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih! 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer edler Werke, den Ernst, die Lust zu jeder Pflicht; führt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebene Herz. 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesep mir anbefiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde und reife zur Vollkommenheit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, jo leb und sterb ich dir zum Preis. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, Mel. Wer nur den lieben Gott 433 Der Wollust Reiz wird nicht von dir, o Gott, 07 Pflichten gegen uns selbst. 326 6. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der seinen Leib entweiht, und nie wird deinen Himmel er ben, wer sich unreiner Lüste freut. Ach laß mich ihre Reizung fliehn und keusch zu sein mich stets bemühn! 7. Gib, daß ich allen bösen Lüsten mit Muth und Nachdruck widersteh und stets dawider mich zu rüsten auf dich, Augegen wärtger, seh! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Miffethat! Mel. In allen meinen Thaten 434 Was ist mein zeitlich Leben, das du mir, Gott; gegeben? Ein unschäßbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefft mich ins Leben; dir soll ichs wiedergeben, wenn du gebeutst, doch früher nicht. 3. Sollt ich dieß Glück mir rauben? O Herr, laß mir im Glauben der fünf tigen Aerndtezeit mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mirs dein heilig Wort gebeut! 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dau hast du mirs verliehn. 6. In deine Vaterhände befehl ich. Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben; hiif du nur selbst der Schwachheit auf! 7. Was nüßt ein langes Leben, wenn man nicht Gott ergeben nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. 2. Hier wird die Saat geſtreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Nerndte sein. Je länger ich hier lebe und gut zu hanMiel. Wer nur ben lieben Gott beln strebe, je größer wird 435 Wie mannichfale mein tig sind Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken und zu laben, ſo viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Menich genießt, beweist, wie freundlich, Gott, du biſt! Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 327 2. Du segneft Auen und 7. Ach, Mancher starb Gefilde mit unerschöpfter schon längst und modert, Fruchtbarkeit, die deine väterliche Milde und Allmacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, sich sättige und dank bar sei. durch Trunk zu früh ins Grab gestreckt, von Gott zur Rechenschaft gefordert, mit Schmach im Grabe noch bedeckt. Gott, laß mich ja dieß Laster scheunt, enthaltsam, mäßig, nüchtern sein! 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns unser täglich Brod; du gibst noch mehr, du gibst auch Freuden für einen jeden Sinn, o Gott! Wie groß zum Wechsel im Genuß ist deiner Gnade Ueberfluß! 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben deiner Güte sein und nichts von meinem lleberflusse durch niedreSchwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßi- Mel. O Gott, du frommer Gott gung und Nüchternheit. 5. Mit Speis und Trant 436 Du hast uns, den Leib beschweren ist schimpflich, ziemet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Dir ist, o Heilgster, der Müßiggang verhaßt, für uns des Unheils Quell, für Andere der Last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen und Bürden des Berufs entschlossen auf mich nehmen! Wenn auch mein Angesicht der Arbeit Schweiß beneßt, wohlauf! du hast mich selbst in den Beruf geseßt. 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Zant und Streit; macht treulos im Berufsgeschäfte, raubt des Gewis fens Seligkeit; sett zu den Thieren uns herab und stürzet vor der Zeit ins Grab. 8. So oft ich Speis und Trant genieße, so laß es mit Vernunft geschehn und, daß ich beides mir verfüße, mein Herz auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquickung gibst. Arbeitsamkeit und Berufstreue. 328 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen! Gib mir mein täglich Brod und sorge du für morgen. Ich will an mei nem Theil das Meine fleißig thun und dann mit Zuver sicht in deiner Fügung ruhn! Pflichten gegen 4. Auch fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände; den Anfang jegne du, beglücke du das Ende! Laß mich bei jeder Last auf jenes Leben sehn, wo wir nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn. Mel. In allen meinen Thaten um Fleiße ward 437 3 das Leben vom Schöpfer uns gegeben und nicht zu träger Ruh. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freude zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte; er fördert die Geschäfte, gibt uns ein fröhlich Herz; er schafft uns süßen Schlummer, erleich tert Gram und Kummer und lindert oft den herbsten Schmerz. was 3. Er hilft den Hang besiegen zu fündlichem Vergnügen. Was m stets erfreut: der Unsern Wohlfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt nüßen, das ist das Glück der Thätigkeit. uns selbst. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Gu ten werden; du gabst der Kraft uns viel. Dich, unsern Herrn, zu ehren und Menschenglück zu mehren, sei immer unser schönstes Biel! 5. Wenn Andre trostlos klagen, dann werden wir nicht zagen und keinen Tag bereun. Wenn Träge trauern müssen, dann spricht uns das Gewissen getrosten Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel edle Thaten um uns gleich reireichen fen Saaten mit Früchten stehn; wenn Tausende sich freuen und heißen Dank uns weihen, wie ist dann unser Lohn so schön! Mel. Es ist das Heil uns kommen 438 Gott ist, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. Wer sichs zur ersten Sorge macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht, dem gibt er auch auf Erden 329 den vom Jrdischen mit milMel. Allein Gott in der Höh der Hand so viel beim Fleiß 439 11ns strömt aus deiner in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßet. Arbeitsamkeit und Berufstreue. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krönet sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und keine Mißgunst schade. Mit seinem Schuß bedeckt er sie und segnet bei des Lebens Müh ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie ege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut, Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich soll, gestärkt durch dich gehorsam und mit Freuden, daß ich in meinem Stande treu und meinen Brüdern nüßlich sei und dir zur Ehre lebe! 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis und daß die Frucht von mei nem Fleiß in jene Welt mir folge! hand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Creatur; du bist des Segens Quelle. 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand; du machst die Reiche blühen; du führest Weise in das Land und segnest ihr Bemühen; du gibst dem Geiste Thätigkeit; du bists, der Jedem Kraft verleiht, den Nächsten zu beglücken. 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entlegnen Völkern her, damit gesegnet werde mit allen Gütern deiner Hand das fernste Volk, das fernste Land und deine Liebe preise. 4. Du zeigest ihren Wirkungskreis den Bürgern dieser Erde, daß Jeglicher durch seinen Fleiß dem Andern nüßlich werde. Daß Jeder, den dein Wink erschuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr weis uns brauchen unsre Zeit nach uns 330 Pflichten gegen uns selbst. unsern besten Kräften! Hilf dein milder Segen. Nicht nüglich werden Jedermann, zum Verderben gabst du wenn Rath und That ihm mir mein zeitliches Vermöhelfen kann zn seinem bes gen; du gabst es mir zum fern Glücke! wahren Wohl. So hilf denn, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche! 6. Wie du für Alle Vater bist, für Böse und Gerechte, so sei, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Trost be gehrt, find er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest deinen Segen; du rufft: jum Sege nen seid bereit, geht Brüdern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist, so sei ein Jeder, der sich Christ nach Jesu Christo nennet! Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? Vergänglich, wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werde! Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergesse! 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verführt mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintanzusehen, was meiner Seele Heil begehrt und mir ein ewig Glück gewährt? Wie strafbar würd ich handeln! 5. Mein erstes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben! Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn Mel. Es ist das Heil err, 440 dich doch gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten! Gib selbst mirWeisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt, das mit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir; es ist Hab ich nur, Höchster, deine Huld, bin ich voll Glaubens und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen! VonUnruh und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden Nichts und Nichts Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 331 3. Ein Gut, das unsern Geift wahrhaftig foll_beglücken, darf nicht vergänglich sein, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats und wünscht noch mehr; er darbt in seinem Glück, sein Herz bleibt freudenleer. Nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er feinen Sünder. 7. Lehr du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst; nein, in der Zeit es nüßlich anzuwenden! Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müh erleichtre! 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im Jrdschen lenken; daß selbst von Gütern dieser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ärndte. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schaß auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dieß, kann mir entrissen werden. Dieß Mel. Gott, du frommer Gott bleibt im Tod auch mein; 441 aß dieß folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. as mich doch nicht, o Gott, den Schäßen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit! 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besiß nicht stets in unserm Willen; nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich 442ste Mensch auf Mel. Wer nur ben lieben Gott bin der danach ringt; und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. Erden: ich hab genug; drum hab ich viel! Ein Andrer mache 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Getstes Kraft zu ewgen Gütern hin. 332 mache sich Beschwerden, wie er den Mammon finden will! Gott bescheert, dem ist der größte Schat gewährt. 2. Der Reichthum liegt in den Gemüthern; wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei großen Gütern; denn sie verlangen immer mehr; und wer sich selber nicht besigt, hat einen Schap, der Nie mand nüßt. Pflichten gegen uns selbst. 3. Ein Geizhals hat bei seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. hats und darf sich Nichts nehmen, weil er sichs immer selbst verbeut; mehr, als sich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. Er doch 4. Wie ungetrübt verfließt dagegen mein Leben bei Genügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Zufriedenheit und denke: Gott gibt jeden Tag mehr, als ein Kaiserthum vermag. 5. Ein Geizhals gehet ins Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber tann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht klebt. So fährt die Seele selig hin, wo ich bei Gott der Reichfte bin. Mel. Wenn mich die Sünden 443 Laß, Herr, nach eitlen Ehren mich niemals geizig sein! Laß deinen Geist mich lehren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht! 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sei, Vater, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht in Besitz von Schäßen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich seßen; sie sind doch Eitelkeit; sie sind doch nur des Thoren Glückt, verlassen uns im Tode und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äufre Würde verblende meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin! Verdienst und Tugend sei allein der Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein. 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Treu verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jefu Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 333 su Beispiel üben, daß sei ses eines Menschen Ruf, mir wahrer Ruhm! den Gott zur Ewigkeit er 6. Es sei, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die aufkeimt für die Ewigfeit; und, Herr, dein Beifall Lohnet mich mit Zufrieden heit. 7. Wenn einst die ernste Wage du, Weltenrichter, nimmst und am Vergeltungstage der Thaten Werth bestimmst, dann müsse mei nem ewgen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! Mel. Auf, Chriftenmens 444 dem, der W befire Schäße liebt, als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nüßen. Sie dürfen unser Herz erfreun und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Got tes Reiche trachten, ist die schuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Tie Liebe für ein schimmernd Erz vers drängt der Tugend Liebe und machet der Vernunft zum Spott ein elend Gold zu deinem Gott. 5 Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist und tödtet dein Gewissen und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er mit Meineid sprechen, dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, Hindern und glaubst, du habst sie wohl. bedacht 334 bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterli ches Amt und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu spre chen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren, du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. Pflichten gegen uns selbst. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht, Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und lehrest selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du gossest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch dein mächtig Werde! auch meiner Seele irdisch Haus, gabst mir der Sinné fein Gefühl und auch dadurch der Freuden viel. 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dieß mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch Weiser Gebrauch der luft, Ehr und Gold nicht die Sinne reizt; nach WolLebenszeit. trachten, wonach der Mensch so lüstern geizt; nie scheuen, was die Pflicht gebeut, und Tel. Wer nur ben lieben Gott 445 Da gabst mir, wär es auch voll Bitterfeit. Ewger, fes Leben nicht für den Aus genblick der Zeit; du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier ist der Vorbereitungsort, Bestrafung und Belohnung dort. 6. Dein Unterricht sei nicht vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getren und beim Genusse dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig sei! Vollkommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig als Übgötterei von mir entfern und hasse! Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut. Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 335 7. Wohl mir, wenn ich Nimm mit erkenntlichem es muthig wage, der gro: Gemüth der nahen Stunde Ben Hoffnung werth zu wahr: sie flieht! sein und diese kurzen Uebungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten und wirfst so sicher Jahre weg. Bist du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 8. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt und jede Lockung über winde, die meinem Herzen Neße stellt, wenn ich- o se liger Gewinn!- als Sieger dort gekrönet bin! 9. O gib mir deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gefunden Tagen im Geist zu meinem Grabe gehn und da bei Freuden und bei Plagen auf dich und jenes Leben fehn, damit ich, meiner Pflicht getreu, der höhern Freuden würdig sei. Mel. Wer nur den lieben Gott 446 s eilt der lette von den Tagen, die du hier lebeft, Mensch, herbei: erkauf die Zeit und, statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch sie treu! 3. Ein ewig Glück einst zu besißen, sollst du des kurzen Lebens Zeit als deine Saatzeit weislich nüßen und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Eins ist Noth! Was säumest du? 4. Drum eil und rette deine Seele und denke nicht: ein andermal! Sei wacker, bet und überzähle der Menschentage fleine Zahl. Set fromm und wandle vor dem Herrn, wär auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen, ich bin vor deinem Angesicht und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich ich nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil er= 336 erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist doch eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäf ten die Pilgertage durchgelebt und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hülle fällt. Pflichten gegen uns selbst. Mel. Wer nur den lieben Gott 447 ⁰ o eilt ihr hin, ihr Lebensstunden? Zeit, edle Zeit, wo fleuchst du hin? wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Bilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dieß sei dein Gram, dieß sei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich! Den ungenüßten Augen blick bringt keine Reue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh er des Lebens Werth versteht; er nahet früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Menschenleben werth, das ungenüßt vorüberfährt? 4. Mensch, sei ein Mensch, fang an zu leben, um nüßlich für die Welt zu sein; fang an, dem Guten nach: zustreben, bring das Versäumte doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 5. Sei nicht den kleinsten Zeitpunkt müßig, da du nicht deine Pflicht erfüllst; du haft den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. Wiss, ein Verlust, der ewig reut, ist der Verlust der edlen Zeit. 6. Gib dir von einem je den Tage, den dir Gott schenket, Rechenschaft; durchdenk ihn, leg ihn auf die Wage: vollbrachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Möglichkeit gethan, was Gott von dir einst fordern kann? 7. Herr meines Lebens, sei doch künftig mein Heil und meines Lebens Kraft: so wandle ich als Mensch vernünftig, so leb als Christ ich tugendhaft; so dank ich dir in Ewigkeit für die mir hier verliehne Zeit. Genügsamkeit und Zufriedenheit. 337 Mel. Wer nur den lieben Gott Glück, so werden Fehler, die dich reun, selbst Mittel dir zur Weisheit sein. 6. Ermanne dich, dieß kurze Leben dem weißesten Gebrauch zu weihn; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier guten Saamen auszustreun, der reifend für die Ewigkeit am Tag der Aerndte dich erfreut. 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Ruh in das Vergangne hin und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Wonne, die dort den umgibt, der hier sich treu im Guten übt. 448 Blick Blick hin in die vergangnen Zeifen, mein Geist, und sammle Weisheit ein, um, frei vom Dienst der Eitelkeiten, der Tugend dich allein zu weihn. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück: Zufriedenheit. 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquickt; doch dank ihm auch für jedes Leiden, daß er dir liebreich zugeschickt. Denn Alles, was er an dir thut, ist weise stets, ist ewig gut. 3. Vergiß nicht, wie er dich beschüßte, wenn sich Gefahren dir genaht; dir schenkte, was dir wahrhaft nüßte, oft eh ihn noch dein Flehen bat; und wie er oft dir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm begehrt. 4. Denk an die hingefloßnen Stunden, die der Alliebende dir gab. Sind fie in seinem Dienst verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewigkeit. 5. Doch blick auch voller Scham und Reue auf Fehler vorger Zeit zurück und lern aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein Genügsamkeit und Zufriedenheit. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 449 Du flagst und fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst: du strebest glücklicher zu werden. und siehst, daß du vergebens trebst. Ja, tlage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit; die wahre Ruhe der Gemüther P ist 338 Pflichten gegen uns selbst. ist Tugend und Genügsam- werden, und bete Gottes feit. Genieße, was dir Gott Willen an. beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Fries den, ein jeder hat auch seine Laſt. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden; nimms dankbar aus der Vorsicht Hand; erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesent Loos verband. Sie gibt dir Munterkeit und Kräfte und nährt und stärkt sie väterlich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte und ihr Gebrauch ist Glück für dich. 3. Hat Andern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir; darf dieß wohl deinen Neid er regen? Denk: wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüßet und deinem Nächsten frommt, als du? wenn er dich nährt, regiert und schü get, was fehlet dann noch deiner Ruh? 4. Du prangest nicht in hohen Würden, beneide nicht der Großen Glück. Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward In voriger Melodie. 450& ntehre nicht, kein Ueberfluß gewähret, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen und froh zu sein, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die feine Klugheit hindern kann; schaff nur, daß sie dir heilsam wünsch ihn auch nicht aus Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, ent behret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich bedarf und mehr verliehn, laß eifrig sich mein Herz 2 bestre 3. Gott ist der Herr und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht fo, mie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufriedenheit; beforge deines Stands Geschäfte und nüße deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott erge ben, ein ewig Glück in Hoff nung fehn, dieß ist der Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! Genügsamkeit und Zufriedenheit. bestreben, die Unzufrieden heit zu fliehn! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir vertraun, dich lieben müss ewig meine Wonne sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 451 Ich ch bin in mei nem Gott zufrieden mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden, sein weiser Rath will stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß, ich, daß ers treulich meint. 2. Er weiß allein, wodurch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen werden. Erreicht er diesen Zweck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit Allem, wie ers mit mir fügt. 339 Leben, freudenleer mein Stand, mein Loos; ist mein höchster Wunsch, mein Streben, reich zu sein, geehrt und groß, dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg und Plage. 2. Lernt ich mäßiger begehren, mäßiger im Wünschen sein, jest genießen, dann entbehren, o wie glücklich würd ich sein! Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. 3. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht zufriedenheit; wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weisheit sich verbindet und ihr Glück auf Tugend gründet. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Vaterhand; nicht, wie wirs zu wünschen pflegen, nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen, auch mein Theil mir zugemessen. 5. Ringet um der Tugend willen, Brüder, nach Zufriedenheit! Schwere Pflichten zu erfüllen, hilft nur Geistesheiterkeit. Gram im Herzen tief verschlossen macht zu jeder Pflicht verdrossen. 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, still und 2 kinds 3. Muß mir die Freudensonne scheinen, so dank ich fröhlich seiner Huld; muß aber ich in Trübsal weinen, so nehm ichs auch an mit Geduld. Denn das, mas seine Weisheit thut, ist Alles ewig recht und gut. 452 Mel. Herr, ich habe mißgehandelt cheint mir freu denleer das 340 findlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ewge Freuden stärke dann mich auch im Leiden. Pflichten gegen Streben nach Herzensund Gewissensruhe. uns selbst. 4. Es ist und bleibt, wie's immer ist gewesen. Wer mag von Disteln Feigen lesen, und bringt der Dorn auch füßen Wein? Die Welt kann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Das rechte Leben hüllt still in frommer Brust sich ein. 3. Nicht Alle, die zu Christo sich bekennen, nicht Alle, die ihn Herr, Herr! nennen, sind würdig auserwählt zu sein. Drum suchen Viele falsch hienieden in Gold und Ehre ihren Frieden und gehen nicht zum Himmel ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten, dann hast du, was dich ſtill erhält. Laß toben Schrekken und Gefahren, du kannst nur Himmlisches bewahren! Das Andre aber, das zerfällt. In eigener Melodie. 454 Nicht auf den Höhn, nicht in den stillsten Gründen bist, süßer Friede, du zu finden, der Paradiesespalmen trägt! Dein Reich ist nicht der Welt Getümmel, du herrschest segnend in dem Himmel und in der Brust, die für ihn schlägt. In eigener Melodie. 2. Du weinst, o Mensch, 454 Besi ich nur ein ruhiges Ges wissen, so ist für mich, wenn Andre zagen müssen. nichts Schreckliches in der Natur. dich treffen schwere Leiden; du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Christ? Hier weilen Kampf und Streit und Mühen; willst du ins Land des Friedens ziehen, so lerne, wo der Himmel ist. 2. Dieß sei mein Theil! Dieß soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiz get und Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh, den Trost in meinem Leben, sollt ich für Lust, für Lust der Sinne Weißer Genuß der Lebensfreuden. 341 Glück, o Mensch, kann grö ßer sein? Sinne geben? Dieß lafse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste sein! Sie ist's; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt in mir des Bösen Lust entbrennen, doch Dank sei Gott! er schüßte mich. 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks er höhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen mir jeden frohen Augenblick. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen, im schwersten Kreuz mit Frieden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. Was gibt mir die Güter zu verachten, wo nach so ängstlich niedre Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dieß größte Gut. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 11. Jm Herzen rein, hinauf zum Himmel schauen und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch 12. Sieh, Alles weicht, und du wirst sterben müssen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 13. Heil dir, o Christ, der diese Ruh empfindet Bewußtsein gründet, daß und der sein Glück auf das nichts Verdammlichs an ihm ift! 14. Laß Erd und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß über mir den Bau des Himmels brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Weiser Genuß der Lebensfreuden. Mel. Nun dantet Alle Gott 455 Dealudt, gern beglückt, Freuden uns bereitet, wie selig, wer, von dir, an Vaterhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wenn er zu dir sich hält und nur Vergnügen sucht, das dir, o Gott, gefällt. 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet; wenn er die Freude tennt, dir näher, Gott, zu P3 fein 342 sein, erstaunt sich deiner Macht und deiner Huld zu freun! Pflichten gegen uns selbst. 3. Wie selig, wenn er selbst der Erde kleinre Freuden mit Maaß und Weisheit wählt! Jhr Uebermaaß wird Leiden. Nach arbeitvoller Müh erquidet der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich Ueberdruß. 4. Ogib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn fie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brust, durch Laster Mel. Mache bich mein Geift nie entweiht, nur für die 456 Viele Freuden reine Lust! streust du hin auf den Weg des Lebens. Schöpfer, diesen Vatersinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreust unsern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir treu zu bleiben. 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten; die Unschuld müsse nie vor meinem Schmerz erröthen! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh mich freun, doch keinen Augenblick den falschen Freuden weihn. 6. Vernunft und Tugend, seid Gefährten meiner Freuden! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Glück beneiden. Was mir an Reichthum fehlt, erfetzt Zufriedenheit; der frohste Sinn wohnt gern bei frommer Häuslichkeit. der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stärke mich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 7. Der Tag der Fröhlichkeit sei niemals ganz vers loren! Ich ward zum Dienst 8. Nie soll durch meine Lust der arme Bruder leis den! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er verlebt, wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid er ohne Dank für den, der mich erfreut! 2. O wie schön ist deine Welt und wie reich an Segen! Nur ein Thor, dem nichts gefällt, sinkt dem Gram entgegen. Was ist Roth, was der Tod gegen so viel Gaben, die den Weisen laben? 3. Uns, o Gott, gabst du Gefühl für den Reiz der Erde, daß der Lauf zum hohen Ziel uns erleichtert werde; und auch ich freue mich, denn du hast mir Leben und Gefühl gegeben. 4. Doch Weiser Genuß der Lebensfreuden. 343 getreu in den Taumel sinken! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre und mein Heil nicht störe. 10. Alle Lust der Sinnlichkeit wird vorüberfließen; nur was Geist und Herz erfreut, werd ich stets ge= nießen. Guter Gott, laß im Tod, wann die Sinne schwinden, mich dieß Glück empfinden. 4. Doch ich soll des Lebens Lust menschlich nur genießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschlieBen. Deine Hand gab Ver. stand, Triebe zu beschränken, die zum Bösen lenken. 5. Nie darf das Vergnügen mich meiner Pflicht entlocken; nie mich, Vater, gegen dich und mein verstocken. Heil Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch lebet, steht einst da und bebet. 6. Ach, wie mancher hängt sein Herz fest an Erdenfreuden! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen. 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwächen. O wie wird sich, wenn sie weicht, das Gewissen rächen! Steh mir bei! Gott verleih, daß, wenn ich erkranke, doch mein Trost nicht wante! 8. Nur ein mäßiger Genuß stärkt des Lebens Kräf te; er verscheucht den Ueber. druß, fördert die Geschäfte, und mein Geist, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. 9. Gib denn, daß ich weise sei, wenn mir Freuden winken! Laß mich nie, dir un Mel. Gott des Himmels und der 457 Bis der Tod ihm winkt zum Grabe, dante seinem Gott der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, verliehen ist, der auch nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret feine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nüßlichem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Laumel trennet, bleibet von dem Christen fern, dessen heitrer fester Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände und die Erde freudenleer ihm vor seinen Augen stände, Hoffnung 4 flieht 344 flieht ihn nimmermehr: muthvoll geht an ihrer Hand er ins beßre Vaterland: 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. Pflichten gegen uns selbst. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott genommen, und ähnlich werden unserm Herrn, zu dem dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wunder seiner Hand aus unsern tiefen Fernen und wissen: unser Vaterland ist über jenen Sternen. 458 Daß unser Gott uns Leben gab, deß wollen wir uns freuen und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dank erneuen. 8. Auf unserm Leben schwimmt wie Schaum ein Mel. Mein erst Geschäft sei Prets wenig Müh und Kummer. Das Leben ist ein Morgentraum, der Tod ein kurzer Schlummer. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Würmern ihren Raub, weil Gott uns auferwecket. bogen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden seine Gnade. Wir finden feiner Güte Spur auf jedem unsrer Pfade. 5. Drum können wir bei frommem Fleiß getroft auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. Geduld und Gelassenheit im Leiden. 3. Die Frühlingswärme haucht sein Mund, und Kühlung wehn die Wogen. Am Mel. Was mein Gott will Himmel zeugt von seinem 459 Gott, immer groß Bund der an Huld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängst du über mich nach ewig weisen Schlüssen; sie werden mir, trau ich auf dich, zum Besten dienen müssen. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner Freuden, verkenne deine Vater Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 345 Vaterhuld, vermehre meine mer Dulder, hier im GlauLeiden, vergeß oft des Be- ben! Noch so dunkel sei dein rufes Pflicht und quäl mich Pfad, lasse dir den Trost jeden Morgen beim Man- nicht rauben, daß nach diegel froher Zuversicht mit ser Dunkelheit dich ein helimmer neuen Sorgen. les Licht erfreut!" 3. Mein banges unruhvolles Herz, unfähig, sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, bes kämpfet seinen Kummer nie; wünscht zwar ihn zu vermindern und sucht doch, ohne Fleiß und Müh, umsonst ihn zu verhindern. 4. Du, Vater, weißt, was mir gebricht, du kennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Last, die du mir auferlegt, tann mich nicht niederdrücken; wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weihet; du rettest, tröftest, jegneft gern den, der sich ihrer freuet. O laß mein dir ergebnes Herz auf diese Hülfe sehen, so werd ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, be stehen. 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glauben litten. Sieh, sie stehn vor Gottes Thron, ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger sein und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm iſt deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. Väterlich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer tränket. Gott ist Vater mild und gut, Lieb ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelassenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst en froh herniederschauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. D dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier geflossen! Wie ein Strom Mel. Jesus, meine Zuversicht 460 Säe deine Thrä- von oben her wird dann nenfaat, from Trost ins Herz gegossen, und 35 vor 346 Pflichten gegen uns selbst. vor dem verklärten Blick Sünde Lockung scheun? schwebt des Himmels ewges Wird nicht, wenn nie ein Glück. Schmerz dich rührt, dein schwaches Herz gar leicht verführt? 7. Drum sei, Dulder, unverzagt: harr in deiner Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn, und die Krone winken jehn. 8. Dort verschwindet alles Leid wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heilge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig selig da zu sein. 4. Was predigt stärker dir die Lehre: vergänglich ist die Lust der Welt! als wenn in Trübsal manche Zähre herab von deinem Auge fällt! Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gottergebenheit? 5. Wenn alle deine Stüßen brechen, auf welche sich dein Arm gestüzt; wenn Krantheit, Gram und Schmerz dich schwächen und Macht und Reichthum dich nicht Mel. Wer xur ben lieben Gott 461 Wohlthätig sind schüßt, dann lernst du freus dig Gott vertraun und nur auf seine Hülfe baun. der Erde Leiden. Dieß glaube fest und murre nicht. Am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. Drum dulde mit Gelassenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 6. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt; schafft bir durch sie selbst fünftge Freuden, indem er dein Gewissen rührt. Verehre seine Weisheit, Christ, die strafend selbst noch Güte ist! 7. Gott will, wie gute Väter handeln, durch weise Zucht dich auferziehn; gut sollst du und unsträffich wandeln, die Welt und ihre Lüste fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Le ben der Unsterblichkeit. 8. So nimm in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an und walle 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt; du sollst mit kindlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein so leicht der Thorheit Bahn vermeiden, so gern der Geduld und Gelassenheit im Leiden. 347 walle ohne Furcht und des Todes Pfade vertrau Grauen auch auf der allerrauhsten Bahn! Ihr Ende wird dich einst erfreun und Wonne, Ruh und Friede sein. ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr 462 gut geschehn. wird Alles lenken, und was Mel. In allen meinen Thaten ch hab in guten Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelaſſen 463 In Chrift, sei Mel. Nügegenwärtiger ich Trübfal, mich auch in Leiden fassen. Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun! Jetzt hat mein Geist noch Kräfte, sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf unverzagt! Wann Schwer muth an dein Herz sich wagt, erheitre dein Gemüthe; du weißt auch dich liebt väterlich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; dein Gott schickt dir es zu und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und Reich an Gnad und Segen. 3. Der dich in Jesu herzlich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele; weckt dich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt stolz und Uebermuth, erstickt der Wollust wilde Gluth, bricht die Gewalt der Sinne, erweicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 5. Auch P6 348 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld, erhöht den Werth von Gottes Huld; stärkt mächtig dein Vers trauen; lehrt im Verlust dich nun mit Lust aufs Unsichtbare schauen. Pflichten gegen uns selbst. 6. Der Leiden Zucht er hebt dich stets zu größrer Andacht des Gebets und stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. Mel. Herzliebster Jesu 7. 3war flört das Kreuz 464 Gin Herz, o Gott, in oft deine Ruh; Thränen säest du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch! Es wird dir noch zur reichen Aerndte werden. und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir jo oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig, ewig währet dort dein Genuß ohn Ueberfluß, wie ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets dein Gott getreu, fteht dir als Vater liebreich bei, sorgt, daß er dich erquicke. Er schafft dir Rast, daß deine Last dich nie ganz nieder drücke. 11. Turch Trübsal sind zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jesu, eingegangen. Denkit denn nur du in träger Ruh die Krone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich als sie; gleich ihnen bet und zage nie; denn Gott erhört dein Flehen. Bald weicht dein Leid; zu seiner Zeit wird dich dein Gott erhöhen! 10. Verbirgt er auch sein Angesicht, dieß raube deinen Muth dir nicht! Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht vers Laffen. 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden und nennen Lohn, den wir verdient be kommen, Trübsal der Frommen! 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen flagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwelgers Schmerz, des Neids vermißte Freuden des Christen Leiden? 5. Ift Geduld und Gelasfenheit im Leiden. 349 5. Ist deren Qual, die bis hierher! zu dem Meere? deinen Rath verachtet, nach Ist er nicht auch dein Helfer Gottesfurcht und Glauben und Berather, dein bester nie getrachtet, und die nun Vater? büßen ihrer Thorheit Freuden, christliches Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu haffen, züchtigen lassen. 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jeßt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten die nen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Jch bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, dieser Seit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Christ gelassen leid und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken und ihm vertraun, dieß stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Mert auf! Wer spricht: 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung, Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Wer nur den lieben Gott 465 Groß ist der Herr! Die tern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn hinaus herrscht sein Geseß; als Vater waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 37 3. Was Pflichten gegen uns selbst. 350 3. Was dich auch drückt, mein Herz, er rettet! Ver: traun ihm ist deine Er, der den Wurm im Lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geist! 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächten ist dir der Ewige nicht fern. Mit deinem Leiden, deinem Harm wirf seiner Huld dich in den Arm! 5. O schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blick auf und bet und glau be: versagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heilge Dunkel seiner Huld! 6. Gott fehlet nicht! O Seele, thue, was dir gebührt, sei fromm und gut! Versage dir nicht diese Ruhe; aus ihr erwacht der hohe Muth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, tröstet, hebt und sſchirmt. 7. Vertraue Gottes Vaterhänden, wenn er den frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. Mel. Wann mein Stündlein Thränen 466 Wir trocknen unz ab; erhebet euch, Gefühle! Wir schauen vorwärts auf das Grab und weiterhin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod. Wir wollen nicht verzagen! 2. Und wären wir auch noch so arm und hätten nichts als Sorgen und Mangel, Blöße, Frost und Harm und, ach! kein Brod für morgen; zur Weisheit führt des Lebens Noth, und Glück und Fülle bringt der Tod. Wir wollen nicht verzagen! 3. Und wären wir auch noch so krank, zur Tugend führen Schmerzen. Für je des Leiden Preis und Dank! Erhebt euch bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück. Wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so manches Grab geliebter Menschen nieder, und manche Thräne rollt hinab, doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Vaterland! Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir, wollen nicht verzagen! 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn, sie blühn in neuer Jugend; wie frei ist nun ihr Geist von Wahn, wie Geduld und Gelassenheit im Leiden. 351 wie lauter ihre Tugend! dir leicht sein würden, erst Drückt uns auch mancher heiße Tag; sie gingen vor, wir kommen nach. Wir wol len nicht verzagen! zur Felsenlast. Zagend Herz, besieg den Schmerz! Drückt die Bürde gleich den Schwachen: doch wirds Gott wohlmachen. 4. Du führst Christi Namen; treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und der Himmel bricht! Der steht fest, wer Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter krachen: doch wirds Gott wohlmachen. 6. Das Leid, das schmerzlich uns zerreißt, veredelt die Gefühle; es stärkt und läutert unsern Geist und führt empor zum Ziele. Wir trocknen unsre Thränen ab und schauen über Tod und Grab und wollen nicht verzagen! Mel. Jesu, meine Freude 467 Christ, aus deinem Herzen banne Gram und Schmerzen! Fasse neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket: Gott ists, der es schicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: doch wirds Gott wohlmachen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne sei: nes Kampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet und dann froh erouldet, was dein Gott verhängt! Steh als Held vor aller Welt! mag sie deiner Hoffnung lachen: doch wirds Gott wohlmachen. 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu sein. Stets, im Tod und Leben bleib ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohlzumachen. 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du wie verwaist; schreckt mit jedem Tage ei ne neue Plage den bedrängten Geist; weicht das Glück auch stets zurück; scheints dich nie mehr anzulachen: doch wirds Gott wohlmadjen. In eigener Melodie. 3. Bürden abzunehmen, 468 Sollt es gleich dazu Gram sei dir verhaßt! Un geduld macht Bürden, die scheinen, als verließ der Herr die Seinen, auch in Sturm und 352 und Finsterniß glaub ich doch: Er hilft gewiß! 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wonach ihre Kinder streben? Weis ist Gott; ich harre still; er gibt, wem und wann er will. Pflichten gegen uns selbst. 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schuß, wird für mich wachen! Schwer sei meines Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe sehne, jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd ich gleich verfolgt vom Neide, leb mit Bösen ich im Streite, folgt mir Spott und Lästrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. Eitle lassen; Fürst und Bettler muß erblassen; Glück verschlimmert, und der Tod führt den Dulder aus der Noth. In eigener Melodie. 4. Kann ich, ist die Noth 469 Warum sollt ich am größten, mich doch naher Hülfe trösten: er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nichts bracht ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben; Nichts nehm ich mit von der Erde, wenn ich sie nach vieler Müh einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ichs hin, preise ihn, blick aufs beffre Leben. 8. Will mich auch die Welt vertreiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das 10. Ach. Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein Stab. 4. Schickt er mit ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Bein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er wird wohl, wie er soll, all mein Unglück enden. 5. Gott Geduld und Gelassenheit im Leiden. 353 Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt; sollt ich jeßt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder; nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder. 6. Stolz, Haß, Welt und ihre Rotten können mir Nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, seinem Gott ver trauen. Was sollt er zu In eigner Melodie. schmerzlich finden? Selbst 470 Was Gott thut, den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. das ist wohlgethan! Voll Weisheit ist sein Wille. Ihn bete ich in Demuth an und halt ihm findlich stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten, nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen; endet die: ses Lebens Leiden und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. D dann wird an hö hern Schäßen Geist und Herz, frei von Schmerz, ewig sich ergößen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt; fie enthält Güter, die verschwinden. 11. Herr, mein Heil, DQuell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herz zen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. 10. Sind nicht dieses Lebens Güter Unbestand, eitler Tand, Lasten der Gemüther? Dort, dort sind die edlen Gaben; da mein 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen, er führet mich auf rechter Bahn zum seligsten Vergnügen. Troft und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen tann Pflichten gegen uns selbst. 354 kann, wird er mir Hülfe schenken. Ja, seine Treu ist täglich neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid. kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. Es 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken; weil mich zulegt mein Gott ergögt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will hilft in der Noth und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, Ruh, Hoffnung Freude, Leben; drum, was er will, dem will ich nicht unmuthigwiderstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wenn es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen, so will ich voll Ergebenheit in seinen Rath mich fassen. Dir, Gott, befehl ich meine Seele in meinen leßten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Höll und Tod für mich auch überwunden. Es auf die rauhe Bahn Noth, 472 Was Leben auf Mel. Wer nur ben lieben Gott ist Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väter lich in seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. der Erde? Ein Wechsel ists von Freud und Leid, Hier stört oft Unruh und Beschwerde mein Wohl und meine Heiterkeit; hier wohn ich noch in einer Welt, die In eigner Melodie. 471 Was mein Gott kein vollkommnes Glück enthält. will, gescheh allzeit! Sein Will, der ist der beste. Zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glaubet feste. Der treue Gott 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil und bleibst, wenn auch die Geduld und Gelassenheit im Leiden. 355 die Noth am größten, doch allerrauhsten Wege blick meines Herzens Trost und fröhlich hin zur Ewigkeit; Theil und stehst, nach dei- da wirst du frei von aller ner Vatertreu mir stets Pein, ganz selig, ganz zumit Rath und Hülfe bei. frieden sein. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dant, auf Klage fro: her Lobgesang. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir, dieß stärke mich! Wer des sen stets versichert ist, der lebt und stirbt getrost als Chrift. 4. Erwarte nicht beständge Freuden, mein Geist, in deinem Uebungsstand; denn bliebſt du frei von allen Leiden, würde deine Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so fummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Trost: er schüßt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein! Ruf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht! Dieß stärke deine Zuversicht! 7. Befiehl dich seiner Vaterpflege: hoff und vertrau ihm allezeit! Auch auf dem Ja eigner Melodie. 473 Herr, mein Gott, den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thust mir theuer sein! 2. Du, du regierst mit Weisheit, Lieb und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag ich einen Augenblick? Du bist mein Gott und willst mein Glüct. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu dir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehrts mein ewig Heil 356 Heil, so bleibe nur dein Trost mein Theil. Pflichten gegen uns selbst. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine Schuld, so zag ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Sollt ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich sein? 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenns alle Welt auch schäßet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich! Mel. In allen meinen Thaten 474 Was as ist, daß ich mich quäle? Harr Gottes, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es und Gott schüßet, er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch Mel. Schon ist der Tag von sah. Eh ich mich selbst noch 475 Wenn gleich aus kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. ternacht Gewitter um mich blitzen, so zag ich nicht: mein Geduld und Gelassenheit im Leiden. 357 fen, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Trübsal heißt! mein Vater wacht, er wacht und wird mich schüßen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie vers ließ, die wird mich nie verlassen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er sandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh des Ewigen vers geffe. 3. Gesegnet sind die Lei den mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach Trost und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zurück, das Dunkel mir verhüllet. 4. Wie will ich dann, vom Schmerz befreit, Herr, dei ne Huld erheben; wie freus dig dir selbst für das Leid Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertraun und ihre Hoffnung auf ihn baun! Nie werden sie zu Schanden. Mel. In allen meinen Thaten 476 Mill mich, o Gott, hienie den des Lebens Last ermüden, so stärke meinen Geist! Wann mich die Leiden krän2. Nicht ewig soll sie währen; oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt. Und seufzen wir: wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Duwendest solche Bürden, die uns erdrücken würden, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft, zu tragen, die deine Hand uns selber gab. 4. Dein väterlich Bemühen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. Du willst die Lüfte schwächen, den eignen Willen brechen, uns bilden für die beßre Welt. 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Geduld; daß, wenn uns Feinde hassen und Freunde uns verlassen, wir stets vertrauen deiner Huld. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, deinen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben: der Tod ist mein Ge= 358 Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen; er eilt zu seinem Schöpfer hin. 8. O drücke meinem Herzen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dieß doch aufs tiefste ein: der, den du, Bater, liebest, fann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. Pflichten gegen den Nächsten. Allgemeine Menschenliebe. das die Menschen bindet; ist geknüpft von dessen Hand, der die Welt gegründet; ist geknüpft, das besser mir feine Welt gefalle! Einen Schöpfer haben wir, Einen Vater alle. 5. Brüder, nein, dieß Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg und Müh liebreich euch Alle, alle Mel. Schwing dich auf 477 Heilig, heilig ist leben wir, um uns zu benur theurer mir, wenn euch Leiden drücken. 2. Einen Vater, Einen Gott, der uns alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freund lichkeit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. herzlich sollen wir uns einander lieben; wohlthun, Elend mindern hier, Keinen je betrüben. 3. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und 4. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb mein Herz bei des Bruders Freuden? Und es sollt in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt ich dann wohl Gott mit Lust meinen Vater nennen? 6. Jmmer will ich, wie ich kann, sie euch helfen tras gen; kann ichs nicht, euch trösten dann, trösten, mit euch klagen. Dann sollt ihr an meiner Brust euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Lust euch ins Herz wird scheinen. 7. O gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich, wann mich Leiden drücken, mitleidsvoll und brüderlich trösten und erquicken. Mel. Allgemeine Mel. Jesus meine Zuversicht 478 en Christen Menschenliebe. 359 dent, der sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu werden; hat der Herr dieß vorgeschrieben: Euren Nächsten sollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig sei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich all erhält, alle Eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beffres Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir follten uns entzwein? lieblos uns einander haffen? uns, zu uns rer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Näch sten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Chrift. 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher, als Andre, haben, Anfehn, Reich thum, hober Stand, Leibesträfte, Geistesgaben, Alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl weihn, auch im Kleinsten treu zu sein. 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud und Schmerz Antheil nehm und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8. Diesem großen Menschenfreund laßt uns alle ähnlich werden, daß wir hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, dort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb uns ganz erfreun! 3n eigener Delodie. 479 Menschenfreund, Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig auch mich zur Güte hin! Unwerth wär ich, dich zu kennen, liebt ich meine Brüder nicht; unwerth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht. 2. Wo du, Jesu, Menschen nahtest, folgte Wohlthun deiner Spur, wo du segnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager kranker Brüder, wo du je nur hingeblickt, 360 Pflichten gegen den Nächsten. blickt, kehrte Freud und Liebe dringet, ärndtet dauHoffnung wieder, und die ernden Gewinn. Menschheit ward erquickt. 3. Menschenfreundlichster von Allen, keinen hast du ie verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 7. Zwar der Wehmuth Zähr entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens seiner Güte freut er einst sich, wärs auch spät; endlich Heil uns! steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgesät. 4. Brüder, kommt in meine Arme; wer da leidet, Mel. O Gott, du frommer Gott ruhe hier! Wenn ich sein 480 Gib mir, o Gott, das mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir! Ohne Lieben ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn; sein Verschonen, sein Vergeben, o mein Herz, stets üb es gern. 5. Ob mich auch mein Nächster träntet, Jesus, denk ich, litt wohl mehr. Ob er Böses von mir denket, besser will ich sein, als er. Wenn mir Jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich ihm, wenn er gleitet, den noch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn! O es schafft so süßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun! Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn dahin; wen das Herz zur jeden Menschen Liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht und sich um Andrer Glück als um sein Glück bemüht! 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dieß sei mein Gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein 361 Kraft und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein! Allgemeine Menschenliebe. 4. Ein Trunt, mit dem mein Dienst hem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt, Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Gilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Mel. Wer nur den lieben Gott Aus Schmähsucht kranke nie 481 Vereinigt laßt uns wirken, mein Mund des Nächsten Ruh: er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu! 6. Die Rach ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten! daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! Gib, 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, noch mehr sein Seelenheil mir angelegen sein. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Werken, von der vertehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir o Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen der Menschenliebe sanftes Band, und Jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug im Tode bricht! 2. Wir sind ja, Eines Vaters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm sein, oder reich. In Eintracht sollen wir uns freun, einander Hülf und Beistand sein. 3. So schläge denn für Menschenfreude, für Menschenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. 4. O Wonne, Menschen glücklich machen! O Wonne, Menschen glücklich sehn! Durch 362 Herzen Durch sie wird Gottes schöne Erde dem noch einmal so schön. eine freudenreichre Pflicht, als Menschenliebe, gibt es nicht. Ja, 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menschenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes und verkündigt den Lohn der Menschenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt, du sätest für die beßre Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weiht, der streut zu einer reichen Aerndte den Samen für die Ewigteit. D laßt uns diesen Samen streun, o laßt uns Menschenfreunde sein! Pflichten gegen den Nächsten. Mel. Auf, Christenmensch Jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb und will, daß ich den nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder: drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brider. Gott nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 482 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch sei nes Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dieß mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! Gerechtigkeit und Billigfeit. Mel. kommt her zu mir 483 Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit und strafest den, der sie ente weiht, am Nächsten Unrecht übet. Gerechtigkeit und Billigkeit. übet. Du bists, der Jedem seinen Lohn, ohn alles Ansehn der Berson, nach seis 484 Richte nicht mit 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht, um Gewinn des Nächsten Recht zu kränken! 3. Pflanz Redlichteit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? 363 Mel. Gott des Himmels und der Erde 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben! 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit Jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reize mich zur Billigkeit und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! wenn du Andre fehlen siehst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sei bedachtsam, richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. 2. Siehst du stets die tiefern Gründe von des Nächsten Thaten ein? Ist auch, was du tadelst, Sünde, oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft, oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewandt, und die Feinde seiner Tugend, sind sie alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. 5. Chrift, vergiß nicht zu bedenken, was dein Nächster fordern kann! Ach, wie würd es dich doch fränken, griff er deine Ehre an! Deiner schont ja auch der Herr; zeig dich nachsichtsvoll wie er! 6. Selbst bei wirklichem 2 Ver 364 Pflichten gegen den Nächsten. Vergehen meide mit Be- du gütigster Berather in scheidenheit alles unbefugte Allem, was uns drückt! Schmähen, Härte, Spott Was wir hier Gutes haben, und Bitterkeit! Menschen sind einzig deine Gaben; freundlich decke du deines du bist's, der unser Herz Nächsten Fehler zu. erquict. 7. Mit dem reinsten Herzen biete ihm die Hand zu feinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll Güte dus der Jrre ihn zurück! Hüte selbst dich, wenn du stehst, daß du keinen Fall begehst! 8. Sehe nicht des Nächften Leiden gleich als Strafe Gottes an! Gönne dem erlaubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib seinen frohen Sinn scheinbar frommer Schmähsucht hin! 9. Laß die Liebe dich beseelen, die nur ungern Argwohn, hegt und wenn Andre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz, rühre, beßre nur ihr Herz! 10. Gott, der Richter aller Welten, richtet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht, richte du den Nächsten nicht! 2. Du lässest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! 3u ewgen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater, bilde mein Herz nach deinem Sinn! Daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin! herzigkeit. Mel. In allen meinen Thaten 485 D u, aller Men schen Vater, 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, sowie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Urmer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Guts gethan, so laß um deinetwillen mich Andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann! 6. 3um Fleiß in guten Wohlthätigkeit und Barm- Werken laß mich die Hoffnung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, das bir wohlgefällt! 7. Laß Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 365 gütig forscht, obs ihm gebricht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. 7. Laß mich hier reichlich säen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier den Nächsten liebet und sich im Wohl thun übet, der ärndtet dort die Seligkeit. Mel. Auf, Christenmensch! 486 Wer dieser Er wohl bei ihm? Güter hat und sieht den nächsten leiden und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der über tritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret; fich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und Nichts zum Besten kehret; nicht dem Verleumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuz, aus Weichlichkeit ihm nüget nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht- auch der liebt seinen Nächsten nicht. - 5. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet; nicht eilt, dem Heil und Zucht mit Rath 6. Wer für der Armen und That nicht wachet; dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; gibt, der hat sie wenig noch nur sorglos ihnen Gaben geliebt. 7. 3war du, mein Herz, Dermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft Dazu und sorgft dafür, so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu bes leben! Denk oft: Gott ist die Lieb und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig ſein? Mel. Gott im Himmel und Frommen beizuſtehen, der 487 eid barmherz nicht zig, D3 hö: Pflichten gegen den Nächsten. 366 höret, hört das heilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, feids, wie Gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, was Mel. Befiehl du deine Wege euch noth ist, Heil und 488 Nach frommer 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder; allge. mein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen, so den Bösen, wie den Seinen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmherzig, seids, wie er! Gebt den Dürftigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt auch ungesehen euern Brüdern beizustehen! 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schuß und Retter sein, Kummer lina dern, Wunden heilen, wohl thun, trösten und erfreun, und dieß thun aus edlem Triebe, das ist wahre Men schenliebe! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir ge ben; laß uns nie fühllos sein, wo Brüder weinen, unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf empfahen! Sanftmuth, Friedliebe und Eintracht. ben, mit Allen in der Welt, ists möglich, friedlich leben, dieß ists, was Gott gefällt. Doch dem nur kanns geLingen, der seinen Nächsten liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Beleidigung vergibt. 2. Nachgebend und gefällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets gesellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brüder kränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühmlich denkt. 3. So oft sie Zwist er: regen, so eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen, und stiftet Einigkeit. Der Uebereilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nachsicht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet er der Brüder, soviel er Wit besigt; und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erhißt. Er freut sich ihrer Freuden, troßt und erbitfert nicht und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 5. So Sanftmuth, Friedliebe und Eintracht. 367 5. So Fried und Ein- Zorn entbrenne und mich tracht lieben und nie durch vor dir gar leicht durch Haß und Streit des Näch eigne Rache verwerflich sten Tage trüben, ist Pflicht, mache. die Gott gebeut. Sie, Herr, stets hoch zu schäßen, ihr ganz mein Herz zu weihn, sie nimmer zu verlegen, soll meine Weisheit sein. 6. Mich selbst zu über winden, gib Eifer, Muth und Kraft, dann werd ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von aller Noth geschieden, werd ich einst selig sein und mich in ewgem Frieden des Lohns der Liebe freun! Versöhnlichkeit und Feindesliebe. Mel. Herzliebster Jesu! err, deine 489 ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest, die dir, Erlöser, fluchten; du heil test selbst, die dich zu fan gen suchten; du zeigtest stets bei deiner Feinde Toben der Sanftmuth Proben. 4. Ich muß es wehmuthsvoll, ach, Herr, dir klagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer weiß ich, wenn Andere mich hassen, mich recht zu fassen! 5. Bergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strens gem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die Rachbegier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden lassen, nicht wieder hassen. 7. Flucht mir mein Feind, so gib, daß ich ihn segne Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen, so erb ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu mich jenes Leben einst wird erheben. Mel. Herzliebster Jesu! 3. Ach, glich ich dir, o 490 Herr, mein Bera du ich noch oft von schnellem für mich littest und noch 04 zur 368 zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! Pflichten gegen den Nächsten. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten; du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde, auch deine Feinde! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier gegen Andre brennen? ich follte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vers gebung finden. Dein Jünger ist nur, wer wie du vergiebet und Feinde liebet. noch so bitter kränken, an dich nur denken! so 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, Lehre mich ihr Unrecht über sehen, und sollten sie mich 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth wie du segnen! Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren, o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann seHen! 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vor bild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! 6. So heilige denn mei Met. Chriftus, der ist mein Leben ner Seele Triebe, mein Heis 491 ie will ich wieGeist der wahren Liebe, daß nie die unglückselge Lufst der Rache mich strafbar mache! wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 369 beten und Gott vertraun: Gott schüßt! ich segnen, dieß ist des Herrn Gebot. 3. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung dulden müssen ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dieß will ich treu bewahren, so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir ersann; auch die will ich bestreiten, die er nicht wissen kann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn und Gutes von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 9. 3m Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. 10. Wenn, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhißt, so will ich für ihn Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen 492 Laß mich, Höchdanach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja, vor deinem Angesichte werden sie beschämt zunichte, weil Verstellung, Trug und List dir, o Gott, ein Abscheu ist. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwägern gleich zu sein und durch Heuchelei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Worten; redlich sei des Herzens Grund, redlich sprech auch stets der Mund! 3. Die der Falschheit sich Gott, ein Gräul, und ein ergeben, sind vor dir, o wiß ihr künftig Theil. Hier unglückselges Leben ist geschon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der VerD5 leum Pflichten gegen den Nächsten. 370 Ieumber Lästermund, Herr, so laß michs still erdulden; einst wird doch die Wahrheit fund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth fei! 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte dei nem Ohr verborgen ist, dieß erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen Hüte; denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist aller Falschheit Feind. 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir sein; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Gcwissen, du hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu und Wahrheit sei! 5. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht halten fann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal geMel. Befiehl du deine Wege 493 Wohl dem, der than; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmähsucht nur erdacht! richtig wan delt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzüngig spricht, nie Redlichfeit blos heu chelt, nie Treu und Glauben bricht! 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb und wisse, wann ich für Andrer Wohl, wann für mich reden müsse und wann ich schweigen soll! 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt, wenn er mit bösen Tücken in kümmerniß mich bringt, so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt und 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Gefahr und List, für Wahrheit hinzugeben bereit und willig ist! Du, Gott, wirst ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht dieLügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 2. Wohl dem, der Lügen haffet, der, wie die Pflicht gebeut, stets seine Reden faffet und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit nicht verleget, weil er an je dem Ort es sich vor Augen febet: Gott merk auf jedes Wort! Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 371 und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben. So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen, ich werde als dein Kind dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. Mel. Allein Gott in der Höh 494 blidt hinauf S zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brüder! Was unsre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laß des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freunde, Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht! Hinweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue Bund um jedes Reich der Erde; die Treue schüße jedes Land und wohn an jedem Heerde! O Menschen, Brüder, brechet nicht, was Wort und Hand und Schwur verspricht! Hinweg mit jeder Lüge! Lügen! 3. Ach, Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als hätt es Flügel; ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen letztes Loos; fürwahr, drum ist der Mensch zu groß, für Weltgewinn zu lügen. 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Himmel, Brüder! Im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn leit uns zum schönen Ziel hinan, und fern sei Lüg und Laster. 2. was sind Schäße, was ist Geld, und wärens Millionen? Was sind die Reiche dieser Welt, was aller Reiche Kronen? Wer gäbe für der Welt Gewinn Mel. Werde munter, mein des Herzens innern Frieden 495 b wir sind, wie ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wir's meinen, ist dir, Höchster, offenbar. Heilig, liebevoll und rein, soll des Menschen Innres sein, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz und Worte. 2. Herr, du gabest uns die Sprache; was uns deine 6 Huld 372 Huld verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwohl geweiht! Un ser Ja und unser Nein möge fest und redlich sein! Wir sind deines Reiches Glieder, deine Kinder, wir sind Brüder. Pflichten gegen den Nächsten. Biedern. Wer nach eitlen Schäßen ringt, ringt nach Sorg und Plage; aber Redlichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. 5. 3war sucht mancher Bösewicht Redliche zu drükken, weil ihr Freimuth straft und nicht schweigt zu seinen Tücken. Aber dieses rückt fie nie aus der Wahrim heit ihnen das wissen sie, dennoch Gottes Segen. Mel. Schwing dich auf zu 496 Redlichkeit! mit auf der Erde wandeln; redlich sein mit Herz und Mund, nach Gewissen handeln; sonder Trug und Heuchelei Recht und Wahrheit lieben und, entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben; 2. Dieser schönen Tugendpflicht sei mein Herz erge ben! Redlich, bis mein Auge bricht, redlich will ich leben; redlich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Zeugen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott die Nacht verschweigen? 3. Finsterniß ist ihm wie Licht, Mitternacht wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott vers borgen. Was ich denk und thu, erspäht er am hellsten Lichte; und kein Lügengeist entgeht seinem Strafgerichte. 4. Meines Namens höch: ster Ruhm unter meinen Brüdern und mein liebstes Eigenthum sei der Ruf des 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern verschmerzen; aber einen frohen Muth, Redlichkeit im Herzen, Redlichkeit in Wort und That und ein rein Gewissen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie vermissen. 7. Ich will redlich sein, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen segnen mich dann noch einst im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend immer, und wenn auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. Gutes Beispiel. Mel. Gott Vater, an Erbarmen 497 Von dir, meine Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wan Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 373 Wandel rein und nüßlich in der Welt zu sein. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist keiner wahren Freude werth. Tugend nur und Frömmigkeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich sollte redlich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzuBescheidenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott ziehn; und leuchtet ihnen 498 Von dir in dieſe stets fehlt mir deine Liebe nicht. Welt gerufen, stehn, Bater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und was sie haben, kommt von dir; du machest arm, du machest reich, doch vor dir sind wir alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du als Vater Alle liebst. Es sollen Alle glücklich sein und jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand und jener braucht, was der erfänd. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld be wogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab 07 dir 3. Wie groß ist jedes Bei: spiels Macht! O würd es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. D wehe dem, der sorglos bleibt und kühn des Lasters Werke treibt; den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwa chen gern bedrückt und listig in sein Neß verstrickt! 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt und dann sein frecher Geist verzagt! 6. Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Vater, ich gelob es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur 374 dir Nichts zuvor und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. Glückseligkeit wahrer Christen. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von als lem Stolze sein; ich den, der mehr empfing, benet den, mit ihm mich meines Glücks nicht freun? Wär ich wohl, hätt ich mehr, als er, auch besser dann und feliger? arm, wie hülflos wär ich dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehret und Tugend an Geringen gern erkennt und schäßet, der verehret der Niedern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! denn mit Zufriedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 6. Nein, gerne will ich Andre ehren, wie arm, wie niedrig sie auch sein. Sie können meiner nicht entbeh ren; ich kann mich ohne sie nicht freun. Nähm Keiner meines Glücks sich an, wie mein Ruhm! Mel. Wie groß ist des Allmächt. 499& ntfernet euch, un felge Spötter! Ihr zittert, wo der Fromme glaubt; mein Herz hat seinen Gott zum Retter und eine Hoffnung, die Nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben kann; weiß, mit verklärtem Leib umge= ben, schau ich ihn einst im Himmel an. 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Liebenswürdigkeit und Werth; gibt Würd und Hoheit jeder Tugend, die eitlen Schimmer gern entbehrt. Sie sei, o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt Glückseligkeit wahrer Christen. 2. Was seid ihr, stolze Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch derSklave, Den ihr quält. Wie kurze Beit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Man rühmt euch heute, haßt euch morgen; ihr waret Götter und seid Staub. 3. Was sind, Wellmenschen, eure Freuden, die Wollust, die euch trunken macht? Ein Christ sollt euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Jhr rechnet mit erhiztem Blute des fernen Tages Wollust aus? Die nähe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. Glückseligkeit wahrer Christen. 375 4. Jhr seid dahin. Des Andre ängstlich zagen, nichts Christen Größe geht auf, Schreckliches in der Natur. besiegt die kurze Nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Abscheu aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten und Bettler den Monarchen gleich, der Tag gibt Adel dem Gerechten und macht des Chri: ften Seele reich. 2. Wenn meine Sünde schweiget und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket, wie unschägbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben und dann die innre Pein, mich selber zu verflagen, in meinem Busen tragen? Groß würde meine Thorheit sein. 5. Ein Blick in meine Zukunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust: ein Herz, das nicht auf Erden bleibet, ist sich des Himmels stets bewußt. Kein Unglück kann mich nieder schlagen; ich weiß, mein Glück entgeht mir nie; ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. 4. Sein eignes Herz bekämpfen und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 6. Du lette Stunde meines Lebens, die du den Christen heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was deiner würdig ist. Du lehrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhig Herz; das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wonach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Mel. In allen meinen Thaten 500 in ruhiges Ge- Herz, dieß größte Gut. wissen laß, Herr, mich stets genießen; denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wann 7. 3u dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Er 376 Glückseligkeit wahrer Christen. Erlösten, darf ich mich deis Lästerzungen, wird seines ner trösten; welch Glück, Herzens Ruhe doch dadurch mein Gott, kann größer nicht ganz bezwungen. Ge sein! nug, er weiß davon sich rein und flieht auch sorgsam bösen Schein. Gott wird die Unschuld retten. 8. Läßt du mich im Gewissen einst diesen Trost genießen, wann Alles von mir weicht, wann ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet, so wird mir selbst das Sterben leicht. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der fünftgen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund, da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unverletzt Gewissen, des Lebens 501 welch ein un allerbesten Theil, zu haben D schäßbares Gut Mel. Schon ist der Tag sei beflissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein; dein heilig Recht nicht zu entweihn, das sei mein größ ter Eifer! 9. D laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, daß Nichts verz dammlich an mir sei! ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt fein Tod und kein Gericht, denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede ruht in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Jhn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch das Gift der 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu und Glauben suchen! 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich und nie aus Vorsaß fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat immer Glückseligkeit wahrer Christen. 377 mer dich durch Jesum den schwersten Kampf geChrist, Allwissender, zum stritten. Gib, wenn ich erTroste. mattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf mir wachen, tämpfen, siegen! Friede lohnet nach den Kriegen. Mel. Schmücke bid, o liebe S. 502 Vom Geräusch der Welt geschieden, schmeck ich des ErMel. Wer nur den lieben Gott lösers Frieden und die Freu- 503 Wenn ich ein gut de schon auf Erden, Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sün: den seh ich unter mir verschwinden und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. O, was achten weise Christen jenen Reiz von niedern Lüsten, jenen Glanz der eitlen Freuden und des Lebens turze Leiden, wenn sie schon im Geist am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblik ken, der sie dort einst wird entzücken! 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen, deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfade, ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter teiner Bürde sinken und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, taus sendfaches Leid erlitten und be, so hab ich große Seligkeit; es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit, in Freud und Leiden gibt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs vor Gott zu treten und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden; sie sind ein herber Augenblick; doch des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Erde Glück; und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein! Glückseligkeit wahrer Christen. 378 5. Die Freudigkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; sie ist mein Labsal in den Schmerzen und in der Finsterniß mein Licht; sie macht getroft, wenn eine Welt erzittert und in Trümmer fällt. 6. Der bangen Todesfurcht entwöhnet, eil ich der legten Stunde zu; dem Leibe, der nach Rast sich sehnet, zeigt sich im Grabe sans te Ruh, indem mein Geist, der Gott belebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde, mein Het land gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut; er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele, darum sei beflissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt ich ohne dich? 2. Wer heilig wird, wer, abgewandt vom Bösen, sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den Sohn glaubt, seinen Herrn ihn nennet, ihn frei bekennet; Wonne der Erlösten nach dieses Lebens kurzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 3. Wer deine Wahrheit unter Adams Kinder verbreitet, sie erleuchtet und die Sünder durch Thaten reizt mit einem beffern Leben dich zu erheben; 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all als seine Brüder liebet, nicht lästert, sie nicht kränkt und stolz sich blähet und keinen schmähet; 5. Wer Sünden hasset und doch mit den Sündern Mitleiden fühlet und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret, hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Armen speist, die Nackten kleidet, froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben genügt zu haben; 504 We Gott, die danten, keusch auch lebet: 7. Wer, züchtig in Ge Mel. Herzliebfler Jesu! en wird, wer seines Werthes sich nie überhebet, im Glücke mäßig, gütig und bescheiden, getroft im Leiden; 8. Den wird, o Gott, die Glückseligkeit wahrer Christen. 379 die Wonne der Erlösten thes sind auf Erden in nach dieses Lebens kurzem Beschwerden unsre Seelen. Kampfe trösten; den schmückt Herr, was kann bei dir im Himmel einst vor dei uns fehlen! nem Throne des Mittlers Krone. 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann Mel. Mein ganzer Geist 505 ie groß ist der Herr vor aller Welt unire Se ligkeit, o Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst un ter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ärndtet von der Saat der Leiden! in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. 5. Wie glücklich, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! O laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leis den Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenktest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bet dir ist unser Vater land; und wer will deiner starken Hand, Almächtger, uns entreißen? Wenn wir Mel. Soon ist der Tag gleich hier müſsen streiten 506Wie heiter nicht mein Leben und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns nun überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, gibst unsern Seelen wahre Ruh und stärfest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum und Schafe seiner Weide. Gutes Mu und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlust entsage, von jeder bösen Neigung frei und deiner heilgen Vorschrift treu, rechtschaffen denk und handle. 2. Sanft führt dann deine Vatertreu mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Mor 380 Glückseligkeit wahrer Christen. Morgen wird sie neu zu hen Freuden viel. Was reicherm Heil und Segen. hilft es mir, wenn ich auch Du, dessen Allmacht mich Welten gewinne? Vergängbeschüßt, gewährst mir Al- lich ist jedes Vergnügen les, was mir nüßt, lenkst der Sinne. Nur Freuden Böses selbst zum Guten. der Tugend entfliehen mir nicht; sie bleiben, wenn Alles auch wanfet und bricht. 2. Die Natur streut Lust und Wonne Jedem in den Pilgerlauf: aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Jhm strahlet von Sternen ein höhres Entzücken; ihm pflegen die Auen sich schöner zu schmücken. Die irdischen Gaben sind Labsal ihm nur; drum beut ſie ihm süßer die holde Natur. 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herz, wie könnt ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du hilfft die Last mir tragen. Berlassen kannst du, Gott, mich nicht; stets warst du meine Zuversicht; du wirst es ewig bleiben. 4. Wenn deine Gnade mich erquickt und Ruh ins Herz mir sendet; Gott, wenn dein Friede mich be glückt und keine Reu mich fränket, wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ewgen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, sie treu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht versagen! Mel. Eins ist Noth, ach 507 Lieblich sind der Tugend Pfade, Heil des Himmels ist ihr Biel. Hier empfand ich Gottes Gnade und der ho3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er seine hohe Bahn. Keine Last kann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel; sein Sinn und sein Wandel ist hierschon im Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen und Ruh strömt ihm von dem Throne des Ewigen zu. 4. O wer wollte diese Freuden, diese Seligkeit Wer nicht verschmähn! selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend gehn! Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten, bald laben Glückseligkeit wahrer Christen. 381 laben ihn wieder sanft füh4. Was seid ihr Leiden lende Schatten. Drum mu- dieser Zeit mir, der ich jethig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild, o folget dem Herrn! ner Herrlichkeit mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft der Herr und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz und Himmelsmel. Der unsre Menschheit 508 Mein Glaub ist bens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meis nem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein! 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube kehrt zurück der Staub; mein Geist wird nicht des Todes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Ge winn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmers zen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. freuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht, und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Trost: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen! Dir, dir verdank ich meine Ruh; du heilest meine Wunden zu, du stillest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs in meiner Heis ligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 382 Glückseligkeit wahrer Christen. 8. Dank sei dir, Jesu, Hoheit dieser Welt; das Dank und Ruhm! Mich Christenthum ist sein Be lehrt dein Evangelium feft húter, daß er durch sie nicht glauben, hoffen, lieben! wankt und fällt; fein irdisch Es macht mich ruhig, es Gut ist ihm ein Reiz zu erfreut und führet mich zur Wollust, Ueppigkeit und Seligkeit; drum will ichs Geiz. willig üben. Hier rühm 5. Gerührt durch Mit leid und Erbarmen beim Anblick seiner Brüder Noth, deckt er die Blöße nackter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod; er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. 6. Wirf einen Blick auf ihn, wenn Leiden und Trübsal ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden in guten Tagen mich erquickt. Ich kenn in Leiden Gottes Huld und trag die Prüfung mitGeduld. ich meines Glaubens mich; für ihn preis ich dort ewig dich! Mel. Wer nur den lieben Gott em Wandrer Der 509 gleich, der auf der Reise das festgesetzte Ziel verfehlt, durch Wüsten irrt und sich im Kreise von Furcht und Hoffnung sorgend quält, lebt auch der Chrift, deß Leitstern nicht ist Jesu Lehre helles Licht. 2. Er irrt umher auf düsterm Pfade, sucht See: lenruh und findt sie nicht; wünscht den Besitz von Gottes Gnade, allein er wandelt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt; er zagt, sein Glaube steht nicht fest. 3. Willst du das Glück des Christen kennen, so fammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienie den schon erfreun. Sein Glaube hebet über Zeit und Gräber seine Seligkeit. 4. Betracht ihn im Besig der Güter, der Ehr und 7. Seh ihn im Kreise der Geschäfte, wie würdig scheint der Christ dir nicht; gewissenhaft braucht er die Kräfte zur Uebung seiner heilgen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. 8. Schau auf ihn hin, wenn nun das Ende dem Wirkungskreise ihn entreißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl ich ster bend meinen Geist. Du bist mein Trost auch in der Nacht des Todes; Herr, es ist vollbracht! Dritte Abtheilung. Lieder über 383 die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Leben des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Häusliche Gesellschaft. 3. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unMel. Wer nur den lieben Gott 510 Wohl dem, der verdrossen das, was er ſoll, zu leisten strebt; wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus zum Siz des Segens weiht! in dem Ehebunde in treuer Lieb und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Lust und Heiterkeit durch: webt; er blickt mit ruhig frohem Sinn auf seiner Zukunft Tage hin!- 2. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen, in ihren Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Neltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 4. Wohl uns, wenn auch bei unsern Freuden sich freut der Nachbar und der Freund; wenn er an unferm Schmerz und Leiden theilnehmend, tröstend mit uns weint, die Bruderhand uns willig reicht und Hülf und Beistand gern erzeigt! 5. Ja, denen, die dich kindlich ehren, o Vater! strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgsam deinen. Leh 384 Gesinnung und Leben des Christen. Lehren und traun auf dich was mit der Frömmigkeit und finden Ruh: sie finden besteht! Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 2. D felig, wenn die Her zen, gefaßt auf Freud und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! 6. 3war wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams, des Unfalls Wuth, oft Kranks heit ihren heitern Muth. 7. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt; du wirst, du kannst sie nicht verlassen, du, Gott, der seiner Kinder denkt und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen, wir werden einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Unfern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo Mel. Wer nur ben lieben Gott nicht Trennung und nicht 512 Von dir, Gott, ner droht. 3. Es wohnet schon hie nieden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häuslichkeit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude fehlen, kein Segen der Zufriedenheit. 4. Sie mildert Sorg und Leiden, versüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand im fest ver einten Streben durchs kurze Pilgerleben zum Ziel im bessern Vaterland. Der Ehestand. Freuden, du, der du Mann und Weib erschufst und sie im Glück, sowie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten Mel. In allen meinen Thaten 511 Ofelig, wer zu ganz zu weihn, laß unsers undes frieden mit dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht; von Herzen ihm vertrauet und fest auf das nur bauet, Endzweck sein! 2. Erhalt uns stets auf deinen Wegen, nimm gnä dig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und je den in besonderen Verbindungen. den Segen mit Dank aus deiner Hand empfahn und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfülle unser ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe in Glück und Unglück, Freud und Schmerz; mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 4. Rein Chrift verbittre seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den Einen Last und Plage, so mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff auch dem Andern Heiterkeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn und stets mit dir geweihten Seelen im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit uns frer Tugend unser Glück. 385 erhöhen die in Ehren dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an feiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Wohl euch, wohl euch, fromme Gatten! In dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüth! 3. So strecket weit sich um ein Haus ein rebenreicher Weinstock aus; so blühn auch Ehgenossen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingssprossen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Beter zählt ihr, Väter, zählt ihr, Mütter! Sorg und Müh ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier verbunden hast, erleichtre ihres Lebens Last; gib, daß kein Segen fehle! Laß nie sie Mel. Mein ganzer Geift, Gott 513 Der Ehestand soll ihren Bund entweihn; lab heilig sein! Du, Schöpfer, sepßtest selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entge gen. Vater! Bater! dich treu sie, züchtig, friedsam sein, Ein Herz und Eine Seele! Lente, lente, Geist der Liebe, ihre Triebe weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden! 5. O leite sie von Ueppigkeit auf Freuden, die R man Gesinnung und Leben des Christen 386 man nie bereut, auf Freuden echter Tugend, damit auch einst ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei und heiter wie die Jugend Segne, segne, o du Vater und Berather frommer Chen, alle sie, die auf dich sehen! ren sie des Erdenlebens Last und Müh, so trage jeder gern sein Theil zu seines Gatten Trost und Heil! 7. Willst du durch Kinder sie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eh ihr Herz nie Gram und Jammer seh! Bei Trauungen. 8. Wenn dein Rath ihnen Trübsal schickt, laß sie darin nicht unerquickt; gib heitre Mel. Bom Himmel kam der 514 Gott, Schöpfer, Tage nach dem Leid und segn es für die Ewigkeit! 9. Und trennet einst auch sie der Tod, so sei ihr Trost, daß unser Gott die tugendhaft sich hier geliebt, einander ewig wiedergibt. Stifter heil: ger Eh, schau auf dieß Paar aus deiner Höh, das vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau auf sie herab, daß sie zusammen Mel. Mein ganzer Geift bis ins Grab verträglich, 515 Ron dir, du Gott freundlich, gleichgesinnt, vor Allem gottesfürchtig sind! 3. Laß sie einander inniglich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu auch im Herzen rein und keusch in Wort und Werken fein! 4. Zusammen laß sie dir vertraun, zusammen ihre Geel erbaun, zusammen deis nen Ruhm erhöhn und detnen Segen sich erflehn. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß sie thun mit Freudigkeit; und so geling ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6. Empfinden und erfahward einst der Ehe Bund geweiht; so weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen stehn, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen! Laß sie, Vater, dir ergeben, einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 2. O du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblickst auf allen unsern Wegen, Herr, laß sie stets sich deiner freun; gib auch zu ihrem Thun Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben in besonderen leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! Nach der Trauung. Mel. Mein Gott, das Herz 516 Geht hin! Der nigkeit hat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch sei nes Segens werth! 2. Ihm heiliget Beruf und Stand; ihm heiligt euer Herz und folgt der Leitung feiner Hand durch Freuden und durch Schmerz! 3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath ihr einst den Pilgerlauf, er, der euch hier vereinigt hat, in seinen Himmel auf. Verbindungen. 387 Zucht heran, ohn Erkenntniß, ohne Tugend, kann er dann des Lebens Bahn würdig, mit Vernunft betreten? würdig dich, o Gott, anbeten? seinem Nächsten nüglich sein, deiner Liebe sich erfreun? Gott der Ei 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig anvertraut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben und das Gute willig üben! Dieſe Pflicht ist ernst und groß. Nichts, ihr Aeltern, spricht euch los. 4. Menschenschöpfer! Tugendmehrer! Laß, zu fördern Menschlichkeit, Väter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit mit vereinter Sorgfalt wachen, unsre Jugend fromm zu machen, sie durch Lehr und Beispiel ziehn, selber Sünd Nelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen sterben und Laster fliehn! 517 Menschen weis und gut er ziehen, die zum Leben Gott erschuf, welch ein wichtiges Bemühen, welch ein feliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eignen Heiles wegen, Kinder weis und gut er ziehn, welch ein wichtiges Bemühn! 5. Pflanz in aller Kinder Herzen weisen, frommen Tugendsinn, daß sic nicht ihr Wohl verscherzen; laß sie Trägheit, Eigensinn, Aergerniß und Leichtsinn fliehen und um Unschuld sich bemühen! Führe sie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten fann! 6. Dort vor deinem Angesichte werden die Erzieher stehn; selig, wenn sie R 2 im Gesinnung und Leben des Christen 388 im Gerichte ihre Kinder vor dir sehn und dann sagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für sie: Gott, vergilt nun ihre Müh! 7. Menschen weis und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf, welch ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Laß, o Heilger, deinen Willen alle Aeltern treu erfüllen; lohne hier schon ihre Müh, lohn, Vergelter, ewig sie! Mel. Wer nur den lieben Gott 518 err! welch ein Herr! wichtiges Ge schäfte für eltern, Kinder zu erziehn! Gib Segen, Weisheit, Lust und Kräfte zu jebem redlichen Bemühn, wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden fucht! 2. Du rufft die Menschen in das Leben und willst, sie sollen glücklich sein; haft ihnen, den Beruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Durch Zucht zu beiden führet man sie früh zu weiser Ordnung an. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn und, diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu bemühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie baun das Wohlsein ihrer Jugend zu dei nes großen Namens Preis; fie lehren Weisheit sie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeihn fleht ihr Gebet zu dir, in dessen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, ist guter Väter, Mütter Lust, flößt Tugend in der Kinder Brust. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichfeit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu senken, ist ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Lieblings nicht. 7. O welch ein wonnereicher Segen für Aeltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt! Lust strömt den Aeltern; Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für ein Volk, für ganze Staaten, o welch ein seliger Gewinn, wenn junge in besonderen Verbindungen. junge Bürger wohlgerathen, erzogen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried und Ruh nimmt dann durch sie auf Erden zu. 9. Ach aber welche Pest auf Erden bringt die versäumte Kinderzucht! Sie häuft den Aeltern selbst Beschwerden, die oft her: nach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigteit vermehren selbst noch dort ihr Leid. 10. O Gott, lehr Aeltern dieß erwägen; erweck und stärke ihr Bemühn, daß unter deinem milden Segen sie ihre Kinder wohl erziehn! O laß sie einst so glücklich sein, mit ihnen sich noch dort zu freun! Mel. Wo Colt zum Haus 519 Groß ist, ihr Neltern, eure Pflicht! Verwahrlost eure Kinder nicht! Gewöhnet sie von früher Zeit mit Gott zu frommer Thätigkeit. 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei. 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott fennen, seine Huld und Macht! Lehrt sie auf seine Werke 389 sehn und, was sie lernen, auch verstehn! 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tugend an! 5. Erstickt durch gute Lehr und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß sie werden Gottes Bild, gerecht und liebevoll und mild! 6. Zerstört des Lehrers Unterrichts zu Haus durch böses Beispiel nicht; schüßt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Troß mit Unverstand! 7. Wißt, daß sie recht und irre gehn, so wie sie euren Wandel sehn! Sie sind durch Beispiel leicht regiert; weh, weh euch, wenn ihr sie verführt! 8. Jhr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer eignen Jugend nicht! 9. Muthwillen nennt nie Wiß; nie preist des Knaben schadenfrohen Geist als Munterkeit, ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 10. Lehrt friedlich sie, genügsam sein, entbehren und sich dennoch freun; tilgt R 3 Geiz 390 Gesinnung und Leben des Christen Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christensinn zur Lust! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh, an Ernst und Fleiß und lehret sie, daß Arbeit keine Sclaverei, daß sie das Glück des Men= schen sei! 12. So nehmt euch ihrer Seelen an; Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägts und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. 2. Wenn treuer Aeltern Liebe sucht sie aufzuziehen in der Zucht, so steh, damit sie glücklich sei, mit deiner Weisheit ihnen bei. 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb und Lust zu dir und laß sie meiden ohne Zwang. Troß, Eigensinn und Müßiggang. kennen; laß sie nie gefährlich irren, leite sie. 4. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht er5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Aergerniß, und naht Versuchung ihnen sich, so stärke du sie väterlich. 8. Erhöre, Höchster, dieß Gebet; verleih, was wir von dir erfleht! Dann danken einst, Allvater, wir mit Mel. Vom Himmel kam der 520 Die Kinder, de allen unsern Kindern dir! uns freun, sind alle, Gott und Bater, dein; sind deine 521 beste Gab, o Herr; fie, Barmherziger! bewahre 521 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit. 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig deine Wege gehn, und Bürger einst, voll Luft und Muth, zu thun, was edel ist und gut!" Mel. Freu dich sehr, o meine Mei Meine Kinder, Gott, befehle ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei dir von ganzer Seele, Preis und Dank, o Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß sie nie, segne und behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen. 2. Aber ach! wie viel Ge fahren warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwinglich laß sie sein allen Lüsten, fromm in besonderen fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten. 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie verschonst; nicht, daß du durch stete Freuden ihre Tugend hier schon lohnst, jeden ihrer Wünsche stilst, jede Hoffnung gleich erfüüst; nicht um Schäße, die vergehen, darf und will ich ſie flehen. Verbindungen. 391 7. Jener Siegstag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer keines fehlen mag! Dann frohlock ich: Vater, sieh, hier bin ich, hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen. Kindespflicht. 4. Gib auf ihrer LebensMel. Gott bes Himmels und reiſe, wie es längst bein 522 Kinder, die ihr noch Rath ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht. Wichen sie von dir zurück, ihr verlornes Seelenglück wär mit allen Erdenschäßen nimmer ihnen zu erseßen. 5. Doch die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Gehör. Laß nicht ihre Lebenstage, guter Gott, ganz freudenleer. Werden sie geprüft durch dich, o so sei es väterlich, und dann las es ihren Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 6. Keins von meinen Kindern werde durch das Laster elend, Gott; teins dent Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott. Nüßlich laß der Welt sie sein, keine Müh und Arbeit scheun, still sich ihres FleiBes nähren und durch ihn dem Mangel wehren. eurer guten Meltern weilt und um Kleidung, Trank und Speise sorglos nur zu ihnen eilt; noch durch sie in jeder Pflicht Lehr empfangt und Unterricht; 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück; denkt der namenlosen Mühe die sie euch vom Augenblick eures Aufblühns bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. 3. Aelternlieb ist ohne Schranken. Kinder, nie belohnt ihr sie; danken aber könnt ihr, danken euren Aeltern Lieb und Müh; danken manche lange Nacht, sorgens voll für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folgsam sein; nie mit Vorsatz sie betrüben, jede Kränkung schnell bereun; ohne Klügeln R 4 ihnen 392 ihnen traun und auf ihre Winke schaun; Gesinnung und Leben des Christen 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, jedem Lafter troßend, geht, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den Aeltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Troft und Hülf erfreuen bei des Alters Ungemach, dieß ist Kindesdank und Pflicht. Kinder, dieß vergeffet nicht! Mel. Jesus, meine Zuversicht 523 Gott, tott, mein Vater, Dant sei dir! Du hast Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Aeltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir beglückst du ihre Müh und auch mir erhältst du sie. 2. Oft hab ich sie zwar betrübt, sie, die von den ersten Tagen doch so zärtlich mich geliebt, mich mit viel Geduld getragen. Gott, dadurch kränkt ich auch dich: o wie beugt mein Undank mich! 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigenfinn niemals ihre Gunst verscherzen; gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut! 4. Laß mich, Gott, wie du verlangst, jede Kindspflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg und Angst sie beschwert um meinetwillen! Haben sie nicht manche Nacht, wann ich schlief, für mich durchwacht? 5. Jesus stelle sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder, er war doch von Kindheit an seinen Neltern unterthan. 6. Ihren Willen thun sei mir meine Luft! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache selbst mich willig! Wohl mirdann! Dann wird auch mein dein verheißner Segen sein! 7. Laß auf ihre Wünsche mich kindlich und mit Sorgfalt achten; ja, selbst ihren Wünschen mich noch zuvorzukommen trachten; nicht für sie Beschwerden scheun und ihr Glück mit Freuden sein! 8. Ehrerbietig laß mein Herz wirklich sein und nicht blos scheinen. Laß mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thränen weinen; ihnen deine Hülf er flehn, nach der Hülfe dich erhöhn! 9. Meiner Aeltern Schuß fet in besonderen Verbindungen. Geschwisterliebe. sei du! Ihrer Wallfahrtszeit auf Erden lege viele Jahre zu, laß sie alt im Segen werden und erhör Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 525 Wenn Geschwiſter auch ihr Gebet, das für um 10. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Bater, selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den spätsten Lebenstagen, so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Aeltern Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott 524 Wir ir flehn für unsrer Neltern Leben dich, aller Menschen Vater, an. Du hast sie uns zum Heil gegeben, sie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Herzen danken wir für deine Vaterliebe dir. 2. Verleih uns stets für ihre Lehren ein offnes, wei: fes, sanftes Herz und laß uns gern sie kindlich ehren, daß niemals Kummer, Gram und Schmerz der treuen Aeltern Herzen fränkt und ihre Liebe von uns lenkt! 393 3. Gib ihnen deinen besten Segen und Alles, was ihr Herz erfreut! Beschirme sie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Gesegnet sei ihr Erdenloos und einst ihr Lohn im Himmel groß! fromm und weise, nachsichtsvoll und gütig sind; wenn in ihrem stillen Kreise stets des Friedens Quelle rinnt, o dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts verbunden sollen sie durchs Leben gehn und den Reiz der schnellen Stunden freundlich mehren und erhöhn; sollen Haß und Neid entfernen und auch Andre lieben lernen. 3. Mit entschloßnem frohem Herzen üben sie, was Gott gebot, theilen Freude, Gram und Schmerzen, mindern jedes Tages Noth; warnen sich, so oft fie fehlen, und veredeln ihre Seelen. 4. O wer wollt in früher Jugend nicht schon sanft und friedlich sein? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer der Seinen kann betrüben, wird der Andre redlich lieben? 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gesegnet und erfreut. Neltern ſehn sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle R 5 Haus 394 Gesinnung und Leben des Christen Hausgenossen streben, sich mit Freuden zu umgeben. 6. Liebe, komm herab vom Himmel, fomm in unser Herz herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! Loos, Gott, nach deinem weisen Rath, machst oft Einen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht Mel. Auf, Christenmensch! 526 Duvertheilst der 527 u vertheilst der 527 Durch dich, Gott, bin was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, so viel Gewinn vor ärmern Brüdern habe. Sie leihen ihre Dienste mir: dieß, Gnädiger verdank ich dir. 2. Erfüllen sie mit Redlichkeit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte, so gib, daß ich für ihre Treu auch dankbar und gefällig sei! 3. Hilf, daß ich jedem seine Pflicht aufs möglichste versüße; daß, wenn an Hülf es ihm gebricht, er sie von mir genieße; daß ich ihm Fehler gern verzeih und, wird er krank, sein Pfleger fei! 2. Wer bei ärmerem Geschick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Hauses Glück treu sich meinem Dienste weiht; wer durch Folgsamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. Eigensinn ist Verlegung meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin, den noch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, hart und grausam sein heißt: der Menschheit Recht entweihn. auf 3. Er hat Recht auf Güt und Huld', wenn ihn Redlichkeit beseelt: Recht Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorsaß fehlt. Ich bin selbst nicht fehlerfrei; kann ich fordern, daß ers fei? 4. Hochmuth, Stolz und 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets gerecht und treu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein Kind, wie ich, und erhält sein Recht durch dich. 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm ver: in besonderen Verbindungen. vergönne, gern seine treue Redlichkeit, gern seinen Werth erkenne und ja aus nichtgem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn entzieh! 5. Auch der geringste Die ner ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein glei= ches Recht. 395 3. Lehr ohne bittre Kla gen des Lebens Last mich fragen und Weichlichkeit verschmähn; im Reden und im Schweigen mich ehrerbietig zeigen und gern den Weg der Demuth gehn! 6. O präge dieses tief mir ein! Nie müss ich mich erkühnen, gefühllos gegen die zu sein, die meinem Hause dienen. Der mir hier dient, ist Mensch wie ich; ich foll ihn lieben gleich als mich. 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren und Schaden abzuwehren, soll meine Freude sein. Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsaz nie betrüben, verdroßnen Sinn und Frechheit scheun. 5. Ich will sie nie beneiden; will alle Trägheit meiden und alle Zankfucht fliehn; will recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen und allem Leichtsinn mich entziehn. 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets zu werden, sei Freude mir und Pflicht. Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er beFür Dienende. Mel. In allen meinen Thaten 528 Gott, deinen wei- reut sein Leben nicht. sen Willen soll Jeder hier erfüllen; laß ihn mir heilig sein! Laß alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 2. Du heißt mich Andern dienen, und dien ich redlich ihnen, so folg ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen, dieß ist dein Wille, dein Gebot! 7. Du bist stets der Gerechte, der Herr der Herrn und Knechte und beider Troft und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm wie der Höchste Theil. 8. Dieß laß mich stets erwägen; denn dieß gibt Trost und Segen und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, R 6 den 396 Gesinnung und Leben des Christen den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüglich war. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen, und du, Gott, willst mit Vaterhand mich dabei unterstüßen. mir so werth, als obs das meine wäre. Mel. Mein erft Geschäft sei 529 Berufen hast du entzogen werden. mich, mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so seis mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, deinem Angesicht nicht kann 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müh, Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Lebens Abend dann, so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ehren an und schenkst mir ewgen Frieden. 3. D laß in meinem Dienst dieß nie mich aus den Augen seßen; und kostet mirs auch Kampf und Müh, nie meine Pflicht verleßen! Für Wittwen. Mel. In allen meinen Thaten 4. Gib, daß ich, meinem 530 Auf Gott nur Rufe treu, stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meines Diensts sich freu, mit Eifer mög erfüllen! will ich sehen; er hört der Wittwen Flehen und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der Fels, auf den ich bauen kann. 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das Jhrige bes trachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegiergen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn ihr Etwas zu entwenden! 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlassen! Dieß Trostwort will ich faffen: es ist mein stärkster Wanderstab. 3. Wo feit viel tausend Jahren betrübte Wittwen waren, da sah Gott gnädig hin. Er pflegte die Betrübs ten in besonderen ten, wenn sie nur stets ihn liebten und wandelten nach seinem Sinn. 4. Auch mich wird er bemerken, mich trösten, segnen, stärken und mir zur Seite stehn. Wie groß ist Für Waisen. In voriger Melodie. feine Gütel Mit ruhigem 531 Im Frühling mei Jahre, Gott, sah ich schon die Bahre des guten Baters stehn; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind mußt ich ihr Grab schon sehn. nen Wegen gehn. 5. Ich will ihn gläubig ehren und meine Tugend mehren in stiller Einsamkeit. Er sieht ja, wie ichs meine, er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 6. Auch wenn ich mehr noch litte, bis zu dem lepten Schritte will ich ihm folgsani sein. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt erfundne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit jeder Last und Plage wie Träume leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode ruhig nieder und weiß, daß ich erlöſet bin. Verbindungen. 397 Tod uns wieder, dann schallen unsre Lieder durchs thränenfreie Vaterland. 8. Einst geh ich, den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm dan ten für die Zähren, die ich als Wittwe hier geweint! 9. Dann find ich, den ich liebte, deß Tod mich einst betrübte, in meines Gottes Hand; dann trennt kein 2. Unwissend, was mir nüße, so schwach und ohne Stüße, muß ich verlassen gehn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Flehn? 3. Doch wer war's, der mich beugte, so tief zum Staube neigte? Warst dus nicht, großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja beweisen und Armen Gutes thun; Verlaßne willst du hören, die Aelternloſen näh ren; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt, die sich auf dich verließen, R 7 ſahn Gesinnung und Leben des Christen 398 sahn, Gott, zu deinen FüBen ihr heißes Flehn von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht hassen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir ganz vertraun. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, auf dich in trüben Stunden schaun! 7. Ja, du wirst mich ernähren, mir Rath und Hülf gewähren. Wo ist ein Gott wie du? Nur was mir nüßt, das schenke mir, deinem Kind, und lente mir frommer Menschen Liebe zu! 8. Und wenn in diesen Jahren Berführung und Gefahren und Laster um mich sind, o dann sei, treuer Vater, mein Führer, Freund, Berather, ach dann verlaß nur nicht dein Kind! mühen, an Aeltern Statt mir sind, mich warnen und belehren, laß herzlich mich verehren, sie dankbar lieben wie ihr Kind. 12. Jhr Lohn sei, Gott, dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer sein; und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freun! 13. Verklärt werd ich dann stehen, die Aeltern wiedersehen, um die ich hier ge weint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, be ten: lohn ihnen ewig, Menschenfreund! Dankbarkeit gegen Wohlthäter. 9. Es schlag von früher Mel. Wer nur den lieben Gott Jugend für Gottes furcht und 532 Wenn Menschen und nur mein Herz! Fromm sein auf deinen Wegen, sei meine Lust, mein Segen, und Unrecht thun und sehn mein Schmerz! 10. Arbeitsamkeit und Treue, begangner Fehler Reue, ein wahres Christenthum; ein zärtlich Herz für Freunde und Sanftmuth gegen Feinde, dieß sei mir mehr, als Glück und Ruhm. 11. Und die, die mich erziehen mit redlichem Bean Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu sein; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreun, mit reichem Se gen segne dann sie, die ich nicht belohnen kann! 2. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll kummer über ihre Lei den gern, wie ich kann, ihr Tröster sein; und kann ich lindern ihre Noth, mit Freu in besonderen Verbindungen. Freuden will ichs thun, o Gott! 399 dein; dein soll auch Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 3. Und kann ichs nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! Denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf Jeden komme Freud herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will sie lieben und sie ehren; will über mein 3. Wie freut ein guter Bedürfniß sie mit meinen Lehrer sich, wenn er erKlagen nicht beschweren, beleuchtet selbst durch dich, den scheiden stets und lästig nie: Jüngern Jesu gleichgesinnt, will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neidisch sein und nie betrübt. Seelen 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten sie! Empfinden sie Gefahr und Schmerz, so tröst und heile selbst ihr Herz! 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einst sie scheiden, gnädig an! Er: quicke sie mit Troft im Sterben, die mir im Leben wohl gethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herrlich einst und groß thr Lohn! 2. und Stand! Sie pflanzen, Gesegnet sei ihr Amt Herr, von dir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heilig Wort und Licht mit ihm und Tugend fort. gewinnt! 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr und That voll Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte Hörer sein und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht erflärt! 6. Dein Wort ist, was sie lehren, Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und besser werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zubörer. 7. Ermahnen, warnen, strafen sie, so weigre, wer sie hört, sich nie, zu hassen, was du uns verbeutst, zu Mel. Wo Gott zum Haus 533 Das Amt der Leh- thun, was du durch sie gerer, ist 400 8. Das ist der Lehrer bester Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon sie hier in unsrer Tugend sehn, mit uns den Weg zum Himmel gehn. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank sie, durch Haß und Spott zu tränken; daß sie, was sie thun mit Freuden, nicht mit Seufzen thun! Gesinnung und Leben des Christen 10. Ja, Gott, wir wollen sie erfreun und dankbar fromme Hörer sein, so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ewges Reich. Bei Einführung eines Religionslehrers. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 534 Wohl uns! Wohl uns, daß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen: die, aufgeklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset seine Treue! Wieder neue ward sie heute; Dank sei unsre heilge Freude! 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Zu bilden uns hier in der Zeit zum Leben in der Ewigkeit, gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiten, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, was ihn betrübe. Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Üeben hilf uns dann im Leiden, wie in Freuden, seine Lehre uns zum Heil und dir zur Ehre! 4. Wann einst dein großer Tag erscheint, laß ihn, laß unsern besten Freund uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zu gezählt; o gib, daß dort ihm teine fehlt! Laß keine sich verlieren! Gott, wie werden wir uns freuen um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! Nach der Handlung. 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand; wir gehn mit dir in's Vaterland; du führst uns in besonderen uns. Amen! Amen! Hei lig bleib uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sei stets unser freudig Streben! Bei der Confirmation. 5. Zeig, Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuren Seelen, die jetzt auf ihre Lebenszeit sich hier Mel. Es ist das Heil uns 535 Die hier vor deis mit dir vermählen! nem Antlig stehn, sind, Jesu, deine Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder; gib ihnen, Herr, durch deinen Mel. Mitten wir im Leben Geist das Gute, das dein 536 Stärke, Mittler, Wort und im Sterben! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine heilgen Lehren. Ist Freude dort vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren, so laß auch heute Freude sein, da diese Kinder dir sich weihn und ihren Bund erneuen! 3. O laß sie Gnad und nicht Gericht in dieser Stund empfahen, wenn sie mit Glaub und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es stärke sie dieß Lebensbrod, damit sie, Jesu, dei nen Tod verkünden durch ihr Leben! Verbindungen. 401 Schwachheit auf; und wenn sich Lüste regen, so laß sie gläubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn und muthig überwinden! 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen, so hilf du ihrer sind treuer Heiland, sie dein! Schreib heut ins Buch des Lebens ein die Namen dieser Christen! theur Erlösten! Laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trösten! Wach über ihre Seelen! Sie flehn und schwören alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! 2. Ach, wie viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb erkalten; Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, die dir schwören, dir sich weihn! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott 402 Gesinnung und Leben des Christen Gott! Heiliger Gott, Leh: Bund, den dein Herz durchs rer und Tröster! Dreiein Wasserbad fest mit Gott geger Gott! Stärke sie, die schlossen hat! Denn wie leicht Deinen, in des Glaubens geht der verloren, der ihm Zuversicht und wahrer Tu- freulos hat geschworen! gend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten; ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen. Die Triebe zu verbotner Lust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen Seelenheils weit über winden! 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 4. In der Todesnoth laß sie, deine theur Erlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Herr, laß sie bei dir leben! Einft saamle sie mit uns zugleich in dein unvergänglich Reich! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott!. Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! 3. Sei getreu in deinen Leiden und laß dich kein Ungemach, keine Noth von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünscheft, wehrt. Halt an seine Treu dich feft; glaub, daß er dich nicht ver läßt; seine Hülf ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und 537 Sei getreu in dei- keine Noth je von deinem nem Glauben, laß dir diesen festen Grund ja nicht aus dem Herzen raus ben, halte treulich deinen Gott dich wende; sei ihm treu bis in den Tod! O das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein in besonderen Verbindungen. dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben! Mel. O du Liebe meiner Liebe 538 Mittler, schau auf sie hernieder, die sich deiner Gnade freun und als deiner Kirche Glie der dir geloben treu zu sein, dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau bei ihrer Weihe, segnend schau auf sie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir gehei ligt sein, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Irre sich zerstreun! Schüße sie vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt, laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt! 3. Laß sie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre sein und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich flehn, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn! 4. Halte sie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, fest; laß fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahn, ach, dann nimm 403 dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Keines, feines, ach, von Allen, die mit dir den Bund erneun, laß aus deiner Gnade fallen und von dir geschieden sein! Herr, verfiegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht; Keinem laß die Krone rauben, die du Allen zugedacht. 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jeßt zu dir gewandt; sieh, die Thränen, die sie weinen, zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die feligen Gefühle nie erfalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß treu im Glauben stehn! sie 7. Sammle sie einst alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einst, den Engeln Gottes gleich, singen sie dir, Herr, zu Ehren dann ihr Loblied hoch erfreut, in der Auserwählten Chören, laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Christus, der ist mein Leben 539 Sieb diese jungen Vater, dir sich nahn! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfahn. 2. Sie kommen, dir, o Bater, sich feierlich zu weihn und 404 Gesinnung und Leben des Christen und heilig zu geloben, dir ewig treu zu sein; 3. Versuchungen zur Sünde mit Muth zu widerstehn; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn. 4. O blick auf sie mit Segen, allliebender, herab, daß sie vom Weihaltare treut wandeln bis ans Grab! ( Die Confirmanden allein.) 5. Gott, welche heilge Stunde! Laß sie gesegnet sein! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. 6. Dich immer kindlich lieben, gehorchen willig dir und gern dem Nächsten die nen, ja, Gott, das wollen wir. 7. Wir wollen jede Sünde, das kleinste Unrecht scheun und immer besser werden und uns in Unschuld freun. 8. D blick auf uns mit Segen von deinem Thron herab und laß uns dem Gelübde getreu sein bis ans Grab. der Alwissende gehört. Ihr jungen Christen, denket nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet; Gott und der Tugend treu zu sein. Von neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Leben ganz zu weihn. O heilig sei euch dieſe Pflicht! Vergesset dieses Tages nicht! ( Die Confirmirten allein.) Mel. Werde munter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich sein! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir, Gott treu zu sein; nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Aug im Tode bricht. Gott, der Alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. 4. Ja, wir wollen uns ergeben unserm Gott und nicht der Welt und in unserm ganzen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier säet in der Zeit, ärndtet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein) Mel. Wer nur ben lieben Gott 540 Kinder, dieser( Die Gemeinde allein.) Tag Bundes sei eurem Herzen ewig werth; denn das Versprechen eures Mundes hat Mel. Wer nur ben lieben Gott 5. D wohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herz in besonderen Verbindungen. 405 Herz es redlich meint! Dann Hilf, daß unser Herz, dir wird auch Gott euch Segen treu, standhaft unsre Tugeben; dann gend sei! bleibt Gott ewig euer Freund; dann wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. ( Alle.) ( Die Gemeinde allein.) 5. Sieh, o Herr, wir alle flehn: Stärke liebreich mals irre gehn, nie die unsre Seelen! Laß uns nieBahn des Heils verfehlen! Met. Jesus, meine Zuversicht 541 Gottes Gnade sei Alles schwindet mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. mit euch! Sie verleih euch Kraft und Segen! Wallet freudig, Engeln gleich, eurem hohen Biel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Allvergelters Thron. ( 3um Schluß der Confirmationshandlung.) Mel. Allein Gott in der Höh 2. Heilig sei euch dieser 542 Her Gott! was Tag: heilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod! irdisch ist, vergeht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig festbesteht, hast du dem Geist gegeben: es bleibt der Wahrheit helles Licht es bleibet Tugend, Recht und Pflicht und Jesu heilge Lehrer. ( Die Confirmirten allein.) 3. Ja, zu treuer Folgsamkeit haben wir uns dir verpflichtet. Unser Herz sei dir geweiht, unser Geist auf dich gerichtet. O wie selig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 4. Stärk uns nur mit deiner Kraft! Schüß uns vor der Macht der Sünden! Gib, daß wir gewissenBei Einweihung einer Kirche. haft böse Lüfte überwinden! 543 Vol der AnMel. Nun dantet Alle Gott on heiligem Gefühl dacht 2. Die Lehre bleib uns bis ans Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schuß, des Alters Stab, des Herzens Trost und Segen! Ste leit in aller Freud und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben. 406 Gesinnung und Leben des Christen dacht tief durchdrungen, sei, dann in den Bund erwachs Gott, dir heut von uns ner Christen ein. Lob, Preis und Dank gesungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freun; drum weihen wir dieß Haus zu deinem Tempel ein. 2. Anbetend dir sich nahn, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dank, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Heiligthum! 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehre fassen und zur Befolgung uns, zur Treu ermuntern lassen: hier strahlt dem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh; hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. 4. Hier sollen am Altar sich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbundnen nahn, dir heil'gen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwören Lieb und Treu, damit ihr Leben dir stets wohlgefällig sei. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild jeder Tugend: hier schwört es einst den Schwur, Gott ewig treu zu sein, und tritt 6. Hier sollen wir vereint das Mahl der Liebe feiern und ernstlich den Entschluß der Besserung er neuern; erinnern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn durch Leben und durch Tod uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets erwägen und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überlegen. Dann wird der Tag der Weih ein Tag des Segens sein, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freun. Bei Einführung eines Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr 544 Maß dankbar uns die Lehrer eh ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu belehren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuziehn! D welche Saat wird durch sie außgestreut! Sie keimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Wo in besonderen Woher kommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leidenschaft? 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend auch unter uns mit Vaterhuld gedenkst und zu der Weis: heit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lenkst! Wie weise, Gott, wie liebreich, Herr, bist du! Durch Schulen auch strömst du uns Segen zu. 4. Froh sehn der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort, so seßen sie dein Werk auf Erden fort. 5. Trum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude sein! Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Hers zen an auch wenn sie strafen, noch belehren und sorgsam selbst den Schein des Unrechts fliehn! Religion und reine Verbindungen. 407 Sittlichkeit verbreite fich durch sie zu jeder Zeit! 7. O welche Pflichten! Welche Würde! Gott, fteh auch diesem neuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getrost und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn hört und dankbar ist und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn entweicht, dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig er dann sich als ein Chrift, der muthig wirkt, solang es Tag noch ist! 9. Gott, laß jede Schule blühen und reich an Frucht für Welt und Nachwelt sein! Laß jedes Lehrers Eifer glühen, die Dunkelheit der Seelen zu zerstreun, und einst erheb ihn die beglückte Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Christ, bich 545 Nach Gottes weisheitsvollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. Gesinnung und Leben des Christen 408 Vaterlandsliebe. 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, durch gegenseitiges Bemühn Mel. Schon ist der Tag von ſieht man der Bürger Wohl 546 Das Land, das fahrt blühn. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der nügt durch Kunst dem Vaterland und durch die Arbeit seiner Hand; Gott mir väterlich zur Wohnung angewiesen, läßt seines treuen Schußes mich in Glück und Noth genießen; es gibt mir Nahrung, Sicherheit, erhält Recht und Gerechtigkeit und schüßt mein Gut und Leben. 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Einsicht, Kenntniß, Wissenschaft; der nüßt mit seinem kühnen Muth und der mit seinem Erdengut. 2. Drum will ich stets ers kenntlich sein, durch nüßliche Geschäfte mich der gemeinen Wohlfahrt weihn; will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schüßt und mir und meinen Brüdern nüßt, mit trenem Eifer widmen. 3. Nie will ich Ruh und Sicherheit im Staate fre velnd stören; will meine Landesobrigkeit als Gottes Ordnung ehren und ihren Willen jederzeit mit treuer Unterwürfigkeit nach Möglichkeit erfüllen. 5. So knüpfft du, Gott, durch jeden Stand der all gemeinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reichthum, Ueberfluß und allerfeitiger Genuß, Bequemlichkeit und Freud und Ruh fließt uns durch diese Ord nung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig sein, nicht seines Standes sich erfreun, auf der ihm angewiesnen Bahn nicht wirken, was er wirken kann? 8. Wer jede ihm verliehne Kraft gebraucht und durch fie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich und für die Welt. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will stets ihr widriges Geschick, so viel ich kann, vermindern; will freundlich dienen Jedermann und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 5. Auf, Brüder, die ihrs redlich meint, nüßt eurem Va in besonderen Verbindungen. Baterlande, das euch zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es Jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 6. Gott, steh uns bei, daß alle wir nach unsern Pflichten leben und schon als gute Bürger hier nach jenem Reiche streben, in das nur treue Knechte gehn, die in dem Dienste hier bes stehn, zu dem du sie berufen. Obrigkeit und Unterthan. Mel. Vom Himmel kam der 547 ott, der m Segen für die Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen Jeder treu, gehorsam und ergeben sei. 2. Sie machen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch fie fließt Sicherheit und Ruh den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht Jeder ist in Würden groß; oft ist ein niedrer Stand sein Loos; 409 Kräfte, Sorgfalt, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut. 5. Wenn er gewissenhaft stets ist, nie seines Bürgereids vergißt und das, was er entrichten toll, gern beiträgt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ists, wenn er als Bürger denkt, nie andrer Bürger Rechte kränkt und fern von schlauer Ränke List zum Wohl des Landes thatig ist. 7. Er weiß: nur des Gesepes Kraft, und wär es währt dem Volke Sicherheit auch noch mangelhaft, geund Ordnung und Zufriedenheit. 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgsam dem Geseß und treu und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 9. Gott, laß mich ge wissenhaft und stark durch deines Geistes Kraft mich allenmeinen Pflichten weihn, so kann ich deiner Huld mich freun. Mel. Aus der Tiefe rufe ich doch Jeder, sei er noch ſo 548 Mer gehorcht, der thus mit klein, als Bürger sein. 4. Er ists, wenn er den Fürsten liebt und den Gefeßen, die er gibt, Zeit, Jeder Bürger wußt, daß nicht Jeder herrsich beschen kann, sei ein guter Unterthan! 2. Bist " Gesinnung und Leben des Christen 410 2. Bist du niedrig, bist du groß: sei vergnügt mit deinem Loos! Schäm dich deines Standes nicht, nö thig ist ja Jedes Pflicht. 3. 3ur gemeinen Wohlfahrt sei dem Gefeße stets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schaue Jesunt Chris ftum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Geset gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr gebührt. Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! 6. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß und Fried und Sicherheit, welch ein Glück, das man nur hat durch des Obern Rath und That! 7. Lebe selbst gewissenhaft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn und sieh nur du, daß du selbst gerecht seist, zu! 8. Obrigkeit und Unterthan, betet Gott, den Höchsten, an! Fürchtet ihn, denn fein Gericht wird gerecht sein: Sündigt nicht!" Hoher Stan d. Mel. Vom Himmel kam ber 549 er höher durch Geburt schon ist, als seine Brüder, kenn als Christ des bessern Adels Werth und Pflicht; den fühl er, den entehr er nicht. 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, kein Tyrann, so mild und liebreich, als gerecht; er ist. wie sie, auch Gottes Knecht. 3. Nicht wähn er, weil er groß und frei vor den Geringern ist, er sei erha ben über Recht und Pflicht und Rechenschaft, das wähn er nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Verachtung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! Er hasse Grausamkeit und Zwang, verprasse nicht durch Müßiggana, was Gott ihm giebt, beglückt zu sein mit Andern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm seine Felder pflügt! Wohlthätig soll er sein; denn er ward darum nur des Armen Herr! 7. Er( denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat. 8. Verächtlicher, als Sklaven, ist im Tod einst Jeder, der vergißt, daß er des Vaters in besonderen Verbindungen. terlandes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 9. Doch wenn ers nicht vergißt, so freut der Niedrige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich stets bestrebt. 10. Und spricht in seis nem Tode dann: Das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth! Der Richter. 550 Mel, Schon ist der Tag von ewöhne dich, durch Wort und That Gerechtigkeit zu üben, und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Richter, der dieß je vergißt, parteiisch und bestechlich ist, zerstört das Glück der Erde. 2. D wehe denen, welche nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verlegung ihrer Pflicht Gesetz und Rechte beugen! Sie säen Fluch und ärndten Fluch durch ihren feilen Richterspruch; denn Gott beschüßt die Wahrheit. 3. Wenn sie nicht tren im Amte sind: Gott kennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt 411 und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissensqual, erscheinen sie im Todesthal und am Vergeltungstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet Nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt werben könnte. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gefeßes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. D wohl dem Land, wo jederzeit nur Wahrheit und Gerechtigkeit in allen Ständen blühen! 6. LaßJeden hier sein Amt getreu, o Gott, vor dir ver walten und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr, o Vater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. 7. Es suche Jeder, der dich kennt, im Guten sich zu stärken, und wer den Namen Jesu nennt, laß ab von bösen Werken! Gib deinen Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle. 8. Gerechter Gott, be52 Íohne 412 Gesinnung und Leben des Christen lohne die, die sich vom Un- Frevel treib! Daß Jeder recht wenden! Erquicke sie schone Greis und Weib nach Kampf und Müh, und Kind und Säugling, wenn sie den Lauf vollen- wie den Mann, der widerden! Zu deinen Freuden stehn nicht mag, noch kann! nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Taus sende beglückte. 7. Wer vor euch niederfällt, den hebt mit Brüderarmen auf: wer bebt, den tröstet, Brüder, nie vergießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist! Der Soldat. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 551 Ben ewaffnete! der Krieger Stand bewacht, beschüßt das Vaterland und stehet dem Gefete bei, damit sein Ausspruch wirksam sei. 8. Dann seid ihr wahre Helden, seid Vertheidiger der Menschlichkeit, dem Volk, wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 2. Gehorsam, Treu und Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Pflicht! 9. Gott sei mit euch in Fried und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, dort be glück euch Gott! Der Landmann. 3. Welch ein Beruf, wie ehrenwerth! D daß ihr immer ihn nur hört! Weh, Mel. Erschienen ist der herrlich o wer ihn aus den Augen sept 552 Wohl mir, Schöpfer, und frevelnd seine Pflicht verletzt! 4. Ehrt Wahrheit, Recht und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu keiner Zeit von ihrer Christenpflicht be freit. 5. Zieht ihr in Krieg, so störet nie die Rechte Andrer; schüpet fie! Gewalt übtun geheißen nicht; stets leit euch Chrgefühl und Pflicht! 6. D daß nicht einer denn mein Stand ist auch von dir; du schufft das Land für meinen Fleiß und väterlich beglückst und. segnest du auch mich. Ge lobt seist du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meis nen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich. 3. Im Schweiße meines An in besonderen Verbindungen. Angesichts arbeite ich, doch wann gebrichts mir, wenn ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an Zufrieden heit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die Un, schuld, die nie Arges thut, und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh und Kraft, wohl aber größre Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut bin, werd ich selig, wie der Fürst der Erd, wenn er gut ist. 5. Was hat der Reiche dann voraus? Mehr Macht und Pracht, ein glänzend Haus; doch auch mehr Sorg und Ueberdruß, bei alDer Nachbar. Mel. Was Gott thut, das ist lem ſeinem Ueberfluß mehr 553 Gib, Höchster, daß und Gram. fromm und treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen und ihnen beizustehen. 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermuntre mich, stets nachbars lich das Gut, das sie besißen, nach Möglichkeit zu schüßen! 3. Gib, daß ich gern verschwiegen sei und stets den Frieden suche, nie nähre Neid und Heuchelei, nie heimlich Nachbarn fluche! Und thun sie mir auch Unrecht hier, habs ichs nur 3 nicht 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh und Lust auch gern, doch nur in dessen Bruft, der Gott gefällt. 8. In seiner Werke Herrlichkeit seh ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. 413 bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähr es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. 9. Des Weisen Achtung fehlt mir nicht, erfüll ich redlich meine Pflicht; ich 10. Wohl mir, wohl mir! Ich baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärndt ich nicht schon hier den Lohn, ich ärndt ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. 414 Gesinnung und Leben des Christen nicht verschuldet, so wird lei, von Schmähung und es leicht erduldet. Verstellung frei, was sünd: lich ist, nie rede! 4. Was hilft ein feinde seliger Sinn? Er führt nur ins Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit da hin! Wer weiß, wie bald wir sterben! O Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken. Hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernste dieß bedenken! Zum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nüßen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 4. O wehe dem verwegnen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn kund, wie oft zu spät bereuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr es mich bedenken! 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar sein, was mir dein Wort gebie: tet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in ewgem Frieden leben. Umgang. 5. Auch wehe dem, der Tücke liebt und dessen Wors te trügen; der seinen NächMel. Schon ist der Tag von Gott sten gern betrübt mit Falsch 554 Die Bunge, die heit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur offner Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns begleitet. vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie flucht und segnet, fleht und droht; kann heilen und verwunden. 6. Was züchtig, feusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der Christ: spricht, wenn es Nußen bringet, und scheut den Zorn der Men schen nicht. Doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich von niedrer Schmeiches 7. D gib mir, Gott, ein reines Herz und laß mich Spöt in besonderen Verbindungen. 415 Spöttereien und frechen, fit- Freud und Leid, mit brütenlosen Scherz mit from mem Eifer scheuen! 3um Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von meinen Worten geben. derlicher Herzlichkeit; und treues Mitgefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. Freundschaft. Mel. Vom Himmel kam der 555 welch ein Se gen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in Einem Geiste dann mit mir für Wahrs 56 Bettydes Hand In eigener Melodie. errlich ists, an heit nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüder lich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu sein, gleich tugendhaft. 7. Trennt auch das Schicksal Freund von Freund, die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath, und, wo wir können, durch die That. 8. Vollenden wir einst unsern Lauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. 4. Vont Zrren hält er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blick: und wenn er mir zu irren scheint, so warn ich treulich ihn als Freund. 5. Nicht Argwohn, Mißtraun oder Streit, nicht Freude und nicht Traurig keit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt unsrer Freundschaft festes Band. 6. Wir theilen Alles, durch das Leben wandeln und durch Tugend und Verstand fest vereinigt handeln! 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde habe! 3. Aber da ist Freundschaft nicht, wo nicht Tugend wohnet, wo nicht auf dem Angesicht Herzensgüte thronet. 4. Gittsam ist sie, nicht. beim Spiel nicht bei Trinkgelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Aber sieh, du findest sie bei unschuldgen Scherzen; nur bei der Verleumdung. nie, nie bei bösen Herzen. S4 6. Freund Gesinnung und Leben des Christen 416 6. Freundschaft lehrt bescheiden sein, Andrer Vorzüg ehren; Freundschaft wird dir manche Pein in Vergnügen kehren. 7. Freundschaft zeigt dir klar undfrei alle deineFehler, schmeichelt nicht und macht dabei fröhlich deine Seele. Erden. ( Die Lieber 557-559 find ausgefallen.) 8. Lächelft du, sie lächelt mit, weint bei deinen Leiden, unter ihrem sanften Tritt sprossen tausend Freuden. 9. Möcht ein Jeder doch recht früh ihrer würdig werden! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Gesinnung und Leben des Christen zu besonderen Zeiten. Am Morgen. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 560 Dich seh ich wie der, Morgen licht und freue mich der heilgen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir mit Herz und Mund lobsingen, Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh emfind ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben sehest du jept einen neuen Tag hinzu, sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich und ich merke neue Stärke, dich erhebeHerz und Mund, so lang ich lebe! 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nüßen mich bemühe! Prüfe, siehe, wie ichs meine, dir ist teine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein Irrender! Erhalte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Ach, im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale zu besonderen Zeiten. 417 Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur deinen Beistand nicht. Thale wall ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 5. Froh werd ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen, drum schrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute sich mein Lauf, so eilt mein Geist zu dir hinauf. Mel. Wer nur ben lieben Gott 561 Vou oll Dank an diesem neuen Morgen blick ich zu dir empor, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu sorgen, mein Schuß zu sein In eigener Melodie. vor jeder Noth; du schüß: 562 G ott ott des Himtest mich auch diese Nacht: durch dich gestärkt bin ich erwacht. 2. Wem dank ichs sonst, als deiner Güte, daß mich, o Gott, kein Unfall traf? Mit innig freudigem Gemüthe dank ich dir Stär kung, Ruh und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir sein und Kraft zum Guten mir verleihn! mels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält. 3. Wie viele Tausend meiner Brüder sind jest nicht mehr mit mir erwacht; sie sehen nicht die Sonne wieder, nicht deiner Schöpfung neue Pracht. Ich lebe noch und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit. 4. Erhalter, Dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig sein! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allemUnrecht mich zu scheun! 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. Gleich der Nacht laß 3. meine Sünden vor der Gnade Glanz vergehn, die durch Christum Alle finden welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen 418 Gesinnung und Leben des Christen stehen mag und für meine fet und, was er schuf, erSeele sorgen, daß, wenn nun freut! dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 2. Von dir ist mir gege ben, Herr, was ich hab und bin! Und dieß mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz verschwunden der Wallfahrt kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 5. Auf der Bahn der Tu gend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht und verleihe mir auch heute muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschent, die Gnaden zeit, werde nie von mir entweiht. 6. Deinem Schuße sei ergeben Alles, was ich hab und bin! Dir vertrau ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich, dein Eigenthum! 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin. 3 3. O süßer, hoher Glaube, vom Tod einst aufzu stehn! Mein Leib nur wird Staube, mein Geist wird michs nie vergessen! Der nicht vergehn. Ach, laß heilgen Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll! 4. Sollt ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trachten? nie komm es in mein Herz! Hienieben schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein! 5. Getrost, mein Geist, ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zu versicht. Ermuntre dich und streite: des Sieges Lohn ist nah! Getrost! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. Mel. Befiehl bu deine Wege 563 ob fei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht, der, wenn wir ohne Sorgen entschlummern, für uns wacht, der uns im Schlaf erquicket In eigener Melodie. und unsre Kraft erneut: 565 mein erst Ge Gott, der die Erde schmüksei Preis zu besonderen Zeiten. Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schüßt mich vor Gefahren? 419 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue. 10. Daß ich mit Freudigkeit und Muth mich stets zu bessern strebe, gottselig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe. 6. Gelobet feist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle! 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser es, Mel. Von Gott will ich nicht ber es uns erhält und mir 565 Allmächtiger, ich jetzt neu gegeben. hebe mein Aug empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt, dieß dank ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch sie bin ich aufs neue mit heitrem Muth erwacht. S6 3. Be Gesinnung und Leben des Christen 420 3. Beschüßer unsrer Seelen, ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? O wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist! 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf er mein Herz bewahren, helf er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn! 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen keinen! wend alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilst Allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig sein. 6. Gott, dem ich ange höre, dein Friede ruh auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! Lieder, und mein Herz erhebet dich, denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 2. Wann ich einst vollendet habe diese meine Pilgerzeit, ruh ich auch also im Grabe, Samen für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach auch wieder und mein Lobgesang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen sein; ewig schlaf ich nicht mehr ein. 4. Wach auch über meine Tage, Gott, du meine Zuversicht, daß mich keiner einst vertlage, wann du kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht getreu und dort unerschrocken sei! 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr mich wachen, daß mir nie ungenüßt ein Tag entflieh! 6. Heute leb ich, laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein! Laß mich nach vollbrachtem Streite dieses Tags auch mich erMel. Gott bes Himmels und 566 Gott sei Dant, ich freun; recht zu handeln, lebe mir fühle und empfinde mich. Gelegenheit! Herr, dir bring ich meine Mel. zu besonderen Zeiten. 421 Mel. Christus, der ist mein Leben erflehen: Gib mir ein wei 567 Noch läßt der ses Herz, auf dich laß ſtets mich sehen in Freude, wie im Schmerz! Herr mich leben! Mit fröhlichem Gemüth eil ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 0 Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 7. Dir hab ich mich er geben; ich freue mich in dir; du Bester, mehr, als Leben, ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach dei nem Rath! 9. Nur Eins laß mich 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu und froh gen Himmel schauend denk: Herr, mich siehest du. 4. Wirst du nach Ope fern schauen? Sie gelten Nichts vor dir. Du forderft nur Vertrauen, nur Liebe, von mir. Mel. Es ist das Heil uns 5. Dein fei mein ganzes 568 Iang ich an, was Gottes Leben, mein Herz sei ewig dein! Dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich. freun. 6. mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommem Sinn und festem Muth, das muß zulest gedeihen. 12. Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink o Gott, und lauter im Gewissen, so finde mich der Tod! 2. Gott ist, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Verstand und Lust und Kraft und läßt das Werk gelingen. Ist er mit uns, so fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht; er frönet uns mit Segen. 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müssiggang S7 zu Gesinnung und Leben des Christen 422 zu meiden, und das, was er mich wirken heißt, geschehe stets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewis senhaft und redlich sei und gern dem Nächsten diene! 4. Ja, segne, Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände und lenke meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Thron der Preis der Arbeitstrene! In eigener Melodie. 569 Mach auf, mein Herz, und 2. Gott Vater, mit Erbarmen bedecktest du mich Armen; du sprachst: schlaf ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen 3. Dein Wort, das ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen; von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat sich erneuet. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ch. re, Anbetung, Preis und Ehre! fallen, Herr, meines Hergens Lallen! Mel. Werde munter mein finge dem Schöpfer aller 570 Wann ich einſt dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter! von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, erlöst von allem Kummer, je nen schönern Morgen seh, o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch noch heute wacht ich auf! Dank dir, Herr! Zu dir hinauf müsse jeder Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! 5. Hör, Gütigster, mein Flehen; du kannst ins Herze sehen; ach, möchte dir ge6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen! 7. In allen meinen Thaten wollst du mir selber rathen, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen; dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise! 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wann ihr letter nun erscheint; wann zum dun zu besonderen Zeiten. 423 dunklen Thal ich gehe und ihren heiligen Gesang zum mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein und laß mich den Stärksten sein; meinen Freund gen Himmel weis sen und dich, Herr des Todes, preisen. Himmel mich erhoben. Hier hör ich, Gott, im Geiste schon die Seligen vor deinem Thron ihr Heilig, Heilig! singen. Am Sonntagsmorgen. 5. Hier seh ich jeder Tugend Preis an deinem Throne prangen und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Mel. Es ist das Heil uns 571 ter, wach ich auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer dringt hinauf ins Lied der Engelchöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Ruh und Zeit zur Seelenbildung schenket. 2. Dich beten Erd und Himmel an, o Schöpfer als ler Dinge! Wohl mir! auch ich darf mich dir nahn; du hörst, wenn ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht; doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich zu verehren. 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin, Gott, deine Frommen mit Dank und Lust und Heilsbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, mit ihnen anzubeten. 4. Hier fühl ich durch den frommen Dant, womit dich Christen loben, durch Pilgerschaft, zur Liebe und zur Hoffnung 6. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden! So seh ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd ich nach der Prüfungszeit einft im Ges nuß der Šeligkeit verklärt dich ewig preisen. Beim Anblick der aufgehenden Sonne. In eigener Melodie. 572 Sei mir gegrüßt zu meines Gottes Ehre, du, seiner Schöpfung Königin! Steig auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 2. Daß alle Welt anbetend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und väterlich für alle mit seiner Allmacht wacht. 3. Daß Gesinnung und Leben des Christen 424 3. Daß überall bis zur entferntsten Zone, die stau nend deine Größe sieht, Zufriedenheit und Lieb und Eintracht wohne, die oft den Erdkreis flieht! 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Erdenvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Trost und Glück! 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh, gieß Heiterkeit ins tranke Herz und schicke mir Kraft, daß ichs besteh! 6. Und lehre mich in Freudigkeit hienieden mich jeder Christentugend weihn; voll Duldsamkeit bereit zum selgen Frieden und mild wie du zu sein. Am Abend. Mel. In allen meinen Thaten 573 Nun finkt die Sonne nie der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach ich und erzähle mit tiefgerührter Ceele, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüthe lobsing ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich babe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster werden und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät herauf. Sie leuchten ihm zur Ehre Hoch über Erd und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Morgen grauet, groß, wenn der Abend thauet, groß in der stillen Nacht, im Sonnenschein und Sturme, am Menschen und am Wurme, groß, Vater, zeigst du deine Macht. 7. Voll Majestät und Stärke stehn lauter Wunderwerke in deiner Schö pfung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du Gott und Herr der Welten, warst auch mir Armen heute nah. 8. Woher mein Glück, mein Leben? Du hast es mir gegeben; du bists, der für zu besonderen Zeiten. für mich wacht. Woher auf meinen Wegen so mancher reiche Segen? Du bists, der Alles wohlgemacht. 9. Gott, groß von Macht und Treue, jegt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die müden Glieder in deiz nem Namen nieder, so wa chest du, ich sorge nicht. 10. Coll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben, so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode sein. 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den wir sind und wer den? Verehrt ich ihn im 574 das Glüc Staub? Empfand ich seine mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldvoll? Und hab ich Nichts gefagt, was ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir vers pflichtet, sie durch mein Beis spiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre Mel. O Gott, du frommer Gott er Tag ist wie 425 durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen, mir und der Welt genüßt und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz_regieret? Hat mich im Stillen oft mein Blick auf Gott geführet? Erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt, und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Entfloh er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn und züchtig und gerecht und Gottes Freund zu sein? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und 426 Gesinnung und Leben des Christen Andre traf, war dieß mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich vor ihm zu stehn auch willig und bereit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täge lich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die vers legte Pflicht, vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht! 10. Ja, du verzeiheit dem, den seine Sünden kränken, du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb ich, fo leb ich dir; sterb ich, so sterb ich dir! Mel. Befiehl bu deine Wege. 575 Ermüdet von den Sorgen und der Geschäfte Last, die du mir jeden Morgen hier auf: erleget haft, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jetzt zur Ruh, weint dir vorher im Stillen Dank meine Seele zu. 2. Du gabst Verstand und Kräfte zu Allem, was ich that; gabst Segen dem Geschäfte, für das ich Fruchterbat; du wandtest allen Schaden, warst mir Vertraun und Licht und übergabst aus Gnaden mich dem Verder= ben nicht. 3. Vergiß es nicht, o Seele, was Gott an dir gethan; verehr des Herrn Befehle, bet ihn in Demuth an, ihn, der von seinem Sige gern auf dein Flehen hört und auch der Last und Hiße der Kreuzestage wehrt! 4. Mit deinem Schilde decke dein Kind auch dieſe Nacht, auf daß mich nichts erschrecke; auf daß, wann ich erwacht und, durch den befreit von Gram froh nach Schlaf erquicket, mein Geist der Höhe blicket, von welcher Hülfe kam. Weib 5. Die Meinen, und Kinder und Freund und Hab und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge müde, nie, Hüter, schlummerst du; gib unserm Lande Friede, gib Jedem Glück und Ruh. 6. Versag auch diese Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morsche Hütte des Leibes einst zerbricht, so laß, o Gott, mein Sterben dem Schlummer ähn lich sein und nimm mich, dei zu besonderen Zeiten. deinen Erben, in deinen Himmel ein. 576 Mel. In allen meinen Thaten err, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treu, die ich besinge, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gehn; auf deine Güte hof fen im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. 427 In eigener Melodie. 577 So flichen unsre ( o Tage hin; auch dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist; du schläfst und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graun? Mich schüßet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott; so fürcht ich nichts in der Natur, so scheu ich nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meiich sie; doch, mein Erbarne Schuld; mit Reue fühl voll' ist mir die! mer, deine Huld, wie trost6. Ich eil im Glauben zu dir hin und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Allmacht bin; dein Schirm bedecket mich. weit von mir! Herr Jesu, 7. Flieht, finfire Sorgen, du allein seist mein Gedank, o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dieß die legte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Jch 428 Gesinnung und Leben des Christen 9. Ich lebe dir, ich sterbe me ruht, o Gott, von dir dir, dein bin ich auch im bewacht, der troßt mit uns Tod. Du, mein Erretter, erschrocknem Muth dem bist bei mir und hilfst aus Grauen dunkler Nacht. aller Noth. Mel. In allen meinen Thaten 578 Die ie stillen Abendstunden, wie schnell sind sie entschwunden in häuslich froher Ruh! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. 2. O lasset uns er= wägen den unverdienten Segen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns vonDank entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat Alles wohlgemacht! 3. Du hast, o Gott, voll Gnade auf segensvollem Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, nur dir sei Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen, denn du erweckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. 2. Umringt von stiller Finsterniß sing ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz frohlockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell dahingeeilt, und deine Va terhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abges wandt. 4. Auch in der Noth und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Du, Herr, wirst auch noch immerdar mein guter Vater sein und jeßt und auch bei grauem Haar mich segnen und erfreun. 6. Dir, dir befehl ich meine Zeit. Ich leb in dieser Welt, o Vater der Bärmherzigkeit, solang es dir ge fällt. 7. Ich trau auf dich und zittre nicht; kein Unfall wird sich nahn; du warst ja meine Zuversicht von meiner Jugend an. 8. Ich schließ auch jest in dunkler Nacht getroft die Augen zu; ich fürchte teine 579 Wer unter dei- irdsche Macht: du ſicherst Mel. So fliehen unsre Tage nem Schir meine Ruh! Mel. zu besonderen Zeiten. Mel. Freu dich sehr, o meine Mel. Werde munter, mein 580 Auf, o Seele, sei 581 Gink ich einft in noch munter! Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne gehet unter, aber feine Güte nicht. Er hat mich auch heut ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschüBet, mich in Schwachheit unterstüzet. jenen Schlummer, aus dem Keiner mehr erwacht; geh ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh, in deine Nacht, o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein wall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch litten. 2. Stets verehrt und hochgepriesen seist du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danket meine Seele dir. Du hast, war ichs gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe fanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wann ich schlafe, wachest du. Leib und Seel befehl ich dir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen! 429 4. Laß uns doch kein banges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plößlich dem Schlummer halt uns feft in deiner Hut; hilf, wenn Krankheit oder Tod uns in sicherm Schlafe droht, aber laß uns, wenn wir sterben, deines Himmels Freuden erben 2. Jetzt entschlaf ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei von der Last des Eitlen frei, von den Lasten dieser Erde, wann ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint, wann mit nicht erhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, sei mein gottverlangend Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen! Mel. Wo Gott zum Haus 582 ch feh im Abend schön, Herr, deine Sonne unters gehn. Noch untergehend freut ihr Glanz, erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit und 430 Gesinnung und Leben des Christen und sucht ihn nie. So geht von ebler That dein Freund, entweicht dem Dank, den man ihm weint. 3. Sie sinkt. Ich blick gerührt ihr nach: nicht mehr ist jetzt mein Aug zu schwach. So scheucht zu starker Glanz zurück, bescheidne Tugend stärkt den Blick. 4. Versunken ist sie. So versinkt, sobald, Herr, deine Weisheit wintt, auch unsre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz erlischt in Nacht. 5. Sie sank und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jetzt sich ihrer Ankunst freun und dir nun Morgenlieder weihn. 6. So gehn auch wir der einst, erwacht vom Schlummer unserer leßten Nacht, schließt hier sich unser Le benslauf, zu einer höhern Wallfahrt auf. Hülle so traulich und so hold, gleich einer stiller Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. uns 3. Gott, laß dein Heil schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, dem Eitlen nie uns weihn! Laß uns nur weise werden und vor dir hier auf Erden von Herzen fromm und fröhlich sein. 4. Wollst endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 5. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; falt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und un sern franken Nachbar auch! Unter gestirntem Himmel. Mel. In allen meinen Thaten Mel. Nicht um Reichthum 583 Der Mond ist 584 Ginsam bin ich, aufgegangen; die güldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiefen steiget der weiße Nebel wunderbar. tiefe herrscht um mich in der Natur! Unter einer dunk len Hülle liegt der Farbenschmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mir noch lohnet wach die Zeit; aufge than vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. 2. Welche 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung zu besonderen Zeiten. 431 2. Welche Tiefen! Wel Nacht erhellt, diesen Geift, che Höhen! Heilge Schauer faffen mich! Wie viel tausend Welten drehen hier um ihre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Gränzen, wo sich keine Welt mehr dreht, keine Sonnenstrahlen glänzen und kein Lebensodem weht? der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt, in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeist, dich bei seiner heilgen Feier, frei vom Staub der Erde, preist. 3. Wie viel Millionen Leben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ists, der stets sie alle liebend, segnend überschaut? wer, der seines Tempels Halle ins Unendliche gebaut? 4. Kann mich hier sein Name trügen; hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammenzügen, und sein Name heißt: Ich bin. Ja, du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Seligkeit ists, dich zu kennen, der du Aller Vater bist. 5. Deine ältre Offenbarung liegt jeßt aufges schlagen da, und im Lande der Erfahrung fand ich dich mir immer nah. Du, der wölbte diesen Bogen und der Sterne Kreis bewegt, haft den Puls auch aufgezogen, der in meinen Adern schlägt. 6. Haft den Funken mir gegeben, der in mir die 7. O dieß Sehnen, o dieß Streben, dieser hohe Lebenssinn bürgt mir ein unendlich Leben, führt mich zur Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht vers schmachten in der tiefsten Dunkelheit, wird von Licht nach Lichte trachten in der Unermeßlichkeit. 8. Ist mein Leben hier verronnen, wird es Nacht auf meiner Bahn, o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan. Ich steig auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schaun, der nie versiecht, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. Im Frühling. Mel. Allein Gott in der Höh 585 Job sei Gott, der den Frühling schafft, Gott, der den ErdFreis schmücket! Preis sei ihm, Ghre, Stärk und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt; lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Gesinnung und Leben des Christen 432 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt vom freudigen Getümmel. berab, der Allen Sein und Mit Wohlgefallen schaut Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich singe dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Almacht Boten sind, zu unsrer Freude Quellen. 6. Selbst wann, von Donnersturm bedräut, er schrockne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweiz gen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Geligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir er geben und einst dir als Christen freudig sterben! 586 ottes Sonne, mel. Gott, der du die Menschen öher länger strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Nas tur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preis' ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und ein frohes Loblied schallet laut empor zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohl. gerathen werde, bringt schon hoffnungsvoll ihm Dant. Preis' auch du ihn, mein Gesang! 3. Gläus zu besonderen Zeiten. 3. Glänzend und im Feier: kleide prangt die blüthen reiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh, der ihr Samen gibt, wenn sie welkend endlich niedersinket. Bring auch du ihm Lob und Dant, preis ihn fröhlich, mein Gesang! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblühn! Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine Pracht entfliehn! Aber, Gott, vor deinem Throne wird ein ewger Frühling sein; ewig wird er uns erfreun, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preise mein Gesang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Gottes Angesicht. Auch das freudenreichsteLeben hier auf Erden ist nur Tod gegen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, sei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gesang! 433 Auf Bergen, wie im Thal, ist Freud an Freude hingestreut und Schönheit überall. 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blumen blühn im Garten der Natur! 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der blaue Himmelsraum, ein unbekanntes Land! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 587 Defind erneut, er Erde Reize 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist: wie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugendhaften, nur dem Menschenfreunde lacht die schöne herrliche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Bruderhand; naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnenschein; o Gott, wie wird in jenen Höhn der Selgen Wohnung sein! Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o Freunb 588 Weit um mich Freude, verschönt ist, Schöher ist Alles T pfer, 434 Gesinnung und Leben des Christen pfer, deine Welt! Es prangt in einem Feierkleide Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh, wohin ich trete, bist du mir nah und fühl ich dich; wohin ich schau auf allen Fluren, in allen deinen Creaturen er blick ich, Welterhalter, dich! 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, so liebevoll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe; reich ist des Sommers ernste Pracht. Zum vollen, fröhlichen Genusse empfängt von deinem Uleberflusse, o Gott, was lebet, Speis und Trank. Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben, und Alle jauchzen froh dir Dank. 3. Weit um mich her ist Alles Freude. O freu auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Lob erschallen, der mir so wohl thut, Allen, Allen so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre: dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! Mel. Wer nur den lieben Gott 589 gütiger, bir will ich singen auf jeder segensreichen Flur, dir meine Dankgefühle bringen im großen Tempel der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgefang! 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schöpfer bist du, Gott! Den Heerden gibst du ihre Weide und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschüßt, gepflegt durch dich, freut Alles, was da lebet, sich! 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust; sie gibt den Blüthenthälern Wonne und allen Wesen neue Luft. Verjüngt durch ihren milden Strahl jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unfre Saaten träufelt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie erfrischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquickt den Wandrer und das Wild. 5. Da stehn die Zeugen deiner Milde hier in der SchöpfungHeiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, zu dir empor aus aller Wesen frohem Chor. 6. Auch du frohlocke, meine Seele, und rühme beines Schöpfers Macht! Dein lauter zu besonderen Zeiten. 435 ter Lobgefang erzähle, wie Vom Herrn der Zeit ge= herrlich Alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Niedergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! rufen naht der Herbst mit seiner Fülle sich und nähret und erfreut auch mich. 2. Der segensreiche Garten prangt mit vollen ZweiMel. Herzliebster Jesu! 590 Soweit nur Men- gen und verlangt, von seiner Frucht befreit zu sein, um Gottes Kinder zu er freun. Lüften schweigt, der hin in 3. Der Sänger in den ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. schen deine Welt bewohnen, bist du der Va ter aller Nationen, die Zuflucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst hernieder, und die Fluren lachen, du wäsferst sie mit Thau, fie reich zu Dein ist voll; du forgest für die ist voll; du sorgeft für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Fur chen füllt dein Segen; das lechzende Gefild erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Getreide zu unsrer Freude. 4. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob und wiederhallt von Berg auf Berg; auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreun. und gut ist Gott, der so viel 5. Wie liebevoll, wie mild Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Ruhm und Preis! Greiš sei fröhlich ihm zum 4. Die Höhn und Tiefen schmückest du mit Heerden und schaffest, daß sie froh gesättigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Aerndt entgegen. 5. Und Dank und Freud und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Ge fild erschallen vom lauten, dir frohlockenden Getümmel bis in den Himmel. Im Herbst. Mel. Vom Himmel' tam ber 591 Ger eärndtet ist der Felder Saat. 6. Auch wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; er, der auch, wenn dein Herbst sich naht, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine sege nende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 8. So blüh und reife in der Zeit zu größerer Vollkommenheit! Still keimt der Tu22 gend Gesinnung und Leben des Christen 436 gend Saat hervor und reift zur rifen Aerndt empor. Mel. Lobsinget, Gott! 592 Früh rüh mit um wölktem Ange sicht geht schon die Sonne nieder, und später scheint ihr schwächer Licht am trüben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun entflohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder. Die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 2. Verlassen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh entgegen. Die Vögel, die dem Frost entfliehn, beginnen schon dahinzuziehn weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandern den sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. was uns ernährt, mit vä terlichen Händen. 4. Wie sind doch unsre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath, uns zu laben! Durch deine Vorsicht muß, o Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz erfreut und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. uns! 5. Wie jetzt das Feld um uns verblüht, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhal. ter! Er ist es, der die Schwachen schüßt, die Müden mächtig unterstüßt, die an dem Grabe wanken. Gebeugt vom Alter, werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir, wie in der Jugend danken. 6. Wohl Allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem Herzen weihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dent, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Jhm wird das Alter Jugend sein, und dankbar wird er sich noch freun in seinen letzten Ta 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicher heit des Herbstes rauhe Jah reszeit beginnen und vollenden. Die Erde ruht; doch er gewährt voll Liebe das, gen. zu besonderen Zeiten. Im Winter. 593 Nicht für der Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. 3war liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Schnee und Eis und Sturm verheert; ein weites, weiBes Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch hegt die Erde, ſtill und groß, die zarte Saat in ihrem die sich im Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren soll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Lust in ihrer zarten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre segnen kann, der gute, der bescheidne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Aerndten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 437 ner, Gott, so fürchterlich er immer droht. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winters Sturm; auch er, auch er ist deines Segens Die8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst und sättigest, erwärmst und pflegft! 9. Durch alle Zeiten, Vater, sei dir, wer dich kindlich ehrt, getreu! Laß Jeden deinen Ruhm erhöhn und freudig deine Wege gehn. Mel. Auf Christenmensch! 594Verschwunden ist Pracht, nur Schnee bedeckt die Felder. Der Wintersturm durchbraust mit Macht Gebirge, Thal und Wälder. Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nahrungskräfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser rauhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben; mich schützt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, und Brod erhält mein Leben. In meinem Bette schlaf ich ein und kann mich sanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Bruder nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthigste gebricht, den Frost und Hunger quäIen. Und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. T 3 Gesinnung und Leben des Christen 438 4. D saudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zu zueilen! Fühl seinen Jammer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm und Nahrung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. Lobsinge, frohes Herz, in mir und opfere Gott Dank dafür! 6. Seh nicht auf das, was dir noch fehlt und Mancher mehr besißet; nein, auf die Noth, die Andre quält, auf Gott, der dich beschüpet! Ach, Vater, lindre jeden Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! Zur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der Höh s baut, o Gott, 595& bein se: heiß der Menschen Hand die daß ihr Fleiß von dir gefegnet werde. Auf dein Versprechen trauen sie: du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh, folang du lebest, effen! 2. Dieß Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jept auch deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn Vater, deine Allmachtshand nicht seine Arbeit segnet! 3. Drum kröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat dann gedeiht, Allvater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch Regenfluth ihr zum Verderben werde! 4. Wir traun auf dich, o großer Gott; du, du wirst gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, haft lange hausgehalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Werk und Eigenthum, auch dieß Jahr wieder sorgen. Nach einer reichen Aerndte. Mel. Wie groß ist bes Allmächt. 596 Wir alle, men bringen dir unsern feierlichsten Dank, und unsre frohen Herzen singen dir ihren lauten Preisgefang! Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Se gen floß auf die Gefilde aus reicher, väterlicher Hand. zu besonderen Zeiten. 439 2. Du schenktest Sonnen- bar sein; so gütig, wie du schein und Regen für jede dich bewiesen, soll jeder der Frucht zu rechter Zeit und Beglückten sein. gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prangte doch im Feierkleide das polle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! 3. O welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu ernähren und zu laben, von neuem uns herabgesandt! Für Millionen deiner Kin6. Drum freu den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pfle gen; wir trocknen seine Thränen ab! Er dank auch heute mit uns allen, frohlocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefallen so viel, o Gott, an uns gethan. Mel. Wach auf, mein Herz der ist jest ein voller Tisch 597 Kommt, laßt waen du den Frommen, nährst den Sünder, und Alles wird durch dich erfreut. Gott lobsingen und Preis und Dank ihm bringen für alle milden Gaben! ben, die wir geärndtet ha4. Wer kann die Güte gang ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freubenzähren, nimm an, Allvater, unsern Dank!' Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch Lobgesan.g 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu verschwenden, empfingen wirs aus deiner Hand. Du willst, wic sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dank2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusfe hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Thau und Gedeihen der Frucht, und Regen und Wachsthum der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gefäet haben, so reichlich wiedergaben! 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben unZ 4 fern Gesinnung und Leben des Christen 440 sern Saaten. Dank dir! sie sind gerathen. 6. Uns reiften süße Früchte im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließest froh uns ärndten. O daß wir dant voll lernten, dir ähnlich uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen! 8. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg und Mangel drücken, so wirft du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben. 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken und ewig sie beglücken. Bei sparsamer Aerndte. Mel. Was Gott thut, das ist Mreist, Christen, 598 Pref Chi mit Zufrie denheit, preist Gott, den Herrn der Aerndte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, wird er uns allen geben. 2. Er ist der Herr, in seiner Hand steht, was die Erde bringet. Der Mene schen Mühe baut das Land. Gott gibt, daß sie gelinget! Von ihm allein kommt das Gedeihn; nur er, er läßt die Saaten blühn, reifen und gerathen. 3. Was trauern wir? er sorgt ja doch, Gott forgt für unser Leben. D laßt uns selbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn! Von Unmuth fern, laßt ihm zum Wohlgefallen ein frohes Lied erschallen! 4. Wie manches segens: reiche Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen und dei ner Vorsicht trauen? 5. Ja, Höchster, wir ver ehren dich in allen deinen Wegen und trauen unveränderlich auf deinen milden Segen. Auch unser Brod wirst du in Noth und Theurung uns gewähren, wenn wir dich kindlich ehren. 6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weislich füget, deß Vorsicht niemáls irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir und preisen deine Güte mit gnügsamem Gemüthe. zu besonderen Zeiten. Flehen um Regen. Mel. Komm, o tomm, du 599 Bott, von großer Macht und Güte, deine Hülfe suchen wir; mit geängstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir. Herr, du weißt, was uns gebricht: o verlaß, verla uns nicht! 2. Ach, dem todten dürren Sande gleichet bald, Herr, unser Land, und versengt vom Sonnenbrande welft die Frucht, die kraft voll stand. Schrecklich droht uns ihr Verlust; Sorge nagt an unsrer Brust. 3. O erhalt uns deinen Segen; laß uns wachsen unser Brod! Ende bald durch milden Regen unfre Angst und unsre Noth! Gott, wir trauen dir es zu: was uns gut ist, schickest du. 441 quickend auf die dürre Flur; wie labt sie sich, wie trinket ihn jetzt die schmachtende Natur. Die sanften Ströme umkühlen die Lüfte weit her, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht, und Seufzer schweigen und Hiß und Dürre fliehn, und fromme Lieder steigen empor und preisen ihn. 4. Stärke du uns dieß Vertrauen; unser Wohl versäumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir die fefte Zuversicht; du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unser an. 2. Mit Freud im Ange sichte beschaut der Landmann Gott die Früchte; er ist nun sein Feld. Erquickt hat Bersorger seiner Welt. Wie wallen nun die Aehren, vom Mark der Erde voll, daß seine Menschen nähren, das set Gottes Milde! Er ists, sie erfreuen soll! Auf, preis der Regen schickt und lechzende Gefilde vol Vaterhuld erquickt! 3. Erhalter unsers Lebens, Gott, dem wir uns jezt dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein! Du eilst, mit deinem Segen uns alle zu erfreun. Nach verliehenem Regen. Wir wollen dich erheben, dir, Höchster, stets vertraun und fromm und weise leben, bis wir dich ewig Mel. Kommt, kommt ben. 600 in milder Re- schaun. gen sintet, er£ 5 442 Gesinnung und Leben des Christent Flehen um Sonnenschein. scheint, sie scheinet wieder! Wir sehn sie, welche Wonne! die langverhüllte Sonne. ( Mel. Mache tich mein Geist 601 Somers und Klage füllt das Land; traurig stehn die Früchte; hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zunichte. Zeig uns, doch Gnade noch! Vater voll Erbarmen, hilf, ach, hilf uns Armen! 2. Du regierst der Wol ken Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Son nenschein, der die Frucht erquicke! Sieh, wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Herzen schade! Dir, nur dir wollen wir gern zur Ehre leben und uns ganz ergeben. Nach verliehenem Son nenschein. Mel. Nun laß uns Gott 602 rönt, ihr Freudenlieder! Sie 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Her zens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüßtest unsre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder, doch du erhobst sie wieder. O Herr der milden Sonne, du segnest uns mit Wonne. 6. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe. Ja, unser ganzes Leben sei ewig dir ergeben. Beim Gewitter. mel. Wie groß ist des Allmächt. 603 Der Mächtige, Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet don nernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend sinkt der Erdkreis nieder; der Wald ertönt, es bebt zu besonderen Zeiten. 443 bebt die Flur, und Blitze 3. Dem Sünder nur, der sagens Bligen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz! Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweihe kein unheilger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kindern des Weltenvaters Segen zu; sie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es jagts das Wetter; die Welt, die ganze Welt sein. Ihr bebt? wollt ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch vor Angst und Noth; Nichts kann ist Elende, Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gott dem Mächigen euch entzies 605 Wieses Höchgnädig ist hen. Er kennt, er straft euch: er ist GOTT! sten Wille! Der Donner schweigt: die Blige fliehn; es schmückt in angenehmer Mel. Lobt Gott, ihr Christen 604 Der hohe Him Stille der Sonne Glans, mel dunkelt sich, ein Wetter Gottes braut; ich bebe nicht: ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. das frische Grün. O du, mein Geist, nun opfre Dank! Erhebe deinen Lobgesang! 2. Du zurnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Menschen Freund. Nicht blässer wird mein Angesicht, wenn uns dein Blig er scheint. dich nicht kennt, bist du, Herr, fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigſt du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht und Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein Gericht und deines Blizes Pracht. 5. Du reinigst durch den Blig die Luft; dein Segen tränkt die Saat: es stärkt ein balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von lengsten sein, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein, du bist die Lieb, o Gott! 2. Ja, preise freudig den Erretter, der seine große Kraft bewies, den Weltenherrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der Blizen ihre Strahlen lenft und gnädig seines Volks gedenkt! T6 Cesinnung und Leben des Christen 444 3. Nimm mit Bewundrung seine Güte auch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schauplay dar. Zum Besten jeder Creatur bemerkt man ihres Segens Spur. 4. Wie kräftig hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 5. Herr, deine Güte sei erhoben im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du kannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blizz und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. Pfade mit treuen Vaterhänden lenkt? Was ist es anders, als Geduld, als Nachsicht gegen deine Schuld? 3. So nüß auch dieses Jahres Tage als Tage deiner Prüfungszeit, daß keiner dich vor Gott verklage, daß keiner dich im Tode reut! Gott fordert, dem dent immer nach, einst Rechenschaft von jedem Tag. 4. Ermuntre dich zu deinen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefaßt; ſie gern und willig zu verrichten, such dir den Muth, besieg die Last! Schnell fliehen deine Tage hin; ach, unbenugt laß sie nicht fliehn! 5. Gebrauch, o Christ, dieß Pilgerleben, wozu dir's Gott, dein Gott, verliehn; zur Tugend hat er dirs gegeben, so gibs denn auch der Tugend hin. Sie retchet dir nach kurzer Zeit Beim Jahreswechsel. Mel. Wer nur den lieben Gott 606 Des neuen Jah- daß schönste Loos der Ewigerster keit. gen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu edlen Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schönrer Tag. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt und dich so gern auf seine 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für dein und deiner Brüder Glück, so siehst du einst auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurück; du sagst, o welche Wonne! dann: ich habe meine Pflicht gethan. 7. Und segnest noch an Gottes Throne dieß Jahr als eine Zeit der Saat, nimmst zu besonderen Zeiten. nimmst du aus seiner Hand die Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Chrift, halt aus in deinem Streit, du kämpfest für die Ewigfeit. Wel. Es ist das Heil uns 607 D" u Gott, du bist Zeit und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dant ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Güte. 445 dich; aufs neue, Gott, ergeb ich mich ganz deiner weisen Führung. 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verfloßnen Tagen und laß mich deine Vaterhuld in Chrifto ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre lenach 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen, dich, den kein Wechfel treffen kann. Wir wer den, sind gewesen, wir blü hen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und blei best. deinem Wohlgefallen! 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln! Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben! 7. Die Welt vergeht, dieß reize mich, die Lust der Welt zu fliehen; um beßre Freu den müsse sich mein Geist mit Ernst bemühen. Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Va terland; dahin, Herr, laß mich trachten! 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet! 3. Herr, ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohl thun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und, wann mein Herz voll Sorg war, mir Mel. Allein Gott in der Höh Hülk und Troft bereitet. 608 Gott ruft der Von ganzer Seele ich Sonn und 27 schafft 446 Gesinnung und Leben des Christen schafft den Mond, das Jahr danach zu theilen; er- schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Ehr ertheilen! 2. Herr, der da ist und der da war, von danker füllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Mel. Swing dich auf Ruh, für jede That, die 609 wig und unwans uns delbar, Gott, ist deine Gnäde, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre ändern sich, und wir selbst veralten, doch du bleibest, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sen dest du Lebenskraft und Wonne; du verbreitest sanfte Ruh mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet ha ben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Ga ben. Hüll und Fülle, Trank und Brod hast du mild gewähret und in Wohlthat felbft 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben! Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. drängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf einem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei, dieß, lieber Vater, dieß verleih in Christo, deinem Sohne! 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der be zu besonderen Zeiten. selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner Allmacht Hand liebevoll geleitet; daß du über Stadt und Land Ruh und Glück verbreitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelungen, Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir ge fungen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz vergebens? Ja, du wirst uns fernerhin, wenn wir dir nur leben, Unterhalt und frohen Sinn, Muth und Kräfte geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten; lehr uns für die Ewigkeit unser Wert verrichten! Jede gute, fromme That laß uns wohlgelingen! Frucht laß jede Lugendsaat für den Himmel bringen! 447 chem Grabe führtest du vorüber mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dank ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. Mel. Herr, ich habe mißgebandelt 610 ott, mit allen seinen Freuden schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand dieß Jahr, und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor so manchem, man4. Uebung ist das Erdenleben, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höhres Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ewger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt ins Meer der Ewigkeit. Nichts kann Zeitverlust ersehen; laß den Werth der Zeit mich schätzen! des Lebens nüßen mich zur 6. Laß auch dieses Jahr Besserung; es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist deine Gabe. Dankend heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe 448 Gesinnung und Leben des Christent gelobe Treue heute dir, o die Stunden zugezählt, die Gott, aufs neue. 8. Gib uns allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heilgen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried und Heil dem Vaterlande! Fried und Heil in jedem Stande! Mel. O Jefu Chrift, meins 611 Unwiederbring gelebt. lich schnell entfliehn die Tage, die uns Mel. Werde munter, mein Gott verliehn. Ein Jahr 612 Nun ist das alte tritt und Wie manches ist bereits entflohn! Jahr entflohn; wir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott, den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! 2. Wie Mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, sant, eh wirs dachten, schnell dahin; nun deckt des Grabes Hügel ihn. 3. D Schauplaß der Vergänglichkeit! O schnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thöricht ist, wer immer fest sich auf das nächste Jahr verläßt! 3. Dank dir, wenn jegt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut! Weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Doch oft verlegten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merktens nicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Reu; um Christi willen sprich uns frei! legte weislich uns verhehlt. 6. Du gibst, uns länger zu erziehn, uns Tage, Mons den, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommi unsre große Rechenschaft. 7. O dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt, hat thöricht, hat umsonst 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und soll, dann fliehe meine Zeit dahin, sie bringt doch herrlichen Gewinn. 5. Auch komm ich durch die zu besonderen Zeiten. 449 die Flucht der Zeit dir nä- ben bis hierher Kraft ge= her, Himmelsseligkeit! Gott lob, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Himmel nach. 6. Im Staube beug ich mich vor dir. Bis hierher hast du, Höchster, mir mit liebevoller Vaterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 7. Sieh ferner, Gott, mit Gnadenblick auf mein und meines Nächsten Glück! Entreiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod! 8. Behüt uns in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe keiner Seuche Wuth, kein zehrend Feuer, keine Fluth! 9. Entferne jeden Unglücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überall; und, bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns erträglich sein! 10. Ja, segn uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann zur Herrlichkeit! Da sagen wir dir ewig Dank, da preist dich höhrer Lobgefang! geben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wegen der Ewigkeit entgegen. 4. Doch du bist voll Erbarmen und wirst mit Va terarmen in Nöthen und Gefahren uns schüßen und bewahren. 5. Ach, Hüter unsers Le bens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft uns unterstüßest! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen; Lob deinen Vaterhänden, die alles Herzleid wenden! 7. Hör ferner unser Fle hen und eil uns beizustehen! Gib Mäßigung in Freuden, Geduld und Trost im Leiden! 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen, zu thun, Herr, deinen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen! Mel. Wach auf, mein 9. Herr, wehre du den 613 Mit Freuden laßt Kriegen! Laß Menschenliebe uns treten vor Gott, ihn anzubeten; vor Gott, der unserm Lefiegen und, wo nur Thränen fließen, sich deinen Trost ergießen! Gesinnung und Leben des Christen 450 10. Gib deinen milden Segen zu allen guten Wegen; laß Großen, Herr, und Kleinen, die Gnadensonne scheinen! 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Hülf und Habe! 12. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Sorgen quälen! 13. Vor Allem, Herr, verleihe uns deinen Geist aufs rene, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe! 14. Das wollest du uns geben, du Herr von unferm Leben, so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. Beim Anfang des Kirchenjahrs. 2. Kein Feind zerstörte die Altäre, kein Feind zertrat dein Heiligthum. Noch singen wir von deiner Ehre, noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Taufe, und Wort Abendmahl pflanzt sich auch hier die Kirche fort. Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte vergehen; doch deine Güt ist täglich neu. Wie bringen heute, Vater, wir dir würdig unsern Dank da für? 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Wer= ten uns zu richten, Gott, Richter, so bestehn wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. O laß es deinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mächtig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, aufs neu dir und der Tugend ewge Treu! 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es freple Sünder schreckt und die, die deine Wege walMel. Wer nur den lieben Gott 614 Feft fieht dein len, zu freudenreicher Hoffhier in Andacht flehn, uns alle deine Gnade sehn. 6. Gib, daß dich forthin Alle ehren als dein geweih tes Heiligthum! Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man erfüllt von deinem Ruhm das Leben, das uns dort 451 Am Geburtstage. 6. Daß du mit Kraft mich rüstest und mir mein Leben fristest, dieß Vater, dank ich dir. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Mel. In aller meinen Thaten 615 Dir bank ich für Geist regiereft, dieß Alles zu besonderen Zeiten. dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Gott, der du mirs gegeben; ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts 30gen, durch deine Güte bin ich hier. ge2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich ge leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage Mel. Mein Gott, das Herz und selbst der Leiden Blage 616 Du läßt den Tag in mein mich wiedersehn, da ich nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn des Lebens Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preis ich dich, daß mich dein Arm bis ist ganz unverdient so väterlich gesegnet und beschüßt. Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 7. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du gibsts! Ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich kindlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist! Er, den du mir geschenfet, er ist's, der dein gedenket und freudig dich, o Vater, preist. 3. hätt ich doch aus Dankbarkeit das nun verfloßne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, wie meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu dir: vergib mir meine Schuld und schaff ein reines Herz in mir nach deiner Baterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von deiner Treu, voll inniger Erfennt 452 Gesinnung und Leben des Christen fenntlichkeit dir thätig dankbar sei! 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin, dein Auge siehts allein. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff meine Seligkeit. 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag sein. Die Lebensalter. Mel. Wer nur den lieben Gott er du den Men617 Der du den Men schen und leitest und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild bereitest, Heil ihm in jedem Alter gibit: es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüngling und der Mann und Greis. 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mäsfigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihm dräut! O laß ihn thätig, gut und rein und start in der Versuchung sein! 3. Dem Mann hilf wirken, hilf ihm ringen, den Eigennuß, den Hang zur Rast, die Lust der Welt, sich selbst bezwingen und tragen seiner Arbeit Last; sein Lebenstag sei nicht zu. schwül und immer vor ihm sei sein Ziel! 4. Erscheint sein Abend dann dem Greise, so gib dem Müden einen Stab; er freue sich des Guten weise, was er hier that, was er hier gab, dieß sei ihm, wenn er sterbend fällt, ein Führer zu der bessern Welt! Für die Jugend. Mel. Werde munter, mein 618 Uunire Jugend, Rindheit, 618 jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tugend, aber heilig muß sie sein, nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste muß sie scheuen und die Seele nicht entweihen. 2. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Ruh und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; fie vergiftet alle Freuden und erzeuget sittre Leiden. zu besonderen Zeiten. 453 und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. 3. Reiner Sinn und Un- Herz wird nur für Gott schuld schmücket mehr, als Schönheit; denn sie mehrt jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell; sie nur können voll Vertrauen hoffen, Gott, dereinst zu schauen. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Segensbahn mit festem Schritte immer weiter und blickt getroft zu Gott hinan, besiegt durch fortgefeßtes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamkeit Verführer, wenn sie ihn umgeben, und seine eigne Sinnlichkeit. 4. Drum, o Gott, laß uns gottselig, froh und willig, zu erfreun, liebenswürdig und gefällig, aber nur durch Tugend sein; offen, ohne Schmeichelei, stets bescheiden und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, immer unsers Herzens mächtig! 5. Laß die Frechheit wil der Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, o Gott, Paläst und Hütten stets der Tugend Wohnung sein! Jeder strebe, wer ein Christ, wessen Wunsch die Tugend daß ist, daß sein bie Erde durch die Tugend 620 augend, imMel. Warum sollt ich mich Lust, schöner werde. mer gern an dem Herrn und dem Reiz der Tugend! Was dein schwaches Herz begehret, dein Verstand nicht erfand, wird dir dann gewähret. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 619 Wohl ohl dem, der 3. Wie freudenreich sind seine Tage! Wie sanft entfließt ihm seine Zeit! Er fürchtet keiner Zukunft Plage, ihn reut nicht die Vergangenheit. Er sät den Samen jeder Tugend und freut sich seiner Aerndte schon: die schöne Blüthe feiner Jugend verheißet ihm im Älter Lohn. seines Lebens Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weiht! Be schäftigt mit den edlen Sorgen der Aussaat für die Ewigkeit, wird er die wilde Lust der Jugend und jedes Lasters Reize fliehn; sein 2. Schnell muß nicht vorüberrauschen diese Lust; deine Brust muß sie nicht vertauschen gegen Lüste dieser Erden, die dein Herz voller 454 Gesinnung und Leben des Christen ler Schmerz bald vergiften werden. 3. Nicht erst wann des Alters Sorgen dich zer streun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien ihm gern und dem Herrn dienst du nie vergebens. 4. Glück, Gesundheit, langes Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur dein Begehren; dann wird er dir schon mehr, wenn dirs nüßt, gewähren. 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu wagen. Suche, fern von dem Verderben, Seelenruh, dann wirst du Himmelssegen er ben. Für Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, mein 621 ch trete vor dein Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein kindlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahn, so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! 2. Mein Herz, von Lastern zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein und stürzt sich in Gefahren. O mache mich mir selbst bekannt und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böſe zu erwählen; zum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, dieß Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb zum Lafter nährt, laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung finden! 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Nep zu ziehen, Verführer sich voll Arglist nahn, so laß mich weislich fliehen. Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; ihr Spotten und ihr Lamachen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Älter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Tage sein, der nicht zu deiner Ehre wohl angewendet wäre!, 455 Für Jungfranen. der dir gefällt; drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. Wenn mir Mel. Ermuntre dich, mein ch will stiller 622 Jhinjamkeit zu Verführung droht, so lehre mich ihn meiden und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen, edlen Freuden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den Jeder gern mir gönne und Niemand lästern könne! 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres, finden, damit in frommer Eintracht wir der Freund schaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe sanft und rein wie deiner Engel Umgang sein, daß nimmer unfre Seelen Neid oder Argwohn quälen. 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Himmel lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Durch Unschuld, Sanftmuth, Frömmigkeit, durch frohen Sinn bei Häuslichkeit laß, Vater, mich auf Erden geliebt und glüc lich werden. zu besonderen Zeiten. dir, Gott, mich erheben! Dir sei mein ganzes Herz geweiht, geweiht zum from men Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Freuden zu erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: mein Heil ist, dich zu lieben; ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele keusch und rein, unsträflich mei nen Wandel sein, um, Vater, dir vor Allen durch Unschuld zu gefallen! 3. Vor eitler Selbstges fälligkeit bewahre meine Jugend! Mein Vorzug sei Bescheidenheit und meine Schönheit Tugend! Gib mir den sanften stillen Geist, der dich durch fromme Demuth preist, den nächsten liebt und achtet, sich selbst zu bessern trachtet. 4. Sucht zu gefallen müſse nicht mein schwaches Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht und meine Ruh zerstören. Ein eit Glanz und Welt ist nicht der Schmuck, Für das Altter. Mel. Mein erft Geschäft sei Preis 623 Stets warst du meine sicht und bist es noch im AL 456 Gesinnung und Leben des Christen Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schö: pfer, mein Erhalter! 2. Ich fühle die Beschwer lichkeit gehäufter Lebensjahre und steh am Rande meiMel. In allen meinen Thaten ner Zeit. Nah sind mir 624 Du, Herr von Sarg und Bahre. meinen Tagen, hast mich voll Huld getragen von meiner Ju gend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott dein Segen; du lenktest meinen Lebenslauf. 3. Gelobt sei deine Vatertreu, die mich bis hierher brachte, mir wohlthat und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! 4. O sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg und voll Vertraun zu dir das Leben wohl vollende! 5. Viel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen; wie sollte ich denn nicht von dir jegt auch die trüben nehmen! 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd ich, Gott, dir Preis und Ehr im Chor der Engel geben. 8. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke und dieß mir immer nähre Glück zu meinem Trost bedenke! 9. So bleib ich in Zufriedenheit auch bei des Alters Schwäche und harre, bis dein Wink gebeut, daß meine Hütte breche. 2. Ich hatt oft große Sorgen; doch wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab ich stets erfahren: der Herr weiß zu bewahren und führt durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschenrath vergebens, so tamst du, Herr des Lebens, und halfft und machtest Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thuft große Thaten und nimmst dich unser huldreich an. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab sein, mein Erhalter, nach deiner Vater treu. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Trost und Friede; du stehst mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Ziele nah, dem Ziele aller Leiden. O welche hohe Freu den unter besonderen Umständen. 457 den erwarten meine Seele Kampfe krönt. An mei da! 6. Ich harre fromm und stille, bis, Herr, mein Gott, dein Wille mich nach dem föhnt. Gesinnung und Leben des Christen unter besonderen Umständen. Bei allgemeinem Wohl dienste belohnt; hier ist es, wo Recht und Gerechtigkeit wohnt. stande. 5. Religion strahlt uns leuchtet die so himmlisch, so mild. Da, Sonne, ihr Bild, erhellt sie uns Erdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuchtung, Erquickung und Rath. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! Ein Jeder bezeuge mit freudigem Blick: er schäße das Gute dem Höchsten zum Preis; cs jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! In eigener Melodie. 625 dengesang! Hoch töne aus fröhlichem Herzen der Dank! Auf, Alle, von Vaterlandsliebe durchglüht, singt mit uns dem Höchsten ein feierndes Lied! um Himmel er ner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, denn er hat mich mit dir ver 2. Er läßt uns bewohnen ein glückliches Land, be schirmt und erfreut es mit gnädiger Hand, sein Gegen ergießt sich auf Alle herab und väterlich wendet Gefahren er ab. 3. Die Berge, mit Bäumen und Reben besetzt, die Auen, mit schlängelnden Bächen beneßt, die Gärten, die Flächen der Felder umher, wie tragen sie wieder an Früchten so schwer! 4. Cs blühen Gewerbe und Künste im Land und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild werden hier Fleiß und Ver7. Uns bleibe das Christenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Gerechtigkeit ziere den fürstlichen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. 8. Wohl Jedem, ders fühlet, wie glücklich er ist im Lande, wo Eintracht und Liebe sich küßt! Ein Jeder befördre, so viel er nur U1 kann, 458 kann, des Vaterlands Bestes und freue sich dann! Gesinnung und Leben des Christen 9. Gott, sei uns stets freundlich und fördere du das Werk unsrer Hände in Friede und Rüh, so leben wir glücklich und wallen von hier zum Vaterland droben, o Vater, zu dir! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübfal zu entfernen, so stärt uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen! In allgemeiner Noth. 7. Herr, deine Züchtigung 626 züchtigt deine leit uns zur Befferung! Laß Mel. Auf meinen lieben Gott S sie die Sichern schrecken, die Schlummernden erwecken Hand, o Höch ster jept das Land. Zu deinem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör es mit Erbarmen! und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu merken! 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. D Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei Allem, was wir dulden; denn groß sind unfre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wirs verdient, uns Sünder. 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Kummer flehen, laß bald Erleichtrung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenkte denn der Deinen, die reuig vor dirweinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! 8. Wenn unfer Herz dich liebt, so wird, was uns bes trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuleßt erfreuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunklem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu unsrer Seele: getroft! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von un ferm Lauf klärt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt kein Auge weiter; dann finden unsre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. In unter besonderen In eigner Melodie. 627 Wenn wir in höchsten Nö2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, du treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth! In Kriegszeiten. then sein und wissen nicht, Mel. Wer nur den lieben Gott wo aus noch ein und fin- 628& s zieht, o Gott, den noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat; 3. Und heben unser Aug und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sa gest du sie Allen, die drum bitten, zu durch den, der unser Mittler ist, durch unz sern Heiland Jesum Christ. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und klas gen dir all unsre Noth. Ach, deine Vateraugen sehn, wie hülflos, Herr, wir vor dir stehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bei, mach uns von aller Plage frei! Umständen. 7. Dann danken und lobsingen wir mit freudevolLem Herzen dir: gehorsam deinem theuren Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. 459 wetter jetzt über unser Haupt einher. Doch bist du unser Schuß und Retter, so schreckt uns keines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. D gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu sehn und da, wo Andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil Menschenhülfe wenig nüßt, wenn deine Macht uns nicht beschüßt. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß jeßt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unire Zuversicht. Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unſer Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüße gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand! 5. Doch findet dein allweiser Wille noch härtre Prüfungen uns gut, so fassen 11 2 wir 460 Gesinnung und Leben des Christen wir in frommer Stille voll Zuversicht und Glauben Muth. Du bist gewiß su rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan; Gott brach nach uns verborgnen Schlüssen zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du unsre Zuversicht! Barmherziger, 630 Hein Angeſicht, Mel. Wann mein Stündlein aft verlaß uns nicht! o Herr, vor uns verborgen? Vernimmst du unsre In voriger Melodie. ' m 629 11m Erbarmen fle- Seufzer nicht; entgehn dir hen wir, Gott, und Vater, jest zu dir. Steh uns bei, Auliebender, Herr der Welt, Almächtis ger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf, denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod! unsre Sorgen? Uns drücket eine schwere Macht, Gott, wenn nicht deine Vorsicht macht, so müssen wir verderben. 2. Ach, des Krieges Flammen glühn! Ordnung, Ruh und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe, als bei dir. Denk an uns in Gnad und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Ge duld! von neuem zu. Unsre Zuflucht, Gott, bist du! 4. Gibst du Frieden, dann, o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Ach, wir alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jetzt noch seufzen wir, jept noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hierher und weiter nicht! Sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort, Fried und Ordnung, Glück und Ruh eilen uns 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefilde, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freudenleer und keine Ruh er. quickt uns mehr; sie ist von uns gewichen. 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von kurzem Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krieger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; ower, wer kann uns schüzzen? Du unter besonderen Umständen. 4. Du kannst es, du er habner Gott! Es steht in deinen Händen, uns zit erretten, unsere Noth zu unferm Glück zu wenden. Du kannst dem Elend, das uns drückt, das dein Gerücht uns zugeschickt, allein allmächtig steuern. 5. Es haben Lanzen, Spieß und Schwerdt, mit welchen Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt, sobald dein Wink geboten. So mächtig bist du immer noch; ach, so gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß geschehen. 461 barmer, nicht, bis uns dein huldreich Angesicht zum Segen wieder strahlet! Zur Friedensfeier. Mel. Herr Gott, dich loben u dir, Unend631 3er u dir, Allgütiger, der Völkern still zu sein gebot und Frieden sandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor! Zu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten hohen Lobgesang: Gelobt, gelobt sei Gott! der Weltbeherrscher, Gott! der Weltbeglücker, Gott, der Friedensgeber, Gott! 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Vaterhuld; so laß auch nun dich finden! Ach, dämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, eh sie uns ganz verzehret! 7. Gib deiner Gnade theus res Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unsrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 8. Regiere du selbst uns sern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, des Lasters Bahn mit Abscheu fliehn und nur der Tugend le ben! Wir lassen dich, Er 2. Wer ist an Majestät dir gleich? an Güte und an Macht so reich? Du sprichst ein Wort: der Himmel schweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend Du siehest dein Gebot! Völker sich entzwein, mit Schwert und Waffen sich bebräun. Die Waffen sinten und der Streit wird still, wird Ruh und Einige keit, sobald, Herr, deine Rechte dräut und Völkern still zu sein gebeut! 3. Wie schreckend, wie verheerend war empörter Völker Zwist! Gefahr und 11 3 Angst 462 Gesinnung und Leben des Christen Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder sanken hin, bei Schaaren in das Grab dahin, und Schmerz, der Mut terherzen brach, und blutge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker Zwist. Dank dir, Allgütiger, er ist durch dich, der Erd und Himmel trägt, geschlichtet und nun beigelegt! 4. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist weggelegt; aus deinem Schooß strömt uns des Friedens sanfte Ruh und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dieß an uns gethan! 5. Laß ihn, laß ihn beständig sein, den Frieden, deß wir uns jegt freun; in seinem Schooße laß uns nun und spät noch unfre Nachwelt ruhn! O segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! Solang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß deinen Geist den treuen In Theuerung. Mel. Von Gott will ich nicht lassen Führer Aller sein! Dann 633 Du beſter Trost zur ein. Amen! vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch; weg ist das härteste Joch, das unser Vaterland drückte. 2. Vater, du weißt es, mas wir von der Zwietracht erfuhren; grause Verheerungen sind noch die traurigen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Segnungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör, o Allgütiger, gnädig das Jauchzen der Deinen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Kleinen! Friede gabst du, Friede und sichere Ruh, Freude nach Klagen und Weinen. 4. Dank, dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Sie sind er duldet, die Leiden, die über uns tamen; fern ist die Noth! Segnend erhalt uns, o Gott, was du verliehen hast! Ünen. Beherrscher aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau Mel. Zobet den Herren, den 632 her erbardem Gnädigen, nahet, Beglückte! Singt ihm: er ists, der den Frieden me dich der Deinen; wir Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Er 463 unter besonderen Umständen. 2. Erbarmender, ach len zittern, und da, wo, wende der Zeiten schweren Bergen gleich, empörte WelLauf! Thu deine milden len zum Himmel schwellen. Hände, uns zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr uns auch, schaff uns allen bei unserm Mangel Rath! 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel; Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. 3um wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Herscherwille; der Strom ge horcht, die Wogen sinten nieder und ruhen wieder. 5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Abgrund offen sah und schon verzagte, frohlodet dann und rufet: Gott ist Retter in Sturm und Wetter! 6. So mögen denn Gefahren mich umschweben und Eisgebirge sich im Strome heben und furchtbar drohend jeden Damm erschüttern: ich will nicht zittern. 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. In Wassersnoth. 634Jeri ju jeder kannst stets uns retten und Mel. Herzliebster Jesu! will Zeit vertrauen und stets bewahren in den Gefahren! mein Heil auf diesen Felsen bauen; auch in den nächsten schrecklichsten Ge- 635 W laß uns, o Mel. Was mein Gott will ir sind in Noth; fahren kann er bewahren. Gott, die Fluth nicht überschwemmen; nimm uns in Acht: wehr ihrer Macht! Du U 4 3. Den Reichen gib Er barmen, Gefühl für Andrer Schmerz und, zu ers freun die Armen, ein mitleidvolles Herz, damit sie mild ihr Brod troftlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen: Geht hin, es helf euch Gott! 4. Laß unsre Frucht gerathen, uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib Wärme, Thau und Regen, so kehrt dein reicher Segen zurück in unser Land. 2. Ich will ihm trauen und in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Säu 464 Gesinnung und Leben des Christen Du kannst die Wogen hem- Du schüßest, du erhältst, men. Verbirg jetzt nicht dein du hilfft in jeder Noth; du Angesicht; gedenk an uns in bist der Fluthen Herr, du Gnaden! Gott, wenn uns bist der Meere Gott. jetzt dein Arm beschüßt, was kann die Fluth uns schaden? 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt, wie sollten wir nicht thun, was, Vater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wenn wir in höchsten Nach überstandener Noth. 637 Gott, beffen Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft; mit welcher schrecklichen Gewalt verwüstets, und wie leicht wie bald! 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jesu Chrisli willen. Ach, du allein fannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väterlich; beschüß uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. Mel. Nun dantet Alle Gott 636 0, Nob, Ehr und Dank sei dir, o großer Gott, gesungen, daß du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, glich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. 2. Doch mitten in der Fluth bewiesest du Erbarmen und halfft uns väterlich. Du zeigtest an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Dieß thatst du, Mächtiger, der jeder Fluth gebie ten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wüthen! 2. Ach manche Häuser hats verzehrt und mancher Menschen Glück zerstört! Auch dieß hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an. 3. Wir weinen und verehren doch auch deine Huld; sie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir. Laß sie nicht hülflos; tröste die, die du gebeugt hast, segne sie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die llebung seiner schönsten Pflicht, der Pflicht, Bea unter besonderen Umständen. Betrübte zu erfreun, barm herzig durch die That zu sein. 6. Uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zuversicht vertraun und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schüß unser ganzes Baterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand Gib, weil du unser Vater bist, uns allen, was uns heilsam ist! Nach großem Verlust. Mel. Herzliebster Jesu! 638 Du hast es mir gegeben und genommen; Preis dir, o Herr! Zwar ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube soll nicht wanken; ich will dir danken! 465 Glück mir zugewendet, als Noth gesendet. 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem Heil entgegen. 3. Wenns nüßlich mir und wenn es deiner Ehre, Allwissender, gemäß gewe sen wäre, du hättest lieber 4. Du sahst vielleicht, ich würd in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben und sündlich leben. 5. Gott, wenn ich dieß im Stillen überlege, so preis ich dich und ehre deine Wege. Was hülf es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name, Freunde, die mich lieben, und, Dank sei dir, es ist mein gut Gewissen mir nicht entrissen. 7. Wie sollt ich nicht auf deine Güte schauen, nicht ruhig sein und standhaft dir vertrauen? Auch künftig wirst du, was zu meinem Leben mir noth ist, geben. 8. Herr, segne du die Arbeit meiner Hände und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden. Auf der Reise. Mel. Befiehl du deine Wege 639 Beglüce meit Reise; Gott ich vertraue dir! Sei gnädig und beweise, wie treu du bist an mir! Auf allen 11 5 meinen 466 Gesinnung und Leben des Christen meinen Wegen begleite väterlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schuße mich! 2. Jch bin in deinen Händen, deß darf mein Herz sich freun: denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren dräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott; du wehs reft allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übergeben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieben empfohlen sein, o Gott! Nichts müsse sie bes trüben, kein Unfall teine Noth! Gesund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr fehn, dann sollen unsre Lieder, Herr, dankbar dich erHöhn! 2. Vergeß ich dieser Wahrheit nicht, bin ich von Herzen gut und üb ich treulich meine Pflicht, so hab ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach: drum stärke du mein Herz! D hilf du meinem Streben nach und sichre mich vor Schmerz! 4. Der Reiz der Sünd und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz vergnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flieh! 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich sein und dort auch, wo kein Mensch mich kennt, das Laster ernstlich scheun! 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beispiel führt zu dir; du, der Alles hat und gibt, Gott, solchen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund voll List und Spott, von Wollust, Spiel und Uleppigkeit entreiße mich, mein Der reisende Jüngling. Gott! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 8. Wer Wahrheit, Pflicht Recht verdreht, der und 640 Auch außer mei- flöße Graun mir ein; vor nem Vater land wirst du, Gott, mit mir sein. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. dem Verruchten, der dich schmäht, erzíttre mein Ge bein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten Wegen unter besonderen Umständen. gen gehn und, wenn ich kann, an jedem Ort im Tempel dich erhöhn! 10. Dann bin ich meiner Aeltern Luft, im Alter einst ihr Stab und feines Lasters mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und meinen Geist, der dir gefällt, erschrecket kein Gericht. 12. Gedanke der Unsterb: lichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewigkeit, wohin der Glaube weist! Mel. Der unsre Menschheit 641 Du, welchen keiz ne Welt um 467 der Noth; bewahre sie vor Sünden! Auch dort ſei stets der Tugend Ruhm ihr unverleptes Eigenthum. 4. O wie gedenk ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? O Tag, der die mir wieFürbitte für liebe Ab- dergiebt, die trauernd meine wesende. Seele liebt, die Seligen, die Meinen! wie wird sich unsre Seele freun! Wie selig werden dann wir sein! schließt, der du allgegen= wärtig bist mit allem deinem Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll 3. O kehrten sie mir einst zurück, des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch säh ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht, was ists, daß ich mich quäle? Ich weiß, o Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. 2. Mach ihnen mild das ferne Land und laß an deiner Vaterhand sie dort auch Freunde finden. Sei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Retter in Bei ansteckenden Krankheiten. Mel. Allgegenwärtiger, ich allen ihren Wegen! Die 642 ists, was meine Thränen stillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. mer fallen wir gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod; schon würgt er unsre Brüder! 2. Der Seuchen Gift verbreitet sich, und, Gott, wen haben wir, als dich, der U 6 seine 468 Gesinnung und Leben des Christen seine Wuth ihm raube? 9. Laß unser gläubiges Wenn deine Macht uns nicht Gebet, das, Herr, zu dir bewacht, so werden wir zu um Gnade fleht, dir, VaStaube. ter, wohlgefallen. Der reinste Dank und Lobgesang wird dann dir, Herr, er= schallen. 3. Ach, Viele sanken schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf uns bange! O schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! Dank für Gottes Hülfe. 4. Oft retten Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben Mel. Ein kämmlein geht keine Zuversicht, als nur zu 643 Wir kommen, deiner Güte. Du bist der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefgebeugte Sünder! Denn du allein kannst uns befrein, und wir sind deine Kinder. Helfer, dir Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des gan zen Volkes lauter Dank soll, Retter, dir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir fahen überall den Tod mit seinem Schrecken drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. 6. In deiner treuen Vaterhand ruht Tod und Leben, Volk und Land. Entferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns hin! Gib wieder heitre Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehre uns geduldig sein und dir uns ganz ergeben; und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 8. Zeig allen Sterbenden dein Heil und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum bessern Leben führen! 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt kein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst ver gebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der legte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir alle schrien zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört, die Seuchen fliehn; du hei left unter besonderen Umständen. left unsre Schmerzen. D du Erbarmer voll Geduld, du haft nach unsrer Sündenschuld auch diesmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt haft du väterlich und väterlich verschonet. 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Trost nd Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dieß sagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh dein göttlich Wort; dieß treibt, so oft ich auf dich schaue, die Furcht aus meiner Seele fort. 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst du liebreich über mich. Auch hier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich. O gib, daß 644 in ich dieß stets empfinde! O duld! Vergilt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach meiner Sünden Schuld! 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meinen Lauf vollenden, dann hebe meinen Geist zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o guter Gott, was fehlet mir? U17 Mel. 4. Dich, der du von Gefahr befreist, dich müssen Alle loben! Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete Jeder an! Es jauchze nun wer danken kann, und ehre deinen Na men und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Erhebt ihn! Amen! Amen! 469 und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht vergeblich flehen! Auch meines Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles sehen, was Freude mir gewähren kann! In Krankheiten. Mel. Wie groß ist des Allmächt. ier lieg ich, Herr, Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, aus vollem tiefgerührtem Herzen dich kindlich um Erbarmen an. Wen hab ich sonst in die sen Stunden? Wer kennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt mir die geschlagnen Wunden? Wer sendet mir Erquickung zu? 2. O Gott, du Bater al ler Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher frommer Beter, 470 Gesinnung und Leben des Christent Mel. Alles ist an beinem Segen Mel. Wer nur ben lieben Gott 645 Hilf mir, Gott, 646 Nicht mehr, ats Plagen, die mich drücken, still ertragen und mit kindlichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleichtrung meines Schmerzens nur auf deine Vorsicht schaun! meine Kräfte tragen, Barmherziger, legst du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen, es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf meinem Krankenlager hier lobsing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufst du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mit ten in den Streit und übst durch körperlichen Schmerz mein von Geduld entwöhntes Herz. 2. Deiner Wahrheit kanns nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dieß will ich zu Herzen fassen und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich selber fehre, jei der Schmerz, die Krankheit mir! Jhre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bes fern; alle Hülfe kommt von dir. 4. Bater, Helfer aller Kranken, Quelle tröstender Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft! Sie nur kann erretten, stärken. Lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft! 5. Guter Muth und hei: tres Wesen sei in meinem Blick zu lesen; Ruh erfülle meine Brust! Hoffnung stärke mich und Freude sei mein Glaube, wenn ich leide, dir zu folgen, meine Luft! sal soll ich leeren! Ach. Herr, 3. Den Kelch der Trübe bu weißt, das Fleisch ist schwach! Vergib, wenn eine du Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! huld, mein Herz durch GlauOstärke, Gott, voll Vaterben und Geduld! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh; ich bring, o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer sein. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt, und wenn auch ganz im Kampf der unter besonderen Umständen. 471 der Leiden sich meine Le- ruhige mein Herz und ſprich: benskraft verzehrt; wenn Sei nur getrost und hoff auch mein Herz im Tode auf mich! bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! 5. Wie litt in allerbängsten Leiden so stille duldend Jesus Christ! Leid ich ihm nach, ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie meine Leiden, so mein Lohn. 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, darf hoffen das, was Gott verheißt. Bu solcher Hoffnung stärke mich, so preis ich auch in Schmerzen dich! Mel. Wer nur den lieben Gott 647 ott ott, der du Schmerz und Freude sendest, mit Weisheit unser Schicksal lenkst und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über uns verhängst, du hast nicht Lust an meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand, und deiner Tröstungen, wie Mel. Wann mein Stündlein viele haft du mir schon ins648 s ist dein Wille, Herz gesandt! Wie oft ruft mir dein Wort es zu: Gott ist dein Vater, Kind bist du! Herr, Gott, daß ich jetzt Schmerzen leide; doch du bist Helfer in der Noth und kehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand, deß soll mein Herz sich trösten! 3. O du, mein bester Vater, glaubte nur meine Seele findlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den süßen Trost: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleih mir Weisheit und Geduld! Be2. Voll Hoffnung wend ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schicks mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Šeligkeit durch deine Gnade würdig. 3. Ver 472 Gesinnung und Leben des Christen 3. Verhüte, daß der Krank- traurig fließen meine Tage, heit Pein zu schwer mir wie bang die Nächte mir Schwachen werde. Laß mir vorbei! Der Morgensonne Erquickung angedeihn, er- neues Licht erheitert meine leichtre die Beschwerde. Du, Seele nicht. Vater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm dich meiner! 4. Erquicke, Gott, und stärke sie, die liebreich meiner pflegen; lohn ihnen ihre Treu und Müh mit deinem besten Segen! Gib gegen sie mir Freundlichkeit; gib ihnen, Gott, Gelassenheit, Geduld mit meiner Schwäche. 5. Soll tödtlich meine Krankheit sein, und steht mein Grab schon offen, so laß mich, Herr von Sünden rein, auf deinen Himmel hoffen! Des leßten bangen Kampfes Schmerz erleichtre mir und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen! 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwerde zu Klage mich und Thränen zwingt; noch immer fleh ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 3, Erbarm dich; eil mir beizustehen! verlaß mich, o mein Helfer, nicht! Ach, zeig mir wieder auf mein Flehen dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig dir ergebnes Herz. 4. Noch ist mein Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch bin ich ohne Gram und Sorgen, du, Vater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen, ich halte deiner Fügung still. Dein Will geschehe, will ich sagen, wie du, Herr, willst, nicht, wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz und Bein Mel. Wer nur den lieben Gott 649 Der Morgen geduldig mich wie Jesus sein! kommt, und meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Le ben schenken, dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit mit aller Treu und Redlichkeit der Tugend Wege wandle! 6. Einst kommen doch der Ruhe Stunden, einst rückt mein unter besonderen Umständen. mein Abend auch herbei; dann, dann ist alles über wunden, ich bin von aller Trübfal frei; dann folgt auf Sorgen, Gram und Leid dort ewige Zufriedenheit. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, vollend ich meiner Leiden Pfad. Nichts soll mir meine Hoffnung rauben; auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir und führt mich, Gott, hinauf zu dir. 473 Ich bin getrost, wenn gleich betrübt, die Freunde, deren Herz mich liebt, jeßt um mein Leben zittern. 4. Auch sie verlaß, o Vater, nicht, stärk ihre bangen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Schuß, Allgütiger, und trockne ihre Thränen! 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. 5. Doch sollten meiner Tage viel noch unter Leis den werden, bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden, so Mel. Wann mein Stündlein 650 Nach einer schmer zenvollen Nacht feh ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preisen meine Lieder. In großer Angst verliehst du mir nicht Lindrung mur, ich danke dir, 651 auch Trost, Geduld und Fassung. 2. So trag ich ruhig meinen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir er hebe sich mein Herz, du Schöpfer meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu dir, und nun, mein Vater, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. gib mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, die kämpfen hilft und siegen. Mel. Wenn wir in höchsten wieder chon Nacht; und Gram und Schmerz zernagen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit; da ist ſo öd die Einsamkeit! Ich seufz und ring umsonst nach Ruh, kein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Doch trenn ich mich noch nicht von dir, o Hoffnung! Nein, du bleibest mir. Gelegt, zu lindern Noth und 474 Gesinnung und Leben des Christen und Schmerz, hat Gott dich liebend an mein Herz. 4. Er ists, der Muth und Zuversicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dulders Lohn. 5. O wär kein Himmel, der einst lohnt, du, Vater, hättest mich verschont mit diesem Kelch von Bitterkeit, versüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: Ists möglich nicht, daß die ser Kelch vorübergeh? Doch nur dein Wille, Herr, gescheh! 7. Fest halt ich immer mich an dich! Ach, stärk in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Ruh; send mir nur einen Tropfen zu! 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir, so bringt mir doch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der letzte, treue Freund in Noth. Mel. Wer nur den lieben Gott 652 S o ist mit aller seiner Plage nun abermals ein Tag vollbracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfft du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Beistand mir, und herzlich dank ich dir dafür. 2. Nur auf die Nacht wird mir jegt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet, ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne, matte Herz; da zähl ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Kummer; die Glücklichen besucht er nur. Nur selten sinkt ein leiser Schlummer auf die entkräftete Natur; doch schließt er mir die Augen kaum, so schreckt mich schon ein schwerer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dieß mir nur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein fühlend Herz? Flieh, lästernder Gedanke, flieh! Ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt nur Trübsal mich ergreifen, um höhern Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend reifen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Menschen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen, und kurz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mirs auch schon kühl ent unter besonderen Umständen. entgegen; heim ziehen die Gewitter bald. Vielleicht jeh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne niedergehn. 7. Drum will ich mich nicht trostlos grämen, nein, ruhig sein in meiner Noth. Das wunde Herz mir abzunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es sanft und kühl zur Ruh; den Geist führt er dem Himmel zu. Bei der Abendmahlsfeier in der Krankheit. 475 leihn! Laß es die Quelle hoher Freuden und Vorgefühl des Himmels sein. Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Noth! 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich fühle meine Seligkeit; ich kann von dir nun Ales Hoffen, der gnädig mir die Schulb verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer, mein Herz erbangt davor nicht mehr. 5. Erscheint der Tod mit seinen Schrecken, ich bin getrost und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken, Mel. Wer nur den lieben Gott ich bebe nicht vor dem Ge richt. O mich erfüllt dein 653 h, tönnt ich Leib und Blut so hier, wie doch mit mei dort mit frohem Muth! nen Brüdern im Tempel, Jesu, dich erhöhn und froh mit deines Reiches GlieMel. Wer nur den lieben Gott dern, Herr, deines Todes 654 Dant, Bater, it Doch da mich Schmerz und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Ach hier, wo ich im Stillen bete, feir ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte hastdu verheißen, nah zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! der mit Erbarmen auf seine schwachen Kinder blickt! Wie hast du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heilge Mahl erquickt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft vers 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst, ich folge gern; von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Ich bin erlöst; drum schreckt mich nicht 476 nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt, wohl mir! ich steh mit dir im Bunde, ein gnädig Urtheil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ewges Heil ist deiner Auserwähl ten Theil. Gesinnung und Leben des Christen gehn! Doch nicht, Herr, unser Wille, dein Wille soll geschehn! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron, dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal; dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes letzte Qual! Fürbitte für Kranke und wel. Alle Menschen müssen sterben Leidende. 656 Gott der Lage, Gott der Nächte, unsre Seele harret dein, hofft auf deine starke Rechte, weiß, du kannst nicht ferne sein. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Vater, viele Menschen weinen, viele Kranken schmachten jetzt! Aber du verläsfest feinen, der auf dich Vertrauen sept; trockneft liebreich Kummerthränen und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh und Lindrung flehn und auf dich voll Hoffnung sehn. 3. Sende, Bater, Muth den Schwachen, Licht in je des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz. Laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Treue Mel. Besteht du deine Wege 655 Barmherziger, er höre der Liebe heißes Flehn! Laß, den wir innig leben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz: wir sehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer sein? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu, Vater, thu, was Reiner von uns für ihn vermag. 3. Sieh, deine Kinder flehen für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Wunden und hilf ihm väterlich! D laß des Leidens Stunden bald, bald vorüber. unter besonderen Umständen. Treue preisen! Gib den Kranten sanfte Ruh! Ster: benden sprich Tröstung zu! 4. O du treuer Menschenhüter! Nacht ist wie der Tag vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, dei nen Schug erflehen wir! Allen, Allen, die jest leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ihrer Bein, deiner Huld sich dankbar freun! 5. Jesus Christus, viele Nächte haft du für uns durchgemacht und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh gebracht. Tröster, willst du deinen Kindern nicht durch Schlaf den Kummer lindern, o so lenke ihren Sinn hoffnungsvoll zum Himmel hin! 477 schreckte nicht das Grab; gestärkt durch deinen Geist, sah ich getroft hinab. 3. Allmächtig stärktest du die halb erstorbnen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurück! Dir dank ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Leben selbst will ich dir Dank beweisen, durch frommen Wandel dich an jedem Tage preisen und redlich meine Kraft dem 28ohl der Menschen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu sein. 2. Dem Tode war ich nah; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Verwandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht; mich Vorbereitung auf den Tod und Trost für Sterbende. Nach der Genesung. Mel. Mein Gott, das Herz Mel. Nun danket Alle Gott 658 Balb leg ich Sorg und Schmerzen 657 Mit welchem ab und diesen Prüfungsstand; die Erde nehme, was sie gab; ich ruh in Gottes Hand! Dank kann dich, o Gott, mein Lied er heben? Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und vonGefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 2. Ich geh den Weg zum ewgen Licht, er mag mir dunkel sein; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht, ich geh zum Leben ein. 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforsch lich weise Macht führt mich zur Seligkeit. Mel. 478 Gesinnung und Leben des Christen Mel. Wann mein Stündlein 659 ott, sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet: wann um mich, den Entschlummernden, nun alle meine Lieben stehen und angstvoll mich beweinen; Mel. O Gott, du frommer Gott 2. Dann, Bater, nimm 660 Schon naht sich ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen klagen, laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! meines Laufs und meiner Leiden Ende. Gott, meines Lebens Herr, ich fall in deine Hände. Du bist, o Vater, nie mit deiner Hülfe sern; du rufft: hier bin ich, Herr, dir fol gen will ich gern. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verkläret mir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker! Deine Macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich ge breitet, dir, Gott, der bis ans Grab mich wunderbar geleitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und seine Pflicht; doch gingst du Heiliger, mit mir nicht ins Gericht. er nun kommt, nicht achten mein mit Blick auf dich nach meinem Ziele trachten und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. 4. Wie könnt ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie könnt ich klagen, da ihn Gott vom Tode wieder fordert? O Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu gering, der Treu viel zu geringe und der Barmherzigkeit, die du an mir gethan. Frohlockend bet ich dich mit allen Engeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Vertrauen und deine Herrlichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, o Gott, unter besonderen o Gott, und Gnade für und für; mein Geist wird selig sein; denn ihn empfehl ich dir. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; unsterblich, Engeln gleich, werd ich dich schaun und leben. Noch einen kurzen Kampf; so krönt vor deinem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn. Umständen. 479 3. Dann, dann wird nimmermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verlegen; dann wirst du ewia dich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergößen. Ich eile über Welt und Zeit hin zu dem Siß der Seligkeit, zu der Verklärten Geister Chören; ich werde ihr Willkommen! Hören, und wen ich hier im Herrn gekannt, den finde ich im bessern Land. 4. O drum getrost, mein In eigener Melodie. 661 Ich in Heimath zu, ins ewge Paradies der Freuden; dort, dort nur ist die wahre Ruh und Quelle aller Seligkeiten: dort ärndtet man der Tugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir bereitet, wohin er gnadenvoll mich leitet. Er ist es, der nun meinen Geist auf ewig jeder Noth entreißt. lich große Freuden des kurzen Pilgerlebens Müh verwandelt wird nach diesem Leiden! Ergib in kindlicher Geduld dich deines Vaters Lieb und Huld! Dein Jesus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehn, wirst du verklärt dort oben stehn! 2. Hier lieg ich wie gemel. Wer nur ben lieben Gott bunden da; bort werd ich 662 ch faffe, Bater von Kraft dem göttlichen Befreier nah, frohlockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tugend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sünden, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligkeit. deine Hände und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf: hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du haft nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan, erhör auch meine letzte Bitte: nimm, Gott, Gesinnung und Leben des Christen 480 Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach, noch Eins ist Noth, ein gutes End, ein selger Tod! 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, mich oft Mel. Chriftus, der ist mein Leben erquickt, durch Leid geübet, oft wunderbar, stets wohl geführt; wohin ich ging, wohin ich sah, war mir stets deine Güte nah. 663 Bald ist sie nunt vollendet die kurze Prüfungszeit, mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getrost und hoffnungss voll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geist und ist ihm wohl. 3. Und manche gute Thaten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir schön wie Saaten, die Gott gesegnet hat. 4. Sie reifen nun ent gegen dem großen Aerndtetag. Welch schöner, reicher Segen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht, Schwestern, sehet, Brüder, so selig stirbt ein Christ! 4. Auch jest, auf meinem Sterbebette sieh meine Noth, o Vater, an! Erquicke, lindere, errette; denn du bist, der mir helfen kann. Stärk mich im Guten bis ans End, damit ich treu den Lauf vollend! nen und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ingemach und bringe mir sie selig nach! 5. Mein Heiland, treib die Furcht zurücke, besiege meinen leßten Feind! Lent auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Muth mir, Trost und Freude zu, mach Ende, bringe mich zur Ruh! 6. Ihr eitlen Güter die ser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jeßt soll ich ewig selig werden; drum brauch ich euer nun nicht mehr. Du, Gott, bists, wann das Mel. Jesus, meine Zuversicht mir des Lebens Krone reicht! 664 Selig find, die in dem Herrn, die 7. Ich übergebe dir die in ihrem Schöpfer sterben; Meinen, du Vater der denn es spricht der Geist Barmherzigkeit, laß ihnen des Herrn, daß sie ewge stets dein Trostlicht schei- Ruhe erben, daß von nun an unter besonderen Umständen. 481 7. Der du mir mit deinem Tod diese Hoffnung haft errungen, auch in meis ner Todesnoth, Jeju, jei dir Preis gesungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. an alle sie ruhen von des Lebens Müh. 2. Göttlich Wort, wie labest du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so trö stend senfest du in mein Herz des Himmels Frieden; ich soll einst auch selig sein, ewig mich der Ruhe freun! 3. Nun so komme denn, In eigner Melodie. o Tod, wann du willst, 665 Christus, der ist mein zu meiner Hütte. Mich, mich macht das Wort von Gott stark bei jedem deiner Schritte. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. 4. Schrecklich magst du Zweiflern sein; mir, ich weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben keine Bein, keinen Schmerz das Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 5. Aus dem Staube neu gebaut, ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut nichts, als Selge, nichts, als Engel. Sterblichkeit, die hier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. 6. Gönnet mir mein na hes Glück, weinet nicht, ihr meine Werthen! Nur noch einen Augenblick, dann, dann wohn ich bei Verklär ten. Fasfet Muth, ich geh voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. Sterben mein Gewinn. Dem hab ich mich ergeben; in Frieden fahr ich hin. 2. Ich freue mich zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel erben, mein Heiland nimmt mich auf. 3. Bald hab ich überwunden des Lebens Angst und Noth; nach wenig Prüfungsstunden leb ich bei dir, mein Gott! 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Sinnen und Gedanken wie ein verlöschend Licht bald hier-, bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliehe Furcht und Kummer, die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, fanft sei mein Tod durch dich! 7. Herr Jesu, ich vollende X Gesinnung und Leben des Christen 482 ende im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände, o Jesu, nimm mich auf! 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben, dazu laß meine Sterblichfeit mir stets, mein Gott, Mel. Wer nur ben lieben Gott 666 Du, Herr und vor Augen sein und deine Hülfe mich erfreun! Vater meiner Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht! 2. Daß du hier in meis nem Leben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt, das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu sein. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin; bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sei du mein Trost, so gnüget mir. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich Mel. Herr wir singen deiner von der Weltluft zu entz 667 Heil bir, Seele erschei fernen und um den Himmel zu bemühn; o mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. net. Mein Auge hat bald ausgeweinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald werd ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Le ben endet schon; bald ist es ganz entflohn; doch ein beßres Gut wartet mein, unsterblich sein soll ich, soll ewig sein mich freun. 2. Welt 4. Nicht auf der Erde, / nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufgehoben; dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Jesus ist, da sei mein Herz! Herr, lente selbst es him melwärts! unter besonderen Umständen. 483 2. Welt und Sünde sind auf Erden, um selig dort bezwungen; bald ist der zu werden. hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter frönt. Matt am schweren Pilgerstabe sehnt ich mich oft nach Ruh im Grabe, wie sich nach Ruh der Wandrer sehnt. Heil mir! Hallelujah! ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum Der sterbende Jüngling. Mel. Wann mein Stündlein Schauen; Dank dir! mir 669 Nicht lang ein ist der Tod Gewinn. Wer, wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir die Siegeskrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir! Wie entstellt sinkt unter mir die Welt! Bald, bald seh ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Lichte, Gott, das Licht. 2. Herr, meine Seel empfehl ich dir in deine Vaterhände. Sei gnädig, Gott, mein Vater mir und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Ruh und Freuden von dieser Erde scheiden. Pilger Zeit, schon reif zum bessern Leben, steh ich am Rand der Ewigkeit, vom Him melsglanz umgeben; bald geht der freie Geist hervor aus seiner Hütte, steigt empor, empor zum Siß der Wonne. 2. O Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eitlen Lüften, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend, und Mel. Ermunire dich, mein 668 ott, öffne dei eingedenk der Rechenſchaft und des Gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebte. nen Himmel mir! Bäld nahn die legten Stunden; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier 3. Nicht jenes Lebens Vorgefühl könnt mich nunmehr erquicken, mit Schaudern seh ich nun das Ziel des Lebens näher rücken; X2 vor 484 Gesinnung und Leben des Christen vor mir seh ich den Rich terthron, an dem zum wohl verdienten Lohn Verdammung mich durchbebte. 4. Jest tann ich freudig zu dem Thron des Weltenrichters treten; denn Jesus Christus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertreten. Ihm war mein Dafein hier geweiht, und er hat meine Seligkeit mir hier und dort erworben. 5. D Trost in meiner leßten Noth, daß ich an Jesum glaube! Willkom: men ist mir nun der Tod; er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Außerwählten Chor mir neues Leben blühet. nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wiedergibt. Dank sei dir, Vater, dargebracht für deine Sorgfalt: Gute Nacht! 2. An meiner Gruft stärkt euren Glauben, ihr Aeltern, die ihr mich ge liebt! Der Tod kann mich 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden reißt mich der Tod aus viel Gefahr, doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darunter ich gebildet war! Dir sei der treuste Dank gebracht, getreue Mutter: Gute Nacht! 4. Beruhigt euch, ihr an dern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; ihr dürft um mich nicht trostlos weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwest zu schönrer Pracht, wir sehn uns wieder: Gute Nacht! Das sterbende Kind. 5. Gleich Frühlingsblumen wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub; dieß kann dir, Mel. Wer nur ben lieben Gott 670 sterbe schon, Mensch, die Lehre geben, ch jedoch ich sterbe, du seift, wie ich nur Asch ich sterbe, und Staub. Bei meinem Grabe lenk den Sinn vom Frdischen zum Ewgen hin! damit ich ewig leben kann, daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum begann. Ich werd in meiner Frühlingszeit als Himmelspflanze Gott geweiht. 6. Ich sterbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind enre Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmels herrlichkeit, so denkt: fie gehn uns nur voran, wit treffen sie dort wieder an. Firs unter besonderen Umständen. Fürbitte für Sterbende. Mel. Freu dich sehr o meine 671 Unter manchen Himmels erbe! bangen Schmerzen ist er schon dem Mel. Dein ftud wir, Gott Toe nah. Er, so theuer 672 Du wollft erhöz ren, Gott, sein Flehen, nicht ins Gerichte mit ihm gehen, der jego deiner Ewigkeit sich naht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! hülflos liegt er da, ist sich feiner nicht bewußt, röchelnd athmet seine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er blos in starren Blicken. 2. Bald, ach, bald entflieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt entrückt; jede Laft, die ihn gedrückt, seines Jammers bange Stunden sind bald durch den Tod vers schwunden. 3. Nimm, da er uns nicht verstehen und zu dir nicht beten kann, jeines Herzens stummes Flehen, seiner Lippen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht und durch deiner Lehren Licht auf des Todes dunklem Pfade das Gefühl von deiner Gnade! 485 und befreit von Sünd und Schuld ruhig und gelassen sterbe und das Glück des 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den Geist zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft, daß er sicher deiner Huld 2. Des Lebens und des Todes Herr! nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du hast gezählt des Hauptes Haar, sein Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. den Erfüllt ist seiner LeiZahl, er leidet jegt zum leztenmal. in seiner Todesnoth Freund und Gott; ein Schlummer sei für ihn der Tod. Ach, sei sein 4. Vollende, Vater, seinen Lauf; nimm ihn zu deinem Frieden auf. Verlaß ihn, wenn sein Herz num bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 3. 5. Erleichtre ihm den leßten Schmerz! Von dir erquicket, Durch Jesu Todesschweiß ruh sein Herz. und Blut, das ihm zu Gut er einft vergoß, stärk ihm den Muth! € 3 6. In 486 6. In ihm vermehre seine Ruh, sein armes Herz er quickedu! Geist Gottes, laß ihn mit Vertraun auf Jesum schaun und so entgehn des Todes Graun! Gesinnung und Leben des Christen 7. Mach ihn getrost, o Geift des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern; laß ihn den Himmel offen sehn und Jesum stehn, bereit, ihn gnädig zu erhöhn! 8. Ach, Gnade, Gnad ergeh für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine Huld sich freun? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme seis ner Seele nicht! Auch aus der Tiefe rufet sie: erhöre fie, erlöse, Gott, erlöse sie! 10. Behüte ihn in seis nem Tod; thn segne, segne, segne, Gott! Wann nun fein Auge sterbend bricht; leit ihn zum Licht; tröst ihn vor deinem Angesicht! Mel. Herr, wir fingen ei 673 Amen! Entschlaf in jenem großen Namen, vor dem sich Erd und Himmel beugt! ein Deine Laufbahn hat Ende! Dein Vater nimmt in seine Hände die Seele, die der Erd entfleucht. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Jesus Christus hat dich versöhnt: von ihn gekrönt, empfängst du nun des Glaubens Lohn. 3. Nimm von uns den leßten Gegen! Zwar sinkt dein Leib dem Grab entgegen: doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und Einsegnnng eines Ster- schauen deines Gottes Licht! benden. Geh ein zu deiner Ruh! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Tod ter, du, nach kurzer Ruh wirst du zum Leben auf Amen! erstehn. gesegnet Der 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Todesnacht! Sei gesegnet, Amen! Amen! Ruh sanft in Jesu Christi Namen! Für dich auch ward sein Wert vollbracht. Sie trugen ihn ins Grab von Golgatha herab, Gottes Opfer! Er über wand; der Herr erstand, und der Erstandne nimmt dich auf! unter besonderen Umständen. 487 Der Tod des Frommen. zum Vater seine Hände, Mel. In allen meinen Thaten um dankend sich zu freun: Preis dir, Herr! Ich be674 Wie sanft fehn fehle dir. Bater, meine Seele! Er sprichts und schlummert lächelnd ein. wir den Frommen, wie frei, wie unbeklommen sich seinem Ziele nahn! Wo Érdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. 7. O laßt, wie er, uns leben und nach dem Sinn uns streben, der uns dieß Glück erwirbt, damit auch wir als Erben der Seligteit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt. 2. Er sieht sein Pilgerleben gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu am Biel. Es blühen seine Saaten; schon lohnt für seine Thaten ihm Ruh und reines Selbstgefühl. 3. Von keiner Angst betroffen, sieht er sein Grab nun offen; er geht und fürchtet Nichts. Ein Strahl der ewgen Gnade schwebt auf dem dunklen Pfade ihm vor; nah ist das Reich des Lichts. 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmelslichte ein sanfter Wieder schein. Oft spricht aus seinen Blicken ein seliges Entzücken, ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet sie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 6. Er faltet noch am Ende Beim Tode guter Aeltern. 675 G Schmerz trifft Mel. Auf iqide dich welch ein unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Vater( die Mutter) hier so frühe schon unsrer Mitte scheiden. aus 2. Gott, welch Geschick! Ach, einen Blick warf er ( sie) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er( sie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. 3. O Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Trost die jammervollen Herzen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast vers gehn in ihren tiefen Schmerzen. 4. Ach, Sorg und Müh war spät und früh für uns X4 fein Gesinnung und Leben des Christen 488 fein stetes eifrigstes Ge schäfte; uns zu erziehn nach Gottes Sinn, dem weihte er mit Wonne Zeit und Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pflegen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht allzeit nach Pflicht ganz 676 F mel reiften fie, Mel. Der unsre Menschheit ür willig ihm dankbare Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schüßen, trösten? Du kannst allein nun Helfer sein, du bist ja stets Erbarmer der Erlösten. ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundetHerz! Wie kämpf ich wider meis nen Schmerz! Was find ich, ihn zu stillen? Zwar für den Himmel reiften sie; doch meinen Wunsch nach viel zu früh! 7. Du nennest dich selbst väterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen; so mildre doch, Herr, unser Joch, wie du uns selbst so gnädig haft verheißen. 8. Sei unser Licht, stärk uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern Wegen! Uns, folge, Gott, bis in den Tod, wenn fromm wir sind, des besten Vaters Segen! 9. Wir schauen hin mit Kindessinn auf seinen Tod, auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir sind schwach, o reich uns gnädig deine Vaterhände! 10. Bib, Herr, daß wir im Glauben hier treu und fest den Pfad der Tugend gehen, damit wir einst, wann du erscheinst, im bessern Land die Aeltern wie dersehn! Beim Tode hoffnungsvoller Kinder. 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freudenlos mein Leben! Ich sah sie wie den Frühling blühn; dir, dir hofft ich sie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein Alter sollten sie erfreun und Trost mir noch im Tode sein. 3. Da, Ewger, sprachst du: gib sie mir! Jch selbst, ich selbst erzieh sie dir; ich will sie hoch erhöhen. Sie werden nicht dein Alter freun, nicht Trost dir noch im Tode sein; du sollft sie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah, ich war es, der sie sterben fah. 4. Herr unter besonderen Umständen. 489 4. Herr, ich verehre dein streben. Ach, meine HoffGebot, nur laß mich mei: nung sant ins Grab und ner Kinder Tod, ach, laß alle Lust mit ihr hinab. mich ihn beweinen! Du, der du Aller Vater bist, du weißt, wie schwer mein Herz mir ist! Wie könnt ich froh erscheinen! Verzeih Gefühlen der Natur! Nicht murs ren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen preifen dich! Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest und nun im Lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seuf zer danken dir: du, du vertrautest sie nur mir. 6. Mit Thränen preis ich dich auch einst, wann du zum Weltgericht erscheinst; doch dann mit Freuden. thränen. Dann werd ich meine Kinder sehn, mit ih nen dankend vor dir stehn, mich nicht mehr sehnen. Dann werd ich froh bei ihnen sein und ewig mich mit ihnen freun. Mel. Der unsre Menschheit 677 s ist nicht mehr, für mich nicht mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ist nun mein Erdenleben! Wie eine Rose sah ichs blühn; und weis und fromm es zu er ziehn, war immer mein Be2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen findet mich voll Schmerz, die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, klag ich nicht, nein, heilig iſt mir stets die Pflicht, dich auch im Schmerz verehren. Auch weinend will ich dankbar sein; du gabst, du nahmst, es war ja bein. 3. Wohl ihm! in Unschuld brach sein Herz; ge sichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Lei den. Gerettet ists in deiner Hand, ging mir voran ins Vaterland. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes. Del. Tommt her zu mir 678 ch. hier nicht mehr! ach, fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, sucht umsonst mein trüber o theure, gute Seele! Dich Blick, du kehrst nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. * 5 2. Der 490 2. Der Freundschaft Labsal ist dahin, dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land und mit ihr alle Freude! Gesinnung und Leben des Christen 3. Doch sei mein Schmerz auch noch so groß, du ru hest nun in Gottes Schooß, vor Gott will ich mich beugen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöst von deines Leidens Joch, geduldig will ich schweigen. 4. Das Jrdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporge: hoben ist der Geist zu Gott, der Aller Vater heißt, zu seines Heilands Freuden. 5. D Trost, o hoher Trost für mich! Mein banges Herz, erheitre dich und stille deine so treu mir war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könnt ich heidnisch zagen! 6. 3war hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr von dir, o Theurer,( Theure) nicht Gebet und Trost und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. 7. Du Seliger( Selige) wirst vor mir stehn; ich werde dich vollkommen sehn; o freudenvolle Stunde! Ich eil dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen Freundschaftsbunde. 8. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele singen wir von weggeweinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn und preisen Gott und seinen Sohn für unsre selge Freuden. 9. Gedanke der Unsterblichkeit! erheitre jede Duntelheit und stärk mich, wann ich wante; veredle jede Leidenschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himmlischer Gedanke! Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib 679 Wir gehn ans und wissens doch: dein Geist, Entichlafner, lebet noch, von Schmerz und Erdennoth befreit, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Ruh sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh. Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer Umständen. 491 4. Schnellschwindet unsre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Leid und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt durch Christi In voriger Melodie. 680 un bringen wir Blut, machs nur mit meinem den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. unter besonderen ihrer Pilgerbahn hinab zur Abendruh ins stille Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich sein; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit List und Falschheit unbekannt; nun ruhts in Gottes Vaterhand. 5. Gott, nun blickt bei sanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, all unsre Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir den unsrigen, beweint, sei, Jesus, unsre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Geele neu vereint. Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun; vor unserm Gottuns kindlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr. 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ. Mach uns das Sterben zum Gewinn; zieh unsre Seelen zu dir 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern du hier, was unser Leben ist! Nach Sorg und Furcht, nach mancher Noth und Arbeit kommt zulegt der Tod. 10. Und wann du einst, Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich auferstehn und dann dein Antlib ewig sehn! * 6 Mel, Gesinnung und Leben des Christen 492 Mel. Ndn laßt uns den Leib Mel. Jefus meine Zuversicht 681 Begrabt den Leib 682 Senkt den Leichin seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn: einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. nam, senkt ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle, ruh, zerfallendes Gebein, in des Todtenackers Stille! Was da lebet, folget dir, wie di ruhest, ruhn einst wir. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr, er war schon Staub und wirds nun mehr. Er schläft, er ruht und einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. 2. Was du, Todter, thatest, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Samenkorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirktest, folgt dir nach. 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinken all ins Grab einst nieder. Laßt an unser Werk uns gehn, weis und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? Was wir thaten, folgt uns nach. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquickt. Hier trug er Jefu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! Mel. Nun laßt uns ben Leib ( Die Versammlung.) 6. Nun, du Erlöster, 683 Gentt nun den schlaf in Ruh! Wir gehen unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns bereit. Leib in seine Gruft und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. 7. Ach, Jesu Christ, dein Mittlertod stärk uns in unsrer legten Noth! Laß unsre ganze Seele dein und selig unser Ende sein. ( Der Chor.) 2. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nur ein! bleibt unter besonderen Umständen. 493 bleibt, es bleibt im Grabe uns Unsterblichkeit. Wenn nicht, denn Jesus kommt wir uns hier der Tugend und hält Gericht. weihn, kann uns der Tod nicht schrecklich sein. 3.( Vers.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lasterhaften Strafgericht. Sie, selig auch im Tode Mel. Schwing dich auf schon, empfängt der Außer- 684 Laßt dem Tode Lohn. 4.( Chor.) Gott ist allgütig und vereint dereinst mit sich den Tugendfreund: ihn führet er zum höhern Licht: drum, Christen, bebt am Grabe nicht. seinen Raub, Würmern ihre Habe! See len werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen. 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille! Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ist Gattes Wille. Weinet nicht; er hat nun schon, was wir erst ersehnen. Ihn erweckt tein Klageton; trocknet eure Thränen! 5.( Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual und ging durchs finstre Todes: thal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt; doch hat auch Trübsal mich ge drückt. Im finstern Thale wandelt ich, doch führte Gottes Rechte mich. 7.( Vers.) genieße du nun ungestört die stille Ruh! Einst gehn auch wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. Vollendeter, 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jetzt weint, mit mir einft wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig sein. 9.( Vers.) Nach dieser furzen Lebenszeit erwartet 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus einst verschied, folgte bald Erhöhung. Fromme ruhn in sel ner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und schieden. auferstand, hat ihr Heil enthen sie, Christen, unsre Brü4. Nerndtefeld! Hier ruder, kämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der hier fand sanfte Ruh der Müden! Für das beßre * 7 Va= Leben des Christen laßt, weil wir von Erde find, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fodern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ewgen Himmelsfrieden, den er seinem Volk beschieden. 494 Gesinnung und Vaterland schlummre er hienieden! 5. Saaten der Unsterblichkeit! Heilige Gebeine! Bald verrinnt auch unsre Zeit, ruft der Tod: Er scheine! Ruf er dann, wir sind bereit. Wer des Les bens Gabe nüßet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. 6. Ruhet wohl, ihr Todtenbeine, ungestört in eurer Gruft; ruhet, bis der Tag erscheine, da des Richters Stimm' euch ruft. Nach des Lebens kurzen Leiden geht ihr ein zu ewgen Freuden. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt uhet wohl, ihr 685 Rube Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit; ruhet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. 2. Nur getrost, ihr werMel. Nun laßt uns den Leib det leben! Der das Leben 686 So gib denn, selber euch neues Leben geben! Er gelobts, er, Jesus Christ; die in seinem Namen sterben, sollen nimmermehr verderben. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war? den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Sters ben hat erkauft zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder find. Laßt den Leib im Tod erkalten, ftenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut dem Müden Ruhe hier in ihrem Schooß, sowie einst dir. 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden, du letzter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Feinde Truß; hier findet der Bedrängte Schutz, hier wird in süßem Schlaf er quickt, den manche schwere Last gedrückt. 4. Hier unter besonderen Umständen. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leichenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet ist der schwere Lauf; der Geist eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 6. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegengehn! Rel. So schlummerst du 4. Sowie in heilgen Haioch stehen wir, nen naht sich hier den Ge beinen nicht Frost, nicht Sonnengluth. Ihr Stürme, braust gelinde und wehet sanft, ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht! 687 o Gott, vor dir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erdenpfade! Sei uns dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnade. 3. O gib uns Kraft, ge wissenhaft zu leben und zu leiden! Führ uns alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! 495 Wir singen auf vom Stau be, uns stärkt der Christen: glaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind frei von Beschwerde in deine milden Ärme auf! 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte, und deck ihn kühlend zu! Er schlafe hier in Fries den den sanften Schlaf der Müden: hier find er die erseufzte Ruh! Mel. In allen meinen Thaten 688 Da stehen wir die Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. 5. Senkt dann den Leichnam nieder zum Staube seiner Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab ist sanfter Schlummer, ihn stört kein Erdenkummer: Gott ist es, der ihn einst erweckt. 6. Zum Leben ohne Sorgen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt er. wacht. Heil diesem todten Staube, so singt der Christenglaube, auch er erwacht, auch er erwacht! 7. Schauet, schauet auf, Be= Gesinnung und Leben des Christen 496 trübte! Dort wandelt der Geliebte im hohen Himmels licht. Vergönnt ihm seine Freude und wehret eurem Leide und wischt die Thränen vom Gesicht! 691 Mel. Seelenbräutigam till erheben wir unsern Blick zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. Mel. Gott des Himmels und der 2. Du bists, der uns liebt, 689 wenn er nimmt und Ja selbst, was wir hier beweinen, wird einst freudenreich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stimme ruft. des Schlummer und der Schooß der Erde kühl; da stört unsre Ruh kein Kummer, nicht der Leis denschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein, schlummern alle mit uns ein. 2. Uleber unsern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab, und der Schmäh sucht Stimme dringet nicht ins dunkle stille Grab. Fehler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr gerügt. 3. Unsre Seufzer, unsre Thränen werden ewig dann mel. Chriftus, ber ist mein Leben geſtillt; unsre Wünsche, un 692 Verzeih der ties ser Sehnen, fen Trauer, die unser Herz erfüllt. Wir fehn mit bangem Schauer des Todes Schreckensbild. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Menschen Kraft! Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahingerafft! 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bes wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und kalt. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Trost und Licht und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schooß verborgen, wo nichts seinen Frieden stört! Kühles Grab, o wann nimmst du mich in deine stille Ruh? Anm. Nr. 690 ist ausgefallen. Bei Beerdigung eines Verunglückten. unter besonderen bereitet, und ach, er ist nicht mehr. 4. Wer zählet die Gefahren, die uns auf Erden drohn? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit, und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. 6. Doch Alles, was ges 693 3 wirst du von In eigener Melodie. Qur schiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst: der Tod entfliehet. Du willst: her kommt der Tod. uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos bereitet und nun dich von uns zu sich ruft. 2. Er nahm dich auf zum kinde seiner Gnade; er führte dich auf seines Sohnes Pfade und lenkte deines Lebens Lauf. 7. Ach, dieß nur macht uns stille: wir sind in deiner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück und lenkst von trübern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plößlich nie derreißt, darf unser Geist dir trauen. Du liebest unsern Geist. 10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. Umständen. 497 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von uns hin. Da sehen wir und schmecken: der Tod war nur Gewinn. 11. Olehr uns wachen, beten und stets besonnen sein, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. Am Grabe Frühverstorbener. 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wieder von uns scheis den. Was Gott thut, das ist wohlgethan! 4. Du bist beglückt. Entronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. Jn steter Ruh, in ungestörtem Frieden wohnt nun dein Geist, und tröstend sieht hienieden Gott deiner Neltern Thränen zu. eures Kindes Bahre! Es 6. klagt nicht so sehr bei ging zu Gott im Frühling seiner Gesinnung und Leben des Christen 498 seiner Jahre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er hat es euch geliehen. O gebts ihm gern. Laßt euren Liebling ziehen! Er zieht ja in sein Vaterland. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 6. Vater, deines Trostes 694 Wenn der Stifter Quelle trocknet auch am der Geschlech. ter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft, ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mils des Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der mel. Ales ist an deinem Segen Blume schnell verblüht, und 695 Erdentöchter, Erz die Mutter nun seid nicht stolz auf Reiz und Schöne; troket nicht auf eure Kraft! Eures Mundes Hauch verflieget, eures Lebens Quell versiechet, und des Starten Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, seid nicht traurig, wenn so früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft; edler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther überfliegt der Geist die Gruft. 3. D was ist des Grabes Höhle! Gine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinab zusehn. Uleber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himm ihre ganze Hoffnung sieht; ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stüß und Krone sintet mit des Vaters Haupt, Mütter von den Kindern scheiden, Gott, was gleichet diesen Leiden. 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Verlornen wiedergeben! 4. Ach, es müßte unterliegen dieses arme, schwa. che Herz, hilfft du nicht, o Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder. D unter besonderen Umständen. himmlischer Erkenntniß stehn. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet un verloren in des ewgen Vaters Schooß! Süße Hoff nung! Holder Glaube! Alles windet einst vom Staube herrlicher sich wieder los. 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück; und die Frucht der edlen Saaten sei für Nachwelt Heil und Glück. Preis und Ruhm dem theuren Namen! Seine Tugend nach6. Himmelsseligkeit beste zuahmen, edel, wie er war, het; nur der Erde Glück zu sein, wolle Gott uns vergehet, nur das Eitle Kraft verleihn! 5. Leibesschönheit wird verblühen, Seelenschönheit nie entfliehen; sie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und echte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsfeligkeit, bleibt zurück. Wie die Gottheit unvergänglich, wie der Himmel überschwänglich ist des Christen wahres Glück. Am Grabe eines edlen und verdienten Mannes. 499 2. Laßt uns alle heute klagen, denn es starb ein edler Mann! O wie Viele müssen sagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz ehret unser Leid und Schmerz! Mel. Alle Menschen müssen sterben 696 Wer mit Luft und Eifer strebte, seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich sein! Sein Gedächtniß bleib und daure! Seine Nach welt klag und traure! Wo sein Grab ist, weine dann wer, was gut ist, schäßen kann. Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers. Mel. Liebster Jefu, wir sind 697 Sanft, wie er ge endete zum Trost der Seinen, dieses Edlen Erdenpfad, und wir schaun ihm nach und weinen. Der hat uns treu belehret und zum Guten hingekehret. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das hat er verkündet und, ge stärkt durch deinen Geist, Vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu er heben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treu 500 3. Treulich ging er selbst den Bad hoher Tugend bis ans Ende und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, höven wir, wie Je sus ruft: selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil und Frieden ist den Redlichen beschieden. Gesinnung und Leben des Christen 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von uns ferm Lehrer, fruchtbar sein in Wort und That und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des Himmels Bürger werden. Trost und Gelübde auf Gräbern. Mel. Auf Chriftenmensch 698 Beweihter Ort, wo Saat, von Gott gesät, dem großen Tage der Aerndte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo mancher Ruhe fand, der sie auf Erden nie gekannt. 2. 3war flossen hier der Thränen piel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schick sal riß: mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon ge weint. 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaffet Ruh den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab und bringt zum ewgen Fries den. Weint, Freunde, nicht; denkt: Wiedersehn! Die Todten werden auferstehn! 4. Belebend sinkt ein Sonnenstrahl einft auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Blume, seht, sie blüht, vom Frühlingshauch umweht! 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Geis stes Hülle. Unsterblich ist nunft und guter Wille er des Menschen Geist; Verhebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Šeligteit. 6. Drum kann mein Blick vom Todtenfeld zum Him mel sich erheben; und winkt auch mir das fühle Grab, darf ich nicht ängstlich beben. Ich pflücke nach volls brachter Zeit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst wart, das bin ich jezt, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, entschlafne Brüder, seid, werd ich vielleicht bald werden. Nun dann: durchs To unter besonderen Umständen. 501 Todesthal eilst du, mein aus der Verwesung Staub Geist, dem Vaterlande zu! sich neu gebildt erheben, 8. Doch dem nur wird der Uebergang zu jenem Vaterlande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters Sclavenbande zerriß, der in der Prüfungszeit sein Herz der Tugend treu geweiht. wann du, o großer Lebensfürst nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. 9. Auf Gräbern der Entschlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegelt: hier gelobe ich der Tugend enge Treue! Ja, heilig fei mir jede Pflicht, bis einst mein sterbend Auge bricht! 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von feiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein selig Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, mel. Es. ist das Heil uns 699 Mein Heiland geleitet, werd ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. lebt und hat die Macht des Todes ganz bezwungen und sieg= reich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein; und ihm will ich auch sterben. 6. Denn wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, ge nießen deine Herrlichkeit. D was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hälf, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getrost und unver zagt, weil du den Deinen zugesagt: Ich leb, und ihr follt leben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wiederleben und einst 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehrdrückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Er Gesinnung und Leben des Christen 502 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben und als dein Jünger dir zum Preis nach deinem Wort zu leben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbst damit mein Herz: es kommt ein beßres Leben! 2. Hier, ach, hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg und Furcht umgeben. Was wir hier kennen, ist noch kein vollkomnes Glück zu nennen. Trost des Wiedersehens. In eigner Metotie. Mel. Wann mein Stündlein 700 wie felig feid 701 Schwer liegt der ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Jhr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. Trennung Last auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! O laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd ich nach meinem Tode gleich, werd ich, o Herz, in deinem Reich die Meinen wiedersehen? 3. 3hr hingegen ruht in fichrem Frieden, der euch nach dem Kampfe ward bez schieden. Kein Schmerz, kein Leiden stört euch im Genusse reiner Freuden. 4. Abgetrocknet sind all eure Thränen, ihr genießt schon, wonach wir uns sehnen; ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. Zeiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten? 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben und statt Erdenglücks den Himmel erben? Wer wollt in 6. Hilf uns, Jesu, ernstlich danach streben! Komm und führ uns zu dem höhern Leben, wo deine Frommen erst zur vollen Ruh und Freude kommen! 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geistes Stimme wehen; sie ruft mir zu in sanftem Ton: du wirst sie wiedersehen; bist du nur fromm, find sie nur gut, dort oben unter Gottes Huth wirst du sie wiedersehen! 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleichgesinnten Frommen. Sie werden all in Gottes Licht aufs neu zusammenkommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes Engel, der sie kennt, führt alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde unter besonderen Umständen. Freunde dann am Throne sen, hoffte Freundschaft Gottes wieder; der Gatte Wiedersehn. trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle guten Seelen sind in Gottes Stadt beisammen. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand auf Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Vaterland uns einst beisammen sehen. Wie wird uns sein, wenn wir uns sehn, wenn wir uns froh entgegengehn, forthin uns nie zu trennen! 6. So seid getrost und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden; wir werden in des Vaters Reich uns alle wiederfinden! O Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wirst du unser Glück erhöhn, wie tröftest du die Seele! 503 2. Wiederschn! In holden Bildern will uns die Natur dich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenröthe Strahlen nach der Nacht die Berge malen, spricht die Sonne: Wiedersehn! 3. Wiedersehn! Zu deinen Frenden wachsen Blumen frisch und kleiden herrlich sich in Frühlingswehn! und der frohen Nachtigallen fummerfreie Lieder schallen: hofft getroft ein Wiedersehn! 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Segen o wie schmacht ich dir entgegen über Auen, Ström und Höhn! Theure, aller Welt Gewalten, sollen meinen Fuß nicht halten; ja, ich werd euch wiedersehn! Mel. Halleluja! Bringet Ehre 5. Wiedersehn! Dich darf ich hoffen. O, ich seh den 702 Miedersehn! mit Himmel offen, winkt der lauten Schlägen klopft dir jede Brust entgegen! Nimmer kann das untergehen, was ins Herz wir liebend schlossen; und wenn Abschiedsthränen flosHerr mir, heimzugehn! Theure in der legten Stunde ruf ich mit schon blasfem Munde: Ewig, ewig, Wiedersehn! Anhang. Mel. Wunderbarer König 703 i bel gönne Un numschränkte blöden Augen, die zum Jrdischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. sie faum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch Keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen sentet, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster! sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben! 2. Wasser, Luft und Erde, ja, dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu Mel. Son ist der Tag von Gott nennen. Tag vor Tag zu 704 Die Erd ist Zejn vor zu dulden so viel Millionen Schulden und dazu ohne Ruh lieben, die dich hassen! Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch Christ, sein, wer auf der Erde wohnet, deß müsse sich die Erde freun und was auf Erden wohnet! Er schuf, er rettete die Welt; er trägt, er jeg: net, er erhält die Welt, die er beherrschet. 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volke der Erlösten? Wer darf, des hohen Segens werth, sich feiner Anhang. 505 seiner Herrschaft trösten? treu den Himmel gibt den Der, der zu dir, o Mittler, Seinen. sich bekehrt und gläubig wird und dich zu seinem Herrn erwählet. Mel. Mein ganzer Geift 3. Und wer in deinem 705 Triumph! Tris und Blute rein, der Unschuld sich befleißigt; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüften gleißet! wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 4. Wer auch umringt mit Leiden gern erfület sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im pollen Maaß empfangen; den macht er seiner Herr schaft werth; der ist sein Erbe, der gehört zum Volke der Erlösten. 5. Kommt, Sünder, tommet in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbank. 6. Kommt willig, willig in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Em pfangt den König, er will euch auch segnen, auch res gieren. Wer, fragt ihr, dieser König sei? Der Sohn, der seinem Bunde Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, erhöhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn und sie verschwand in heller Morgenröthe. Gebet, gebet, stolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn nnd seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph, das Grab ist leer. Jest steht es wie ein Fels im Meer das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen! Hölle, fälle nun den Sieger, Gottes Krieger, der erstanden, macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Eei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenge Tage werdens sein, oso empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewia felig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Verklärung sehen. Y Mel. 506 Anhang. Mel. Es ift bas Heil uns 706m it lautem Schall frohlocken wir: der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Gefahren; doch sinkt drum el. Nun dantet Alle Gott unser Muth nicht hin; durch 707 Gelobt feiſt du, für deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen! O Höchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. uns unsre Wallfahrt führet. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Himmel offen. Jhn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wers glaubt, deß Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht zum Himmel einzugehn, der läßt in seinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Himmel. 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns im mer mehr entwöhnen; stets sorgen, was dem Herrn gefällt, zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns läßt seine Treu nicht ab, bis wir zusammenkommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht uns dort dem Sohne gleich und stillet Leid und Weinen. Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! D Gott schent uns dies Leben. 3. Wie thöricht ist es doch, blos andern Menschen glau ben! Das heißt sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu deiner Nichtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre. Verleih mir deinen Geist, der Luft und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit Anhang. heit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! Miel. Auf, Chriftenmensch err, du bist meine Zuversicht! Du lebst, auch ich werd leben! Du wirst mir, wie dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht, dieß stärket meine Zuversicht! der herrlichste Gewinn der Nerndte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht; denn du bist meine Zuversicht! 507 Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht; dein Wort ist meine Suversicht. 2. Hier geh ich oftmals mel. Der unsre Menschheit weinend hin, den Saamen 709 Erhöhter Jeſu, Gottes Sohn, der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst dereinst zu rechter Zeit in groBer Kraft und Herrlichkeit vom Himmelwiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun! 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolfen einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die sich vor dir, Herr, beugen, dann sieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und P2 Meer 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht! 4. Sint immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. 6. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod soll überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! Anhang. 508 Meer das große, unzählbare Heer der Todten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu befeelt nun alle auf und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Bein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 5. O gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh und mit dir in den Himmel geh, befreit von Fluch und Sünde! Laß mich im Glauben standhaft fein und auch die kleinste Sünde scheun! 6. Dein Name sei mir ewig werth, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit. Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mir dein göttlich Licht und mein Gewissen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Jch höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge er habner Engel steht. Welch herrliches Gepränge! Welch hohe Majestät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle mens. schenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor deinem Richterthron; den Sün= und Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, seg nest sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt und durch ein fleischlich Leben das eitle mel. Befiehl du deine Wege 710 h denk an dein Herz verwöhnt. Du gibſt ihr Theil Anhang. Theil in ewger Pein und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir stets vor Augen sein und drücke sein Gemichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß fromm mich wandeln und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so hoff ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 509 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnädig an, machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Baterhuld; er tilget meine Sündenschuld! 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Behrung reicht? Bom Troste leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuleßt, der frevelhaft gering sie schätzt. 5. Šo gib, daß deiner Gnadenlockung, 0 Gott, mein Herz stets offen sei; damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sündendienste zugebracht, zu deinem Mel. Wer nur den lieben Gott 711 Gott, hilf mir, Zorngefäße macht. daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre mich por falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört und redlich sich zu dir bekehrt! 6. Sich bessern ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir ges geben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür ſorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! Wie selig bin ich dann schon hier; wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! 3 In 510 Anhang. In voriger Wielocie. legt sich dein Erbarmen 712 Mein Herz, er drein, mich vom Verderben zu befrein. muntre dich zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Netter, voll! O könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin! 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch, du siehst mit Wohlgefallen, auch auf des Herzens Redlichkeit und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegeneilt; und wenn fie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich michs versehn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest tets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich 713 I will das Elend ganz 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. Mel. Herzliebster Jesu! ch mein Gott, du Kö nig Anhang. nig dir lobsingen und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn gnug erheben; wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden, wer Gott er gründen? 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben und deine Macht besingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mäch: tig! Das preis ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle und deine Wahrheit, deine Huld besinge und Preis dir bringe. 511 Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Ja, ewig will ich deinen Namen loben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmherzig, gnädig und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werte sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren Mel. Allein Gott in der Höh 714 Stimmt unferm lied an mit freudigem Gemüthe; es rühm und preise, wer da kann, den Geber aller Güte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle Ding erhält: drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns allen hat gegeben; der uns durch seinen Engel schüßt, der täglich schenket, was uns nüßt: drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebenskron durch seinen Tod erworben, der 94 Frieden 512 Frieden hat mit Gott ge macht und seinen ganzen Rath vollbracht: drum dan ket seinem Namen! Anhang. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert und auf den Weg des Lebens führt: drum dantet seinem Namen! 6. Lobt Gott! Er hat dieß gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk, das Kleinod zu er langen, das er am Ziel uns vorgestellt und das den Himmel in sich hält: drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! 2obt Gott und preist ihn früh und spat; ja, Alles, was hur Odem hat, das danke seinem Namen! In eigener Melodie. 715 Haf ab Acht auf mich in aller Noth, o großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wuth, die Höllenrott, den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Noth zu bringen, so bitt ich dich herzinniglich: mein Vater, so hab Acht auf mich. 2. Hab Acht auf mich, wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut abwenden, so halte mich, Herr, als dein Kind mit deinen treuen Vaterhänden; bleib du mir stets in den Gedanken; laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. von 3. Hab Acht auf mich, wanns gehet wohl, wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß sie nichts wissen mag Weinen, daß dem blinden Glück nicht traue, viel mehr auf deine Güte schaue, weil oft das Glücksrad wendet sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 4. Hab Acht auf mich und steh mir bei, wann mir das Unglück braußt entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitters lich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 5. Hab Acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde Anhang. empfinde keine Schmerzen; wann keine Klag in meinem Mund, noch Trauern ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe, auf daß ich nie ver geffe dich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 6. Hab Acht auf mich, auch wann ich frank, wann die Gesundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm die Arzenei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig werden und denke, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch Mel. Gott des Himmels und der 716 Thut mir auf die führt in Gottes Haus mich ein. Ach, wie wird an die sem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht; hier ist lauter Trost und Licht. 513 Acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, daß mir das frohe Glaubensende ertheilet werd in deine Hände; daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch doch in mein Herze 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag erscheinet, der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hier nicht gemeinet: laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab Acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. ein, laß es deinen Tempel ſein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Öhr, zeuch das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samforn in mich fällt; gib mir Licht in den Verstande, und, was mir wird vorge95 stellt, 514 stellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rau ben, halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmels brod, tröste mich in aller Noth. In eigener Melodie. 717 717 Anhang. underbarerkonig, Herrscher, von uns allen, laß dir unser Lob gefallen. Deines Vaters Güte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch! Stärt uns doch! Laß die Bungen singen, laß die Stimmen flingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke, mehr, als aller Menschen Werte. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strah len, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren ein solchen Herren. 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, klinge! Wirf dich in den Staub danieder. Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet. Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. D wohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Mel. Wer nur ben lieben Gott 718 daß ich tausend Bungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euern Fleiß und stehet munter im Geschäfte Anhang. schäfte zu Gottes, meines Herren, Breis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 515 nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Got tes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 9. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz be wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es Mel. Freu dich sehr, o meine S. nicht, o reicher Gott? wer 719 Warum willst du meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch liedesmal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. draußen hen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Geseßes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir GotY 6 tes Anhang. 516 tes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget. 3. Will ich dann mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich tiefer noch hinein; da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 4. In der Welt ist Alles nichtig, nichts ift, das nicht fraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; bab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gereue? 5. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen die Weide, man recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich er blicken! 6. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jebo kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüth und Seele, klag ihm, was dich drückt und quäle. 7. Was du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft, Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft, Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 8. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. mel. Schwingt, heilige Gedanken 720 Der heilge Chrift der theure Gottessohn; deß freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt ge fangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Hims Anhang. Himmel und aus dem Welt getümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und paterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnas denschooß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, fommt herein! 517 minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübsal blißen, in seinem Schooße sißen. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob. sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. Mel. Wach auf, mein Herz, oder Nun laßt uns Gott, den Herren 9. Sprich deinen milden Gegen zu allen unsern We721 Nun laßt unsgehn gen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Ge danken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrY7 lich neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden; 4. Also auch, und nicht Anhang. 518 lich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das alles wollst du geben, o unsers Lebens Leben, uns und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnadenzeichen, unsers Landes bester Theil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus unser Schuß und Hort, bleib uns Losung fort und fort! Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 722 Jesus soll die Lofung da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein de nen zum Paniere dienen, die in Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 723 het Brabe, du ch zu dei2. Jesu Name, Jesu Wort foll in der Gemeinde schal len; und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß mir zeigen wirst, wie man tann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird er uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wann ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leit stern für, so wird Alles wohl bestehen und durch seiGnadenschein Altes voller Segen sein. nen 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterfeit uns ein Segen Mel. Valet will ich dir geben, ober: Befiehl du beine Wege 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; drückst mir die Augen zu. Sofoll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht: ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Anhang. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, du sprengtest es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Le ben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 519 2. Stecke nun dein Siegeszeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majefiät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halleluja! Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 724 ute eberwinder, nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpfalmen den er kämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordge schrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dank, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o jo jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs lieblichste gefallen, denn der Delzweig grünet da: Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, oso fördre du den Lauf; rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da: Gott sei Dank, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wann die lette Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns Anhang. 520 uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sei Dank, Halleluja! 6. Beige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverIoren, unser Hirte hütet da: Gott sei Dant, Halleluja! 7. Rufe die zerfalinen Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird die verjüngte Brust, Herr, mit engelgleicher Luft ewig deinen Sieg erheben und wird sprechen auch allda: Gott sei Dant, Halleluja! du dich im nächtgen Flor; doch jegt herab komm und leuchte, denn er auch stieg längst empor. 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Himmel aus, denn dein Herr ist nicht geschieden, er zerbrach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, als er feinen Geist verhaucht. Grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber, meine Seele, jag, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewaltgem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen auch in rechter Ofterfreud? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auferstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losgerungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Oftermors gen noch fein helles Mor genroth? 5. dann laß dich nicht bedecken länger nicht die finstre Nacht; sich dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode aufgewacht! Komm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der Fürst des Mel. O bu Liebe meiner Liebe andle leuchten725 Wª der und schöner, Oftersonne, deinenLauf, denn der Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, bargst 521 des Lebens ruft: Wache Wonne durch die Himmels auf zum Leben, steig hervor aus deiner Gruft! neuen geifter fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, gnädig die durchbohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe nicht zurück, raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück. Anhang. 7. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du könntest auferstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur er geben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. 726 Mel. Alle Menschen müssen sterben iegesfürst und Ehrenkönig, hochverklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber doch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst Alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron. 6. Deine Auffahrt will mich heben, bringt mir Gott und Himmel nah. mich nur im Geiste leben, gleich als wärst du sichtbar da. Anhang. 522 da. Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich verseßt, da mich Jesus nur ergößt. der sich zu uns wende, der Allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, daß Trauern willst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen In eigner Melodie. 727 3euch ein zu dei: Worten mir aufgethan die nen zum meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast. O hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Ent fündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durch brang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt mit dessen Tod und Blute als mit dem höchsten Gute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll, dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis densaal! 6. Du bist ein Geist derLiebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe 3orn, 3ant, Haß, Neid und Streit. Der Feind schaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen sich, wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 7. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, fannst Menschenherzen wenden, wie es dir wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 8. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsers Fürsten Thron, gib Glück zu unsern Zeiten, schmück, als mit ei ner Kron, hie Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Zugend das Volk im ganzen Land. 9. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Anhang. mit Segen für und für; vertreib den bösen Geft, der dir sich widerseget und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Diel. Erhalt uns, Herr 728 Ach bleib bei uns, Herr JesuChrift, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwerbetrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament be halten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar ficher, gib Glück und Heil zu deinem Wort, gib, daß es schall an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 523 Secten und groß Schwärmerei jetzt kommen haufenweis herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Ge walt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schuß; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 5. Ach, Gott, es geht gar übel zu; auf dieser Erd ist keine Ruh; viel 9. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Mel. Ee ist das Heil uns 729 Die Feinde deines Kreuzes drohn dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mitiler, Gottes Sohn, fannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Forigang hine Anhang. 524 hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird felbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herr schaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang Mel. Balet will ich dir geben bring alle Welt dir Preis 730 Bis hierher und und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wolleft du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geift führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Gefeß erfüllen, bis du erscheineft zum Ges richt und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich ererben. Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streiter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget wüthen, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behüten, euch auseinander streun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Christ, der unserm Glaubensbunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir bleiben an ihm hangen in Noth und Traurigkeit, ge bunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. 4. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rath und euch zusammenrotteu zut Anhang. zu jeder Frevelthat: Er, Christus, ganz alleine, beschüßt, die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. lei5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken ein, die Kirche ohne chen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Zinnen, darauf sein Zeichen steht. Mel. Mein ganzer Geift 731 Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir ge fällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 525 den du uns gesandt, Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn: laß ihn sein Amt mit Freuden. thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz das folgíam hört, ein Herz, voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unjern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Unterpfand; laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heer den mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir Anhang. 526 dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 732 Gott, Bater, aller Dinge Grund, gib deinen Vater namen kund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern als bei Kindern, voller Klarheit; heilge uns in deiner 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dieß Got teshaus ist dir geweiht; o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden; heil uns ganz vom Sündenschaden. 3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus; mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben. Hilf uns, Jesu Reich ererben. 4. Dreieiniger Gott, Lob Dank und Preis sei dir von Allen gleicherweis für dieß dein Haus gesungen. Du hasts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, HänAch hier den, Zungen. sind wir noch in Hütten: Herr, wir bitten, stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. Mel. Dir, bir, Jehova 733 Wachauf, bu du Geist der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegen gehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! D möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Aerndte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Aerndte, siehe doch darein; die Aerndt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte Anhang. Bitte in den Mund gelegt. Osiehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn! 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangeliften sein; laß eilend Hülf uns wider: fahren und brich in Satans Reich und macht hinein. D breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 527 Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Got tes sei! 8. Laß jede hoch und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein. Ja, sige du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter sehn, die kräftig vor den Riß der Kirche stehn. Mel. Jesus, meine Zuversicht 5. Ach, daß die Hülf aus 734 Gine Heerde und Zion käme! O daß dein Geist, sowie dein Wort perspricht, dein Bolt aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald ent zwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf. 7. O besfre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird, freue dich, du kleine Heerde! Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. - 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sich, Anhang. 528 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Mors genrothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle. Ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren auf gethan, rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundeßengel Bahn, großer Tag des Herrn erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Je sus hält, was er verspricht. 6. D des Tags der Herr lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. In eigener Melodie. 735 Sehre wieder, kehre wieder, der du dich verloren hast! Sinte reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig auf genommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder, zaudre nicht. 2. Kehre aus der Welt Berfireuung in die Einfamfeit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Gottes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi reuig schwörst. 3. Rehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: Kehre wieder! fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Rehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmuth und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen. Er hat Troft für alle Schmerzen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Fletken rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre wieder, endlich fehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus Anhang. 529 gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Mel. Wer nur den lieben Gott Kreuze haft; dieß aber 736h weiß von kei- macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. nem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von feinem andern Bunde, von feinem andern Weg und Rath, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in Allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei! 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich tein Heil. 7. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachsthum vor sich gehn, 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer ficher sein: Gott sieht auch mich in Christo an. Wer ist's, der mich verdammen tann? 8. Jch bleib im tiefsten Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein. 9. D Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jeſu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge 3 dir. aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute; tehre gleich! 4. Ich fühle noch in mir die Sünde, doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich bez finde; wohl aber beuget sie mich sehr, ich halte nichts Anhang. 530 dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan, ach, himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will altel. Jesus, meine Zuversicht 737 Himmelan geht len eitlen Wahn durch unsre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Ranaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Mel. Schon ist der Tag von 2. Himmelan schwing dich, 738 Such, wer da will, mein Geist! Denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen: ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund all hat Kraft und Grund, Feind zu überwinden. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre, das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu tlein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist ge storben. 3. Ach, sucht doch dett, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund voll Herzensgrund, sucht ihn al lein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Anhang. 531 Ungemach: du aber nahmst ohn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue, mein ganzes Herz, das ich dir weihe, entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Ich hange nicht an ird'schen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein; dein Reich wächst nicht in lauter Freuden: lehr mich getroft und stille leiden und mach in Allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts, Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 739 Ich will dich im- denn du, mehr übrig ſei. mer lieben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Lang hat die Welt mich umgetrieben; nun schenkst du mir die wahre Ruh, die Ruh, mit der nichts zu vergleichen, der alle Königsfronen weichen, die uns den Himmel offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflösse vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt, 4. am gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu. Ein Andrer sinn auf große Thaten; mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lie ben an. 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich floh von dir und griff betrogen nach Herzeleid und 4. Mein Herzenstron und Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir icht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Bier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. 5. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ia, dein Herze steht noch offen dem, 32 welcher Anhang. 532 welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flieh zum Reichthum deiner Güte, durch leucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und tödte, so schau ich nach der Morgenröthe, wie hell die Sonne selber ist. ewig nicht; du stärkeßß mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilft zu mir, wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, Mel. Was Gott thut, das ist 740 Dich, Jesum, laß mit seinem Haupt zu leis den. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz erge ben; du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir deine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: deiner sich nicht schämen, die kann dir nie- 741 fofchicks mit mir Mel. Es ist das Heil uns err, wie mand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen; aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst, gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 4. Dich, Jesum, laß ich 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb 311 Anhang. zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein felig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. In eigener Melodie. Mel. Bestehl du deine Wege 742 Cich bier bin ich, 743 in Wohlstand Gleichen lege mich vor deinen Thron. Schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 533 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme klingt! Laß dich finden, laß dich finden! denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden; laß dich finden! großer Gott, ich bin bereit! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine; dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden! Gib dich mir und nimm mich hin! 3. Herr, erhöre, ich begehre nichts, als deine freie Gnad, die du giebest, wo du liebest und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat Alles, wer dich hat. ist eines Christen Stand, wie er bei keinem Reichen von dieser Welt bekannt. Den kann auch Niemand rauben, wie feindlich er gesinnt; ein Christ ist durch den Glauben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Angesicht; da wird er angenommen, und Niemand wider= spricht. Was Alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid, ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Schaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren und nun zut Dienste stehn. Er ist um33 ringt Anhang. 534 ringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß Alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Vaterland. Solch Wohlstand ohne Gleichen ist eines Chriften Stand. wie Perlen in gesalzner Fluth. 4. Je größer Kreus, je größre Liebe: der Wind bläst nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleichwie das Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; geriebne Kräuter duften wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, fo fragte man nicht Mel. Wer nur den lieben Gott 744 Je größer Kreuz, nach dem Bol. Wo kämen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüsten ist gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, ie lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod: denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. mel; wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Beim trügerischen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. Ofelig ist der Mann geschäßt, den Gott in Kreuz und Trübsal segt. 2. Je größer Kreuz, je beffre Christen: das Kreuz ist unser Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nicht ein Thränenthau hinein! Das Gold wird auf dem Feuerheerd, ein Christ in man cher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl getfeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Muth, 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Scheitel Anhang. tel trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glauben, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Mel. Wo Gott zum Haus 745 Woh ohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, und 535 ger getreuer Hand ein jeg liches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht be wahrt! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist, noch heißt! 4. Wohl, wenn das Räuch werk und Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Got tes Wort! 5. Wohl, wenn im äuBerlichen Stand mit fleißi6. Wohl, wenn die Aeltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Hausgesind versäumen nicht am ewgen Glück, daß ihrer keines bleibt zurück! Gott nach seinem Willen 746 auf Erden und Mel. Befiehl du deine Wege bin und Gebot! hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland; hier reis ich nur zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? Solang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Neltern werden hoch erfreut und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen fegnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund: wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich! Anhang. 536 mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben in alles Glück und Leid. Was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrangen, es muß gelitten sein! Wer nicht hat wohl gerungen, geht ht zur Freud hinein. 4. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 5. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der Alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch Alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 6. Zu dem steht mein Verlangen, da wolltich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das Meist ist Eitel feit. 7. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende aus meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft: 8. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich Alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 9. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wann ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst Andern leuchten soll. 10. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmükket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. A. 747 Wo Mel. Ich hab mein Sach ohlauf, wohlan, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus! Wohlan, hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und Anhang. und laß dein Leid; schleuß nur getrost die Pforte zu. Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lie ben, folgt ihm segnend nach. Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl; hab gute Nacht, die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran! das winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken tönet fest lich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Bolt vorhanden ist. B. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat. 537 leßten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schap ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Kod an Todte reiht. Sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir, hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Bruft, du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Sik zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Morgenroth. Im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 7. Was suchst Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist Noth! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! 8. Was sorgst du bis sunt 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgebn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die Anhang. 538 die ewgen Hütten bauti! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. C. 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich gönnt allzugleich auch ihm ein Räum lein neben euch! 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt. Er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! Mel. Herr wir singen ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz will ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und mit und mit Cymbeln schön. Engelzungen, mit Harfen Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug Hat je gesehn, tein Dhr hat je gehört solche Freude; drum jauchdas Halleluja für und für. 748 ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach Mel. Liebster Jesu, wir sind auf, du Stadt Jerufa 749.9.v.5.) Auslem! Mitternacht heißt dieſe Stunde. Sie rufen uns mit Hellem Munde: Wo seid ihr tlugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht Euch bereit zu der Hochzeit; gang segne, Gott, unsern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brod, jegne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. In Anhang. 539 5. Ach bleib mit deinem Erhalt uns, Schuße bei uns, du starker Held, der nicht truge, noch fäll die böse Welf. In eigener Melodie. 750( 209) Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott, heilger Geist, du 752( 55) en Thaten In eigener Melodie. n meiTröster werth, gib deim Volt einerlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der legten Noth, leit uns ins Leben aus dem Tod. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. 3. Ach bleib mit deinem Glange bei uns, du werthes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. Mel. Christus, der ist mein Leben That. 751( 211) Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil bescheert. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all Vermögen in uns reichlich vermehr. laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohlgelingen, selbst geben Segen, Rath und 2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er ausersehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Jch traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er a 200 Anhang. 540 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Versprechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nie der, erwach ich frühe wie der, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein Kräftig Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverbrossen an mein Verhäng: niß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich er geben, zu sterben und zu leben, sobald er mir ge beut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Beit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Bein läßt Gott ihm gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt. Und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann Niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn. In eigener Melodie. 753( 373) Bege und was er haben will, deine und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege dek, der den Himmel lenkt; der das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Biel. 5. Hoff Anhang. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf! Auf! gib dei nem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet Alles wohl. 8. Jhn, thn laß thun und walten; er ist ein wei ser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, 541 Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du haft und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindften gläubst. Er wird dein 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärk unfre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Wel. Der unsre Menschheit wie ihm gebühret, mit wund 754 Gotteste der du Sach hinausgeführet, die dich be: kümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben und sollst du für und für in Angst und Nöther schweben, als fragt er nichts nach dir. Herzenskenner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es fund, und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein. 2. Gott, wenn ich schwö rend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel seh und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und 33 lebe; Anhang. 542 lebe, dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn und frech vor dir mit Lügen stehn, dann laß mein Herz erschrek ten. Weh dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. 4. O Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein expges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dirs wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, was dich schadlos hält. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Hei land ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wann ich sterbe, wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser, nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht. Gott achtets nicht! So lästern Frevlerrotten. 3war seine Langmuth ist bekannt, er lähmt nicht jede falsche Hand; doch läßt er sein nicht spotten; ist Richter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verführen; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlig schaun. Anhang. Choral- Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage des Großberzogs. Lied der Gemeinde. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1. Herr, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus! Behüte alle Stände, Durch deiner Allmacht Hände Beschüße Kirche, Staat und Haus. 2. Ach laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unsrer Seelen Nuß! Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Biet allen deinen Feinden Truß. 3. Du wollst uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unsern Fürsten sehn, Ihn schüßen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone In vollem Glanze lassen stehn. Der Geistliche: Im Namen 543 Gebet: Allmächtiger Gott- 33 dir 544 Anhang. dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. Chor: Amen. Amen. Amen. Der Geistliche: Der allmächtige Gott und unsere Füße gesetzt auf den Weg des Friedens! Amen! Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jegzt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe- Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Der Geistliche: Der Herr sei mit euch- Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes meines Heilands. Der Geistliche: Bernehmet mit Andacht Denn der König Hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja. Die Gemeinde: Hauptlied. tel. Nun dantet Alle Gott. 1. Preis, Ehr und Lob sei dir, In dessen Schirm und Schatten Wir bis zur Stund ällhier Viel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und König ist Des Fürsten, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang Den Odem treu bewahret Und Anhang. Und auf manch strengem Gang Dich huldvoll offenbaret, Du hast in seiner Hand Das Scepter start gemacht Und unser Vaterland Mit reichem Gut bedacht. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Du wollest deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist, Des hohen Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnaden Lust Ihm stellen an die Seit, Ihm pflanzen in die Brust. 2. Du wollest allezeit Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. In deinem Gleiß ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken; Auf daß er Vorbild sei Von jeder Tugend Art Und Hülf und Schuß verleih, Wo man den Glauben wahrt. 3. Du wollest seine Tren Vergelten durch die Treue, Womit ihn täglich neu Ein gutes Volk erfreue, Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh Und seines Thrones Grund In unsern Herzen steh. Der Geistliche: Laßt uns beten - 545 Gemeinde: Schlußvers des Hauptliedes. O segne, was wir flehn An seinem Jahresfeste, 33 4 Segne uns um deiner Liebe willen. Amen! V. U. Und Anhang. Und gib zum Wohlergehn Ihm deiner Gaben beste. Gib, daß ers nie vergißt, Noch wir, wie du so gern Ein Herr und König bist Des Fürsten, unsers Herrn. Der Geistliche: Der Friede Gottes zc. Gemeinde: 546 1. Nun dantet Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm, dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jepund und immerdar. Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. Chorals Anhang. Choral- Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage der Großherzogin. Lied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott Wohlgefallen an uns hat; Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich Für deine Ehr, wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz ohne Maß ist deine Macht Alzeit geschieht, was du bed acht, Wohl uns des guten Herren! 547 Der Geistliche: Im Namen Gebet: Lasset uns beten dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohls gefällt. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jegt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der 548 Anhang. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe- Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Der Geistliche: Der Herr fei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste! Der Geistliche: Allmächtiger Gott durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilands. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht und ihre Werke werden sie loben in den Thoren. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja. Die Gemeinde: Hauptlied: - 1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören! Kommet zu Hauf; Psalter und Harfe, wacht auf, Lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret: Der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, Der dir bescheert, Was dich erfreuet und nährt; Dank es ihm innigst gerühret. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht der sich selbst gegeben hat für Alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied: 1. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach Anhang. 1. Ach, bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr, Dein Gnad und all Vermögen Reichlich in uns vermehr! 2. Ach, bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth. Der Geistliche: Laßt uns beten Dir aber, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, dir, dem Allmächtigen und dem Allweisen, dir, dem Gott der Liebe und der Gnade, sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit! Amen. Vater unser 1 Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja. Der Geistliche: Der Friede Gottes zc. Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Chr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm, dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jeßund und immerdar. Die Gemeinde: Amen, Amen, Amen. 549 Der Geistliche: Segen. pe Register. Nr. 88 42 Ach bleib bei uns, Herr 728 Ach bleib mit deiner 211 751 Ach endlich, Dulder, 173 Ach, Gott, verlaß mich 391 Ach, Gott, wie mancher 306 Ach, hier nicht mehr, 678 Ach könnt ich doch mit 653 Ach sieh ihn dulden, bl. 164 Ach welch ein Kampf Allein Gott in der Höh Alle Menschen müssen 276 Allen Christen und auch 478 Aller Welten Herrscher 41 Alles hast du mir gegeb. 407 Alles ist an deinem S. 61 Allgegenwärtiger! ich 22 Allgütiger, dir will ich 589 Allmächtiger, ich bebe 565 Allmächtig großer Gott 74 Allmächtig großer Gott 74 Am Kreuz erblaßt 172 Anbetung sei dir, Gott 188 Anbetungswürdger G. 14 An deine Leiden dent. 138 An dich, mein Gott! Auch außer meinem 640 Auf, Christen, bringet 410 Auf Christen, laßt uns 95 Auf, dich, Erlöser, stets 325 Auf Erden Wahrheit 127 Auferstehn, ja, auferst. 267 Auf, freue dich, mein Auf Gott nur will ich 530 Auf Gott und nicht auf 371 Auf, Jesu Jünger, fr. 187 Auf, meine Seele, auf 177 Auf, o Seele, sei noch 580 Auf, schicke dich, recht f. 116 Aus des Grabes Band. 179 362 93 Nr. Bald oder spät des T. 335 Barmherziger, erhöre 655 Befiehl du deine W. 373 753 Beglücke meine Reiſe 639 Beglückt, beglückt iſt, 334 Begrabt den Leib in f. 681 Bekenner Jesu, werdet 147 Berufen hast du mich 529 Besiß ich nur ein ruhig. 454 66 Bester, weisester Reg. Bewaffnete, der Krieg 551 Bilden soll ich mich auf 299 Bis der Tod ihm winft 457 Bis hierher und nicht w. 730 Blick hin in die vergang. 448 Bringt Preis und R. 178 Bald ist sie nun voll. 663 Bald leg ich Sorg und 658 Christ, aus deinem H. 467 Christe, du Sohn G.1 149 Christ, eile nie mit sich. 231 Christus der ist mein L. 665 Christ, wann dich Trüb. 381 43 654 533 546 323 458 688 70 Dank und Anbetung Dant, Vater, dir, der Das Amt der Lehrer Das Land, das Gott Daß ich der Tugend Daß unser Gott uns 2. Da stehen wir, die Dein. Dein bin ich, Gott! Deines Gottes freue Dein Heil, o Chrift, Dein Wille ists, o G. Dein Wort, o Höchst. Dem ganzen Erdkreis Dem großen Vater w. 122 Demuthsvoll komm ich 6 Dem Wandrer gleich, 509 Den größten Sterbend. 158 368 392 426 200 121 7 Register. 551 Nr. 56 246 329 Dir, Gott, sei Preis u. 72 Dir immer ähnlicher zu 343 Dir, trau ich, Gott, u. 377 Dir, unser Gott, ist Dir zu leben, dir zu Du, aller Menschen V. 485 Du bester aller Mensch. 120 Du bester Trost, der 2. 633 Du bists, dem Ehr und 404 Du, deines Vaters Du denkest in der tiefst. 159 Du, der kein Böses thut, 78 Du, der sich einst voll 145 Du, der so gern begl. 455 Du, dessen Auge floss. 160 Du, gabst mir, Ewger 445 Du, Gott, du bist der 607 Du hast es mir gegeben 638 Du hast uns, Herr, die 436 Du, Herr, haft aus B. 227 Du, Herr und Vater 666 Du, Herr, von meinen 624 Du kamst herab zum 101 Du tlagst und fühlest 449 Du läßt den Tag mich 616 Du liebst, o Gott, G. 483 Durch dich, Gott, bin 527 Durch dich, o großer G. 405 Du sagst, ich bin ein Ch. 336 Du Vater deiner M. Tu vertheilst der M. Du weiser Schöpfer Du, welchen keine Welt 641 Du wirst, o Vater, für 249 Du wollst erhören, G. 672 364 Nr. 11 374 Der am Kreuzist meine 161 Der du den Menschen s. 617 Der du selbst die Wahrh. 206 Der du stets unsre Zufl. 8 Der du uns als Vater 197 Der du uns das Heil erw. 108 Der du voll Blut und 163 Der du von Jugend auf 411 Der Ehestand soll heilig 513 Der Erde Reize sind erw. 587 Der Freuden Quell ist 287 Der Heiland kommt, l. 106 Der heilge Christ ist t. 720 Der Herr ist Gott und Der Herr ist meine Der Herrscher aller 2. 151 Der hohe Himmel dunk. 604 Der Lenz erfreuet, was 266 Der Mächtige, der H. 603 Der Mond ist aufgeg. 583 Der Morgen kommt u. 649 Der Tag ist wieder hin; 574 Der Wollust Reiz zu 433 Des Leibes warten und 432 Des neuen Jahres erst 606 Dich bet ich an, erst. 176 Dich, Jesum, laß ich ewig 740 Dich tennen Gott, ist 355 Dich seh ich wieder, 560 Die auf der Erde wall. 243 Die Erd ist Jesu 704 Die Feinde deines Kr. 729 Die hier vor deinem 535 Die Himmel rühmen 51 Die Kinder, deren wir 520 Dieß ist der Tag, den 118 Die stillen Abendstund. 578 Die Zunge, die vern. 554 Dir dank ich für mein 615 Dir ergeb ich mich 320 Dir, Gott, der so gern 219 526 26 Ehre sei Gott in der 110 Eine Heerde und Ein 734 Eine feste Burg ist 210 Ein Gott regiert; was 389 Ein Herz, o Gott, in 464 **** 552 Register. Nr. Ein milder Regen sinket 600 Ein Pilgrim bin ich in 277 Ein ruhiges Gewissen 500 Einsam bin ich; tiefe 584 Eins ist Noth! 109 322 Einst, als im Angstgeb. 146 Einst, freuet euch, einst 283 Ein Wohlstand ohne Gl. 743 Empfinde deinen hohen 291 Entehre nicht, mein H. 450 Entfernet euch, unjelge 499 Entreiße dich, mein G. 123 Entschwinge dich, mein 385 Erdentöchter, Erdens. 695 Erfreue dich des Heils 120 Erfülle redlich deine 383 16 Erhabner Gott, was Erhalt uns, Herr 209 750 Erhebt den Herrn, ihr 97 Erhöhter Jesu! Gottes 709 Erinnre dich, mein Geist 180 Er ist erstanden, Jesus 182 Er ist gefommen, er, Erlöser, der im Staube 148 Ermüdet von den S. 575 Erscheine meinem Geist 134 Er starb, der größte Fr. 165 Ertöne feiernder Gef. 414 Ertönt, ihr Freudent. 602 Es baut, o Gott, auf 595 G3 eilt der legte von 446 Es freu der Fürst des 402 Es ging ein Mann voll 124 Es hebt sich auf der A. 297 Es herrscht ein Gott, 379 Es ist dein Wille, Herr 648 Es ist nicht mehr, für 677 Es ist noch eine Ruh v. 278 Es ist nur Einer Herr 12 Es ist vollbracht, so r. 170 Es preise Gott, wer J. 328 Es werde Gott von dir 71 Nr. Es zieht, o Gott, ein Kr. 628 Es züchtigt deine Hand 626 Ewig, ewig bin ich dein 224 Emig, o Jesu, wird dein 213 Ewig und unwandelbar 609 406 Fallet nieder, fallet Ferne sei der Irrthum 292 Feft fleht dein Bund, 614 571 Frohlockend, Vater, Frohlockt, ihr Christen, 181 Früh mit umwölktem 592 126 Führer zur Vollkom. Für alle Menschen beten 403 676 Für deinen Himmel Jürwahr, du bist, o G. 59 Geärndtet ist der Feld. 591 Gedanke, der uns Leb. 91 516 Geht hin! der Gott Geist vom Vater und 195 Gelobt seist du, o Gott 707 Gerechter Gott, vor d. 29 Gern will ich mich erg. 247 Geweihter Ort, wo S. 698 550 Gewöhne dich, durch Gib Gott, wenn ich d. 423 Gib, Höchster, daß ich 553 Gib mir, o Gott ein 480 Gott, aus deinen Sch. 49 Gott, deine Gnade sei 117 Gott, deine Güte, deine 67 Gott, deine Güte reicht 366 Gott, deinen weisen W. 528 Gott, deine weise Macht 65 Gott, der an allen End, 58 98 Gott, der du für uns Gott, der du Herzensk. 754 Gott, der du Schmerz 647 Gott, der du unsre Zufl. 309 Gott der Liebe, wie er. 363 Gott der Tage, Gott d. 656 Register Nr. Gott, der zum Segen f. 547 Gott des Himmels und 562 Gott, dessen Macht des 637 Gott, dir gefällt kein 337 Gott, dir vertraun ist 380 Gott, du bist von Ewigt. 18 Gott, du erforschest mich 295 Gott, durch den wir sind 205 Gottes Gnade sei mit 541 Gottes Sohn ist tom. 115 Gott, heilig sei dein N. 203 Gott, hilf mir, daß ich 711 Gott, ich will mich 338 459 17 Gott, immer groß an Gott ist die Liebe, Gott 37 Gott ist getreu, sein H. 31 Gott ist mein Hort und 204 Gott ist mein Lied! Gott ist, der das Verm. 438 Gott, lehre mich verst. 304 Göttlicher, dich zu erh. 331 Gott, mein Vater, D. 523 Gott, mit allen seinen 610 Gott, öffne deinen Him. 668 Gott ruft der Sonn u. 608 Gott, Schöpfer, St. 514 Gott sei Dant, ich lebe 566 Gott sei Dant in aller 104 Gott forgt für uns. 62 Gott Vater aller Dinge 732 Gott von großer Macht 599 Gott, vor dessen Anges. 28 Gott, wann mein sterb. 659 Gott, welch ein Schm. 675 Gott, wie schrecklich s. Großer Gott, erhabnes 83 Groß ist der Herr, die 465 Groß ist, ihr Aeltern, 519 Groß wird des Sünd. 275 87 Hab Acht auf mich in 715 Habe deine Lust am 369 553 Nr. 667 193 477 185 Habe deine Lust, o 3. 620 Halleluja, bringet G. 408 Hast du denn ganz dein 630 Heiland, deine Mensch. 130 Heiland, den uns Gott 99 Heiland, groß an Huld, 239 Heil dir Seele, Gott Heilger Geist, von G. Heilig, heilig ist das Heil ihm, dem Tod u. 174 Herr, deine Allmacht 23 Herr, deine Kirche dant. 212 Herr, deine Sanftmuth 489 Herr, dein Geseß und 207 Herr, der du alles g. 424 Herr, der du dein th. 241 Herr, der du mir das 576 Herr, der du selbst die 220 Herr, du bist meine 3. 708 Herr, du erforschest mich 24 Herr, du fährst mit Herr, du wollst fie Herr Gott, dich loben Herr Gott, du bist die 19 Herr Gott, was irdisch 542 Herr, höre mein Gebet 339 Herr, ich bin dein Eig. 274 Herr, ich hab aus deiner 251 Herr, laß mich doch g. 440 Herr, lehre mich den w. 76 Herrlich ists, an Freund. 556 Herrlich ists in deinem 218 Herr, mache meine S. 378 Herr, mein Licht erl. 201 Herr, mein Versöhner 490 Herr, stärke mich, dein 136 Herr und Richter aller 272 Herr, unser Gott, wer 46 Herr, vor deinem Ang. 5 Herr! welch ein wicht. 518 Herr, wie du willst, fo j. 741 Herr, wie lange muß 340 237 413 ****. 554 Register. Nr. Herr, wir feiern dein 236 Herr, wir singen deiner 89 Herr, wir stehen hier 221 Hier bin ich, Jesu, zu 228 Hier ist noch unsre P. 428 Hier lieg ich, Herr, in 644 Hilf mir, Gott, der k. 645 Himmelan geht unsre Höchster, dent ich an Höchster G., wir d. Höchster, wer ists, der 15 Höher hebt sich Gottes 586 Huldigt Gott, ihr froh. 39 9 737 294 125 752 568 Jch weiß von keinem a. 736 Ich will dem Herrn zu 634 Ich will den Bund mit 235 Ich will dich immer tr. 739 Ich will dich noch im 250 Ich will in stiller Eins. 622 Ich will, mein Gott, du 713 Je größer Kreuz, je n. 744 Jesu, deine tiefen W. 143 324 Jesu, meine Freude, Jesu, meines Lebens 2. 137 Jesum ewig zu verehr. 321 175 Jesus lebt, mit ihm Jesus, meine Zuversicht 264 Jesus soll die Losung s. 722 Im Frühling meiner J. 531 Immer näher kommt 270 3mmer sich bestreben In allen meinen Th. 55 In Gottes Namen f. In Trübsal, Christ, sei 463 In unserm Kummer 642 ft Gott für mich, so 310 Kehre wieder, kehre w. 735 Kein Lehrer ist dir 3. 131 Kein Mensch, o Gott, Kinder, die ihr noch im 522 Kommt, betend oft und 394 Komm, heilger Geist komm, o komm, du G. 191 Kommt, die ihr nicht 133 Kommt, fommt den H. 57 Kommt, laßt uns Gott 597 Kommt mit Dank vor 92 Kommt und laßt uns 344 Laß dankbar uns die 544 Laß deinen Geist mich 140 Laß doch, o Jesu, laß 215 Laß, Herr, nach eitlen 443 Laß mich doch nicht, o 441 Laß mich, Höchster, d. 492 79 746 300 Jauchzt unserm Gott 33 Ich bebe nicht vor Tod 263 Ich bin der reichste M. 442 Ich bin ein Christ! G. 342 Ich bin getauft auf d. 222 Ich bin getauft nach 3. 223 Ich bin in meinem G. 451 Ich bin, o Gott, dein Ich bin zur Ewigkeit Ich bin ein Gast auf Ich blick empor zu dir Ich denk an dein G. 710 Ich eile meiner Heim. 661 Ich erhebe mein Gem. 298 Ich fasse, Vater, deine 662 Jch freue mich, mein G. 370 Ich geh einst ohne B. 256 Ich geh zu deinem Grabe 723 Ich habe, Gott, mir Ich hab in guten St. 462 Ich hoff ein ewges L.( 279 Ich komme, Herr, und 229 Ich komme vor dein 341 393 Ich preise dich, o Herr 230 Ich seh im Abendrothe 582 Ich sterbe schon, jedoch 670 Ich trete vor dein Ang. 621 Ich weiß, an wen mein 312 Nr. 75 265 Register. 555 Nr. Mein Leben steht in G. 252 Mein Schöpfer, desſen 347 Mein Vater und mein 348 Menschenfreund, nach 479 Menschen weis und gut 517 Mir nach, spricht Chr. 327 Mit Ernst, o Menschent. 105. Mit Freuden, laßt uns 613 Mit frohlockendem G. 100 Mit lautem Schall fr. 706 Mittler, schau auf sie 538 Mit welchem Dank 657 Mit welcher Langmuth 40 Nach einer Prüfung 281 Nach einer schmerzensv. 650 Nach frommer Eintracht 488 Nach Gottes weisheitsp. 545 Nach meiner Seele Sel, 427 Nahet anbetend dem 632 Naht dem Altare, Unst. 226 Naht mit Andacht im 232 Nicht auf den Höhn, n. 453 Nicht, daß ichs schon 349 Nicht für der Felder 593 Nicht lang ein Pilger 669 Nicht mehr, als meine 646 Nichts ist vonulngefähr! Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum Nie bist du, Höchster, Nie will ich wieder fluch. 491 Nimm hin den Dank 238 Nimm unsre Dankgef. 94 Noch immer wechseln Noch läßt der Herr Noch leb ich. Ob ich 261 Noch nie hast du dein 30 Noch stehen wir, o G. 687 Nun bitten wir den h. 189 Nun bringen wir den 680 Nun danket Alle Gott 409 156 Nun ist das alte Jahr 612 54 194 400 21 63 567 4 Nr. Laß mich, o Herr, in 345 Laß mir die Feier deiner 135 Laßt dem Tode seinen 684 Laßtuns mit ehrfurchtsv.112 Laßt uns unserm Gott 114 Lehre mich, Herr, recht 429 Lieblich sind der Tugend 507 Liebster Jesu wir sind Lob, Ehr und Dank sei 636 Lob, Ehr und Preis 416 Lobet den Herren, Lob, Preis und Ehre br. 3 Lob sei Gott, der den F. 585 Lob sei Gott, der den M. 563 Lobfinge meine Seele, 183 Lobfinget Gott! Dank 45 Lobsinget Gott, denn s. 214 Lobsinget Gott, er schuf 48 Lobt Gott, ihr Chriften 111 415 Mache dich, mein 430 Mein Auge sieht, o Gott 64 Mein bester Trost in 396 Meine Kinder, Gott, 521 Meine Lebenszeit verstr. 253 Meinen Jesum laß ich 313 Mein Erlöser, auch für 139 Mein Erlöser, Gottes 142 Mein erst Geschäft 564 Meines Herzens reinste 311 Mein ganzer Geist, G. 280 Mein Glaub ist meines 508 Mein Gott, ach, lehre 346 dein Gott, du wohnest 356 Mein Gott, ich weiß 254 Mein Gott, zu dem ich 302 Mein Heiland, deine 102 Mein Heiland lebt und 699 Mein Herz, ermuntre d. 712 Mein Herz, Gott, V. Mein Hort ist Gott! Mein Jesu, für dein 301 382 556 Register. Nr. 96 Nun laßt uns alle fröhl. Nun laßt uns gehn und 721 Nun sinkt die Sonne 573 Nur kurz ist hier mein 244 Oblickt hinauf zur E. 494 Ob wir sind, wie wir 495 Durst nach Blut, o 152 daß ich tausend 3. 718 Oft flagt dein Herz, w. 351 Golgatha, zu deinen 168 Gott, den alle Wesen 420. Gott, der du mein 357 Gott des Himmels 53 Gott, deß starke H. 35 O Gott, du bist mein O Gott, du frommer Ogroßer Gott, du r. 196 Heiland, dessen hoh. 240 heilger Geist, kehr 192 Herr, mein Gott, d. 473 O Jesu, Herr d. H. 350 731 84 700 Kinder, dieser Tag 540 könnt ich Ofelig, wer zufrieden 511 D stimm auch du mit 113 O welch ein Glück, ein 73 Dwelch ein Segen ist 555 O welch ein unschäßb. 501 O Welt, sich hier dein 162 Dwie sanft ist, Herr O wie selig seid ihr Dwie unaussprechlich 282 Preist, Christen, mit 598 Preiß und Anbetung 417 Redlichkeit, mit dir Religion, von Gott geg. Religion, von Gott geg. 198 Richte nicht mit harter 484 Ruhet wohl ihr Todt. 685 Ruhig ist des Todes 689 Sãe deine Thränens. 460 496 198 7 Nr. 601 651 2 216 316 701 13 673 Sanft, o Christ, ist J. 332 Sanft, wie er gewand. 697 Schaffet, schaffet, M. 303 Scheint mir freudenleer 452 Schicke dich, erlöste S. 234 Schmerz und Klage Schon auf Erden könn. 129 Schon ist der Tag von 273 Schön ist die Tugend, 353 Schon naht sich meines 660 Schon wieder Nacht Schöpfer der erschaffn. 418 Schöpfer, Gott, Herr Schüße die Deinen, Schweiget, bange Zw. Schwer liegt der Tr. Schwingt, heilige G. Schet, Christen, sehet 169 Seht, welch ein M. Seid barmherzig, M. Sei gesegnet! Amen, Sei getreu in deinem 537 Sei Gott getreu, halt 367 Sei hoch gepriesen, H. 141 Sei mir gegrüßt zu Sei zufrieden, mein Selig find des Himmels 258 Selig Jesu, sind, die Selig sind, die in dem 664 Selig, wer mit stillem 376 Senft den Leichnam 682 683 Senkt nun den Leib Siegesfürst und Ehr. 726 Sieh diese jungen S. 539 GSieh, hier bin ich, Chr. 742 Sink ich einst in jenen 581 fliehen unfre Tage 577 gib denn, fromme 686 So hoff ich denn mit 315 So Jemand spricht, ich 482 So ist mit aller seiner 652 Soll dein verderbtes 202 572 60 269 So So 153 487 Register. 305 36 20 Nr. Sollt es gleich bisw. 468 Sollt ich jetzt noch, da 330 Sollt ich meinem Gott 384 So schlummerst du in 171 So war ich lebe! ſ. Soweit, Herr, deine Soweit nur Menschen 590 So, wie du bist, ſo Stärke, Mittler, stärfe 536 Stets warst du meine 623 Still erheben wir uns. 691 Stimmt unserm Gott 714 Such wer da will ein 738 Sünde ist nie klein zu Theuer sei mir allez. Thut mir auf die sch. Triumph! Triumph! 705 82 128 716 167 27 Ueber aller Himmel 186 Ueberwinder, nimm Um Erbarmen flehen Um Gnade für die Unerforschlich sei mir Unschuldigster, du hatt. 155 Unjer Gott, der Herr Unser Gott ist groß Unser Wandel ist im 431 Unsern Ausgang jegneG. 749 Unsre Kindheit, unfre 618 Uns strömt aus deiner 439 Unsterblichkeit, Unst. 284 Unter manchen bangen 671 Unumschränkte Liebe 703 Unwiderbringlich 90 52 611 724 629 Bater, den uns Jesus 401 Vater, heilig möcht ich 80 Vereinigt laß uns 481 Vergelten wirst du den 288 Versammelt hatte Jesus 225 Verschwunden ist der 594 Vertrauen ist des Chr. 372 Verzeih der tiefen Tr. 692 557 Nr. 119 Viele Freuden streust 456 Vollbracht ist nun die 242 Voll Dank an diesem 561 Vollendet freudig eur. 289 Vollendet hatte Gottes 190 Voller Ehrfurcht Dank 233 Vom Geräusch der W. 502 Vom Grab, an dem Vom Todesthal hinauf Von allen Himmeln Von dir, der meine Von dir, du Gott der 515 Von dir, Gott, sind der 512 Von dir in diese Welt 498 Von Furcht dahinger. 157 Von heiligem Gefühl 543 Von Herzen preis ich Vor dir, o Gott, fich 360 497 184 412 Wach auf, du Geist der 733 Wach auf, mein Herz, 569 Wachet auf! ruft uns 748 Wandle leuchtender u. 725 Wann wir unsern Lauf 69 Warum erbebst du, m. 268 Warum sollt ich mich 469 Warum willst du doch 386 Warum willst du dr. 719 Was Gott thut, das ist 470 Was hilft es mir, ein 354 Was ich nur Gutes h. 421 Was ist im Himmel, 358 Was ist mein Leben 472 Was ist mein zeitlich 434 Was ists, daß ich mich 474 Was mein Gott will 471 Was soll ich ängstlich 387 Was sorgst du ängstlich 259 Was wär ich ohne dich 314 Was zagst du? Gott 388 Weicht, ihr Berge, fallt 31 Weit um mich her ist 588 558 Register. Nr. 395 326 375 425 319 Welch hohes Beispiel 333 Wie getrost und heiter Welch hohes Vorrecht Wie gnädig ist des Welterlöser, dich zu Wenn Christus seine 217 Wenn der Stifter der 694 Wenn Geschwister fr. 525 Wenn gleich aus tiefer 475 Wenn ich auf Gottes 271 Wenn ich ein gut G. 503 Wenn ich einst von jen. 570 Wenn ich, o Schöpfer, 50 Wenn meine Zeit vorh. 257 Wern Menschen streben 532 Wenn mich die Sünden 144 Wenn oft zu jener S. 285 Wenn sich mein Geist 34 Wenn wir in höchsten 627 Wenn zur Erfüllung 365 Wen wird, o Gott, die 504 Wer auf seinen Gott Wer bin ich? welche Wer dieser Erden Güter 486 Wer gehorcht, der thus 548 Wer Gottes Wege geht, 296 Wer Gottes Wort nicht 317 Wer hat den Glauben, 293 Wer höher durch Geburt 549 Wer Jesum kennt, ver. 290 Wer kann die Leiden 150 Wer könnte zweifeln, 10 Wer machte diese schöne 47 Wer mit Lust und Eifer 696 Wer nur den lieben Gott 390 Wer nur ein Laster liebt 81 Wer stets mit reinem 352 Wer Sünde thut, der 85 Wer unter deinem Sch. 579 Wer weiß, wie bald in 262 Wer weiß, wie nahe 260 Wer zählt, Unendlicher, 68 Wiedersehn! mit lauten 702 Wie freu ich mich der 286 Wie göttlich sind doch 132 Wie groß bist du, o Gott! 359 Wie groß ist des Allm. 32 Wie groß ist unsre S. 505 Wie grok, o Herr, ersch. 154 Wie groß, wie angebetet 103 Wie heiter fließt mein 506 Wie im Herbste fällt 245 Wie leicht verkenn ich 422 Wie mannichfaltig sind 435 Wie sanft, mein Vater, 397 Wie sanft sehn wir den 674 Wie sicher lebt der M. 248 Wie soll ich dich empf. 107 Wie theuer, Gott, ist 308 Wie viele Freuden dank 38 Wie wichtig ist doch der 77 Wie wird mir dann, o 255 Wie wohl ist mir, o Will mich, o Gott, hien. 476 Willst du der Weisheit 361 Willst du die Buße noch 307 Wir alle, Menschenvater, 596 Wir flehn für unsrer 524 Wir gehn ans Grab 679 Wir glauben an den 44 Wir kommen, Helfer, 643 Wir sind in Noth, laß 635 Wir trocknen unsre Thr. 466 Wo eilt ihr hin, ihr 447 Wohlauf, wohlan zum 747 Wohl dem, der beßre 444 Wohl dem, der in dem 510 Wohl dem, der richtig 493 Wohl dem, der seines 619 Wohl einem Haus, da 745 Wohl mir, o Schöpfer 552 Wohlthätig sind der Erde 461 Wohl uns! Wohl uns 534 Wo ist wohl Noth und 86 Nr. 318 605 Register. Nr. Wort aus Gottes Munde 208 Wo sind die Weisen, die 25 Wunderbarer König, 717 Beuch ein zu deinen Th. 727 - 559 Nr. 398 631 Zu dir, o Gott, das Zu dir, Unendlicher, Zum Fleiße ward das 437 Zum Himmel erhebe 625 Bur frühen Gruft 693 Quan BURBE R MEREME LO 200 Wa Wie Wie SOUR S P IND 2 S 3. PUBER 72 2 5 E EEE E .8" M For usnau 201 20 HISE B EE ESE # E... 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