SDDE SDDEFIRSTA F SCRIS Brs Arped A.C. Riemann Gb 3048 96 3048 Univ.- Bibl. Giessen Inhalt. Erste Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes, Num. 1-13. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten, Num. 14-41. 3) Von der Schöpfung, Num. 42-48. 4) Von der Vorsehung Gottes, Num. 49- 69. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Num. 70-77. 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Num. 78 bis 88. 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt Num. 89- 98. 8) Von der Geburt Jesu Christi, Num. 99- 119. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden, Num. 120 123. 10) Bon dem Leiden und Sterben Jesu, Num. 124-152. Von dem Begräbniß Jesu, Num. 153- 155. 1* = 4 Inhalt. 11) Von der Auferstehung Jesu, Num. 156-172. 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sitzen zur Rechten Gottes, Num. 173-189. 13) Von der Wiederkunft Jesu zum Gericht, Num. 190-196. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Num. 197-207. 15) Von der christlichen Kirche, Num. 208-217. 16) Von der heiligen Taufe, Num. 218-221. 17) Von dem heiligen Abendmahl, Num. 222-234. 18) Von der Vergebung der Sünden, Num. 235-241. 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen und ihrem Troft be der Unvollkommenheit dieses Lebens, Num. 242-259. 20) Vom Tode der Gläubigen und der Auferstehung der Todten, Num. 260 272. 21) Von dem ewigen Leben, Num. 273-280. 3 weite Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung, Num. 281- 302. 23) Vom Glauben, Num. 303-322. 24) Von der Heiligung oder dem christlichen Wandel überhaupt, Num. 323 352. 25) Von der Erkenntniß Gottes, Num. 353 356. = Inhalt. 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Num. 357-367. 27) Von der Furcht Gottes, Num. 368-371. 28) Von dem Vertrauen auf Gott und der Ergebung in seinen Willen, Num. 372-397. 29) Vom Gebet, Num. 398 405. 30) Gebetlieber: = 1. Allgemeine, Num. 406-415. 2. Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Num. 416-418. In allgemeinen Nöthen und Landplagen, Num. 419. Im Kriege, Num. 420-421. In Theuerung, Num. 422. In Seuchen, Num. 423. Jn Krankheiten, Num. 424. Auf der Reise, Num. 425. Bei Gewittern, Num. 426 bis 428. Fürbitten: für die Obrigkeit, Num. 429; für die Prediger Num. 430; bei Einsegnung der Eheleute, Num. 431 bis 432; der eltern für ihre Kinder und der Kinder für ihre Aeltern, Num. 433-434; einer Waise, Num. 435. 31) Vom Lobe Gottes, Num. 436-437. 5 Loblieder: 1. Allgemeine, Num. 438-458. 2. Besondere, Num. 459- 463. 2) Gebet- und Loblieder beim Anfange des Jahrs, Num. 464 bis 469. 33) Morgenlieder, Num. 470- 479. 34) Abendlieder, Num 480- 489. 35) Vom öffentlichen Gottesdienste, Num. 490- 494. 36) Von der Selbstliebe, Num. 495. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Num. 496 498. 38) Von der Sorge für die Seele Num. 499= 507. 6 Inhalt. 39) Von der Sorge für den Leib, Num. 508-511. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauche der zeitlichen Güter, und wider den Geiz, Num. 512-514. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Num. 515-517. 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden, Num. 518 bis 531. 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens und der Zubereitung zum Tode, Num. 532-542. 44) Bon der Liebe des Nächsten, Num. 543-547. 45) Von der Gerechtigkeit, Num. 548. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Num. 549-552. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Num. 553-555. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge, Num. 556-558. Erster Theil Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes. Bitte um Segen zu Anhörung| des göttlichen Wortes. 1. St omm heil- ger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feur deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt verfammelt haft, in Einigkeit des Glaubens. Al- lelu- ja, Al- lelu- ja, Al- lelu- ja. Anmerkung. Bei dem ersten und zweiten Alleluja fingt nur das weibliche Geschlecht und die Jugend, bei dem dritten die ganze Gemeinde. Mel. O Gott, du unser Bater. FEE ott, der du unser Vater bist, durch Jesum Christ, gib, daß dein Geist jetzt mit uns sei, und uns zur Wahrheit leite. Geheiligt sei dir diese Stund! Deffne den Mund des Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite. Hilf du selbst unsrer Schwachheit fort, laß nichts die Andacht stören! Du lehrest uns in deinem Wort, wirt auch, daß wirs so hören, daß wir dich hier, und ewig dort, in Heiligkeit verehren! 2. S 8 Erster Theil. Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu. 3. HE err Jesu! send uns deinen Geist, den Geist, der, wie Vom Worte Gottes. Himmels Erben, lehr uns leben, lehr uns sterben. dein Wort verheißt, mit seiner Gnade uns regiert, und auf den Nach dem öffentlichen Gottes dienste. Mel. Liebster Jefu, wir find hier- 4. 5. Höchfter Gott! wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben. Gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. Weg der Wahrheit führt. 2. Deffn uns zu deinem Lob den Mund, und mach uns deinen Willen tund; rühr unser Herz, stärk den Verstand, so wird dein Nam uns recht bekannt. 3. Bis wir einst, deinen Engeln gleich, dich preisen, Herr, in deinem Reich, und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Dir, Gott, den Erd und Him- 6. W mel preift, dir Vater, Sohn und heilgem Geist, dir heilige Dreieinigteit, sei Lob und Preis in Ewigkeit! 4. 2. Unser Gott und Vater! du, der du lehrst uns, was wir sollen, schenk uns deine Kraft dazu; gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen! so wird alles wohl gelingen. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. ir Menschen sind von selbst, o Gott, zum Geistlichen iebster Jesu! wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, daß die Herzen von der Erden untüchtig; dein göttlich Wesen, dein Gebot, sind viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht den Weg zu dir nicht zei- get. ganz zu dir gezogen werden. 2. Drum sind vor Zeiten ausges 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt sandt Propheten, deine Knechte; so mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht murden damals schon bekannt den deines Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet. Glaubend lehr aufs Wort uns merken; laß es uns zum Leben stärken! Menschen deine Rechte. Zuletzt ist noch dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Heiligster! von Ewigkeit hast du bir uns auserforen; lehre deines 3. Mit Lob und Preis, o höchster Hort, muß Herz und Mund dich ehren; da wir in deinem theuern Wort dich zu uns reden hören. Mach Erster Theil. Vom Worte Gottes. - uns durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. 4. Hilf, daß der frechen Spötter Schaar uns nicht vom Wort abwende; ihr Spott bringt tödtende Gefahr, und nimmt ein schrecklich Ende. D laß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Ehr an uns sich träftig zeigen. 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht fassen; gib, daß wir es bei Freud und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Bater, laß uns Thäter sein, und uns nicht selbst betrügen. 6. Der Same wird am Weg sofort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu feiner Wurzel kommen. Der Same, der in Dornen fällt, wird von der Sorg und Lust der Welt verderbet und ersticket. Mel. Wer nur den lieben Gett. 7. D ein Wort, o Höchfter, ist vollkommen. Es lehrt uns unfre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig! wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unfern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theur in deinen Augen ist. 9 7. Mach uns durch deine Gnade 3. Dein Wort ermuntert, dich zu gleich, Herr, einem guten Lande. Mach uns an guten Werken reich in lieben; lehrt, wie viel Gut's du unserm Amt und Stande: daß mit denen gibst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns beharrlicher Geduld, gerührt von deiner Lieb und Huld, wir reichlich liebst. Und was, o Herr, dein Mund Früchte bringen. verspricht, bleibt ewig wahr; du lit8. Laß uns auf unsrer Pilgrim- gest nicht. schaft den Weg der Sünder meiden. 4. Gott, deine Zeugnisfe find beffer, Gib uns ein Herz, das an dir haft' und mehr der Sehnsucht werth, als auch in den schwersten Leiden. Herr! unser Herz ist vor dir bloß; mach uns von eitlen Sorgen los, und allen bösen Lüsten. Gold. Ihr Werth ist föstlicher und größer, als alles, was die Erde zollt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 9. Laß uns dein Wort beständig 5. Drum laß auch mich mit Luft sein ein Licht auf dunkeln Wegen. betrachten, was mich dein Wort, o Erhalt es bei uns hell und rein, Höchster, lehrt, und mit Gehorsam und laß uns seinen Segen, Kraft, auf das achten, was es von mir zu Rath und Trost in aller Noth, im thun begehrt; so fließen Troft und Leben und noch mehr im Tod, mit Seelenruh auch mir aus deinem frohem Herzen spüren. Worte zu. 10. Laß dies dein Wort zu deiner Ehr, o Gott, sich weit verbreiten. O möchte deine Gnadenlehr, Herr Jefu, jeden leiten! heilger Geift, 8. D se durch dein Wort dein Werk bei uns beständig fort; stärk Hoffnung, Glaub und Liebe. Mel. O Gott bu frommer Gott. u willst, Gott, daß mein Herz zur Heiligkeit gene- fe; 10 Erster Theil. Vom Worte Gottes. 10 drum gib, daß ich dein Wort, oft und mit Andacht lese: das Wort, das deinen Rath von unserm Heil enthält. Dank sei dir für dies Wort, den größten Schatz der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehrfurcht und Vertrauen, mit Lust und frommem Ernst dadurch mich zu erbauen. Du bists, der in der Schrift zu meiner Seele spricht; o segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht. 3. Mein Gott, vor welchem ich jetzt meine Hände falte, gib, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geset, am Wort vom Kreuze sehn! 5. Gib, daß dein fräftig Wort, o Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. Ostärke mich durch ihn mit Ernst und munterkeit, das Gute zu vollziehn. 6. Um tugendhaft zu sein, dazu find wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läff'st du inne werden, die Lehre sei von dir, die uns die Bibel gibt! man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 7. Spricht fie geheimnißvoll, fo laß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich Hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Witz verlangt, ist meines Glaubens werth. und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott fich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise spricht. Demuth ists, zu glauben, was Gott 4. Du, aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; o laß mich daraus fassen, so viel mein Heil verlangt. Du bists, 9. G der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel fränken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort sei die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. 10. Find ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr, als ich sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 11. Stets sei dein Wort mir werty! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die sie schmähn, bleibt doch dein Wort, o Gott! Mel. Nun dantet alle Gott. elobt seist du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit Andacht fleißig höre. O, mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. Wahrheit nie verfehlen, und nie, was 2. Laß mich im Forschen doch die schädlich ist, für wahres Heil erwählen. D Höchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. andern Menschen glauben! Das heißt, 3. Wie thöricht ist es doch, blof Erster Theil. Vom Worte Gottes. 11 sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe| Es sei mein Theil; es sei mir Heil rauben. Wer treulich hier dein Wort und Kraft zum ewgen Leben. zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der - 2. Mein Gott, bewahre mich vor 11. Der gegeben, wie preis ich Mel. Wer nur den lieben Gott.- <- 7. du das mir aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben dich, o Gott, dafür! Nie kann mein ehre! Gib deinen Geist ins Herz, Dank dich gnug erheben! durch Chrider Luft und Kräfte gibt, daß man stum schenktest du es mir. Kein Licht, die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, tein Troft erfreute mich, kennt ich erfährt und übt. nicht, Jesu Christe, dich. Mel. Ach Gott und Herr. 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd ich ein Raub des Irrthums sein; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt ich des Richters Rache scheun; ich fände keinen Trost in Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 10. ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immer dar mich seine Kräfte schmecken. Laß teinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein enger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den fennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie! dein Wort gibt neue Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! denn du hasts uns gegeben. 3. Wozu hat mich mein Gott erschaffen? was ist auf Erden meine Pflicht? wird auch mein Geist im Tod entschlafen? und, hält Gott fünftig ein Gericht, wie werd ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf entgehn? 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, die mich plagen? und bleibt der Troft, den ste verspricht? Ach! ohne Christi Licht und Heil wär Finsterniß und Tod mein Theil. 5. Ja, du haft mich den Finsternissen des Irrthums, und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, ent rissen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Du zeigest mir des Höchsten Rath, und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wirb im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dich selber sehn. 7. Sefu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Lust, und feines Spötters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu im Tode mich! 12 Erster Theil. Mel. Liebster Jefu, wir find hier.- 4. 12. Herr, mein Licht! erleuchte - Mel. des 100. Psalms. ich, daß ich mich und 13. Der Spotter Strom reißt viele fort. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort! So können wir uns, Vater, dein im Leben und im Tode freun. Gott, mit wildem ausgelaßnem 2. Ein Haufe Lästrer wagts, a Spott, den Heiland, deinen Sohn, zu schmähn, durch den die Himmel einst vergehn. Vom Wesen Gottes dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf felbft meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen, laß mein Herz auch folgsam sein, den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Streiche leiden müssen. 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet. 7. D, verleihe mir die Kraft, deis nem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. -- 3. Ach, ihrer Lehre Best, o Herr, schleicht jetzo nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hält, so reißt fie uns zum Tod auch fort. Gib Sieg und Les ben durch dein Wort! 5. Beschütze uns, Herr Jesu Chrift, der du zur Rechten Gottes bist. Sei unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spötter Heer. 6. Du hast von Ewigkeit gefehn, wie lange noch ihr Trotz bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Viele leicht ist nun ihr Maaß bald voll. 7. Ach, wären sie dir, Herr, versöhnt! fie, deren Spott dich so verhöhnt! Ach gib, daß vor der Todesnacht zur ernsten Neu ihr Geift erwacht. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten. Mel. O Gott du frommer Gott. 8. laß mich stets vor dir voll Chrerbis 14. Anbetungswürdger Gott! tung sein. mit Ehrfurcht stets zu 2. Du bist das höchste Gut; du nennen, du bist unendlich mehr, als weißt von feinem Leide; stets ruhig wir begreifen können. Oflöße mei- in dir selbst schmeckst du vollkomme nem Geist die tiefste Demuth ein, und Freude. Dein ist die Herrlichkeit. und seinen Vollkommenheiten. 13 Auch ohne Kreatur bist du dir selbft Mel. Allein Gott in der höb fei Che. genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefft dem, das nicht war, 15. D er Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm alle From- men! Wer ist ihm gleich? wer ist wie Er, so herrlich, so vollkom- men? Der Herr ist groß! sein Nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in um Luft und Seligkeiten aufs Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Nath ist dein; und du gebrauchst sie gern zu fegnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestäten sind, Höchster, bor dir Staub. Auch Geifter fannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, des Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besitzet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schützet. Den Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts. Du bleibeft für und für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu den Lichteshöhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle thronft, und unterm Lob der Himmelsheere wohnst. frohen seinem ganzen We- sen. 2. Ihn trifft kein Wechsel flüchtger Zeit. Nie größer oder kleiner wird seines Wesens Herrlichkeit. Der Erft ift er, sonst keiner! Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war Er; noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn faffen alle Himmel nicht, wie wie er war, verborgen und nur offenweit er sie erfüllet! Er bleibet ewig, 8. Was wir, Unendlicher! von dei- bar in seiner Werke Wundern. nem Wesen wissen, das hast du selbst 4. Was wären wir, wenn seine zuvor uns offenbaren müssen. Die Kraft uns nicht gebildet hätte? Er Schöpfung zeugt von dir, und deines tennet uns, und was er schafft, der Sohnes Mund macht uns noch deut- Wesen ganze Kette. Bei ihm ist licher, Gott, deinen Namen fund. Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Himmel. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber der maleinst der Vorhang weggenommen, der jetzt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indes sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von fallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im häbern Chor dich, großer Gott, erhöh 5. 3ft er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedanten selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle! Du bist voll Freundlichkeit 14 Erster Theil. und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. - Mel. Des 8. Pfalms. Vom Wesen Gottes es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, fo gnüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst; so sei mirs gnug, daß du mich selig führst. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne! du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirft es ewig sein, haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du nur bift würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, fo vollkommen? 16. rhabner Gott! was reicht an deine Größe? Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße, ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann kommen. Was ists, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand; von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O, mache mich von solchem Dünkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sei. 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr; 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein und zeigst es mit der That, unendlich ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß groß an Huld, an Macht und Rath. 17. S ott mache du mich selbst bereit, vor deinen Thron zu treten, und deine große Herrlichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich hier noch umgibet. 2. Du bist der Herr, und keiner mehr, nichts sind der Heiden Götter; nur dir gebühret Preis und Ehr; tein Helfer, noch Erretter ist außer und seinen Vollkommenheiten. dir: laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weihn, mein Glück bloß auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. 3. Du bist der höchst vollkommne Geist, der Vater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 15 tigkeit, und deine Wege preise, so wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, vergibst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad auf meine Seele kommen. Von mir sei meine Missethat so fern hinweggenommen, als Morgen ist vom Abend. 4. Du bist, o Gott, von Emigkeit, und wirst allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen. Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 11. Gott, wenn ich dich so kenn 5. Gott, was sein wird, ist und ehr, dein Wort zum Grunde und war, und was wir thun und setze, erfreu ich mich darüber mehr, dichten, das ist dir alles offenbar; du wirft einst alles richten. Laß mich dein helles Auge scheun, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Beifalls mich zu freun, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket. als über alle Schätze, bis ich dort, o mein Heil und Licht, dich ohne Lallen nenne, von Angesicht zu Angesicht dich schaue, dich erkenne und unaufhörlich lobe. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gib, daß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch liebels weder denk noch thu, denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren. 10. Gott, deffen Wahrheit stets besteht! wohl denen, die dir gläuben! Wenn Erd und Himmel einst vergeht, wird dein Wort ewig bleiben. Gib, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du dräuest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du mirs gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, retten, die und wenn der Frevler dich verlacht, auch Rach 18. an ihm zu üben. Gib, daß mich deiner Allmacht Schutz stets als ein Schild bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Truß, nur deine Strafe schrecke; du tödtest Leib und Seele. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, kannst keine Sünden dulden, wer fagen will, er sei dein Knecht, der meide Sündenschulden. Gib, daß ich mich der Heiligkeit mit rechtem Erust befleiße, nachjage der GerechMel. des 27. Psalms. uf! auf! mein Geist, auf! auf! den Herrn zu loben, auf! auf! erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd still und sanft erhoben zu Gott Jehova unserm Schild und Licht: nur er ist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Erheb ihn dann mit 16 Erster Theil. Vom Wesen Gottes - er Sünder strafen soll, und bleibt frohem Jubelschall, und geh in die lieb in alle Ewigkeit. sein erhabnes Heiligthum. 7. Wie selig ist doch, der ihn also fennet, und zu ihm: lieber Vater! 2. Er ist das große Wesen aller den Seinen nemnet! Gott sieht ihn sagen kann. Er, er ist es, den Gott Wesen, Gott von unendlicher Voll- als sein Rind recht zärtlich an! kommenheit: von ihm, zu ihm, durch Nichts ist so hoch, nichts fann se ihn ist, was geweſen, und ist, und sein herrlich sein! der höchsten Fürsten wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, wie hocherhabner Stand ift, gegen dies Er, hat seines Gleichen nicht: ein Gott, zu rechnen, lauter Tand; es ist zu vor deffen höchsten Majestät der Engel schlecht, es bleibt ein leerer Schein. felbft gebückt und zitternd steht! Sein Thron ift Licht, ein unzugänglich Licht. 8. D Herrscher, wie soll ich dich 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch gnug erheben! Auch mich haft du mohl zu sehen, man gebe nur auf brachtest du mich schon zum Leben, den Deinen zugezählt, in Chrifts feine Werke Acht; da jehn wir ihn in ihm haft du zur Kindschaft mich gleich als vor Augen stehen in seiner erwählt. Zwar seh ich dich jest mur ewgen Kraft und Gottheit Bracht. bei schwachem Licht; jedoch es fommt, Die Himmel rühmen ihres Schöpfers es fommt der frohe Tag, da ich diğ Ehr; Luft, Erde, Meer, was lebt ohne Dede schauen mag, vertraut, bon und sich bewegt, ist das, was ihn zu Angesicht zu Angesicht. zeigen fiets fich regt, und spricht: Er ist der Herr und feiner mehr. 9. Indes, mein Geift, auf! auf! dich und säume nicht! Was in dir ibn fiets zu loben. Aufl auf! erwede ist, werd sanft und still erhoben zu Gott, Jehovah, unserm Schild und Licht! Herr! du bist würdig, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Lob ihn im Vorhof schon mit frohem Schall, einft öffnet sich dir selbst das Heiligthum. 4. Was gut und fein nur fann genennet werden, was ans mit Luft und Lieblichkeit anlacht, was in fich faßt der Himmel jammt der Erden, der große Bau, voll Schönheit und voll Pracht, und was dies Rund mur östlichs in sich schließt, das kommt aus diesem unerschöpften Meer und deffen unerforschten Fälle her; Er ift der Quell, der immer überfließt. 5. Von Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende ist Er, und wird auch ftets 19. G derselbe sein. Er ist zu spüren, wo man sich hinwende, das Heimlichste wird tlar in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchst selig, fennet er fein Ungemach; Er ist und bleibt, wie er war bor der Zeit. ott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ift feix Nam und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 6. Was er verspricht, dem fann 2. Er will und sprichts: so find man freudig trauen, die That stimmt und leben Welten. Und er gebent; mit den Worten überein. Auf Menso fallen durch sein Schelten die Himfchen fann man niemals ficher banen; mel wieder in ihr Nichts. doch Gottes Sa ist ja, fein Nein ist nein. Boll Billigkeit ist sein Ge richt allzeit, groß von Geduld ist er und Mitleide voll, nur langfam, wenn Gerechtigkeit. 3. Licht ist sein Kleid und seine Baht die beste. Er herrscht als Gott, ant seines Thrones Beste ist Wahrheit und und seinen Vollkommenheiten. 17 4. Unendlich reich, ein Meer von Von der Ewigkeit und UnverSeligleiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? änderlichkeit Gottes. 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich ficher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzeßt oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest: so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immer dar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern faffen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm! Mel. Liebster Jesu, wir find hier. 4. ott, du bist von Ewig20. Sott feit! und dein herrlich sen. großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit; du bleibst stets, was du geweLaß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich Feind derer, die das Unrecht üben. 4. 3mmer bleibst du, Gott! ein noch unbereitet war. Smmer bleibst du, Gott! ein Freund derer, die das Gute lieben. Laß uns darum schon auf Erden, deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht! Du bist ewig der Getrene, der das hält, was er verspricht. O, daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals fann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Smmer bleibst du gleich gefinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; follt ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn auch ich mit Luft mich in deiwirds meiner Seelen nie an wahrem nem Willen übe! Dann, o Herr, Wohlfein fehlen. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und 7. Erd und Himmel wird verFreuden empfangen wir aus deiner gehn; alle Welt wird mich verlaffen. Hand. Sur du bleibst mir ewig stehn; deine Hand wird mich umfassen, wenn ich nun bon hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch an jeder Zeit, 15. 3 Gott mein Schuß, will Herr des Himmels und der Erden, Gott mein Ketter werden, so frag diefe deine Ewigkeit einen starten ich nichts nach Himmel und nach Antrieb werden, dich zu lieben, dir Erden, und biete selbst der Hölle zu trauen, und auf deinen Troft zu Truß. bauen. 2 18 Erster Theil. Aus dem 102. Pfalm. Mel. von Nr. 16. 21. Her err Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in alle Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. - Vom Wesen Gottes auf dein Geheiß, da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine Himmel; doch vergehn deine Himmel, und die Welt sinkt, wenn sie dein Arm nicht hält. 5. Du nur bleibest, wie du bist, was dein weiser Rath beschließt, ist stets, wie du. umwandelbar, wie du, gut und heilig 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du lügest! nicht gesinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleibet, was er war. 7. Was du zusagft, ist gewiß. Zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch hin, wählt, bereut plötzlich wieder, was ihn freut. 8. Sollt ich denn auf Fleisch vertraun? nicht, mein Heil, auf dich nur baun? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub find vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du mur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibeft, wie du bist; denn keine Zeit umgrenget doch je die Unendlichkeit. 5. Das ist der Troft, die Hoffnung deiner Knechte; du schützest fie mit deiner starken Rechte, du läff'st ihr Herz fich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode felbft bleibt er unüberwunden. Kein Tod, tein Grab trennt mich, o Gott, bon dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! Mel Gott sei Dank in aller Welt. 22. 11 nermeßlich, ewig ist Gott, der Höchste. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weif allein und gnadenreich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untadelhaft. 9. Nein, Unwandelbarer, dein sorr fich meine Seele freun. Sei mein Fels, Gott, sei mein Licht, ewig meine Zuversicht! dann mit seiner Pracht jeder Himmel, 10. Und in allgemeine Nacht sinte mich hält! und die Welt stürze hin, wenn Gott Von der Allwissenheit Gottes. Der 139. Pfalm. 23. Mel O Gott du frommer Gott<-8. err, du erforschefst mich; dir Du fennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Wund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu, du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, 3. Alle Werte deiner Hand waren dir, a Gott, bekanut, eh die Welt auch hier bist du mir nah. und seinen Vollfkommenheiten. 19 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn,| du klar, du prüfest Herz und Nieren, die Fittige vom Morgen; selbst an und nichts bleibt dir verborgen. dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 3. Was deiner Freunde Herz begehrt, das weißt du, eh fie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir unverborgen; dir, der du ihren Anschlag siehst, so heiter als den Morgen, den Wolken nicht verdunkeln. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildeteft mein Herz, Gott, des ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse! für köftliche Gedanken! unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, fo gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ichs von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch fünftig wird geschehen, siehst du schon in Allwissenheit als gegen wärtig stehen. Du machst es deinen Knechten fund, es weiter auszubreiten, und läss'st durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt verschwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch so heimlich jetzt geschieht, wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen. 6. Laß mich, o höchste Majestät, dein helles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heucheleien? Laß mich auch in der Einsamfeit dich gegenwärtig denken! Laß Wahrheit und Rechtschaffenheit bei allem Thun mich lenten, und stets mein Herz behüten. Von der Weisheit Gottes. Mel. von Nr. 17. Mel. Wer nur den lieben Gott-7. u Schöpfer aller 24. Qiwiffender, vollkommner 25. D Dinge, der alles ganz Geist! des Auge alles genau versteht! nichts ist so groß, Fiehet, was Nacht und Abgrund in nichts so geringe, das nicht nach deifich schleußt und unserm Blick ent- ner Ordnung geht; du schreibeft der fliehet. Es fann vor deinem hellen Geschöpfe Chor Zweck, Maaß, GeLicht sich kein Geschöpf verstecken. wicht und Regeln vor. Auch Finsterniß verbirgt es nicht; du weißt sie aufzudecken und Tag daraus zu machen. 2. Selbst die Gedanken sind dir fund, die unsre Seele heget, eh sie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Herzen, offenbar; du kannst ihr Dichten fpiren. Den Rath der Seele siehst 2. Die wundervollen prächtgen Werke, die unserm Auge fern und nah, die stehn sowohl durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau machts bekannt. 3. Mit eben der allweisen Stärke, mit welcher du die Welt gemacht, regierst du alle deine Werke, die 2* 20 dein Verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. Erster Theil.- Vom Wesen Gottes 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wählst zu deinem Zwed beständig, Gott, den besten Weg. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den fich dein Wille vorbehält, der aller Feinde ftolzen Wahn als Unvernunft beschämen fann. 6. OD Weisheit! dece meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit fie dich zum Leitstern wähle in ihrem fonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; o gönne mir dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem flugen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs befte mich regiert. Leit ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. Von der Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. S stehet eilend da, was noch zuvor kein Auge fah. 3. Du haft dein großes Schöpfungswert allmächtig ausgeführet. Es bleis bet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort sie hält. 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Bermögen weit über die Gesetze steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willkür auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir fich innig beuget: o, dem vergibst du Sünd und Schuld, mit allmachtsvoller Gnad und Huld! 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läff'st. 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist, wirft sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgibet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. H 8. O zünd in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der start und mächtig werden kann, wenn er auf dich sich steifet. Gib, daß ich traue deiner Kraft, die alles kann und alles schafft. err, deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding so 27. Von der Allgegenwart Gottes. Mel. von Nr. 16. großer Gott! der alle Ding erfüllet, vor des sen Blid tein Dunkel uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner macht gehn? und wohin flichn, vor dir, Herr, ungefehn? groß und schwer, das dir zu thun unmöglich wär. 2. Könnt ich auch schnell mich zu den 2. Du sprichst, und auf dein mäch- Wolfen schwingen, und wieder schnell tigs Wort fällt alles dir zu Füßen. bis in die Tiefe dringen: so hielte mich Du führeft deinen Anschlag fort bei doch deine Hand auch da; denn mo allen Hindernissen. Du wintst, so ich bin, da bist du, Herr, mir nah. und seinen Vollkommenheiten. 3. Dein Auge sieht, was Nacht und Abgrund decken, es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken; du kennft genau das Innre der Natur, der ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Volt das Künftige gelehret; du aber weißt, was fünftig wird geschehn, und läss'st auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du weißt und hörst, was deine Rinder beten, und siehst, wenn sie im Stillen vor dich treten; noch eh ihr Mund dir ihren Kummer sagt, ver nimmst du schon, was dir ihr Seuf zen klagt. 6. Bor Menschen bleibt hier manche That verborgen, dir aber ist die Nacht ein heller Morgen, und was hier noch in Finsterniß geschieht, entdeckt einst dein Gericht, dem nichts entflieht. Mel. Machs mit mir, Gott, nach- 26. 28. Nie bist bu, Höchster! von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich mur leb und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. 21 und bleibt auch eine böse That ver aller Welt verhehlet: so weißt du fie, und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mit leid, Bater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 7. Wohl dem, der hier vor deinem Antlitz wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt; der steht alsdann, als ein bewährter Freund, getroft vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- Pf. 42. 8. O prüfe selbst die innersten Ge- 29. G S ott, vor dessen Andanken, ob sie vielleicht von deiner Richtschnur wanken. Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. gesichte nur ein reiner Wandel gilt! Ewges Licht, aus deffen Lichte stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß fie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen; denn kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was deine Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 2. Was ich gedenke, weisfest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Hergens Rath verkehrte Wege wählet; tief in meine Seele! daß, wo ich bin, 6. O drück, Allgegenwärtiger! dies nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geift. Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. 22 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 3. Herr, du willst, daß deine| stimmest jedem seinen Lohn, dem Nie Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Frommen und dem Sünder. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund. Uebel thätern bist du feind; wer beharrt in feinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. D, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? erlösen, D, so 5. Uns von Sünden zu gabst du deinen Sohn dahin. reinige som Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie du felbft verheiff'st, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unsres Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligfeit. Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirft du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. G siehst du die Personen an; allein auf das, was wir gethan, siehst du als rechter Richter. 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen; du schützest sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, Gott, nicht scheut, dem frevelnden Ber brecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Ihn strafend machst du offenbar, daß der dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet. 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Art geschlagen, das Feuer, das auf Sodom fällt, Aegyp tens lange Plagen, und andre Wunder deiner Macht sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Sündern lohnest. 7. Bleibt hier viel Böses unbe straft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders schonet; da stellst du, Herr, ins Hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann trium#phirt der Fromme. erechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gib selber mir die Kraft dazu! Wirk inniges Betrüben, wenn sich die Sünd in mir noch regt! Dein Herz, das lauter Gutes hegt, sei meines Her zens Muster. D, laß mich dein Gericht stets scheun, und hier mit Ernst beslissen sein, 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die glänbig auf des Mittlers Tod bei ihrer Neue sehen: so laß mich die Gerechtigkeit, 2. Du siehst von deinem festen die mich von Straf und Schuld bes Thron auf alle Menschentinder, be- freit, im Glauben eifrig suchen. vor dir einst zu bestehen. und seinen Vollkommenheiten. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 7. 31. Noch nie haft du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verletzt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. - 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheiBen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles stets zur That. Scheint die ErfülTung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar gibeft, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wenn du Vergeltung übeft, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns je mals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? du bist ein Fels, bein Bund steht feft. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Mel Gott des Himmels und der. 6. Wie stark find unsers Glaubens Gründe! hier ist dein Wort, das niemals trügt. Und daß dies allen Beifall finde, hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaftger, was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth. 32. M 23 eicht ihr Berge, fallt ihr Hügel! Berg und Felsen stürzet ein! Gottes Treu hat dieses Siegel: fie soll fest und ewig sein. Laßt den Weltkreis untergehn; Gottes Gnade muß bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort ber sprochen, seinen Bund mit mir gemacht, der wird nimmermehr ges brochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er faget, das geschicht. 4. O drücke dies tief in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut. Gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie 4. Will die Welt den Frieden bre werde das von mir gewagt, was chen, hat sie Krieg und Streit im dein Befehl mir untersagt. Sinn: Gott hält immer sein Versprechen. Ihm vertraun ist stets Ges winn; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. wenn gleich alles bricht und fällt. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, Sie soll ihren Zwedk erreichen, den fie ewig sich gestellt. Ist die Welt voll Heuchelei: Gott ist fromm, gut und getreu. 5. Laßt sein Antlits fich verstellen; ist sein Herz doch treu gefinnt, und bezeugt in allen Fällen, ich sei fein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch alle Hoffnung weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt empört. Shre Liebe mag erkalten; ich bin seinem Herzen werth. Und wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn und Schild. 7. Laß, Seele, laß dich dies beschämen! O traue Gott, der treu es 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmeint. Such ihn zum Muster anzu- mer; so hat er sich selbst genennt; nehmen, und sei auch aller Lügen welch ein Troft! nun werd ich ArFeind. Beweise dich als Gottes mer nimmermehr von ihm getrennt. Kind, bei dem man Treu und Wahr- Sein Erbarmen läßt nicht ihn fich heit findt. mir jemals ganz entziehn. 24 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 8. Nun, so soll mein ganz Ver 4. Und diesen Gott sollt ich nicht trauen unbeweglich auf ihm ruhn! ehren? Und seine Güte nicht verFelfen will ich auf ihn bauen; was stehn? Er sollte rufen, ich nicht höer sagt, das wird er thun. Erd und ren? Den Weg, den er mir zeigt, Himmel kann vergehn, doch sein nicht gehn? Sein Will ist mir ins Bund bleibt ewig stehn. Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. Von der Liebe und Güte Gottes. Mel. bes 66. Psalms. - 33. M ie groß ist des All mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, TES den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! oft 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht be darf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glüd genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ift. Du haft ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könnteft felig sein. 5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille. Ich soll vollkommen sein, wie Er. So lang ich dies Gebot erfülle, ftell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Gült und Liebe mir immerdar vor Augen sein! sie stärk in mir die guten Triebe, tröste mich zur Zeit der Schmerzen; mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 34. O Gott, du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun haft du Lust. Der Quälsucht harte Triebe find deinem Herzen unbewußt. Ganz ohne alle Gränzen ist deine Gütigfeit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, haft Wohlgefallen an dem, was du gemacht, und hast uns Sündern allen noch Leben zugedacht. und seinen Vollkommenheiten. Mel. Wie schon leuchtet der. 2. Als du uns hießest werden, da schufft du uns zum ewgen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles 35. E Gott, des starte deiner Güte voll; auch in dem Himmel droben hat deine Baterhand uns E Güter aufgehoben, die noch kein Aug Hand die Welt erschaffen hat, und erkannt. Dorthin uns zu erheben, iſt, Gott! mit uns dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ewger Sohn dahin. noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen, 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du und voll Wohlthun nach mir Armen. tommest unsern Sorgen zuvor mit 2. Seh ich den weiten Himmel an, deiner Vatertreu. Du, Ursprung aller so viel ich davon sehen kann, so seh Gaben! Du weißt, was uns gebricht, ich deine Güte. Der Himmelskörper und, was wir nöthig haben, versagst Lauf und Pracht, das Sternenheer, du, Gott, uns nicht. Vom Wohl- das du gemacht, erreget mein Ge thun, das du übest, sind unsre Tage mithe, mächtig, freudig dir zu singen, voll; auch wenn du uns betrübest, dir zu bringen Ehr und Stärke. geschiehts zu unserm Wohl. Groß sind deiner Hände Werke! 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße; und wenn, zur Reu bes wegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, so siehst du auf ihn Armen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 25 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu verblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu fegnen, ist ewig deine Lust. Mit Dank dir zu begegnen, sei, Herr, auch unsre Lust. Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Vater, thun? 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Waffer, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Die Erd ist deiner Gitte voll! In allem, was mich nähren soll, schmeck ich, Gott, deine Güte. Ich 6. Wer hier auf deinen Wegen seh und hör und fühle sie in Feld sich willig deinem Dienste weiht, den und Wald, an Thier und Vieh. Dies setzest bu zum Segen schon hier, noch dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig mehr in Ewigkeit. Du frönest seine ohn Aufhören zu verehren. Hoch zu Leiden mit herrlichem Gewinn, und loben find ja deiner Güte Proben! führest ihn zu Freuden, zu ewgen 5. Schau ich mich selber achtsam Freuden hin. Wie theur ist deine an, so viel ich mich beschauen kann, Güte! Gott, laß mich ihrer freun, und stets mein ganz Gemüthe voll ihres Ruhmes sein. so seh ich deine Güte. Die zeiget mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ein jeder Tritt, mein Geist und ganz 26 Gemüthe. Billig muß ich dir hinwieder meine Glieder ganz ergeben, und nur dir zu Ehren leben. Erster Theil.- Vom Wesen Gottes 6. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir! Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte! heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undant hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen, dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. Der 36. Pfalm. Mel. des Pfalms. 36. G wer kann sie, Gott, so wie du, mit voller Freud erquicken? Wer kann der Deinen reine Brust mit Strömen nie gefühlter Luft, wer will sie so entzücken? 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gütigkeit? quillt nicht von dir das Leben? Auch tennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir, geführt! Den wirst du nicht verlaffen! Geuß deinen Segen über die, die dich verehren! schütze fie, die alle Falschheit haffen! ott, deine Huld und Gütigkeit erfüllet alles, reicht so weit, als deine Himmel reichen! 37. G Und alles sagt: daß deine Treu, wie du, unendlich, ewig sei! Eh werden Berge weichen, eh uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig fest auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du läsfest uns, so lang du bist, viel Geduld beweisest du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleichwohl, Vater, suchst du ihn langmüthig davon abzuziehn, zur Beßz rung zu bewegen. Erbarmung vor dir finden. 2. Dein sind die Menschen, dein das Vieh! du, Gott, 2. Der Menschen Elend jammert erhältst, er dich. Wenn sie sich gleich verstocken, nähreft fie, mer fann dich gnug er so suchst du sie doch väterlich durch heben! Du Gott voll Gnaden, voll Huld zu dir zu locken. Wie lange Geduld, stets fühlen deine Baterhuld, sahst und riefest du nicht ehma's die hier auf Erden leben. Wer gibt deinem Bolfe zu, daß sich ihr Herz dem Menschen sichre Ruh? Wer, belehrte! wie trugst du nicht mit Von der Geduld und Langmuth Gottes. Univ.- Bibl. Giessen etreuer Gott! Wie und seinen Vollkommenheiten. Gültigkeit die erste Welt so lange Beit, eh fie die Fluth verheerte! 3. Noch immer gibst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du läff'st den unfruchbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. Du wartest sein mit großer Treu, und hörst, damit er fruchtbar sei, nicht auf, an ihm zu bauen. scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 4. Langmüthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sündern, und o, nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Neke stellt, oft ficher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergehen fich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben, die dich haffen: Herr, wer kann das faffen? 5. Du rufest ihnen in Gefahr, so eft sie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzu- Sünder Flehen, wenn sie weinend 4. Du vergibest Sünde, hörft der stehen. Du trägest sie mit Vaterhuld, bist willig, ihre Sündenschuld durch vor dir stehen. Deine Rechte dräuet, Christum zu vergeben; gibst ihnen und erbarmt sich wieder, legt die neue Glaubenskraft und nach voll- Pfeile gerne nieder, da man doch, brachter Pilgrimschaft ein ewig Freu- wenn du noch sie kaum weggeleget, denleben. dich zum Zorn erreget. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! Trag uns erbarmend fernerhin; doch gib uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde haffen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße leiten laffen. Mel. Bunderbarer nig. 38. 11 27 numschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die zum Irdischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken, und zugleich freudenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne dir gegangen, statt der Gnade Recht 5. Herr, es hat noch keiner, der zu empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. so verschonest, und uns nicht nach 6. Höchster, sei gepriesen, daß du Werken lohnest. Deiner Hand fei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Bions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. Lob der heiligen Dreieinigkeit. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 39. Gott ott, unserm Gott allein sei Ehr! Ihm Dank für seine Gnade! Uns drücket nun sein Zorn nicht mehr! geheilt ist unser Schade. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb und Wohlgefallen. 28 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2. Gott Bater, wir verehren dich,| Pilgerschaft im Glauben selig schliemit Loben und mit Danken; denn sen. Wir wollen dir gern folgen. du regiereft ewiglich, dein Thron 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden fann niemals wanken. Herr, alles, schon als unsers Gottes freuen. Herr, was du sprichst, geschieht, so wie dein jegne uns von deinem Thron, daß Aug auf alles sieht. Wohl uns, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das du regierest! Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. - 3. Christe, Gottes einger Sohn! für uns ins Fleisch geboren! Kamst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir verloren. Sei uns mit deinem Heile nah! Ach, für uns Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. alle starbst du ja! Erbarm dich un- 41. heiligste Dreieinigkeit! aller! nach 4. O heilger Geist! du theures ehren, bemüht sich deine Christenheit; Pfand, du Tröster der Erlösten! Er- dein Lob läßt sich stets hören. Wie leucht mit Weisheit den Verstand, hoch bist du, wie wundersam! Anund komm, das Herz zu trösten. Sei, wo wir wandeln, unser Licht! laß uns auch im Tode nicht! traun auf deine Treue! Verbetungswürdig ist dein Nam, dein Wesen unerforschlich. Wir 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar an jedem Orte, des Allerhöchsten Segensspur; doch Dank sei seinem Worte! es zeigt uns ihn erst recht, er heißt: Gott Vater, Sohn Mel. von Nr. 17. err, unser Gott, wer ist 40. höchste Wesen. Und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Bater, an. Sind wir gleich vor dir Slinder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. men Sünders. 3. Nun meicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgesänge fließen! Du Vater, aller Wesen Quell und Ursprung, sei gepriesen! Du Bater, haft von aller Zeit in grenzenloser Ewig teit den Sohn, dein Bild, gezenget. 4. Du schufst den weiten Erdenkreis mit gnädgem Wohlgefallen. Du schufft den Menschen; Dank und Preis soll erst durch ihn erschallen. Du trägest durch dein mächtig Wort, was du erschaffen, immerfort, und herrsch'ft mit weiser Güte. 3. O Jesu, erger Gottessohn! Du 5. D bester Vater, steh uns bei, Heil, darauf wir hoffen! Durch dich uns, deinen armen Kindern! wir fehsteht zu des Vaters Thron der Weg len oft noch, ach verzeih, verzeih uns wieder offen. Uns zu befrein uns armen Sündern. O, unsre Noth von Sünd und Tod, kamst du zu ist mannigfalt; errett uns, Herr, und uns auf Erden. Olaß uns, unser hilf uns bald, zeig dich an uns als Herr und Gott, froh deines Segens Vater! werden, und dir im Glauben dienen. 6. Herr Jesu Christ, des Ewgen Sohn, von Ewigkeit geboren! Du herrsch'st auf deines Baters Thron, zu unserm Heil erforen. Durch dich erschuf er diese Welt, du bists, durch den er sie erhält, o Gott, aus Gott geboren. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott! Wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Lust und Kraft. Laß uns des auch genießen! damit wir unsre und seinen Vollkommenheiten. 29 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, 10. O heilger Geist, du Geift des wer dich sieht, sieht den Vater; ein Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein Helfer, ein Berather des Menschen. Du erwarbst ihm Huld, bezahltest seine schwere Schuld durch dein unschuldig Leiden. Herrn, durch den wir Abba schreien, nur du kannst uns, und thust es gern, zu seinem Bild erneuen. Durch dich wird unsre Hoffnung feft, und wenn uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Troft noch träftig. 8. Nun sigest du zur rechten Hand des Vaters hoch erhoben, beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dämpfst der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, nnser Gott! du bists, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlassen. 9. Von Ewigkeit warst du auch schon, o Geist, Quell aller Wahr heit, Gott mit dem Vater und dem Sohn, erfüllt mit höchster Klarheit. Bom Vater und vom Sohn gesandt, Chor befingt, wo heilig, heilig, mach uns die Gottheit recht bekannt heilig klingt, so hör hier unser und ihr zu dienen willig. 12. Gott Vater, Sohn und heil ger Geist, wie groß ist deine Gütte! sei ewiglich dafür gepreift, mit freudigem Gemüthe! Wenn dich der Engel Lallen! Der 19. Pfalm. 42. D DE 3) Von der Schöpfung. ie Himmel rufen, 11. Geist des Gebetes, fteh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Dankbarkeit, mit wahrer Reu zu Gott im Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jesum Chrift getroft und selig sterben. jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht; die ausgespannte Beste lehret die Werke, die sein Arm gemacht; und aller Welten Harmonie verfiindigt und besinget sie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; doch wer hört ihre Stimme nicht? 3. Die Ordnung funsterfüllter Kreife verherrlicht Gott durch jedes Land und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Lob der fernsten Welt bekannt; denn wer sieht ihre Wunderbahn, und betet nicht den Schöpfer an? erwache, der Sonne strahlend Zelt, 4. Wer schuf, daß uns der Tag als Er? Sie kommt; so geht vom Brautgemache der heitre Bräutigam daher; sie eilet, wie ein Held zum Streit erwachet und des Kampfs fich freut. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Morgen, bis in den fernsten West ihr Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Gluth verborgen; sie gehet allen fegnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Graun der Nacht, beseelt die Welt und gibt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stärkt die Seelen, daß sie leben, und gibt dem tranfen Herzen Kraft. Sein Wort ist ohne Falsch und Trug, erhellt und macht die Einfalt flug. 30 Erster Theil. Von der Schöpfung. 7. Kus seinen richtigen Gesetzen 3. Daß Fraut und Pflanzen fich quillt Freude für die Traurigkeit. verjüngen, und alles neues Leben Sie heiligen, wenn sie ergötzen. Wie fühlt, daß alle Bäume Blüthen brinlauter ist, was Gott gebeut! Herr, gen, das Feld mit tausend Farben deines Wortes reines Licht erleuchtet spielt, das fließt allein aus deiner jedes Angesicht. Gnad, die unsre Welt gezieret hat. 8. Die Furcht des Herrn erhebt und 4. Wie viel vermag dein mächtig: Schmücket ein folgsam Herz, und macht Werde! erhabenster Herr Zebaoth! es rein, und ewig bleiben die beglük- Dein Lob verkündigt zwar die Erde, tet, die sich dem Dienste Gottes weihn. doch herrlicher noch, reicher Gott, Denn alles, was der Herr gebeut, ist verfündiget der Himmel Pracht die Wahrheit und Gerechtigkeit. Größe deiner Schöpfermacht. 9. Die Zeugnisse des Herrn sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles noch so feine Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, fließt aus der Sonne feurig Meer. Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, von dir kommt auch das Wunder her, daß mir die Schönheit dieser Welt so strahlend in die Augen fällt. 10. Wie warnen sie nicht deine 6. Was zeugt das Heer von tau Knechte! Der hat viel Segen, der send Sternen, das selbst die Nächte sie hält! Doch oft vergißt man deine reizend macht? Von ihnen soll ich hier Nechte. Wer merkt, o Gott, wie schon lernen, wie groß, o Schöpfer, oft er fällt? Vergib, das bitt ich, deine Pracht! Gott, du bist nichts, Gott, von dir, auch die verborgnen als Heiterfeit; nur Licht und StrahSünden mir! len find dein Kleid. - 11. Enthalte mich von frechen Siinden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sei! 12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Reden, die sich deiund angenehmen Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. Stunde, dir mein Gebet gefeufzet 44. W beine Macht, die Weissein! ja dein gnädig heit deiner Wege, die Liebe, Wort, Herr, mein Erlöser! Gott, alle wacht, anbetend überlege: i mein Hort! Ich habe die für Mel, von Nr. 42. meiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 43. Gott! den alle Himmel ehren, von dir kommt 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, aller Himmel Pracht. Was wir nur die Wunder deiner Werke. Der HimSchönes sehn und hören, hat deine mel, prächtig ausgeschmückt, preift Hand allein gemacht. An deine Weis- dich, du Gott der Stärke! Wer hat heit, an dein Licht, reicht keines Mendie Sonn an ihm erhöht? Wer tleifchen Denken nicht. det sie mit Majestät? Wer ruft dem 2. Du bists, der die Geschöpfe Heer der Sterne? weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. 3. Wer mißt dem Winde seinen Du bist es, der die Erde kleidet, und Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? fie mit grünem Schmuck behängt. Wer schließt den Schooß der Erde Du bist es, der durch seine Kraft auf, mit Vorrath uns zu segnen? dem Frühling neue Anmuth schafft. O Gott der Macht und Herrlichkeit, 7. Ach Schöpfer! Heilge mein Ge fichte, wenn ich so voll Verwundrung steh, daß ich in deines Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, seh. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenlust. Von der Schöpfung. 31 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der statt des Nutzens Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne sein! Mein Schatz und Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise; hier geht mein Weg zur andern Welt. D, mache du mich flug und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. Erster Theil. Gott, deine Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preift der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum' in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Gült und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist! erhebe seinen Namen! Gott, unser Bater, sei gepreist, und alle Welt fag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn, und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Wer nur den Keben Gott.- 7. 45. Gott des Himmels und D der Erden, der du allgegenwärtig bist, und nimmer kannst begriffen werden, vor dem kein Ding verborgen ist: Ach ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! 2. Wohin ich Herz und Augen tenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke die wundervolle Kreatur, so ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist Gott, wie klein bist du. 3. Es zeigen alle Elemente, wie weif, und gut der Schöpfer sei. O, wenn das Stumme reden könnte, so stimmt es der Ermuntrung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! die Erd ist deiner Güte voll. D, gib mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann, und hab, und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! Mel. des 140. Psalms. D De Himmel rithmen ie Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, 0 Mensch, ihr göttlich 46. Wort. 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimms und sich die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fithllos wohl beschaun? Durch wen ist alles? gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bins, mich liebe dein Gemüthe, und nehm an meiner Gnade Theil! 32 Erster Theil. Von der Schöpfung. - Von den Engeln. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. S err, du hast in deinem Reich große Schaaren heilger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich, denn ich bin noch voller Mängel. Ach! wann werd ich auch so rein, als die guten Geister sein? 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stärke mich bei der Beschwerde! Stärke mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmlisch sei gesinnt. 3. Gib mir Weisheit, gib mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd deinen Engeln Mel O Welt ich muß dich laffen. 48. u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn! du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geister! mein Mund soll deinen Nuhm erhöhn. 2. Herr, deine Himmelsheere, die Zeugen deiner Ehre, gibst du zn meiner Wacht. Sie sehn dein Angesichte im höchstvollkommnen Lichte, und haben dennoch auf mich Acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese WunderSchaar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, durch deren Schutz ich sicher war. ferner diese Hüter zu meinem Schirm 4. Gib, Geber aller Güter, gib mir bei. Es sei mein ganzes Leben mit ihnen stets umgeben, so bleib ich manches Fehltritts frei. ähnlich werd. 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Laß uns doch stets darauf sehn, daß wir dir gehorsam werden, so in deinem Wil- 5. Doch sollen sie nicht weichen, len ruhn, wie die reinen Geister thun. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schaar, daß sie schützend uns umgeben. Wo wir gehen aus und ein, laß fie unsre Wächter sein. 6. Sie thun ja deinen Willen; ich fünstig werde sterben. Laß mich deinen Worten, o Herr, an allen 6. Mach es, wie mit Lazaro, wenn laß mich den auch erfüllen. Sie leben völlig rein; laß mich, nach) dann auch eben so deines Himmels Freuden erben. Bringe durch der Orten auch so, wie sie, die Sünde Engel Hand mich hin in mein Ba- scheun. terland. so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben, und wahre Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 7. Wenn ich denn endlich scheide, 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl so führe mich zur Freude, auf ihren bei den Auserwählten stehen, wenn die Händen ein. Bei dir, o Höchster, Bösen in den Pfuhl der Verdammniß droben will ich dich ewig loben, zitternd gehen. Mache mich in deinem wenn ich den Engeln gleich werd Reich völlig deinen Engeln gleich. fein. 4) Von der Vorsehung Gottes. Der 33. Psalm. Mel. des Psalms. 5. Er spricht, um etwas zu vollbringen: so ists im Augenblick geschehn. Er rufet unerschaffnen Din gen: so find sie wirklich schon zu 49. J hr Frommen, auf! die sehn. Allen Rath der Großen weiß er umzustoßen, wie es immer geh. Alle Lift der Erden muß zu Schanden werden, daß sein Rath besteh. ihr die Ehren des Gottes aller Ehren singt; dieweil sein Lob von Zions Chören noch eins so angenehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Mischt der Orgeln Töne in den Jubelsang! Lobet ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten eurer Flöten Klang. 2. Verherrlicht ihn mit neuen Weifen! Erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seid, ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort uns lehret, was sein Mund uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß mans merke, seine Wahrheit dar. 33 3. Gerecht und heilig ist sein Wille und jeder Ausspruch, den er fällt. Der Ausfluß seiner Segensfülle ergeußt sich durch die ganze Welt. Die gewölbten Lüfte und der Himmel Klüfte hieß sein Machtwort feyn. Aller Sternen Kreise, Wechsel, Licht und Weise schuf sein Hauch allein. 6. Er wechselt niemals in Gedanten. Kein Fall der Zeiten schwächt sein Reich. Er kann nicht, wie die Menschen, wanken, und ist sich selbsten ewig gleich. Wohl denn dem Geschlechte, welches sich mit Rechte Wohl euch, zu den Seinen zählt! Zions Kindern, die er aus den Sündern, als sein Erb, erwählt! 7. Er sieht von seiner Sterne Bühnen das Thun der Erdenkinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen und die vor ihm nicht lauter sein. Gott, der Weltberather, nimmt, als Herr und Vater, aller Menschen wahr; seiner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum ken er dessen Haß und Lust, und was sich da Geheimes reget, ist eher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Arm. Dieser ist bewährter, als der Helden Schwerter und der Riesen Schwarm. 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein Sieger oft glücklich durch die Feinde ris, ist keinem Flüchtling, keinem Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die sich Gott ergeben, deren Gut und Leben nimmt sein Aug in Acht. Ihre Seele trauet, wenn dem Bösen grauet, seiner Huld und Macht. 4. Er hält die Meer und Wasserschätze in ihrem sichern Abgrund auf. Er schreibt der Ebb und Fluth Gesetze, und ordnet aller Flüsse Lauf. Adams ganz Geschlechte fürchte Got au Schmerzen seiner Hülf tes Rechte, die dies wirken kann! Betet, freche Geister, Gott, des Don ners Meister, mit Erstaunung an! 10. Der Flügel Gottes deckt die Seinen vor allen Todsgefahren zu Wenn andre lang nach Brode weinen, fo speift er uns in milder Ruh. Derum, fromme Herzen, harrt in und Kraft, die euch fest umringet, alle Noth verdringet, und euch Heil ver schafft. 3 34 Erster Theil. 11. In dir, o Herr, in dir alleine erfreuen wir uns jederzeit. Der Trost für Ifraels Gemeine ist deine Treu und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen ferner an uns Armen, du, o höchstes Gut! Gib uns einst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht. - Der 65. Psalm. Mel. des Psalms. 50. M Von der Vorsehung Gottes. an betet, Herr, in Zions Stille zu deiner Macht und Huld. Da zahlt man dir der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld: da merkest du auf unsre Lieder und Bitten für und für, und sammelst deiner Kirche Glieder 5. Dein Wint gebeut den wilden Meeren, und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle sich empören, so dämpfst du ihre Wuth. So weit der Erde Theile reichen, erschrickt die Heidenschaft vor deiner wahren Gott heit Zeichen und deiner höchsten Kraft. 6. Du machest fröhlich, was da webet, so bald der Tag erwacht; und Abends danket, was da lebet, dem Schutze deiner Macht. Wenn du erquichst mit Thau und Regen der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder Reichthum groß. 4. Die Hoffnung aller MenschenSchaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein nur mußt bewahren, was See und Land enthält. Du bist es, dessen sichre Stärke die Berge gründen kann, und warest zu dem Schöpfungswerke mit Allmacht angethan. 7. Dein Brunn, der nimmermehr verfeiget, erquickt sie früth und spät, bis keim und Nehre treibt und steiget, und alle Frucht geräth. Wenn Herr, so tränkst du fie, und thaueft Furch und Fluren sich verneuen, o Wachsthum und Gedeihen auf unsre Saat und Müh. 8. Du frönest alle Jahreszeiten mit Fettigkeiten auf unser ganzes Land. segensvoller Hand, und träufelst eitel Es triefen Wüsten, Haid und Weiden von ihrem fruchtbarn Guß. Die Hügel schmücken sich mit Freuden und Holdem Ueberfluß. aus aller Welt zu dir. 9. Es wimmeln von dem Schaaf2. Daß uns der Sünden Laft nicht gedränge die Anger rings umher. schade, wie schwer sie immer sei, so Es stehen von des Kornes Menge spricht uns Arme deine Gnade von die Quen dick und schwer. Da schallt Fluch und Schulden frei. Wohl der Dank von tausend Chören: der denen, die sie aus den Sündern zu frohe Landmann singt des Allerhalters deinem Dienste wählt, und hier und Macht und Ehren, daß Berg und dort zu deinen Kindern und Haus- Thal erklingt. genoffen zählt! 3. Du gießest nach den bangen Zeis ten den Trost auf Jakobs Haus, vom Site deiner Seligkeiten, an allen Enden aus. Wir fönnen deiner Liebe 51. Sei feurig, See Proben in tausend Wundern sehn, und dich als unsern Heiland loben, hovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du, zu loben, ihn, den Jesobald wir zu dir flehn. mein Gott! Licht, das auch Serasehr erhoben, geschmückt mit Majestät, phinen schrecket, Licht ist dein strah Yenvoll Gewand! Himmel strecket zum Vorhang aus, den grenzenlosen Herr, deine Hand. 2. Du baust in unermeßne Höhen, Allgegenwärtiger, dein Haus: und Der 104. Pfalm. Mel von Nr. 33. Seele, Gott Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 35 wölbst mit dichten Wasserseen die gen die Bäume uns so manche Frucht; glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst die Cedern Libanons, Herr, fieigen auf Wolken, deinem Wagen, nahst dich in Wettern fürchterlich; dein Wagen donnert; willig tragen die Fittige des Sturmes dich! 3. Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, Herr Zebaoth; wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Die ner, Gott. Du haft der Erde Grund bereitet, sie steht und wanket nimmermehr. Einst war sie mit der Tief umkleidet, und über Berge floß ein Meer. 4. Du schaltst die Wasser, und sie flohen vor deinem Schelten schnell vorbei. Sie hörten deinen Donner drohen, enteilten, und das Land ward frei. Der Berge Gipfel, Herr, erschienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thäler fanken unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 5. Du hast dem Meer ein Ziel gestecket, das es nicht überschreiten kann; die Erde wird nicht mehr bedecket, es findet nie der Rückkehr Bahn. Von dir wird aus der Berge Höhlen mit Quellen jedes Thal erfüllt; da trinkt, wenn Hitz und Durft ste quälen, der Felder Volk, des Waldes Wild. - empor, gepflanzt durch deine Zucht. 9. Die Vögel baun in ihre Wipfel, die Störch in Tannen sich ihr Neft. Die Gemse liebt der Berge Gipfel, die sich auf steile Höhn verläßt. In Klüften, in der Felsen Höhlen verbergen die Kaninchen sich. Die Zeit zu ordnen, fie zu zählen, theilt fie der Mond, o Gott, durch dich! 10. Die Sonn eilt, ohne zu ermatten, zum Abzug, ihn versäumt sie nie; dann herrscht die Nacht, und finstre Schatten umziehn die Dann geht das Erde, decken sie. Wild aus seinen Wäldern, was in den Wüsten wohnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nahrung in der Nacht. 11. Der jungen Löwen laut Gebrülle begehret feinen Raub von dir; du nährst sie, Gott, aus deiner Fülle, und sättigst jedes wilde Thier. Doch melden kaum die hellren Lüfte des neuen Tages Ankunft an, so fliehen sie in ihre Klüfte, die nie der Sonne Strahlen sahn. 6. Und an der Bäche Ufer steigen viel schattenvolle Bäum empor; zu frieden wohnt auf ihren Zweigen und singt voll Lust der Vögel Chor. Aus deinen Höhen wird mit Chaue und Regen jeder Berg erquickt. Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Gott, geschmückt. 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden, wie schön bekleidet es das Land! es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod gibst du für des Men schen Leben, und, unsre Herzen zu erfreun, schenkst du aus traubenvollen Neben mit milder Hand uns, Herr, den Wein. 12. Der Mensch erwacht; mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld, wirkt bis zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Ruf Wie zahllos, Gott, find bestellt. deine Werke! die Welt ist deiner Güte voll; du gibst sie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preisen soll. 13. Wie wimmelts in den weiten Meeren von Thieren, die du, Herr, nur zählst, von größern und von kleinern Heeren, die du ernähreft und beseelft. Die Schiffe finden sichre Bahnen, du führeft sie bewahret hin, hin auf den wilden Oceanen, dein Leviathan spielt darin. 8. Wie heiter glänzt von deinem Dele des Menschen frohes Angesicht! Du machst, daß uns das Brod nie fehle; wen sättiget, wen stärkt es nicht? Von deinem Saft ernähret zeu 14. Herr, alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde! Du segnest; sie erquicken sich. Du Deine Hände gibst; fie fammeln. eröffnest du; sie werden satt. Wie schrecket sie ihr nahes Ende, wenn sich dein Blick verborgen hat! 3* 36 Erster Theil. 15. Du nimmst, Herr, deinen Odem wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendest ihn, und sie entstehn. Wie oft erneut dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr fich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Lust zu seinen Werken trägt. 16. Er schaut die Erd an; sie erzittert. Er tastet an der Berge Höhn; und Berg und Fels, durch ihn zer fplittert, find Flammen, dampfen und vergehn. Gott, meinem Goit, will ich lobfingen! ihm, weil ich lebe, Lieder weihn! ihm soll voll Ruhms die Harf erklingen, fein Lob mein letztes Stammeln sein! - Von der Vorsehung Gottes. 17. Und füß ertönen meine Lieder dir, der du meine Freude bist! Bald reinigst du den Erdkreis wieder, der jetzt voll von Verbrechern ist. Sei feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd in aller Welt erhoben, und Hallelujah fing fie Gott! Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. ir, unser Gott! ist nie52. mand gleich im Him mel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über alle dich erhöht, die Kron und Zepter tragen. Gott, über alles führeft. Und wohl 5. Wohl uns, daß du das Regiment, dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regiereft! Ich, dein geringster Un terthan, Herr, bete dich in Demuth an; o sieh auf mich in Gnaden! voll, und auf dem Tugendwege nicht 6. Ich bin verderbt und schuldenftets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten träge! doch du bist gnädig, und voll Huld vergibst du Reuenden die Schuld; drum boff im auch Vergebung. den du für mich gegeben. Mein Jesus, 7. Ich hoff es, weil mich der vertritt, welcher für mich litt, erwarb mir Recht und Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sei; auch mich hat er versöhnet. 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Luft will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7 53. rwahr, du bist, o Gott, bleibt für uns wunderbar. verborgen! Dein Rath sind alle unsre Sorgen; du sorgteft, Umsonst eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich; dies sei genug zum Trost für mich. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sicht, da seh ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrscheft über alles. nissen für unsre Ängen oft versteckt; 2. Dein Weg ist zwar in Finsterdoch wenn wir erst den Ausgang wiffen, wird uns die Ursach auch entdect, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Du herrschest weislich, recht und gut nach heiligen Gesetzen. Du pflegst von deiner Weisheit, Macht und Güt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen nach deiner treuen Hut das Kleine Du kannst viel tausend Wege finden, werth zu schätzen. Auf Alles geht dein wo die Vernunft nicht einen sieht. Augenmert, und immer ists dein lieb- Aus Finsterniß bringst du das Licht. ftes Wert zu segnen, zu beglücken. Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Bergeltung übeft. Du handelst stets nach Billigkeit in dieser von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst und der fünftgen Zeit, beim Strafen und Belohnen. danken! Gott kann weit mehr, ale 4. So weicht denn, ängstliche Geihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird den, der dich liebt, und deiner Füh rung fich ergibe Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 37 5. Drum will ich mich dir überlassen| du bleibst mein höchstes Gut. Was mit allem, was ich hab und bin. Ich frag ich nach der Feinde Wuth! Nichts werfe, was ich nicht kann fassen, auf kann ja ohne dich geschehen. deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Nath voll Güte war. Der 145. Psalm. - 6. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud 55. und Leid. Schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligfeit! So preis ich einst vollkommen dich, so freu ich dein auf ewig mich. Mel. bes 62. Pfalms. 54, 2 Wunder- Gott, der alles schafft, wie groß bist du von Rath und Kraft! Den hohen Himmel sammt der Erden, und was man überall erblickt, hat deine Hand, de Rath beschickt, des gleichen was noch erst soll werden. 2. Man spürt dich kräftig überall und groß ist deiner Werke Zahl; du ordnest Sonnenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. ch will, mein Gott, du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen! Sei täglich, ewig fei von mir erhoben! dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß! Wer kann ihn gnug erheben? wer kann mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß er ist begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben; dich werden unsrer Kinder Kinder loben und deine Macht befingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig! wie groß in deinea Wundern, Herr, wie mächtig! das preis ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm um her erschalle, die Welt von deinen Thaten widerhalle, und deine Wahrheit, deine Huld befinge, und Preis dir bringe. 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis 6. Der Herr ist mild, von duldenbelebt der Frühling unsre Fluren. dem Gemüthe, barmherzig, gnädig, Wenn uns ein Glücke wird gewährt, wenn uns ein Unglück widerfährt, so sehn wir deiner Allmacht Spuren. und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Sie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Je5. Auch stärke meine Zuversicht, so hovah, deiner gleiche, das rühmen quälet mich die Sorge nicht, wie mirs fie, damit sie auf der Erde bewunnoch fünftig möchte gehen. Du bist, dert werde. 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Welt so fest in ihrer Ordnung hält, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gib, daß mein Herz geduldig trägt, was du mir, Herr, haft auferlegt; hilf dankbar sein in Gegenszeiten. 38 Erster Theil. 9. Dein Reich, o Gott, ist herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob befungen. - Von der Vorsehung Gottes. 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Jehovah hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. eh wir sind, und hast nie Lust uns zu 3. Du fängst an uns zu lieben noch 11. Nach dir, Gott, schauen aller bleibst du mitleidsvoll, bist sorgsam, betrüben; doch nützt uns eine Laft, so Wesen Blicke, daß deine Hand fie deinen Kindern die Bürde sanft zu väterlich erquicke; du gibst auch einem jeden seine Speise, daß er dich preise. lindern, die sie nun treffen soll. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thuft deine Hand auf und gibst allen, was sie bedürfen; keiner sucht vergebens dich, Quell des Lebens! 13. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade; untadelhaft sind alle seine Pfade, und was er thut, gereicht zu feinem Preise, ist gut und weise. 14. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine Hülfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 15. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Gewalt und Frebel üben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Rache. 16. Ja, ewig will ich seinen Namen loben! von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müffe, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. 56. G Mel. Von Gott will ich nicht laffen. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? dein Wort, Herr, tröftet mich. Durch 4. Läff'st du mich Noth empfinden; dich muß sie verschwinden! drum hoff ich stets auf dich mit kindlich trenem Sinn. Drum werf ich, was zu tragen täglich auf dich hin. mir schwer deucht, ohne Zagen, noch 5. Noch immer ist mein Hoffen, das sich auf dich verließ, so sicher eingetroffen, wie mirs dein Wort verhieß. Du haft mir wohlgethan; denn deine Gnad ist größer, und machts mit mir viel besser als ichs ersinnen kann. 6. Dein Name fet gepriesen, der fich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Netter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, und deiner Güte singen jetzt und auch immerdar. 7. Du hast mir wohlgerathen und lauter Guts gethan, daß deine Lie besthaten ich nicht gnug rühmen kann. Hilf, daß ich ewig dort verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen dich preise, Herr, mein Hort. ott, der an allen Enden viel große Wunder thut, in deffen treuen Händen mein ganzes Leben ruht: Du zählft die Aus dem 9. Pfalm. Mel. Valet will ich dir geben Zahl mir zu von meinen Lebens- 57. G ott! meine ganze Seele tagen mit ihrem Glück und Plagen, macht deinen Ruhm bekannt. Dir mit Unruh und mit Ruh. dank ich und erzähle die Wunder Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. Der 121. Pfalm. - deiner Hand. Mein Geist ist froh. Mel. von Nr. 13. Ich finge: Herr meine Luft bist du. 58. Mein Auge fieht, o Gott, Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Höchster, jauchz ich zu. 2. Du fizest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst: und sie vergehen vor deinem Zorn, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, der widersteht. Ihr tühnen Sünder zittert! bercut noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt und übet Die Wage finkt und steiget, wie sein Gesets gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 5. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie traun auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth; du, Gott, versäumest keinen, der deinen Schutz begehrt. 39 2. Getrost mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behlitet, schlummert nicht. In Finsterniß ist er dein Licht. Kein Uebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schützet dich. Durch seine treue Vaterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 3. 4. Sein Schuß gewährt dir Sicherheit, sein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. Dein Segen folg aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. 6. Ihr Bürger Zions! preiset, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er flaget, und stillt der Wetter Wuth. Schaue 7. Herr! sei mir gnädig! voll Huld auf meine Noth! Du bists, dem ich vertraue, du hilfft auch selbst vom Tod. Nach überwundnem Leiden geh ich ins Heiligthum, und, fiber dich voll Freuden, erheb ich deinen Ruhm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe dir. 59. N och immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet sich noch auf die Erd herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und läsf'st noch immer jedes Land in deinem Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Bon dir gesegnet, gibt der Baum den Schatten, den man sucht, und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nähreft jede Kreatur. O Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist une erschöpflich reich. 40 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 6. Wem strömt fie nicht, von dir| Leben schufft, wo uns vollfommne erfüllt, Lust und Vergnügen zu? Wer Freuden fehlen, nein, sie zum beffern ift so gut, so treu, fo mild, so väter Erbtheil rufft: dein Sohn gieng auf lich, wie du? der Leidensbahn uns zum Erempel selbst voran. 5. Du zählst und segneft unsre Tage, und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage. Ein ewig Wohlsein folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. - 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9. O, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägts und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht bloß für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns sein. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 60.err und Schöpfer unsers Lebens, du hegst ein wahres Baterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du siehst und linderst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. 11. Läff'st du uns deine Freund lichkeit schon hier so herrlich sehn: was wird in der Vollkommenheit der fünftgen Welt geschehn? 12. Noch tiefer bringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein. D Herr, laß dies erhabne Glück mir stets vor 61. Augen sein! 1 2. Dem Fluche, der die Welt noch drüldet, die ganz im Argen sicher liegt, hast du zwar schon dein Voll entrücket, das durch den Glauben an dich siegt. Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht die Sünder schreckt. 3. Allein des Lebens bange Sor gen beschweren hier noch oft ihr Herz. Oft hältst du, Retter, dich verborgen, als fenntest du nicht ihren Schmerz. Der Stolze wühlt im Ueberfluß oft, wenn der Fromme darben muß. 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Vater, zu dir um Hülf und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zu rechter Zeit erfreut. Du den der Engel froh erhebt, du sorgft für alles, was da lebt. 4. Doch, Herr, der du der Menschen Seelen nicht bloß für diefes 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du leitest mich recht väterlich. ei zufrieden mein Gemüthe, Gott ist gut! was er thut, ist voll Lieb und Güte. Schaue feine große Thaten! was die Welt in sich hält, ist ihm 5 wohlgerathen. 2. Beides, Erd und Himmel, preisen feine Macht, Tag und Nacht müssen es beweisen. Sonn und Mond find laute Beugen; was sich regt und bewegt, kann es nicht verschweigen. 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erkennen. den, in der Höh, in der See, oder 4. Was auf Bergen und in Grün Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 41 fonft zu finden, rühmt die Weisheit| seinen Willen gehorsam zu erfüllen, seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. so nimmt er selbst sich meiner an. - 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Seel und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke? Leben? 6. Wie mich fein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja tein Augenblid verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen; wenn die Last kaum gefaßt, half Gott selber tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ichs überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlaffen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht hassen. 5. Er laffe meine Sünden bor ihm Vergebung finden, durchstreiche meine Schuld, und wenn ich zu ihm schreie, so schent er mir aufs neue in Chrifto seine Baterhuld. 6. Leg ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht, irr ich auf finstern Wegen, eil ich dem Kreuz entgegen, so sei sein Wort mein Trost und Licht. 7. Schein ich von ihm verlassen, so will ich mich doch fassen, und seiner Hülfe traun! und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zukunft schaun. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen; denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That; er, er wirds wohl machen! - 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut; ich lebe oder sterbe, fo bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. Der 93. Pfalm. Mel. D Welt ich muß dich laffen. 48. Mel. von Nr. 18. 62. In allen meinen Thaten 63. Tehovah herrscht mit Mo ich den jestät bekleidet, er gürtete rathen, der alles kann und hat! Er sich selbst mit Allmacht an, und hat muß in allen Dingen, solls anders sich in der Welt ein Reich bereitet, wohl gelingen, der Helfer sein durch so fest, daß nichts es je erschüttern tann. Von dem an steht dein Thron Rath und That. in Ewigkeit, denn ewig bist du, schaust von deinen Höhn, wie sich empörte Ströme schwellend blähr fichst ihre Wuth, die weit Verderben dräut. 2. Das Weltmeer tobt; der starten Wogen Stimme braust donnernd aus den Tiefen fürchterlich; du Stärkerer siehst ruhig ihrem Grimme vom Him mel zu; du winkst: die Wuth legt sich. Wahrhaftig ist, was, Herr, dein Wort uns lehrt, gewiß, was du versprichst. Zu jeder Zeit ist deines Hauses Zierde Heiligkeit, sie nur, die dir gefällt und ewig währt. 2. Was nüßen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glück und Plage, und bös und gute Tage, eh wir noch waren, zugezählt. 9. So sei nun, Seele, stille, dein Ruhm sei dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! dein Bater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Nath. 3. Was Gott für mich ersehen, das soll und muß geschehen, ist mein beschieden Theil. Drum laß ich mir in allem, was er mir gibt, gefallen, und halt es für mein wahres Heil. 4. Ihm trau ich in Gefahren; Er wird mich wohl bewahren, er, der da will und kann. Such ich nur Erster Theil. Der 96. Pfalm. Mel. von Nr. 33. 64. D Erhebet Gott durch neue Lieber, voll nie gehörter 65. Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel fchallet fie! Besingt den Herrn und seine Werke, lobt seinen Namen! Tag auf Tag erzählet froh, was seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag! 42 - Von der Vorsehung Gottes. Der 97. Pfalm. Mel. des Psalms. 2. Groß ist dies Heil! O, sagt mit Freuden sein Lob der Erdé Völkern an! Verkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Arm gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Angesicht! bewährt ihm eurer Treue Proben! nur bor den Göttern zittert nicht! 3. Die Götter, die die Völker ehren, find Göten ohne Sein und Kraft. Gott aber, dem wir angehören, Gott ist es, der den Himmel schafft. Bor ihm ist Majestät und Ehre, voll Stärke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, bringt, aller Völker Chöre, dem Herrn und seinem Namen Ruhm! 4. Bringt Opfer, welche Gott gefallen, im Schmucke, der ihm wohl gefällt! fallt hin in seines Tempels Hallen! ihn fürchte heilig alle Welt! Der Herr ist König! sagt der Erde: sein Reich wird ewig fest bestehn! Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergehn! 5. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein Himmel! die Erde dank und freue sich! des großen Weltmeers froh Getümmel und sein Bewohner preise dich! Laßt alle Felder, laßt die Heer den aufhüpfen! laffet jeden Hain und jeden Baum voll Jauchzens werden, sein Lob ertönen, sein sich freun! 6. Vor unsers Gottes Angesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Erdkreis richtet er. wägt dem menschlichen Geschlechte sein Er Urtheil, Fromme, frenet euch! nach seiner Wahrheit, seinem Rechte, Verdienste und Vergeltung gleich! er König aller Welt ist Gott, der sie erhält. Ihr Länder sammt den Meeren, frohlockt zu dessen Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo fein Stuhl besteht, und sein Gericht ergeht, das keinen Sünder schont. Blizz auf Blitz, die Bösen zu verzehren, 2. Um seinen Wollensity erscheinet wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet Berg und Kluft, es glühet Erd und Luft! und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den Wettern ruft. so schmelzen auch geschwind vor seiner 3. Wie Wachs beim Feuer rinnt, Allmacht Flammen die Berge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolken bricht! 4. O schämet euch forthin, und brauchet Aug und Sinn, die ihr mit Götzen prahlet, und ihnen Opfer zahlet! Berehrt den höchsten Geist, der sich als Gott erweist, und welchen immerdar die demuthsvolle Schaar der Engel selbsten preist. Zions Reich auch über eurer Reue und 5. Bekehrt, bekehret euch, damit sich eurem Heil erfreue! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. so stimmet mit uns ein, daß ihm doch 6. Shr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. Böse, damit er euch erlöse. Er nimmt der Seinen wahr und schützt sie wunderbar. Verfolgt sie Satans Macht, so hält er treue Wacht und zeucht sie aus Gefahr. - 7. Erscheint sein Freudenlicht dem Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stärke seinen Muth in Gott, dem höchsten Gut, so dante jederzeit dem Gott der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. Aus dem 127. Pfalm. Mel. des 130. Psalms. 66. N immt Gott, dem wir ertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann! Will er die Stadt nicht schützen, er, groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nützen? Umsonst ists, daß er wacht. 2. Ihr wachet spät und frühe, und est voll Traurigkeit das Brod der Sorg und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nützt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt was er bedarf, im Schlummer. sad unerwartet gibt? Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. B Weltkreis lenkt! er zeichnet Stern und Winden die abgemeßne Bahn; follt er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs soll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm bestehn. Gott läßt durch Sorg und Grämen und durch selbsteigne Pein sich keine Wohlthat nehmen, sie muß erbeten sein. 3. Dein Aug, o Gott der Gnade, steht immer ungeschwächt, was gut sei oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du dann erlesen, dein Rath fürs beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. 43 4. An wunderbaren Wegen fehlt dirs, Vlweiser! nicht. Dein Thun ist Gnad und Segen, dein Gang ist Recht und Licht; und wenn du deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Werk nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. 5. Hoff, o bedrängte Seele! Hoff und sei unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm entrücken, erwarte nur die Zeit, bis dich mit holden Blicken sein Angesicht erfreut. efiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der treuen Baterpflege des, der den 6. Auf, wehre deinem Schmerze, der Sorgen bange Nacht verfinstre nicht dein Herze! Auf! brich der Schwermath Macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll! Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath das Werk hinausgeführet, das dich geängstet hat. 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, und würde dir oft bange, daß er dich nicht ges Univ.- Bibl. Giessen 44 Erster Theil. Von der Vorschung Gottes. hört: Er wird dir Hülfe senden, wenn| gesättigt werde. Thau, Stegen, Son dus am mindsten gläubst, und all nenschein und Wind, die deiner Allmacht dein Unglück wenden, so du ihm treu Diener sind, erzählen deine Güte. berbleibst. 9. Wohl endlich deiner Treue! bu trägst den Sieg davon. Auf! daß dein Herz fich freue, schau nur den reichen Lohn! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpfalmen den, der dein Leid gewandt. 10. O, ende, Herr, o ende, hier alle unsre Noth, und reich uns' deine Hände im Leben und im Tod! Stets laß uns deiner Pflege und Treu empfohlen sein; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 4. Doch fühllos nur und unbeseelt find Auen und Gefilde; auch haft du nicht die Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, fennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben. 5. Lobsinget ihm! er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd und Meere. Ich lob, o Gott, ich preise dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb und Gnade. dräut, wenn Berg und Thal erzit 7. Es strömen, wenn dein Donner tern, Gesundheit, Stärlung, Frucht barkeit selbft aus den Ungewittern! Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. 6. Du rufft die Wolken übers Land und tränkeft mild die Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch 8. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Dein freun des Himmels Heere sich; auch wir, o Gott, wir loben dich, und sind, wie fie, unsterblich. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 68. Lobt Gott, der uns den Frühling schafft, Gott der den Erdkreis schmücket! der mit allmächtig reicher Kraft das, was er schafft, erquicket! Der Herr erschafft, der Herr erhält! er liebt und segnet feine Welt: Lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, und lebt nun wieder. Es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem 69. D Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt und heiter glänzt der Himmel. Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel, und gnädig schauet Gott Herab, der allen Sein und Leben gab, auf seiner Hände Werke. 9. Doch schwach ist, Bater, unser Dank, ben wir dir findlich bringen. Wir wollen unsern Lobgesang einst würdiger dir singen. Dir weihn wir unsre Lebenszeit, und sehn das Heil der Ewigkeit im Geifte schon von ferne. Der 73. Pfalm. Mel. des 89. Psalms. urch so viel Schein gestärkt, fämpft Zweifel, wie ihr wollt; Gott ist doch Israel, doch reinen Herzen hold. hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein Gang war ungewiß, mein Fuß fing an zu gleiten. Ich hörte eifersvoll das Jauchzen stolzer Thoren, fah Frevler mit Verdruß zum Glück allein geboren. Allein wie Erster Theil.- Von dem Menschen, seiner Natur 2c. 45 2. Des Todes ernster Blick, sein| Herrn auf Erden und seiner Vorsicht Schmerz erschreckt sie nie; in immer Gang und ihren Grund zu wissen. frischer Kraft des Wohlseins blühen Umfonst! Mein Aug sah nichts in fie, von aller Mühe frei, worunter ihren Finsternissen. Menschen zagen, von Andrer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ist des Halfes Schmuck, den sie sich umgehangen, und Frevel ist das Kleid, darin fie festlich prangen. 3. Der Körper nimmt an Fett, der Geist an Kühnheit zu, schweift in Entwürfen aus, kennt weder Maaß noch Ruh; droht alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will 8. Wie das Erwachen bald des auf Andrer Noth sich seine Höher Traums Betrug vertreibt, der Bettrichten; und spricht von ihr herad, tern Schätze schenkt, so wird ihr Glück und will bewundert werden; dem Himzerstäubt. Vom Pöbel kurz vorher mel trotzt ihr Mund, die Zunge herrscht verehrt, gleich einem Gotte, dient auf Erden. dann des Frevlers Bild, Herr, deiner Stadt zum Spotte. Den Abweg sah ich jetzt, worauf ich schier gerathen, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 4. Der Pöbel sieht ihr Glück; fucht Theil an ihrer Ruh; drängt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich 3u. Sie sprechen: sollte Gott herab auf Erden sehen? in seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht diese Frevler an! Ihr Spott sind die Gesetze; doch blühn sie ruhig hier, und häufen Schätz auf Schätze. 5. So hab ich denn umsonst gesucht, im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld der Tugend treu zu sein! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst verseufzen muß, in mehr als einer Plage! Gezüchtigt werd ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sorgen! 6. Schweig, schweig, empörtes Herz! fall nicht den Frevlern zu! Denn schlösseft du, wie sie, wie treulos würdest du an aller Heilgen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des 7. Bis ich ins Heiligthum des höchften Lehrers ging, und da mein blödes Aug ein göttlich Licht empfing. Da ließest du mich, Gott, der Frevler Ende sehen! ich sah im Schlitpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, sah schnell sie hingestürzt, fie schnell von dir gerichtet, und schreckenvoll ihr End, und all ihr Glück zernichtet. 9. Doch hatte der Verdruß faft die Vernunft verdrängt; ich war ein Vich vor dir, das nur am Anschein hängt! Nun bleib ich stets bei dir! du fassest meine Hände, führst mich nach deinem Rath zu der Verklärten Ende! Was würde ohne dich mir selbst der Himmel werden? Nichts, nichts gelüstet mich, Gott, außer dir, auf Erden! 10. Berschmachteten auch, Herr, mein Fleisch, mein Herz vor Leid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigkeit! Die treulos von dir fliehn, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden sie vergehen! Zu dir halt ich mich, Gott, das soll mein bestes heißen, nur dir will ich vertraun, und deinen Namen preisen! 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. Bater, riefft mich aus dem Nichts 70. Dein bin ich, Gott, dein zum frohen Anschaun deines Lichts. ist mein Leben! Wie 2. Wie viel hab ich dir zu verdantröstlich ist mein Ursprung mir! Du fen, Herr, der du mich bereitet haft! haft den Odem mir gegeben, mein Als mich die engen finstern Schranaanges Wesen kommt von dir. Du, ten des ersten Daseins noch umfaßt, Erster Theil. Von dem Menschen, 46 da war dein Auge über mir, da lebt ich, Höchster, nur in dir. - 3. Du gabst mir die vernünftge Seele, die nur so lang im Fleische lebt, bis sie, daß ihr kein Wohlsein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Verstand, Begierd und Wollen zugezer Leib, erbaut von dir, sammt einem jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so fünstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir, ich sei, o Gott, ein Wert von dir, ein Werk von deiner Weisheit. wandt. 4. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so tunstvoll ausgebildt, so wird, o Vater in der Höhe! mein 3. Wie biegsam, wie gelentvoll jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein schließt, den Thoren zu verdammen, ders längnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen sie, wenn meine Seele spät und früh des Leibes Dienst verlanget. 5. Durch deiner Vorsicht gnädigs Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hierher noch erhalten, so daß der Tod vorüber Ich stehe noch und preise dich. Herr, deine Rechte schützet mich. 6. Ich bin nicht werth der großßen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan. Beschämt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Leib und Seel beflect. ging. 4. Ach, hättest du mein Auge nicht so meisterlich bereitet: was nützte mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht, was du erschaffen, schmückeft. 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in Demuth nieder; vergib, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Vater, nicht vor dir! Schaff selbst ein reines Herz in mir! 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sei. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend ich dieses Lebens Lauf: 0 Gott, so richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Dein ewges Leben sei mein Theil, so preis ich ewig dich, mein Heil! Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 71. Dir, Gott, sei Preis und 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören, und empfinden, und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sei voll von deinem Dank! Mein Herz vernimm den Lobgesang der ganzen weiten Schöpfung. rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein gan 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt ste auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, Herz! Entflamme mich, o Blut! daß ich den Höchsten preise. dich, wenn ich die Sinne brauche, 7. D, pries ich, Höchfter, immer geh, lieg und ausruh, oder mich bewege, athme, hauche! Gib, daß mein Leib ein Tempel sei, worin dein ich ewig dein mich freu! und daß Geist stets wohne Dant' gebracht! Dich 72. G ott werde stets von dir erhoben, du, deines Schöpfers seiner Natur und Bestimmung. Bild, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preift? Er schuf mich ja, sein Bild zu sein, ihn einst zu 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Neize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 47 erwägen, mit welcher Güte du mich liebst! Möcht ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen sein. schaun, mich sein zu freun. 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; und mir, dem Strahl von deinem Lichte auf ihn, Thone seiner Hand, gibt er Empfinden Staub, hernieder senkst! Was dung und Verstand. 73. Was ist vor deinem Angesichte der Mensch, Gott, daß du sein gedenkst, und einen ist er, wär er noch so groß? Ein bald zerfallner Erdenkloß. 4. Für Geister nur und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott erhob, sind sie so herrlich! Sie erzählen nur ihnen meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. 5. Gott, ich kann denken! Sch gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Art; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt! Zu tausend Thaten hab ich Kraft; wer gibt fie? Gott, der alles fchafft! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkommenheit! von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit. Bin ich vereinigt, Herr, mit dir, was brauch ich noch? was fehlet mir? 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch, das ist, Vater, meine Schuld, vergib fie mir nach deiner Huld. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. - 2. Du sahest an den Menschenkindern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch hast du diesen Sündern aus göttlicher Barmherzigkeit unzählig viel zu gut gethan, ja mehr, als jemand fassen kann. 3. Du hast den Leib, obschon aus Erde, doch wunderbar und schön gebaut, daß er der Seele würdig werde, ihm Sprach und Sinnen anvertraut. Du hast ihn selbst zum Herrn der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 4. Du haft ihm noch viel mehr geschenket, du gabest ihm zum bessern Theil die Seele, welche will und denket, und ihr haft du ein ewges Heil, noch ehe sie nach dir gefragt, in deinem Worte zugesagt. 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenken kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schutz, so bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Satan Truß. Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohlergehn. 8. Wie wundervoll ist das Vermö- 7. Doch wenn erhöhet von der gen, Gott, das du meinem Willen Erden, im Himmel, deiner ewgen gibst. O, möcht ich es doch stets Stadt, dich Leib und Seele schauen Erster Theil.- Von dem Menschen, 48 Mel. Nun dantet alle Gott. 9. werden, von deinem Licht stets froh und fatt: so sollen sie auch beide dich 75. Namächtig großzer Gott! Wer kann dich gnug Der 8. Pfalm. Mel. von Nr. 16. erheben? Du gabst der ganzen Welt Was ihr Dasein, Kraft und Leben. Geift und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre, und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildnis wäre; drum hast du auch den Geift, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld ge schenkt. 3. O welch ein großer Zwed, dazu du, Gott, mich schufest! wie herr3. Ich seh erstaunt die Größe deiner lich ist das Theil, dazu du mich beWerke, die ich zur Nacht am Him- rufest! Dir, Höchster, ähnlich sein, melsbau bemerke, wo du des Monds ist unser größtes Glück. O, wohl und aller Sterne Licht fammt ihrem Lauf so weislich eingericht't. mir, wenn ichs bin! Hilf mir zu diesem Glück. 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Be streben in allem meinem Chun, sei dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gesinnet möge sein! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. 74. unfer Gott, wie voll ist deiner Ehren, was lebt und webt in allen Land und Meeren. Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. - 2. Der Säugling muß schon deine Fürsicht preifen. Ein schwaches Kind fann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deiner Macht noch trotzet und verneint. 4. Was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theur in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist! 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine kurze Zeit auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffest nichts, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und König auf der Erde. Und was ihr Schooß nur immer zeugt und trägt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt. 7. Das zahme Vich in Triften und in Feldern, das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thäler irrt und auf Gebirgen flimmt, ist alles ihm zum Eigenthum bestimmt. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein 8. Der Vögel Schaar, der Sänger Freund der Menschen werde, dem Chor in Lüften, der Fische Heer in Wohlthun Freude macht, der kumFluß- und Wafferklüften und was mer und Beschwerde dem Nächsten sich nur im Meere nähren kann, ist gern erspart, dem Nächsten gern ver insgesammt den Menschen unterthan. 9. O unser Gott! Beherrscher aller Machten! wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erd und Himmel geht. süßt, und wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 8. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich felber fühle, wie wenig ich dir noch 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, ders üben will, auch gern behülflich fein. seiner Natur und Bestimmung. 49 im Guten ähnlich bin. O, bilde du Mel. Es ist das Heil uns kommen.-6 mich ganz nach dir und deinem Sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun! Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, Gott, droben, da ist 76. Ich bin, o Gott, dein Ei. der Ort, wo deine Hand das Glück genthum. Du schufft dir bestimmt, uns aufgehoben, das nie ein traurig mich, dein zu sein; mein ganzes Le- Ende nimmt. Hier sind wir nur von ben dir zum Ruhm und deinem Dienst uns dazu anzuschicken. 3. O, laß mir doch dies große Ziel zu weihn. durch nichts verrüdet werden! was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmel reich zu erben? 2. Du gabst mir den vernünftgen Geift, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 77. Wie wichtig ist doch der Beruf, den uns der Herr gegeben; Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. hier. Laß mich dies nie vergessen! 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur Wie viel an Zeit, Herr, hast du mir 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? zur Wallfahrt zugemessen? Nur we Ich rühmte dich, Herr, nicht? Einnig Zeit. Ist die vollbracht, so wird Herold deines Ruhms zu sein, bleibt der Erde Gut und Pracht auf ewig meine größte Pflicht. mir vergehen. 5. D, mache dieser Pflicht mich treu, fo treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voll. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beßren Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot. Ihm ists nicht Last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut, Du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 6. Ein Herz, das dich, o Vater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlitz schauen. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind; bis ich als dein be währtes Kind zu deiner Freude gehe! 4 60 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen Flüchtigkeit des Lebens. und der daher rührenden Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. E u, der kein Böses thut, du schusst den Menschen gut. Du, Höchster, gabst ihm Kräfte zum seligen Geschäfte, in HeiligMel. des 38. Psalms. feit zu wandeln, ſtets recht vor 79. Jet tofrenter esu, Arzt Seelen! Wills uns fehlen an Er kenntniß eigner Noth, so daß wir die Last der Sünden nicht empfinden, ruhig bei dem nahen Tod: mach die Sinnen lebendig und auf 2. Ach, so gib Gefühl von innen, geweckt; bis die gräuelvolle Höhle unsrer Seele sich bei deinem Licht entdeckt. 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenfinder, und sie sind alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschul dig, auch nicht einer. du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sün- 15 den, vor dir, o Gott, zu finden? 4. Verderbt ist aller Simn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren follte, nur was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 3. Unsrer Sünden Meng und Größe, unsre Blöße, zeiget dein Ge sez uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thränen zu dir, Arzt 5. Fleisch find wir von Natur. Uns rühren, leider! nur die Güter dieser, der Seele, nahn. Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 4. Dein Gesetz spricht: heilge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stärke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten, euren Nächsten sollt ihr lieben, so wie euch. 5. Aber, ach! wer kanns verhehlen? Hier wills fehlen, ach, das Herz ist Hasses voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll. 7. O Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu eutsagen, der Beßrung nachzuiagen. 6. Jesu, ach, ach trag Erbarmen mit uns Armen, Seelen- Arzt, der heilen kann. Zünde bei uns allzus 8. Bohl dem, der sie gewinnt. sammen reine Flammen deiner Lieb Gott, so verderbt wir sind, so willft| im Herzen an. Erster Theil. Vom Fall und von der Verborbenheit 2c. 51 Mel. von Nr. 79. 3. Hilf mir durch den Geist der 80. h! was bin ich, mein Gnaden von der angeerbten Roth! Erretter und Vertreter, bei dem unsichtbaren Licht! Sich, ich lieg in meinem Blute, ja das Gute, so ich will, das thu ich nicht. Heile meiner Seele Schaden durch des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle meine Sünden! Laß mich vor dir Gnade finden! 2. Ach! was bin ich, mein Erlöser! täglich böser find ich meiner Seelen Stand! Drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu eile, komm und reiche mir die Hand. - 3. Von Geburt bin ich ein Sinder und nicht minder sträflich durch ges häufte Schuld. Doch ich tenne dein Erbarmen, hilf mir Armen, groß ist deine Gnad und Huld. 4. Ach! wann wirst du mich erheben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist! Demuth kann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 5. Zuflucht der betrübten Herzen! Angst und Schmerzen setzen meiner Seele zu. Sich, wie mich die Sünden quälen, Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh. 6. Herr, errette mich vom Fluche, fieh, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben soll. 81. Mel. 3euch mich, zeuch mich. FE 4. Deinen Willen hier auf Erden zu bollbringen wird mir schwer. Soll ich dazu füchtig werden, mußt du selbst von oben her mir dazu die Kraft verleihen, und mein sündhaft Herz erneuen. 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß der fündlichen Begier mich mit Nachbrud widerstehen, und auf deine Hülfe sehen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hiff mir selbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, Gott, ist gut. Was nicht kann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben. err! du kennest mein Verderben. Ach! es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben sich noch immer böse Lust, die mein Herz, Herr, von dir neiget, und viel böse Thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind es, Gott, wie träge ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom Hang zum Bösen mich doch wieberum erlösen? 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd in mir sich regt. Hilf mir selber muthig kämpfen, alle böse Lüfte dämpfen. 8. Sollt ich etwa unterliegen, o so hilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen gut und selig möge enden. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. roßer Gott! Erhabnes Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen, ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ erwäge, und was ich bin, überlege: O wie 52 Erster Theil. - Vom Fall und von der Verdorbenheit 2c. dürftig und wie klein muß ich mir nicht selber sein? 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken, leider! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken schänden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täglich böse Luft. 3. Was ich Gutes an mir habe, ift von deiner Vaterhand. D, wie manche gute Gabe haft du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach, was würd mir übrig sein? 4. Doch die Menge deiner Gaben tlagt nur meinen Undank an; weil ich sie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan; oft voll Leichtsinn fie verschwendet, und zu Sünden angewendet. D, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Batergüte, und mein tief be schämt Gemilthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach! erhalte selbst die Triebe treuer Dankbarkeit in mir. Bater! laß das 84. D schwache Fallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder find zu deinem Dienst bereit! Herr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sei der Gipfel meiner Freuden! Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. 83. Mein Gott, dir ist be wußt die innre böse Lust, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. O heile du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden. 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten fund, die mich vor dir verklagen, und mein Gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen? 3. Ich habe wider dich, den Nächsten, und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. - mich und droht, weil ich, dies schlägt 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich nieder, nur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und deinen Bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr, erlösen? 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit mächtger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. 7. Hat sonst des Fleisches Macht in mir ihr Werk vollbracht: so gib mir Lust und Stärke, daß ich nur gute Werke beschließze und vollbringe, und ewig dir lobsinge. Mel. des 51. Psalms. ie Quell, woraus der Mensch ursprünglich ist, der ewgen Gottheit Kraft und heilger Wille, die Allgenugsamkeit und Gottesfülle, die immerfort mit reinen Strömen fließt, die anders nichts, als was sehr gut, gemacht, Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit 2c. 53 3. Da wall ich hin, da wartet hat auch den Menschen gar nicht mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein selig Antlitz schaun. bös erschaffen; nein, ihn zu Gottes Bild hervorgebracht. Wie könnte - sonst der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heiligkeit, das war die Zier von Gottes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit er gut und milde die Seele schmückte, die er sich geweiht. Es sollt der Mensch im Licht den Schöpfer sehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ewger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. 3. Ach! aber ach! ein unglückfelger Fall, durch Satans Lift und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große Gut zernichtet, und Sünd und Tod herrscht jepund überall. Es ist das 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blühn und welken wir: das machet unsre Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. 5. Ich zittre, Herr, und mein Gebein durchängstigt dein gewaltig Dräun! Denn denkst du ins Gericht zu gehn, wer kann, wer kann vor dir bestehn? 6. Ach zürne nicht auf deinen Knecht, und Gnade, Gnad ergeh für Recht! Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil, sei meine Zuflucht, sei mein Theil. Aus dem 90. Pfalm. Mel. von Nr. 13 85. Mie ie ein Geschwätz des Tags verfließt die Zeit, die mir geliehen ist. So rauscht vorbei ein schneller Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit: ich, wenn sie kömmt, sei was ich sei, ein Sünder, oder Gott getreu. 7. Auf daß ich klug sei, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Dann leb und sterb ich dir allein, im Leben, Gott, im Tode dein. Gift der Wurzel zugeflößt: Drum 86. Me ie fleucht dahin der Stamm mit allen seinen 3weigen, nun ganz verderbt, von innrer Kraft entblößt, auch weiter nichts als bittre Früchte zeigen. der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit: wer denkt doch wohl an jene Stund von 4. Wo find ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr. Denn ich vermag mit allem meinem Dichten jetzt von Natur nur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Ehr. Ach hilf, mein Gott, und mach mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sei, und dich, o Lebensquell, mög ewig loben. Herzensgrund? Kaum spricht davon der träge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum; so nichtig, als ein Wasserschaum, der, wenn er sich jetzt stolz erhöht, gar nicht besteht, und eh man es noch denkt vergeht. 3 Nur du, mein Gott, du bleibeft mir das, was du bist, ich traue dir; und fallen Berg und Hügel hin, so bleibt mein Sinn getrost, wenn ich bei Jefu bin. 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes Sohn! Bald kommst du und mit dir dein Lohn. Ach! gib, daß ich mich 54 Erster Theil. Vom Fall und von der Verborbenheit zc. jeden Tag bereiten mag auf jenen| mein! das soll allein mein Troft im letzten Glockenschlag. Tod und Leben sein. 8. Der schon in dieser Prüfungs zeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glütdk, zum Leben meinen Leib zurück. FU 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Luft, Ehre, Reichthum in dem Tod? O Mensch! das alles merteft du, sich dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh. 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel! Das höchste Gut sei stets mein Ziel! Was ewig bleibet, finden wir gewiß nicht hier, wir findens, Jefu, nur bei dir. 7. Damit ich dich verklärt einft seh, und froh vor deinem Throne steh, fo lehre du, mein Heiland, mich und gib, daß ich nichts so begierig fuch, 88. als dich. Mel. von Nr. 86. 87. Gott ott hab ich alles heim gestellt. Er thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau ich seiner Gültigkeit. 2. Auch meine Zeit kommt, wenn Gott will, ich warte drauf und bleibe fill. Gut ist mir, was sein Rath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Jammerthal. Es wartet auf uns überall in unsrer furzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immer dar im Streit. 4. Zuletzt ruft dann doch Gott dem Tod. Er kommt und endigt unsre Noth. Sink du, o müder Leib, hinab, ins stille Grab, dort wischt mir Gott die Thränen ab. 9. Ich werde dann von Angesicht Gott schaun in jenem fel'gen Licht. Welch unaussprechlich große Freud ist mir bereit't! Gott sei gedankt in Ewigkeit! 5. Wenn mich die Sünde schon anficht, o so verzag ich dennoch nicht; es gab ja mein getreuer Gott bei meiner Roth den Sohn selbst für mich in den Tod. Mel. D Welt ich mub dich laffen. 48. Die Herrlichkeit der Erden Staub und Asche werden und nichts bleibt ewig stehn! das, was uns hier ergeßet, was man für ewig schätzet, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als Tand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Le ben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wirds, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh gewinnen, was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schützen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Angst und Leiden und Reu auf den Genuß? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Chr erlangen, die nicht zuletzt verschwinden muß? Gibt es wohl irdsche Kronen, die 6. Was sind selbst alle Thronen? unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? - 6. Heil mir! daß mein Herr Jesus Thrift für meine Schuld gestorben ist; nun lebt und herscht er mir zu gut; der Höllen Glut löscht sein vergoßnes theures Blut. 7. Dem sterb und leb ich allezeit, 7. Wie, wenn die Sonn aufgehet, von dem mich auch der Tod nicht die Rose blühend stehet in ihrer scheid't. O, sein bin ich, und er ist schönsten Zier, und doch verwellt sich Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen 2c. 55 beuget, eh sich der Abend neiget; fo| Haus gebracht. Man scheidet von blithen und verwelfen wir. den Seinen, die hülflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht Hangen, da sie mit ihrer Luft vergeht. 110 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt. Mel Jesu, meine Freude. 89. M ort aus Gottes Munde! Wort vom FriedensMund, lieblich ihre Füße, ihre Leh ren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld trägt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. 5. Auf! und wehrt den Schmerzen! fommt, ihr, deren Herzen das Gesetz zerschlug; fommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Sesu Tod versöhnt euch Gott! Gott, der euch als Vater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Chrifto mich vertrauen, und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben. Bunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott erschallen! du bist unser Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! gute Botschaft, uns zum Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. Leben von Gott selbst gegeben! 2. vor der Zeit uns allen, Gott, beſtimmet hat: 90. Durch Adams Fall ist was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Nath. Daß dein Eid dich nicht gereut, zeigst du mun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, ja er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten; was tür frohe Boten! trostreich ist ihr erst verderbt der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir wären nie genesen; wär Jesu Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Ach, 56 Erster Theil. - Von der Erlösung der Menschen jeder hat in Adams That des Satans Neid empfunden. 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, daß er frech abgefallen: so herrschet mit tyrannscher Macht die Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. 3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder: so bringt uns eine fremde Huld in Christo alle wieder. Und wie wir all in Adams Fall des ewgen Todes starben, fo rettet Gott durch Christi Tod, die 91. ihn verdarben. 8. Du wollest, Herr, von meinem Mund dein heilges Wort nicht zehmen; so weiß ich, läßt dein thatrer Bund mich, Sünder, nicht beschömen. Der Sünden Schuld deckt deine Huld! vertraut, auf sie feft baut, der wird nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr den Tod nicht schauen. Wort den Himmel aus der Ferne, 9. Mir zeigt schon jetzt dein heilges denn dies Licht führt zu Chrifto fort, dem hellen Morgensterne. Bricht der nun an, so fasset man alsbald die hohen Gaben, die Gottes Geist auch uns verheißt, so wir nur Glauben haben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, und wird zuletzt zum Spotte, der solchen Trost bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wer sich will ein andres Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Feinds Gewalt und arge List erschrecken. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, kann nie zu Schanden werden. Wchl, wer auf diesen Felsen baut, trifft ihn schon hier auf Erden viel Angst und Müh; hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich nur fest auf Gott ver läßt. Gott hilft den Seinen allen. Mel. Freu dich sehr, o meine. - 29. 1 4. Gott hat uns seinen Sohn ge- in den Abgrund deiner Güte; send schenkt, da wir noch Feinde waren, der ist für uns ans Kreuz gehenkt, erstanden, aufgefahren. Tod und Ge richt trifft uns nun nicht, so wir ihm nur vertrauen. Fest steht dies Bort! Wem mag hinfort noch vor dem Tode grauen! ihm einen Blick zurüc, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß du dich erbarmet haft, und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, 5. Er ist das Licht, der Weg, die der verdammnißwerthen Welt durch Pfort, die Wahrheit und das Leben, Sohnes Sterben Gnad und Freiheit ein theures Lösegeld, durch des eignen des Vaters Kraft, sein ewges Wort, zum Heiland uns gegeben. Dem Feind zum Truß umgibt sein Schutz uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt, die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. Ege Liebe, mein Gemüthe waget zu erwerben. voller Huld und Freundlichkeit! welcher 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, und Hülfe beut. Liebe, die des Sohns uns hilflosen Armen Gnade, Trost wohnt, um die Sünder zu erretten nicht schont, der in ihrem Schooße aus den schweren Sündenketten. eine Ordnung auch bestimmt, daß sich 4. Doch du hast, o weise Liebe, jeder darin übe, der am Segen Antheil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt, und ihm treu ergeben sondern Heil und Leben sehen. bleibt, der soll nicht verloren gehen, ohne Grund verbannet hast, tragen 5. Da du keinen zum Verderben Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Bosheit last. Wer nicht glaubt an deis nen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn, sein muthwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. und dem Erlöser überhaupt. 57 Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Ewig sei mit Dank besungen, zen schaun; da findet sich zu aller was dein Rath beschloffen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen heilgen Rath, den der Glaub in De muth ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein. Nichte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge: ich sei auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Bertrauen meinem Heil entgegen sehn; alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Creatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. 7. Ich habe mun den Grund Mel. Wer nur den lieben Gott - 6. Wird alles andre mir entrissen, was Leib und Seel erquicken kann; muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt: Es sind die offnen Liebesarmen, des, der sich zu dem Sünder neigt; er geht nicht mit uns ins Gericht, und will den Tod des Sünders nicht. 92. Hoffnung ewig hält: Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbeMel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. weglich steht, wenn Erd und Himmel 93. Nu fröhlich ſein, Fun, Christen, laßt uns Dank und Ehre bringen, von Herzen seines Heils uns freun, mit Lieb und Lust ihm singen. Wer faßt die große Wunderthat, was Gott an uns gewendet hat, wie theur er uns erworben! 2. Vom Teufel hart verstrickt war Stets ich todt, elend und verloren. quälte meine Sünde mich; verderbt war ich geboren. Ich sank auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz beseffen. 3. Gott jammerte von Ewigkeit mein Elend ohne Maaßen. Er dachte 4. O Abgrund, welcher unsre Sünder Barmherzigkeit, mir wolit er den durch Christi Tod verschlungen hat! helfen lassen! zu mir wandt er sein Das heißt die Wunden recht verbin- Vaterherz, zu heilen meiner Wunden den, da findet kein Verdammen statt; Schmerz, ließ ers sein Bestes kosten. weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit!" 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt, zu erbarmen! Eil, 5. Darein will ich mich gläubig sen- meines Herzens werthe Kron! sei du ken, dem will ich mich getroft ver- das Heil der Armen! Hilf ihnen aus traun, und wenn mich meine Sünden der tiefen Noth! für sie entwaffne du tränken, mur bald nach Gottes Her- den Tod, und laß sie mit dir leben. 7. Ich fann in meinen besten Werten, wenn ich noch so behutſam bin, gar manchen, manchen Fehler merken; o, wie fällt aller Ruhm dahin! doch bleibt mir noch der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; Er wird gewiß sein Wort erfüllen, er, der die Seinen nicht vergißt; fie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen; fällt alles andre gleich dahin, so sing der Barmherzigkeit. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein! deßwegen fam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Ruh. - 58 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen 5. Der Sohn, der ihm gehorsam 2. Für uns ein Mensch geboren, war, erschien nunmehr auf Erden, der teuschen Jungfrau Sohn, wie als eine Jungfrau ihn gebar. Mein Gottes Eid geschworen, erlittst du Bruder wollt er werden, hielt heim- Qual und Hohn; starbst, daß wir lich seines Arms Gewalt, und ging leben möchten, erhubst uns zu Ge einher in Knechtsgestalt, des Satans Reich zu stürzen. rechten und Erben deines Reichs. 3. Gib stets in reicherm Maaße Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlaffe die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glauben bleiben, durch ihn zur Lieb uns treiben, und zu der Lust an dir. 6. Er sprach zu mir: Halt dich an mich! Es soll dir jetzt gelingen. Mich selber geb ich ganz für dich, will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein. Auch du sollst, wo ich bleibe, sein. Uns soll der Tod nicht scheiden. -- 7. Vergießen wird man mir mein Blut, voll Grimms mein Leben rauben. Gern leid ich alles dir zu gut. Das halt mit festem Glauben. Dein Leben, Sterblicher, ist mein, und mein Verdienst ist, Sünder, dein. So bist du selig worden. 8. Den Himmel nehm ich wieder ein, und scheid aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister sein, und meinen Geist dir geben, der dir in Tribsal Trost gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leitet. Mel. Herr Chrift, der ein'ge Gottes. 94. 会社 4. Der du trägst alle Dinge, des Baters ewge Kraft! ohn den ich nichts vollbringe! der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir wendet, nichts meine Liebe schwächt. 9. Was ich gethan, was ich gelehrt, das sollst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich stets vermehrt zu seines Namens Ehren. Nur hüte Mel. O Troftwort, das uns Leben gibt. dich vor Menschenwahn, der dir den 95. G edanke, der uns Leben Schatz leicht rauben tann, dies sei mein Abschiedssegen. gibt, welch Herz vermag dich auszudenken! Also hat Gott die Welt K 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren, dein todt und lebend sein. 6. Dank, Lob und Preis und Ehre sei Gott in Ewigkeit für solche füße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröst uns, wenn wir leiden; sie stärk uns, wenn wir scheiden; sie schüß uns im Gericht. Christe, Eingeborgeliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, ner, von Ewigkeit gezeugt! Des umringt mit heilgen Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät, und stillest mein Gewissen. Baters Auserkorner, zu dem sein Herz sich neigt! Mit ihm von einem 3. Ich fann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. Rath des Opfers Jesu nicht ergrün4. So kann mein Geist den hohen den; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 59 5. mir den Rel. Allein Gott in der Höb.— 15. uns! Aus Sün Thrift am Kreuz nicht meine Schuld 96. Heilbennoth ift Nettung uns getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn: so werd ich ewig irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. erworben. Der Herr will nicht des Sünders Tod. Was Adams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ers setzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen! und dem Erlöser überhaupt. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein frecher Spötter ranben; ich fühle feine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des ewgen Lebens Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Er gibt mir seinen Geist, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue: so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde fränkt, und ich zu seinem Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dies ist die Lieb, o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 2. Selbst seinen eingebornen Sohn fandt er zu uns auf Erden, von dem verdienten Sündenlohn ein Retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser Heil; er tam, am ewgen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, starb Wo ift er, das Heil der Sünder. 14. Erfüll mein Herz mit Dank barkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn, der Retter unsrer Seelen! nun tann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getroft und froh in Gott zu sein, wenn wir uns nur dem Heiland weihn, den Gott für uns verordnet. 5. Was er zum Leben uns vers schafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O, laßt uns ihm uns anvera traun, und niemals sein uns schä men! Auf seine Mittlershülfe baun, und sein Joch auf sich nehmen, das 15. Sollt ich dereinst noch würdig ist der Weg zum ewgen Wohl, der sein, um deinetwillen Schmach zu Weg, auf den man friedenvoll auch leiden: so laß mich keine Schmach noch schon auf Erden wandelt. Bein von deiner Liebe scheiden. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden: so wirk er doch sein Bert in mir, und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn ges schenkt, so laß mich noch im Tode denken: Wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken. 7. Herr, laß uns diese Seligkeit doch über alles schätzen. Nie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersetzen, wenn uns das größte Gut gebricht: ein reines Herz voll Zuversicht zu dir, Gott, unser Vater! 8. D lent auf dies erhabne Glüd der Seele stärkste Triebe! Zeuch mächtig 60 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen unser Herz zurück von schnöder Sün-| suchst liebreich von der Sünde Joch denliebe! An dem uns theur erworb- und ihrem schnöden Lohne, die ihr nen Heil laß uns, im wahren Glauben, noch dienen, zu befrein. Beschwerter Theil stets suchen und gewinnen. Herzen Trost zu sein, ist deines Herzens Freude. Du gibst den müden Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir jei ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin, gib deinem Lobe übe. daß ich mich, so lang ich bin, ia - Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. 2 ob, Ehre, Preis und Dank sei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon warſt du groß, herrlich, Gottes Sohn! gekrönt mit Schmuck und Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Allmachtsruf die ganze Welt aus nichts erschuf. Du bists, der alles träget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen! haft willig unser Fleisch und Blut, o Herr, an dich genommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, warst du ein Fluch auf Erden. O Huld, die sonst nichts gleiches hat! du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 98. Liebesgut, wie kann ich dich nach Würdigteit befingen! Wie wagts ein schwacher Geist jetzt, sich so hoch hinauf zu schwingen. Es glänzet Gottes Herrbleibt noch mein Herz erkaltet? lichkeit in lauter Lieb von Ewigkeit; 2. Gott, der in sich ganz selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnödsten Sünder Schaar zu lieben auserlesen. Du staunst, Verwollt unendlich lieben mehr, als du nunft? gib Gott die Ehr! Gott begreifen solltest. 3. O Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schooß genommen! Er ist von seines Vaters Thron zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtsstand, Kreuz und Grab malt uns mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. 4. Was ist die Welt, die arge Welt? was sind doch Adams Kinder? daß sie dein Sohn so theuer hält. Er rettet diese Sünder; da du, im Zorne, Belial mit seinen Engeln allzumal zum finstern Abgrund stießeft. nie werd ich sie ergründen; doch seh 5. D, welche Tiefen seh ich hier! stärkste zu verbinden. Herr, dir sei ich gnug, um, Gott, mich dir aufs ganz mein Herz gewährt, ein Herze und dem Erlöser überhaupt. 61 das dir allein gehört, als Schöpfer| gut ich immer kann, dich recht inbrünund Erbarmer. ftig liebe. Die Welt nicht, Gott sei meine Luft; laß ewig nichts in meiner Brust, als deine Liebe bleiben. 6. O liebster Vater, nimm es an, und reinge seine Triebe, daß ich, so 8) Von der Geburt Jesu Christi. Mel. Nun danfet alle Gott.- 9. 99. a lag die ganze Welt mit Zorn und Fluch beladen; da öffneteft du, Gott! die Fülle deiner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickst den, deffen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. belegt, für uns geschlachtet ward, und alle Sünden trägt. 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem Glauben faßt, und auch im Leben preiset. Wer, seinem Taufbund treu, sich Jesu ganz ergibt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 9. Das werd auch unser Theil; 2. Gott, wer fann thun wie du? Johannis Amt und Lehre verherrliche Schon wohlbetagt an Jahren gebiert noch stets, Gott, deines Namens Ehre. Elisabeth. Der Sohn der Unfrucht- Wer Buße thut und glaubt, hat Trost baren, ben jenes Engels Mund ver- auf alle Zeit. Wer Buße thut und heißen, sollt allein der keuschen Jungfrau Sohn ein würdger Herold sein. glaubt, der bleibt in Ewigkeit. 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch ehrest du, um deinen Sohn zu ehren. Sein Vater wird erst stumm; Stumme schnell beredt und weifsagt, da auf ihn der Geist des Herrn geräth. Mel. Von Gott will ich nicht lassen.— 56. der 100. Mit Ernft, o Menschenfinder, das Herz in euch bestellt! damit das Heil der Sünder bei euch den Einzug hält. Gott D, hemmt nicht seinen Lauf! hat den Sohn gegeben, und mit ihm Heil und Leben, nehmt ihn mit Freuden auf. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haft; ihre Berge senket euch; fenft euch, und werdet eben, wenn Thale fich erheben; ihr Krümmen, werdet gleich. 3. Ein Herz, das Demuth übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmuth liebet, mit Angst zu 6. Euch ist solch Heil bereit! Shr Grunde geht. Ein Herz, das richtig Sinder, nehmts zu Ohren! Freut ist, und folget Gottes Leiten, das mit Johannes euch! wie er, noch ungeboren, des Heilands sich erfreut, so freut er sich auch nun, durch Tauf und Predigten ihn allen kund zu thun. kann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit, aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, felbst bereit! euch in mein Herz hinein; dies sei statt jener Krippen! so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. 4. Das Kind wird stark am Geist, der Gnade treuer Lehrer, ein brennend, scheinend Licht, ein mächtiger Bekehrer, ein heilger Eiferer, der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Eliä Geist und Kraft. 5. O welch ein Gnadenwort! welche füße Stimme, die in der Wüst erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme die fündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die Welt mit Gott versöhnen soll, ist da. 7. Allein zu Jesu hin verweist er seine Jünger; allein auf Jesum zeigt fein ausgestreckter Finger. Seht, das ist Gottes Lamm, das mit dem Fluch 62 101. Erster Theil. - Von der Geburt Jesu Christi. 102. rhebt den Herrn, ihr Frommen; er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Troft und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zu unserm Leben selbst seinen Sohn gegeben. Du ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! O, welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Rettung zu erwerben, gab Gottes Sohn sich dar. lso hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt. Wie hat uns Gott so lieb 2. Was sein erbarmungsvoller Nath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen tann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, fo wie das Heil der Welt. 6. Was mir zum Seligsein ge bricht, das, Herr, erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab ich nur an dir. 7. Dein Mangel ist mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 4. Er hats vollbracht! O, bringet 8. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Gott euren Lobgefang! Erlöste Men- Sohn! durch den er Gnad erweist! schen! singet dem Mittler ewig Dant. Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Wo niemand helfen kann, da hilft er Erheb ihn auch, mein Geist. gern aus Gnaden, heilt unsrer Seelen Schaden. D, nehmt ihn gläubig an! 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Tod und Leiden sein großes Werk vollbracht. Mel. von Nr. 61. 5. Du Freund der Menschenkinder! Verwirf uns, Jesu, nicht. Dein 103. aßt uns unserm Gott lobsingen! Hoch er Name, Heil der Sünder, ist unsre freut laßt uns heut ihm Verehrung Zuversicht. Drum kommen wir zu bringen! In des Himmels hohe Chöre dir. Hilf uns die Macht der Sündenstimmet ein! Gott allein, unserm boch glücklich überwinden! Denn dein, Gott sei Ehre! o Herr, sind wir. 2. Jeder, der sich fühlt verloren, frene sich inniglich! Christus ift ge boren! Er, der König aller Wesen, steigt herab, bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 6. Bei dir steht unser Leben. Bu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam sein! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden 3. Wer kann Gottes Rathschluß unfre Seclen sich Gottes ewig freun. faffen? Aber dies ist gewiß: Gett Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. fann uns nicht hassen! Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her: wie follt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er ſpricht: Ich errette. Deß soll sich der 104. S elobet feist du, freuen! zum Gericht er nicht, sondern zum Verzeihen. Jesus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte selbst der Engel Schar. Hallelujah! 2. Dich fahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Völker Troft und Licht. Hallelujah! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Hallelujah! 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 63 13. Du kommst einst zum Weltge richte! dann werd ich, Richter, dich Gott, wie schaun von Angesichte. wird dein Hasser beben! Dann werd ich deiner mich freun und ewig leben. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod Lerut den göttlich groß erdulden. Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthränen! Liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will sic euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Zittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Fefte Zutraun her, wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure tleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden? 11. Gottmensch! du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll freudenvoll fie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, tein Leiden, keine Noth und kein Tod foll von dir mich scheiden. 4. Durch den die Welt einst wor den ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schöpfung Herr fommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel, Erde freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! Uns, Adams sündiges Geschlecht entfündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! 6. Gelobet seift du Jesus Christ, daß du Mensch geboren bist. Dir ist der Erdkreis unterthan! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! Mel. Wie schön leuchtet der. - 35. 105. Friedensfürst aus Da Stamm! o meiner Seelen Bräutigam! mein Troft, mein Heil, mein Leben! Dank sei dir o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Beicht ihr Leiden, fingt mit Freuden, Ho fianna! seht er fommt jebt: Hosianna! 64 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Ich selbst bin nun von Freuden 5. Mein Blutsfreund, mein Ims voll, und weiß nicht, was ich schenken manuel! was konnte dich bewegen, soll dem auserwählten König! Omein Goel, meine Lebensquell! den theurer Jesu, nimm doch hin mich Zepter hinzulegen, zu kommen in felbft was ich hab und bin, ach dies Jammerthal, um dich mir selbst freilich ist es wenig. Schließ mich zu schenken? Ich wende mich hin in dich. Nichts auf Erden, nicht überall, ob etwas auszudenken, die Beschwerden, keine Leiden sollen mich Gabe zu vergelten. je von dir scheiden. 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelszier! mein Leitstern stets, bleib bei mir! Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßes Manna schenke dich zum Trofte den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. 6. Wär nicht der ganze Himmel dein, und könnt ich ihn dir geben, so wird es doch zu wenig sein! Könnt ich mein Blut und Leben zu tausend mal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du haft gethan an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. 7. Doch sieh, mein Herz, o welche Lieb! der Herr will keine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergib, das ists, was er will haben. Der sich dir schenket, will allein mit Glaub Liebesarmen in Dankbarkeit umfaffet sein. Aus ewigem Erbarmen und Mel. von Nr. 17. 106. Gottessohn und Menschenkind! Mein Bruder, Gott und König! Mein Stammeln, meine Lieder sind vor deinem bist du von ihm erkaufet. Glanz zu wenig. Wo Menschenweisheit sich kehrt um, wo Engelzungen Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. fallen, da bliebe man wohl ewig 107. Gottes und Marien Sohn! wenn dir es mißfallen, was Kinder stammelnd bringen. 2. Was alles Denken übertrifft, was Wiß unmöglich nennet, hat deine Wunderhand gestift't, die keine Schranten kennet; Gott wird ein Mensch, der Herr ein Knecht, und Menschenarme tragen den, der den ganzen Weltkreis trägt. Was kann ein Klügling sagen, dies Räthsel aufzulösen? 3. Du bautest aus Maria dir, o großer Erzgesandte, die Hütte, da dein Herz zu mir in Liebesflammen brannte. Du kamst ins Elend nackt und bloß, zu kleiden mich mit Segen; verließest deines Vaters Schooß, um mich darein zu legen, und ewig zu erquicken. 4. Was aller heilgen Väter Schar verlangte zu erblicken; was Adam schon verheißen war; was Lamech fonnt erquicken; was Jacob sah; was er besang; was Hiobs Troft gewesen; und was durch Davids Harf erklang: das alles ist zu lesen in meines Heilande Krippe. willkommen! der da Armuth, Spott und Hohn mit der Menschheit anges nommen. Rette mich aus aller Noth, welche meiner Seele droht! 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam einst verloren: und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat geboren. Doch ich hoffe jetzt auf dich. Andrer Adam, ändre mich! 3. Du bist worden, was ich bin: Laß mich auch, was du bist, werden; nimm mein Sündenelend hin. Mache mich dir gleich auf Erden; und verleih von deinem Heil mir, o Jesu, auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her, hilf mir Armen aus der Hölle: Nur ein Stall war dir noch leer; aber gib mir eine Stelle unter denen, die bei dir wohnen werden für und fitr. 5. Steckt mein Herz in böser Luft, laffe du es nicht so bleiben! Wohne selbst in meiner Brust, alles Böse zu vertreiben, bis ich, ganz mit dir erfüllt, habe Gottes Ebenbild. Erster Theil.- Von der Geburt Jesu Christi. 65 6. Wurdest du ein Menschensohn:| und wir können deinetwegen mun auch mache mich zu Gottes Kinde, daß ich ftets vor seinem Thron einen Vater an ihm finde! Er ist ja nicht mehr mein Feind, denn ich bin dein wahrer Freund. Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben: o fo hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu sein. 4. Du bist Mittler! Heil uns Sütndern! huldreich gab der Vater ihn! Du hast armen Adamskindern nun sogar das Recht verliehn, in den Himmel einzugehen und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einft verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht einen Anfer, der nicht bricht. 5. Sollte Gott mich nun wohl haf sen? Hier ist ja Immanuel. Sollt er mich wohl hülflos lassen? Hier ift ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer kennt und mich seinen Bruder nennt, sitzt als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint. Gott ist mein versöhnter Freund. 7. Wenn der Teufel sich erbost auf uns schwache Menschenkinder, fo hab ich den großen Trost: daß du da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb ich Leib und Seel, hilf mir, mein Immanuel! 108. D er du uns das Heil errungen, Mensch gewordner Gottes Sohn! ewig sei dir Lob gefungen, daß du von des Him mels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen. Der du voller Freundlichkeit, längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner angenommen, und mein Bruder worden bist: sei gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O, wie hoch hast du geehret unser fterbliches Geschlecht! Herr, du haft es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Luft dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottes Sohn, sigt der Mensch auf Gottes Thron. 3. Du, du bist der Völker Segen, tamßt, vom Fluch uns zu befrein, 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist unermessen. Gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei. Mel. Vom Himmel hoch da fomm ich her. 109. D ies ist der Tag, den Gott gemacht. Sein werd in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völter haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 5 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 66 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist voll Chrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. - 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Bion! fommt zu dir; er tommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! auf den die Bäter hoffend fahn; dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 7. Du, unser Trost und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät! du bißt es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler iste, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schützt, der in des Vaters Schooße sitzt! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! und Erde, die ihn heute sieht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! Erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen; Du haft den Mittler uns gebracht, erschien der starke Held, der alles schuf der uns das Heil errungen. In dir und alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel tamest, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um meinem Heil zu dienen. jei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich, mein träger Geist, ibr Wohlthun zu 4. O, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich auf dieser Erd, dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Berachtung, Kumfamst du auf Erden, ein Menschenmer, Schmerz und Tod; und doch sohn zu werden. 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz 11. Herr, der du uns den Tag Du sahest unsre Sündennoth mit mitund Tod, war deine Menschenliebe. gemacht, der uns solch großes Heil leidsvollem Triebe. Du stimmtest, gebracht, dich preise, was durch unser Heil zu sein, in deines Vaters Sesum Christ im Himmel und auf Rathschluß ein, wardst Mensch, und Erden ist. famst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 110. Soft! deine Gnade der Bert, 6. Immanuel! dein freu ich mich. Du bist auch mein Erretter. Auch der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freu den, die stets währen, willst du aud) mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 67 biste, der mich mit Gott vereint, bu bringst mir Heil und Leben. Herr! 112. HE err! laß mich doch recht feierlich des Heilands Fest mit Lob und Dank begehen! Lieb ist der Dant, der Lobgefang, durch den wir dich, du Gott der Lieb, erhöhen! 2. Wie bin ich froh, daß du alſo, Gott, die Welt in deinem Sohu geliebet! D, wer bin ich, daß du auch mich so herrlich hoch, noch eh ich war, geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich und deine Lieb im Fleisch zu offenbaren. 2. Sie wissen nichts vom Neide, 4. An seinem Heil gib mir auch freun sich mit uns zugleich und sin- Theil! Hilf, daß ich redlich glaub an gen: große Freude verkündigen wir seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, euch! Euch ist dies Kind gegeben! wer Herr! Herr! spricht, und doch Euch solches Heil bereit, bei Gott nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. dereinst zu leben in steter Seligkeit. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun, und dein dabei gedenken. was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Seel verchren. 8. 3war seh ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd ich auch, Herr Jesu Chrift! dich schaun so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 111. Jhr, Mel. Valet will ich dir geben.$ 7. hr, die ihr wart verloren, hört, was euch trösten kann! Der Heiland ist geboren und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben der Engel heilge Schar, und ihre Chöre loben Gott darum immerdar. 3. Daß sich kein Mensch betrübe! dies Kind zerbricht das Joch; bringt euch des Vaters Liebe; was trauert ihr nun noch? Er schenkt ein himmlisch Erbe! Wohl dem, der an ihn gläubt! daß jeder fröhlich sterbe, da folch ein Schatz ihm bleibt! 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preift dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 4. Tod, Sinde, Teufel, Hölle, was wider Euch gefämpft, hat er an 7. Erhebt den Herrn! er hilft uns eurer Stelle bestritten und gedämpft. gern, und wer ihn sucht, den wird Fies Kind tritt sie darnieder. Nun sein Name trösten. Hallelujah! Halseid ihr wohl gerächt, und Gott lelujah! Freut euch des Herrn und erhöht nun wieder das sterbliche Ge- jauchzt ihm, ihr Erlöften! schlecht. 5. So rihmen sie; mit ihnen frohlocket jeder Christ, daß Gott im Fleisch Mel. von Nr. 112. erschienen, der Herr sein Bruder ift. 113. Christenheit, fet hoch nun erfreut! das Heil der dir geloben wir: uns trennen weder Welt, der Mittler, ist geboren, der Schmerzen, noch Freud und Glück uns erlöft und ewig tröft't. Wer an von dir. fihn glanbt, geht nimmermehr verloren. 5* Univ.- Bibl. Giessen 68 Erster Theil. Von der Geburt Jefu Christi. 2. D große That! nach Gottes Mel. Ach Herr, mich armen S. 67. Rath hat sich sein ewger Sohn für 115. Wie soll ich dich empfan gen, o uns gegeben. doch ohne Sünd, ward er für uns, und bracht uns Heil und Leben. 3. Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O jandhzt dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen! 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dant. wir selig würden. Du machst uns groß, und völlig los vom Fluch der Sünd und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sei Gott! Auf unfre Noth sah er als Vater mitleidsvoll hernieder. O Christenheit! preis ihn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Berlorne wieder. 1 Zier! o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an, womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. 2. Dort ftreut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? Es zeigt durch frohe Psalmen, was es Du wurdeft Mensch, damit für Regung spürt. Dich, Herr, foll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Eigenthum. 3. Nichts hast du unterlassen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube saßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und haft mich frob gemacht. Mel. von Nr. 112. in Mirf, blöder Sinn, den 3. 3ft deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken? er, der dir gibt, das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Ränken? Erschrick nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 4. Sch lag in schweren Banden, du kommst und macht mich los; ich fand 114. für dich, was will dich ferner fränten? Hallelujah! Sein Sohn ist da, wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken? und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichthum thut. 2. Schlägt dir das Herz vor Angst 5. Was hat dich, Herr, getrieben, und Schmerz, empfindest du, wie sehr dich, den kein Himmel hält, als nur die Sünden fränken? dein Heil ist dein theures Lieben, womit du diese hier; wie? sollte dir nicht Gott mit Welt bei ihren lauten Klagen, bei ihm auch Gnad und Friede schenken? ihrer Jammerlaft, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! Bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr, seid unverzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquicket und tröstet, stehet hier. 7. Sollt euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil, macht sie zu Gottes Kindern, und Gott zu ihrem Theil. 8. Laßt eure Feinde dräuen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, der große König! der Nächer eilt geschwind! stürzt, Feinde! die zu wenig zum Widerstande sind. 5. Gebricht es dir bald da, bald hier, forgst du, wer dich noch speisen wird und tränken? D, faffe Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigteit versenken. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt uns Gott mit ihm nicht alles schenken. Erster Theil. 69 Von der Geburt Jesu Christi. 9. Du kommst zum Weltgerichte, 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, verklärter Menschensohn, in majes dürftig und voll Mühe wär? Hab ftätschem Lichte! und mit dir kommt ich Hoheit, die ist flüchtig. Hab ich dein Lohn. Geh auf, o wahre Sonne! Reichthum, was ists mehr, als ein wenig schnöder Erd? Hab ich Luft, was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? und ucht in vollem Glanz, erfüll mit ewger Wonne das Herz der Deinen ganz. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 116. ie lang soll ich traurig stehen, du Gesegneter des Herrn? Solltest du vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern! Helfer in der rechten Zeit, der mit ewgem Trost erfreut! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer; stille des Gesetzes Dräun! Denn dies Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein. Es ver fündigt Fluch und Tod. Ach, wie schrecklich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh, wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als müßt ich, gleich ihm, nun liegen in der Glut, die nie verlischt. Weh mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerrisnes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerriffen. 4. Flich ich dann, die Angst zu lindern, da ich so beängstigt bin, zu der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends ganz dahin. Da ist Freude, die betrübt; Trost, der nicht Erquittung gibt; Helfer, die mir Unlust machen; Freunde, die wohl meiner lachen. 6. Aller wahre Troft im Leide ruht in dir, o Jesu Christ; und auch du allein gibst Freude, die ganz rein und lauter ist. Ach, wie sehn ich mich nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, baß ich deine Hülfe sehe, eh ich in der Angst vergehe. 7. Fren dich, Herz, du bist erhöret. Jezo zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir gefehret. Auf! heiß ihn willkommen sein! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! bereite dich ihm zu, daßß er dich zur Wohnung wählet, und da flag ihm, was dich quälet. 8. Wohl dir, daß dich Jefus liebet! Wo ist, was dir schaden kann? Was Gott mun nicht mehr an. Auch wird, du Böses selbst verübet, das sieht was sich in der Welt Böses dir entgegen stellt, statt dich den Staub zu legen, bir nur lauter Glüc und Segen. 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du haft zum besten Theile deinen Jefum dir erwählt. Sei ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet feft dabei, daß du mit den Engeln droben ihn bort ewig werbest loben. Von der Erscheinung der Weisen. Mel. Gott des Himmels und der. 32. 117 Gott der Juden, Gott 1 Völker Heil und Licht! Saba sieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jacobsstern. 70 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Wir gefellen uns zu denen, die König thront, die fisch- und insel aus Morgenlande sind; unser Fragen, reichen Meere, der Erdkreis, und unser Sehnen ist nach dir, du großes was drinnen wohnt. Rind! Unfre Knie beugen fich, unser Arm umfasset dich. 4. Die an der Ströme Ufern pflilgen, besingen ihn, und freuen sich, und die, so auf den Bergen liegen, frohlocken vor ihm inniglich! Es fommt, es eilt mit hoher Stärke der Richter aller Welt herbei. Er stürzet Satans Reich und Werke, und schaffet - 3. O, mit welchen irdschen Schäzzen mag ein armer Sterblicher dich erquiden und ergößen? Du bist über alles Herr. Ein Geschenk, das dich erfreut, ist ein Herz voll Dankbarkeit. 4. Nimm für Gold und andre Ga- alle Dinge neu. ben Glaube, Lieb und Hoffnung an. Was wir sind und was wir haben, jei dir gänzlich unterthan. Hier ist mehr, denn Salomon. Dein sind wir, Gottes Sohn! 5. Nimm dies Opfer in Genaden von getreuen Herzen an. Sucht uns Sucht uns 119. mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen kann, so nimm ung bei seiner Wuth, starter Gott! in deine Hut. 6. Heilig führest du die Deinen; ficher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Trost erscheinen, nimm dich unser mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Baterland. Der 98. Pfalm. Mel. von Nr. 33. hr Böller, ftimmet nun 118. The mit der manch Wunderwerk gethan, dem Sieger über Feind und Leiden, dem Herrn, ein neues Loblied an! Denn euch, die ihr im Finstern waret, erscheinet Licht und Heil jezund! sein starker Arm ifst offenbaret; sein Recht wird allen Völtern tund. Von dem Namen Jesu. Mel. Ans tiefer Noth schrei. ME 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten dem Hause Israel verhieß. Die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die feine Wahrheit hoffen ließ, die fallen jedem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offenbar. Es wird sein Heil in vollem Lichte auch den entferntsten Ländern flar. ein Jesu, du haft unsre Schuld mit ihrer Strafe Plagen, o unerhörte Lieb und Huld, freiwillig wollen tragen. Du, der Gerechte, ließest dich zur Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht Jesus nur, du bist auch, was du heißest; da du die menschliche Natur aus allem Jam mer reißest. Die That stimmt mit dem Namen ein; du wollteft, was du heißest, sein, mein Heil, mein Seligmacher. 3. In feinem andern ist ja Heil; kein Nam ist uns gegeben, darin wir könnten nehmen Theil an Seligkeit und Leben; du bists allein, der jedermann ein ewges Leben geben kann. Gelobet jei dein Name! 4. O Name! werde doch in mir 3. Drum jauchzet, finget, lobet alle! durch Gottes Geist verkläret; da, mas preift Gott mit Saiten und Gesang! verborgen ist in dir, kein fleischlich der Harfen sanfter Ton erschalle, und Herz erfähret. Denn die Vernunft der Posaunen heller Klang! Es lobe begreift es nicht, ohn deines Geistes alles dessen Ehre, der als der größte Gnadenlicht blieb es unaufgeschlossen. Erster Theil. Vom Wandel Jeju auf Erden. 71 5. Laß mich empfinden deine Kraft,| rung tennen. So wird der Sündennoth von heißer Liebe brennen, und deines gewehrt, in Hoffnung meine Furcht Namens Eigenschaft stets aus Erfah- verkehrt, und Seligkeit mein Erbe. - 9) Vom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Vater unser im Himmelreich. 120. KE ein Lehrer ist dir, Sefu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwachen Dienschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 2. Du tamst zu uns, von Gott gefandt, und machtest uns den Weg Licht dereinst erfreut. bekannt, wie wir, befreit von Sütindenschuld, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 121. H 3. Du sahest in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen tund. gestärkt von dir, mit fester Treu dir nachzufolgen eifrig sei. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Verschnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nutzen schafft! 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland! send ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ, vom Eigendünkel mich befrei, damit ich dir gehorsam jei; bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5. Du lehretest durch Wort und That. Man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. HER eiland! deine Dienschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O, wer faßt die starken Triebe deiner treuen Dienschenliebe! 72 Erster Theil. Vom Wandel Jesu auf Erden. 2. Ueber seine Feinde weinen, je Mel. Machs mit mir, Gott nach. der Blinden, Lahmen, Armen, mehr 122. Dbild der allerhöchsten als väterlich erbarmen, der Betrübten Liebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt Klage hören, sich in andrer Dienst mit Gott geweihtem Triebe. Gott war verzehren, das sind Proben wahrer dein Zweck, dein höchstes Gut; ihm Güte: und so, Herr, war dein Gefolgtest du mit Heldenmuth. müthe. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, 3. D du Zuflucht der Elenden! ein Herz. Sein Wille war dein Wille. Wer hat nicht von deinen Händen Du ehrtest ihn auch unter Schmerz Segen, Trost und Heil genommen, stets mit zufriedner Stille. Auch auf der gebeugt zu dir gekommen? Wie der allerrauhsten Bahn sahst du ihn ist dir dein Herz gebrochen, wenn noch als Vater an. dich Kranke angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines 4. Die Betrübten zu erquicken, sie Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft dem Kummer zu entricken, die Unwar das allein, ein Herold seines wissenden zu lehren, die Verkehrten zu Ruhms zu sein. bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 4. Du gingst verstummt zur Schlacht. bank hin, Gehorsam zu bezeigen. Man sah dich mit gelaßnem Sinn zur Schä delstätte steigen. Du warst zur tief sten Schmach gefaßt, und trugst die schwere Kreuzeslast. 5. - 5. O, wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und unerhörte Schmerzen litteft mit gelaßnem Herzen! dich von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! 1 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! und bei des Gewissens Schmerze tröste mich dein huldreich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Men schenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! 26. Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Verdienst mich decken, wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, verdiente Strafen schrecken! Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, andrer Mel. von Nr. 72. Schmach und kaft zu tragen; allen 123. Wie Lehren! Wie göttlich sind doch Last freundlich zu begegnen, für die Läste- überzeuget seine Macht! Wenn wir Jefu rung zu segnen, deine Feinde zu vertreten und für Mörder selbst zu beten.nur von den Thaten hören, die er noch in dem Fleisch vollbracht: so stimmet 7. Aller Welten Herr und König, ihm der Glaube bei, daß er der Welt Sohn des Höchsten! o wie wenig haft Erlöser sei. du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet. Willig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sei dir dafür gesungen. 2. Die Herrlichkeit war voller Gnaden, die man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vors Gericht. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Anssatz mußte vor ihm schwinden, der Stumme sang ihm Dank und Ehr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 73 4. Er schalt des Satans Legionen, die Legionen scheuten ihn: so mußten sie die Menschen schonen, und plößlich in den Abgrund flichn! Berief er seiner Engel Schar, so stellten sie fich dienstbar dar. 6. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verflärt, der durch so große Wunderwerte als dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen gläubig an, und find ihm willig unterthan. 5. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es doch an Brod gebrach: und kaum gebot er Wind und Meere, fo ließ ihr Sturm gehorsam nach. Se sabe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn! - 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu. Mel. Beuch mich, jeuch mich.- 81. 124. Gott! ott! was muß dein Sohn ertragen! welche Marter! welchen Tod! Allem Trost muß er entsagen! Ronnt ich denn in meiner Noth bei dem Schreien meiner Sünden sonst nicht Trost und Rettung finden? 7. Erfill, o Herr, nur unsre Hers zen mit seiner Lehr und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht: und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod beständig sei! 2. Schöpfer! täme denn uns Armen ohne sein Versöhnungsblut nicht dein väterlich Erbarmen, deine Gnade du, und ein Nächer, und doch schonft du der Verbrecher. 7. D, Geheimniß weifer Güte, das fein Engel ganz durchschaut: rühre träftig mein Gemüthe! wie mein Herz auf dich vertraut, Gottmensch! so laß auch mein Leben bir Lob, Preis und Ehre geben! Bom Seelenleiden. Mel. von Nr. 49. nicht zu gut, wenn wir gleich die 125. D Jefu, Brunnquell aller und um zu Freuden! mit Traurigkeit erfüllt? Mußt du in deiner Unschuld leiden, daß Schrecken aus dem Herzen quillt? So viel theure Streiter sah man auf die Scheiter und zur Feucrsglut steigen, ohn Entfärben in der Marter sterben, mit getrostem Muth. dir schreien? 3. Und mußt du versöhnet werden? muß bei dir ein Mittler sein? war denn keiner hier auf Erden, war kein Engel selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen frönte? 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preisen, wenn ihn seine Schuld bedräut. Keiner kann bei seinen Si den ohne Mittler Gnade finden. 2. Wie kommts, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Held! daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schrecken dir vielmehr erweden, als er jenen thut, wenn sie ohn zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Menschen Schar ist dazu ersehen worden, weil doch teiner tüchtig war; Gott nur konnte Gott verföhnen, mich mit Heil und Segen frönen. 3. Ach ja, der Tod, der dich umgibet, ist gar von einer andern Art; der Grimm, den er an dir verübet, ist mit des Himmels Born gepaart: 6. Darum tam sein Sohn hernie- denn du fühlst die Pfeile, und des der, mun zugleich ein Mensch, wie Fluches Keile; jene fühlens nicht; wir, und versöhnte seine Brüder, Herr, weil du dich mußt quälen, hatten durch seinen Tod mit dir. Heilig bist ihre Seelen deiner Frenden Licht. 74 Erster Theil. Von dem 4. Du bist das Lamm, das Schuld und Strafe auf seinen Schultern wil fig trägt; der gute Hirt, der für die 4. Ach, Herr, der Sündenknecht Schaafe sein heures Leben niederlegt. war ich. Ich sellte Blutschweiß Du bezahltest Schulden, und willst schwitzen. Es sollten billig mur auf das erdulden, was wir all verdient; mich der Rache Wetter blitzen. Ich auf dir liegts alleine, daß wir wür- Armer, wie entrinn ich dal vor den reine, und mit Gott verfühnt. Gottes Zorne müßt ich ja ohn allen Troft versinken. Und da kömmst du, daß du ihn stillst. Sohn Gottes du, du selber willst den ganzen Zornfelch trinken. 5. Dies ist die Ursach deiner Klagen; das Herz fließt über durch den Mund, und macht sein schreckenvolles Bagen durch schreckenvolle Worte fund: da du selbst bezeuget, daß dein Geist 5. Heil mir, der Sohn des Höchgebeuget sei bis in den Tod. Dieses sten hat für mich sich richten lassen. is die Quelle, da die müde Seele Gott, welch ein wundervoller Rath! fich erfreut in Gott. wer kann dein Thun noch fassen? 6. Ich will für solche Liebespro- Ach, da uns Fluch und Strafe drohn, ben, dergleichen man noch nie gefehn, so trägt er sie für uns, der Sohn, dich, mein Erlöser, ewig loben, werd den Gott uns selbst gegeben. Nun ich vor deinem Throne stehn. Laß jauchze, Seele! du kommst richt in dein traurig Ringen mir indeffen brin Gottes schreckliches Gericht; du dringst gen wahre Glaubensfrücht; daß ich hindurch ins Leben. mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! - Leiden und Sterben Jefu. du von solcher Angst, o Herr, be stürmet werden? - Mel. An Wasserflüssen Babylons. 97. 126. o gehst du, Jesu, wil6. Doch dent, um welchen theuren Preis dein Heiland dich erkaufet! fitr dich rang er im Todesschweiß, für dich mit Blut getaufet! ach Seele, sorge, daß dich nie die Sünd in ihre figlich, dein Leiden Netze zieh, nichts deine Treu erschüttre! anzutreten, mit heißzen Thränen auch Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! für mich zu kämpfen und zu beten. schau hin ins furchtbare Gericht, Du, der du nichts verbrochen hast, das Jesum traf, und zittre! geht hin, um aller Sündenlast auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, stellst du dich seinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. Von den Banden Jesu. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 2. Du Held, der andern Stärte 127. Gottes Lamm, durch dessen Wunden unser gibt, was kann dich so erschüttern? Heil wird festgesetzt! Ach, wie hart Ach, seine Seele wird betrübt, des wirst du gebunden, und dein heilger Helden Glieder zittern. Ach, hinge- Leib verletzt! Deiner Feinde strenge funten auf die Knie, arbeitet er in Hände wissen ihrer Wuth kein Ende! schwerer Mülh, und kämpfet im Gebete. und du gibst mit stillem Sinn dich Er wünscht den bangen Kampf ver- in ihre Fesseln hin. türzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? O schauervolle Stätte! 3. Gott, wie bist du so wunderbar in allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel, muß sogar den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt. Bon feinem Angesicht träuft Schweiß, ach, wer entsetzt sich nicht? Für Schweiß 3. Du bist selber reich an Stärke, träuft Blut zur Erden. Der du in die sich jetzt auch nicht verlor; aber reiner Unschuld prangst, wie konntest hier in diesem Werke geht Geduld 2. Mehr, als zwölf der Legionen, welche dort um jenen Thron deines großen Vaters wohnen, stehn bereit, o Menschensohn! deine Ketten zu zers schlagen, deine Feinde zu verjagen: aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht. - Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 75 der Allmacht vor. Denn sonst müß er anders nichts verlanget, als uns in ten Band und Schlingen wie des des Vaters Schooß dermaleins zu Simsons Stride springen; und der führen ein, lassen wir von eitlem Feinde große Zahl stürzte deiner Gott- Schein lieber, als von seinen Schläheit Strahl. - 4. Starter Held, um meinetwillen streckst du deine Hände dar, um die Schriften zu erfüllen, schoneft du der frechen Schar, wehrst dem Schwerte deines Freundes, heilst die Wunden deines Feindes, und dein Arm nimmt Fesseln an, die er doch vermeiden kann. 5. Alles, was du ausgestanden, ist zu meinem Heil geschehn, und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib ich frei und unberühret; weil du deiner Ketten Last mir zu gut getragen hast. 6. Heiland, wie ist deine Gülte für mich Sündenknecht so groß! mache denn auch mein Gemüthe immer mehr vom Eitlen los. Lasse mich mit ihren Stricken Welt und Lüfte nicht berüften, daß ich von der Sünde frei, dir nun ganz ergeben sei! 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlösten Geist keine andre Bande tragen, als die du mich tragen heiß'st: Bande deiner Furcht und Liebe. Lege meines Fleisches Triebe solche Strid und Fesseln an, die es nicht zerreißen kann. 8. Soll ich einst die Ehr erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Fesseln prangen und für dich gen unsern schnöden Sinn bewegen. 3. Lehre mich, o Heil der Armen! deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Troft mir widerfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist von dem Gift der Sündenbeulen mich zu reingen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mitempfinde, wie dich deine Geisel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, Jesu, deine Gunst verscherzt: ach, Herr, so verbirg mur nicht dein genädig Angesicht, laß von deiner Strafe Ruthen nicht so sehr die Wunden bluten. 5. Herr, du littest nicht vergebens. Wenn ich dann nach Gottes Schluß, an dem Ende meines Lebens mit dem Tode ringen muß: ach, so zeige dich nur bald in der tröstlichen Gestalt, da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Ströme fließen. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden, welche Schmach und welche Pein! doch du siehst auf jene Frenden und erduldest Schmach und Pein. Laß mich auch voll Zuversicht, wenn dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ausgang schauen; fest will ich auf dich vertrauen. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. was leiden foll: adh, so laß mich in 129. Seht, welch ein Mensch! ach seht! Schand Banden, in Gefängniß, und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland! ähnlich sein. ist er bedecket, der Glanz der Herrlichkeit! Schaut Menschen, und erschrecket! Des Höchsten Sohn habt ihr jo tief herab gebracht! so schwere Müh hat ihm nur eure Schuld gemacht! Von der Geißelung Jesu. Mel. Freu dich sehr, o meine. nser Heiland steht ge- 29. 128. Ur bunden, voller Striemen, voller Blut, und fühlt so viel neue Wunden, als der Kriegsfnecht Streiche thut. Seht, was seine Liebe fann! und wir denken kaum daran, daß er wegen unsrer Schulden dieses alles muß erdulden. 2. Da die Welt in Seide pranget, steht ihr König nackt und bloß; da 2. Seht, welch ein Mensch! Weh euch, wenn hier noch vor den Sünden nicht eure Seele grant! Sein Zorn wird sich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht be kehrt, im Born von eurer Hand. 3. Seht, welch ein Mensch! die ihr in Heiligkeit ihm dienet, schaut, wie er Sünden büßt! schaut, wie 76 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. er uns verfühnet! Wohl euch, daß| ganz entzündet für mein Heil! Nichts seine Schmach euch schmerzet und scheuest du, nicht Marter, Schmach betrübt. Erfreuet euch des Heils, das und Hohn, um aus der Noth mich diese Schmach euch gibt. ganz herauszuziehen, mich Sohn des Staubs, o du, des Höchsten Sohn! wie kann ich gnug von Dankbegierde glühen! 4. Seht, welch ein Mensch! hier steht, Verbrechern gleich, gebunden, an dem sein Richter selbst gar keine Schuld gefunden! Dies Zeugniß ist mir werth! Denn wär er nicht ganz rein, wie könnt er dann für uns ein gültges Opfer sein? 2. Am Delberg wartet auf dich Angst und Qual; die Stund ist da, nun willst du nicht verweilen; ich sehe dich aus Salems Pforten eilen. 5. Seht, welch ein Mensch! ach Du wallft dahin durch Kidrons schwarfeht! wie ist sein Leib zerrissen! Seht, zes Thal, und Todesschrecken folgen was für Ströme Bluts aus seinen dir dahin. Nichts kann indeß den Wunden fließen. Heilfame theure großen Vorsatz hindern; des Menschen Fluth! aus diesen Wunden quillt, Rettung lag dir längst im Sinn. was unsre Schaden heilt und das Ganz weihst du dich verlornen AdamsGewissen stillt. tindern. - 6. Seht, welch ein Mensch! ach seht! schmerzhafte Dornen trönen sein majestätisch Haupt! doch mag die Welt dich höhnen! Mein Jesu, mir bleibst du ein König auch noch hier! Voll Ehrerbietigkeit beug ich die Knie vor dir. 7. Seht, welch ein Mensch! Er muß, vom Rohrstab frech zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frevels Werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese Hand ein eisern Zepter trägt! Sorgt, Frevler, daß fie euch nicht einst im Born zerschlägt! 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Sünder, und erschrecket! da so viel Speichel ihm sein Antlitz über decket. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thränen sich. 9. Seht, welch ein Mensch! mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiden schon mir ewgen Trost versprechen: Herr, ich kann ihrer nie mich ohne Wehmuth freun! Herr, laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheun! Mel. von Nr. 84. 130. Mein ein Lebensfürst! mun kann ich dich mein Theil und meinen Trust, und meinen Retter nennen. Wie loderst du, nie werd ichs gnug erkennen, von Eifer 3. Nunmehr fommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein einziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem großen Bater für unser Heil die Engel beten sahn. Jetzt wurdeft du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und fränkt, bei deiner Angst Befreiung möcht erlangen. 4. Dein blutger Schweiß zeigt, wie dich Gott jetzt schredt. Wie beben dir, o Held, vor Furcht die Glieder! Du finkst vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Wurm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm, o Sünder, höre ste! Dir ruft er zu, in diese Noth gerathen: mit deiner Schuld machst du mir diese Müh, und diese Qual mit deinen Missethaten. 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes sein. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, dringt jetzt auf dich mit Fackeln, Schwert und Stangen, von Wuth beseelt, die Schar der Sünder ein. Du stellst dich dar; doch ihren harten Sinn kann weder deine Macht noch Unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frevler hin, die bei dir nichts als Willigkeit verspüren. 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Missethäter. Was thut der Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 77 Freund? Ach, er wird ein Berräther!| 3ürn ich mit der Juden Wuth? Ach, Mit Abschen seh ich seine Bosheit hier kann ich des Menschen Thorheit lesen; Tand wählet er, der Thor, fürs höchste Gut: wie oft bin ich ein solcher Thor gewesen. an. Doch Judas schmerzt dich jetzo nicht allein; bei deiner Noth siehst du die Jünger fliehen; jetzt bleibest du ganz hülflos und allein, du siehst sie all und selbst auch Petrum fliehen. 12. Das Mordgeschrei, das an den Himmel stieß, schallt nicht so laut, 7. Der Richter seines Volts steht als meine Sünden riefen. Die Ströme, vor Gericht, vor Caiphas läßt er sich die aus so viel Wunden liefen, als, laut verklagen, und schweigt, was Jesu, dich Pilatus geiffeln ließ, ent auch die falschen Zeugen sagen; gedeckten mir gar merklich meine Schuld; scholten, schilt der heilge Gottmensch verdient hatt ich des Satans Wuth nicht. Er kommt noch einst und mit und Morden. D! o! Dank sei dir! mich ihm fommt sein Lohn, und alle Bos- rettet deine Huld, heil bin ich nun heit wird gewiß gerochen. Gleichwohl durch deine Wunden worden. wird ihm, des Allerhöchsten Sohn, als einem Lästerer der Stab gebrochen. 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die Schmach das Herz? Berspeit wirft du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir, da der Lästrung Stimm ertönet? Wie weit treibt man den pöbel haften Scherz? Du, der Propheten Größter, wirst ein Spott. Wie darf dein eignes Volk dich so entehren! Ach, theuer sei du mir! Bon dir spricht Gott: das ist mein lieber Sohn, den follt ihr hören. 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar: mit Dornen frönet man dich, o mein König! dem Frevler ist die Schmach noch allzuwenig, ein Rohr reicht man dir als ein Zepter dar! der Purpur höhnet dich, man beugt die Knie und spottet dich mit Worten und Geberden. Ach, meine Schuld! wie groß, wie groß ist fie! so tief mußt du für mich erniedrigt werden. 14. Ganz matt schleppst du dein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom 9. Hat Petrus dreimal dich aus Fluch, der auf dir lag, gedrücket. Furchtsamkeit verläugnet, und damit Was ists, das nun mein schüchtern dein Herz durchstochen, ach! wie viel Aug erblicket? Wie schauervoll wirst öfters hab ich Treu gebrochen! Doch du mir, Golgatha! Da hänget er, ist es mir, o Herr, wie Petro, leid. ein Scheusal, nackt und bloß; sollt Und darum hast du den treulosen er denn nicht mein Mitleid ganz erKnecht beständig noch zu lieben fort- wecken? Ach, ihn drückt unsre Schuld! gefahren. Ach, bring mich auch, wenn ein Berg! wie groß! und er verlangt ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist dies schwache Rohr bewahren. nicht Mitleid, sondern Schreden. 10. Folg ihm, mein Geist, bestürzt ins Richthaus nach: D, welch ein Schauplatz nie erhörter Leiden! wie duldet er von Juden und von Heiden, Er, beider Heil, ganz unverdiente Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Pilatus nicht; o, wie empöret fich jetzt mein Gewissen, da, Jesu, dir sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, geschreckt, wird Er dahin geriffen. 15. Du bist, o schreckenvolles Golgatha, die Trauerbühne, da mein Hei land litte; der Kampfplatz, wo des Weibes Saame stritte, der Ort, wo man das höchste Wunder fah. Hier hänget Er, der Opfer Gegenbild, der Gottes Zorn in vollem Maaße fühlte! Hier trifft der Pfeil dich, meines Glaubens Schild, der längst auf mich, mich großen Sünder, zielte. 16. Mein Heiland hängt dort zwis 11. Dir durfte man den Mörder schen Mördern. Mich wollt er der Barrabas, o Theuerster! gar an die Schar der Seelgen zugesellen; hier Seite setzen, und, was entsetzlich ist! will ich dann zu seinem Kreuz mich dich schlimmer schätzen. O Raserei! D, mehr, als Cains- Haß! Doch warum stellen, der Deinen Treu und Wehmuth rühret dich. Der Kriegstnecht 78 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. nimmt zwar deine Kleider hin, doch| Wasser fleußt! Vergebung schafft mir mir verläsfest du den besten Segen. sein vergoßnes Blut, sein Geist stärkt Dein bin ich ganz, und was ich hab mich zu jedem guten Werke; ein offner und bin, will ich auch gern zu deinen Born, wie fließt er mir zu gut! Ich bin Füßen legen. im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. 22. Kommst du mit Blut und Wafe fer nun zu mir, so will ich, Herr! dir mich zum Opfer bringen! beim offnen Vorhang wird es mir gelingen; freimüthig nah ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im letzten Kampf dein Blut; gestärkt durch deinen Geist laß mich dann scheiden. Dein Blut lösch aus für mich der Höllen Glut, dein Geist führ mich zu deines Hims mels Freuden. - 17. Das Bundesblut erwies bie erste Kraft am Schächer, der noch in der letzten Stunde durch wahre Buß und Glauben Gnade funde. Für alle Sünden war nun Nath geschafft. Doch ist aus tausend einem dies geschehn: so ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; der andre Schächer mußt zu Grunde gehn, weil er die rechte Gnadenzeit versäumet. 18. Der Mittag kommt. Der Sonne 23. So lang ich aber noch ein Schein hört auf; dir, ihrem Schöpfer, Pilgrim bin, soll in mein Herz dein will tein Licht mehr scheinen. Du, Helfer, mußt als ein Berlaßner wei sterbend Bild sich schließen; mein Mund nen. Dein Angstgeschrei stört jetzt der foll sich in Lob und Dant ergießen; Schöpfung Lauf. Wer zittert nicht? ganz geb ich mich zu deinem Opfer der Löw aus Juda brüllt; den Sohn hin. Die Sünde, die dich mit so der Liebe trifft des Vaters Ruthe. schwerer Kaft für mich gedrückt, will Was Wunder, daß sich die Vernunst verhüllt! O, du mein Troft! Was schmeckst du mir zu gute. ich mit Ernst verfluchen; ich will, was du für mich geleistet hast, mit Lieb und Treu dir zu vergelten suchen. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Finsterniß zerstöret ist. Sollt ich noch rathlos siehen, und schmachtend 131. 1 hin durch dunkle Thäler gehen, so bleibt mir, Jesu, doch dein Trost gewiß. O, sollt ich ie von dir geschieden sein! O, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in des Abgrunds Kluft versenken. Mel. Herzliebster Jefu, was haft. nschuldger Jesu, was hast du verbrochen? Dein Todesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht, sollst du amt 20. Von heißem Durst wirst du zuletzt gequält; und welch ein Labsal wird für dich gefunden! Ach, wie betrübt sind deine sten Stunden! Kreuze sterben, wie Sünder sterben. damit ja nichts an deinem leiden fehlt. Schmach gefrönet, ins Angesicht ge 2. Gegeiffelt wirst du und zur Es ist vollbracht! russt du dann aus und stirbst, und übergibst den Geist schlagen und verhöhnet! mit Finster des Vaters Händen. Welch Heil! das niß des Todes schon umschattet, gehst du so sterbend mir erwirbst! getrost fann ich nun meinen Lauf vollenden. du ermattet. 21. Mert auf, o du in mir er schrockner Geist! Schau Jesu Seite noch zuletzt durchstochen, nachdem der Tod ihm schon das Herz gebrochen; 4. Was ist die Ursach dieser deiner schau, wie sein Blut vereint mit Plagen? Ach, unsre Sünden haben 3. Du trägst dein Kreuz, du eifft auf blutgen Wegen voll Zuversicht, voll Muth dem Tod entgegen! Sch sehe dich gefreuzigt, dich entfärbend, voll Wunden sterbend. Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 79 bich geschlagen! Wir, großer Mittler,| Ueberwinder Krone, dein großes Lob haben das verschuldet, was du erduldet! viel würdiger befingen, stets Danf 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine bir bringen! Strafe! der gute Hirte leidet für die Schaafe! die Schuld bezahlt der MittMel. Herzliebster Jefu, was. 131. ler, der Gerechte, für seine Knechte! 132. Herr! stärke mich, bein 6. der und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! die Unschuld stirbt! der das Gesetz gebrochen, wird losgesprochen! 7. Ach, unsre Seele war entstellt von Sünden! an uns Verbrechern war nichts Guts zu finden! das hätten wir, von Gott verworfen, müssen auf ewig büßen! 8. Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willsts! an dir soll es der Rächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich ie für deiner Liebe Proben genug erhoben? 10. Doch du fagst selbst: Eins werde dir gefallen, wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden! 11. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! O send uns deinen Geist, der uns regiere, zum Himmel führe! 12. Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, was du gethan haft, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Freud erfüllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten, feine Schmach und Plagen; uns sollen Spott, Verfolgung, Tod und Leiden nie von dir scheiden. -D mich in das Meer der Liebe zu versenten, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte. Mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Nächher alles Bösen. Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Eutzücken am Kreuz erblicken. 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich sind, im Staube schmachten! doch nimmst du's an! du wirst uns dennoch geben ein ewig's Leben! 15. Dort werden wir, o Herr, vor beinem Throne, geschmücket mit der 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdiensi darnieder; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an deffen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte! 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanten? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, z fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben; o gib zu diesem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte. 80 Erster Theil. Mel. Ach Herr, mich armen S.— 67. 133. De er du voll Blut und Wunden für uns am Von dem 1 Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den größten Troft erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil! wie dank ich dir? 2. Wie viel hast du erlitten, erhabner Menschensohn! als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herze brach. 4. O schreckliches Empfinden! du fühlteft das Gewicht vom Fluche unsrer Sünden und Lindrung ward dir nicht. Stets wuchsen deine Plagen; fein Helfer am für dich. Man hörte dich felbft tlagen: Gott! wie verlässt du mich! 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Last. Ich habe mit verschuldet, was du getragen hast. Sieh gnädig auf mich Armen, der Born verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du Mel. Liebster Jefu, wir sind hier. 4. warst der Leute Spott; dich höhnten 134. Meine Seel, ermuntre deine Feinde: wo nun dein Gott? Liebe zu bedenken! Auf sein Kreuz hin müiffe sich jetzt dein Blick voll Andacht lenten, daß dein Herz der großen Treue deines Jefu sich erfreue. 2. Sieh! der wahre Gottessohn ist für dich ans Holz geheftet! Hier hängt er voll Schmach und Hohn, blutig, schmerzenvoll, entkräftet! Ach für mich mit Fluch beschweret! wo ist größre Lieb erhöret? 6. Ich will auf dich slets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr! nicht liebst? mo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? Leiden und Sterben Jesu. zu dir und deiner Treu, und bis ich einst erfalte, ganz nur der Deine feil 9. Wenn ich denn einft soll schei den, ach! dann verlaß mich nicht! sei auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, dann reiß mich aus den Äengsten kraft deiner Angst und Bein. 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr! deinen Himmel sehn. Dahin laß mit Entzücken alsdann mich glaubenevoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Tribfal Troft und Freuden, die ewig sind, verschafft. D, gib an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil; so wird mein Seelenschade durch dich, Erlöfer! heil. 3. Du, du solltest große Pein ewig in der Hölle leiden, und von Gott verstoßen sein, ewig feru von allen Freuden. Da trägt Jesus deine Sün den, daß du könntest Gnade finden. 4. Sein verdienstlich Leiden stillt deines Richters Zorn und Rache. Er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde, Teufel, Tod bezwungen, und das Leben dir errungen. 5. Nun, was liegt dir ob, mein Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz seine Lieb an dir will preisen. Kannst du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb erwiedern? 6. Ach, ich kann ja nimmermehr das Geringste nur vergelten! Er vers 8. 3ch danke dir von Herzen, o bind't uns ihm zu sehr. Meine Träg du, mein größter Freund, für deine heit muß ich schelten, daß ich ihn ſo Todesschmerzen. Wie gut hast du's lau geliebet, ja durch Sünden oft gemeint! Ach! gib, daß ich mich halte betrilbet. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 81 7. Was geschehen ist, das soll| ferner nicht von mir geschehen. Fest 135. entschlossen, eifersvoll, einen andern - Mel. von Nr. 37. Forfülle, Herr! doch selbſt mein Herz mit reinem Weg zu gehen, will ich nun nur Andachtstriebe. Ich denk an deines Jesum suchen, und, was ihn betrübt, Leidens Schmerz, die Wirkung deiner versluchen. Liebe. Dein Kreuz sei mir gebenedeit; welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wann hab ich dies doch recht bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürft, und Held, in Fleisch und Blut gefleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringst mit Angst und Todesnoth und gehst doch willig in den Tod: O Liebe sonder Ende! du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und gibst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und hattest nie gefündigt; du, der Gerechte, Gottes Sohn! so wars vor her verkündigt. Der Frechen Schar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu errets ten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich; denn Gott warf alle Sind auf dich, damit wir Friede hätten. 4. Erniedrigt bis zur Knechtsge ftalt, und doch der Größt im Herzen, erträgst du Spott, Schmach, und Gewalt, voll Krankheit und voll Schmerzen. Man sah dich, der Verheißung Ziel; doch an dir war nichts, das gefiel, und nicht Gestalt und Schöne. Vor dir, Herr, unsre Zuversicht, verbarg man selbst das Angesicht, dich schmähten Bundesföhne. 5. Ein Opfer nach dem ewgen Rath, belegt mit unsern Plagen, um deines Volkes Missethat gemartert und zerschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbant führet. Freiwillig, als der Hel den Held, trägst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. 6. Du neigst dein Haupt. Es ist vollbracht. Du stirbst, die Erd' erschülte tert. Die Arbeit hab ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit? O wär 6 8. Weg ihr Sünden, fern von mir! ench kann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnöder Gräul seid ihr! Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Bergeben. 9. Dir, mein Jefu, dir mein Heil, will ich ganz mich übergeben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, dir zu leben, dir zu reden, dir zu leiden, dir zu schweigen, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein bist, bleib ich dein, immer ganz und unverrücket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich tränft, soll mich betrüben. 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab ich deinen Geist zum theuren Pfande, daß ich soll den Himmel erben; darauf tann ich fröhlich sterben. 12. Nun dann, nimm mich ganz dahin! Jesu will ich sein und bleiben, dem ich lebe, des ich bin. Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen. Ewig will ich dich umfassen. 13. Ist schon jetzo, ist schon hier folche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir uns, mein Jesu, recht verbinden, schenkst du schon so viel auf Erden: ei, was will im Himmel werden! 14. Was für Wollust nach dem Leid! nach dem Efend was für Ehre! was für Ruhe nach dem Streit! was für frohe Jubelchöre! Ewig werd ich Gott dort loben, wenn er mich zu fich erhoben. 15. Täglich, täglich freu ich mich auf dies freudenvolle Leben! Heiland, dir sei Dant! durch dich wird es mir dereinst gegeben! Laß, im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir Bets walten. 82 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß| Huld erheben? Wie herrlich zeigst du mich Gnade finden; und deine Liebe im Erlösungswerke der Gnaden Stärke. bringe mich, daß ich dich wieder lieb und dich nie treuzige mit Sünden. 2. Dein ewger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder! der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 7. Welch Warten einer ewgen Pein, für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu sein, nicht nach dem Glauben trachten; für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Faster schmähn, als wirfliche Verhöhner. Wer dich nicht liebt, fommt ins Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. 8. Du hasts gesagt; du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ists, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden kränken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb und Demuth stets vor dir erfunden werden! dein Heil sei mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letzter Trost auf Erden. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig. 136. D 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung un schätzbarer Schätze, verdient ein selbst gemachter böser Schade des Richters Gnade? 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thuft noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen mein ganzes Leben willig ergeben. Vater nennen, und zum Gehorsam dir 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, aus deiner Huld durch feinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurdst verachtet; die Sind haft du getragen, sonst müßten wir verza- gen. Erbarm dich unser, o Jesu, Jesu. 2. O Gottes Lamm, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet, befunden fiets geduldig, wiewohl bu wurdt 138. verachtet! Die Sünd hast du getrugen; foust müßt auch ich verzagen. Lob sei dir ewig, o Jesu, Jesu! Mel. von Nr. 55. 137.( 9. ott, der du für uns Gott, deinen Sohn gegeben, wer kann doch gnugsam deine 9. Dein Friede wohne stets in mei nem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen. Dein Geist se mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. Mel. Christus, der uns selig macht. ein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest! und auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest, Erster Theil. Von dem - welche Wohlthat ist für mich dein versohnend Leiden; D, wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Leiden und Sterben Jesu. 83 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden: o! fo hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. Mel. O Welt, ich muß dich laffen.<-48. 139. Welt! fich hier dein Leben am des Freuden. 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr! gegeben; und du konntest jederKreuzes schweben! dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banzeit voller Freuden leben. Aber, oden, Schlägen, Hohn und Spott. der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 2. Tritt her und schau mit Fleiße! mit Blut und Todesschweiße ist ganz sein Leib bedeckt; und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmeckt. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten. 3. Wer hat dich so geschlagen, und dieses Heer von Plagen, Herr, wider dich erregt? du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder: wie sind dir Strafen auferlegt? 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu haft du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen! Gib mir Weisheit, gib mir Kraft, du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 7. Du setzest dich zum Bürgen, je läsfest dich selbst würgen für mich und meine Schuld; für mich läsf'st du dich trönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich Unrecht je gethan, innig zu bereuen. 8. Für mich ihn zu erlegen, eilft du dem Tod entgegen mit großem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht fierbe, noch ewiglich verderbe; o unerhörte Liebesglut! 8. Drückt mich meine Sündennoth, ftraft mich mein Gewiffen: o! dann 9. Wie bin ich dir verbunden, durch laß aus deinem Tod mich den Trost den ich Heil gefunden! ich bin dein genießen, daß du auch für meine Schuld Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, büßend bist gestorben, und Vergebung, soll Seel und Leib dich preisen, und Snad und Huld mir bei Gott erworben. bir gehorchen sei mein Ruhm! 6* 4. Ich, ich und meine Sünden, der sich so viele finden, als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen auf dich, und dieses Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen in ewgen Finsternissen, was nun dein Tod verfühnt: die Geißel und die Banden, und was du ausgestanden, das alles, Herr, hab ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, wie ein Gebirge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen und o wie gnadenreich ist er! 265 22 84 Erster Theil.- Von dem Leiden und Sterben Jesu. 10. Es foll dein Tod und Leiden,| mir zum Segen. In ihm wird, statt bis Leib und Seele scheiden, mich trö- Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu sten und erfreun. Es soll von meinen Theil. Pflichten mich täglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 4. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfassen, ihn nicht laffen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. 5. Mein Erlöser hängt am Kren. Auch für mich hat er sein Leben hikgegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höchstes Gut. 6. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte nun an Sünden Lust noch finden? Sie will ich voll Abscheus fliehn; meine Sünden freuzgen ihn. 7. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in rohen Freuden mich noch weiden? Das sei fern! Die Welt sei mir nun gefreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht er füllen? Theuer hat er mich erkauft, und auf ihn bin ich getauft. 9. Mein Erlöser hängt am Kreuz. Sollt ich nun im Hohn mich grämen? Sein mich schämen? Froh rühm ich mich seiner Schmach, trage gern sein Kreuz ihm nach. 11. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Bergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, mur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, dräun; wie du gelassen dulden; dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 15. Ich will ans Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. Mel. Meine Liebe hångt am Kreuz. Mine 140. cill Erlöser hängt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes; ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms Gewalt? EFE Wo die göttliche Gestalt? 2. Mein Erlefer hängt am Kreuz. Größ und Hoheit sind verschwunden. Nichts, als Wunden! Nichts, als Blut, und Qual ani Qual! nichts, als Leiden ohne Zahl. 3. Mein Erlöser hängt am Krenz, und hängt hier auch meinctiwegen;| 10. Mein Erlöser hängt am Kreuz; und ich wollt in trüben Tagen trostlos zagen? Auch die schwerste Bürde deucht, gegen seine Last, mir leicht. 11. Dein Erlöser hängt am Kreuz. Herr, ich bleib im Tod und Leben dir ergeben. Als du starbest, ftarbst du mir; wenn ich sterbe, sterb ich dir. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 141. m Gnade für die Sünderwelt russt du mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei LEEEEE deinem Herben Schmerz die Böse Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 85 Kraft. Herr Jesu Chrift! der letzte Kampf wird mir verfitßt, wenn du mein Troft im Tode bist. 5. Den fanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele! Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Nachbegierde an: in dir entehrt; rufst, daß es Erd und Himmel hört: vergib, so erinnre mich daran, Herr Jesu Chrift! wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad ersicht. o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; das, was sie thun, - wichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schar verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget. 6. Mich tröste dein Bersöhnungs tod! es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! D, zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schutzpanier. Zench dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürsprach emig freun. Herr Jesu Chrift! wie Er hat durch segnendes Gebet auch selig ist, wie selig ist der Mensch, uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt dem du ein Heiland bist! auch uns zu unsrer Ruh Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt feist du für deinen Tod! Gott 142. ist durch dich noch unser Gott. 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so licbreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. DJesu Chrift! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis in den Tod. Sel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. Swing dich auf gen Golgatha! Heiland hier am Kreuze; nimm zu Herzen, daß dich ja seine Bein zur Buße reize. Härter bist du noch, als Stein, so du hier kannst fühllos sein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd und Himmel hangen! wie das Blut in Strömen quillt, daß ihm alle Kraft entgangen! schaue! ach, erschrickst du nicht, da sein sterbend Herze bricht? 3. D Lamm Gottes ohne Schuld! alles das hätt ich verschuldet, und da haft aus freier Huld Bein und Schmach für mich erduldet. Aus des emgen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Wird wo mein Herz vom Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o, dann versichre mich aufs neu, du steheft mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket. Mein Geift blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit neuer durchbohrt mein Herz! 4. Du für uns erwürgtes Lamm! groß, ja groß ist deine Liebe! schau von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schul dig; aller Schmerz, derl'dich trifft 86 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 5. Herr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebeft, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, nur dir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen dich nachzuahmen. 6. Nur bei dir allein such ich Hülf in meinen bängsten Stunden! schmachtend, lechzend sehn ich mich nach dem Troft aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Waffer schreit, bis er meine Seel erfreut. - 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! lehre mich die Welt verschmähen! laß auf dich, du höchstes Gut, immer under wandt mich sehen, und im Kreuze führe mich selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich laß mich alle Noth freudig sterbend überwinden. Nirgends müffe mich der Tod, als bei dir, mein Hei land, finden. Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getrost: Es ist vollbracht! Mel. von Nr. 55. 143. aß deinen fets, mein Heiland, Lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich chriftlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 8. Unendlich Glück! du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute. Du hast mir Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 5. Für welche du dein Leben selbft gelaffen, wie könnt ich sie, sie meine Brüder haffen; und nicht, wie du, wenn fie mich untertreten, für sie noch beten? 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? so werd ich dort von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben? 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben lämpf, im Glauben wach und bete, so ift mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 12. den 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Peiligster! Du Herr und Haupt der Glieder, schaltft au nicht wieder. 11. Podt böfe Luft mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd ich matt im Laufe guter Werte, so sei mirs Stärke! gen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden: so seis doch mir, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 3. Da du dich selbst für uns dahin- 14. Wenn endlich, Herr, mich meine gegeben, wie fönnt ich noch nach mei- Sünden fränken, so laß dein Kreuz nem Willen leben? und nicht vielmehr, mir wieder Ruhe schenken! dein Kreuz, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? dies sei, wenn ich den Tod einst 4. Sch sollte nicht, wenn Leiden leide, mir Fried und Freude. dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden; da du so viel für uns, die wirs verschuldet, fiebreich erduldet? 13. Gott! eile nicht, ste rächend zu zerschmettern! erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. Mel. von Nr. 55. 144. Se ei hochgepriesen, Herr, für deine Liebe! fie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unfrer Sün den Schmerzen. O, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen? du ließest unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 87 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab ich sonst für Kchern Troft auf Erden? was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? - 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diefem Glauben. Kein banger Zweifel müffe ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Soll ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? so wär ich ja, o Herr, nicht sein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. Die letzten Worte Jeſu. 145. B Glauben an! um können dir den Trost im Leben, und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr tröften fann. 2. Schon zeigt der Blutberg fich von weiten! erschrid und zittre, frommes Herz! Sieh deinen Retter, sich ihn streiten, und werde ganz Gefühl, ganz Schmerz. Hier hieng, den Mördern übergeben, am Holze, Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. egleite mich, o Chrift! wir gehen zum schmerzenvollen Golgatha, auf dessen fürchterlichen Höhen, was nie ein Gott Sie Engel faßt, geschah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; Er ruft mit sanftmuthvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach! D Mensch, den Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! 4. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl. Ach, wird mein Aug einst um die Meinen in seiner letzten Stunde weinen, fo soll dies Wort mir Trost verleihn! der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlodt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein. O Herr! laß an des Todes Pforte einst diese 88 Erster Theil. troftesvollen Worte auch meiner Seele Trost verleihn! 6. Wer kann die hohen Leiden faffen, als Christus an dem Streuze rief: 146. GES eht den leidenden Gerechten, so entehrt von LasterMein Gott, wie hast du mich ver Laffen? wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Angft und Pein müßt er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! - Von dem Leiden und Sterben Jesu. b Der Tod Jesu. knechten! Er, der Herr, gekront zum Hohne, träget seine Dor büßet unsern Frevelmuth. 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, entblößt, wünscht, daß sein Durst gestilLet werde! O Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dir 2. Unser göttlicher Vertreter wird noch heute aus tausend Armen, dir geführt, wie Uebelthäter. Wer kann zur Seite, die Hunger, Durst und seine Leiden zählen? Eine Welt ver Mangel drückt: O selig, wer den forner Seelen erfaust er sich um die Ruf erfüllet! denn wer den Durst sen Preis. des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 3. Seht den Schönsten unter Allen 8. Nun enden sich die schweren Lei- bleich, entstellet und verfallen! Seiner den; der Heiland spricht: es ist voll- Hoheit Glanz vergangen! Schmach bracht! Wort des Sieges! Wort entweihte seine Wangen, und seine der Freuden! du nimmst dem Tode Richterstimme schwieg. seine Macht. Heil uns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Lage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: vollbracht ist nun des Leidens Bahn. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sei auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! du rufeft: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein ihn fromm mit stillen Zähren, o Christ, du haft ihn sterben wollest du mir Weisheit schenken. schn. Bald wirst du ihn durch Freu- Mich vom Laster abzuschrecken, mich den ehren, und jauchzend seinen Ruhm zur Tugend zu erwecken, laß mir es erhöhn! Den deine Seufzer jetzt bestets vor Augen sein. 6. Seht ihn auf der Schädelstätte mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn für uns ringen im Gebete. Schanet Er hats vollbracht und stirbt. den Mann der Schmerzen, am Kreuz! 7. Herr, dein Leiden zu bedenken, flagen, der wird als Held nach dreien 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, Tagen vom Grabe siegreich auferstehn! niemals deiner unwerth lebe, nicht den freche Rotten hier entehrten, den vor dir zu schanden werde, wenn du wirst du dort bei den Verklärten zur komist, den Kreis der Erde zu richRechten seines Baters sehn. ten mit Gerechtigteit. nenfrone, und 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er alles, uns zu Gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottversohner willig fort. 5. Keine Lindrung stärkt den Mit den, auf ihm liegt zu unserm Frieden Fluch v Straf! er trägts gelassen! seine krajt hat ihn verlassen; ez sintet wieder in den Staub. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 89 8. Ja, noch an demselben Tage geb Mel. Werde munter, mein.. 116. 147. St cute, sprach mein Hei ich in den Himmel ein, los von aller land, heute, an sein blutges Kreuz erhöht, als ein Siin der, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht; heute, so betheu'r ich dir, heute noch sollst du mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. Furcht und Plage, Herr, bei dir daheim zu sein. Hier genieß ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch dem Grab die Macht entwendet, ganz die Seligkeit vollendet. - - 2. Theures Wort aus Jesu Munde! feft versiegelt durch sein Blut! In der finstern Todesstunde gibst du Freudigkeit und Muth. Wenn der Christ nun scheiden soll, bleibt er fefter Hoffnung voll, ficht die Nacht in licht verwandelt, weiß gewiß, wohin er wandelt. 3. Ohne Zagen fann er sterben. Seine Seel erstirbt ja nie. 3hr droht nicht nur kein Verderben, auch fein Schlaf betäubet sie, wo sie erft aus langer Nacht nach Jahrhunder ten erwacht. Nein, fie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. 4. Theures Wort des ewgen Lebens! tröste du mein brechend Herz; und dann ängstet nur vergebens meis nen Geist der Trennung Schmerz. Er sinkt nicht in Finsterniß! denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. 5. Herr! nun fühl ich abzuscheiden eine heilge Luft in mir. Dort find unbefleckte Freuden, aber Müh und Sünden hier. Kein auch noch so frühes Grab filrzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, ja von nun an selig ist, brüderfich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlafne Christ. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Werk folgt dann seiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun auch ich, o Herr, befehle, wenn ich faum noch lallen kann, die durch dich erlöste Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stärtest mich; rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 148. Es ist vollbracht! so ruft am des sterbenden Erlöfers Mund. O, Wort voll Troft und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund. Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. - 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlicret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen fich; der Vorhang reißt, die Erde fracht; und die Versohnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, haft da vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft den Fluch hinwegge wendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun genädig an. 4. Dankvolle Thränen! neßt die Wangen. Mein Glaube sieht nun offen bar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. D Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft ge währt. O stärfe mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ganz vollbracht. 6. Du littst so viel zu meinem Leben: drum laß mich stets voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheun. Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gebn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung auserschn; so laß auch mich den Trost erfreun: es fomunt das Ende meiner Pein. 90 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes| auf der fündgen Welt; doch er fam Schreden, so stärke mich in solcher uns zu gute, und gab mit seinem Last. Laß mich den Troft auch ster- Blute für uns ein ewges Lösegeld. bend schmecken, daß du ihn überwun- 4. Kein Freund meint es mit den hast; so tret auch ich ins Todes Freunden so treu, als es mit Feinden Nacht mit dem Triumph: Es ist Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, vollbracht! dem Ueberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott versöhnt durch unsern Freund. - Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. 149. Erhebe vom Geräusch der Mel. von Nr. 86. Welt, o Seele, deine Flügel. Hin, wo die Wuth ihr Opfer 151. Mun ist es alles wohl hält, zu jenem Leidenshügel! ihr Himmel! welch ein Mensch ist das! wie drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch wilden Freuden! Er, der die Todten auferwedt, er muß, mit Wunden 2. Der, dem an Hoheit feiner überdeckt, den Tod der Mörder leiden. 2. Geduldig siehet er sein Blut gleicht, der Herr der Herrlichkeit erin vollen Strömen fließen! fleht für bleicht. Was Wunder, daß die Erde die Haffer, die voll Wuth es im tracht, die Welt deckt Nacht! denn Gottes Sohn wird umgebracht. Triumph vergießen. Schau, jetzt umhüllt ihn finstre Nacht; er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun senkt sein Haupt sich nieder. D, meine Seele! freue dich! dir gab, der hier am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder. die Felsen bersten, Alles schreckt. Die 3. Das Heiligthum fteht aufgedeckt, freudenlose Kreatur klagt jetzo mur den Tod des Herrschers der Natur. 4. Weil denn die Kreatur sich regt; so werd auch du, o Mensch, bewegt! Der Fels zerreißt, und du irft nicht durch dies Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? 3. Er, er hat deine Missethat, den Fluch für dich getragen. D Seele, deine Sünde hat den Frommen so zerschlagen. Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder seiner Güte fann kein sterblich Lied erheben. Kreuz gebracht. Shm, der für dich Doch hört er unsre Lieder gern. Drum sein Leben gab, folg in sein Grab, und stirb dem Sündengräuel ab. bringet Preis und Ruhm dem Herrn, der uns sein Heil gegeben. bedacht? Du haft den Herrn ans 5. Du selbst, hast du es gnug sus ruft: Es ist vollbracht! der neigt der dir erwirbt das Erbe, welches sein Haupt, o Mensch, und stirbt, nie verdirbt. Mel. Welt ich muß dich lassen.- 48. 6. Ach, Vater! ach, in Bein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist tein Zweifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 150. rohlode, mein Gemüthe, und in deinem Heiland an. der Engel Scharen zu fähig waren, das hat des Menschen Sohn gethan. 7. Ich will mit ihm zum Grabe Was selbst gehn, und wo die Unschuld bleibet thun nicht sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht sein; auf ihn allein schlaf ich einft sanft und selig ein. 2. Schau hin, wie der Gerechte 8. Und nun dient ich der Sünde für uns, der Sünden Knechte, den noch? Wie drücket mich ihr schweres bittern Bornfeldh trinkt; wie er für Joch! auf, Seele, daß du dich erFrevler bittet! wie Wasser ausgeschüt- hebft, nur Jesu lebst, nur Jesn zu tet hängt er, da er in Tod hinsinkt. gefallen trebft! 3. Wir Sünder sollten sterben; 9. Tödt, Jefu, selbst in meiner Fluch lag auf Adams Erben, Fluch Brust, was sich noch find't von böser Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 91 Luft! dein Tod, der mir das Leben Müh! durch dein Krenz verschwindet schafft, gibt mir auch Kraft und sie; denn es führt durch kurze Leiden zum Genuß von ewgen Freuden. Muth auf meiner Pilgrimschaft. 10. Ja, Herr, mein Heiland, träftiglich stärkst du in meinem Vorsag mich! ich setze freudig auf dein Wort den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 6. Ueber Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starter Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Trostes Freudigkeit reißt mich fort zur Ewigkeit, die du, Herr, als du gestorben, mir, auch mir am Kreuz erworben. 11. Wie dant ich gnug dir Jesu Chrift, daß du für mich gestorben bist! dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würdger in der Ewigkeit. 7. Hab ich dich in meinem Herzen, Ursprung aller Seligkeit, so besieg ich alle Schmerzen, auch sogar im letzten Streit. Rufst du, und ich habe nun gnug gefämpfet, um zu ruhn, Herr, so dank ichs deinen Wunden, daß ich fieghaft überwunden. 1 Kraft und Trost des Leidens Jesu. Mel. Fren dich sehr, o meine S. durch 29. 152. Je, Wunden, deinen martervollen Lod, hab ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Troft in Noth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich denk an deine Pein. Ach, den ganzen Gräul der Sünden läßt mich die mit Graun empfinden. - auf mein Ver trauen; bu bist meine Zuversicht. Du besiegst des Todes Grauen, rettest mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworbnes Heil hab ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein emigs Leben wird dereinst dein Tod mir geben. 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o, so blick ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut. Tracht ich eitler Ehre nach, und ich blick auf deine Schmach; schnell schlägt die den 153. Stolz darnieder, und gibt mich der Demuth wieder. 3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betretne Bahn luftig, breit, gemächlich, eben; Jesu, Da warnt mich dich schau ich dann an. des Bornes Last, welche du getragen haft, nicht mit dem verblend'ten Haufen ins Verderben hinzulaufen. 4. Hält mein schreckendes Gewissen mir der Sünde Menge vor: o, in meinen Kümmernissen schau ich nach dem Kreuz empor. Bald verschwindet alles Weh! In den Wunden, die ich seh, find ich Sicherheit und Leben, und den Trost: Sie sind vergeben. Von dem Begräbniß Jeſu. Mel. Der Tag ist hin, mein Geift. o schlummerst du in stiller Nuh, der du für uns gestorben, und am Kreuz in schwerer Müh, ewigs Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und haft doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 5. Hier such ich in Unruh Friede; in der Angst Beruhigung; neue Kraft, wenn ich ermüde, und in Qualen Linderung. Schwer sei dieses Lebens 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 92 Erster Theil. Von dem 5. Hier werd ich einst, bis du ers scheinst, in sanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. - 6. Ihr, die die Welt gefesselt hält, Jagt nur vor der Verwesung! ich, ich hoff in Christo einst meines Leibs Erlösung. Mel. Der Tag it hin.- 158. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, 155. m Kreuz erblaßt, der und zum Himmeleglanz verklärt aus Marterlast, der Codesdem Grabe gehen. qualen müde, findet mein Erlöser erf in dem Grabe Friede. 8. So sint ins Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht kränten; theurer Heiland, mir zum Trost an dein Grab gedenken. Mel. von Nr. 16. 154. O Freund, der meine Schuldenlast getragen, und als ein Fluch ist an das Kreuz geschlagen! nun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. Leiden und Sterben Jesu. 7. Ich darf nun nicht vor meiner Gruft erfchreden, da du, mein Heil, ein Grab dich läsfest decken. Dein Grab macht meins zum ftillen Schlaf gemach; da ruh ich einft bis an den letzten Tag. 2. O tröstlich Bild, o gnadenvolles Zeichen, das aber nur der Glaube fann erreichen! Nun ist vom Fluch die Erde frei und rein; zum Zeugniß des mußt du begraben sein. 3. Nun weiß und glaub ich, daß du bist gestorben, daß du den Tod geschmeckt und mir erworben Gerechtigteit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist abgethan. 4. Des Höchsten Wort kann nicht gebrochen werden; drum muß dein Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beispiel lehrreich vorgebild't, seh ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt. 5. Du bist das Waizenforn, das man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn, und tausendfache Früchte bringen sehn. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüttest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan. Dich bet ich an, du König der Erlösten! dein will ich im Tode mich, glaubensvoll getrösten. Macht. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Leben, mein Versöhner, göttlich frei Du zeigst, daß du dein habest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der ents schlief, den Todten; sie erstanden! Leicht entriß der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich ein mal durchwandeln ohne Grauen! denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. und siehe, wie ichs meine: ja, du 9. Ich preise dich! Erforsche mich, dir weine. fichest, wenn ich still meinen Dank 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Verwundrung jedermann ein Bor- ich will, so lang ich bin, deine Lieb spiel der Erhöhung sehen kann. mein in Ewigkeit vergeffen. Hert, 10. Bergeß ich dein so werde ermessen. Nel. Dennoch bleib ich fleté an bir. 156. 11) Von der Auferstehung Jesu. uf mein Herz ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. wie hoch sind wir getrost't! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ewger Sohn. Ewig sei er auch gepriesen! seiner Feinde Schar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gefrönt, und wir sind mit Gott versohnt. 93 Mel. Chrift lag in Todesbanden. 157. geben. Nun, da ihn Gott hat auferwedt, bringt er uns Sieg und Leben. Lasset drum uns fröhlich sein, vor Gott von Herzen uns erfreun, Halleluja ihm sin- gen. E 4. Sterben war der Sünden Sold; mun ist Christus unser Leben, der für unsre Schuld nicht Gold, nein, sich felber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hüllfe schafft, hier 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem eben blieb zuletzt der Sieg, es hat den Tod verschlungen. Längst verkündigt es die Schrift. Ein Tod war ist Jesus, der fann retten, wenn hier des andern Gift. Nun kann gleich unser Fleisch und Bein wird fein Tod uns schaden. Halleluja! in Staub verwandelt sein. Halleluja! 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt milrgt alle Menschenfinder. that, Hier wußte niemand Trost und Nath, Drum denn alle maren Sünder. Von fället uns der Tod so bald. feiner furchtbaren Gewalt sind wir doch nun gerettet. Halleluja! 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unsre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jefus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten bloß, sein Stachel liegt zerbrochen. Halleluja! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, 6. Herr, dies glaub ich dir zum das unsre Schuld getragen. Am marRuhm, und mein Trost ist nicht verstervollen Kreuzesstamm ward es für gebens, denn ich bin dein Eigenthum, uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns bu die Quelle meines Lebens. Hoch sein Blut. Dies gibt dem Glauben erfreuet sing ich dir jetzt und ewig Stärf und Winth. Der Würger geht Dank dafür. vorüber. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest in großer Freud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt. selber ist die Sonne! Vächtig strahlt sein Glanz daher! Tas finstre Herz erleuchtet er! Es flicht die Nacht des Grab gestrect, für uns dahin ge- Sünden. Halleluja! er Herr lag in das EELE * Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 94 7. Wir heiligen uns ganz dem Herrn, der uns zum Heil geladen. Der alte Sauerteig sei fern vom theuern Wort der Gnaden! Christus selber will allein der Seele Speif und Nahrung sein! der Glaube lebt blos feiner. Halleluja! - Mel. Herr Chrift, der einge Gottessohn.- 94. er Held hat überwun 158. Der den der Höllen ganzes Heer; der Drache liegt gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durchs Gesetz verdammen, denn alle Bornes flammen hat Jesus ausgelöscht. 2. Auf denu, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor; vertreib die Furcht und schwinge im Glauben dich empor! wirf des Gewissens Nagen, dein Sorgen und dein Zagen in Christi leeres Grab. 3. Sst Christus auferstanden mit Herrlichkeit geschmückt, so bist du ia den Banden des Todes mit entrüdt. Ist er dem Tod entrissen, so lässet Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. 4. Gib meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ! daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles ist. Laß nicht mehr die Se danken in bangen Zweifeln wanken, und mache mich gewiß. 5. Hast du den Tod bezwungen, bezwing ihn auch in mir; du bist hindurch gedrungen! zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Höll und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan. 6. Welch Aussicht gibt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt am Eiteln kleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bist. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, als Christus mit ihr kämpfte, und, wie ergrimmt sie auf ihn drang, doch ihren Grimm bald dämpfte? ob fie ihn in die Fersen sticht, so siegt fie darum dennoch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig geht der Herr hervor, und nimmt den Feind gefangen; zer bricht der Hölle Schloß und Thor, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts hält in seinem Siegeslauf den starken Held aus Juda auf. überwindet alles. 4. Des Herrn streitbarer Arm be hält den Sieg, und ist erhöhet. Des Herrn erhabne Rechte fällt, was stolz ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was uns droht: besiegt ist Teufel, Höll und Tod, ihr Zorn ist traftlos worden. 5. Es ward getödtet Jesus Chrift, und sich er lebet wieder. Weil mun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Christo gläubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt: er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Neu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, dem teiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 7. Dies ist die große Seligkeit, ber wir theilhaftig werden, Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn verklärtem Leibe. 8. Tod! wo ist dein Stachel nun; dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Schaden thun, da Jesus überwindet? Gott sei gedankt, der schwere Krieg ift mun geendigt, und der Sieg durch Christum uns gegeben. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. 159. Dob, wo ist dein Stachel nun? dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann uns da Jesus 160. B überwindet! Geendigt ist der schwere Krieg! Gott sei gedankt, daß er den Sieg durch Christum uns gegeben. ringt Preis und Ruhm dem Heiland dar; frohlockt - Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auf95 7. O, laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln! daß ich, wenn ich aufersteh, und dich, des Todes Sieger seh, vor dir dann nicht erschrecke. Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrict, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth hat er aufs Herrlichste bewährt, da da er dich auferwecket. Halleluja! erstanden! Halleluja! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, Mel. des 32. Psalms. dein Gott uns nun den Troftgrund rauben, daß du für 161. 3 weiß gewiß, daß ch uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ewgen Heil eröffnet? Halleluja! mein Erlöser lebet, Sünd, Teufel, Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerletzte und vertheilt den Raub. Die Erde bebt, da er den Fuß aufsetzet, trob, daß ihn mehr ein Fersenstich verletzet, es blitzt um ihn, wenn er vom Grab auffährt: er ist der Herr, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein Muth ihm teineswegs gesunken, er hebt das Haupt nun steghaft in die Höh, tein Feind ist mehr, der gegen ihn besteh. Dein Ehr und Ruhm, da es dir so gelungen, sei ewiglich, o Siegesfürst, besungen: die Schlüssel sind bei dir 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dies auch mein Erbtheil sein, so werd ich ewig des mich freun, daß du vom Tod erstanden. Halleluja! 4. Erstandner! ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und fiegst, daß du auch mir das ewge Leben gebest, daß du mein Erretter feist, und neue Kräfte mir verleihst, mit Freuden Gott zu dienen. HalleLuja! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Halleluja! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 96 Erster Theil. zu Höll und Cod, es trifft dein Volk nun ewig teine Noth. - Von der Auferstehung Jesu. 3. Herr! laß auch uns vom Tod ins Leben dringen; hilf, wenn es kommt zum Todeskampf, vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns keinen Theil; Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. erwed uns hier, reiß ab die ftarten 163. Ka Daum steigt zu ihrem froh Seil, die Leib und Seel an diese Erde hesten. Erfüll uns jetzt mit neuen Lebenskräften, und ruf einmal die Leiber aus dem Grab, daß Leib und Seel in dir das Leben hab. sten Lauf die Sonn in voller Pracht herauf; seht! so verläßt der Herr sein Grab, der erst für uns sein Leben gab. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr und Sieg erstritt, der bringt uns feinen Frieden mit. 3. 3war hier ist nicht ganz fund gemacht, was er uns aus dem Grab gebracht; der edle Schatz, die reiche Beut, der sich sein Volk vor ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf zertrat. 5. O edler Sieg, o starter Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt? wo eine Plage, so ergrimmt, der Christi Sieg die Macht nicht nimmt? 6. Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr, das leere Grab machts offenbar. 7. Die Erd erbebt; es wälzt vom Grab dex Stein ein Engel Gottes ab, und fündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger sahn. S. Sie sehen, hören, fühlen ihn, und die Verzagten sind nun fühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. 9. Lebt Christus, was bin ich bes trübt? Sch weiß, wie herzlich er mich liebt! und stürb auch alle Welt mir ab, guug, daß ich Christi Liebe hab. 10. Er nährt, er schützt, er tröstet mich. Sterb ich, nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm ich auch hin! weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. Mel. Bom Himmel hoch, da. 103. 162. Dich bet ich an, erstandner Held! Erretter einer Sünderwelt, du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! ww 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich. Erlöft auf ewig haft du mich, so wahr du selbst vom Himmel tamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ists, der mich verdammen fann? ich glaub an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Him mel sind, der ist mein Bater, ich sein Kind. 10. Der du für unsre Seelen wacht, sie zu dir ziehft, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun! 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, fei der Schauplatz meiner Huld und Treu! wir sehen deine Huld und Tren auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, sterben wir! doch du regierst! und wir sind dein! und ewig werden wir es sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocnem Ang hinab. 9. Welch neue Welt voll Seligfeit erwartet mich nach dieser Zeit! sa findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. - 11. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; durch ihn mit Gnad und Heil gefrönt. ermanne sich! Gott und die Engel Dein banges Herz lieben mich. Erster Theil. 12. Durch seiner Auferstehung Kraft vollend ich meine Pilgerschaft, freu seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich. 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlitz sehn, soll dich ein wirdges Lied erhöhn. 164. J Von der Auferstehung Jesu. 1 esus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand, ift auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich un- ser. 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns verföhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm dich unser! 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat: fann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! Er 97 4. Laß schon jetzt an mir erscheinen, daß du auferstanden bist. Neige du mich zu dem Einen, das des Lebens Endzweck ist; daß zu jener felgen Nuh einzugehn, ich alles thu, daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir, daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erlöften, gebet feinem Namen Dank und Preis; kommt zu seiner leeren Gruft, hört die Stimme, welche ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wieder, durch ihn leben seine Glieder. Mel. von Nr. 34. obsinge, meine Seele, bet 166. ihn an! Lobsing ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen. Durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Trotz darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns krönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! - 29. 165. Mel. Freu bich sehr, o meine Seele. reifet Gott in allen erlöfte Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden frönt: nun sind wir mit ihm verföhnt; er heilt, aller Noth entriffen, unser schüchternes Gewissen. Des höhern Lebens Trost belebt! Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. 2. Jesus ruht den Sabbat liber, Der todt war, fich, er lebet! er nach dem Sabbat steht er auf. Einst lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. komm ich zu ihm hinüber, ruhe nach Die schwachen Jünger wanken, er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstande nen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freu den hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mir teine Straf; einst erwach ich von dem Schlaf; dann werd ich mit seinen Theuern jenen ewgen Sabbat feiern. 3. Muß ich dann von hinnen fahren, 4. Herr, deine Boten fiegen, von so schreckt mich doch kaum der Tod. Mächtig wirst du mich bewahren, dir und deinem Geist gelehrt. Die Heiland, in der letzten Noth. Meinen Götzentempel liegen, der Erdkreis wird Geist, welch ein Gewinn! bringet er zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ja zu dir hin. Ruht indeß, entseelte ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Glieder! einst belebt euch Jesus wieder. Ihn bet ich an im Staube, ihn, 7 98 Erster Theil.- Von der Auferstehung Jesu. der mein Netter ist. Ich werd ihn die Stimm erhebst, so wird dies mein ewig schauen, wenn er auch mich er- Fleisch erwachen, denn du wirst es hebt. Der Herr ist mein Vertrauen; lebend machen, und mich bringen, wo er starb für mich und lebt. du lebst. Mel. Hoftanna, Davids Sohn. 167. J esus, meine Liebe, lebt, dem es ist so wohl gelungen, daß der Feind nun vor ihm bebt, und der Tod im Sieg verschlungen: Er, mein Heil, ist 6. Komm, mein Hirte! führe mich! Liebe! gib, daß ich dich schmecke; Sonne! laß mich sehen dich, daß der Tod mich nicht erschrecke; führst du mich zum Leben hin: gib, daß ich dir folgen möge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 168. Mach auf, mein Herz, die Sonn ist aufgegangen; wirf dich zu Jesu Füßen hin, den Heiland zu umfangen. Siegreich hebt er sein Haupt empor; er geht aus seinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. wieder Licht, der im Grabe lag erbleichet, aber jetzt der Sonnen gleichet, mit verklärtem Angesicht. 2. Einen hoffnungsvollen Blick und ein unvergänglich Wesen bringt mir diese Sonn zurück, und gibt mir im Wort zu lesen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen erben, dessen sie zuvor beraubt. 3. Vergiß nun, was dahinten ist! mit unverwandten Blicken schau, weil du noch auf Erden bist, auf Jesum, soll dirs glücken. Veclaß die Welt und ihren Schein! bei Jefu kannst du mur allein Ruh und Erquickung finden. 3. Liebe, stärker als der Tod! Du gibst flare Siegeszeichen, machst den 4. Bald reizt dich freilich noch die Feind zum Friedensbot, läss'st den Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Tod zum Heil gereichen; denn wie Doch wer sich fest an Jesum hält, follt zur Sterbenszeit mich die Bot- dem kann nichts Furcht erwecken. schaft können schrecken, die mir sagt Wirf deine Sorgen auf den Herrn; von Auferwecken, nichts von Todes er sorgt für dich, und thut es gern, Bitterfeit? drum ist er auferstanden. 5. Der Löw aus Juda hat nun mehr vollkommen überwunden. Auch gegen aller Feinde Heer wird bei ihm Schutz gefunden. Durch ihn gestärkt, durch ihn belebt, wirst du, mas dir noch widerstrebt, auch siegreich über2. Steh von dem Tod der Sün den auf, beginn ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, nun mußt du dich erheben gen Himmel, wo dein Jesus ist, such nun, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 4. Sehet nicht auf die Gestalt! dieser Tod ist nur ein Schlafen; Nunmehr hat kein Feind Gewalt an den wiederfundnen Schafen! denn der auferstandne Hirt, der sich selbst für sie gegeben, führt sie durch den Tod zum Leben, wo er ewig triumphirt. winden. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, 6. Du warest todt, Herr Jesu Christ! das du, Lebenssonn! durchscheinest; nun bist du auferstanden. Du kennst so komm ich zur süßen Ruh, da du des Satans Macht und List, o, mache mich mit dir vereinest. Wenn du einst ke zu Schanden! daß wir in dieser Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 99 Prüfungszeit, mit ihm und mit der| bim, mit allen Frommen aller Zeit Welt im Streit, zuletzt das Feld behalten. soll ich mich freun in Ewigkeit. 7. Kommt dann der Tod, der letzte Feind, so stärk uns, Herr! im Glauben. Erzeige dich als unsern Freund, und was wird er uns rauben? Dort wischst du uns die Thränen ab; auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einst wird er herrlich glänzen. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! mit dir gefreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. Mel. Vom Himmel hoch, da. 169, Gri - - 109 12. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 13. Er ists, der alles in uns schafft, das die Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, 170. Freiwillig haft du darals ob er spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich, und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. uns, o Herr, dein Leben. Du hattest, es zu laffen, Macht; Macht, wieder dire zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er frönte sich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majeſtät, denn du giengst aus dem Grabe. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar, dem, der da ist, und der da war! sein Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 3. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Gräul; doch flerben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenehre. An Demuth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre, geduldig und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze sein: dies war, Herr, deine Größe. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cheru5. Du starbst am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schafftest, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer! und selbst der Bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schan7* 100 Erster Theil.. ben. Du bist mein Herr, du bist mein Bott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. - Von der Auferstehung Jesu. 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod erstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ! durch dich einst auferstehen. Mel Wachet auf! ruft uns die Stimme. 171. alle lujah! Jefus lebet. Erlöfte Menschen, o erhebet des Gottversohners Majestät! Hörts, betrübte Sünder! gebet der Freude Raum! denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. Gefang erschalle ihm zum Dank! Hallelujah! dich, großer Held, erheb die Welt weil deine Hand den O Seele! dein Sieg behält. 2. Jefu Jünger, wehrt dem Leide! lobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er errung. Seht, der Tod ist überwunden! die ganze Hölle ist gebunden; für eure Schuld that er genung. Laßt eure Feinde dräun; ihr könnt getroft euch freun; Jesus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit, derselbe gestern und auch heut. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun tein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ift er versöhnt, und gegen Sünder ein Vater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Bolk hinauf; schließt seinen Him mel auf, fie zu fegnen. Der Himmel tönt: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ift Gott versöhnt! 4. Tod, wo sind nun deine Schrekten? nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird das todte Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie verneut zur Frühlingszeit das Pflanzenreich die Erde kleid't. 5. O Erstandner! welch ein Segen einhergehn, die dein Fuß betrat. erwartet uns, wenn wir auf Wegen Unnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind Heil deines Lebens. Halleluja! der sie unser Theil. Bald krönet uns das Herr ist nah. Bald ist der Tag b Sieges da! 156. Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. efus lebt, mit ihm aud) 172. Jes ich. Tod! wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten Licht: dies ist meine Zuversicht. auferwecken. Er verklärt mich in sein 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. - lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, hat er zugesagt, daß der Sünder fich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. sein sei auch mein ganzes Leben. Reines 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; Herzens will ich sein, und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu zc. - 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts oll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sigen zur Rechten Gottes. Mel. Auf diefen Zag gebenten wir. zusammen kommen. Allelujah, AlleAllelujah! 173. 5. O großer Tag! an Freuden n diesem Tag froh- reich, wenn wir mit allen Frommen nun unserm großen Heiland gleich Wie zum selgen Schauen kommen. wohl, wie wohl ist uns zu Muth in Ewigkeit beim höchsten Gut! mehr können wir nichts wünschen. AllePlujah, Alle- Allelujah! locken wir! Herr! du bist aufge101 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! fah- ren! Des Himmels Chöre jauch zen dir; o laß auch uns erfahS Mel. von Nr. 101. ren: daß wie voll Mich das Leben 174. Der Herr fährt auf gen ist, doch da du hingegangen bist, Himmel mit hellem Jubelschall, mit jauchzendem Getümmel und mit Posaunenhall. Lobsingt, lobfinget Gott! lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth. die Hoffnung es versüßet. Alle 2. Der Herr wird aufgenommen in königlicher Pracht. Des freun fich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre fich, gleich als wir, erfreun. 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Stätte, die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freie sichre Bahn. 4. Wir Pilgrime der Erden die hier das Elend baun; wir sollen himmlisch werden, und Jesum ewig schaun. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, dahin steh eur Verlangen! dahin kehrt euren Lauf! 4. Beuch uns dir nach, Herr Jesu Christ, daß wir, so lang wir leben, zu dir, der du nun droben bist, uns immerdar erheben. Wir sehn hin auf, du siehst herab, an Treu und laßt uns singen: dich, Lieb geht uns nichts ab, bis wir wir! zu dir, o Gottes Sohn, fell fich 5. Gen Himmel laßt uns dringen mit herzlicher Begier! mit Inbrunft sesu, suchen lujah, Alle Allelujah! 2. Gottlob! der Weg ist nun bereit't: uns steht der Himmel offen. Der Christ kann seine Herrlichkeit aus starken Gründen hoffen, wenn er im Glauben freudenvoll sich emsig rüstet, wie er soll, dem Herren nachzufahren. Allelujah, Alle- Allelujah! 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach dem Herren. Er wird dem trägen Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Ist unser Glaube rechter Urt, so läßt uns Christi Himmelfahrt nicht an der Erde kleben. Allelujah, Alle- Allelujah! 102 Erster Theil. der Geift erheben. Du bist uns Licht und Leben, und unser großer Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schätzen, du gleisnerische Welt! sollt uns denn Nichts ergößen? dort ist, was uns gefällt! er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, gibt uns sich selbst zum Lohne, ist unser höchstes Gut. 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner HerrlichMel. Vom Himmel hoch, da. 109. teit? du Lag, wann wirst du sein, 176. Auf! Jefu Zünger, freuet da wir ihn mit zum mal erblicken? O Tag, brich bald auf zu seinem Reich. Er triumphirt. euch, Herr fährt Herein! Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! --Von der Himmelfahrt Jesu Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 175. Sau, großer Herr der Herrlichkeit, herab 1 vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wink bereit, die Schaar der starken Helden steht. 2. Denn als du ganz dein Wert vollbracht, beschloffest du den edlen Lauf, und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Vater wieder auf. 3. Ein ewigs Heil hast du geschafft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun fizest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Thron. 4. Dein Arm, du Gottmensch, herrscht und siegt, du bist uns allenthalben nah! und selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da. 5. Schau, Herr, aus deiner heilgen Höh auf uns, die Deinen, die du fennst; daß alle Welt erkenn und seh, daß du uns deine Brüder nennst. 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen; aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und seufzen noch im Elend ier. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und schützt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist mitten unter uns auch ißt. 8. Von deinen Brüdern sei gelobt, Held, der du uns den Sieg erstrittst! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße trittst. 9. So setzen wir denn unverzagt, und freudig unsre Wallfahrt fort, den Lohn, den du uns zugesagt, erwartet unser Geist erst dort. 10. Ja, aufgefahrner Jefu Chrift, auf dich nur schaun und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. 11. Vollenden wir dann unsern Lauf; so eil, uns mächtig beizustehn! nimm unsre Seelen zu dir auf, laß deine Herrlichkeit uns sehn! 1 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht. Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held! er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schützet feine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm! und unsre Herzen freuen sich der Herr6. Ja, Heiland, wir erheben dich, lichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. bei dir steht Kraft und Macht, und 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? Wer an dich glaubt, dem gibst du 8. In deiner Hand ist unser Heil. Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach treu 9. Du hast die Stätte uns bereit't, vollbrachtem Glaubenslauf, nimmst du uns in den Himmel auf. dir. Hilf uns mit eifriger Begier nach 10. O zeuch uns immer mehr zu und seinem Sizen zur Rechten Gottes. bem nur trachten, was da ist, wo du, berflärter Heiland, bist. 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit, stärt uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 12. Dann wird sich völlig unsre Seel in dir erfreun, Smmanuel! dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. 103 finden, und einst ewig bei bir sein, ewig deiner sich zu freun. 7. O, was sind wir Menschenkinder, daß du unser so gedenkst, und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich gläubig ehren, und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unser Heil. Gib uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schreckt: laß uns dein Verdienst vertreten, welches unsre Schuld bedeckt. Laß zum Fleiß in guten Werken deines Geistes Kraft uns stärken. Hilf uns durch die Pritfungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. 82. Mel. Alle Menschen müssen sterben. roßer Mittler! der zur 177. Groer Rechten seines großen Vaters sitzt, und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt; dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Antlitz dienen; deſsen Reich und Majestät über alle 178. Dinge geht. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ist aufs Herrlichste vollbracht. Der Berlornen Heil zu werden, giengst du in die Todesnacht. Aus dem Tod tratst du ins Leben. Welch ein Trost ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu fein, giengst du in den Himmel ein. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die erworbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlösten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. O wohl allen, die dir traun, und auf deine Hülfe baun. - Mel. von Nr. 101. Mein Sefus triumphiret, und den mel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrein. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnen Leiden. Lobfingt, Lobsinget ihm! 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jesus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser bestes Theil. Um himmlisch 4. Herr, du schauest voll Erbarmen einst zu werden, erwarb der Herr uns stets auf diese Welt herab. Liebreich Heil. Erlöste! macht euch auf! wo suchst du jeden Armen, der sein Herz Jesus hingegangen, dahin schickt das der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken und zur Buße zu erwecken. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. Verlangen! dahin geh ener Lauf! 4. Herr! hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie es dir wohlgefällt. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! o, hilf uns alles meiden, was hier noch unfern Sinn vereitelt und uns stört, das beste Theil zu achten, und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewährt. 6. Sei du selbst unser Leiter in unsrer Prüfungszeit, und bring uns immer weiter zu deiner Herrlichkeit! 5. Keiner, keiner wird zu Schanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Rettung suchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest du Leben und Gewissensruh. 6. Du vertrittst, die an dich gläuben; du bewahrst und stärkest ste, daß fie dir vereinigt bleiben; daß sie diefes Lebens Mülh standhaft durch dich überwinden, ihres Glaubens Ende 104 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu bis diese Zeit vorbei, bis wir dich,| bin, wo alle Engel Gottes ihn als Herland! sehen, und freudig vor dir ihren König ehren. stel, en, bis Erd und Himmel neu. 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch zu loben. Ihm jauchzt der Seraphinen Stimm, die Cherubinen fingen ihm das: Heilig! ohne Ende. 3. Ihm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heißen kann, das ist ihm alles unterthan! er herrschet über alles. - Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 179. Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, daß du zur Rechten Gottes bist. Du starter Herr, Jmmanuel! o stärk im Glauben unsre Seel. 2. Du fizest auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht! drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! 1 4. Umsonst, umsonst empöret sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, durch deine Macht ist er besiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt! wie selig ist, wer an dich glaubt! bu bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schutz, sein ewges Heil. 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich. Dein frenet unsre Seele sich. Du Held von unserm Fleisch und Blut, bist unser Trost und höchstes Gut. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. teiner Seele bist du fern; du auf sie, und hilfft ihr gern. 8. Sieh auf uns gnädig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und fegne unsern Lebenslauf. Von siehst 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich bereinst der Erdkreis fehn. uns dann freudig vor 10. Dann triumphirt der Glaub an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! der du zur Rechten Gottes bist. - 4. Du mußtest Hoherpriester sein; dein Opferblut, dein Beten, dein Segen fonnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohespriesterthum in Ewigkeiten währet. 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir sind dir unterthänig; nun waltest du als Herr der Herrn und der Mos narchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtig keit, Herr über Tod und Leben! 6. Immanuel! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende! und die Befor gung unsers Thuns gab Gott in deine Hände. Du stehst uns bei in aller Noth; du streitst, du siegst, und hilfst im Tod durch Glauben überwinden. 7. Du sprichst: dem, welcher überwind't, will ich zu sitzen geben, auf meinem Stuhl, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gesiegt, als Gottes Sohn, und bin auf meines Ba ters Thron voll Herrlichkeit gefessen! Mel. von Nr. 34. 181. Mein Heiland, deine Größe alle weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit. Mel. Allein Gott in der Höh. 15 180. Mein Jesus sitzt zur Eh noch die Welt geworden, hattst rechten Hand des du schon Herrlichkeit. Baters in der Höhe; er herrscht in meinem Vaterland, das ich von ferne durch dein kräftges Wort gemacht. 2. Der Himmel und die Erde sind lehe, und wo ich mit dem Herzen Auf dein allmächtig: Werde! entstand und seinem Sizen zur Rechten Gottes. 105 die Welt mit ihrer Pracht. Du bist erhört und der des Glaubens Wunsch auch unser Meister; auch uns schuf gewährt, sobald wir zu dir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmels deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. fahrt der Himmel offen stehen. Du Ein Erbe über Alles! das ist dein hast den Weg geoffenbart, wie wir ewger Ruhm; drum jammert dich zum Vater gehen. Der Glaube weiß des Falles von deinem Eigenthum. und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regierest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, geschicht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschlossen sein; du bringst sie alle wieder; sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jegund an erlesen; zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur sei bei dir dort oben! 5. Was droben ist, laß fünftighin uns unablässig suchen; was eitel ist, das laß uns fliehn, was sündlich ist, verfluchen. Weg Welt! dein Luft- und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther. 4. Gott läßt dir Ehr erzeigen, die keinem andern widerfährt. Dir foll sich alles bengen! denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, dem hilfst du vom Verderben, schaffft ihm Zufriedenheit, und machst ihn einft zum Erben vollkommner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt. Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes! ich verehre und bete dich in Demuth an. Beschäme und befehre die, die dir noch nicht zugethan; und dir, 167Mel. Hosianna, Davids Sohn. Wort der für uns litt, die schuldge Ehre 183. Hoer in seines Baters rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Namen sich erhebet auf den Thron über Jacobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, und das 6. Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! o Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! o Erbtheil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, sei mein, aus Jesu Gnaden! - 7. Wann fahr ich auf aus dieser Noth? wann komm ich, Heilserstat ter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein- und meinem Vater? wann komm ich zu dir, höchstes Licht? wann seh ich einst dein Angesicht? komm bald, o Jesu! Amen! - 119. 182. Her uhm, du starMel. Aus tiefer Noth schrei ich.. err Jesu, deiner Glie- selbst kein Ende nimmt! 2. Sei gesegnet, theures Reich, das fes Haupt der Schwachen! du haft ein solcher Herr befizet, dem kein Herr ein ewigs Priesterthum, kannst allzeit auf Erden gleich, der das Recht mit felig machen; du bist, der das Gebet| Nachdruck schüßzet! Schwinge dich in 106 Erster Theil. ftetem Flor, groß durch Frieden, reich an Freuder, unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! - Von der Himmelfahrt Jeſu 3. Deines Königs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren! selbst der kleinen Kinder Mund mache, zum Verdruß der Feinde, und zur Freude deiner Freunde, deinen großen Namen fund! 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! ich will kann, in mein Herz die Wege bahnen. Ich gefelle mich im Geift froh zu jenen großen Reihen, die dein Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch; seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch auch Raum gewinnen. Kommt, und schwört den Huldgungseid! kommt und füßt den Sohn der Liebe! Ach, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. Aus dem 47. Pfalm. Mel. Allein Gott in der Höh.. 15. Welt 184. Jhr Böker in der ganzen und Händen! jauchzt unserm Gott! erhebt den Held, der sich an allen Enden stets als den größten König zeigt, an Hoheit alles übersteigt, und Feinden schrecklich bleibet! 2. Thr, die ihr seinen Zepter ehrt, ihr werdet einst regieren; ihr werdet diese Welt zerstört zu euren Füßen fpüren. 3u seinem Erbtheil wählt er euch; euch ist ein ewig Königreich, ein ewigs Heil beschieden. - 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein, ihm sangen Cherubinen. Wie? wollt ihr länger träge sein, lobsingend ihm zu dienen? Nein, auf! lobfingt, lobsingt dem Herrn; denn er ist Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. Thron; der Höllen Heere sehn den Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. 5. Es werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwören, und sich, besiegt durch diesen Held, zu ihm als Gott bekehren. Es beugen fich mit Jacobs Stamm dir, Herscher, Gott von Abraham, die Mächtigen der Erde. Aus dem 72. Pfalm. - Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. dein Ge 185. richt dem Könige der D Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den Königssohn, sei, Herr, dein Volk befreit, und wer die Sünde fühlt zu deinem Bild erneut. 2. Von nun an müssen sich auf Zions Berg und Hügeln Fried und Gerechtigkeit in vollem Glanze spie geln; der Held aus Juda nimmt des armen Volks sich an, er, dessen stren gen Zorn kein Frevler tragen kann. 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Ehrfurcht dienen, so lange Sonn und Mond an den ges wölbten Bühnen im alten Prachte erschallt, wie groß und schön, Herr, deine Werke find. 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und stärkend wird auch Zions Gott erblicket; er kommt, und seht, durch ihn wird der Gerechte blühn, mit ihm wird Fried und Ruh in alle Gränzen ziehn. 5. Als König herschet von einem Meer zum andern, ihm unterwerfen sich, die in der Wüste wandern; er wirft mit mächtger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. sich sein Zepter schwingen, ihm werden 6. Bis an das fernste Meer wird Könige Geschenk und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt mur groß und mächtig heißt, von Heiden selbst wird auch sein hoher Ruhm 4. Mit flugem Lob erhöhet ihn, den König aller Heiden! für ihn laßt euren Eifer glühn, und dienet ihm mit Freuden! der Abgrund bebt vor seinem gepreift. 107 5. Ja, Segen und Gerechtigkeit theilt Gott, die Quell der Seligkeit, welcher vor sein Antlitz tritt, recht überschwenglich gnädig mit. 6. Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! und soll euch recht geholfen sein, so nehmt den Ehrenfönig ein. 7. Shr fragt: wer dieser König sei? Nichts, nichts kommt seiner Er ist der Herr von Größe bei. ewger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft. 8. Eröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor! er kommt, der Herrscher Zebaoth! vor ihm fleucht Sünde, Höll und Tod! und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 7. Warum? sein starker Arm wird die Elenden retten, sein mild und hülfreich Herz bricht ihre schweren dem, Ketten; von Trug und Frevel macht fie sein Erbarmen frei, und zeigt, wie werth vor ihm sein Blut geachtet sei. 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Grenzen. Sein unermeßnes Reich wird jetzt und ewig glänzen. Ihm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und dränget sich mit Luft an seinem Lobaltar. 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterblichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam und Thron gepreist. Nachahmung des 21. Psalms. 10. So lange Sonn und Mond im alten Glanze blitzen, wird sich der Nachwelt seinen Namen mützen, durch ihn geſegnet, fniet der 187. Herr, du Sohn mit Hilf 35. Mel. Wie schön leuchtet der. der du thenren Heiden große Schar mit Ehrfurcht, Dank und Ruhm vor seinem Sühnaltar. 11. Gelobet sei der Herr, den Ifrael verehret, der einzig Wunder thut und Feind und List zerstöret! gelobet jei sein Nam! bis in das fernste Land werd seine Herrlichkeit je mehr und mehr bekannt. und Kraft vor deinem Thron zum Mittleramte schmücktest! Gott, der du auch, da Höll und Tod ihn schon mit Untergang bedroht, doch gnädig nach ihm blicktest! Siehe! Mühe, Schmerz und Wunden sind verschwunden. Nach dem Leiden lebt er nun in ewgen Freuden. Aus dem 24. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. ie Erd und was dar2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld nach unsrer ausgeföhnten Schuld fein göttliches Gemüthe. Nun 109. 186. D das peiner facte Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. so weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, Alles ist des Herrn. 2. Des Herrn, der seine heilge Stadt fo felfenfest gegründet hat, daß fie, wenn alles untergeht, gleichwohl wie Berge Gottes steht. 3. Wer darf sich dieser Stätte nahn? wen nimmt er zum Bewohner an? nur den, der durchs Versöhmungsblut die schweren Sünden von der Beschwerden! fidh thut. 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wonach sich nur sein Bunsch gelehrt, das hast du ihm geschenket: Denn nur auf unsre Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war stets sein Sinn gelenket. Kronen, Thronen und ein Regen deiner Segen muß ihm werden. Selger Wechsel 4. Ums Leben bat er, Vater, dich, 4. Nur dem, der reines Herzens da Troft und Vater von ihm wich; Wer bleibt und keine falsche Lehre treibt, du gabst ihm langes Leben. des Meineids sich nicht schuldig macht, mißt jetzt seiner Tage Lauf? das Lob, den Schmuck, den du ihm drauf in nur dem ift Segen zugedacht. 108 Erster Theil. beinem Schooß gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jefu fallen, durch sie muß dein Ruhm erschallen. 5. Du, den mein Glaube zärtlich spürt, da hast es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Vaters Rechte hielt dich fest, als von des ärgsten Grimmes Pest der Feinde Rachen rauchte. Schnöde, spröde, und mit Spotte sucht die Rotte dich zu tödten: Gott sieht drein, und sie erröthen. 6. Sein Zorn, gleich einem Feuer, frißt das Bolt, das seinen Bund bergißt, die mörderische Bande. Noch trägt ihr Same diesen Fluch, und ist( welch harter Richterspruch!) ein Scheusal aller Lande. Erde, werde, bei der Sache dieser Rache, die noch brüllet, werde doch mit Furcht erfüllet. 7. Man dachte, Böses dir zu thun, Lamm Gottes! und dann erst zu ruhn, wann du vertilget wäreft. Weisheit! die du Macht und List, wie groß und fein sie immer ist, zu ihrem Schaden tehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des erzürnten Rächers. - Von der Himmelfahrt Jesu 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dämpfe, was uns Schaden schafft, unser Herz und Mund dich, Herr, und und die dein Zion stören! so soll auch deinen ehren. Rühre, führe selbst die Heiden zu den Freuden, zu den Kränzen, die so schön in Zion glänzen. zu Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- 29. 188. Herr! du fährst mit Glanz deiner Herrlichkeit! doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit! Gib mir, Jesu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen Geist zurücke, aber zeuch mein Herz nach dir; wenn ich nach dem Himmel blicke, o, so öffn ihn gnädig mir! neige meinem Flehn dein Ohr, trag es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr und lebe. 3. Lehre mich, die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist! und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist. Wollust, Ehrſucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe? 4. Diese müsse mir nichts rauben; du erwarbst sie theuer mir; jetzund seh ich sie im Glauben, dorten find ich sie bei dir. Dort belohnst du das Bertraun deiner Gläubigen durch Schaun, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu. Rufft du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh: leucht auch mir in dieser Nacht, durch die Stärke deiner Macht, die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wie der an dem Ende dieser Zeit, o, so sammle meine Glieder, die Verwesung jetzt zerstreut! heilge und verflär fie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz dann nicht mehr von Staub und Erde ähnlich deinem Leibe werde. 121. 189. K gleichet, dessen Ruhm Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. kein König kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt offenbaren als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müffen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem mächtgen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Gränzen sieht man deine Wunder glänzen, we viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: die nach deiner Vorschrift leben, dir nur zu gefallen stre ben, alles gern für dich verlassen, und, wie du, das Unrecht haffen. - und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 109 4. In dem Reiche deiner Ehren hört an des Regimentes Länge, an Begnaman stets dein Lob vermehren von dem digung der Freunde, und an Siegen himmlischen Geschlechte, von der Menge über Feinde. deiner Knechte, die dort ohne Furcht 6. Nun herrsch auch in meinem und Grauen dein verklärtes Antlitz Herzen über Zorn, Furcht, Lust und schauen, die dich unermüdet preisen, Schmerzen. Laß mich deinen Schutz und dir Ehr und Dienst erweisen. genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, ftreiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. 5. Herr, in allen diesen Reichen, bir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, au der Unterthanen Menge, 13) Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. Mel. O Gwigteit, du Donnerwort. wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, nun alle auf, und feiner fehlt. 190. rhöhter Jesu, Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron als Herscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland! jetzt die Pracht, die deinen Tag einft herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon dir sich beugen. Dann sieht die Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. 119. Welt die Majestät, dazu dich Gott, 191. Er kommt, er kommt dein Gott, erhöht. zum Weltgericht, der 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Heiland, den wir ehren. O weigert Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, euch, Erlöfte, nicht, jetzt auf sein und schafft ein neues Leben. Auf dei- Wort zu hören. Wer hier nicht seine nen Wink muß Erd und Meer das Stimme hört, und sie nicht mit Gehor unzählbare große Heer der Todten sam ehrt, wird nicht nor ihm bestehen.. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den verdienten fohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, Jesu Christ! daß du der Erden Richter bist? 5. D gib, mwenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noc den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh, ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein, und auch die kleinste Sünde scheun. 6. Dein Name sei mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemale ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Seligkeit. - 110 Erster Theil.- Von der Wiederkunft Jesu Christi 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen nüssen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn, wie dich Gott erhoben. hoch herr! auf dein Geheiß die Todten wieder leben, dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab erheben, wer wird dann noch, Herr Jesu Christ! daß du die Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wenn du, die dich hier fliehen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majestät wirst ziehen? wenn nun ihr Auge dich erblickt, und sie dein Strafgerichte drückt, dann werden sie verstummen. 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre zierest, und, ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel führeft, dann, Herr, wird völlig offenbar, daß dein die Macht und Gnade war, die Deinen zu beglücken. 7. Dlaß mich dann, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor dir stehen, und dir, so herrlich du auch bist, getrost entgegen sehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, von Neu und Angst und Furcht geplagt, dann jauchze meine Seele. 8. Daß ich dies Glück erleben mag, so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, in deinem Dienste treu zu sein, und nie dich zu verläugnen. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 190. 192. Der unfre Menschheit an - 2. Warum verzeucht der Richter, Gott? wo bleibt der Rächer? fragt der Spott. Hört, Sünder! hörts mit Beben! euch, die ihr frebelnd widerstrebt, und in der Bosheit sicher lebt, zur Beßrung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt, bald kommt der Richter, und vergilt. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn Gottes Fluch euch droht, nicht Berg seinem Zorn euch decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich! 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund erschüttern; und plötzlich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt, in Trümmer fällt; wenn alle Menschen zittern, und vor den Richter hingerückt, der Spötter glaubet und erschricht: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit! wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung lindrung sucht. 6. Mein Herz erschridt, es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir! ich bin ein Miffethäter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewigs Urtheil spricht, Herr, mich, den Uebers treter! du, der die Sünder nicht vers stößt, du hast auch, Jesu, mich erlöst. 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme. Reizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimme. Denn ewig wird der Sünder Pein, sowie der zu versöhnen, fam, kommt zum Gerichte wieder. Nicht fern ist seiner Zufunft Zeit! in aller seiner Herrlichkeit Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.-67. steigt Jefus dann hernieder. Dfich: 193. Bedenke, Mensch, das Ende, bedente deirer Erdfreis befre dich! der Tag nen Tod. Der Tod kommt oft behende; bes Schreckens nahet sich. der heute frisch und roth, tann more zum Gericht. 111 gen, und geschwinder, hinweggestorben| Sündern und den Deinen gibst du sein. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. gerechten Lohn. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Šatan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein turzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hüte dich. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Beiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu fenten, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl; laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. nun triumphirt ihr Hoffen! erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ewger Pein; und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld be freit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. von Gott bestimmt, da, Jesu! bei; daß ich im Himmelslichte wer auf Erden wandelt, sein Loos zu wohnen würdig sei. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. 3m 195. Tod und vor Gerichte steh mir, o aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er fommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, und Wolfen sind sein Thron, der Erden Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter. - 194. Jah richte, du Richter Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. denk an dein Gealler Welt; der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht, und mein Gewissen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Nichterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Gepränge, welch hohe Majeſtät! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufst, und sie erschei nen vor deinem Richterthron. Den 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird teine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und Lift; hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt. Kommt Erster Theil. Von dem heiligen Geiste 112 erbt das Reich der Ehren! so spricht Mel. Wachet auf! ruft uns die.- 171. er zu der Frommen Schar, doch die, 196. Machet auf vom Schlaf, ihr erwacht! die war, heißt er nun von sich weichen. - denn euch, o Menschenkinder, erwar 5. O Herr! mit welcher Majestät ten Tod und Ewigkeit. Lohn und wirst du dies Urtheil fällen! die Sün- Strafe, Tod und Leben, hat Gott der, die dich hier verschmäht, gehn in eure Hand gegeben: erwacht! noch dann gewiß zur Höllen. Hier trifft ist zur Buße Zeit! gerecht, gerecht fie unerforschte Pein. Wer wird dann ist Gott, er hört der Frevler Špott! noch ihr Retter sein? ihr Warten ist Frevler zittert! wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er kommt gewiß, und hält Gericht. verloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an. Dwelch ein froh Getümmel! nun fehn sie mit erstauntem Blick, daß Glaub und Lieb das höchste Glück, uns Gottes Gnad erworben. 7. Sie gehn mun in das selge Reich, das Gott für sie bereitet, und sehn, auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit! kein Kummer, teine Traurigkeit stört ihre ewge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stärke meine Zuversicht, wenn mich die iden fränken. Es reize mich gemiffenhaft, und, eingedent der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. 14) Von dem heiligen 197. KT omm, o Gott, Schöpfer, heilger Geist, kehr in das Herz der Menschen ein, und bilde sie so wie du weißt, daß dein Geschöpf vor dir muß sein. 2. Mach du als Tröster dich bekannt. Gott ist für uns nun nichts zu theur; er hat uns seinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feur 2. brennen; dann wird der Spötter ihn Schrecklich wird sein Zorn ent erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet! jauchzt, ihr seine Frommen! fommt er und mit ihm sein Lohn! euch er wird zu eurem Heile kommen! bald richtet Christus nicht! Er selbst gieng ins Gericht für die Sünder: Gott ist versöhnt! mit uns versöhnt, wer überwindet, wird gefrönt! 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen, denn plötzlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Reich, die Erde, ganz erlösen, von Sünd und Tode fie befrein. Heil, Monne, Seligkeit ist ewig und be reit! Amen! Amen! die Zeit in nah! bald ist sie da! gelobt sei Gott! Hallelujah! Geiste und dessen Gaben. 3. Verstand und Herz erfülle gang mit deinem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle sich in uns der Glanz, o Geist, der alles Gute schafft. 4. In Wundergaben zeigst du dørt den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du sprachst: auch bei uns ward es hell. des Feindes List. Dein Friede sei mit 5. O, mach es kräftig, treibe fern uns, daß wir dir folgen gern, und steh uns in Versuchung bei. 6. Stärf uns im Glauben an den Sohn und Bater, bis das Schaun ihn frönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Lob ertönt. und dessen Gaben. Rel. von Nr. 33. hr 198. erhebt und preiſet, erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er fegnet reichlich und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen: er schreibt sein Wort in unsern Sinn. deinem Throne, schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Ich bin ein unwürdger Beter, doch dein Sohn ist mein Vertreter. 2. Nicht die Luft zu Schätzen, Wür2. Gefalbet mit dem Del der Freu- den und Ergößzen, treibt mich, Herr! den vollendet Jesus seinen Lauf. Nun zu dir; deines Geistes Gaben wünsch herschet er nach seinem Leiden, und ich nur zu haben, so genüget mir; thut uns seine Schäße auf. Sein und die willst du gern verleihen, Geist, in den Aposteln fräftig, schmückt wenn wir brünstig zu dir schreien. ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in seinem Dienst geschäftig, ihm dantet als sein Eigenthum. 3. Mußt dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geift? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. 3. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Bungen! verkündigt Gottes hohen Ruhm; sein Name werde stets besungen von seinem heilgen Eigenthum. Ď, daß ein Geist des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll; daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will! 4. Arge Väter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thätest du wohl minder? werden deine Kin= der von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist fie flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. 3war ich hab in Sünden sicher, ohn Empfinden, lange fortgelebt; dei nes Geistes Regung selbst mit Ueberlegung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch ver zeiheft du Rebellen. 6. Komm denn, mein Berather! komm, du Geist vom Vater! Komm, du Geist des Herrn! du kannst Herzen zwingen, du fannft Ruhe bringen, und du thust es gern. Fördre du durch mächtge Triebe in mir Glanben, Hoffnung, Liebe! heit und Erkenntniß stammt von dir 7. Deffne mein Verständniß! Weisallein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen sein, und dann zeige du mir Armen Jesu göttliches Erbarmen. 8. Quelle brünstger Triebe, Feuer teuscher Liebe, laffe deine Glut auch mein Herz durchdringen und in Flammen bringen, Gott, mein höchstes Gut! laffe mich gleich Seraphinen dir mit Lieb und Eifer dienen. 8 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischesfinn. Berbleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach, Jesu! schenk uns armen Sündern durch deinen Geist Genad und Kraft. Mach uns zu Gottes ächten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liebe in unfrer aller Seelen an, und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. Mel. Vater aller Gnade. 199. G 113 ott, groß von Erbarmen! weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schau von 114 Erster Theil.- Von dem heiligen Geist 9. Ist bei schweren Plagen ganz rechne zum Gewinn, wenn ich je ein mein Geift zerschlagen, so hilf gnä- Friedensband tnüpfen kann, wenn diglich. Macht die Prüfungshite, daß meine Hand, zur Erleichtrung der ich schmachtend sitze, so erquicke mich. Beschwerden, kann dem Nächsten nützLaß des Trostes Ströme fließen, und lich werden. sich in mein Herz ergießen. 10. Ich kann alles tragen, ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefsten Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich seufzend danken lehret. Mel. Werde munter, mein. 116. er du uns als Vater - 7. Gib mir wahre Selbsterkennt niß, daß ich meine Fehler seh, und durch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu beffern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sin den mein Gewissen niederschlägt; wenn 200. und deinen Geist denen, die dich bit- Angst mein Herze hegt; wenn mein ten, gibest, ja, um ihn uns bitten Aug in Nöthen weint, und Gott nicht heiß'st: demuthsvoll fleh ich vor dir; zu hören scheint: o dann laß es meiner Vater! send ihn auch zu mir, daß Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen. er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen Jesu! noch mit ächter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heitger Gitter, hochgelobter Gottes Geist! der du menschliche Gemüther besserst, und mit Trost erfreust! nach dir, Herr, verlangt auch mich! ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heilig, und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Miuth seiner Vaterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und mirs 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so sebze durch dein Wort deine Gnadenwir tung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. 201. Mel. des 77. Psalms. Hre eilger Geist, du Himmelslehrer! starker Troster und Bekehrer! fehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung sein. Gib, daß stets durch heilges Dens ken sich mein Herz zu Gott mag lenken; klopf an meinem Herzen an, wenn ich geh auf falscher Bahn. und dessen Gaben. 115 2. Treibe, leite und regiere, mich| betrübten Stunden tröfte mich durch zum Guten stetig führe, gib selbst Luft und Kraft dazu, daß ich Gottes Willen thu. Gib mir stetiges Verlangen, Sefu fester anzuhangen, immer mehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu sein. Jesu Wunden. 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich fein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute Rebe Früchte bring und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb und Hoffnung fei stets die Zierde meiner Seele; in Versuchung steh mir bei, daß ich stets das Gib mir Demuth in Beste wähle. den Freuden, und Geduld und Muth im Leiden. 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gib, daß bei mir wahre Neu fiber mein Vergehen sei. Laß mich allezeit erwägen, daß Gott sei bei mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Achtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb auf Erden, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spüren, daß du, werther Gottesgeist, in mir wohnst und kräftig feift. Mel. von Nr. 37. % fifomm! erfülle, komm! bewohne, 203. Dir, Bater dan men Herz und singt, daß du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt, und unvergänglichs Leben! ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preist, zur Erde haft gesendet! der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß fie dein Wert vollendet. 5. mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt haft; so will ich von ganzer Seelen deinen( Hottesruhm erwählen, preisen dich, Dreieinigkeit, hier und dort in Ewigkeit. 7. Hilf mir reden recht und wohl, und des Gottesdienstes Pflichten, wie du forderst, wie ich soll, ohne Heuchelei verrichten, christlich leben, felig sterben, und dein himmlisch Reich einft erben. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier.- 4. 202. G Gott! ott! du haft in deinem Sohn mich von Ewigkeit erwählet; Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile sehlet, und gib mir des Geistes Gaben, durch sie werd ich alles haben. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn sie, die Welt zu Ichren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren; der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Sefigkeit, Vernunft und Wahrheit siegen; 2. Bin ich noch in Sünden todt, das Laster und die Blindheit flieht! und zum Guten ganz verloren: heil- wo man den Finger Gottes sieht, muß ger Geist, mein Herr und Gott! Satan unterliegen. mache du mich neu geboren; rette mich von dem Verderben; laß mich nicht in Sünden sterben! 3. Treibe weg die finstre Nacht falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre nacht, halte die Vernunft in Schranken! wenn ich mich von dir entferne, wo ists, daß ich Weisheit lerne? 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Der Name Verfolgung zu erregen. Jesu wird gelobt, sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schredt nicht Pein noch Müh; der Geist der Stärke stärkte fie in Matern und im Tode. Sie blieben ihrem König treut, be kannten seinen Namen frei, und lobten ihn im Tode. 4. Schaffe mir ein reines Herz, 4. Noch ietzt bist du der Geist der daß ich stets an Gott gedenke, und Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, mich oft mit Reu und Schmerz über der Jesu neue Jünger schafft, des meine Sünden kränke; doch nach den Höllenreichs Zerstörer. In Sündern 8* 116 Erster Theil. Von dem heiligen Geist wirkst du Buß und Leid, in frommen| heißt! schent uns Muth und Kraft im Seelen Trost und Freud, und Muth Krieg, und verleih uns dann den Sieg! 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben! du bist unser Schutz und Gott! sagt das Fleisch gleich immer: Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns jemehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. - im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh, daß sie dich froh empfinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heiige meine Triebe! schaff du in mir ein neues Herz, gib wahre Buß und Sündenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! Mel. Gott des Himmels und der. 32. 204. Stº Domm, o komm, du Geift 205. D des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens; sie erfüll uns jederzeit! so wird Geist, und Licht, und Schein in den dunkeln Herzen sein. Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was mur dein Wille sucht! dein Ertenntniß werde groß, und mach uns vom Irrthum los. 3. Seig Herr, die Wohlfahrtsstege! das, was dich betrüben fann, räume ferner aus dem Wege! führ uns zu dem Guten an; wirfe Reu an Sünden ftatt, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind; stärk uns dann mit deinen Gaben, wenn fich Noth und Drangsal findt; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! Mel. Nun bitten wir den h. G. DREE 7. O du Geist der Kraft und Stärke, bu gewisser neuer Geist, fördre in uns deine Werte, wenn uns Satan wanten es Vaters und des Sohnes Geist, du, der uns den Weg zum Heile weist, gnadenvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, uns das ewige Leben ererben, gib uns Jesu Frieden. 2. Es leucht uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns dräun; lehr uns Jesum Christum, den Sohn, erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode. 3. O du, der Liebe Geist! erhöh unfre Seele, daß sie schmeckt und seh, wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligten Gliedern, Jesum stets uns lieben. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten gläubig und mit Freudigkeit; mach uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt rhört, und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! o so mache den Beschluß; sprich der Mel. Freu dich sehr, o meine.- 20. Seele tröstlich zu, und gib Muth, 206. Edler Geiſt im Himmels und Ruh. throne, einer Kraft mit dem Vater und dem Sohne! Geift, der neues Leben schafft! Floße du die wabre Reu in mein Herz 4. Du höchster Trost in aller Noth! hilf getreu uns sein bis in den Tod. Heilig laß uns leben, und nicht ver3agen, wenn uns unsre Sünden vers flagen vor der Welten Richter! und dessen Gaben. 3. Geist der Wahrheit! komm und führe mich zur wahren Weisheit an; daß des Höchsten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft: laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4. Geist des Trostes! in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu! gib mir ein gelaßnes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seele bei dir finde, und den Unmuth überwinde. und mach es neu, daß Gott selbst mit feiner Gabe Luft in mir zu wohnen habe. 207. Geift Geist vom Vater und 2. Du, der Tugend Wiederbringer, vom Sohne! der du machst es in dem Herzen licht; du unser Tröster bist, und von unsers gibst, mächtiger Bezwinger, daß der Gottes Throne hülfreich auf uns Sünde Macht zerbricht. Kehrest du Schwache siehst. Stehe du mir mächnur bei mir ein: so wird meine Seele tig bei, daß ich Gott ergeben sei; rein, und auch schon auf dieser Erden o, so wird mein Herz auf Erden schon eine Wohnung Gottes werden. ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlfein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Bater liebe! daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn mo zur Sünde, mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o, so ftrafe selbst mein Herz, daß ich, unter Reu und Schmerz, mich vor Gott darnieder benge, und mein Herz zur Befrung neige. 5. Geist des Raths! wenn mir verschwindet aller Rath in Angst und Noth, wenn sich nirgends Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod mir fast un vermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint: so gib, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe fehle. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe fucht an dir nur seine Lust. Schmed ich deine große Güte, so verachtet meine Brust, was die Welt für Lust erdenkt, welche nur die Seele kränkt. Nechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. 7. Geist des Betens! Lehr mich beten: Abba, Vater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten träftig sei; stehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach dem Flehn ein kräftigs Amen! 117 Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. Aus dem 46. Pfalm. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 208. in starter Schutz iſt 15) Von der christlichen Kirche. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Trofte bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelaffen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Trostes Kraft empfinden. unser Gott! auf ihn steht unser Hof- fen. Er hilft uns treu aus aller 118 Erster Theil.. Von der christlichen Kirche. — Noth, so viel uns der betrof- fen. Satan, unser Feind, der mit Ernst es meint, rüstet sich mit List, trogt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht 4. Das Wort steht fest! die stolze Welt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Held! der gibt uns Sieg von oben. Tödten ste den Leib, nehmen Kind und Weib, rauben Gut und Ehr: sie nehmens! was ists mehr? Uns muß der Himmel bleiben. 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrthums Stimme. Lehre sie prüfen, daß fie falsche Freuden klüglich vers meiden. 5. Sei du ihr Licht in ihren Finsternissen, heile selbst ihr verwundetes Gewiffen. Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder: stärke sie wieder. tein Feind auf Er- den. 2. Nicht unsre Macht ists, die ihn fällt. Wir wären bald verloren. Es tämpft für uns der rechte Held, den uns Gott selbst erforen. Fragst du, wer er ist? er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, er muß den Sieg behalten. Der 67. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. immer 3. Die ganze Hölle schäume Wuth, 210. Gott er under Gutes gab, schau und droh uns zu verschlingen. Troß gnädig stets auf uns herab, entzieh ihr! uns rüstet Gott mit Muth. dein freundlich Angesicht, Herr, dei Es soll uns doch gelingen. Wenn der nen Auserwählten nicht! Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, schreckt er uns doch nicht. Er ist ja längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fällen. 6. Schüße uns mächtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen, bis wir zum Um gang der verklärten Frommen froh lockend kommen. 3. Mit heilger Achtung laß die Schrift sie ehren, denn sie verkündigt deines Mundes Lehren. Außer ihr suchen Sterbliche vergebens Worte des Lebens. - 2. O Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dit, o Gott, und deinem Heil. 3. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit fund! kein Volk sei auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt! 4. Ja, jedes Volk, dus dich erkennt, das wird von deinem Lob entbrennt, wer dich anbetet, Gott, der freut sich deiner großen Gütigkeit. Mel, von Nr. 55. 5. Lob, Erdenkönig, dir! du bist ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unsrer treuer an, wer ist, der so beschützen kann? 209. a boch, o Jesu, laß dein Reich auf Erden 6. Es mache aller Völler Mund, unter den Sündern ausgebreitet wer- Gott, deine Macht und Weisheit den! Schenke doch ihnen, deiner Leitund! den wegen, Leben und Segen. 2. Gib ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Herren nennen; gib ihnen Eifer, deinen guten Willen treu zu erfüllen. tein Bolt sei auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt. 7. Die Erde ist nicht mehr vers flucht, fie bringt uns segensvolle Frucht, wir wissen nichts von Hungersnoth; stets segne uns Gott, unser Gott! an uns mit jedem Morgen neu! dir 8. Ja, ni Jehovah, deine Treu diene deine ganze Welt mit einem Dienst, der dir gefällt. — Erster Theil. 211. G rhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiVon der christlichen Kirche. ner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, vom Throne 119 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. Der 46. Psalm. Mel. von Nr. 50. frech zu stürzen drohn. 2. Zeig deine Macht, Herr Jesu Chrift! der du Herr aller Herren bift; beschirme deine Christenheit, daß fie dich lob in Ewigkeit. ott ist uns Stärk und 213. in Nöthen, Er weigert, und unsre Zuversicht. wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdfreis zittern, und stürzt er auf uns her: uns würde keine Furcht erschüttern, und sänken Berg ins Meer. 2. Sollt auch das Meer so heftig toben, und stürzten vor der Wuth Gebirge, ihrem Grund enthoben, hinab in seine Fluth: sie bleibet doch mit ihren Bächen die Stadt des Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott ist hier! 3. Gib, heilger Geist, uns einen Sinn, nimm alle Zwietracht von uns hin. Vor deines Wortes Licht und Macht entflieh des Wahns und Irrthums Nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen sein. Schau unsre Noth; wir sind 3. Gott wohnet selbst in ihren ja dein. Erhalt im Glauben uns Mauern, der Herr beschützet site, fie getreu, und mach uns von den Fein- wankt nicht, ewig wird sie dauern, den frei. der Höchste hilft ihr früh. Die Völker tobten, und im Grimme empörten Reiche sich! er sprach, vor seines Donners Stimme zertheilten Welten sich. 5. Sie dichten, Herr! ein Frebels ftück! es fall auf ihren Kopf zurück! fie graben Gruben mit viel Müh; in ihre Gruben stürze sie! 6. So werden sie erkennen doch, du, unser Herr- Gott, lebest noch, du stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. 4. Wer ist der Feind, der uns zerftöre? er, der uns hifft, ift Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schützet Jacobs Gott! kommt her, und merkt auf Gottes Werke und fernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch Mel. von Nr. 55. 212. Schlite bie Deinen, die Berstören schafft. nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt be kennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verfündigt werden. Mach ihre Siege Gib Muth herrlicher auf Erden. und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 5. Er macht sich auf, dem Krieg 34 steuern, der so viel Blut vergoß, und er zerbricht, daß Länder feiern, Schwert, Bogen und Geschoß. Den Spieß hat seine Hand zerschlagen, daß er nicht tödten kann. Er zündet des Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. 6. Laßt ab, und wißt, und lernt mit Freuden, ich sei Gott, Herr der Welt! groß will ich werden vor 3. Du hast noch niemals, Herr, den Heiden, und herrlich vor der dein Wort gebrochen. Führe die Welt! Gebt alle unserm Gott die Deinen, wie du selbst versprochen, Ehre! er, der uns hilft, ist Gott! führe sie endlich aus dem Kampf Gott ist mit uns, der Herr der hienieden zum ewgen Frieden. Heere, uns schützet Jacobs Gott! 120 214. Erster Theil. Von der christlichen Kirche. ME - enn Christus seine Kirche schützt: so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schützt zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle erbar- men! wie wenig Herzen sind noch dein; entzieh dich nicht uns Ar- men! dein theures Wort hält man für Spott; empört sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn 52 nicht kennen. 2. Sie lehren eitel Träumerei, was Eigenwits erfindet. In keiner Wahrheit ist dabei ihr unstät Herz gegrünEdet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich ohn Unterlaß, die mit Vernunft sich brüsten. wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gefalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gctt. Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ; wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. nicht 3. Ach Herr, mein Gott, vertilge doch des Irrthums freche Lehren. Wie lange sprechen Frevler noch die Menschheit zu entehren: tief schaun wir in die Wahrheit ein; uns täuscht kein gleisnerischer Schein; nur blinde Herzen glauben! 5. In Feuer siebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und, durch Auf, Christen! die ihr ihm ver- tes Wort auch heller. Berspottungen bewährt, strahlt Gots traut, laßt euch kein Drohn erschrecken. Ten siegende Gewalt durchbricht der Der Strah Der Gott, der von dem Himmel Zweifel Nebel bald, und blendet selbst schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns dann erschrecken? 215. ch Gott vom Himmel sieh darein, und laß es dich 4. Gott siehts und spricht: bald fommt die Zeit, daß ich dem Frevel steure, damit sich in der Christenheit kein Heidenthum erneure. Indessen greif den schnöden Wahn mein Wort mit starken Waffen an, und bleib unüberwindlich. die Feinde. 6. Sein Licht beschütz uns, daß seine schlauen Netze zieh, nie unter uns nie das frevelnde Geschlechte in uns sich slechte; denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spott erst Kraft gewinnt, sein Gift ertödtet Seelen. 7. Odämpfe selbst, du starker Gott, die dir die Ehre rauben. O Jesus Christ, bei ihrem Spott stärk - Erster Theil. Von der christlichen Kirche. 29. träftig unsern Glauben. Oheilger Mel. Freu dich sehr, o meine. reuer Hirte Heerde, wir vor Abfall und Berrath mit ganzem 217. Ten, der Deinen ſtarter Ernst uns hüten. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 216. Bater der Barmher zigkeit, bei allen verwandten doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen; du haft durch deines Geistes Kraft die große Schar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 2. Getrennt durch Mannigfaltigfeit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat fie dein Wort durchdrungen! hat sie dein starker Geist gerührt und nun zu einem Zwec geführt in Einigkeit des Glaubens. 3. Ach, sei doch auch in dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig! und mach uns von Uneinigkeit des Glaubens los und ledig! gib, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen. 4. Ach, schaue, wie des Satans List vereinte Brüder trennet, wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet. 5. Herr! hilf diesem Üebel ab und gib, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werde: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem liebreich denke. 121 - 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselweis mit zärtlichkeit verschonen: o, was tann angenehmer sein! du selbst, Herr! wirst dich ihrer freun, und sie mit Segen frönen. Schutz! siehe doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Trup tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu zerstören und dein Erbe zu verheeren. 2. Du, Herr! bist ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel. Menschenhülfe ist zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der deinen Nettung wachst, und den Feind zu Schanden machst, wo du nicht sein Wüthen dämpfest, und für deine Wahrheit kämpfest. 3. Es betrifft ja deine Ehre, es betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt sein; o, wie folltest du denn schweigen, und dich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestüm. Steure denn, Herr, unser Netter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul befehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach, bekehre die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. 5. Doch nicht nur der Feinde Dräuen, die Verführung müssen wir auch bei unsrer Schwachheit scheuen, unfre Hülfe steht bei dir. Käm es auf uns selbst nur an, ach, wie leicht wär es gethan. Satan würde bald den Glauben uns aus unserm Herzen rauben. 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, und mit Tauben- Einfalt zwar, doch auch flug, wie Schlangen, handeln. Zeig uns selbst bald die Gefahr. Schickt euch, es ist böse Zeit, sprichst du; mach uns selbst bereit, daß wir wachen, beten, kämpfen, und so die Versuchung dämpfen. 122 16) Von der heiligen Taufe. Einsetzung der Taufe. Mel. Chrift, unser Herr, zum Jorban. 218. We Chriftus felbſt mir mit Heil entgegen famſt. ie 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O, laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du Bund mich nahmst, und 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn überschreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn! du klopfft an mein Gewisfen an, und lockst mich auf die rechte Bahn. um uns zum Sordan kam, und nach des Baters Willen die Taufe von Johannes nahm, um alles zu erfüll- len, was Gott heischt: so muß auch das Bad, das er, von Sünden zu waschen, angeordnet hat, vielmehr uns willig finden. Es bringt uns Heil und Leben. 2. Hört, wie es zu den Jüngern heißt: geht, spricht er, lehrt die Bölter, und auf den Bater, Sohn und Mel. Liebster Jesu, wir find hier.-4 Geift tauft nunmehr alle Völker. 220. Mein Erlöser! der du mich dir zum Eir. Wer glaubet, und die Tauf empfängt, genthum erkaufet, als dein Jünger wird selig, wer hingegen ungläubig bin auch ich vormals auf dein Wort fest am Irrthum hängt, der fliehet getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, vor dem Segen, und muß verloren recht zu sein das, was ich heiße. gehen. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten, und mur das zu jeder Zeit für mein größtes Mel. von Nr. 72. 219. Jh bin getauft auf dei- Wohlfein achten, daß ich, Jeſu! dei nen Willen treulich suche zu erfüllen. nen Namen, Gott Bater, Sohn und heilger Geist! ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Boll, das dir geheiligt heißt. O, welch ein Glück wird dadurch mein! Laß, Herr, mich des auf ewig freun. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater! und ein selig Theil haft du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil. Du willft, mein Leben Gott zu weihn, Geift Gottes, selbst mein Beistand sein. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! o Sünde weich! Gott hört es! jetzt entsag ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater! und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meis nes Heils! sei ewig mein, und laß mich stets den Deinen sein! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ewgen Glücke. Davon ist auch nach dem Sterben ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich drum, wie dirs gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 123 4. 3. Hirte! nimm dies Schäflein ant Haupt! mach es zu deinem Gliede! Lehrer! zeig ihm deine Bahn! Friedefürst! sei du sein Friedel König! laß es deinen Willen fünftig immer 1 Mel. Liebster Jesu, wir find hier. err! wir stehen hier 221. Herr vor dir: laß dies Kind auf unfern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden, und treu erfüllen! im Himmel möge werden. 2. Wasch es, o Herr Jesu! rein durch dein Blut von seinen Sünden; laß es deinen Geist erneun und mit dir genau verbim! da wir ihm den Namen geber hreib es in dein Buch zum Leben! 222. A 17) Von dem Einsetzung des heiligen Abendmahls. Mel. des 91. Psalms. 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben! endlich auch, wenn dirs gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, und im Himmel zu den Frommen, zu den wah ren Christen kommen. heiligen Abendmahle. Is Jesus jetzund sterben wollt für unfre Missetha- ten, in jener Nacht um schnöden Sold aufs schändlichste verra then: hielt er in dem bestimm= ten Saal, von Gottes Hand geleitet, mit seinen Jüngern noch das jetzt wird für euch gebrochen, daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd an euch gerochen. 4. Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit Wohlgefallen den Mund zum Lobe Gottes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, das ich für euch vergieße, euch droht umsonst der Höllen Glut, indem ich für euch bitße. 5. Das Blut, das an dem Altar dort in Opfern ward vergoffen, tilgt nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt, wie Gott beschlossen, jetzt zur Bertilgung dieser Schuld mein Blut, mein Söhnblut fließen; nun denkt an Gottes Gnad und Huld mit freudigem Gewissen. 6. Halt't oft den Brauch mit Brot und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer sein; gespeiset und getränket, sagt laut: o! wenn dein Tod nicht wär, wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort, zu meiner Ehr, als würdge Himmelserben! Mahl, das längst auf ihn gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschah zu begehen; nun feir ich keinen Festtag mehr, bis Gott mich wird erhöhen auf meinem Stuhl in meinem Reich, das mir der Bater gibet, und dem, der hier mit mir zugleich in seiner Lieb sich übet. 3. Drauf nahm er Brot, und brachs, und dankt, und sprach: nehmt hin und effet, damit ihr nicht im Glauben mantt, und meiner nicht vergesfet; das ist mein Leib, der durch viel Qual 7. Kein Tropfen labt den reichen Mann in seinen schweren Leiden, schaut mich dagegen gläubig an, sein Schidsal zu vermeiden. Wer mir vertraut, und Buße thut, der ist durch mich verföhnet, doch weh den Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern höhnet. 8. Die Welt, die nicht ihr Heil versteht, bleibt an dem Neußern hangen, und meint damit, wenns übel geht, Genade zu erlangen! doch dich 124 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. entzencht nicht Brot und Wein dem 5. Mein Heiland, den der Himmel ernstlichen Gerichte; soll dies dein Trost, o Sünder, sein, so wird dein Troft zu nichte. - 9. Der rechte Labtrant ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; o, iß und trinke dir zu gut, und auf die rechte Weise. Erkenn, daß Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 141. ich mich in den Tod für dich dahin 224. Gelobt ſeift du, Herr gersnoth, so hast du Heil und Leben.unsers Mittlers Tod, der uns das Bebaoth! gelobt für 10. Sch bleib in dir und du in Heil erworben! wie haft du, Gott, mir, damit von meinem Geiste dein auch mich geliebt! er, der uns ewig Geist getrieben für und für Gott Leben gibt, ist auch für mich gestor Dank und Ehr erweise. Du bist nun ben. Mein ganzes Herz frohlockt in ganz mein Eigenthum, ich kann dich mir. O Bater, ich lobsinge dir. Gib, nicht verlaffen. Ich will dich einst daß ich jeden Tag aufs neu mich dei zu meinem Ruhm mit ewger Treu ner Baterhuld erfreu. Gott meines umfassen. Heils! sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir recht dankbar sein. 11. Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; nur gib, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handeln. preist, dich will ich ewig loben. D, stärke dazu meinen Geist mit neuer Kraft von oben. Dein Abendmahl ver mehr in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 223. Haft alt im Gedächtniß Jefum Chrift, o Seele! der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht, denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 2. Voll hoher Ehrfurcht beug ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft hast du, o Herr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schützt, was meinem Geiste ewig nützt. Herr Jesu Chrift! wie liebst du mich! wie liebst du mich! gib, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit Inbrunst fleh ich, Herr, zu dir! befördre du doch selbst in thir ein gläubiges Gemüthe! mich dürftet, 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, gleich dem dürren Land, bei deiner der für dich hat gelitten. Da er am Liebe Unterpfand, nach deiner großen Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil Güte. Ich fühle, Herr, was mir ges erftritten. Errettung von der Sünden- bricht. O stärke meine Zuversicht, daß noth erwarb er dir durch seinen Tod. du auch mein Versöhner seist, und Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, dieser Trost sei fest in mir, sei fest in mich vom ewgen Tod befreist. Herr, der von dem Tod erstanden, und jetzt mir, so dien ich voller Freuden dir. zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden auch dir Befreiung aus- zur Heiligung und Seligkeit bist du 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, gemacht, und ewges Leben wieder- mir ausersehen. Auch mir zum herrbracht. Dank ihm für diese Liebe! willig hin, drum hör auch jetzt mein lichsten Gewinn gabst du dein Leben Flehen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn in mir; so nimmt in mir die Seelenruh, und meines Herzens Beßrung zu. Mein Herr und Gott! ber4. Haft im Gedächtniß Jesum Christ, er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum forge, daß du dann besteht, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. - - Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. laß mich nicht, verlaß mich nicht, so tomm ich einst nicht ins Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir; laß sie mich einst genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schliefen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu, was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Hert, mein Heil, ſei stets mit mir, sei stets mit mir, so komm ich einst gewiß zu dir. Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. ch komme, Herr, und 225. und beladen. O Herr! mein Heiland, segne mich mit den erworbnen Gnaden! ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh! ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 125 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. D, gib mir selbst durch deinen Tod die Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an tüchtig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Beffe rung mir und der Welt beweisen. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. haft die Handschrift abgethan, wir sind Gottes Kinder. an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! du haft mir Heil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. Mel. von Nr. 84. 3. O freue dich, mein Herz, in mir! er tilget deine Sünden, er nahet sich mit Troft zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getroft, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft. Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zur Ehre stets zu leben. 4. Dein, spricht er, ist die Seligteit, bewahre sie im Glauben; und laß durch teine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. Menschenfreund, o 226. u Tebensquell, D Jesu! der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dich, du Hörer der Gebeter! gedenk an mich, o mein Immanuel! ich stehe hier mit Furcht und Angst belegt; ich flag es dir, du 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum zu dir erheben, von ferne steh und seh ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Wunsch noch wagt. Du Aus Demuth schlag ich an die bange und Brust, der Sünden Sitz, die mich von Ich dent dir geschieden. Ich schäme mich auch der verborgnen Luft, in welcher oft die Herzen heimlich sieden. 3. Wo soll ich hin? Ich will zum Lebens- Gott. Es soll mich nichts von meinem Felsen treiben; dir, Jesu, will Tod! ich mich allein verschreiben. Höll! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, Jesus, ist mein Haupt, der Hölle, Tod und Teus fel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sündenmacht entraubt, es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen. 4. So tret ich denn, mein Jesu, jetzt vor dich, ich komm zu deinem Mahl nach deinem Willen. Ach lass mich da den Durst und Hunger stillen; mein Heiland, dein Verdienst erquide mich! wird nun mir so des Glaubens Kraft vermehrt, dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd ich dich, der du mein Flehn erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preifen. Arzt, der kranker Seelen pflegt, bu bist der Hirt, der selbst sein Schaf will führen. 126 227. M Erster Theil. - Von dem heiligen Abendmahle. ie groß ist deine Menschenliebe, mein theurer Heiland, Jesu Christ, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Mahl, bei welchem du mich speisest mit deinem heilgen Brot und Wein, muß mir ein göttlich Denkmal sein, daß du mich auf dein Opfer weiseft, mich glauben heißest. 4. Ach laß mich nur recht gläubig effen, und schenke mir in voller Kraft, was uns dein Opfertod verschafft! all meiner Sünden werd indessen vor Gott vergessen. 3. Auch ist mir das ein Pfand und Zeichen, wenn ich zu deiner Tafel geh, und Brot und Wein mir geben seh, du werdest meiner Geet 229. imgleichen dich selber reichen. 6. Du bist das Haupt, wir sind die Glieder, die eines Brots theilhaftig find. Ach, daß uns deine Lieb entzind't! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. treu geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat. 3. Der ich fühn sein Recht entehrt, der ich seine Macht verkennet, ach ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort den Sündern droht. Mel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. 228. Lag, ag, den mir der Herr gemacht! Sei gesegnet, Tag der Freude! du erhellst des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank ich dir dafür! 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mid) wieder auf zu seinem Kinde. Heut vergißt er väterlich seines Zorns und meiner Sünde; gibt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab ich meinen Gott betrübet, ihn, der mich zum Glück erschuf, und mich stets so 5. Tag der Wonne, heilges Mahl, ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben soll allein seinem Ruhm gewidmet sein. 5. Ach Jesu! laß mich doch erschei- vom nen voll Sehnsucht nach Gerechtigteit! ach, mach uns allesamt bereit, und laß in einem Geist die Deinen sich fest vereinen! Mel. An Wasserflüssen Babylons.. 97. aus Barmherzigkeit zum zu mir. Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig ein geladen. Du rufft: Mühselge, kommt dir komm ich auch heut, ein Sünder. Du Weltversöhner! ja zu Verstoß von deinem Angesicht, ver stoß mich, o mein Heiland! nicht, Erbtheil deiner Kinder. - 2. Zwar meine Missethat ist mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie drüldt mich, Herr, ich zittre sehr, vor Unruh meiner Seelen. Weltrichter, ach! im Zorne nicht, im Zorne geh nicht ins Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! sich mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. 3. Es seufzt um Trost und äng, ftigt sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähnt, versprichst den Schwachen beizustehn, die nach Errettung schmachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirst ein gläubig Herz voll Ren, auch meines nicht verachten. 4. Mein Gott! regiere künstig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. 127 Rathe wandle. Gib, daß aus Dank| geladen. Deinen Bund sollst du erfür deine Huld, in Lieb, im Glauben, neuen, und dich seines Todes freuen. in Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, verflärt, unsterblich, Engeln gleich dich ewig rein erhebe. 2. Eil, wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen, komm, den gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! komm mit brinftigem Verlangen, seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd entlade, gibt er heute Gnad um Gnade. 3. Herr! ich mit Beben. af mich Gnad empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen durch des Glaubens Band vereinen; du willst sie mit Segen tränken, und dich ihnen selber schenken. D, wer darf sich unterwinden, deine Liebe zu ergründen! - Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 1 156. 230. Dich nicht; du kannst Seelen recht erquicken! du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude sein. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! was für Schätze kann ich zeigen! meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet mun mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu empfahen. Ach! ich suche dich mit Thränen; sollt ich mich vergeblich sehnen, meiner groß und schweren Sünden Tilgung, Herr, bei dir zu finden? laß, Erlöser! laß mich nahen, Heil und Leben zu empfahen. 5. Du, dem unsrer Väter Schaaren, 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt die, wie mir, auch Sünder waren, sie sich wohl tiefer finden? Mag die Dank und Preis und Jubel singen, Treue fester stehn, oder näher sich ver- daß sie hier dein Mahl empfingen! binden, als da dieser, der uns liebt, Sohn des Baters! Licht vom lichte! uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! lodre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. laß von deinem Angesichte uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreuen. 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten! tein Berlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. Je7. Jesus ist des Herzens Theil; fus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu! laß ich nicht. Mel. Echmücke dich, o liebe Seele.-121. eele, willst du Ruhe 231. finden, drücket dich die Laft der Sünden, komm, Verge bung zu empfangen, denn dein Licht ist aufgegangen, und der Herr voll Heil und Gnaden hat zu sich dich ein6. König! Hoherpriester! Lehrer! du mein göttlicher Befehrer! du, der selbst dein eignes Leben für mich in den Tod gegeben, hier fall ich zu deinen Füßen; ach), laß würdig mich genießen dieser deiner Himmelsspeiſse, mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Zum Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack jener Freuden, die du, Heiland, mir erftrittest, als du unaussprechlich littest, als dich Todesschweiße deckten, und die Schrecken Gottes schreckten, als du selbst für mich gestorben, mir des Vaters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, dir will ich mich ewig weihen. Hier will ich mich fleißig üben, dich zu kennen, dich zu lieben! einst werd ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe breumen. Laß sie mich auch hier empfin den; hilf mir, hilf mir überwinden. 128 Erster Theil. - Von dem heiligen Abendmahle. Mel. von Nr. 72. Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 232. ch preise dich, o Herr, 233. mein Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich. O gib, daß meine Seele sich des ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Befrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! o ftärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Vaterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße haft erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. D, mache selbst mein Herz geneigt, sie nimmer zu vergessen! daß ich aus ächter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen. Räum alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 8. 3um ewgen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, mit Ernst dar nach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrüdt, so sei dein Tod mein Leben. ier bin ich, Jesu! zu was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Uebung dieser Pflicht Geiftes Kraft und Licht. Verleih zur mir deines 2. Es werde, Herr! für mein Ge wissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sei an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie start sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! o gib von deinem Todesschmerz heut neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir ers warbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir beständge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sün denlast du mir aus Huld erlassen haft. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürft! den Völkern sichtbar zeigen wirst. Nach der Communion. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn, Erster Theil. Laß neue Gnade auf mich fließen!| mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Tren dein Abendmahl gesegnet fei. - Von der Vergebung der Sünden. 129 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten hast, und deine Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein, und mir zum Guten Kraft verleihn. 234. N un, habe Dank für deine Liebe, du großer Mittler Jesu Christ! gib, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Angst und Pein mir immerdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott verfühnt. Ach! du, sein Sohn, du starbst für mich! Wie preis ich, Herr, wie preis ich dich? 3. Heil mir! mir ward das Brot gebrochen, ich trank, Herr, deines Bundes Wein! voll Freude hab ich dir versprochen, dir, treuster Jesu, tren zu sein. Ich schwör es nun noch einmal dir; schenk du nur seine Gnade mir! 5. Sm Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu meiner Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk mir im Todeskampfe Muth. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb ich stets als seine Brüder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns speist und tränkt ein Wein, ein Brot. 7. Wie jetzt in unsres Heilands Namen sein Volk vor ihm versammelt war, so fommen wir noch einst zusammen vor ihm mit seiner Engel Schar, und preisen, als sein Eigen thum, dann ewig seines Namens Ruhm. 8. Hier will ich mich mit euch vereinen, die ihr ihn ewiglich erhöht, und, wenn er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestät, dann geh ich im Triumph mit euch, ihr Auserwählten, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Freud und Luft der Welt mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig sein. 18) Von der Vergebung der Sünden. Mel. von Nr. 72. Er litt, damit wir Friede hätten, 235. Gott, eine Gnad ist für uns den Tod, der Sünde Lohn. wie du uns schafft uns Heil und Seelenruh. welch ein Erbarmen ausgeübt! Dein ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkft du zum Leben neues Recht. 3. Dank! ewig Dant sei deiner Treue, die niemand gnug erheben kann! nun nimmst du jede wahre Reue mit Vaterhuld noch gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir befehrt, und glänbig seinen Mittler ehrt! 9 130 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 4. Den, Herr, befreist du von den zu dir! Gott, du siehest mein Vers Plagen, die dem Gewissen furchtbar trauen. Sicher kann ich auf dich find; der kann getroft und freudig bauen. Deine Batertreue ist ewig, fagen: Gott ist für mich, ich bin sein wie du selber bist. Kind; hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 3. Ach! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater! ja verzeihen. Oso höre denn auch mich. Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewiffen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemütthe, welchem du die Sündenlast licbreich abgenommen haft. 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr, ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! - 5. O Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut! Sie tlagt nicht, daß ein Glück ihr fehle, ihr Loos ist die Zufriedenheit. Und, Gott, dein Fried ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. 6. Dein Friede stärkt zum frohen Muthe das Herz, auch in der größten Noth; gibt Hoffnung zu dem ewgen Gute, und macht getroft selbst auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Luft, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 8. O laß mich dies im Glauben faffen, und mich mit starker Zuversicht auf deine Bundestren verlassen. Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Mit Neu und Demuth such ich dich; gib mir den Troft: Gott ist für mich. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weihn. Daß, Herr, bei dir Vergebung sei, das mach in deiner Furcht mich treu. Der 25. Psalm. Der 130. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.-67. 236. Ich erhebe mein Gemlithe 237. Ich fleh in tiefſter Rene zu und Gott, zu dir, denn ich kenne deine Huld. Du, milder Gott, verzeihe Güte. Owie theuer ist sie mir! mir Armen meine Schuld! eröffne Gott der Liebe und des Lebens! kei meinem Sehnen, o Vater! Herz und ner harrt auf dich vergebens. Nur Dhr, und lasse meine Thränen und Verächter deiner Huld stürzet ihre meine Seufzer vor! eigne Schuld. 2. Ach! sollte, wenn wir fallen, 2. Lehre ich, Herr, deine Wege, für Gnade Necht ergehn, so würde zeige deinen Willen mir! daß ich nicht von uns allen der Frömmste nicht verirren möge, führe du mich selbst bestehn. Du aber heileft gerne zer. - Erster Theil. fnirschter Seelen Bein, daß man in Ehrfurcht lerne, dir treu und dankbar sein. 3. Ich trau von ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt, wie nach des Morgens Schimmer der müde Wächter blickt. - Von der Vergebung der Sünden. 131 die Fluth, die aus den Ufern bricht, mag noch so mächtig toben. 4. Der Same Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bist gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schooß, und machest Zions Kinder von allem Bösen los. 238. W Der 32. Psalm. Mel. Kommt her zu mir, spricht. ie felig, Gott! wie selig ist der Sünder, dem du gnädig bist, den Todesfurcht nicht schrecket! dem, weil ihn seine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergibt, den dein Erbarmen decket! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, des Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade schafft, wird ihm dadurch entrissen. 3. Darum, mein Gott, bekenn ich dir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, dann, mein Gott, verzeihest du, und läß'st die müde Seele Ruh in deinem Frieden finden. 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, o Bater! ewig loben. Du bleibest ihre Zuversicht; 5. Mein Schirm bist du; zu dir flieh ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr als meinen Retter offenbar, und läß'ft mich sicher wallen. 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich soll mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ewgen Baters Unterricht. Er führt zu Šeligkeiten. 7. Wer nicht von Gott die Weisheit lernt, der ist verblendet und entfernt sich von den wahren Freuden. Wer aber sich auf Gott verläßt, hält seine Gnade ewig fest, auch in den schwersten Leiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr Frommen, an! euch wird des Höchsten Güt umfahn. Von allen seinen Knechten bleibt Gott der Trost, die Zuversicht. Er rächet ihre Sünden nicht. Frohlockt ihm, ihr Gerechten! Mel. von Nr. 16. h schone doch, o großer 239. Menschenhüter! ach strafe nicht, barmherziger Gebieter! ach rechne nicht! wer kann vor dir bestehn? Mich schreckt dein Zorn! doch will ich zu dir gehn. 2. Ach zürne nicht! in Jesu will ich kommen. Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! 3. Ach rechne nicht! auf tausend muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnadenzepter beugen, laß Gnad, o Herr, anstatt des Rechts ergehn, sonst fann ich nicht vor deinem Thron bestehn! 4. Ach strafe nicht, du aller Bosheit Nächer! wo blieb ich sonst, ich schuldiger Verbrecher! sich an den Sohn, der unsre Schulden trug, und den dein Zorn, als unsern Bürgen, schlug. 5. Ach schone doch! ich bin zwar Asch und Erden, ein leichtes Blatt 9* 132 Erster Theil.- Von der Vergebung der Sünden. das bald zu Staub wird werden: doch| sprichst zu mir: du sollst leben! deine will ich sein, o Herr, dein Eigen- Schuld ist dir vergeben; sei getroft, thum; ach nimm mich auf! gedent mein lieber Sohn! komm zu meinem an deinen Ruhm! Gnadenthron. 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirst mich nicht verlaffen; du wirst mich doch mit Lieb und Huld umfaffen. Drum tröst ich mich und fasse guten Muth: es ist bezahlt, die Schuld macht Jesus gut. 7. Seht, wie sich der Abgrund schließet! feht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerechtigkeit des vollWer ist, kommnen Mittlers decket. der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein Himmelskind verklagt? Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. - 240. Schöpfer aller Menschen8. Richter, der mich losgesprochen; finder, großer Richter Bater, der mich zärtlich liebt! Mittaller Welt! fieh, hier wird ein ar- ler, der, was ich verbrochen und gemer Sünder, Herr, vor dein Gericht| raubt, Gott wieder gibt! Geist, der gestellt, der in Sünden ist geboren, mir den Glauben schenket, der mich der dein Ebenbild verloren, der mit Lastern fich befleckt, der in tiefen Schulden steckt. in den Mittler senket! Gott der Gnaden! dir sei Ruhm, und mein Herz dein Eigenthum. 2. Mein erwachendes Gewissen, deine Strafgerechtigkeit, dein Gesetz, das ich zerriffen, nebst dem Satan, stehn bereit, meine Seele zu verklagen. Ich weiß nichts darauf zu sagen; denn der Zeuge gibt sich an, der gefehn, was ich gethan. 3. Wehe mir, ich muß verderben! ich seh nichts, als Höllenpein. Fre9. Laß mich nun die Sünde haffen, die das Herz mit Angst beschwert! laß mich alles unterlassen, was den neuen Frieden stört! reinge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig sein beflissen, mit Verläugnung dieser Welt das zu thun, was dir gefällt! 7. Mel. Wer nur den lieben Gott. cher Sünder, du mußt fierben! wird 241. Wie theuer, Gott! He ift mein Urtheil erzittert meine Seele vor des offnen Abgrunds Höhle; es erstarret Geist und Blut vor der ewgen Flammen Glut. deine die alle Missethat vergibt, sobald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt, und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg ins Mittel tritt, weil sich ein Vertreter findet, der für den Verklagten bitt't. O, beglückte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden und sein Blutges Lösegeld meinem Richter dargestellt. 2. D! laß mich ja nicht sicher wer den, weil du so reich an Gnade bist. Wie furz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich fie meiner Beßrung weih! 5. Richter, siehe meinen Bürgen, fiehe die Bezahlung an! dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Gesetz erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. Herr! ich glaube! steh mir bei; sprich von Straf und Schuld mich frei! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu und Befrung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu ſein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld 6. Siehe mich im Staube liegen. erlaffen, der frevelnd Schuld auf Dwie drückt mich meine Schuld! Schulden häuft. Der kann kein Herz doch dein Wort kann ja nicht trügen, zu Jesu fassen, der zwar auf ſein Sündern gönnst du deine Huld. Du Verdienst sich steift, doch in der Sünde - Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 133 noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer will ich durch Uebung guter Werke beweisen. Mache selbst mich tren, Herr, in der Liebe gegen dich! fie dränge stets und leite mich! ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwund't Gewissen mit Trosſt an deiner Baterhuld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam sein. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst! das haffen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß, 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke Bater, mein Gewissen rein, und heidurch Christum mir geschenket sei, lig meinen Wandel sein! 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Pfalm. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. 242. wohl dem Menschen, der dem Rath der Frevler fich entzieht; dem Menschen, der den trummen Pfad der Uebertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spötter lacht, die fromme Seel entfernt; sich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich hebt, und einen weiten Kaum mit feinem Gipfel füllt; 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; er tröstet den, der Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm und gedeiht; Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen Gott empört, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt sie Bahn, die der Gerechte geht; du schaust im Zorn den Sünder an, des Sünders Weg vergeht. Mel. des 1. Psalms. 243. D DE E er Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn; wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn, so dürfen wir ihn unsern Vater nennen, und er will uns für Kinder auch erkennen. Bedürfen wir im Kampfe Trost und Muth, so gibt ihn uns dies Wort: der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut und hat mit uns Geduld; ist reich an Gnad und will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt, nach höchster Strenge rächen; er übersieht der Irrenden Verbrechen; er ist versöhnt durch seines Sohnes Blut. Was will ich mehr zum Troft? der Herr ist gut! 3. Der Herr ist gut und theilt sich willig mit. Er geht uns nach und merkt auf jeden Schritt, und gibt uns gern, was wir vonnöthen haben; er schenket uns den Reichthum seiner Gaben. Wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! in seiner Liebe Schooß trägt er uns stets, und ist das Elend groß, so hat er Kraft 134 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. und Neigung, uns zu schützen; es kann| bekehrt, der wird nicht, wenn er der Geist in stillem Frieden sizzen, fleht, erhört. weil unter seinem Schuß man sicher 4. Die Frevler mögen nicht besteruht, und sich an ihm ergößt. Der hen; du haffest jeden falschen Geist, Herr ist gut! der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, Gott, zu schmähen; dein strenges heiliges Gericht verschont der frechen Lügner nicht. 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sei, entdeckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Lust und Freude stehen; nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer besser fieht: der Herr ist gut! 5. Ich aber, Gott, durch deine Güte erquickt, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o Gott, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Der Herr ist gut! er siehet huldreich an den schwachen Dienst, den 6. Du kannst, du wirst mich ferner man ihm leisten kann, gibt Gnaden- leiten nach deiner großen Gültigkeit, lohn den Knechten, die ihn lieben; die gern erlöst, und gern erfreut. Du tein Wassertrunk ist unvergolten blie- wirst mir meinen Weg bereiten; und ben! er gibt dafür die ganze Se- wer, wenn du, Herr, bei mir biſt, gensfluth; und so bleibt ewig wahr: wer ist, der meiner mächtig ist? der Herr ist gut! Der 5. Pfalm. 7. Wenn meine Feinde vor mir Heucheln, wenn sie nach meinem Unfall fehn, und immer meine Tugend schmähn, und mir mit Schlangenzun gen schmeicheln: so bin ich doch nicht ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dirs flagt. 244. ernimm, o Gott! vernimm mein Flehen, verachte 8. Erfreue, Gott! die dir vertrauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; fei ihren Feinden, Herr, zum Trut, stets der verlaßnen Frommen Schutz. meine Bitte nicht! Laß, laß mich, Herr, dein Angesicht, mein König, deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag und Nacht zu dir, mein Gott, hilf und sei gnädig mir! 2. Ich will auf dein Gebot aufmerten; ganz heilig will ich vor dir sein! ach mach, mein Gott, mich selber rein! du haft an allen guten Werken ein innig Wohlgefallen, Herr, drumE heilige mich, Heiligster! 3. Gott, dir mißfällt der Gräul der Sünden! wer bös ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht Mel. des 90. Psalms. 245. M ein Salome! dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschweret; wenn sich zu dir mein blödes Herze kehret, so kann ich bald von dir Erquicung spüren. Dein Gnadenblick ermuntert meinen Sinn, und Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 135 Herzen durch den Glauben rein, dich versichert sein von deines nimmt die Furcht und Unruh von lieben und Geistes Gaben! mir hin. 2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte! was ists, womit fie ihre Diener lohnte? Es kann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jesus kanns, er thuts im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 3. befter Freund, du tröstest ein Gemüthe, das Gutes will und Böses in sich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! es schmecket deine wunderbare Güte, die alle Angst, die Mel. Wie schön leuchtet der. 35. alle Noth verschlingt und unsern Geist 247. Wie groß ist unfre Sea zur 3. Dein Wort, das Wort der Selichkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh, und stärkt uns in Gefahren. - - 238. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen! Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Troft erfüllen! 4. Es müsse dann mein Herz nur Chriftum schauen. Schein unverhüllt, o Sonn, aus jener Höhe! daß ich das Licht in deinem Lichte sehe, und könne schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ'. in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt, und treu in Jesu Dienst sich übt! wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! 5. Wenn meine Schwachheit mich 2. D, wie erhaben ist das Recht, darnieder schläget, und fast den Geist das du uns gibest, dein Geschlecht der Kindschaft in mir dämpfet, so und Bundesvolk zu heißen! Bei dir daß mit Zweifel noch mein Glaube ist unser Vaterland, und wer will kämpfet, und dieser Streit mir neue deiner starken Hand, Allmächtger! Angst erreget, so laß mich bald dein uns entreißen? Wenn wir gleich hier huldreich Antlitz sehn, und neue Kraft müssen streiten, und zu Zeiten schwach und Zuversicht entstehn. uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 6. So ruh ich nun, mein Freund, in deinen Armen; du läsfest deine Huld mich tröstlich schmecken. Von dir geschützt, kann mich nichts mehr erschrecken, mein Zoar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunst mein frohes Herz genießt. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet Mel. Kommt her zu mir, spricht. hoff, o 246. hehem muth auf deine der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Volt 1 Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Du bist ein Vater, der berzeiht, hast mir das Necht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr! welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben! im erklären. 136 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 5. Wie glücklich, Gott, find Chri7. 3u diesem Glitch bin ich erkauft, ften dann! wie viel hast du an uns o Herr, durch deine Leiden. Auf dei gethan o laß uns unsre Würde vor nen Tod bin ich getauft, wer will Augen haben jederzeit! so tragen wir mich von dir scheiden? Du zeichnest mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. mich in deine Hand; Herr, du bist Herr, gib den Trieb in die Seelen, mir, ich dir bekannt. Mein sind des dich zu wählen und das Leben ganz Himmels Freuden. zu Jesu Dienst zu geben. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! der Erde glänzend Nichts vernur beMel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 248. h weiß, an wen mein Feind soll ihn mir rauben! Als Bür- steht durch alle Ewigkeiten. ger einer bessern Welt, leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit. Lang ist der Tag des Sieges. Ich tämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? Der 112. Psalm. Mel. von Nr. 55. 249. Pre reis, Preis sei Gott! und Glück und Heil und Segen sei dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegen einhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt, und mächtig wird auf Erden der Same derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr lässt ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfüllet ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Luft erheben. 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden! den, deß sich die Armen freuen, und den Getreuen! 5. Beglückt ist, wer Bedrängte 5. Jetzt, da mich dieser Leib be- gern erfreuet; wer seinem Nächsten schwert, ist mir noch nicht erschienen, willig hilft und leihet; gerecht und was jene beßre Welt gewährt, wo wir eifrig, der verfolgten Ärmen sich zu Gott heilig dienen. Dann, wenn mein erbarmen. Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein sein Heil; dort ist mein Antlitz heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 3. O Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du haft dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 4. Herr! lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigteit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur turze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! 6. Heil ihm, daß er sie zu vers treten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! sein Heil ist ewig; wird nie auf Erden vergessen werden. 7. Es mögen Boten des Verderbens kommen, und doch verzaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf Gottes Güte. Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 137 8. Er ist getroft, und seine Seele| Liebe, stärker als der Tod! Herr! und zittert vor keinen Plagen, ruhig, uner- ich, ich sollte mich deiner Huld nicht schüttert; mit Luft wird er an denen, dankbar freuen? dir mein Herz nicht die ihn schmähen, gerächt sich sehen. weihen? 9. Er streuet aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröstet gern die Armen! die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Luft erheben. 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig zürnen, knirschen und vergehen; denn was der Frevler Wünsche sich erkoren, das ist verloren. - 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab ich dich: wie gern will ich, das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelfeit? Du erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. du Gebenedeiter, machst du meinen Geist! der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, 9. Deinen hohen Frieden schmeck und so gern erfreust! niemals wird ich schon hienieden. Und was hoff bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquicung fehlen. ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten Hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getren im Glauben, wer kann sie mir rauben? 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrekken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern: was 251. 251. brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde fie, mein Hort, durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, nie entziehst zu deinem Knechte der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. Mel. Jesu, meine Freude.- 89. Wie 250. ie getroft und heiter, 6. Der du Blut und mich gegeben, daß in ich nicht hülflos bliebe: 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. Mel. von Nr. 42. Menn ich ein gut Ge W wissen habe, so hab ich große Seligkeit; es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud und Leiden gibt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getroft wag ichs, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, Leben hin für der, was ich habe, mir verleiht, und meiner Noth jedem Heil und Segen gibt, der ihn groß ist deine von Grund des Herzens liebt. 138 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 4. In stiller Nacht wein ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Lästrung, Schmach und Hohn; denn des Gewiffens innre Freuden sind süßer, als der Welt ihr Lohn; und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein? 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; fie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getroft, wenn eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Ich eile mit gesetztem Schritte des Lebens letzter Stunde zu; denn der verfallnen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfte Ruh, indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde: mein Heiland gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch fein Blut! er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele! darum sei beslissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Mel. des 4. Psalms. Gott, regiere mich! denn ol was 253. W ie wohl ist, könnt ich ohne dich? Jesu, meiner Seelen! In deiner Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. 252. Pilger bin ich in furz find meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dies tröstet meine Seele. 3. Vor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen; ihr freches Herz bethöret fie, daß sie dein Heil nicht fehen. Einst bebt der Spötter, Herr, vor dir, wenn du als Richter kommſt, und wir frohlockend dich erheben. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die alles übersteiget. 7. Herr! diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit bei mei ner Wallfahrt Schmerzen. Sie fei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache! Liebe find ich Ruh. Nichts läß'f du deinem Freunde fehlen. Will irgend eine Noth mich quälen, so eil ich deinen Armen zu. Mein Herz muß mir bald leichter wer den, erquickt an deiner treuen Brust. Es weichen Sorgen und Beschwerden, den Himmel hab Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 139 mich dich selbst erwählen, du selbst, ich schon auf Erden; hier such mein Gott, vergnügeft mich! zu deinem Wort gib dein Gedeihen, laß mirs des Himmels Vorschmack sein! und find ich Ruh und Lust. weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! 2. Die Welt mag ihre Freundschaft nichts kann, als Sesus, mich erfreuen. preisen, und mir mit lächelndem Ge- O reicher Trost! mein Freund ist mein! ficht, so wie sie kann, viel Guts Mel. des 46. Pfalms. erweisen, fie mag felbst meine Feindin heißen: o Theuerster! das irrt mich nicht. Ich will mich ganz zu 254. B dir gesellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht und Feinde mich zu Boden fällen. Trutz sei den ftärksten Unglückswellen, wenn Jesus mir die Hände reicht! - 3. Droht Moses mit erzürnten Blicken mir großem Sünder Angst und Weh; muß ich bei meines Herzens Tücken mich selbst anklagen, schüchtern blicken: so faß ich, wenn ich dich nur seh, doch Muth; du lösch'st des Zornes Flammen, du hast für mich genug gethan. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil! wer will verdammen? du nimmst dich meiner träftig an! 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg und lehne mich auf dich; fie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Troste mir entgegen, mit deiner Liebe labst du mich. Ja, sollt ich dich nicht gleich verspüren, so wart ich deine Stunde ab; wen du, mit dir zu triumphiren, willst über Sonn und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. 5. Der Tod mag andern schrecklich scheinen, er schwächet doch nicht meiz nen Muth. Am Abend bleibst du bei den Deinen; in jener Nacht verläss'st du teinen, des Zuversicht auf dir beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicherheit. Du rufft, wie sollt ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Jammer scheiden! du rufft zur frohen Ewigkeit! eglückter Stand getreuer Seelen, die Gott, den Höchsten, sich erwählen zu ihrem Zweck, zu ihrem Theil, und suchen nur in Jesu Heil! glückselig, wer aus reiner Liebe und ungefälschtem Glaubenstriebe nach seines treuen Heilands Nath die Welt und sich verläugnet hat. 2. Wer Gott hat, was wird der verlieren? Nichts, Seele, nichts! du wirst verspüren, daß er den Seinen alles ist. Wenn du nur deiner erst vergiff'st, dich ihm mit Leib und Seel ergibest, in seiner Liebe dich nur übest, so ist und wird dir Gott allein Gut, Ehre, Lust und Leben sein. 3. Betrogne Welt! bethörte Sünder, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrügt und eilt dem Schatten nach! wie stürzt ihr euch in Weh und Ach! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betrüget? Ihr tappt im Finstern ohne Licht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht. 6. Wie wohl ist, Jesu! meiner 4. O süße Lust, die der empfindet, Seelen, weil du mich liebst; ich trau der sich im Glauben dem verbindet, auf dich! mich kann Welt, Noth und nur zu dem das Herze lenft, und Tod nicht quälen, du heißest der sich uns selbst zu eigen schenkt! 140 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. Wie leicht wird ihm sein kurzes Lei- als hier, Herr, bleiben wir in Liebe den! er hat den Vorschmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergiffet allen Weltgewinn. ungeschieden. 7. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 5. Laß, Jesu, mich den Vorsatz faffen, die Welt und alles das zu haffen, was mich von dir nur trennen kann! Zeuch mich dir nach auf 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. deiner Bahn! laß deinen Geist mich Einst werd ich dich noch näher sehn, stets regieren, und hier durch Welt du Ursprung wahrer Freuden! an dir und Prüfung führen zum Himmel, wird sich dann ewiglich mein ganzes wo man dein genießt, und du in Herz, Herr! weiden. allem alles bist. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß all. 255. ch freue mich, 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben! mein Gott, in dir. Du bist mein Troſt, und was kann mir in deiner 256. M Liebe fehlen? du, Herr, bist mein, und ich bin dein: was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt. mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. ein treuer Gott! dein gutes Werk, das in mir angefangen, muß ganz allein durch deine Stärk zu seinem Ziel gelangen. Soll ich, bis in den Tod getreu, in deinem Dienste bleiben, und fest bleiben: so stehe du mir bei, im Glauben Frucht 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Chrifto mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint. Wo find ich Deinesgleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. zu treiben. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 2. Herr! wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Lust und Noth, manch guten Vorsatz breche. Ich bin nicht gnug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft aus so viel Stricken? 3. Doch, Vater! 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht, deine Treu und in dir leb ich zufrieden. So dort, Macht, doch, Mittler! dein Ver Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 141 treten, doch, Geist der Gnaden, deine| 3. Der Gott ist unveränderlich, der Wacht, dein Trieb zum Kampf und mich zum Heil ersehen. Er fennct Beten, wird alles, was mir Schaden mich, er liebet mich, wer will sich bringt, ja selbst den weiten Rachen unterstehen, mich zu verderben? feine jenes Drachen, der sonst so viel ver- Hand wird mich und meinen Gnadenschlingt, bei mir zu Schanden machen. stand beständiglich bewahren. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt fich der Herr nicht nehmen. Mein Bater wird sein armes Kind im Hoffen nicht beschämen. Das allerkleinste Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten; er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu helfen trachten. 4. An meiner Statt hat Jesus sich zum Bürgen hingegeben; und nicht umsonst; er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, wer klaget mich nun weiter an? wer kann mich nun verdammen? 5. Den Glauben, den er mir geschenkt, den wird er mächtig stärken. Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. Er wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, leiten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. 5. Mit dem mein Glaube sich verband, mein treuer Seelenretter, mein Jesus ist zur rechten Hand des Vaters mein Vertreter. Shn aber hört Gott allezeit; wie könnt er nach Gerechtigkeit mich denn verderben lassen? 6. Ich bins, auf den sein Auge sieht: follt er mich nicht regieren? 6. Führt er mich selbst in Kampf| Er ist mein Haupt, ich bin sein Glied: und Streit, so wird er mich auch sollt er mich denn verlieren? ich bin schützen, und durch Gebet und Wach- das Schaf, er ist der Hirt, der mich famkeit mich mächtig unterstützen. allmächtig schützen wird: wer will Fall ich, so wird er mich, sein Kind, mich ihm denn rauben? nicht hilflos liegen lassen, noch mich haffen. Ach nein, er kommt geschwind, mich bei der Hand zu fassen. 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er vers dient, die er bereit't: wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir seinen Geist, der Lehrer und auch Beistand heißt, zum Unterpfand gegeben. 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu! kein Tod, fein Schmerz, kein Leiden, nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmeichelei soll uns Verbundne scheiden! Was er zusammen hat gefügt, wird kein Geschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich selig nennen. 8. Und dieser Geist soll ewiglich, sagt Christus, bei mir bleiben. Er stärket und versiegelt mich, nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn genieß ich allbereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. 9. Laß mich doch diesen Geist nur nicht durch Sünd, o Herr, betrüben! gib, daß ich mög bei seinem Licht mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr, bis ich dich dorten lobe! Mel. Es ift gewißlich an der Zeit. 30. 257. Get etroft, mein Herz, und zage nicht! laß allen Kummer fahren! weil mir mein Bundesgott verspricht, daß er mich will bewahren in aller Trübsal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er fann und will mich schützen. 2. Er hat mich schon von Ewigkeit Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. zum Eigenthum erforen; er hat mich der Gnadenzeit durch Wort Geist geboren. Der Gnadenrath, der starke Grund, der ewig feste Friedensbund wird nimmermehr gebrochen. 30 und 258. Ich bin ein Chrift! Gott in - dieser hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und 142 Erster Theil. Kraft mein Herz in dieser Pilgrim- 2 schaft des Lebens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wantet nicht; er ist zu fest gegründet. Er stüket sich voll Zuversicht auf Jesum Christ, und findet bei ihm allzeit Troft, Heil und Ruh; er eignet sein Verdienst sich zu und trotzet Welt und Hölle. Vom Tode der Glaubigen, 1 mir mangelt nichts, und niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo sanfte Wasser fließen, und lässfet mich der stillen Ruh genießen. Wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf die besten Wege. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? was dieses Lebens kurze Frist, Gott, gegen das, was ewig ift? sollt ich nicht muthig kämpfen? 2. Drum, sollt ich gleich in finstern Tiefen wallen, so würde mich kein Grauen doch befallen; du, Höchster, 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht bist mit deinem Stab und Stecken mit allen seinen Schrecken. Gott will mein sichrer Trost vor allen Todes mich aus des Grabes Nacht zum gro- schrecken. Noch mehr, du willst, daß sen Tag erwecken; ich fürchte nicht der Höllen Glut, erkauft durch des Erlöfers Blut zum Eigenthum und Erbe. ich an deinem Tische im Angesicht der Feinde mich erfrische. Der 23. Pfalm. 259. D 3. Sollt ich um Hoffart, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Wolluft oder Sicherheit der Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod; allein die Tugend segnet Gott mit Leben und mit Friede. 3. Du salbst mein Haupt mit dei nem Freudenöle; dein voller Kelch erquicket meine Seele. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Zeit, mir folget deine Gnade. Ich werde stets, Gott wird es mir vers gönnen! in seinem Heiligthume blei er Herr, mein Hirt, behütet mich in Gnaden! ben können. 20) Vom Tode der Glaubigen, und der Auferstehung der Todten. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 67. in meiner letzten Stunde mir Geißt ern will ich mich erge- und Leben sein. 260. Geben, dich zu verlaſſen, Welt! Ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 2. Er ruft zur Zeit der Schmer- 4. Der frohe Siegsgedanke: wo zen uns voll Erbarmen zu: kommt ist dein Stachel, Tod? stärk mich, her, beladne Herzen, zu mir, und daß ich nicht wante in meiner To findet Ruh. Dies Wort aus deinem desnoth. So ist, obgleich ich sterbe, Munde laß, Herr, mich zu erfreun, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin - und der Auferstehung der Tobten. 82. des Himmels Erbe; dein Wort sagt, Mel. Alle Menschen müssen sterben. daß ichs bin. och bin ich dein Gast, 262. mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Böses oder Guts zu wählen. Doch werd ich viel Sahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele! der du die Liebe bist. 2. Herr, du weißt's! Du hast die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre 261. noch als auf Freuden, ihre Plage sah dein Auge, Erden mich ließ'st einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. Mel. von Nr. 86. ein sind wir, Gott, in Hand steht unsre Zeit. Du haft der ganzen Menschenschar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 2. Wenn nun auch unser Ende kömmt, und deine Hand das Leben hemmt, dann hilf uns in der Todes noth, Herr, unser Gott! ein fanster Schlaf werd uns der Tod. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf in deine ewge Ruh uns auf. Verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht! 4. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz, so stärke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzenswuth, mit starkem Muth in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gib Hoffnung zu der ewgen Ruh! in unsern Herzen wirke du, Geist Gottes, daß wir glaubend traun, und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geist des Herrn! Zeig uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad ergehe dann für Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade sein? 143 8. O sei uns dann nicht fürchterlich! erbarme, Vater, unser dich! Wenn unser Ange sterbend bricht, Leit uns dein Licht! so fehlt uns Trost im Tode nicht. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, wird mein reger Leib zu Staub, und das Feur, das in mir lodert, wird des falten Todes Raub. So, wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab; verwandle ihn in Erd. Dennoch triumphirt mein Glaube, denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer der Vermodrung schnöder Raub. Neu beseelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! rufst du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird alsdann mein Körper sein. Zu den himmlischen Geschäften schmückst du ihn mit neuen Kräften; und von Schwäch und Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. den jenen Nuf: das Grab ist da! 6. Hör, o Seele, einst mit Frendenn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah. Der, der deinen Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärkemich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. Erster Theil. Vom 144 Tode der Glaubigen, Mel. Jefus, meine Zuversicht.- 47. 263. der Fluch der Sünde nieder. Doch ( elig, Gott, sind die, du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; die nun schon im mein Herz stärkt sich in dir, glaubt friedenvollen Grabe von des Lebens und erhebt sich wieder. Jesus ChriArbeit ruhn, und sich deiner größten stus, laß mich streben, dir zu leben, Gabe, eines ewgen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon sein! dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. 2. Doch du willsts, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 3. Jesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd erlitten. Laßt uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. --4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kann, unser ewges Schicksal an. 5. Gib uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nützen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wollest du uns unterstüßen, daß wir frendig auf dich sehn, und getrost zam Tade gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken! flößß uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode froh zu sein. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unfre Todesnacht riefst du einst: es ist vollbracht! 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun in jenem bessern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen, dich Erlösten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! - 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, fo sei mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mit, Herr, dir ganz mein Leben zu erge ben, daß ich droben dich unendlich könne loben. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 264. Wie wird mir dann, mein ich dich erhöhen! Heiland, sein, wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir 6. Wie wird mir dann, mein Hei land, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Frenden offen stehen. Ewig will Fren dich innig! stärke, tröfte dich, Erlöfte, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, Mel. bes 103. Psalms. werde? bu, ganz befreit von Sünde und von 265. Mie komm ich doch mein Heil, zu dir hinüber? Du bist mir ja, mein höchstes Gut! und der Auferstehung der Todten. viel lieber, als diese Welt, woher kommt denn die Qual, daß mich des Tods Erinnerung erschrecket? 266. B egrabt den Leib in Wie kommts, daß dem, den deine Huld bedecket, doch grauet vor seine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! wir säen ihn; einst dem finstern Todesthal? blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Mit Dank muß ich von deiner Güte sagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, und meine Seel mit vielem Trost erquickt; ich weiß, 2. Aus Staube schuf ihn einst der wie manche Noth mir kam zu Han- Herr; er war schon Staub, und wirds den, doch weiß ich auch, wie du mir nur mehr; er liegt, er schläft, verbeigestanden, daß mich die Last der west, erwacht dereinst aus dieser ToTrübsal nicht erdrückt. desnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch sei nen Sohn erlöset hat. 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jordan brechen, und durch den Tod in Canan gehen soll. Ach, führe mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiß mich aus Sturm und Wetter, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvoll. 145 gib mir hier die Lebensfrucht zu schmecken, damit ich kann in deiner Liebe ruhn. 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüst, und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todesfinsterniß! geh auf, o Sonn, mit deiner Kraft heilen, laß deinen Trost die finstre Wolf vertheilen, und mache mich doch deiner Huld gewiß. zu 5. Du bist mein Fels; die Wunden sind die Höhlen, dahin ich flieh, was kann ich sonst erwählen, wenn mir der Tod das matte Herz zerbricht? Muß ich allhier im finstern Thale wandern, treibt Todesnoth von einem Ort zum andern, so komm ich doch aus deinen Wunden nicht. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt: nun wird er, Gott, von dir erquickt; hier wandelt er im finstern Thal: nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab: nun wischt Gott seine Thränen ab; was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! wir gehn nach unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud und Zittern uns bereit. 7. Ach, Jesu Chrift, dein bittrer Tod stärk uns in unsrer letzten Noth! laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende sein. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 6. bists, der aus dem Zoo erhebet, du hilfest dem, der nur 267. freue mich der Tod ch an dir fest klebet; ich bins, ich hoff, du wirst es ferner thun. Zum Leben wirst du mich hiernach erwecken, o frohen Zeit, da ich werd aufer 10 146 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, - stehen. Dann werd ich in der Herrlichkeit, dich, Gott, mein Heiland, sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, ins Reich verklärter Frommen als Mitglied 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. O, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigfeiten mich würdig zu bereiten. aufgenommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann, Troft, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben. 6. Denn, wo du bist, da sollen 3. Der du die Auferstehung bist, die, die dir hier folgen, leben, und du bists, an den ich gläube! Schewig frei von Schmerz und Mülh, von Seligkeit umgeben, genießen dei weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. ner Herrlichkeit. O, was sind Leiden Und dein Gericht wird mich dann nicht mit dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? Trübfal, Angst und Schrecken, so, mir stets vor Augen schweben, und 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit wie die Heuchler, decken. mich in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterb lichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, ogroßer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben auf zuwachen. Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein, und ihm will ich auch sterben. 4. Wie froh und herrlich werd ia, dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an; läss'st in dein Reich mich gehen. Fort hin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O, welch ein selges Theil ist mir auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmel reich unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. Mel. Allein Gott in der Höh- 15. 268. Mein Heiland lebt! Er damit des 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schanen. Das ists, was mich zufrieden stellt, felbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getrost und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb, und ihr sollt leben. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbst mein Herz: es kommnt ein Leben. Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. ein 269. Me mein Geist erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ewgen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet hast: wie leicht dünft mir dann alle Last, die mich hienie den drücket! Dann wird der Eitel keiten Tand in meinen Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Anblick jenes ewgen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und der Auferstehung der Todten. 147 und Gott, mein Herr und Gott! dies Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. Heil verdank ich deinem 2. Wenn einst auf deinen Wint 270. Jus, meine Zuversicht Heiland, if im Leben! dieses weiß ich, sollt ich nicht auch zu sterben, mich ergeben? mas die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht! 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeinde Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stärk ihn aus der Höhe; daß ich, durch deinen mächtgen Stab beschützt, ins Todesthal hinab getroft und freudig gehe. Die Klarheit jener beffern Welt schaff, wenn mich Dunkelheit befällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er hält mich bei meiner Hand in den dunkeln Todesstunden, er führt mich auf rechter Bahn und nimmt mich 3. Und wenn mein Geist aus Schüchternheit sich dennoch vor dem Tode scheut, weil ihn die Sünden fränken; dann laß mich, Herr, auf deinen Tod die Hoffnung baun, es zu Ehren an. werde Gott der Sünden nicht ge- 4. Fleisch bin ich, und muß daher denken. Der Trost, den du auch mir auch einmal zu Staube werden. erwarbst, als du zum Heil der Sün- Dieses weiß ich; doch wird er mich der starbst, und fühltest, wie dich erwecken aus der Erden, daß ich in Gott verließ, der mache mir das der Herrlichkeit bei ihm sei in EwigSterben süß. O Jesu Christ, mein teit. Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. 5. Dann umgibt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd ich sehen, mein Erlöser, dich. 6. Ob dies Aug im Tode bricht, wirds doch meinen Retter kennen. Ich, ich selbst, tein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferſtehen. 3u verwesen, sink ich ein; dann werd ich unsterblich sein. Er 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Nuh mein thränenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. lebet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn. Mein Geift und mein verklärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Tod. 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Troft, wenn einst das Weltgericht die Engel auspofaunen. Vor deinem Thron werd ich dann stehn, 8. Freudig bin ich und getroft! dann dich, Richter aller Völker, sehn, dich steigt mein Versöhner nieder. Wann sehn und froh erstaunen. Auch mir ich sterb, ist er mein Troft, und den schenkst du dann jenes Heil, der Aus- Todten ruft er wieder, wenn einst erwählten selges Theil. Ich soll, die Posaune klingt, die durch alle dein Mund schwur es mir zu, ich Gräber dringt. foll lebendig sein, wie du. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stärk diesen Glauben einst im Tod. 9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jefum Chriftum, werd ich schauen! Dann 10* Erster Theil. Vom Tode der Glaubigen 2c. 148 wird Leben, Sieg und Heil ewig, ewig sein mein Theil. 10. Nur daß du dich, Seel, erhebft von den Lüsten dieser Erden, und schon hier dem Gotte lebft, mit dem du vereint sollst werden! Willst du seines Heils dich freun; mußt du Seele, heilig sein! - Mel. Wachet auf! ruft uns die.- 171. 272. Machet auf! so ruft die Stimme einst nach err! du bist meine Zu- der Zeit, der Engel Stimme, vers versicht. Du lebst, ich großer Tag ist da! werd auch leben. Du wirst mir, was laßt das Grab, verlaßt die Gruft! dein Wort verspricht, Unsterblichkeit wachet auf, erlöfte Sünder! vereinft geben. Dein Jünger kommt fammelt euch, ihr Gotteskinder! der Welten Herr ists, der euch ruft. nicht ins Gericht: dies stärket meine Des Todes stille Nacht ist nun vor Zuversicht. bei! erwacht! Halleluja! macht euch 2. Hier geh ich oftmals weinend bereit zur Ewigkeit! sein Tag, sein hin, den Samen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Ernte 2. Erd und Meer und Hölle beben, mich erfreuen. Ich leide, und verzage nicht, denn du bist meine Zuversicht. die Frommen stehen auf zum Leben, 3. Hier trag ich deine sanfte Laft. zum neuen Leben stehn sie auf; ihr Wie groß ist meine Würde! jedoch Versöhner kommt voll Klarheit, vor die Welt, die sie nicht faßt, nennts ihm ist Gnade, Treu und Wahrheit; fälschlich schwere Bürde. Einst trifft der Tugend Lohn frönt ihren Lauf. den Spötter dein Gericht, und dann Licht ist um deinen Thron und Leben, stegt meine Zuversicht. Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, 4. Sint immerhin, mein Leib, indir, dir folgen wir zu deines Vaters Staub! Gott wird dich neu beleben. Herrlichkeit. Hier werd ich nur des Todes Raub, dort werd ich ewig leben. Wie start ist dieses Trosts Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. 5. Herr, diesen Segen dank ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, giengst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. Mel. Machs mit mir, Gott, nach.- 26. 271. Herr! 273. M 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Troft empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Grab und Tod kann überwinden. Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. Mel. des 84. Psalms. 21) Vom ewigen Leben. 3. Ewges Lob sei dir gefungen! wir sind zum Leben durchgedrungen, am Ziel sind wir, beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge sahe sie, dem Ohr erscholl ste nie, diese Wonne; in Ewigkeit sei dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr und Preis. ein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland! ich finde keine Nuh auf Erden; ich suche die zukünftge Stadt, die Gott selbst feft begründet hat, da werd ich Erster Theil. - Vom ewigen Leben. erst recht glücklich werden! mein Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin. Dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit! Herr, mache mich dazu bereit! erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte als ein wahrer Chrift. 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an; es ist nicht leicht, sie zu bestreiten. Der Weg ist schmal, der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets sucht die Welt mich zu verleiten; ich muß durch dürre Wüsten gehn, und kann oft feinen Ausweg fehn. Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft angenommen, laß mich auf der Verlängnung Pfad, den mir dein Fuß ge zeichnet hat, dem Ziele täglich näher kommen. Gib, daß ich standhaft streite hier und ewig herrsche dann mit dir. Mel. des 16. Psalms. 6. Verleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall ich noch oft, so hilf mir auf, daß ich vollende meinen Lauf. Laß in der Noth mich feste stehen, getroft auf deine Hülfe traun: so werd ich einst das Leben schaun! 149 274. uf, träger Geift! laß das, was sichtbar ist, nicht länger dich als angefesselt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde 4. Oft seh ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet; der Trübsal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geift find't 3. Israels Arzt! vertreibe durch die nirgends Ruh; doch weicht die Nacht, Macht, die so viel Blinden das Gesicht die mich umhüllet, betracht ich nur gegeben, in mir der Seelen finftre der Treue Lohn und jener Ueberwin- Blindheitsnacht. Die Augen werd ich der Kron. dann zu dir erheben, um so mit aufge decktem Angesichte dein ewges Licht 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu zu sehn in deinem Lichte. brennend wird vergehen, in Ewigfeit wird dauern und bestehen. 2. Ja, hast du nicht im Glauben schon gesehn, daß, was dein Herz wahrhaftig fann ergößen, nur droben sei? ist nicht der Schluß geschehn, du wolltest Jesum über alles schätzen, du wolltest dich und Alles gern drum geben, möchtst du in ihm, möcht er in dir nur leben? digkeit, die mich verhindert, flüglich 4. Schenk Augensalbe für die Blözu vergleichen des Himmels Schäßze mit dem Dampf der Zeit; laß nie das Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theuerm Blut haft wollen kaufen, für alle, die in Lebensschranten laufen. 5. O selges Volk! das du aus freier Gnad zum Licht berufen, und Jehovah kennet; das Augen, um zu sehn, empfangen hat, das in verborgner Herzens- Andacht brennet, um über Sonn und Sterne sich zu schwingen, und bis ins innerst Heiligthum zu dringen. 150 Erster Theil. Vom ewigen Leben. 6. Erwünschter Tag! der diese 7. Ich entbrenne vor Verlangen, Scheidewand, den Sündenleib, der dies verheißne Land zu sehn, jene meine Freiheit störet, zerbrechen wird! o lang gehoffter Stand! wenn ich, mein Heiland, dich nun selbst vertäret in Klarheit seh! o, dich will ich dort oben mit reinem Geist und reinem Munde loben. ― - Krone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, fic verstäube, ich, ich weiß, an wen ich gläube. Mir ist Sterben ein Gewinu, denn zum Vater geh ich hin. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. enschen ists gesetzt, zu 275. Me sterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Welcher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. werde, wird er einst von Gott erneut, 276. Es ist noch eine Ruh und zieht an vorhanden für jeden Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. Unsterblichkeit. 2. Wollt ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? seinem Reiche zuzueilen, laß ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden, auch in meiner letzten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freun. Sa, mir folls durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinem Heiland, ihn zu sehn! 8. Welche Tröstung, das zu wissen! dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kom men, wie selig sind doch alle die! in deinen Himmel aufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Laft, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlösten, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, Jesus Chrift! 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt, mit frohem Lobgefang, selbst für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank; nun jauchzen fie: es ist vollbracht! der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Alle, die ihm nachgewandelt, fehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und 5. Wie Gott von seinen Werken in Wonne jedes Leid; weihen ihm ruhte, als er die Welt hervorgebracht, die neuen Lieder, werfen ihre Kronen so sehn auch mit zufriednem Muthe, nieder vor dem Herrn und opfern vom Herren selbst gerecht Dank ihr unendlich Leben lang. die Frommen, bei dem ewgen Glück, gemacht, auf ihr vollend'tes Werk zurück. 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, Schmerz und keine Schwachheit Heil gewähreft du. Freudenernten mehr. Gott führt sie zu vollkommen schenkt er denen, die erst hier gesät Freuden und krönet sie mit Preis und 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh, was fein Sterblicher vernommen, Gottes fein mit Thränen. Alle Thränen trocknet Ehr. Ounaussprechlich süße Ruh, er, Sünd und Elend find nicht mehr. wie herrlich, Höchster, jegnest du! Erster Theil.- Vom ewigen Leben. 151 5. Vor seinem Antlitz wandeln fie auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust, und ihre tausendfache Luft kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinführo nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, selbst mit Engeln, Freundschaft pflegen: D, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, wird entzü t, wenn so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 7. Wer kann hier deine Gnade faffen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh las fen, die dieses Leben noch umgibt. O mache mich doch in der Zeit geschickt zu dieser Seligkeit. 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gib, daß ia Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! so ernt ich von der Last der Zeit einst völlige Zufriedenheit. Mel. Wie schön leuchtet der. 35. 277. Mein ganzer G, Gott, 1 er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt auch mir bereit't, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach stre ben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellt uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort mur ist vollkommnes Leben. Mel. von Nr. 234. 3. Kein Tod ist da mehr und kein 278. Nach einer Priifung turGrab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. zer Tage führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird fie ganz befungen. Völlig gibt sich den Erlösten, fie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkommEr bleibt ein Mensch, nes Glück. und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen 152 Erster Theil. Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald finkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. wo öfters leidet, das Lafter öfters glücklich ist; wo und den Bekiimmerten vergißt; hier kann 279. Dieſes Leben nicht für Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. mir, der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. den Augenblick der Zeit; nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort, Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Richtschnur meiner Pflicht; der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 3. Du schmücktest durch dein mächtig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und goffest über diese Erde die Wunder aller Schön heit aus, und schusst mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 4. Und dennoch läsfest du mich wiffen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht; ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wollust, Ehr und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt; was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wollteft sehn, ob ich dir tren, in der Gemeinschaft jenes Lebens mit dir zu wohnen würdig ſei? Ob ich vom Land des Eiteln leer, einst höhrer Freuden fähig wär? 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel baun, und daß ich hier geheiligt werde, soll ich aufs Unsichtbare schaun, dem Reiz der Lüfte widerstehn, und stets auf deinen Wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu sein, und diese kurzen Prüfungstage eit, Gott und der Tugend blos zu weihn, - Vom ewigen Leben. die an uns offenbart foll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe, werd ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr, dein heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schichung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig fingen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß und ihn zu Millionen Malen noch fegnen, daß er mir ihn wies. find ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. Da 11. Da rust, o möchtest du es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrl Erster Theil. wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. - 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefeffelt hält, und, o welch glänzender Gewinn, hier Sieger, dort gekrönet bin! Vom ewigen Leben. 153 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Luft wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns ftarb. 10. Gott, gib deines Geistes 5. Da wird deiner Frommen Menge Stärke, der du in Schwachen mäch- ein Herz, eine Seele sein, Dienst tig bist, dem, der zu diesem großen und Dank und Lobgesänge dir, erWerke zu klein, zu schwach, zu sinn- habner Gott! zu weihn, dir und lich ist; lehr mich das Irdische ver- dem, der selbst sein Leben willig für schmähn, und stets nach meinem Ziele uns hingegeben. Mit ihm, unserm fehn. größßten Freund, sind wir ewig dann vereint. 11. Laß mich oft in gesunden Tagen mein Grab mir in Gedanken baun, und bei des Lebens Freud und Plagen auf dich und auf das Künftge schaun; damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig sei. - 82. mel. Alle Menschen müssen sterben. 280. wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel sein! da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet haft, noch in keines Herz gekommen. Wel cher Mensch auf Erden faßt deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Anbruch jener Zeiten werden alle, die dir traun, noch mehr, als sie hofften, schaun. 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach viel vergoßnen Thränen ewge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ifts doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen. Dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hocherfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu komTrachte, weil du hier noch men. bist, nur nach dem, was droben ist. 3. Neue Wunder deiner Gitte wer- 9. Ohne Heiligung wird keiner, den da ihr Glück erhöhn. Mit erstau- Herr, in deinen Himmel gehn. D, so nendem Gemüthe wird dann unser mache immer reiner hier mein Herz, Auge sehn, deine Huld sei über- dich einst zu sehn! hilf du selber metschwenglich, und die Wohlfahrt unner Seele, daß sie nicht den Weg vergänglich, die dem, der dich redlich verfehle, der mich sicher dahin bringt, liebt, deine Baterhand dort gibt. wo man ewig dir lobsingt. 154 Zweiter Theil. Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung. Sünden, so werd ich weiß wie Schnee und Wolle sein. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, im innern Grunde hören; es miffe deiner großen Huld, nun kein Schrecken, Furcht und Leid der Seelen Ruh und Wonne nicht mehr stören. und tilge durch dein göttliches Erbarmen die Sünden eines tiefgebeugten Armen; wie schwer sind sie! ach tilge 5. Sich meine Sünd, o Herr, meine Schuld! Gott, wasche mich von nicht weiter an! Ach, streiche sie ganz meiner Missethat, und reinge mich vom aus in deinem Buche, und züchtige Unflath meiner Sünden, du siehst, wie mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, sehr er mich beflecket hat, ach, laß als es dein Knecht ertragen kann. mich Reinigung und Gnade finden. Schaff aber auch ein reines Herz in Ich fühle, Herr, mit Scham, mir! gib mir den neuen Geist, der mit Ren und Weh die Missethat dich erwählet, und mach ihn fest, und ihre ganze Größe; denn, ach, dein Geist hält meine Schand und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh und steh; an dir allein, o Gott, vergriff ich mich, du sahest es, und solltest du es rächen, so müßte man, so müßt ich selber dich ganz frei und los von allem Unrecht sprechen. 2. damit dein Knecht vor dir nie wie derum der rechten Bahn verfehlet. 6. Verwirf mich doch von deinem Antlitz nicht! entreiß mir nicht das Siegel deiner Gnade, den heilgen Geist! laß ihn auf deinem Pfade mich leiten, nie verlösche mir sein Licht! erweck in meinem Herzen Fröhlichkeit durch deine Hülfe, gib den Geist der Freuden, der unterstütz und mache mich bereit, was dir mißfällt, mit allem Ernst zu meiden. 3. Von Jugend auf bin ich durchaus verderbt; mir war bereits, ich unwissend lebte und annoch kaum in Mutterleibe webte, der Sünden Gift und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Reinigkeit; ach, gib fie, laß in meinen Finsternissen das Licht mich sehn, das sie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Verborgnen wissen! 4. Ich bin Aussätzgen gleich, ein Gräul, unrein! Laß des Versöhnbluts Kraft mich, Herr, empfinden! ver7. Alsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, bekehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Ach siehe, wie mich meine Sünde drückt! doch wirst du sie, mein Heiland, mir vergeben, so werd ich ganz durch deine Huld beglückt, dein Recht und zeih und wasche mich von meinen Heil vor aller Welt erheben. Der 51. Psalm. Mel. von Nr. 84. 281. Sei gnädig, Herr, nach Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 155 8. Eröffne meine Lippen, daß ich derlich. Dein will ich ewig sein. D kann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Gott, erhöre mich. Dank erheben! dir wollt ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Luft daran. Ein Herz, zermalt durch Reue, und ein Geist, zerknirscht durch Kummer über seine 283. G Sünden, und der mit Macht sich eitler Luft entreißt, sind Opfer, die dein gnädig Auge finden. 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl! sei ihm geneigt, und baue Salems Mauern! den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache sie stets deines Segens voll. Erhalte deine Kirche selber rein; laß deinen Geist sie immerhin beleben. Laß, Heiligster, uns vor dir heilig sein, und alles dich mit frohem Muth erheben! - rhebt, erhebet Gottes Ruhm! frohlockt in seinem Heiligthum mit allgemeinem Jubeltone! befinge du, erwählte Schar, wie herrlich und wie offenbar sein Schutz und Segen bei Aus dem 143. Pfalm. uns wohne. Mel. O Gott, du frommer Gott. höre 2. Nur 282. Herbeiner Wahrheit Kraft, der alle Majestäten schafft, und über alle Götter fizet. Er ists, der alles sieht und trägt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stützet. - 8. 1 willen! du bist an Gnade reich und wirst mein Seufzen stillen. Ach, gehe ins Gericht doch nicht mit deinem Knecht! vor dir, o Herr, ist ja tein Sterblicher gerecht. 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind ich sie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, mir wahren Trost gewährt? 3. Zu dir, o treuer Gott, erheb ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bei dir! o, daß ich Hülfe fände! für Recht laß Gnad ergehn! ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig mir den rechten Weg; denn nach dir sehn ich mich. Der 95. Psalm. 4. Ich will, o stärke mich! ich will die Sünde haffen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan. Führ mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers Willen. Laß seines Opfers Trost auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unverän3. Das weite Meer und trockne Land find Werke seiner Allmachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seid, und danket voller Brünstigkeit dem großen Schöpfer auf den Knieen! 4. Denn er ist unser Gott und Heil, wir sein erkauftes Volk und Theil, und Schafe seiner Weid und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme hört, wenn sie euch heute lockt und lehrt: so seid doch nicht verstockt und träge! 5. O merkt, was sein Erbarmen spricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Bäter in der Wüsten. Sie schauten, was mein Arm vollbracht, versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüsten. 6. Ihr rohes Herz blieb doch verrucht, und war mit ihnen meine Zucht wohl vierzig Jahr umsonst be 156 Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. mühet. So fahrt denn, sprach ich, und vor deinem Heiland flieheft, desto mur dahin in euerm blind' und tollen mehr wächst dein Gericht. D, wie Sinn, weil ihr doch meine Wege fliehet! wohl ist dem gerathen, der selbst richtet seine Thaten! 7. War sonsten meine Langmuth groß, so brach mein Zorn doch endfich los, weil sie sich nicht bekehren wollten. Da schwur ich einen theuern Eid: daß sie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen sollten. 5. Drum ergib dich seiner Güte mit demüthigstem Gemüthe. Christus nimmt die Sünder an; ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Gei fter und erwähl die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden. 6. Komm, bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurücke treiben, wenn dich lockt die arge Welt! bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohlgefällt. Der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis ans Ende. Mel. Liebster Jesu, Troft der Herzen. 284. uf, o Sünder! laß dich lehren, komm, den großen Gott zu hören, säume keinen Augenblick! komm bald, an dem 7. Willst du nur am Hören hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, durch den Geist, der alles schafft. Ruf azzu dem, der ihn will geben, daß du fönnest christlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint dir die Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne. 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Jeju! gib mir deinen Sinn! pflanz in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin; daß ich dieser Frucht genieße, wenn ich meinen Lauf beschließe. frühen Morgen, komm nur ohne Furcht und Sorgen, halte dich nicht selbst zurück! Gott hat lauter Heil und Segen dir, dem Sünder, P vorzulegen. 2. O, das wäre großer Schade, so du wartest, bis die Gnade, als die Mel. Freu dich sehr, o meine.- 29. 1 bieses Lebens, hör die Warnung nicht vergebens, da dir noch zu rathen steht! komm, weil du sie heut noch hörest, daß du die Gefahr nicht mehrest. 3. Scheu dich nicht, wenns andre merken; Gott ist's, der nach deinen Werken, nicht nach andrer Urtheil fragt. Lerne, will man dich verleiten, alle Menschenfurcht bestreiten; sei getroft und unverzagt! sich der bösen Welt entfernen, heißt, die wahre Weisheit lernen. 285. chaffet, schaffet, Men schenkinder, schaffet eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit; unver weilt bekehret euch! ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, selig dort zu werden. 2. Doch soll dieses recht geschehen, o, so müßzt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan widerstehen. Nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 4. Schrecket dich die Macht der Sünden? Ei, du kannst noch Gnade 3. Selig, wer im Glauben lämfinden; er, dein Gott, verstößt dich pfet, selig, wer im Kampf besteht, nicht. Doch je länger du verziehest, wer des Fleisches Lüfte dämpfet und Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 157 - den Reiz der Welt verschmäht! unter Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel 286. Gott! hilf mir, daß ich will ererben, muß erst seinen Sün- noch deine Stimme lockt. Bewahre den sterben. mich vor falscher Ruhe, dabei das Buße thue, weil mich 4. Werdet ihr nicht standhaft rin- Herz sich leicht verstockt, wenn du gen, sondern träg und lässig sein, selbst das Gewissen rührst, und zum eure Neigung zu bezwingen: wie kann Gefühl der Sünden führst. euch der Sieg erfreun? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg! mur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt des Himmels Krone. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme 5. Sich voll Leichtsinn stets zer- hört, und redlich sich zu dir bekehrt. Den rettest du von dem Verderstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf des Glauben; nimmst seine Buße gnädig an; bens scheuen, ist der Welt, nicht Chrifti Geist. Wer ihn wünscht zu haben, kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in ficherm Stolze leben, und den Lüften sich ergeben. 3. machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld, er tilget meine Sündenschuld. 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßzrung reicht? Bom Troste leer, muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft gering sie schätzt. - 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen, heißet nach dem Himmel ringen. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sei! damit mich ja nicht die Verstoffung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sündendienste zugebracht, zu deinem Zorngefäße macht. 7. Drum entreißet euch den Lüften, die ihr noch gefeffelt seid, und beweifet euch als Christen, muthig, standhaft in dem Streit. Schont der lieb- 6. Sich bessern, ist der Weg zum sten Neigung nicht, wär es auch die schwerste Pflicht; und denkt oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte. Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist den Sündenelend sich entreißt. 8. Zittern will ich vor der Sünde, 7. Verleihe mir dazu die Gnade, und dabei auf Sesum sehn, daß ich die uns vom Sündendienst befreit, seinen Beistand finde, in der Gnade und leite mich selbst auf dem Pfade zu bestehn. Ja, mein Heiland, ach! der christlichen Rechtschaffenheit! wie geh nicht mit mir Armen ins Gericht! selig bin ich dann schon hier! wie gib mir deines Geistes Waffen, meine glücklich einst, mein Gott, bei dir! Seligkeit zu schaffen. Mel. Zeuch mich, zeuch mich.- - 9. Gib mir Wollen und Vollbrin81. gen, Muth und Kräfte zu dem Streit, 287. Dir atlein hab ich gefüüne bezwingen, digt, dem und verleih Beständigkeit. Zeige mir ich Gnade such! ein gerecht Gesetz von deinem Chron den verheißnen verkündigt jedem Uebertreter Fluch. Gnadenlohn, daß ich wache, bete, Und was kann vor seinem Schrecken, ringe, und also zum Himmel dringe. Richter aller Welt, mich decken? 158 3weiter Theil.-- Von der Buße und Bekehrung. 2. Kann ich deinem Arm entfliehen?| manchen schweren Sorgen machteft Du bist allenthalben nah. Flöh ich, du mein Herze frei! was mir nütte, dir mich zu entziehen, himmelan: so gabst du mir. Aber ach, wie dankt bist du da. Stürzt ich in die Tiefe ich dir? O, wie hab ich so vermessen nieder, deine Rechte hält mich wieder. deines Wohlthuns Zweck vergessen! 3. Herr, ich flich in deine Hände! außer dir ist keine Ruh. Dein Erbarmen hat kein Ende; wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott und fannst vergeben; ach, vergib und laß mich leben! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Deine Güte Seele mich bemühn. lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach! an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Bater! zürne nicht! dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. Ach vergib, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündepfade schnell zurück durch deine Gnade! 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Laft ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, deine Langmuth müde wär: müßt ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zerflöß mein Herz in Zähren, fänd ich darum doch nicht Ruh. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, verföhnen? 6. Dir ergeb ich mich aufs neue! gib, daß mein beschwerter Geist dei ner Baterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er fiir die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folg sam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei! mache du mich selbst recht tren, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. 29. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. öchster! denk ich an die 284. 288. Site, die du mir bis- 289. Niebster Sefu, ilter ban Mel. Liebster Jesu, Troft der. Troft der her erzeigt: o, so wird mein ganz Herzen! Gemüthe zu der tiefsten Scham ge- ger Sündenschmerzen! einzig wahres beugt, daß ich dich gering geschätzt, heil der Welt! wenn ich bei mir dein Gebot hintangesetzt, und dich, überschlage, was für Sündenschuld der du mich geliebet, mit Vergehun- ich trage, die des Höchsten Buch ent gen betrübet. hält: ach! so kann ich nicht ersehen, wie ich fünftig soll bestehen. 2. Alle meine Seelenträfte, meine Glieder find ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. D, wie hab ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft millig finden. 2. Von Geburt bin ich ein Sün der, und nach meinem Thun nicht minder; meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild, hab ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren, und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu, is 3. Deine Huld war jeden Morgen fiber mir, o Vater, neu. Von wie lauter Sünde. 6. Gottverföhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut und dein Tod erlöst mich Armen, heilet mich und gibt mir Muth. Dein Verdienst ists, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden; schaff ein ceines Herz in mir! la bei dir mich Ruhe finden; zich mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben! - Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 159 muß ich auch hier viel büßen. 3. Herr, wohin soll ich mich wen- so fahr hier fort, nur schone dort, ben? Was kann meinen Jammer enden? In mir find ich nichts, als Noth; teinen Trost im Weltgetüm mel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dünkt, daß selbst die Erde über mir zum Kläger werde. 4. Ach! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, komme mir zu statt! sei mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater; tilge meine Missethat! wolltest du für Menschen dulden, ach, so tilg auch meine Schulden! 5. 3war ich muß vor Gott gestehen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünder Lohn. Aber, Herr, ich komme wieder, fall in tiefster Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn; bitte, seufze, fleh mit Thränen: Bater, ach, laß dich versöhnen! 6. Ist im Himmel größre Freude, wenn ein Sünder kehrt mit leide wieder zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wenn ich komme, mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forthin be-- Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. streben, beſſer, als bisher, zu leben. 291. Herr Jefu Chrift, du höch7. Weg, ihr Gut, du weg, o Welt, mit deiner Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn ihn war ich ganz verloren, durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb ich für und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. quell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und beden; da das Gesetz, das mich verflagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Laft; nimm sie von meinem Herzen, du, der du mich versöhnet haft am Kreuz mit Angst und Schmerzen, damit ich nicht mit Leid und Weh in meinem Elend untergeh und ewiglich verzage. 3. Ja, Herr, wenn mein erweckter Sinn an mein Betragen denket, so sink ich fast vor Angst dahin; die Sünde drückt und kränket und schrecket mich. In dieser Pein würd ich gewiß verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 3. Zu dir fleh ich, verstoß nicht mich, der ichs so sehr verdienet. Ach geh doch nicht, Gott, ins Gericht! dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Weil aber dies dein Wort mir sagt: auch, Sünder du sollst leben, wer weinend seine Schuld beklagt, 4. Solls ja so sein, daß Straf dem will ich sie vergeben; ja, meil und Pein auf Sünde folgen müssen: du alle Huld verheiß'st dem, der sich Mel. Ach Gott und Herr. 10. 290. Ash fch Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? 5. Vergiß die Schuld! Gib mir Geduld, und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir, mies dünket dir: du stärkst mich, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 7. Das thust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen! durch Christi Tod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 8. Herr Jesu Christ, mein Zuflucht ist das Kreuz, an dem du starbest, und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. 9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd ich dort, bei dir, mein Hort, ererben ewge Freuden. 10. Gott Ehr und Ruhm! sein Eigenthum bleib ich in Sesu Namen. Sch zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig. Amen. - 2. Flöh ich gleich weit vor Bangigkeit hin an des Erdreichs Enden, der Angst und Pein befreit zu sein: würd ich sie doch nicht wenden. - 160 3weiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. mit zerknirschtem Geist im Glauben dich von Jugend auf gekränkt: fo zu dir nahet: kann es sich nicht rathen. Ich fündigte voll Unverstand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt ich allzuwohl; wie blind und toll macht ich das Maaß der Sünden voll! 5. So komm ich, Herr, denn auch zu dir in meiner Noth mit Thränen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! vergib mir, Herr, genädiglich, was ich, ich Frebler, wider dich von Jugend auf begangen. 3. Trieb mich die Zucht zum Gu ten an, hab ichs doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, 6. Ach Herr! erbarm dich meiner zum Schein es zu erfüllen. So gieng doch um deines Namens willen. ich hin, so wuchs ich auf; so nahm ich Mich ängstigt mein Gewissen noch, in dem Lebenslauf an Alter, nicht du fannst sein Zagen stillen. Laß an Gnade zu; die Seelenruh vermich, von allen Sünden rein, nun schwand; dies alles sahest du. gänzlich dir ergeben sein, in findlichem Gehorsam. 7. Dein freudger Geist stärt mich im Fleiß! heil mich durch deine Wunden! mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen letzten Stunden, und führe mich, wenn dirs gefällt, mein Heiland, selig aus der Welt, zu jenen Auserwählten. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 292. - 308. ch schäme mich vor deinem Thron, o Prüfer aller Her- zen! verschone doch, o Gottessohn! ich bin voll Sündenschmerzen. Erbarme dich und nimm mich an; du bists allein, der helfen kann. Geh ja nicht mit mir ins Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor 4. Mit Trug und Lügen dedte ich des Herzens böse Tücke. Kein ernstlich Dräuen schreckte mich; es zog mich nichts zurücke. Mein Tichten, Herr, verführte mich; in deinem Worte hörte ich dich, und achtete jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf war ganz verderbt von Jugend auf. 5. Die Schuld ward mit den Jahren groß, brach aus zu wildem We sen; gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffart, Ueppigkeit, an Frechheit, Wollust, Trotz und Neid, und meine schändliche Begier zog mich von dir. Ach Jesu! ach, vergib es mir. 6. Gedenke nicht der Jugend Schuld; vergib mein Uebertreten! trag ferner noch mit mir Geduld! erhör mein ängstlich Beten! Lösch aus, Herr Jesu, durch dein Blut, und mach mein Schuldregister gut! viel mächti ger ist deine Gnad, als meine That, die dich so oft beleidigt hat. und durch ein heilig Leben den wah 7. Hilf mir, von Sünden abzustehn, ren Tugendweg zu gehn; dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geistes Kraft, die Wollen und Voll mich dir allein zum Dienste weihn. bringen schafft, voll Ren und Leid Ach, laß es Sa und Amen sein! Mel. An Wasserflüssen Babylone.- 97. Rönig, deffen Dia Ma über alles Angst zerbricht. 2. Ach, wenn mein Herz zurücge 293. denkt, mit wie viel Missethaten ich hebet, dem Erd und Meer zu Dienste Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 161 steht, vor dem der Erdkreis bebet.| sprechen kann, so nimm den letzten Der Himmel ist dein helles Kleid, du Seufzer an: Gott sei mir Sünder bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr gnädig. groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! Mel. von Nr. 201. hat 294. W mishandelt und den breiten Weg gewandelt, welcher zum Verderben führt: so er sich befehren 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich fuche deinen Trost und Rath, mein Gott! du hilfft ja gerne. Doch mei- wird, steht der Himmel wieder offen; ner Fehler große Zahl schreckt und Friede wird mit Gott getroffen, Buß verfolgt mich überall, mein Glaube und Glaub an Christi Blut machet alles neu und gut. ist nicht thätig; drum schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, beschweren mein Gewisfen; drum schlag ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gefehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerfnirschtem bangen Geift, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater! schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind; der ists, bei dem ich Ruhe find, er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, mach meinen Glauben immerdar durch wahre Liebe thätig. Läßt fich dann noch viel Schwachheit sehn, so soll mein Herz mit Wehmuth flehn: Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Bei stets fortgesetzten Sünden magst du keine Gnade finden, und fannst nicht vor Gott bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd entziehn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. 3. Seine Sünden stets bereuen, sich in Gott durch Christum freuen, ohne Zwang und Heuchelei, was der Wille Gottes sei, täglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nächsten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Siehft du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Güt und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres gütgen Schöpfers Spur? 5. Doch viel heller ist die Klarheit, die sich zeigt im Wort der Wahrheit; komm, o Sünder, und vernimm Jeſu, des Versöhners, Stimm; komm zu dieser Quell der Gnaden, komm mühselig und beladen; er sagt deiner Seele Ruh, er sagt dir Erquicung zu. 6. Jesu, Troft der müden Seelen! 6. Dein Leben und mein Sterben du kannst uns nicht nur befehlen, ruht allein auf deiner Gnade. Mir du schaffft selbst durch deinen Geift geh es übel oder gut, gib, daß es in uns, was dein Wort uns heißt. mir nicht schade. Und kommt mein Sei zu meinem Heil geschäftig; mache Ende nun heran, so stärk mich auf selbst dein Wort so träftig, daß mein der Todesbahn, mach mich von Sün- Herz, dadurch gerührt, endlich wahre den ledig; and wenn ich nicht mehr Buße spürt. 11 162 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 295. A N - n dir allein hab ich gefündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß 2. Dir ist mein Seufzen nicht verbor- vermehret. Auf! Gott rust dich noch gen, und meine Thränen sind vor dir. zu sich: eile, und errette dich! Ach Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang entfernst du dich von mir? meinen Jammer an. 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dich finden, du Gott der Langmuth 5. Deines Herzens Härtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sün den, die dich jetzt noch schrecken, wirft du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! und Geduld. 6. Was du Böses an dir haft, wird 4. Früh wollst du mich mit Gnade sonst wie ein alter Ast; dessen Krüm füllen, Gott, Vater der Barmherzig- men gleich zu ziehen, wird man sich teit. Tröst mich um deines Namens umsonst bemühen. willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 5. Laß deinen Weg mich frendig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohl gefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 7. Eile, denn es kommt der Tod, und wie groß wird dann die Noth, wenn man aus der Welt soll gehen, und vor Gott nicht kann bestehen! Auf! Gott rust dich noch zu sich: eile, und errette dich! 6. Herr, eile du mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn. Gott hört mein Schrein, er hört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Mel. Meine Seele willst du rubn. 296. GRE 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstocte Sinder blitzet; such ein Boar, das dich schüßet! Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! ünder, willst du ficher sein, und befreit von Furcht und Pein: schaffe, daß du dich belehrest, da du Gottes Stimme hörest! Auf! Gott rujet dich zu fich; eile, und errette dich. denzeit! denn es kommt die Ewigkeit 8. Brauch, ach brauch die Gnawie ein starker Strom gesloffen, der durch Damm und Deich geschoffen. Auf Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzu dringen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich! eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! Gib doch, daß die Gnadenzeit nicht von mir versäumet werde; führ mich selbst zu deiner Heerde! Bater! ach ich bitte dich: eile, und errette mich! Mel. von Nr. 79. 297. Hilter! wird die Nacht verschwinden? Hüter! ist die Nacht Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 163 bald hin? wird die Finsterniß der widerstehn, und seine Liste dämpfen? Sinnen bald zerrinnen, womit ich 3a, Sünder, es ist schwer; allein zu umgeben bin? deiner Ruh ist dies der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? 2. Seh ich nicht das Rund der Erden helle werden, bei der Sonne 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie neuem Lauf? so geh doch zu meiner fannst du sie vergessen? Nach deinen Wonne, wahre Sonne! auch in mei- Kräften jelbst hat er fie abgemessen. nem Herzen auf! Was weigerst du dich noch? Ift Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leiften kann? 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung fommen ist? Und ich soll noch länger harren und erstarren, weil du mir fo ferne bist? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene, und, seiner werth zu sein, im Glauben mich erfühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 4. Du hast ja, da du bist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't. 5. Zeige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit; laß die Wolken sich verziehn; so werd ich das Gute lieben, Demuth üben, und der Nacht Ge schäfte fliehn. 6. Herr! du winkft, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ists Ruhm, versag mirs nicht! 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es fann Trost und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decke vor den Augen fann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge sein. 9. Jesu! sollen meine Augen etwas taugen, o so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen tann. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 298. W illst du die Buße noch, 1 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glüdlich macht, befiehlt fie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwin gen? Er gab dir die Vernunft, und du verlängneft sie? Er sendet dir sein Wort, und du gehorchft ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott fennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jetzt ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schieben: so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gera einen Augenblick? rücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Wissethat, die wahre Heiligung? 10. fts gnug zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der 2. Allein, wie schwer ists nicht, Tod ergreift, sich sicher zu getroften; fein eigen Herz bekämpfen, Begierden ist das Bekenntniß gnug, daß uns 11* 164 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. die Sünde reut: so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 19. Sprich selbst, ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser 11. Doch fordert Gott von uns die Welt, des Lebens Glück genießen, und Reinigkeit der Seelen, ist keine Seele, mäßig und gerecht in dem Genusfe rein, der Glaub und Liebe fehlen; sein, und sich der Seligkeit schon hier ist dieses dein Beruf, Gott dienen, im Glauben freun? den du liebst: so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. - 12. Der Glaube heiligt dich. 3 dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! und du verschmähst des Geistes Got tes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt im verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben, und sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebft, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen tehrest. Begegne deinem Gott, willst du, zu deiner Bein, dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. 15. Entschließe dich beherzt, dich felber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Bergnüigen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort: sei wacker, Gott ist nah, und stärkt dich durch fein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an, er tilget deine Sünden; und läßt dich sein Geseß erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Neu in dir, die niemals dich gereut. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 299. Laß mich doch, o mein Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie könnt ich sonst mich lieben? Ift wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblic? 2. Du, Gott, gewinnest nichts, wenn ich dir kindlich diene und, deiner werth zu sein, im Glauben mich er tühne. Wenn ich das Gute thu, das mir dein Wort gebeut, wem dien ich? nur mir selbst und meiner Seligkeit. 3. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 4. Was weigre ich mich denn, das Laster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, befiehlst du es zu haffen. Was weigre ich mich denn, der Tu gend Freund zu sein? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden, sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden, macht meine Seele rein, füllt mich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Vers stand, und Muth zu meiner Pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden wi derstehn, und seine Lüfte dämpfen. Doch bleibts ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich er schreckt, wird schwerer durch die Zeit. 17. So füß ein lafter ist, so gibts doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in und Blut befohlen, je stärker wird der 7. Je öfter ich vollbring, was Fleisch eine Welt voll Leiden; Gott kennt Hang, die That zu wiederholen. Schen und liebt dein Glück, sie führt zu ich mich heute nicht, o Herr, dein deinen Freuden, macht deine Seele Feind zu sein, um wie viel weniger rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt werd ich mich morgen scheun. Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 8. Du reichst ja Kräfte dar, uns felber zu besiegen. Der Sieg, so schwer Zweiter Theil. er ift, bringt göttliches Vergnügen; geht er im Anfang gleich nur noch sehr Langsam fort, so bist du, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß ist ja kein Wert von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst auf Missethat, ist noch nicht Heiligung. Von der Buße und Bekehrung. 165 6. Heut lebft du, heut befehre dich; eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist stark, gesund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn. Stirbst du nun ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich mich gläubig nahe dir, und mich bekehre unverweilt, eh mich mein Ende übereilt, damit ich heut jederzeit zum letzten Abschied 10. So gib denn, weil ich noch, und Herr, deine Stimme höre, daß ich sei bereit. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren. mich ungesäumt von allem Bösen tehre; so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Pein mein hier versäumtes Glück, wiewohl zu spät, 301. W ie treu, mein bereun. guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der elend, krank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen, nicht selber aus Erbarmen, eh er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Sünder lockt! Ach, sprächeft du im Grimme: weicht, die ihr euch verstockt! weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen! wer wollt es unrecht nennen? Wer bist du? Mel. Vater unser im Himmelreich. - - 120. 300. ( o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr, sich bere in der Gnadenzeit, und mit mir leb in Ewigkeit. 2. Dies Wort bedenk, o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Erlösung Theil; Hier findest du Trost, Gnad und Heil, und Gott besiegelts mit dem Eid; o selig, wem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht, zur Buß ists immer Zeit, ich will mich meines Lebens freun, und werd ich dessen müde sein, alsdann will ich bekehren mich, Wer sind wir? Gott wird wohl mein erbarmen sich. 3. Doch heißt dein Ruf uns kom4. Wahr ist es: Gott ist stets bemen; und merken mir nicht drauf, reit zum Wohlthun, zur Barmher- ob wir ihn schon vernommen, so suchft zigkeit; doch, wer auf Gnade Böses du selbst uns auf. Dein Herz, o Heithut, und der Versöhnung theures land, brennt, daß doch das Schaf Blut verachtet, seiner selbst nicht schont, zur Heerde zurückgeführet werde, dadem wird, wie er verdient, gelohnt. von es sich getrennt. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod; allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir fund; verborgen ist die Todesstund. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 166 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Bußlied eines schwermüthigen Hirt! mein treuster Freund! was sollt ich es verhehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüste; doch du hast in der Wüste mich huldreich aufgesucht. - 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise dich. 7. Ach! daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zuücke bliebe, an Lieb und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken tann. 8. Nun, Jesu! ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel angewandt. Verstoß den Sünder nicht! mich reut und schmerzt mein Schade, verwandle deine Gnade nicht in ein Zorngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heiland seist. 10. Das laß mich herzlich gläuben, bod, gib mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem Ueberfluffe, zum wirklichen Genusse, stets Gnade schöpfen foll. Christen. Aus dem 6. Psalm. Mel. Straf mich nicht in deinem Born. 302. S trafe nicht, o Heis ligster, mich in deinem Grimme. Höre, Herzenskündiger, meines Flehens Stimme! sende du Troft mir zu! reiß mich aus den Nothen, ehe sie mich tödten. 2. Wird dies Herz im Grabe sich deiner Güte freuen? Gott des Lelied weihen. bens! todt kann ich dir kein Dant dich, weil ich hier noch lebe, dankbar Rette mich, daß ich froh erhebe. 3. Nichts, als deine Baterhuld kann mich glücklich machen. Ach, gedenk nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwachen. Heile mich, zeige dich mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 4. Wann wirst du mich doch er freun? wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr ich dein, und ich hab in Zähren meine Nacht oft durchwacht. Eil, Erbarmer, eile deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tiefgebeugt bin ich und sehnet sich nur umsonst nach Friede. von Seufzen müde. Meine Seele müder Seelen, trübe Stunden zählen? Ach! wie lang foll ich bang, Heiland Gott verstößet keinen, der ihn fleht 6. Doch, o Seele, zage nicht! mit Zuversicht, er vernimmt mein seiner theur Erlösten des will ich Nie vergißt Jesus Christ mich trösten! 11. Doch sollt ich mich aufs neue, ich schwach Geschöpf, vergehn, so laß mir deine Treue, mein Hirte! nie entstehn; erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis Weinen. ich sonder Eude, als meinen Hirten, dich. 23) Vom Das Apostolische Glaubensbekenntniß. Mel. von Nr. 46. 303. glaub an Gott! hoch Schar. Ich sei berehret, er, der 167 Glauben. 11. Auch an dem Geift, der ehmals mächtig in Chrifti ersten Zeugen war, glaub ich; noch stets ist er geschäftig, und mehrt der frommen Christen 3. An Jesum Chrift, den Eingebornen des ewgen Vaters, unsern Herrn, glaub ich. Gott sprach: hilf den Berlornen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er tam, und durch die Kraft bes Höchsten gebar ihn einer Jungfrau Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unserm Elend bloß. der rechte Vater heißt; des Dasein die Natur mich lehret, und den die weite Schöpfung preift. 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub und Liebe fest vereint, wie glänzend wird sie einst noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! 2. Der in sich Selge sprach: es werde! und seiner Weisheit, Güt 13. Glückselig, wer im Tod und und Macht frohlockt der Himmel und Leben bußfertig Jesu sich ergibt! die Erde, von ihm aus Nichts her- ihm sind die Sünden all vergeben, borgebracht. wie viel er ihrer auch verübt. 14. Laßt seinen Leib in Staub verwesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sündenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! 15. Den Herrn erblickt er mit Vertrauen, und geht zu seinen Freuden ein, sein Antlitz wird er ewig schauen und ewig voll des Lobes sein. 16. O heilger Gott, dein Wort ist Wahrheit, es ist allein die rechte Lehr. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heilge mich je mehr und mehr! 5. O, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl, wie sein Schmerz! am Kreuze selbst mußt er verscheiden, wie bricht ihm Pein und Schmach das Herz! <<- 6. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 6. So stirbt der Gottmensch und bekämpfet im Tod das Reich der 304. Es ist das Heil uns kom. Finsterniß. Des Teufels ist nun gedämpfet dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß. men Gottes Die Werke helfen freien Gnaden. nimmermehr, der Bürd uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jesum Christ, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil; doch Jesu abgeschiedne Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. 8. Bald steht er auf! Sein Haupt erhebet er siegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und trotze siegreich Tod und Grab. 2. Da man, was das Gesetz gebot, nicht völlig konnt erfüllen, erschreckt uns 3orn und große Noth, die NieDer Sünde mand mochte ftillen. Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Trost und Ruh beim Fluche des Gesetzes. 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters aller Herr zu sein. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier fie einst mit ihm sich freun. 3. Und doch mußt es erfüllet sein, sonst mußten wir verderben. Drum 10. Als Richter tommt er endlich stellt vor Gott sein Sohn fich ein, wieder. Erschreckt, ihr Sünder! freuet als Mensch für uns zu sterben. Der euch, ihr Frommen! er führt euch hat es ganz für uns erfüllt, damit als Brüder nun mit sich in sein ewig den schweren Zorn gestillt, des Laft Reich. uns alle drückte. 168 Zweiter Theil. Vom Glauben. ängstigt dich des Zweifels Pein, fo laß dir noch nicht grauen. 4. Da es durch den erfüllet ift, durch welchen wir genesen, so lern und faffe wohl, o Christ, des Glau- 12. Von allen Zungen sei gepreift, bens rechtes Wesen. Der Glaube um dieser Gutthat willen, Gott Bater, spricht: du, Herr, bist mein, dein Tod Sohn und heilger Geist! du selber muß mir das Leben sein, du haft| wollst erfüllen dein in uns angefangs für mich gebüßet. nes Werk zu Ehren deiner Größ und Stärk! dein Name werde heilig! 5. So glaub ich fest und zweifle nicht; dein Wort wirst du nicht 13. Dein Reich komm, daß dein brechen. Wenn alle Welt die Treue Wille mag, wie droben, hier gesche bricht, hältst du doch dein Versprechen. hen! Gib unser Brod uns jeden Tag! Wer glaubt an dich und wird ge- Verzeih, was wir versehen, als wir tauft, dem ist die Seligkeit erkauft, den Schuldigern verzeihn! Versuchung der gehet nicht verloren. laß fern von uns sein! Hilf uns vom Bösen! Amen. 6. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen gläuben. Die Werke sind des Glaubens Schein; 8. ohn den wird er nie bleiben. Er 305. Lehrt, in Gottes Willen ruhn, er lehrt, 305. Glauben kann Mensch vor dir dem Nächsten Gutes thun, Geduld bestehen. Drum wend ich mich zu und Sanftmuth üben. dir mit demuthsvollem Flehen. D 7. Wer bei Gott Gnad erlangetzünde selbst in mir den wahren Glau hat, muß ihn vor Augen haben, daß ben an, weil ich durch meine Kraft er bei ihm sucht Hülf und Rath, ihn mir nicht geben kann. ihm dankt für alle Gaben, in seiner Furcht freiwillig lebt, des Fleisches Lüften widerstrebt. Dies ist der Weg zum Leben. 2. Dein Dasein laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müffe mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich sucht, stets ein Bergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüften sich ergiebet, ruft Gott nicht an, daß er ihn führ, mit seinem Geist ihn stets regier, der läuft den Weg zur Hölle. laß 3. Wahrhaftig ist dein Wort; mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Tren; laß mich darauf fiets bauen. Gib, daß ich dir in Glück 9. Den meidet jeder, der recht und Unglück stets getreu, und dem, gläubt, bewahrt, was ihm gegeben; was du gebeutst, von Herzen folgfieht zu, daß er das Fleisch betäubt; sehnt sich nach jenem Leben; dient feinem Nächsten, ehrt und preist in Chrifto Gott mit stillem Geist, es geh ihm, wie es wolle. sam sei. 10. Die Hoffnung wartet still der Zeit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf in unserm Leid dem Höchften nicht die Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. 1 Mel. O Gott du frommer Gott. Herr! ohne Herrein - Glauben recht erkennen, dich, meinen 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Herrn und Gott, in Geist und Wahrthun, was mich dein Wort gelehrt, heit nennen. Laß mich im Glauben daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. o Herr, stets theuer. Es fülle mich 5. Dein göttliches Verdienst sei mir, mit Trost; es mache mich stets freier mich mit Kraft, zu deines Namens vom schnöden Lasterdienst. Es stärke Ruhm, in meiner Pilgerschaft. 11. Berbirgt er je sein Angesicht, das laß dich nicht erschrecken. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, will ers oft nicht entdecken. Sein ben schon auf Erden! wie herrlich 6. Wie selig leb ich dann im GlauWort laß dir gewisser sein, und wird mein Theil dereinst im Himmel Zweiter Theil. Vom Glauben. 169 werden! dann schau ich, was ich laß mich allezeit des Glaubens Kraft hier geglaubt, in ewger Ruh. Obeweisen. stärk im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! 8. Wohn in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke, daß ich, als dein Erlöster, froh auch auf dein Beispiel merke, und eifrig, gleich wie du gethan, auf der mir abgemeßnen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß ich an meinem Ende des Glaubens voll die Pilgrimschaft mit Freudigkeit vollende. Steh dann zu meinem Trost bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End erlange. 10. Dein ists, was Guts sich in mir find't; mit dir wirds mir gelingen; du wollst, was du haft angezünd't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr, stärk meinen Glauben immer mehr, und krön ihn durch das Schauen! - 306. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, an wen foll ich mich wenden? daß man recht glaubt und standhaft ist, steht nicht in unsern Händen. hilf du mir von oben her, daß ich gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Komm dann und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich mit freudger Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heilgen Geist, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken, und mich dazu an meinem mit allem Eifer Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 141. schicken. Nur in die find ich Trost 307. I first! zu bir. Erbarund Ruh und ewges Heil, der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. O gib, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen faffe; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlasse; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. mend rufft du ja auch mir, den Frie den zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Ruh erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz ven Sünden rein? Herr Jesu Chrift, mein Troft und Licht! mein Trost und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht. 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir. Dein Antlitz neige du zu mir, und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, fo mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten haft, du trugest ja auch meine last, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht; durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und 5. Doch laß auch meinen Glauben sich des Bluts, das du vergoffen, nicht anders trösten, als daß ich, zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich dir entgegen stellt, für Koth und Schaden achte. 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein, oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? nur du allein! du kannst mich mächtig stärten; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. 7. Gib, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistand sehe, und dann, mit Macht gestärkt durch dich, fest in dem Glauben stehe. Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, - 170 mich mit Gott vereinigt sehn, und ewges Leben finden. Dein Tod ist der Berlornen Heil. Gib mir an seinem Segen Theil. Er sei auch mir Beru higung und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Chrift! ich hoff auf dich, ich hoff auf dich! in dieser Hoffnung stärke mich. Zweiter Theil. Vom Glauben. - hier ist, was fie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade find wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ewgen Le bens Pforte durch sein Blut selbst auf gethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jefus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier, und betenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 292. 308. Auf dich allein, Herr Jefu mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an! Christ, soll mein Vertraun sich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist tein Retter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann; dich ruf ich an, du bists, der helfen will und kann. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, haft du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ein Leben sei mir einst der Tod. 6. Nun, so hab ich guten Muth. Sind schon meiner Sünden viele, macht doch dein Versöhnungsblut, daß ich ihre Last nicht fühle, und ver sichert sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Gesetz verkla gen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an! 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, fie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los! durch deines Todes Schmerzen, weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast! mein Glaub umfaßt dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Šei mir in meiner Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. Prüfungszeit ein Helfer voll BarmJefu! daß du meine Seele herzigkeit, und naht die letzte Stunde 310. fich, dann zeige dich in deiner Gnad und rette mich. tern Tod aus des Abgrunds tiefster selbst durch deinen bit Höhle, aus der allergrößten Noth, fiegreich haft herausgerissen, läß'st du mich Verzagten wissen; dieses predis 309. Jesus nimmt die Sünder get dein Wort, uns zum Troft noch Mel. Jejus, meine Zuversicht. 47. an! sagt doch dieses immerfort. Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Wegen wallen! Mich hat er auch angenommen, und 8. Jesus nimmt die Sünder an. ihm kommen, und auch sterbend rühmen den Himmel aufgethan, daß ich selig zu kann: Jesus nimmt die Sünder an! eilten wir der Hölle zu; aber unfre 2. Blindlings, als verirrte Schafe, Vom Glauben. 171 Zweiter Theil. Schuld und Strafe, treuer Hirte, trugest du; und nun rufft du allen Sündern: tommt! laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich. Herr, hier bin ich, heile mich. 3. Jch betenne meine Sünden. Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts der Drangsal mir erwecken. Welch ein hart und banger Streit! Herr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! hilf mir stegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 10. Hilf durch deine blutgen Wunbei mir zu finden, als nur Ungerech- den, denn durch diese werd ich heil. tigkeit. Beßrung hab ich oft ver- Durch die Qual, die du empfunden, sprochen, und wie bald mein Wort ist nun Seligkeit mein Theil. Deine gebrochen. Kaum erschreckt mich die Schmach und Dornenkrone stärke mich Gefahr, die mir oft so nahe war. in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Nsth. 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor Gott so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wär! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig lebt er; ins Gericht kommt nun der Versöhnte nicht. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh im letzten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sei. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Antlitz schauen. Muthig kämpf ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seligkeit. - 5. Herr, ich glaube. Rette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. Hör mein Schrein! verlaß mich nicht; 82. ach), gib Troſt, die Angst zu findern. 311. Jeunaden! fich mein Mel. Alle Menschen müssen sterben. sich Furchtbar donnert zu den Sündern dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. 6. Herr, durch deine Todesschmer zen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Kündiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Angst bedränget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an von mir. Elend, meine Noth; laß dichs jammern, hilf dem Schaden! ach! er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. - 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich eingen Sohn den Armen und auch mir 7. Mach es selber rein. Ich fühle, zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch daß nichts Gutes in mir wohnt. bedarf ich deiner! Jesu! so gedent Gutes setz ich mir zum Ziele, Böses auch meiner; denk an mich, sprich bin ich stets gewohnt. Nun kann ich mein Fleisch nicht zwingen, und das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu ich doch. nur ein Wort, o so weicht mein Jammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich's Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hälfe schon bereit, wenn die Lippen sich bewegten, schallte lauter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir kommen nicht die Heilgen, Starken, 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es tühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in uns leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sei. 9. Oft wird auch der Hölle Schretlen neue Furcht und Bangigkeit in 172 Zweiter Theil. Frommen; nur den Sündern riefen fie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. Jesus, sollt ichs denn nicht wagen? sollt ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt ich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen; meiner wirst du dich erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch fundbar werden, wozu du geschenket bist! Reiß mich los aus Satans Striden, brich der Hölle Band in Stücken! nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin! - 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führ mich, wie es dir beliebt! lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Rath mich übt! Ach! so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. Mel. O Gott du frommer Gott.- 3. 312. Mag doch der Spötter Heer des Jefu spotten. Dich, Heiland, bet ich an; du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stärkt, ists Heil und Majestät. Vom Glauben. 5. Dies müffe mein Vertraun zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, der Gottheit Nath vom Menschen zu entdecken, bet ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sei der Herr, gelobt in Ewigkeit. Mel. O Gott du frommer Gott. 8. err, allerhöchster Gott, 1 313. ben, und was uns nüßlich ist, allein zu suchen haben; o, sieh erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht ver trauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne ſein! 3. O, reiche du mir selbst aus Gnade deine Hände; hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum sein. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, 4. Gib, daß die Zuversicht in mei konnt'st uns mit Gott versöhnen, und nem Geist sich mehre, daß du mein uns mit neuem Recht zum ewgen Vater seist, und ich dir angehöre, daß Glück belehnen. O! beides ist gleich alle meine Schuld von dir vergeben groß, der Welt ein Schöpfer sein, sei; damit mein Herz sich dein, als und eine Welt, die fiel, von ihrem seines Gottes, freu. Fall befrein! 5. Mach diese Zuversicht in mir, 3. Wer kann die Majestät der Lieb o Gott! so kräftig, daß ich mein und Großmuth faffen? als Sohn des Lebenlang in deinem Dienst geschäftig, Emigen der Himmel Thron verlassen, und stets beflissen sei, zu thun, was sich selbst erniedrigen, einher in Demuth gehn, der Wahrheit Herold sein, und sich verspottet sehn. dir gefällt; so hab ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. 4. Die Wunder Gottes thun, und, an das Kreuz geschlagen, mit himmlischer Geduld der Menschen Schulden tragen, um der zu ſein, der uns ein ewges Heil erwirbt; deß Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde ftirbt. deine Jünger batest, und, wenn fie 6. Mein Heiland, der du einst für wanketen, beim Vater sie vertratest; o unterstütz auch jetzt mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, untersilige Zweiter Theil. Vom Glauben. — mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preis in alle Ewigkeit. Mel. Mache mit mir Gott nach.- 26. 314. er, Gott, dein Wort W ich kenne Gott, der liget! in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt. 173 matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht. 4. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh leuchtet dort, mich zu erquicken, ewig mir sein An 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 5. Weder Welt noch Himmel ifts, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Jesu, bists! denn für mich mit Fluch beschweret, wandteft du Zorn und Gericht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt ich fest, laffe nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr sein vergeßt! ihr beraubt euch ewger Freuden! selig aber, der da spricht: meinen Jefum laß ich nicht. Mel. Herr hör, ach höre mein. 3. Durch Jesum rein von Miffethat, sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flicht den Rath der Sünder, folgt 316. Christi Beispiel, als ein Chrift, und reinigt fich, wie er rein ist. 4. Denn ich bin dir, Gott, angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahrlich deine Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die Lieb ift's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bift die Lieb! an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. Mel. Dennoch bleib ich stets an dir.. 156. einen Jesum laß ich 315. er für mich gegeben, sollt ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, in ihm leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon berlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich fein Labsal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das ucht man die Freundschaft in der Welt nur unter solchen, die sich gleichen: weiß ich doch, daß sich Gott gesellt zu denen, die ihn nicht erreichen. Ist Gott schon alles, und ich nichts; ich Schatten, er die Quell des Lichts; er noch so stark, ich noch so blöde; er noch so rein, ich noch so schnöde; er noch so groß, ich noch so klein: ist er doch mein, und ich bin sein. 174 Zweiter Theil. 2. Mein gütiger Immanuel, mein Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm entrißnen Seel sich den noch wieder zu verbinden. Mein treuster Freund, mein Jonathan, sieht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder werde, herab vom Himmel auf die Erde, mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. Vom Glauben. 7. Auch wenn man, was ich habe, nimmt, was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, be raubt, entehret, gleich jenen Märtyrern mich quält, zerfleischt, zerstüm melt und entseelt. Die Welt raub alles! meinen Glauben kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So bleibet ja das Beste mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, die er erschuf und auch erlöste, hier beide schützet, pfleget, speift, bis er dort beide ewig tröste. Gesundheit, Stärke, Munterfeit, Witz, Scharfsinn, Muth, Entschloffenheit, selbst daß ich, was ich von ihm habe, erkenn und weiß, ist seine Gabe. Vom Undant hält er selbst mich rein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. - 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne, nicht nur sein Krenz, nicht nur sein Grab, auch seine Herrlichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht, was er gebetet und gewacht, was er gehorchet und gelitten, was er empfangen und erstritten, auch selbst fein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 4. Wie po jein an mir ver gnügt, so bin auch ich in ihm zfries den. Welch Band, das uns zusammenfügt! von ihm auf ewia unge-| 3 reten. Ich hatte für mein Eigen schieden, hat nun die Seele, wo ne und Ketten. Doch er hat alle meine sonst, leider! nichts, als Schand ruht. Auch darf sie um dies höchste Laft in seinem Kreuz auf sich gefaßt. Gut nicht eifern, hadern, hassen, Er gab mir Freiheit für die Bande; neiden; er nährt uns allesammt mit Freuden. Die Welt nur fann der er selbst trug meines Frevels Schande, Neid entzwein. Mein Freund ist mein und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Mein Freund ist mein und ich bin ſein. und ich bin sein. 10. Nun zürn und stürme jeder 5. Er, er ists, den ich mir erwählt! Feind! er soll mir doch nicht Angst nur er ist meiner Seele Leben. Da erwecken. Und ist der Richter selbst er mich zu den Seinen zählt, so soll mein Freund, wie kann das Weltauch ich nach ihm nur streben. Ist gericht mich schrecken? Ob Erd und ers nicht, der mich herzlich liebt? Himmel bricht und kracht; ob Leib Ist ers nicht, der sich ganz mir und Seele gleich verschmacht't; ob gibt? Was kann ich mehr von ihm meine Glieder gleich verwesen: durch begehren? Was fann er Bessers mir ihn bin ich vom Tod genesen. gewähren? Nun blendet ferner mich sollt ich Tod und Grab noch scheun? fein Schein. Mein Freund ist mein Mein Freund ist mein und ich bin sein. und ich bin sein. Was 9. Sein ist mein Bürgerrecht und Ruhm. Er kam, von Sünden mich 6. Ohn ihn ist mir das Leben Last, ohn ihn der Himmet selbst kein Himmel. Durch ihn find ich in Arbeit 317. Fins ist Noth! ach Seite Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. Herr, Raft, und mitten mel. So viel Geräusch auch um mich fei, ohn ihn ists öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle flichen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Viein Freund ift mein und ich bin sein. dies Eine Seele doch! Auch beim schimmerreich sten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, unter dem das Herz sich plaget und doch keine Ruh erjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dies Eine mich ergett. Zweiter Theil. 2. Seele, willst du dieses finden: fuchs bei teiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing dich über die Natur, wo der Gottheit Füll erscheinet, mit der Menschheit fest vereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. - 3. So wollt einst Maria wissen, was dies Einzige verhieß, als sie sich zu Jesu Füßzen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! fie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jesu, dich. Vom Glauben. 175 dein Schaf, versetzt. Jesu! soll ich dich nur haben, was kann mich wohl Süßers laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub erblickt? 10. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur follst mein Alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine, und tilg allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach Eitlem sehnet, auch die Hölle stürmt und droht, wähl ich dich: denn Eins ist Noth. 4. So steht, Jesu, mein Verlangen Mel. Wie schön leuchtet der. 35. ganz und einzig nur nach dir. Ach, 318. Wie herrlich strahlt der o an zu neige du dein Herz zu mir! Wenn auch biele träg verweilen, brenn ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geist und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt, daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weißheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, tenn ich dich, mein Jesu, nur. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Diir auch haft du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 7. Nun so gib, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur Heiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das ist mir in vir gegeben. Ach! entreiß mich ganz der Welt, daß ich thu, was dir gefällt. 8. Herr, was soll ich mehr verlan gen, da in dir mein Herz nur ruht? Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; hast mich meiner Band entbunden, ewige Erlofung funden, daß ich mich Gott freudig nahn, findlich Abba rujen kann. - ein Glanz geht auf im Herrn! mer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jesu! Jesul schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben! 2. Dn, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Wienfchen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preis ich dich! hab ich nur dich, so rithret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich feiner tröstet deiner, Brot des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In dir nur fann ich selig sein. Beuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunst sei, kein Weltsinn deine Leiden scheu, kein Undant dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich fasse, und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. Mein 4. Von Gott strahlt mir ein Freus denlicht, so oft dein lieblich Angesicht sich neigt, mich anzublicken. Jesu, du mein höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, tann Seelen recht erquicken. Speis mich), tränt mich, Seligmacher! daß ich Schwacher, daß ich Erde him melsirenden inne werde. 9. Bolle Gnüge, Fried und Freude ists, was meine Seel ergetzt. Hirt, 5. Und wie, Gott Bater, preis auf wie so gute Weide hast du mich, ich dich? Gott, ewig, ewig haft du 176 Zweiter Theil. Vom Glauben. mich in deinem Sohn geliebet. Dein kann selbst der Hölle Wüthen Ruh Sohn hat mich ihm feft vereint. Erin Eil gebieten. felbst, mein König, ist mein Freund. 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Trotz dem mun, was betrübet! Seele! Ehre, sei der Götze der betrognen Welt! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krie- Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von ger, wähl zum Freunde! und dann dem mich wenden, der mich treu er fürchte keine Feinde. hält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Ihm, welcher Höll und Tod bezwang, ihm, ihm müß unser Lobgefang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet! tönet! Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde. 6. Weich, des Eiteln Liebe! weicht des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmähsucht, Neid! ihr beschweret das Gewissen. Euch will ich nicht wissen. 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und Letzte 7. Weichet, Sorg und 3agen! bist, der Anfang und das Ende. Du schweiget, bange Klagen! Jesus ist schließest selig meinen Lauf, du weckst ja mein! jeden, der ihn liebet, muß, mich auch von Todten auf; des was erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Klopf ich in die Hände. Amen! Amen! Hab' ich hie viel Angst und Müh', ja wir müssen, denn wir wissen, wem Jesu, auch im bängsten Leide bleibft wir trauen, noch dereinst dein Antlik du meine Freude. schauen. 1 Mel. des 25. Psalms. Mel Jesu, meine Freude.- 89. 319. eu, meine Freude, bester 320. H öchst erwünschtes Seelenleben, ach wie unbekannt bist Trost im Leide! bestes Gut im Glück! du hast meine Liebe; du füllst meine Triebe, an dir hängt mein Blick. Hab ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. du, wo man sich nicht will bestreben, nach der ewgen Himmelsruh. Ach, 2. Unter deinem Schirme können teine Stürme mir erschrecklich sein. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz dräun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, frachen, blizzen! Jesus will mich schützen. wie eitel ist der Wahn, der des Fleisches Sinn verblendet, wenn er flebt der Erden an, sich zum 3. Donnert auch im Grimme des Gefeßes Stimme, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Freudig, daß ich Jesum sehe, blick ich auf zur Höhe. Rauch und Schatten wendet. 4. Wer ists, der den Glauben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Hölle Toben stimm ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Jesu Macht hält mich in Acht, die 2. Ach, wie oft bin ich gerathen in dieselbe Blindheitsnacht, wenn ich über Herz und Thaten nicht sorgfältig hab gewacht. Wie hat die Erfah rung mich meine Thorheit oft gelehret, wenn mit eiteln Sorgen sich mein be trognes Herz verzehret. Zweiter Theil. 3. Zwar der Schluß ward oft genommen, ich riß mich im Geiste los; doch wenn es zur That sollt kommen, fand ich mich von Kräften bloß; ich Gefangner, Arm ich! wer zerschlägt mir diese Ketten! Jesu, Held, erbarme dich! Mächtiger! du kannst mich retten. 4. Jesu! Stärke der Verzagten, der du gibst den Matten Ruh; wahre Zuflucht der Geplagten, rühr' mein Herz und brings dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sei der Deine. 5. Ach, vertilge das Verlangen, das noch etwas Irdsches will. Nimm den bösen Sinn gefangen, der nicht hält in allem still. Gib, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach besserm Gut zu trachten. 6. Gib mir Augen, um zu sehen deines Reiches Gnadenschein.. Sib 322. mir um zu ins Heiligthum hinein. Mache mich mit bir bekannt, laß in deinen Liebesflammen Herz und Seele sein entbrannt, halte dich und mich zusammen. 7. Weicht, ihr eitelen Gedanken, flört nicht ferner meine Ruh. Ich will in den Lebensschranken eilen mei nem Jesu zu. Jesu will ich geben Ehr, in ihn will ich mich versenfen, und forthin mich um nichts mehr, als um seine Liebe tränten. Vom Glauben. 177 drum ist mein Herz auf dich gericht't. Du kannst mir alles geben. Im Tode fannst du bei mir stehn; in Noth als Herzog vor mir gehn. Hilf, Jeſu, dem Zerknirschten! - 4. Bist du der Hirt, der Schwache trägt: auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquice mich mit Segen! ich bin ge fährlich krank und schwach, heil und verbind, hör' an die Klag. Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! 5. Ich thue nicht, Herr, was ich ſoll; wie kann ich doch bestehen? Dies ängstigt mich, das weißt du wohl. ich Elender endlich, frei vom Leib des Ach, wann wirds doch geschehen, daß Todes, bei dir feil ich danke Gott durch Christum. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. Wº Vo flich ich Sünder hin, der bar bin? Wo kann ich Rettung finden? Mich schrecken schwere Sünden; mit Angst bin ich umfangen, wo soll ich Trost erlangen? 13 2. O Jesu voller Gnad! auf dein Gebot und Nath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpslein fließen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Mel. Aus tiefer Notb schrei ich.- 119. o Wº 321. Me foll ich hin? wer Heil gefunden. hilfet mir? Wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bists, der das Verlorne fucht; du segneft das, so war verflucht. Hilf, Jesu, dem Elenden! 4. Durch dein unschuldig Blut mach meine Schulden gut; wasch mich da mit von Sünden, und laß mich Rettung finden; ins Meer sie tief verfente, und ihrer nicht gedenke. 5. Du bist es, der mich tröß't, 2. Herr, meine Sünden ängsten denn du hast mich erlöst; was ich mich, der Todesleib mich plaget. Ogefündigt habe, verscharrtest du im Lebens- Gott erbarme dich! vergib Grabe, da wird es bleiben müssen! mir, was mich naget! du weißt es du heilest mein Gewiffen. wohl, was mir gebricht! ich weiß es anch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 6. 3war meine Schuld ist groß, doch werd ich ihrer los, wenn ich dein Blut auffaffe, und nun die Sünde 3. Du sprichst zu mir: verzage basse. Wer so sich zu dir werdet, nicht! du russt: ich bin das Leben! Keht be sein Leid geendet. 12 178 Zweiter Theil. 7. Sehr vieles fehlet mir, doch find ich es bei dir. Dein Blut ver föhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. - 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht berzagen, mit dir tann ich es schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, fo muß ihr Trotz bald schweigen. Die heiligen zehn Gebote. Mel. von Nr. 46. 323. el rheb dein Herz, thu auf die Ohren, du Volt, das du verstocket bist, und Gott sich doch zum Volk erforen! vernimm, was Gottes Wille ist: Von der Heiligung, 9. Darum allein auf dich, Herr, Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Retter; aus jenem Diensthaus führt ich dich. Verehre keine fremden Götter; du hast ja keinen Gott, als mich. 10. Ach, bringe meinen Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann scheiden; daß ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. 6. Erweis den Eltern bis zur Bahre Gehorsam, Ehre, Lieb und Treu, daß Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih. 11. Verdamm, als Sünden, die Be gierden nach jemands Weibe, Hab und Haus, und wenn sie in die rege würden, fo tilge fie bei Zeiten aus. 12. Zehn Worte sind dir vorges schrieben, doch eins fast alles unter sich: Gott sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten, so wie dich. 3. Du sollst den Dienst der Bilder fliehen; mach feins, es sei, wovon es woll, fußfällig vor ihm hinzuknien: denn ich, dein Gott, bin Eifers voll. 4. Den Namen Gottes zu entehren, 13. Mein Mittler! ich erschrecke scheu, liebst du deine Seligkeit; magst heftig, da Gott mit mir im Donner du es, falsch und leicht zu schwören, spricht. Durch deinen Geist wirt auf so ist die Strafe schon bereit. mich fräftig; vertritt du selbst mich im Gericht. 5. Sechs Tage widme den Geschäften, der siebente gehört dem Herrn; dien ihm daran aus allen Kräften, dem großen Gott, und dien ihm gern. 7. Enthalte dich von eigner Nache, und schone deines Nächsten Blut. Befiehl dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih die Eh' nicht und verbleibe von Ueppigkeit und Unzucht frei, daß deine Seele sammt dem Leibe ein reiner Tempel Gottes fei. 9. Vergreif dich nicht an jemands Gute; erwuchre nicht der Armen Schweiß, und lebe mit vergnügtem Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. 10. Ertheile nach Gewiffenstriebe dein Zeugniß, wo es nöthig ist. Be schäm und sleuch die Ehrendiebe, und rede nicht mit arger List. Gebet über die zehn Gebote. Mel. des 116. Psalms. 324. Mein Bundes- Gott! ach, unterweise mich, daß ich in Furcht, Vertrauen, Demuth, Liebe, dich ehr, und stets Geduld und oder dem christlichen Wandel überhaupt. Hoffnung übe, und lieber alles fahren als 2. 1. Gib, daß ich, o du höchftvollkommner Geist, auch dir im Geist und in der Wahrheit diene, und keinen Dienst zu leisten mich erfühne, worauf mich nicht dein heilges Wort verweist. 3. Es nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich; falsches und unnützes Schwören sei von mir fern; voll Demuth dich zu ehren, so gut ich kann, erheischt von mir dein Bund. 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh dich ewig loben mag. 5. Der Unterschied des Standes ist von dir, die Menschen soll er manche Tugend lehren! laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht liebreich sein, ein Menschenfreund, ein Helfer und Erbarmer, des Feindes Freund; wie könnte sonst ich Armer, der dich erzürnt, mich deiner Huld erfreun? 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben sein; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden sammt ihrem Reiz mit aller Sorgfalt meiden, und meinen Leib zu deinem Tempel weihn. 8. Vor ungerechtem Gut behüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe; auch jedem geb und lass', was ihm gebühre, mein Werk verricht bergnügt und emsiglich. 179 Von der Beschaffenheit der wahren Heiligung. 10. Verleih, daß ich auch die geringste Lust, die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sei auch meine Freude, mit Lust zu dir erfülle meine Brust. Mel. von Nr. 79. ott! wie rein deine Goehre. Wenn ich höre, 325. wie wir vor dir sollen sein: ol so dringen die Befehle in die Seele, wie ein scharfes Schwert hinein. 2. Was ist an den äußern Werken mehr zu merken, als der wahren Tugend Schein? Doch, o Höchster! deinen Willen zu erfüllen, muß das Herz geschäftig sein. 3. Ich soll selbst sein innres Dichten also richten, wie es dein Gesetz befiehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lüften spielt. 4. Böses soll ich nicht nur laffen, sondern haffen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben mich bestreben, unverrückt, mit Luft und Fleiß. 5. Können wir denn deinen Willen ganz erfüllen? Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam sein. 6. Dein Gesetz ist, unsre Flecken zu entdecken, uns zum Spiegel vorgestellt. Ach, ich sehe sie und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auch den Weg der Sünde fliehn, und im Wege des Gebotes seines Gottes sich mit allem Ernst bemühn. 8. Dazu wolleft du mich Schwachen tüchtig machen; gib mir deinen guten Geist; alsdann will ich flüglich handeln, und so wandeln, wie dein Wort mich wandeln heißt. 9. treuer Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügen hasse, und jedermann in feinen Würden laſſe, der Wahrheit 326. M stets getreu von Herzensgrund. enn zur Vollführung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rühme dich 12* 180 Zweiter Theil. - der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute rathen: so thue noch so gute Thaten, du haft vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu wer den, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Ban Häuser auf und brich dein Brot, das Volf der Armen zu verpflegen; entreiß die Witwen ihrer Noth, und sei der Waisen Schut und Segen; gib alle deine Habe hin! noch hast du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben: so ist dir alles tein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch niemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für andre brennen! beseelet dich nicht lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten: so schüß und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. Von der Heiligung, das ists, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besitzen, so wird ein Leben uns nichts nützen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Wert allein; sich auf die Quell, aus der sie kamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube feh let, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne List und Tücke; beneidet nicht des Nächsten Glücke; sie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh; sie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. 5. Läg ihm an unsern Werken nur: fo fönnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fessel der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nicht Diacht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele.- 29. Kommt, laßt euch ders 327. Herren lehren! fommt die gehören zu der rechten Christenund lernet allzumat, welche die sind, zaht: die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, und den Heitand frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, Gott allein, sich nie erhebet, wenn er groß und glücklich ist: Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich hier geringe schätzen. wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, 3. Selig ist, wer seine Sünde damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden schent. Gott will ihm die 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, Schuld verzeihn, Kraft zum Gutent fern von des Stolzes eitlem Triebe, ihm verleihn, und er soll schon hier geheiligt durch die Furcht des Herrn, auf Erden, und auch dort getrößtes erneut durch Glauben zu der Liebe: werden. oder bem christlichen Wandel überhaupt. 181 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, in Freud und Schmerz. Vater! hilf seinem Feinde niemals flucht, feine von deinem Thron, daß ich glaub an Fehler ihm vergibet; nie sich selbst zu deinen Sohn, und durch deines Geistes rächen sucht; ruhig seine Pflicht voll Stärke mich befleiße guter Werte!" bringt, und fein eigen Herz bezwingt. Gott wird selber ihn beschützen, und er wird das Land besitzen. Mel. Nun danfet alle Gott. 5. Selig, die nichts mehr verlangen, 328. h banke meinem Gott, als gerecht, wie Gott, zu sein; die feft an dem Guten hangen, und sich ganz der Tugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt. Gott wird ihr Berlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. der mir den Sinn gegeben, so gut ich immer kann, zu seinem Preis zu leben. Du weißt, Gott, wie viel Kraft dein Knecht noch nöthig hat! verleihe du sie mir; bei dir ist Rath und That. 6. Selig, wer der Noth des Armen niemals fühllos sich entzieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf erscheint; dieser wird auch Hütlf empfan gen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, keusch und rein zu sein; die der Wollust Stricke fliehen und der Heiligkeit sich weihn. Die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft wider stehen, werden Gottes Antlitz sehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glüd zerstört, fie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die um Chrifti willen leiden und sich dessen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Marter tod nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für ihre Treu einst mit unverwelkten Kronen auf das herrlichste belohnen. 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur sehen, und, untreu meiner Pflicht, nie eigne Wege gehen. Laß diese Wahrheit mir allzeit vor Augen stehn: Gott siehts, Gott hörts, Gott straft, du kannst ihm nicht entgehn. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen: ists denn auch recht, wenn ichs der Welt gleich wollte machen? und siehet jetzund mich des Menschen Ange nicht: ists recht vor Gott? ists recht vor seinem Angesicht? 4. Ach führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestehen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlassen, stürz ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führst, so hat es keine Noth. 5. Die Gnade winket mir! nie sei es, Herr, vergebens; dein Wort sei iederzeit die Richtschnur meines Lebens; daß ich, wie dirs gefällt, geh, fibe, liege, steh, und nur in meinem Thun auf deine Ehre seh. 11. Daß ich Armen helf und diene; immer hab ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, verfühne; dir anhang Von der Nothwendigkeit eines heiligen Lebens. Der 15. Pfalm. 10. Herr! du wollst mich selber Mel. von Nr. 46. leiten auf der wahren Tugend Bahn, 329. Mer darf in deine Hütte daß hier und gehen? Wer nimmt dort mich freuen fann. Gib, daß hier seinen Wohnplatz ein? Wer wird ich demilthig sei, meine Schuld vor auf jenen heilgen Höhen, o Herr, dir beren, die Gerechtigkeit stets liebe, beständig vor dir sein? auch an Feinden Sanftmuth übe. 2. Der, der vor dir unsträflich wandelt, nie ungehorsam seiner Pflicht, der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Wahrheit sucht und spricht. 182 Zweiter Theil. Von der Heiligung, 3. Der nie mit seiner Zunge schmä-| sanftes Joch und seine Laft zu trahet, und groß durch seine Redlichkeit, gen, mach mich bereit und seinem nie seinen Nächsten hintergehet, und Vorbild gleich. Arges ihm zu thun sich scheut: 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit Verläumdungen verletzt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Achtung würdig schätzt: 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen, um auch durch dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dein Wort sich hält. dem nur der Redliche gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält: Mel. von Nr. 17. 6. Der nie, zum Trotze der Gesetze, 331. Bewahre mich, Herr, daß auf ungerechten Wucher leiht; und durch gerecht erworbne Schätze die, die Gott darben läßt, erfreut: der Wahn nie mein Gemüth bethöre, als wär es schon genug gethan, wenn dir nur äußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müssen, die dir gefallen - 7. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Verbrechern nimmt; dem, dem ist seiner Tugend wegen ein unvergänglich Heil bestimmt! Mel. von Nr. 324. 330. dh weiß es wohl, ich selbst verdient es nicht, daß du, o Herr, mich vom Verderben risfest, ja, wenn du mir nach meinen Werken missest, so ist der Tod mein Urtheil im Gericht. wollen. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die, Herr! zu Jesu sagen, und nicht dabei mit Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, in ewgen Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glanben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie bloß äußerlich bekennen. Gib, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 2. Die Gnade mur in Christo macht mich frei; doch soll ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich dir, mein Gott, verbunden sei. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Hölle möcht entgehen, dein Ebenbild follt mun in mir entstehen; drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 4. Du kennst, o Gott, der Men schen Herz, und liebst, die redlich 4. Mein Leib und Seel soll, als handeln. O laß in Frende und in dein Eigenthum, von dir, o Gott! Schmerz mich richtig vor dir wanund deiner Gnade zeugen; nicht nur deln. Dein Wille sei mein Augen der Mund soll niemals hiervon schwei- mert. Hilf mir selbst ihn vollbrin, gen, der Thaten Stimm erhöhe dei- gen; durch dich muß jedes gute Werk nen Ruhm. dem glücklich noch gelingen, der deine 5. Des Glaubens Kraft kann ich Hülfe suchet. ja anders nicht zu meinem Trost, als 5. Doch wenn ich aus Unwissenans den Früchten merken! den Näch- heit und Uebereilung fehle: so thu sten reiz ich auch zu guten Werken an mir Barmherzigkeit, und richte nicht anders, als durch meiner Werke meine Seele durch deine Gnade auf Licht! vom Fall. Erhalt mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dir ohne 6. Ach, nimm mich auf in deines Sohnes Reich, o Gott, laß mich nicht nur Herr! Herr! ihm sagen; sein Fehltritt diene! oder dem christlichen Mel. Allein Gott in ber höb.- 15. 332. ein bin ich, Herr, dir will ich mich zum Opfer ganz ergeben; rechtschaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben. Wie könnt ich eines andern sein? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Angesicht, mich von der Finsterniß zum Licht, zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, Herr, dein ist Barmherzigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seid, rufft du, geistlich mir geweiht, und meiner Gnade Kinder! ihr irrt und fündigt; fasfet Muth; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und ftirbt zur Tilgung unsrer Strafen, büßt für die Lafter und erwirbt Befreiung ihren Sclaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! o laß mich feines andern sein. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, Gott, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gefreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirke, Gott, dein Geift in mir! ich habe kein Vermögen, die Sünd und alles, Gott, was dir verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin, und gib mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 7. So werd ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte! besteh einst mit der kleinen Schar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad und Treue mich gerecht und selig machte. Wandel überhaupt. 183 Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet an!" 2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. blickt, ist Ordnung, Eintracht, Har3. Wohin mein Auge, Gott, nur monie; und ich, mit deinem Bild geschmückt, empöre mich und störe sie. 4. Du schufft das menschliche Geschlecht; durch dich, Gott, sind wir, was wir sind; du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; du bist mein Vater, ich dein Kind. 5. Wie darf, wer, Bater, dich nicht ehrt, des Glücks, dein Kind zu sein, sich freun? Nur die find dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weihn. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud und Seligkeit. 7. Nur das, was bös und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Gott. Weh dem, der seine Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand und Noth. 8. Gott ist, wenn er Gefeße gibt, tein menschenfeindlicher Tyrann; bloß weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Last und sanft sein Joch. Wers willig trägt, fetzt seinen Lauf stets freudig fort, und fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb und Huld gehorsam sein aus Dankbarfeit; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor; uns rühret und erwedt sein Geist: und ich verschlöffe Herz und Ohr? 12. Nein! Gott dir sei mein Herz geweiht, Gehorsam sei mein größter Mel. Komm, o Gott, Schöpfer.- 197. ein, Gott, ift Maje333. und alles ist dir unterthan. Dir werde und heilge mich, dein Eigenthum. 184 Zweiter Theil. Bitten um Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 90. 334. Hverleihe mir, daß ich nur dich begehre; mein ganzes Glück nur such in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß weder leid, noch Glück und Freud mich jemals von dir trenne. Von der Heiligung, Nein mir heilig sein; laß mich nicht lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und ilf mir, mein Gott! Sanftmuth schlichten. 8. Herr! lehre mich Enthaltsamkeit, gib mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Luft mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billig, feit mit meinem Nächsten handeln. - 2. Erfülle mich mit wahrer Reu, wenn ich dich, Gott, betrübe, gib, daß ich alles Böse scheu, und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorsatz je verletzen. Der Seele Heil, mein ewges Theil, laß mich recht theuer schätzen. 3. Mein Gott! ich bitte dich, verleih mir einen festen Glauben, der ftandhaft, treu und thätig sei, und laß mir den nichts rauben. Gib, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getroft umfaffe. 9. Gib, daß ich stets den Müßig gang fammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienent mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohl gelingen, und segnest du das, was ich thu, dir dafür Ehre bringen. 10. Ach, gib mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Freud und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir, den Lohn der Treue geben. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß ich den Heiland liebe, und bilde mich nach seinem Sinn; gib, daß 335. ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu schämen, und stets bereit mit Frendigfeit sein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müffe Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterfeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachfucht Triebe; gib, daß den Feind so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. wenn 3. Wenn deine Furcht mich liberall begleitet, und meinen Gang, mich kein Mensch sieht, leitet, wie 6. Nach vielem Reichthum, Gut sicher werd ich deine Wege wandeln! und Geld, Herr, laß mich ja nicht wie richtig handeln! trachten. Laß mich die Ehren dieser 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und großem Namen streben; laß mich vielmehr nach deiner Lehr in wahrer Demuth leben. Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien! stets werde mir das Gleissende der Lafter nur mehr verhaßter. & 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu 7. Die Falschheit, List und Heuche- meinen Pflichten, so mag die Welt, lei hilf mir sorgfältig fliehen; me wie ihrs gefällt, mich richten; ich müß ich mich durch Gleisnerei um hab ich deinen Beifall, tann mit Dienschengunft bemühen. Laß Ja und Freuden Berachtung leiden. Mel. von Nr. 55. Ich habe, Gott! mir erustlich vorgenom men, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 2. Erforsche mich, sieh, ob ich's redlich meine! gib, daß ich nicht bloß, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Du achteft nicht das Ansehn der Personen, wirst billig alles richten und belohnen, mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend ich meiner Prüfung Stunden. Werd ich im Tode wie Mel. von Nr. 17. schön verwandeln ſich dann meine 337. Dugend scheufſt, Gott, er Verstand und Leiden, und werden Freuden! Mel. Herr Chrift, der einge Gottessobn.- 94. Vater meines Lebens! wo du nicht Thun und lassen lenkst, so leb ich 336. Herr Jefu, Gnadenſonne! hier vergebens. Denn, wen dein Geist Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet; versag dies Glück mir nicht! 2. Mit vielen großen Sünden reiz ich dich wider mich; doch laß den Zorn verschwinden, vergib genädiglich. Du pflegst dich ja der Armen mitleidigst zu erbarmen; ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen des alten Menschen Sinn. Weg Sünden, die mich quälen! Herr! lasse mich forthin mit einem heilgen Leben mir felbst das Zeugniß geben, daß ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort. Wie blöd ist mein Verständniß, und welch ein finstrer Ort! doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die düstren Schatten fort. 5. Ach, Herr, wie gar geschäftig ist Fleisch und Blut in mir! erzeig dich in mir fräftig, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 185 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stiltet deine Treu; dir zeig ich mei nen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Willen beständig mög erfüllen, so steh mir trästig bei! 7. Schwach bin ich, gib mir Stärke; der Feind schreckt, gib mir Muth. Weg, Ruhm der eignen Werke! Herr! was dein Geist nicht thut, was ich aus eignem Triebe bald lasse, hald verübe, ist böse und nicht gut. ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. 2. Drum, Vater, neig dich väterlich zu deinem schwachen Kinde. Gib mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle, vielmehr von meinen Lippen dir manch freudig tob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spötter höre, damit in meinem Glauben mich tein frecher Thor bethöre. Hilf, daß kein Witz der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht durch mich dann Zwietracht stifte, nie mich zur Schmäh sucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir, vor unverschämten Blicken, und vor unzichtiger Begier, die Unschuld zu verstricken. Laß sie den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schätzen; was reiner Engel Aug erfreut, das sei auch mein Ergetzen; was du liebst, ihr Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Lust, die bloß den Leib ergeßt, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schätzt, bringt Nachreu, Elend, Schmerzen, und stürzt zuletzt zur Hölle. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und 186 Zweiter Theil.- Von der Heiligung, denket, als was den Glauben stärkt| Rohr, vom Wind regiert, so irrt, und nährt, und Luft zum Guten von Leidenschaft verführt, auch oft schenket; was mich zu jenem Leben mals meine Seele. Herr, hilf mir, bringt, wo man bei dir stets lebet, daß ich als ein Christ das flieh, was dein Lob mit allen Engeln singt, den vor dir strafbar ist, und nur das Heiland steht, erhebet, und ihm fich Gute wähle. ähnlich schauet. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanten. Erhebe den verirrten Sinn zu himmlischen Gedanken! wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, so wird es mir gelingen. Ich halte deinem Willen still. Ich will mich ändern, Herr, ich will. Gib selber das Vollbringen. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 338. Gott ott! dir gefällt kein gottlos Wesen. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Bahn, wenn du mich nicht begleiteft, 3. Umsonst such ich der Tugend Sünden mit inniger Beschämung sehn; und nicht, befreit von Menschenwahn, durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. zu deiner Wahrheit leitest. Du haffeft Ich will forthin das Unrecht scheun du verehret sein. Herr, hilf um Jesu jeden falschen Schein. Mit Ernst willst und deinem Dienst mein Leben weihn. willen! Erhebe den gebeugten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 3. O stärke mich in dem Gedanken! gib meinem Vorsatz Festigkeit, und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschloffenheit. viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! Wie - 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! Je doch du trugst mit mir Geduld. Laß, Vater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil. Dlaß michs als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 4. Gib, daß er mir stets Hütlfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Geifte dir bis zum Tod ergeben sei! so sieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 5. Ich bin ein Mensch. Du kennest mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleihn, und mich mit 6. Erquicte mich mit deinen Freu- deiner Hülf erfreun, vor dir gerecht den, schaff ein getroftes Herz in mir, zu leben. Ich, dein erkauftes Eigenund stärke mich in allen Leiden. So thum, will dafür deines Namens halt ich mich, mein Gott, zu dir, Ruhm in Ewigkeit erheben. bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. O Gott, du frommer Gott-8. ein Vater und mein 340. Mein Gott, der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heilges Wort gegeben: regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgjam sei, was, den Irrweg leiten. So wantt ein Gott, dein Wort mich heißt. Mel. An Wasserflüssen Babylons.- 97. 339. Erbarm bich, Herr! du kennst mein Herz. Geneigt zu Eitelkeiten, läßt sichs durch Freude und durch Schmerz oft auf oder dem christlichen Wandel überhaupt. 187 2. Verleih, daß ich zuerst nach mir sterben, dir zu leben, und mach deinem Reiche trachte, und kein ver- in mir, Herr, alles neu. Ach, wirt gänglich Gut zu übermäßig achte. in mir zu deinem Ruhm, mein Gott' Wer nach dem Ewigen mit rechtem das wahre Christenthum! Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sei. 3. Reiß los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 4. Gib, daß ich als ein Christ, mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gültigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischeslust ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchelschein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzeucht, dir noch getroft vertraun. 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut; wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! Mel. Nun danfet alle Gott. 9. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden: o Bater! so verlaß, wenn meine Hütte 342. Du fagst: ich bin ein Christ. Wohl dir, bricht, mich Sterbenden mit Trost wenn Werk und Leben dir deffen, und froher Hoffnung nicht. was du sagst, Beweis und Zeugnis geben, und wenn dein ganzes Thun, Mel. Wer nur den lieben Gott- 7. durch Gottes Kraft und Geist, von ein Gott! ach, lehre deinem Christenthum die ächten Pro341. Mmich erkennen den ben weiſt. Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 4. Regiere du fselbst meine Seele, damit ich Chrifto folge nach, und stets den schmalen Weg erwähle, ja Ehre such in Christo Schmach. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte! hilf, daß ich dir verbleibe treu! daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gefreuzigt sei. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sei; laß mich - 2. Du sagst: ich bin ein Chriſt. Der ists, der Jesum tennet, der seinen Gott und Herrn ihn vor den Menschen nennet, und thut dann auch dabei, was Chriftus ihm gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 188 Zweiter Theil.. Von der Heiligung, 3. Du sagst: ich bin ein Chrift. zeigt Born und Haß und Neid, so Wer sichs will nennen lassen, muß bist du ja gewiß vom Christenthum leben, wie er glaubt, und alles Böse noch weit. haffen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch tein Christ, ob er sich gleich den Namen gibt. - 4. Du sagst: ich bin ein Christ, denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl! doch prüfe dich, wie stehts um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 12. Du sagst: ich bin ein Chrift, und rühmst dich des mit Freuden. Doch thust du auch wohl mehr, als manche kluge Heiden? Ach, ich be fürchte sehr, sie flagen einst dich an, weil du vielleicht noch nicht so viel, als sie, gethan. 13. Sag nicht: ich bin ein Chrift, bis daß dir Werk und Leben auch deffen, was du sagst, Beweis und 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar Zeugniß geben. Der Name machts oft und viel gebrochen? Hast du als nicht aus; ein Christ muß, ohne Gottes Kind dich, wie du ihm ver- Schein, das, was er heißen will, sprochen, in allem Thun erzeigt? dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? im Wesen selber sein. 6. Du sagst: ich bin ein Christ, weil ich die Gnadenlehre zu Haus und öffentlich beständig les' und höre. Ja, Lieber, thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, der ist dem Höchsten werth. 7. Du sagst: ich bin ein Chrift; ich laß mich öfters finden bei Jesu Bundesmahl, mit Gott mich zu ver14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wah rer Christ zu sein, und nicht nur so zu heißen! denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, ges langet nimmermehr zu dir ins Him melreich. Kampf der Heiligung. Mel. Durch Adams Fall ist ganz.- 90. binden. Doch zeiget sich bei dir in 343. Oft benkt mein Her wie es ſei, Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müth, sie ist der Sieg der Lüste! jedoch, mein Gott, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? rung nach solchem heilgen Brauch? 8. Du sagst: ich bin ein Chrift! ich bete, lef und singe; ich geh ins Gotteshaus. O lauter gute Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entfernet bist, und deiner Andacht Zwec die Ehre Gottes ist. 9. Du sagst: ich bin ein Christ! Wer kann es dir gestehen, er könne solches denn aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht dein ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Christi Jünger ist, der wandelt so, wie er. 10. Bist du ein wahrer Christ, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Vorbild sein. Wenn unverfälschte Liebe dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so sag: ich bin ein Christ. 11. Doch wenn man noch an dir das Gegentheil verspüret; wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regieret, wenn statt der Sanftmuth sich zum Eutzüden. 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich oder dem christlichen Wandel überhaupt. 189 4. Gott, hättest du es uns ver- Bitten um Beständigkeit und gönnt nach unsers Fleisches Willen, Wachsthum in der Heiligung. wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Mel. von Nr. 72. Bosheit uns zu fränken: was müßten wir doch dann von dir, du weiser Bater, denken? 5. Du willst, wir sollen glücklich sein, drum gabst du uns Gefeßze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schäße. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 344. Schön ist die Tugend, und meiner ganzen Liebe werth. Mit mein Verlangen, Seel auch oft begehrt. Ach könnt aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine ichs, wie würd ich mich freun! wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott ist der Seligkeiten Fille Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordvon Ewigkeit zu Ewigkeit; denn fein keit her war er gut; er bleibts, und nung und Vollkommenheit! Bon Ewigrecht ist, was er thut. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ift's, fie wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. 3. Wie schnell umhüllen Finsterniffe mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Entdahin. Bald wähl ich, was dem schlüsse, den Morgennebeln gleich), Dienst, o Welt! Herrn gefällt, bald wieder deinen 7. O stärke mich dazu mit Kraft, so wird es mir gelingen. Du bist es, 4. Ich Armer! darum fommt kein Gott, der beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wer Kräfte hat, wird Friede in mein verschmachtetes Gedurch Gebrauch von dir noch mehr be- bein! wie bin ich dieses Wechsels kommen; wer aber nicht hat, dem wird milde! wann werd ich fest im Guten sein? Wann nicht mehr straucheln, auch das, was er hat, genommen. allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 8. Mich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister. Ihn zeigte mir, und ihn betrat ja felbst mein Herr und Meister. laß mich nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. in deiner Liebe mache mich, weil ich 6. O bilde, Vater, meine Seele! 9. Gib, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich, und ernstlich allezeit gedenk an meine zu meinem Trost dich wähle, getroft Bahre. Das Kleinod, das der Glaube und unveränderlich. Denn bin ich hält, laß neuen Muth mir geben, erst dein Eigenthum, so bin ich ewig und zu den Freuden jener Welt mich auch dein Ruhm. oft im Geist erheben. Mel. von Nr. 234. 10. Erhalte mich stets unverzagt, wenn wenn mich, so viel mein Herz auch 345. Mie felig, Berr! ift der Gerechte, du. wagt, stets neue Schwachheit drücket. Du siehst nicht auf die That allein, bu siehst auf meinen Willen; ein göttliches Verdienst ist mein! dies laß mein Herze stillen. 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie dig unbefleckt und hell, daß nie der feuchte mir in voller Klarheit bestänKinde sei. Sünde Täuscherei gefährlich deinem bist sein Schild und großer Lohn. O, daß ich ganz gerecht sein möchtel doch ach, wie wenig bin ichs schon. Du weißt es, Gott, ich bin noch weit entfernt von der Vollkommenheit. 190 Zweiter Theil. 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift stimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenns Herz gleich bessern Vorsatz nimmt. Ja, oft verlezz ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. - Von der Heiligung, 4. Gib, daß mit brünstiger Be gier ich fest stets an dir klebe, zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich vor der Welt erhebe! ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevoll dein Antlitz ewig schauen! 5. Ich kämpf, ermatt und strauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in De muth hofft. Du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Troft empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du fannst mich im Guten stärken; drum fall ich, Bater, vor dir hin. heilig ganz zu sein, borgnen Fehlern rein. O mach, um mich von ver4. Bon aller eitlen Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft. Erweck und mehr in mir die Triebe zu dem, Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. was wahre Beßrung schafft. Laß 347. Du, der Herz und Nie sein, und meine ren Ewiger, erforsche mich! ach ich war von dir getrennet, aber du erbarmtest dich, hörtest mein Gebet, mein Sehnen, Heiligkeit gedeihn. 5. Du wirst das demuthsvolle Flehen des Sünders, der dich scheut und ehrt, o Gott der Gnade, nicht sahst die Inbrunst meiner Thränen, verschmähen. Du bist es, der Gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir. Das, was ich bitte, gibst du mir. schenktest mir selbst deine Huld, und bergabst mir alle Schuld. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu.- 256. 2. Ach! erforsche selbst mein Herze! sieh, es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, ungewiß und träge geht mein Fuß der Tugend Wege, und zu oft noch sieht mein Blick auf der Laster Bahn zuritd. 346. H Herr err, mein Erlöser! nur von dir kann ich mir Hülf erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. 3. Als zuerst vor meinen Blicken Des wahren Gaubens Kraft und der Verblendung Nacht verschwand, Licht, das selige Bestreben, dir zu und mein Auge voll Entzücken, Gott, leben, und Muth zu dieser Pflicht, dein Antlitz wieder fand: wie war da das wollest du mir geben. der Reiz der Sünden mir so leicht 2. Du hafst dein königlich Gebot zu überwinden! ihre Schrecken sah mir tief ins Herz geschrieben: von ich mur, aber keiner Anmuth Spur. ganzer Seele soll ich Gott, wie mich den nächsten lieben! wenn ich nach deinem Worte thu: so hab ich schon hienieden großen Frieden, und welches Heil hast du den Frommen dort beschieden. 4. Wenn, von Andacht hingerissen, ich den Himmel offen sah, lag die Welt zu meinen Füßzen und, Gott, deinem Throne nah, mischt ich in der Engel Chöre den Gesang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergibt. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitel keit, dein war ich müde! Welt, ich fluchte deiner Lust! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd und Himmel werth. 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreißen. Denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Müh sie, solche zu verdienen, sich erfühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst fie ihnen. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Ihr dem Beten heilge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin seid ihr verschwunden, Gluth der Andacht, ach wohin? Oft noch such ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünstigkeit. 7. Wenn die Menge der Berächter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht; wenn sie pöttisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen: dann vergeß ich meine Pflicht, ich bekenne Jesum nicht. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes märtrer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter sie. Auf des härtsten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, konnten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe start gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht: hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Bater, bis ans Ende sei dir mein ganzes Herz getreu. 10. Wer getreu bleibt bis ans Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ewge Siegeskron. Kampf und Muth war nicht vergebens, Gott gibt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht ins Gericht, stirbt des Tods der Seele nicht. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. ( Im Choral, und im Melodienbuch für Kurhessen ist zu diesem Liede die achte Seile wegzulaffen, die vorleşte Note e in der sechsten Beile aber zweimal zu fingen.) 348. J charmer Sünder, wer bin ich, daß du, o Gott, stets meiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonft, und mir nicht nach 191 Verdiensten lohnst. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, gibt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf, o Vater, nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe gränzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel selbst verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 3. Vertreib, o Gott, des Irrthums Nacht! entreiße mich der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! sie sind gekrönt! ich noch im Streit: o gib auch mir Beständigkeit! 4. Schmal ist der Weg zu Gottes Höhn, und wenige find, die ihn gehn! die Pfort ist eng und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Sch lieg auf meinem Angesicht, und fleh und weine, laß dein Licht mir leuchten, Vater, laß mich dein im Leben und im Tode sein. 5. Der mir in Christo alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben und den Staub! erbarm dich mein, und steh mir bei, daß ich des Kleinods würdig sei, das Christus mir so theur erwarb, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, du erbarmtest über mich, verföhnter Gott und Vater, dich. Vom Leibe dieses Tods befreit, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Gott, ewig dafür dankt, daß sie dein Tugend nicht mehr wankt, und dir, Gnadenlohn beglückt, und deiner Sieger Krone schmückt. Von der Heiligung, nicht Schmach, nicht Tod noch Leiden. Ich bin durch Jesu Blut erfauft; ich bin auf seinen Tod getauft. 10. Der uns in Christo alles gibt, Gott, wird mich nicht vernichten! der uns bis in den Tod geliebt, der wird mich einst nicht richten! wenn Erd und Himmel untergehn, werd ich zum Leben auferstehn. 192 Zweiter Theil. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. 26. 349. ald oder spät des Bald Todes Naub, wall ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher, doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen; vers achten, was auf Erden ist, hinauf zu Gott sich schwingen; getroft den Pfad der Trübfal gehn, und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser turzen Pilgerschaft. 4. So lang ich noch ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle: so schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn, durch deinen Geift zu dir hinan. 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schutz zu traun, und meine Hoffnung, dich zu schaun. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit foll nie mir meinen Glauben, den füßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? Von der Nachahmung des Erlösers. 26. 7. Verzagt und schwach sind Fleisch nnd Blut, und eitel unsre Werke. Der Glaub allein gibt Kraft und Muth, und nur durch Christi Stärke find wir, in Angst und Traurigkeit, getroft, und überwinden weit. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. elch hohes Beispiel 350. W gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! sollt ich nicht gern und mit Begier dir nach zuahmen streben? und nicht den Weg, den du betratst, auch gehn, und das thun, was du thatst? 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit und alles leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die fund an uns soll werden? Wie schnell flieht dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig selig bin! 2. Dein Herz war voller Heiligteit, so rein, wie deine Lehre; dein Thun Lieb und Rechtschaffenheit, dein Endzwed Gottes Ehre; hier schafft du mir Zufriedenheit, und dort einft ewge Seligkeit. 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll mich von ihm scheis 3. Darum entãußertest du dich, und den! nicht Wollust, Güter oder duhm; stiegst vom Himmel nieder, wardst 11. Nicht Trübsal mehr, nicht leid noch Schmerz betrübet dort die Sei nen, nicht flagen mehr wird unser Herz, nur Freudenthränen weinen; er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thränen ab. 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir wer den dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 13. hr, die ihr ihn erhabner preist, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein verklärter Geist in eure Subellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobgesang. 14. Du, der uns dieses Heil er warb, laß, Jesu, michs ererben! du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sei. 1 oder dem christlichen Wandel überhaupt. Mensch, ein armer Mensch, wie ich; uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, um uns zu Herrn zu machen; den Kranken gabst du Trost und Ruh, und warst start in den Schwachen; du trugst die Leiden mit Geduld, und trugst sie sonder eigne Schuld. 5. Du starbst für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freundel erfüllst für uns des Vaters Rath, und bitFeinde. Du gehorſam bis zum Tod, und ehrteſt 352. Kommt zu mir, spricht Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. her, Mühselge, auch im Tode Gott. 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Nichtschnur hinterlassen, daß ich gefinnet sei gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir, und thu, wie ich. 193 4. Das Böse sucht er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört ihn nicht um Rache schrein; er übergab es Gott allein. So sei auch du gefinnet! 5. Wenn Stolz und Eigenliebe sich, o Seele, bei dir reget: so stärke Jesu Beispiel dich, dann wirst du nicht beweget. Ach, nimm doch dessen Wort in Acht, und denke, wie ers hat gemacht. So sei auch du gesinnet! 7. Ich komme, Herr, gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei, und nicht mich fälschlich nur so nenne: damit ich deinem Beispiel treu, auch andern felbst ein Beispiel fei. - 2. Wie lange säumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, und folget meinen Lehren. Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last. O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. Ruh und Erquictung findet sich bei Mel. Es ist das Heil uns tommen. 6. 351. D Seele, hane Jeſum mir, und troſtreich werd ich mich gean! hier kannst du an bezeigen. Gottes Sohn, o kommt, seid ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Trost? Nur Trost und Heil, wird dem, der zu mir kommt, zu Theil, ich heile euern Schaden. recht erkennen, was wahre Demuth 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach heißen kann, und was wir Sanft- dir, zeuch mich dir nach, so laufen muth nennen. Er stellt sich dir zum wir, dir will ich mich ergeben. Ich Muster dar; wie Jesu Christ gesinnet weiß es, o Herr Jesu Christ, daß war. So sei auch du gesinnet. außer dir kein Netter ist, bei dir ist Heil und Leben. 2. Er war der große Gottessohn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er feinen Himmelsthron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohl zuthun bereit. So sei auch du gesinnet! 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demuth jedermann zu dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, sanftmüthig sein, Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Vaters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht und that, verehrt er seines Vaters Rath. So sei auch du gefinnet! 6. Ach, bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh am Ende meiner Tage. 13 194 25) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. von Nr. 55. 353. Soll ich mein Geift, o ben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. 2. Laß doch, o Herr, dein Licht 354. mich stets erfreuen, und meiner Seele Finsterniß zerstreuen; erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre, dein Glanz berfläre. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durft nach Glüd so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen. Zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werte uns deine Weisheit, deine Süt und Stärke; auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! uns unter wiesen. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns beffern wollen. 7. Ach, möcht ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruhn von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unftät, trag, er scheuet der Ueberlegung Müh, und, schnell zerstreuet, sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde. 11. Dann werd ich immer heller dich erkennen, und täglich mehr von gehorchen, fröhlich dich erheben, die, Gott, nur leben! gern 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, feine Grenzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Lust und Friede! Mel. von Nr. 72. Mo find ich Gott, den Wº meine Seele bor allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 2. Wie wollt ich dich, mein Gott, nicht preifen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern fie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlich teit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im Spie gel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, hätte meine Seele Flügel, fich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn! wie würde sie sich deiner freun! wie felig, wie verherrlicht sein! 4. Dürft ich, am Fuße deines Thro nes, mit deinen Engeln dich erhöhn; könnt ich im Antlit deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, lob sänge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werie mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und deinen weisesten Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unters weist? 7. Doch, wenn in meinen Finsternissen er auch mein blödes Aug er hellt: was lern ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt immer Stückwerk in der Welt. Ich suche dich, und Zweiter Theil.- Von forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört ich nur auf deine Stimme in deinem Worte, hört ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme 5. Vor allem laß bei mir lebendig, der dir lobsingenden Natur: so lernt o Höchster, dein Erkenntniß fein; ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freun. laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb und Ehrfurcht weihn. gib, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 9. Wie brünstig würd ich dann dich lieben! mit welchem Eiser würd ich mich dir, Vater, zu gefallen üben, wie selig wär ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geist, gleich Kin- niß, dern, Tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Vater, ich empfinde mein Elend! Zeuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde! Dein Geist der Weisheit wohn in mir! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert ſei. 11. Gib, daß der Strahl von deiner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher seh, und mit mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum ftammeln kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. der Erkenntniß Gottes. 195 und den, den du für uns gegeben, hier so erkenne, wie du mich in deinem Wort es selbst gelehrt, bis einst sich meine Einsicht mehrt. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 355. ein Gott, du wohnest Mei zwar im Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt! doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, » Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 6. Was hilft das richtigste Erkennt wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nütt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum lente, Herr, auch meinen Sinn durch Wahrheit dir zum Dienste hin. Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. 356. Mie felig bin ich, wenn zu Gott sich schwingt, und, wenn er seinen Schöpfer preift, der Engel Werk vollbringt? 2. Wer gleicht Gott? wer ift fo geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Angesicht. 2. So gib denn, daß ich darauf 3. Ein voller Strom von Wollust achte, als auf ein Licht im dunfeln quillt aus seiner Wissenschaft. Denn Ort; und wenn ich ernstlich es beer ist selig und erfüllt mit Freuden, trachte, so hilf selbst meinem For- was er schafft. fchen fort; laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen sein. 4. Dich kennen ist das ewge Leben. Drum hilf mir, Bater, daß ich dich 7. Laß dein Erfenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahres Troftes sein. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glauben deiner freun. Dort seh ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er. 3. Dein Wort sei mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren 5. Auch ich entstand, weil er mich Weisheit führt. Laß mir doch keinen schuf, um ewig froh zu sein. Heil, Irrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiert. Kein Spöttergeist verführe mich; kein Zweifel sei mir hinderlich. Seele, dir! denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freun. 6. Schon siehst du durch ein dämmernd Licht den Unaussprechlichen! dort wirst du ihn von Angesicht in größrer Klarheit jehn. 13* 196 26) Von der Liebe und Mel. von Nr. 234. Dankbarkeit gegen Gott. dräut, ist sie mein Sonnenschein. Mich können keine Leiden von deiner Liebe 357. ſie immer ſein. ie sollt ich dich, mein Du hast mich ja zuerst geliebt, und, von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, der Leben gibt. Herr, dies Geschenk zeigt rührend an, wie huldreich du mir zugethan. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk ich an deine Treu, denn Vater, deine Seh ich Güte ist alle Morgen neu. nur stets auf dich, wird mir die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstützest mich. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Armen dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung fassen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer sein. 5. Wie gut ists, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; dies stärkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh ich 5. Führst du mich gleich auf rau- zwar die Bahn, da mein die Welt Hen Wegen, so thust du es zu mei- vergißt; doch du, Herr, denkst noch nem Heil. Auch unter harten Kreu- meiner, wenn auch auf Erden keiner zesschlägen hab ich an deiner Huld doch mein eingedenk mehr ist. Theil, und nach vollend'ter Leidensbahn nimmst du mich einst mit Ehren an. Mel. Herzlich lieb hab ich dich.- 141. 6. O reiche mir, auch wenn ich 359. De er du mich als ein Ferbe, Herr, deine Baterhände zu. Vater liebst, und Dann tröste mich mein fünftges Erbe! mich mit Wohlthun ganz umgibst, dann führe mich in deine Ruh. Mit Gott, meiner Seelen Freude! ich völliger Zufriedenheit lieb ich dich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, dann in Ewigkeit. mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg befannt, hältst mich bet meiner rechten Hand, regiereft meinen Lebenslauf, und hilfest meiner Schwach heit auf. Herr, mein Gott! du bist mein Licht, du bist mein Licht! ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf 2. Von Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe sein. Und wann ist eine Zeit verfloffen, da du, mein Gott, mich zu erfreun, mir nicht noch weit mehr Guts gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Anbeginn, und hast mein Herz zu dir gezogen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünstger Dankbarkeit, mein ganzes Leben sei geweiht. 4. welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weihn! zib du mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet sein. St deine Gnade nur mit mir, so bleib ich stets, mein Gott, an dir. mel. Beuch ein zu deinen Thoren.- 301. 358.' dich, mein Gott, AT gedenken, ist Pflicht und Troft für mich. Wenn Sorg und Gram mich kränken, so sieht mein Aug auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Dent ich an deine Liebe, wie werd ich dann erfreut! wenn alles um mich trübe, und mir ein Wetter Zweiter Theil. Von der Liebe und Dankbarkeit 2c. 197 rauher Bahn nimmst du mich dort warte drauf, ich warte brauf; nimm mit Ehren an, wo mich vor deinem mich in deinen Himmel auf. Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr! mein Gott! ach voll Begier, ach voll Begier wünsch ich zu sein, mein Heil, bei dir. 3. Mein Sinn ist ganz auf dich gericht't. Hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich auch selbst im Himmel werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, so möcht ich nicht auf Erden sein. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten: dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig sein. Herr, meine Burg! ich hoffe feft, ich hoffe feft, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht beharrlich Glauben hält, muß freilich wohl verderben. Er kann, weil er die Lust und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, nur den führst du zur Herrlichkeit. - Mel. O Gott, Vater, ich glaub an dich. 360. M ohlan, mein Herz, sei stets bereit, und zeige deine Dankbarkeit dem Gott, dem du ganz eigen bist; des liebstes Werk das Wohlthun ist; des Heil uns überall begegnet; der den verfluchten Sünder segnet. 2. Er denkt bei jedem Augenblid, bei jedem Pulsschlag an mein Glück. Er ists, in dem ich leb und bin; durch den ich der Gefahr entrinn. Ach, dan kend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend steh! ich Erdenklos, ich schnöder Staub! ich Sünder! ich, der Höllen Raub, erfahr in seinen Liebesarmen sein groß, sein göttliches Erbarmen. 4. D Sünden, die ich je verilbt, und er mir väterlich vergibt: wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht, so oft mit mildem Trost erfreuet; sein Wohlthun wird noch stets erneuet. 5. Auch seine Züchtigungen find für mich oft pflichtvergeßnes Kind Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geift ent zündet, und Glaub und Hoffnung fest gegründet. 6. Drum halt ich mich getroft zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, and zage nicht, auch selbst im tiefsten 6. Ich zähle leichter Stern und Leide. Dein Wort, o Höchster, soll Sand, als alle Güter deiner Hand. allein mein Trost und meine Richt- Der selgen Engel hohe Sprach ift schnur sein, bis sich einst in der selbst für deinen Ruhm zu schwach. Ewigkeit mein Herz vollkommen dei Wie kann es dann mir Wurm gelin ner freut. Gott meines Heils! ich| gen, dein Hallelujah recht zu singen? 198 Zweiter Theil. 7. Doch will ich bringen, was ich fann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib sei dir geweiht zu deiner Ehr in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschreiben; du sollst mein, ich will dein verbleiben. - 361. Schrein sein Ohr herab neigt, daß er meine Klagen im Himmel hört; in allen meinen Tagen soll mein Gebet nur ihm geweihet sein! Der 116. Psalm. Mel. von Nr. 324. Mi Wie lieb ist mirs, daß Flehn. Gott meinem Von der Liebe 9. Wie köftlich ist vor Gott der Frommen Tod! o Herr, ich bin dein Knecht, von dir erforen, von deiner Magd zum Knechte dir geboren! aus Banden risfest du mich, Herr, mein Gott! 3. Da rief ich Gottes heilgen Namen an: ach, Herr, mein Gott, errette und behüte mich doch! gerecht ist Gott, er ist voll Gülte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. 10. Dir opfr' ich Dant, dich will ich stets erhöhn, und preisen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Volk solls sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem 4. Er schüßt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst und fast verzehrt, mich quäle; zu deiner Ruhe fehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! 2. Schon überall um mich war Ruhm! nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Angst umgeben, kaum schien ein Hoffnungsstrahl noch meinem Leben, tief sant ich hin in Traurigkeit und Noth: 11. In Salem, Herr, in deinem Heiligthum, will ich dich loben! durch des Tempels Hallen soll mein Gesang, soll, Gott, mein Dank erschallen, da sing ich: Hallelujah! dir sei 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, mein Aug von Thränen, meinen Fuß vom Fallen! ich will vor dir im Land des Lebens wallen, ein Herold deiner Huld und deiner Treu! 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinem größten Zagen: Gott ist wahrhaftig, jeder Mensch betrügt. 7. Wie kam ich Gott vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohle that seiner Güte! was bringt ihm nun mein dankerfüllt Gemüthe, ihm der so gnädig mich errettet hat? 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöhn, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich ihm, sein Volk solls sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn! Mel. von Nr. 42. 362. u Vater deiner Men schenfinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir dazu Vorschrift gibst. Was dir gefällt, gefall auch mir. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Bertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehu, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sich auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Bater! nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, BVater, mich behutsam fein. und Dankbarkeit gegen Gott. 199 6. Aus Liebe laß mich alles leiden,| Stärk und mehre selbst die Triebe was mir dein weiser Rath bestimmt. wahrer Dankbarkeit in mir. Laß Auch Trübsal führt zu ewgen Freu mich ganz dein eigen sein, so mich den. Wer ihre Last gern übernimmt, deines Wohlthuns freun, daß auch geduldig trägt, und weislich nützt, mir auf dieser Erde Wohlthun wahre wird mächtig von dir unterstützt. Freude werde. 7. In deiner Liebe laß mich sterben. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht Dann wird der Tod selbst mein Ge- zu brauchen mich bemühn; stets den winn, dann werd ich deinen Himmel Zwed vor Augen haben, dazu du fie erben, wo ich dir ewig nahe bin. mir verliehn. Deine Güte reize mich, Da lieb ich in Vollkommenheit dich, daß ich immer brünstger dich lieb, Bater der Barmherzigkeit. und deinen heilgen Willen freudig suche zu erfüllen. Mel. Werde munter, mein. 116. mein Vater, deine Mel. von Nr. 42. 363. Gott weit der Himmel ist. Deines Wohlthuns 364. Mein Herz, ermuntre starke Triebe find so ewig, als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, er schöpfet feine Zeit; und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? - des Gottes, der dein Vater ist! bedente, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Als ich noch der Welt verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wach teft du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nützlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. 3. Nie gedenket mein Gemüthe, Nur wohlzuthun bist du gewohnt. ohne brünstge Dankbegier, jener unver- Drum wird auch mir, mein Gott, dienten Güte, da du durch die Taufe mir Armen, von dir nicht nach Vermir das erhabne Recht gewährt, daß dienst gelohnt. Noch immer steht mir ich für dein Kind erklärt, mich des deine Treu mit Segen, Troft und Segens der Erlösten voller Zuversicht Hülfe bei. darf trösten. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab, mein Beschirmer in Gefahren. An dir hab ich bis ins Grab einen Vater, der mich liebt, einen Vater, der mir gibt, was zum wahren Wohl mir nützet, einen Vater, der mich schützet. 5. Gott, du machst's mit uns stets beffer, als wir wünschen und verstehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dank, wie der Seraphim Gesang: dennoch würde durch mein Loben deine Huld nicht gnug erhoben. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ichs mich versehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn Fluth von Elend auf mich träuft, so siehst du mit Erbarmen drauf, und hemmst allmächtig ihren Lauf. 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein 6. O, so zeuch durch deine Liebe, Retter, voll. O, könnt ich deine Herr, mein ganzes Herz zu dir. große Güte doch so erheben, wie ich 200 Zweiter Theil. Von der Liebe soll! doch meine Kraft reicht nicht| Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.-59. dahin. Du weißt es, Gott, wie 366. Me mächtiger, wenn er AllMi schwach ich bin. die Gnaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir befungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit, und höreft selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. Mel. Dennoch bleib ich stets an dir. 365. Habe deine Lust am Herrn, und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte fennet. Luft an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Luft beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen; und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden, und du triffft im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. - 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmteft du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Ges schick, eh er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück! schon als ein Kind ein Christ. 5. Schwach an der Brust, vers nahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat 156. mich höchst liebreich, Herr, dein Rath darauf zurückgeführt. Herrn 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr, als sie zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Gnad erquickte mich, wenn Sünden mich gefränkt. 9. Bon Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glüd des Lebens Trost mir gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag foll froher mir vers gehn, als, Höchster, dir zum Preis. Sch will dein hohes Lob erhöhn, so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt. und Dankbarkeit gegen Gott. 14. Dich, der mich bei der Welten Sturz mit startem Arm erhob! selbst Ewigkeiten sind zu kurz o Höchster, für dein Lob! 1 Mel. Weft, ich muß bich raffen. 48. 367. D ein ir dank ich für mein mirs gegeben, ich danke dir dafür! Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier! 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich 368. D 201 bereitet war; eh ich zu sein begonnte, und zu dir rufen konnte, da wogft du schon mein Theil mir dar. 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. D Höchster! welch Erbarmen! du sorgtest für mich Armen, 2. Du, Herr, haft mich bereitet, daß ich durch ihn dich denke, ist dein; mich väterlich geleitet bis diesen Au- dein ists, daß er dich preist. genblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, haft du schon ewig mein gedacht. Mel. O großer Gott von Macht. deß ich mich freue, lobsinget dir mein 6. Für alle deine Treue, für das, Geist. Er ist dein größt Geschenke; 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüsteft, dies, Vater, dant ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dies alles, Bater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nützt, wirst du mir geben; du gibsts, ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! 27) Von der Furcht Gottes. Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so fliehn selbst Welten, o Herr, vor deinem Schelten. du erhabner Gott, an Macht unendlich reich! wer ist dir auf der Erd und wer im Himmel gleich? Vor dir erbebt 3. In deiner Hand sind wir, wie Thon in Töpfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht durch die Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geift, o Gott, mit nem Licht. Dich fürchten, fei die Geisterwelt; und was der Him- mir stets so Seligkeit, als Pflicht. Hilf, daß ich, als dein Unterthan, mel in sich hält, muß sich mit der niemals dein entbehren kann, bemüht sei, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. tiefem Schweigen vor deinem Throne beugen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen sein, und auch im Dunkeln mich dein helles Antlitz scheun. Erinnre mich an dein Gericht, wenn zur Verletzung meiner Pflicht die Luft der Welt zu Zeiten mich Schwachen 2. Du hast durch deine Kraft den Himmel ausgestreckt; die Erde fest gegründ't, dem Meer sein Ziel gesteckt. will verleiten. Zweiter Theil.- Von der Furcht Gottes. 202 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Chrifto dich als Vater lieben kann. Gib, daß ich, frei vom knechtschen Geift, mit Freuden dir Gehorsam leift, und mich aus reiner Liebe in deinen Wegen übe. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe bloß, der kann ihm nicht gefallen! die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet 7. Laß, Vater, deine Furcht des uns dir, Höchster, gleich; fie stillet Lebens Leitstern sein, so nimmt kein unsre Herzen, versüßet unsre SchmerIrrthum mich zu meinem Schaden zen, und bringt uns in dein ewig ein. Reich. Sie mache mich von Heuchelei, von Menschenfurcht und Trägheit frei; so werd ich im Gewissen die süße Ruh genießen. Mel. des 26. Psalms. 369. D Gott, wer ist dir gleich, wie mächtig ist dein Reich! dein Dräun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer kann vor dir entfliehen? Dein Arm wird allenthalben kund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hält? Vor dir liegt alles aufgedeckt. Wie sollt ich dann noch wagen, Gehorsam zu versagen, da deine Gegenwart mich schreckt? 3. Dem, was ich lass und thu, fiehst du aufmerksam zu, und bringst es einst vor dein Gericht. Wie sollt ich dann nicht beben? auch bei dem besten Leben bestehen Adams Kinder nicht. 8. Entzünd den Trieb in mir, mit Luft zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir, meines Herzens Troft und Theil. 370. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. or dir, o Gott, fich findlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld fich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die findlich heißt. 2. In allem, was ich thu und denke, laß Herr, das meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Luft zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist; der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier, die mich von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 4. Doch mach von Heuchelei und Knechtesfürcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Ach lenkte bloßer Zwang den ungewissen Gang, wie könnt ich mich in dir erfreun? Nein, laß mich dir, 5. Ja, Bater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit Soll nichts mein ewig Glück erschülts tern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunft bemühn. 6. Gib, daß ich stets ein gut Ge Vater, mein Helfer und Berather, wissen vor dir zu haben sorgsam ſei; mit Willigkeit ergeben sein. und mache von den Hindernissen der Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott 2c. 203 wahren Tugend selbst mich frei. Nie| Gott als Zeugen vor sich hat, der före Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Dent nur, vor seinem Angesicht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. 1 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du haffest heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Bater, werth. 5. Den Herren öffentlich verehren sowohl, als in der Einsamkeit; auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren wird dich stärken, daß du die Welt Wer Gott, dem verachten lernst. Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen, gibt Heldenmuth und Tapfer keit, wenn uns der Menschen stolzes Dränen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schutz, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit! so wirst du nie dich unterwinden mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, 8. Laß deine Furcht, Gott, mich was sein Rath beschließt, der wun- regieren, mich stets auf dich, den derbar, doch heilig ist. Höchsten, sehn! laß sie mich zu der 3. Wirst du den Höchsten kindlich Weisheit führen, so werd ich niemals scheuen, so wird dir keine Pflicht zur irre gehn. Wohl dem, der sich stets Last; nur das wirst du vor ihm bereuen, findlich scheut; dich fürchten, Gott, daß du sie oft versäumet hast. Wer ist Seligkeit. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, so schreckt mich weder Tod noch Grab; so werd ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Se Ihr Lohn wird groß im gen ein. Himmel sein. Mel. von Nr. 72. 371. Millt du der Weisheit Quelle kennen? Es 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung Willen. in seinen Der 11. Pfalm. Mel. von Nr. 46. 372. Voll oll Glauben will ich zu dir beten, o Gott, vor deinem Angesicht! dann kann tein Feind mich untertreten, dann beb ich, Gott, vor Menschen nicht! 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles sich zu freun, noch so verborgne Netze stellen, so will ich doch nicht zaghaft sein. 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde fagen: nun, nun ist er zu Fall gebracht! so werd ich dennoch nicht vers zagen, denn Gott lebt noch mit seiner Macht! 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedränget werde, siehst meinen Jammer, meine Noth. 5. Du kennst und liebeft den Gerech ten, befreist ihn gern von jeder Laft; 204 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, Mel. von Nr. 72. hilfft, wenn sie flehen, deinen Knechten, und hasfest jeden, der sie haßt. Mein 374. 6. Web dem, der den Gerechten fpottet! Gott schaut im Zorn den Frevler an! er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten fann! ein Hort ist Gott, ihn laß ich walten. Sch hoff auf ihn! er tennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoff nung ist? Herr, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bift. Hilf, mein Erbarmer, 373. Auf dich, Herr, nicht auf stärke mich, denn nichts vermag ich Mel. Was Gott thut, das ift.- 267. ohne dich. meinen Rath, will ich meine Glücke bauen, und dir, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich in meinen Tagen als Gott und Bater tragen. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir flehn, ihm bricht sein Vaterherz. 4. Die Lieb ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jefum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt, und jeden 3weifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! dann nehm ich dort aus seiner Fülle Er leite unendliche Zufriedenheit. mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat! - 7. Denn der gerechte Richter liebet der Heiligen Gerechtigkeit, und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm dräut! 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nittzen würde, bestimmteſt meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Du Herr, weißt, was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mir gnädig, eh ich bat, gewährt, wenns deine Weisheit litte. Du forgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschehe. 4. Sft nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst Mel. Was Gott thut, das ist. 267. - das widrige Geschick, bei deffen Laſt 375. Der er Herr ist meine Zu wir flagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. versicht, mein einzger Troft im Leben. Dem fehlt es nie ant Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läß'st du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hoff auf den Herrn, 2. Wer wollte dir, Herr, nicht ver traun? du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich er hilft uns gern. Seid fröhlich, geliebt, verlassen sehen müffen; du ihr Gerechten; der Herr hilft seinen läß'st ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des From Knechten. und der Ergebung in seinen Willen. 205 men Herz wird fret von Schmerz. hab ich nicht auf dich gehofft, als Der Sünder eitles Dichten, pflegst ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, du, Herr, zu zernichten. wie groß ist meine Schuld! an dir hab ich durch Ungeduld vielfältig. mich versindigt. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb; er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Ange blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. - Der 62. Pfalm. Mel. von Nr. 54. 377. Mein Geift soll nun in 119. Gott allein, als 376. Du hast, mein Vater und ſeinem Schute, ruhig sein. Ich stehe dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freude einst verkehret, und daß ich alles, was mich fränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein findlich Flehn und Bitten. Gib meiner Seele wahre Ruh. Was mich bekümmert, lenke du zu meinem ewgen Besten. 4. Erbarmender! vergib es mir, nach deiner großen Güte! und stärke zum Bertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gib, daß ich freudig hoff auf dich, du werdest nie, als Bater, mich verlassen, noch versäumen. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermeistern wollen. So 5. Seh ich auch gleich nicht immerfort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dies sei mein Troft, dies sei mein Licht, wenn mich die Sorgen kränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich gläubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir aufs Reichlichste ersetzen, wenn ewge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergötzen. Da ist mein Erb und höchstes Gut. O stärke mir dadurch den Muth kis an mein selig Ende. dieser Gott mein Held, so tob und stürme nur die Welt; ihr Anfall soll mir doch nichts schaden. 2. Wie lange beutst du, roher Hauf, Verläumdung, Lift und Bosheit auf, um einen Mann zu übermögen? ihr Frevler eilt mit aller Macht, wie eine Wand, die hängt und fracht, nur eurem Fall und Tod entgegen. 3. Umsonst sucht dem, den Gottes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Neider nachzustellen. Da spart ihr keine Tüde nicht. Ihr 206 Zweiter Theil. Von dem Bertrauen auf Gott, fegnet mich ins Angesicht, und flucht| den dich um mich zur Mauer macht. mir gleichwohl in der Seelen. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sei: o, so werd ich hier auf Erden von so mancher Unruh frei. Dann werd ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Bater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele sucht und findet darin großen Trost in Noth. Ja, sein siegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ewges Heil bestimmt. 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim sein: wirst du doch von den Beschwer den dieser Zeit mich einst befrein. D, erwünschte selge Stunden! ewig aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht! bis das alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, bei dir. 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser fein, und meine Sehnsucht bald vergnügen. Er ist der eine, der mich ftützt, und wider alle Feinde schützt. Wie sollt ich stets darnieder liegen? 5. Mein Schutz und Sieg in aller Noth, mein Trutz und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquicket mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer gläubig aus, und gründe sich auf seine Güte. 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, und auf der Großen Schutz vertraut, der wird in seinem Wahn betrogen. Ihr ganzes Wesen weit und breit ist eitler noch, als Eitelkeit, und wird von nichts auch überwogen. 7. Verlaffet euch auf Frebel nicht, und seid auf keinen Raub erpicht! vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! und kommet ihr zu Geld und Gut, so laßt euch nicht zu Uebermuth, noch schnödem Geize je verleiten. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort, das hör ich, deucht mich immerfort: er sei der Herr im höchsten Throne, der Richter, dessen Macht und Treu der Unschuld Hülf und Rath verleih, und jedem nach Verdienste Lohne. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 378. Gott der Wahrheit! deffen stützt und hält, ich erkenn es voller Reue, daß mich Kleinmuth oft befällt. 379. mein an Mel. von Nr. 33. Der ewge Gott volt und Vater die doch keinen Trost mir bringen. allem, was da Kinder heißt, die LebensO wie oft vergeh ich mich, ängstlich quell, der Weltberather, den unser zweifelnd, wider dich. Glaub als Schöpfer preist, der diese 2. Gott, vergib mir diese Sünde! Welt aus seinen Schätzen blos durch nimm die Strafe von mir hin. Schenke, sein Wort hat aufgestellt, und der Vater, deinem Kinde einen dir ergebnen nach seinen weisen Sätzen Zeit, Maas, Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, Gewicht und Ordnung hält: den nicht falsche Hoffnung täuschet, 2. Der hat sein Herz zu mir ge die das Herz aufs Eitle zieht, und neiget in seinem vielgeliebten Sohn, wie leichter Rauch entflieht. den er von Ewigkeit gezeuget, und der mun herrscht auf Gottes Thron, um dessen Willen will er heißen mein Vater und mein Bundesgott, auch 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil du für mich sorgst und wachst, und bei allem Druck der Lei und der Ergebung in seinen Willen. 207 väterlich sich mir erweisen in aller| ift; die Zukunft ändert oft sehr viel, Leibs- und Seelennoth. und setzet jeglichem sein Ziel. 3. Sollt ich nun nicht dem Vater 6. Was sind vor Gott der Mentrauen? sollt ich nicht, wann mich schen Sachen? sein starker Arm verUnglüc trifft, voll Zuversicht aufs Ende schauen, da seine Zucht viel Gutes stift't? ich will es thun von ganzer Seelen, mein Herz sei ganz auf ihn gericht't, so kann mein Hoffen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt Macht und Wille nicht. mag sogleich den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; wie leicht ist es bei dem gethan, der bald erhöhn bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu; denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. 4. O wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ewgen Vaters Schooß! ach laß mich dich allein erwählen, reiß mich von allen andern los; laß mich mit starken Liebesseilen zu dir ftets angezogen fein: so stellt dein 381. M ohl dem Menschen, Kind sich ohn Verweilen, bei dir, mein Gott und Vater, ein. der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergebnen Schmerzen seines Unglücks trübe Nacht trüber macht. 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der fterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. Mel. Wer nur den lieben Gott. We Gott läßt walten, er nur den lieben 380. und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit; wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf teinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halt in frommer Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad und heilger Wille und sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er fennt die wahren Freudenstunden, weiß, wenn ein Glück uns mützlich sei; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei: so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und läsfet uns viel Guts geschehn. 5. Dent nicht in deiner Drangfalshizze, daß dich dein treuer Gott vergißt, und daß der ihm im Schooße fibe, der reich und groß und mächtig - - 7. 3. Wenn der Himmel dich will segnen, so empört die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Widrigs dir begegnen, wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 4. Geht dein zeitlich Heil zurücke, werde nicht so sehr bewegt; der für alles Sorge trägt, dieser sorgt auch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 5. Ist dir mancher überlegen, der es nicht verdienet hat: glaube, Gottes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 6. Haft du Angst vor bösen Leuten: ihre Bosheit, die dich fränkt, ist mit Gottes Macht umschränkt; will dich 208 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, Noth und Tod bestreiten; waffnet| lentet, ist auch von dir nicht fern. Erd und Hölle fich wider dich: Erwach aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er siehet deiner Kummer, und liebt noch väterlich. - 7. Wisse, wen die Allmacht schützet, den erschlägt kein Donnerknall, ob der dicken Wolken Fall gleich mit Flamm und Keilen blitet; ja ob gleich die ganze Welt bricht und fällt. 8. Führ dein Leben nur mit Freuden, warte von des Höchsten Hand, was er dir hat zuerkannt, schicke dich, auch das zu leiden; schweige gern zu allem still, was Gott will. 9. Gott weiß alles wohl zu machen! darum wer sich steif und fest auf dessen, Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt vergnügt. Der 138. Psalm. Mel. von Nr. 42. ch danke dir von ganzem 382. Herr, vor aller Welt. Dein Name lindert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hält, so preis ich deine Güt und Treu, und wie dein Name herrlich sei! 2. Ruf ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleihn! dich müssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam sein! und allenthalben mach ihr Mund die Größe deiner Ehre fund. 3. Der Herr ist hoch; allein er fiehet aufs Niedrige, und hälts in Hut. Nichts ist, das seinem Blick entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd ich doch durch ihn erquickt. 4. Es mag der Zorn der Feinde withen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Arm wird mich behilten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für! vollende nur dein Wert in mir! Mel. Uch Herr, mich armen Sünder.- 67. 383. Chrift, alles was dich tränket, befiehl ge troft dem Herrn. Er, der die Himmet 2. Sinds Sünden, die dich schmer zen? ja, fühle deine Schuld, doch trau mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Reu, die Gott gefällt. Allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt. 3. Trau Gott, nicht deinen Schlüs die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wirds besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück! 4. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen hochheilig, weis' und ihrem Heil erfah, tann kein Erschaffner hindern. Wenn er gebeut, stehts da. 5. Es mag die Hölle wüthen! um sonst empört sie sich, wenn er dich will behüten; und er behütet dich! wer gleicht ihm? seinen Winken gehorchen Erd und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken, dein Schirm und Schild ist er. 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sei stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der Frommen, hoff unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergib dich ihm mit Freuden, sei start in seiner Kraft. Sei auch zur Zeit der Leiden ein Chrift und tugendhaft. Und dann ergreif im Glauben den Trost der Ewigkeit! wer fann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? 8. Sei froh; dein Gott regieret! sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Du denkst wohl unterdessen: der Herr erbarmt sich nicht; der Herr hat mein vergessen! doch höre, was er spricht: und der Ergebung in seinen Willen. 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk an dies Wort und weine die Freudenthrän, o Chrift! und könnt sie ihn vergessen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nie vergessen; der Herr ists, der es spricht. 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich feft, und wiß, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich destomehr erfreun. Zu deinem größern Heile verzieht er; harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegestron; auf turze Prüfungstage folgt ewger Preis und Dant. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. 209 noch mit der Gelaffenheit. Was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich fommen, da mich vollkommnes Glüd erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird von allen meinen Plagen der ewge Nutzen mich erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klagen, voll von dem Dank und Lobe sein: der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! Mel. von Nr. 72. 384. err, mache meine Seele stille! bei allem, was mich kränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bists, der alles ändern kann! und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Trübsal bringt dem ewgen Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrlich sein, siehts gleich der blöde Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfungen beftimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen. Wer hats je ganz genau erkannt? Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer fann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? Mel. Jesu, meine Freude. 89. 385. S( eele, sei zufrieden! was dir Gott befchieden, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, faffe frischen Muth. Ist die Noth dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen: Gott wirds doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben, sei drum unbetrübt! stellt man dir viel Elend für, drohen der Verfolger Rachen: Gott wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe, fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin; droht ein hart Geschicke alle Augenblicke dem erschrocknen Sinn; mur Geduld! des Himmels Huld steht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen, macht nur größern Schmerz; wer sich widersetzet wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last dich Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn. Mag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn: der steht fest, den Gott nicht läßt. Drum laß alle Wetter krachen: Gott wirds doch 14 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste, so ehr ich auch im größten Schmerz dich| wohl machen. 210 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 6. Kronen soll der tragen, der des 7. Liebt den Herrn, ihr seine Kin Kreuzes Plagen in Geduld bestegt. der! die ihm traun, bewahret Gott, Fröhlich ausgehalten, und Gott lassen schrecklich rächt er stolzer Sünder walten, das macht recht vergnügt. frechen Uebermuth und Spott. KeiDrum nimm dir, o Seele! für, alles nem, der ihn liebt, wirds fehlen, Unglück zu verlachen: Gott wirds darum stärket eure Seelen, und die doch wohl machen. ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! - Der 31. Pfalm. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. err! dir trau ich; auf Aus dem 27. Pfalm. 119. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich. er Herr ist meines Le mir 386. H nen Freund, als dich. Damit ich nie schamroth werde, rette, du Gerechter, mich! neige mir dein Ohr und eile schnell daher zu meinem Heile, sei mir, wenn das Unglück dräut, Fels und Burg und Sicherheit. 2. Ja, du bist mein Fels, Erretter! meine feste sichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich auf genommen hat. Eile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß der Feinde Netz entzwei! steh mir, meine Stärke, bei! 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Baterhand übergeb ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst mich, Gott der Treue, und ich hasse, Herr, und schene jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frevel ülbt. 4. Dir vertrauet mein Gemüthe, fröhlich fing ich und entzückt jauchz' ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde haffen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliehst; 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefesselt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich gibst; daß für meine müden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sei deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, treu sich mir erwieMel. O Gott, du frommer Gott. 8. fen hat! angstvoll nannt ich mich 388. s hilft uns unfer het und dein Ange mir ververstoßen, er höret Flehen; schlossen; doch, als meine Stimme wir dürfen stets getroft zu seinem Throne schrie, und dir rief, vernahmst du sie. gehen. Wenn wir in Demuth ihm nur 387. Er ists, der vor Unglück grauen? Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Herz vertrauen. Er schützt mich! Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Troy, nichts schreckt mich mehr, hab ich ihn nur zum Freunde. 2. Empöre dich, ohnmächtge Welt, mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird in seinem heilgen Zelt, zur bösen Zeit mich decken. Sein Rath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöhn zum Heile der Erlösten. 3. Ja, Vater! neige mir dein Ohr, wenn Höll und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: ihr sollt mein Antlitz suchen. Ich eile, Herr, getrost zu dir. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und ſei mein Theil, und beßre, die mich hassen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richtger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. die mich voll Frevel schmähen; ſo 5. Den Feinden übergib mich nicht, werd ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sei froh! harr unverzagt des Herrn, mein Herz! denn Arm des Schwachen. Er ist der er, der Herr, hilst gern. 1 und der Ergebung in seinen Willen. 211 nung blidt? ein Herz, das ihm vertrauet, und gläubig auf ihn bauet, wird doch zuletzt erquict. 5. Ach, wenn wir nur bedächten, wie treulich er es meint! er forgt für die Gerechten, und bleibet ftets ihr Freund. Siehts gleich gefährlich aus, kann er sie doch nicht haffen, noch in der Unruh laffen; er reißt sie endlich draus. flagen unsre Noth: so werden wir erhört, so hilft uns unser Gott. 2. Es hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser sehnlichs Flehn, das hat der Höchste fchon von Ewigkeit gefehn. 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet, und auf das weisefte zu aller Zeit regieret; sein herrlicher Verstand sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig tann gut oder schädlich sein. 4. Es hilft uns unser Gott, der alle Macht besitzet, dem nichts unmöglich ist. Wohl uns, daß er uns schützet! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei: getroft und unverzagt! die Allmacht steht uns bei. Mel. von Nr. 16. 5. Es hilft uns unser Gott, den 390. Herr, mein Gott, durch den ich bin unser Jammer kränket; der sein erbar mend Herz auf unsre Bitte lenket; der aller Güte voll, die Liebe selber ist, und von dem alles Heil auf uns durch Christum fließt. 4. Er wird mich wohl versorgen, und besser, als man denkt. Wer weiß, wie nah der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Hoff6. So fall ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auf ewig mein, und wird mir alles geben, was meinem Stand und Leben wird gut und selig sein. und lebe, gib, daß ich mich in dei nen Rath ergebe; laß ewig deinen heilgen Willen mein, und was du thust, mir eine Freude sein! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke! Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke! was zag ich denn noch einen Augenblick? Du bift mein Gott! dein Wille ist mein Glüd. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogft mein Wohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schicft, ist meine Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müffe keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehret es mein ewig Seil: so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren. 301. 389. Was as hilfts, daß ich mich quäle? Was fränket mich ein Leid? Entreiß dich, meine Seele, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl; er wirds auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen und Besten dienen soll. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Nacht und Tag mit Furcht und So zen sinnen, wie dirs noch gehen mag. Bei Gott bestehts allein; laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dirs wird nützlich sein. 5. Du gibst aus Huld uns dieser 3. Was dich will niederschlagen, Erde Freuden; aus gleicher Hulb Ist nur was dich zur Erde biegt, was dir verhängst du unsre Leiden. mit Angst und Klagen in den Gedan- mein Weh nicht meine eigne Schuld, ten liegt, das wirf in seinen Schooß; so zag ich nicht. Du gibst dabei vertrau auf seine Güte, und mach Geduld. dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein findlich Flehn, mir dennoch bald und mächtig Hülk ersehn. 14* 212 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! soll ich den Himmel erben, und dieser ist im wahren Glauben mein, wie kann der Tod mir alsdann schrecklich sein? - Mel. von Nr. 54. du 391. Mas grämst bu dich, mein banne Sorgen, Furcht und Schmerz! befiehl dich Gott! der wirds wohl fügen. Er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. 3. Durch dich kann ich mit Zuvers sicht das Graun der Nacht besiegen. Mir drohn die Pfeil und schaden 2. Gedenke, daß er alles weiß! was nicht, die an dem Tage fliegen. Die mur geschieht, ift sein Geheiß; wer Seuche, die am Mittag würgt, kann kann doch seinen Willen hindern? ich unschädlich nennen; die sich zur Rein Engel, Fürstenthum, noch Tod, Mitternacht verbirgt, wird mich nicht tein Hohes, Tiefes, teine Noth fann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird bestehn! sein Bund wird nimmermehr vergehn; auf Jesu Tod ist er errichtet. Wenn schon ein Menschenkind betrügt; so denke doch, daß Gott nicht lügt, der fich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnadenbund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dankbarkeit, als Glied an Jesu fich erfreut, wenn auch der Nächste sich bekehret! 5. Wohl dir, o Chrift, du hast es gut! wer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. Muthe singen: o Herr, durch den ich immerfort vollkommen überwinde, du bist mein Heiland und mein Hort, auf welchen ich mich gründe. 2. Du machest meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke, und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von mir zurücke. Ich biete Trots mit deinem den 6. Nun denn! ist dir der Weg bewußt, so hab am Herren deine Luft; du magst dich ihm wohl frei ergeben. Sei gutes Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewissen ist schon hier, im Borschmack, jenes Freudenleben. tödten können. 4. Wenn mir zur Linken tausend, auch noch mehr zur Rechten sterben, so wird ihr gifterfüllter Hauch mich dennoch nicht verderben. Ich seh nur, wie die Sünder mir zur Lehre dienen müssen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich büßen. 5. Ich fliehe dir alleine zu; wenn alle Teufel toben, so bin ich in ge trofter Ruh, o Höchster, aufgehoben. So darf kein Uebel und kein Neid mich jemals überziehen, und alle Plagen müssen weit von meiner Hütte fliehen. 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, fie stehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sei, wohin ich mich nur wende. 7. Auch Löwen tret ich unter mich auf meinen sichern Pfaden; zertretne Nattern krümmen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt er mich furchtsam machen? Onein, ich tret ihn in den Staub, tret auf den Kopf des Drachen. Der 91. Pfalm. Mel. von Nr. 222. 8. Du läsfest mich, sobald ich fleh, dein kräftges Ja verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh, und hilfft er unter Gottes Schat- mir triumphiren, und wirst mir, bin ten ruht, den mag ich einstens satt des Lebens und der tein Feind bezwingen. Er kann, bei Ehren, wie mir dein Wort verheißer seiner Allmacht Hut, mit frohem hat, die Seligkeit bescheeren. 392. Wer und der Ergebung in seinen Willen. Aus dem 146. Pfalm. 393. Mel. Gott des Himmels und der. 32. Herrn zu singen, der mein dem Herrn zu singen, der uns alles Gutes gibt! ihm will ich ein Danklied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet fest. 2. Menschen! ruft die Menschen finder nicht um Hülf und Beistand an! trotzt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Asch und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. L 3. Oso lehnt euch nicht auf Stüßen, die der Tod so bald zerbricht. Gott allein kann euch beschüßen, er hält stets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Unsers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und sein väterlich Gemüthe ist zur Hülfe stets bereit. Suchet nur sein Angesicht; es verläßt die Seinen nicht. 2. Was nüßt es, heidnisch sorgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? du, Vater meiner Tage, weißt, eh ich dirs noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 213 Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir findlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will fie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dirs, dem Herrn. Dir, Bater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hörft, du hilfft, du segneft gern. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du führeft, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen, nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. Mel. D Welt ich muß dich lassen. 48. 394. Wflagen, und in der gebührt. as soll ich ängstlich 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan: kann ich doch des mich trösten, du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele Mel. Von Gott will ich nicht lassen.- 56. kein wahres Wohlfein fehle. Genug 395. Non Gott will ich nicht zum mein Gott 10. Dort, bei der Frommen Scharen, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit Freuden, nach Leiden, den Dank, der deiner Huld überstandnen mir zuvor, da auf unsichern Straßen ich irrend mich verlor. Wie hülfreich fand ich ihn! am Abend, wie am Morgen mich huldreich zu versorgen, ist nun sein ganz Bemühn. 2. Der Menschen Gunst verkehret fich wohl in Haß und Neid; des Höchften Freundschaft währet in alle Ewigkeit. & r hilft aus aller Noth; in Ketten und in Banden wird nicht sein Freund zu Schanden; er hilft selbst aus dem Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen auch in dem schwersten Leid! stets will ich auf ihn schauen; er hilft zur rechten Zeit. Dem Herrscher aller Welt will 5. Herr, alle meine Sorgen, die ich in meinem Leben mich ganz zum Noth, die mich verborgen in meinem Schutz ergeben; er thu, was ihm Geiste nagt, werf ich auf dich, dengefällt. 214 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 4. Und ihm kann nichts gefallen, als was mir nützlich ist. Gut meint ers mit uns allen. Und du, Herr Jefu Chrift! wie laut spricht nicht dein Blut, daß er mein Heil bedentet! der uns den Sohn geschentet, verfaget uns tein Gut. - 5. Lobt den mit Herz und Munde, der alles mit ihm schenkt. selig ist die Stunde, darin man sein gedentt! ihr habt, dazu gewöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einst werden, wenn dort sein Lob ertönt. 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit; doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren: er steht nach furzem Harren bald auf, und jauchzet Gott. 7. So schweig ich denn und dulde das mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. O jene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das sonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! nie fehlet mir mein täglich Brot. Ists gleich nicht viel, doch danke ich; er segnet es, und sorgt für mich. 5. Gott sorgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlaffen find. Er läßt uns seinen Trost erschei nen, wenn mancher Anschlag uns zer rinnt. Geht es den Meinen fümmerlich und mir auch selbst: Gott sorgt für mich. 6. Gott forgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auferlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unferm Wohl, und sorgt für mich. 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter; da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke gibt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo setzt er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Geist zu sich in seine Ruh: Gott Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 396. Gwill ich forgen? Er ott sorgt für mich, was sorgt für mich. Er ist mein Vater, ich sein Kind. sorgt für heut, er sorgt für morgen, so, daß ich täglich Spuren find, wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schützt. Gott sorgt für mich. Aus dem 77. Psalm. 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd ich in meinen Händen schauen, so bald er nur sein Machtwort jetzt Gott sorgt für mich. Mel. von Nr. 201. lebt und ewiglich gar wohl versorgt. 397. Meine Stimme ruft jur 3. Gott forgt für mich, nach Seel und Leibe. Sein Wort ists, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswert treibe, wird für den Leib mir Brot gewährt. Wohl dem, der ihm nur festiglich vertraut, und glaubt: Gott forgt für mich. Höhe, wo mein Retter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu bir! und du neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich streckt sich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Flehn empor, hält mein Leid dir ringend vor! 2. Mein Geist, fühllos Troft zu faffen, wollte sich nicht trösten lassen. 4. Gott sorgt für mich bei theuern Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst Beiten; auch in der größten Hungers- mein Leben, schreckte mich! meiner noth fann er mir einen Tisch bereiten, Seele Selbstgespräche stürzten sie in 9. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh, und wenn ich ausgeschlafen habe, so führt er mich dem Himmel zu, und Leib und Seel vereingen sich, und fingen froh: Gott sorgt für mich. und der Ergebung in seinen Willen. 215 Zebaoth? Er nur zeigt durch Wunderwerke allen Völkern seine Stärke. Mächtig machte seine Treu Jacobs, Josephs Kinder frei. 7. Als du wider ihre Haffer anzogst, sahn dich, Gott, die Wasser; ängstlich sahn die Wasser dich, und die Tief entsetzte sich. Dicke, bolle Wolfen goffen Fluthen, und die Don ner schoffen deine Flammenpfeil umher, und dein Himmel zürnte sehr! 8. Um und um aus deinem Sitze brüllten Donner, strahlten Blitze furchtbar und verschlangen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungestüme wurde deiner Donner Stimme tief der Erde Innerm fund, und es bebte selbst ihr Grund. 9. Dein Weg war in Oceanen, in den Meeren schufst du Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt, und du führtest durch die Hand Mofis, Arons, deiner Knechte, dein Volt, 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; Ifraels Geschlechte, einer Heerde wer ist, der sie tadeln möge? wer ist Schafe gleich, hin in dein verheißnes groß, wie unser Gott, wie Jehovah| Reich. größre Schwäche. Und die Augen hieltest du, daß fie wachten ohne Ruh! 3. Ich war ohne Maaß zerschlagen! mir gebrach auch Kraft, zu klagen. Endlich lenkt ich meinen Sinn auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte seine Blide in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern sann ich nach nächtlich, forschte, dacht und sprach: 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine Gunst verschlossen? hört denn der wohlthätge Lauf seiner Güte gänzlich auf? ist, was er versprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt, daß sein Zorn es ganz verschließt? 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wirds entscheiden! schau, mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich denk an deine Werke, die Beweise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 29) Vom Gebet. Mel. von Nr. 72. 398. De Dein nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein findlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. 4. Sein Heil von dir, o Gott, ein Heil, mein Geist, begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht. Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das unsre Seele nicht zu dem Vertraun, daß du uns liebst und uns gern, was uns nützet, gibst! 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Flehn. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh noch unser Herz dirs flagt. 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten dein der sich, Freund zu fein, und ſtößt das ange: 399. Kergnügen, mein Geiſt, Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Domm betend und mit botne Glüd muthwillig selbst von sich jurüd. vor Gottes Angesicht! nie müsse Träg 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns kräftiger den Muth erhöhn, was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? o Vater, unsre Seelenruh nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Sein Wort ist immer Ja unt Amen. Wer gläubig bittet, der emPfäht. Drum laß auch mich in Jesu Namen oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sei mir diese Pflicht zur Laft, die du zum Heil geboten haft. - 216 Zweiter Theil. Vom Gebet. geit dich besiegen im Abtrag dieser| dein Feind. Solch Bitten, das ans fel'gen Pflicht. O übe sie zu Gottes Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Preis, und deinem Heil mit treuem Liebe ist. Fleiß. Cuction 10. Bet uft, so wirst du Glauben 2. Bet oft, doch mit aufrichtger halten, dich prüfen und das Böse Seelen. Gott sieht aufs Herz; Gott scheun, an Lieb und Eifer nicht er ist ein Geift. Wie können dir die talten, und reich an guten Werken Worte fehlen, wofern das Herz dich sein. Denn Muth und Kraft und beten heißt? Der Glaub an Gott und Seelenruh sagst du, Gott, dem, der seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer bittet, zu. Worte Ton. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Bater, ist. Bet oft zu Gott, und, fühl im Leiden, wie göttlich er dein Leid versüßt. Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 11. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater," übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sitzt, durch seine Fürsprach 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die Treu, die er Gott schwur, vergißt, der spottet unterstützt. seiner nur. Mel. von Nr. 234. 400. Pon on dir kommt jede gute Gabe! nur du, mein Gott, kannst mich allein mit allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl, erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dich, du höchstes Gut. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trägt dich lieblich mit Geduld; erkenn und preife seine Huld. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht krönt. Was ich auch noch so ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächtger Schuß mich nicht bedeckt. 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit des, der mit seinem theuern Blute die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu. 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Schmerz, und öffnet deinem Troft mein Herz. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Stätte, in feiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit Vielen bete, so find ich ehr bei Gott Gehör. Ist mur dein Wunsch gerecht und gut, so sei gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Wie eifrig war mein Heiland nicht in Uebung dieser sel'gen Pflicht. 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seligfeit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu sein. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn, verschmäheft nicht ihr schwa ches Fallen, wenn sie lobsingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der 9. Bet oft zu Gett für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes dich ehrt, und höreft den, der dich, Glieder; ein Glied davon ist auch Gott, hört. Zweiter Theil. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Bater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. 7. Se will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich findlich nahn. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne der Andacht Opfer gnädig an. Dein Geist regiere meinen Geist, daß er dich, betend, würdig preift. Mel. von Nr. 320. - 401. Retter! sei bei dein und meinem Gott mein verföhnender Vertreter! wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Angesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschützt, wird mir kein Gebet gelingen. 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben sind wohl unsers Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz begehrt, alles heißet uns zu Gott mit gebeugtem Herzen treten; beider, Seel und Leibesnoth, lehrt uns seufzen, flehn und beten. 3. Doch nicht gnug ists, daß wir beten, Gott schenkt denen seine Gunft, die nach rechter Weise beten. Jesu! Lehr uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott nur flehen, und auf dich, o Gottessohn, wenn wir beten, gläubig sehen. 4. Herr, wenn wir jetzt beten wol len, wissen wir gar oftmals nicht, was und wie wir beten sollen. Doch, du weißt, was uns gebricht! Wenn der Mund nicht sprechen kann, wenn wir nicht mehr fönnen beten, so laß deinen Geist alsdann uns mit Seuf gern noch vertreten. 5. Wirk selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn auf Verdienst zu schauen, unser Bitten uns gewährt. Du hast unsre Schuld verfühnt, und Gott will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. Vom Gebet. 217 6. Herr, wenn mich nach Leib und Seele mancherlei Bedürfniß drückt, und ichs betend dir befehle, so laß mich, der Noth entrückt, Hülfe, Rettung, Trost und Rath bald erfahren und nie wanken, und wenn Gott erhöret hat, ihm mit frohem Herzen danken. Mel. Nun danfet alle Gott.- 9. 402. Mohl auf, mein Herz! Opfer Gott zu bringen! laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel dringen, weil Gott dich beten heißt, und du fannst vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat, zu beten; dein Heiland ists, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröster flößt den Trieb zum Beten ein; drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles 3agen. Was dir unmöglich dünkt, kann seine Baterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen! sprich: lieber Bater, hilf! ich bin dein Kind; sprich Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht; du weißt, du willst, du kannst! thu, was dein Wort verspricht. Mel. von Nr. 17. Bater, 403. Gott! daß mir, wie einem Kinde, verstattet wird, in aller Noth, wie groß auch meine Sünde, mein Herz vor deinem Gnadenthron in Einfalt auszuschütten; das machet dein geliebter Sohn, der heißt mich freudig bitten, und kindlich zu dir nahen. 2. O Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmel offen; ich könne rufend, Herr, zu dir getroft Erhörung hoffen, du seist mein treuer Vater! 218 Zweiter Theil. Vom Gebet. 3. D angenehmer Vaternam! jetzt| fallen hat, weil sich auch unser Herz tomm ich armer Sünder, der sonst dir naht, und nicht blos unsre Lippen. voll Zweifel zu dir tam, getroft, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland gibeft, mit ihm mir alles schenken. 4. O fester Grund der Freudigkeit! in meinen Missethaten kommt mir der Unschuld reines Kleid, das Jesus schentt, zu statten. Er spricht: ich bete selbst mit dir; mein Geist soll dich vertreten; mein redend Blut soll für und für dem Klopfen, Suchen, Beten, Gewicht und Nachdruck geben. 5. So faffe dich, mein blöder Geist! ich hab in Jesu Wunden zu Gott, der mun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Ach! hin durch des Himmels Pforte; ihm lall ich: Abba, Bater! nach, er lehret mich die Worte, er heiligt die Gedanken. 6. O reicher Trost! Gott kann und will mein Antlitz nicht beschämen. Ich darf aus Jesu Gnadenfüll im Glauben alles nehmen. Mein frohes Beten füßet sich auf drei sehr feste Gründe: der Vater droben liebet mich; sein Sohn tilgt meine Sünde; sein Geist wohnt mir im Herzen. - 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns gläubig richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Thun und Dichten. Gib uns des Glaubens Zuversicht, so zwei feln wir in Christo nicht, die Bitte zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maaß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Namen ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Ge müth auf unser Werk nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Güt laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth, so sei doch unser Flehn erhört von dir, aus lauter Gnade. 7. Du, Vater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir sind gewiß, daß uns nicht kann dein Baterherz verlassen. 8. Wir haben ja die Freudigkeit in Jesu Christ empfangen: der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Laß heilge Händ uns immer hier aufheben, Bater, und zu dir in wahrer Inbrunst schreien. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd; dein Reich laß uns erfreuen; dein Will gescheh auch hier auf Erd; gib Frieden, Brot, Gedeihen; all unsre Sünden uns verzeih; steh uns in der Versuchung bei; erlös uns von dem Bösen. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 404. Gott, es fehlt uns Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns kannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes. 2. Der nehm sich unsrer Schwachheit an, uns träftig zu vertreten, so oft wir deinem Thren uns nahn, zu danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sei nie ein frostiges Geplärr; es sei ein Flehn des Herzens. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf 405. Beten und im Singen; und thu im dir, mein Gott! uns auch die Lippen auf, ein Opfer gern wollt ich eifrig beten, und, drückt dir zu bringen, daran dein Herz Ge- mich meiner Sünden Noth, voll Glau10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen, erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen: denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. 215. Mel. Ach Gott, vom Himmel. it Seufzen flag ich Mit - Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieber. 2192 ben zu dir treten; gern brächt ich, lieber| Herzen, das dich so oft beleidigt hat; Vater! dir im Geist und Wahrheit mit Begier die Opfer meiner Lippen. weil Lust und Andacht keine Statt in meiner Seele findet. - 2. Allein mein Herz, ach Gott und Here! kann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu talt und schwer, bleibt es am Eiteln kleben. Träg ist oft, leider, Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Andacht mühsam zwingen. 3. Umsonst faß ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern sucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Beten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie, zu meiner Kränkung, mir viel Eitles ins Gemüthe. 4. Dies, Herr mein Gott, dies tränkt mich sehr, und ich denk oft mit Schmerzen, als wär dein guter Geist nicht mehr in meinem trägen empor zu schwingen. 30) Gebetlieder. 5. Ach, leider! Vater, hab ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleh ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. 6. Ich will hinfort Nachlässigkeit und alle Trägheit meiden. Omache du mein Herz bereit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein aufs Himmlische gerichtet sein. Gib du mir Kraft und Stärke. 7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erkalten! der Andacht Feuer wollst du stets durch deine Kraft erhalten. Den Hindernissen wehre du und setze meine Seel in Ruh, sich frei a. Allgemeine Das Gebet des Herrn. Del. ater unser im Himmelreich.- 120. im Him406. melreich; wir siehen jetzt vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Thron; laut singet vor dir unser Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Dein Name müß uns heilig sein; erhalte dein Wort bei uns rein, damit, wie du selbst heilig bist, auch unser Wandel heilig ist. Bewahr, was deinen Namen nennt; bekehre, was ihn noch nicht kennt. 3. Dein Reich erschein in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh uns mit deinem Geiste bei, mach uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Satans Macht und Wuth; nimm deine Kirch in deine Hut. 4. Dein Will gescheh auf Erden schon, wie er geschieht vor deinem Thron. Mach uns, o Gott, in Freud und Leid zu dem, was dir gefällt, bereit, und wehre allem Gebetiieder. Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot; du am beſten bust entferne Strieg und Streit, Beſt, Seuchen, Dürr und theure Zeit. Laß bei uns Heil und Frieden blühn und laß uns Geiz und Sorgen fliehn. 6. Bergib uns gnädig unsre Schuld, und trage, Herr, mit uns Geduld; durch dich erweckt, verzeihn wir gern auch allen unsern Schuldigern, und sollten wir nicht gern verzeihn, um deiner Huld uns zu erfreun? 7. Führ uns nicht in Versuchung. Sei, Herr, unser Schild, und steh uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand; laß uns zuletzt als Sieger stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhn. 8. Mach uns von allem Uebel los. Ach, unsre Schwachheit ist sehr groß! o tröste du uns in der Noth; verleih uns einen selgen Tod. Herr, ende glücklich unsern Lauf; nimmm uns in deinen Himmel auf, 220 Zweiter Theil. 9. Das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit ist dein, o Bater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum; erhör uns, Herr, es ist dein Ruhm; im Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! 10. So sei es: Amen! Herr, erhör! Stärt unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So sing das Amen unser Mund, und es erschall aus Herzensgrund. - Allgemeine Gebetlieder. 6. Stolze haben mich umgeben und Tyrannen; meinem Leben drohen fie, und scheuen nicht dein allsehend Angesicht; aber du bist ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. 7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stärt ihn, sei ihm gnädig, Gott, hilf ihm mächtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schuß umgibft! Der 86. Pfalm. Mel. von Kr. 201. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. 1 407. Herr, meine Plagen, elend bin ich, arm bin 408. ott, deine Güte reicht err, erhöre meine Klaher auf Sott, so weit, so weit die ich, und vertraue nur auf dich. Nette Wolten gehen. Du frönst uns mit deines Knechtes Leben, der sich heilig Barmherzigkeit, und eilst, uns beizudir ergeben; ach! mir leucht't ein stehen. Herr, meine Burg, mein Fels, Strahl des Lichts deines Vaterangemein Hort, vernimm mein Flehn, sichts. merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. 3u dir ruf ich alle Tage: Herr, sei gnädig meiner Klage! schenke neue Freude mir, denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohl gefallen; ach vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf ich nur zu dir, mein Gott! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du allein bist mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Heiden, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thust Zeichen; du bist Gott und keiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr. Mel. von Nr. 13. 5. Lehre, Herr, mich deine Wege, daß ich richtig wandeln möge, laß zu deiner Furcht allein alles in mir Ich gesicht; verwirf, 409. Gott, mein Flehen nicht: vergib mir einig sein! ewig dankt dir mein Ge- alle meine Schuld, du Gott der müthe; herzlich rühm ich deine Güte, die mich hold aus Finsterniß, aus dem tiefsten Grabe riß. Gnade und Geduld! 2. Schaff du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud und 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade wer den. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Sch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wah rer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glüde Demuth, Muth in Noth, das wolleft du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. komme vor dein An Zweiter Theil. Schmerz voll Dank und Demuth sich er gibt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärt ihn durch dein göttlich Wort. 1 Allgemeine Gebetlieber. 221 mer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. 2. Drum komm ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heilgen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gib mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du nur kannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh. 4. Gib mir Beständigkeit im Glauben; laß meine Liebe brünstig sein. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schränke die Versuchung ein, und stärke mich mit heilgem Muth; so fieg ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute stets befliffen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehl ich, Gott, so strafe mich zu meiner Beßrung väterlich. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Vater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Plagen vor dir still und demüthig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich Lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und tren in allen meinen Pflichten sei. 7. Bekämpf ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenschaft, so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Uleberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber fein. 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Troft und Beispiel gibt. 7. Das andre wird sich alle fiigen. Du weißt am besten, was mir nützt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache mächtig unterstützt. Zufrieden, Vater, folg ich dir, befestge diesen Sinn in mir. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib, Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gib, daß ich dir leben mag. Laß 13. Und wird sich einst mein Ende mir den Tod vor Augen schweben; nahn, so nimm dich meiner herzlich und kommt dereinst mein Sterbetag, an, und sei durch Christum, deinen so sei mein Hingang aus der Zeit Sohn, mein Schirm, mein Schild ein Eingang in die Herrlichkeit. und großer Lohn. - Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. Mel. von Nr. 234. Gott, du frommer Brunn410. Wer Gutes haben, das quell aller Gaben, ohn' den nichts iſt, tann, Gott, je 411. nicht von dir den Ursprung hat; du was ist, von dem wir alles haben! bift der Geber aller Gaben, und im- gesunden Leib gib mir, und daß in 222 Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. folchem Leib ein unverletzte Seel und Lebenslauf, alle deine Wohlthat zäh rein Gewissen bleib. len, würden Zeit und Worte fehlen. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Vaterhand. Habe Dank für deine Tren! sie ist alle Morgen neu. Habe Dant für deinen Segen! alles ist daran gelegen. - 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen. Gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen; gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind, und zur Bersöhnlichfeit bereit sei, als dein Kind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter mancher Last hindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöhn. 4. Stärke mich mit deiner Güte, Heiland, ferner Tag und Nacht. Führ mich selber, und behüte mich durch dei ner Engel Wacht; laß dieselben bei mir stehn, wenn ich ein und aus muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache und in jeder guten Sache. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verklärt ins Leben ruft. 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß sie täg lich so gerathen, daß mein Herz dich täglich preist; es ist dein, und nicht mein Werk, drum verleih mir Muth und Stärk, stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunft zu sehen. 6. Trener Gott! du wirst mich leh ren, wie ich flüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Wohl immer eingerichtet sei; höre mich und steh mir bei, daß der Feind durch List und Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. 7. Hilf mir meine Noth und Pla gen, meines Amtes Bürd und Last und sonst alles freudig tragen, was du auferleget hast. Findet sich Ge fährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid: laß mein Herz sich ja nicht quälen, sondern alles dir befehlen. Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. 8. Dir befehl ich meine Sachen! dir sei alles heimgestellt. Herr! du wirst es also machen, wie es deinem 412. iebster Jesu! Gnaden Nath gefällt. Bricht auch Kreuz und sonne, meines Her Noth herein, scheinet es gar aus zu zens Zuversicht, meine Freude, meine sein: laß mich ruhn in deinem Woune! ich komm vor dein Ange- Willen, und damit den Kummer sicht. Ob ich schon ein Sünder bin, stillen. werf ich doch den Muth nicht hin, weil ich, auch als Asch und Erde, nicht von dir verstoßen werde. 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, ob ich schon nicht völlig kann, dir ein schwaches Danklied bringen, daß du mir viel Guts gethan. Wollte ich von Jugend aus, durch den ganzen 9. Muß ich auch Verspottung hö ren, werd ich hier und da verlacht: laß dies meine Ruh nicht stören. Bin ich, Welt! von dir veracht't! wohl! mach immer was du willt, Gott ist mir doch Sonn und Schild, wider den will ich nicht sprechen, noch mich an den Feinden rächen. Zweiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 223 10. Soll ich hier noch länger leben, 6. Drum, lieber Vater! der du nehm ichs gern und willig an. Ich dich so hoch gesetzt, und fürchterlich will Gott nicht widerstreben, wenn aus schwarzen Wolken blitzest; schrei ich ihm nur dienen kann. Drum, ich im Staub, hör von dem Thron, Herr, mach mich dir getren, gib wo du, Weltherscher, sitzest. gesunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnitgen. 7. Verleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen senfet. Wo kommt mir wahre Weisheit her, wenn sie mir Gott nicht schenket? 11. Soll ich bald von hinnen scheiden, bin ich auch dazu bereit. Bringe mich nach kurzem Leiden an den Ort der Seligkeit. Nimm, nach hier vollbrachtem Lauf, meinen Geist zu dir hinauf. Ruht im Grabe, müden Glieder, Jesus tommt und weckt euch wieder. ST 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein Gott, beste Theil, Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr 2c. 413. Ich weiß es, Gott! ſei auch mein Theil auf Erden. mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn, von dir kommt Heil und Se- gen; ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht 8. Erleuchte mich von deiner Höh; gib Weisheit, daß ich nie besteh auf meinem eignen Willen. Hilf mir, mein Gott, mit Rath und That, das, was du willst, erfüllen. regen noch bewegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gangs sich freuet. Der Allmacht Rath wirkt es allein, wenn unser Rath gedeihet. 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott zu gut ihm wählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringts doch nicht zu Stande. Er meint, er bau ein sestes Haus, und bauet auf dem Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über alle Berge hin, und wenn er um sich siehet, so hält ihn noch das niedre Thal; umsonst war er bemühet. 10. Was, weises, bestes Wesen! dir gefället, das gefall auch mir; ist etwas dir entgegen, so laß davor auch deinem Knecht den größten Abscheu hegen. 11. Ein Wert von dir begleite Glück; ifts nicht von dir, so treibs zurlic, und ändre Herz und Sinnen. Was deinem Rathschluß widerspricht, das muß von selbst zerrinnen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Werk, das, Höchster, dir gefällt, mit Stolz zu hintertreiben; was Gott thut und beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. 13. Beut mir die Hand, und es wird leicht, was mir sogar unmöglich deucht. Die Werke deiner Hände gelangen allzeit, weiser Gott! zu einem guten Ende. 14. 3war wird mir oft der Anfang schwer; hier braust die Luft, dort tobt das Meer; zurücke möcht' ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünstger beten. 15. Wer betet, wirkt, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zuweilen graut, zu seinem Zwecke kommen. Er spricht: wer wälzt den Stein uns weg? und er ist weggenommen. 16. Der Tugend Pfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen anges füllt, nichts, was die Sinnen rühret. 224 Zweiter Theil. Er ist indeß der sichre Pfad, der dich zur Freude führet. - Besondere Gebetlieder. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft; bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich, laß, Höchfter, mich selbst deine Weisheit führen. 17. Du weißt, mein Gott, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dirs nicht, du stärkst die müde Seele. Gib, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor deinem Volk, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. 7. Gib, daß ich meine Lebenszeit, nur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe, bis ich Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. 414. Von ganzer Seele preis einst dir bort für und für Lob, Preis und Ehre finge. ich dich, Herr, der du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 2. Wer schenkt uns Leben, Glück und Ruh? Wer gibt uns Kraft zur Pflicht? nur du schaffft Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. 3. Du schufft und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dirs gefällt. Du lenkst der Menschen Herzen. Sei auch mein Licht und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 6. Herr, deffen Huld uns ewig liebt, laß mich beim Segen, den sie gibt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst wenn du schlägst, und Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl ich auch, was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergieb die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. 415. erleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. 2. Gib Gnade unfrer Obrigkeit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig allezeit, gerecht und züch tig mögen ein ruhigs Leben führn. Amen. b. Besondere Gebetlieber. In geistlichen Anfechtungen. Mel. von Nr. 33. 416. und Blut, und noch der Geist dar wider kämpfet, wird oft dadurch ge kränkt der Muth: drum leg ich mich Du bist ja, Jesu! meine vor dir mit Flehen, ach stärke mich D¹ Freude! warum ist in diesem Streit! laß Hülfe mit, denn mein Geift betrübt? kann denn die Freud auch bei dem Leide sein in dem Herzen, das dich liebt? ja, mein Sesu! deine Liebe füllt mei nen Geist mit Freuden an, daß, wenn ich mich darinnen übe, fie teine Zung aussprechen kann. mein Heil, geschehen, daß ich mög überwinden weit. ach 3. Du hast, o Held! ja überwun den, gib mir auch Ueberwindungs. fraft, und laß mich in den Kam pfesstunden erfahren, was dein Leis den schafft, dadurch ich kann den Feind besiegen, da Slinde, Teufel, Höll und Tod nun unter deinen 2. Weil aber noch nicht ganz gedämpfet in mir mein böses Fleisch - Besondere Gebetlieder. 225 mein Herz nun also ruhn? bin ich nicht ein schnöder Sünder? ach, die Sorge nimmt mich ein: wie kann Gott dein Vater sein? Zweiter Theil. Füßen liegen, so mach sie auch an mir zu Spott. 4. Ich trau allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es sagt, daß nichts den Deinen schade, weils nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flehend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin, so gib, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen. Besitze du mein Herz allein. Laß falsche Lütfte mich verfluchen; dein Leben laß mein Leben sein. 6. Gib, daß ich mich in dir er freue, weil mich dein Herz beständig liebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben Abt. Gib, daß ich immer stärter ringe, und in Bestegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe; da wird die Freude ewig sein. Mel. Ach, mein Jesu, fieb, ich trete. 417. Hal und Angst muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sei; denn der Kindschaft Pflicht und Treu brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, und wodurch ich ihn betrübt. 2. Ach! der Bund ist übertreten, welchen Gott mit mir gemacht. Ach! ich hab ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kind auch sei? 4. Stürmen auf mich Trübsalswinde, wird mein Glaube vollends tlein; und ich schließe mir zur Pein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär er nicht so hart gefinnt. 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann 5. Darum fleh ich: hilf mir Armen, Vater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid durch dein väterlich Erbarmen; und verwirf mich Armen nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Bater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, wieder frei vor deinem Thron. Ich will mich auf Christum gründen. Darum schenke mir die Schuld, und ertrag mich mit Geduld. 7. Dein Kind fernerhin zu heißen bin ich freilich nicht mehr werth. Doch, da mich dein Geist bekehrt, kann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau, ich kehr zu meiner Pflicht; Herr, darum verstoß mich nicht! 8. Herr! ich sage dir aufs neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du du nun, nach deiner Batertrene, den mit Gnabenangen an, für den Jesus gnug gethan. 9. Du sollst doch mein Vater bleiben, wenn gleich deine Zucht mich schreckt, und mir Schmerz und Angst erweckt. Dir will ich mich ganz verschreiben. Herr, dir leist ich Treu und Pflicht, bis mein Herz im Sters ben bricht! Mel. Entbinde mich, mein Gott se. BE 418. efreie meinen Geist, o Gott, von schnöden Banden. Du fiehst, wie willig er, wie schwach Mach des mein Fleisch noch ist. 15 226 Zweiter Theil. Versuchers List durch deine Kraft zu Schanden, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch streit ich, schau herab von deinem Gnadenthron! gib mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der Sünde leicht entzündet, war ich; Dank sei dir, Gott! du haft mich frei gemacht. Doch laß mich, da sich noch so mancher Fallstrick findet, der meiner Freiheit droht, mein Gott, nie aus der Acht! mir überlassen, bin ich ohne Hülf und Rath! doch durch dich bin ich stark; bei dir ist Rath und That. 1 Besondere Gebetlieder. außer dir, ist Eitelkeit und Pein. O, möcht ich ungestört mit dir vereinigt fein. 3. Ach! ich sollt himmelwärts, gleich tühnen Adlern fliegen; der Hang zum Irdischen läßt mich noch nicht hinauf! du läß'st, die auf dich jehn, stets neue Stärke kriegen; du gibst den Müden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt entwöhnt, starr nach dem Himmel sehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. meinem Blick den Himmel. Des Beis 6. Der Umgang mit der Welt raubt spiels Reiz ist stark, mein Widerstand oft schwach. Ich meide dann die Welt und ihr verwirrt Getümmel, doch in der Wüste eilt mir meine Schwäche nach! hier, wie in dem Gedräng, merk ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bist, beim besten Vorsatz thut. 7. Ich trau auf Gott: was kann dann meine Ruhe stören? doch bringt die Phantasie mir manchen Schrecken bei. Der Sorgen kann ich mich nicht immerhin erwehren; die Schwermuth, die mich drückt, läßt meinen Geist nicht frei. Ich seh den stärksten Trost, und merke seine Kraft, und seufze, daß kein Trost in meinem Herzen haft't. 8. Oft schleicht das Jch, der Feind der hohen Menschenliebe, ins unbe wachte Herz von neuem wieder ein, und störet meine Ruh durch seine niedern Triebe; mich dringet Jefu lieb, und ich bin noch so klein! so wechselt stets bei mir das Licht mit Finsterniß. Wann kömmst du, starker Gott, und machst mein Herz gewiß? 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. 4. O, dieser Leib des Tods be- würd ich denn zu Schanden im Streit Ich hoff auf dich, mein Heil! wie schwert die arme Seele; der Sinnen mit Fleisch und Blut, mit Satan Zauberkraft entrückt dem Geist sein und der Welt? die Fessel, die mein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, Herz mit Freuden trägt und küßt, des Wegs verfehle, der Vorurtheile reicht deine Liebe mir, die unausRaub, der Leidenschaften Spiel, oft sprechlich ist. thu, was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu. Ach, siehe meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in diesen Banden bleibt er ein recht freier Mann. Wie willig laß ich mich mit Liebesseilen binden! ich folge dir mit Luft auf der bestimmten Bahn. Befreie du mich nur von mir und von der Welt, damit mein edler Geist sein 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch, es sei dir geklaget! noch lange nicht so sehr, als selbst mein Herz begehrt, das oft noch in die Welt verstohlne Blicke waget, und damit seine Ruh und deine Liebe stört. Doch alles, Freiheitsrecht behält! Zweiter Theil. In allgemeinen Nöthen und Landplagen. Der 85. Psalm. Im Kriege. Mel. O Gott, du frommer Gott.-8. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. vor 419. Wie gnädig warft bu, Kriegeswetter jett deinem Lande! wie halfft du ihm! 420. s zieht, o Gott! ein wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! über unser Haupt einher. Bist du, und schontest deines Volts mit väter- Herr, hier nicht unser Retter, so licher Huld, vergabst die Missethat, ists für unser Land zu schwer. Sieh! bedecktest seine Schuld. entzwein, und wie die Fürsten sich sich zu unterdrücken dräun. 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, sobald es sich entschloß, die Sünde zu verdammen. Die Menschen sündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets an Gnade reich. 3. Hilf, hilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, soll er ewig glühn? und willst du deine Huld auf ewig uns entziehn? 4. Wann kehrt zu uns zurüd dein Troft, o Gott, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen? o laß uns leben, Gott! laß uns dein Antlitz sehn; sei gnädig, hilf uns aus! hilf, ehe wir vergehn! 5. Jedoch, ich hör uns schon den Gott des Trostes trösten! Heil gibt er seinem Volk und Ruhe den Erfösten, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen frommen Knechten; und Gottes Ehre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu umfahn sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried umfahn und küssen sich! 7. Der Glaube kommt zurück und blüht auf Erden wieder; die Gnade fieht mit Luft von ihrem Himmel nieder, und segnet Gottes Volt, das feinem Dienst geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! - Besondere Gebetlieder. 227 verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel frohlockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. 2. O laß mich hier allein, o Bater, auf dich und deine Vorsicht schaun; auf dich, den mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenhülfe baun, die ohne dich uns gar nichts nützt, die nur durch dich uns kräftig schüßt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid zu uns geführt. Seid böse, Völfer, rüiftet euch! sei du für uns, so fehlt der Streich. 4. Die allerfeinsten Kriegesliften vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschützer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Je weniger sich öfters zeiget, woher die Hülfe kommen soll, je mehr Gefahr und Plage steiget, und alles an Verwirrung voll: je größer mache mein Vertraun, o Gott, auf dich allein zu schaun. 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Kraft? Der Roff und Wagen start Gedränge ists nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg kömmt nur vom Herrn. 7. Drum werf ich mich in deine Arme, du Vater der Barmherzigkeit! und flehe voll Vertraun: erbarme 8. Der Herr begnadigt uns; das dich über uns zur schweren Zeit. Land bringt seine Früchte, und seine Laß Gnade nur für Recht ergehn: Huld geht her vor seinem Angesichte, so bleiben wir doch aufrecht flehn. 15* 228 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 8. Doch findet, Herr, dein weiser 5. Um seinetwillen schone du; erhöre Wille noch ferner Züchtigungen gut: unsre Klagen. Verleih uns wieder wohlan, so schweig ich und bin stille Fried und Ruh, und wehre allen bei dem, was deine Vorsicht thut. Plagen. Erbarm, o Herr, erbarme Ich, dein Geschöpf und auch dein dich, und rett uns alle gnädiglich Kind, weiß, daß es Vaterschläge sind. von Krieg und Kriegsbeschwerden! 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was bor. So grob laß du mich niemals fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. Ist gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ifts doch gut. 6. D Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wafferbäche lenken. Ach! laß fie einst der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du felbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Länder Ruh und Wohlfahrt ernstlich denken. - 10. Nie grimmig, sondern nur mit Maaßen sind deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören laffen. Nein, Vater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt sein. 7.0 Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wolleft uns erhören! gib, daß wir uns mit wahrer Buß in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unserm Theil selbst unser eignes Glück und Heil, den theuren Frieden, stören. 11. Zuletzt wird jeder sagen müssen, 8. Breit wieder aus um unser Land das hat Gott, unser Gott, gethan! so die Flügel deiner Gnaden. Beschütz brach er, nach verborgnen Schlüffen, und segne jeden Stand. Laß nichts zum besfern Endzweck leicht die Bahn! uns weiter schaden. Wir wollen solche zuletzt errettet deine Hand, barm- Gütigkeit und Vatertreu zu jeder Zeit Herzger Gott! das Baterland. mit Dankbarkeit erheben. 9. Dies alles, Bater, werde wahr; du wollest es erfüllen. Erhör und hilf uns immerdar um Jefu Chrifti willen! denn dein, o Herr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre! Mel. Ach Gott, vom Himmel. 421. Nh Gott! wir treten hier vor dich mit traurigem Gemüthe: wir bitten dich demüthiglich, rett uns durch deine Güte. Schau, wie die große Kriegsgefahr fich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben dräuet. - - 215. In Theuerung. 422. Dmen, du Schöpfer 2. Gedenke, Vater, jetzt nicht mehr, Mel. Von Gott will ich nicht lassen.- 56. daß wirs verdienet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr die uns verreicher der liehnen Gaben geschändet, und so aller Welt, du Vater voll Erbarmen, lange Zeit zur Wollust, Pracht und Ueppigkeit undankbarlich mißbrauchet. der ewig Glauben hält! weil du Gebet erhörst, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. 3. Wie öfters ist der Nebenchrift gedrücket und betrogen, durch Schein des Rechts, Gewalt und List das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich bergolten. dienen diese Noth; daß wir mit Recht 2. Herr, unsre großen Sünden verempfinden, was uns dein Wort ge droht: Ein fruchtbar Erdreich soll um 4. Verzeih uns solche Miffethat fie nicht füllen. Ach, unser Maaß seiner Bürger willen nichts tragen, um Jesu Christi willen! o, der für ist voll. uns gelitten hat, kann deinen Zorn 3. nur stillen. Das Lamm, das unsre uns mit Recht zwar hart; doch wollst Ach, unser boshaft Leben drückt Sünde trägt, die du ihm selbst hast du uns vergeben nach treuer Vateraufgelegt, hat sie ja, Gott, verföhnet. art. Die Sünde trägt zwar Frucht; Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 229 boch diese Frucht bringt Schaden. Ach, Herr, vergib aus Gnaden dem, der dein Antlitz sucht. 4. 3war könntest du, o treuer Hort, auch unser Land und diesen Ort durch Seuch und Pest verheeren, und ganz und gar uns sündge Schaar in deinem Zorn verzehren; 4. Ertrag uns mit Erbarmen; wir tragen herzlich Reu. Erhöre doch uns Armen, nach deiner Wundertreu. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verübet; wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun 5. Gott, unser Heil, ach wende betrübet. der Zeiten schweren Lauf! thu deine 6. Doch handle nicht, liebreicher milden Hände, den Schatz der All- Gott, ach handle nicht, Herr Zemacht auf. Was nur ein Leben hat, baoth! mit uns nach unsern Sünden! nährst du mit Wohlgefallen; drum nein, Vater, nein, laß uns allein auf! und schaff uns allen bei unserm für Recht jetzt Gnade finden. Mangel Rath. 6. Du rufft dem Nichts, o Vater, damit es etwas sei. Sei jetzt auch, Gott! Berather, und hör das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersege, was uns fehlt. 7. Ach, schenk uns doch aus Gütigfeit die Schuld, die uns von Herzen reut, und laß uns nicht verderben. Ach, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plötzlich sterben. 8. Beschütz uns, Herr, mit deiner Hand; schütz unsre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll uns früh mit deinen Gnadengaben. 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicke seine Saaten mit deiner Gnadenhand; ja segne, was man pflügt, und tränts mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnilgt. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit dich, höchster Vater, jeder Zeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch dort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. 8. Dein Gutes überschütte und kröne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeihen, am Abend sich erfreuen, mach fröhlich, was da lebt! - In Seuchen. Mel. In dich hab ich gehoffet.- - In besonders schmerzhaften langwierigen Krankheiten und Verfolgungen. Der 38. Pfalm. Mel. von Nr. 79. 413. 424. Straf, err! mich nicht 423. Nh Gott, du unser Le im Grimme, und bebenslicht, Herr, unsre stimme über mich kein Rachgericht! Burg und Zuversicht, du Trost und rüge meiner Sünden Menge nicht Heil der Armen! wir bitten dich de- mit Strenge, und verstoß mich Armüthiglich, erzeig uns doch Erbarmen. men nicht! 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; es fänget an zu wüthen; drum flehen wir und schrein zu dir, du wolleft uns behüten. 2. Alles Fleisch ist mir verschwunden von den Wunden, die dein Zorn geschlagen hat. Mein Gebein erquict kein Friede, fiech und müde macht es meine Missethat. 3. Wir beben, Herr, bei deiner Stimm. Ach, straf uns nicht in dei3. Meine Schuld, wie hoch sie steiget, drückt und beuget mich bis in nem Grimm mit dieser bösen Seuche. den Abgrund fast. Stinkend eitern Hilf uns, o Gott, wend ab die mir die Wunden. Bange Stunden Noth, daß sie uns nicht erreiche. machen mich mir selbst zur Last. 230 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Herz zerbricht.) 4. D, wie trübet meine Tage manche| Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Plage! frumm gebückt geh ich ein her; schon verdorrt mein Eingeweide; Troft und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr. 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin! ich seh tein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten; mein umwölket Auge bricht. Auf der Reise. 6. Freunde fliehn als Feinde meine Qual und 425. I Herr Chrift! will ich Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. deinem Namen, scheuen mich. Alle meine Anverwandten und Bekannten fliehen und entfernen sich. 7. Die mein Tod ergetzet, stellen, mich zu fällen, Negze; falsch ist Wort und That. Die mir Ulebels wollen, denken, mich zu kränken, auf Betrug und auf Berrath. nun weiter( zur Reise) gehen; du, der du mein Begleiter bist, wirst mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Seel befehl ich dir, nebst Ehr und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. - 8. Ich soll taub sein und nicht hören, noch fie stören, wenn die Schmach das Herz mir bricht. Taub soll ich ihr Lästern tragen, und nichts sagen, wenn die giftge Zunge sticht. 9. Doch ich harre dein, du hörest und gewährest meine Bitte, Herr, mein Gott! übergib mich ihrer Rotte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth!) 10. 3war verdien ich, daß die Freude von mir scheide; ich verscherzte deine Huld. Ach, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind ja meiner Sünden Schuld. 11. Doch schau, groß von Gnad und Treue, meine Neue! ich verdamme mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie schäm ich mich vor mir! 12.( Aber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Toben wider deinen Knecht nicht ruhn. 13. Wie lang sollen sie mich schelten? fie vergelten meine Nedlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemithe, Böses fliehe, trag ich Haß und Schmach davon. 14. Doch will alle Welt zusammen mich verdammen, so verwirf nur du mich nicht. Blicke, Herr, von deiner 15. Komme denn, erzeig mir Armen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, Herr, mein Gott! - 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit stets mit Gefahr umfangen; auch werd ich in der Sterblichkeit nie völlig Ruh erlangen. Ich bin ein Pilger, der den Fuß und Stab stets weiter setzen muß, und hier kein Bleiben findet. du, in allem überwinde, bis daß ich 3. Doch hilf du, daß ich auch wie dort die wahre Ruh, die rechte Heiz math finde. Da sind dann Müh und Sorgen aus, da bin ich eigentlich zu Haus, die Unruh hat ein Ende. 4. An diese Ruhstatt denk ich nun anjetzt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach zeit auf rechter Bahn; und fang ich deinem Wohlgefallen. Leit mich alletwas Gutes an, so führ es wohl zum Ende. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf bes du mich bei der Hand, damit, zu dei kannt, er fordert diese Reise. O führe nem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dantes voll für deine Führung loben. leih, daß ich behutsam wandle, und 6. Nur bitt ich, o mein Gott, ver immerdar vorsichtig sei, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gültigkeit gib Rath, Verstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Lassen.. an, die ich zurück gelassen. Du wollest 7. Nimm dich, o Herr, der Meinen sie, mehr als ich kann, mit treuer - Besondere Gebetlieder. 231 sie hin! durch Gottes Stimme wird erschüttert die wundervolle Wüste Sin. Zweiter Theil. Huld umfassen. D, laß sie dir em pfohlen sein, und uns bald mit einander freun, wenn wir uns wieder sehen. 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reift er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. O nimm mich, Herr, in deinen Schutz; und weffen Lift, Gewalt und Trutz kann mir alsdann wohl schaden? 10. Gott spricht, daß er verherrlicht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu zum Untergang. 9. Nun, Vater! dir ergeb ich mich. 11. Und sie vertilgte die Verbrecher, Ich bin in deinen Händen. Du wirst, die seines Namens Ehr entweiht. Da ich hoff es, gnädiglich hier meine Wall- war er König, Richter, Rächer, und fahrt enden. Dann laß mich, wenn es dir gefällt, nach aller Unruh dieser Welt dort ewig bei dir wohnen. das ist Gott von Ewigkeit. Bei Gewittern. 12. Gott wird in aller Feinde Stürmen den Kindern Jacobs Kraft verleihn. Er wird sie segnen, sie beschirmen, um sie wird großer Friede sein. Mel. Nun danket alle Gott.<-9. Höchster, 9. Erschreckt von dieser mächtgen Stimme, gebären Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet sie im Grimme die Wälder und entwurzelt fie. Der 29. Pfalm. Mel. von Nr. 46. Kraft Bringt her, ihr mäch. 427. Duft, Meer und Erde 426.tigen der Erde, bringt träget, der Erde, Luft und Meer durch einen Wink beweget: ich lobe deine Gült, ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blitz der Donner schreckend kracht. 2. Dräut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die geborstne Luft gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungestüm empörter Winde Wuth; droht dem erschrocknen Land gleich eine Wasserfluth: Her dem Herrscher Lob und macht! der Ehre seines Namens werde von euch der Dank und Ruhm gebracht! 2. Im heilgen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld angethan, mit hingeworfnen Leibern nieder, und betet den Weltherrscher an! 3. Die Stimme Gottes wälzt im Meere gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Waffern donnert er. 4. Gott spricht. Voll Kraft ist seine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ist Majestät und Kraft. 5. Die Stimme Gottes schilt die Cedern; schnell, wie der Strahl zersplittern sie. Die Stimme Gottes ruft den Cedern, dem Libanon entstürzen sie. 6. Sie macht sie hüpfend, wie die Kälber, fie stürmet, daß der Libanus, daß der erhabne Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. 3. So zittert, bligt und rauscht doch alles Gott zu Ehren. Er läffet feine Stimm im Donner prächtig hören; er zeiget seine Kraft und seine Lieb, es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. 4. Gott führet väterlich, zum Nutzen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbetnen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blitze Brand nicht nur die Lüfte rein, tränft auch das dürre Land. 7. Gebirge stürzet sie zusammen, der Erdkreis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, sie hauet um sich und zerstört. 6. Denn ob darüber gleich Luft, 8. Die Stimme spricht; die Wüste zittert, welch Schrecken brauset durch Meer und Erd erschüttern, so darf 5. O Weisheit sonder Ziel! o Allmacht sonder gleichen! o wahrer Vaterlieb untrüglich helles Zeichen! ach möchten wir es doch in froher Ehrfurcht sehn, und auch im Wetter selbst der Gottheit Huld verstehn! 232 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. ein frommes Herz doch darum nicht Mel. von Nr. 42. erzitternl schrect dich des Schöpfers 428. Des Doners schreckendes Macht, so denke dabei, daß er zu deinem Schuß nicht minder mächtig sei. 7. Gewiß, du ehrft ihn nicht, wenn du zu knechtisch bebest, und unter Blitz und Knall in lauter Aengsten schwebest. Sieh deinen starken Gott doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen kann. Gebrülle wird schwächer, und die Blitze fliehn; bald schmückt, bei angenehmer Stille, der Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgefang? 2. Die frohe Heerde blöckt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt 8. Es wirket seine Macht ein ehr- und singt nur von dem Herrn berfurchtvolles Grauen, doch auch nicht standne Lieder. Ihr munterer Gesang weniger ein findliches Vertrauen. An durchdringt der ungemeßnen Lüfte uns liebt unser Gott zwar Ehrerbie- Kreis, dem Segensgott zum Ruhm tigkeit, doch mehr noch Zuversicht, und Preis. noch mehr Gelaffenheit. - 3. Seele, preise den Erretter, der seine große Kraft bewies; den starken Gott, der sich im Wetter fo majestätisch hören ließ, der selbst des Blitzes Strahlen lenkt, und auch im Zorn der Gnade denkt. 4. Nimm auch des Höchsten theure Güte in Blizz und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplatz dar von ungezählter Segensspur, zum Labsal aller Kreatur. 5. Wenn bei erhitzter Dünfte Gl 11. So oft mir blitzen sehn, so oft hen sowohl die Menschen als das Vieh wir donnern hören, laß uns, Herr den Odem matt und keuchend ziehen: Bebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! wie froh, wie munter werden sie, hat deine Gülte schon den Blitz her- wenn in die ängstlich schwüle Luft vorgebracht, so ist sein Strahl doch der Donner fühle Winde ruft. auch ein Zeichen deiner Macht. 6. Wie lieblich hebt sich das Ge traide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer ver kündigt des Erhalters Chr. 13. Drum, Herr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dies Gewitter doch den Unsrigen nicht schaden. Gib, daß der grause Sturm, 7. O Gott! wie viele Segensproben verbreitest du auch durch den Blik; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wie's uns nüß. Dir sei mein Herz ein gib, daß der Schlossen Heer uns Danfaltar; dir bring ich Lob zum weder Leib noch Gut entreiße, noch versehr. 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen, so suche chriftlich stark den Unmuth zu bezwingen. Ohn ihn fann nichts geschehn, und was durch ihn geschicht, ist alles nüt und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Händen stehet, und man sich bloß, o Herr, durch dich zu dir erhöhet, so fleh ich inniglich: gib mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. 12. Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen, als wenn wir die Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen sein. 14. Ach, laß in der Gefahr, bei Donner, Blitz und Stürmen, uns deine Lieb und Macht, o Vater, doch beschirmen! vor allem aber gib, wenn die Gefahr vorbei, daß so für Schutz als Nutz, dir jeder dankbar sei! Opfer dar. wettern: des Wortes sanfter Donner 8. Verfleucht der Knall von Donnerwährt. Droht nun kein Blitz uns zu zerschmettern: des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sei tren, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich; vergiß es nicht! Zweiter Theil. Fürbitten. - Besondere Gebetlieder. Für die Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 429. Jehovah, Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthänig; du herscheft nah und fern, du Gott, Herr Zebaoth! an Ehren groß und prächtig, im Schüßen stark und mäch- tig, ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre ist keine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern dräut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagts und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Ach, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt! fie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam üben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt." 4. Die wir zu Herschern haben, laß deinen Willen thun. Geistes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du herschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand 5. O Gott von großer Güte, gib ihrem Geiste Licht. Gib Treue' dem Gemüthe zum Urtheil im Gericht. Laß stets durch ihr Bemüthn den Frommen ficher stehen, der Bösen Nath vergehen, und alle Stände blühn. 233 6. Gib, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott du segneft gern; wir bitten ohn Ermüden: gib Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn. Bei der Einführung eines Predigers. 430. rlöser! sich auf uns hernieder, auf Hirten und der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu dir schrein, und unsre Bitten, unsre Lieder, laß, Herr, bir wohlgefällig sein. und deinen Boten zugezählet, wenn 2. felig, welchen du erwählet, er dein Wort aufrichtig lehrt, und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet, und selbst thut, was man von ihm hört! 3. So selig sei auch der zu halten, für den wir jetzt die Hände falten, da er sich deinem Dienst geweiht, und solchen würdig zu verwalten sich binden will mit Wort und Eid. 5. O laß ihn, Herr! durch dich belehret, durch feines Irrthums Wahn bethöret, die Wahrheit selbst gerühret Laß deines sehn, und wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege richtig gehn. 6. Gib Gnade, daß zu rechter Stunde dein streng Gesetz aus seinem Munde, den Sünder wecke, doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewissen sei! 4. Du selbst mußt ihm Vermögen beleben, und leiten ihn als bei der Hand; geben, mit Licht und Kraft den Geist dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 7. Ach! laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämtem Angesichte nach weisem Fleiße reifen sehn, und bei dem drückenden Gewichte des Amts, die Kraft von dir erflehn. 8. Erhalt ihn in den rechten Schranken, in Wort, in Wandel und Gedanken! gib ihm, mur deinen Geist zu scheun, von seinem Vorsatz nicht zu wanken, und bis ans Ende treu zu sein. 234 Zweiter Theil. Bei der Einsegnung der Eheleute. - - Besondere Gebetlieder. 3. Gott schmücket ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran sie Freude sehen; und bricht gleich oft ein Kreuz herein, will er selbst Troft und Helfer sein, und stets zur Seite leide ewge Freude für sie finden; stehen. Endlich soll sich nach dem Gott will ihnen Kränze winden. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 431. Sott! bes gnadenvoller Rath den Ehstand eingesetzet hat, der du ihn segneft, schüßest, liebst, und ihm Glück, Heil und Gnade gibst: 2. Gib diesen, daß sie stets mit Flehn in Lieb und Eintracht zu dir gehn; und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. - Nach der Trauung. 4. Nun, Gott! du hast es wohl bedacht, die heilge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geist regiere Mann und Weib, daß sie, ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecken. Rühre, führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu ehren; laß sie keine Noth beschweren. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drüldt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gib, daß sie zuletzt dein gnadenreicher Troft ergetzt. 4. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn, und fromme Kinder auferziehn, daß Einigkeit, Zucht, Scham und Treu zu aller Zeit im Wachsthum sei. 5. Führ ihre ganze Lebenszeit zur Gottesfurcht und Heiligkeit durch dei nes Geistes Stärke. Regier und lenke doch ihr Herz von Fleischeslust, vom 5. Laß, die im Ehestande stehn, sich, Herr, durch dich gesegnet sehn. eitlen Scherz, allein auf gute Werke. Gib, daß sie deinen Willen thun, Laß die, so die Ehen schließen, Heil und unter deinem Schußze ruhn. genießen, Segen sehen, und zur Lam6. O treuer Gott! wir bitten dich, meshochzeit gehen. regiere sie stets gnädiglich, erhalte fie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für folche Gnade herzlich Dank; bis dich, Gott Vater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preist. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. Werde munter, mein. 116. 433. Sorge doch für meine du ihr Vater bist. Sie sind freilich Kinder, Gott, der vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, Mel. Wie schön leuchtet der 35 432. Gott ist es, deffen weifer bei der Taufe übergeben, dein zu sein und dir zu 1 gestiftet hat; er ists, der Eva machte, und diese tugendvolle Braut, die er aus Adams Hipp erbaut, zum ersten Menschen brachte. Ehen sehen derowegen Gottes Segen; Gott beglücket was er stiftet, fügt und schicket. 2. Du hast sie bisher genähret; du haft manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret. Da dein Engel überall, ob er gleich dein Antlits sicht, sich doch für sie froh bemüht: o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 2. So lebt ein frommer Mann beglückt, wenn Gott ihm eine Gattin 3. Sollt ich denn für solche Güte schickt, durch die er wird gesegnet; dir nicht herzlich dankbar sein, und wenn eins das andere zärtlich liebt, mit daukendem Gemüthe mich bei und ihnen Gott den Frieden gibt. solchem Glücke freun? Zeigt ich nicht O wie viel Wohlfein regnet täglich voll Rithmens an, was du, Herr, reichlich auf die Seelen, die Gott wählen, die sich lieben und zugleich die Tugend fiben. an mir gethan, ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnödsten Kaltsinn zeugen. Besondere Gebetlieder. 235 2. Oft hab ich sie schon betrübt. Ach, vergib mir diese Sünde! nie hab ich sie so geliebt, wie es einem jeden Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm ich willig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Eigensinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut. 4. Wie viel Sorgen, Angst und Müh haben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? 5. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Gehorsam, Lieb und Tren, stets in Wort und Werken zeigen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Gesetz verspricht. - Zweiter Theil. 4. Herr! du bists, was mich ergezet, meiner Seele Trost und Heil, das mein Herz am höchsten schätzet; Herr, du bist mein Gut und Theil. Bleib auch meiner Kinder Gott; laß fie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, felig sterben. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn fie böse Buben locken, o dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner müß es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm geschäftig sein, und den Menschen nützlich werden. Deine Furcht pflanz ihnen ein, daß in einer argen Welt sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heilgen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du fie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jesum, der zwar eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehorsam selbst verehrt; dies sei mir nachahmungswerth. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungszeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal übergehen, so laß sie vor dir bestehen. Laß sie sanft und ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 7. Lege viele Jahre zu meiner Eltern Zeit auf Erden! Laß fie, Herr! in Fried und Ruh mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erhör es gnädiglich. 8. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Vater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den 9. Gönne mir die große Freude, sauern Lebenstagen: so gib du vor daß ich an dem jüngsten Tag, nach deinem Thron ihnen frommer Eltern hier überstandnem Leide, einst mit Lohn. Jauchzen sagen mag: liebster Vater, Eines Waisen. ich bin hier, nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunst gegeben; Mel. Warum betrübst du dich, mein Herz. ewig will ich dich erheben. 435. D welch ein Leiden, das mich drückt! das du mir, Vater! zugeschickt! weil leider! mir der Tod die Eltern früh Der Kinder für ihre Eltern. 434. Gotei dir! du haft GuMel. Jesus, meine Zuversicht.- 47. ott, tes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben; für mich frönst du ihre Müh, mir zu gut erhältst du sie. Vom Lobe Gottes. Bedeck mich durch der Engel Wacht entriffen hat; demüthig ehr ich als Gott und Helfer Tag und Nacht. 236 Zweiter Theil. deinen Rath. 2. Drum flieht mein kummervoller Sinn zu bir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir fieht meine Zuversicht; verlaß mich, bester Vater! nicht. - 3. Ach! flöß mir wahre Tugend ein, so werd ich immer glücklich fein. Herr! leit und führe mich. Laß mich bei dir in Gnaden stehn, so wird mirs immer wohl ergehn. 436. N Mel. des 134. Pfalms. 4. Von dir kommt alles wahre Gut; drum gib mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; damit mein schwaches Herz nicht fehl, und stets das beste Theil erwähl. 9. Bricht dann mein Lebensziel herein: laß mich des Himmels Erbe 5. Beschütz mich auch, o treuer sein. Erlang ich dieses nur, so acht Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst ich weder Noth noch Qual in diesem und Noth, in Seel- und Leibsgefahr. jammervollen Thal. 31) Loblieder. a. Vom Lobe Gottes. uf, Christen! preist mit mir den Herrn! wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! 6. O Brunnquell aller Gütigkeit! bescheere ir von Zeit zu Zeit die leicht für jeden Rath, den deine Hand Mittel meines Glücks; du weißt ja erschaffen hat. wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam ist Ruhm; Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies gränzenlose Meer von Licht durch schauet selbst der Engel nicht. schrein: laß auch dein Kind erhöret 7. Du höreft, wenn die Raben sein, und nimm mein Seufzen auf; gib Kleider anzuziehn, und Brod zu essen, o du reicher Gott! 8. Ich werfe meine Sorg auf dich, mein Gott und Herr! versorge mich, und mach es immer wohl; so lob ich dich, so dank ich dir für solche Gnade für und für. 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt, hinauf gen Himmel hingerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, ftets inniger vereint! 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. gedenkt, ihr, denen er Verstand ge 6. Ja, Pflicht ists, daß ihr sein schenkt; die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ewgen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe fühlen kann. erinnert euch an diese Pflicht. Die 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, Sprache dankt ihr ihm allein, und wolltet nicht voll Rühmens ſein? erhöhn! 3. Ja, eure Lust sei, ihn 9. Wer ist gutthätiger, als Er? folch Lob ist heilsam, lieblich, schön, denn welche Gabe sollt uns der nicht schärft den Verstand, erhebt das Herz, schenken, der so sehr uns liebt, daß und stillt im Leiden allen Schmerz. er auch seinen Sohn uns gibt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einzge, was ihr geben könnt? Zweiter Theil. Allgemeine Roblieder. 237 Dienste wacht! 11. Nuf, Chriften, preist mit mir| Tag und Nacht zu seinem Lob und den Herrn; wer preist nicht milde Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ist, wie er, des Dankes werth? Der 134. Pfalm. Mel. von Nr. 436. - 3. Euch fegne Gott von seinem 437. Erhehet Gottes Heiligkeit Thron, und sei dort ewig euer Lohn; ihr, die er vor indern weiht, und die ihr vor ihm segne Welt er schaffen hat, und noch erhält. Loblieber. Der 34. Psalm. traun, beschirmen; ja, der Herr ist unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 6. O wer wollte ehren? Mel. Alle Menschen müssen sterben. 82. 438. Dir, hrein ott, will wer verdient Bertraun, als du? wer 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, und bittet ihn für jeden Stand; und lehrt und fingt im Heiligthum, als wie die Engel seinen Ruhm! b. Allgemeine - von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen; denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut sich mein Gemüthe, rühmt fich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! 2. Ja, preift ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! laffet fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Guts gethan! laffet, laffet uns zusammen Lieder singen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält. 3. Herr, du haft mein Leid vernommen, du sahst meine ganze Noth! mein Geschrei ist vor dich kommen: da halfft du mir, o mein Gott! und du eilteft auf mein Beten, mich aus meiner Noth zu retten; streckteft, ach, wie dant ich dir, deine Vaterhand zu mir! 4. Bittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Angesicht schaut auf uns, uns zu bewahren; Fromme! Gott verläßt euch nicht. Wer will uns unglück fich machen? Gottes starke Engel wachen immer um uns! Gottes Treu steht beim nahen Tod uns bei. kann in der Noth erhören? wer kann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun, mit Freud erfüllen, ihnen fehlts an Segen nie; du ernährst und segneft sie. 7. Was die Frommen sich erwerben, das verdirbt nicht dein Gericht, Sünder läßt du oft verderben, aber deine Kinder nicht. Wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schätze offen stehn. 8. Kommt dann, fromme Seelen, höret, wie der Herr euch segnen kann! nehmet, Kinder, was er lehret, mit bereitem Herzen an! ihr müßt, wollt ihr selig leben, eure Herzen Gott ergeben; euer Herz und Mund muß rein, ganz das Leben heilig sein! 9. Fliehet eurer Zunge Sfinden; laßt zu keiner Heuchelei, feiner Sünd euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt den Feind euch nicht ermüden, thut ihm Gutes, thut es gern, Neid und Zorn sei von euch fern! 10. Gott schaut alle seine Knechte stets mit Wohlgefallen an! er ists, 5. Schmecket, Freunde Gottes, der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, schmecket, fühlet feine Freundlichkeit! ihm helfen kann; in sein Buch sind seine Gnad und Huld bedecktet feden, alle Klagen seiner Frommen eingetrader sich seiner freut. Gott kann uns in gen; ihre Thränen und ihr Schmerz allen Stürmen, wenn wir ihm verrühren sein erbarmend Herz. 238 Zweiter Theil. Der 103. Pfalm. 11. Aber Gottes Zorn verzehret weg von seinem Angesicht jeden, der ihn frech antehret! spottet, Sünder, Mel. von Nr. 265. Gottes nicht! fleht ihn an, daß seine 440. obsinge Gott mit wah erwache; rem Nache nicht schnell wider euch Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. - 12. Weh dem, der den Frommen drücket, Gott siehts! und der Fromme schreit, und Gott hörts, und Gott erquictet ihn, zur Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn. 13. Züchtigt Gott gleich unsre Seelen: er meints immer mit uns gut, läßt, wenn uns die Leiden quälen, doch nicht sinken unsern Muth. Gott beschützt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer Gott! - Allgemeine Loblieder. 14. Ohne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde 4. Wie herrlich zeigten sich dort Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme, Gott! ihr seid sein in alle Ewigteit. seine Wege, wie wundervoll sein Schutz und seine Pflege durch Mose Dienst an Jacobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Treu, Geduld und Güte, langsam zum Zorn und voll Mitleid ist er. 5. Verdienen wir, daß er uns gar Der 100. Pfalm. Mel. Vom Himmel hoch, da hr Völker, jauchzt mit - 109. 439. Gott der Götter überall! erscheint in seinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! 2. Der Herr ist Gott. Nur er allein, nicht wir, verlieh uns unser Sein, Wir sind sein Werk und eigen Gut, und Schafe seiner Weid und Hut. o meine Seel, und preise seine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu! ich soll, ich will mit danferfüllter Seelen, so lang ich kann, erwägen und erzählen, wie groß an mir sein Gnadenreichthum sei! 2. Bewein ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Trost empfinden. Er heilt mein Weh und tilget meine Schuld. Der Verderben, und krönet mich, als einen Herr, mein Gott, erlöst mich vom Himmelserben, mit heilgem Schmuck und ewig reicher Huld. 3. Er sättigt mich mit aller Güter Fülle, gewähret mir des innern Frie dens Stille, und schaffet mich, wie Adler, jung und neu. Er gibt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Armen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr siegreich bei. 3. Erhebt, empfangt ihn allzugleich, und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hindurch mit Freudigkeit. schweren Hasse: so währet doch sein 3orn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und wenn wir auch in seine Zucht gerathen, so dient sie nur zu unsrer Šeligkeit. findlich trauen, viel höher noch der 6. Er läßt an uns, wenn wir ihm der Himmel Kreise gehn. Die Sünde Gnade Wunder schauen, als über uns muß viel weiter von uns schwinden, als Ost und West sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Neu 4. Unendlich groß ist seine Treu. und Thränen flehn. Sie scheint uns alle Morgen neu; und seine Huld und Gütigkeit besteht seiner Kinder, als unser Gott der 7. So zärtlich schont kein Vater durch aller Zeiten Zeit. tiefgebeugten Sünder; er schlägt und Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 239 heilt und lindert ihre Pein, als bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle welcher stets auf unsre Schwachheit Zeiten! schauet. Er denkt daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in kurzem werden sein. 4. Er baut den Wundern, die sein Arm verrichtet, ein Denkmal, welches keine Zeit zernichtet! der Herr von frommen, duldendem Gemüthe; der Herr voll Güte. 5. Der Herr gibt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes, ewig soll er währen, weil sie ihn ehren. 1 8. Wie eitel find doch unsre kurzen Tage! wir leben taum, so find't sich Müh und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüht, die jeder Wind, der kaum darüber fähret, versengt und dörrt, und wie in nichts verkehret, daß niemand mehr auf ihre Spur mur fieht. 9. Nur Gottes Treu kann nimmermehr vergehen; wenn wir nur fest in seiner Furcht bestehen, will sie auf uns und unsern Enfeln ruhn. Sein ewig Heil wird über denen walten, 7. Es dauert fest und ewig unbedie seinen Bund und sein Gesetze weget! er hats auf Stein und uns halten, und was er will, von gan- ins Herz gepräget, daß wir getreu zem Herzen thun. 6. Die Thaten seiner Hand sind Necht und Treue. Gott spricht kein Der gnädig Wort, das ihn gereue. Fromme weiß, daß er aus Lieb und Güte sein Recht gebiete. und willig seinen Rechten gehorchen möchten. 10. Des Herren Thron ist himmelhoch erbauet, von welchem er auf alle Menschen schauet. Sein Wink Lobregiert die Völker aller Welt. fingt dem Herrn, ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in enger Uebung hält. 8. Er sendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor Gott, die Luſt, ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben! fie gibt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. 10. Von ihr geleitet, lernt man 11. Lobsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lobfingt dem Herrn, ihr alle seine Werke; Wege wallen, die nie verführen, so weit er herrscht, verehret seine Stärke; lobsing auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. welche Gott gefallen. Der Ruhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. Der 111. Pfalm. Der 113. Pfalm. Mel. von Nr. 55. 441. Gelobt fel, Golf 442. I'den Serrn, foot feinen Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. hr Knechte Gottes, lobt sei Gott! ihm fröhlich sinwill ich gen, ihm Dank und Ruhm mit den Gerechten bringen, und der Versammlung aller frommen Seelen sein Lob erzählen. heilgen Namen! gelobet fei er nah und fern, und jetzt und ewig! Amen! Vom Aufgang bis zum tiedergang sei er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! 2. Groß, majestätisch sind des Höchften Werke, und würdig, daß man sie erforsch und merke! aus ihnen strömen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel geht, muß Ehr und 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck ihn kleiden. Ja, ja, wer ist, Schmuck und Cre, daß er, wie groß wie unser Gott, der hohe Herrscher er sei, die Welten lehre. Der Höchſte Zebaoth, der auf das Niedre stehet? Univ.- Bibl. Giessen 240 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 3. Er richtet die Geringen auf, die will dich ewig lieben, ich will, als nach Errettung dürften; und fördert dein Eigenthum, stets erheben deinen des Verlaßnen Lauf, und setzt ihn zu Ruhm! den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Haus schmüct er mit holden Kindern aus. Laßt: Sallelujah! schallen. 2. Wie ein Adler sein Gefteder über seine Jungen streckt, so hat( dankts ihm, meine Lieder) mich auch Gottes Arm bedeckt! Gott! der über mir schon wachte, als ich kaum zu sein begann, sah mit Baterhuld mich an, eh ich lebte, eh ich dachte! Leib und Der 117. Psalm. Mel. von Nr. 46. 443. Lohr Nationen! Froh verdant ichs dir! lobt den Herrn, Seele gabst du mir; Gott, o wie - 3. Für mich Armen, mich Verlor nen, mich, der ich gefallen bin, gab er seinen Eingebornen, Jesum Chri stum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? seine Lieb ist immer neu, ewig seine Gnad und Treu! 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröster, seinen Geist, gibt der Herr mir zum Negierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem dann, dann Lobet den Herren, auf Gericht, amb mban b fürcht, ich kein lockt ihm, bringt ihm Ruhm und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd hr und Lob dem Herrn gebracht! 2. Denn seine Gnade, seine Trene ist groß und unveränderlich; sie herschet ewig. Erdkreis freue der Gnad und Treue Gottes dich! 3. Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen! frohlockt ihm; bringt ihm Preis und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd hr und Lob dem Herrn gebracht! 444. Hei- den, preiset ihn alle Völ- fer, denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. All- le lu- ja! Alleluja! 2. Ehr sei dem Vater und dem Sohne, und auch dem heilgen Geiste, als es im Anfang war und mun bleibet bis in Ewigkeit! Amen! Alleluja! Alleluja! Mel. von Nr. 108. 445. Sollt ich meinem Gott stille; deines Heils darf ich mich freun! Herr! dein bin ich! du bist mein! 5. Meinem beffern Theil, der Seele, gibt er Troft und Kraft und Ruh; wenn ich, was er wählte, wähle, strömet mir sein Frieden zu. Was, so lange wir hier wallen, wir bedürfen in der Welt, was die Hütten stützt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies gibt uns, deffent Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd und ihre Heere sind zu meinem Dienste dal wohin ich mein Auge kehre, ist mir Gottes Segen nah! Thier und Kräuter und Ge treide in den Gründen, auf der Höh in den Büschen, in der See, find mir Nahrung, sind mir Freude; vom Gedeihn und Ueberfluß trieft des ich ihm nicht dankbar sein? Sollte 7. Wenn Betrübniß meine Seele, nicht in allen Dingen seine Liebe mich Elend meinen Leib umgibt; dann, erfreun? Lieben ist es, nichts als dann bet ich und verhehle nichts dem Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die Gott, der doch mich liebt! wär er so oft und viel verzeiht! Herr! ich nicht mein Gott gewesen, bätte mich Zweiter Theil. Allgemeine Poblieder. 241 fein Angesicht nicht erquickt, so wär Gnade, Tren und Güte froh erhebe ich nicht von so vieler Qual genesen! Tag und Nacht; denn was ich nur bin vom Allsehenden bewacht, gieng ich und habe, kommt von dir, ist deine Tausend, tausendmal sei dir, durch die dunkle Nacht! Gabe. 8. Wie ein Bater feinem Kinde nie- großer König! Dank dafür. mals ganz sein Herz entzeucht, ob es 3. Herr! ich muß mit Scham gestegleich, verführt zur Sünde, von der hen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; rechten Bahne weicht: also sieht auch und mein sündliches Vergehen raubt mein Verbrechen mein versöhnter Vater mir billig deine Huld! gleichwohl trägſt an, züchtigt mich, daß ichs gethan, du, Gott, mich Armen noch beständig wills nicht mit dem Schwerte rächen, aus Erbarmen. Tausend, tausendmal weil, als ichs verirrt begieng, doch sei dir, großer König! Dank dafür. mein Herz noch an ihm hieng. 9. Wohlthat ist das Kreuz der Christen, ists gleich, wenn es da ist, Pein, führt er uns in dürre Wüsten, scheints gleich oft Gericht zu sein! und, was haben wir gelitten? duldeten die Märtyrer nicht viel mehr, als wir, viel mehr, eh sie ihre Kron erstritten? rühmt im Leiden, rühmt und preist Gott, der euch der Welt entreißt! 10. 3ft, so lang ich leb am Grabe, Kreuz und Trübsal oft mein Theil: Gott, dem ich geglaubet habe, Gott gibt einst mir ewigs Heil! die, so hier mit Thränen säen, erndten dort mit Freuden ein; nach des kurzen Lebens Pein werd ich mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg geleitet hat! 11. Weil denn ohne Ziel, ohn Ende deine Gnaden, Vater, sind, o so heb ich meine Hände zu dir auf, erhör dein Kind: Bater! du wollst Gnade geben, dir mich ganz und gar zu weihn, dein Verehrer stets zu sein, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heilig ist er, der sein wird, war und ist! - 82. Mel. Alle Menschen müsfen sterben. 446. loben, mächtiger Herr Zebaoth? sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld und Liebeszeichen. Taufend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafüir. 2. Herr! entzüinde mein Gemilthe, daß ich deine Wundermacht, deine 4. Sa, Herr! wenn ich überlege, mit wie großer Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch die Tiefen zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut; denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du mich dies verachten, und nur nach dem Himmel trachten. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 6. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn; daß ich nur das Gute wähle, und das Böse möge fliehn, hast du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist ge geben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit strahlt von deinem Angesicht; all dein Thun ist Gnad und Wahrheit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werken deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 8. Bald kamst du mit Baterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um zu ergeben dir, und stets deinen guten Willen ohne Murren zu erfüllen. Tausend, tausendmal sei dir, großzer König! Dank dafür. 9. Wie ein Vater nimmt und gibet nach dem's Kindern nüßlich ist: so hast du mich auch geliebet, Gott, der du barmherzig bist, und dich meiner angenommen, wenns aufs höchste 16 242 Zweiter Theil. gleich gekommen. Tausend, tausendmal fei dir, großer König! Dank dafür. 10. Trägst du nicht in deinen Armen mich oft treu und väterlich? riß mich nicht oft dein Erbarmen aus Gefahr und schützte mich? mußt ich einsam, hülflos weinen, so ließ'st du mir Trost erscheinen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. - Allgemeine Loblieber. 7. Er half und wird mich fort er lösen. Er hilft, der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus Reizungen zum Bösen, und gibt mir zu der Tugend Muth. 8. Dir dank ich, Herr, auch für die Leiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dank ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu. Dir dank ich, denn du hieß'st sie werden, und deine Güt ist täglich neu. 10. Dir dank ich für die höchste Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzem Herzen und Gemüthe, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werke! die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des Morgens die Zufrie denheit. Nach einer Prüfung kurzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 11. Bater! du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geist der Gnaden, heilet meinen Seelenschaden. Tausend, tausendmal sei dir, großer König! Dank dafür. 12. Tausendmal sei dir gesungen Preis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen. Ach! laß mich bis in den Tod fest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Antlitz sehen, so werd ich, dein Eigen thum, ewig preisen deinen Ruhm. Mel. von Nr. 46. 447. Du bists, dem Nuhm 13. Vergiß nicht deines Gottes, Seelel vergiß nicht, was er bir ge und Dank gebühret, than. Ehr seiner Heiligkeit Befehle, und bet ihn durch Gehorsam an. und Ruhm und Dank, Herr! bring ich dir. Du hast mein Schicksal stets regieret, und deine Hand war über mir. 2. Wenn Noth zu meiner Hütte nahte, so hörte Gott, der Herr, mein Flehn, und ließ nach seinem gnädgen Rathe mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Ich sant in Schmerz und Krankheit nieder, und rief: o Herr, errette mich! da half mir Gott, der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, klagt ich Gott findlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen sah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade, und seine Gnade war mir nah. 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem From. men, der den Bund nicht bricht! schnell eilt sein Zorn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld, der Herr, begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Mit Adlers flügeln schwebet Erbarmung über dent. 6. Um Troft warmeiner Seele bange, dena Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? 3. Wie Väter mit Erbarmen auf und Gott verließ den Schwachen nicht. ihre schwachen Kinder schaun: so thut Mel. von Nr. 34. 448. Quf, meine Seele, finge! an dir, so unwerth du es bist, thut Gott so große Dinge. Weh dir, wenn ihn dein Herz ver gißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Christo dir verge ben. gnadenvoller Rath! schon hier wirst du mit Heile getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh der Ewigkeit. Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 243 Gott an uns Armen, wenn wir in nen! da half mein Helfer mir vom Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir sind Sünder; Gott weiß es, wir sind Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da! wir Sterbliche vergehen! stets ist der Tod uns nah. Tod, und ließ mir Trost erscheinen. Ich danke, Gott, ich danke dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden; er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durchs Feuer und durchs Gebt unserm Gott die Ehre! Meer. 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, die nur die Welt erzeiget, so hilft, der ewig helfen kann, der Schöpfer selbst, und neiget fein huldreich Angesicht uns zu; denn außer ihm ist keine Ruh. Gebt unferm Gott die Ehre! - 4. Des Ewgen Gnad alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, und daß sie selig werde, mit Furcht und Zittern ringt. Auf! daß ihr von der Erde schon jetzt euch dorthin schwingt. Dort nimmt mit seinen Engeln auch unsrer Brüder Schar, nun rein von allen Mängeln, stets seines Lobes wahr. 5. Anbetung, Preis und Ehre sei dir, Gott Vater, Sohn und Geist! wir singens in die Chöre der Schar, die dich vollkommner preist. Anbetung, Preis und Ehre, dir, der du warst und bist! wir stammelns nur; doch höre, hör uns, der ewig iſt! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir traun; einst fingen wir dir Psalmen, wenn wir verflärt dich schaun! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Orten hören! mein Geist, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. 449. Dob, Ehr und Preis dem 9. Kommt, laßt uns vor sein Anhöchsten Gut, dem Va- gesicht mit Freud und Zittern drinter aller Güte! dem Gott, der alle gen; bezahlet die gelobte Pflicht, und Wunder thut, dem Gott, der mein laßt uns fröhlich singen: der Herr Gemüthe mit seinem reichen Trost hat alles wohl bedacht, und alles erfüllt! dem Gott, der allen Jammer recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, Beherrscher aller Thronen, und die Mel. Nun danfet alle Gott. 1 Nun Jun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mächtig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut, mehr als man zählen kann. Schatten wohnen, die preifen deine 450. Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weisen Rath, des Vaters 2. Er, unser Vater, woll ein fröhlich Gnade walten! in seinem ganzen Kö- Herz uns geben; der Herr laß uns, nigreich ist alles recht, ist alles gleich! sein Volk, in stetem Frieden leben, und unfre Nachwelt auch, daß seine Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Gnad und Treu das ganze Land Noth: ach Gott, vernimm mein Wei- umfah, sein Segen mit uns sei. 16* 244 Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 3. Der große starke Gott woll uns| Schuß, du bist der Müden Ruh; ein von allem Bösen, und was uns scha Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, den kann, gewaltiglich erlösen; er Gott, bist du. schüß uns in Gefahr, er helf uns allezeit, so lang er uns dahier das Leben noch verleiht. 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, dem Gott der Götter? wen ehren, als nur dich mein Schutz und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn! - 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns fei Ehr und Preis gegeben, was in uns ist soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und stehn wir einst verklärt in deinem Heiligthum, so sei dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben. Wie könnt ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glück, in dem Ich haffe seinen Mel. Nun dantet alle Gott.. 9. urch o das 451. Dott! durch dich bin Weg, weil mich dein Auge ſieht. ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstan den; denn wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Wert vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüst't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ift. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, und 10. Sollt ich der Menschen Ruhm Himmel predigen die Wunder deiner stolz zu erringen trachten? nein, Herr, Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein wenn du mich ehrst, mag mich die Heil kommt von dem Herrn. Du hörft Welt verachten. Du bist es, dem der Menschen Flehn, und du erretzum Dienst ich Leib und Seele weih. test gern. Gib, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sei! 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was frag ich außer dir, nach Himmel und nach Erde? Im Himmel donnerst du, und Mel. Wachet auf! ruft uns die. 171. auserwählt GeSchrecken füllt das Land; noch fürcht 452. schlechte! freut euch ich nichts, denn mich beschützt der Allmacht Hand. des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr Frommen preist den Höchsten hoch! laffet eure Harfen klingen; ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt, und danket doch! macht so sprech ich: was ist doch der Mensch, es mit frohem Muth auf Saitendaß du sein denkst? und daß du täglich spielen gut! Halleluja! sein Wort uns unzählig Gutes schenkft? ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit, und er hälts gewiß. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet, 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die Welt ist seiner Güte voll. Droben ihm zur Ehre, der Licht erfüllten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Sal, leluja! er will, er sprichts, sogleich geschichts; gebeut er, wird etwas aus nichts. 5. Als Schafe läß'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Tranf, und füllt das Herz mit Freuden; du sahst mich, eh der Grund der Welt geleget war, zogst schuf er, mich aus Mutterleib, als mich ihr Schoof gebar. 6. Du wogst mein Glüd mir ab, und Leiden, die mich üben, und mei ner Tage Zahl war auf dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Zweiter Theil Allgemeine Loblieder. 245 3. Unser Gott herrscht ohne Schran- errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ken! er wendet Völkern die Gedanken; er macht zunicht der Heiden Rath. Ewig fann sein Nath nicht wanken, er ändert sich nicht in Gedanken, er ist gleich groß an Rath und That. Wohl dem Volf, dessen Gott heißt Herr, Herr, Zebaoth! Halleluja! ja felig ist, wen Gott erkiest, und sich zum Erbtheil auserliest. ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten: stärkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn, dann gibt er uns seine Freuden, unser 4. Herr, deine Güte gleichet Herz empfindet ihn! kann ich größ dem Himmel, deine Wahrheit reidhet res Glück begehren? Ewiger, hat dich so weit, als aller Wolken Heer! ja, mein Herz, o so wird es ohne Schmerz als wie der Berge Höhen bleibt die den Besitz der Welt entbehren, Erd Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht und Himmel wird mir klein, gegen wie Tiefen in dem Meer. Eh Meer und Berge sein, bist du, o Gott! allein. Halleluja! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. dich verächtlich ſein. 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott, durch deine Ruh im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh ich, Vater, in dein Leben, das nicht Leid, Gefahr Sollten mich der Erde nicht hat. Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? nein! ich leb und sterbe dir! 1 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, wo ich bin! und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun. Halleluja! da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach! da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten, zu dem Gott, der die Schuld vergißt; zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud und meine Wonne durch Christi großes Opfer ist. Ich Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. ſpiel ein Danflied dir da auf der 454. Stimmt unserm Gott ein für. Halleluja! dir, Loblied an mit freumein Gott, Herr Zebaoth, du bist digem Gemüthe; es rühm und preise mein Helfer in der Noth! wer da kann, den Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, Mel. von Nr. 108. 453. Gott, burch welchen alle und danket seinem Namen. Dinge 2. Lobt Gott und rühmet alle Zeit und vergehn, stärk mich, daß ich dich die großen Wunderwerke, die Majebefinge, lehre mich dein Lob erhöhn! stät und Herrlichkeit, die Weisheit, laß mich dich im Stillen loben, mich, Kraft und Stärke, die er beweist in den du voll Lieb und Huld, aus den aller Welt, indem er alle Ding erTiefen seiner Schuld zu des Christen hält. Drum danket seinem Namen. Höh erhoben; dich erheb ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die Gestirne zählen: Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Er 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch seinen 246 Zweiter Theil. Engel schiltzt, der täglich schenfet, was uns nützt. Drum danket feinem Namen. - Allgemeine Loblieder. 4. Der Herr ist groß und mächtig, voll Heiligteit und Ruhm. Es siehct alles prächtig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Batersorgen zeugt jeder neue Morgen, und alles, was er thut. 4. Lobt Gott! er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebenskron durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht. Drum danket ſeinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt. Drum danket seinem Namen. 6. Lobt Gott! er hat dies gute Wert selbst in uns angefangen, voll bringt es auch, gibt Kraft und Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält. Drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preist ihn früh und spat, ja alles, was nur Odem hat, das danke feinem Namen. 5. Drum lobt, erlöfte Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft deffen Ruhm erzählen, der euch schuf euch durch sein Blut erkaufte, auf und erhält; der euch in Christo liebt, seinen Tod euch taufte, euch einst den Himmel gibt. 6. Lobt Gott, der euch regieret, der, als der treuste Freund, selbst dann euch weislich führet, wenn ihr das Kreuz beweint, das er euch auf erlegt; laßt uns in solchen Proben ihn dennoch kindlich loben, weil er aus Liebe schlägt. 7. Er ist getreu den Seinen, entreißt sie aller Noth. Wenn seine Kin der weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedecken, er, der stets für fie wacht. 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke sei dir, o Gott, bereit't, denn deine Weg und Werke sind voll von Herrlichkeit. Dein Zion lobet dich, mert auf sein schwaches Lallen, und laß dirs wohlgefallen; erhör uns gnadiglich! 9. Möcht es uns bald gelingen, von aller Schwachheit frei, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sei! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich Bater und den Sohn! Mel. von Nr. 101. 455. obt Gott, den Gott der Stärke, der, was er will, erschafft, ihr alle seine Werke, aus aller eurer Kraft. Shr seid sein Eigenthum, so weit der Himmel reichet, was Luft und Meer durch ffreichet, verbreite seinen Nuhm. 2. Erhabne Himmelsgeister, erwerlet euren Fleiß; gebt euerm Herrn und Meister Dank, Ehre, Lob und Preis! stimmt dreimal Heilig! an. Der Ambrosische Lobgesang over Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, das Te Deum. ihr Cherubinen! lobt ihn, was loben fann. 3. Was Odem hat und lebet, was sich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trägt, sei überall bemüht, den höchsten Gott zu loben, der aus den Wolten oben auf sein Geschöpfe sieht. 456. err unser Gott! dich loben wir, Herr unser Gott! wir danken dir. Jehovah ist von Allgemeine Loblieder. 247 9. Sei hier schon unser Troft und Licht, verlaß uns auch im Tode nicht, vollende dadurch unser Heil, Herr, Herr Gott, unser Trost und Theil! so preisen wir dich in der Zeit, noch beffer in der Ewigkeit. mel. Mein Gott, das Herz ich bringe.- 59. ch singe meiner Seele 457. dich Sohn, dich Geist. 2. Die Cherubim, die Seraphim, Zebaoth! ich sing aus dankerfüllter die Himmel alle singen ihm: höchst- Brust von deiner Güte, Gott! 2. Was ist der Mensch, der Staub, heilig ist er, unser Gott, groß ist dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr alle Himmel weit geht deine Macht aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? und Herrlichkeit. 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und An mit Schönheit, pflanzt den Hain? tränkt sie mit Regen und mit Thau, und gibt der Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du. 6. Wer frönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn dein Donner dräut? Zweiter Theil. er schuf die Welt, das - Ewigkeit, Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist Gott Vater dich, 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schar, des Mittlertodes Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preift dich auch deine Christenheit. 4. Dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn! und dich, o Geist, des Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, dich preiset deine Christenheit. 5. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, des Reich nie vergeht, du haft dich, Gott! uns Gott zu weihn, erniedriget, ein Mensch zu sein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 6. Zur Rechten Gottes sitzest du, mit deinem Vater herschest du, du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Missethat. Im Grabe lässeft du uns nicht, du kömmst, du kömmst und hältst Gericht. 7. Hilf deinem Volte, Jesu Chrif und segne, was dein Erbtheil ift. Leit es durch diese Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets dein Ruhm. 8. In dieser unsrer Pilgerschaft sei, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Sei gnädig uns, o treuer Gott! sei gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Erbarmen uns erfreun. 7. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf, dein Helfer? Sage: Wer? 8. Herr, unser Herscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volt, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Treu! du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist, und reut uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. 11. Sa, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab, Erbarmer! schreit zu dir, du nähreft ihn. 12. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? 248 Zweiter Theil. die stillste Sähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 13. Weh dem, der an dem Herrn verzagt! und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt Gott achtet unfrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh du flehst. Vertraue du dem Herrn. - 15. Er schaut herab von seiner Höh auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing ihm, bet ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! vergiß es, Seele, nicht. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 459. S He Mel. von Nr. 201. 458. Großer Gott, Herr aller Götter! heilig Vater und Erretter! alles rufet weit und breit, rühmt den Herrn der Herrlichkeit! Engel preisen deine Werke. Wenn ich sie erstaunend merke, so schwingt sich mein Herz empor, und fingt in der Engel Chor. 2. Hier im niedern Weltgebäude blickt mein Geist mit großer Freude deiner Allmacht Proben an; wo ich hin gedenken kann, siehet mein erstaunt Gemüthe, deine Weisheit, Macht seines Namens Ehr! Besondere Zoblieder. und Güte, Wahrheit und Barmher zigkeit zu des Sünders Heil bereit. 3. Von Begierde, dich zu kennen, kann mein Herz nicht gnugsam bren nen. Doch gib mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft, so kann ich gelehrtes Wissen ohne großen Schaden missen, so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel flug. err! mein Licht, mein Heil und Leben, wie kann ich dich gnug erheben; was für Lieder stimm ich an? was soll ich zum Dank dir bringen? und wie soll ich würdig fingen, was Herr, an mir gethan? 4. Gib, daß ich dich so erkenne, daß ich auch vor Eifer brenne, dich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, auf das Innigste zu preisen; du selbst mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor, dann hört mich dein Vaterohr. 5. Ganz entzückt von deinem Namen, wünsch ich dir, Herr, nachzuahmen, Wandel heilig ist. Andre möcht ich gern erwecken, deine Freundlichkeit zu schmecken, deiner sich mit mir zu freun. Gott, dein Ruhm sei allgemein. 6. Wie die heilgen Seraphinen dir mit allem Eifer dienen, so fet, Herr, auch jederzeit dir durch mich ein Lob bereit't, bis von mir und ihnen allen droben wird ein Lob erschallen: Heilig, heilig ist der Herr, herrlich c. Besondere du, Loblieder. 2. Du hast meine Seel gebeuget, aber auch mir bald gezeiget, daß du stets den Deinen nah. In der Nacht warst du verborgen, doch bald kam dein Antlitz sah. der frohe Morgen, da ich, Herr! 3. Heilig, Herr! sind deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo di deine Kinder führst; wer muß nicht es bemerken, wie gerecht du, Herr, aus deinen Werken, dir zum Preise regierst? 4. Nun will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn still sein, hoffen, schweigen, stets vor des Kreuzes Last mich drückt; ich will dir, o Herr, mich beugen, bis dein Antlitz mich erquict. Zweiter Theil.- Besondere Loblieder. 5. Willst du deine Hülf aufschieben? willst du meine Demuth üben? Herr ich bin ein sündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen, schickst du Trübsal, Noth und Plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue selbst zur 7. Doch läß'st du auch mein schwaches schwersten Prüfungszeit; deine Stra- Lallen, der du des Herzens Redlichkeit fen, deine Schläge, sind ja, wenn zu prüfen weißt, dir wohlgefallen; ichs recht erwäge, Mittel meiner siehst auf die Unvollkommenheit, als Seligkeit. wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 7. Ach! so stärke mir den Glauben, laß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, keine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Angst und Schrecken deine Gnade mich erfreun. 8. Nichts hat mein armes Unvermögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Vergeltung darzulegen; böt ich mich selbst zum Opfer dar, so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab und bin. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. 460. ein Herz, ermuntre Mei dich nun wieder, 9. Doch will ich dir mein Opfer bringen, das Opfer meiner Dankbarkeit, und dir zum Lobe Lieder singen, und singe mit erquicktem Muth jetzt so viel dein Geist mir Kraft verleiht. neue Dank- und Freudenlieder dem Im Namen Jesu fing ich dir, in Herrn, der große Dinge thut; denn diesem nimm es an von mir! er beschämt zur rechten Zeit nun wieder deine Furchtsamteit. Danklieder bei der Erndte. Mel. Nun dantet alle Gott. 9. 461. Frohlocket, Jung und Alt, Reichen mit den Armen! da Gott den Unterhalt von neuem aus Erbarmen für euch nun auf ein Jahr so mildiglich bescheert. Was euer Wünschen war, ist väterlich erhört. - 2. Herr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz begehrt, hingegen ist mein zaghaft Hof. fen werth; und doch erträgst du mit Geduld des wankenden Vertrauens Schuld. 249 6. Mein Mund, mein Geist und mein Gemüthe sind deines Ruhms, mein Helfer, voll. Die Wunder aber deiner Güte mit Dank zu preisen, wie ich soll, reicht mein Vermögen nimmer zu, es ist voll Schwachheit, was ich thu. 3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Trost, wonach mein Auge weint, vor meinem Denken tief verborgen und noch sehr weit entfernet scheint: hast du schon meine Noth bedacht, und dich zu helfen aufgemacht. 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthun gewohnt; drum wird mir sündlich schwachen Armen nicht, wie ichs würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du hilfft zur recht erwünschten Zeit. 5. Herr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stärk und Veste. Wenn Fluth und Jammer auf mich läuft, so siehst du mit Erbarmen drauf und hemmest schleunig ihren Lauf. 1 2. Auf! danket unserm Gott, daß Fried und Ruh hier wohnet. Mit Krieg und Hungersnoth hat uns der Herr verschonet. Kein Feuer, keine Fluth, kein schwerer Hagelschlag, noch böser Seuchen Wuth, trifft uns bis diesen Tag." 3. Die Erndte hat der Herr uns tren und wohl bewahret. Wer hätt, wenn Gott nicht wär, uns sonst die Frucht gesparet? Wer gäb uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was würd's ohn ihn wohl sein mit unserm Ackerbau? 4. Umsonst wär unsre Müh, umsonst wär Säen, Pflügen. Wir würden sonsten nie ein Körnlein wieder 20 250 Zweiter Theil. Mel. Zeuch mich, zeuch mich.- 81. triegen. Wir möchten früh aufftehn und bis zur Mitternacht nicht wieder schlafen gehn: es wär umsonst gewacht: 462. Gott im Himmel und auf 5. So aber sorgt und wacht der Herscher in der Höhe; sein Batersegen macht, daß unser Wert bestehe. Der hat auch diesesmal des Sämanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. Erden! Herscher in der ganzen Welt! laß den Mund voll kobes werden, da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erndtesegen Dank und Opfer darzulegen. 6. Gott ist's, der euch ergeßt, da ihr nun jauchzt und singet, und jenen Segen jetzt in eure Scheuern bringet; dem stellt euch dankend dar, des Lob so weit ertönt, der wiederum das Jahr mit seinem Gute krönt. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Auen, überall wirst du verspürt, überall läß'st du dich schauen: und wir blieben ungerührt? gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre! 3. Vater! du hast aus Erbarmen uns Unwürdige genährt. Du haft Reichen, du hast Armen manches, manches Glütc gewährt. Gett, der uns viel Guts bewiesen, sei gelobet und gepriesen! Sunny 7. O schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freudigem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr, der uns viel Guts verleiht, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del, erfreut. 8. Gut ist, o Herr, das Land, darin du uns gesetzet, groß deine starke Hand, die uns so oft ergebet; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein Ruhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Volk und Eigenthum. 9. Verleih, o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade; bewahr vor Angst und Leid, vor Seuchen, Wassersfluth, vor Krieg und theurer Zeit; halt uns in deiner Hut. Besondere Loblieder. 4. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, daß man nunmehr allerwegen Auen voller Korn erblict; Berg und Thäler, Tief und Höhen sehen wir im Segen stehen. 5. Ach! wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? nimm eint dankbares Gemüthe für die große Wohlthat an, und mein Mund foll stets erschallen: Gott macht satt mit Wohlgefallen. 6. Gib nun Kraft, den milden Segen, den uns deine Hand bescheert, auch so löblich anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich effen! Gib auch, daß wir der Noth der Armen nicht vergeffen. Herr! deine milde Hand er freue jedermann, daß bei uns Stadt und Land den Segen spüren kann. 7. Schent uns auch vergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undank nichts verscherzen. Schenke ferner dein Ge11. Laß unser Korn zur Saat und deihn, und laß uns mit deinen Gabis zur Erndte reichen. Gib selber ben willig auch den Dürftgen laben. Rath und That, und thu an uns ein 8. Laß es deinem Wort gelingen, Zeichen; laß sehen jedermann, du seist, daß auch wir zu deiner Ehr hier Herr Zebaoth! der Wunder wirken kann, der rechte treue Gott. schon reichlich Früchte bringen, stärke du uns immer mehr, schenk uns auch nach allem Leide droben mehr als Erndtefreude. 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wah res Eigenthum, o Gott der Ewigkeiten! dir Vater, dir Gott Sohn, und dir heilger Danklied auf den Frieden. man vor ſeinem Ehron, und hier auf 463. Bengt Gott Ze Erden preist. Zweiter Theil.- Gebet- und Loblieder 2c. baoth; besinget unsern Gott! dem müsse von uns allen ein feurig Lied erschallen, der unser Wohl bedenket, und uns den Frieden schenket. 2. Wie schrecte Gottes Hand das werthe Vaterland! der Krieg hat es verheeret und bis aufs Mart verzehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. 3. Dankt jetzt und immerdar, ihr, welche die Gefahr des Krieges hart geplaget, zerstreuet und verjaget; um Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 4. Befingt Gott Zebaoth, besinget unsern Gott! das Rachschwert legt auch der Ewigkeiten! laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank ich, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad und Güte. 251 er nieder, führt uns den Frieden wieder, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfang des Jahres. Mel. Es ist das Heil uns kommen.- 6. Troft bereitet. Von ganzer Seele preis ich dich. Aufs Neue übergeb ich u, Gott, du bist der 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, nnwandelbares Wesen; dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, find gewesen, wir blühen und vergehn durch dich! nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibest. 464. deiner 3. Herr! ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 5. Nun, Gott! wir loben dich, und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angefehen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden. 6. O mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. 4. Du haft auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und 7. Dein Geist mach uns bereit, daß wir zu keiner Zeit in deinem Dienst erfalten, dein Wort beständig halten, und nicht mit neuen Sünden des Krieges Wuth entzünden. 8. O Herr Gott Zebaoth! o Herr du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflüssig haben, bis daß wir dich dort oben in vollem Frieden loben. 5. Vergib mir die gehärfte Schuld von den verfloffnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht. Dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Viel bessre Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen. Laß mich 252 die Bahn der Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen. Der Tage Last er leichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. Zweiter Theil. Gebet- und Loblieder - 10. Ihr eiteln Tage flieht denn immerfort; ich halt euch nicht, verdeppelt ener Eilen; mich listet nicht, in Mesech zu verweilen; nur bald von hier, und dann geschwinde dort: Mel. von Nr. 324. 11. Dort, wo der Hafen der Glück0 465. So ist von meiner kur- seligkeit; dort, wo das Kleinod meiner Laufbahn glänzet; dort, wo ein müder Streiter wird bekränzet, und seines Siegs sich ewiglich erfreut. zen Pilgrimschaft ein ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieder hingefloffen! Herr, wie viel Guts hab ich darin genossen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. Bundesgott! wie hat nicht deine Treu mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen Plagen, doch Trübsal ist der Seelen Arzenei. 12. Wenn ich indeß hier länger dienen soll, so gib, mein Gott, daß ich stets wachend bleibe. Gib du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach mich Eifers voll. 13. Laß mich, als dein erkauftes Eigenthum, Geist, Seel und Leib von Flecken rein bewahren; und, wirst du neue Schuld von mir erfahren, laß mich nicht sinken, stärk mich wiederum. 3. So hast du nie den theuren Bundeseid gekränkt, nur ich hab ihn so oft gebrochen, fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergib es mir! es ist mir herzlich leid. 4. Ach! wie viel näher müßt ich schon zu dir in so viel Tag und Jahren sein gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glänzt nicht, wie es soll, dein Bild in mir. 14. Je länger ich auf deinen Wegen geh, je klarer gib dein Licht mir zu erkennen, je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklärt vor deinem Throne steh. 15. Es ist doch um ein Kleines nur zu thun, so heiß ich dich, mein Bräutigam, willkommen; dann werd ich, aller Müh und Qual entnommen, vergnügt und froh in deinem Schooße ruhn. 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! oft fällt mir ein: fönnt ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weihn. 6. Nur wenn ich mein betrüglich Herz betracht, so wär es doch ohn Mel. Allein Gott in der Höh.- 15. deine Gnad vergebens; ach! wirde 466. Gott ruft der Sonn nur das Lebens zu deinem Preise besser zugebracht! schafft Mond, das 7. Die Rebe mag am Weinstock nur bestehn; die Säfte, die in Jesu reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich ergießen, und du sollst Frucht an dürren Reben sehn. 8. Hab ich in Trägheit so viel Zeit 2. Herr, der da ist und der da verspielt, laß mich, was übrig ist, war! von Dank erfüllten Zungen sei wie Gold abwägen! o möcht kein dir für das verfloßne Jahr ein heilig Odem mehr in mir sich regen, der Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! Trost und Rath, für Fried und Ruh, 9. Dein Glück, o Welt, macht nicht für jede That, die uns durch dich die Seele satt. Was kann doch wohl gelungen. auf dieser ganzen Erden beim längsten 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Leben angetroffen werden, das nicht vom Fluch betrübte Spuren hat? das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, denn sie ist dein, in deiJahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis, und Dank ertheilen! beim Anfang des Jahres. 253 ner, urbu vermehrst der Menschen 468. Al Tag) versloffen! nä Du schützest Mel. Freu dich sehr, o meine S.- 29. bermal Jahr( ein Furcht uns, und du Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. her zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschossen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! veränderlicher Gott! ach was was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? unsoll, 2. Ich erschrecke, mächtigs Wesen, Angst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Lesen, ach! das ist so schläferig. Heilig, heilig, Heiliger, großer Seraphinen Herr! wehe fann vor dir bestehen? mir, ich muß vergehen! denn wer 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle thronen! laß Tugend und zufriedenheit in unserm Lande wohnen! laß Treu und Liebe bei uns sein! dies, Vater! wollst du uns verleihn in Christo, deinem Sohne. Mel. D Welt, ich muß dich lassen.- 48. err! der du mir das 467. Herr! Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an; ich bin viel zu geringe der Treu, die ich besinge, die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte! ich freue mich in dir. O gib mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaff ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott mein Heil! bin ich der Schuld entladen, und nur bei dir in Gnaden, so ist im Himmel auch mein Theil. 5. O leite mich im Segen dem großen Biel entgegen, dahin dein Wort mich weist. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geist! 1 die Hand des Höchsten. Gott rufet 3. Schrecklich ist es ja, zu fallen in warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid ichs, Jehovah, nicht; ich bin ein verzehrend Feuer, und mein Zorn brennt ungeheuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, tren ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gütig, dich versöhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in deiner Hand, Gott, ein dir sehr theures Pfand, das du vor der Feinde Wüthen ewig, ewig willst behüten? 5. Auf, mein Herz! stell dich nur wieder dem versöhnten Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher frönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ewgen Freuden. 6. Soll ich denn allhier auf Erden länger noch ein Pilger sein, so wirst du bei den Beschwerden, Herr, mir die Geduld verleihn. Deine Treue bleibe mir, liebster Heiland, ich will dir mich hinwiederum verschreiben, dir auch ewig treu zu bleiben. Mel. O Gott, du frommer Gott.- <<- 8. in Jahr der Sterblich469. benstage, ist abermal dahin mit ſeiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schuß und Straft. 254 Zweiter Theil. 2. Herr! deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank denn jego gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. - 3. Wir schließen uns aufs neu in dein so treues Sorgen, in deine Obhut ein; da sind wir wohl geborgen. Da ist das feste Schloß vor aller Feinde Trut, da läuft dein Häuflein hin, und findet sichern Schuß. 4. Sib mit dem neuen Jahr uns neue Stärt im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht! 33) 470. M ein erst Gefühl fei Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! der Herr hört deinen LobMorgenlieder. gefang: lobsing ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen, ohne Macht lag ich, und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Mülden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schützt mich vor Gefahren? Morgenlieder. 5. Entzünde nene Lieb und Sanftmuth in uns allen. Und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen: so stärke die Geduld und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten. Verleih an Seel und Leib, was jedem ist vonnöthen; und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden sein; du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel haft festgesetzt, den laß auf dich, mit Freuden, im Glauben selig hier beschlie ßen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben! du bist es, der es uns erhält, und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seift du, Gott der Macht! gelobt sei deine Treue, daß ich nach überstandner Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Netter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe! ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottfelig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem 11. Daß ich dem Nächsten beizuTag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? mich gern an andrer Wohlergehu stehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe! Zweiter Theil. Morgenlieder. 255 1 Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.- 67. Lippen sein; er hat als das reinste 471. Noch läßt der Herr mich Wesen, auserlesen Herzen ohne falleben! mit Schein. Gemüth eil ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. Zu ihm ent zückt mich wieder der Morgensonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der fie und mich gemacht. 2. Du Herscher aller Welten nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? sie gelten nichts vor dir, du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 3. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. 4. Dir hab ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, leite mich felbft nach deinem Rath. 5. Nur eins laß mich erflehen, das chriftlich weise Herz, auf dich stets auf zusehen in Freuden, wie in Schmerz; daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt; 6. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu, und froh gen Himmel schauend, denk: Herr, mich fichest du! Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: finde mich der Tod. 3. Deine Pflicht kannst du erlernen von den Sternen, deren Glanz der Sonne weicht; so muß sich vor Gott mit Schweigen alles beugen, was uns groß und herrlich deucht. und nur trachten, das zu thun, was 4. Ihn mußt du am höchsten achten, ihm gefällt. Wer ihm irdisches Ergebzen gleich will schägen, ehret nicht den Herrn der Welt. 5. Schau, wie das, was Athem ziehet, sich bemühet um der Sonnen holdes Licht; wie sich, was der Erdfreis träget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglücksstürmen zu beschirmen, selber mächtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielft; aber daß er dich mag ſtören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 8. Dent, daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm alles ist bewußt; daß er selbst verborgne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thust. 9. Wir sind an den Lauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Seele, nach der Höhle eines finstern Grabes reißt. 10. Drum so seufze, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sei, und daß ich mit Luft und Wonne seh die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. 11. Trau auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchsten Huld erquickt, der genießet wahre Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. Mel. von Nr. 79. 472. eele! du mußt munter werden, denn der Erden blickt ervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb vermag. 12. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß besser, was 2. Doch, daß man auf würdge Weise dir nützet, und beschüßzet den, der sich Gott recht preise, wollen nicht nur ihm anvertraut. 256 Zweiter Theil. Morgenlieder. Mel. von Nr. 16. Mel. Warum betrübst du dich.- 435. 473. Min erfter Wunsch, 474. Ihm, der das Licht ent mein innigstes Bes stehen hieß, und mich streben ist, Herr mein Gott! dich gesund erwachen ließ, sei Preis und würdig zu erheben. Unendlich groß ist froher Dank! des neuen Morgens deine Batertreu, mit jedem Tag ist Heiterkeit sei meinem Gott zuerst gedeine Güte neu. weiht. - 2. Die Sonn enthüllt den Schauplatz deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke; sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd ist dein, und du regierst dies Ganzel vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh ich, wie groß sich deine Vorsicht zeigt, sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenkest, du forgst für mich! Gott, wie bergelt ich dir? ein dankvoll Herz, das bring ich dir dafür. 5. Nimms gnädig an! gedenk nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nennen darf. 6. So will ich denn mit kindlichem Bertrauen auf dich allein, so lang ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 2. Sieh, Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Und jedes Gut, des ich mich freu, empfang ich jetzo wieder neu wird, wohin es blickt, von Wundern aus deiner milden Hand. Mein Auge deiner Huld entzückt. 8. Mein Heiland, gib mir Kraft zum neuen Leben, gib mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen haft; dein Joch ist sanft und leicht ist deine Last. 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Vater, bet ich findlich an! ich opfre dir mein Herz! Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. O du, den meine Seele preist, erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe mei ner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 6. Ein gut Gewiffen sei mein Theil! das wirk in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg auf dich, du, mein Erbarmer, forgst für mich. 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde. Fällt ohne dich tein Sperling auf die Erde: so nimmst Mel. Wie schön leuchtet der.- 35. du, mein Haar. M. Herr, auch meines Lebens wahr. 475. Dich feh ich wieder Mit Namen kennst du mich und zählst freue mich der edlen Pflicht, den brannt von Dankbegier, o mildester Höchsten lobzufingen. Ich will, ents Erbarmer! dir mit heilgem Muth lobfingen! Schöpfer! Bater! deine Treue rührt aufs Neue mein Genthe. Froh empfind ich deine Güte. 9. Dein Auge sieht die Schwäche 2. Du warst auch diese Nacht um meiner Seele; verwirf mich nicht, mich. Was wär ich? hättest du nicht vertritt mich, wenn ich fehle! zu dir dich so hülfreich mir erwieſen! zu empor fleht meine Seele stets, und meinem Leben setzest du jetzt einen du vernimmsts, Erhörer des Gebets! neuen Tag hinzu; sei doch dafür Zweiter Theil.- Morgenlieder. 257 gepriesen! durch dich bin ich! und ich deinem Angesichte ich ein Kind des merke neue Stärke. Dich erhebe meine Lichtes bin, und den angebrochnen Zunge, weil ich lebe. Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nützen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ichs meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebeut; laß nur deinen Geist mich stärken, mindre die Beschwerlichkeit. Was ich denke, red und thu, alles, Herr, regiere du, gib, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. 4. Ich bin ein Christ, o Gott, verleih, daß ich des Namens würdig seil Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 6. Sollt ich heut in Sünde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im Zaum, gib dem Šatan keinen Raum, wenn er mir sein Netze stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd ich auch an diesem Tage nicht ohn alle Plage sein; mache mur, daß ichs ertrage, so find ich mich willig drein. Wenn du nur aus Liebe schlägst, und mein Kreuz zur Hälfte trägst, darf ich keine Trübfal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann! laß mich Mel. Werde munter, mein. für mein Ende sorgen, nimm dich err! es ist mei- meiner Seele an. nicht 116. 476. Hem Leben wieder eine in Sinden hin, wenn ich reif zum Nacht vorbei. Laß mich deine Treu Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen erheben, die auch diesen Morgen neu. mich die Wallfahrt selig schließen. Deine Wacht hat diese Nacht mir Mel. von Nr. 463. trüben Ihr weicht! den Lag Sorgen hab ich erreicht, die Sonne schan ich wieder! erwachet frohe Lieder! ein Opfer Gott zu bringen, müß euch anjetzt gelingen. 2. Was nur mein Auge sieht, ift um die Wett bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen; dir Ehre zu erweisen, sei dann auch mein Bestreben in meinem ganzen Leben. 3. Wenn ich dir mich selber schenke, wird es doch zu wenig sein, und so ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon dein. Seel und Leib gehöret dir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von dir, Herr, empfangen habe. 3. Du, Herr, haft mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zum Preise deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entkommen, von dir in Schuß genommen. 4. Du lenfft von Jugend auf so 4. 3ft mein Auge nunmehr lichte, gütig meinen Lauf; läffft mich so so erleuchte meinen Sinn, daß vor manche Gaben aus deiner Fülle haben; 17 -- kommt mir schon dein Segen mit 477. der Morgenröth entgegen. 2. O wie theur ist deine Güte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett und Hütte keine Plage sich genaht. Nunmehr steh ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dank zu geben. S 258 Zweiter Theil. Morgenlieder. gönnst mir so manchen Segen, und| Throne! dem Vater und dem Sohne, wachst auf meinen Wegen. 5. Ich selbst bin gänzlich dein, und werd es ewig sein. Was mich erquickt und nähret, das hast du mir gewäh ret; du haft mir Leib und Leben und diese Seel gegeben. 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemühet, deinen Willen aufrichtig zu erfüllen. 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte: so trage mit mir Armen ein gnädiges Erbarmen. 8. Laß deines Geistes Licht, was mir annoch gebricht, durch seine Kraft vollführen, und meinen Gang regieren. Was du haft angefangen, das laß zum Ziel 9. Da ich selbst nichts vermag, so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau zu allen Zeiten, vom Anfang bis zum Ende, auf deine Baterhände. 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freuden, aus dieser Welt zu scheiden; verklärt werd ich dort oben dich erst recht würdig loben. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 478. W ach auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, - des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen, die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dank, dem Geift des Herrn sei Ehre! Dreieinigs Wesen, höre! 5. Hör meinen Dank, mein Flehen! da kannst ins Herze sehen; ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! 6. Dein Werk wollst du vollenden, dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Du selber wollft mir rathen in allen meinen Thaten, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Begleite mich mit Gegen auf allen meinen Wegen. Dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; laß mich Gnade vor dir finden, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn mun dein großer Tag uns erscheint, und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; unter deinem Schut allein kann ich froh und sicher sein. 6. Dir, o großer Gott, befehle ich was ich nur hab und bin, meine Leib und meine Seele, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil mein Schild und Ruhm! segne mich zum dein Eigenthum. Mel. Gott des Himmels und der.- 32 479. Gott des Himmels und der Sohn und heilger Geist! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, deffen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. Gott! ich danke dir von Herzen, daß dn mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. Zweiter Theil. 7. Du wollst deinen Engel senden, wenn Gewalt und ist mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in den Tod. Sterb ich, o so bringe du mich zu deines Himmels Ruh. Mel. Nun fich der Tag geendet hat. 480. 34) Abendlieder. o fliehen unfre Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr! du nur bleibest, wie du bift, du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht. Und wovor follte mir denn graun? mich schützet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Zebaoth: so fürcht ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. Abendlieder. 259 8. Höre, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt. Dir sei Lob und Preis und Ehre, Vater, Sohn und heilger Geift! ich, der hier nur tammeln kann, bete dich einst würdger an. - 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, mit mein Versöhner, deine Huld, wie troftvoll ist mir die. 6. 3ch eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wachest über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sei mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Vielleicht ist dies die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du, mein Erretter, bift bei mir, und hilfft aus aller Noth. punt wat cons Mel. Ich weiß, mein Gott, daß.- 255. ür alle Güte sei gepreift, 481. heilger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dant, den Lobgefang, den ich dir kindlich finge. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; haft väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschent; der Geift, mit dem ich dein gedent, ein ruhiges Gemüthe, was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei autch, nach deiner Lieb und Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden! Mel. von Nr. 49. 482. Geprieſen, Gott! fei Erbarmen, du Gott der Langmuth und Geduld! du trägst uns stets auf Vaterarmen, mit unaussprechlich großer Huld. Kraft, Gedeihn und Leben haft du uns gegeben. Herr, wir sinds nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn Ende währt. 2. Verzeih uns, Richter unsrer Seelen, die heut verletzte Chriftenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih und geh nicht ins Gericht. Heil der Menschenkinder! wir sind Staub und Sünder, ach, gedenke dran! wer wird uns erretten, wenn wir dich nicht hätten? nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stärkend süßen Schlummer 17* 260 Zweiter Theil. zu. Wir legen dann und ruhn im Frieden, denn unser Schutz, o Herr, bift du. Hilf Erbarmer! denen, die nach Ruh sich sehnen, die mit Angst und Mith ihre Nacht verbringen, und mit Schmerzen ringen. Stärke, tröfte fie! 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir sterben, dein. Du selber hast es uns verheißen, du wollest allzeit bei uns sein. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einst vor dir zu stehn; daß wir als die Deinen, wenn du wirst erscheinen, dir entgegen gehn. Mel. von Nr. 16. 483. er Tag ist hin, du daß mir dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit. 4. Vergib mirs, Herr! sagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sünd und Welt mich hingeriffen: so ist mirs leid, ich stell mich wieder ein. Verwirf mich nicht; sei mein, so bin ich dein! Abendlieder. 2. Des Lebens Müh und Elend zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer kann ste zählen? 5. Duschlummerft nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen! O Lebensfonn, erquicke meinen Sinn! ich laß dich nicht, mein Fels! der Tag ist hin. - 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden; er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Bater, deiner Treue! prüf unser Herz! flehet dir voll Rene. Ach, laß es uns von dir im Glauben stillen, um Chrifti willen. 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Bergnügen! Dein Aufsehn schützt uns, wenn wir hülflos liegen, und wir 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, daß alles gut gelungen! du machst es wohl, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es geh auch, wie es geh! 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet, Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, Mel. Werde munter, mein. 116. o Herzenständiger! ich strauchle noch, 485. Merde munter, mein fühle fromme Dankbegier, und erhebe Gots tes Güte, die er heut gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher Noth und Plag tren behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden. von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden: dann wedst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ewgen Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh uns nieder. Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen wir mit heiterem Gemüthe des Höchsten Güte. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit! daß mein Wert durch dich gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden gröbrer Art so gar väterlich bewahrt, die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. Mel. von Nr. 55. 3. Wer vermag es aufzuzählen, was 484. Contflohen find auch die- bu, Herr, an mir gethan? Rechnung, Kräfte fang an dem wir noch des Lebens Glütd nur zu zählen an; deiner Wohlthat empfunden; mit frehem Dank laßt ist zu viel, ihr ist weder Maaß noch uns den Herrn erheben, da den Ziel. Wär ich nur bei deinem Lie hen dir in allem treu geblieben! wir leben. Zweiter Theil. Abendlieder. - 4. Ach! verzeihe mir aus Gnaden meine Sünd und Missethat, die ich heut auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad, treibe ferner Satans Tück, Gott, durch deine Kraft zurück; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd und Leid zu bringen. 5. Sieh, ich fall in Demuth nieder; schau, o Gott, von deinem Thron! schau, voll Reue komm ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verläugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 6. O du licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigkeit! dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib bei mir, Herr Jesu Christ, da es Abend worden ist! tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh; alles Uebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Hab und Gut, meine Freund und Hausgenoffen sein in deinen Schutz geschlossen. 261 2. Stets gefürchtet, hochgepriesen sei, mein treuer Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du hast, war ichs schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir in Jesu gläubig brachte. Seel verderben! 9. D, du großer Gott erhöre, was dein Kind gebeten hat! Sesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rath. Odu werther heilger Geist, stärk mich, der du Beistand heiffft. Herr! erhöre dies mein Flehen. Amen! Ja! es soll geschehen. Mel. Werde münter, mein. 116. 1 486. A o Seele, werde munter! Lob ist immer deine Pflicht; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut auch hat sie mich genähret, heut auch Freud und Trost gewähret, vor Gefahren mich geschützet, meine Schwachheit unterstützet. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh. Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wachest du. Seel und Leib befehl ich dir. Walt allmächtig über mir. Sei auch du der Gott der Meinen, zähl fie alle zu den Deinen. 4. Ach, laß uns kein banges Schretten, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plötzlich aus dem Schlafe wecken. Halt uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Gott, so seis nicht zum Verderben. Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. 8. Ach! bewahr uns doch vor Schrecken! schütz uns doch vor Üeberfall! laß uns keine Krankheit wecken! treibe weg des Krieges Schall! wend ab Feu'r- und Waffersnoth, Pest und 487. Schon ruhet auf den bösen schnellen Tod! keinen laß in Sünden sterben, noch an Leib und 5. Höre, Bater, ach erhöre, was jetzt mein Gebet begehrt. D, Sohn Gottes, dir zur Ehre werd es mir in dir gewährt. Heilger Geist, laß mit Vertraun auf des Mittlers Blut mich baun. Hör, Dreieiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. 1 Feldern, in und in Wäldern ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, ihr sollt noch beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt. 2. Der Sonne Licht und Glänzen vermiffen unsre Gränzen, uns deckt die dunkle Nacht. Fahr hin, du irdsche Sonne, wenn Jesus, meine Wonne, mein Herz nur hell und heiter macht. 3. Was jetzt der Leib noch träget, das Kleid, wird abgeleget. Auch meine Sterblichkeit zieh ich einst aus; dagegen wird Christus um mich legen den Nock der Ehr und Herrlichkeit. 4. Das Haupt, die Füß und Hände find froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 262 Zweiter Theil. Abendlieder. 5. Nun geht, ihr matten Glieder,| und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, geht hin und legt euch nieder, da ihr die Ruh begehrt. Einst wird nach allen Sorgen euch, bis auf jenen Morgen, im Grab die stille Ruh gewährt. als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu weihn, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu sein? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genützt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächti gen, durch den sie sind und werden? berehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? Mel. Ach Herr, mich armen S.67. 488. Wi ie lang darf ich noch 6. Und wie genoß mein Herz des säumen! Gott, stärke Umgangs süße Stunden? fühlt ich meinen Geist, daß er sich auch im der Freundschaft Glück? sprach ich, Träumen aus Satans Netze reißt; was ich empfunden? war auch mein hilf für mein Bestes sorgen, verändre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fefter bin. Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts gered't, das ich bereuen soll? falt mir verpflichtet, fie durch mein 7. Hab ich die Meinigen durch SorgBeispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mir angenehm? ich ihn begangen? bestritt ich auch in 8. War mir der Fehltritt leid, sobald mir ein unerlaubt Verlangen? und, wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die verletzte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht. 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden kränken; du liebst Barmherzigstrebt? Sab ich vielleicht nur mir, feit, und wirft auch mir fie schenten. nicht meiner Pflicht gelebt? Auch diese Nacht bist du der Wächter 2. Wars in der Furcht des Herrn, über mir! leb ich, so leb ich dir daß ich ihn angefangen? Mit Dank sterb ich, 1 ſterb ich dirl 6. Die Augen stehn verdroffen! wer wacht, wenn sie geschlossen? wer sorgt für Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden; sei gut für allen Schaden, du Ang und Wächter Israel. 7. Dein Flügel mich bedecke, daß teine Noth mich wecke, kein Unfall, teine Pein. Mein Jefu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher sein! 8. Auch euch, ihr meine Lieben, erschüttre tein Betrüben, kein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott wolle für euch sorgen! euch schütze seiner Engel Schaar! 1 2. Das Licht seh ich verschwinden, die trübe Nacht bricht ein. Ach, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunden sein; streich sie aus deinem Buche! hilf mir aus aller Noth! errette mich vom Fluche, den dein Gesetz mir droht. 3. Wenn heut, Herr meiner Jahre, mein letzter Abend ist: gib, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich länger leben, so laß den feften Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. Prüfung am Abend. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 489. Der er Tag ist wieder hin, und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Berstrich er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem uten nachge - - 35) Von dem öffentlichen Gottesdienste. Nach dem 84. Pfalm. der Erlösten Zungen froh wird be fungen! Mel. von Nr. 42. 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren 490. Mie lieblich ist doch, Freuden; mein Geift soll sich auf Sein heilges Wort, das seine Boten lehren, das will ich hören. 5. Mit Andacht will ich, Höchfter, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die findlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, wirst du zerstreuen. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren, Ernst beweist! du hörst sein Lob und seine Bitte, und stärkst mit neuer Kraft 6. O, laß auch heute deinen Geift mich lehren, vom Weg, der dir mißden Geist, daß er auf deiner Wahr- fällt, mich abzukehren. Regiere mich, heit Bahn rechtschaffen vor dir wan- daß meine ganze Seele zum Trost deln kann. dich wähle. da deines Namens Ehre wohnt! o gib, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn mans nur recht zu Herzen nimmt; es gibt uns Trost auf Trübfalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt; es gibt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Antlitz scheinen! dein Sabbath bring auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heilger Stätte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer sein. 5. Ja, du bist Sonn und Schild den Frommen; du, Herr, gibst ihnen Gnad und Ehr; und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Mel. von Nr. 55. Glitch nicht mehr. Was du verheißest, 492. hältst dem, auf dich verläßt. ies ist der Tag, zum 491. Deegen eingeweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. O, laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere! auch unser Tempel schall von deiner Ehre! auch unser Dank und unsers Geiftes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durftenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von 263 7. Dein Tag fei mir ein Denkmal deiner Güte; er bring mir Heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Troft, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müff' er mir stets heilig werden! Lob fet, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! Mel. von Nr. 436. Gott! du bist mein Preis und Mein Herz sei ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig sein, und gern ihn deinem Dienste weihn. Gib, mein bewahr, wenn ich mit deiner ChristenSchaar zu deines Hauses Stätte geh, daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh. 3. Erinnre selber meinen Geift, daß du mir gegenwärtig seift, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nußen hör. 4. Drück alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer sein. Steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter sei. 264 Zweiter Theil.- Von dem öffentlichen Gottesdienste. - 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu| daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, meinem Segen feiern mag. Bewahr Lieb und Hoffnung reichlich mehr. mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag verächtlich hält. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine Gnade nicht; sei unser Trost in aller Noth; stärk uns im Leben und im Tod. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht! Der 50. Pfalm. Mel. von Nr. 234. Mel. Vom Himmel hoch, da. 109. 493. ies, Christen, ist der 494. Der Herr des Himmels und der Erde will, Tag des Herrn, Ge- daß die Welt gerichtet werde; mit schäft und Müh sei von uns fern! strahlenvollem Angesicht kommt unser kommt vor des Höchsten Angesicht, Gott und schweiget nicht. Er ruft, und freuet euch in seinem Licht. daß Erd und Himmel hören: mich soll der Mensch nicht stets entehren; er ruft, daß alles tief erbebt, wenn seixe Rache sich erhebt. 2. Kommt, betet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preift und lobt ihn allesammt. 3. Rühmt seine Weisheit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. 2. Gott wird nach diesen Prüfungstagen, wie wir gehandelt, ernstlich fragen. Erzittre, sündliches Geschlecht, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die Allmacht kann das Recht nicht beugen, des, des sind alle Himmel Zeugen; ihr Zorn ist recht, gerecht ihr Sohn. Gott ist gerecht auf seinem Thron. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt allein uns täglich schützet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. 6. Dankt auch, daß heute Jesus Christ von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trübsal und Gefahr uns treu bewahrt, so manches Jahr: 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Güt und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig sein, und mach uns von den Sünden rein. - 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund laß ich nicht brechen, und mein Gesetz nicht frech entweihn! ich, ich will selber Richter sein; ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche geweihter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. 4. Ich, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler meiner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fließen, von meiner Welt gehalten wissen; ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was euerm Gott gefällt! verfehlen, bringt mir zum Opfer eure 5. Bringt, eures Heils nicht zu Seelen und reine Herzen, voll von Dank, vor mich in enerm Lobgesang. und nicht vergeblich sollt ihr beten; 3u mir nur fleht in euern Nöthen, vergeßt nur euern Retter nicht; mich preisen, das ist eure Pflicht. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun, einst ewig, Herr, bei dir zu sein. 11. heilger Geist! laß uns dein schenkinder, was Gott Jehovah zu 6. Vernehmt mit Ehrfurcht, MenWort so hören heut und immerfort, dem Sünder, der kühn den Bund der Zweiter Theil. Gnade bricht, mit Majestät und Eifer spricht: wie wagst du's, andern einzu schärfen, was deine Lüste doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund? was predigt ihn dein falscher Mund? 7. Du spielest nur mit Treu und Glauben, und schämest dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron schau ich herab auf dich, den Schänder keuscher Ehen; du meinst, ich werde dich nicht fehen; doch mein nie müdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 14 8. Du magst es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was 11. So sinkt denn hin zu meinen deinem Nächsten bitter ist. Verläum- Füßen, in frohem Danke zerfließen; dung, Spott und freche Lügen gießt süß, tiefgebeugter Sünder, ist der deine Zunge mit Bergnügen auf deinen Dank mir, der vom Herzen fließt. frömmern Bruder aus, den Sohn in Komm, komm zu meinen offnen Armen, deines Vaters Haus. und dann ermüde mein Erbarmen mit Von der Selbstliebe. 265 erzeige, so meinst du, ich sei gleich wie du, und sähe dir mit Beifall zu. Allein, ich will mich an dir rächen, im Wetter will ich mit dir sprechen. Ich donnre dir ins Angesicht, und fürchterlich ist mein Gericht. 10. Hört, immer freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und fpottet meiner Warnung nicht. Sonst komm ich, euch hinwegzureißen, euch, Borngefäße, zu zerschmeißen, so daß euch niemand retten fann. Onehmet meine Warnung an! 9. Das thuft du, Sünder, und ich neuen Missethaten nicht: dann schau schweige; und weil ich Langmuth dir| mein freundlich Angesicht. 36) Von der Selbstliebe. Mel. Gott, du frommer Gott.- 8. 495. Dein Will ists, großer selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglüct zu sein, den du mir eingepflanzt, in heilge Grenzen ein. 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in allem ich dein Auge findlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigenmuß behersche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle: so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es fucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt bei nen Himmel nicht. Nie treffe mich, Gott, dies schreckliche Gericht. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit immer. Was hilft uns kurze Luft? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ist's, was uns glücklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewiffen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig! wer danach mit heilgem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Rub und einst vollkommne Seligkeit. 8. Das sei mein Zwed, mein Fleiß. O segne mein Bemüihen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, Herr, vor dem Lauf der Welt. Gib, daß ich mich so lieb, als dir es wohlgefällt. 266 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott. er bin ich? welche 497. Hech der Eugenb biene, 496. Wichtge Frage! Gott, 497. Mel. von Nr. 265. err! lehre mich, wenn daß nicht mein Herz des Stolzes fich erfühne, nicht auf sie sicher und ver messen sei. Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bei seinen besten Werken? Wann sind sie gänzlich von Gebrechen frei? 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot erfülle, erfüll ichs ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlaßnen Sünde? und ist mein Herz des Danks und Eifers voll? 1 lehre sie mich recht verstehn. Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Befenntniß. Doch bin ichs, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh, und ob ich auch im Glauben steh. 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend; gedente nicht der unvollkommnen Tugend der reifern Jahre 4. Du kennest unsers Herzen Tiefen, meiner Lebenszeit. Wenn ich noch die uns selbst unergründlich sind. Drum oft aus Stolz nach Tugend strebe, laß mich oft und ernstlich prüfen, wie aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ich, mein Gott, vor dir gesinnt. Be- ergebe: was ist vor dir, Herr, meine freie mich vom falschen Wahn, der Frömmigkeit? auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie will der für sein Bestes sorgen? was ist, das den zur Beßrung treibt? sich selbst recht kennen ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gesund zu sein; wenn ich die Rach aus Eigennutze haffe; der Ehrsucht Pfad aus Trägheit mur verlasse; was ist an aller dieser Tugend mein? 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab ich der Wahrheit Weg erwählet, So gib, daß ich ihn nicht verlier. Ach leite mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der ins Verderben sich verliert. Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft. Du bists, der beides in uns schafft. auch zu deiner Ehre mein Herze rein, 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn rein meine Tugend wäre: wer hätte Recht zu diesem Eigenthum? wer ließ 8. Ich muß es einmal doch erfahren, mich früh zur Tugend unterrichten? was ich hier war, und hier gethan. mein Glück mich sehn in meines Lebens Olaß michs nicht bis dahin sparen, Pflichten; wer lehrte mich: Gehorsam wo Reue nichts mehr helfen kann. sei mein Ruhm? Herr! mache mich schon hier recht klug, 7. Wer gab mir Muth, Herr, und frei vom schnöden Selbstbetrug. dein Gebot zu lieben? wer gab mis 5. Und, Gott, wie oft sind unfre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wann fühlen wir der Tugend ganze Würde? Wann ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 267 und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. Kraft, es freudig auszuüben? wer gab mir in Versuchung Schild und Sieg? Weß ist die Quell, die mich mit Weisheit tränkte? und weß der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir die Fehler liebreich nicht verschwieg? 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nützlichen Geschäfte, hab ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohlgerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefst mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch 3. Das Glück, deß ich mich freue, deines Geiftes träftgen Ruf zurück; wer schafft mirs? deine Treue, du Du ordnest zogst mich durch Kreuz, durch Wohl- Herr der ganzen Welt. that auch von Sünden; ließ'st, wenn unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage ich rief, mich wieder Gnade finden; nur so, wie dir es wohlgefällt. gabft mir zur Beßrung deinen Se gensblick. - 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest, Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenfest, und so zum ewgen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun durch deines Geistes Gabe des Glaubens Kraft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnützer Knecht. 1 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wiederfährt? Was hat dich, Herr, be wogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals deffen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd es ewig sein. D, laß michs nie vergeffen; so werd ich nicht vermessen der Eigen liebe Weihrauch streun. 48. Mel. Welt ich muß dich laffen. as ich nur Gutes habe, 498. du Bater alles Lichts. Mein Dasein gib Demuth und Verstand. dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! welch Glück hast du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet! du schufft fie, Gott, dein Bild zu sein, und hast, vom Fluch sie zu befrein, selbft deinen Sohn gesendet. 3. 3u groß für diese furze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 6. Das nützlich anzuwenden, was du mit Baterhänden mir gütig zugewandt, dein treuer Knecht zu werden: Fleiß auf dazu 38) Von der Sorge für die Seele. Mel. Kommt ber zu mir, spricht. 238.| diesem Ziele führen. O laß mich nicht 499. Herr! meiner Seele gro- burch eigne Schuld das Heil, das deine 4. Mit großer Treue willst du sie selbst durch des Lebens turze Müh zu 5. Mit dir, o Gott, vereint zu sein, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Troft zu wählen, das sei mein Fleiß und höchster Zwed! laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden haffet; das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Gütigkeit durch Chrie stum Hoffnung faffet. 7. Gib, daß ich dir mich ganz ergeb und was ich hier im Fleisch noch leb, laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet hast, und dich für mich dahin gegeben. 268 Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft| 7. Doch, was vermag ich, wenn laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. - 9. Wie selig werd ich dann nicht sein! schon hier wird dann mein Herz sich freun, in dir, Gott, ruhig leben; Mel. Freu dich sehr, o meine S. 29. und du wirst nach vollbrachter Beit 501. Lehre mich, Herr! recht auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. bedenken, was wahrMel. Aus tiefer Noth schrei ich. 500. meiner ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd ich einst vor dir bestehn! wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr sündgen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. - 119. du nicht vor Trägheit mich beschüßest, und mich zur Treu in dieser Pflicht, mit Kräften unterstützest? O stärke mich, mein Gott, dazu, so find ich hier schon wahre Ruh, und dort das ewge Leben. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb; nichts sei so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewönn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden: was hülfe mirs? kann auch die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad ersetzen? 5. Was führt mich zur Zufrieden heit schon hier in diesem Leben? was kann mir Troft und Freudigkeit in Noth und Tode geben? nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! - hafte Weisheit sei. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Šnaden bei. Denn die Klugheit, so die Grund fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen fich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun; denn, die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; fich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und sich deß doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer fich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlsein achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß sich zu seinem Zweck ersehn, und auf mich vor allen Dingen trachten, und seiner Wahrheit Pfade diesem Glitc was mir daran hinderlich mit edlem entgegen gehn; gerne Gottes Willen Muth verachten. Daß ich auf deinen thun; froh in seiner Fügung ruhn, Wegen geh, und im Gericht dereinst und wenn Leiden uns beschweren, besteh, sei meine größte Sorge! fie ehren. hoffend mit Gedu Zweiter Theil. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilgrimm' sind; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe findt; seine Augen unverwandt nach dem ewgen Vater land richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. - Von der Sorge für die Seele. 269 Vom Gewissen. Mel. Welt, ich muß dich lassen. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchfter, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott, verleihe sie auch mir! Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. laß fie mich zu allen Zeiten auf den 503. welch ein unschätzbares ist, Herr, ein rein Gewiffen; wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht, ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. deines 48. Fin ruhiges Gewiffen laß, stets 502. G ßen. Denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geift bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Troft erquicket, so oft mich Trübsal drücket: wie unschätzbar ift mein Gewinn! — 8. Einst läß'st du im Gewissen mir diesen Trost genießen, wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. D, laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts Verdammlichs an mir sei. 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben, und dann innre Bein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wie groß würd meine Thorheit sein! 1 bewußt, im Blick auf deine Gnade, dann wohnet Fried in seiner Brust, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch die Geißel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hütet sich vor Ulebelthat, und denkt: der Lütgen wird wohl Rath; Gott wird die Ünschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit Die der fünftgen Welt entgegen. gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sei befliffen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein, dein heilig Recht nicht zu entweihn, das sei mein größter Eifer. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld, voll Reu und Glauben 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht, doch, wenn wir uns befiegen, welch seliges Vergnügen gewährt uns die Vollbringung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhigs Herz. Das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen fich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlöften, fich deiner Huld zu trösten: welch Gitid, mein Gott, kann größer sein? suchen. 270 Zweiter Theil. 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich und nie aus Vorsatz fehle. Denn, wer nur reines Herzens ist, hat immer auch durch Jesum Chrift, zum Trost dich, Allerhöchster! -- Von der Sorge für die Seele. Von der Wachsamkeit. Mel. von Nr. 72. 504. Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte; die befte Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach; denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; 11. Du bist gerecht: denn auch be oft ist sie nur das Werk der Zeit. scheiden? liebst Mäßigkeit: denn auch Die wilde Hitze roher Jugend wird Geduld? Du dienest gern, wenn andre mit den Jahren Sittsamkeit, und leiden: vergibst du Feinden auch die was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfft fie; doch du wechselst nur! dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut, und schilt fo lieblos und so hart, als es zuerst ges scholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugends haft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; fliehts Unmuth auch und Müßiggang? 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der SchmähMel. Wer nur den lieben Gott,- 7. fucht Triebe, erwecken dir so manchen 505. Damit ich meine Seele Feind. Dn wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. rette, so gib, Herr, daß ich bet und wach! wenn ich dich nicht zum Beistand hätte, wär ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 12. Sei nicht vermessen! wach und streite; denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach überall. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der andern Tugend Von der Sorge für die Seele. 271 6. Du mußt mit der Wachsamkeit das Gebet verbinden. Was uns Stärk und Kraft verleiht, ist bei Gott zu finden. Geist und Wort hilft dir fort, daß du wacker bleibest, und sein Wert recht treibest. 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeihn, wenn du bitteft, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Flehn bald merken, und in Noth dich stärken. Zweiter Theil. fällt: wird darum nichts mein Herz verführen? Ach, jedes Herz hat seine Welt. Den, weichen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht schein ich mir befreit; jetzt soll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gib, Herr, daß ich wach und streite; nie denke, daß ich gnug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht mir den Mel. Straf mich nicht in deinem. 302. 506. Mad ache dich, mein Geist, bereit; Wachen, Flehn und Beten stärket uns zu jeder Zeit, hilft in allen Nöthen. Satans Lift kann der Christ durch Gebet und Wachen leicht zu Schanden machen.. 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sündenschlafe. Christus ist nun felbft dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, fonft bringt Satans Lift dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, dich leicht über winden. Die Gott liebt, übergibt er ihm, wenn sie schlafen, zu gerechten Strafen. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge; oder, wenn fie fich verstellt, listig an sich bringe. Wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Nege stellen. 5. Wach und gib auf dich selbst acht; trau nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. D, es ist voller lift, kann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln. - 8. Auf denn! du mußt immerdar wachen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünftger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. Mel. Vater unser im Himmelreich.-120. 507. Hier ist noch unfre PriiHier find wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt, das schwache Fleisch sich selbst verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Lafter überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Chrift, sei im Glauben stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit. 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, und ein Net bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn ich Schwacher hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preift den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Shr Weg ist luftig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o, eine Sünd ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern! Und ach, mein Fleisch gehorchet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es verführt zu sein begehrt. 272 Zweiter Theil. 6. Dn Jesu! mußt das Beste thun. Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein, dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Bein! Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ich nicht laß von dir. - Von der Sorge für den Leib. 7. Der Sündendienst nimmt anfangs ein, und endet sich in Höllenpein. Drum steh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh. 9. Wenn schon die Trübfal auf mich dringt und überall mich Angst umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand. Ich halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun muß mir alles heilsam sein. 10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sclav der Laster ist. Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. 8. Zwar ist mein Glaube klein; doch 11. Du bist es auch, dem ich ver du, du starter Held, sagft Hülfe zu. trau, so lang ich noch das Elend bau; Mein ganzes Herz ergibt sich dir. bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, Ich weiß, durch dich gelingt es mir. die Sieger Preis und Ehre frönt. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herr! steh in jedem Streit mir bei, Herz sich fest bis in den Tod. daß ich durch dich ein Sieger sei. 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; acht träge zum Berufs39) Von der Sorge für den Leib. Mel. von Nr. 72. 508. Mie mannigfaltig sind die Gaben, wodurch uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geift als Leib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du gibst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, gibst du den traubenvollen Reben mit segensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnüigen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so befiegen, daß sie zum Schwelgen mich 509. D widerstreben, laß, Mel. von Nr. 234. er bewegt. Laß, deiner Gaben mich zu freun, mich mäßig im Genusse sein. 4. Mit Speis und Trank sein Herz beschweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist erquiden kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. Höchster, meine Weisheit sein! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Bein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir. geschäfte, untüchtig zur Gottfeligkeit; erweckt Unordnung, Streit und Zant, und hindert den Gott schuldgen Dank. 6. Wer sich den Bauch zum Gott erkoren, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu dem fein Knecht der Lüfte taugt. Gott! laß mich ja dies Lafter scheun, und mäßig stets und nüchtern sein. 7. So oft ich Speis und Trank genieße, so laß es mit Vernunft ge schehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquictung gibft. 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; fie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte ihrer Leidenschaft. Der haßt sich selber, der fie übt, und fich in ihre Feffeln gibt. Zweiter Theil.- Von der Sorge für den Leib. 273 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht; sie führt Reu und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüften strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sind sie vor dem Gewissen Schande, so noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verderben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmelreich wird niemand erben, in dem die böse Lust nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu sein mich stets bemühn. 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh, und stets, darwider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärtger, seh. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Mifsethat. 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel find die nicht werth! wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bis Störer deiner Ruh, du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein! drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei ftets auf meinen Geift gericht't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh dieses Leibes Hülle bricht; dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb ich hier zu deinem Preis. 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nützen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie denn mir es sein? 1 Mel. von Nr. 234. Mel. O Welt ich muß dich laffen. 48. 510. Dihn nähren, das ist, es Leibes warten und 511. Was ist mein zeitlich Leben, das du mir, o Schöpfer, meine Pflicht, muth- Gott, gegeben? willig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. Oftehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. 2. Sollt ich mit Vorsatz das verletzen, was zur Erhaltung mir vertraut? sollt ich gering ein Kunststück schätzen, was du, o Schöpfer, selbst erbaut? Wes ist mein Leib? er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer sein? Ein unschätzbares Gut. Du gabft mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erntet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, ie größer wird mein Glückt dort sein. 3. Sollt ich dies Glück mir rauben? O Herr! laß mir, im Glauben der fünftgen Erntezeit, mein Leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht; ist Undant deiner Güte. Ein 18 274 Zweiter Theil.- Von dem rechtmäßigen Gebrauch zc. redliches Gemüthe verläßt ja seinen Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir Posten nicht. hier zum Dienst ergeben. Hilf nur dem guten Willen auf. 5. Gib, daß ich flüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 7. Was nüßt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? wer Gott und Menschen liebet, und sich im 6. In deine Vaterhände befehl ich, Glauben übet, nur der hat lang und Herr, mein Ende, und meiner Tage| wohl gelebt. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. Mel. O Gott, du frommer Gott. 8. 26, 512. Laß mich doch nicht, 513. Whatse liebt, als Mel. Machs mit mir, Gott, nach. ohl dem, der begre o den Schätze Schätze dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. - dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt, und schnell verfierts oft der, dem der Besitz gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, muß nicht vergänglich sein, und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. Gott, so wehre doch den ungerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh gewinnt, bald prassend sie verzehrt, bald geizig fie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies kann mir entrissen werden. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nützen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schnachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten: ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir ber Witwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. hart, der Wohlthat Freuden schmecken, Von der Arbeitsamkeit zc. Zweiter Theil. und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Bater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, bu habst sie wohl bedacht, wenn du fie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen, und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse; Geiz ewig, als Abgötterei, von mir entfern und haffe. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut! 6. Mel. Es ift das Heil uns fommen. err! laß mich doch ge514. lich Gut verwalten. Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nützt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe. 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es mir zum wahren Wohl. Drum gib, 275 Herr, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Borschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergänglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Uebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? verführt' mich zeitlich Gut und Geld, forglos hintan zu setzen was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt, wie strafbar würd ich handeln! 5. Mein größtes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die kann haben! Hab ich nur, Höchfter! deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld: was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schützt er keinen Sünder. 7. Laß mich in weiser Sparsamkeit mir gabft, in dieser Zeit sie nützlich anzuwenden. Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten so, wie mir, des Lebens Müh erleichtre. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heilgen Sorgfalt lenken, also die Güter dieser Zeit zu nützen, daß ich einst erfreut noch Segen davon ernte. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.- 30. ott ist's, der das Ver515. G mögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Wer das zu seinem Hauptzwedk macht, vor ihm gerecht zu werden, fie uns gelingen. Was man mit ihm und erst nach seinem Reiche tracht't, 18* Zweiter Theil.- Von der Arbeitsamkeit 2c. 276 dem gibt er auch auf Erden vom irdschen Out mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nützet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und, krönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit er sie, und 1 net bei des Lebens Mülh ihr Herz 517. 3 Müßiggang, find wir, Mel. Aus tiefer Noth schrei ich.- 119. ur Arbeit, mit Troft und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich doch mein Lebenlang kein Knecht der o Herr, auf Erden. Drum laß mich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß und Luft und Kraft, geschickt, treu Trägheit werden. Gib mir Verstand ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. und gewissenhaft mein Amt hier zu verwalten. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 516. Dpflicht zur Arbeit aufu haft uns, Herr, die erleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Der träge MitBiggang ist dir, o Gott, verhaßt, für uns der Laster Netz, und unserm Nächsten Laft. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich, als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich gestärkt durch dich, voll Muth mit Lust und Freuden in meinem Stand geschäftig sei; dein Segen fröne meine Treu, daß fie auch andern nüße. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! die Werke meiner Hände befehl 3. Herr! vor träger Weichlichso werd ich aus Gemächlichkeit nie keit wollst du mein Herz bewahren, meine Kräfte sparen. Erholen werd ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich ich mich nur dann, wenn ich, von fie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von mei- Kraft erschöpft, mich kann zu neuer Arbeit stärken. nem Fleiß in jenes Leben folge. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs getroft auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit saurem Schweiß benetzt: genug, daß du mich felbft in den Beruf gesetzt. 4. Ach! fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bei meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Laft, auf jenen Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen. Gib mir mein täglich Brod, und sorge selbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht deiner Fügung ruhn. 2. Haft du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf mir, daß ich von Beit zu Zeit an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachſe. 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die me Berguitgen ſein, mich den Geweit entfernt von meiner Pflicht, verschwenderisch schäften ganz zu weihn, die du mir auferleget. 5. Ein heilger Trieb belebe mich, o Höchster! meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unvers rückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestrict. Gewissenhaft zu handeln, mein Leben deinem Dienst zu weihn, so nüßlich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr und Reichthum. Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 2c. 277 7. Dir zu gefallen, sei mein Zwed 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, bei allem, was ich thue; so wandle ich dazu mich, Herr, auf Érden dein den rechten Weg zu der Gewissens- weises Allmachtswort erschuf, doch ruhe. Denn, wer dir, Heiligster, eine Leiter werden, worauf ich einft mißfällt, was nützet dem die ganze in jener Welt, die höheren Beruf Welt mit allen ihren Schätzen? enthält, zu höhern Würden steige. 1 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. 9. Hier hab ich gnug. Laß mich nur 518. Gott! bu bleibst ewig mit den Frommen zu dem Genuß der du Meister. Wie thöricht handeln un- Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, zufriedne Geister! fie quälen fich, völlig erfüllet. und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. Mel, von Nr. 46. 2. Was helfen uns die ängstlich 519. Entehre nicht, mein Herz! mit Klagen den bangen Sorgen für den noch ungewiffen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Grämen nicht nachmals schämen? 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschäften den Leib entkräften. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau ich dir, und geh auf deinen Wegen: so wirft du mir, auch ohne Sorg und Kränten, was nützlich, schenken. 5. Bin ich getren mit dem verliehnen Pfunde, und harr ich nur der rechten Segensstunde: so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 6. Drum fördre selbst die Werke meiner Hände. Gesegnet sei der Anfang und das Ende! gib guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben: versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irdische, erquicken, und stets beglücken, der dich zum Glück erschuf. Die Müh des Lebens zu ertragen, und froh zu sein, ist dein Beruf. 2. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nützlich werden, und betet Gottes Willen an. 3. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. 4. Sie gibt dir Munterkeit und Kräfte, und nährt und stärkt fie väterlich; sie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 5. 3war jenen hat des Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? dent: wer ist Gott und wer sind wir? 6. Weiß er nicht besser, was dir nützet, und was dem Nächsten nüßt, als du? wenn er dich führt, regiert und schützet, was fehlet wohl zu deiner Ruh? 7. Du prangest nicht mit hohen Würden? beneide nicht der Großen Glück, sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. 8. Dir ward kein Ueberfluß gewähret? ihn wünschen, das ist Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht 278 Zweiter Theil. braucht, entbehret, der ist beglückt, und reich genug. 9. Herr, der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch und mehr verliehn, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn. 10. In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich fürchten, dir vertraun, dich müß ewig meine Wollust sein! lieben, 1 Von der Zufriedenheit 9. O! drücke meinem Herzen, auch unter Sorg und Schmerzen, dies doch aufs Tiefste ein: der, den du, Bater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. Mel. O Welt ich muß dich lassen.. 48. 520. Mill mich, o Gott, hieLaft ermüden, so stärke meinen Geift! wenn mich die Leiden kränken, so laß mich wohl bedenken: auch das sei gut, was Trübfal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen. Oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seelen bange? so wird mit Troft das Herz erfrischt. 3. Die Lasten, die uns pressen, haft du, Herr, abgemessen, so groß sie immer sein. Du hilfft sie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kräften weislich ein. 4. Ja, wenn ichs recht erwäge, fo finds nur Liebesschläge, womit du uns belegst; nicht Schwerter sinds, nur Ruthen, womit du, bloß zum Guten, als Vater deine Kinder schlägst. 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, vergällen uns die Luft der Welt. 521. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß. 255. ei, Seele, start und unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau allein auf ihn! er wirds wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ohnge fähr, die Hand des Höchften schickt es her, sein Rath hats so ersehen! drum sei nur still! was dein Gott will, laß immer gern geschehen. 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch traun auf deine Vaterhuld. 1 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so solls dir doch nicht schädlich sein. Gott kann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlaffen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Ruh, und einst mit ewger Freude. 5. Drum hab, o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Durchs Kreuz zieht er dich immermehr zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott. Er ist ge treu, und stehet dir als Bater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn dem Christen werden. 7. És haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh, und nichts von Trübsal wiffen? 7. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die Gott, in aller deiner Angst und Noth! 8. bet, und sich auf deinen du für uns ersehn? man lebe oder laß, wie er will, es gehen. Sein sterbe, so wird des Himmels Erbe Will ist gut, behalte Muth! Gott doch deinen Kindern nicht entgehn. wird dich einst erhöhen. 8. 3u jenem bessern Leben willst 9. Der du ein Gott des Trostes bu auch mich erheben. Der Tod ist bist, laß jeden, der hier traurig ist, mein Gewinn. Muß gleich mein Leib doch deinen Troft empfinden! Hilf, berwesen, wird doch mein Geist genesen; er eilt zu Seligkeiten hin. den du liebst, und prüfend übst, den Unmuth überwinden! und Geduld im Leiden. Mel. von Nr. 55. 522. in Herz, o Gott! in ingeid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergeffen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, Mel. O Welt ich muß dich lassen. 48. wenn ich die schweren Tage standhaft 523. Ich hab in guten Stun 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unfrer Slinden läß'st du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Miffethat zu haffen, züchtigen laffen. 279 zu empfahen, und mit dem Troft der Hilfe, die wir merken, andre zu stärken. 12. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! 5. Sag ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort foll ich glücklich werden; und was find gegen euch, ihr ewgen Freuden, die fer Zeit Leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid und dulde: so kann ich mich der Hülfe der Erlösten ficher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es Will ich, beder Mensch verdient. schwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilsst und du erretteft gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. 9. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Mert auf! wer spricht: bis hierher! zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 10. Willst du so viel, als der Alweise, wissen? jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirft, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes Neue Mel. oder Sei zufrieden. BE 524. arum sollt ich mich denn grämen? hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel 280 Zweiter Theil. 1 rauben, den mir schon, Gottes Sohn, beigelegt im Glauben? 2. Ich kam unter Angst und Nöthen, hülfelos, arm und blos einst ans Licht getreten; nichts nehm ich auch von der Erde dann mit mir, wenn ich hier einst verscheiden werde. Von der Zufriedenheit niemand kann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. Mel. Was Gott thut, das ist. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und 525. Mas Gott thut, das ist wohlgethan, es Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Fordert er es einstens wieder, nehm ers hin, ich preis gerecht sein Wille. Wie er fängt stille; er ist mein Gott, der in der meine Sachen an, will ich ihm halten Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. ihn doch durch meine Lieder. gethan; er läsfet mich nicht fallen, 2. Was Gott thut, das ist wohler führet die auf rechter Bahn, die seine Wege wallen. Trost und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nüßet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stützet! ja seine Treu ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zuletzt mich doch ergeßt mit süßem Troft im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? der es schickt, der hats in Händen; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod befriegen, Christi Blut, und sein Muth hilft auch den bestegen. 8. Denn kein Tod kann mich ertödten; nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endigt dieses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann werd ich mit bessern Schäzzen Geist und Herz auf den Schmerz ewig dort ergeßen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen laffe. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. - - 267. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben! Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Mel. von Nr. 72. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller 526. Verborgner Gott, dem Freuden! du bist mein, ich bin dein; auf der ganzen Welt geschicht, was und Geduld im Leiden. 281 follt ich wie ein Heide forgen, als daß ich gelasfen sie ertrage, und machst müßtest du mein Elend nicht? ver- zuletzt doch alles gut. Auf Kummer stellet gleich dein Antlitz sich, dein folgt zufriedner Dank, auf Klagen Herz meint es doch väterlich. froher Lobgesang. 2. Mich und mein Loos hast du gesehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir fünftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge siehet aus der Höh und kennt mich, wo ich geh und steh. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und gibst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du forgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, haft du schon alles gut gemacht. 4. Ach! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Angst und Noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die Thränen zählt. Du hasts gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Trost nichts ranben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort gewiß erfüllen, du haft mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen; ich bin getroft und unverzagt; es wird geschehn, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! 4. 3u ungestörten Sicherheiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so tummervoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zu deinem Troft. Er schützt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein. Ruf in Gefahren ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stärke meine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege steh fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelft du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. O sich dahin zu allen Zeiten, in eigner und gemeiner Noth, im Glücke und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichts gibt uns Trost zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. 9. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen. Du bist bei mir. Das stärke Mel. von Nr. 234. W wer 527. as ist mein Leben auf ists von Lust und Leid. Hier stört oft Unruh und Beschwerde die sanftefte Zufriedenheit. Hier wohn ich noch Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 48. in einer Welt, die kein vollkommnes 528. Was ists, daß ich mich Glück enthält. 2. Wes soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst nach deiner Vatertren mir stets mit Rath und Hülfe bei. quäle? nur Gott, o Seele, harr und sei unverzagt! du weißt nicht, was dir müßzet; Gott weiß es, und Gott schützet allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst 3. Du stärkst mir unter aller Plage, noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, o Gott, auf mein Gebet, den Muth, I war er mir schon mit Hülfe nah. lebt und stirbt getroft als Christ. - 282 Zweiter Theil. Von der Zufriedenheit 3. Die kleinste meiner Sorgen ist sehr veracht't! und doch trug er dies dir, Gott, nicht verborgen, der alles alles gern. Gib, baß ich folge meifieht und hält; und was du mir be- nem Herrn. schieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Laft der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei Leiden zu meiner Bekrung fruchtbar 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens mir von dir gewähret! Gott, du ge- fein, so geh ich zu des Himmels währst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schäz- Dort wird mein Leben ohne Pein, und Freuden durch dieser Erde Trübsal ein. zet, fei, Herr mein Gott, mir ewig ohne Leid und Thränen sein. fern! 1 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille mur gescheh, o Gott! Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. as ist das Leben hier 529. Wo iſt hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden der Trübfal und Mühseligkeit? Du legſt in unserm Lebenslauf, o Gott! uns manches Leiden auf. 2. Doch das sind tren gemeinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie haft du doch durch Leidenswege so Manchen schon zu dir gebracht! denn ungestörtes irdisch Glück hält uns von dir, o Gott, zurück. 5. Er ward beleidigt ohn Bergelten, gegeißelt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten; ohn Widerspruch zum Kreuz verbannt. Wie? sollt ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verſchuld't? 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmſt du ewig Troſt in geiſtlicher Schwermuth. dich. Was kann mir wiederfahren, wenn du mich willst bewahren? und du, mein Gott, bewahrest mich. 530. DE u flagst, o Chrift! in schweren Leiden, und seufzeft, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott, verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir verges ben? hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verliehn? wo find denn seines Geistes Triebe? warum empfind ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 3. Wenn uns die Welt nicht Noth erweckte, vergnügte uns dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschreckte, die Hülfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn keine Last ihn drückt, wie sanft, o Gott, dein Troft erquickt? 7. Drum laß mich mit dem Trofte siegen: Gott gibt nach kurzer Prüfungszeit das allerfeligste Vergnügen in jenem Reich der Herrlichkeit. Berschmachte Leib! stirb und vergeh! ich weiß, daß ich einft aufersteh. 4. 3um Dulden führt dein Ruf der 3. Mühselig, sprichst du, und be Gnaden, der uns zu Chrifti Gliedern laden, hör ich den Trost vom Wort macht. Wie schwer war der nicht der Gnaden, und ich empfind ihn nicht; hier beladen! wie hart verfolgt! wie bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich und Geduld im Leiden. bet, und kann nicht gläubig beten; ich denke, Gott, doch ohne Licht. 4. Sonst war mirs Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein Wort war mir gewiß. Jetzt kann ich nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsterniß. 283 12. 3war ist um Trost dir jetzo bange, denn alle Züchtigung, so lange fie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht und Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie gebet ward. 5. Oft fühl ich Zweifel, die mich quälen, heul oft vor Unruh meiner Seelen, und meine Hülf ist fern. Ich suche Ruh, die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh, keine Furcht des Herrn. 13. Fahr fort zu beten und zu wachen, Gott ist noch mächtig in dem Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade gnügen, sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke dich, ich helfe dir! 14. Auf, faffe dich in deinen Nöthen! sprich: wollte mich der Herr 6. 3ag nicht, o Christ, denn deine auch tödten, so harr ich dennoch Schmerzen find fichre Zengen beßrer sein. Mir bleibt das Erbtheil der Herzen, als dir das deine scheint. Erlöften; und will mich Gott nicht Wie könntest du dich so betrüben, eher trösten, so wird er mich im Tod daß dir die Kraft fehlt, Gott zu erfreun. lieben, wär nicht dein Herz mit ihm vereint. 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, als durch den heilgen Geiſt. Hast du nicht diesen Geift empfangen? er ists, der dich nach Gott verlangen, und sein Erbarmen fuchen heißt. Trost in Dürftigkeit. 531. u flagst, und fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebft. 2. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk in Klagen auch Ist denn das Glück, das zurück. wir begehren, für uns auch stets ein 8. Bertrau auf Gott; er wohnt! bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme, verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen, und stand ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen, und sehn, was Gottes wahres Glück? Gnade sei. 3. Nie schenkt der Stand, nie schen10. Vor Sicherheit dich zu bewah- ten Güter dem Menschen die Zufrie ren, läßt er dich feine Streng erfah- denheit. Die wahre Ruhe der Gemü ren, und schickt dir diese Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du halteft, was du haft. ther ist Tugend und Genügsamkeit. 4. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die seinen Namen scheun. Dein Seufzen ift ihm nicht verborgen; so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde fein. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er ftets mit weiser Hand; nicht so wie wirs zu winschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 284 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 6. Willst du zu denken dich erfühnen,| deines Stands Geschäfte, und nütze daß seine Liebe dich vergißt? er gibt deine Lebenszeit. uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein wenig Glück in Hoffnung 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte sehn, dies ist der Weg zu Ruh und Leben. in träger Unzufriedenheit; besorge Herr, lehre diesen Weg mich gehn! 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Pilgertage durchgelebt, und einst im 532.8 eilt der letzte von den Glauben sagen kann: du nimmst mich, Tagen, die du hier Herr, zu Ehren an! lebest, Mensch, herbei. Erkauf die Zeit! und statt zu klagen, sie sei zu turz, gebrauch sie treu! nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; fie flieht! 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so ficher Jahre weg! bift 533. W du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Einst Ewigteiten zu besitzen, sollst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nüßen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sieh, Eins ist Noth! was säumest du? 4. Drum eil, errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! sei wacker, bet und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär auch fern: sei fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwece dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn! 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende vernimmst du, Herzenskündiger. In deine treuen Vater hände befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. as sorgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, es dankbar, als ein Glück besitzen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken, doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie 7. Wohl mir! wenn ich aus allen ich Gutes wohl verschieben? Nein, wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt Kräften nach Gottes Reiche hier ge- meine Zeit, es auszuüben, ist kurz strebt, in Gott gefälligen Geschäften die und sie verfliegt geschwind. und der Zubereitung zum Tode. 285 4. Denk an den Tod, wenn böse 2. Daß du, o Höchster, meinem LeTriebe, wenn Luft der Welt, wenn ben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. und daß die Zeit, die mir gegeben, Sprich: kann ich nicht noch heute vielleicht gar bald ein Ende nimmt: fterben? Und könnt ich auch die Welt das flöße mir die Weisheit ein, stets ererben, begieng ich doch solch Uebel nie. auf mein Heil bedacht zu sein. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entriffen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn. O mache mich dazu geſchickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsboll. Sprich, dein Vergnügen zu vermehren: welch Glück wird Gott mir dort bescheeren, wo ich unendlich leben soll. 7. Denk an den Tod; wenn dei nem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: bin ich hier, um reich zu sein? wohl mir, wenn ich in Chrifto fterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schatz ist, sei mein Herz; Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein, und deine Hülfe mich erfreun. 6. Willst du mich länger leben lasfen, so laß es mir zum Heil gefeyn. Doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Bater, auf mein Flehn: sei wenn mein Herz im Tode bricht, meine Zuversicht. mein Troft un 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, desfen Eigenthum ich bin. 9. Denk an den Tod zur Zeit der Bist du, mein Heiland, mur mein Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir Leben, so bleibt selbst Sterben mein stecken; du rufft, und er antwortet Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir. nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig Sei nur mein Trost, so gnüget mir. haffen? ich seh ihn doch nach dem Erblaffen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 10. So suche dir in allen Fällen 539. Herr! ich hab aus dei8. Dent an den Tod, wenn Leiden kommen; sprich: alle Tribsal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlöfsen; er ists, der mir die Krone reicht. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 47. 1 den Tod oft lebhaft vorzustellen; so ner Tren, mir zum Gib wirst du ihn nicht zitternd scheun; Heil, noch Zeit in Händen. so wird er dir ein Trost im Klagen, doch, daß ich sorgsam sei, sie auch ein weiser Freund in guten Tagen, weislich anzuwenden; denn wer weiß, ein Schild in der Versuchung sein. wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. Mel. Wer nur den lieben Gott.- 7. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die uns zugezählten Stunden. Ch 534. D, mans dahin, und auf Niemals Herr und Meister weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit. ewig uns verschwunden. kehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurück. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gott, doch nie vergeffen, wie 286 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, unschätzbar sei die Zeit, die du uns deine Zeit ist Gottes Sache. Lern hier zugemessen; wie, was hier von nicht nur den Tod nicht scheun, lern uns geschieht, ewge Folgen nach sich auch seiner dich erfreun. zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszutaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Ach! vergib mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seelen Wohl, nicht gebraucht so, wie ich soll. 6. Laß mich meine Besserung für 537. Weber Staub! sein Le Wi mein Hauptgeschäft erachten, und nach Mel. von Nr. 13. ie lebt der meiner Heiligung mit so trenem Eifer ben ist ein fallend Laub, und dennoch trachten, als erwartete noch heut schmeichelt er sich gern, der Tag des mich Gericht und Ewigkeit. Todes sei noch fern. 7. Deine Gnade fteh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sei, und dem Nächsten müßlich werde. Und ist einft mein Ende da, o so sei mit Troft mir nah! 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. 536. eine Lebenszeit ver3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser M an 6. Ueberwind ihn durch Vertraun. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht hier annoch zu leben habe? dent, o Seele, an den Tod! fäume nicht, denn Eins ist noth. 2. Lebe wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ift eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ift. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihm folgt und sich vom Bösen fehrt; ein gläubig Herz, von Lieb 5. Daß du dieses Herz erwirbst, erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. fürchte Gott, und bet, und wache. 9. Die Heiligung erfordert Müh; Sorge nicht, wie früh du stirbst; du wirkst sie nicht, Gott wirket fie. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt zum Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich stehen, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. und der Zubereitung zum Tode. Du aber, ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchftes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie leicht vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! an meinen Tod erinnre mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb und Treu, die Frucht des Geistes in mir sei. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meinen Lüften widersteh, und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht! 287 naht, je stärker fteh mir bei! auf daß, getreuer Gott, bei allen seinen Schreden, mir meine letzte Zeit die allerbeste sei. Die Zeichen deiner Huld vermehre mir alsdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden kann. 1 3. Laß mich, o Herr! mir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh ich sterben muß recht abgestorben sein. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was beffers wähl, als Welt und falschen Schein, und so von ihr entwöhnt ich meinen letzten Tag, in Hoffnung selig schon, getroft erwarten mag. 5. Gewähr, eh noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Luft zum Irdischen verzehret, und zu dem letzten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh schau ich dich dann einst, von deinem Bilde satt. Mel. Entbinde mich, mein Gott. 418. 538. Mein Lebensfürſt, zeig Mel. von Nr. 110. mir, in deines Geistes Lichte, wie alles 3rdische so gar vergänglich ist. Ja alles, alles macht 539. Wie ungewiß ist, Herr, das Ziel der Wallzuletzt die Zeit zu nichte; und du, fahrt auf der Erde? ob ich noch wenig Mensch, der du doch gebrechlich oder viel an Tagen zählen werde, bist, lebst sicher! lehre mich, unwan- das weiß ich nicht; du weißts allein. delbarer Gott! und so gedenk ich erst Sch kann vielleicht der nächste sein, mit Klugheit meinen Tod. vom abgekürzten Leben ein Beispiel abzugeben. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als würd ich lange leben, du Mutter sträflicher, verwegner Sicherheit! o meine Sorge sei, dir, Gott! mich zu ergeben; dein Wille sei mein Will in dieser Prüfungszeit. Gib, daß im Glauben sterf, und in der Liebe treu, ich deiner Zukunft stets wachfam gewärtig sei. 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade, sie wird mir mehr als Welt, und mehr als Leben sein. führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlöst, in deinen Himmel ein. Dir übergeb ich mich im Leben und im Tod; im Tod und Leben dein, und du auch stets mein Gott. 2. Bin ich erbaut aus befferm Zeng als andre, die an Jahren und Mun terkeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende drohten. 3. Wenn ich die Gottesäcker seh und alles könnte lesen, was der, auf dessen Grab ich geh, in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu nichts gemacht: so würd ich oft mit Schrekken mein eigen Herz entdecken. 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunst der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Grä4. Gott, dessen Flügel mich in aller bern flug zu werden. Nur der ist Roth bedecken, je mehr der Tod sich weise, der bedenkt, wie viel von sei 288 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, - nem Tod abhängt, und der dazu in Zeiten sein Herz sucht zu bereiten. 5. Erinnre mich ans große Ziel, dazu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltlust mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Beiten, auf solchen Weg mich leiten. 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht entfärbe, so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen sein, damit ich lerne Sünden scheun, die das Gewissen schrecken und Todesfurcht erwecken. 7. Gib, daß ich dich mit frohem Muth als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, die du zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sei es gänzlich heimgestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer unter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch ich, daß ich wohl geschickt von hinnen werde weg. gerückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dämpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst erblicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus diefer Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. Docht verlodert, und mich Gott zur Rechnung fodert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tod mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein kurz gemeßner Schritt. Meine Kraft ent wickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. O ich merk, indem ich steige, wie ich mich zum Sinfen neige. 4. Menschen! was ist euer Leben, wenn ihr gleich so sicher seid! Stunden hat euch Gott gegeben, und ihr schätzt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des sichern Sünders Wegen eilet man der Höll entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stärkungskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller seiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. 6. Laß mich, Gott, mein Heil bedenken und mich niemals sicher sein. Will die Welt mich anders lenten, präge deine Furcht mir ein; rufe da mir mächtig zu: Mensch! die Welt ver läsfest du, willst du dich mit eitlen Dingen um dein Glück im Himmel bringen? 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, son dern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde häuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten, nicht mehr schaden. Mel. Freu dich sehr, o meine. 29. - Mel. von Nr. 42. 540.h, Serr! lehre mich bedenken, einmal ſterben muß. Den wird ein 541. I erheben, ſelbſt nah am ch will dich noch der Tod nicht fränken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken zu der Ewigkeit zu schicken. Grabe preis ich bich; zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmſt du es mir, du segnest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn, mein Tod foll auch dir heilig sein. 2. Endlich muß ein Licht verbren- 2. Gott! welche feierliche Stunden, nen, dessen Schein mich noch erfreut. wenn du mich nun der Erd entziehst, Will ich mich denn nicht erkennen? auf mich, den du getreu befunden, was ist meine Lebenszeit? kommt mir voll schonender Erbarmung siehst! denn nicht in den Sinn, da ich so Allmächtiger! in dein Gericht geh vergänglich bin, wie geschavind mein du mit mir Erlösten nicht. und der Zubereitung zum Tode. 3. Der Leib wird schwach; die irdsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getroft und zage nicht, denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbst? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wie du, so werd ich auferſtehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den letzten Schrekken dräun: du halfst mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele fink ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, selbst nah am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich vor dir leben. Wie segnet dann dein Antlitz mich! o Tod, o Sterben, mein Gewinn! wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Christus, der ist mein Leben. 542. M Mein Jesus ist mein Leben, reißt schon der Tod mich hin. Was ſollt ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 289 2. Wer an ihn glaubt, wird selig, dies Wort steht ewig fest. Die Freuden sind unzählig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum fahr ich hin in Frieden zu dir, o Jesu Christ, von dir stets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Du kennest meinen Glauben, und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Sch bin und bleibe dein. 5. Bald hab ich überwunden! schon weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott versöhnt; durch sie mit dir vereinigt und bald mit Preis gekrönt. 7. Wer kann dich gnug erheben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 8. Du wolltest Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgtest meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Himmel ist mein Theil. O theure, hohe Gnade! o unaussprechlichs Heil! 10. Erlöfer! fich, ich sammle noch meine letzte Kraft, und preise dich, und stammle, welch Heil du mir geschafft. 11. 3u dir, Herr! will ich flehen, so lang ich fallen kann. Du kannst mein Innres sehen und nimmst auch Seufzer an. 12. Du selber hilsst mir ringen; allmächtig hilsst du mir, ins Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. 13. O wohl mir! ich vollende nun bald den schweren Lauf. Du nimmſt in deine Hände den Geist, mein Hei land! auf. 44) Von der Liebe des Nächsten. Mel. von Nr. 37. dein Feind noch ist, mit Wohlthun 543. Der du die Liebe selber doch begegneft: o bilde meinen Sinn bist, und gern uns nach dir, und laß mich doch, mein Menschen jegnest; ja selbst dem, der Heiland, hier, wie du gewandelt, 19 290 Zweiter Theil. Von der Liebe des Nächsten. wandeln. Die können keine Christen nicht bloß für mich; mein Nächster sein, die sich nicht andrer Wohlfahrt ist sein Kind, wie ich. freun, und menschenfeindlich handeln. Dir 3. Sein Heil ist unser aller Gut. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit Ich sollte Brüder haffen, die Gott war für die Menschen Segen. durch seines Sohnes Blut so hoch folgten Lieb und Freundlichkeit auf erkaufen laffen? daß Gott mich schuf, allen deinen Wegen. Wohin du giengst, und mich verfühnt, hab ich dies mehr gieng Wohlthun mit, dein Wort, dein als sie verdient? Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Ärmen. 1 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottessohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh, und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmher4. O laß in meiner Pilgrimschaft zig ist, und nicht die rettet, die ihn mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle flehen. Drum gib mir, Gott, durch mich mit Luft und Kraft, dem Näch- deinen Geist, ein Herz, das dich durch ften beizustehen, betrübter Herzen Troft Liebe preist. zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Antlitz sei nie fürchterlich, und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. 26. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. o jemand spricht, ich 544. - 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr, von meinen Tagen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst? und den nicht lieben, den du liebſst? than, den Kleinsten auch von diesen, 5. Was ich den Frommen hier gedas siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, sollt ein Mensch noch sein, und dich in Brüdern nicht erfreun? ich doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb, und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. Mel. O Gott, du frommer Gott.- 8. 545. ib mir, o Gott! ein Sib Herz, das jeden Menschen liebet; bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennutz und Neid, und Härte flieht, und sich um andrer Glüd, als um sein Glück bemüht. 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu sein, und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müß andern dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst 2. Wir haben einen Gott und Herrn, dem Durstigen begegnet, ein Blick voll sind eines Leibes Glieder; drum diene Trost, mit dem mein Herz Bedrängte deinem Nächsten gern, denn wir sind segnet; ein Rath, mit dem mein alle Brüder. Gott schuf die Welt Mund im Kummer andre stärkt, Von der Liebe des Nächsten. - Zweiter Theil. nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft Herz Un- Güte haben. Es müsse nie mein Herz frieden anzurichten, so laß mich sorg- des Nächsten Freuden boshaft beneiden. sam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht kränke nie mein Mund des Nächsten Ruh, er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb und GütigGib dazu feit dir ähnlich werden. Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. 6. Die Rach ist dein, o Gott! du sprichst: ich will bergelten! drum laß wenn auf Mel. von Nr. 13. mich schelten. Gib, daß ich dem ver- 547. Nei zeigt, ob man nen Heuchezeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. geboren soi; sie zeigt vom wahren Christenthum; sie ist des Menschen höchster Ruhm. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränttem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, und ihm zum Seelenheil mein Herz behülflich sein. 2. Gott ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der Nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb ist, kennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. 3. Kannst du des Nächsten Elend 8. Den, der im Glauben wankt, fehn, und ungerührt vorüber gehn: im Glauben zu bestärken; den, der so stehts um deinen Glauben schlecht, noch sicher ist bei seinen Fleischeswerken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn: dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn. so ist dein Christenthum nicht ächt. 4. O sprich nur nicht: er ist mein Feind, wie kann man sein des Feindes Freund; der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu, was der Samariter thut. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb und Furcht, zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. 291 4. Laß mich aufrichtig schätzen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner 5. Hat dich denn Gott nicht stets geliebt? Gott, welchen du so oft betrübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Rach; o folge diesem Beispiel nach. 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem gibt er wieder, der ihm Mel. von Nr. 55. 546. Hilf, Jeſu! daß ich meinen gibt. So schränket ſich der Chrift nicht Feinden wird er 7. Dein Herz sei voll von Lieb und Huld, von Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zukünftger Lohn ist groß. 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gib, daß ich als ein wahrer Chrift nach deinem Beispiel Liebreich sei, aufrichtig, ohne Heuchelei. lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ränke sein Herze kränke. 2. Gib, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer kann, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe.. 3. Hilf, daß ich flüglich ihn zu beffern trachte, und seiner Seelen Wohl recht theuer achte. Denn du haft selbst für fsie in Todesbanden viel ausgestanden. 9. Dann nimm mich nach vollbrachtem Lauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb aufs innigste vereint. 19* 4 292 45) Von der Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht.- 238. 548. D liebft, o Gott! Gerechtigkeit, und haffest den, der sie entweiht, am Nächsten Unrecht übet. Du bists, der jedem seinen Lohn, ohn alles Ansehn der Person, nach seinen Werken gibet. 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habsucht und Gewinn des Nächften Recht zu kränken. den sucht, und andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Scha- vergessen. Mel. von Nr. 108. 4. Nie seufze jemand über mich! mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 6. Herr! mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, so werd ich auch zu keiner Zeit der Liebe Pflicht 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 549. Gott, Zorns Naserei nie des Herzens Meiott, der du die Men- ster sei. schen liebest, der du 4. Wer mir flucht, den will ich nicht ein strenges Recht, sondern lau- segnen, so wie mein Erlöser that, ter Gnade übest an dem sündlichen Geschlecht: laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Bater, als dein Kind, liebreich sei, wie du gesinnt. Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. und dem nachsichtsvoll begegnen, der zum Zanken Neigung hat. Für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgesöhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens! segne du mich in deiner Kraft dazu. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Laft! und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Zankfucht mir verhaßt! denn das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebest du; o, so hilf auch mir dazu! gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache, Sanftmuth übt. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt. Höchster! gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewinnen; bis einst in der Herrlichkeit ewger Friede uns erfreut. 3. O, wie wird das Herz beschweret, des Zanfsucht und der Haß verzehret nach 550. Herer du für mich litMel. Herzliebster Jesu, was. 131. mein und nach des Körpers Kraft, hemmt Gottes den Lauf von unsern Jahren, macht test, und noch zur Rechten zum Himmel ungeschickt. Herr, der für mich bittest: erweckt in mir, du auf mich Schwachen blickt, ach, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth wollest mich bewahren, daß des Jäh- Triebe. Zweiter Theil. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 293 Mel. Herzliebster Jesu, was.- 131. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieist nicht zu ermessen! der, als man dich gescholten. Du 551. Herr! deine Sanftmuth segnetest mit Wohlthun nicht blos wie viel hast du vergeben und vers Freunde; nein, selbst auch Feinde. geffen? ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! - 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre brennen? ich sollte femals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Bater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Nache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der wie du, vergibet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Lust zu deinem Namen der Nachgier Samen. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr Unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich kränken, gedenken. an 2. Du segnetest, die deinem Namen fluchten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigtest unter deiner Feinde Toben der Langmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache! 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, klagen, mein stolzes Herz kann, leider! wenig tragen, und schwerlich weiß ich, wenn mich andre haffen, mein Herz zu fassen. 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben; bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn, die wilde Glut ersticken; laß sich dein Bild in meine Seele drücken, so werd ich mich versöhnlich finden lassen, den Feind nicht haffen. 8. Erwecke denn, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächt7. Flucht mir die Welt, so laß mich, niß jener Schmerzen, die du in dei- Herr, sie segnen, und ihrem Grimm nen schweren Leidensstunden für mich empfunden. mit Freundlichkeit begegnen, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 9. Laß mich mit Sanftmuth mei8. Verleih mir das um deiner nem Feind begegnen, den, der mir Sanftmuth willen, so erb ich auch flucht, voll Großmuth, wie du, seg- im Lande deiner Stillen die Selignen. Herr, mache gegen alle, die feit, wozu ste jenes Leben einst wird mich haffen, mein Herz gelassen. erheben. 11. Du schützest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren: o Herr, Mel. von Nr. 50. ſo laß mich, ihr zu widerstehen, auf 552. Nie will ich dem zu scha den suchen, der mir dich dann sehen. zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn ſegnen; dies ist des Herrn Gebot. Zweiter Theil. Von der Dienstfertigkeit zc. 294 2. Er, der von keiner Sünde wußte, bergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte, mit Sanftmuth und Geduld. Will ich, sein Jünger wieder schelten, da er nicht wie der schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? - 3. Wahr ists, Verläumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch felig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht. Dies will ich desto mehr bewahren, so bessert mich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem ers böse meint. 1 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Mel. O Gott du frommer Gott. 8. 553. Wie felig lebt ein Mensch. wirkt seine Gütigkeit. Er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. der 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Christum werden! voll regen Eifers sei mein Leben hier auf Erden, so nützlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu sein; dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir ersann, und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich, er fühlet fremde Noth, als träf ihn selbst der Streich. 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn, und als ein Christ bereit zum Frieden, bereit zu Diensten sein. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhitzt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertraun: Gott schützt. kennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbefliffenheit sucht er dies zu Mel. D Welt, ich muß dich lassen. 48. erreichen; er hält für eignes Wohl 554. Du, aller Menschen Va sich nicht allein gemacht; er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienft und Kräfte, ihr nügen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bilrger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hält. ter! du gittigster Be rather in allem, was uns drückt! was wir hier Guts genießen, das läßt du uns zufließen; du bists, der unser Herz erquict. 5. Er cilt dem, ders bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu sein, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. Zu ewgen Sex ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen sein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Bater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen! nimm alle Härte von mir hin. 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der 6. Was andrer Nothdurft heischt, mitleidsvollen Liebe. Wie du mir das reizet seine Triebe, auch ohne Guts gethan, so laß, um deinet Nuhm und Lohn zu wahrer Men- willen, mich andrer Nothdurft stillen, jchertiebe. Kein Stolz noch Eigennutz so oft ich sie nur stillen kann. - Zweiter Theil. 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, fei, was man willig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. Laß mich hier reichlich säen, denn, Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und gibet, und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. Vom rechten 26. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. Erden 555. Wer dieser& ficht den Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden: der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verläumder widerspricht: der liebet feinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigennut, aus Weichlichkeit ihm nützet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. Gebrauch der Zunge. 295 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn, ein Dürstger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 1 6. Wer für Armen und Zucht mit Nath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Geist, vermagft es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Denk oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig sein? 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. Mel. Ach Gott, vom Himmel. 215. Nächsten Glimpf und Nutz, der Un556. Die unge, die vernehm- schuld und der Schwachen Schutz beschäftge meine Zunge. lich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! misbrauch es nicht, sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth, sie fluchet und sie segnet Gott, so gut ist sie, so böse! 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheilge Spöttereien, verrathen ein verderbtes Herz; davon mich zu befreien, so wirk auf mich durch deinen Geift, daß Herz und Mund dich, Höchster, preist, wie Christen es geziemet. 2. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Recht und Wahrheit fiegen. Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen; dann werd ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getreu, nicht mit den Lippen sündgen. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet billig nur der Christ. Er spricht, wenns Nutzen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Christ, nach seines Heilands Muster. 3. Zu deiner Ehr, zu andrer Wohl 6. O wehe dem verwegnen Mund, soll ich mein Thun stets lenken; laß dann auch, wenn ich reden soll, mich der einen Fluch nicht scheuet! wie diesen Zweck bedenken. Dein Lob, des wird des Herzens Leichtsinn kund und 296 Zweiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Zunge. oft zu spät bereuet! ach, fluchen brinMel. Ach Herr, mich armen S.- 67. get Fluch und Noth, und, wenn nicht 558. Wohl dem, der richtig Buße folgt, mich bewahren! wolle wandelt, als ein Wahrheitsfreund, in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbe fleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen haffet, und der, so oft er spricht, so seine Reden faffet, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verletzet, und der an allem Ort sich dies vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort. -- 7. Gib, Gott! daß ich, der Lügen Feind, des Teufels Arglift hasse, und mich stets als ein Menschenfreund aufrichtig finden lasse. Der Lügner Theil ist jener Pfuhl! die jauchzen einst vor Gottes Stuhl, die Treu und Wahrheit lieben. Mel. Alle Menschen müssen sterben.- 82. 557. Laß aß mich, Höchster! darnach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein; jenes freudenvolle Leben nimmt nicht freche Lügner ein; denn vor deinem Angesichte werden sie beschämt zunichte, so wie Satans Trug und List, der der Lügner Vater ist. 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einft erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. Herr! drücke diese Sache mir tief ins Herze ein, daß ichs zur Pflicht mir mache, der Lügen Feind zu sein. Erinnre mein Gewissen, du haffest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu und Wahrheit sei. 5. Nie laß mich was versprechen, das 3. Die der Falschheit sich ergeben, ich nicht halten kann, und nie Zusagen find vor dir, o Gott! ein Gräul, brechen, die ich einmal gethan; nie und ein unglückseligs Leben bleibt mich den Stolz verleiten, und nie des gewiß ihr künftigs Theil. Hier schon Beispiels Macht, als Wahrheit aus. trifft verdiente Schande sie bei Ned- zubreiten, was ich doch selbst erdacht. lichen im Lande; denn ein jeder deiner Weisheit Licht, Herr, meine 6. Doch laß zu allen Zeiten auch Menschenfreund ist der Falschheit Seele leiten, damit ich meine Pflicht Ränken Feind. für andrer Wohl und für mich reden mit Klugheit üb, und wisse, wann ich müsse, und wann ich schweigen ſoll. des Feindes Anschlag gilt, der sich bei 7. Wenn je, um mich zu drücken, bösen Tücken in guten Schein verhüllt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwätzern gleich zu sein, heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr! das falle mir nie ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Wor= ten. Redlich sei des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund. 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verläumder Lästermund: Herr, so laß mich still erdulden. Einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist; das sei stets mir im Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hütte, denn du liebst den Wahrheitsfreund, und bist falschen Herzen feind. Herzens sind. 8. Ein Herz voll Tren und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir niemand rauben; so kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde, alss dein Kind, dich mit den Frommen ehen, die reines I. Register über sämmtliche Lieder nach der Nummer des Liedes. Num. 468 423 A. 215 24 222 102 Abermals ein Jahr verfloffen Uch Gott, du unser Bebenslicht Ach Gott und Herr, wie groß und 290 Ach Gott, vom Himmel sieh Ach Gott wir treten hier vor dich 421 540 Ach! Derr, lehre mich bedenken 239 Ach schone doch, o großer 80 Ach was bin ich, mein Erretter 75 Almächtig großer Gott! wer kann Alwissender, vollkommner Geißt! Als Jesus tegund sterben wollt Also hat Gott die Welt geliebt Um Kreuz erblaßt, der Marterlaßt 155 Unbetungswürdger Gott! mit Ehrf. 14 An dich, mein Gott! gedenken An diesem Tag frohlocken wir Un dir allein hab ich gesündigt Auf! auf! mein Geift, auf! auf! Auf, Christen, preist mit mir den 436 Auf dich allein, Herr Jesu Chrißt! 308 Auf dich, Herr! nicht auf meine 373 Auf! Jesu Jünger, freuet euch! Auf, meine Seele, finge! an dir Auf, mein Geist, dem Herrn Auf, mein Herz, ein froher Tag Auf, o Seele, werde munter Auf, o Sünder, laß dich lehren Auf, träger Geißt! laß das, was 358 173 295 18 176 448 393 3. 349 193 67 418 145 Bald oder spät des Todes Raub Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl du deine Wege, und was Befreie meinen Geiß, o Gott Begleite mich, o Chrif! wir gehen Beglückter Stand, getreuer Seelen 254 Begrabt den Leib in seine Gruft 266 Befingt Gott Bebaoth; besinget Bewahre mich, Herr, daß der W. 331 Bringt her, ihr Wächtigen der Erde 426 Bringt Preis und Ruhm dem Heil. 160 463 Chrift: alles, was dich kränfet 156 486 284 274 297 Num. 495 Dein Will iss, großer Gott! Dein Wort, o Höchster! tß volk. Der du das Daseyn mir gegeben Der du die Siebe selber bist, und Der du mich als ein Vater liebst Der du uns als Vater liebest Der du uns das Heil errungen Der du Verstand u. Tugend schenkß Der du voll Blut und Wunden Der ewge Gott und höchste Vater Der Held hat überwunden der Der Herr des Himmels und der e. Der Herr fährt auf gen Himmel Der Herr iß Gott, und keiner mehr Der Herr ist gut, in dessen Dienst 247 Der Herr ist meines Lebens Kraft 387 375 Der Herr ist meine Zuversicht 13 505 Damit ich meine Seele rette Dein bin ich, Gott; dein ist mein 70 332 Dein bin ich, Serr! dir will ich Dein, Gott, ist Majestät und M. 333 Dein Heil, mein Geist, nicht zu Dein sind wir, Cott! in Ewigfelt 261 398 7 11 543 359 200 108 338 134 374 155 493 179 65 Der Herr lag in das Grab gestr. 157 Der Derr, mein Hirt, behütet mich 259 Der König aller Welt ist Gott Der Spötter Strom reißt viele fort 13 Der Tag ist hin, du aber, Jefu 483 Der Tag ist wieder hin, und diesen 489 Der unsre Menschheit an sich nahm 192 Der Wollust Reiz zu widerstreben 509 Des Donners schreckendes Gebrülle 428 Des Leibes warten und ihn nähren 510 Des Vaters und des Sohnes Geist 265 162 Dich bet ich an, erstandner Held Dich, mein Jesu, laß ich nicht Dich seh ich wieder, Morgenlicht 475 Die Erd und was darinnen ist 230 186 88 46 42 84 491 Die Herrlichkeit der Erden muß Die Himmel rühmen Gottes Ehre Die Himmel rufen, jeder ehret Die Quell, woraus der Mensch Dies, Christen! ist der Tag des H. 493 Dies ist der Tag, den Gott gemacht 109 Dies ist der Tag, zum Segen Die Zunge, die vernehmlich spricht 556 Dir allein hab ich gesündigt Dir dank ich für mein Leben Dir, Gott, sei Preis und Dank Dir, mein Gott! will ich lobsingen 438 383 Dir, unser Gott! ift niemand Dir, Vater! dankt mein Herz und 203 Du, aller Menschen Vater! du Du bist ja, Jesu, meine Freude Du biss, dem Ruhm und Dank Du, der Herz und Nieren Fennet Du, der kein Böses thut! du 287 367 71 52 554 279 Du gabßt mir, Emger! dieses 8. Du, Gott, du bist der Herr der Belt 464 416 447 347 78 298 Du baß, mein Vater und mein 376 Du hast uns, Serr, die Pflicht 516 Du Herr der Seraphinen, dem 48 Du, Herr, haft aus Barmherzigkeit 229 Du, Herr und Meißter meiner Tage 534 Du klagt, o Chrißt, in schweren 530 Du klagst und fühleßt die Beschw. 531 Du liebßt, o Gott, Gerechtigkeit 548 Durch Adams Fall ist erst verderbt 90 Durch dich, o großer Gott! durch 451 Durch so viel Schein gestärkt Du reicher Gott der Ärmen, du Du sagst: ich bin ein Chrift 69 422 342 25 Du Vater deiner Menschenkinder 362 Du weiser Schöpfer aller Dinge Du wesentliches Ebenbild der allerh. 122 Du wills, Gott! daß mein cez 8 Edler Geißt im Himmelsthrone Ein Herz: o Gott! in Beid und ein Jahr der Sterblichkeit, der Gin Pilger bin ich in der Welt Ein ruhiges Gewisfen laß, Herr Eins ist Noth! ach Herr, dieß Ein starker Schuß ist unser Gott Entehre nicht, mein Herz! mit Entflohen sind auch dieses Tages Erbarm dich, Herr, du kenng Erfülle, Herr! doch selbst mein Erhabner Gott, was reicht an 16 Erhalt uns, perr, bei deinem W. 211 Erheb dein Herz, thu auf die D. 323 Erhebet Gott durch neue Steder Erhebet Gottes Deiligkeit, thr Erhebe vom Geräusch der Welt Erhebt den Herrn, ihr Frommen Erhebt, erhebet Gottes Ruhm Erhöhter Jesu! Gottes Sohn Erinnre dich, mein Geißt, erfreut 169 Er kommt, er kommt zum Weltger. 191 Erlöser, sieh auf uns bernieder es eilt der lette von den Tagen 532 28 hilft uns unser Gott, er höret 388 es ist das Heil uns kommen her 304 es ist noch eine Ruh vorhanden 276 es ist vollbracht! so ruft am Kr. 148 Es lag die ganze Welt mit Born 99 es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter 420 Ewge Siebe, mein Gemütye waget 91 64 437 149 101 283 190 430 Freiwillig bast du dargebracht Frohlocke, mein Gemüthe, und Frohlocket, tung und alt, thr Für alle Güte set gepreift, Gott Fürwahr, du bist, o Gott, verb. Register. Gedanke, der uns Leben gibt Geift vom Vater und vom Sohne Gelobet feißt du, Jesu Chrift Gelobt fet Gott, ihm will it 206 522 469 252 502 317 208 519 484 339 135 22 9 30 260 Gelobt seißt du, Herr Bebaoth Gelobt seißt du, o Gott, für Gepriesen, Gott, sei dein Erbarm. 482 Gerechter Gott, vor dein Gericht Gern will ich mich ergeben, dich Getreuer Gott! wie viel Geduld 37 Getroft, mein Herz, und zage nicht 257 Gib mir, o Gott, ein Herz, das 545 Gott! deine Gnade set gepreißt. Gott, deine Gnad ist unser Leben 235 Gott, deine Güte reicht so weit Gott, deine Huld und Gütigkeit Gott! der an allen Enden viel Gott! der du die Menschen liebeft 549 Gott, der du für uns deinen Sohn 137 Gott, der du unser Vater bist 110 408 36 56 2 95 207 104 144 Gott der Juden, Gott der Heiden 117 Gott! der uns immer Gutes gab 210 Gott der Wahrheit, deffen Treue 378 Gott des Himmels und der Erden 479 Gott, dir gefällt kein gottlos Wesen 338 Gott, du bist von Ewigkeit! und Gott, du bleibst ewig unsrer Wohlf. 518 Gott, du haft in deinem Sohn Gott, durch welchen alle Dinge 20 202 453 Gottes Lamm, durch dessen Wunden 127 Gottes und Marten Sohn! stebster 107 Gott, groß von Erbarmen! weife 199 Gott hab ich alles heimgestellt 87 432 213 57 Gott! hilf mir, daß ich Buße thue 286 Gott im Himmel und auf Erden 462 Gott ist es, deffen weiser Rath Gott is mein Hort, und auf sein 10 Gott ist mein sied! er ist der Gott 19 Gott ists, der das Vermögen schafft 515 Gott ist uns Stärk und Schüß Gott mache du mich selbst bereit 17 Gott, meine ganze Seele macht Gott, mein Vater, Dank sei dir 434 Gott, mein Vater, deine Liebe 363 Gott ruft der Sonn' und schafft 466 Gott forgt für mich, was will ich 396 Gott, unserm Gott allein set Ehr 39 Gott, vor dessen Ungesichte nur ein 2: Gott, was muß dein Sohn ertr. 126 Gott werde fets von dir erhoben Gott, wie rein ist deine Behre Großer Gott! erhabnes Wesen Großer Gott, Herr aller Götter Großer Mittler, der zur Rechten 178 H. 74 322 85 452 170 150 365 481 53 121 Pabe deine Luft am Herrn, bel Hallelujah! Jesus lebet. Erlößte 171 461 Halt im Gedächtniß Jesum Chrißt 223 Hetland! deine Menschenliebe Hellger Geißt, du Himmelslehrer 201 Sell uns, aus unsrer Sündennoth 96 Serr, allerhöchster Gott! bei dem 313 Herr, deine Ullmacht reicht so weit 26 Herr, deine Sanftmuth ist nicht Herr, der du deinen theuren Sohn 187 err, der du mir das Beben 551 467 Register. 299 386 3ch schäme mich vor deinem Chron 292 Ich finge meiner Seelen Eußt 457 271 23 188 17 81 407 Derr, dir trau ich; auf der Erde Herr, du bist meine Zuversicht Derr, du erforscheßt mich; bir bin Derr, du fährt mit Glanz und Herr, du haft deinem Reich Herr, du kenneßt mein Verderben Herr, erhöre meine Klagen Herr, es ist von meinem Leben Derr Gott, du bist die Zuflucht Herr, höre mein Gebet um deiner 282 535 Derr, ich hab aus deiner Treu' Herr Jesu Chrift, du böchstes Gut 291 Herr Jesu, deiner Glieder Ruhm Herr Jesu! Gnadensonne! wenn Herr Jesu! send uns deinen Geißt Herr, jaß doch mich recht feierlic, Herr, laß mich doch gewissenhaft herr, lehre mich, wenn ich der Herr, mache meine Seele fille Herr, mein Erlöser! nur von dir 346 Herr, meiner Seelen großen Werth 499 Herr, mein 8icht! erleuchte mich berr! mein Sicht, mein Hell und Herr, mein Verföhner! der du Serr, ohne Glauben kann kein M. Herr! stärke mich, dein Leiden zu Herr, unser Gott! dich loben wir 456 Herr, unser Gott, mer ißt dir gleich Herr! wir stehen hier vor dir Heute, sprach mein Heiland. Heute 147 233 hier bin ich, Jesu! zu erfüllen ster ist noch unsre Prüfungszeit 507 ter liege ich zu deinen F.- 2.9 233 546 Hilf, Jesu! daß ich meinen N. 334 288 384 12 459 550 305 132 40 221 Kaum steigt zu ihrem frohßten Bauf 163 Kein Lehrer ißt dir, Jefu, gleich 120 5 König, dem kein König gleichet 189 tlf mir, mein Gott! verleihe Höchster! denk ich an die Güte Höchster Gott! wir danken dir Höcht erwünschtes Seelenleben Hosianna, Davids Sohn! der in $ üter! wird die Nacht der Sünden 297 320 183 399 1 Kommt betend oft, und mit Vergn. Komm heiliger Geist, erfüll die Komm, o Gott Schöpfer bettger Komm, o komm, du Geißt des 8. Kommt her, Mühselge, kommt kommt, laßt euch den Herren 3. 476 21 182 336 3 112 514 497 452 348 Jauchze, auserwählt Geschlechte Ich armer Sünder, wer bin ich Ich bin ein Chrift: Gott ist mein 258 Ich bin getauft auf deinen Namen 219 Ich bin, o Gott, dein Eigenthum 76 Ich danke dir von ganzem Herzen 328 Ich danke meinem Gott, der mir 328 Ich denk an dein Gerichte, du 194 Ich erhebe mein Gemüthe sehnf. 236 Ich leb in tiefster Reue zu deiner 237 Ich freue mich der frohen Beit 3h freue mich, mein Gott, in Ich glaub an Gott; hoch fei Ich habe, Gott! mir ernstlich Ich habe nun den Grund gefunden 3 hab in guten Stunden des Ich hoff, o Gott, mit festem M. 246 Ich komme, Friedensfürßt! zu dir 307 Ich komme, Herr! und suche dich 225 409 Ich komme vor dein Angesicht 3ch preise dich, o Herr, mein peil 232 267 255 303 335 92 523 248 413 330 Ich weiß, an wen mein Glaub Ich weiß es, Gott! mein ganzes Ich weiß es wohl, ich selbst 161 55 63 429 79 319 401 164 3ch weiß gewiß, daß mein Erlöfer Ich will dich noch im Tod erheben 541 3ch will, mein Gott, du König Jehovah herrscht mit Majestät Jehovah, Herr und König der Jesu, Arzt todtkranker Seelen Jesu, daß d meine Seele selbst 310 Jesu, durch dein Blut und Wunden 152 Jesu, meine Freude! efter Troft Jefu, meiner Seelen Retter Jesus Christus, unser Heiland Jesu, fleb mich an in Gnaden Jesus lebt, mit ihm auch ich Jefus meine Liebe lebt, dem es tf Jesus meine Zuversicht und mein Jesus nimmt die Sünder an 3hm, der das Sicht entstehen hieß 3hr Christen rühmt, erhebt und 3hr, die ihr wart verloren! hört 3hr Frommen, auf! die the die Ihr Knechte Gottes, lobt den Herrn 3hr trüben Sorgen weicht, den 311 172 167 270 hr Völker, fauchzt mit frohem Ihr Völker in der ganzen Welt Ihr Völker, stimmet nun mit Fr. In allen meinen Thaten laß ich In deinem Namen, o Herr Chrif 425 309 474 198 111 49 442 477 439 184 118 62 197 204 352 327 8aß deinen Geiß mich sets, mein 143 8aß doch, o Jesu, laß dein Reich 209 8aß mich doch nicht, o Gott! den 512 Baß mich doch, o mein Gott! die 299 Laß mich, Höchster! darnach streb. 557 103 8aßt uns unsern Gott lobsingen Lehre mich, Herr! recht bedenken 501 Biebster Jesu! Gnadensonne, meines 412 289 Siebster Jesu, Troßt der Herzen Liebster Jesu! wir sind hier, dich 97 8ob, Ehre, Treis und Dank sei Lob, Ehr und Preis dem höchsten 449 Lobet den Herren, alle Heiden 8obsinge, meine Seele, dem W. 8obsinge Gott mit wahrem And. 440 Lobt Gott, den Gott der Stärke 8obt Gott, der uns den Frühling 68 Sobt, lobt den Herrn, ihr Rationen 443 444 166 455 300 Register. 506 315 220 138 140 470 83 Mache dich, mein Geißt, berett Mag doch der Spötter Heer des 312 Man betet, Herr, in Bions Stille 50 Mein Auge sieht, o Gott, zu dir 58 Mein Bundesgott! ach, unterweise 324 Meine Bebenszett verstreicht, sündl. 536 Meinen Jesum laß ich nicht, da Mein Erlöser! der du mich dir Mein Erlöser! Gottes Sohn, der Mein Erlöser hängt am Kreuz Mein erster Wunsch, mein innigst. 473 Mein erst Gefühl fet Preis und Meine Seel ermuntre dich, Jefu 134 Meine Stimme ruft zur Höhe 397 Mein ganzer Geißt, Gott! wird 277 Mein Geiß erstaunt, Allmächtiger 366 Mein Geift soll nun in Gott allein 377 Mein Gott! ach, lehre mich erk. 341 Mein Gott, dir ißt bewußt die Mein Gott! du wohneßt zwar im 355 Mein Heiland! deine Größe geht 181 Mein Heiland lebt. Er hat die Mein Deiland! wenn mein Geißt 269 Mein Herz, ermuntre dich nun 460 Mein Herz, ermuntre dich zum 364 Mein Hort if Gott! thn laß ich 374 Mein Jesu, du haft unsre Schuld 119 Mein Jesus ist mein Seben. Reißt 542 Mein Jesus sigt zur rechten Hand 180 Mein Jesus triumphiret, und 178 Mein Beben ist ein Pilgrimpand 273 Mein Bebensfürst! nun kann ich 130 Mein Bebensfürst! zetg mir in 538 Mein Salomo! dein freundliches 245 Mein treuer Gott, dein gutes 256 Mein Vater, und mein Gett, der 340 Menschen ißs gesett, zu sterben 275 Mit Ernst, o Menschenkinder, das 100 Mit Seufzen flag tch dir, mein 405 268 500 504 28 Nach einer Prüfung furzer Tage 278 Nach meiner Seelen Seligkeit nicht, daß ichs schon ergriffen Nie bißt du, höchster, von uns Wie will ich dem zu schaden suchen 552 Nimm Gott, dem wir vertrauen 66 Noch bin ich dein Gast, o Erde 262 Noch immer wechseln ordentlich 59 Noch läßt der Herr mich leben 471 Noch nie haßt du dein Wort gebr. 31 Nun, Christen! laßt uns fröhlich Run danket alle Gott, mit Herzen 450 Nun habe Dank für deine Liebe 234 Nun ist es alles wohlgemacht Mur siebe ohne Heuchelei zeigt 93 151 547 S. D Christe, Eingeborner, von D Chrißenheit! fei boch erfreut D erhabner Gott, an Macht und 94 113 638 D Freund, der meine Schuldenlaß 135 O Friedensfürßt aus Davids 105 Oft denkt mein Herz, wie schwer 434 D Gott! den alle Simmel ehren 43 411 D Gott des Himmels und der€. 45 D Gott! des gnadenvoller Rath 431 D Gott, des starke Hand die 2. 35 D Gott, du bist die Biebe! Allein 34 D Gott! du bist mein Preis und 492 D Gott, du frommer Gott, du D Gott, es fehlt uns Kraft und D Gottes samm, unschuldig am D Gottes Sohn, Herr Jesu Chrißt 306 D Gottes Sohn und Menschenkind 106 D Gott! gib dein Gericht dem K. 185 O Gott, wer ißt dir gleich! wie D großer Gott! der alle Ding D heiligste Dreieinigkeit, nach W. D Herr, mein Gott, durch den D Herr und Schöpfer unsers 8. DHöchster! deffen Kraft Buft D Jefu, Brunnquell aller Freuden D König! deffen Majestät sich D stebesglut, wie kann ich dich O Menschenfreund, o Zesu 369 27 41 396 60 427 125 293 98 226 351 O Seele, schaue Jesum an! hier D Tod! wo ist dein Stachel nun 159 D unser Gott, wie voll ist deiner 74 D Vater, allerhöchster Gott! daß 403 D Vater der Barmherzigkeit bei 216 D Bater! groß im Himmelreich 406 O welch ein Leiden, das mich D welch ein unschäßbares Gut D Welt! steh hier dein Seben am 139 D wie unaussprechlich selig werden 280 D, wohl dem Menschen, der dem 242 D Wundergott! der alles schafft 54 435 503 404 136 . Preiset Gott in allen Banden Preis, Preis set Gott! und Glück 249 165 Qual und Angst muß ich empfinden 417 240 Schaffet, Schaffet Menschenkinder 285 Schau, großer Herr der Derrlichk. 175 Schön ist die Zugend, mein Verl. 344 Schöpfer aller Menschenfinder Schon ist der Tag von Gott beff. 195 Schon rubet auf den Feldern, in 487 Schüße die Deinen, die nach dir 212 Schwing dich auf gen Golgatha Seele! du mußt munter werden Seele, sei zufrieden! was dir G. Seele, willst du Ruhe finden Selig, Gott! sind die, die nun Sehr den leidenden Gerechten Seht, welch ein Mensch! ach feht 129 Set feurig, Seele, Gott zu loben 51 Set gnädig, Herr, nach deiner 142 472 385 231 263 146 281 Sei hochgepriesen, Derr! für 144 61 Sei, Seele! Sark und unverzagt 521 Get zufrieden, mein Gemüthe So siehen unsre Tage hin! auch 480 So gebßt du, Jesu! williglich 126 So semand spricht: ich liebe Gott 544 So ist von meiner kurzen Pilgr. 465 Soll sich mein Geißt, o Gott! zu 353 Sollt ich meinem Gott nicht fingen 445 433 Gorge doch für meine Kinder So schlummerst du in stiller Ruh 153 So war ich lebe! spricht dein G. 300 Stimmt unserm Gott ein 8oblied 454 302 Strafe nicht, o peiligster! mich 424 Straf, o Herr! mich nicht im Sucht man die Freundschaft in der Sünder! willst du sicher sein Tag, den mir der perr gemacht Trener irte deiner Heerde, du Register. Um Gnade für die Sünderwelt Unermeßlich ewg is Gott der Unschuldger Jesu! was hast du Unser Seiland steht gebunden Unumschränkte Siebe! Gönne 316 296 228 217 141 22 131 128 38 301 251 44 485 329 Wenn ich ein gut Gewiffen habe Wenn ich, o Schöpfer, deine M. Wenn zur Vollführung deiner Pa. 326 er bin ich? welche wichtge Frage 496 Werde munter, mein Gemüthe Wer darf in deine Hütte gehen Wer dieser Erden Güter hat, und Wer, Gott! dein Wort nicht hält Wer kann, Gott, je was Gutes Wer nur den Iteben Gott läßt w. Wer unter Gottes Schatten ruht Wie Christus selbst zum Jordan Wie ein Geschwäg des Tags 555 314 410 380 392 218 85 86 33 Wie feucht dahin der Menschen Wie getroft und heiter, du Gebened. 250 Wie gnädig warst du, Gott, vor 419 Wie göttlich find doch Jesu Lebren 123 Wie groß ist deine Menschenliebe 227 Wie groß ist des Allmächtgen Güte Wie groß ist unsre Seligkeit Wie herrlich ftrablt der Morgenst. Wie komm ich doch, mein Hell Wie lang darf ich noch säumen Wie lang soll ich traurig sehen Wie lieb ist mirs, daß Gott zu Wie lieblich ist doch, Herr, die Wie mannigfaltig sind die Gaben 508 Wie feltg bin ich, wenn mein G. Wie felig, Gott! wie selig if Wie selig, Herr! ist der Gerechte 345 Wie feltg lest ein Mensch, der Wie sicher lebt der Mensch, der Wie soll ich dich empfangen, o Jefu Wie sollt ich dich, mein Gott 490 356 238 553 537 115 357 3. Verborgner Gott! dem nichts verb. 526 415 Verleih uns Frieden gnädiglich Vernimm, o Gott! vernimm mein 244 Voll Glauben will ich zu dir beten 372 400 Von dir kommt jede gute Gabe 414 Von ganzer Seele preis ich dich 395 Von Gott will ich nicht laffen 370 Vor dir, o Gott! sich kindlich 248 315 267 488 116 361 301 77 264 253 Wie theuer, Gott! is deine Güte 241 Wie treu, mein guter Hirte Wie ungewiß is, Herr, das Biel 539 Wie wichtig ist doch der Beruf Wie wird mir dann, mein Heiland Wie wohl ist, Jesu, meiner S. Will mich, o Gott, hienieden des Willst du der Weisheit Quelle Willst du die Buße noch, die Gott 298 Wirf, blöder Sinn! den Kummer 114 Wir freuen uns, Herr Jesu Chrißt 179 Wir Menschen sind von selbst 520 371 6 23. Wach auf mein Derz! auf, träger 168 Wach auf, mein Herz! und finge 478 Wachet auf! so ruft die Stimme 272 196 Wachet auf vom Schlaf, ihr S. Warum sollt ich mich denn grämen 524 Wat Gott thut, das ist wohlgeth. 525 Was grämst du dich, mein blödes 391 389 Was hilfts, daß ich mich quäle Was ich nur Gutes habe, ist deine 498 Was ist das Beben hier auf Erden 529 Was ist mein Leben auf der Erde 527 Was ist mein zeitlich Beben, das 511 528 Was tits, daß ich mich quäle 73 Was ist vor deinem Angesichte Was soll ich ängßlich flagen, und 394 Was sorgt du ängstlich für dein 8. 533 Weicht, ihr Berge! fallt, thr H. Welch hohes Beispiel gabi du mir 350 Wenn Christus seine Kirche schüst 214 Benn der Sünder hat mishandelt 294 3ur Arbeit, nicht zum Müsfiggang 517 32 3. Wo find ich Gott, den meine Seele 354 Wo lieh ich Sünder hin, der ich 322 Wohlan, mein Herz, set fets ber. 360 Wohl auf, mein Herz! wohl auf 402 Wohl dem, der beßre Schäße liebt 513 Wohl dem, der richtig wandelt 558 Wohl dem Menschen! der von H. 389 446 Womit soll ich dich wohl loben Wort aus Gottes Munde! Wort Wo soll ich hin? wer hilfet mir? 321 81 302 II. Verzeichniß der in diesem Gesangbuche vorkommenden Melodieen, nach der Reihenfolge der Lieder. ( Anmerkung. Unter der Bezeichnung, Neue Melodie" werden diefentgen Melo: dieen verstanden, welche im Jahr 1770 von Becker, im Jahr 1845 von Wiegand neu angefertigt worden sind. Beştere sind mit* bezeichnet). 1. Neue Melodie( seit 1835). 1. Komm heiliger Geißt, erfüa. 2. Gott, du unser Vater bist. 2. Gott, der du unser Vater bist. 3. Herr Jesu Christ, dich zu uns w. 3. Herr Jesu, send uns deinen G. Kann auch nach Nr. 13, 109, 197, 211 u. 436 gesungen werden. 4. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. Biebßter Jesu, wir sind hier. 5. Höchster Gott, wir danken dir. 12. Herr, mein 8icht, erleuchte m. 20. Gott, du bist von Ewigkeit. 134, Meine Seel ermuntre dich. 202. Gott, du haft in deinem Sohn. 220. Mein Erlöser, der du mich. 221. Herr, wir sehen hier vor dir. 6. Es ist das Heil uns kommen her. 6. Wir Menschen sind von selbst, 77. Wie wichtig ist doch der Beruf. 252. Ein Pilgrim bin ich in der W. 291. Herr Jesu Chrißt, du höchstes G. 304, es ist das Heil uns kommen h. 351. D Seele, schaue Jesum an. 464. Du Gott, du bist der Herr der. 514. Herr, laß mich doch gewissenh. Können auch nach Nr. 15, 30, 119 u. 215 gesungen werden. 338. Gott, dir gefällt kein gottlos. 341. Mein Gott, ach lehre mich erk. 355. Mein Gott, du wohneft zwar. 370. Vor dir, o Gott, sich findlich. 380. Wer nur den lieben Gott läßt. 396. Gott forgt für mich, was soll. 399. Komm bätend oft und mit Ver. 420, E6 zieht, o Gott, ein Kriegesw. 460. Mein Herz, ermuntre dich nun. 496. Wer bin ich? welche wichtge. 529. Was ist das Leben hier auf 6. 532, E3 eilt der legte von den Tagen. 534. Du Herr und Meißer meiner, Können auch nach Nr. 42, 72 und 234 gesungen werden. 53. Fürwahr, du bist, o Gott, verb. 60. D Herr und Schöpfer unsers. 70, Dein bin ich, Gott, dein ist m. 73. Was ist vor deinem Ungesicht. 92. Ich habe nun den Grund gef. 148, es ist volbracht! so ruft am K. 241, ie theuer, Gott, iß deine G. 276. Es is noch eine Ruh vorhand. 279. Du gabft mir, Ewger, dieses. 286. Gott, hilf mir, daß ich Buße th. 8. O Gott, du frommer Gott. 8. Du wills, Gott, daß mein. 129. Seht, welch ein Mensch, ach s. 185. D Gott, gib dein Gericht. 282. Herr, höre mein Gebet. 298, Willst du die Buße noch. 299. Laß mich doch, o mein Gott. 305. Herr, ohne Glauben kann. 312. Mag doch der Spötter Hecr. 313. Derr, allerhöchster Gott. 340, Mein Vater und mein Gott. 388. s hilft uns unser Gott. 411, D Gott, du frommer Gott. 419. Wie gnädig warst du, Gott. 469, Ein Jahr der Sterblichkeit. 489. Der Tag ist wieder hin. 495. Dein Will iss, großer Gott. 516. Du haft uns, Herr, die Pa. 553. Wie felig lebt ein Mensch. Können auch nach Nr. 9 ge fungen werden. 7. Wer nur den lieben Gott läßt w. 7. Dein Wort, o Höchster, ist vollk. 11. Der du das Dasein mir gegeb. 25. Du weiser Schöpfer aller D. 31. Noch nie haft du dein Wort g. 45. D Gott des Himmels und der E. 9. Qun danket alle Gott. 9. Gelobt seißt du, o Gott. 14. Unbetungswürdger Gott. 23. Herr, du erforschest mich. 75. Allmächtig großer Gott. 99. et lag die ganze Welt. 328. Jch danke meinem Gott. 342. Du sagst, ich bin ein Cbrißt. 402. Wohl auf, mein Herz, wohl auf. 427. DHöchfter, dessen Kraft. 450. Nun danket alle Gott. Melodieen Verzeichniß. E 451. Durch dich, o großer Gott. 462. Froblocket, jung und alt. 512. Laß mich doch nicht, o Gott. 545. Gib mir, o Gott, ein perj. Können auch nach Nr. 8 ges sungen werden. 10. Ach Gott und Herr. 10. Gott ist mein Hort. 290, Uch Gott und Herr. 13. Psalm 100 der Lobwasserischen Melodieen. 16. Erhabner Gott, was reicht. 21. Herr Gott, du bist die Zuflucht. 27. D großer Gott, der alle Ding. 74. O unser Gott wie voll ist d. 154, D Freund, der meine Schuld. 239. Uct, schone doch, o großer. 390, Derr, mein Gott, durch b. 473. Mein erster Bunsch, mein. 483. Der Tag ist hin, du aber, Jesu. 17. Neue Melodie. 17. Gott, mache du mich selbst. 24. Allwissender, vollkommner. 40, perr, unser Gott, wer ist dir. 106. D Gottessohn und Menschenk. 331. Bewahre mich, Derr, daß der. 337, Der du Versand und Tugend. 403, O Vater, allerhöchster Gott, Können auch nach Nr. 218 ge. fungen werden. 303 18. Pfalm 27 der Lobwasserischen Melodieen. 18. Auf, auf mein Geißt, auf! 63. Jehovah herrscht mit Malesät. 19. Neue Melodie. 19. Gott ist mein Lied. 22. Gott sei Dank in aller Welt. 22. Unermeßlich ewig ist. 15. Der Spötter Strom reißt. 58. Mein Auge sieht, o Gott, zu. $ 85. Wie ein Geschwäs des Tags. 409. Ich komme vor dein Angesicht. 537. Wie sicher lebt der Mensch. 547, Nur Liebe ohne Heuchelet. Können auch nach Nr. 3, 109, 197, 211 u. 436 gesungen werden. 15. Allein Gott in der Höh sei hr. 29. Freu dich sehr, o meine Seele ( Psalm 42 der Lobwasserischen Melodieen). 15. Der Herr ist Gott und keiner. 39. Gott, unserm Gott allein fet. 44. Wenn ich, o Schöpfer, deine M. 52. Dir, unserm Gott, ist niem. 96. Heil uns, aus unsrer Sünd, 98. Biebesglut, wie kann ich. 168. Wach auf, mein Hers! auf. 180. Mein Jesus sist zur rechten. 184. 3hr Völker in der ganzen Welt. 223. alt im Gedächtniß Jesum Chr. 232. 3ch preise dich, o Herr, mein». 268, Mein Heiland lebt; er hat die. 332. Dein bin ich, Herr, dir will ich. 442. 3hr Knechte Gottes, lobt den. 449. 8ob, Chr und Preis dem Höchst. 454. Stimmt unserm Gott ein Lobl. 466, Gott ruft der Sonn und schafft. Können auch nach Nr. 6, 30,119 und 215 gesungen werden. 16. Psalm 8 der Lobwasserischen Melodieen. 29. Gott, vor desfen Angesichte. 91. Ewge Liebe, mein Gemüthe. 128. Unser Heiland steht gebunden. 152, Jefu, durch dein Blut und. 165. Preiset Gott in allen Banden. 188. Herr, du fährst mit Glanz und. 206, Edler Geißt im Himmelsthrone. 207, Geift vom Vater und vom. 217. Kreuer Hirte deiner Heerde. 285, Schaffet, schaffet, Menschenk. 288. Höchfter! denk ich an die Güt. 327. Kommt, laßt euch den Herren. 412. Liebster Jesu, Gnadensonne. 468, Ubermal ein Jahr verfossen. 501. Lehre mich, Herr, recht bedenk. 540. Ach, Herr, lehre mich bedenk. Können auch nach Nr. 116 ges fungen werden. 26. Machs mit mir Gott nach deiner. 26. Herr, deine Allmacht reicht so. 28. Nie bist du, Höchster, von u. 122. Du wesentliches Ebenbild. 271. Herr, du bist meine Zuversicht. 314, Wer, Gott, dein Wort nicht. 349. Bald oder spät des Todes. 350. Welch hohes Beispiel gabßt. 513. Wohl dem, der beßre Schäge. 544. So jemand spricht, ich liebe. 555. Wer dieser Erden Güter hat. • 30. Es ist gewißlich an der Zeit. 30. Gerechter Gott, vor dein Ger. 41. D helligste Dreieinigkeit. 68. Lobt Gott, der uns den Fr. 71. Dir, Gott, fet Preis und D. 93. Nun, Chrißen, laßt uns fröhl. 159. O Zod, wo ist dein Stachel. 170. Freiwillig haft du dargebracht. 195. Schon ist der Tag von Gott. 216. D Vater der Barmherzigkeit. 257. Getroft, mein Herz, verzage. 258. Ich bin ein Chrift, Gott ist. 503, Dwelch ein unschägbares Gut. 515, Gott ists, der das Vermögen. Können auch nach Nr. 6, 15, 119 und 215 gesungen werden. 32. Gott des Himmels und der E. 32. Weicht, ibr Berge, fallt, ihr 117. Gott der Juden, Gott der** 304 Melodieen 204. Stomm, o komm, du Geiß des. 393, Uuf, mein Geißt, dem Herrn. 479. Gott des Himmels und der E. 33. Psalm 66 der Lobwasserischen Melodieen. 33. Wie groß is des Allmächtgen. 51. Set feurig, Seele, Gott zu. 64. Erhebet Gott durch neue vteder. 118. Jhr Völker, stimmet nun mit Fr. 198. 3hr Christen, rühmt, erhebt. 379. Der ewge Gott und höchste. 416. Du bist ja, Jesu, meine Freude. 34. Neue Melodie.( Ursprünglich: un lob, mein Seel, den 5.) 34. D Gott, du bist die Liebe. 166. Lobsinge, meine Seele. 181. Mein Heiland, deine Größe. 448. Auf, meine Seele, singe. 35. Wieschon leuchtet der Morgenst. 35. D Gott, des starke Hand die W. 105. Friedensfürst aus Davids St. 187. Herr, der du deinen theuren. 247. Wie groß ist unfre Seligkeit. 264, Wie wird mir dann mein Heil. 277. Mein ganzer Geist, Gott. 318. Wie herrlich strahlt der Morgenst. 432. Gott ist es, deffen weiser Rath. 475. Dich seh ich wieder, Morgenl. 36. Psalm 36 der Lobwasserischen Melodieen. 36. Gott, deine Huld und Güttgk. 37. Neue Melodie. 37. Getreuer Bott, wie viel Ged. 135, Erfülle, Herr, doch selbst mein. 203. Dir, Vater, dankt mein Herz. 543. Der du die Liebe selber bißt. Können auch nach Mr. 97 ges fungen werden. 38. Wunderbarer König. 38. Unumschränkte stebe. 42. Neue Melodie. 42. Die Himmel rufen, jeder ehr. 43. D Gott, den alle Dimmel ehr. 251. Wenn ich ein gut Gewiffen. 362, Du Vater deiner Menschenk. 364. Rein Herz, ermuntre dich z. 382. Ich danke dir von ganzem Herz. 428. Des Donners schreckendes. 490. Wie Iteblich ist doch, Herr, die. 541. Ich will dich noch im Tod erheb. Können auch nach Nr. 7, 72 und 234 gesungen werden. 46. Psalm 140 der Lobwasserischen Melodieen. 46. Die Himmel rühmen Gottes. 303. Ich glaub an Gott, hoch fet. 323. Erheb dein Herz, thu auf die. 329. Wer darf in deine Hütte geben. Verzeichniß. 372. Voll Glauben will ich zu dir. 426. Bringt her, thr Mächtigen. 443. 8obt, lobt den Herrn, ihr. 447. Du bists, dem Ruhm und D. 519. Entehre nicht mein Herz mit. Können auch nach Nr. 295 und 531 gefungen werden. 47. Jesus meine Zuversicht. 47. Herr, du haft in deinem Reich. 107. Gottes und Marien Sohn. 142. Schwing dich auf gen Golgatha. 228. Tag, den mir der Herr gem. 263. Selig, Gott, sind die, die nun. 270. Jesus meine Zuversicht. 309. Jesus nimmt die Sünder an. 434. Gott, mein Vater, Dank set d. 535. Herr, ich hab aus deiner Tr. 536. Meine Bebenszeit verstreicht. Können auch nach#r. 156 ge fungen werden. 48. O Welt, ich muß dich lassen. 48. Du Herr der Seraphinen. 62. In allen meinen Thaten. 88. Die Herrlichkeit der Erden. 139. D Welt, steh hier dein Seben. 150. Froblocke, mein Gemüthe. 367, Dir dank ich für mein Leben. 394. Was soll ich ängstlich klagen. 467. Herr, der du mir das Beben. 487. Schon rubet auf den Feldern. 498. Was ich nur Gutes habe. 502. Ein ruhiges Gewissen. 511. Was ist mein zeitlich Leben. 520. Win mich, o Gott, hienieden. 523. Ich hab in guten Stunden. 528. Was ips, daß ich mich quäle. 554. Du aller Menschen Vater. 49. psalm 33 der Lobwasserischen Melodieen. 49. Jbr Frommen, auf! die ihr die. 125. O Jefu, Brunnquell aller Fr. 482. Gepriesen, Gott, sei dein Erb. 50. Psalm 65 der Lobwasserischen Melodieen. 50. Man betet, Perr, in Bions. 213. Gott i uns Stärk und Sch. 552. Wie will ich dem zu schaden. 54. Pfalm 62 der Lobwasserischen Melodieen. 54. D Wundergott, der alles sch. 377. Mein Geift soll nun in Gott. 391. Was grämst du dich, mein. Können auch nach Nr. 283 ge fungen werden. 55, 7eue Melodie. 55. 3ch wil, mein Gott, du S. 137. Gott, der du für uns deinen. 143. Laß deinen Geißt mich stets. 144. Get hochgepriesen, Dere, füs. Melodieen 209. Saß doch, o Jesu, laß dein. 212. Schüge die Deinen, die nach. 249. Preis, Preis fet Gott und 335. Ich habe, Gott, mir ernstlich. 353. Soll sich mein Geist, o Gott, zu. 441. Gelobt fet Gott, thm will ich. 484. Entohen sind auch dieses. 491. Dies ist der Tag zum Segen. 518. Gott, du bleibst ewig unsrer. 522. Ein Herz, o Gott, in Leid u. 546. Silf, Jesu, daß ich meinen. Können auch nach Nr. 131 ges fungen werden. 56. Von Gott will ich nicht lassen. 56. Gott, der an allen Enden. 100. Mit Erns, ihr Menschenk. 395. Von Gott will ich nicht laffen. 422. Du reicher Gott der Armen. Können auch nach Nr. 101, 301 und 429 gefungen werden. 57. Valet will ich dir geben. 57. Gott, meine ganze Seele. 111. 3hr, die ihr wart verlo ren. Können auch nach Nr. 66 und 67 gesungen werden. Verzeichniß. 59. Mein Gott, das Herz ich bringe. 59. Noch immer wechseln ordentl. 76. Ich bin, o Gott, dein Eigenth. 242. O wohl dem Menschen, der d. 356. Wie felig bin ich, wenn mein. 366. Mein Geiß erstaunt, Ullmächt. 457. 3 singe meiner Seelen Bußt. Können auch nach Nr. 102 und 480 gefungen werden. 61. eue Melodie. 61. Set jufrieden, mein Gemüthe. 103. Laßt uns unserm Gott lobf. Können auch nach Nr. 524 ges fungen werden. 65. Psalm 97 der Lobwasserischen Melodieen. 65. Der König aller Welt. 66. psalm 130 der Lobwasserischen Melodieen. 66, Nimmt Gott, dem wir vertr. Kann auch nach Nr. 57 u. 67 gefungen werden. 305 488. Wie lang darf ich noch säum. 558. Wohl dem, der richtig wand. Können auch nach Nr. 57 und 66 gesungen werden. 67. Ach Herr, mich armen Sünder. ( Berzlich thut mich verlang 67. Befiehl du deine Wege. 115 Wie soll ich dich empfangen. 133. Der du voll Blut und Wund. 193. Bedenk, Mensch, das Ende. 194. Ich denk a dein Gerichte. 237. Ich seh in tiper Reue. 260. Gern will ich ergeben. 38 Christ, alles was d fränket 471. Moch läst der Herr mi leh. 69. Psalm 89 der Lobwasserischen Melodieen. 69. Durch so viel Schein gestärkt. 72. Neue Melodie. 72. Gott werde stets von dir erh. 123. Wie göttlich sind doch Jesu 8. 219. Ich bin getauft auf deinen. 233. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen. 235. Gott, deine Gnad ist unser 2. 344. Schön is die Tugend, mein. 354. Wo find ich Gott, den meine. 371, Willst du der Weisheit Quelle. 374. Mein Hort ist Gott! thn laß. 384. Herr, mache meine Seele st. 398. Dein Heil, mein Geißt, nicht. 504. Nicht, daß ichs schon ergriffen. 505. Damit ich meine Seele rette. 508. Wie mannigfaltig sind die G. 526. Verborgner Gott, dem nichts. Können auch nach Nr. 7, 42 und 234 gesungen werden. 78. Auf meinen lieben Gott. 78. Cu, der kein Böses thut. 83. Mein Gott, dir ist bewußt. 322. Wo flieh ich Sünder hin. Können auch nach Nr. 463 ge. fungen werden. 79. Psalm 38 der Lobwasserischen Melodieen.( Meine Armuth macht mich schreien). 79, Jesu, Arzt todtkranker Seelen. 80. Ach, was bin ich, mein Err. 297. üter! wird die Nacht der S. 325. Gott, wie rein ist deine 8. 424. Straf, o Herr, mich nicht im. 472. Seele, du mußt munter werden. 81. 3euch mich, zeuch mich mit den ( Unser Serscher, unser Kön. 81. Herr, du kenneßt mein Verd. 124, Gott, was muß dein Sohn. 287. Dir allein bab ich gefündigt. 461, Gott im Himmel und auf e. 82. Alle Menschen müssen sterben. 82. Großer Gott, erhabnes Wesen. 127, Gottes Lamm, durch deffen. 177. Großer Mittler, der zur R. 236, Jch erhebe mein Gemüthe. 240. Schöpfer aller Menschenkinder. 262, Noch bin ich dein Gaft, o E. 275. Menschen ists gefest, zu Berb. 280. O wie unaussprechlich felig. 310, Jesu, daß du meiner Seele. 311, Jesu, sieh mich an in Gnaden 317, Eins is noth, ach Herr, dies 347. Du, der Herz und Wieren. 20 Melodieen- Verzeichniß. 306 378. Gott der Wahrheit, dessen. 386. Herr! dir trau ich auf der E. 438. Dir, mein Gott, will ich lobs. 446. Womit soll ich dich wohl lob. 557, 8aß mich, Höchßer! darnach Br. 84. Psalm 51 der Lobwasserischen Melodieen. 84. Die Quell, woraus der M. 130. Mein Bebensfürß! nun kann. 226. O Menschenfreund, o Jesu. 281. Set gnädig, Herr, nach d. 86. Neue Melodie.( Ursprünglich: Ich hab mein Sach Gott). 86. Wie feucht dahin der Mensch. 87. Gott hab ich alles heimgestellt. 89. Jesu, meine Freude. 89. Wort aus Gottes Munde. 250. Wie getroft und heiter. 319. Jesu, meine Freude. 385. Seele, fet zufrieden. 90. Durch Adams Fall ist ganz. 90. Durch Adams Fall ist erst verd. 334, ilf mtr, mein Gott. 343. Oft denkt mein Herz, wie. Können auch nach Nr. 222 ges fungen werden. 94. Herr Christ, der einge Gotts. 94. O Christe, Eingeborner. 158. Der Held hat überwunden. 336. Herr Jesu, Gnadensonne. * 95. Neue Melodie.( O Trostwort, das uns Leben gibt). 95. Gedanke, der uns Leben gibt. 97. 2n Wasserflüssen Babylon. ( Ein Lämmlein gebt und tr.) 97. 206, Ehre, Preis und Dank. 126. So gehst du, Jesu, williglich. 149. Erhebe vom Geräusch der W. 225. Ich komme, Herr, und suche d. 229. Du, Herr, haft aus Barmh. 293. D König, dessen Majestät. 339, Erbarm dich, Herr, du kennst. Können auch nach Nr. 37 ges sungen werden. 101. Zeue Melodie. 101. Erhebt den Herrn, ihr Fromm. 174. Der Herr fährt auf gen H. 178. Mein Jesus triumphiret. 455. Lobt Gott, den Gott der St. Können auch nach Nr. 56, 301 und 429 gesungen werden. 102. Neue Melodie. 102. Also hat Gott die Welt gel. Kann auch nach Nr. 59 und 480 gefungen werden. 104. Gelobet feist du, Jesus Christ. 104. Gelobet feißt du, Jesus Christ. 108. Ceue melodie.( Ursprünglich: Sollt ich meinem Gott nicht). 108. Der du uns das Heil errung. 445. Sollt ich meinem Gott nicht. 109. Vom Simmel hoch da komm. 109. Dieß ist der Tag, den Gott. 162. Dich bet ich an, erstandner H. 163. Kaum steigt zu ihrem frohßen. 169. Erinnre dich, mein Geiß, erfr. 176. Auf, Jesu Jünger, freuet euch. 179, Wir freuen uns, Herr Jesu Ch. 186. Die Erd und was darinnen ist. 210, Gott, der uns immer Gutes. 431. D Gott, des gnadenvoller R. 439. Jhr Völker, fauchzt mit froh. 493. Dieß, Christen, ist der Eag d. Können auch nach Nr. 3, 13, 197, 211 u. 436 gefungen werden. eue Melodie.( Ursprünglich: Ermuntre dich, mein schwa cher Geist). 110. Gott, deine Gnade sel gepr. 539. Wie ungewiß ist, Herr, das 3. 112. Neue Melodie. 110. 112. Herr, laß doch mich recht. 113. O Christenheit, sei hoch erfr. 114. Wirf, blöder Sinn, den K. 116. Werde munter, mein Gemüthe. 116. Wie lang soll ich traurig seh. 147. Heute, sprach mein Heiland. 200. Der du uns als Bater liebeßt. 363. Gott, mein Vater, deine 8. 433. Sorge doch für meine Kinder. 476. Herr! es ist von meinem 8. 485. Werde munter, mein Gem. 486, Auf, o Seele, werde munter. Können auch nach Nr. 29 ge sungen werden. 119. Aus tiefer oth schrei ich zud. 119. Mein Jesu, du haft unsre Sch. 182. Herr Jesu, deiner Glieder N. 191. Er kommt, er kommt zum Weltg. 248. Ich weiß, an wen mein Gl. 306. Gottes Sohn, Herr Jesu Chr. 321. Wo soll ich hin? mer hilfet m. 376. Du hast, mein Vater und m. 387. Der Herr ist meines Bebens. 404, D Gott, es fehlt uns Kraft u. 408. Gott, deine Güte reicht so w. 590. Nach meiner Seelen Seligkeit. 517. Zur Arbeit, nicht zum M. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 215 gesungen werden. 120. Vater unser im Himmelreich. 120. Kein Behrer ist dir, Jesu, gl. 300. So wahr ich lebe, spricht d. 406. O Vater, groß im Himmelr. 507. Hier ist noch unfre Prüfungst. Melodieen- Verzeichniß. 121. Schmücke dich, o liebe Seele. 121. Hetland, deine Menschenliebe. 189, Röntg, dem kein König gleich. 231, Seele, willst du Rube finden. 131. Herzliebster Jesu, was hast du. 131. Unschuldger Jesu, was haft d. 132. Herr, färke mich, dein Beid. 550. Herr, mein Versöhner! Der d. 551. Herr, deine Sanftmuth ist n. Können auch nach Nr. 55 ge: fungen werden. 136. O Lamm Gottes, unschuldig. 136, D Gottes samm, unschuldig. 148. Christus, der uns selig macht. ( Schwing dich aufzu deinem) 138. Mein Erlöfer, Gottes Sohn. 140. Meine Liebe hångt am Kreuz, 140. Mein Erlöser hängt am Kreuz, 141. Herzlich lieb hab ich dich. 141. Um Gnade für die Sünderw. 224. Gelobt seißt du, Herr Zebaoth. 269. Mein Heiland! wenn mein. 307, Ich komme, Friedensfürß, zu. 359, Der du mich als ein Vater 1. 145. Neue Melodie. 145. Begleite mich, o Chriß. 146. Neue Melodie.( Kommt heraus, all ihr Jungfrauen). 146. Seht den leidenden Gerechten. 156. Dennoch bleib ich stets an dir. ( meinen Jesum laß ich nicht). 156. Auf, mein Herz! ein froher E. 172. Jesus lebt, mit ihm auch ich. 230. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 315. Meinen Jefum laß ich nicht. 365. Habe deine Lust am cren. Können auch nach Nr. 47 ge, sungen werden. 157. Christ lag in Todesbanden. 157. Der Herr lag in das Grab g. Kann auch nach Nr. 160 ges sungen werden. 153. Der Tag ist hin, mein Geist. 208. Ein feste Burg ist unser Gott. 208. Ein starker Schuß ist unser. 153. So schlummerßt du in ßiller R. 155. Am Kreuz erblaßt. 160. Seue melodie. 160, Bringt Preis und Ruhm. Kann auch nach Nr. 157 ge. fungen werden. 307 167. Sofianna, Davids Sohn. 167. Jefus, meine Liebe, lebt. 183. Hoflanna, Davids Sohn. 171. Wachet auf! ruft uns die St. 171. Salleluja, Jesus lebet. 196, Wachet auf vom Schlaf, the. 272. Wachet auf! so ruft die St. 452. Jauchje, auserwält Geschlechte. 173. Auf diesen Tag gedenken wir. 173. An diesem Tag frohlocken wir. 190. O Ewigkeit, du Donnerwort. 190. Erhöhter Jesu, Gottes Sohn. 192. Der unsre Menschheit an sich. 197, Romm, o Gott, Schöpfer. 197. Komm, o Gott, Schöpfer, hellg. 175. Schau, großer Herr der Herrl. 333. Dein Gott ist Majestät und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 211 u. 436 gefsungen werden. 161. Psalm 32 der Lobwasserischen Melodieen. 161. Ich weiß gewiß, daß mein. 164. Jesus Christus, unser Zeiland. 164. Jesus Chrißus, unser Hetland. 199. Vater aller Gnade. 199. Gott, groß von Erbarmen. 201. Pfalm 77 der Lobwasserischen Melodieen. 201. Heilger Geist, du Himmelslehr. 294, Wenn der Sünder hat mißh. 397. Meine Stimme ruft zur. 407. Herr, erhöre meine Klagen. 458. Großer Gott, err aller. 205. un bitten wir den heilgen G. 205. Des Vaters und des Sohnes. 211. Erhalt uns, Herr, bei deinem. 211. Erhalt uns, Herr, bet deinem. Kann auch nach Nr. 3, 13, 109, 197 u. 436 gesungen werden 214. Neue Melodie. 214. Wenn Chrißtus seine Kirche. 215. Uch Gott vom Himmel sieh. 215. Uch Gott vom Himmel sieh. 405. Mit Seufzen flag ich dir m. 421. Ach Gott, wir treten hier v. 425. In deinem Namen, o Herr. 556. Die Zunge, die vernehmlich. Können auch nach Nr. 6, 15, 30 und 119 gesungen werden. 218. Christ, unser Herr, zum Jord. 218. Wie Christus selbst zum Jord. Kann auch nach Nr. 17 ge, fungen werden. 222. Psalm 91 der Lobwasserischen Melodieen. 222. Als Jesus segund sterben w. 392. Wer unter Gottes Schatten. gönnen auch nach Nr. 90 ge fungen werden. 20* 308 Melodieen- Verzeichniß. 227. Psalm 5 der Lobwasserischen| 267. Was Gott thut, das ist wohlg. Melodieen. 227. Wie groß ist deine Menschent. 234. Neue Melodie. 267. Ich freue mich der frohen 8. 373, Auf dich, Herr, nicht auf m. 375. Der berr ist meine Zuversicht. 525, Was Gott thut, das ist wohlg. 273. Psalm 84 der Lobwasserischen Melodieen. 234. Mun habe Dank für deine. 278. Nach einer Prüfung kurzer T. 345. Wie feltg, Herr, ist der Ger. 357. Wie sollt ich dich, mein Gott. 400. Von dir kommt jede gute. 410. Wer kann, Bott, fe was Gut. 509. Der Wollust Retz zu widerstreb. 510, Des Seibes warten und ihn. 527. Was iß mein Beben auf der. Können auch nach Rr. 7, 42 und 72 gesungen werden. 238. Kommt her zu mir, spricht. 238, Mie felig, Gott, wie felig ist. 246. Jch hoff, o Gott, mit frohem. 352. Kommt her, Mühselge, kommt. 499. Herr, meiner Seele großen W 548. Du ltebs, o Gott, Gerechtigk. 243. Psalm 1 der Lobwasserischen Melodieen. 243. Der Herr ist gut, in deffen D. 244. Neue Melodie. 244. Vernimm, o Gott! vernimm 245. Pfalm 19 der Lobwasserischen Melodieen. 245. Mein Salomon, dein freundl. 253. Psalm 4 der Lobwasserischen Melodieen. 253. Wie wol ist, Jesu, meiner Seel. 254. Pfalm 46 der Lobwasserischen Melodieen. 254. Beglückter Stand getreuer 5. 494. Der Herr des Himmels und d. 256. Jch ruf zu dir, Herr Jesu Chr. 256, Mein treuer Gott, dein gutes. 346. Herr, mein Erlöser! nur von. 273. Mein Leben ist ein Pilgrims. 274. Psalm 16 der Lobwasserischen Melodieen. 259. eue Melodie. 259. Der Herr, mein Pirt, beh. 265. Plalm 103 der Lobwasserischen Melodieen. 265. Wie komm ich doch, mein$. 440. Lobsinget Gott mit wahrem. 497. Herr, lehre mich, wenn ich d. 266.6unlaßt uns den Leib begrab. 26. Begrabt den Betb in seine Gr. 274. Auf, träger Geißt! laß das. * 283. Neue Melodie. 283. Erhebt, erhebet Gottes Ruhm. Kann auch nach Nr. 54 gesun. gen werden. 302. Straf mich nicht in deinem 3. 302. Strafe nicht, o Heiligser. 406. Mache dich, mein Geißt, bereit. 255. Ich weiß, mein Gott, daß all. 316. Herr hör, ach höre mein Gebet. in 255. Ich freue mich, mein Gott, 414. Von ganzer Seele preis ich d. 481. Für alle Güte set gepreißt. 521. Set, Seele, stark und unverz. Können auch nach Nr. 415 ges sungen werden. 316. Sucht man die Freundschaft in. 320. Psalm 25 der Lobwasserischen Melodieen. 284. Liebster Jesu, Trost der Herzen. 284. Auf, o Sünder! laß dich lehr. 389. Liebßter Jesu, Troßt der Herz. 292 Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 292. Ich schäme mich vor deinem. 308. Auf dich allein, Herr Jesu Chr. 295. Neue Melodie. 295. An dir allein hab ich gefänd. Kann auch nach Nr. 46 und 531 gesungen werden. 296. Meine Seele, willst du ruhn. 296. Sünder, willst du sicher sein. 301. 3euch ein zu deinen Thoren. 301. Wie treu, mein guter Hirte. 358, An dich, mein Gott, gedenken. 389. Was hilft's, daß ich mich qu. Können auch nach Nr 56, 101 und 429 gesungen werden. 320. Höchft erwünschtes Seelenleben. 401. Jesu, meiner Seelen Retter. 324. Psalm 116 der Lobwasserischen Melodieen. 324, Dein Bundesgott, ach unterw. 330. Ich weiß es wohl, ich selbst v. 361, Wie lieb ist mirs, daß Gott. 465, So ist von meiner kurzen Pilgr. 326. Meue Melodie. 326. Wenn zur Vollführung deiner. 348. Es woll uns Gott genådig sein. ( Früher: Erbarm dich mein, o Serre Gott). 348. Ich armer Sünder wer ich bin. Melodieen- Verzeichniß. 309 360, OGottVater, ich glaub an dich.| 444. Lober den Gerren, alle Zeiden. 360. Wohlan, mein Herz! set Bets. 368. O großer Gott von Macht. 308. D du erhabner Gott. 444, 8obet den Herren, alle Heiden. 456. Neue Melodie. 456, Dere, unser Gott, dich loben wir. 369. Psalm 26 der Lobwasserischen Melodieen. 369, D Gott, wer ist die gleich. 381. Wohl den Menschen, der von. 381. Wohl dem Menschen, der von p. 413. Jn dich hab ich gehoffet. 413. Ich weiß es, Gott, mein ganz. 423. Ach Gott, du unser Sebensl. Können auch nach Nr. 255 ges fungen werden. 415. Verleih uns Frieden gnädigl. 415. Verleih uns Frieden gnädiglich. 417. Ach, mein Jesu! sieh, ich trete. 417. Qual und Angst muß ich empfind. 418. Entbinde mich, mein Gott. 418. Befrete meinen Geißt. 538. Mein Lebensfürst! zeig mir. 429. Aus meines Herzens Grunde. 429. Jehovah, Herr und König. Kann auch nach Nr. 56, 101 und 301 gesungen werden * 430. Neue Melodie. 430. Erlöser, sieh auf uns hernieder 435. Warum betrübst du dich, mein 435, D welch ein Leiden, das mich 474. Jhm, der das Licht entstehen. 436. psalm 134 der Lobwasserischen Melodieen. 436. Auf, Christen! preiß mit mir den. 437. Erhebe Gottes Heiligkeit. 942. Gott, du bist mein Preis und. Können auch nach Nr. 3, 13, 109, 179 gesungen werden. 459. Alles ist an Gottes Segen ( Jesu, deiner Kirchen Gl.) 459. Herr, mein Licht, mein peil 463. Neue Melodie. 463. Befingt Gott Bebaoth. 477. 3hr trüben Sorgen weicht. Können auch nach Rs. 78. gesungen werden. 470. Neue Melodie. 470, Mein erß Gefühl fet Preis. 478. un laßt unsGottdemHerren. 478. Wach auf, mein Herz! und singe. 480. Aun sich der Tag geendet hat. 480. So Altehen unsre Tage hin. Kann auch nach Mr. 59 und 102 gesungen werden. 524. eue Melodie. 524. Warum sollt ich mich denn gräm. Kann auch nach Nr. 61 gesun, gen werden. 530. Neue Melodie. 530. Du flags, o Chrift, in schweren. 531. Neue Melodie. 531. Du flagst und fühleßt die Beschw. Kann auch nach Nr. 46 und 295 gesungen werden. 533. eue Melodie. 533. Was sorgit du ängstlich für. 542. Christus, der ist mein Leben. 542. Mein Jesus ist mein Seben. 310 III. Alphabetisches Register der in diesem ,, verbesserten" Gesangbuche vorhandenen ( oder angeführten) Stamm- Melodieen. Ad Gott und Derr 10 Ach Gott, vom Himmel Seh darein 215 Ach Herr, mich armen Sünder 67 A mein Jesu, sieh, ich trete 417 15 292 82 413 1) In dich hab ich gehoffet, Derr ( Komm heiliger Geiß, erfüll Komm, o Gott, Schöpfer, heilger 197 Kommt her zu mir, spricht Gottes 238 Liebßter Jesu, Kroft der Herzen Liebster Jesu, wir sind hier Lobet den Herren, alle Heiden Machs mit mir, Gott, nach deiner 26 ( Meine Armuth macht mich schreien 79) Meine siebe hängt am Kreuz 284 4 444 140 296 Meine Seele, willst du ruhn ( Meinen Jesum laß ich nicht 156) Mein Gott, das Herz ich bringe 59 Nun bitten wir den heilgen Geißt 205 Nun danket alle Gott 9 138 156 153 190 8 3 418 211 D Gott Vater, ich glaub an dich 360 D großer Gott von Macht 368 Bein Gott in der Höh sei Ehr Allein zu dir, Herr Jesu Chriß Ale Menschen müssen sterben Alles is an Gottes Segen An Wafferflüssen Babylon Auf diesen Tag gedenken wir Auf meinen lieben Gott Aus meines Derzens Grunde Aus tiefer Noth schret i zu dir Christ lag in Todesbanden Chrißt, unser Herr, zum Jordan kam Chrißus, der ist mein Beben Nun laßt uns den Leib begraben 266 Chriftus, der uns selig macht Nun last uns Gott dem Herren 47) Dennoch bleib ich fets an dir ( Nun lob, mein Geel, den Herren 348 Der Tag if hin, mein Geift Nun sich der Tag geendet hat 480 Durch Adams Fall ist ganz verderbt 90 DEwigkelt, du Donnerwort Gin feste Burg ist unser Gott 208 D Gott, du frommer Gott ( ein Sammlein geht und trägt die 97) Gott, du unser Vater bißt Entbinde mich, mein Gott Erhalt uns, Herr, bet deinem ( Erbarm dich mein, o Herre Gott 348) ( Ermuntre dich, mein schwacher 110) Es ist das Heil uns kommen her Es ist gewißlich an der Zeit es woll uns Gott genädig sein Freu dich sehr, o meine Seele Gelobet feißt du, Jesus Chriß 104 Gott des Himmels und der Erden 32 Gott sei Dank in aller Welt Perr Chrißt, der einge Gotts Sohn 91 Herr, hör, ach höre mein Gebet 316 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herzlich lieb hab ich dich ( Derzlich thut mich verlangen Derzitebster Jesu, was haft du Hosanna, Davids Sohn ( 3ch hab mein Sach Gott heimgeft. 86) Ich ruf zu dir, Herr Jesu Chrift Ich weiß, mein Gott, daß all mein 255 ( Jesu, deiner Kirchen Glieder 459) Jesu, meine Freude 121 6 30 348 Samm Gottes, unschuldig O Welt, ich muß dich lassen Schmücke dich, o liebe Seele ( Schwing dich auf zu deinem Gott 136) ( Sollt ich meinem Gott nicht singen 108) Straf mich nicht in deinem Born 302 ( Unser Herscher, unser König Valet will ich dir geben Vater aller Gnade 29 81) 57 22 415 3 141 67) 131 167 Vater unser im Himmelreich Verleih und Frieden gnädiglich Vom Himmel hoch, da komm ich( 109 Von Gott will ich nicht laffen 56 Wachet auf! ruft uns die Stimme 171 Warum betrilbst du dich, mein Herz 435 Was Gott thut, das ist wohlgethan 267 Werde munter, mein Gemüthe 116 7 Wer nur den lieben Gott läßt w. Wie schön leuchtet der Morgenstern 35 Wohl dem Menschen, der von Wunderbarer König 256 381 38 Jefus Christus, unfer Deiland Jefus, meine Zuversicht 89 164 Beuch ein zu deinen Thoren 47| Beuch mich, zeuch mich mit den 459 97 173 78 429 119 157 218 542 136 48 199 120 301 81 311 Gebete. Morgengebete. ott, ott, Schöpfer und Herr Himmels habe! Uch, strafe mich nicht, wie ich es und der Erden, barmherziger Woht- verdient habe. Sei mir gnädig in thäter und Vater der Menschen, dich bete Christo, deinem Sohne, und verzeihe ich als den Urheber und Erhalter meines mir um seinetwillen alle meine Sünden. Lebens, als den Gott meines Heils, als Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. die einige und unerschöpfliche Quelle Ich verabscheue das Böse, das ich bisher meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir gethan habe, und wünsche nichts mehr, danke ich mit Freuden für mein Leben, als immer besser, immer tugendhafter für meine Gesundheit, für meine Kräfte, und heiliger zu werden. Ich erneuere für alle geistliche und leibliche Vortheile, hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, die ich besige. Dir danke ich insbesondere den aufrichtigen Vorsatz, alle unordentdafür, daß du mich diese Nachtmit dei- lichen Begierden, die in mir aufsteigen, nem mächtigen Schuße bedeckt, daß du zu unterdrücken, alle bösen Gewohnalle Gefahren, die mir droheten, von heiten, die ich noch an mir habe, zu mir abgewandt, daß dumeinen Leibdurch bestreiten, und mich in meinem ganzen einen sanften Schlaf erquicket, und mir Verhalten nicht nach dem Willen meines neue Kraft und neues Leben eingeflößet Fleisches, noch nach dem Beispiel der haft. Gott, deine Güte ist alle Morgen Lasterhaften, sondern allein nach deinen neu, und deine Treue ist sehr groß. Šie guten und heiligen Geboten zu richten. übertrifft alle unsere Verdienste unend- Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu lich: sie ist weit größer, als daß wir dir gehorchen, deiner Gnade und deines jemals würdig genug dafürdankenkönn- Beifalls mich zu versichern, nach deinem ten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich), Bilde erneuert, und dadurch deiner seligdaß du auch mein gedenkest und dich meisten Gemeinschaft fähig zu werden: dies ner so annimmst? ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesege übertreten, der deine Wohlthaten öfter gemißbraucht, der sich des schändlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor dir bestehen, wenn du mit mir ins Gericht gehen wolltest? aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Kindes schonet. Noch fährst du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Gutę zur Buße leiten. Noch schenkest du mir Zeit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in dei ner Furcht zu vollenden. Wie beschåmet mich deine Huld und Güte, o Gott, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert soll meine Ehre, mein Ruhm, meine ernstliche Bemühung und meine Selig= keit sein. Ja, ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. O Gott, stehe mir selbst mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen, denn ohne dichvermag ichnichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Bewahre mich insonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben Gib, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich allen Anlaß und alle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unterdrücke. Laß die Vor 312 Morgengebete. stellung von deiner Ulwissenhit und UU-| aufgestanden bin. Du haft nåchtliche gegenwart mich überall begleiten, und mein Herz mit der tiefsten Ehrfurcht gegen dich und deine Gefeße erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nüßlich werden, als es die Fähigkeiten, die du mir verliehen, und die Umstände, in welche du mich geseget hast, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschaft en, und begleite sie mit deinem Segen. Gib, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Vorsehung in allem, was mir begegnet, demüthig verehre, und weder dem Geize, noch der ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Cafter den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Men schen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere die Grenzen des Reichs der Wahrheit und der Jugend. Segne unsern Landesherrn und die Obrigkeiten, die du über uns geseget hast. Segne die Lehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden sein. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden haft. Gib, daß wir alle die Pflichten unsers Berufs treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Beste unserm besondern Nußen vorziehen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum legten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sei mir gnädig um Jesu Chrifti willen, Amen. Unser Vater 2. Schrecken und Gefahren in Gnaden von mir abgewandt, und mich vor vielem Unglück behütet, das mir ohne deinen Schug håtte begegnen können. Ich erkenne deine Güte, die diesen Morgen an mir neu ist, und bete zu dir, dem Ullgenugsamen: bereite mich selbst zu einem dir wohlgefälligem Lobe, daß ich dich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit einer gerührten Dankbarkeit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ehre und nach deinem Wohlge: fallen führen möge. Deinem máchtigen Schuge befehle ich mich darum an diesem Tage und fernerhin. Erhalte mir die Gesundheit und die Kräfte des Leibes und der Seele, und bewahre mich vor solchen Vorfällen, die mir schådlich sein können. Regiere alle meine Entschliesfungen, und leite alles mein Thun und Vornehmen, daß es deinem heiligen Willen gemäß sein möge. Gib mir ein zufriedenes und freudiges Gemüth, daß ich willig und mit Munterkeit die Ge schäfte verrichte, die mein Stand, in welchen du mich geseget hast, mir auf leget. Gib, daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in allem, was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handle. Sei auch nach deiner großen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jesu Christi willen gnädig, und verleihe mir den Beistand deines heiligen Geistes zu einer beståndigen Besserung meines Lebens. Verhüte in Gnaden, daß ich an diesem Tage mein Gewissen nicht mit vorsäglichen Sünden beschwere, sondern laß deine Furcht und die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allem Bosen zurückhalten, und ge gen alle Versuchungen stårken. Wenn ich aus Uebereilung fehle, so wirke durch deine Gnade, daß ich meine Fehler auf richtig bereue, bei dir Vergebung suche, und ins Künftige mit mehr Sorgfalt mich vor Sünden hüte. O du weiser und gütiger Gott, regiere alle Umstände meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe audich, du wirsts wohl machen, Umen. At ( Umächtiger und unendlich gütiger Gott, deiner gnädigen Vorsehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wiederum erwacht, und geſund Abendgebete. und komme mit Danken vor dein Ungesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt! Vor wie vielen Sünden, die unter allen Uebeln die größesten sind, hast du mich Schwachen bewahret! Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute vergelten, das du an mir gethan bast? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig geheiligt sein. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, be ständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leifte, reiner und vollkommener sein! Uber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlåssigkeit und Trågheit im Guten, wie vieler Bergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte be: schuldigen! Habe ich wohl den vergange: nen Tag in aller Absicht so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Christen, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist? Habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart forgfältig in meiner Seele unterhalten? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgeseßt, und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Junger und Nachfolger des demüthigen, des sanftmüthigen, des wohlthätigen und himmlisch gesinnten Jesu sei? Habe ich jeden Anlaß, mich ſelbst zu bessern und Undern 313 1 allen Reizungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum 3orn, zur Unzufriedenheit, zur Wollust widerstanden, und mich recht forgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu sündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl angewandt, als ich es håtte thun sollen und thun können? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, wie es deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? o Gott, wie beschämet, wie erniedrigt mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht ins Gericht mit mir, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir meine Sünden und Uebertretungen. Ich bereue sie von ganzem Herzen; ich entschließemich, indeiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsage. Stehe mir in der Ausführung des selben máchtig bei. Gib, daß ich alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gib, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger sein, als den heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenhilde erneuert werden. Hege ich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu erzeugen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst Das Gebet des Herrn, umschrieben. 314 vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wünsche. Dein mächtiger Schuß bedecke mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes: und Seelenkräften wieder aufwachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Troste, barmherziger Gott, tröste meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Arten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Unbruch des Tages warten. Stårke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und bekehre sie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers, Amen. armherziger, gnädiger Gott, unter abermals einen Tag zurückgelegt. Ich danke dir dafür, und preise deinen hei Ligen Namen für alle andere unzählige Wohithaten, die mir deine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner undankbarkeit so mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im 3orn vor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Ungesichte sondern wirf sie hinter dich zurück, und sei mir um Christi willen gnädig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schuß. Wende alles Unglück von uns ab, und schenke uns eine süße, erquickende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wieder: um geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die selige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern bereitet hast. Erhöre mich um Jefu Chrifti. deines geliebten Sohnes willen, Amen, Das Gebet des Herrn, umschrieben. 11n nser Vater, der du bist im| licher auf dem ganzen Erdboden werden Himmel, Herr der ganzen Welt, dessen Thron der Himmel ist, welche Ehre und Gnade ist es für uns, daß wir, die wir von Natur Kinder des Bornes sind, dich mit 3uversicht und Vertrauen unsern Vater nennen, und insgesammt unsere Herzen und Hände zu dir aufheben dürfen! Großer Gott und versöhnter Vater in Christo, was können deine so hoch begnadigten Kinder mehr wünschen und bitten, als daß dein Name geheiliget werde? Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, und würdig von allen erkannt, geehret und gepriesen zu werden. O laß deinen Namen, deine Tugenden und Vollkommenheiten immer bekannter und herr: so daß vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang Jedermann dich recht erkenne, über alles ehre, fürchte, liebe, und mit Gedanken, Worten und Werken preise. Und damit dein Name je långer, je herrlicher werde, so komme dein Reich, so laß dein Reich, das du durch deinen Sohn auf Erden aufgerichtet hast, sich immer mehr ausbreiten, daß alle Welt sich dir unterwerfe und dir diene! Regiere und herrsche du in uns durch dein Wort und durch deinen Geist. Zerstöre das Reich des Satans und erweitere die Grenzen deines Reiches durch Erleuchtung derjenigen, die noch in Finsternißleben und durch Bekehrung so vieler, die noch auf den Irrwegen Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. 315 des lasters und des Unglaubens wandeln.| so uns beleidiget haben, damit wir ihnen Nur dein Wille geschehe auf so gerne, willig und herzlich vergeben, Erden, wie im Himmel, nicht unser verkehrter Wille, sondern dein guter und vollkommener Wille geschehe, so daß wir sowohl in guten als in bösen Tagen deine Befehle ohne Ausnahme, beständig willig und freudig ausüben, gleich wie sie von den Engeln und vollendeten Gerechten im Himmel voll zogen werden. als du uns vergibst. Denn wenn wir nicht vergeben, so wirst du uns auch nicht vergeben. Und da wir wohl wissen, wie leicht wir in Sünde fallen, und wie stark und listig unsere Feinde, der Satan, die Welt und unser Fleisch sind, um uns zu stürzen, so führe uns nicht in Versuchung, so laß uns nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir ge= fallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden versucht werden, so stehe uns bei, so starke und erlöse uns von allem Bosen, damit wir nicht zu Schanden werden. Gib uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gottseliges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Ubhängigkeit von dir erkennen, tåglich unser Vertrauen auf dich segen, und uns arbeitsam und treu in unserm Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergib uns unsre Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gehäuft haben, und versichere uns der Vergebung unserer Sünden in dem Blute Christi. Wirke du selbst in uns eine göttliche Traurigkeit, Reue und Leid über unsere Sünden, daß wir sie hassen und verabscheuen. Gib uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, Denn dein ist das Reich, du bist König und Herr über die ganze Welt; alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan sein. Dein ist die Kraft, du bist allein mächtig, und kannst unendlich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preisen und verherrlichen. Amen. Ja, das ist unser sehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unser Gebet, das uns dein lieber Sohn selbst gelehret hat. Wir bitten dich in seinem Namen, und haben das Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß erhören werdest, Amen. heiligen Abendmahls. | gefandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwürdigen hast du zur Ers kenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten Vor dem Genusse des Her err, Herr, Gott barmherzig, gnå dig, geduldig, von großer Güte und Treue, der du Gnade beweiseft, und vergibst Missethat, Uebertretung und Sünde, dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als våter: lichen Liebe gegeben hast. Du haft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt 316 Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. Zeichen und Versicherungen mittheilen, wenn ich, mit wahrer Busfertigkeit, Heiland der Welt, Herr Jeſu Chrift, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsage, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise deiner Güte mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein, ferne jei es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigfeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und felig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, auf welche du mir diese unschäßbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. D Gott, ver: zeihe mir, daß ich bisher meinen Ver. pflichtungen so oft zuwider gehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und ge: horsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernet. Aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: ihr sollt mein Untlig suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dasselbe nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote ſei mein ganzes übriges Leben gewidmet. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens sein. Ach, schenke mir selber Kraft und Stärke, mein Gelübde zu erfüllen. Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe, laß den Genuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die du mir vorhältst, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Versuchungen zum Bösen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle, und dir bis in den Tod getreu du hafst ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden segtest du das heilige Abendmahl zum Troste dei ner Verehrer und zur Stárkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jegt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittlerzwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und mich zu deinen Erlöseten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein? Wie unerträglich würde mir die Laft meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie erschrecklich der Unblick des Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest. Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß sein! Würde ich nicht der undankbarste und niederträchtigste unter allen Sterblichen sein, wenn ich dein vergåße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedachte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebüh ren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Bez gierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu sein. Ich komme als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit verbleibe. 317 Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Bußfertigkeit und Glauben die Gnade,| gesegnet sein. Erlaube nicht, daß ich die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsak zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben mich bloß mit den Lippen dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Eaß mich die Bunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestårket, und ich auf das Kraftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbruchlicher Treue zu halt en, Umen. Genusse des heiligen Abendmahls. Nach dem Robe den Herrn, Seele, und Love is in te ist nennen. wir einen volleinen heiligen kommenen Geligmacher, der immerbar Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergibt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnådig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unsern Missethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet fich der Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Uebertretungen lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverwelklichen Erbes, das behalten wird im Himmel. D Gott, womit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und mein Gelübde bezahlen vor allem Bolke. vergeben fint, hem die Sünde vedecket Großer Erlöser, meine Seele erhebet ist. Wohl dem Menschen, Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geist kein Falsch ist! Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretungen bekennen; da vergabst du mir die Misse: that meiner Seele. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist; du haft deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du haft ihn für uns in den Tod dahin gegeben: wie? solltest du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet fei Gott, und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit den kostbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Geliebten, sind wir dem Höchsten angenehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Vater, und uns feine Kinder dich, den mein Geift freuet sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig, zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Denn du Ehre, und Preis und Lob. bist auch für mich erwürget worden, und haft mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erldset, und darf mich der Hoffnung derzukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du hast mich bis in den Tod geliebet: Du haft deinen Leib für mich gegeben. Du hast dein Blut für mich vergoffen zur Vergebung der Gebet eines Kranken. 318 Sünden. Du bist für mich gestorben. Du hast dich selbst für mich geopfert. Schwill ganz der Deinige sein. Dir will ich leben. Dir will ich sterben. Dir sei mein Leib und meine Seele, dir sei mein ganzes Leben heilig: Dich zu kennen, dich zu lieben, dirzugehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäfte, meine ganze Seligkeit sein! Amen. o habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Baters und unendlichen Wohlthäters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Junger und Nachfolger meines hochgelobten Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem Leibe zu preisen, die beide sein Eigenthum sind. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie undankbar, wie unglücklich würde ich nicht sein, wenn ich diese Zusagen vergåße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welch ein Gericht, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Gewohnbeiten, die ich an mir habe, ernstlich bestritte, wenn ich eben so tráge und nachlässig im Guten wäre, als ich es ehemals gewesen bin! So würde ich mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, die ich als ein Christ besige, verlustig und meine Verdammnißum ſoviel schwerer machen. Ach Gott! erlaube nicht, daß ich so undankbar gegen dich, und so feindselig gegen mich selbst handele. Sei du in meiner Schwachheit måchtig. Befestige meine guten Entschließungen, und verleihe mir Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und un verrückt zu arbeiten. Erhalte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein neues Maaß deines Geistes und führe mich durch denselben auf ebene Bahn. Gib, daß ich mich von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Bersuchungen, stårke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kámpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich der: einst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit, Umen. Gebet eines Kranken. D mein Gott, du Quelle des Trostes| ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und und der Gnade, ich demüthige schweige nicht zu meinen Thránen. mich vor dir, um deinen Beistand in meinen großen und heftigen Schmerzen sehnlich zu suchen. Höchster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. Mein Leib ist schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umfangen. Zu wem kann ich mich wenden, der ich so elend und voll Jammer auf diesem Krankenbette darnieder liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Diese können nicht rathen und nicht helfen. Nur du allein, mein Gett, kannst die Krankheit heilen, welche mir Seufzer auspresset. Zu dir allein wende Herr, ich bekenne es, daß ich nichts anders leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so strafen, als ich wegen meiner Sünden es werth bin, so würden alle Wellen deines Bornes über mir zusammenschlagen, und ich müßte gleich jenen abtrünnigen Geistern zur Verdammniß verstoßen werden, weil ich ihnen auf dem Wege des Verderbens so unglücklicher Weise nach gefolget bin. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, bu aber unendlich gerecht bist. Ich habe gesündigt wider dich und vor dit. Meiner Sünden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. Uch, ich Unglück 319 führen und zeigen möge, daß ich in der Schule deiner Züchtigungen gelernet habe, wachsamer über alles mein Thun und lassen zu sein, und mich von aller Unreinigkeit der Welt zu entfernen. hast du aber beschlossen, den Lauf meines Lebens durch diese Krankheit zu endigen, und mich vor deinen Richterstuhl zu fordern, so sehe mein Herz in eine solche Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig befinden müssen, wenn du uns von hier abrufest. Reiße mein Herz ganz los von der Erde, und laß meine Sehnſucht nur nach den Gütern der Ewigkeit gerichtet sein.( Denn was hat die Welt, das mich an sie fesseln sollte? Es ist wahr, die, an welche mich so starke Bande knüpfen, gehen mir nahe. Doch auch deinem Sohne lagen die Seinigen bei seinem herannahenden Abschiede am Herzen. Er liebte sie allezeit, er liebte sie bis ans Ende. Da er jetzt seinen Geist in deine Hände befehlen wollte, so sorgte er noch liebreich für seine Mutter. Soll ich die Meinigen verlassen, so verlasse du sie nicht. Ich werde mich dann nicht, wie bisher, ihrer ferner annehmen. Überdu lebest immer und ewiglich. Sei du ferner ihr Bater, ihr Berather, ihr Beschützer und Helfer. Laß sie bei meinem Hingange nicht weinen als solche, die keine Hoffnung haben, sondern dadurch besonders erweckt werden, so lange fie hier noch streiten müssen, sich täglich zu ihrer Veränderung zu bereiten. Bringe du mich indessen selbst immer mehr in die heilige Fassung, daß du mir ungleich lieber bist, als alles, was ich auf Erden lieb habe.) Versiegele mich auf den Tag der Erlösung. Sib neue Stärke meinem Glauben, meiner Liebe und Hoffnung, daß ich diese Welt ohne Kummer verlassen, und mit Freuden aus derselben gehen möge. Sebet eines Kranken. seliger! Uch, daß ich dich zum Zorn wider mich gereizet habe! Du bist die Liebe selbst. Du haft mit so vieler Gnade mich überhäuft, und nicht aufgehöret, mir Gutes zu thun. Wie konnte ich doch so undankbar sein, daß ich mich wider dich, meinen großmüthigsten Wohlthäter, erhob! Wie konnte ich so frech, so treulos sein, daß ich mich gegen meinen Vater und König emporte! Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, daß es meine Sünden sind, die dich gegen mich reizen, daß ich mein Leben damit beflecket habe, und durch sie mich nun an den Rand des Abgrunds geführet sehe, wenn anders deine Barmherzigkeit nicht noch ins Mittel tritt, und den Urm deiner Gerechtigkeit aufhält. O erbarmungsvoller Gott, höre die Stimme des Blutes, welches mein theuerster Erlöser für bußfertige Sünder vergoffen hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß ich dich beleidiget habe. Gib mir Kraft, daß ich allen dir mißfälligen Neigungen widerstehe, und mich gånzlich deinem heiligen Willen unterwerfe. Ja, mein Gott, ich küsse die Ruthe, welche mich schlagt. Sch lege meine Hand auf den Mund, und will gar nicht murren. Ich preise deine Barmherzigkeit mitten in deinen Züchtigungen. Gib mir Geduld in meiner schweren Krankheit. Laß mich einen sanften Sinn und Freundlichkeit gegen alle die, so um mich herum sind, beweisen, und alle Sorgfalt, so man an mir beweiset, mit Dank erkennen. Laß die Mittel der Genesung, so ich anwende, gesegnet sein, denn ohne deinen Segen arbeitet doch der Arzt vergeblich, und alle Mittel sind umsonst. Von dir, o Gott, erwarte ich alles. Mache es mit mir, wie es deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Verlaß mich nur nicht. Unterstüße mich durch deine Gnade, an der ich genug habe. Deine Kraft sei mächtig in mir Schwachen! Gefällt es dir, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben foll; so gib mir, Herr, daß ich ein neues Leben Nun, mein Gott, ich erwarte in tiefster Demuth deine Befehle. Rede, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, deiner Stimme zu folgen. Erhöre mich, ich rufe zu dir aus der Tiefe, und um Christi Jesu, meines Heilandes willen, Amen. 320 Danksagung und Bitte nach der Genesung von einer Krankheit. G roßer Gott, höchster Gebieter und Herr über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Uch ia, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes sein sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um deiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Grabe danken? Du hast meine Klagen erhöret, und meine Thránen angesehen. Du bist von Mitleiden gegen mich gerühret worden, und hast mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. O, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würde genug erheben könnte! Ich erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. as habe dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen lengsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Herzens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzürnten; ich versprach dir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gib dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß sie dich lobe. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten lässeft, denn diese ist ein unge stumes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein kannst mic erretten. Gib mir das nöthige Licht, gib mir Standhaftigteit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möge. Sei du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sei mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischneidigen Schwertes, um allen Unläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. O Gott, so Mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurückge fallen, und hat seine vorige Lebensart wieder angefangen; und ich habe dir auch bei anderen Gelegenheiten so große Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Es überfällt mich deswegen ein 3ittern. Ich bin ganz beschämt. Ich bitte dich, laß mich nicht von neuem untreu werden. Es erschalle doch ohne Aufhören die Ermahnung in meine Ohren: Siehe zu, du bist gesund geworden, sündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Nergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt mein Leben und die Gesundheit wieder schenkest, die doch einstens aus dieser Welt weggehen muß; ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren sollen, wie bald diese Welt, die ein Schauplah ist, ihre Gestalt verändere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Vaterland ist, und unsere Hers zen und Begierden dahin gerichtet sein müssen, weil da unser Erbtheil aufbe wahret lieget. Uch! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger und angelegentlicher ſei. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. 321 Erbarme dich auch, o mein Gott,| sie die Sonne mit Freuden erblicken. aller armen Kranken. Höre igre Bitten, stehe ihnen bei und gewähre ihnen alles dasjenige, was deine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprießlichsten findet. Unterstüße und starke alle, die du mit mir von ihren Krankentagern aufstehen låssest, daß Sib einem jeden unter uns, daß wir weder deine Wohlthaten, noch auch unsere Versprechungen jemals vergessen. Erhöre mich, Vater im Himmel, ich rufe dich mit innigster Inbrunst um Jesu Christi, meines liebsten Heilands Amen. willen an, Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. umáchtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Bater, du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung, daß wir dich preisen; darum erscheinen wir auch jest vor deinem heiligen Angesichte, und bitten dich für diese krante Person, die nicht mehr mit uns, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenskundiger, durch das Seufzen und Flehen deines und ihres Geistes reden kann. Ach, gib ihr Gnade, daß sie in dieser Schwachheit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Uch, Herr Jesu, erbarme dich mein, komm doch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie, die Schmerzen des Todes, und gib ihr alles, was sie zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren kalten Todesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Unfechtung und Angst, in seinem Zittern und Sagen auf die Erde geflossen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Seligkeit und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. O Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr worden, und der Tag ihres Lebens hat sich geneigt, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Uch, stårke in Gnaden ihren Geist. Mache sie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig sein. Dir, o allerliebster Bater, wollen auch wir ihre Noth vortragen, und bitten dich herzlich und kindlich, siehe sie doch in Gnaden an, stårke sie im Kampf und Streit wider den Tod, thren legten Feind; sei nicht ferne von ihr, denn die Angst ist groß. Es ist O liebster Heiland Jesu! du haft verheißen, wenn du werdest erhöhet ſein, so wollest du uns alle zu dir ziehen; hier kein Helfer, denn du allein. Reinige nun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet fie, o Gott, durch das Blut deines worden, und hast daselbst alle unsere Sohnes von allen ihren Sünden, ver- Missethat versöhnet, sondern du bist fiegele durch deinen heiligen Geist in auch nach deiner Auferstehung über alle ihrem Herzen die Gewißheit der Selig- Himmel erhaben worden, damit du vor keit. Sprich zu ihrer Seele: Mein dem Ungesichte deines himmlischen VaSohn( meine Tochter) sei getrost, dir ters für uns erscheinest. So ziehe dann sind deine Sünden vergeben. Stårke diese Schwache durch die kraftige Wirund erhalte sie in heiliger Vollbringung kung beines Geistes zu dir, daß sie dir deines Willens, damit sie dir getreu nachlaufe; ziehe ihre Seele aus dem bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der bald einfallenden Kerker ihres Leibes, großen Angst mit der Ungst, Traurigkeit darinnen sie gefangen ist, daß sie bald und den Schmerzen, die dein liebster mit Freuden von der Erde in den HimSohn in seinem schwersten Streite em- mel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, pfunden und ausgestanden hat. Lindere, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der verkürze und vermindere die Furcht und Finsterniß in das Licht, aus allem 21 322 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem| Gedanken, und laß deine heiligen Engel Tode in das Leben fahre. Wenn ihre sich um sie her lagern, und ihre Seele Augen finster worden sind, so erhalte in das himmlische Paradies, und in in ihrem Herzen das Licht des selig- den Schooß ihres Erlösers führen. machenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so daß wir uns oft unserer Sterblichkeit Uns aber, o Herr, gib die Gnade, erinnern, aller Sünde bei Zeiten abstererquicke und tröste sie durch das inner- ben, und durch rechtschaffene Bekehrung liche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, so sei, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Bater, und laß auch deinen Geist für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. O heiligster Seligmacher, wirke in ihr bei ihrem Abschiede gute und heilige und wahren lebendigen Glauben uns zu Nimm dich unser in Gnaden an, wenn einem seligen Abschied vorbereiten. die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns, o lieber Vater, um Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich also anrufen: Unser Vater 2c. Evangelien und Episteln. Evangelium am 1. Sonntage des Advents, | gangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehebarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Matth. 21, v. 1-9. sie nun nahe bei Jerusalem Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset fie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer, fo bald wird er sie euch lassen. Das geſchah aber alles, auf daß erfüllet würde, das bheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: siehe, dein König kommt zu dir sanftmilthig, und reitet auf einem Efel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger giengen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte: und brachten die Efelin und das Fülfen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Volts breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streneten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorgieng und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne David! gelobet sei, der da kömmt in dem Namen des Herrn! Hoftanna in der Höhe! Epistel, Röm. 13, v. 11-14. Gieben Brilder: weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe, fintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubten: tie Nacht ist versondern ziehet an den Herrn Zesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium am 2. Sonntage des Advents, Luc. 21, v. 25-33. 1nd es werden Zeichen geschehen an der den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen, und das Meer, und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bänme; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Alfo auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. 1 2 Am 3. und 4. Sonntage des Advents. Epistel, Röm. 15, s. 4-13. uns fieng Seſus an zu reben as aber zuvor geschrieben ist, das auf daß wir durch Geduld und Trost von Johanne: Was seid ihr hinausder Schrift Hoffnung haben: Gott gegangen in die Wüsten zu sehen? aber der Geduld und des Trostes gebe Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der euch, daß ihr einerlei gesinnet seid Wind hin und her wehet? Oder was unter einander nach Jesu Christ, auf seid ihr hinaus gegangen zu sehen? daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unseres Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie ench Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit Willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter deinem Namen Wolltet ihr einen Wienschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stebet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1. Cor. 4, v. 1-5. afür halte uns näm fingen. Und abermal ſpricht er: Freuet rich für Chrifi Diener, und euch, ihr Heiden, mit seinem Voll. Haushalter über Gottes Geheimnisse. Und abermal: Lobet den Herrn, alle 9iun suchet man nicht mehr an den Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Haushaltern, denn daß sie treu erUnd abermal spricht Esaias: Es wird funden werden. Dir aber ist ein fein die Wurzel Jeffe, und der auf- Geringes, daß ich von euch gerichtet erstehen wird zu herrschen über die werde oder von einem menschlichen Heiden, auf den werden die Heiden Tage, auch richte ich mich selbst nicht. hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle Sch bin mir wohl nichts bewust, aber euch mit aller Freude und Friede im darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt der Herr ists aber, der mich richtet. durch die Kraft des heiligen Geistes. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird im Evangelium am 3. Sonntage verbergen ist, und den Stath der Herzen des Advents, offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Matth. 11, v. 2.10. a aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörete, fandte er feiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? geprediget, und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingiengen, Jeſus antwortete und ſprach zu ihnen: hin, und Evangelium am 4. Sonntage des Advents, Joh. 1, v. 19- 28. nd dies ist das Zeugniß Johannis, da die von was ihr sehet und höret: Die Blinden alem Priester und Leviten, daß fie sehen und die Lahmen gehen, die ihn fragten: wer bist du? Und er Aussäßigen werden rein, und die bekannte und leugnete nicht. Und er Tauben hören, die Todten stehen auf, bekannte: Ich bin nicht Christus. Und und den Armen wird das Evangelium fie fragten ihn: was denn? Bift bu Um heiligen Christtage. 3 Elias? Er sprach: Ich bins nicht.| Nazareth, in das jüdische Land, zur Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gefandt haben; was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten: richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Efaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewefen ist, daß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschab zu Bethabara jenseits des Jordans, da Johannes taufete. Stadt David, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er fich schätzen ließe, mit Maria seinen vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam bie Zeit, daß sie gebären sollte, und fie gebar ihren ersten Sohn, und widelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Und es Naum in der Herberge. waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um fie, und sie fürchteten sich ſehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volt widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Chriftus der Herr, in der Stadt David. Und bas habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gemidelt und in einer Krippe liegen. Unb alsbald war da bei dem Engel bie Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Stre sei Gott in der Höhe und Friede cuf Erden, und den Menschen ein Wollgefallen. Epistel, Phil. 4, v. 4-7. Creuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: freuet euch! Eure Lindigkeit laffet fund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts: sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott fund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jefu. Epistel, Tit. 2, v. 11-14. Evangelium am heil. Christtage, Luc. 2, v. 1-14. enn es ist erschienen die heilsame und züchtiget uns, daß wir follen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste, und züchtig, Gs begab fie aber zu der Zeit, daß gerecht und gottselig leben in dieser vom| warten auf die ausgieng, daß alle Welt geschäßzet Hoffnung und Erscheinung der Herrwürde. Und diese Schazung war die lichkeit des großen Gottes, und unsers Der fich allererste, und geschah zu der Zeit, da Heilandes Jesu Christi. Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann gieng, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigteit, und reinigte ihm selbst ein Bolt Da machte sich auch auf zum Eigenthum, das fleißig wäre zu 1* Joseph aus Galilää, aus der Stadt guten Werken. Am 2. heiligen Christtage. Am Neuen Jahrestage. Evangel. am 2. heil. Christtage,| einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert Luc. 2, v. 15-20. durch deine Seele bringen, auf daß 11n fnd da die Engel von ihnen gen vieler Herzen Gedanken offenbar werHimmel fuhren, sprachen die den. Und es war eine Prophetin, Hirten unter einander: Lasset uns nun Hanna, eine Tochter Phanuel, vom gehen gen Bethlehem, und die Geschichte Geschlecht Aser, die war wohl betaget, sehen, die da geschehen ist, die uns und hatte gelebet sieben Jahre mit der Herr fund gethan hat. Und sie ihrem Manne, nach ihrer Jungfrautamen eilend und fanden beide, Maria schaft, und war nun eine Witwe bei und Joseph, dazu das Kind in der vier und achtzig Jahren, die lam Krippe liegend. Da sie es aber gefehen nimmer vom Tempel, diente Gott hatten, breiteten sie das Wort aus, mit Fasten und Beten Tag und Nacht. welches zu ihnen von diesem Kinde Dieselbe trat auch hinzu zu derselbigen gesagt war. Und alle, vor die es Stunde, und preisete den Herrn, und fam, wunderten sich der nede, die redete von ihm zu allen, die auf die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria| Erlösung zu Jerusalem warteten. Und aber behielt alle diese Worte, und da sie es alles vollendet hatten, nach erwägete sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. dem Gesetze des Herrn, fehrten ste wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Gal. 4, v. 1-7. 4 Epistel, Tit. 3, v. 3-8. enn wir waren auch weiland ein sind ist, so ist unter ihm und aber: So lange der Erbe unweise, ungehorsam, irrige, bienend den Lüsten und mancherlei Bollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, und haffeten uns unter einander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegoffen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. einem Knechte fein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlöfete, daß wir die Kind schaft empfiengen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel! Kinder. Sinds aber Kinder, so studs auch Erben Gottes durch Christum. Evang. am Sonnt. nach Christtag, Luc. 2, v. 33-40. Und ſein Bater und Mutter wunderten des, von Evang. am Neuen Jahrestage, Luc. 2, v. 21. ward. Und Simeon segnete sie, und ſprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, das sind beschnitten würde, Ind acht um daß dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu ward sein Stame genennet Jesus. ba Am Sonntage nach dem Neuen Jahre, 5 welcher genennet war von dem Engel, da zweijährig und darunter waren, che denn er im Mutterleibe empfangen war. nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfülllet, das gesagt ist von dem Pro pheten Jeremia, der da fpricht: Auf man gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens: Rahel beweinete ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, in Egyptenland. Und sprach: Stehe auf und nimm das kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Israel; ste gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodis, fürchtete er sich dahin zu kommen. Unv im Traum empfieng er Befehl von Gott, und zog in die Derter des Galiläischen Landes, und kam und wohnete in der Stadt, die da heißet Nazareth. Auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Epistel, Gal. 3, v. 23-29. Che benn wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da follte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel sind euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Sie ist kein Jude noch Grieche, bie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal einer in Christo Jefu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same, und nach der Verheißung Erben. Evangelium am Sonntage nach dem neuen Jahre, Matth. 2, v. 13-23. a fie aber hinweg gezogen waren, Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyptenland, und bleib allda bis ich dir jage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten, and an ihren ganzen Grenzen, die Epistel, 1. Betri 4, v. 12-19. Chr Lieben, laffet euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden ( die euch widerfähret, daß ihr versuchet werdet), als widerführe euch etwas Geltsames: Sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über den Namen Christi, denn der Geist, der ein Geift der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, bei euch ist er gepreiset. Jiemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb, oder Uebelthäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, er ehre aber Gott in solchem 6 Am Sennt.der Erschein. Christi. Am 1. Sonnt. n. Epiph. Fall. Denn es ist Zeit, daß anfabe und giengen in das Haus, und fanden das Gericht an dem Hause Gottes. das Kindlein mit Maria seiner Mutter, So aber zuerst an uns; was wills und fielen nieder, und beteten es an. für ein Ende werden mit denen, bie Und thaten ihre Schäße auf, und bem Evangelio Gottes nicht glauben? schenkten ihm Gold, Weihrauch und Und so der Gerechte kaum erhalten Myrrhen. Und Gott befahl ihnen wird, wo will der Gottlose und Sünder im Traum, daß sie sich nicht sollten erscheinen? Darum, welche da leiben wieder zu Herodes lenken, und zogen nach Gottes Willen, die sollen ihm durch einen andern Weg wieder in ihre Seelen befehlen, als bem treuen ihr Land. Schöpfer, in guten Werken. Evangel. am Sonnt. der Erscheinung Christi( Epiphaniä), Epistel, Ses. 60, v. 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn lichkeit bein Licht kommt, und die Herrdes Herrn gehet auf über dir. Denn siebe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn fich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Median und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Matth. 2, v. 1-12. Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen Lande, zur Beit des Königs Herobis, siehe, da famen die Weisen vom Morgenlande gen Serufalem und sprachen: Wo ist ber nengebornę König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herobes hörete, erschrat er, und mit ihm das ganze Jerufalem. Und ließ ver fammlen alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforfete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: 3n Bethlehem im jüdischen Lande; benn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mit nichten die leinste unter den Fürsten Juda; denn aus bir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Ifrael Herr sey. Evangel. am 1. Sonntage nach heimlich Da berief Herobes die Weisen und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und Epiphaniä, Luc. 2, v. 42-52. weihete fie gen Bethlehem, und sprach: a Jesus zwölf Jahre alt ut giengen bem Kindlein, und wenn ihrs findet, lem, nach Gewohnheit des Festes. so sagt mirs wieder, daß ich auch komme, Und da die Tage vollendet waren, und es anbete. Als sie nun den König und sie wieder zu Hause giengen, gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, ber Stern, den sie im Morgenlandé und seine Eltern wußtens nicht. Sie gesehen hatten, gieng vor ihnen hin, meineten aber, er wäre unter den bis daß er kam, und stand oben über, Gefährten, und famen eine Tages da das Kindlein war. Da sie den reise und suchten ihn unter den Ge Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, freundten und Bekannten. Und da 7 Am 2. Sonntage nach Epiphaniä. sie ihn nicht fanden, giengen ste wie-| mancherlei Gaben, nach der Gnade, der gen Jerusalem, und suchten ihn. die uns gegeben ist. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel fitzen, mit ten unten den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und stie fragete; und alle, Evangel. am 2. Sonntage nach Epiphaniä, Joh. 2, v. 1-11. die ihm zuhöreten, verwunderten sich und am britten Tage ward eine zu Cana, in Galiläa, und die Mutter Jesu war da; Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es Und da sie ihn sahen, entsetzten sie fich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich an Wein gebrach, spricht die Mutter haben dich mit Schmerzen gesucht. Sesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Und er sprach zu ihnen: Was ists, Sesus spricht zu ihr: Weib, was habe daß ihr mich gesucht habt? Wisset ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ihr nicht, daß ich sein muß in dem, ist noch nicht kommen. Seine Mutter das meines Vaters ist? Und ste ver- spricht zu den Dienern: Was er euch standen das Wort nicht, das er mit faget, das thut. Es waren aber allda ihnen redete. Und er gieng mit ihnen sechs steinerne Wasserkrilge gesetzt, hinab, und kam gen Nazareth, und nach der Weise der jüdischen Reinigung, war ihnen unterthan. Und seine und giengen je in einen zwei oder Mutter behielt alle diese Worte in drei Maaß. Sesus spricht zu ihnen: ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu Füllet die Wasserkrige mit Wasser. an Weisheit, Alter, und Gnade bei Und sie fülleten sie bis oben an. Und Gott und den Menschen. er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen Epistel, Röm. 12, v. 1-6. hermahne euch, lieben Brüder, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, die das Wasser geschöpfet hatten), rufet das da lebendig, heilig und Gott wohl- der Speisemeister den Bräutigam, gefällig sei, welches sei euer ver- und spricht zu ihm: Jedermann gibt nünftiger Gottesdienst. Und stellet zum ersten guten Wein, und wenn euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn fichs gebühret zu halten: sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausgetheilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher weise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieber nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied. Und haben sie trunken worden sind, alsdann den geringeren: du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Sesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete feine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Epistel, Röm. 12, b. 6-16. jemand so atfie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Üebt jemand Barmherzigkeit, so thue 8 Am 3. und 4. Sonntage nach Epiphaniä. ers mit Luft. Die Liebe sey nicht| Knechte: Thue das, so thut ers. Da falsch. Hasset das Arge, hanget dem das Jesus hörete, verwunderte er sich, Guten an. Die brüderliche Liebe unter- und sprach zu denen, die ihm nacheinander sei herzlich. Einer komme folgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Glauben habe ich in Israel nicht funden. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Aber ich sage euch: Viel werden kommen Seid brünstig im Geist. Schicket euch vom Morgen und vom Abend, und in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, mit Abraham, Ifaac und Sakob im geduldig in Trübfal, haltet an am Himmelreich sitzen. Aber die Kinder Gebet. Nehmet euch der Heiligen des Steichs werden ausgestoßen in die Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen die euch verfolgen, fegnet und fluchet und Zähnklappen. Und Jesus sprach nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir und weinet mit den Weinenden. Habt geschehe, wie du geglaubet hast. Und einerlei Sinn untereinander: Trachtet sein Knecht ward gesund zu derselbigen nicht nach hohen Dingen, sondern Stunde. haltet euch herunter zu den Niedrigen. Epistel, Röm. 12, v. 16-21. Hal Matth. 8, v. 1-13. altet euch nicht selbst für flug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Befleißet euch der Ehrbarkeit Dª Jefus aber vom Berge herab gegen jedermann. Ists möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen gieng, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam Menschen Friede. Nächet euch selber und betete ihn an, und sprach: Herr, nicht, meine Liebsten, sondern gebet so du willt, kannst du mich wohl Naum dem Zorn, denn es stehet reinigen. Und Jesus streckte seine Hand geschrieben: Die Nache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun; sei gereiniget. Und als nun deinen Feind hungert, so speise bald ward er von seinem Aussage rein.ihu, bürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu: sag es niemand, sondern gehe hin, Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, und zeige dich dem Priester, und opfere fondern überwinde das Böſe mit die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus eingieng zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Sesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn Gutem. Evangel. am 3. Sonntage nach Epiphaniä, Evangel. am 4. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 8, v. 23-27. gefundnd Jeſus trat in das Schiff, und Der antwortete seine folgten ihm. und sprach: Herr, ich bin nicht werth, fiebe, da erhub sich ein groß Ungestüm daß du unter mein Dach geheft, sondern im Meer, also daß auch das Schifflein sprich nur ein Wort, so wird mein mit Wellen bebedet ward, und er Knecht gefund; denn ich bin ein Mensch, schlief. Und die Sünger traten zu dazu der Obrigkeit unterthan, und ihm, und weckten ihn auf, und habe unter mir Kriegsknechte, und sprachen: Herr, hilf uns wenn ich sage zu einem: Gehe hin, derben. Da sagte er zu ihnen: Shr ſo gehet er, und zum andern: komme Kleingläubigen, warum seid ihr so her, so kommt er. Und zu meinem furchtsam? Und stand auf und bewir ber Am 5. Sonnt. nach Epiphaniä. bräuete den Wind und das Meer, da warb es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistel, Röm. 13, v. 8-10. eid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andernt liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollt nicht ehebrechen; Du sollt nicht tödten; Du sollt nicht stehlen; Du sollt nicht falsch Zeugniß geben; Dich soll nichts gelüften, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollt deinen Stächsten lieben als dich felbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangel. am 5. Sonntage nach Epiphania, Matth. 13, v. 24-30. legte ihnen ein ander GleichAm Sonnt. Septuagesimä. 9 Epistel, Col. 3, b. 12-17. Zo ziehet nun an als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld, und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, so iemand klage hat wider den andern, gleichwie Christus ench vergeben hat, also auch ihr; über alles aber zieher an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles was ihr thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu und banket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium am Sonntage Septuagesimä, Matth. 20, v. 1-16. melreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker as Himmelreich ist gleich einem säete. Da aber die Leute schliefen, Hausvater, der am Morgen tam sein Feind, und säete Unkraut ausging, Arbeiter zu miethen in Und da er mit zwischen den Waizen, und gieng davon. seinen Weinberg. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht den Arbeitern eins mard um einen brachte, da fand sich auch das Unkraut. Groschen zum Tagelohn, sandte er Da traten die Knechte zu dem Haus- fie in seinen Weinberg. Und ging vater, und sprachen: Herr, hast du aus um die dritte Stunde, und sah nicht guten Samen auf deinen Acker andere an dem Markte müssig stehen, gefäet? Woher hat er denn das Un- und sprach zn ihnen: Gehet ihr auch fraut? Er sprach zu ihnen? Das hat hin in den Weinberg, ich will euch der Feind gethan. Da sprachen die geben, was recht ist; und sie giengen Kuechte: Willt du denn, daß wir hin- hin. Abermal ging er aus um die gehen, und es ausjäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausranfet, so ihr das Unfraut ausjätet. Lasset beides mit ein ander wachsen, bis zu der Erndte, und um die Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Waizen ammelt mir in meine Scheuern. sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eiffie Stunde aber ging er aus, und fand andere müssig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr anch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend 10 Am Sonntage Sexagefimä. warb, sprach der Herr des Weinbergs Meer; und haben alle einerlei geiftzu seinem Schaffner: Rufe den Arbei- liche Speise geffen, und haben alle tern, und gib ihnen den Lohn, und einerlei geistlichen Trant getrunken. bebe an, an den Lezzten bis zu den Sie trunken aber von dem geistlichen Ersten. 1 tamen die um die eilfte Fels, der mitfolgete, welcher Fels Stunde gedinget waren, und empfieng war Christus. Aber an ihrer vielen ein jeglicher seinen Groschen. Da hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn aber die ersten kamen, meineten fie, sie sind niedergeschlagen in der Wüsten. sie würden mehr empfangen, und sie empftengen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfiengen, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft fie uns gleich gemacht, die wir des Tages Laft und Hike getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eine worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenig find auserwählet. Evangelium am Sonntage Seragefimä, Luc. 8, v. 4-15. a a mun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Samen, und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertres ten, und die Vögel unter dem Himmel fraßens auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufgieng, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dors nen, und die Dornen giengen mit auf, und ersticktens. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es gieng auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch iftis gegeben zu wisfen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht vers stehen, ob sie es schon hören. Das ist aber dies Gleichniß: Der Same ift das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kömmt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen fie Miffet ihr nicht, daß bie, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält ju alles Dinges: jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse: Sch sechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern prebige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Welten ab. Das aber unter die Dornen fiel, gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mofen getauft, mit der Wolfe und mit dem sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens; und erstiden, Epistel, 1. Cor. 9, v. 24 bis Cap. 10, v. 5. Am Sonntage Quinquagesimä. 11 und bringen keine Frucht. Das aber| sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich auf dem guten Lande, find, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Den nicht lülge. Zu Damasco, der Landpfleger des Königs Areta verwahrete die Stadt der Damascäer, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja enn ihr vertraget gerne die Nar- das Rühmen nichts nüte, doch will ren, dieweil ihr flug seid. Shr ich kommen auf die Gefichte und vertraget, so euch jemand zu Knechten Offenbarungen des Herrn. Ich kenne machet, so euch jemand schindet, so euch einen Menschen in Christo, vor vierjemand nimmt, so euch jemand troßet, zehn Jahren( ist er in dem Leibe geso euch jemand in das Angesicht streichet. wesen, so weiß ichs nicht, oder ist er Das sage ich nach der Unehre, als wären außer dem Leibe gewesen, so weiß ich wir schwach worden. Worauf nun je- es auch nicht, Gott weiß es), derselbe mand kühn ist,( ich rede in Thorbeit) ward entzückt bis in den dritten Himdarauf bin ich auch kühn. Sie sind mel. Und ich kenne denselbigen MenEbräer, ich auch. Sie sind Israe- schen( ob er in dem Leibe oder außer liten, ich auch. Sie sind Abrahams dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Samen, ich auch. Sie sind Diener Gott weiß es). Er ward entzücket Christi;( ich rede thörlich) ich bin wohl in das Paradies, und hörete unausmehr. Sch habe mehr gearbeitet, ich sprechliche Worte, welche kein Mensch Davon will ich mich habe mehr Schläge erlitten, ich bin sagen kann. öfter gefangen, oft in Codesnöthen rühmen, von mir selbst aber will ich gewesen. Von den Juden habe ich mich nichts rühmen, ohne meiner fünfmal empfangen vierzig Streiche, Schwachheit. Und so ich mich rühmen weniger eins. Ich bin dreimal ge- wollte, thäte ich darum nicht thörlich, stäupet, einmal gesteiniget, dre al denn ich wollte die Wahrheit sagen. habe ich Schiffbruch erlitten, Tag Sch enthalte mich aber des, auf daß und Nacht habe ich zugebracht in der nicht jemand mich höher achte, denn Tiefe( des Meeres). Ich habe oft er an mir fiehet, oder von mir gereiset, ich bin in Fährlichkeit ge höret. Und auf daß ich mich nicht der wesen zu Waffer, in Fährlichkeit unter hohen Offenbarung überhebe, ist mir den Mördern, in Fährlichkeit unter gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämden Juden, in Fährlichkeit unter den lich des Satans Engel, der mich mit Heiden, in Fährlichkeit in den Städ- Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht Jen, in Fährlichkeit in der Wüsten, überhebe; dafür ich dreimal dem Herrn in Fährlichkeit auf dem Meer, in geflehet habe, daß er von mir wiche. Fährlichkeit unter den falschen Brü- Und er hat zu mir gesagt: Laß dir dern, in Müh und Arbeit, in viel an meiner Gnade geniigen, denn meine Wachen, in Hunger und Durst, in Kraft ist in den Schwachen mächtig. viel Fasten, in Frost und Blöße.| Darum will ich mich am allerliebsten Ohne was sich sonst juträget, näm- rühmen meiner Schwachheit, auf daß lich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwachdie Kraft Christi bei mir wohne. Evangelium am Sonntage Quinquagesimä, Luc. 18, v. 31-43. esus nahm zu sich die 3wölfe, und unsers Herrn Jesu Chrifti, welcher hinauf gen Jerusalem, und es wird Epistel, 2. Cor. 11, b. 19 bis Cap. 12, v. 9. 12 Am 1. Sonntage in der Fasten. alles vollendet werden, das geschrie-| berdig, fie suchet nicht das ihre, fie ben ist durch die Propheten von des tässet sich nicht erbittern, ste trachtet Menschen Sohn. Denn er wird über nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht antwortet werden den Heiden, und der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber er wird verspottet, und geschmähet der Wahrheit. Sie verträget alles, und verspeiet werden. Und sie werden ihn geisseln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der feines, und die Stede war ihnen verborgen, und wusten nicht, was da gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin gieng, forschete er, was das wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth gienge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn David, erbarme dich mein! Die aber vorne an giengen, bebräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn David, erbarme dich mein. Sesus aber stand stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willt du, daß ich dir thun soll? Er sprach, Herr ,, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, folgete ihm nach, und preisete Gott; und alles Volk, das solches sahe, lobete Gott. fie glaubet alles, sie hoffet alles, fie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war flug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Setzt erkenne ich's stildweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größete unter ihnen. Epistel, 1. Cor. 13, v. 1-13. enn ich mit Menschen- und mit Evangel, am 1. Sonntage in der Fasten( Invocavit), Matth. 4, v. 1-11. a ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte der Liebe nicht, so wär ich ein tönend Versucher trat zu ihm und sprach: Erz, oder eine klingende Schelle. Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß Und wenn ich weissagen könnte, und diese Steine Brod werden. Und er wüste alle Geheimnisse und alle Er- antwortete und sprach: Es stehet gefenntniß, und hätte allen Glauben, schrieben, der Mensch lebt nicht vom also, daß ich Berge versetzte, und Brod allein, sondern von einem jeg hätte der Liebe nicht, so wäre ich lichen Wort, das durch den Mund nichts. Und wenn ich alle meine Gottes gehet. Da führete ihn der Habe den Armen gäbe, und ließe Teufel mit sich in die heilige Stadt, meinen Leib brennen, und hätte der und stellte ihn auf die Zinne des Liebe nicht, so wäre mir nichts nütze. Tempels. Und sprach zu ihm: Bist Die Liebe ist langmüthig und freund- du Gottes Sohn, so laß dich hinab; lich, die Liebe eifert nicht, die Liebe denn es stehet geschrieben: Er wird treibet nicht Muthwillen, sie blähet seinen Engeln über dir Befehl thun, sich nicht, sie stellet sich nicht unge- und si: werden dich auf den Händen Am 2. Sonntage in der Fasten. 13 der Fasten( Reminiscere), Matth. 15, v. 21-28. tragen, auf daß du deinen Fuß nicht| Evangel. am 2. Sonntage in an einen Stein stößeft. Da sprach Jefus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollt Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollt anbeten Gott, Beinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Epistel, 2. Cor. 6, b. 1.10. ir ermahnen aber euch, Ind Jesus gieng aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Sydon. Und stehe ein Cananäisch Weit gieng aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn David, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr fein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verLornen Schaafen von dem Hause Israel. Sie tam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht vergeblich fein, als Mitdie Gnade Gottes empfahet, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Nergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübfalen, in Nöthen, in in in nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Sa Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. De antwortete Jesus und sprach zu ihr: Weib, dein Glaube ist groß, bir geschehe, wie du willt. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1. Theff. 4, v. 1-7. Mei Reiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn nissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Jesu, nachdem ihr von uns empfangen Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in habt, wie ihr sollet wandeln, und Gott Erkenntniß, in Langmuth, in Freund- gefallen, daß ihr immer völliger werdet. lichkeit, in dem heiligen Geiste, in Denn ihr wisset, welche Gebote wir ungefärbter Liebe; in dem Wort der euch gegeben haben, durch den Herrn Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten eure Heiligung, daß ihr meidet die und zur Linken, durch Ehre und Hurerei, und ein jeglicher unter euc Schande, durch böse Gerüchte und wisse sein Faß zu behalten in Heiligung gute Geriichte; als die Verführer, und und Ehren, nicht in der Luftseuche, doch wahrhaftig, als die Unbekannten, wie die Heiden, die von Gott nichts und doch bekannt, als die Sterbenden, wissen. Und daß niemand zu weit und siehe wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet. Als die Traurigen, aber allezeit fröhlich, als die Armen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne haben, und doch alles haben. greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Nächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Am 3. und 4. Sonntage in der Fasten. Evangelium am 3. Sonntage| die bu gesogen hast. Er aber sprach: in der Fasten( Oculi), Ja selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. 14 Luc. 11, v. 14- 28. nd er trieb einen Teufel aus, der war stumm; und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm felbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben fie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kömmt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starter Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kömmt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandert er dürre Stätte, ſuchet Ruhe, und ihrer er: will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er kömmt, so findet ers mit Besemen gelebret und geschmücket. Dann gehet er bin, und nimmt sieben Geister zu fich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demfelbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volke die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der bich getragen hat, und die Brüste, Unb Epistel, Ephef. 5, v. 1-9. o seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Chriftus uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, lasset nicht von euch gefaget werden, wie den Heiligen zustehet: auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gößendiener), Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Laffet euch niemand verfilhren mit vergeblichen Worten, denn um dieser Willen kömmt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ift allerlei Gültigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangel. am 4. Sonntage in der Fasten( Lätare), Joh. 6, v. 1-15. Darnach fuhr Jefus weg über das Meer an der in Galiläa, und es zog ihm viel Volls nach, darum, daß sie die Zeichen saben, die er an den Kranken that. Jesus aber gieng hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volts zu ihm kömmt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese effen?( Das fagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zwei Am 5. Sonntage in der Fasten. hundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer feiner Sünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gersten- Brode, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Sesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünstausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umtomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den denen, die gespeiset wurden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Sesus that, sprachen sie: Das ist wahrfich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß fie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er felbft alleine. Epistel, Gal. 4, v. 22-31. D enn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas, denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: fei fröhlich bu Unfruchtbare, die du nicht gebierft, und brich hervor und rufe, die du 15 nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber lieben Brüder, sind Isaaks, nach der Verheißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gebet es jetzt auch. Aber was sagt die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangel. am 5. Sonntage in der Fasten( Judica), Joh. 8, v. 46-59. efus sprach zu den Juden: Welcher zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn Da ants ihr seid nicht von Gott. worteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und haft den Teufel? Jefus anwortete: Ich habe teinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: so Semand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: un erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ift gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr fprecht, er sey euer Gott und tennet ihn nicht; ich aber tenne ihn. Und wo ich würde sagen, ich tenne 16 Palmsonntage. Am grünen Donnerstage. sein nicht, so würde ich ein Lügner, so euch Jemand etwas wird sagen, je gleich wie ihr seid. Aber ich kenne sprechet: Der Herr bedarf ihrer, sobalb ihn, und halte sein Wort. Abraham, wird er sie euch lassen. Das geschah euer Vater, ward froh, daß er meinen aber alles, auf daß erfüllet würde, Tag sehen sollte, und er sah ihn, und das gesagt ist durch den Propheten, der freuete sich. Da sprachen die Juden zu da spricht: Saget der Tochter Zion, ihm: Du bist noch nicht funszig Sahr stehe, dein König kommt zu dir sanft alt, und haft Abraham gesehen? Jesus müthig, und reitet auf einem Esel, sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, und auf einem Füllen der lastbaren ich sage euch: Che denn Abraham Eselin. Die Jünger giengen bin, und ward, bin ich. Da hoben sie Steine thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Und brachten die Eselin und das FülJesus verbarg fich, und gieng zum len und legten ihre Kleider drauf, und Tempel hinaus. segten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die anderen hieben Zweige von den Bäumen und ftreueten sie auf den Weg. nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn David! gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hoftanna in der Höhe! Epistel, Hebr. 9, v. 11-15. Christus aber ist kommen, daß er ſei ein der Das Volt aber, das Güter, durch eine größere und volltommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in bas Heilige eingegangen, und hat eine der Ochsen und der Böcke Blut, und bie Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Chrifti, der sich selbst ohne allen Wandel, durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen ben den tobten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, bie unter dein ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Epistel, Phil. 2, v. 5-11. in jeglicher sei gefinnet, wie Jesus war. ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt ers nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberben als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gett erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Knie derer, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erde find; und alle Zungen bekennen sollen, daß Gottes des Vaters. Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Evangelium am Palmsonntage, Matth. 21, v. 1-9. Evang. am grünen Donnerstage, a fie nun nahe bei Serufalem tamen, gen Bethphage an den Delberg, Joh. 13, v. 1-15. sandte seiner und For dera Fest aber der prach zu ihnen: Gehet hin in ven V ejus etfannte, daß seine Zeit Fleden, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden ange Funden und ein Füllen bei ihr; löset fie auf, und führet sie zu mir. Und gekommen war, daß er aus dieser Welt gienge zum Bater, wie er hatte geliebet die Geinen, die in der Welt waren, so liebete er sie bis ans Ende. Um heiligen Ostertage. 17 Und nach dem Abendessen, da schon| für euch gebrochen wird; solches thut ber Teufel hatte dem Juda Simonis zu meinem Gedächtniß. Ifcharioth in das Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war, und zu Gott gieng; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Sesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein: und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, Deffelbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ift das neue Testament in meinem Blute; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brod effet und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tob verfündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brod iffet, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also effe er von diesem Brod und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig iffet und trinket, der iffet und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. nahm er ſeine Kleider und ſetzte ſich kauften Maria Magdalena, und der war, zu wieder nieder: und sprach abermal ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr, und saget recht daran: denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollet ihr auch euch unter ein ander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Maria Jacobi, und Salome Specerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufgieng. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie giengen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Epistel, 1. Cor. 11, v. 23-32. di gen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach es, und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der Evangel. am heiligen Oftertage, Marc. 16, v. 1-8. aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht: ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gefreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, 2 18 Am heiligen Oster- Montage. unb faget es feinen Jüngern und Petro,| Auch haben uns erschreckt etliche Weiber daß er vor euch hingehen wird in Ga- der unsern, die sind frühe bei dem liläa; da werdet ihr ihn sehen, wie Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht er euch gefaget hat. Und sie giengen funden, kommen und sagen, sie haben schnell heraus, und flohen von dem ein Gesicht der Engel gesehen, welche Grabe, denn es war sie Zittern und sagen, er lebe. Und etliche unter uns Entsetzen ankommen, und sagten nie- giengen hin zum Grabe, und fanden mand nichts, denn sie fürchteten sich. es also wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, was Epistel, 1. Cor. 5, v. 7-8. Zeget den alten Sauerteig aus, auf wie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. nicht Chriftus felches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fieng an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt waren. Und sie tamen nahe zum Flecken, da sie hingiengen, und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und will Abend werden, und der Tag hat sprachen: Bleibe bei uns, denn es sich geneiget. Und er gieng hinein, Und siehe, zween aus ihnen giengen an bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, demselben Tage in einen Flecken, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm der war von Jerusalem sechszig Feld- er das Brod, dankete, brachs, und weges weit, des 9ame heißet Emmaus, gabs ihnen. Da wurden ihre Augen und sie redeten mit einander von allen geöffnet und erkenneten ihn. Und er diesen Geschichten. Und es geschah, da verschwand vor ihnen. Und sie sprachen fie so redeten und befragten sich mit unter einander: Brannte nicht unser einander, nahete Jesus zu ihnen, und Herz in uns, da er mit uns redete wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen auf dem Wege, als er uns die Schrift wurden gehalten, daß sie ihn nicht öffnete? Und sie standen auf zu derfannten. Er aber sprach zu ihnen: selbigen Stunde, kehreten wieder gen Was sind das für Reden, die ihr Jerusalem und fanden die Eilfe verzwischen euch handelt unterweges, und sammelt, und die bei ihnen waren, seid fo traurig? Da antwortete einer, welche sprachen: Der Herr ist wahrmit Namen Cleophas, und sprach zu haftig auferstanden, und Simoni erihm: Bist du allein unter den Fremd- schienen. Und sie erzähleten ihnen, was lingen zu Jerusalem, der nicht wisse, auf dem Wege geschehen war, was in diesen Tagen brinnen geschehen wie er von ihnen erkannt wäre, all ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? dem, da er das Brod brach. Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jefu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel er lösen. Und über das alles ist heute der britte Tag, daß solches geschehen ist. den Kindern Israel gefandt hat, und und Epistel, Apost. Gesch. 10, v. 34-41. Betrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Voll, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Shr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu Evangel. am heil. Oster- Montage, Luc. 24, v. 13-35. Am 1. und 2. Sonntage nach Ostern. 19 bertindigen lassen den Frieden durch| Dieser ists, der da kommt mit Waffer Jefum Chriftum, welcher ist ein Herr über alles. Die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gefund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles bes, bas er gethan hat im jildischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben fie getödtet und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Bolt, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegeffen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Waffer und Blut. Und der Geift ifts, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei find, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geift, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geiß und das Wasser und das Blut, und die brei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ift Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Zengniß ist das, daß er gezenget von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangel. am 1. Sonntage nach Ostern( Quasimodogeniti), Joh. 20, v. 19-23. Abend aber deffelbigen Sabbats, da die Jünger versammlet and die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagete, zeigete er seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagete, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind fie behalten. Epistel, 1. Joh. 5, v. 4-10. De enn alles, was von Gott geboren ift, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Evang. am 2. Sonnt nach Ostern ( Misericordias Domini), Joh. 10, v. 12-16. J ch bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läfset fein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, fiehet den Wolf kommen, und verlässet die Schafe und fleucht, und der Wolf er. baschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne bie Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater, und ich laffe mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1. Petri 2, v. 21-25. D enn dazu seid ihr berufen, fintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; weldher teine Sünde gethan hat, ist auch tein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht 2* Am 3. und 4. Sonntage nach Ostern. 20 richtet; welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, ber Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern( Jubilate), Joh. 16, v. 16-23. wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Ulebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptfenten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Ueber ein kleines, so werdet ihr mich Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er faget, über ein Wir wissen nicht, was er Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern( Cantate), Joh. 16, v. 5-15. un aber gehe zu rebet. Da merkte Jeſus, daß sie ihn Ne mich gesandt hat, und Niemand fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Shr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat fie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist tommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen; und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wann derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit und um das Gerichte. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Bater gehe, und ihr mich fort nicht sehet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnets jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern, was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch wird ver tlären, denn von dem Meinen wird ers Und Epistel, 1. Petri 2, v. 11-17. ieben Brüder, ich ermahne euch, als haltet euch von fleischlichen Lüsten, welche der thörichten Menschen als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Am 5. Sonntage nach Ostern und Christi Himmelfahrt. 21 sehmen, und euch verkündigen. Alles,| nicht, daß dich jemand frage, darum was der Vater hat, das ist mein; darum glauben wir, daß du von Gott ause habe ich gesagt: Er wirds von dem gegangen bist. Meinen nehmen und euch verkündigen. Epistel, Jac. 1, v. 21-27. Keid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betritget. Denn so jemand is ein Hörer des Wortes und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon, und vergiffet von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, berselbige wird selig sein in sei ner That. So aber sich jemand unter euch läffet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, des Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbe Evangel. am 5. Sonntage nach flecter Gottesdienst vor Gott dem Vater Ostern( Rogate), Joh. 16, v. 23- 30. ist der, die Waisen und Witwen in ihrem Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangel. am Tage der Himmelfahrt Christi, Ale Epistel, Jac. 1, v. 17-21. [ lle gute Gabe, und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist Teine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reben, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Mahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, fo werdet ihr nehmen, daß eure Freude habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen: und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er felbft, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kom men in die Welt: wiederum verlaffe ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest tein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest, und bedarfst Marci 16, v. 14-20. da die offenbarete er sich, und ſchalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigs keit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten, auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden fie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wirds ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen gerebet hatte, 22 Am 6. Sonntage nach Ostern und am heil. Pfingsttage. warb er aufgehoben gen Himmel, und| Evangel. am 6. Sonntage nach fizet jur rechten Hand Gottes. Sie Ostern( Eraubi), aber giengen aus und predigten an ellen Orten, und der Herr wirkete Joh. 15, v. 26, bis Cap. 16, v. 4. mit ihnen, und bekräftigte das Wort Wenn aber der Tröfter kommen wird, ich senden vom Bater, der Geist der Wahrheit, der vom Bater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gehabe gerevet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epißtel, Ap. Gesch. 1, v. 1-11. ie erste Rebe habe ich zwar gethan, Jefus anfieng, beides zu thun und zu lebren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln ( welche er hatte erwählet), durch den heiligen Geift Befehl gethan hatte. Wel en er sich auch nach seinem Leiden lebenbig erzeiget hatte, burch mancherlei Erweifung und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß fie nicht von Jerusalem wichen, sonbern warteten auf die Berheißung des Baters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Waffer getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geift getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft bes heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Beugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er D Epistel, 1. Pet. 4, v. 8-11. ſeid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decet auch der Sünde Menge. Seid gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haus halter der mancherlei Gaben Gottes. So iemand rebet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Din gen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm Wort halten; und mein Vater Evangel. am heil. Pfingsttage, Joh. 14, v. 23-31. er mich liebet, der wird mein nachfahen gen Himmel fahren, siehe, da anden bei ihnen zween Männer in wird ihn lieben, und wir werden zu weißen Kleidern, welche auch sagten: ihm kommen, und Wohnung bei ihn Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Baters, ber mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch gerebet, Am Pfingst- Montage. 23 weil ich bei euch gewesen bin. Aber geboren find? Parther und Meder, der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden laffe ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrede nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Jch gehe hin, und fomme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Bater ist größer, denn ich. Und nun habe euch schieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyrenen, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Nraber, wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. denn benn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, daß die Welt erkenne, daß ich den Bater liebe, und ich also thue, wie mir der Bater geboten hat. Stehet auf und faffet uns von hinnen gehen. Evangel. am Pfingst- Montage, Joh. 3, v. 16-21. enn also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt dur ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, Epistel, Ap. Gesch. 2, v. 1-13. als der er aber nicht füllet war, waren fie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man fab an ihnen die Zungen zertheilet, als wären fie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fiengen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Boll, das unter dem Himmel ist. Da nun dieſe Stimme geſchah, kam die Menge und wurden verstürzt: denn es hörte ein jeglicher, daß daß er ist verordnet von Gott ein fie mit seiner Sprache redeten. Sie Nichter der Lebendigen und der Todten. entsetzten sich aber alle, verwunderten Von diesem zeugen alle Propheten, sich und sprachen unter einander: Siehe, daß durch seinen Namen alle, die an sind nicht diese alle, die da reden, aus ihn glauben, Vergebung der Sünden Galiläa? Wie hören wir dann ein empfahen sollen. Da Betrus noch diese Jeglicher seine Sprache, darinnen wir Worte redete, fiel der heilige Geist auf gerichtet, venn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gerichte, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsterniß mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges thut, der haffet das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrbeit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Epistel, Ap. Gesch. 10, v. 42.48. Und der Herr hat uns geboten zu 24 alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro kommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegoffen ward, denn fie höreten, daß fie mit Zungen redeten, und Gott hoch preifeten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn." Evangelium an: 1. Sonnt. nach Trinitatis. Evangel. am Sonnt. Trinitatis, Joh. 3, v. 1-15. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden, der fam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jefus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von neuem geboren werde, tann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geift geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Shr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du höreft sein Saufen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden: auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern bas ewige Leben haben. Epistel, Röm. 11, v. 33-36. welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkenntniß Gottes? Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Ober wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Shm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Evangel. am Sonnt. n. Trinitat. Luc. 16, v. 19-31. war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sah Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Bater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das äußerste seines Fingers ins Wasfer tauche und fühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Am 2. und 3. Sonntage nach Trinitatis. 25 Gutes empfangen haft in deinem Leben,| ander sich zu entschuldigen. Der erste und Lazarus dagegen hat Böses em pfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befeftiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinausgehen, und ihn besehen: ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Soch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht tam und sagte das feinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gaffen der Stadt, und führe die Armen, und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen haft, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen, und an die Zäune, und nöthige ste herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde.. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen Epistel, 1. Joh. 4, v. 16-11. Gott ist die Liebe, und wer in der sind, mein Abendmahl schmecken wird. Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freuigkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. So jemand spricht: ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner, denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er fiehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evang. am 2. Sonnt. n. Trinit., Luc. 14, v. 16- 24. Epistel, 1. Joh. 3, v. 13-18. erwundert euch nicht, meine Brül der, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasjet, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zungen, sondern mit der That, und mit der Wahrheit. Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Gelabenen: Kommet, benn es ist alles bereit. Und sie fiengen an alle nach einsprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen gienge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstüinde. Evang, am 3. Sonnt. n. Trinit., Luc. 15, v. 1-10. snaheten aber zu ihm allerlei Zöllner und ihn höreten. 26 Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Unb bie Pharifäer und Schriftgelehrten| Evang. am 4. Sonnt. n. Trinit., murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und iffet mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß and sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüsten, und hingehe nach dem verlorenen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden Sat, fo leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Ober welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verforen hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Got tes über einen Sünder, der Buße thut. Luc. 6, v. 36-42. Daru jarum seid barmherzig, wie auch euer Bater barmherzig ist. Nichtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Bergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll gedrückt, gerült: elt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er fagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ift nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie fannst bu sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und bu siehest selbst nicht den Balten in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balten aus deinem Auge, und bestehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel, Röm. 8, s. 18-23. enn halte es dafür, daß Epistel, 1. Bet. 5, 6-11. o demilthiget euch nun unter die Zeit Leiden der herrlichleit nicht gewaltige Hand Gottes, daß er werth sei, die an uns soll offenbaret euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure werden. Denn das ängstliche Harren Sorgen werfet auf ihn, denn er forget der Kreatur wartet auf die Offene für euch. Seid nüchtern und wachet: barung der Kinder Gottes. Sintes benn euer Widerfacher, der Teufel, mal die Kreatur unterworfen ist der gehet umher wie ein brillender Löwe, Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern und suchet, welchen er verschlinge; dem um des willen, der sie unterworfen widerstehet fest im Glauben, und hat auf Hoffnung. Denn auch bie wiffet, daß eben dieselben Leiden über Kreatur frei werden wird von dem eure Brüder in der Welt gehen. Der Dienst des vergänglichen Wesens, Gott aber aller Gnade, der uns be- zu der herrlichen Freiheit der Kinder rufen hat zu seiner ewigen Herrlich- Gottes. Denn wir wisfen, daß alle Leit, in Chrifto Jesu, derselbige wird Kreatur sebnet sich mit uns, und äng euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, stet sich noch immerdar. Nicht allein vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. aber sie, sondern auch wir selbst, die Demselben sei Ehre und Macht von wir haben des Geiftes Erfilinge, Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. sehnen uns auch bei uns selbst nach Am 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. 27 der Kindschaft, und warten auf unseres| ihr den Segen ererbet. Denn wer Leibes Erlösung. leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß fie nichts Böses rebe, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen Es begab sich aber, da fich das Bolk und thue Gutes, er suche Frieden, und zu ihm drang, zu hören das Wort jage ihm nach. Denn die Augen des Gottes, und er stand am See Gene- Herrn sehen auf die Gerechten und seine gareth, und fahe zwei Schiffe am See Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht stehen, die Fischer aber waren aus- aber des Herrn siehet auf die, so Böses getreten, und wuschen ihre Neße; trat thun. Und wer ist, der euch schaden er in der Schiffe eins, welches Simonis könnte, so ihr dem Guten nachkommet? war, und bat ihn, daß ers ein wenig Und ob ihr auch leidet um der Gerech vom Lande führete. Und er setzte sichtigkeit willen, fo seid ihr doch selig. und lehrete das Bolt aus dem Schiffe. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen Und als er hatte aufgehöret zu reden, nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber sprach er zu Simon: Fahre auf die Gott den Herrn in eurem Herzen. Höhe und werfet eure eße aus, auf Evang. am 6. Sonnt. n. Trinit., daß ihr einen Zug thut. Und Simon Matth. 5, v. 20-26. Evang. am 5. Sonnt. n. Trinit., Luc. 5, v. 1.11. antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet s sei denn eure Gerechtigkeit besser, Ich und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da fie das thaten, beschloffen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerrif. Und fie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, and fülleten beide Schiffe voll, also baß sie sunken. Da das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu den Knieen, und prach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie miteinander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebibäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. aber fage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig. Wer aber fagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirft allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar beine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bift, auf daß dich der Widersacher nicht dermals einst überantworte dem Richter, und der Nichter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerler geworfen. Ich sage dir, wahrlich du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Epistel, 1. Pet. 3, v. 8.15. Endlich aber feid allesammt gleich gefinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Bergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, und wiffet, daß ihr dazu berufen seid, baß Epistel, Röm. 6, v. 3-11. Liffet ihr nicht, daß alle, die wir in Sesum Chriftum getaust find ,. Am 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. 28 die sind in seinen Tod getauft? So sind wir nun mit ihm begraben durch bie Taufe in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ist auferweckt von den Todten, durch die Herrlichkeit des Baters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Lode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein. Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gefreuziget ist, auf daß der fündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Chrifto Jesu, unserm Herrn. Evang. am 7. Sonnt. n. Trinit., Marc. 8, v. 1-9. u der da war, 3 und hatten nichts zu eſſen, rief Jesus seine Sünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Bolts, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte und brach fie, und gab sie seinen Jüngern, daß fie bieselbigen vorlegten; und sie legten dem Velk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankete und hieß dieselben auch vortragen, Sie aßen aber, und wurden satt, und huben die übrigen Brocken auf, fieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Epistel, Röm. 6, v. 19-23. 34 ch muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder. begeben habt zum Dienste der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtige feit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Ges rechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Run ihr aber feid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 8. Sonnt n. Trinit. zu Matth. 7, v. 15-23. ehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern euch kommen; inwendig aber sind sie reissende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauter Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. És werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmel reich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viel zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in Am 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. 29 beinem Namen geweiffaget? Haben wir Nimm deinen Brief, sebe dich und nicht in deinem Namen Teufel aus getrieben, haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem Andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weißen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Welt sind flits ger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, Röm. 8, v. 12-17. o find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geift Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen Epistel, 1. Cor. 10, v. 6-13. Das ist aber uns zum Vorbild gewir uns nicht euch abermal fürchten müßtet, sondern lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet ihr habt einen findlichen Geist empfan- hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gen, durch welchen wir rufen: Abba, gleichwie jener Etliche wurden, als gelieber Vater! Derselbige Geift gibt schrieben stehet: Das Volk setzte sich Zeugniß unserm Geiste, daß wir Gottes nieder zu essen und zu trinken, und Kinder sind. Sind wir denn Kinder, stand auf zu spielen. Auch laßt uns so sind wir auch Erben, nämlich Gottes nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter Erben und Miterben Christi, so wir jenen Hurerei trieben, und fielen auf anders mit leiden, auf daß wir auch einen Tag drei und zwanzig tausend. mit zur Herrlichkeit erhoben werden.| Laßt uns auch Christum nicht versuchen, Er sprach aber auch zu seinen Jüngern. Es war ein reicher Mann, der hatte wie Etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie iener Etliche murreten und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches einen Haushalter, der war vor ihm be- alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; rüchtiget, als hätte er ihm seine Güter es ist aber geschrieben uns zur War= umbracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Hausbalten: denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem Ersten: Wie viel bist du meinem als er nahe hinzu kam, sah er Herrn schuldig? Er sprach: Hundert die Stadt an, und weinete über Tonnen Dels. Und er sprach zu ihm: sie, und sprach: Wenn du es wüßtest. nung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch feine, denn menschliche Versuchung be treten; aber Gott ist getren, der euch nicht läßt versuchen über euer Vers mögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es fönnet ertragen. nda Evang. am 9. Sonnt. n. Trinit., Luc. 16, v. 1-9. Evang. am 10. Sonnt. n. Trinit., Luc. 19, v. 41-48. 30 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. so würdest du auch bedenken zu dieser| mancherlei Sprachen; einem Andern beiner Zeit, was zu deinem Frieden die Sprachen auszulegen. Dies aber dienet. Aber nun ist es vor deinen Alles wirft derselbige einige Geist, und Augen verborgen. Denn es wird die theilet einem Jeglichen seines zu, nachZeit über dich kommen, daß deine Feinde dem er will. werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er gieng in den Tempel, und fieng an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften: und sprach zu ihnen: Es tehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Bornehmsten im Boll trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie fie ihm thun sollten; denn alles Volt hieng ihm an und hörete ihn. Epistel, 1. Cor. 12, v. 1-11. on den geistlichen Gaben aber will halten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den slummen Gögen, wie ihr geführt wurdet. Dann thue ich euch tund, daß Niemand Jefum verfluchet, der durch den Geist Gottes rebet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es find mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in Allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geift zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demfelbigen Geist; einem Andern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geist; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung; einem Andern Geister zu unterscheiden, einem Andern Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit., Luc. 18, v. 9-14. Er fagte aber zu etlichen, die ſich ſelbſt vermaßen, daß fie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei fi selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner ftand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! J fage euch: Dieser ging hinab gerecht mer sich selbst erhöhet, der wird er niedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1. Cor. 15, v. 1.10. herinnere euch aber, lieben BrilI der, des Evangelit, das ich end verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr aud fstehet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch vers fündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestor ben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen werden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele Am 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, barnach von allen Aposteln. Am letzten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ift nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evang. am 12. Sonnt. n. Trinit., Marcus 7, v. 31-37. 31 töbtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mose, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Berdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prebiget, überschwengliche Klarheit. Und da er wieder ausgieng von den Grenzen er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er bie Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volke besonders, und legte ihm die Finger in die Chren, und spützete und rührete seine Zunge, und sab auf gen Himmel, seuszete, und sprach zu ihm: Hepbata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel, 2. Cor. 3, v. 4-9. in solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denfen, als von uns selber, sondern daßß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. aber das Amt, das durch die Buchstaben So Evang. am 13. Sonnt. n. Trinit., Luc. 10, v. 23-37. Und er wandte ſich zu ſeinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig find die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Biel Propheten und und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: du haft recht geantwortet. Thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der gieng von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, und schlugen ihn und giengen davon, und ließzen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sabe, gieng er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, gieng er vorüber. Ein Samariter aber reisete und tam dahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, gieng zu ihm, verband ihm seine Wun den und goß darein Del und Wein, 32 Am 14. Sonntage nach Trinitatis. und hob ihn auf sein Thier und führete| Evang. am 14. Sonnt. n. Trinit., ihn in die Herberge und pflegete sein. Luc. 17, v. 11-19. Des anderen Tages reisete er, und zog Il es begab sich, da er reisete gen heraus zween Groschen, und gab fie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege Samariam und Galiläam. Und als sein, und so du was mehr wirft bars er in einen Markt gieng, begegneten thun, will ich dirs bezahlen, wenn ich ihm zehn aussätzige Männer, die stan wiederkomme. Welcher dünkt dich, den von ferne und erhoben ihre Stimme ber unter diesen breien der Nächste sei und sprachen: Jesu, lieber Meister, gewesen dem, der unter die Mörder erbarme dich unser. Und da er sie sah, gefallen war? Er sprach: Der die sprach er zu ihnen: Gehet hin, und Barmherzigkeit an ihm that. Da zeiget euch den Priestern. Und es ges sprach Jesus zu ihm: So gehe hinschah, da ste hingiengen wurden sie und thue desgleichen. rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gefund worden war, kehrete er um und preisete Gott mit lauter zu seinen Füßen und dankete ihm, und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete, und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Epistel, Gal. 3, v. 15-22. ich licher Weise reden: verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Berheißung Abrahä und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Samen als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das beTestament, das von Gott zuvor stätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Sahr hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeven; Gott hat es aber Abraham durch Verheißung frei geschentet. Was soll denn das Gesez? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Das sei ferne. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so täme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeße. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Berheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Epistel, Gal. 5, v. 16-24. ech sage aber, wandelt im Geiste, fo 3$ werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist Dieselben sind wider das Fleisch. wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dein Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Flei sches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zant, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Sausen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Chriftum angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, sammt den Lütfters und Begierben. Am 15. unb 16. Sonntage nach Trinitatis. Evang. am 15. Sonnt. n. Trinit., Matth. 6, v. 24-34. iemand kann zween Herrn bienen; entweder er wird einen hassen und den andern lieben, ober er wird einem anhangen und den andern verachten. She könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie fäen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen und euer himmlischer Bater ernähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf bem Felde, wie fie wachsen; fie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich fage euch, daß auch Salomo in aller feiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott bas Gras auf dem Felbe also tleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er bas nicht vielmehr euch thun? ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir effen? Was werden wir trinten? Womit in eine Stadt mit Namen Nain werden wir uns Kleiden? Nach solchem es begab sich darnach, daß er allen trachten die Heiben; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bebütrfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das seine sorgen. ist genug, baß ein jeglicher Eag seine eigene Plage habe. gieng, unb feiner Sünger giengen viel aber nahe an bas Stadtthor tam, stehe, mit ihm, und vieles Volt. Als er da trug man einen Tobten heraus, der und sie war eine Witwe, und vieles ein einziger Sohn war seiner Mutter, voll aus der Stadt gieng mit ihr. Und a fie der Herr sab, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger stauben. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf, und fieng an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es tam fie alle 8 Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10. 33 einander uns zu entriflen und zu baffen. Lieben Brüber, so ein Mensch würde, so helfet ihm wieder zurecht etwa von einem Fehler übereilet mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich feid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. det ihr das Gesetz Chrifti erfüllen. Einer trage des andern Laft, so were So aber sich jemand läßt dünken, er jei etwas, so er doch nichts ist, der betrliget sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Wert, und als dann wird er an ihm selber Nuhm Denn ein jeglicher wird seine eigene haben und nicht an einem andern. Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt Mensch säet, das wird er ernten. fich nicht spotten. Denn was der Wer auf sein Fleisch fäet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist fäet, ber wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht milde werden, denn zu seiner Zeit als wir denn nun Zeit haben, so lasset werden wir auch ernten ohne Aufhören. uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenoffen. Evang. am 16. Sonnt. n. Trinit., Luc. 7, v. 11-17. o wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geifte wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre getzig fein, unter 34 m 17. und 18. Sonntage nach Trinitatis. eine Furcht an, und priesen Gott und Sabbattage? Und sie konnten ihm barsprachen: Es ist ein großer Prophet auf nicht wieder Antwort geben. Er unter uns aufgestanden, und Gott hat fagte aber ein Gleichniß zu den Gäften, sein Bolt heimgesucht. Und diese Rede da er merkte, wie sie erwählten, oben von ihm erscholl in das ganze jüdische an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Land und in alle umliegende Länder. Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn Epistel, Ephef. 3, v. 13-21. Di arum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine geladen hat, spreche zu dir: Weiche Ehre sind. Derhalben beuge ich meine diesem! und du müsfest dann mit Kuiee gegen den Vater unsers Herrn Schaam unten an sitzen. Sondern, Jesu Chrifti, der der rechte Vater ist wenn du geladen wirst, so gehe hin, über Alles, was da Kinder heißt im und setze dich unten an, auf daß, Himmel und auf Erden, daß er euch wenn da kommt, der dich geladen hat, Straft gebe nach dem Reichthum seiner spreche zu dir: Freund, rüde hinauf; Herrlichkeit, start zu werden durch seinen dann wirst du Ehre haben vor denen, Geift an dem inwendigen Menschen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn und Christum zu wohnen durch den wer sich selbst erhöhet, der soll er Glauben in euren Herzen, und durch niedriget werden; und wer sich selbst die Liebe eingewurzelt und gegründet erniedriget, der soll erhöhet werden. zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Liefe und die Höhe; auch erkennen, daß Chriftum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfillet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun tann liber Alles, was wir bitten oder verstehen nach der Kraft, die da in uns wirket: Dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Chrifto Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evang. am 17. Sonnt. n. Trinit. Luc. 14, v. 1-11. Epistel, Ephef. 4, v. 1-6. ( o ermahne nun euch, ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt wie sichs gebührt eurem Beruf, darin ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geift, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater( unser) Aller, der da ist über euch ale, und durch euch Alle, und in euch Allen. Evang. am 18. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 34-46. und sie hielten auf ihn. Und siehe, da a aber die Phariſäer hörten, daß 11b ud es daß in Paus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brod zu effen; er den war vor der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schristgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am das gestopft hatte, versammelten sie sich. und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Geset? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleic: Du An 19. mib 20. Sonntage nach Trinitatis. 35 follft deinen Nächsten lieben, als dich Arges in euren Herzen? Welches selbst. In diesen zwei Geboten hanget ift leichter zu sagen: Dir sind deine das ganze Geset und die Propheten. Sünden vergeben, oder zu sagen: Da nun die Pharifter bei einander Stehe auf, und wandele? Auf daß waren, fragte fie Jesus, und sprach: ihr aber wiffet, daß des Menschen Wie dünkt euch um Chrifto? Wes Sohn Macht habe auf Erden die Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein denn Davib im Geißt einen Herrn, Bett auf, und gehe heim. Und er da er sagt: Der Herr hat gesagt zu stand auf und gieng heim. Da das meinem Herrn: Sebe dich zu meiner Volt das sah, verwunderte es sich, und Rechten, bis daß ich lege deine Feinde preisete Gott, der solche Macht den zum Schemel beiner Füße? So nun Menschen gegeben hat. David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand fonnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, 1. Cor. 1, v. 4-9. Jo danke meinem Gott allezeit eurenthalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Chrifto Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücten reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß, wie benn die Predigt von Chrifto in euch träftig worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jefu Chrifti. Welcher auch euch wird feft behalten bis ans Ende, daß ihr unfträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Chrifti. Denn Gott ist treu, burch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jefu Christi, unsers Herrn. Evang. am 19. Sonnt. n. Trinit, Matth. 9, v. 1-8. in und wieder herilber und fam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und fiche, etliche unter den Schriftgelehrten Sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Sesus ihre Gebauten fab, sprach er: Warnm denfet ihr so Epistel, Ephef. 4, b. 22-28. o leget nun von euch ab, nach Menschen, der durch Lüste in Srrthum dem vorigen Wandel den alten sich verderbet. Erneuert euch aber im Geifte eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligteit. Darum leget die Liigen ab und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, fintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evang. am 20. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 1-14. ud Jefus antwortete, und rebete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem der zeit machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit ruften, und sie wollten nicht kommen. abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, fommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und giengen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. 36 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Etfice aber griffen seine Knechte, Galiläa, und gieng hin zu ihm, unb Höhneten und töbteten sie. Da bas bat ihn, daß er hinab täme, und Hüllfe der König hörete, warb er zornig, seinem Sohne; denn er war todt frant. und sicte seine Heere aus, und Und Sesus sprach zu ihm: Wenn ihr brachte diese Mörder um, und zündete nicht Zeichen und Wunder sehet, fo ihre Stadt an. Da sprach er zu sei- glaubet ihr nicht. Der Königische sprach nen Knechten: Die Hochzeit ist zwar zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn bereitet, aber die Gäste waren es mein Kind stirbt. Jesus spricht zu nicht werth. Darum gehet hin auf ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der die Straßen, und ladet zur Hochzeit, Mensch glaubte dem Wort, das Jesus wen ihr findet. Und die Knechte gien- zu ihm sagte, und gieng hin. Und indem gen aus auf die Straßen, und brach- er hinab gieng, begegneten ihm seine ten zusammen, wen sie fanden, böse Knechte, verkündigten ihm und sprachen: und gute, und die Tische wurden Dein Kind lebet. Da forschte er von alle voll. Da gieng der König hinein, ihnen die Stunde, in welcher es beffer die Gäfte zu besehen, und sah allda mit ihm geworden war. Und sie spras einen Menschen, der hatte kein hoch- chen zu ihm: Gestern um die siebente zeitlich Kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finster niß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige find auserwählet. Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Bater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gefagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jefus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Epistel, Ephef. 6, v. 10-17. Dulegt, meine Brüder, seid start in 3 dem Herrn, und in der Macht seiner Epistel, Ephef. 5, v. 15-21. Stärke. Ziehet an den Harnisch Gotfehet nun zu, wie ihr vorsich- tes, daß ihr bestehen könnet gegen die tiglich wandelt, nicht als die Un- liftigen Anläufe des Teufels. Denn weisen, sondern als die Weisen. Und wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu schidet euch in die Zeit, denn es ist kämpfen, sondern mit Fürsten und Geböse Zeit. Darum werdet nicht unver- waltigen, nämlich mit den Herren der ständig, sondern verständig, was da Welt, die in der Finsterniß dieser Welt sei des Herrn Wille. Und saufet euch herrschen, mit den bösen Geistern unter nicht voll Weins, daraus ein unordent- dem Himmel. Um deswillen, so ergreilich Wesen folget, sondern werdet voll fet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, Geistes. Und redet untereinander von wann das böse Stündlein kommt, WiPsalmen und Lobgesängen, und geist- derstand thun, und alles wohl ausriche lichen Liedern, finget und spielet dem ten, und das Feld behalten möget. So Herrn in eurem Herzen. Und saget stehet nun, nungürtet eure Lenden mit Dank allezeit für alles, Gott und dem Wahrheit, und angezogen mit dem Kreis Vater in dem Namen unsers Herrn der Gerechtigkeit; und an Beinen ge Jesu Christi. Und seid untereinander stiefelt, als fertig, zu treiben das Evais unterthan in der Furcht Gottes. gelium des Friedens, damit ihr bereit t seid. Vor allen Dingen aber ergreift ben Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evang. am 21. Sonnt. n. Trinit. Johannes 4, v. 47.54. Und es war ein Königischer, des Sohn lag trant zu Capernaum. Dieser hörete, daß Sefus tam aus Judäa in Am 22. ttb 23. Gonntage nach Trinitatis. 37 Evang. am 22. Sonnt. n. Trinit., J angefangen hat das gute Werk, ber wird es auch vollführen, bis an den Tag Matth. 18, s. 23-35. arum ist das Simmelreich gleich Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, einem Könige, der mit seinen daß ich dermaßen von euch Allen halte; Knechten rechnen wollte. Und als er darum, daß ich euch in meinen Herzen anfieng zu rechnen, kam ihm einer vor, habe, in diesem meinen Gefängniß, der war ihm zehn tausend Pfund schul- darinnen ich das Evangelium verantdig. Da er es nun nicht hatte zu bezah- worte und bekräftige, als die ihr Alle len, hieß der Herr verkaufen ihn und mit mir der Gnade theilhaftig feid. sein Weib und seine Kinder, und alles, Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich was er hatte, und bezahlen. Da fiel der nach euch Allen verlanget von HerzensKnecht nieder, und betete ihn an, und grund in Jesu Christo. Und daselbst um sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr will bir alles bezahlen. Da jammerte reich werde in allerlei Erkenntniß und den Herrn desselbigen Knechts, und ließ Erfahrung; daß ihr prilfen möget, was ihn los, und die Schuld erließ er ihm das Beste sei, auf daß ihr seid lauter auch. Da gieng derselbe Knecht hinaus, und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, und fand einen seiner Mitknechte, der erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, war ihm hundert Groschen schuldig, und die durch Jesum Christum geschehen in er griff ihn an, und würgete ihn, und euch, zur Ehre und Lobe Gottes. sprach: Bezahle mir, was du mir schulbig bist. Da fiel sein Mittnecht nieder, bat und Geduld und mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er Dhielten einen Nath, wie ſie ihn ſienwollte aber nicht, sondern gieng hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden fie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schallstnecht, alle diese Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mittnecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. gen in seiner Nede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, samt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehreft den Weg Gottes recht, und du frageft nach Niemand, denn du achtest nicht das Ausehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Raiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Henchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir bie Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und bu er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Ueberschrist? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ift. Da fie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn, und giengen davon. Epistel, Phil. 1, v. 3-11. ch danke meinem Gott, so oft ich euer sebente( welches ich allezett thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Frenden) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin deffelben in guter Zuversicht, daß, der in euch Evang. am 23. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 15-22. 3, Zelget mir, lieben Brütber, und fehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn Biele wandeln, von welchen ich euch oft gefagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, 38 m 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. welcher Ende ist bie Berbammniß,| Macht in aller Geduld und Langmilthigwelchen der Bauch ihr Gott ist, und teit mit Freuden. Und banksaget dem ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber dem Erbtheil der Heiligen im Licht. ist im Himmel, von dannen wir auch Welcher uns errettet hat von der Obrigwarten des Heilands Jesu Christi, des feit der Finsterniß, und hat uns versetzet Herrn, welcher unsern nichtigen Leib in das Reich seines lieben Sohnes, an verklären wird, daß er ähnlich werde welchem wir haben die Erlösung durch seinem verklärten Leibe nach der Wir- sein Blut, nämlich die Vergebung der tung, damit er kann auch alle Dinge Sünden. ihm unterthänig machen. Evang. am 25. Sonnt. n. Trinit., Matth. 24, v. 15-28. Evang. am 24. Sonnt. n. Trinit., Matth. ihr den er solches mit ihnen revete, siehe, Dada lom der Obersten einer, und W Greuel der Verwilstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, daß er stehet an der heiligen Stätte, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber( mer das lieset, der merke darauf). fomm, und lege deine Hand auf sie, so Alsdann fliehe auf die Berge, wer int wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, Jüdischen Lande ist. Und wer auf dem und folgte ihm nach, und seine Jünger. Dache ist, der steige nicht hernieder, Und stehe, ein Weib, das zwölf Jahre etwas aus seinem Hause zu holen. den Blutgang gehabt, trat von hinten und wer auf dem Felde ift, der kehre zu ihm, und rührte seines Kleides Saum nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe an. Denn fie sprach bei ihr selbst: Möchte aber den Schwangern und Säugern ich nur sein Kleid anrithren, so würde zu der Zeit. Bittet aber, daß eure ich gesund. Da wandte sich Jesus um, Flucht nicht geschehe im Winter, oder und sah sie, und sprach: Sei getroft am Sabbat. Denn es wird alsdann meine Tochter, dein Glaube hat bir ge- eine große Tribsal sein, als nie ges holfen. Und das Weib ward gesund zu wesen ist, von Anfang der Welt bis berfelbigen Stunde. Und als er in des her, und als auch nicht werden wird. Obersten Haus kam, und sah die Pfeif- und wo diese Tage nicht würden verfer und das Getümmel des Volks, sprach türzet, so würde kein Mensch selig: er zu ihnen: Weichet, denn das Mägd- Aber um der Auserwählten willen wer lein ist nicht todt, sondern es schläft.den die Tage verkürzet. So alsdann Und sie verlachten ihn. Als aber das jemand zu euch wird sagen: Siehe, Boll ausgetrieben war, gieng er hinein, hier ist Christus, oder da, so sollt ihrs und ergriff fie bei der Hand; da stand nicht glauben. Denn es werden falsche das Mägblein auf. Und dies Gerücht Christi und falsche Propheten aufstehen, erscholl in daffelbige ganze Land. und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum Epistel, Col. 1, v. 9-14. an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu titten, daß ihr erfüllet werdet mit Erfenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erfenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen es die Auserwählten. Siche, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so geht nicht hinaus; fiche, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Auf gang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Nas ist, da sammeln sich die Abler. Am 26. Sonntage nach Erinitatis. 39 nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die teine Hoff nung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ft, so wird Gott auch die, so entschlafen sind durch Sesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaunen Gottes hernieder kommen, vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerücket werden in den Wolken, dem Herrn entgegen, in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. Epistel, 1. Theff. 4, v. 13-18. und ihr habt mich besuchet. Ich bin Mir wollen euch aber, lieben Brüder, gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig ge= sehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich frant oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch jagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht geträntet. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nacet gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Sch bin frant und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie Wer enn aber des Menschen Sohn ihm auch antworten, und sagen: Herr, kommen wird in seiner Herr- wann haben wir dich gesehen hungrig, lichkeit und alle heilige Engel mit ihm, oder durftig, oder einen Gast, oder dann wird er stten auf dem Stuhl nacket, oder trant, oder gefangen, seiner Herrlichkeit. Und werden vor und haben dir nicht gedienet? Dann ihm alle Bölfer versammelt werden. wird er ihnen antworten, und sagen: Und er wird sie von einander scheiden, Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gleich als ein Hirte die Schafe von nicht gethan habt einem unter diesen den Böcken scheidet. Und wird die Geringsten, bas habt ihr mir auch Schafe zu seiner Rechten stellen, und nicht gethan. Und sie werden in die die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet is von Anbeginn der ich bin ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Evang. am 26. Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 31-46. Epistel, 2. Theff. 1, v. 3-10. Mir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, es und ihr habt mich gespeiset. Sch bin billig ist, denn euer Glaube wächset durstig gewesen, und ihr habt mich sehr, und die Liebe eines Jeglichen getränket. Ich bin ein Gast gewesen, unter euch allen nimmt zu gegen und ihr habt mich beberberget. bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, Scheinander; also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben in 40 Am 27. Sonntage nach Trinitatie. allen euren Berfolgungen und Tribe| den Krämern und kaufet file euch selbst. falen, die ihr buldet; welches anzeigt, Und da sie hingiengen zu laufen, tam daß Gott recht richten wird, und ihr der Bräutigam, und welche bereit würdig werdet zum Reiche Gottes, waren, giengen mit ihm hinein zur über welchem ihr auch leidet. Nach- Hochzeit, und die Thüre ward verdem es recht ist bei Gott, zu verschlossen. Zulebt kamen auch die angelten Trübfal denen, die euch Tribsal dern Jungfrauen und sprachen: Herr, antegen, euch aber, die ihr Tribsal Herr, thue uns auf. Er antwortete leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, samt den Engeln seiner Kraft, mit Feuerflammen, Nache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam find dem Evangelio unsers Herrn Sefit Christi. Welche werden Bein leiden, das ewige Berberben von dem Angesicht des Herrn, und von seiner Herrlichen Macht; wann er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit feinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. aber und sprach: Wahrlich, ich fage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Epistel, 1. Theff. 5, v. 1-11. Mon den Zeiten aber und Stunden lieben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Shr aber, lieben Brüder, seib nicht in der Finsterniß, daß euch der Lag Dar ann wird das Himmelreich gleich wie ein Dieb ergreife. Shr seid allfein zehn Jungfrauen, die zumal Kinder des Lichts, und Kinder ihre Lampen nahmen, und giengen des Tages; wir sind nicht von der aus, dem Bräutigam entgegen. Aber Nacht, noch von der Finsterniß. So fünf unter ihnen waren flug, und laßt uns nun nicht schlafen, wie die fünf waren thüricht. Die Thörichten andern, sondern laffet uns wachen und nahmen ihre Lampen, aber sie nah- nüchtern sein. Denn die da schlafen, men nicht Del mit sich. Die Klugen die falafen des Stachts, und bie ba aber nahmen Del in ihren Gefäßen, trunken sind, die sind des Stacts trunsamt ihren Lampen. Da nun der ten. Wir aber, die wir des Tages Bräutigam berjog, wurden sie alle find, sollen nüchtern sein, angethan schläfrig, und entschliefen. Zur Mit- mit dem Krebes des Glaubens und der ternacht aber warb ein Geschrei: siehe Liebe, und mit dem Helm der Hoff der Bräutigam kemmnt, gehet aus, mung zur Seligkeit. Denn Gott hat ihm entgegen. Da standen diese Jung- uns nicht gefest zum Born, sondern frauen alle auf, und schmückten ihre die Seligkeit zu besigen, durch unsern Lampen. Die thörichten aber sprachen Herrn Jesum Chriftum, der für uns zu den klugen: Gebet uns von eurem gestorben ist, auf daß, wir wachen oder Dete, denn unsere Lampen verlöschen. schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Da antworteten die klugen, und spra- Darum ermahnet euch untereinander, den: icht also, auf daß nicht uns und bauet einer den andern, wie ihr und end gebreche; geht aber hin zu denn thut. Anna Catharina Riemann Evang. am 27.Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 1-13. 字 花 Inches 1 Centimetres Blue TIDA OSLONIRIDICI 2 10/0: 0: 0: 0TER 1 3 4 Cyan 2 15 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow ԱՆՈՒՆՆ 9 4 | 10| 11 Red 12 5 13 Magenta 14 ( O) 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black