дв 4290 利 花 老人 手 3 樂 手機 速 4 E 5 y A 美 妻子 * in In 22. 71 Jesus, Maria, Johannes. Jesus Christ. Mary, John. Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen. 3m Verlage der Großherzoglichen Invaliden- und Soldaten- Waisen- Anstalt. Darmstadt 1876. Druck der t. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. Gb 4290 Univ.- Bibl. Giessen Inhalt. Allgemeine Lieder beim Anfang und Schluß der öffentlichen Gottesverehrung. Nr. 1-9. 717. Erste Abtheilung. Christliche Glaubenslehren. Nr. 10-289. Gott und sein Wesen. Nr. 10-41. Dasein Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. und Größe Gottes 13-17. Auch 11. Majestät 56. 57. 13-20. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes Allgegenwart und Allwissenheit Gottes 21. 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Alweisheit Gottes 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes 28. 29. Auch 270-275. Treue und Wahrhaftigkeit Gottes 30. 31. Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes 32-39. Geduld, Langs muth und Gnade Gottes 40, 41, 703. Die heilige Dreieinigkeit. Nr. 42-46. Werke und Wohlthaten Gottes. Nr. 47-242. Schöpfung 47-53. Auch 420 und 589. Vorsehung, Erhaltung und Regierung der Welt 54-66 Auch 26. 34. 36. Von den Engeln 67-69. Der Mensch, seine Würde und Vorzüge 70-73. Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit 74-77. Er IV Erlösung 78-187. Von der Sünde 78-83. Folgen der Sünde 84-88. Erlösung des Menschen durch Christum 89-100. Würde des Erlösers 101-103. Sendung und Geburt Jesu( Adventslieder) 104-109.704.719.( Weihnachtslieder) 110-119. 729. Erscheinung Chrifti 120. 121. Darstellung Christi im Tempel 122. 123. Johannes, der Vorgänger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126-134. 333. 479. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu( Pasfionslieder) 135-173. Auferstehung Jesu( D sters lieder) 174-184. 705. 723. 724. 725. Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung( Himmelfahrtslieder) 185-187. 706, 726. Heiligung 188-242. Sendung des heiligen Geistes ( Pfingstlieder) 188-197. 727. Wort Gottes 198-208. 707. Von der heiligen christlichen Kirche 209, 218. 728. 729. 730. 733. 734. 750. Am Reformationsfest 210-218. Heilige Taufe 219-224. Das heilige Abendmahl 225-242. Auch 133, 161. 164, 312. 335. Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243-289. Vom Tode 243-263. 665. 666. Auferstehung 264-269. Auch 699. 708. Gericht 29, 270-275, 709, 710. 748. Seligkeit der Frommen nach dem Tode 276-287. 289. Auch 77, 178. 312. Verdammniß der Gottlosen 273. 275. 288. 3 weite Abtheilung. Christliche Lebenspflichten. Nr. 290-498. Gesinnung und Leben des Christen im Allgemeinen. Nr. 290-354. Eigenschaften des Christen überhaupt. 290. 292. 293 317. 325. 328. 336. 346. 347. 354. Werth und Wichtigteit. V feit der christlichen Tugend 291. 296. 314. 318. 219. 322. 324. 334. 342. 353. zur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330. 341. Selbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erkenntniß der Sünde und Reue 78. 79. 83, 294, 306. Buße oder Sinnesänderung und Lebensbesserung 298. 299, 301. 304. 711. 735. Bitte um Gottes Beistand zum Guten 80. 337. 339. 340. Wider den Aufschub der Buße 303. 307. Am allgemeinen Bußtage 309, Troft der Sündenvergebung durch Christum 302. 305. 308. 316. Auch 144. Thätiger Glaube an Jesum Christum 312. 320. 321. 326. 331-333. 335. 343-345. 347. 348. 504. 736. 738. 740. Wach: samkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Beharrlichteit und Fortschritte in der Besserung 315. 327. 332. 350-352. 737. 310-313. Entschluß Gesinnung und Leben des Christen in Beziehung auf Gott. Nr. 355-420. Erkenntniß Gottes 355-358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359-361, 744. Liebe zu Gott. 362. 365. 739. 752. 753. Gehorsam gegen Gott 366. 367. Freude in Gott 368-370. Vertrauen auf Gott 371-390. 744. Gebet 391-403. 742. Dankbarkeit gegen Gott 404-411, 712. Lob Gottes 412-420. 713. 714. 717. 718. Gesinnung und Leben des Christen gegen sich selbst. Nr. 421-476. Selbsterkenntniß und Demuth 421-425. Selbstliebe 426. Selbstachtung 71. 73-76. 443. Sorge für die Seele 427-431. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit 432-435. Berufstreue 436-439. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Gü ter 440-448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit 445-448., 260-262. Genügsamkeit und Zufriedenheit VI heit 449-452. Streben nach Herzens- und Ge wissensruhe 453. 454, 500-503. Weiser Genuß der Lebensfreuden 455-458. Geduld und Gelassenheit im Leiden 459-476. Gesinnung und Leben des Christen gegen andere Menschen. Nr. 466-509. Allgemeine Menschenliebe 477-482. Mitfreude und Mitleid 482. Gerechtigkeit und Billigkeit 483,484. Wohlthätigkeit und Barmberzigkeit 485, 486. Diensts fertigkeit und Gefälligteit 487. Sanftmuth, Fried fertigkeit und Eintracht 488. Versöhnlichkeit und Feinbesliebe 489-491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492-496. Gutes Beispiel 497. Demuth und Bescheidenheit 421-424. 498. Glückseligkeit wahrer Christen 499-509. Auch 316, 319. Dritte Abtheilung. Die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nr. 510-702. Gesinnung und Leben des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Nr. 510-559. Häusliche Gesellschaft 510-532. Der( hestand 512. 513. 745. Bei Trauungen 514. 515. der Trauung 516. Melternpflicht 517-521. despflicht 522-525. Herrschaften 526, 527, Für Dienende 528. 529. Geschwisterliebe 525. Für Für Nach Rin VII Für Wittwen 530. Für Waisen 531, Dankbarkeit gegen: Wohlthäter 532. Kirchliche Gesellschaft 533-544, Lehrer und Zuhörer 533, Bei Einführung eines Religionslehrers 534. 731. Bei der Confirmation 535-542. 198. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einseg nung 540. Nach der Confirmation 541. 542. Bei Einweihung einer Kirche 443. 732. Bei Einführung eines Schullehrers 544. Bürgerliche Gesellschaft 545-556. Waterlandsliebe 546. Regent, Obrigkeit und Untertjan 402. 547. 548. Hoher Stand 549. Der Richter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nachbar 553, Umgang 554. Freundschaft 555. 556. Gesinnung und Leben des Christen zu besonderen Zeiten. Nr. 560-624. Tageszeiten. Am Morgen 560-570. Am Sonntagsmorgen 571. Beim Anblicke der aufgehenden Sonne 572. Am Abend 573-583, Unter gestirntem Himmel 584. Jahreszeiten 63. Im Frühling 585-587. Im Gommer 588-590. Jm Herbst 591. 592. Im Winter 593. 594. Saat: und Aerndtezeit. Zur Saatzeit 595. Nach einer reichen Nerndte 599. 597. 62. Nach einer sparsamen Aerndte 598. Witterung. Flehen um Regen 599. Nach verliehenem Regen 600. Flehen um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602. Beim Ge witter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606-613. 721. 722. Beim Anfang des Kirchenjahres 212. 614. 719. Lebenszeiten. Am Geburtstage 66. 615, 616, 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Jus gend 618-620. Für Jünglinge 621. 447. 455. 457. Für Jungfrauen 622. Für das Alter 623. 624. Sea Y VIII Gesinnung und Leben des Christen unter besonderen Umständen. Nr. 625-702. Bei allgemeinem Wohlßand 625. In allgemeiner Noth 626. 627. Jn Kriegszeiten 628-630. 3ur Flie densfeier 631. 632. In Theuerung 633. Jn Wasfersnoth 634, 635. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reise 639, 55. 752. Der reisende Jüngling 640. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 643. In Krankheiten 644-652. 252. 378. 382. 462. 463. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Genesung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod und Troft für Sterbende 658-668. 247. 260-262. 268. 270. 282-286. 746. Der sterbende Jüngling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Einsegnung eines Sterbenden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tode guter Neltern 675. Beim Tode hoffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes 678. Bei Begräbnisjen 679-702. Auch 243. 250, 258. 264, 265. 267, 269. 276. 278-287, 289. Am Trauerhause und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248. 253, 254. 258. 260. 262. 679. 680, 747. Am Grabe 681-691. Beim Grabe eines Verunglückten 692. Am Grabe Frühverstorbener 693-695. Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und Gelübde auf Gräbern 698-700. Trost des Wiedersehens 701, 602. Anhang. Nr. 703-754. Liturgie zu den Geburtsfesten des Großherzogs und der Großherzogin. Allgemeine Lieder bei der öffentlichen Gottesverehrung. K ter Gläubigen günd in ihnen das Feuer einer göttlichen Liebe, der durch Mannichfaltigkeit Zungen die Völker der Erfüll die Herzen dets dir! Mit deinem Troft, o und ent- Gott, verlaß uns nicht in unsrer leßten Noth! Erbars me dich! anzen Welt versammelt zur s! Halleluja! Halleluja! In eigener Melodie. 3 Lob, Breis und Ehre bringen wir, Gott, Vater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm erfüllet werden! Wie selig, wie begnadigt ist ein Volt, deß Zuversicht du bist! O Höchfter, deinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör uns Gott! Erhör uns Gott! In eigener Melodie. chöpfer, Gott, Herr der Zeit und Ewigs it, Vater der Barmherzigit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! 2. Christe, aller Welt Licht, unser Heil und Trost und Zuversicht, du Gottes ewger Sohn, ach, unser Mittler bor des Höchsten Thron, Heiland! brünstig seufzen 4 Stebster Jeſu, wir find wir zu dir: Erbarme dich! 3. Heilger Geist, dich, dich flehen wir; führ uns, hier, um dein göttlich Wort zu hören; lenke Sinnen und Begier zu des HimA mels Vor der Predigt. In eigener Melodie. 2 mels heilgen Lehren, daß das Herz jetzt von der Erde ganz zu dir gezogen werde! Allgemeine Lieder 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß In voriger Melodie. umhüllet, wenn nicht deines 6 Demuthsvoll komm ich Geiftes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet! Lehr aufs Wort uns glaubend mer ken, laß es uns zur Tugend stärken! dir, dich im zu verehren. Vater! ach verleihe mir wahre Andacht, daß die Lehren deiner Weißheit mich recht rühren, mich den Weg zum Himmel führen. 2. Ach gib, daß dein theures Wort meine Seele ganz durchdringe und in mir, o Herr, mein Hort, Frucht zum ewgen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig stärke zur Vollbringung gus ter Werke! 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, dir sei unser Herz geweiht, dir zum Tempel auserforen! Lenke du Gebet und Lehre uns zum Heil und dir zur Ehre! Mel. Liebster Jesu, wir find 5 Herr! err! vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf das Flehen nicht, das dein Volk dir, Höchster, flammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen bringen; laß es unsern Sinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen! Leid und keine Freude uns von dieser Liebe scheide! 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vorfchrift üben, dich unb den, den du gesandt, Jesum Christum herzlich lieben, daß fein 3. Laß es sein mein Tro mein Licht, Herr, auf aller meinen Wegen; meine starte Zuversicht, wenn sich Zwei fel in mir regen; meines Her zens höchste Freude, wan ich von der Welt einst scheid Mel. Vom Himmel kam ber Gott! du biſt mein Preis und Nuhm; mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag heilig sein und gern ihn deinem Dienste weihn! 2. Gib, daß ich mein Gemüth bewahr, wenn ich mit deiner Christenschaar zu deis nes Haufes Stätte geh und hier mit Ehrfurchtvordir steht 3. Er bei der öffentlichen Gottesverehrung. 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seist, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nußen hör! 4. Mel. Liebster Jesu, wir sind Drück Alles tief ins Herz hinein und laß mich 9 Höchfter Gott, wir nicht blos Hörer sein; steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter ſei! danken dir, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben: gib dem Glauben solche Stärfe, daß er thätig fei durch Werke! 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält! 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht. Mel. Herr Jesu Chrift, dich jer du stets unsre 8 mit den Deinen, Jefu Chrift! send uns den Geist, der uns regiert und uns den Weg zur Wahrheit führt! 3 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deine Lehre unsbekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er leis tet uns des Lebens Bahn. 3. Halleluja! Einst fingen wir, Gott, heilig! heilig! heilig! dir und schauen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht. Bei dem Schlusse der Gottesverehrung. 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schent uns deine Kraft dazu! Gib zum Wissen auch das Wollen und zum wollen das Vollbringen, so wird Alles wohlgelingen. 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Auch jezt haben wir vernommen, was uns fromm und weiſe macht: Gottes Wort, den Trost der Frommen, Lehren, die zu guten Werken unsern schwachen Glauben stärken. 4. Unser Gott erhört Gebet, gibt uns seinen Vatersegen. Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen. 5. Unsern Ausgang segne A 2 Gott 4 Gott Gott, unsern Eingang glei- und Laffen, fegne uns mit chermaßen, segne unser täg- selgem Sterben und mach lich Brod, segne unser Thun uns zu Himmelserben. Erste Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Gott und sein Wesen. Dasein Gottes. Mel. Kommt her zu mir 10 We er könnte zweifeln, daß du bist, o Gott! der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. 3u sichtbar ists, daß Güt und macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh ich Ordnung, die entzückt, im Großen und im Kleinen; ich seh und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem andern nußbar sein, daß die sich ihres Dasein freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich nicht von ungefähr entstanden Himmel, Erd und Meer; so konnte nichts entstehen! Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Creatur ist Alles, was wir sehen. 5. Du bists, der die geschaffne Welt in ihrer Ordnung stets erhält, mit Weisheit fie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf unfres Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchfter, daß du bist, daß dein Wert Ero und Himmel ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel, ich darf nach meiner Wünsche und sein Wesen. sche Biel nun nicht vergeb lich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ewger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnödeLust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. 5 sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. Einheit Gottes. Mel. Es ist das Heil uns 11 De er Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, er ist unendlich, gränzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er, noch eher, als die Himmel, 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fass 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern; weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwär tig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Gerecht bist du, bist heilig, gut und reiner, als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! Du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, der Seligteiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gefang A 3 und Gott 6 und Ehre! Kommt, werbet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so volikom men? Mel. Mein erft Geschäft sei Preis 12 S s ist nur Einer im Himmel und auf Erden. Herr und Gott Nur sein allmächtiges Gebot hieß Erd und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr sein, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Welt regierer, der Sterne, die er ausgesät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That kann ers der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath, wer sollte dich nicht preisen! 5. Dich preift entzückt der Himmel Heer; es kennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt ich von dir je weichen? 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig solls kein Andrer sein, von dem ich Heil verlange. 7. Mein ganzes Leben weih ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr, als hier, in deiner Größe schaue. Majestät und Größe Gottes. In eigener Melodie. 13 Schwingt, heilige Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß.Lobfinget Gott, lobsingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Aluge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, fein endlicher Verstand; was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise zu seinem ewgen Preise mit Herrlichkeit erfüllt! 3. Die Sonn in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? Ihr seid mit eurer Pracht in eurem schöns sten Lichte vor seinem Angesichte nur Schimmer seiner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich, Vater der Natur? und sein Wesen. tur? Was wissen wir? Wir kennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharfsinn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der flügste Meister; er glaubet nur und schweigt. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft gegeben dem Engel, der dich preist. In deinem Heiligthum ertönen Lobgesänge in seiner Brüder Menge zu deines Namens Ruhm. 6. Stimm in der Engel Chöre, o meine Seele, auch; sei voll von Gottes Chre, du seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet ihn, Seele, bet ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie selig bist du dann! Er hat Unsterblichteit und Seligkeit und Leben. Das Alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. 7 Gott, mit Ehrfurcht stets zu nennen! du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. D flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung sein. 2. Du bist das höchste Gut, du weißt von feinem Leide; höchst selig in dir selbst, schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit, auch ohne Creatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, was nicht war, um Lust und Seligkeiten aufs mannichfaltigste rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbft; Verstand und Rath sind dein, und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 4. Du spricht, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Wert, der Himmel und die Erde. Mit deinem fräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du dist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; auch Geifter kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? wen du erhöhen Mel. Nun dantet Alle Gott 14 Anbetungswürdger willst, deß Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besißet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schüßet; den Geist, der in uns lebt, den A 4 ha 8 haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts; doch du bleibst für und für. Gott Was sind Engel? Was bin ich? Du, an den fein Seraph reichet, mer, ach, wer begreifet dich? Niemand war und Niemand ist, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur, du der höhern Geis ster größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! Du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewigteit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Tu, der Ursprung aller. Gaben und Beherrscher jeder Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hält, du bist unveränderlich, Alles, Alles blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen. 7. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückft. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deine Liebe fund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvoukommen; doch wird die grobe Hüll dereinst hinweggenommen, die, Unbegreiflicher, dich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indeß sei auch schon hier dein Ruhm von uns befungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwa: chen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein beßrer Preisgesang dich, großer Gott, erhöhn. 15 Mel. Freu dich sehr, o meine öchster, wer ists der dir gleichet? 4. Ja, du wohnst in eis nem Lichte, das kein Mensch durchdringen kann. Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. Kein Erschaffner siebet ganz deis ner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Tiefen finden, wers versucht, sie zu ergründen. 5. Dennoch soll mir meis nen Glauben, daß du bist und auch für mich, nie der Thor und sein Wesen. Thor und Spötter rauben, der vom Tugendpfade wich. Sei gleich unerforschlich mir, dennoch bleib sich stets an dir. Welten sinds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. In eigener Melodie. 16 T rhabner Gott! was reicht an deine Größe! Dent ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß beschränkt mein forschend Denten ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die dir gebührt und über Alles geht. 3. Dein ewges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was bein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand, von Engeln selbst wird es nie ganz erkannt. 9 5. Mein eigner Geift kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so gnüge mir davon dein Unterricht. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? mache mich solchem frei und gib, daß nur dein Wort mir Richtschnur sei. 6. Von dir, durch dich zu dir sind alle Dinge; gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst, so sei mirs gnug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort ges lehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle, zufrieden sei, wie du mich hier res gierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen und, froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an macht und Rath! In eigener Melodie. 17 Gott ist mein Lied! Er Gott der Stärke; groß ist sein Nam, und groß sind seine 25 Wers Gott 10 Werke und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste, Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das lennet Gott, und seiner Werte Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe, er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verfündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Jst Gott mein Schuß, mill Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß. 7. Er ist dir nah, du sigeft oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Fleben und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er mog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich tel. Liebster Jesu wir find Leben sollte, da ich noch une 18 Gott, du bist bereitet war. Ewigkeit, und dein Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. und sein Wesen. 11 dein herrlich großes Wesen in deinem Willen übe! Dann ändert sich zu keiner Zeit. Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen Geist beleben, ehrfürchtsvoll dich zu erheben. o Herr, wirds meiner Seelen nie an wahrem Wohlsein fehlen. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen; was dir einmal Wahrheit war,.wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum Leitstern wählen. 7. Erd und Himmel wird vergehen; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehen. Deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude! 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starten Ans trieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. 3. Herr! du bist kein Menschenkind, daß dich et was reuen sollte; immer bleibst du gleichgesinnt. Was dein Rathschluß vor mals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefalleu. feind; wehe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden, 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der da hält, was er verspricht. O, daß dieß mich stehts erfreue! Laß nur dei nen Geist mich treiben, dir, Herr auch getreu zu bleiz ben! 6. Stets ist Wohlthun deine Lust, ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich Mel. Erhabner Gott. 19 die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub ist vor dir der Heis lige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie pergehn 26 pera 12 Gott 3. Von Ewigkeit zu Ewigs keit fann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht ungleich werden, bedarf auch nie, sich gleich zu sein, der Himmel und der Erden. 4. Gott, mit dir unvers änderlich, bezeugte deine Weisheit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Welten, die du schufft, sich ferner offenbaren. 5. Ob Felsen weichen, Berg ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6. Was zaget denn mein Herz in mir; was klag ich ängftlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dieß Leben mir verfließe! 7. Was flag ich, der dein Wort noch hat, den Trost, Mel. Ich freue mich, mein Gott daß meine Missethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Angesichte! 20 So wie du bist, so warst du schon, Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefst zu sein, um deine Macht und Güte zu erfahren. 8. Was flag ich! Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch und willst mich ewig lieben, hast selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und ewig, ewig wirst du's sein. Von dir kann mich nichts scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Lust, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigfeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden wie ein Gewand von dir ver wandelt werden; du bleibest, wie du bist: denn welche Beit umgränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit! 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner starten Rechie, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott: denn sie find ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden, Rein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. 2. Du wirst auch sein, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer frönen, die wir hier um deinen Himmel streiten, und sein Wesen. 13 ter, zählest du die Thränen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. Allgegenwart Gottes. 6. Odrück, Allgegenwärtiger! Dieß tief in meine Mel. Auf, Chriftenmenfch! 21 Nie bist du, Höch- Seele, daß, wo ich bin, ster, von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu und dir zu dienen eifrig sei. Luft, nicht du und deine Freuden. 2. Was ich gedenke, weis sest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Ginsamkeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld. erfreut, lobsingend dich ers hebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir er scheine, Voll Mitleid, Va7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stehts um mich seist, das tröst und bebre meinen Geist. In eigener Melodie. 22 Augegenwärtiger! verborgen, wo ich bin, wollt auch auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 2. Flieg ich zum Himmel hoch empor, mich unter seinem Sternenchor im Glanze zu verstecken, so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab: du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. 4. Der 14 Allmacht Gottes. 4. Der Alles schuf, ist überall o fürchterlicher Donnerschall in aller SünPer Dhren! Sie fürchten 23 macht reicht so In eigener Melodie. Alnun zitGott keinen Ueberfall tern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels ist so nah, das Heiligste der Wesen sah, was wir im Herzen dachten, was in geheimer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. 1 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen seinen Schrecken. 7. Noch teines Herzens böjer Rath, ihr Sünder, teine schnöde That ist seinem Aug entronnen. Er tennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 8. D gehe nicht, Herr, ins Gericht, wenn wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke nichts enflieht, was war und ist und einst geschieht, sei meine Ruh und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und sieht, der weiß auch, wann ich leide. weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das detner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich wär! 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du führest deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, ſo steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie ers hält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wann du und sein Wesen. du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt! 6. Allmächtiger! erstaunt fall ich vor deinem Throne nieder: mein blöder Geist verlieret sich und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. O schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. 15 Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. nicht verborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wisseßt. Du schaffest, was ich thu; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunders bar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? 4. Näym ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen, selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken, denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem AnAllwissenheit Gottes. Miel. O Gott, du frommer Gott. err, du erforschest 24 mich, bir bin ich geſicht. 6. mir Du warst schon über in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse, für 16 für köstliche Gedanken! Uns zählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Gott Mel. Wie groß ist des Allmächt. 25 20 sen, die mich lehren, wie unser Gott allwissend ist? wer kann mir Forschenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer kennet ihn von Angesichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Bekennts: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge bringt. 2. Könnt ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer und die Gedanken aller Seelen von ihrem ersten Ursprung her, so wär ich weifer, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden; doch wüßt ich gegen Gott noch Nichts. 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefen der Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet, und jeden Punkt der Ewigkeit. D du, der Alles weiß und nennet, was ist, was werden soll und war, wie bist du jedem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott! nach dem Licht, in dem du vor nest, schau ich mit heiliger Begier; du siehst es gnädig und belohnest mit Weisheit meinen Blick nach dir. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets: Gott fann mich finden, wie tief verborgen ich auch sei. Vor ihm kann keine Nacht mich decken, fein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Dasein schrecken, könnt ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer kennet feines Herzens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber traun? Ällwissender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein und sein Wesen. mein Herz durchschaun. Er wenn tausend Hindernisse blickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigteit von dir empfahn! kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo jeder seinen Weg erwäblt, muß doch den deinen bloß erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt und aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 6. D Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht.- 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs beste mich regiert; o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Weisheit Gottes. 17 Mel. Wer nur den lieben Gott 26 Du weißer Schöpfer aller Dinge, der Alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maas, Ziel und Regel vor. 2. Die vielen wundervollen Werke, was unsern Augen fern und nah, stehn als Beweise deiner Stärke, als Zeugen deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen Meis sterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beir 27 Unerforschlich ſei stand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, frönt auch, sobald du willst, die That; Mel. Gott des Himmels und der Erde. mir immer meis nes Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist Alles, Gott 18 les, was er thut, wie's auch scheine, weis und gut. 2. Sollt ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Absicht seh? Pflicht t's, Mel. Freu dich sehr, o meine ihn auch dann zu loben, 28 Gott! vor deſsen wenn ich sie noch nicht versteh. Frevelt der nicht, welcher Flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? Angesichte nur ein reiner Wandel gilt; ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt; deines Namens Heiligkeit werde stets von uns geicheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft, ist gut; und mit deines Armes Stärke mirkst du stets vollkommne Werke. 3. Soll ein Vater unter lassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel fassen das, wo du im Dunkel bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glauben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt er zu Regiererinnen seiner Werte, seiner Welt meine Lüfte sezen? finnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begebrt! 5. Hier in meinem Pilgers ftande jei mein Theil Zufriedenheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel ſein. 6. Wenn du auch auf rau hen Wegen wandelst, ach! so tlage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faß erst Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. Heiligkeit und Gerechtigfeit Gottes. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf fich dein, deiner Gnad und Huld erfreun. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen; tödt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist heia und sein Wesen. 19 heilig, aber wir sind ver- wir gethan, siehst, du gerechderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen! ter Richter. 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend weihet. 4. Du liebst, was recht ist, Herr, und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufges nommen. Sein Tugendfleiß gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz heilig, ganz vollfommen. 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. Oso reinige vom Bösen unsern gan. zen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und uns zu dem Himmel führe. 6. Jede Neigung und Be gierde, jede That sei dir geweiht! Unsers Wandels größte Bierde sei rechtschaffne Heiligkeit! Mach uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Schon ist der Tag von Gott 29 Gere erechter Gott! vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. D laß mich jede Sünde scheun und hier mit Ernst beslissen sein, vor dir einsi zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deine Kinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht siehst du die Personen an, auf das allein, was 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbelohnet, so fommt ein Tag ber Rechenschaft, der keines Sünders schonet. Da zeigest du im hellsten Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme: 7. Gerechter Gott! Laß mich 20 mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde. Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. Gott 30 Noch Wel. Wer nur den lieben Gott nie hast du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, D Gott, verlegt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgeseßt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, Erfülwas du versprichst, ur lung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb uns zugedacht, se wird, wann du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß pollbracht. Wer hier verlezet seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 4. O drücke tief dieß in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafges rechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest; wohl dem, der sich auf Gott verläßt 6. Erwäge dieß, o meine Seele, und traue Gott, der's treulich meint. Sei stets nach seines Worts Befehle der Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig sind. Mel. Gott des Himmels und 31( a) Meicht, ihr Ber ge fallt, ihr Hügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Fester wird, als Berg und Hügel, Gottes Vatertreue sein, unbewegter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür. Erb und sein Wesen. Erd und Himmel mag vers gehn; was er zusagt, muß geschehn. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen. Wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ist getreu. In eigener Melobie. 4. Dräut die Welt mir, 31( b) Gott ist getreu! Sein Herz, mich zu hassen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlaffen: er erbarmt doch meiner sich. Denn er blei bet immerbar, was er ist und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten und vers birgt sein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten, so vergißt er mich doch nicht: denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Sonn und Schild. 21 8. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen, was er sagt, wird er auch thun! Erd und Himmel mag vergehn: ewig wird sein Bund bestehn. 7. Er der Herr ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Troft genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht sein; sollte nicht mein Herz sich freun? sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Jm Wohlsein und im Schmerz erfreut und schüßt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel, Stürzt ein, ihr Berge, fallt, ihr Hügel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freurd! Dieß weiß, dieß hoff ich fest: ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart vers suchen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde in meiner Brüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so irr und gleit ich nicht. Das Laster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht bes trügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trübfal Gott sei treu im Glauben. Laß nichts den starken Troft dir rauben: Gott ist getreu! 22 fal ists; mein Vater beffert mich durch Alles, was er thut. Die Trübfal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan im Wechsellauf der Dinge zum Gewinn ewgen hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden und läßt mich Troft durch Christum finden. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irs disch Glück fie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun! Sei Gott getreu und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Arglist sein. Selbst falscher Menschen Neid und Tücke gereichen mir alsdann zum Glücke. Gott ift getreu! 8. Gott ist getreu! Vergiß, o Seel, es nicht, wie zärtlich treu er ist! Jhm treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt feft an Gott, Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. In eigener Melodie. 32 Wie groß ist des AllGüte! Jft der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Jsts nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du haft ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Auch darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und und sein Wesen. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Her geschrieben, fein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille; ich soll vollkommen sein, wie er. Solang ich dieß Gebot er fülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit feble, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott! Laß deine Güt und Liebe mir immer dar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und fie besieg in meinem Herzen die Furcht des leßten Augenblicks. Mel. Herzliebfter Jesu. 33 auchzt unserm Gott! Güte, barmherzig und von duldendem Gemüthe; will Allen Heil und ewge Luft gewähren, die ihn verehren. 23 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschuldet haben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Ant lig, wenn ers sucht, verborgen? Soweit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unserm Herzen. 5. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schläat und heilt, verwundet, läßt geneſen. Er weiß, der Mensch ist ein gebrechlich Wefen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu Ewigs feiten währet die Güte Gottes jedem, der ihn ehret. auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 8. So werd ich ewig deine Huld genießen; so wird mein Gott 24 mein Leben sanft vor dir verfließen; so werd ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. Mel. Mein Gott, das Herz 34 Wenn Geist, tiger, der Gnaden Menge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unvers dient beschenkt; ich mein 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll und weiß vor beißer Dankbarkeit nicht, wie es dir danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß in Nacht verborgen schlief, bestimmtest du, o Herr, mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, eh er geboren ist; und so ward ich, o welch ein Glück, durch die Geburt ein Christ. dem Laster, das noch mehr, als sie, zu fürchten war. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Ünglück und Gefahr, und vor 8. Ich sah, vor Krankheit bleich, durch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wenn Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst und mir in wahrer Freundschaft Glück mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dieß Herz, das fühlen kann, dieß Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würdger mir vergehn, als Ews ger, dir zum Preis: ich will frohlockend dich erhöhn als Jüngling und als Greis. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 5. Als ich noch schwach, vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigtest du des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. Mel. Mein ganzer Geist, Gott, 6. Wenn ich als Jüng- 35 Gott, deß starte ling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich unsichtbar, Herr, dein Rath oft wieder drauf geführt. Hand die Welt erschaffen hat und noch erhält, ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende; streckst du Hände voll und sein Wesen. 25 voll Erbarmen und voll reichen, reicht deine Huld, Wohlthun nach mir Armen. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich davon sehen kann, so seh ich deine Güte. Der Himmels: körper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig freudig dir zu singen, dir zu bringen Ghr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke. die uns erhält. Eh wers den Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Gebirgen steht die Güte, die dein Volt erhöht. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen und von neuem, Herr, mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr! dazu, bift ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch beine große Güte. O hei lige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undant hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen, dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. Mel. Wer nur den lieben Gott 36 oweit, Herr, deine Himmel 2. Gott, dir ist kein Geschöpf verborgen, nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst alle deiner Sorgen, sie danken Luft und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig sein, dir, Gott, ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, freudigem Gemüthe erheb ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väters lich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun! 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüüst du dieſe Welt, dein Haus! Du theilst ihn Alen zum Genusse so väterlich, so reichlich aus. Herr, unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein Licht. Entzeuch uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antlig nicht! Herr, deine Huld erfreue die, die dich verehren: segne sie! B 26 Gott Mel. Herzlietfter Jesu 37 ott ott ist die Liebe! Gott kann nur beglücken! Dieß ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Bater, und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde stände, selbst wenn ich in die tiefste Gruft mich grübe, dich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein höchftes Ziel auf Erden, dir, Geist der Liebe, ähnlich hier zu werden: der heißeste, der erste meiner Triebe sei Menschenliebe. Mel. Es ist das Heil uns 38 Wie viele Freuden dank ich dir, die du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden haft du mir aus Gnaden schon verziehen! D Gott, voll Langmuth und Geduld! noch täglich häuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet. 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine Macht, blick ich in jene Ferne und überseh des Himmels Pracht und Sonne, Mond und Sterne, so bet ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich fein erbarmest! 3. Dein Auge schaut auf ihn herab, so geht er nicht verloren; nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er allein geboren. Die Welt vergeht mit ihrer Luft; der du den Willen Gottes thuft, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, dent ich dein, und wann ich schlafen gehe; denn du, mein Vater, kannst verleihn, um was ich findlich flehe. Drum seufz ich findlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir um deiner Güte willen! 39 Hulig Mel. Herr, wir fingen uldigt Gott, ihr frohen Triebe! Der Gott des Himmels ist die Liebe! Er ists in alle Ewigkeit! O mo kann ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig segnet und erfreut? Wer bin ich, Herr, vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist ja selbst der Engel faßt es nicht. 2. Wundervoll sind deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Aber deine Liebe thronet da auch, wo Macht und Weisheit wohnet; ich seh es und erhebe mich. Was ists, Univ.- Bibl. Giessen und sein Wesen. 27 ists, das mich erschreckt? und lockt mich hin zu dir Mein heller Blick endeckt nichts, als Liebe. Der fleinste Wurm, der Donnersturm, und Alles, Alles preiset sie. durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis dir! den begnadigst du. 3. Huldreich riefst du mich ins Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich her zu streun. Jeder Tag erzählts dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vor hof deines Himmels sein. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir geschüßt und unterstüßt, durch lauf ich fröhlich meine Bahn. 4. Trüben sich auch meine Tage, hinweg mit jeder Jammerklage! Nur du, mein Vater, trübeft sie. Licht entströmt den Dunkel heiten; du wirst nur Segen mir bereiten, und Trost und Hoffnung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht, ich zage nicht! Du reichst mir deine Vaterhand. 6. Ja, du willst der Sünder Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter sei. Weisheit kam mit ihm hernieder; er litt und starb für seine Brüder und sprach ihr Herz von Aengsten frei. D Gott, was fühlt mein Geift! Wie staunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien, du fandtest ihn! Wie hoch hast du die Welt geliebt! 7. Gott! ich will dir folge sam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken kann? Einst umstrahlet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh ich nur gern auf deiner Bahn. Dann schwebt mein Geift empor und singt im Sternenchor: Liebe! Liebe! O Herr der Zeit und Ewigteit! Ich weiß, daß du die Liebe bift. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrs scher aller Welten, mir armen Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf Sünde und dennoch seh ich und empfinde, daß du, ErMel. Ein Lämmlein geht barmer, mich noch liebst. 40 mit welcher Lang Du 32 duld Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. 28 Gott duld trägst du die Men- häufe Schuld auf Schuld schenkinder, o Gott! Auch durch kühnen Mißbrauch bei gehäufter Schuld trägfst deiner Huld! Nur Tugend du die frechen Sünder! sei uns Freude, damit uns Sie nahen dem Verderben in der Prüfungszeit der sich; du siehst es, und es Reichthum deiner Gütigkeit jammert dich des Elends zur wahren Beßrung leite. dieser Armen. Daß sie demfelben noch entfliehen, suchst In eigener Melodie. du ihr Herz zu dir zu 41 Aller Welten Herrmen. 2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schoneft sein von Zeit zu Zeit; vollziehest voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. O welche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Vaterhuld nicht inniglich vertrauen? 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder, so trägst du schonend noch vielmehr dieFrom: men, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach und träg zu guten Werken, so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täuschen kann, und eil st, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unire Herzen rühren! Nie müsse deine Vaterhuld zur Sicher heit uns führen! Ach! keiner ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Sie verherrlicht täglich sich auch an uns allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja, fie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, selbst die größten Sünder. 2. Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden; aber wer kann sie ergrün den? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden und dabei doch so treu warnen, die dich hassen: Herr! wer kann dieß fassen? 3. Doch du strafft nicht gerne, liebst nur unser Leben, Zeit zur Behrung uns zu geben, dringt dich deiner Liebe zärtliches Erbarmen. Darum hast du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten und nach Beßrung trachten. 4. O daß doch der Reichthum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesändrung triebe! D und sein Wesen. O daß wir, voll Reue, unsre Schuld bedächten und dir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz, Schulden, die uns fränken, gnädig uns zu schenken. 5. Dank sei dir, o Vater, Von der heiligen Dreieinigkeit. Gott, Vater, Sohn und ben und im Tod: erbarm heiliger Geist. dich unser aller! In eigener Me! obie. 42 № llein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade! Er forget, daß uns nimmer mehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohlzuthun ist er bereit, er will nur unfre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 29 daß du unser schonest und nicht nach Verdienst uns lohnest. Stets noch ist uns Schwacher nöthig deineGnade, selber auf dem Tugendpfade. Leit uns doch damit noch, bis wir dich einst droben ohne Sünden loben. 2. Ja, Vater, wir erhe ben dich mit freudigem Gemüthe, du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was sie wirkt, ist wohlbedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. Jesu Christ, des Höchsten Sohn! Dich, seinen Eingebornen, dich fandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott hilf uns im Les 4. O heilger Geist, du Geist von Gott! Erleuchte, beßre, trößte, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir; ach leit uns stets, so sind wir hier beglückt, dort ewig selig. Mel. Erschienen ift der herrlich 43 Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir. Du littft für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du hast durch deines Wortes Macht B3 uns 30 Von der heiligen Dreieinigkeit. uns allen Licht und Heil den. Er flößt uns im Todesgebracht. Halleluja. schmerz des ewgen Lebens Trost ins Herz. In eigener Melodie. 44 Wir glauben an den eingen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn den Eingebornen, den Herin, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu theur, für uns zu geben. Er erstand, herrscht hoch erhöhet in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten, der uns lehrt Vergeltung finden und der Tugend Werth empfins Mel. Mein ganzer Geift 45 Lobfinget Gott! Dank, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder! fallet nieder! Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott, Dank Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hast durch Ge horsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heilig, selig ist die Freund schaft undGemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! du Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weise, rein, hilfft uns getroft und siegreich sein im Streit mit unsern Lüften. Leit uns, stärk uns in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Von der heiligen Dreieinigkeit. Mel. Es wolle Gott uns 46 Herr, err, unser Gott, wer ist dir gleich? Du bist das höchste Wesen; und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollten wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Vater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben; dein Herz voll Güte und Geduld, verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 3. D Jefu, ewger Gottessohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns 31 zu befrein von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf Erden. D laß uns, unser Herr und Gott, froh deines Segens werden und dir im Glauben dienen. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott! wehr in uns dem Verderben! Jm Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben. Du gibst zum Guten Lust und Kraft; laß es uns stets erfahren. Stärk uns in unsrer Bilgrimschaft, bewahr uns vor Gefahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. Werke und Wohlthaten Gottes. Schöpfung. Wälder, Feld und Au? befahl dem Regen, sprach zum Mel. Es ist das Heil uns kommen Thau: Erquicke Saat und 47 Wer machte diese Blüthen? schöne Welt, das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hingestellt die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf die 2. Auf wessen mächtiges Geheiß entstanden Ström und Seen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde we hen? Werke und Wohlthaten Gottes. 32 hen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, und im Staub selbst frohe Wesen? 3. Das Alles, Alles, groß und klein, ist dein Werk, Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ist auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn und Mond und Pflanz und Thier und Stein und Wasser nügen mir und nüßen allen Menschen. 5. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufst du die prächtige Natur, den Himmel und die Erde. O du, der uns als Vater liebt und Allen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! Du machst auch mich zu Zeus gen deiner Güte. Ich danke dir und denk an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh dich nicht, doch lieb ich dich; du schufft und du erhältst auch mich zu immer größern Freuden. In eigener Melodie. 48 Dobsinget Gott er Welt zum Schauplaß seiner Güte; lobsingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüthe! Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütige teit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet! 2. Du wolltest, daß vor dir nichts leer von Freud und Leben bliebe, drum schufst du, Gott, der Himmel Heer, schufft unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie; Unendlicher! Du ließest sie zu ihrem Heil nur werden. Dich aber, dich erfreuet nur die Wonne, Allen wohlzuthun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt dein Wohlthun, deinen Segen, wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Ach! was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub hervor gebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. D Bater, welchem Keis ner Schöpfung. ner gleicht an Liebe, wie an Stärke, tein Dank, tein Lobgesang erreicht die Wunder deiner Werke; doch ist dirs angenehmer Dank, dir ist es mehr als Lobges sang, wann ich dich thätig liebe und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten, will ich deine Schöpfung sehn und durch ihre Herrlichkeitenstets mit offnem Herzen gehn, Alle stehn ja unverschloffen. sind dem ermsten ja bekannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genossen. Still und hei: ter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon Gott! aus deinen für meine Freuden vor dem Go ersten Athemzug. Zum Genuß für Leib und Seele hast du, Herr, mit Freunds lichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. D, wer wollte je vermessen mitten in der schö nen Welt deiner Macht und Huld vergessen und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Baterforge 35 weiht, 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erkenne und dir zum Ruhm, zum Troste mir dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich fein, will glücklich machen, will erfreun, will helfen und dir gleichen. Von die sem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, solang ich lebe, weichen! Mel. Gott, der du die Menschen 49 Schöpferhänden ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden, konnte solch ein Schöpfer nur. O wie tönnt ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, Pracht und Mannichfaltigkeit, wie die Zeugen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit sehn und doch stumm vorüber gehn? 33 werf auch ich mich nieber; Herr, dein Preis sei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preisen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer fenne und von hohem Eifer voll mehr dich kennen lernen soll. 2. Rings auf Erben hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend 34 weiht, du bists, der auch mich erfreut in der Stille, wie im Sturme. Herr, dir will ich ganz vertraun und mein Heil auf dich nur baun. Werke und Wohlthaten Gottes. nem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht: bringt unserm Schöpfer Chre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Vers stand dich zu erkennen Mel. Sei Lob und Ehr dem enn 50 Whöpfer, deine leitet; der Mensch, der SchöpfungRuhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, anbetend über lege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag: Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? In eigener Melodie. ruft dem Heer der Sterne? 51 Die Himmel rüh3. Wer Gottes Ehre, seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Du Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, als Erd und Himmel reichen. 4. Dich predigt Sonnen schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meis ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Jhn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere! vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne und lauft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und sieh die Wunderwerke, die die Na= Schöpfung. Natur dir aufgestellt! Vertündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde: an meinen Werken kennst du mich! Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich! 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil! Ich bins! Mich liebe dein Gemüthe und nehm an meiner Gnade Theil! Mel. Herr wir fingen 52 Unser Gott ist groß und mächtig, und feine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. Dihr, seie ner Aumacht Heere, verkün digt eures Schöpfers Ehre und preiset seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht, er hält im Gleichgewicht gans ze Welten. Der Wesen Heer, bas weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Allmacht sprach zum Nichts: es werde! Da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. 35 Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten und sinken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand die Himmel ausgespannt. Durch ihn geht, gleich wie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an: sie bebet! Er rührt den Berg an, und er raucht! Vögel nährt er, speist die Heerden, erneuert die Gestalt der Erden, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Allen Speise, liebt und erhält die ganze Welt und tränkt die Thiere auf dem Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr danach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbars teit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht rühmt feine Macht und rühmt, daß er für Alles wacht. 5. Gott, voll Weisheit, Gott, voll Stärke, wie viel und groß sind deine Werke! wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weis B6 ten 36 Werke und Wohlthaten Gottes. ziehe mich doch ganz zu dir und offenbar dich selber mi r! ten Meeren; da wimmelts Ding verborgen ist! Ach von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie derSand. Mit Mannichfaltigkeit, mit Regelmäßigkeit prangt die Erde; wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reiz geschmückt. 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret, Lämmer weidet, der forget als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für morgen schon heute bang und ängstlich sorgen! Nein, sei getroft, ermanne dich? Ver traue Gott! Auf ihn werf alle Sorgen hin! Er wird sorgen: er, der uns hört und gern gewährt, was unser wahres Wohl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu singen und stets mein Herz ihm darzubringen, soll meine höchste Freude sein. Laut soll ihm mein Lob erschallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen, gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich stehn, entzückt ihn sehn und ewig seinen Ruhm erhöhn. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Natur, so ruft mir Alles, Alles zu: Wie groß ist Gott! wie klein bist du! 3. Mir zeigen alle Elemente Macht, Güt und Weisheit überall. D wenn das Stumme reden könnte, wie groß wär stets der Jubelichall! Rühmt, Menschen, Gottes Güt und macht, die euch und uns hervorgebracht! 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd ift deiner Güte voll. O gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir loke ten, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden und ihr Genuß mir Schaden thut! Laß allen Mißbrauch ferne sein; mein legtes Ziel sei du allein! Mel. Wer nur ben lieben Gott 6. Hier ist mein Leben eine 530 Gott des Himmels Reise, ich geh nach jener und der Erden, der du allgegenwärtig bist, von Niemand kannst begrif fen werden, vor dem kein höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt! Und end ich diesen tura Vorsehung. turzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf! Borsehung, oder Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Nan dantet Alle Gott ichts ist von unge Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Se gen zieret. Auch was uns Bufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Blan bes stimmt und einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird sein, als was sein Rathschluß wollte;-und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. D wohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 3. Wie dürft ich mißvergnügt in meinem Stande les ben? Kann jemals böse sein, was Gott mir pflegt zu geben? Der Thor nur klagt und murrt und lästert Got: tes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 37 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, nur mein 6. Wie thöricht würd ich sein, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich und mischt mit Freundlichkeit in seinen Gegenstelch des Leibens Bitterfeit. 7. Im Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich sein, was mich volltommner macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sinnenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schooße niedrer Freuden und stark erscheinet sie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefster Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt und überlebt die Zeit. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanten: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas Anders sein, und mein befondres Loosstimmt mit dem Ganzen ein. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf raus her Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Noth und Tod mein Herz dir folgsfam set! 87 38 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Ihm hab ich mich er geben, zu sterben und zu ges beut. Sei mir mein End verborgen, komm es heut oder morgen, er weiß dazu die rechte Zeit. 8. So sei nun, Seele, stille, dich leitet dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath! Mel. Es ist das Heil uns tit 3. Es kann mir nichts ge 56 Dir, unser Gott, in schehen, als was sein Rath ersehen und mir für heil sam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden: mir geh es, wie es ihm gefällt. 4. Jch traue seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Ulebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verleßen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Leg ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen so sei sein Wort mir Trost und Licht. In eigener Melodie. n allen meinen ThaHöchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, solls anders wohlgelingen, mein Helfer sein mit Rath und That. 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen: ich traue seiner Vaterhuld. 6. Was über mich beschlossen, dem will in unverdros fen, getroft entgegengehn. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; ich will mit Gott ihn überstehn. im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste und dein Reich kann nie begriffen wer den. Unendlich ist die Majestät, die über Alle dich erhöht, die kron und Scepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit. Du herrschest über Alles. 3. Du herrscheft weislich, recht und gut, nach heiligen Gesehen. Du willst auch deiner ireuen Hut das Kleinste würdig schäßen. Auf Alles geht dein Augenmert, und immer ists dein liebstes Wert, zu segnen, zu beglücten. 4. Wohl Vorsehung. 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über Alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. D sieh auf mich mit Gnade! 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, wie ich foll, bin oft zum Guz ten träge; doch du bist gnädig und voll Huld vergibst du Reuigen die Schuld. Drum hoff ich auf Vergebung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich von Zweifel frei, ob ich der Gnade würdig sei: auch mich hat er verföhnet. 7. Herr! ewig will ich deinen Ruhm mitLob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben, mit Luft will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. 39 den Weisen, der keinen seines Gleichen hat! Der Herr thut große Werke. Wer beus get seine Kraft? Wer seines Ärmes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. In eigener Melodie. 57 Kommt, kommt, den Herrn zu preisen. der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigsten, 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blize zünden, daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wels len: Bis hierher!- Ihm gehorchen fie. Er legt in Felsen Quellen; sie rieseln und verstechen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wuns dern an; heißt Thiere da sich freuen, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und ers neun? 4. Herr! dein ist alle Stärte, und alle Hülfe, Gott, ist dein! Das preifen deine Werke, die deiner Aumacht sich 40 sich erfreun. Auch mir er freun uns ihrer: ihr Lob sei unsre Pflicht! O Vater, o Regierer, men hält, wen schüßt sie nicht? Du lebst du wirkst in Allen, wir leben nur in dir. Erhalter, wer tann fallen? Dir, dir vertrauen wir! Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Von Gott will ich, oder Beuch ein zu deinen Thoren. geben und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt ich und war stille, und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei gepries sen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jezund 58 Gott, der an allen und immerdar. Enden viel große Wunder thut, du bists, in dessen Händen mein ganzes Schicksal ruht; hast in der Prüfungszeit mir jeden meis ner Lage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sor gen. Ach, Bater! wie vers mag mein dürftiger Verstand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 3. Drückt mich auf meis nen Wegen gleich mancheLast und Müh, so führt auch sie zum Segen, und du versüBeft fie. Du bleibest mitleidsvoll, hilfft liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern, beförderst stets ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Troftes Licht von neuem Kraft ge 6. Du hast mir wohlge rathen und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, verklärt und ganz vollkommen mit allen deinen Frommen dir danke fort und fort! Mel. Wer nur den lieben Gott o 59 Gott, verborgen, dein Rath bleibt für uns wunderbar! Umsonst sind alle unsre Sorgen: du sorgtest, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dieß sei genug zum Troft für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie Vorsehung. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weißheit, deiner Macht; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie ge. dacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; dir folgen sei stets unsere Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlassen mit Allem, was ich hab und bin; und kann ich auch nicht Alles faffen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. 41 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Land, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid; denn Alles wirkt zu beiner Ehre und meiner Seelen Seligkeit, und einst preis ich pollkommen dich und freue deiner ewig mich. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab, ist sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preift, mit dem ich ihn dente. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht. nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Mel. Warum sollt ich mich 60 Sei zufrieden, mein Licht, dir zum Dant verbindet. Gemüthe! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte! Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohlzumachen. 2. Beides, Erb und Him mel preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweisen. Sonn und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 7. Septen mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfft du, o mein Gott, sie tragen. War kaum noch Ge duld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan! Denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen. Es ges schicht Werke und Wohlthaten Gottes. 42 schicht wahrlich nicht; er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That; er, er, wirds wohlmachen. In eigener Melobie. 61 A lles ist an deinem Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unser höchstes Gut. Ueber Alles hoch dich schäßen und auf dich Vertrauen segzen, gibt allein getrosten Muth. 2. Du, der mich bisher ernährte, mancheFreude mir gewährte, bist und bleibelt ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Le ben sein. 3. Sollt ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken; du bist Herr der ganzen Welt! Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod und Leben, Alles sei dir heimgestellt! 5. Jt mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so joll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. 6. Soll ich hier noch länger leben, o so wollst du Kraft mir geben, daß ich stets dir folgsam sei. Alles Jrdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet und sie macht mich sorgenfrei. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 62 ott forgt für urs. O singt ihm Dant, ihr Chriften, singt ihm gern. Vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinften Wurm reicht seine Gnad und Macht; im Sonnenschein, sowie im Sturm ist er auf Heil bedacht. 3. Mit froh gerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Nehre, die vom Segen sinkt, ist sein; Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir verehren dich mit kindlich fros hem Dank; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr, als Speis und Trank. 5. Fried Vorsehung. 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nüßlich sein und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr in uns die Zuversicht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Nerndte schaun. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften, oder Mein Gott, das Herz ich bringe 43 Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. ner Güte an. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet gibt der Baum, wenn Einer Schatten sucht, ihm unter feinen Zweigen Raum, Er frischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jebe Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude 63 Noch immer wechs seln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du Mel. Vom Himmel hoch stets gethan; du fegnest und 64 Mein Auge sieht, du Land mit nach dir: von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hers vorgebracht. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich wie du? 7. Herr! ohne dich vergingen wir und wir verdientens auch; und dennoch leben wir in dir, beſeelt durch deinen Hauch. 8. Nicht Einem mangelt deine Huld; wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht! 9. D betet, Menschen, betet an! Erwägts und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan! was will er nicht noch thun? 2. Getrost, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; inFinsters niß ist er mein Licht. 3. Kein Uebel sei mir fürchterlich: denn Gottes Rechte schüßet mich. Durch feta 44 feine treue Baterhand wird aller Schade abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt mir Sicherheit, sein Trost füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner Bahn und nimmt mich einst zu Ehren an. Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff auf dich, Dein Segen folg aus dieser Beit hinüber mir zur Ewigfeit! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 65 Gott! ott! deine weise Macht erhält die ganze lebevolle Welt, und Aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du fie alle liebst und allen ihre Speife gibst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil, gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, solang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater forgt so väterlich für seinen Sohn, als du, für mich. 4. Jch bins gewiß, du fannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bins gewiß, du thust mir wohl, solang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt ich von dir: was ich bedarf, das gibst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume könig lich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie: weit mehr bin ich vor Gott, als fie. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisheit und Verstand und machtest selbst dich mir bekannt. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis und Trank empfahn. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Gebet; und fleht ich nicht darum zu dir, gewährtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur genügsam sein und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohlthat fließt. 9. Bet 9 Vorsehung. 9. Bei deiner Gaben Ueberfluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und unzufriedenheit. Du nährst mich immer. Preis und Dank bring ich dir, Gott mein Lebenlang. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 66 Bester, weisefter Regierer! Aller Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich und ver sorgst mich väterlich. 2. Kann ich dich genug erheben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Jch, ein Wunder deiner Güte, seh mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 45 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Vater, dich. Ja, du tamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so tam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Vaterhuld verlieh? Nein, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dräun? Nein, o Herr, dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmts von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt auch jede Freude mir, wären viel auch meiner Feinde, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft schaun und von Herzen dir vertraun. 3. Auf der Menschheit hobe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Er barmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kind heit schon zu dir. O wie preis ich dich dafür! 8. Besser noch, als selbst das Leben, ist, o Vater, deiUniv.- Bibl. Giessen 46 Werke und Wohlthaten Gottes. deine Huld. Was mir nüßt, dung, Allerseligster, mit wird sie mir geben und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester, immer inniger und fefter hier mit dir vereinigt sein, deiner Gnade mich zu freun. 9. O der seligen Verbin- sei! dir! Gib, o Vater, stets Empfindung deiner Vatere liebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einst noch deiner sich in deinem Reiche freu und in dir ganz selig Die vorzüglichsten Geschöpfe. Die Engel. Mel. Auf, Christenmensch! 67 Gott! ott! deine Güte, deine Macht, kann nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Bracht und in den tiefsten Schlünden; und noch begreift, bei aller Müh, der größte Weise niemals sie. 2. Du bildeteft im Stufengang, sich deiner zu er freun, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen; vom Mens schen bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer Zwischenraum. 3. Auch Engel, deren Geisterblick fein schwaches Licht begränzet, und denen hohes Himmelsglück im reichen Maaße glänzet, schufft du, o Gott, Unendlicher, der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, der uns so oft entehret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft zu jeder guten That, betreten sie der Tugend Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen und was dein hoher Wink gebeut gehorsam zu erfüllen und preist mit lautem Jubel gern dich, seinen Vater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre Freuden, froh nimmt an ihnen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Reue weint und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott, laß mich, deis nen Engeln gleich, mit reis nen, frommen Trieben, wie sie an Tugendfrüchten reich, dich und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engelrein mich deiner, o mein Vater, freun. Vorsehung. Mel. Vom Himmel kam ber 68 Wer er zählt, Unendlicher, die Reihn der Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir, als Mel. Alle Menschen müssen Bater sehn, aus allen Welz 69 Wann wir unſern zu dir Lauf vollenden, wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooßeruhn, eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu sein, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Vater, voll Vertraun, auch wie sie mit allen Frommen deine Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn uns dann entzücken; wir, erhoben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Erlösten, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit dir zu dienen stets bereit. 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schranten hält. 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die unbegreiflich wunderbar du noch zur Erde senden wirst und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, die jauchzen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Geis sterheer riefst du ins Leben, Gütigster! Dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Aller: höchster, gränzenlos. 6. Wann einft auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesseln auch entreißt, misch ich in eure selgen Reihn mich, Mitanbeter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höhre Lied im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wenn sie dem Vater fingt. 47 verschwistert schuf, nur meiner Hülle hier ein Grab, Un= sterblichkeit dem Geiste gab. 8. Dem Vater, dessen Allmachtsruf auch sie mit euch 4. Wenn wir vor Begiers de brennen und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, ime mer heiliger zu sein; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn allen Eis gennuß Werke und Wohlthaten Gottes. 48 gennuß wir ihr Beistand sind, ihr Schuß. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähne licher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen dies ses große Ziel versäumen; lehr uns deine Wege gehn, einst, wie sie, dich auch zu sehn. Der Mensch, seine Würde und Vorzüge. Del. Wer nur den lieben Gott 70 Dein ein bin ich, Gott! Dein ist mein Le ben! Erfreulich ist mein Ursprung mir! Du hast das Dasein mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Du gabst mir die vera nünftge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr kein Wohlfein fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt, so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz vor Freude ganz ent zückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preise mein Gemüth. 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll Rührung preist dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn und stets ein Freund der Tugend sein. 71 Gbir erhoben, bu Mel. Wer nur ben lieben Gott von seines Odems Hauch, mein Geist. Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seis ner Werke preist; ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein und seiner Liebe mich zu freun? 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu sei nem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel ges dankenlos und unbeseelt: mir nur, dem Werte seiner Hand, gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken ist seine ganze Köre perwelt. Wer zählt die Reise, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt, und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd erhob, find sie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schös pfers Vorsehung. 49 ben, Gott, mich an, hab ich nur dich, was fehlt mir dann? pfers Lob. D Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. 5. Gott, ich kann denken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch dieEmpfindung meiner Sinne Gedanken tausendfacher Art. Ach, strebt ich, alle Gott zu weihn, wie selig könnt ich hier schon sein! 6. Ich kann sie sammeln, fie verbinden, fie trennen, Mel. Es ist das Heil uns wie es mir gefällt, die Welt 72 Dir, Gott, fei Preis mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab ich Kraft; die gibt mir Gott, der Alles schafft. und Dank ge= bracht! Dich rühme Harf und Pfalter! Jch bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzerLeib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld: du schaffest, was du schaffft, aus Huld. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von beiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Se: ligkeit! Nimmst du zum Er10. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vaterloben, den jedes seiner Werke preift? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? 2. Haupt, Aug und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so tünstlich ausgespannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich ſei, o Gott, ein Werk von dir und deiner WeisheitSpiegel. 3. Dhättest du mein Auge nicht so künstlich zubereis tet, was nüßte mir der Sonne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weife Macht die ganze Schöpfung schmücket. 4. Jch jauchze, daß ich sehen kann und hören und empfinden; 50 Werke und Wohlthaten Gottes. mir verliehn, Gewissen mir gegeben. 4. Der Mensch nur ists, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schöpfer, an, kann Andrer Lehrer werden. 5. Jhn schufst du zur Ges selligkeit, gabst ihm ein Herz voll Triebe zum Mitgefühl für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden, gibt mir zu edlen Thaten Kraft und Ruh und Trost im Leiden. 7. Dich, meinen Gott, er kenn ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dieß find ich selbst an mir, voll Weiss heit, Güt und Stärke. 8. Ich höre deinen heils gen Ruf; die Tugend ist dein Wille. Du, dessen Güte mich Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 73 welch ein Glück, erschuf, gib, daß ich ihn erfülle! ein Mensch zu sein! Wer kann genug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu sein, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne dank ich dir; du gabst mir. auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. empfinden; froh bet ich mei nen Schöpfer an; ihn überall zu finden, in allen Werken, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgefang und Opfer. 5. Wer leitet meines Blu tes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt dieLung und schwellt sie auf, damit ich athmenmöge? Gott ist es, der dieß Alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! 6. Ja, dir sei Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih, auf daß mein Herz ein Tempel sei, in welchem dein Geist wohnet. 3. Mich allen Wesen vors zuziehn, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit 9. Ich bin ein Mensch und darf vor dich getroft und freudig treten; ich darf, du höreft liebreich mich, dich preifen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube habe: Jch bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! 11. D welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Ich will es dankbar preisen und bes Berufs, Borsehung. Berufs, ein Mensch zu sein, mich würdig stets er weisen. Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit. Mel. Nun dantet Alle Gott 74 Allmächtig großer du uns selbst gelehrt. Gott, wer fann dich gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Huld gebaut, die jegt noch Alles trägt. 51 Freund; laß mich auch Wahrheit lieben und mit stets munterm Fleiß in allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt und Alem Beifall gibt, was 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich ers freun und dem, der's üben will, auch gern behülflich sein. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wollteft, Gütige ster, daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geift, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. D welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest, bir, Höchster, ähnlich sein, vollkommen sein, wie dul Owohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu! 4. Laß mir dieß große Ziel boch stets vor Augen schwes ben: mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun set dieß, o Gott, allein, daß ich auch so wie du gesinnet möge sein. 5. Du bist der Wahrheit 7. Gib, daß ich so wie du ein Freund der Menschen werde, dem Wohltbun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Näch. sten gern erspart, sein Leben ihm versüßt, und, wo er helfen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Biele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich wers den. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. € 2 52 Werke und Wohlthaten Gottes. 75 Idein Eigenthum. Mel. Mein Gott, das Herz ch bin, o Gott, zu Du schufft mich, dein sein, mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünftgen Geist, bewundernd Mel. Schon ist der Tag einzuſehn, wie dich, Herr, 76 Herr, lehren Werth deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verfündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? Jch rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu sein, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich tren, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ists nicht Last, nicht Bein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, geborsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. Höchster, zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, des Menschen tief empfinden und Allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deine weife Güte. 2. Jch, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauchtest, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr, als was diese Sinne rührt und nur zu Sinnen freuden führt, zu fühlen und zu faffen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir hin. Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden, gabst meinem Herzen Fühlbarkeit für Vorsehung. für Andrer Glück und Leiden und septeft auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich er kennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen Und wer, wer zeigt die Gränzen an, wo ich nicht weiter streben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben und dir, den Erd und Himmel preift, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, dir folgen, ergeben und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese turze Zeit riefst du mich in dieß Leben. Zum Bollges nuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub; du, Herr, wirst ihn verklären. 8. Vom Himmel tam gefandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schäßen! 53 9. Und ich, ich sollte mich entweihn und gleich den Thieren handeln, der Fleis schesluft ergeben sein und, Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevelhaft nicht schände! 10. Gib, daß ich jetzt und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu und so des Vorzugs würdig sei, den du mir haft verliehen. Mel. Es ist das Heil nns 77 Wie wichtig ist doch den uns der Herr gegeben! Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben; zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dieß große Ziel durch nichts verrücktet werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel € 3 von Werke und Wohlthaten Gottes. 54 von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Luft gewinn, wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmels reich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier; laß mich dieß 78 D, thut, du schufft Von der Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott der kein nie vergessen, nur wenig Tage haft du mir zur Wallfahrt zugemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligs keit zu wandeln und recht vor dir zu handeln. 5. Drum laß des Him mels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene bessern Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkinder vor dir sind alle Sün der. Vor dir, o Herr, ist feiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist da hin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudevollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir für Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen dünkt uns Swang; 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt und deines Sohns fich freuet, das in dem Glauben Tugend übt und sich vor Sünden scheuet, ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun und einst dein Antlig schauen. Die Erlösung von der Sünde durch Jeſum Christum. 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gefeßen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe, Erlösung. Swang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe, und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen! 7.0 Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir bekennen und stets von Ernst entbrennen, derSünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie ge winnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 9. Ah, laß durch unsre Schuld uns deine Baters huld nicht freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstre: ben, damit wir ewig leben. 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott, angehören; wir sollen, aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll, sorgt 79 viel er für den Nächsten, wie er Mel. Schon ist der Tag von Gott Dein Mensch, o Gott, ist dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heus chelei? Du kennest Herz und Leben. Umsonst, um sonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; bein Blick durchschauet Alles. 55 dienste weiben. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, vers scherzen wir oft unsre Zeit und unsers Herzens Ruhe. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken; wir könnens auch; denn du, o Gott, wilst gern die Schwachen stärken. Und dennoch unterdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr, vor dir und folgen unsern Lüsten. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, dir kindlich zu vertrauen! Wie mächtig reis zen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen und unsers Geistes, eble Kraft dem Sünden tönnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß Andre wie wir fehlen. Sie sehn auf uns, die Luft erwacht, das Böse zu erwählen. Gleich uns verschmähn sie deine Huld und ihr Verderben, ihre Schuld vermehret ihre Schulden. 7. D großer Gott, hier € 4 ftes Werke und Wohlthaten Gottes. 56 stehen wir, verklagt von unfern Sünden. Vor dir, Alheilger, vor dir ist tei ner rein zu finden. Wie kümmert unsre Seele sich! Wir alle fehlen wider dich: Erbarm dich unser aller! Mel. Alle Menschen müssen sterben 80 Vater ater, heilig möcht ich leben, Rechtthun wär meine Lust; aber Lüste widerstreben dem Geset in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft nur Quell von Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch; was ich nicht will, thu ich doch. und Wahn zerstreut. Mach mich ledig von den Ketten trügerischer Sinnlichkeit! Tilg die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt ich dich: leite selbst zur Tugend mich. 5. Sieh, mich dürftet nach dem Guten. Früh und spät rief ich zu dir: laß mein Herz nicht länger bluten; deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Lust bezwingen und nach deinem Beifall ringen; stärke mich mit deiner Kraft, das zu thun, was Segen schafft. 6. Ja, du hörst mein kindlich Flehen, du erquickst mein Herz mit Ruh. Leben werd ich, nicht vergehen; meine Stärke, Gott, bist du! Ueberwinden, überwinden werd ich durch dich alle Sünden. Meine Seele fasse Muth! Endlich werd ich fromm und gut. 2. Sich um Kraft mich Schwachen beten; meinem Vorsat trau ich nicht. Lok kende Begierden treten zwis schen mich und meine Pflicht. Selbst den heilgen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend sprach, folgten Sündentage nach. 3. O wie oft hab ich geweinet, schmerzlich meinen 81 Webt, wie leicht Mel. O Gott, du frommer Gott er nur Laster mich Fall bereut, glänbig mit dir vereinet und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Bater, dich, und die Welt besiegte mich. fällt der in alle! Wer Ein Geset entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit und schwächt die Kraft in ich, die sonst fürs Gute stritt. 4. Du allein, du fannst mich retten, wo mich Sünd 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern Tea Erlösung. legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Vermögen, dann, dreist und ohne Furcht vor des Ges wissens Pein, auch jede andre Pflicht vorsäglich zu entweihn. 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste tel. Herr, ich habe mißgehandelt zu bedecken! So führt zur 82 Sünde is nie elei Lasterbahn einzger Fehler hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. zu Nennt sie klein: doch bringt sie Schuld. Denn sie widerspricht Geseßen, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, um durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Gefeß ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch, bes folg es und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Emig muß Gott Sünde hassen, kann nie ungestraft sie lassen. 4. So sei es mir benn Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren und jede Tugend stets mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und kein Vergehen klein; dieß könnte leicht der Grund von schweren Sünden sein. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Geschlechte, und ohne Tugend sind selbst Könige nur Knechte. Sie, sie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur sie fann über Zeit und Schicksal uns er höhn. 57 7. Denn Tugend wird ins Reich der ewgen Herrlichkeiten den Geift, der sie geliebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär dieses Glück zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu sein? 6. Im leßten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an, 3. Aber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünder Schuld erhöhn? O ,, die Schuld ist nicht geringe, wenn wir kein Gesep ver= stehn, es als wahrhaft gut zwar schäßen, doch aus Leichtfinn oft oerlegen. 4. Sündgen wir mit Ueberlegung wider des Ge wissens Spruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch, so ist das, was wir voll€ 5 bracha 58 Werke und Wohlthaten Gottes. brachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervors gezogen und mit Wohlthun überhäuft, und du bleibest dem gewogen, was der Pflicht entgegenläuft, so mehrt Undank deine Sünden; wichtiger wird Gott sie finden. 6. Fühltest du in dir schon Kräfte, Lieblingssünden zu entfliehn, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott bich wollt entziehn; wirst, bens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu, was dem gebühret, der den Christennamen führet! 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schätzest fie geringe, ärgerst, aber befferst nicht, größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Troß, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen, was der Thaten Sündlichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Geseg entehret! 10. Gott, laß mich dieß wohl bedenken und, entfernt von Sicherheit, meines Le11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedeutend sein! Vater, flöße deinem kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgjam dem Gesetz zu leben und nach Tugend nur zu streben. Mel. Alle Dienschen müssen gestärkt durch ihn, nicht befa 83 Großer Gott, ers ser, so wird deine Schuld noch größer. 7. Wenn dich nichts von außen reizet und die innre böse Lust bloß nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht bir bewußt, o, so ist dann dein Vergehen größer als sonst anzusehen. habnes Wesen, das voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen, ach, was ist der Mensch vor dir! Wenn ich deine Größ erwäge und, was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie klein muß ich mir doch selber sein! 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in dem Gemüth und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach, ich seh mit Reu und Schre cken tausend Fehler, tausend Flecken, und in der verderb ten Brust regt sich öfters böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. O, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zuges mandt! Selber auf dem Sün denpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du 311* Erlösung. zurück, was dein, ach, was wird mir übrig sein! 4. Doch die Menge deiner Gaben tlagt nur meinen Undanf on, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan; oft voll Leicht. sinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. D, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt. Doch mein bemuthsvoller Glaube, der auf meinen Heilandblickt, hofft auf deine Batergüte, und mein tief beschämt Ges müthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder dei ner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Uch, erhalte selbst die Triebe treuerDant: barkeit in mir. Vater, laß das schwache Lallen deines Lobes dir gefallen; bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Was du willst, zu thun, zu leiden, dieß gelob ich dir mit Freuden, Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir gefällt. 59 Folgen der Sünde. Diel. Jefu, meine Zuversicht 845 wie sanft ist, Herr, dein Joch! o wie leicht dein guter Wille! Oft. gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt und den Fleiß der Tugend lohnt. 2. Aber ach, ist er entflohn, des Gewissens sanfter Friede, dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht frant und müde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünden harte Bande; und ihrSclave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sclaverei. 4. In der ungestümen Brust weilet keine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenlust; angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Fried und Ruh und eilt neuen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reihn wandelt er mit trübem Blicke, will und kann nicht fröhlich sein, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 6. Gottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und 6 Saa Werke und Wohlthaten Gottes. Saatenfeld, was den Tus von jenem Reiche fern, nach gendfreund entzücket, dem dem die Frommen streben. sein Herz entgegenwallt, läßt Wie thöricht und wie un die stumpfe Seele falt. dankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! 7. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich haffen, die Verächter ihrer Pflicht. Herr, ich will dich nie verlassen; steh mir in Versuchung bei und ers halte dir mich treu! 5. Wer Sünde thut, ach, der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verkehrt, verstockt wird setn Gemüth und tief sein Seelenschade. Dwelch ein frevelhafter Sinn, wenn ich dir, Gott, nicht folgsam bin! 6. Wer Sünde thut, ver wirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt und laut ihn, Herr, vor dir verklagt! 60 Mel. Auf Christenmensch! 85 Wer Sünde thut, der liebt nur Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn und lernt sich selbst belügen. O hilf mir, Gott, daß ich dir treu und fern vom Selbstbetruge sei! 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenträfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Vater, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst entreißt! 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns hat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. Olehre, Gott, mich weise sein und stets den Reiz zur Sünde scheun! 4. Wer Sünde thut, der 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letteStunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; nun droht ihm Tod und Weltgericht. 8. So täuscht die Sünde ihren Freund. So lohnt sie schon auf Erden. Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wirds dann ihm wers den! Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn: o lehre mich auch Sünden fliehn! Mel. Herzliebster Jesu! tropt dem Herrn, durch den 86 Wo ist wohl Roth wir sind und leben; er bleibt der Erlösung. 61 der Erde, das von der Sünde Mel. Herr, ich habe mißgehandelt nicht geboren werde? Ber= 87 Gott, wie schrecklich Thorheit Freuden in bittre Leiden? 2. O wären wir vom Jüngling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 3. Erhöhet würde jede Luft auf Erden und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde. 4. Doch ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, erschüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Gegensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen, an Lod und Grab und an das ewge Leben und nicht erbeben? 6. Die Lust zum Bösen fess selt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was sie gebietet, fie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 7. O du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten und, siegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! weil sie kaum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter, dein Gejez und dich! ach, dem Lafter folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühes Sterben. 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenen Trost genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein fünftig Leben? 3. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott, was vernichtet der für Segen, wie versenki oft er in Noth! Ach, was müssen wir oft leiden blos für Einer Thorheit Freus den! 4. Starke, Gott, verfol gen Schwache; Schwache Schwächre; Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz, und Uleppigkeit, wie erfüllen sie mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Tyrannei gleich der Best im Mittag wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könn€ 7 ten 62 Werke und Wohlthaten Gottes. ten wähnen, Gottes heiliges ich Gutes wähle, er sehnt Gericht strafe feines Elends sich, Gott, so heiß nach dir; Thränen, acht auf unsre allein das Fleisch verführt Laster nicht? der Gerechte, den Willen, macht ihn den der Verbrecher gält ihm Sinnen unterthan, Arebt, gleich? es sei tein Rächer? ihre Lüsternheit zu stillen, und schmiegt sich, ach! den Sünden an. 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unter than; gingen Jünglinge und Greise immer auf der Tu gendbahn; o wie strömte Heil und Segen jeglichem von dir entgegen! 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden feiner je der Noth entgeht, jede Last erleichtert werden, jede wahrelust erhöht, wenn den voktungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 2. Ein doppeltes Geset regieret mein Wesen; o wie räthselhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, dann schmeck ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell entzieht ein Todesschatten mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ers matten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist, selig dort und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gedan fen sein, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den kleinsten Fehltritt scheun! Stärke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! 3. Der gute Vorsaß, den ich faffe, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu das Böse, das ich hasse, und scheue oft der Tugend Müh. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 4. Wer lößt mich von den Sclavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh! Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget Mel. Wie groß ist des Allmächt. 882h, welch ein Kampf zur seligsten Geneſung mir; in Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geift will, daß o ihn, mein be fieget, und schenke Kraft zur Zugend mir! Erlösung. Erlösung. In eigener Melodie. 89 err, wir singen barm dich unser und er höre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir dans ten voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglüden, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Beit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schens test uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott! und führst auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein uns zu erfreun; daß wir verderben, willst du nicht. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Va terblick durch Jesum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir erwacht, 63 erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder der Sohn des HöchMensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen: ein Sieges lied werd ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tönt, tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst tnieen wir an deinem Thron und beten an. Mel. Mache dich, mein Geift 90 Unser Gott, der Herr der Zukunft Zeiten, fann, was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur That wird sein Rath, auf verborgnen Wegen kommt uns Heil entgegen. der Welt einer unsrer Brü2. Jesus ward zum Heil der; freudig, wie zum Sieg der Held, kam er zu uns nieder; rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah, wußt er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 2. Preiset Werke und Wohlthaten Gottes. 64 4. Preiset ihn voll Zuver ficht, der die Welt regieret! Immer wird, was er ver spricht, herrlich ausgeführet, Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten! folget ihm mit Freuden! Christenheit soll mir kein Zweifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte feft am Glauben. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Troft, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist, so werd ich angstvoll zagen. 6. Jst Christi Wort nicht Gottes Sinn, werd ich stets irren müssen und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe; dieß bin ich, und das ist mein Ruhm, auf Mel. Mein eft Geschäft sei Preis den ich leb und sterbe. 91 Bebante, der uns Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finster nissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 9. Du gibst mir deines Geistes Kraft, im Glauben mich zu stärken, der Wollen und Vollbringen schafft zu allen guten Werken. 10. Solang ich deinen Willen gern mit reinem Her zen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt und ich zum Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, um was ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und mich einst aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich, Herr, nenne: und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne, 14. Soll ich dereinst auch würdig sein, für deinen Ruhm zu leiden, so laß mich keine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch Erlösung. noch sterbend denken, wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken? 2. Treuvollbracht er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heilgen Lehre; Menschen trösten und erfreun, immer sein Bestreben; und um aller Heil zu sein, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun, als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werke, herrschet er voll Majestät und mit Gnad und 65 zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend heilig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr, spricht und doch Böses übet, kennt ihn und den Vater Mel. Schwing dich auf 92 Kommt mit Dank nicht, der nur Fromme liebet. vor Gottes Thron! Preiset Gott auf Erden! Denn er sandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da fam, daß wir selig würden! Er ward Mensch undübernahm schwerer Leiden Bürden. k 4. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeugen. Aller Knie sich de muthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dant bekennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt 6. Laßt uns, Chriften, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sünde fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen und wie er mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: es ist vollbracht! froh wie er einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wenn die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches in das Land der Verklärten leiten. Mel. Bom Himmel hoch Stärke, fammelt all uns in 93 Auf! freue dich mein sein Reich, die danach streben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. in mir preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Hels fer gibt: preis ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie innig seine Vatertreu, wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir funda 66 Werke und Wohlthaten Gottes. tundgethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. 4. Vergiß, vergiß zu feis ner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; bent oft und stets mit Freuden dran und bete Gott in Demuth an. 5. Aus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt, 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis ins Grab; folg ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan, 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung, das ist der Preis, den echte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. Mel. Allein Gott in der Höh 94 Ni imm unsre Dank2. Sonst sahn wir Furcht im Angesicht auf Gräber unsrer Brüder; doch bald er schien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt tein Grab, nur seine Hülle sinkt hinab; dieß lehrte Je: sus glauben. 3. Mit edler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Lie be, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin aus edlem, reinem Tugendsinn zum Be ften für die Brüder. Mel. Sei Lob und Ehr dem 8. In biesem Preise übe dich, mein Geist, so hilft er ſicherlich dir zu dem Glüc, 95 Auf, Christen, laßt Gottes der Welt bereitet hat. ihn Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig le ben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Chrift erbars mungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath tam er, sein Sohn, auf Erden, von un frer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er gefühle an, die wir dir, Bater, weihen; durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von neuem. Ja, ewig ewig Dank fei dir; belehrt durch Jesum, tönnen wir uns unfrer Würde freuen. 4. Auf, Chriften, ehrt ihn lebenslang durch reine Tu gendliebe! O daß ihm Kei ner diesen Dank, ktein Chrift ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset, Dank sei dir, o Vater, möchten alle wir frei von der Sünde leben! Erlösung. 67 diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne; so haben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil, so preisen wir dich ewig. Er wards und hat sein Werk vollbracht und sich nach kurzer Grabesnacht gen Himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herr schaft nun? Hier ist sein Ues berwinder, die Furcht davor hinwegzuthun, starb er, das Mel. Schon ift ber Tag Heil der Sünder. Gebro- 96 Nun laßt uns alle fröhlich sein, ist uns nun Bahn, die von der Erd uns him. melan zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zu unserm Glücke schafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. D laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf seine Mittlerhülfe baun, ihn mit Ge horsam ehren! Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem wir friedevoll auch schon auf Erden wandeln. 7. Herr, leite selbst uns Gott uns Jesum fandte! Laßt hoch des Gottes uns er. freun, den Jesus Vater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt und alle gut erziehet. 2. Zur Reife der Vollkoms menheit, die schon hienieden teimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Eiuer ist versäumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! O wohl mir, alle Menschen sind des Höchsten Vaters Kinder! 3. Er schaut auf Alle mild herab, führt auf verschiednen Wegen uns alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den Niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vernunft uns zieret, und finds lich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen 8wed und Werth hat Jesus Christus Werke und Wohlthaten Gottes. 68 slus uns gelehrt: Gott sei dafür gepriesen! 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und Weisheit handelt; wie Tugend über Aues siegt und fest zum Ziele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr und Tod: Gott sei dafür gepriesen! 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grämen und für den schweren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab: Gott sei dafür gepriesen! 7. D guter Gott, wir zagen nicht, du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geift erheben. Wohl uns! die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterblichkeit: sei hoch dafür gepriesen! Mel. Beuch ein zu deinen Thoren 97 rhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben felbft seinen Sohn gegeben: durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welcher Vaterliebe sein Herz zu uns geneigt! Von seines Himmels Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein eingeborner Sohn. 3. Er kam zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwer den von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreu den, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! D bringet Gott euren Lobge sang! Erlöste Menschen sin: get dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unserer Seele Schaden. Ó nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; denn bein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben. Bu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil. Laß uns dir folgsam sein! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun, Erlösung. Mel. Herzliebfter Jesu 98 Gott, der du für uns deinen Sohn gegeben, o mer kann gnugsam deine Huld erheben! Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerte der Gnade Stärke! 2. Dein ewger Sohn ftirbt für die Menschenkin der, der Heiligste tritt an die Statt der Sünder, der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 69 ter nennen und zum Ges horsam dir mein ganze Leben willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir, zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! 7. Ach, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Ba9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist ſei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden träget, brauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld 99 ott verhieß, den In eigner Melodie. eiland, den uns an den verlornen nicht dürftest strafen. Schafen der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erde erschienst. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest und deinen Sohn ihm zum Ver föhner schenkeft? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesebe, verdient Verschwendung unschäßbarer Schäße, verdient gehäufte gröbliche Verschulduug so viele Duldung? 2. Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm, Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut, deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Hims mel hält, du famst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein, unser Licht und Trost zu sein. 6. D welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die größte ihrer Triebe? Du thust weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 4. Start in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf entblöst, find, o Herr, durch dich erlöft! 5. Preis sei dir in Ewigs keit! Auf! die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr Werke und Wohlthaten Gottes. 70 Lehr und That euch vom Tod erlöset hat. 6. Der du liebreich zu uns tamst, unsre Rettung übernahmst, dein uns theur erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil! 7. Unire Seele trau auf dich, unser Leben preise dich; und du selber Heil, der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt. 4. Ja, du zeigst aus weiser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll, befreit von dem Verderben, Himmels feligkeiten erben. 5, Du bestimmtest zum Verderben auch nicht Einen, In eigener Melodie. 100 mit frohlockens deine Huld hilft auch Sün dem Gemüthe schau ich, Gott, voll Dants begier in die Liefen deiner Güte und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du haft nur Lust am Leben. dern. Wenn sie sterben, sterben sie aus eignerSchuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Fres vels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade. Heil und Leben. 6. Ewig fei mit Dant befungen, was bein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, beilgen Ratb, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend bört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weifen Rath, die aus eignem freiem Triebe unser sich ers barmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu, und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. feiten wiederum uns zu bereiten. 3. D ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlaffnen Armen, Gnad und reichen Trost verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns giebt, die verscherzten Selig 7. Vater, hilf mir danach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Licht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das fichre Zeugniß geben, ich fet auf Erlösung. auf dem Weg zum Les ben. 8. Ueberzeugt von deiner Gnade und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und muthig gehn. Hab ich deine Gnade nur, so wird teine Creatur mich von dei ner Liebe trennen, mich dir Nichts entreißen können. Würde des Erlösers. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren 101 Du kamst herab zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ewgen Vaters Sohn. Glanz seiner Herrlichkeit! Wer kann dich gnug erheben? Du schenkst uns neues Leben und Herzensfreudig feit. 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schöpfungsreich fühltJeder seine Blöße, fühlt Keiner dir sich gleich. Du warst, eh Meer und Land, eh Sonne, Mond und Erde durch jenes Machtwort: Werde! hervorging und entstand. 3. Der böchste Seraph beuget fich demuthsvoll vor bir, perhüllt sein Antlig, fchweiget, bewundert dich, wie wir; und deiner Hoheit Glans, wagters, siezuergrün ben, wird zu blendend den, auch er schaut niesiegans. fin: 71 4. Du hast durch deine Lehren des Irrthums Nacht serstreut. Wenn wir sie folgiam hören, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wahrer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. 5. Um unser Heil zu gründen, nahmst du so brüderlich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgteft fremde Schuld, ertrugest Haß und Bande und starbst bei Qual und Schande mit göttlicher Geduld. 6. Doch, Herr, im Siegsgepränge kommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor deis nem Richterblick. O welche Angst und Bein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Rinder, wie wirst du sie erfreun! 7. Dich, Heiland, zu vers ehren, sei stets mir theure Pflicht; befolg ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was Reiner war im Himmel und auf Erden, was auch nicht En. gel werden; du bleibßt es immerdar. Mel. Kommt, kommt den 102 Mein Heiland, deine Größe geht über alle Himmel weit. Wer 72 Werke und Wohlthaten Gottes. Wer ist, der sie ermesse? widerfährt. Dir soll sich Du warst bei Gott in Alles beugen; denn gött Ewigkeit. Du bist der Erst- lich groß ist, Herr, dein geborne vor aller Creatur, Werth. Du bist das Heil kamst zwar für uns Ver- der Erden. Wer auf dein lorne in menschlicher Natur; Wort nicht hört, der kann doch in der Menschheit Or- nicht selig werden; wer den tratst du erst in der aber dich verehrt, dem Zeit; eh noch die Welt ge- hilfst du vom Verderben, worden, warst du voll Herr- schaffft ihm Zufrieden lichkeit. heit und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein träftig Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, sowie das Heer. der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ewger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht startes Wort. Das Große und Geringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest ben ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führeft, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben; drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wann deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Chr er zeigen, die keinem Andern 5. Wie herrlich ist dein Name schon jett, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Same, der gläubig dir zu Füßen tut. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dies nen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes, ich vers ehre und bete dich in Demuth an; beschäme und be tehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben und dir, ber für sie litt, die schuldge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen; laß Nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Erlösung. Mel. Mein ganzer Geift 103 Wie groß, wie angebetet ist dein Nam, o Heiland Jesu Christ, mie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du kamest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind fie? Wo die Hohen? Und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden; genießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freude. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! Du 73 nun machst du selig, die verjöhnt der Sünden Gräuel hafsen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerechten. Ünzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie anges betet ist dein Nam, o Heiland Jesu Christ, wie herr lich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Rub, o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! Herrlichkeit entäußert eine furze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr und Ruhm gekrönt, Dankbares Andenken an die Sendung Jesu. ( Adventslieder.) Mel. Jeju, fomm doch selbst zu 104 ott fei Dant in aller Welt der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. 2. Was 74 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Was der frommen Mel. Aus meines Herzens Grunbe Väter Schaar Wunsch und 105 Mit Ernst, Trost und Hoffnung war, was sie fern im Dunkeln fah, Heil uns! ist im Lichte da. Menschentinder, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben verheißen hat zu geben; ihr könnt nun selig sein. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, ſeid bereit, was ihm gefällt, su wählen, zu fliehn, was er verbeut! Gilt willig in sein Reich, verabscheut und vers lasset, was euerkönig haffet, vertraut ihm, bessert euch! 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, hier und dort uns zu erfreun. 4. Licht der Seelen, ewges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschen freund, wie dank ich dir! Du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen sein; mach es von der Stlaverei jeder Sünde völlig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf und Rettung aus Gefahr, so erscheine stets auch mir Hülf und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Befördrung meiner Ruh denke, wünsche, wähle, thu. 8. Trifft mich Traurig keit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wenn kein Mensch mir helfen kann, jo nimm du dich meiner an! 9. Und, o Jesu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheinst, laß mich freudig zu dir gehn und gerecht vor bir bestehn! 3. Das hat der Herr ge boten, sein Sohn hat selbst gelehrt, das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer glaubt, und wer nicht glaubt, wird sterben. Ein Jeder wird verderben, der noch ein Sünder bleibt. 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer fehn: wer ihm sein Herz ergibt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! Erlösung. mich! Schon seufzt mein Herz nach dir, es seufzet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen und wohne stets in mir! Mel. Mein ganzer Geift, Gott 106 Der Heiland kommt, lobfinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig! Heilig! singen. Er kommt der eingeborne Sohn und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir von der Sünde Rettung finden, höchstes Wesen! Durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch und willst der Welt zu gut selbst unser Bruder werden. 75 kommt das Leben: o was fannst du Größres geben! 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz. bereit, vor dir zu wandeln; ja, dir und unserm Nächsten treu, aufrichtig ohneHeuches lei, zu denken und zu hane deln. Zu dir flehn wir, hilf uns Schwachen, daß wir machen, beten, ringen und des Fleisches Lust bes zwingen. 5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geist erlangen, auch wenn wir leiden, auf dich fehn, im Guten immer weis ter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. die Arme voll Erbarmen uns entgegen und verwandelst Weh in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Bufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit! Sei hoch dafür gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir. die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, Mel. Befiehl du deine Wege 107 Wie soll ich dich Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib selbst mir zu erkennen, wie, beiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 5. Einst streute man dir Palmen; jept soll die Dank: begier, mein Heil, in Freus denpsalmen ergießen sich vor dir. Dich, dich will ich er. D 2 heben, Werke und Wohlthaten Gottes. 76 heben, so gut ich Schwacher kann; mein Herz will ich dir geben: o nimm es gnädig an; Nicht sie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude und Wohlthun seine Lust. 3. Damit du mich befreiteft, gabst du dich selbst für mich mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahest, daß hier keiner vermögend war dazu: da jammerte dich meiner, da kamst und halfest du. 4. D du, an den ich glaube, was wars, das dich bewog? Was wars, daß dich zum Staube zu mir hernieder 30g? Dein göttliches Erbarmen. Ja du, o Jesu, haft mit mitleidsvollen Urmen die ganze Welt umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, klagt nicht mehr! Sagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Hel. 108 Der el erruns mel. Gott, der du die Menschen du uns das fer wär! O sehet auf! Ihr habet den besten Helfer nah, der eure Seele labet, der treue Freund ist da! 6. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld be weint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Men schenfreund, ruft heilbe giergen Sündern der Gnade Troftwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh. 7. Er übersiehet Reinen und weiß, was Jedem nüßt. Hat er nicht stets die Set nen von Anbeginn beschüßt? 8. Er macht uns von dem Bande des Tods auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd und macht uns groß, gibt Weis heit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, ver sichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Weltgerichte; der Bösewicht vers geht, wenn da im hellen Lichte der Tugendfreund be steht. Wohl ewig allen de nen, die seine Wege gehn und einst mit Freudenthrä nen zu seiner Rechten stehn! gen, mensch gewordner Gottessohn! Ewig sei dir lobgesungen, daß du von des Himmels Thron uns zu gut ins Fleisch gekom men; der du voller Freund lichkeit längstens schon vor meiner Zeit dich auch mei ner angenommen und mein Bruder worden bist, sei ges lobt, Herr Jesu Christ! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Breis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch haft du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr Erlösung. Herr, du haft es felbst vers mählet mit der göttlichen Natur und vor aller Creatur es zum Wohlthun dir erwählet; ja, in dir, du Gottessohn, herrscht die Menschheit auf dem Thron. 3. Du, du bist der Völter Segen, famst, von Noth uns zu befrein; und wir fönnen deinetwegen jetzt schon Kinder Gottes sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Hei ligung verschafft und die Tüchtigkeit erworben, einst, von ähnlich dir, o Herr, zu ſein 4. Du, du bist der Mittler worden, der die Welt mit Gott versöhnt; hast der schwachen Menschheit Orden wieder mit dem Recht bes lehnt, in den Himmel einzugehen und da Gottes Herrlichkeit nach vollbrachter Prüfungszeit ewig einst perflärt zu sehen. Fromme! faffet Zuversicht, glaubet feft, nur fündigt nicht! 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, trösten den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der meinen Jammer kennt und mich gnädig Bruder nennt, fist als Herr zu Gottes Rech77 ten. Durch ihn bin ich Gott vereint; Gott ist Vas ter und mein Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig fole gen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu messen; gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei! Mel. Nun bantet alle Gott 109& ift gekommen, er, auf den die Väter harrten, und länger dürfen wir nun feines Andern warten. Sein Lob ers schallet laut in aller Welt um her! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als er? 2. Gott ist mit uns, wir sehn den Sohn, den einges bornen, des Vaters Ebenbild, den Retter der Verlornen, der Reuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut des Erlösers euch, der selig machen kann! 3. Gott ist mit uns! Nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ifts! die Tauben hören; der Blinde sieht und schaut voll Dank zu Gott hinauf: bes Lahmen Füße gehn; die Todten stehen auf. D3 4. Er 78 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Er ist gekommen, uns tären. Jesus erschien, und dem Vater zu versöhnen und es ward Friede durch ihn. mit der Tugend Kranz die Friede! Singts laut ihm zu Gläubigen zu krönen. Gott Ehren! ist mit uns! Er will die Traurigen erfreun; er will der Schwachen Kraft, der Müden Stärke sein. 4. Unschuld und Tugend entfeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquit kung trug er in der Wei nenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber ges weint, selber geduldet, ge litten. 5. Gott sei gelobt! Er ists, auf den die Väter harrten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern war ten. Er schließt den Himmel auf; er nimmt die Sünder an. Frohlockt und betet ihn und seinen Vater an! Geburt Jesu. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter, zu sehen und mit den Schaaren der Himmlischen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, sing ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! ( Weihnachtslieder) tel. Lobet den Herren 110 hre sei Gott in der Höhe! der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? In eigener Melodie. 2. Schatten und Dunkel 1112obt Gott, ihr Chris sten, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu seinem Reich und sendet seinen Sohn. bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Al2. Er kommt nach seines Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun und auf des ew gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu sein. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn feine Pracht, die glänzend in die Augen Erlösung. Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglüc, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er fommt, durch seiner Wahrheit Macht zuGott uns hinzuziehn. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6. Erlehret uns die Sünde scheun, spricht Muth dem Schwachen zu und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, uns weder Tod, noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmelreich. Jhr Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! 79 liebgewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil und werd ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist kein Christ. Der Herr erkennt die Seinen. 2. Ist der ein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und 3. Jn Dürftgen laßt uns ihn erfreun, befleiden, fpetsen, tränten! Ja, laßt uns frohe Geber sein und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er mills vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, von ihm geehrt, lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! Mel. Mein ganzer Geift, Gott el. Allein Gott in der Höh 112 Last uns mit ehr- 1130 Fimm auch du furchtsvollem Dank den Gott der Lieb erhöhen, mit feierlichem Lobs gefang des Heilands Fest be. gehen! Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er tam herab und ward das Heil der Men schen. mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt hernieder kam und unfre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer, tam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, Gott 80 Gott, sei dir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in deis nem Sohn erschienen! Du fandtest aus Erbarmen ihn, schnöden die dem Verderben zu ent: dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, eh ich war, bewiesen? Du bahntest unter bittrem Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen und einst volles Heil er langen. Werke und Wohlthaten Gottes. 4. O gib, daß ich an die sem heil nun auch im wahren Glauben Theil durch dei: nen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wann ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd aufgenommen! 5. Jch bringe dir ein dante bar Herz, bereit, in Freuden und in Schmerz, wie dirs gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben und einst droben wonnevoll dich ewig loben. Mel. Fröhlich soll mein 114 Last uns unſerm Gott hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre ftimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Chre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freuet sich inniglich: Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rath: schluß fassen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht vers lassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her; wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Ge richt kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch ge litten. Er wird niedrig euret wegen. Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß Erlösung. 81 groß erdulden. Lernt den viel treuer. Reine Creatur, Menschenfreund erkennen: gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 7. Dankt ihm, der des Herzens Sehnen stillen kann; betet an; weinet Freudenthränen; liebt ihn, der von Liebe brennet: preist den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, Mel. Jesu, meine Freude ſuchet Ruh; er will ſie euch 115 Gott ottes Sohn ist schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicten. 9. Jhr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster age! bringet ihm zu seinem Feste Zutraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. kommen! Dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden! 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jes sum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch seiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben! 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden: er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen: hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, fann nicht seine Brüder haffen oder hülflos lassen. D5 4. Wann 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll freu. denvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier folg ich nach, ob wohl schwach, doch um so Univ.- Bibl. Giessen Werke und Wohlthaten Gottes. 82 4. Wann wir einst er müden, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre tobten Glie der gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne un sern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier ver= sucht, wie wir: überschwängs lich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Blei bet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben! mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täg lich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht und doch nicht sucht sein Vorbild nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottes sohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Her in ihrem Schmerz mit Trost erfreun und dein dabei ge denken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Er den, die Christenheit preiß dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein Name trö sten. Gelobt sei Gott! Gelobt seiGott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! In eigener Melobie. 116 Auf! Ichicle bich, recht feierlich, des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb, erhöhen. Mel. Ermuntre dich, mein 2. Sprich dankbar froh: 117 ott, beine Gna Also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O! wer bin ich, Herr, daß du de fet gepreift! Sie schuf uns Heil und Les ben. Ermuntre dich in mir, mein Geist, ihr Wohlthun 34 Erlösung. zu erheben! Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! ers wünschte Nacht, von Engeln selbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Men schenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel famest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. O lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht faffen! Was reizte dich, auf dieser Erd dich so herabzus lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Rummer, Schmerz und Tod, und doch famst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod war dei83 nach deines Vaters Rath dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höchsten, freu ich mich: du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuch: tung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bists, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wiederkommen; und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ, dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. Mel. Vom Himmel tam der ne Menschenliebe. Du jaz 118 Dieß ist der Tag, mit mitleidsvollem Triebe. Du stellteft, unser Heil zu sein, macht, sein werd in aller Welt gedacht! 3hn preise, 06 was 84 Werke und Wohlthaten Gottes. was durch Jesum Chrift Herz erhöht. Gedanke vol im Himmel und auf Er- ler Geligkeit! du bist es, den ist! der das Herz erfreut. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da fandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, du Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, bet auch ich, mein Heiland, an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vas ters Schooße sigt? 5. Dein König, 3ton, kommt zu dir! Ich komm; Mel. Kommt, kommt, den im Buche steht von mir: 119 Vom Grab, an dem Gott, deinen Willen thu ich gern: Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das 10. Jauchst, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. len, soll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor zum Him mel schallen! Dir opfre jede Seele Dank! und jes der der Gebornen erfreu sich Mensch zu sein; und jeder der Verlornen rühm es, erlöst zu sein! Uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn; mit ihm erschien das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns nie derfallen vor unserm Mittler Jesu Christ und dan ten, Erlösung. fen, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er gleicht der Morgenfonne mit ihrem ersten Strahl, verbreitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet unserm Pfadedurchs Leben bis zum Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitge: nossen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht länger ist verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd Hernieder tam Gottes ewger nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort. Hier sind wir Gottes Kinder und Gottes Erben dort. 85 dann dem Throne und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir; weit über Sonn und Sterne erhaben, jauchzen wir. Mit aller Himmel Heere schallt unser Lobges sang: Dem Ewigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dant! 4. O du, dem laut die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Be schwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wenn sie, entrückt der Erden, sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger bort erhöht. Nah sind wir Erscheinung Chriſti. Mel. Was mein Gott will 120-rfreue dich des Heils, mein Geist, das Gott für dich erforen! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns kein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reines Licht hinauf zumGott der Liebe? 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen und, von der Sünde Macht befreit, zum ewgen Leben dringen, gutthätig sein, wie Gott er freun und stets zufrieden leben! Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Erscheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, trop aller Macht des Spot D7 tes Werke und Wohlthaten Gottes. 86 tes! der ihn uns gab, blickt hold herab auf seine from men Kinder und väterlich erbarmt er sich der reuerfüllten Sünder. 4. Mit dieser frohen Zuversicht geh ich dem Tod entgegen. Ich weiß, mein dunkler Pfad wird Licht und Leid und Schmerz mir Segen. Schließt sich mein Lauf, werd ich hinauf zu Jesu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. Mel. Gottlob, ein Schritt zur em ganzen ErdHerrn ein helles Licht er. schienen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völker dienen den todten Göttern nun nicht mehr; fie kennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. noch jeßt den Gözen dienen. Nicht sie, nicht eigne Wür digkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finsternissen. 4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 121 des Gebets dem, der da giaubet und noch stets der Sünde sclavisch dienet. 2. Kaum sandte Gott durch feinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, ans zubeten. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen deinen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! 6. Und wo noch bange Dunkelheit undfalsche Schat ten liegen, wo Frrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen, auch da geh nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrs heit auf, daß alle Welt dir diene. Darstellung Jesu im Tempel. 3. mär uns nicht dein Mel. Chriftus der ist mein Leben Licht, o Gott, so hell und 122 Dem großen Baz rein erschienen, der Vernunft zum Spott am heiligen Altar jeßt die Sea Erlösung. Gebenedeite den Sohn, ben sie gebar. 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott und ward uns ein Erempel von einem schönen Tod. 3. Gott sah ihn still und weise den Weg der Tugend gehn, verhieß dem frommen Greise, den Heiland noch zu sehn. 4. Jest lag vor seinen Blicken das Kind, des Him mels Lust; er nahm es mit Entzücken und drückt es an die Brust; 5. Und rief: Nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Gruft; voll Dantes will ich scheiden, sobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab ich ge sehen, hier ist der Völker Hirt, der Israel erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Bilgerstabe der Fromme seinen Lauf; und, Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Himmel auf. 87 Lieder: Heil mir, nun seh ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun siehst du ihn! 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh, wie er den Tod nicht scheue, mit Freuden Jesum feb. 9. 3war werd ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Simeon, doch in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine Mel. Kommt her zu mir 123 Entreiße dich mein Geist, der Welt, dem, der für dich sich dargestellt, nun dich ihm darzustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erhellen. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweihn, zum fittlich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht und stärtet deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen. Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelenruh zu Theil auf seinen bösen Wegen. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu seinem Heil zu haben; wer Recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heiligung sich sehnt, der opfert rechte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glaus bert 88 Werke und Wohlthaten Gottes. ben seinen Heiland schaut, 3. Ein himmlisch Licht ist kann einst im Frieden fah: ren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weihn. D mache mich von Sünden rein und laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn erheben. Johannes, der Vorgänger Jesu. seine Lehre, und Geist wird seine Taufe sein. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist sein. Schon wurden ganze Völker rege, schon strömte froh es auf dem Wege nach dem erhellten Ranaan, und Heiden riefen Jesum an. 4. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir sollten träg und sicher ruhn? wir nicht still weinend uns bekehren? nicht froh des Höchsten Willen thun? Laßt uns entrinnen dem Verder= ben, fromm leben, um einst fromm zu sterben! Dann werden wir nie muthlos sein, wenn Trübfal, Noth und Tod uns dräun. In eigener Melobie. 124 ging ein Mann voll Gnad und Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt er ihm zu Wegen, hob Herzen dem Staub empor. Es bebte, wer ihn reden 125 fireben, zu ers In eigener Melodie. mmer sich behörte, bekannte seine Fehler, tehrte gerührt, mit thränen. vollem Blick zur Tugend und zu Gott zurück. füllen seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge sterbend bricht: dieß nur ist nach Jesu Lehre wahre Weisheit, Tugend, Chris stenehre. 2. Er schreckte Heuchler, strafte Sünder: er rief: das Himmelreich ist nas! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der Verheißene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, par teilos alle Thaten richten. Heil krönet die erfüllte Pflicht, den Frevler trifft fein Strafgericht. 2. Heil dir schon auf Ers den, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Menschen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unsre höchste Würde. 3. So Erlösung. 3. So, in höhrer Klarheit, so umftrahlt mitGottes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes, wantte nicht, fest entschlossen, felbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzugeben. 4. Und vergebens drohte Kerker, Marter, Blutgerüst; treu dem Pflichtgebote, das Gebot des Ewgen ist, stirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. Christenthums, durch dich kann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähnlich werden. 6. Tugend, unter Freuden dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Leiden kann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammest und den Geist fürs Göttliche entflammest. 5. Tugend, Segensfülle, du, o Ziel des höchsten Mel. Liebster Jesu, wir find Ruhms, bu der Gottheit 126 Führer zur BollWille, Geist kommenheit, 7. Du, o hehre Sonne, strahlst mit überirdschem Schein, schafft dem Geiste Wonne, weihst zu Gottes Himmel ein; du veredelst unsre Freuden, du veredelft uns durch Schmerz und Leiden. 89 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Höhen wir die Wunder Gottes heller sehen. 9. Heilge mein Bestreben; aib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendhaft zu leben, christlich weise, chriftlich gut, daß mich weder Schmerz, noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. Lehre, Leben und Thaten Jesu. Lehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlichs keit wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen! 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näher kennen und mit froher Zuversicht unsern Schöpfer Vater nennen, uns liebt, versorgt, beschüßet und uns gibt, was wahrhaft nüßet. der 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen und das Laster überwinden. 4. Dann 90 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Dann auch, wenn das einherzugehn; ihr Licht, Auge bricht, Todesschrecken mit freudigem Vertraun uns umgeben, blickt, erhellt hin in die Ewigkeit zu von deinem Licht, unser schaun. Geift in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu fcheiden. 4. Und um der Welt dieß Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch felbst die größesten Beschwer den! Und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugft du doch vol Güt und Huld sie gern mit himmlischer Geduld. 5. Danket, Christen, betet an! Laßt uns Chriftum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ewges Licht zu sehen. 5. Fürwahr, für immer ist das Leben, das du auf Erden hast geführt, ein Segen, den uns Gott ge geben, dafür ihm ewger Dank gebührt, ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut und dich, Erlöser, preist. Mel. Wer nur den lieben Gott 127 Auf Erden Wahr. heit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt und, uns zum ewgen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb entflammt, bazu erschienst du, Jesus, hier von Gott gefandt, zum Heil auch mir. 2. Dieß war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie emsig hast du Zeit und Kräfte, beseelt von Liebe, angewandt, durch deiner Mel. Liebster Jesu, wir sind Lehre hellen Schein der 128 Talleet, Herr, Menschen Seelen Licht zu sein! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusehn; ihr Licht, auf diesem selgen Pfade mit sicherm Schritt mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsam teit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen dars auf baue. 2. Nur 6. Ja, Preis sei dir, du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gefandt! D, würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich deis ner Wahrheit treu und ewig durch dich selig fei! * 2. Nur bei deiner Wahrbeit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen und nach seinem heilgen Willen unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erfüllet haben, das hast du uns aufgehellt; und durch deis nes Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wähe Ien. Erlösung. 91 nen Lobgesang, den ich hocherfreut dir singe! Du befreist auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Schaden. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung finden. 8. Köstlicher, als Gold, sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dant, ja, ewig Dank sei dir für den Troßt, den es gewähret! Werd ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, solang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln; so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. Mel. Liebster Jesu, wir find 5. Huldreich riefest du uns 129 Shon auf Erden wir zu mir, beschwerte Seelen; es soll euch zu eurer Ruh nicht bei mir am Troste fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. Himmelsseligkeitempfinden, wenn nur Lieb und Eins tracht hier unsre Herzen feft verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. 2. Diese Herzensfreudigs keit danken wir dir, Gott der Gnade; Jesu Christi Lehre strent Freuden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Beugen, die zu deines Na mens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seelen Kummer stillest. 7. D nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Chrfurcht bringe. Höre meis 3. Sie gewährt uns Troft und Rath in den allerbängs ften Leiben; sie erleuchtet un sern Werke und Wohlthaten Gottes. 92 sern Pfad, wenn wir von der Erdescheiden; uns, von Todesnacht umgeben, leitet sie zum bessern Leben. 4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns, frohe Hoffnung faffen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stärte zur Vollbringung guter Werke. 6. Sie lehrt: Menschen zu erfreun, sei des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeihn, die in Noth sind, trösten, pflegen, brüderlich die Menschen lieben, jegnen die, die uns betrüben. 6. Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig selig wird er leben, stets nach höbrer Tugend streben. Mel. Schmüde dich, o liebe S. 130 Heiland, beine war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil judienen, bistin knechtsgestalt erschienen. D wer faßt die heilgenTriebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feindeweis nen, Jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinder, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Be trübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte; und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. D du Zuflucht der Elens den! Wer hat nicht von deis nen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der ge beugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Krante angespro chen! Und wiepflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzus theilen! 4. Die Betrübten zu ers quicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmuths voll zu dir zu locken, das war täglich dein Geschäfte, wars mit Aufwand aller Kräfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du uns und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöh nen und zur Schmach mit Dornen frönen, ja, uns Les benzu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß Erlösung. Haß nicht zu vergelten, deis ne Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob jei dir dafür gefungen! 8. Laß mich, Herr, zu meis nem Segen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe; laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich wer den 1 93 wir, befreit von Sündene schuld, theihaftig werden seiner Huld. Auf ewig ſei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dieß und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Vnterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott! 5. Du lehrteft uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dies ser Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nachzuMel. Gott Bater, an Erbarmen 131 ein Lehrer ist bir folgen eifrig sei! Jesu, gleich 1 An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der Schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Vers söhnung predigt, stammt; du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Bes gleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft! 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinem Sies ge 94 ge mächtig fort; du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. Werke und Wohlthaten Gottes. und selbst die Todten auf erstehn. 4. Sein Segen speiste ganze Heere, da wo es selbst an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sah man ja bei allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn. 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich be währt. Wir nehmen solchen Mel. Wer nur den lieben Gott 133 Wie göttlich find gläubig an und sind ihm unterthan. doch Jesu ren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stimmte nicht dem Glauben bei, daß er der Welterlöser fei! 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß ich mit heiliger Begier nach Wahrheit strebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit fei, bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreut! 6. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscherzen, daß uns dein Sohn allein ver leiht, und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod ergeben sei! 2. Erbarmen war es vol ler Gnaden, was man in sei nen Zeichen sah. Nie wirkte er zu Jemands Schaden, Mel. Was mein Gott will wie von Propheten ſelbst ges 133 Kommt, die ihr nicht schah; er raffte in ihrem Sinn die Sünder schnell im Borne hin. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Ausfaz mußte vor ihm schwin. den, der Stumme sang ihm Dank und Ehr; sein Macht wort hieß die Lahmen gehn seid, daß ihr euch selbst ents faget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Bortheil, Wollust fraget, kommt, schauet Jesu Vorbild an! Dieß, dieß muß euch beschä men. Kommt, lernt, geheilt von eurem Wahn, hinfort euch selbst bezähmen! 2. Gott Erlösung. 2. Gott war sein Alles; nur an ihm hing seine ganze Liebe. Jhm dienen war ihm angenehm; ihm weiht er seine Triebe. Wozu er stets sich willig fand, war dieß: den ganzen Willen des Vaters, welcher ihn gesandt, vollkommen zu erfüllen. 95 ihm schon schwer: er fands doch gut und billig; denn jeden Tropfen Bluts war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward ges horsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlassen, .eb sein Herz an ihm, trop alles Spottes. Sein Sehnen war, im bängsten Schmerz, Nichts, als das Antlitz Gottes. Folgt, Menschen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid zu schwach, die Kraft dazu erstritten. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war, zu zeigen; und wenn er Bosheit freveln jah, war er voll edler Schmerzen; wenn aber Got tes Wort geschah, quoll Freud aus seinem Herzen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geist, gang rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seiner Brüder war, nicht aber auf das Seine. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allzeit vor Augen sebe; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud und Leben schäße! 5. Stets floh er das Ge räusch des Ruhms, blieb niedrig und geringe, ent Mel. Gott, du frommer Gott schlug fich alles Eigenthums, 134 richeine meinem der Erbe aller Dinge. Arm nes Bild der Tugend, du ward er selber, daß wir Muster jeder Pflicht, des reich aus seiner Armuth Alters, wie der Jugend! würden. Er ist der Herr, D Jesu, Himmlischer, dein fein ist das Reich, doch trug Beispiel leite mich! Jch irr er fremde Bürden. und strauchle nicht, seh ich nur fest auf dich. 6. War Gottes Hand auf 2. Wie Werke und Wohlthaten Gottes. 96 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unentweiht von Sünde, floh deine Jugend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freudenlos und allem Glanz entrissen, durch frühen Druck geübt in Müh und Kümmernissen, floß dir das Leben hin, und dennoch bliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Bas ter los. 4. Gehorsam warst du stets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreuzestod mit Freuden zu er. füllen; trugst mit Geduld und Muth des Lebens herb. sten Schmerz; du sahst die Glücklichen, und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie vers leget; nie Leidende gefehn und nicht mit Troft ergößet; stets hast du Irrende gewarnt, belehrt, gerührt und sie mit Freundeshand auf beffern Weg geführt. mitten durch fie hin mit Festigkeit und Ruh. 7. Voll stillen Friedens blieb dein Herz bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn sahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 8. Vollendeter, auch ich, auch ich kann ohne Beben am Ziele einst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tugend und Geduld; denn du, Erlöser, tilgst der Schwach heitssünden Schuld. 9. Schau drum, mein Geist, auf ihn; verschmäh des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens furze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. Leiden, Tod und Be gräbniß Jesu. hier Ruhm und Schmeiche 6. Versuchung ohne Zahl, ( Passionslieder.) 135 Laß einer Leiben, Mel. Wie groß ist des Allmächt. leten, dort lockender Gewinn, da bittrer Feinde Dräuen o großer Dulder, heilig umgaben, wo du gingst, sein! Sie Lehre mich die dich, Heiliger, doch du gingst Sünde meiden und dir mein gane Erlösung. ganzes Leben weihn, dir, der so ruhig und entschlossen für mich die Last des Kreuzes trug, deß Herz. als schon sein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. 2. In der Betrachtung heilgen Stunden will ich am Leidenshügel stehn und dich für deine Bein und Mel. Wunden mit tiefgerührtem 136 Dank erhöhn; ich will die Lieb und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet haft. 3. Mir sollen diese Feier zeiten der größten Liebe hei: lig sein; sie soll mich stärfen, soll mich leiten, was bir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, dein Tod mir feliger Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Jhr Stätten, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, undhoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 97 Tod gelassen sein, die Menschen so wie du zu lieben und selbst dem Todfeind zu verzeihn, dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage fiets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin. 5. Da will ich lernen Tugend üben, in Noth und Herzliebster Jeſu! err, mich, bein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch, gleich uns, auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5.( 3 schlägt den Stolz und mein Verdienst da nieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt & 98 lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an den ich kindlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken. Al lein sout ich darum im Glau: ben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter winden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie de muthsvoll zu preifen, zu fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahingegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben! D gib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! In eigner Melodie. 137 eu, meines Les bens Leben, deß fich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit, du, der lieber wollt erblaffen, als mich im Verderben lass sen, ach, wie dank, wie dank ich dir, mein Erlöser, gnug dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, seines Raths Verkündiger! Längst haft du dein Werk vollendet. Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen dei ner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan, dach test nicht an deine Schmer zen, trugst uns Menschen nur im Herzen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Meinetwegen truost du Bande, littest frecher Lästrer Spott, achtetestnichtSchmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst werth der böchsten Freuden und trugst willig Gram und Leiden. O wie dant, wie dank ich dir würdig. Heiligster, dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornens trone, König aller Könige. Mir zu gut haft du gelitten, mir die Lebenskron erftrits ten, Preis, Anbetung, Dant fet Erlösung. fei dir, Ehrfurchtswürdigster, uns strömt Beßrungskraft dafür! und Ruh aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt; daß ewig unsre Geele lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht, den großen Trost, von dir, o Gott, belebt und stärket Jesu Tod. 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem großmuthsvollen Herzen war mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen letten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dant, ich danke dir einst im Tode noch dafür. 7. Ruh im Leben, Troft am Grabe, unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Jesu, bir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dieß, dieß sei mein Dank dafür! 99 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, obne sichern Troft und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du Mel. O Jefu Chrift, meins Lebens wirst uns, wenn wir dich 138 2n deine Leiden sehn, zu beines Himmels Wonn erhöhn. wir, Herr Jesu Christ, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan und beten dich mit Freuden an. Mel. Schwing dich auf 139 Mein Erlöser, auch für mich gingst du hin zum Leiden und begabst, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du sahst Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne, doch erfrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 3. Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den 2. Du entflohst nicht der dvrnenvollen Pfad. Auch Gefahr, die dem Leben 2 droh Werke und Wohlthaten Gottes. 100 drohte. Als die Stund erschienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabft du dich in der Feinde Hände und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu leiden, und, wenn es dein Rathschluß will, selig zu verschei den. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe. 4. Dant, o Jesu, Dant fei dir für dein willig Leiden; denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe; denn ich bin verföhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir ans gehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaffnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs ver schuldet, liebreich erduldet? 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie könnt ich noch nach meinem 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich sie, sie, meine Brü der, hassen? und nicht wie du, wenn sie mich unter treten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreu Mel. Herzliebster Jesu! 140 Laß beinen Geist zes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft, in deinem Namen dir nachzuahmen. mich stets, mein Heiland, lehren, bein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 8. Unendlich Glück! du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, Nichts meine Krone rauben! Go werd ich dort, von Herr lichkeit umgeben, einst ewig leben! 10. Ja Erlösung. 101 auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Rein banger Zweifel müsse ihn mir rauben; er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen, so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst In voriger Melobie. 141 Cei hoch gepries verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! sen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt von Sündern selbst dein Leben dahin. zugeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. D welch ein Herz gleicht dei ließest unfre Schuld an dir bestras fen, uns Heil zu schaffen. +3. D laß bieß Heil noch 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 11. Lockt böje Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden, so seis doch mir, trop alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wie der Ruhe schenken; dein Kreuz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude! Mel. Schwing dich auf 142 M Gottes Sohn, der du für mich littest und auch € 3 Werke und Wohlthaten Gottes. 102 auch auf der Himmel Thron jept noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein verföhnend Leiden! O wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr, gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Misses that noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest bu, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Frieden hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tus gend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich aufs Codesthal auch mit Freuden sehen und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, haft aus aller Noth Rettung mir errungen und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be zwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenom men! Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen; gib mir Weis heit, gib mir Kraft- du hast sie in Händen- was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von deis nem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sün denreiz hier zu widerstreben und voll Dankes dir zum Ruhm alle meine Pflichten als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sün dennoth, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen, daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erworben. 9. Stärke mich durch deis nen Tod in den legten Stunden! Wie du deine Todes noth siegreich überwunden, o so hilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dant ich ewig dir für dein bittres Leiden. Mel. Freu dich sehr, o meine S. 143 Jeju, beine tiefen ne Qual, dein bittrer Lod, geben mir in bangen Stun den Kraft zur Tugend, Trost in Erlösung. in Noth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich dent an deine Pein; sie, fie lehrt mich Sünden lassen und sie als mein Unglück hassen. 2. Die Erinnrung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Much, alle schnöde Luft zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Ach wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden merken. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf telfeiten Bahn, wo so Viele sich verlieren und sich dem Verderben nahn, dann denk ich, o Jesu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. 4. Gib bei Allem, was mich fränket, mir aus deis nem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, ströme neuer Trost mir zu! Wenn mich meine Fehler reun, müsse mich dein Tod erfreun; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben. 103 mir auch einst aus Gnaden geben. 6. Hab ich dann in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit, so besteg ich auch die Schmerzen von dem legten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält dech Todesfurcht mich nicht: überwunden, überwunden hab ich, durch dich überwunden. 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zuversicht! Du vertreibst des Todes Grauen, durch dich chadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab ich, Herr, an dir nuc Theil, o so wirst du ewges Leben In eigener Melodie. 144 Wenn mich die Sünden frän= ten, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist und Rettung von der Schuldens last den reuerfüllten Süns dern am Kreuz erworbenhaft. 2. D wundervolle Liebe, bedenks, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbft seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht! Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jesu Mittlertod bin ich von diesem Fluch befreit und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum jag ich dir von Herzen jett und mein Lebenlang für deine Todesschmer& 4 sen 104 zen, o Jesu, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu auf ewig gan, erges ben und thätig dankbar sei! Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sündlich ist! Nie komme mirs aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur mein Herr und Gott, mich fliehen jede Luft der Welt und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jeder mann ohn' Eigennuß und Heuchelei und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb und Treu! 8. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärt meine Seel im Tode, daß ich dich ewig schau! Mel. Besteht du deine Wege 145 Du, der sich einst voll Liebe selbst bis zum Tod und Grab aus mitleidsvollem Triebe zu unsrer Rettung gab, ach, unter welchen Plagen schloß sich dein Lebenslauf! Mit Zittern und mit 3agen stiegst du zum Delberg auf. 2. Die schauervollen Stun den der Martern waren da. Du jahest Hohn und Wun den, dein Kreuz auf Gol gatha, den Tod, die Grabes höhle und fühltest Angst und Noth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Ach, welche Angstge: fühle ergriffen da dein Herz! Im nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staube, mit Todesschweiß be: deckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt! 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Angst auf Angst herzu, und doch hing Niemand fester an seinem Gott, als du. Wie sehn. lich bat dein Flehen um Schonung und wie still: Es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So warest du mit Freu ben gehorsamund bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Willigkeit der fre chen Schaar entgegen, die blutbegierig kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm, 6. Der Erlösung. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch du bliebst ruhevoll. So start war deine Liebe zu uns und unferm Wohl! 7. D Freund der Menschenkinder, den nun tein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unsre Opfer an! Mel. Wann mich die Sünden 146 inft, als im Angstgebete, Herr, deine Seele rang und immer heißer flehte, 105 nender Geduld. Erbarmend sprichst du: Freunde, wacht! D wacht mit mir und betet: nah ist des Feindes macht! 4. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall ich auch wieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach, oftmals schlummr' ich sorgs los ein, bin ruhig bei Ge fahren, die meiner Seele bräun! 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb und Huld, wie sehr sie gleichwohl fehlen, mit scho. 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist vers drosfen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß meiner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: kämpf und bete! Bald ist die Krone dein! so tiefgebeugt, so bang, da Mel. Herzliebster Jesu! fandst du keinen Trost, kein 147 Bekenner Jefu, Licht, da Nichts als Marter vor deinem Angesicht. werdet vers messen! Der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2 Auch sie, die so ent. schlossen, so männlich dich bekannt, find muthlos, sind verdrossen, vom Schlummer übermannt. Sie schauen deis ner Seele Schmerz, und teiner deiner Brüder spricht Labsal in dein Herz. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lichten Dünsten, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vers gehen, wie sie entstehen. 3. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Wachen und Gebet sich nicht & 5 im Werke und Wohlthaten Gottes. 106 im Bunde mit ihrem Herrn; fie fielen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verräther kam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leis den? 5. Uneingedent des Hirs ten flohn die Schafe. Er ward verlassen, er, der unsre Strafe so willig duldete, daß seine Heerde ges rettet werde. 6. D welche Liebel Jesu, welche Treue! Du littest, daß der Mensch sich deiner freue; ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von seiner Schwachheit! EinIn eigner Melodie. gedent des Falles der bes 149 Christe, du Sohn er, sein Vertrauen auf dich zu bauen! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns machen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erliegen; wir werden siegen. Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein Za gen sei meine Ruhe, Heir Jesu! 2. Du littest ganz unschub dig von Frevlern Schmä hung und Schmerzen und trugst allzeit geduldig sie mit verzeihendem Herzen. Dein Geist soll uns bele ben, zu dulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jeful 3. Am Kreuze hingst du tläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod bes lehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck uns ab von Sünden; er soll uns dir verbnden zu ewger Liebe, Herr Jesu! Mel. O Lamm Gottes unschuldig 148 Srlöser, der im Staube einst trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 2. Christe, du Sohn Got tes, der du trägst die Sünde der Welt: erbarm dich uns ser! 3. Christe, du Sohn Gots tes, der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. lag, mit Angstschweiß bes 150 Wernet, Diel. In allen meinen Thaten tann die tröste Leiden fassen, die Erlösung. die du, o Herr, gelassen für mich erduldet hast! Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde und übernahmst auch meine Last. 2. Laß deine legten Stunden, und was du da empfunden, mich trösten und erfreun! Es lebre mich dein Leiden, den Dienst der Sünde meiden und dir mich jetzt und ewig weihn. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todesjchmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind au lieben. Oft wußt auch er nicht, was er that. 107 Trauer im bangen Todesschauer: Verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen; du fühltest selbst des Todes Noth. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden: Mein Werk ist nun vollbracht! Lehr es auch mich vollbringen und einst zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getrost die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle, dann ist auch mir der Tod Gewinn. 4. Du trösteteft den Ars men, der sich auf dein Ers barmen am Kreuze fest verließ. Auch ich bin, wann Mel. Bestehl du deine Wege ich sterbe, war ich dir treu, 151 Der Herrscher ala dein Lande muß sich gebunden sehn, er muß bedeckt mit Schande vor seinen Knechten stehn und hier sich richten lassen. suchen ihre Wuth, sie längst ihn hassen, zu sättigen mit Blut. Sie womit 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbe wußt? Wer wars, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schüßen mußt? Wem waren dieß mehr Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, aufs heiligste verband? 6 3. Doch ins Paradies. 5. Du sorgtest, voll von Liebe, aus regem Witleids: triebe noch für der Deinen Ruh. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden, so sende Trost und Muth mir zu. 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch klagen, und Reiner labte dich. Warum sollt ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? Dulabst ja und erquickest mich. 7. Du riefst voll tiefer 108 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Doch hier wird fals sanft und mild! Lehr mich scher Zeugen Verleumdung die Rache meiden; und gern gehört; hier wird durch muß ich ohne Schuld doch Lästerungen der Heiligste Schmach und Unrecht leiden, entehrt; hier wird das Recht so tröst mich deine Huld! gebeuget, entweiht das Richteramt; hier, wo die FalschMel. So schlummerst du heit zeuget, die Unschuld 152 Durst nach frech verdammt. Blut, o blinde Wuth, die kaum erhört ist worden! Den Erlöser will sein Volk grausam schänd lich morden! 2. Da geht er hin, ach, seht auf ihn! gefesselt durch die Straßen, muß vom heidnischen Gericht sich verdams men lassen. 3. Sein Richter sieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und der theidiget zuerst des Gerech ten Sache. 4. Doch zittert er, wanit hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und sie rufen: Barrabas! mit er bostem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen und mit einem Dornenkranz ihn zum König krönen. 6. Wer hat ein Herz und fühlt den Schmerz des Heis ligen, des Besten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch das Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Mensch, seht, welch ein Mensch, spricht selbst Pilatus, stellet ihn 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dieß Gericht, in dem man Jesum schmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen und selbst der Lügner Mund, die wis der ihn hier zeugen, schon seine Unschuld fund. 5. D würde nie mit Ränten der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld kränten, ein Richterstuhl entweiht! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Lästers worte die Unschuld leiden möcht! 6. Lehr mich, Herr, wo ich schweigen und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Zeugen sei flug und wahrheitsvou! Laß meis nen Mund nie trügen, mach mich von Falschheit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit fei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie Haß mit Haß pergelten! Mein Herz sei Erlösung. ihn zur Schau dar, eh er ihm noch sein Urtheil fället! 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge. Und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So sterb er dann! sprach jeßt der Mann, der ihn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht etwas leiden wollte. 10. Ach, uns zu gut floß hier dein Blut, trugst du mit stillem Herzen deiner edlen Seele Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du hasts gethan. Wir beten an mit dantendem Gemüthe, mit Bewunderung und Preis deine Treu und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. 109 ein Gerechter, ward frecher Missethäter Spott und ſeines Volts Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verleumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. Mensch! Mel. Schon ist der Tag von Gott 153 Seht, welch ein lag so schwer auf ihm die Last der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er für euch, thr Menschenkinder! So leiden sah von Anbeginn die Erde teinen je, als ihn, so wird auch kei: ner leiden. 2. Der Sohn des Höchsten, Eins mit Gott, ein Helfer, 3. Geschäftig war der Freoler Wuth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. Mit einer Dornenfron gekrönt, in Königskleis dern ausgehöhnt, stand er vor seinen Feinden. 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war die Menschlich feit des Heiden! Die aufges brachte wilde Schaar sah Sein Tod befriedigt sie al lein, sie stürmten auf den Richter ein und schrien: Er sterb am Kreuze! 6. Du denkest ohne Schaus dern nie an solche Wuth der Sünder, du sprichst: Die Rache strafte sie! noch straft sie ihre Kinder. D Seele, denkst du auch dabei an deine 7 Sün 110 Werke und Wohlthaten Gottes. Sünden? Bist du frei von auf deinen Leidenswegen! Schuld am Tode Jesu? Mit welcher hohen Seelenruh gehst du dem Tod entgegen! Boll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war stets bei detner Lebenszeit dein ernst: liches Bemühen, und selbst im Tode wolltest du für sie Heil, Trost und Seelenruh voll Großmuth noch erwers ben. 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn voll Heldenmuth, mit Freuden getrost auf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, Troft betrübten Seelen zu sprichst und flebst mit edlem Herzen selbst in der letten Todesnoth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: Ich selber, ich muß deine Sünden tras gen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn ich, Sünder, dich mit Gott und sterb um deinetwillen. 8. O hochgelobter Gottessohn, du Tilger meiner Sünden, erhöht auf deines Vaters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Heil mir sein um deiner Liebe willen. 9. Ich schwöre, Welter löser, dir, und willig will ichs halten: So wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, so: lang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb erinnern! 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde, so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie übers winde. Dann rufe du mir liebreich zu: Dent, welch ein Mensch ich war! unb du, du wolltest mich nicht lieben? In voriger Melodie. 154 ie groß, o Herr, erscheinest du 5. Ach, sieh ihn hier, erlöster Christ, schuldlos zum Kreuze bringen! Sieb, wie sein Blut zur Erde fließt; sieh ihn im Tode ringen! Sieh seine Wunden, seinen Schmerz! Dent an sein lies bes Erlösung. 111 verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen. Du Heiligster, bist ja in Missethaten niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeißelt, und von Schmerzen schon ents träftet ans Kreuz geheftet. 3. Was ist die Uriach aller solchen Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Til gung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 4. D große Lieb! o Liebe, kaum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden. 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam deine Treu ausbreiten? Wer hat dich te für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge und des Fleisches Lüste dämpfe. So sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem heiligen Geschäfte mir Schwachen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich Mel. Herzliebster Jesu! 155 Unschuldiger, du auf den pad der Tugend hattest Nichts führe und mich regiere! 8. Dann bevolles! Ach! sieh ihn duldend sterben. 6. Hier dent an jenen Zweck zurück, der ihn hier: her getrieben! Nun sag bei diesem Trauerblick, willst du noch Sünden lieben? Nein hier, o Christ, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weihen! 7. Entsag den Sünden dieser Welt und sündenvol len Freuden; flieh Men schenhaß, der ihm mißfällt; such Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen fann; geh standhaft auf der Tugendbahn der bessern Welt entgegen! 8. D Jeju, der du für uns starbst zur Rettung vom Verderben, uns so viel Heil und Trost erwarbst durch Lehren, Leiden, Sterben, steh uns mit deiner Hülfe bet, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns Trost, Muth und Geduld durch deinen Tod bereiten; und naht einst unser Tod heran, so laß uns diese pilgerbahn als Gläubige beschließen! 112 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. Dann werd ich dank- verwegen dem tiefen Fäll bar deine Huld betrachten, entgegen. dich lieben und die Lust der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, keine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Lodes Leiden nicht von dir scheis den. 10. Empfang ich einst vor meines Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob besingen, und Dank dir bringen. Mel. Auf meinen lieben Gott 156 Mein Jesu, für dein Herz, welch ein so herber Schmerz, den du weit mehr empfun. den, als Striemen, Schläg und Wunden: die kleine Bahl von Freunden fränkt dich gleich deinen Feinden! 2. Kaum naht sich die Gefahr, o bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh sie der Treu vergessen, den Tod selbst vorzuziehen, verlassen dich und fliehen. 3. Der fühn sein Schwert gezückt, dein Petrus selbst erschrickt; er flieht, eh Bande drohen, schämt sich, daß er geflohen, tehrt um und eilt 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach, dort liegt er tief im Staube, erloschen ist sein Glaube, sein kühner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! Mel. Wann mich die Sünden 157Von Furcht dahin gerissen läugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief dringet ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun dei nem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte jein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Bewegt ist meine Seele, erfüllt mitReu und Schmerz. Was hilfts, daß ichs ver hehle? Du schaust mir ja ins Herz. Bekennen will ichs, Jesu, dir: auch ich hab dich verläugnet; ver gib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens Spötter dich schmähten, wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter, dich, ihren Herrn Erlösung. Herrn und Gott, dann schwieg ich furchtsam, schämte mich ein Christ zu sein und scheute mehr ihren Spott, als dich. 6. Ach, Vater, ich empfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an, laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! 113 Schild, o Gott: von meinem Haupte fällt kein Haar, und drohte mir vor Allen die schrecklichste Gefahr! 5. O du, der du dein Leben, du Herr der Ewig 158 D teit, so wilig hingegeben für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneun, Standhaftigkeit und Treue dir, mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 8. Ich will dich frei bes kennen. Wann Gott Ge richt einst hält, wirst du mich auch betennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, dein Kreuz ist meine Ehre, dich laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner Gnade fürcht ich selbst nicht den Tod. Wer ist es, der mir schade? Du bist mein Mel. Wie wohl ist mir, o Freund größten an Sterbenden zu sehen, schwing dich, mein Geist, auf Golgatha. wo man des Mittlers Kreuz erhöhen, den Weltbeglücker bluten fah! Erwäg diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an. Sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Geduldig bei den größ ten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit sanftmuthvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Aug einst um die Meinen in meinen lezten Stunden weinen, so soll dieß Wort mir Troft verleihn. Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 4. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeug ten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese sein! O Herr, laß an des Lodes Pforte einst diese troftesvollen Worte mich auch im legtenkampf erfreun! 5. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Warum, Gott, hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Bein müßt er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht, Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, o Herr, mein Troft, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem Labsal jept entblößt, wünscht, daß sein Durst ge stillet werde. O Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dich noch heute im Armen, den an deiner Seite auch Hunger, Durst und Mangel drückt. O se lig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer des Armen Man gel stillet, der hat den Hei land selbst erquickt. 7. Nun enden sich die schweren Leiden; der Hei land spricht: Es ist voll bracht! D Wort des Sie ges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu vertlagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht! es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus deinem Munde soll, Jesu, auch das meine sein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufest: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele! du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Wert voll endet, wozu der Vater dich gesendet, du neigtest sanft dein Haupt und starbst. 9. Mensch, kannst du ohne fromme Zähren den Lieb ling Gottes sterben sehn? Mußt du ihn nicht mit Freuden ehren und willig Erlösung. 115 seinen Ruhm erhöhn? D dank ich dir; du brachtest weine fromm bei seinen Blagen und fröhlich seh ihn nach drei Tagen aus seinem Grabe auferstehn! Und wenn ihn Spötter hier entehrten, dort wirst du Mel. Befiehl zu deine Wege ihn als den Verklärten zur 160 Du, deſsen ugen Vaters flossen, sobald sie Zion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Mel. O Jesu Chrift, meins 159 Du benteft in der Falle nahn. Wo ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger feis ner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? tiefsten Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz und flößest ihnen Trost ins Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund und sprichst zu ihr, die trostlos weint: Sieh, Mutter, dieser Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir sein. 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlich teit; ich sei so willig, Andern beizustehn und ihnen Beißland zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt, dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geh ich, wenn es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt, euch fag ich, die ihr um mich weint: Getroft, bald werden wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, ihn vom Himmel mir. Du hast verheißen: ihr seid mein; wo ich bin, sollt ihr ewig sein! 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethses mane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? Ist Jesus das, der Beste, den je die Erde sah? Er fühlt der Qualen größte, er ist dem Tode nah. 3. Ach, wie er tief im Staube bedeckt mit Angstschweiß liegt, mit dem Gefühl sein Glaube im Kampfe dennoch siegt! Schon kommt der Mörder Rotte, die fein Erbarmen rührt, die ihn, zu Hohn und Spotte, ihn ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Volk im bittern Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Nichtstuhl spricht. Er ist ihr Hohngelächter: fie drohn mit wildem Ton: auf 116 Werte und Wohlthaten Gottes. auf uns, auf Söhn und Töchter, tomm seines Blutes Lohn! 5. 3ur fernen Schädelstätte trägt er sein Kreuz hinan! Sie freuzgen ihn! D bete, mein Geist, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: Vergib es ihnen! Vergebend bricht sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Brust zur Ruh sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns ers quickt. 7. D Freund der Men schenkinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Heil geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank; hör ihn, bernimm vom Staube den schwachen Lobgesang. Mel. Werbe munter mein 161 Der er am Kreuz ist meine Liebe! Meine Lieb ist Jesus Chrift! Weicht von mir, des Eitlen Triebe, Alles was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und womit du lohnst, ist Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befrem dets dich, daß ich Jesum Chrißum liebe? Jesus gab sich selbst für mich; sollt ich nicht sein eigen sein? mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist zc. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Un dank für so herben Schmerz nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh, Gewiss sen! Er, die Liebe, Jejus starb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier; Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist 2c. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, keines, keines Todes Grauen reißt von dir mich, Jesu Chrift! Nicht Gewalt, nicht Gold, nichtRuhm, Engel nicht, fein Fürstenthum! Dir, bir will ich liebend trauen, sterben dir, dich werd ich schauen. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod! Du bift Erlösung. bist mein Freund! Wenn ich wie der Staub verstiebe, wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ärnste seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 117 gefunden, zur tiefsten Dank barkeit! Dir fei mein ganzes Leben zum Opfer hingege ben, dir, Jesu, Leib und Seel geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen sein, von meinen Chriftenpflichten mich täglich uns terrichten und mir zur Tus gend Kraft verleihn! Mel. In allen meinen Thaten 162 Welt, fieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Romm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldsvolle fühlt, was er am Leibe leidet, wie, bis er endlich scheidet, die Qual in seinen Adern wühlt! 3. Wer ists, der dich ge schlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat! Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre menschenkinder, warst rein von aller Missethat. 4. Du gingest meinetwegen dem Todeskampf ents gegen mit wahrem Heldenmuth; du starbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben, und littest Alles mir zu gut. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil 7. Dein Beispiel soll mich lehren den Rath des Höchsten ehren, ihm gern gehors sam sein; auch meine Brüder lieben und, wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun sie erfreun. 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht gefäult; was deine Augen haffen, das will ich fliehn und lassen, gefiehl es auch der ganzen Welt. 11. Und 118 11. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, mich so getrost. wie du, in deine Vaterhände den Geift an meinem Ende empfehlen zu der ewgen Ruh. Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Befehl du deine Wege jer du voll Blut 163 für uns am Kreuze starbft und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst: der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil, wie dank ich dir! 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als bu, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach, da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde, du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. Wer kann dir nach empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last gehäufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich brang, suflagen: Gott, wie verläßt du mich! 5. Ach, diese Last und Mühe hab ich auch dir ge macht! Omein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, aus der sie verschuldet hat, und meiner Missethat. von 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht: wohin sollt ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? 7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübfal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glau ben Theil und auf des Les bens Pfade mir Muth, Kraft, Troft und Heil! 8. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann berfür; wann mir am allerbängsten wird um dash rze sein, so reiß mich aus den engsten fraftdeiner Angst und Bein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn Erlösung. gehn und mich im Geiste offen, Herr, deinen Himmel sehn! Mit heiligem Entzücken will ich dann glaubensvoll nach dir, mein Heiland bliden. Wer so stirbt, der stirbt wohl! 119 ausbrechen, verlör auch gleich. mein Pfad im Dunkel fich. Durch Leiden ging zum Ziele Jesu hin; ich folge ihm, weil ich sein Jünger bin. 5. Was fürcht ich noch des Todes Schrecken? Im Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde 164 2h, sieh ihn dul meine Niche decken, wenn In eigener elodie. den, bluten, sterben! O meine Seele, fag ihm frommen Dank! Sich Gottes eingen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? einst des Todes dunkle Nacht erscheint: der Gott, der ihm das Leben wiedergab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. 2. Ja, mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzes: tod: bestätigt ist nun seine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. Mel. Wer nur ben lieben Gott 3. Mich soll das Beispiel 165& rftarb, der größe Jesu lehren, der frommen Unschuld Lohn sei Seligkeit. Auch ich will Gott durch Tus gend ehren und willig thun, was sein Gesek gebeut. Die Pflicht des Danks dringt innig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. te Freund der Tugend, er starb, von seinem Voll verkannt, das nicht in ihm den Freund der Jugend, des Mannes und des Greises fand, in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größe ten Menschenfreund nicht auch, wie einst sein Volk, ver= 4. Nie will ich mich am Feinde rächen, auch dieß lehrt Jefu hohes Beispiel mich; in bange Klagen nie 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Ret= ter, den mein ganzes Herz bir bringt! Dort dank ich dir mit reinerm Triebe, wenn dich mein Geist unsterblich einst befingt. Dann stimmen alle Selgen fröhlich ein; dann soll der ganze Himmel Zeuge sein! Werke und Wohlthaten Gottes. 120 verkennen, daß unser Herz es besser meint mit Jesu, deffen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3. Wenn seinem liebe vollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmer zen es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn und ihn mit Rath und Trost erfreun; 4. Wenn wir stets reines Herzens leben, wie Jesus, uns der Tugend weihn, und unser eifrigstes Bestreben nur das ist: Gott ergeben sein; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that: 5. Dann können wir den Trost uns geben, daß unser Herz ihn ehrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott jene Geligkeit uns gibt, mit der er in der Ewigkeit den, der die Tugend ehrt, erfreut. in deinen Mienen, in deiner Seele Zuversicht: du flehst: Vergib, o Vater, ihnen, was sie jest thun, verstehn sie nicht! und ruhig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Qual und Schmach. 4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt ich Einen noch betrüben, für den du littest, Jeju Christ? Wie nun nicht freudig Gus tes thun und still in Gottes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter und quält die Schuld der Sünde mich, dann denk ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zuversicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet In voriger Melobie. 166 Du befter aller Begnadigung und Heil ers der, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel ausgelakner Sünder! Uus bein Blut, und tiefer, nie gefühlterSchmerz durchdringet Glieder, Sinn und Herz. 2. Doch Sanftmuth ist 3. Dein hohes Beiſpiel soll mich lehren, das Un recht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gefreuzigter, dann denk ich dein, wie du ge martert und geschmäht für deine Beiniger gefleht. Mel. Herzlich lieb hab ich dich Sünder 167 U1m Gnade für welt rufft du, mein Heil, am Kreuz gequält von fre cher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wann Erlösung. wann dich bei deinem her ben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ih: nen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: Vergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn was sie thun, verstehn sie nicht! 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh Erbarmung und Vergebung zu. Herr Jesu Chrift! Gelobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unier Gott! 3. Daß Gott mit Lang muth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch scho.net: daß er so liebreich ihrer denkt und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Vers dienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an, hast du durch deines Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. DJesu 121 Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vers tritt du mich bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz vom Troste leer, weil mei ner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket, o dann versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geift blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürch: terlich! Und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärs te mich mit neuer Kraft, Herr Jesu Christ! Der leste Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den fanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut, und flammt des Zornes wilde Gluth mein Herz zur Rachbegierde an, o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Ger bet selbst deinen Mördern Gnad erfleht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! D F zeuch 122 Werke und Wohlthaten Gottes. zeuch mich, du erhöhter Vaters Willen, auch wenn Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Him mel von der Erde! Du bist der Deinen Schußpanier. Beuch dir uns nach, so laus fen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürs bitt ewig freun. Herr Jesu Christ! wie felig ist, wie felig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! er Leiden vor sich sah, durch Lehr und Thaten zu erfül len, fühlt er sich nun dem Ziele nah und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 5. Jeßt nähert sich die ernste Stunde, wo mancher schon nicht Fassung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getroft ihm sei nen Geift empfiehlt und unsrer Seelen hohen Werth Mel. Wer nur den lieben Gott 168 Golgatha, zu durch dieses legte Worl verklärt. deinen Höhen erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heil gen Gottes jehen in seines Opfertodes Schmerz: ich will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seines Muths Erhabenheit zeugt laut von sei ner Göttlichkeit. 3. Er fleht für die, die ihn verfannten, nit himmlischer Gelassenheit; bemerkt die traurigen Verwandten und sorgt für sie voll Zärtlichkeit: spricht hohen Trost und Fried und Ruh den tummervollen Seelen zu 4. Stets eifrig, seines 6. So stirbt denn Jesus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu sein und weder Schmerz, noch Tod zu scheun. 7. Er stirbt, der Wohl thun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Irrende zu Gott geleitet und Leidende gesund ge macht! So freudenvoll stirbt auch der Christ, dem Jesus Licht und Beispiel ist. 8. Schon viele tausend Fromme schieden dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, em pfanden jenen Seelenfries den, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn, so wird mein Tod wie dei ner sein. Erlösung. In voriger Melodie. 169 eht, Chriften, fehet Jesum scheiden, wie er im Tode standhaft ist, wie nach dem bängsten Auge sich so ruhig schließt; und wißt, daß, wer die Tugendbahn stets wandelt, ruhig sterben kann. 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reich thums eitlen Glanz ver ichmähn und Tugend über Alles achten, in jedem Tu gendlampf bestehn, das machte, daß auf Golgatha man Jesum ruhig sterbenfah. 3. Des ewgen guten Vaters Willen durch seine gan: ze Lebenszeit treu und gewissenhaft erfüllen war Jesu größte Seligkeit. Ihn schreckte Grab und Zukunft nicht, denn Gott war seine Zuversicht. 123 wann sterbend unser Auge bricht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder selbst noch im lepten Augenblick; schalt nie, ward er gescholten, wieder; beförderte des Feindes Glück. Und diese Menschenfreundlichkeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 5. Auf! Laßt an Jesu Todestage den heilgen Vorfag uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Jesus, nur der Tu gend weihn! Dann strahlt auch uns ein helles Licht, In voriger Melodie. 170 s ist vollbracht! ruft am Kreuze des sterbenden Erlöfers Mund. O Wort voll Trost und Leben reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde kracht, der Welt Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünde lag, und uns die Bahn durch Todesnacht zur frohen Ewigkeit gemacht. 4. Dankvolle Thränen, neßt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Trost ge macht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun F2 auch 124 Werke und Wohlthaten Gottes. auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! D stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ist vollbracht! 6. Du littst so viel zu meinem Leben. Wie sollt ich nicht voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung außersehn, so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendet sein! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so är te mich in solcher Last; laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn über wunden haft. So tret auch ich in Todes Nacht mit dem Triumph: es ist vollbracht! und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterb liche hält dich nun das umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst bier nicht die Verwesung sehen; sons dern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Solte denn mein gläubig Her vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in fanftem Frieden liegen, denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Jhr, die die Welt ge fesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! Jch, ich hoff in Chrifto einst mei nes Leibs Erlösung. 7. Nein, Nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe geben. Grab, 8. So sint ins mein Leib, hinab; ich will mich drum nicht kränken; Jesu, an dein Grab will ich mir zum Trost geden In eigner Melc die. 0 171 So schlummerft ken. du in stiller Rub, der du für uns geIn voriger Melodie. florben, uns am Kreuz in 172 Am Kreuzber schwerer erworben! ewges Heil 2. Du bist erblaßt, o Herr, blaßt, Martern Last, der Todes qualen müde, findet mein Era Erlösung. Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du haft's gethan; dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tobe mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten: sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 125 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen! Herr, ich will, solang ich bin, deine Lieb ermessen. 173 Adet, findest du Mel. Nun laßt uns den Leib [ ch, endlich, ein stilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanftem Schlummer dich erquickt. 2. Wohl dir, daß du gefunden hast, wo nach des heißen Tages Last dein Haupt du legtest, einmal nun von langer Arbeit auszuruhn! 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heiliger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. 4. O daß, wann einst mein ewger Geist der Erdenhülle sich entreißt, auch ich von edlen Thaten Ruh, auch Ruh verdiene, Herr, wie du! 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich: erfors Mel. Wer nur ben lieben Gott ſche mich und siehe, wie 174 eil ihm, dem Todesüberwinichs meine: ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank der! Aus seiner Gruft geht dir weine. er hervor. Als Retter der F3 vera Auferstehung Jesu. ( Osterlieder). 126 Werke und Wohlthaten Gottes. verlornen Sünder empfängt kommt der Herr von neuem ihn nun der Engel Chor, wieder, und Engelheere fol und aller Himmel Jubelton gen nach. Dann dringet auch preist ihn, des großen Got- in euer Grab des Lodten tes Sohn. weckers Ruf hinab. 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden, doch kurzer Schlummer war jein Tod. Er hat gekämpft und über wunden; dahin ist alle seine Noth. Thm, der das Felsengrab durchdrang, erschallt nun ein Triumphgesang. 3. Das segenreichste seiner Werke, die Rettung einer Menschenwelt, vollendet ists Mel. Jesu, meine Zuversicht mit Gottes Stärke: die Nacht 175 eius lebt, mit des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu seines Namens Ruhm. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Unsterb: lichkeit erhebt. Nun wird der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in ein beßres Land. 5. Ja, Christen, singt: Er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Banden sei nun Gehorsam euer Dant! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, ihm weiht eure Lebenszeit! 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn und, mit des Himmels Glanz um geben, getrost zum Richter stuhle gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Füh rer in der bessern Welt. 6. Ein Tag erscheint, er löste Brüder! Freut euch, es ist ein Wonnetag! Dann Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Tod ten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht, dieß ist meine Zuversicht. 2. Jejus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt geges ben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, sündigt wider Got tes Ehre. Gnade hat er zus gesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht, dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Her zens will ich sein und den Lüften Erlösung. Lüften widerstreben. Er ver: läßt den Schwachen nicht, dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; tch bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, teine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht, dieß ist meine Zuversicht, 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 127 mel sind, der ist mein Va ter, ich sein Kind. 4. Wer ists, der mich vers dammen Jch an dich und sage dann: der Gott, durch den die Him5. Nun ist dieß erste Leben mir ein segensreicher Weg zu dir. Solang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplatz meiner Huld und Treu! Wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Eide täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, sterben wir. Doch du regierst; und wir sind dein, und Herr, wir werdens ewig sein! Mel. Vom Himmel Tam der 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der 176 Dich bet ich an, er meinen Geist erhebt, ich seh, standner Held, Erretter einer Sündenwelt! bu, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocnem Aug hinab. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 9. Welch neue Welt von Geligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Dort findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 3. Herr, meine Seele preis set dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freudigem Vera traun im Tod auf dich, Vollender, schaun. Mel. Wer nur den lieben Gotr zur 177 Nuf, meine Seele, denn dein Erretter, Jesus, lebt, der dich nach überwundF4 nem 128 Werke und Wohlthaten Gottes. nem Leide einst zur Unsterb- wie sie nicht verlassen blie lichkeit erhebt. Halt im Ge- ben, wird auch mit dir dein dächtniß Jesum Christ, der Freund vereint. Halt im von dem od erstanden ist. Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstan den ist! 2. Dent lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Versuchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, sie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 3. Denk ihn im Leben, wenn die Bürde des Standes und Berufs dich drückt; denn wer sie trägt, wird einst mit Würde zum Lohne geschmückt. Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmergen harter Leiden, denk, wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist voll Freuden, die er von Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk ihn, den Sieger, der erstand; im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land! Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; doch 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jesu Christ! Folg ihm, so wird er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! Met. Chrift lag in Todesbanden 178 Bringt Preis un dem Hei land dar! Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei gelobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! Hallelujah! 2. Dein Leben in der Ma jestät befestigt unsern Glaus ben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den gro ßen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung hast ans Licht gebracht, den Himmel hast geöffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrs heit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deis nes Todes hohen Werth hat er Erlösung. er aufs herrlichste erklärt, da er bich auferwecket. Halleluja! 4. Erstandner, ich froh locke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrscheft, um auch mir ein ewges Heil zu geben, meiner Seele Trost zu sein, zur Tugend Kraft mir zu verleihn und mich zu Gott zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh im Fries den mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als bein Erlöster wandle! Halleluja! 129 lichkeit umgeben, mit al len Seligen vereint, durch Ewigkeiten leben. Laß dieß Heil mein Erbe sein, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden! Halleluja! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstor. bne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 7. O laß, solang ich hier noch bin, mich treu im Glaus ben wandeln und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln, daß ich, wann ich aufersteh und dich, der Menschen Richter, seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit Herr Mel. Jesu meine Freude 179 Aus des Grabes Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn, Jesus hat gesieget. Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind unfrer Seligkeit bezwungen: Lob sei ihm gefungen! 2. O wie hoch erhoben lebt nun Jesus droben in der Herrlichkeit! Seiner Herr, scherehre jauchzen Engelhöre, ihm zum Dienst be reit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichern Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erde, flieh von mir! Ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen Gaben wünsch ich Nichts zu haben, als was 85 Gott 130 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott gefällt. Mich erquickt, wenn Noth mich drückt, dort nach überstandnen Leiden Gott mit seinen Freuden. 5. Sterb ich, meine Seele, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Hetlands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht ich hier doch mehr nach ihr, als nach allen eitlen Dingen dieser Erde ringen! 6. der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe und dich froh erhebe! Mel. Bom Himmel fam ber 180& rinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herr lichkeit! halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn, er lebt und herrscht mit Gott vereint, er ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewig keit! 5. D Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der ver gleicht die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb und Ver wundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dant und Pflicht, fall ich, Herr, auf mein Ange ficht. 8. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllst einst mein Vertraun, in höherm Lichte dich zu schaun! 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wol ken herrlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit! Erlösung. 11. Zu welchem Glückt, zu welchem Ruhm erhebt uns doch das Christenthum! Mit bir gefreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden ichon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, das mit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets erneu! 13. Er ists, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ift! Mel. Was Gott thut, das ist 181 Fe, Selus lebt! Crohlockt ihr Chris Lobsingt dem Ueberwinder! Obetet an, erhebt, erhebt den Retter aller Sünder! Er starb für sie; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seis ne Brüder! 2. Er lebt! Er lebt! D weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Ihn preise jeder Festgesang und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 131 Christen, jauchzt! Er ist er höht! Er drang durch Todesnächte an seines Vaters Rechte. 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit, er starb von Frevlerhänden! Wo waltet hier Gerechtigkeit? Wie fonnt er hier schon enden? D 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein gros ses Werk vollbracht uns mit Gott Wer an ihn glaubt, wird felig sein. O laßt euch diesen Glauben durch keine Leiden rauben! und versöhnet. 5. Schaut auf zu seiner Herrlichkeit und lernt als Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit sind Keime hoher Freuden. Seid Counden ist Alles überwununverzagt! Seid hoffnungsvoll! Nach bangen den. 6. Was ist der Tod? Ein D sanfter Schlaf ist er. Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag daher, dann stehn wir auf im Frieden! D Tag des Danks! Tag des Heils! Gern wol len wir nun sterben; wir wissen, was wir erben. 7. Erstandner, gib nur? daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln und stets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Una sterblich sein, unsterblich sein und einst dir näher kommen: o welch ein Lohn der Frommen! F6 132 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Erschienen ist der herrlich 182 rift erschienen Jesus Christ, der unser Trost und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh er für uns sein Leben ließ: Drei Tage sollen nicht vergehn, so werMel. Rommt, kommt den det ihr mich wiedersehn. Er 183 Nobfinge, meine hats erfüllt. 3. Jch lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, selig sein mit mir. Id tomme, meine Stimme ruft auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen Jefus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine frommen Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich seiner freun, dich preisen noch an meiner Gruft, wenn liebreich deine Stimme ruft: Ent: schlafe nun! meinem Wandel sei! So komm ich nicht in dein Ge richt, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 8. Herr, rufe mich, wann dirs gefällt, von dieser un vollkommnen Welt und füh re mich an deiner Hand einft in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu und treu in Seele, Welterlöser, bet ihn an! Lob sing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen: durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer. Du darfst nun nicht mehr be ben, sein Sieg hat dich he freit. Dein ist unsterblich Leben, dein Gottes Gelig feit. 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jesus auf. Ge danke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ge danke, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt; der schönsten Hoffaung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Höle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund er bebet; die Hüter fliehn; das Grab Erlösung. 133 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ist nicht mehr des Todes Raub. Erlöste, singt ihm Dank! 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus seiner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Trost und Ruh und Hoffnung ewger Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. Grab ist leer. Der todt war, Jesus, lebet und geht vor feinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun fich, danken dem Auferstandenen. Sie fehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Lod. 4. Herr, deine Boten fies gen, von dir uud deinem Geist belehrt, die Gößentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freubenvoll ein Christ. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden auferstehn, auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner aufs zugehn. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! 9. D Auferstehungsfest, du bist des bessern Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder Chriff, der deinen Trost empfand. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 184 Von om Todesthal hinauf zu Gott erhebt sich mein Gesang; dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. 2. Die Sonn in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher er. wacht. ( Himmelfahrtslieder.) 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe Mel. Freu dich sehr, o meine err, du stieg; hinauf bis zu dem 185 mit Glans und Sternenzelt erschallete sein Sieg. Freuden auf zu deiner Herr87 licha Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung. 134 Werke und Wohlthaten Gottes. lichkeit; doch mich drücken du die Nacht, die des Todes noch die Leiden dieses Lebens, Thal mir macht! Du hast dieser Zeit. Gib mir, Jesu, ja den Tod bezwungen und Muth und Kraft, daß ich den Sieg für uns errunmeine Pilgrimschaft so in dir gen. zurückelege, daß ich stets bein bleiben mögel 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, oso sammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit! Heilge und verklär sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz, frei vom Staube dieser Erde, ähnlich deinem Leibe werde! 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Trost erfreun! Steigt mein Flehn zu dir hinauf helf er meiner Schwachheit auf, und du selber wollst im Beten bei dem Vater vertreten! Utel. Herr, wir fingen 3. Lehre mich die Welt 186 11eber aller Hims verachten und was in ihr Eit les ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist! Wollust, Ehrsucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. mel Heere er hebst du dich in Sieg und Ehre, du Geber der Unsterblichkeit! Engel singen Freu denlieder, und alle die er lösten Brüder verehren deis ne Herrlichkeit. Du, du bift Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir stehn von fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. 4. Diese müsse Nichts mir rauben; du erwarbst sie theuer mir! Jezo seh ich sie im Glauben; dort find ich sie selbst bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun Herr und Gott! Erhöhter Gottes Sohn, wie herrlich ist dein Lohn nach dem Sie ge! wir folgen dir mit Freu den 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zul Rufft du frühe oder späte mich zu meines Grabes Rub, so erleuchte Erlösung. 135 Mel. Vom Himmel kam der den hier; einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 3. Deine trauernden Er. 187 Auf, Jesu Jüns ger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seis nem Reich. Er triumphirt! Lobsinget ihm! Lobsinget lösten im Kampf zu stärken und zu trösten, gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern Leis den den Geist des Trostes und der Freuden, den uns dein theures Wort verheißt! Er zich uns in dein Reich, mach unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du poran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen, dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch deis nen Mittlertod sind wir ver föhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit mir, da sollen wir auch mit dir leben für und für. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhern Lebens; dann schaun wir dich nicht mehr von fern; dann sehn wir hocherfreut ihm mit hoher Stimm! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsina get ihm mit hoher Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßet seine Chris stenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt, Lobsinget ihm! Lobsingetihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, ganz deine Herrlichkeit, dein sind wir. Nimmst Welterlöser; dann führest du der Wonn uns zu, dort in des Himmels ewger Ruh. du dich unser hülfreich an, was ist, das uns gebrechen kann? 136 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Ants lig schaun. Werke und Wohlthaten Gottes. Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. ( Pfingstlieder.) Mel. Bom Himmel hoch 188 2nbetung fi bir, Gott, gebrachti Du hast uns diejen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuchtet und geheiligt ist! 9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Men schenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligs thum. 2. Der Erdkreis lag in Nacht gehüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da kam von deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten fund. 4. Von ihm gestärkt gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang wird Alles Licht und Lobgesang. Jhr Schuß ist Jesus und ihr Ruhm sein theures Coangelium. 6. Und ihrer Predigt fro her Schall erfüllt den Erdfreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Se gen fort; noch siegt, o Ewi ger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach uns von Sünd und Irrthum frei; dein Geist treib uns zum Guten an und leit uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht sehn. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie sie In eigener Melodie. gen start durch ihn, o Gott! 189 Nun bitten wir Geift, Heiligung. Geist, welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Leh re, Alle, die im Frrthum sind, befehre. Erbarm dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns feft ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Erbarm dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb und Einigkeit, mach uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einan. der lieben, gern verzeihn, Niemand gern betrüben! Grbarm dich, Herr! 137 Thaten kund, die Völler zu befehren. Der Heiden Tempel wurden leer: es stürzte jenes Gögenheer von seinen Bruntaltären. 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab, noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich, Herr! 3. Umsonst, umsonst empörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich und töbteten die Jünger. Unüberwindlich war ihr Muth, und schwiegen sie, so sprach ihr Blut und zeugte neue Jünger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Gränzen fort; der Frrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden mensch. licher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angefichte. 5. Auch wir begehn, o Gott, dieß Fest, daß beine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher und, helf uns Gott! auch heiliger durch deines Sohnes Lehre. Mel. Kommt her zu mir 190 Bollendet hatte 191 b eift bes Gottes Sohn sein großes Werk auf Er den schon, und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie bald Alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. In eigener Melodie. Domm, o komm, du Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil, das Gottes Rath für uns außersehen hat. 2. Da that der Ungelehrten Mund des Welterlösers 2. Gib in unser aller See 138 Werke und Wohlthaten Gottes. Seelen wahrer Weisheit helles Licht, daß wir uns zur Richtschnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe du uns kräftig bei und mach uns vom Irrthum frei! 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann! Wirke Reu durch deine Grad, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal findt! Lehr uns, daß des Baters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten findlich und mit Freudigkeit nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns allezeit; so wird unser Flehn erhört und die Zuversicht gemehrt, 6. Wird uns auch um Troste bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott, mein Gott! wie lan= ge, o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib ihr Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, fördre in uns deine Werke und im Kam pfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns bringt, daß uns dann der Sieg ge lingt. 8. Herr, bewahr uns un sern Glauben, daß Verfol gung, Schmach und Spott niemals möge ihn uns rau ben. Du bist unser Schuß, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: Nein! Lab dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sol len sterben, o so steh mit Troft uns bei; gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herrlichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt und die nie ein Ende nimmt. Mel. Mein ganzer Geist, Gott D 192 heilger Geift, fehr bei uns ein und laß uns deine Woh nung sein, du Beistand unsrer Seelen! Erleucht uns durch dein göttlich Licht, entzieh uns deine Hülfe nicht, und zeig uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubg vor den Vater treten. 2. Du Quell, draus alle Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, schent aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Verstand, daß heilsam von uns werd erkannt des Höchsten gnäd Heiligung. gnädger Wille! Ja, gib den Trieb unsern Seelen, nur zu wählen und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wiss sen! Verleih uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen. Drückt Last uns fast muthlos nieder, laß uns wieder Trost empfinden und die Trübsal über winden! 139 Lebenszeit: du kannst uns dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitela keit, die Sinnenlust mit ihren bösen Werken! Vater, Vater, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir Himmelserben werden! 4. Stärk uns durch deiner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu werden! Und sind wir wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; du fannst machen, daß wir siegen und im Kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müss' uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Herzensgrund mit Thaten, so: wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Jesum Chriftum ohn Aufhören recht zu ehren, mach uns tüchtig und sein Heil uns werth und wichtig! 6. Gib, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Mel. Gott des Himmels und der 193Hott gegeben, eilger von komm, erleucht und heilge mich! Weise, fromm und gut zu leben, dieß vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu beffern, in mir neu! 2. Ach, ich irr in Finsternissen, Geist der Wahrheit, ohne dich, von Begierden hingerissen, täuschtdie trunks ne Seele sich, suchet Ruh und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüften dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, heilig wie mein Heiland sein! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Teben hin, und mich stärke deine Gnade, wann ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meis nem Ziele kommen mag. 5. Gib zu jedem guten Wera 140 Werke und Wohlthaten Gottes. Werte meiner Seele Kraft und Lust und im Kampfe flöße Stärke mir in meine ichwache Brust; gib mir Trost in jeder Noth; hilf mir treu sein bis zum Tod! 6. Sei mein Beistand, M.I. Freu dich sehr, o meine wann ich sterbe; zeige mei 195 Geist vom Bater nem von und vom mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end ich froh die Pilgerschaft. Mel. Mein Gott, das Herz 194 Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist Herr, den zu meiner Geligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stamint, o Vater, lehre mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, voll Dank für deine Huld, und er bewaff ne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. 4. Vertrauen habich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärker mich und zeige, wenn ich trau rig bin, auch mir als Tröster sich. ne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott er geben sei; o so wird mein Herz Tempel auf Erden schon ein Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wann ich bange 3weifel hege, deine Wahrs heit mich erfreun! Lente träftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Va ter liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn, seinen Na men zu erhöhn, seinen Wils len zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab ich ir gend mich verirrt, o so rühre du Heiligung. du mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Beßrung neige! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinzutreten; gib, daß ich auf Jesum Christ als auf meinen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen! 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei! Gib mir ein gelungnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz bis gum frohen Ueberwinden deines Geistes Trost empfinden! 141 der Zeit der Tugend Werth und Seligkeit. 3. Dein guter Geist, o Gott, regiere mein ganzes Herz und stehe mir in meiner Schwachheit bei und führe mich von der Eitels keit zu dir! Gib einen Geist, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! Mel. Wer nur den lieben Gott du Wes 196 großer Gott, fen, bu haft nur reine der zen dir zu deiner Wohnung außerlesen; ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüften sei! 2. Laß, guter Bater, mein Gemüthe der steten Besse: rung sich weihn; dein Geist permehr des Herzens Güte, to werd ich Jesu Schüler sein. Dann fühl ich hier schon in 4. Entzieh mir Schwachen, wann ich fehle, nur deine Vaterliebe nicht und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens, nie von mir und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! Mel. Fren dich sehr o meine S. 197 Der bu uns als treuer Gott, und deinen Geist denen, dich dich bitten, giebest, ja, uns um ihn bit ten heißt, demuthsvoll fleh ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Dhne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und Herz Werke und Wohlthaten Gottes. 142 Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt ge weiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gefinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herren dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräfliglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther befferst und mit Trost erfreust; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit ge trostem Muth seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindestreu stets vor seis nen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Lehre mich mich selber kennen, die verborgnen Feh ler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick mei ner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint, o dann laß es mei: ner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwert in mir selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. so seße durch dein Wort deine Gnadenwirtung fort. bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Das Wort Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott deinem Sinn, daß ich lieb 198 Religioner, und Gott mirs rechne zum Gewinn, sei ewig meinem Herzen werth! Heiliguug. werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Leben dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin ins bekre Land. 143 6. Du lehrst mich glauben, lieben, hoffen, vers fündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht: Du, du bist meine Zuversicht! 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todes thal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion! 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nen nen, darf sicher sein, daß er mich hört. Du rufft mir ju: Dein Gott ist gut! Wohl dein, der seinen Willen thut! 3. Wer reist mein Herz, sich selbst zu richten? Wer meines Blick Mel. Nun dantet Alle Gott ur hellen Einficht meiner 199 Vich dich, Gott, on Herzen preis Pflichten und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stärs kest den Gewissenstrieb und machst mir Recht und Tu gend lieb. für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verzhre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 4. Du leitest mich auf als len Wegen; du zeigest mir das höchste Gut; du machst mir jedes Glück zum Segen und gibst im Unglück frohen Muth. Wo Nichts, sonst Nichts mich trösten kann, da hebt dein wahrer Trost erst an. 5. Du gibst dem Geiste fü Ben Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Beladenen und Müden den fichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. 2. Zum Licht, in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht dringen; mit zweifeln und mit Wahn müßt ich voll Unruh ringen, hätt ich dein göttlich Wort, den flaren Unterricht von dir und deinem Sohn und meiner Seele nicht. 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott, vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Rampf mit bösen Lüsten. Sie bessert sanft das Hers Werke und Wohlthaten Gottes. 144 Herz, stärkt mich zu meiner Pflicht, ist in Gefahr mein Schuß, in Finsterniß mein Licht. 4. Der Fromme wird gestärkt, der Sünder tief er 5. Hier lernt der Weisefte der wahren Weisheit Schäzze: hier faßt der Blödeste die göttlichen Geseße; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und Hellen Unterricht. schüttert, der zweifler wird 200 Dein Wort, Spötters Seele zittert; es tröstet sich am Grab. der Seinigen der Christ, wenn er vom Wie derfehn im bessern Leben lieft. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärke! Wer nicht des Glaubens Kraft und Trieb zum guten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehrfurcht und Gebet der Schrift die Undacht weiht! Wer deinen Lehren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit; fie geben Licht und Troft, im Tode Freudigkeit. 7. So fann tein andres Buch die Größe Gottes preisen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 8. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich rühren und seine Gotteskraft an meinem Herzen spüren! Mel. Wer nur den Lieben Gott ist vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder, wie dem From men zum Leben sichern Unterricht. Ofelig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des 3rrthums Finsterniß, ver kündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erwedt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so vaterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Tröstungen sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schap, weil köstlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Luft betrachten die Wahr heit Heiligung( Wort Gottes). heit, die dein Wort mich lehrt; laß mich auf das gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehrt, so fließen Trost und See: lenruh auch mir aus dei: nem Worte zu. rb dan Mel. Liebster Jesu, wir sind 201 Herr, mein Licht, daß ich mich und dich ertenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchfter, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lauter Wahrheit ist bein Wort, lehre mich es recht verstehen! Hilf felbst meinem Forschen fort, rich tig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich füh. ret und mir, deinem Kind, gebühret! 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam sein, den er kannten Weg zu gehen! Denn sonst würd ich bei dem Wissen doppelt Strafe leiden müssen. 145 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntniſſe vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißs vollen Lehren, laß mich 3weifelsucht entfernen und in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener HerrlichGewicht 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinen Leiden mir ein Quell von Troft und Freuden! lich der zu nennen, der da nach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet! 7. D verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln, so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. SE Mel. O Gott, du frommer Gott 202 Soll be ver dein derbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, bas Wort des Herrn zu les sen; bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geift aus Gott enthält. 2. Mert auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte, mert auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte! So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Luft und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 2002200 3. Sprich 146 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Sprich fromm: o Gott, Gott, die dir verkündigt vor dem ich meine Hände ist, und dann das Wort falte, gib, daß ich dein Ge- verstehn, dem du gehorsam bot für dein Wort ewig bist. halte und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Gesep, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren Laffen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft, du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit gibt, wenn man, sie redlich sucht und aus Gewiffen liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräfs ten. Der befte Theil des Tags, des Morgens Heiterfeit und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn dirzum Glücke des Tags oft in dein Herz im Stillen oft zurücke; empfinde seinen Geist und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute Zzu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift ges beut, dann wirst du inne werden, die Lehre sei von 8. Spricht sie geheimniß voll, so laß dich dieß nicht schrecken: ein endlicher Ver stand kann Gott nie gan entdecken; Gott bleibt un endlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht was bein Wiß begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen ist Ruhm, und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of fenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, und weise Demuth ist das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, from mer Christ, durch feinen Zweifel kränken, hier bi du kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schen ken. Dort wächst mit der nem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schauns und hier des Glaubens Beit. 11. Verehre stets die Schrift; und siehst du Dun kelheiten, so laß dich deinen Freund, der mehr, als bu, sieht, Leiten. Ein forschen der Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heils verlangend Hers hebt mande Dunkelheit. 12. Halt Heiligung( Wort Gottes). 12. Halt fest an Gottes Wort: es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Mel. Vom Himmel hoch ta 203 Gott, heilig fei dein Nam und Recht dem ganzen mensch: lichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit an! 2. Verbreite deines Wor tes Schall, wie deine Werke, überall, daß Alle lernen, wer du seist: der reinfte, aller= höchste Geist. 3. Durch Jesum Chrift, den du gesandt, werd immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland ist. 4. Lehr uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam deine Wege gehn. Durch deines Geistes Licht und Kraft mach weise uns und tugendhaft. 147 6. So preiset deine Christenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn; erleucht uns allen unsre Bahn; das Lafter tilg aus unsrer Brust und tödt in uns die böse Lust. 7. Du sättigst sie mit Seligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dant, Herr, deines Namens Lobgefang. Mel. Mein Gott und Herr 204 Gott ist mein Hort und auf ein Wort soll meine Seele trauen! Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß teinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte! Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben, daß diese Zeit zur Ewigkeit nur sei von dir gegeben. 5. Den ewgen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sün2 den 148 den nicht verzagen, nein, du verzeihft, lehrst meinen Geist im Glauben: Vater! sagen. Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte! Durch meine Müb vermag ichś nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. Je craingi 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben! Sigur Bai 1708 ma Mel. Freu dich sehr, o meine 205 Gott, burch den wir find und leben, deine Güte sei gepreist, das du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, ermahnet, straft, bekehrt und, wenn uns ein Leiden drüftet, uns mit reichem Trost erquicket. 2. Gib, daß wir es innig lieben, ernstlich, ohne Heuchelschein das darin Befohlne üben und nicht bloße Qörer sein; denn wer dei nen Willen weiß und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist ärger, als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. otuse rondin90 3. Darum präge deine Lehren tief in unsre Seelen ein, laß sie uns mit Nußen hören und derselben Thäter sein; treib uns da: durch kräftig an, daß wir dich vor Jedermann froh be kennen, findlich lieben und mit Sünden nicht betrüben. 4. In der Seele Finster: nissen sei dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Trost daraus genießen, wenn es uns an Trost gebricht! Es versüß uns jede Noth; es erquic uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. Mel. Sowing dich auf 206 Der du selbst bie Wahrheit Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern, sie era leuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Finsterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, un fre Schlüsse fehlen; aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht lässet er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt befehret; glaubt es freudig, Santo Heiligung( Gesetz). freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihrs höret! and 170000 10 Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Drohung kann auch nicht leer porübergehen. Haben Taufende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichts sinn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Die die Trost dir rauben? Die die Himmel aufgebaut, fann die Wahrheit lügen? Kann fie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 6. Erd und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lachest ihr, wenn sie fich empören. nd 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir nichts trennen, mich die Welt, von Arglift voll, nicht erschüttern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübsal leiden, so belohnst du mirs doch dort, Gott, mit Ehr und Freuden. 149 Geset. Jos d tourinstinkad Mel. Gottlob, ein Schritt zur err, dein Ge 207 Heren und bein Gebot, wonach wir sollen leben, hast du, o liebevoller Gott, mir in mein Herz gegeben, daß ich zum Gus ten willig sei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr und lein nicht bau, in deiner liebe, auf Menschenhülf alFurcht mich übe, daß Beifall, Lob und Menschengunst, Gewalt, Pracht, Reichihum, Wig und Kunst mir nicht zum Abgott werden. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh, dich, Bater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn Ehrerbietung nennen. Gott, unvergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. diar 4. Um Tag der dir ge weihten Ruh, laß mich, Gott, mit den Deinen in der Vers sammlung, so wie du befiehlst, vor dir erscheinen; dann deiner im Gebet mich freun, ein Hörer deines Wortes sein und, wie ich soll, ein Thäter. E 5. Gib, daß ich Aeltern, Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, fie nie durch Widers setz68 150 Werke und Wohlthaten Gottes. feßlichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg und Treu erkenntlich und gehorsam sei und deinen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nie mit bittrem Sinn, Herr, Rach und Feindschaft übe und, wenn ich auch beleidigt bin, verzeih und Feinde liebe und Jedem gönne, was er hat, und Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Laß mich, wie du geboten hast, unfeusche Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. Schaff du in mir ein reines Herz, das Ulep: pigkeit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schäme, mein Herz von Geiz und Unrecht kehr, durch Macht und List Nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu, wohlthätig und zufrieden sei, nicht targ und nicht verschwend risch. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr zu retten mich befleiße, das, was ich kann, zum Besten jes nicht gut heiße; stets zeuge Treu und Redlichkeit und Abscheu trage jederzeit vor Falschheit, Schmähn und Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus mit List und Unrecht nicht begehren; das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewähren. Doch laß mir auch das größte Gut, ein ruhig Herz und frohen Muth und deine Gnade werden. 11. Wie gern möcht ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heilgen Willen, wie gern möcht ich ganz dein Gebot, das du mir gabst, erfüllen; allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwa cher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Bater, Gnad und Stärke, daß ich, Jeju, Gottes Sohn, stets auf dein Vorbild merke! O heilger Geist, hilf mir, daß ich Gott über Alles und, wie mich, auch meinen Nächsten liebe! Evangelium. Mel. Jesu, meine Freude 208 Wort aus Got tes Munde, Wort vom Friedensbunde Evangelium! Quelle wah rer Freuden, Trost in allen Leiden, unser Höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glaus Heiligung( Kirche.) s Mel. Ein fefte Burg 212 err, deine Kir che danket dir: noch wohnt bein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar, dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande!! 2. Sei, herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder! Hilf deiner Kirch und schüße sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, haft du selbst erbaut. Ach, erhalt sie rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wies der. 153 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch, hilf deiner Kirs che siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör ihr kindlich Flehn. Eil, ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu! Hilf deiner Kirche siegen! INSTORE 3. Eins ists, was deine Mel. Herzliebster Jesu! Treuen tränkt, daß unter 213 wig, Jefu deinen Chriften noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Bieler Glaub ist schwach, talt die Lieb, und ach, sie bedenken nicht, es wart ein schwer Gericht auf träge, fichre Christen. wird dein Wort bestehen und Erd und Hims mel werden ehr vergehen, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernich tet. 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömnier wären! Mach alle Her zen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wis- 3. Reizt blendende Vera 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Mens schen, die willig dir gehorsam werden und deinen Frie den hier schon im Gewissen fröhlich genießen. senschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr und suchung sie zu Sünden, bist du thr Beistand und hilfft überwinden. Nichts wird sie jemals deiner Hand ent reißen: Du hasts verheißen! 5 Blut zum Preise deiner Leh hollos sid re. 154 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Wohl allen denen, die bir, Jesu, trauen! Was sie dir glauben, wird ihr Aug einst schauen, dich und die Freuden, womit du belohneft da, wo du thronest. 5. Dann erschallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lobgesänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret." jederzeit mit Wahrheitssinn Verträglichkeit. Die Liebe sei der Kirche Zier. Dann sieget sie. Gott ist mit ihr! er ist ihr Schuß. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht und Spötter stolz die Wahrheit schmähn: verzaget nicht! Sie wird bestehn; sie ist von Gott. Mel. Erschienen ist der herrlich 7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich den 214 obfinget Gott! ganzen Raum der Welt. denn seine Macht vertrieb des Aber: glaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß: der Herr wars, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun und Gott durch Thaten dankbar sein, wie er sie liebt. 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht, selbst Christenlehrer sahn es nicht. Aus Unterricht ward Glaubenszwang, in harte Sclaverei versant das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Verfolger Wuth! Wie strömte 8. Lobsingt, lobsingt dem Herrn und freut voll Hoffs nung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein Ein Hirt und Eine Heerde sein. Lobsingt dem Herrn! Mel. Herzliebster Jesu! treuer Christen Blut! Und 215 Laß doch, o Jefu ihre Würger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch. O welch ein Wahn! dein Reich auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Sib allen Menschen deiner Leis den wegen Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen und glaus bensvoll dich ihren Heiland nennen! D lehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! 4. Gott kam und stand der Kirche bei; da wurden die Gewissen frei; da schwanden Aberglaub und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, singt ihm Dank! 5. Vereint nun, Christen, Heiligung( Kirche). 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie enthält der wahren Weisheit Lehren, und ohne diese sucht man doch vergebens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure, Herr, dem Toben deiner Feinde und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß sie prüfen und dem Aberglauben die Herrschaft rauben. 155 Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe fie endlich aus dem Kampf hienieden zum ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deta ner schwachen Heerde, Himmel und Erde! Mel. Eine feste Burg 5. Sei du ihr Licht in 217 WennChristusseis bangen und wecke selbst ihr schlafendes Gewissen! Erhebe tröstend, schlägt sie Rummer nieder, ihr Herz auch wieder. 6. Herr, schüß uns mächtig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen und wir zum Kreise der verklärten From men frohlockend kommen. schüßt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sigt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Heiligthum. Mag doch die Hölle wüs then! 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wis der ihn empören, stets wer= In voriger Melodie. 216 Schüße die Dei- den ihn, des Höchsten Sohn, nen, die nach dir sich nennen und dich, 9 Jesu vor der Welt be kennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; Nichts ist der Großen Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Staub vor Gott. Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns fann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, fein $ 6 2. Laß deine Wahrheit rein verkündet werden; mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie leh: ren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. 156 Werke und Wohlthaten Gottes.. sein Wort von Herzen hält, lockst der Menschen Menge dem kann die ganze Welt nur hinweg von Angst und die Seligkeit nicht rauben. Schmerz. Selig, wer dir4. Auf, Christen, die ihr seine Zeit, seine Kraft, sein ihm vertraut, laßt euch fein Leben weiht! Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be decken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns denn erschrecken? uns denn Fan மா S Mel. Gott des Himmels und 218 Herrlich ists in deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Sinnenlust entweiche; dennoch beutft du Wonne dar. Wonne, die den Geist erhöht und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schäße? Was sind Kronen dieser Welt? Freuns de deiner Reichsgesezze sind einst Engeln zugesellt. Edel handeln ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend fich mit dei nem Sinne ziert. Selbst der Sünder preift sein Glück, eilet er zu dir zurüd. 4. Mehre selbst die Zahl mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz, und du 20 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Palästen, in den Hüt ten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ift und bleibt dir ewig werth. 6. Drohn dir gleich die repler alle, rüstet sich der Spötter Heer: ach, fie nahen sich dem Falle und dann toben sie nicht mehr! Ewig wird dein Reich bestehen: Wahrheit kann nicht untergehn. 7. Reiche diese Welt ver: schwanden, Kronen santen in den Staub; aber seit dein Reich erstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jezt noch blickt dein Unter than hochentzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Him melsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht: doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet und laß einft auch den dich preisen, der noch Heiligung( Heilige Taufe). 157 noch blind vor Göten kniet; Mel. Liebster Jefu, wir sind 221 Herr ( err, wir stehen hier vor dir; laß dieß Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen: laß es hier beglückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden. deines Reiches Herrlichkeit! siste Heilige Taufe ald had ( Vor der Taufe.) 219 Dir, Dijo gern er Mel. Sollt es gleich bisweilen Gott, der ( Nach der Taufe.) freuet, immer seine Huld Mel. Wer nur den lieben Gott erneuet, weiben durch die 222 Ich bin getauft Taufe Kind, o Bater, dir. pimen, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig sein! 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen und be: glücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. 3. Stärke fünftig feinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht tauben; nicht den Troft, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es niemand von dir trennen, Niemand auf der Tugend Bahn Heil und Ruh ihm rauben kann, Mel. Wer nur den lieben Gott err 220 吃 der du I selbst die Tauf befohlen, dir, dessen Treu unwandelbar, dir sei auch diejes Kind befohlen! Wir bringen es dir flehend dar: o fegne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geift Gottes, selbst mein Beistand sein. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. D laß mich nie die Pflicht vergessen, da zu ich selbst mich dir vers band, als du in deinen Bund mich nahmst und mir mit Heil entgegenkamst! dag 4. Du bist getreu: auf deiner Seite bleibt biefer 67 Bund 158 Bund stets feste stehn. Ja selbst, wenn ich ihn über schreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn. Du regest mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu dei nem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: jet entsag ich euch. Werke und Wohlthaten Gottes. 6. Befestige dieß mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich dein auf ewig sein! 1 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein ge dacht und für mein wahres Wohl gewacht! 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu steter Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir und hei lig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Ge lübd aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so ver wirf mich nicht, o Herr, vor deinem Angesicht! Mel. Wer nur den lieben Gott ch 223 bin getauft nach Jesu Lehren, dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu sein, mich hier schon und einst dort zu freun. 2. Du hast zu deines Rei-. Mel. Jesus, meine Zuversicht ches Erben, o treuer Bater, 224 Gwig, ewig u mich erklärt; es hat dieFrucht aus seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir ges währt; und dir mein Leben ganz zu weihn soll selbst dein Geist mein Beistand sein. ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet! De sen soll mein Herz sich freun, 6. Erwecke mich durch dei ne Gnade zum steten Ernst der Besserung und leite mich auf sichrem Pfade des Glau bens und der Heiligung. Gott meines Heils, jei ewig mein und laß mich stets dein eigen sein. Heiligung( Heiliges Abendmahl). freun, ewig, ewig bin ich dein! 159 Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig sein. 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Heilig, Das heilige Abendmahl. ewig, heilig will ich sein; Vater, bin ich dein! 3. Jch gelobt es, und dennoch brach ich oft den Bunb der Taufe, kämpfte schon und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater sein! 4. Dieß, o Gott, versprachst du mir; das hat Jesus mir verheißen. Und ich sollte, Sünde, dir, dir, o Welt, mich nicht entrei ben? Ja, ich wills; ich will nicht dein, ich will meines Gottes sein! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meine ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu sein. 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Mel. Besteht du deine Wege 225 Bersammelt hat. die Jünger feierlich; es nahte seine Stunde, die Abschiedsstunde fich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie sollten nun ihn dulden, ach, bluten, sterben sehn. 2. Sie sollten nun Bekenner der heilgen Wahrheit sein, für sie und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jetzt so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten noch Lieb und Treu empfahl! 3. Er jah am Kreuz sich sterben und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gaben, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie vergessen, was jest ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jept, ach, so zärtlich bat! Nehmt 160 Werke und Wohlthaten Gottes. Nehmt hin, für euch gegeben wird dieser Leib, dieß Blut; o denket mein, ihr Lie ben, so oft ihr solches thut! 5. Nun ward dieß Mahl zur Feier; stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild; gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opfer ten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. Denn schon hienieden ge währt die Tugend euch Be seligung.16 is dolo!!! 2. Aber gebietet auf ran heren Wegen die Tugend euch zu gehn, o wantet nicht! Blicktet auf Jesum! Mit ewis gem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt erfüllte Pflicht! Auf, auf und ringet zum Ziel! Bollbringet den Ruf der Gottheit! Auf und wan tet nicht! war dan 3. Bei dem Gedächtnis des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getren zu sein! Schwört bet dem Tode des Heiligen! Höret, ihr mitunsterblichen, den Schwur: Wir weihn in dieser Stunde dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstemt, Preis und Lobgefang! Er ist zum Segen der Menschheit gekommen; vom Himmel bracht er Licht. Nun Lebenslang im Licht zu dwandeln, wie er, zu hans deln, bieß, Chriften, sei der ihm geweihte Dank. 6. Auch uns zum Heil gestiftet ward fein Gedächtniß mahl: für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh er den Weg des Todes zu unserm Heil betrat? pij vitt nisl f 7. O laßt nun am Altare uns seiner dankbar freun und froh den Bund der Lies be, der Tugend Bund er neun! Sein Mahl stärk unsern Glauben, stärt ihn in Schmerz und Noth, mach heilig unser Leben, mach freudig unsern Tod. ndoto 1100 Mel. Liebster 3mmanuel 226 Nabt dem Altas re, Unsterbli che, nahet und feiert hier den der Segnet den Festtag des Bundes! Empfahet bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! Mel. Ein Lämmlein geht 227 Du, Herr, haft aus Barmher zigleit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Bolt ber Christenheit voll Liebe eins geladen; du rufft: Müh -felge, Heiligung( Heiliges Abendmahl). 161 selge, kommt zu mir! Ich nem Reich verklärt, unsterb= tomme Heiland, ja, zu dir lich, Engeln gleich dich ewig erheb ich meine Seele. Ent froh erheb.se, man zeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Troft, mein 4191 Gimntor IPG 10:09 Mel. Wer nur den lieben Gott Beil, mein Licht. Du siehst, ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich vermag zu zählen. Ich fühl es wohl und leide jehr vor Unruh meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Troft mich nicht; du siehest meine Reue, Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste fehn ich mich, gebückt vor bir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht ver schmähn, verspricht, den Schwachen beizustehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinem Wor, te treu und wirft ein gläubig Herz voll Reu und meis nes nicht verachten. 4. Regiere nur auch fünf tig mich, daß ich vorsichtig handle und heilig, voll Vertraun auf dich, nach dei nem Willen wandle. Gib, daß aus Dank für deine Huld in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in dei 228 Hier bin ich, de Jezu erfül len, was du in deiner Lei densnacht, nach deinem gna: denvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht, Veeleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld ents riffen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 31 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie start find deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! O gib von deinem Todesschmerz jest neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du, dich opfernd flarbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Cod verleiht! 5. Jch übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott 162 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott, an dich, ich schwöre dir beständge Treue vor dei nem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seid. Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist, mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr gesinnt zu sein! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben und, wenn er strauchelnd sich versteht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben! Nie fomm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen haft! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine See le ewig lebt, und daß einft aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst! 9. Gebeugt lieg ich zu dei nen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade flieBen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei! tel. Ein Lämmlein geht 229 J ch komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gots tes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder, haft ihre Schul den abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht und an dein Wort: Es ist voll bracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir. Er tilget dei ne Sünden und läßt in setnem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Get getrost, mein Sohn! die Schuld ip dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich er kauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin 163 du an mich gewandt! O stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, solang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Neu und Schmerz die Laft von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Vaters Huld gewiß Vergebung meis ner Schuld auf Buße fin: den werde! Heiligung( Heiliges Übendmahl). bin der Weinstock; bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch meine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Mel, Es ist das Heil uns 230 ch preise dich, o Herr, mein Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; o gib, daß meine Seele sich deß emig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erqui: dung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft; das hast, du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner großen Güte. Wie viel hast 5. Der Troft, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen! Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden! 6. Laß mich mit Glaubensfreudigkeit vom Bundesmahle essen und der Verbrüderung heilgen Eid un dankbar nie vergessen, daß ich aus echter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben set, dir und den Brüdern lebe! 7. Laß deiner Leiden großen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die steile Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist und die einst den erlösten Geist zu deiner Freunde führet! 8. Bum ewgen Leben haft du dich für mich dahinge= geben, 164 Werke und Wohlthaten Gottes. geben. Dein Abendmahl er wecke mich, mit Ernst da nach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. az old pombe om dan nou Mel. Gott Bater, an Erbarmen 231 Shrift, eile nie mit sicherm Sinn zum Liebesmable Jesu hin, dent nicht, des großen Dulbers Blut macht jedes Sünders Laster aut! Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Sicherheit! wana this 2. Wer sich zu ihm un würdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sei nicht dein Feind, empfah es nicht dir, ach, zum strengeren Gericht! Nein, erst em pfinde tief dein Herz der Sünde Schmach, der Reue Schmerz! prepaid 3. Erst sei dein Vorsak feft und rein, nicht mehr der Sünde Sklav zu sein; erft gib zurück, was deine Hand durch Sist, durch Trug, 232 Naht mit e Raub entwandt, Bürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brüderlich! mm. and met. Meinen Jesum laß ich nicht Ges müth, Brüder, christlich dem Altare; wer in Jugenda fülle blüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und niedrig, arm und reich, naht: hier seid ihr alle gleich! 2. Stärkt euch für die höhre Welt! Fließt, der Lies 4. Besiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die böse Luft; bist du entschlossen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit, 3990 dann nahst du dich der Tu gendbahn, dann gehe jum Altar hinan. 5. Beschämt und mit ge beugtem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sün der starb und ihnen Got tes Huld erwarb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 6. So, frei von Heuche lei und Wahn, müsf Jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner Legten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht! Da dämpfe der Ge bant ans Kreuz, der Thors heit Luft, der Sünde Reiz! 7. Da rühr uns tief deint göttlich Bild und mach uns liebreich, sanft und mild; da schenk dein Geist uns Muth und Kraft zum Kam pfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Le ben gehn, dem Tode froh entgegeniehn. Heiligung( Heiliges Abendmahl). Liebe Thränen, fließet! Wer vom Brode jeßt erhält, wer vom Weine jest genießet, fühl Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! 3. Stärket euch, bleibt rein und gut; denket Alle: Wir sind Brüder! denket, Jefu Chrifti Blut floß für uns am Kreuze nieber; Menschenwürde, Menschens finn uns zu lehren, floß eshin. 4. Ter uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Leben, bat, was er empfahl, geübt. D, wie hat er uns geliebt! anac st 5. Denket feiner! Thräs nen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brodejept genießt, wer vom Weine trinket, Brüder, dente an den Menschenfreund. Denkt an Jesum, dankt und weint! 165 niglich, stärke für den Himmel sich! 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jest genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne fließet, ist mein Bruder, ist mein Freund, und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leis den. Fühlt euch all als Mens schen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch. gleich! 7. Alle gehn wir Eine Bahn, Alle gehn wir zu dem Ziele ebler Menschlichfeit hinan. Voll der seligen Gefühle bete Jeder in10. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn. Mel. Fren dich sehr, o meine 233 Voller Ehrfurcht, 6. Laßt mit heiligem Gemüth all uns dem Dank und Freu Altare; wer von Lebens- den, komm ich, Herr, auf träften glüht und der Greis dein Gebot zu dem Denkan naher Bahre, hoch und mal deiner Leiden und ges niedrig, arm und reich! denk an deinen Tod. MittBrüder, hier sind Alle ler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu le ben jei mein eifrigsles Bestreben! bim 2. Ich empfind es jest aufs neue, was ich dir, Herr Werke und Wohlthaten Gottes. 166 Herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; wiesest mir den Weg zu Gott und ertrugst den schwersten Tod, mir im Les ben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tu gend selgem Pfade fest ein herzugehn, verschafft. du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner niemals schäme. Und 4. Sollt ich, Jesu, denn vergebens diefe deine Huld empfahn? Nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun und dich durch ein dir ge heiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. den Augen seßen, wie nur der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt und in deinem Dienst auf Er den immer besser fucht zu werden! 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube ichwad o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer mante, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmher zig bist, daß auch, wenn wit Schwache wanken, deine Tren beständig ist. Herr, id hoff es froh und fest, daß fie mich auch nie verläßt! Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. Mel. Schmücke dich, o liebe S. er 234 Schicke bich, en löfte Seele, gläubig nach des Herrn Be fehle seinen Mittlertod ju feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bängsten Lod gegeben. dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 6. Laß mich über Alles 2. 3um Genusse seiner schäßen dein mir theur er Gnaden wirst du von ihm worbnes Heil und nie aus eingeladen; eil ihm demuths volls 5. Diesen Vorsatz, den ich habe, thätig dankbar dir zu sein, präg thn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! Heiligung( Heiliges Abendmahl). 167 voll entgegen und nimm und dich dankbar froh erheTheil an seinem Gegen. ben. Deine Huld ist uner: Komm getrost, es ist sein meßlich; Herr, sie sei mir Wille, komm und schöpf aus unvergeßlich, daß ich dich seiner Fülle neuen Muth und aus frommem Triebe thäneue Triebe zur Verehrung tig ehre, folgfam liebe! seiner Liebe. 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich, auch Sünder waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommenewig deiner Huld erfreue und dir einst mein Danklied weiße! 3. Herr, ich komme mit Berlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe soll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein genießen, mich der Bruderliebe weihen, deines Todes mich erfreuen. 4. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ich ge- 235 mit meinem Mel. Schon ist der Tag von Gott ch will lob dir neue Treue; siehe, Herr, mein Herz voll Reue! Meinem findlichen Begehren wollst du deinen Trost gewähren, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewis sensruhe schenken. 5. Ja, ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade und mit neuer Kraft zum Werke mei ner Heiligung mich stärke, Was du, da du für uns starbest. Jedem, der Gott fucht, erwarbest, Seelenruh und ewges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich mich stets freuen, ganz mich meinen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben Herrn bei seinem Mahl erneuern; ich will, von Weltgeschäften fern, heut sein Gedächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben! 2. Mich führe nicht Gewohnheit hin, nicht der Betrug der Sünde, als ob ein unbelehrter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, von eitlem Selbstbefruge frei will ich dein Mahl heut feiern! 3. Zum Eigenthume will ich mich aufs neue dir ergeben; bekennen will ichs öf fentlich, dein Sterben sei mein 168 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Leben. Solang ich athme, will ich dein und deiner Liebe mich erfreun und sie noch sterbend preisen. 4. Mit Reue will ich meine Schuld vor meinem Gott ges stehen und, unwerth seiner Vaterbuld, ihn um Berge bung flehen. Laß mich mit gläubigem Bertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaun und Seelenruhe finden. 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frobem Muthe dir folg auf der Tugend Pfade, mich immer meines Vaters freu und voll der frohen Hoffnung sei, den Himmel einft zu erben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Gott über Alles liebe, durch dein Verdienst mit ihm vereint das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Leben lang mit reinem Herzen bringen. Mel. Herr, wir fingen 236 Herr, wir feiern niß. Uns freut das heilige Bermächtniß von deinem blutgen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nabn wir uns dem Altar und es sen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, Herr, mit Dank des Bundes heilgen Trant und geloben vor dir aufs neu der Tugend Treu, daß uns dein Tod stets Segen sei. 2. Zu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward dieses Mahl geweiht. Wie fein Stifter hier zu wandelu, stets liebreich gut und fromm zu handeln, sind wir ent schloffen und bereit. Neicht. Chriften, euch die Hand! Wir gehn ins Vaterland beßs rer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen, fie duldet Alles. Denkt der Schmerzen die Jesus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lie ben, treu jede Liebespflicht uns üben, für sie auch streiten, wie er ftritt! Der Men schenliebe weihn bei seinem Brod und Wein wir uns alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und gibt, der ists, der Jesum Christum liebt. 4. Gott zu leben, Gott zu sterben und seinen Himmel bens Hobes Ziel. Jefu, hilf es uns erringen; hilf Sünd und Laster uns bezwingen; richt auf den Schwachen, welcher fiel! O stärt uns all im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wann wir ster. ben! Heiligung. ben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trock nen unsre Thränen ab. Der Chor: Mel. Herr, wir fingen 237 err, du wollft sie vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten; fei mitten unter ihnen, Gotti Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich wür dig nahen, durch dich verz gessen Sünd und Tod! Denn nur von Sünde rein find fie, o Jesu, dein, deine Freunde. Laß, laß sie sehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! 169 diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein! 4. Tröste, die in Traurigkeit über ihre Seele wachen; stärke, Herr der Herrlichkeit, ihren Glauben, hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. 5. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingegans gen! Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wann sie nun dein Mahl empfangen! Laß sie fühlen: ins Gericht kommen, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heilgen Grauns, voller Wonn und süßen Bebens! Theures Pfand deskünftgen Schauns, Ueberzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad auf sie, alle deine Gnad auf sie! 9. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus, $ ward Die Gemeinde. Mel. Jesus, meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, mitterlöfte Brüder, all auf Christi Tod getauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, fommt, erneut euern Bund der Seligkeit! 2. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben Seht, wie er dieSünder liebt, da er selbst sich für sie gibt! 3. Die mit voller Zuversicht deines Heils, o Sohn, sich freuen, laß fie stets in Werke und Wohlthaten Gottes. 170 ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Der Chor: 2. Nehmt hin und eßt zum ewgen Leben. Nehmt hin und trinkt zum ewgen Le ben! Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ewgen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eu re Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Babl der Sieger, die der Richter krönt! Die Gemeinde. 10. Jesu Christi Mittlere tod werd in aller Welt vertündigt! Jesu Christi Mittlertod, der vorm Richter uns entsündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Him. mel schwingt, Herr, sich unfer stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, fingt ein beßrer Lobgesang für dein Sterben Preis und Dant. 12. Ausgeschüttet wareft du, warst, wie Waffer hins gegossen; suchtest, fandeft keine Ruh. Deine Todes wunden flossen, strömten über, ach, vom Blut, deines großen Opfers Blut. 13. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Chriflus ward gegeben für die Sün der in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 14. Deiner Zunge Durst war heiß, heißer noch der Durst der Seele. Müd, in deines Todes Schweiß hing dein Leib und deine Seele Iechzte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 15. O wie warst du fürch terlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu rets ten vom Verberben! Ewig fassen dein Gericht endliche Gedanken nicht. 16. Jefus rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe faffen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr. Gebt, ach, gebt dem Mittler Ehr! 17. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Chriftus ward gegeben für die Sün der in den Tod. Nehmt und Heiligung. und trinkt! Jhr tritt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Der Chor. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Märtyrer bir nachgetragen, verließen oft das Bundesmahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Lodes Qual! Gib, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Lust, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt. Mel. Wer nur ben lieben Gott 238 Nimm imm hin den Dank für det ne Liebe, erhabner Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was bir, Herr, wohlgefällig ist! 63 müsse deines Todes Bein mir immerdar zum Segen sein! 171 239 Mel. Schmüde bich, o liebe Seele eiland, groß an Huld und Treue, fieh, ich widme dir aufs neue bei dem Denkmal deiner Liebe dieß mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dieß Opfer dir gefallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach detnem Heil verlangen, daß fie Gnad um Gnad empfangen und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfans gen sollen. O wie könntest du das Flehen meines Hers zens denn verschmähen? 2. Heil mir! dein Brod ward mir gebrochen; ich trant, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen bab ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu sein; und feierlich gelob ichs dir: fei du nun Hülf und Beistand mir! 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen, Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heilgen Lehren mit Gehorsam zu verehren! 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich dendir schuldig bliebe, wie verwerflich würd ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben in den Tod dich hinzugeben! Welche Qualen im Gewissen würd ich einmal fühlen müssen! $ 2 5. Nein, Werke und Wohlthaten Gottes. 172 5. Nein, so strafbar, so vermessen will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig dir nur anzuhangen ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht das Ziel verfehle! 6. Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer näs her zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indes: sen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden ims mer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz fich freuen! Welchen Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weiter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. Mel. Wann mein Stündlein 240 Heiland, des sen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur gründet; auch ich, ich Sünder suche dich, erbarme dich auch über mich und laß mich Gnade finden! 2. Ich nehm an deinem Segen Theil; daß ich nicht trotlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil dein Mahl, dieß Pfand der Liebe. Ich nehm es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut für mich da hingegeben; du starbst, der ganzen Welt zu gut; er warbst auch mir das Leben. Ich eß das Brod, ich trint den Wein, um ganz mit dir vereint zu sein, um ganz für dich zu leben. 4. Dlaß mich deines Mah les Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, treib mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur mahren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüften! 5. Wie? sollt ich diesen Lüften noch zu meinerSchans de dienen? Ich trüge noch ihr sclavisch Joch? Ich soll: te mich erfühnen, den Heis land, der für mich auch starb, mir Gnade, Troft und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 6. Nein, göttlicher Erret ter, nein, laß mich das Böſe haffen, mich jeden Reis der Sünde scheun und Muth zum Kampfe fassen, dein Mahl nicht unbekehrt ents weihn Heiligung. weihn und den Entschluß, dir treu zu sein, mit Freudigkeit vollbringen. Mel. Schmüde dich, o liebe Seele 241 et Herr, der du dein Leben für mich in den Tod gege ben, mich soll deine Liebe bringen, deinen Willen zu pollbringen; drum komm ich, von dir geladen, zu dem Mahle deine Gnaden, dir mein ganzes Herz zu weiz hen und den Bund heut zu erneuen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu lében; mich soll weder Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich gelob aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täglich brüs derlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir mit Freuden auch das Unrecht still zu leiden, ungeduldig nie zu tlagen, an Gott niemals zu verzagen. 173 saß dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. Doch ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß verspreche. Morgen ist wohl schon gebrochen, was ich heute dir versprochen. 4. Was du hasfest, will ich hassen, ganz von dir mich leiten lassen; nie mit Vor5. Darum hilf du mir und stärke mich in jebemt eile, mich vom Bösen, das guten Werke; komm und ich thun will, zu erlösen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken und der Unschuld Freuden schmecken! 6. Laß mich deine Treu ermessen, deine Liebe nie vergessen! Laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunfeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost era quicken. 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zus tunft rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon käme, feiner, Herr, vor dir sich schäme! Großes Abendmahl der Frommen, Tag bes Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? 53 174 Unsterblichkeit und Vergeltung. ( Nach der Kommunion.) Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Gute! 242 Vollbracht ist nun die heilge Feier; verkündigt ward von Unsterblichkeit uns dein Tod. Herr, dein Ges dächtniß sei uns theuer und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vor gefühle in uns erkalten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! und Vergeltung. und Leben, o dann verlaß mich nicht! Tod. Mel. Befiehl du deine Wege 4. Hilf, Todesüberwinder, mir dann in meiner 243 Die auf der Erde Angst, der du zum Heil der Sünder mit Tode rangst! Und wann des Kampfes Ende gewal tiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du er löset hast! 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt fein sterblich Herz. O Trost für turze Leiden, für kurzen To desschmerz! Dem Todess überwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Him mel weihn, die aufgelöst zu werden, mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, gehn sie ges trost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Mel. Sterblichen sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Tages sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, seinem Retter, erzittert und vers zagt. 3. Wann diese Bahn zu geben, dein Will einst mir geheut, wann vor mir offen steben Gericht und Ewigteit; wann meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod 175 Mel. Bas Gott thut, bas ist Gott geboren. Für ihn ist, 244 Nur kurz ist hier kämpft er nur als Held die mein Aufenthalt; ich bleibe nicht auf Erden. Das Herz, das jett noch träftig wallt, wird einst entkräftet werden. Zer rüttet sinkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. Krone nicht verloren. Er tritt hervor und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, hier nicht im Erdgetümmel. Tod. 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr, als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich selbst bin nicht des Todes Raub ein Geist hat Lebensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt, er jauchzt, daß er noch lebet und aus den Trümmern schwebet. 3. Was fürcht ich denn des Todes Macht? Sie fann mich nicht erreichen. Was kümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. DTag des Danks, Blicken des Preisgefangs! Wann du das dunkle Thal entrücken? 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so piel, kein reines Freudenleben. Mein Geist begehrt, was ewig währt und ihn auch dann erheitert, wenn alles Andere scheitert. 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig; du wirst siegen. Nur deis nes Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig hell, er tränkt nach kurzen Leiden dich mit des Stegers Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. Dank dem Freudengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Gräder! Dein Vaterland ist dir bekannt: o sei nur gut und weise und rüste dich zur Reise! Mel. Jesus, meine Zuversicht 245 Wie im Herb fällt das Laub, wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst zerstäuben, Staub zu Staub, und wie leicht Gewölk verwallen, ruhen in des Grabes Schoos, jedes Erdenkummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben: ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur $ 4 mein 176 Unsterblichkeit und Vergeltung. mein Uebungsstand; jenseits met. Alle Menschen müssen sterben ist mein Vaterland. 3. Jenseits überm Staub 246 246 Dir zu leben, beginnt erst mein echtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahrheit wählt. 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dort umgibt mich reines Licht: dort wird Alles mir zur Klarheit; dort erscheint mir unverhüllt sie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lich tern Bahn seh ich dann mit hellern Blicken, was, Erbare mer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 6. Jauchz, o Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube. Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Goit gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm entgegengehen, werde Gott anbetend schaun, werde, wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ Eingang in den Hims mel ist. ewig, Bater, dein zu sein, mit des Himmels frommen Erben hier schon deiner mich zu freun und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge sanft zu schließen, diese Gna de wünsch ich mir, sie er: bitt ich mir von dir! 2. Daß ichs könne, laß mich streben, frei von Wahn und glaubensvoll und ge recht vor dir zu leben und zu leisten, was ich soll! Ja, mein Gott, gib Licht und Stärke, daß im Fleiße guter Werke ich beständig dir getreu, jeder Tugend Vorbild sei! 3. Allen will ich nüßlich werden, ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Nergerniß auf Erden, auch nach meis nem Tode nicht. Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn, welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu sein, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun! Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz vers stocken und mit mir zum Biele gehn, deine Herrlich teit zu sein. 5. Daß Tod. 5. Daß auch, was ich hin terlasse, nie zur Ungerechtigkeit, nie zu Bank und bitterm Haffe meinen Erben Reiz verleiht, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist mir verborgen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augenblicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müss' ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen befehle! Welch ein Endel Guter Gott, gib mir einen solchen Tod! Mel. Balet will dir geben 247 Bern will ich mich ergeben, dich zu verlassen, Welt; ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wors, das mich betrübte? Dort schau den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn geseh'n. 177 glücken, den Kampf zu übers stehn. Im gläubigen Entzücken, laß meine Seele jehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsge danke: wo ist dein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wante in meiner Todesnoth. So ist, obgleich ich sterbe, doch sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser, meiner Seele, der du die Liebe bist. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: kommt her, beladne Herzen, zu mir und findet Rus! Dieß Wort aus deinem Munde, laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner legten Stunde, mir Geift und Leben sein! 3. Mit dir muß es mir Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 248 Wie ficher lebt Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub: und dennoch schmeichelt er sich gern. der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk $ 5 in Unsterblichkeit und Vergeltung. 178 bei Glück und Noth im Hers zen oft an meinen Lod. Der, den der Tod nicht wei ser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens fleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; da bringt Gottes Alles an das Licht und macht, was hier vers borgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei stets wachsam und bereit, prüf deinen Glauben als ein Chrift, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der legten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig von erfült, dieß ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfor dert Müh; du wirkst sie nicht, Gott, wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! 10. Der 3wed, zu wel chem du hier lebst, dein Ziel, wonach du weise strebt, und was dir ewig Heil ver schafft, ist Tugend durch des Glaubens Kraft. 11. 3hr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht, brüd tief des Todes Bild mir ein und laß es in mir wirksam sein; 13. Daß ich mein Her mit jedem Tag vor dir, Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei: 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und freudig durch des Glaubens macht im Tode ruf: 68 ist vollbracht! Mel. Wann man Stündlein 249 Du wirst, o Ba für mein Wohl auch einst im Tode sorgen; nur wann und wie ich sterben soll, das hast du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir, erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest. 2. Gib, daß ich meine höch Tod. höchste Luft an meinem Heis land habe und, seiner Liebe mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe. Auf ihn, der für die Sünder starb und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen. 179 mein Vater, dein im Leben und im Tode! 5. Empfind ich keine Freudigkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Gelassenheit aus meinem bangen Herzen, dann guter Bater, rechne du dieSchwach heitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! 3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenn du willst, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner Gnade wende und voll Mel. Wer nur den lieben Gott bih Gebanken, Gott, an 250 h will ich noch dich zulegt von diesem sich getroft und ruhig scheide. ben, selbst nah am Grabe 4. Soll ich gewaltsam, opreis ich dich. Zum Segen mein Gott, und schnell und gabst du mir mein Leben; angfivoll sterben, so führe nimmst du es mir, du seg nur auch dieser Tod mich nest mich. Mein Leben sucht 3 des Himmels Erben! ich dir zu weihn; mein Tod Ach, hilf nur, daß ich alle soll auch dir heilig sein. zeit zur Rechenschaft vor dir bereit als Christ die Welt verlasse! 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd entziehft, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 6. Nimm auch verborgne Seufzer an und laß, wenn ich nicht beten, nicht den, ten und empfinden kann, mich deinen Sohn vertre: ten! Geheiligt müss' ich dir nur sein, dann bin ich, Gott, 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewinn und Chris stus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb auch, wie du wollest. 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt: ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer bessern Welt. Ich bin getrost und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, mein Heiland, starbst? Er ist 56 durch Unsterblichkeit und Vergeltung. 180 dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir er warbst. Du gingst voran: ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mit den letzten Schrecken bräun; du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele sink ich nicht. 6. Du wachest über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert; gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht und mir des Lebens Krone reicht. 2. Schnell und unaufhalt bar fliehn die mirzugezählten Stunden. Wie ein Traum sind sie dahin und auf ewig dann verschwunden. Dieſer Augenblick ist mein; wird es auch der fünftge sein? 3. Laß mich bei der Flüch tigkeit meiner Tage nie ver gessen, wie unschägbar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht, ewge Folgen nach sich zieht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich bei dir leben und ewig freu ich deiner mich. Durch dich ist Sterben meinGewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohl fahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszutaufen, die zu meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht! 5. Deine schonende Ge duld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benußte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Besse rung für mein Hauptge schäfte achten und nach mei ner Heiligung mit so treuem Mel. Jesus, meine Zuversicht 251 Herr, ich hab aus Eifer trachten, als erwartete deiner Gericht und mir zum Heil noch Zeit in Händen, gib, daß ich stets eifrig sei, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft! Ewigkeit. 7. Deine Gnade fteh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugend früchten sei und ich reif zum Himmel werde! Na het Tod. 181 dein Wort: Gott, unser Hort vereint uns bald auf ewig dort. nel. Dein find wir, Gott 7. Den Trost, o Jesu, 252 Mein Leben steht dank ich dir; bu brachtest in Gottes Hand; er thut, was er mir heisam fand! Erzählte mir, fowie mein Haar, schon ihn vom Himmel mir. Du hasts verheißen: ihr seid mein, auch ihr sollt sein, wo ich bin, und euch ewig freun. eh ich war, auch meine Lebensstunden dar. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2. 3ch nüpe mit Zufrie- 253 Meit verstreicht; denheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie väterlich versüßt sie Gott! Doch Müh und Noth sind ihr Gefolg und dann der Tod. het dann mein Ende sich, o so stärk und tröste mich! 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schüßt, nicht Stand, noch Geld, Nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des turzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd auch ich, wenn dir gefällt, ein Bürger der vollkommnen Welt. Den Meinen sag ich auf stündlich eil ich zu dem Grabe. Und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe! Dent, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen mußt, gelebt zu haben! Güter, die bu hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhides Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner legten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich fein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 57 5. Daß 182 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie bald du stirbst; deine Beit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun! Unsterblichkeit und Bergeltung. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: Es ist vollbrachi! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe, dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenten; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag! Mel. Wer nur ben lieben Gott 254 Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig dauert und besteht. zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe; die Blume muß gar schnell verblühn. Drum mache du mich stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit! 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, die weil der Tod viel Wege hält. Dem Einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein Andrer aus der Welt. Doch wie du willst; gib nur dabei, daß ich wohl zubereitet sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mich einf bedeckt. Doch wenn ich nur den Trost ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben wedt, so mag es nahe, ferne sein: DieErd ist allenthalben dein. 5. Drum, liebster Gott, wenn ich nun sterbe, fo nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe und hab ich ihn im Glauben hier, so gilt mir gleich und geht mirs wohl, wann, wie und wo ich sterben soll. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 255 Wie wird mit dann, o dann mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde! Bon keiner Sünde mehr ents weiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich innig, meine Seele, und er Tod. erwähle schon hienieden, was dir dient zum ewgen Frieden. 183 noß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! heilig! heilig! fingen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und sein wird, Chre! 2. Besiege denn des Todes Graun, mein Geist; er ist der Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich! Ins Allerheiligste führt Mel. Christus, der ist mein Leben ch 256 Beben zu meis nem Tode hin: denn Chris stus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschwäng. lich! Die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eh ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob bir ausgestammelt. Bater, Bater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden! 4. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert, laß mich, Va: ter, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 5. Wie wird mir dann, 257 W vorhanden ist, Mel. Wann mein Stündlein meine Zeit o dann mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitge= von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinem Leiden! An meinem End em pfehl 2. Jch scheue nicht die Schrecken der nahen dunkeln Gruft: Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, auch heute schon mein Gott, so geh ich hin mit Freuden und sterb auf sein Gebot. 4. Ich hoff ein beßres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist. 5. Dann eil ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. 184 Unsterblichkeit und Vergeltung. pfehl ich dir, Herr, meine Mel. Herr, wir singen deiner Seele, die du hier zum Himmel haft gebildet. 258 elig find des Himmels Er ben, die Todten, die im frehung eingeweiht. Nach Herren sterben, zur Aufers den Lepten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie frei von der Erde Müh! Gelobt sei Gott! Vor seinem Thron, zu seis nem Sohn begleiten ihre Werke sie. 2. Wenn Angst und Todesfurcht mich drüct, mich mein Gewissen naget, so wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll Unruh zaget. Mich tröstet in der legten Noth dein Leiden und dein Kreuzestod, dadurch du mich erlöset. 3. Jch bin, o Herr, mit dir vereint; deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund In eigner Melodie. in Todesnoth und Schmer: 259 Waagflich für as forgst zen. Und sterb ich, o so sterb ich dir; die frohe Hoff nung hast du mir durch deinen Tod erworben. dein Leben? Es Gott ge lassen übergeben ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du nüßen, es dankbar als ein follst es lieben, weislich Glück besigen, verlieren, als verlörst du's nicht. nicht traurig schrecken, doch 2. Der Tod soll dich dich zur Weisheit zu ers wecken, soll er dir stets por Augen sein. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: Sollt ich Gutes wohl verschieben? Nein: meine 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich einst auferstehen, ins Reich, das mir verheißen ist, aus meis nem Grabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch sein und deiner Herrlichkeit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 5. So wird mein Ster ben mir versüßt; der Tod kann mich nicht schrecken; er ist ein Schlaf auf kurze Frist, und Jesus wird mich wecken. Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Chron ins ewge Leben führen. Tod. meine Zeit, es außzuüben, ist kurz und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust ber Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. Sprich: fann ich nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die Welt erwerben, der Sünde Lockung folg ich nie. 5. Dent an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht so sehr betrübt. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnü gen zu versüßen: welch Glück werd ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 185 zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tag bald, bald erlösen, er ists, der mir die Krone reicht. 9. Denk an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Fre chen; doch endlich kommt er sich zu rächen, und plößlich werden sie vergehn. 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken; wenn Pfeile Gottes in dir stecken, du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht hassen, er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So fuche dir in allen Fällen den Tod so lebhaft vorzustellen, so wirst du ihn nicht zitternd scheun, so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wonach die Reichen stres ben. Sprich: bin, ich hier, Mel. Wer nur den lieben Gott um reich zu sein? Heil 260 Wer weiß, mie nahe mir, wenn ich in Christo sterbe! Dann ist ein unbe flecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: alle Trübsal eines Frommen ist mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende kann kommen meine Todesnoth? Gott, gebe dann mir Kraft und Muth 186 Unsterblichkeit und Vergeltung. Muth und machs mit mei- sei auch Vater mir im nem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; solang ich lebe auf der Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Ich, der ich jest gefund noch bin, sint, eh ichs denke, traftlos hin. 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denten und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken und nicht verschie ben meine Buß; denn je ner ernste Augenblick bestimmt mein ewiges Geschick. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sagen kann in allen Fällen: Herr, wie du willst, so ichids mit mir! Hilf, daß bei jedem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag! 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Luft. Gib, daß in diesem Weltgetümmel mir nichts, als Unschuld, sei bewußt, so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geist in eine beßre Welt. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde um Jesu Christ willen zu, damit ich hier Vergebung finde und dort bei dir vollkomm ne Ruh! Du warst mein Gott in jeder Noth, drum Tod! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freu de, mein Schuß, mein Al les in der Noth. Er ens det selig meinen Lauf und nimmt mich dann im Him: mel auf. 8. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists, der mich im Tod erquidt. Er stärket mir dann mei nen Muth und machts mit meinem Ende gut. In voriger Melodie. 261 Noch morgen les be, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Re chenschaft bereit. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume und fällt oft schon am Abend ab. So sinft mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh ers dentt, ins Grab; und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell ents fleucht. 3. Ents Tod. 187 legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit des Eintritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Vater blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letter Odem ab. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bessern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht! 4. Vielleicht ist dieß der legte Arme, der kläglich mich um Hülfe fleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, vielleicht ists morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Aerndtezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. 5. Mein Pfund erst morgen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schon erblassen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? O Mensch, ach, säum im In voriger Melotie. 262 Wer weiß, wie Wohithun nicht! Nur dieß ist Weisheit und ist Pflicht! bald in tiefer Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hülle zu meinen Vätern schlafen 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis ins Alter sparen ist schreckt 3. Entziehe dich bem Weltgetümmel: hier ist der Kampf, dort ist die Ruh. Auf! streb und ringe nach dem Himmel, eil deiner beffern Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann fommt die Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, obs morgen möglich ist. Nur dieser Augen blick ist dein; der nächste wirds vielleicht nicht sein. 5. D Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, sichre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und immer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe fchuf. 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit, ich lebe dann hier nicht vergebens und nüße redlich meine Zeit und seh mit dir er gebnem Sinn auf Tod und Grab und Zukunft hin. 188 schreckliche Vermessenheit. 3u spät verschwindet oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann. 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberhiße mir Ueberlegung und Verstand! Wenn ich in Todesängsten schwiße, wer macht mich dann mit dir bekannt? D Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Sterbetag. 8. Laß, Höchster, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen Zeiten mir nur ein Friedensbote sein. Du kommst vielleicht zur Mitternacht! Dwohl dann ewig dem, der wacht! Unsterblichkeit und Vergeltung. Mel. Was Gott thut, das ist 263 I bebe midt i bebe nicht vor Im Grabe ruht der Müde; auf den Entschlummernden herab sinkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augens blick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hülle fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet, Zum Sternenchor steig ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrheit; 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint und oft das Laster sieget, bis der Ver geltungstag erscheint, wo dieses unterlieget. Die Kla ge schweigt: der Rubel steigt! Der Unschuld schönste Freu den blühn aus der Saat der Leiden. 4. Drum freu ich mich im Glauben schon auf jenes beßre Leben, denn unsrer Tugend vollen Lohn will Gott uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, be freit den Geist! er muß zu allen Frommen als Engel Gottes kommen. Auferstehung. In eigener Melodie. und ich soll mit ihm leben! 264 Jeſus, meine Zu Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben, was die lange To desnacht mir auch für Ges danken macht? 2. Jesus, mein Erlöser lebt! Ich erwarte mit Vertrauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mit denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches er nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff nung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, det selbst den Tod empfand, bat Auferstehung. für mich ihn überwunden; auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ist Staub: er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! O selger Glaube! Heil mir! Mein Erlöfer lebt, der mich einst zu sich erhebt! 189 9. Wo ist dein Triumph, o Tod! Nimm den Staub hin. Ohne Grauen folgen wir, wir werden Gott, wers den den Erlöser schauen. Unser ist der Sieg und Heil ewig, ewig unser Theil. 5. Dann wird mich statt dieser Haut ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild fürs höhre Leben; und in diesem Leib seh ich, mein Erlöser, ewig dich! 6. Ob dieß Aug im Tod auch bricht, wirds doch seinen Retter kennen; und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblich feit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch werd ich ausgesät, bimmlisch werd ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd uns sterblich sein! 10. Darum, Christen, auf! erhebt euren Geist von dieser Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr sollt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß hier rein und heilig sein! 8. Seid getrost und hocherfreut; Jesus kennt euch, seine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit: sterbt ihr, Jesus weckt euch wie der, wann sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! Mel. Wer nur den lieben Gott 265 Fteit geboren, für eine beßre Welt bestimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wenn hier das Grab den Leichnam nimmt. zu groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? Wär auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Himmel wäre, für meine Wünsche doch zu klein. Mein Geist findt nicht im Staube Ruh, er eilt erhabnern Gütern zu. 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe zum höhern Glück, zu böhrer Lust und pflanzte selbst dazu die Triebe so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehnfucht 190 Unsterblichkeit und Vergeltung. sucht mich erfüllt, läßt und leitet mich zur Seligkeit. wahrlich sie nicht ungeftillt. Auch dieser Leib muß auf 4. Der Wunsch, ihn ewig erstehn, vollkommner einst treu zu lieben, der höhern zum Himmel gehn. Wahrheit Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst doch in Erfüllung gehn. So wahr Gott die fen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. 9. Jhr Thäler finkt! Fallt Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet Nichts. Ich sterbe, doch erwach ich wieder am Morgen eines ewgen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und, Gott, wie selig bin ich dann! 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten; die Tugend wird durch ihn gekrönt. Er wird, was sie gedrückt, In voriger Melodie. vernichten, erhöhen, die man 266 Der Lenz erfreut Das Laster, mag es hier sich freun, dort fann es nimmer glücklich sein. was da lebet; er bricht des Winters Fesseln los; der Blumen schö ner Flor erhebet verjüngt sich aus der Erde Schooß, und freundlich lächelt er mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sieh, er erhebt die zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt mit höhrer Lust mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist da! 3. Mir hat Gott For schungsgeist gegeben und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir! Sie bür gen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt. Ja, Himmelsahnung ruft mir zu: Unsterblich, fren dich, Mensch, bist dul In6. Isls möglich, kann Gott anders handeln? Gilt denn kein Recht in seinem Reich? Die Frommen, die hier vor ihm wandeln, sind die den Uebelthätern gleich? Nein, Tugend siegt! Ich sterbe drauf: Gott weckt mich zur Vergeltung auf. 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube; dieß hofft mein Herz, dieß sagt sein Wort. Dieß Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich tödten? Er sichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen Auferstehung. In eigener Melobie. 267 Auferstehn, ja, auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh; unsterblich Leben, wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 2. Du, sur Unsterblichfeit erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht und schaust den Ursprung aller Wejen von Angesicht zu Angesicht, bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Nerndte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Dants, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird dann mir sein. Mit Jefu geh ich ein zu seinen Freuden. Der Müden Pilz ger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann. Lebt ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! 191 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was hier fein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weiseste umsonst begehrt. Dann täuscht dichWahn und Frrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, ja, den erblicken. den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott! Mel. Wer nur den lieben Gott 268 War Larum erbebst du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt le; nur deine Hülle sinkt binab. Nur sie, weil Gott schuf aus Staub, tur fie wird der Verwesung Rans sie 5. Wann nun der Tag des Herrn erscheinet, vers läßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zerbricht. Mel. Jesus, meine Zubersicht nun schon im 269 Selig, Jeu, find friebevollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn und sich Gottes größter Gabe, eines ewgen Lebens, freun! Möch ten wir es auch schon sein! 2. Doch Unsterblichkeit und Bergeltung. 192 2. Doch du willst, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, die des Lebens Kron erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch so, wie sie, zu Gott! 3. Du, du selber lebtest hier vormals auch in Pilger hütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Göttlicher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit. Aber an der kurzen Stunde hängt ( dieß präge tief uns ein) ewge Wonn und ewge Pein. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nüben, und beim Schluß der Pilgerschaft wollest du uns unterstüßen. Laß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, dir vertraun! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken. Flöß uns jept den Muth schon ein, in dem Tod getroft zu sein! 7. Und wenn wir vom Kampfplaß nun zu den Tod ten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verste hen. Auch für unfre Todesnacht riefst du einst: Es ist vollbracht! Gericht. In voriger Melodie. 270 mmer näher Zeit, stündlich eil ich iht entgegen, da der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Alles, Ales klar, wie ich lebte, wer ich war. 2. Selbst des Herzens stillen Rath wird der Rich ter offenbaren. Jedem wird für jede That dann Ver geltung widerfahren; wie er hier den Samen streut, ärndtet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler ste hen dann und beben. Hei lig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sündenle ben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wann e ruft zur Rechenschaft? 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sin nenfreuden schmachtet, f nes Geistes Wohl versäumt, Menschen quälet, und ver achtet und sich reuvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises from mes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur da Christen wird kein Schater bort 193 selber sagen: Die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur keines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 4. Einst werd ich Jesu Stimme hören: Der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren, nimm hin, was dir bereitet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich; sei selig und den Engeln gleich! 5. Solch eine Gnade wars tet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb und gern mich seiner erbarm und Jesu ähnlich bin. Wie könnt ich hart und lieblos sein, BeMel. Wer nur den lieben Gott 271 Wenn ich auf frübte sehn und nicht er= freun! Gottes We gen wanke und straucheln will, so schrecke mich der bergerschütternde Gedante: Gott richtet einst die Welt und dich. Er hats verkün bigt, sein Gericht ist unausbleiblich: strauchle nicht! 6. Dort, bort trifft den, der ohn Erbarmen nie menschenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speist, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? 3um Himmel, wenn ich Gott ge falle, wenn ich getreu und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverläugnung, zur Ge7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschlossen habt ihr eure Hand, verachtet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab euch nie erkannt! Für den, der Brüder nicht erfreut, ist freu denleer die Ewigkeit! 3 8. So Gericht. bort am Gnadenthron erschüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt fein Herz ihn nicht. 6. Christen, Christen, rich tet nicht! Laßt den Herrn das Urtheil fällen! Er bringt Alles einst ans Licht, wird einst jede Nacht erhellen. Lieber duldet, lieber weint, bis sein großer Tag erscheint! 7. Laßt uns nur gewissenhafts stets nach Gottes Willen handeln, eingedent der Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen wandeln, felbst die kleinste Sünde scheun und Verehrer Jesu sein! duld. 3. Oft will ich zu mir Unsterblichkeit und Vergeltung. 194 8. So wirst du jede Sünde richten, gerechter Rich ter, wenn du einst den Uebertretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme sich erfreun, dem Bösen Alles schrecklich sein. 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig sei; so werd ich ewig selig sein, mich ewig deiner, Gott, erfreun! auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann. In eigner Melodie. 273 Schon ist der Tag Mel. Aus der Tiefe rufe ich von Gott bea stimmt, da, wer auf Erden 272 Herr und Richter wandelt, sein Loos aus Got nach dem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Mens schen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit versammeln sich die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden be kannt, unzählbar wie des Meeres Sand: hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahr heit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, 5. Folgen will ich deinem wird keine Sünde siegen. Wort; hilf mir gnädig dar- Hier ist zur Buße nicht in fort, bis mein Lauf, mehr Frist, hier gilt nicht 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein; nur der Deine will ich sein. mehr Herr Jesu Christ, selig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör' ichs dann von dir: Komm, Gesegne ter zu mir! Nimm an mei ner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. 2. Mache mich von Sünden frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgesänge dir! Gericht. mehr Betrug und List, hier gilt lein falscher Beuge. 4. Der Richter spricht! der Himmel schweigt; und alle Völker hören erwartungsvoll und tiefgebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgiam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 195 Mel. Straf mich nicht in deinem 274 Herr, ich bin bein dein ist auch mein Leben. mir zum Heil und dir zum ben. Väterlich führst du Ruhm hast du mirs gegemich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden; dann soll ich zur Rechenschaft vorgefor dert werden. Dein Gericht schonet nicht. Richter aller Welten, du, du wirst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe, weh dann mir, hab ich hier 6. Froblockend sichn sie sie nicht treu verwendet, in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit: kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre selgen Freuden. 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es starte mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden kränken; es reize mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechenschaft nach deinem Wort zu wandeln. forglos sie verschwendet! Gericht mir vor Augen 4. Möchte täglich dein stets meiner Pflicht treu zu schweben. Möcht ich mich sein bestreben, daß ich nie feße, nie sie frech verlege! thöricht sie aus den Augen 5. Lebre mich gewissenhaft meine Tage zählen, einges denk der Rechenschaft nur was gut ist wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute darauf vorbereite! 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr 32 Zeit Unsterblichkeit und Vergeltung. 196 Zeit, daß ich Gnad erflehe! Wann der Lod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr er füllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: Besserst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst, am Tage des Gerichts, werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufge= nommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! Mel. Wann mein Stündlein 275 Gro roß wird des Sünders Elend sein, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewissens Pein wird feine Seele zagen, wann ihn, den Nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts er schreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seis ner Stunden sind in dem Dienst der Eitelkeit verge bens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt; o welche Reu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Erdengut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, wo mit er Andre kränkte? Ge beugt ist jetzt sein tropig Herz, und jede Lust wird mun in Schmerz, in Bein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und sein Gewissen strahlt und spricht: Du bist ein Uebelthäter! Von Gott und Seligkeit ver bannt, fühlt er, was er sonst nie empfand, gerecht sei seine Strafe. 6. D Sünder, fichre Sün der, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, be zweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Behrung rau: Das fünftige Leben. 197 rauben! Jett noch will Gott schon, ihren Retter zu ers Erbarmer sein, will eure Sünden noch verzeihn. O suchet seine Gnade! heben, und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelsgeister ringen mitanbetend ihm zu singen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser Jesu Chrift. 5. Das fünftige Leben. In eigener Melodie. Vaterland verklärter 276 Ale Menschen Frommen! Heil, Unsterblichmüssen ster ben; ihre Herrlichkeit verblüht! Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub wird dieser Staub von Erde, doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott er neut und erhält Unsterblichteit. feit undRub, was kein Sterb licher vernommen, Gottes Heil gewährest du! Freudenärndten schenkt Gott dea nen, welche hier gesät mit Thränen, alleThränen trocknet er; Sünd und Elend sind nicht mehr. 6. Möcht ich doch, sie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Diese Hülle mag zerstäuben; denn mein Geist wird ewig bleiben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Bater hin. 7. Welche Tröstung, dieß zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und turz sind- diese Leiden; sie verwandeln sich in Freu den, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug! 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, widergeben, gern verlassen diese Welt: denn nach diesem Erdenleiden warten meiner höhre Freuden. Jch, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Weltgericht. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir stets heilig sein: Gott er füllt, was er verheißen; sei ner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jefum ich erlange eine frohe Geligkeit, wenn ich nüße diese Zeit. Mel. Wann mein Stündlein 4. Dort bei ihm ist wah 277 Ein Bilgrim bin res Leben; ich in der Welt, und 33 Unsterblichkeit und Vergeltung. 198 und kurz sind meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigteit verjüßt mir meine Pilgrimzeit und stärfet mich im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt mei ne bange Seele. Wie bald ist doch mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz felig sein; dieß meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thränen stillen sich einst ganz in jes nem Leben. 4. Wenn mich der Zufunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage, so stärket mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht er liege. 5. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer sintet, so sterb ich froh: die Ewigkeit zeigt mir des Him mels Herrlichkeit, den gro ßen Lohn der Treue. 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier un ter Müh und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil erwartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Ziele stehe. Mel. Wer nur den lieben Gott 278 Es ist noch eine 3 vorhan den für jeden Gott ergeb nen Geist, wann er sich die ses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und dann nicht mehr so ein geschränkt, als hier auf Er den, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, wie selig bin ich dann! In de nen Himmel aufgenommen, fang ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die mich hier drückt, der Freu den Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kin der trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohlvollbrachter Ulebungs zeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle mei ne Klagen; da bringt mein fro Das künftige Leben. 199 froher Lobgesang dir selbst Mel. 3euch ein zu deinen Thoren für dieses Lebens Blagen hoff 279 Jeben und eine mit nie gefühlter Regung Dank. Froh jauchzich dann: Es ist vollbracht: der Herr hat Alles wohlgemacht! Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden vollkommener zu werden mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden; doch kämpft sie hier noch oft mit unverdienten Leiden; das Glück, das sie gehofft, umwölkt der Haß der Welt; dort aber wird sie siegen, dort ärndtet fie Vergnügen, wo sie den Breis erhält. 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwach heit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, ge krönt von dir mit Preis und Ehr. Fest steht mein Glück, und, Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich das zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht fiets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt! Dieß flöße Kraft und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu sein! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden, der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommne Seligkeit. Schande. Zwar geht es oft 3. Dem Laster folget umber in glänzendem Geund Ehr; doch wird den wande, gekrönt mit Ruhm Bösewicht gewiß ein Tag mit Schrecken aus seinem Taumel wecken; dem Tag entflieht er nicht! 4. Ich hoff ein ewges Leben! Kann meine Seele hier sich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begier des Daseins stets zu freun, so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu sein. 5. Dieß tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht trostlos klaª gen und kann nun ohne Neid den nächsten glücklich 34 sehn Unsterblichkeit und Vergeltung. 200 sehn. Gott lentet und regieret mein Schicksal, wie ers führet, dient mirs zum Wohlergehn. 6. Bei Reizungen zu Sünden gibt dieseHoffnung Kraft und Muth, zu überwinden die böse Leidenschaft. auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und göttliches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. Ist 7. Wie ruhig kann ich sterben! Ich fürchte nicht den Tod. Die Seligkeit zu erben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von bes sern Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihn würdig wandeln, o Herr der Ewigkeit: Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungszeit! Nach diesem kurzen Lauf wird ewig selges Leben mir dort bei dir gegeben: mich nimmt der Himmel aufl In eigener Melodie. 280 Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hinauf zum Himmel blickt, das hin dein Rath uns leitet, wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst vers breitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lie ben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leidenstets umgeben. Dort nur ist voll kommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort trod nest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Ge schrei; denn du, o Herr, machst Alles neu: das Alte ist vergangen. Hinfort sind deine dort für Gerechte, Knechte, teine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Hei ligthum schallt deines Namens hoher Ruhm von lau ter frohen Bungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Helz ler, schneller, als hienieden, ohn Ermüden sehn wir dros ben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit höhrer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und uns Das fünftige Leben. 201 unsre tausendfache Lust an das Geräusch der eitlen deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe un ter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, mit den Engeln, mir zum Segen da die reinste Freundschaft pflegen. Mel. Wer nur ben lieben Gott 281 Na ach einer Prüfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigfeit. Dort, dort verwan delt sich die Klage in göttliche Bufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvolltemmnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald siören ihn des Körpers Schmerzen, bald Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfter leidet, das Laster öfter glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. dort werd ichs finden; dort 5. Hier such ichs nur; werd ich, heilig und vertlärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Weth; den Gott der Liebe werd ich fehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Füue, am Throne Gottes mich erfreun. Tann läßt Gewinn stets auf Ge winn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wuns derbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ges schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schicks 35 202 Unsterblichkeit und Vergeltung. Schickung im Zusammen- Wie nichts, wie gar nichts hang. gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! fingen dem Lamme, das erwürget und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du haft das Leben, die Seele mir gerettet, du! D Gott, wie muß dieß Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbar an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Met. Alle Menschen müssen sterben 282 O wie un unaus sprechlich se lig werden wir im Himmel sein! Da, da ärndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird ohne Leid und Zähren unser Le ben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels große Lebens Leiden werden Alle, Freuden! Doch nach dieses die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. deiner 3. Neue Wunder Güte werden da ihr Glüd erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwänglich und das Heil sei unvergänglich, das dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkomme nen Das fünftige Leben. 203 nen Seligkeiten wird uns zu kommen! Trachte, weil dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner From men Menge Ein Herz, Eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O, wer sollte sich nicht fehnen, aufgelöst und da zu wo Thränen ewge Güter uns erfreun; wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Luft verkehrt, die forthin tein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sor: gen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen; dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte dei nes Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist! 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehen, o so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, o Vater, meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! mel. Schon ist der Tag von Gott 283 inft, freuet euch, die Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That, der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 2. O Glaube, der das Herz erhebt, du, Gott, schufst unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhälst auch unsre Seele; zum steten Wirken schufft du sie. Heil uns! Darum vergeht sie nie, sie lebt für Ewigkeiten. 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Hoff nung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Tugendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. 36 4. Nach Unsterblichkeit und Vergeltung. 204 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unsre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tu- 4. gend Müh, ein guter Gott belohnet sie in jenem bes sern Leben. sterbliches Gebein wird, Er de, deine Habe. Hoch schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geist empor zu jener Welt. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! und unser würdger Lobgesang sei hier ein heilges Leben! Gott, Heiligster, wir weihn uns dir; nach Jesu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend ed Mel. Der unsre Menschheit 284 Unsterblichkeit! len Samen streun; dort Unsterblich wird die Aerndte uns er freun. keit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Troft für alle Schmerzen schafft, mit hohem Muth, mit Gotteskraft Mel. Schon ist der Tag zum Todeskampf belebet! 285 Wenn oft zu ie Fühlt teit, denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. Seis, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht: wir, mehr, als Erd und Sonne, wir leben für die Ewigteit! Schon in des Daseins erster Zeit füllt dieß das Herz mit Wonne; und sei ne Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir jei Dank! Nun mischt sich in den Schmerz, gefang an unsrer Brüder Grabe der Ewigkeit Tris umphlied ein. Nur unser mein Geist empor sich schwins get und über sie schon hier erfreut dem Herrn ein Lob lied singet, dann fühl ich mich hier nur als Gaf, und leicht wird dieses Lebens Last, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig sein, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend lies bet. O Vorschmack jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnt du mein Vertraun vor dei nem Das fünftige Tebent. nem Angesichte; führst mich vom Glauben hin zum Schaun, vom Tunkel hin zum Lichte. Dich preis ich dann und deinen Sohn, der mich des Himmels Vorschmack schon im Glauben läßt genießen. 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachs' ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid und in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Seligkeit hat nie ein End, ist ohne Beit, tein Tod ist mehr, tein Weinen. 5. Dann heb ich meine Händ empor und falle jauch zend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unsern hohen Lobgesang, voll Halleluja, Preis und Dank hallt jeder Himmel wieder. 205 2. Drum, o mein Geist, ermanne dich! Nimm deine Last und gürte dich zum legten Wallfahrtstage! Bald legst du deinen Pilgerstab, legst deine Last auf ewig ab mit aller ihrer Plage. Bange, lange Pilgersuns den sind verschwunden; allen kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. Mel. Mein ganzer Geift 286 Vie freu ich mich zeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedante, wie entzückest du: Gott' läßt des leßten Abends Ruh mich in der Nähe sehen! Tröstlich, tößlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 3. Und wenn nach einer turzen Rast, du, Müder, ausgeschlummert hast, weckt dich ein schönrer Morgen. Dann schrect dich Finsterniß Traum schwebt um dich her, nicht mehr, kein banger dich beugen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne trömt die Sonne dort herunter, lächelt ewig, geht nie unter. 4. Dann tämpfst du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter dir der Schmerzen Heer, tennst keine Noth, fein Leiden: mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilst du von zu Welten hin, trinkst stündlich neue Freuden. Reiner, feiner fühlst du immer; wechselst nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ewger Friede. 5. Dort schielet nicht mit giftgem Blick die Mißgunst nach der Geister Glück; dort flicht der Neid nie Nege; die Rache gräbt dir da fein Grab, 206 Grab, tein Stolzer drückt auf dich herab; dort stiehlt kein Geiz dir Schäße. Droben toben keine Feinde; Engel, Freunde, Brüder üben ewig sich mit dir im Lie Unsterblichkeit und Vergeltung. 6. Hier nähret oft zu sei nem Schmerz statt eines Freunds das traute Herz die Natter in dem Schooße; oft wellt in einem Augenblick sein treuster Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Drüben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf im mer, deine Seligkeit wantt nimmer. 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Ge dante, wie entzückest du: Gott läßt des legten Abends Ruh mich in der Nähe sehen! Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 8. Nun trag ich meiner Bürde Last, die du mir, Gott, gegeben hast, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, jezt ist sie leicht, denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröstlich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, sie mit Himmelskraft beleben! Mel. Sei Lob und Ehr dem 287 Der Freuden Gott, bei dir: dort in dem höhern Leben wird deine Vaterhuld auch mir in vollem Maaße geben, was mich mit reiner Lust erfüllt, was meis ner Seele Sehnsucht stillt und sich ohn Ende mehret. 2. Dich lern ich dann im hellern Licht in deiner Gröse fennen und mit voll kommner Zuversicht dich meis nen Vater nennen. Mit hoher Freude bet ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist dann sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet, Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 4. Noch größre Werke seh ich dann von deiner Batergüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein ent zückt Gemüthe verliert voll Dant und Freude sich in deiner Herrlichkeit, die ich im vollen Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen heilgen Rath noch mehr, als Das fünftige Leben. als hier verstehen, dir dan ken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen und selbst durch Leiden die ser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bereitet. 6. In höherer Vollkommenheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O welche Quelle reiner Luft, sich keiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 207 Lod, die stets bas Laster liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu entfliehn und deiner heilgen Ordnung. 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd ich dich dann erheben, werd ich dort ihnen zugesellt in reinster Freundschaft leben. E3 schlägt dann froh in mei ner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Lust, die ich mit ihnen theile." 8. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unversiecht und helle. Mein Glück währt da in Ewigfeit; Nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! 2. O schrecklich wird es für sie sein, sich selbst dann anzuklagen, die Leiden alle, jede Peindurch eigeneSchuld zu tragen; die sie verführ ten, selbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmung flehn und ihrem Beispiel fluchen. 3. Weh dem, der nun ein höher Glück als wirtlich vor sich siehet und doch bemerkt, wie es zurück vor ihm Unwürdgen fliehet, wie Sinnenlust im Tod zer= floß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 4. Welch Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Bewußtsein sehen: auch dir gab Gott der Mittel viel, zum Heile einzugehen, und doch selbst keines Trostes Spur, des innern Richters Stimme nur zu steter Qual zu hören. 5. Verbunden überdieß zu sein mit vielen Lafterhaften, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Leidenschaften und gegen288 Vergelten wirst du seitig sich zur Laft, weil jeMel. Schon ift der Tag denen, Gott, die hier die Tugend übten, doch auch bestrafen nach dem den. der nur den andern haßt, zur ewgen Marter wer6. Und 208 Unsterblichkeit 6. Und wer in dieser Lei densnacht jein Unglück ganz empfindet, vom Lasterschlafe nun erwacht und sich doch traftlos findet zum Stre ben nach Vollkommenheit: o, Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle! 7. Das ist das Feuer, wels ches brennt im Innersten des Herzens; das sind Gefütle, die nur kennt der Jammerjohn des Schmerzens! O Vas ter, Vater, welch ein Bild, wenn sichs so jammervoll vergilt, von unsrer Pflicht zu weichen! 8. Was könnt uns also eine Welt mit ihrem Reich thum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schaß befizen? Nur sie währt ewig, sie beglückt! D, hilf mir, Gott, daß sie mich schmückt und schüßt vor solchem Elend! Mel. Gottlob, ein Schritt zur 289 Vollendet freudig euren Pfad, bleibt, Christen, Gott ers geben; einst wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme har ret wonnevoll des Richters; und Vergeltung. denn wer glaubt, der soll Gott nicht als Richter fürchs ten. 2. Die stille That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. O welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Ges danken sind bestimmt, be lohnt zu werden. 3. Wen teine Wollust, wen kein Geiz, kein eitles Lob bethörte; wer, selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, mäßig, teusch und rein, demüthig, sanft und mild zu sein, dem wird Gott reichlich lohnen. 4. Wer eines der Gering sten sich erbarmte, was ihn drückte, ihm tragen half und brüderlich die Leidenden ers quickte, das sichet der Ges rechte an, als hätt er solches ihm gethan; und er will's ihm vergelten. 5. Laßt, Christen, tugends haft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns Gott Bergelter sein und ewge Wonne geben; dort reift die hier gestreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himmlischem Entzücken. Zweite Zweite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Mel. Echon ist der Tag 290 Wer er Jesum kennt, ver ehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet, wer in der Frömmigkeit sich übt und sich der Tugend freuet, nie seines Daseins Zwedt vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets den fen, leben, handeln. 2. Gott ist es, den der findlich ehrt; bekannt mit feinem Willen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 3. Wie edel ist des Chris sten Herz, wie liebreich gegen Brüder! Er theilt mit ihnen ihren Schmerz und 209 freuet sich auch wieder, wenn ihnen nach des Kummers Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Klas gen schweigen. 4. Er dienet ihnen, wo er tann, hört des Bedrängs ten Flehen als Menschenfreund erbarmend an, tann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die Lust der Sors gen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 5. Er betet und er betet gern, weil ihn sein Herz dieß lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Vater fromm verehret, entfernt von aller Heuchelei, vom Wahn des Aberglaubens frei mit Andacht und mit Eifer. 6. Er freut sich der Gelegens 210 Gesinnung und Verhalten des Christen legenheit, den Vortrag heilger Lehren und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffentlich zu hören. Der Brüder Andacht reizet ihn, sich der Zerstreuung zu entziehn, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mitfrommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir heilig sein, als Christ stets denken, handeln! umhüllt von dunkler Nacht ist immer noch nicht auf gewacht. Bedaure sie! 5. Entreiße dich der Dun kelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Froh gefühl sollst du sie sehn und ihres Schöpfers Ruhm er: höhn und dankbar sein. 7. Er lenft mit Liebe, was er schuf, und dir ertönt der sanfte Ruf: O siehe, Mel. Erschienen ist der herrlich 291 mpfinde deinen wie dein Gott regiert und Alles, Alles, herrlich führt und nichts versäumt. hohen Berth! Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Verstand dich ausgeschmückt und über Staub emporgerückt. Vergiß es nie! 2. Du schmähest, was dein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens turze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollst ihn treu der Wahrheit weihn, ihn bilden und ihm Licht verleihn, so viel du fannst. 4. O sieh umber, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! Jhr Geist, 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Ers hebe deines Geistes Blid vom wandelbaren Erden glück zum höchsten Gut! 9. Dich selbst, dein Stre ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft und lerne, schnödem Wahn entflohn, bon Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Ja, sei ein Christ, ein wahrer Christ; dann siehest du, was Weisheit ift, dann stürzt des Aberglaus bens Reich, dann schwingt dein Geist sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. Weisheit Jefu, leite im Allgemeinen. leite mich! Jch bin ein Christ und liebe dich. Ich fühle fie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu ſein. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblühn und meines Lebens Hauch entfliehn; o Weisheit, du wirst mich erfreun und meines Geistes Zierde sein in Ewigkeit. 211 in Werk und That zu sein, jedes Unrecht stets zu scheun! 4. Gott, ergreife meinen Geist, daß kein unfruchtbarer Glaube, der dich nur durch Worte preist, mir den frommen Eifer raube, Christ 5. Was wir säen, ärndten wir. Reicher Segen wird gegeben, dem der treulich säte hier für das künftge beßre Leben. Laß mich reichlich Samen streun und mich dort der Aerndte freun. Mel. Meinen Jefum laß ich nicht 293 WGlauben, desa 292 Tern sei uns der In eigener Melodie. er hat den sen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt und einst vor seinem Angesichte der Tugend hohen Preis erhält? Irrthum, fern, daß auch diese Christen wären, welcheJesumzwarals Herrn wohl mit ihrem Munde ehren, aber ihm nicht gleichgesinnt, nicht der Tugend Freunde find! 2. Ferne sei von uns der Wahn, sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus hat gethan; einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! 3. Schände nie, wer Jefum feant, Jesum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, die uns Jesus ging voran. 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Guten sich entschließt und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist: 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, Nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahrheit sucht und spricht; 4. Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, gelind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet und Andre zu erfreun fich frent; 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das Gute schäßt, nicht lästert und nicht stolz fich 212 Gesinnung und Verhalten des Christen sich blähet und seinen Nächsten nie verlegt: 6. Der die Verehrer Gottes ehret und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür er sich zum Schaden, hält; 7. Der nie zum Troße der Geseße auf ungerechten Wucher leiht und durch gerecht erworbne Schäße der Armen trauernd Herz er freut; 8. Der die Bedrängten und die Armen erquict, in Schuß die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen, dem ist des Glaubens Preis bestimmt. 9. Der, der im Glücke stets bescheiden, in Trübsal stets geduldig ist, der, Gott, erbt deines Himmels Freus den, der ist dein Kind, der ist ein Chrift! 294 Mel. Freu dich sehr, o meine S. öchfter, dent ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verlegt und dich, der mich so geliebet, durch Bergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenfräfte, meine Glieder sind ja bein, und sie sollten jum Geschäfte deines Diensles fertig sein; doch hab ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Va ter, neu. Von wie manchen schweren Sorgen mach: test du das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber, ach, wie dankt ich dir! O wie hab ich so vermessen deiner 3weck vergessen! 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Ret tung von dem Schaden meis ner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, fuchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergib, was ich ges than! Nimm mich doch ers barmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein ge beugter Geist deiner Vaters huld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwart, als im Allgemeinen. 213 fiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Dankt ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? Vertraut ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt auf's Ewige bedacht? und hab ich jeden Tag so, wie ich soll, vollbracht? 5. Gebraucht ich meinen Geist mit allen seinen Kräf ten zu meiner Brüder Wohl, zu nüglichen Geschäften? hab ich für meinen Leib Mel. O Gott, du frommer Gott 295 ott, du erfors mit Weisheit stets gewacht und keine böse Lust genährt und angefacht? schest mich; dir fann ich nichts verhehlen; du siebest jede That, kennst jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir, erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich. 2. Ich bin ein Christ, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt ich jede Pflicht des Christenthums, und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, so ehr ich Christum nicht. als er für die Sünder starb, Fried und Freude im Ge wissen, ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärte selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gib, daß mirs an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein! Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben sei mein ernstliches Bestreben! 3. Hab ich dich, Gott, ge liebt und durch ein weises Leben der Tugend mich ge weiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebessert und er freut? War ich, was er be 6. Hab ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern gebessert und erbauet? Sorgt ich stets für ihr Wohl und ibre Seligkeit und straft ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Menschenliebe und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? 8. War ich der Unschuld Trost und hab ich sie vertbeidigt? Hab ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Floh ich den Ues bers 214 Gesinnung und Verhalten des Christen bermuth, des eiteln Stol zes Reiz? Verschloß ich Aug und Herz der Misgunst und dem Geiz? 9. Hab ich, wie Jeſus that, gesegnet, die mir fluchten? geliebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? beherrschet stets den Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? vers mieden Zank und Streit? 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir; laß ihren Trost auch mein und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beßrung sein. In voriger Melodie. 296 Mer Gottes Wege geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn ihm selbst von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht er jeder bösen Lust, ist seiner Tugend sich, sich ihres Werths bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit festem Muthe, wird in der Schwachheit start, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Gottes Geist gerecht und tugende haft, und er nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bekämpft die Sinnlichkeit, scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu bereun, und strebt, mit ernſtem Fleiß der Tugend sich zu weihn. 4. Getreu in seinem Stand genießt er Gottes Gaben vergnügt, wenn Andre gleich mehr Glück und Ansehn haben, als Christ, bei Wenis gem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er Vielen nüßen, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schüßen. Auch selbſt Belei diger wird er in Noth erfreun und, wie sein Gott gesinnt, wird er auch gütig sein. 6. Er fränkt den Bruder nicht, er schüßt sein Glüd, sein Leben. Er ist, nach Jesu Sinn, stets willig zum Vergeben, voll Achtung eh ret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Hei lige, ist gegen mich ja mild. 7. Im Guten sucht sein Herz die Brüder zu bes stärken; er muntert alle auf zu guten, edeln Wer ken. MitChristensinn nimmt er an ihrer Tugend Theil und denkt: Wir haben ja nur Einen Herrn, Ein Heil! 8. Das im Allgemeinen. 8. Das Heil der Ewigfeit, das hier der Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, giebt ihm im Leiden Muth und stillet je: den Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gott ergebnes Herz. In eigener Melobie. s 297 hebt sich auf der Andacht Schwingen, Unendlicher, men Geist zu dir empor, den frommen Vorsaß dir zu bringen: den Tugendpfad, den ich so oft verlor, will ich, o Gott, mit neuer Treue gehn und groß durch sie der Sünde Reiz verschmähn. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick ich deiner Liebe Segensipur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weih ich bir mit Freudenthränen, Ewiger, dafür. 3. Wenn einst vielleicht sich bang und leise zu meinem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Bilgerreise nun Schwermuth wird und jede Hoffnung weicht, dann will ich auf zu dir, mein Vater, schaun und selbst im Schmerz dir kindlich noch vertraun. 215 4. Nie will ich fragen, ob zu Freuden der Pfad der Tugend und des Rechtthuns führt; nie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunkel sich verliert. Du winkst, 0 Gott: Gehorsam ist mir Pflicht; mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. 5. Dir will ich suchen nachzuahmen, o Jesus! Menschenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu dir famen, Erretter warst, nie soll mein Herz mehr fern dem Armen, der verlassen trauert, sein; ich will ihm Hülfe, Trost und Liebe weihn! unverdienten 6. Mit warmem, liebevollem Herzen will ich mich immer mit den Frohen freun, der Kränkung Schmerzen nicht ahnden, dem Beleidiger verzeihn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissensruh mein großes Eigenthum! 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich ge treu zu nüßen mich bemühn; zu großen Zwecken ward dieß Leben, von dir, o Gott, aus Liebe mir verliehn. Um herrlicher dort wieder aufzublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn von Versuchun gen 216, Gesinnung und Verhalten des Christen gen umgeben, mein Blick in Labyrinthe sich verirrt, der Sünde Reiz zu wider streben, die täuschend lockt, oft schwer dem Herzen wird, blick ich zu dir; du wirst mir Muth verleihn, fein Opfer, das die Pflicht ge beut, zu scheun. 9. Ja, treu zu sein, bis einst am Biele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle dir jetzt mein Herz, das findlich zu dir fleht: gib Kraft dazu und leit an deiner Hand den müden Pilger hin ins Vaterland. Mel. Alle Menschen müssen 298 S Je ch erhebe mein Gemüthe sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Güs te; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Reiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, dei ne Wege; zeige deinen Willen mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ! Gott, du sie hest mein Vertrauen! Sicher kann ich auf dich bauen; deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke. Herr, der Sünden meiner Jugend jahre nicht! Laß mich Gna: de vor dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzei hen. O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist sei ne Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sünden wege machst du sein Ge wissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht um kebri! Den verwirfst du nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freu de schenfet deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast liebreich abgenommen haft. 6. Herr, zu was für Se ligkeiten du in jener bessern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarßt du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund macht du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, treu sein meiner ganzen Pflicht! Keine im Allgemeinen. Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner über winden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann! Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 299 Bilden ilden soll ich mich auf Er den, Gott, für deine Ewigfeit; hier in ungewisser Seif, täglich weiser, besser werden; und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minutenzähl test du, wogest jede Kraft mir zu; keine gabst du mir vergebens! Wuchern stets mit Rraft und Zeit soll ich für die 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohlzuthun, tonnte träg und sicher ruhn, suchen, glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerstreut! 4. Gott, wie war mein Geist verblendet! Wie viel Lage sind mir schon unge nüßt zum Heil entflohn, wie viel Kräfte schon verschwendet! Doch mich rufet noch die Pflicht, und ich fäume länger nicht. 5. Bu befrein mich von dem Hange meiner fündli chen Begier, wurde täglich schwerer mir; und ich weiß 217 ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 6. Drum will ich nicht länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ewges Heil betrügt; eilen will ich, Gott, nun eilen auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen, eingedenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu bestehn und zum Leben einzugehn. Gott, du frommer Gott ch blick empor su du Ewi ger, der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Ziele wallen, Vergelter, Richter ist, und fleb voll Innigkeit: gedenk der Sünden nicht, die tief mein Herz bereut! Mel. 300 2. Wie oft gelobt ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Geseb, o Gott, sei stets dein Wille! Du kennst mein Herz, du weist, es war der Vorsatz rein, dir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu sein. 3. Und dennoch fehlt ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüfte, die so tief verborgen schlieK fen. 218 Gesinnung und Verhalten des Christen fen, erwachten, aufgereizt laß einst am großen Ziel, vom Sturm der Leidenschaft; o Gott, dein Heil mich sehn! betäubt und überrascht erlag bald meine Kraft. 4. Nun schau ich prü= fend hin auf die durchlebten Tage, fie bringt kein Wunsch zurück und keine bange Klage; doch ihre Thaten führt mit richterlichem Blick mir ernst und warnend oft Erinnerung zurück. 5. Der Eble, der fein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Seligteit, sieht er an ihrer Seite auf die durchlaufne Bahn mit ftiller Heiterkeit. Er hat gesät in ihr für eine Ewigkeit. 6. Und diese Seligkeit, des Herzens füßen Frieden, das höchste Gut, das hier dem Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht. Den bleibenden Gewinn gab ich, vom Schein getäuscht, für kurze Lust oft hin. 7. Jch unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden durch Weisheit und durch Muth gestärkt zu überwin. den, ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun auf dornenvollem Pfad zu Gott emporzuschaun. Mel. So fliehen unsre Tage 301 ein Hers, Gott will ich, dir zum Eigenthume weihn. Es forderts ja dein Wort voo mir; drum sei es ewig dein! 2. 3war hat es durch den Hang der Welt, burd Luft und Eitelkeit, die, Hei liger, dir nicht gefällt, sich oft, ach oft entweiht. 3. Doch sieh, es fühlet seine Schuld, gelobt dir Besserung und fleht zu dir um Gnad und Huld, um Kraft zur Heiligung. 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht: sei mir mit Gnade nah! Zu dir steht meine Zuversicht, mein Va ter bist du ja. 5. Dieß bürgte mir, ges sandt von dir, dein Sohn mit seinem Blut; verleih durch deinen Geist nun mit zur Bessrung Kraft und Muth! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glaus ben stets getreu und gegen List, Gewalt und Spott im Guten standhaft sei! 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest, durch Hoffnung 8. Verzeih, Allgütiger! Du siehst der Reue Zähren. Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern ge- und Geduld; mein Troft, währen. Mit neuer Treue will ich deine Wege gehn; wenn Alles' mich verläßt, sei deine Vaterhuld! 8. Hilf, im Allgemeinen. 8. Hilf, daß ich gegen Jedermann, von Stolz und Neide frei, aufrichtig und, so viel ich kann, zu dienen willig sei! 9. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu und, fern von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih; denn du verzeihst auch mir. 10. Dich, Gott, verehren fei mein Ruhm, entfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sei! 11. So nimn es denn zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit! 12. Weg, Welt, weg Sünd! Euch dien ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein: dieß, dieß ist meine Zuversicht, kann ewig mich erfreun. Mel. Wer nur den lieben Gott 302 mein Gott, su dem im weis nend flehe, erbarme deines Kindes dich! Ach, sieh auch jest von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Bater, gehe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat: wie oft versprach ich dir ein Les 219 ben, gereiniget von Missethat; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd und ihre Lust mit ihr, riß meis nen frommen Vorsatz niteder und herrschte wie zuvor in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele fündenvolle Tage durchlebt ich, Vater, wie im Traum und sammelte mir Schmach und Plage und fühlte dieß mein Elend kaum! Verwundet blutete mein Herz: betäubt empfand ich keinen Schmerz. 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den dein gerech ter Ernst mir droht. Jegt ist um Trost mir Sünder bange; wer rettet mich aus meiner Noth? Mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. 3u wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh? Wer kann sie aus dem Elend ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun seg ich auf dich; du, Freund des Lebens, rettest mich! 7. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlöfers Blut. O laß durch ihn mich Gnade fins den, R2 220 Gesinnung und Verhalten des Christen den, du, meiner Seele höchstes Gut! Noch einmal, Vater, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott, sei mein Zeuge, da ich schwöre: mein Herz soll dir geheiligt sein! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn und standhaft deine Wege gehn! 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Netter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an: er halt mich, Herr, auf ebner Bahn! Mel. Freu dich sehr o meine S. 303 haffet, fchaffet, Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Himmelreich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, selig dort zu werden! 2. Daß nun dieses mög geschehen, so müßt ihr mit festem Muth jeder Sünde widerstehen; nur was Gott, das höchste Gut von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sein; es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glanben lämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Flei sches Lüfte dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht! D so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Christi Schmach! Wer den Him mel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern träg und lässig sein, eure Net gung zu bezwingen, wie kann euch der Sieg erfreun! Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt zum Lohne seines Kampfs die Himmelskrone. 5. Sich vollLeichtsinns stets zerstreuen, thun, was Fleiſd und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüste scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn haben will, der kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sichrem Stolze leben und den Lüften fich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen und mit Sorgfalt sich be mühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt, dieß nur wollen und voll bringen im Allgemeinen. bringen heißet: nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch als Christen muthig und getrost im Streit! Schont der liebsten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Dentet oft an Christi Worte: drin get durch die enge Pforte! 8. Bittern muß ich vor der Sünde und auf Jesu Vorbild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! Fehl ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir ins Gericht! Gib mir deines Geies Waffen, meine Seligteit zu schaffen! 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz entweiht! Beige mir von deiz nem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel dringe! Mel. Wer nur den lieben Gott 304 Gott, lehre mich verstehn und fassen, was Buße, wahre Buße sei! Hilf mir die Sünden ernstlich hassen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben beßre, selbst mir treu und dir, Herr, wohlgefällig sei! 221 2. Dein Wort gebeut und spricht: thu Buße, verändre, besfre deinen Sinn; fall deinem Gott voll Reu zu Fuße; sei nicht mehr Sünder wie vorhin; von nun an sei als Gottes Kind ihm folg, sam, ähnlich ihm gefinnt! 3. Bezähme stets in dir die Liebe zu allem dem, was Sünde heißt, und folge jedem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geist; flieh, flieh die Lüste dieser Welt und thue nur, was ihm gefällt! 4. Erstatte deinem Nächsten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend; beut die Hand dem Unterdrückten liebevoll; thu Jedem, auch dem Feinde wohl! 5. Flieh Neid, Verleumdung, Haß und Lügen, begehr nicht, was des Nächsten ist, zeig durch den Abscheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bist; sei friedlich, weise, stets bereit zu sterben, wann dein Gott gebeut! 6. Herr, dieß befiehlt mir deine Lehre. Du weißt am besten, wer ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sinn. Sieh, Besserung ge lob ich dir; gib Kräfte zum Vollbringen mir! Mel. K 3 Gesinnung und Verhalten des Christen 222 Mel. Gott Vater, an Erbarmen 6. Hilf denn, o Vater, 305 So wahr ich lebe, hilf, daß ich noch heute, ( o spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr und suche mich, vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig sei. 2. Vernimm, o Mensch, dieß Gnadenwort und wand heute beffre mich, eh meine Schuld noch mehr sich häuft, eh mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. nicht zum will dein Gott dir gnädig sein, gern alle Sünden dir verzeihn. Sei reuvoll; doch verzage nicht und fasse Muth zu deiner Pflicht. 3. Doch hüte dich vor Sie cherheit! Denk nicht: zur Buß ist wohl noch Zeit, erst will ich mit der Welt mich freun, und werd ich ihrer müde sein, dann beß'r ich, dannbekehr ichmich, und Gott erbarmt noch meiner sich. 4. Wiß, der jegt liebreich dir verzeiht, übt auch als Gott Gerechtigkeit; und, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, sinkst du ins Grab frech von des Lasters Pfad hinab! 5. Heut lebst du, heut befehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer jetzt gesund ist, stirbt vielleicht, eh er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße bort. Mel. Wer nur den lieben Goti 306 Ach, Gott, mot wie mancher von den Tagen der mir beschied nen Lebenszeit floh schon dahin, mich anzuklagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir ge lebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. im 2. Gar oft empörte sich Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld; und schenktest du, mein Gott, mit Freuden, o dann vergaß i deiner Huld, genoß nicht jede, wie ich soll, nicht im mer reinen Dantes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug micherlittnes Unrecht nieder, so übernahm mich oft der Groll, und ich vergaß der Sanftmuth Pflicht und folg te Jesu Vorbild nicht. 4. Dir, Herzenstündiger, ist keine von meinen Sün den unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung bin, bis im Allgemeinen. bis ich ganz frei von Fehlern bin! 223 Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbrin: gen. Soll er durch Allmacht dich ihm zu gehorchen zwingen? Er gab dir die Vernunft, und du verläugnest sie. Er sendet dir sein Wort, und du gehorchst ihm nie. 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom La ster loszureißen; jept ist dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? Mel. O Gott, du frommer Gott 307 Mit du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort und mußt dich selbst nicht lie ben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer ists doch, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn und seine Lüste dämpfen! Ja, Sünder, es ist schwer: allein zu deiner Ruh ist dieß der einzge Weg, und dem entsagest du? 3. 3ft deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du Sich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene und seiner werth zu fein im Glauben mich erfühne? Wenn du die Zugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Jst ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst der Missethat die wahre Heiligung? R4 10. fts 224 Gesinnung und Verhalten des Christen dein hier versäumtes Glüd nicht ewiglich bereun! 10. Jsts gnug zur Se ligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Betenntniß gnug, daß uns die Sünde reut, so ist kein leichter Wert, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen. Ist keine Seele rein, der Blaub und Liebe fehlen, ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst, so gittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zulegt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben und, sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein 15. Entschließe dich be herzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Waszagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort, sei wacker: Gott ist nah und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. und läßt dich sein Geset erst ihren Fluch empfinden widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu in dir, die niemals dich gereut. so 17. So süß ein Laster ift, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der das beste Theil, ein Mensch Gott gehorcht, erwählt der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leis den; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu wahren Freuden, macht dei ne Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weis heit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: Ist dieß kein Glück, mit ruhigem Ge wissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen und mäßig und gerecht in dem im Allgemeinen. dem Genusse sein und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? Mel. Wer nur den lieben Gott ie theuer, 308 Gott, ist deine Güte, die alle Missethat pergibt, sobald voll Reue das Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, bereut und ernstlich haßt und Zuvers sicht zum Mittler faßt! 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie turz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu und Beßrung viel zu klein; doch darf sich auch ein Mensch erfühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch fällt, und nicht dein Wort au liebt, was von Herzen hält? 225 gnädig meine Schuld und heile mein verwundt Ge wissen mit Trost aus deiner Vaterhuld! Jch will mit Ernst die Sünde scheun und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verliehen sei, laß mich durch Uebung guter Werte beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steist, doch in der Sünde noch beharrt, das für er selbst ein Opfer mard. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel sein! Am allgemeinen Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich du dir mif- 309 Gott, ber bu uns frezufluchtbist, Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsreSündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns nicht K 5 226 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht dein Angesicht und geh Wort verheißt, sei Licht auf mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsres Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen, o sich, wir kehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Jrrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land! Laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Vater, wollest mit uns sein, daß wir uns deines Schußes freun! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In beiner Hut stehn wir, und was du thust, ist gut. unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein und bringe zu der Wahr heit Glück, zu dir die Jr renden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort, gib Gei und Kraft zu deinem Wort! Dem 5. Auch die Regenten lente du, daß weise sie in Fried und Rub, der Völker Wohlstand heben! Fürsten, der.uns schügt und liebt, gib, der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben! Noch lange sei sein Vaterblick uns, je nen Kindern Schuß und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segen aus! Herr, unser Gott, in de ner Hand ist unser Land, be glück es, segne jeden Stand! und 6. Vernimm der Leiden den Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Linderung Ruh; die Sterbenden erlöse du, erhör ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil der Wittwen und der Wai sen Theil; vereitle der Ver folger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu dei ner Herrlichkeit! 4. Gib Frieden, wo sonst 3wietracht war; vereine, was getrennet war; schent uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures 7. D im Allgemeinen. 227 sucht redlich zu erfüllen, siehst du mit Gnade an. 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meinen Sinn, stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sorge hin; zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu vergleichen sei mit jenen Himmelsfreuden, dem Lohn bewährter Treu. 5. Auf dieß mein Heil und Erbe seh ich voll Zuversicht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich auch unter Zähren hier manche rauhe Bahn, nimmt Mel. Befiehl du deine Wege ft 310 Gott für mich, mich doch Gott zu Ehren dereinst auf ewig an. Was so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie selig bin ich dann! acht ich aller Feinde! nimmt sich meiner an. 2. Ja, dieß ists, was mich stärket: ich glaube feft, als Christ, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Vater ist, daß er zu allen Zeiten mit Huld Herniederblickt, im Kampfe mir hilft streiten, in Angst mein Herz erquickt. 6. Dieß stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu sein! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. Er 7. Kein glänzend Loos im Leben, nicht Ansehn, Ruhm und Macht, wonach nur Stolze streben, nicht Reichthum, Glück und Pracht, Nichts soll mir je den Glauben an deine Vatertreu vermindern oder rauben; Nichts, was es immer sei! 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle und nur aus Vorfaß nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: den, Herr, der deinen Wil len, so gut er immer kann, 8. Was könnte sonst mich scheiden von deiner Lieb, o Gott? Verfolgung? Trübfal? R6 7. Du thust weit mehr, als wir verstehn, fannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Oneig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt sein, im Le ben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst, o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit uns väterlich! 228 Gesinnung und Verhalten des Christen fal? Leiden? Schwerdt? ihm vertraun, ärndten Se Hunger? Blöße? Tod? Nichts, Nichts! Ich überwinde in dem, der michgeliebt und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 9. Jst Gott für mich, so frete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Deß ist mein Herz voll gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht! 311Meine Mel. Warum sollt ich mich eines Herzens reinsteFreude ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durch Blauben ehre, federzeit hoch erfreut seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden und erfüllt sanft und mild ihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mit leidsvoll hernieder. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgsam schaun, ligteiten. 5. Jesu, treuster Freund von allen, mit dir will froh und still ich durchs Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. Mel. Wann mein Stündlein wen 312 Ich weiß an d hält; kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben; dort schau ich, was ich hier ge glaubt. Wer ist, der mir das Erbtheil raubt, das Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein fur ger Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberminder beut zum ew gen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh mich schreckt, du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3. D Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab ich Alles, was ich hiernur suche und nichtfinde. 4. Herr, lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf mei ner Seele Glück, auf Ewig feit im Allgemeinen. teit und Himmel! Kurz ist der In eigner Melodie. Erde Herrlichkeit, vergäng- 313 Mei einen Jesum lich alles Glück der Zeit; im Himmel sei mein Wandel! 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die künftge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Vollendungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. laß ich nicht! Er hat sich für mich gegeben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt gefandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht! Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt ich fest an seiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht! 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht! Meinen Jesum laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich fein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seiz nen Blicken; denn nach dies Lebens Müh will er R7 ewig ses 6. Jm Dunkeln nur, Herr, seh ich hier, wo ich dir gläubig traue, die Seligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt, dort wird er sichtbar, wenn dein Bild in mir sich ganz verkläret. 7. 3u diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft, wer tann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Luft, nicht Leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden. 229 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 230 Gesinnung und Verhalten des Christen ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht! Meinen Jesum laß ich nicht! 7. Nichts auf dieser Erde ists, was des Herzens Wünsche stillet. Du, o Jesu, bu nur bists, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! 8. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nicht von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr beraubt euch ewger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Mel. Wie groß ist des Allmächt. 314 Wa as wär ich ohne dich ges wesen, was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz fich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einfam verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir finster jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielt denn ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finßerniß! Mit ihm bin ich erst Mensch geworden, das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. 4. Das Leben wird zum Freundschaftsbunde; die ganze Welt spricht Lieb und Luft. Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Durch ihn erhalt ich tausend Gaben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versam melt sind. 5. D geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein! Reicht je dem eure Hand entgegen und ladet froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glau ben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6. Ein alter schwerer Wahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht wie Bline im Allgemeinen. 231 10. Noch steht im wundervollen Glanze der heis lige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufge= nommen, zur Frucht des Paradieses reift. Blinde, von Reu und Lust zugleich entbrannt. Ein jedes Werk schien uns Verbrechen, der Mensch ein Gottes feind zu sein. Bang hörten das Geser wir sprechen; denn ach, es drohte Tod und Pein! 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Ein eisern Band hielt an der Erde den bebenden Gefangnen fest, und Furcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoffnung Ueberrest. 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser heilges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt zog das Leben vorüber wie ein selger Traum, und ewger Lieb und Treu ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. Mel. Kommt her zu mir 315 So hoff ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein. dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren! 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines 232 Gesinnung und Verhalten des Christen nes Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erfreun und mich mit Trost erfüllen! Mel. Jesus, meines Lebens Leben mir gnädig sein. 316 Sweiget, bange Zweifel, schweiget! Mein Erlöser ist ge treu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott vers jöhnet sei. Mag auch selbst mein Herz mich richten, mich verdammen, mich vernichten: Gott ist größer, als mein Herz, und gibt Ruh auf bangen Schmerz. 2. Er, der das Verborgne fennet, kennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. weiß, ich werde leben und in ihm einst selig sein. Such ich nur den Hang zu Sünden immer treu zu überwinden, mich der Tugend stets zu weihn, so will Gott 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glaus ben ist er mein. Ja, ich 5. Theuer bin ich ihm erworben! Wohl mir, hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist, nun zur Rechten Gottes figet, auf mich sieht, mich mächtig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst! 6. Nun so mag das Unglück stürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich beschirmen, der für seine Kin der wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, Leitet mich doch deine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. 3. Wer will ferner den vertlagen, welchen Gott zum 317 W Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel sind vor ihm nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. Mel. Auf, Chriftenmensch er Gottes Wort nicht hält und spricht: Ich kenne Gott! der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Era Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. im Allgemeinen. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder, folgt Christi Beispiel als ein Christ und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehor: sam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 233 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben: was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend droht, ob auch Furcht und Angst mich schrecken: du wirst mich be decken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Sch weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern; ich, ich darf nicht zittern. 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, gestärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder; du erhebst mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüllten Knechte schenkst du Kindesrechte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne, dank ich dir allein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, ewig dein zu sein; daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade. 6. Der du Leib und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. 318 Mel. Jesu, meine Freude ie getrost und heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Alle, die bir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreust. Niemals wird bei dir o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Erquickung fehlen. 234 Gesinnung und Verhalten des Christen Liebe, stärker, als der Tod. In eigener Melodie. Herr, und ich, ich sollte mich 319 Wier ie wohl ist mir, deiner Huld nicht dankbar freuen, dir mein Herz nicht weihen? o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir ver geß ich meine Leiden, denn o wie viele hohe Freuden genieße ich vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden, wie könnt ich jemals muthlos werden? Du, du bist überall mit mir! 7. Würdig dir zu leben, dieß sei mein Bestreben, sei mir heilge Pflicht! Was die Welt erfreuet und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wonach die Eiteln trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelkeit? Du erfreust nur stets den Geist und du willst, die dich verehren, ewig wie der ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was heff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Se ligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Boll von deiner Güte, jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich in Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! 2. Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? Du sorgft für mich. Hätt ich auch eine Welt voll Feinde: ich bin getrost, ich trau auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht hoff nungslos verzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät Alles wider mich zu sammen: ich bebe nicht: wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, kann über Tod und Grab mich freun; denn 235 warne meine Seele, daß fie nicht ihr Ziel verfehle! Denn ein wahrer Christ sucht, was ewig ist. im Allgemeinen. denn ich gehöre zu den Deinen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd ich völlig ruhig sein. 4. Gelobt seist du, oFreund der Seelen! In deiner Huld wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Jch finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden; denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich klagen: wer kann, wo Jesus ist, verzagen? Mein Freund ist mein und ich bin sein! 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; leite mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; leit mich himmelan. 6. Stärke mich und gib mir des Geistes Trieb, laß mich machen und mit Beten findlich vor den Vater trea ten, so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 7. Ohne Prüfung ist hier fein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, Mel. Seelenbräutigam. 320 Dir ergeb ich laß mich dich nur nicht ver der Nacht nimm mich, Herr, in Acht! der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod haft hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, sein! 2. Laß mich dir zum Rubm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir fündenrein hier auf Erden sein! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, alle ohne Ausnahm liebe!' Haß und Rachbegier bleibe fern von mir! 4. Neiget sich mein Sinn zu dem 3rdschen hin, o dann 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib zu deiner Ehr mir je mehr und mehr! 9. Jesu, hilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist! 10. Wirds von hinnen gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zu deinem 236 Gesinnung und Verhalten des Christen nem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig möge freuen! guten Werke find ich Antrieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich au preisen, sei mir hohe, heilge Pflicht; dich, den Lie bevollen, Weisen, dich, der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich, Jesu, dir zu wer den, sei mein höchstes Ziel auf Erden! Mel. Gott im Himmel und esum ewig zu verehren ist mir süße, heilge Pflicht; seine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. In eigener Melodie. 2. Sollt ich den nicht 322& ins ist Noth, dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edeln, nennt den Weisen, welcher so, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte. 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband, der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Graufamteit ihm fluchten, feine Qual zu mehren such: ten;. 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte, der gerecht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hinzugeben! 5. O ich weil an deinem Bilde gern, erhabner Menschenfreund, wo mit so viel fanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem 321 dieß Eine ist, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur Tand und schwere Last, worunter das Herz sich oft ängstigt und quälet und immer der Ruhe, der wahren, verfeh let. És wohnet kein Friede im Reich der Natur, die Sinnlichkeit täuschet den Suchenden nur. 2. Dich erwählen ist das Eine. Welches Theil! Q gib, daß ich ewig mich mit dir vereine, nichts so innig lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Ver dienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Zierde der Menschheit wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh? 3. In dir ist der Weißheit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt. Durch dein Wort nur wird mein Wille im Allgemeinen. Wille niedrer Erdenlust ent rückt. Gern will ich mich sammeln, die heilgen Lehren der himmlischen Weisheit mit Andacht zu hören, um fern in den Rathschluß der Gottheit zu sehn und freudig die Wege der Tugend zu gebn. 237 Erden, entsündigt, geheiligt dir ähnlich zu werden und treu dir zu bleiben im Leben und Tod! Dieß, Herr, ist das Eine; dieß Eine ist Noth. 4. Mit Vergebung mei ner Sünden, Herr, digst du mich dann; lässest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben fann. Was kann mir dann fehlen, was femals mir scha den? Jch bin ja beim Bater, dem Höchsten, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe verherrlicht empor; ein Himmel erseßt mir, was hier ich verlor. 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich zum Vorbild wähle, hast du treu dein Werk vollbracht. In dir ging die Tugend hier sichtbar durchs Leben; wie sollt ich nach dir mich zu bilden nicht streben? Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. In eigner Melodie. 323 Daß ich ber Tuz gend Höh erklimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß besiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dieß Eine Ziel nur glänzend steht;-ach, Gott, erhöre mein Gebet! darum bet ich, slehe, weine. nur 2. Es stieg voran die steilen Stufen der Menschensohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich gerufen und nimmt den Ruf mit aus der Fluth und geht, daß er zur That sich rüste, die außer ihm kein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum stillen Denken in die Wüste. 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauberhafte Wahl; hier aller Leiden Donnerschläge auf seinem Weg zum blutgen Pfahl. Gott, was nur Menschen reizt, verlassen? Müh selbst ihre Liebe? und Noth und Angst und Schmach, zuleßt den Tod mit 6. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, du mein Alles sein. Siehe, daß ichs redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf - 238 Gesinnung und Verhalten des Christen mit seiner schärfsten Qual umfassen? 4. Dort liegt der Erde reicher Segen; dort hängt der Erde schöner Kranz; Bewundrung jauchzet mir entgegen; die Ruhe winkt, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spiße die schönsten Reiche ausgedehnt. Auf, folget! und Judäa krönt dich knieend vor dem Königssize. 5. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erdenfreuden! Fort, Satan, hebe dich von mir! Ich tret in diese Nacht der Leiden und hange, Vater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Fluthen umschlingt dein Arm allmächtig mich. Ich fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. 6. Entschlossen nun, mit innerm Frieden, wirft er sich ins Gedräng der Welt; er kämpfet, ohne zu ermüden, und überwindet als ein Held und hält sein Wert nicht für geendet, bis er, nah an der Todesnacht, zum lauten Siegesruf: voll bracht! den legten Athemzug verwendet. In eigener Melodie. 324 eju, meine Freu: del bester Trost im Leide! meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich sein. Laß auch Felsen splittern; laß den Erdkreis zittern und den Einsturz dräun! Was ist's mehr? Rings um mich her mag es stürmen, donnern, blißen! Er, er wird mich schützen. 3. Wenn der Sünde Schrecken Angst in mir er wecken, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltges richt; freudig, daß ich Jes sum sehe, blick ich auf zur Höhe. 4. Wer ist, der den Glau ben meinem Herzen rau ben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben flimm ich, Gott zu leben, Freuden lieder an. Ich vertrau auf Gottes Macht; er wird, wenn mich Feinde haffen, niemals mich verlassen. 5. Lockt nur, Gold und Schäße, Ehre sei der Göze der betrognen Welt! Mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth im Allgemeinen. Noth und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 239 nem heiligen Befehle gehorsam bis zum Kreuzestod. Du suchtest nur des Vaters Ehre im Tempel war sie und was deine Lehre dem Heiligsten gefällt. Den Schöpfer aller Creaturen verkündigtest du auf den Fluren als Vater, der die Welt erhält. 3. Wie eifrig warst du, seinen Willen als Bürger und als Unterthan, als Sohn, als Bruder zu erfüllen auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend ge= gen Feinde! Für Aller Wohl Die schlug deine Brust. Menschen trösten und ers quicken, erfreuen, heilen und beglücken war dein Geschäft, war deine Lust. 6. Weich, verbotne Liebe! Weicht, der Wollust Triebe! Thoren lockt nur ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nimmer willig finden; fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Geiz, Schmähsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen; euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und Bagen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zu legt erfreun. Hab ich hie selbst Noth und Müh: Jeju, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund dich, Erlö: 325 Auffortets sut sehen, so wie du warst gefinnt zu sein, der Tugend Weg dir nachzugehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, hast du den Deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben. Wie dringend ist sie, Herr, wie füß! Wenn jeder Mensch nach deinem Bilde so eifrig feine Pflicht erfüute, die Erde wär ein Paradies. 2. Entflammt war deine ganze Seele von reinster Liebe gegen Gott, war sei - 4. dich die Noth der Sünder! Wie sorgsam gingst du ihnen nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe( prach! Du kämpftest, Wahrheit zu verbreiten und Alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Entzogst du matt dich dem Getümmel, da war die Einsamfeit dein Himmel, dein Geist beim Vater im Gebet. 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit; bewies feft 240 Gesinnung und Verhalten des Christen seft bei den schwersten Leiden Geduld, Muth und Gelaffenheit; vergabst, von Liebe tief durchdrungen, im Leben und dem Tode nah! und farbst so rührend und erbauend, so freudig, standhaft, Gott vertrauend, so göttlich groß auf Golgatha! 6. Wie du, gesinnt zu fein, zu handeln ist deiner Jünger größte Pflicht. Der muß nach deinem Vorbild wandeln, der von Verehrung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein heilig Wohlgefallen, sein Geist und Segen auf uns allen hier und im Himmel lohnend ruhn. Mel. Gott der du die Menschen 326 Welterlöser, bich zu lieben, bis das Aug im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben ist uns theure, heilge Pflicht. Von der Liebe Gluth durchdrungen, kamst du, wardst uns Menschen gleich, gründeteft ein neues Reich, hast uns Ruh und Heil errungen. Froher Her zen Preisgesang sagt nun deiner Liebe Dant. 2. Reine lockende Begierde drängte dich zum Eiteln bin; Heiligkeit war deine Zierde, Menschenrettung dein Gewinn. Willig trugst du deine Bürde, tratest sanft und still hervor, hobst die Welt zu Gott empor, daß sie ewig selig würde. Niedrigkeit war Herr, dein Loos und doch dein Verdienst so groß! 3. Mächtig selbst im tiefsten Staube, schufest du der Seelen Glüd. Zweifelſucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sah sein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht! Uns, auch uns umglänzt dein Licht. 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem großen Weltenherrn. Nichts kann Sorg in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Liebe predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund, seit du er schienen, ist die Liebe Gottesdienst. 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: du sollst leben! heitert sei nen Thränenblick. Ach, du bluteteft am Kreuze, trugeft Schmach im Allgemeinen. Schmach und Angst und Sanftmuth, Freundlichkeit Noth; ftarbst für ihn, das mit dein Tod ihn zunt from= men Leben reize! Folgt er dir, o welche Huld! aus getilgt ist seine Schuld. 6. Dank sei dir von allen Frommen, Breis und Dank fei dir geweiht! Ja, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durchs Erdenleben, athmet hier schon Himmelsluft; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die Kron ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr, ihm deines Lichtes Strahl! Mel. Auf, Christenmensch! 327 Mirnach, spricht Christus, un fer Held, folgt meinem Vorbild, Christen! Verläugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüften; gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach! 2. Ja, Herr, dein Vors bild leuchtet mir zu einem heilgen Leben! Wem sollt ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, zeigst mir, wie ich ihn wandeln sol. 241 und reger Mitleidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig hülf und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen; es lebret mich, mein Herz der Lift und Heuchelei entziehen. D wohl mir, wenn mit from mem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpfe test selbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt ich denn noch zaghaft sein und michdir nachzufolgen scheun? 6. Wer hier jein Glück zu finden meint, wirds ohne dich verlieren; wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will wohlgemuth, getroft und gern der Tugend Kampf bestehen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron bes ewgen Lebens nicht davon. 3. Dein Herz voll Gottreebenheit war auch voll 328& preife fot Mel. Es wolle Gott uns B Jesum Chrift £ 242 Gesinnung und Leben des Christen Christ als seinen Heiland kennet, wer seiner Kirche Mitglied ist und seinen Herrn ihn nennet! Sein höchstes Ziel hienieden sei, daß er nach seiner Lehre, entfernt von aller Heuchelei, aufrichtig ihn verehre als echter Chriftusjünger! 2. Der echte Jünger Jesu hält stets fest an seinem Glauben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dieß Kleinod rauben. Denn dieser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum edeln Streben, vor seinem Schöpfer tugendhaft und findlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. 3. Der rechte Jünger Jesu lernt, von Gottes Geist getrieben und von des Lasters Pfad entfernt, stets herz: licher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit und rühmt es mit Entzücken: auch mich hat er geliebet! 5. Der echte Jünger Jeju liebt die Menschen edelmü thig; er iröstet, bessert, hilft und gibt, ist gegen Feinde aütig und liebreich eilt er Jedermann, der sein bedarf, entgegen. Er stiftet Gutes, wo er kann, und lebt der Welt zum Segen, wie Je sus ihm gebietet. 6. Der echte Jünger Jesu trägt getrost des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet seine Würde. Er bleibet selbst im herben Schmerz noch muthvoll und gedul dig; des Gottes tröstet fich sein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jesu wandelt. 7. Der echte Jünger Jesu siegt auch über Todesschrek ten; denn seinen Geist, der aufwärts fliegt, wird Grabesstaub nicht decken. Er Fennet den, der für ihn starb und ihm durch Todes. leiden des Himmels Selig feit erwarb; drum faucht er im Verscheiden: ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jesu, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdar im Glauben recht verehre. Nimm nach vollbrachtem Pilgerlauf zu jenen Selig feiten den Geist, der dich verz ehret, auf! Ihm Wohnung zu 4. Der echte Jünger Jesu weiht dem Heiligungsge schäfte die Tage seiner Le benszeit und alle seine Kräfte. Er glaubt und liebt. Wie sollt er nicht der Lüste Reiz verschmähen und unverrückt den Weg der Pflicht pie Jesus Christus gehen, um ähnlich ihm zu werden! im Allgemeinen. zu bereiten, bist du vorangegangen. 243 D hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! Mel. Auf, Chriftenmensch Vaters Mel. Schwing dich auf 329Denbild, ihm 330 Soft ich jest noch, da mir gleich an Menschenliebe, du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit gottgeweihtem Triebe! Er war dein Ziel, bein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm EinSinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ihn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als deine Güt erschienen, dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüften dieser Zeit wieder mich beflecken und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir meine Rub gefunden; Mittler, heiltest du doch mir liebreich meine Wunden. Und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen und mein Recht an deinen Tod wieder fahren lassen? Vater an. 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, folge deinen Lehren, lasse weder Macht, noch List meinen Glauben stören, Fielen Tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Beigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, trop dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wann 22 vor 3. Du suchtest Nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein Vollender seines Raths zu sein. 4. 3um Kreuze gingst du ruhig hin, uns Ruhe zu erwerben; bereit, mit gött lich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst bu zur tiefsten Schmach gefaßt und trugst der schwersten Leiden Laft. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tugend streben! Dir gleich ge. finnt sein sei mein Ruhm und Wonne, so zu leben! 244 Gesinnung und Leben des Christen vor Gott einst die Völker du vergabst mit edlém Herstehen und das Leben und zen deinen Feinden ihre der Tod ihm zur Seite Schuld; hörtest der Verlaß sehen: wann der Sichre nun nen Flehn, eiltest ihnen bei zu spät aus dem Schlaf zustehn; tanntest teine hös erwachet und der Spötter, hern Freuden, als die Lin der hier schmäht, glaubt drung ihrer Leiden. und nicht mehr lachet? 3. Ich auch will in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig sein; will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie soll mir des Elends Flehn unerhört vorübergehn: feft und innig will ich fireben, beinem Beispiel nachzus leben. 6. Dwie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde! da 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübfalnicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! 4. Du, den ich zum Vor bild wähle, hebest meine Seel empor. Wenn ich wante, wenn ich fehle, schwe be mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geist! Wann er sich dem Staub entreißt, dann, o dann werd ich im Sterben Freud und Wonn auf ewig er Mel. Freu dich sehr, o meine S. 331 Göttlicher, bich ben. zu erheben und mit froher Zuversicht deiner Tugend nachzustre- mel. Meinen Jesum laß ich nicht hen, ist dein Ruf und meine 332 Sanft, Chrif Pflicht! ein laß ich dir, sprichst du, komm und folge mir Dwelch Beispiel sonder Gleichen! Streb, o Geift, es zu erreichen. ist Jesu Joch; und was kann bei ihm uns fehlen? Dwie selig find wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn und Herrlichkeit war tet unser nach der Zeit! 2. Freue deines Glau bens bich, deines Gottes fet 2. Armuth, Haß, Verfolgung, Schmerzen trugst du still und mit Geduld; im Allgemeinen. 245 seines Sohnes! Deine See- te nie, fleh um Rettung lerühme sich ihrer Hoffnung, auch für sie! seines Lohnes, voller Muth und unverstellt, freudig vor der ganzen Welt! 8. Sei getreu bis in den Tod; denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens. Und auf einen turzen Streit trönt dich seine Herrlichkeit. 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwerden, dennoch sei ihm treu; denn dir sollen ewge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dies ses Lebens Augenblick! 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, por den Spöttern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Wiß vergöttern! Was vermag der Lästrer Spott wider Jesum, wider Gott! 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und det nen Glauben! Gottes Beifall, Gottes Reich kann doch teine Macht dir rauben. Halte dich an den nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat doch dein Herr für dein ewig Heil gestritten! Jene Schaar der Märtyrer, was hat die für ihn gelitten! Schmach und Marter, selbst den Tod litten sie getrost für Gott. 7. Und der Spötter Wiß und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Christ, nein, wans Mel. Auf, Chriftenmensch! 333 Welch hohes Beiz spiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du befratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 2. Dein Herz, von Sünde nie entweiht, war rein wie deine Lehre, dein ganzer Wandel Heiligkeit, dein Endzwed Gottes Ehre, hier Leitung zur Vollkommen. heit und dort der Menschen Seligkeit. 3. Drum führtest du zur Tugend an und, standhaft ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben, und ob du litteft ohne Schuld, ertrugst du Alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu sein, zu wehren jedem Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreun war deine Sorg und Freude; 23 und 246 Gesinnung und Leben des Christen und jede Thräne, jeder und Pflicht ist, schnell zu Schmerz drang in dein thun, spricht nicht( so spre liebevolles Herz. chen nur die Trägen): noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er säet früh und nüßt die Zeit zur Aussaat für die Ewigkeit. 3, Erfüllet von der Tugend Sorgen denkt er und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort ver borgen ein gutes Werk vollenden kann, und nüßet je den Augenblick für Tugend und für Brüderglück. 4. Jhn schrecken feine Hin dernisse, durch edle Thaten stärkt er sich, und seine hei ligen Entschlüsse sind feſt und unerschütterlich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Borsaß doch zur That. 5. Du trugst mit Sanft, muth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde: mit Sündern hattest du Geduld und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Dieß große Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, daß ich gesinnet sei gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und sieh auf mich! 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei und nicht mich nur den deinen nenne, da mit ich, deinem Vorbild treu, auch Andern gutes Beispiel sei! 5. Er widerseßt mit fe stem Muthe dem Unrecht sich, gestärkt durch Gott. Träf ihn im Kampfe für das Gute der Welt Vers folgung oder Spott, fo bleibt ihm doch der Preis Mel. Wer nur den lieben Gott 334 Beglückt, beglückt im Streit. Er kämpft, weil wer auf es den mit allen seinen Kräften strebt, an edeln Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts dringt und nie vergißt, daß seine Seel unsterblich ist. die Pflicht gebeut. 6. So laß auch uns als Christen handeln, aus reis ner Achtung für die Pflicht laßt uns die Bahn der Tus gend wandeln; da strahlet immer helles Licht, und unser Loos in Ewigkeit ist reiner Tugend Seligfeit! 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut Mel. im Allgemeinen. 247 Mel. Auf, Christenmensch! 6. Nie soll des Zweifels 335 Bald oder spät Dunkelheit mir diesen hohen des Todes Raub wall ich noch hier auf Erden; doch nur mein Leib wird wieder Staub; ich soll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. Glauben, dieß Borgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth, und was versüßt mir einst den Tod? 2. Mit Ernst und Eifer soll der Christ nach seinem Heile ringen; gern lassen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwingen; ge= trost den Pfad der Trübsal gehn und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen bin ich den Schranken, noch nicht am Biele; doch mein Fuß beginnet oft zu manten. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Bilgerschaft. 4. Solang ich noch ein Frembling hier in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutit, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu baun und dir, Alliebender, zu traun! 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jesu, michs ererben; du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, bir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sei! Mel. O Gott, du frommer Gott 336 Du sagst: ich bin ein Christ! Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben! Wo ist ein höhrer Ruhm? Welch Glück kann größer sein, als Gottes Wege gehn und seiner Huld sich freun? 2. Du sagst: ich bin ein Christ! Der ists, der Christum kennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was ihm sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: ich bin ein Chrift! Mit Ernst das Böse hassen, den Lüften widerstehn, gewohnte Sünden lassen, R4 dieß 248 Gesinnung und Leben des Christen dieß ist des Herrn Befehl; dieß seiner Lehre Sinn: kein todter Glaube führt zum ewgen Frieden hin. 4. Du sagst: ich bin ein Chrift, getauft zu Gottes Erben, sein Kind und Freund zu sein und selig einst zu ster= ben! Du bists, doch prüfe dich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christenpflicht, den Bund mit deinem Herrn? 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du hast, als Gottes Kind, Gehorsam ihm versprochen. Hast du mit Treue denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Chrift! Betrachte, les und höre, vom Irrthum unverführt, des Heilands reine Lehre! Wohl dir! Dochthust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur selig ist, wers thut, nicht, wers blos liest und hört! 7. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Gott mich zu verbinden, nehm ich oft Jesu Mahl, mich reuen meine Sünden. Doch eiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Gebrauch? 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt sind in reiner Kindesliebe, wenn du, wie Christus war, ein Freund der Menschen bist, gerecht und wahr und mild, dann jag: ich bin ein Christ! 9. Wenn, Gutes auszus streun, die Unschuld zu bes schüßen und selbst dem Feind, so viel du immer kannft, zu nügen, ohn Ei gennuß und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt, dann sag: ich bin ein Chrift! 10. Denn wenn noch leidenschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wollust, Ei telkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut, so kennest du noch nicht die wahre Heilig feit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Christ! bevor dir Herz und Leben von diesem Ruh me erst ein sichres Zeugniß geben. Der Nam ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein das, was er heißen will, in seinem Wandel sein. 12. Ach, Gott, gib mir doch kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu sein und nicht blos so zu heißen! Denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. Mel. im Allgemeinen. Mel. Wer nur den lieben Gott 337 ott, bir gefällt tein gottlos Wesen; wer böj' ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich pom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält! 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit innider Beschämung sehn; durch vor dir Gnade finden und standhaft deine Wegegehn! Ich will forthin die Sünde scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. Du kennst und lenkest die Gedanken. Gib meinem Vorsay Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanfen, so hilf der Unentschlos fenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm dei nen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben fei; so sieg ich über Fleisch und Welt und thue, was bir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Bater, dann verwirf mich nicht! Berbirg nicht der bebrängten Seele, wenn sie bich sucht, dein Angesicht und mache in Bekümmerniß mich 249 deiner Gnad und Huld gewiß! 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff ein ge= trostes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden, so halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrach ter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. Freu dich sehr, o meine 338 Gott, ich willmich fen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Herzens Tiefen; ach, entdecke sie auch mir! Laß mich se hen, ob ich treu dir in meinem Wandel sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Gözen dieser Welt; aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gefeß der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll uns drin gen, gute Werke zu vollbringen. 25 4. Wie 250 Gesinnung und Leben des Christen 4. Wie ein leichter Nebel Stärke, ganz der Tugend schwinden meine Tugenden mich zu weihn! Ich bin, vor dir; denn noch trennen Gott, dein Eigenthum, dieß Lieblingssündenmich Auhei sei mir der höchste Ruhm. ligster, von dir! Deine Liebe Was ist mir das Lob der trieb mich nicht zur Erfül- Erde, wenn ich deiner wür lung meiner Pflicht, ich ver- dig werde! gaß an dich zu denken, lies von Eigennuß mich lenken. 5. Mel. O Gott, du frommer Gott err, mein nem Rechte nur, daß meine 339 Her böre bla Folgsamkeit mir bei Menschen Ehre brächte und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm lies ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. 6. Ach, wie könnt ich dich vergessen, wie so undanfbar dir sein, deine Liebe nicht ermessen, deines Betfalls nicht mich freun! Meinen Lohn hab ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn; aber ihn sollt ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenk ihn zu dem Einen hin: dich zu lieben und vor Allen dir, o Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werte Früchte deiner Liebe sein; gib mir täglich neue es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht: verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in gus ten Werken sein; dir sollt ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn! 3. Dieß will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh der Tugend Glück, ich wünsche, gut zu sein, und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieb es mit Erbarmen und reiche deine Hand voll Baterhuld mir Ärmen! Gib meinem Geiste Licht, gib meinem Vorjah Kraft, so kämpf ich glüd. licher im Allgemeinen. 251 licher mit Welt und Lei- wann du ewig Lohnst für denschaft. jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir ge= heiligt hat. 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sünd uns elend macht, daß wahres Wohlergehen und innrer Friede nur aus reis daß du nem Herzen fließt, mit deiner Huld der Freuden Quelle bist. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich mit Muth und hilf dem Schwachen fiegen. Mein Auge laß als lein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folgsam sein und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Bilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könn te leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Verführung Gift, des Leichtfinns frecher Spott dem Geist gefährlich wird, dann steh mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich bis an mein Ende die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu und Bein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen sein! 9. So werd ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen; einft, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen und Mel. Herr, ich habe mißgehanbelt 340 Heruß ich rinerr, gen, eh ich auf der steilen Bahn deines Rechts zum Himmel dringen und vom Kampfe ruhen kann? Werd ich meinen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Lust der Erde, oder frecher Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du, mich zu unterstüßen, eilen, wirst du dann mich schüßen? 3. Ach, ich zittre, Gott! wie lange soll ich kämpfen! Dieser Streit meiner Schwachheit macht mir ban ge bei so viel Gefährlichfeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich getrost und treu, daß ich standhaft deine Wege wandeln und nicht straucheln möge! 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß sie mich nicht 26 252 nicht ungetreu mach und spottend triumphire, daß ich auch gefallen sei; daß sie sich nicht ihrer Siege rühme, weil ich unterliege! 6. Der du Kraft und Muth gewährest, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du hö: reft, und ich freue mich darauf. Rühmen will ichs und dir singen, daß du Stärke gibst zum Ringen. Gesinnung und Leben des Christen Mel. Herzliebster Jesu! 341 ch habe, Gott, vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. ob ichs redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, deinen Willen froh zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet und meinen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich fallen? 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hören, dich thätig ehren. 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten. Ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Berachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen, ge recht wirst du einst richten und belohnen mit Herr lichkeit und Ehre deine Kin der, mit Schmach die Sün der. 7. Vollend ich meines Le zum treu bens Prüfungsstunden und erfunden, wie schön verwans deln sich dann meine Leiden in ewge Freuden! Mel. Wann mein Stündlein 342 ch Gott ist mein Freund! In dieser hohen Würde steh ich nnd fürchte keinen Feind, trag muthig meine Bürde. Heil mir! In meines Gottes Kraft beherrsch ich jede Leidens schaft im Dulden, wie im Handeln. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; start, fest ist er gegründet! Er stüzt voll hoher Zuversicht auf Jesum sich und findet bei ihmkraft, Ruhe, Rath und Heil und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat er worben. 3. Mich im Allgemeinen. 3. Mich soll daher nicht Eitelkeit, nicht Bitterfeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jesu glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Muth im Leben und im Sterben. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen will belohnen! Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken! 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiben. Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von allem Erdenleid, in seines Himmels Herrlichkeit ich ewig mit ihm lebe. 253 Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennußes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun tein sterblich Auge sieht, dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Weite fehlt; wenn ich den edeln Zweck betrachte, zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er, dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. Mel. Ach, sieh ihn dulden 343 Dir immer ähnlicher zu werden, du hohes Ürbild der Voulommenheit, das set mein Ziel schon hier auf Erden, das bleib mein Biel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist entgegenstrebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm er hebt. 2. Wenn ich aus reiner 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute liebe, wie sinnenreiz zend auch das Laster lacht, und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt, dann gleich ich dem, der rein und heilig ist. 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu; wenn ich, zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler strafe, selbst das Unrecht scheu, dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. 6. Wenn ich durch Täus schung nie betrüge, die Wahr 27 heit 254 Gesinnung und Leben des Christen heit ehre, Feind der Falsch heit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge, und brächt es mir auch einer Welt Gewinn, dann gleich ich dem, der es aufrichtig meint und stets es ist, dem großen Wahrheitsfreund. 7. Wenn ich mich Leidender erbarme mit brüder= lichem liebevollem Sinn, nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich sein Erretter bin, dann gleich ich dem, der ewig gütig ist und keines Menschen, teines Wurms vergißt. 8. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden, mein Ziel, zu wel chem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm er hebt. Mel. Freu bich sehr, o meine 344 Rommt und laßt uns Christi Lehren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, hören, wen er selig preist! Die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, ben Erlöser frei bekennen, dürfen sich die Seinen nen nen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst voll Stolz erhebet, wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun und das Himmelreich ist sein. Gott wird Heil und ewges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer seine Sünde demüthsvoll vor Gott bereut und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut! Gott will ihm die Schuld verzeihn und zum Guten Kraft vers leihn; froh im Geist schon hier auf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanft muth übet, niemals seinem Feinde flucht, gern Belei digern vergiebet, nie fich selbst zu rächen sucht, ruhig seine Pflicht vollbringt und sein eignes Herz bezwingt! Gott wird über ihn stets wachen und ihn reich an Segen machen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und ges recht zu sein; welche fest am Guten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr bes gehrt, als was ihre Tugend mehrt! Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit höhrer Kraft erfüllen. barmen Keinem ihre Hülf 6. Selig sind, die voll Er entziehn, im Allgemeinen. entziehn; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblick fliehn; gern behülflich sind mit Rath und nach Kräften mit der That! Diese werden Hülf empfangen und Barmher: zigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie entweihn; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun! Die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft widerstehen, werden Gottes Antlig fehen. 255 Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Geistes Stärke stets befleiße guter Werke. 8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet und, wenn Feind schaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Bein! Ihrer wartet Heil und Segen, wenn sie hier den Kampf nicht scheun! Gott steht ihnen mächtig bei und wird sie für ihre Treu einst mit Bonn und Siegestronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Tugend sichrer Bahn, wo ich dieser In eigner Melodie. 345 Laß mich, o Herr, in allen gen auf deinen Willen sehn und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vollbringen und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke und laß ihn in der Liebe thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, solang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt. Gib Furcht und Demuth, wenn du mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trübsal schickst! 4. Ach, hilf mir beten, was Gesinnung und Leben 256 wachen, ringen, so will ich dir, wenn ich den Lauf voll bracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles haft so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und unentweiht dein Lob verkün digen in Ewigkeit. Mel. Wer nur ben lieben Gott 346 Mein Gott, ach tennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß Tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sei; laß mich dir sterben und dir leben und mach in mir, Herr, Alles neu! Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert wers gib mir meines Heilands Sinn! Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach und stets den schmalen Steg erwähle, ja, des Christen Ehre Ehre such such in Chrifti Schmach. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich hefte und mir die Welt ge freuzigt sei. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glaube, Hoffnung, Liebe beständig fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchels schein. Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich be ruhigt und erfreut. Wann ich mit Gott vereinigt wer de, schmeckt ih des Him mels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Chri stenthum! Mel. O Gott, du frommer Gott Hauch 347 Mein Schöpfer mich todten Staub beseelte, Sinn und Vernunft mir gab, in Chrifto mich erwähl. te, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer, preist. 2. Laß, da du heilig bist, mich mich alle Lüfte fliehen und mich nur um den Schap, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir und Hoffnung zu dem Sieg; er tommt allein von dir. im Allgemeinen. 3. Laß mich, ich bin ein Chrift, nach Christi Lehre wandeln; mein ganzer Gottesdienst jei Glaub und rich tig Handeln; die Luft an dem Geseß ist mehr, als Lust der Welt, die nur der Freoler liebt, der Thor für Freude hält. 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; gib, daß ich auch, wie mich, den Bruder und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden sein! 5. Dein Himmel sei mein Glück das Irdische vergehet; weh jedem, dessenHerz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Erfenntniß ist! Er hat Zu friedenheit, wenn er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Lafter weg, die der Gesellschaft schaden. Wir sind ja, was wir sind, aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei und Stolz und Bruderneid sind unsrer Tage Pest, und turz ist unsre Zeit. 1 257 7. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Schuß in allen Nöthen, früh such ich dich, des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vergesse ja mein Herz des Christen Pflichten nicht. 8. Bulegt erlöse mich von mir beschiednen Leiden, laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand burchs dunkleTo= desthal ins rechte Baterland. Mel. O Gott, du frommer Gott 348 Mein Bater und der du in diesem Leben zur Leuchte meinem Fuß dein heilig Wort gegeben, regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was, Gott, dein Wort mich heißt! 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte und kein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, ach te! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkatte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu und 258 Gesinnung und Leben des Christen und in der Hoffnung start und fest gegründet sei! 4. Gib, daß ich als ein Mel. Wer nur ten lieben Gott Christ mich Chriſto ähnlich 349 icht, daß its zeige und achtsam mein Gemüth zu seiner Liebe neige! Sein Geist regiere mich und nicht der Geist der Welt! So wandl ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. ergriffen hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wach samkeit verliert sich bald in Sicherheit. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein und frei von Ungeduld in trüben Tagen sein! 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Luft er geben und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigteit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege lei ten, so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun und auch, wenn sie verzieht, dir doch getroft vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus diefer Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterben. den mit Trost und froher Hoffnung nicht! 2. Solang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Näch ster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Wert der Zeit. Die wilde Hike roher Jugend wird mit den Jahren Sitt samkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Mendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhm sucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur; dein Herz fühlt einen anz dern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eis genliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des im Allgemeinen. des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schräntsl dich ein, flichst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du dentft, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, wel chen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 259 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt und liebst die Einsamkeit; doch bist du, forderts Got tes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank: fliehts Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; bist du bescheiden, bist mäßig, übst du auch Geduld? Du dienest gern, wenn Andre leiden; vergibst du Feinben auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jept soust du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entge gen, regt denschaft. Wir werden im Geräusche schwach und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen Frengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Netgung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 12. Sei nicht vermessen! Wach und streite; denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind Die der Wohlfahrt an. Sicherheit droht dir den Fall, drum wache stets, wach überall! In eigener Melodie. Gott, du from Gaben, mer 350 Brunnquell aller ohne den Nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geist gesund, rein mein Gewissen sei! 2. Gib, daß mit Fleiß ich thu, was mir zu thun ges bühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ich bald es thu 260 thu zu der Zeit, da ich soll; und was ich also thu, Herr, daß gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann be stehen; laß tein unnützes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bits terteit! Gesinnung und Leben des Christen 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen, gib wahren Christenmuth, das Kreuz hilf selber tragen! Gib, daß ich meinen Feind mit überwind und sende Hülf und Rath, wenn sie mir nöthig sind! 5. Laß mich mit Jeder mann in Fried und Eintracht leben, soweit es christlich ist! Wilst du mir Etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dieß dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stols, noch sicher sei! 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar! 7. Laß mich auf Christi Tod getrost von hinnen scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; es ruhe sanft der Leib in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Almachts wort ins neue Leben ruft! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein und laß mich selig dort mit al len Frommen sein! Mel. Was mein Gott will wie 351 Oft flagt boit schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln und täglich seinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ists! die Tugend tostet Müh, sie ist der Sieg der Lüfte; doch richte selbst, was wäre fie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer La ster freun, trifft die fein Schmerz hienieden? Sie sind die Sclaven eigner Pein und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende im Allgemeinen. 261 übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft, drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft! Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich nicht erhörte. Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt es uns vergönnt, nach uns fers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ den Undant zu, den Frevel, dich zu fränken, den Menschenhaß, was würdest du von diesem Gotte den ten? 5. Gott will, wir sollen glücklich sein; drum gab er uns Gefeße. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie find des Lebens Schäße. Er redt in uns durch den Verstand und spricht durch das Gewissen, was wir, Beschöpfe seiner Hand, fliehn ober wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ifts, sie wählen. Gin Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Beruf auf Erden? Die Zugend. Was ihr Lohn, ihr Rubm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner nade finden und 9. Dich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geifter. Jbn zeigte dir und ihn betrat dein Gott und Herr und Meis ster. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschentindern. 10. Sei stark, sei männlich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird ueuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünft gen Welt, die werben ihn beleben. 11. Und endlich, Chrift, set unverzagt, wenn dirs nicht immer glücket, wenn dich 262 Gesinnung und Leben des Christen dich, so viel dein Herz auch wagt, ftets neue Schwachheit drücket! Gott sieht nicht auf die That allein; er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein! Dieß muß das Herz dir stil len. 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vortheil, den die Tugend bringt! Sei fromm! Sei fromm, wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingt! Mel. Wer nur ben lieben Gott die That mir ein? selbst, o Mensch, muß Lohn dir sein. 352 Wer fiets mit rei Frag nicht: was bringt nem Wohlgefallen der Tugend hohe Schönheit sieht und, frei von Stolz und Eigennuße, für alles wahre Gute glüht, werjedem Lafter sich entreißt, der sammelt Schäße für den Geist. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weisheit und Gerechtigkeit; denn wenn ihr das besigt, spricht Jesus, ist alles Andre euch bereit; ihr habt dann Friede, Seelenruh, und alles Andre fällt euch zu. 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie Mancher fand seit früher Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie man cher forgte für sein Herz und fühlte dennoch oft auch Schmerz. deiner Thätigkeit. Wer blos nach äußerm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, solang er lebt. 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glück, nicht macht und Schimmer beruht auf 6. Doch übst du redlich deine Pflichten, so sei ge trost und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tu gend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz, von Sünd undLastern rein, tann nicht auf immer elend sein. 7. Ja, leb und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Vergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, ins dem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewinn. 8. Im Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligteit. Hier sind oft beide nicht vereinet: nur droben ist Vollkommen heit. Da schwingt der Eble sich empor, der hier im Dunkeln sich verlor. 9. Drum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Mus ster treu, das Jesus gab; Nichts 263 zeit nur deinem Dienst, o Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller gu ten Gaben Quell! Šie leuchte mir in voller Klarheit und mache mein Erkenntniß hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sei! 6. O bilde, Vater, meine Seele, nach deinem Willen bilde sie, daß ich das Gute stets erwähle, das Böse immer ernstlich flieh! Um diese Gnade bitt ich dich; ich weiß es, du erhörest mich. im Allgemeinen. Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch in Tod und Grab! Mein höchster Wahlspruch sei allein: Wer christlich denkt, wird selig sein! In voriger Melodie. 353 Schön ist die Tu gend, mein Verlangen und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel auch oft begehrt. Ach könnt ichs, wie wird ich mich freun! Wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Mel. Ein Lämmlein geht Ewigkeit; denn sein Ver. 354 Was hilft es mir, stand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten Entschlüsse den Morgenträumen gleich dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott, gefällt, bald deinen Sclavendienst, Welt! 4. Ich Armer! Darum kommt kein Friede in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann werd ich fest im Guten sein? wann nicht mehr straucheln, alle sein, wenn ich nicht christlich lebe, wenn ich nicht fromm gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe, wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise und den, der mich erlöset hat, in Worten nur, nicht durch die That und gute Werke preise! 2. Was hilft der Glaub an Jesum Christ, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaf fen ist, und ich die Frucht verliere? wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ih rer Lust gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe und, fühl 264 Gesinnung und Leben des Christen fühlbar für der Sünde meinem ganzen Lebenslauf Reiz, Zorn, Hoffart, Flei die Schuld mir aufgudel scheslüste, Geiz und andre ken? Lafter übe? 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Chriftum kenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finster. niß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüßet mir der Wahrheit Licht; was hilft mir aller Unterricht, wenn ich nicht danach handle? 4. Und woher nehm ich Trost und Ruh, wann Leis den mich umgeben und meineSünden noch dazu mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der lezten Noth, wann sich der schauervolle Tod mir zeigt mit seinen Schrecken, und mein Gewissen wachet auf, von Erkenntniß Gottes. 5. Weh mir! Was hilft es mir einst dort, erwedt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn feine fromme gute That mein Leben hier bezeich net hat, den Glauben zu beweisen? Nur Glaub, durch echte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Seligkeit, kann wahrer Glaube heißen. Gesinnung und Leben des Christen in Hinsicht auf Gott. Mel. Lobfinget Gott! er 355 Dich kennen, Gott, ift Seligkeit, und sich zu dir erheben ist Wonne, die nicht Welt und Beit mir sonst vermag zu geben. Sie stärkt mein Herz, sich dir zu weihn, und läßt 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu sein, hilf, daß ich christlich lebe und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe! Gib Weisheit mir und Muth und Kraft, damit ich Welt und Leidenschaft im Glau ben überwinde und dann nach wohldurchlebter Zeit den Lohn in jener Ewigkeit für meinen Glauben finde! bas Glück, ein Mensch zu fein, mich inniger empfin den; lehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Heil zu gründen. 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herrs liche Natur in allen ihren 3weden Erkenntniß Gottes. Zwecken zeigt Ordnung und Zusammenhang; ja, aller deiner Werke Gang vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Heer zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Wonne. 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege und was mit mir dein Rathschluß ist, nachdenkend überlege, je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ewge Glück, ein künftig beßres Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird sich zu 4. O laß von deiner Herrlichkeit mich immer mehr entdecken, und wenn mein Geist sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er nur Wahrheit sucht und liebt; doch wenn er sich im Forschen übt, laß ihn bei Dunkelheiten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Täuschung leicht ihn' irreführt, die Pflicht des Glaubens leiten! 5. Denn ganz kann meine Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft u viel, will sie das ihr gejepte Ziel aus Vorwig über 265 schreiten, so laß mich diesen Vorwiß scheun; du wirst mir einst mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen; dann wird mir Alles offen= bar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weis heit Wegen. Erhaben über Welt und Zeit eil ich dann der Vollkommenheit reinem Licht entgegen. und Mel. Wer nur den lieben Gott 356 Mein Gott, bu du zwar im Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt; doch gibst du uns zum Unterrichte bein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort, und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen sein! 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt; daß weder Lust, noch Wahn mir raube, was mir den M besten 266 Pflichten gegen Gott. besten Trost gewährt! Kein bist, Herr, dem ich angehö Spott der Welt verführe re, dich richtig zu erkennen mich; kein Zweifel sei mir ist mir ewig Pflicht und hinderlich! Ehre. Stets heiliger durch dich zu sein, mich deiner immer mehr zu freun, dich immer mehr zu lieben will ich mich täglich üben. 2. Ich kann ja, Ewider, schon hier durch eifriges Be streben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit mei nem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deiner Offenbarung Licht, und wie in deinen Werken du dich uns zeigest, merken! 4. Das ist der Weg zum ewgen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns hast gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 5. Vor allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir danach beständig Lieb, Ehrfurcht und Gehorsam weih! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtige Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nügt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum Hilf, daß ich der Wahrheit tren und daß mein Glaube thätig ſei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes sein! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort seh ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernähreft; wie Alles schön geordnet sich vereinigt, wie so väterlich du uns auf tausend Wegen entgegen kommst mit Segen. 4. Ich sehe dann und seh erfreut die täglichen Beweije von deiner Huld und Freund lichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mit die Finsterniß, die dich verz birgt, mir wirds gewiß, es seien deine Pfade stets Herrlichkeit und Gnade. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele mei nes Lebens dein Wort, das Gott, der du ewges Heil verspricht! Nie mein Schöpfer merk ich brauf vergebens. Ich Mel. Schon ist der Tag von Gott 357 D Erkenntniß Gottes. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser kennen. 6. So werd ich stets er: leuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und ges treuer. Ein größer Maas der Weisheit gibt dem, der die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Leiden und selbst im Tode Freuden. 7. Gewährt der Morgenröthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann, Vater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd ich, was wir hier dunkel nennen, im höhern Licht erfennen. 267 du bist der Wesen Fülle und weise, heilig ist dein Wille. 2. Dich kennen sei die erste meiner Sorgen. Bist du gleich unerforschlich und verborgen, so können wir doch überall dich finden und deinenRath mit uns ergründen. 8. D laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und beinen Sohn schon hier stets beffer zu erkennen, daß ich on Wahn und Irrthum frei dir immer mehr ge= horsam sei und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe! 3. Mit lauter Stimme lehs ren deine Worte uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh erzählt von dir, von dir die Ferne; die Pracht der Blumen, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unfrer Seele uns zu: das Böse flieh, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu er. heben dein Sohn zum Führer uns gegeben? 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren und auch den Weg, den wir betreten follen, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. Zu diesem großen heiligen Geschäfte erheb und stärke meiner Seele Kräfte: gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre. In eigener Melodie. 7. Gib, daß ich demuths358 Was ist im Him voll aus meinem Staube mel, Höchster, was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß, zu dir hinauf schau, freudig an dich glaube, mit Eifer mich durch Trug und zweifel ringe und M 2 immer Pflichten gegen Gott. 268 immer näher zu dir dringe! 8. So werd ich immer beffer dich erkennen und immer findlicher dich Va ter nennen, bir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, o großer Gott, und ganz dir leben. Ehrfurcht vor Gott Mel. O großer Gott, dn 359 Wie groß bist bu, o Gott! Wie groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer bir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. 2. Du hast durch deine Kraft die Himmel ausgestreckt, der Erde Grund gelegt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt sie in des Meeres Schlund. Wer kann, wer kann entflie: 360 Vor bir, Piblich Mel. Wer nur den lieben Gott o Gott um dir sich zu hen? fich scheuen, ist unsre allergrößte 3. Wir alle sind durch Pflicht. Kein Mensch kann dich, sind Werke deiner deiner Huld sich freuen, Hand: Leib, Seele, Hab scheut er dein heilig Auge und Gut hast du uns zu- nicht. Drum wirk in mir gewandt. Du lehrst das burch deinen Geist die Chr menschliche Geschlecht, Herr, furcht, die dich findlich preift. durch Vernunft und Schrift 2. In Allem, was ich thu dein Recht, willst, daß wir und denke, laß, Herr, bas meine deinen Willen mit Kindes: treu erfüllen. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; belebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich als dein Unter than auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, gefällig dir zu leben! 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig sein; lab auch im Dunkeln mich dein helles Auge scheun. Gr innre mich an meine Pflicht, an deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn übers winde! 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie fnechtisch sei: befreie mein Gemüth von Zwang und Heuchelei, daß ich, was dein Geseh gebeut, erfülle stets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe mich im Gehorsam übe. Ehrfurcht vor Gott. meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgs falt lente, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 269 will ich wandeln und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heilgen Willen handeln, entfernt von aller Heuchelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth! 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben so schreckt das dunkle Grab mich nicht; ich werde deinen Himmel erben, dich schauen in vollkommnerm Licht. Wie werd ich dann mich deiner freun, wie selig, Gott, wie selig sein! 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beistand einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen und wirke fteten Ernst in mir, mein In eigener Melodie. Leben deinem Dienst zu 361 Wat bet du der weihen, ich Gnade nicht verlier, die mich bei mancher Missethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Bittern mich schaffen meine Seligteit! Soll Nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in ber Gnadenzeit mit Borsicht alles Unrecht fliehn, mich nur um deine Gunst bemühn! Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Vermessenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäur M 3 6. Erhalt im mir ein gut Gewissen, das weder Spott, noch Trübsal scheu, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei! Nie flöre Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur Pflichten gegen Gott. 270 säumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was un recht ist, auch dann zu scheun. Denk nur, vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten öffent. lich verehren sowohl, als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören und willig thun, was sie gebeut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich der Thor Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernst, die Furcht des Herrn, die wird dich stärken, daß du dich edel schäßen lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen gibt Heldenmuth und Freudigfeit, wenn uns der Men schen stolzes Dräuen, was unrecht ist, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! Laß sie mich hier zur Weise heit führen, so werd ich nie mals irre gehn! Wohl dem, der stets dich findlich scheut! Dich fürchten, Gotf, ist Se ligteit. Liebe zu Gott. 362 An dich, wen Mel. Von Gott will ich nicht mein Gott, geden ten ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg und Gram mich fränken, so sieht mein Aug auf dich, dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sor gen wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Lie be, wie werd ich hoch er freut! Mit dankbar frohem Triebe fühl ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weihn, dich glaubig su erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Mit fröhlichem Ge müthe dent ich an deine Treu; denn, Bater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich so gibst du Muth und Stärke mir auch zum schwersten Werke, es wird mir leicht durch dich. 4. Du Liebe zu Gott. 271 4. Du gabst mir aus Er- lich Gutes zu? Daß ich barmen den Sohn, der für ward, das war dein Wille; mich starb und liebevoll mir daß ich noch bin, das schaffit Armen die Seligkeit erwarb. du. Daß ich denke, daß ich Mit ihm ist Alles mein; wähle, dankt dir, Vater, du minst mirs gnädig schen- meine Seele, dankt dir, daß ten, willst liebreich an mich sie dich erkennt, dich durch denken und stets mein Va- Jesum Vater nennt. ter sein. 3. Heil und unvergänglich) Leben thatst du, Gott, durch ihn mir fund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er in dem bängsten Streite selbst mit seinem Blute weihte; und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 5. Wie gut ists, dein gedenten! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenten, wie schlecht ist ihr Gewinn! Jch halte fest an Gott, das bringt mir wahre Freude, das stärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, solang ich denken kann. Man mag ins Grab mich senken, mein Geist steigt himmelan! Vergesse mich die Welt, du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedächtniß hält. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebi? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig sein der Seligkeit? Mel. Alle Menschen müssen sterben 5. Heil mir, daß ich es empfinde, welcher Liebe 363 Gott der Liebe, werth bu bist, das nur meiwie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werte, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! ner würdig finde, was dir wohlgefällig ist! Einst, Herr, werd ich deinen Willen ganz erkennen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freun und in dir ganz selig sein. 2. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht stündMel. Wer nur ten lieben Gott 364 Du Bater beiner Menschenkin der, der du die Liebe selber M 4 bist 272 bist und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich mit allen Kräften sein! Pflichten gegen 2. Gib, daß ich als ein Rind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst! Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! Gott. 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dan weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. 3. Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn Sinnenlust zu sehr mich rührt! Wie sollt ich je die Creatur bir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf mei ne Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt! Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich beflissen sein! 7. In deiner Liebe laß mich sterben, dann wird selbstSterben mein Gewinn; dann werd ich deinen Him mel erben, wo ich dir, Va ter, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein und liebend wird sie selig sein. In eigener Melodie. 365 Wenn zur s Er füllung deis ner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht und wisse, daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigen sinn und Stolz dir nur das Gute rathen, so thue noch so große Thaten: du haft vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden, bes glückest du die Menschen nur, um vor der Welt ge ehrt zu werden; erfüllt zu Liebe nicht dein Herz, 10 bist du bei den größten Ga. ben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. Liebe zu Gott. 273 3. Erbaue Kirchen; brich was Gott von uns vers dein Brod, das Volt der langt. Und wenn wir nicht Armen zu verpflegen, ent- dieß Herz besißen, so wird reiß die Wittwen ihrer Noth ein Leben uns nichts nüßen, und sei der Waisen Schuß das mit den größten Thaund Segen; gib alle deine ten prangt. Habe hin; vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen; beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten, so schüß und rette ganze Staaten: Gott achtet deiner Werte nicht. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Seh nicht auf deine Werk allein, seh auf den Quell, aus dem sie ka men. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 5. Läg ihm an unsern Werken nur, so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner Almacht zwingen. Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, sern von des Stolzes eitelm Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe, dieß ists, 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir, so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Neid und Tücke, ist sittsam, ist nie stolz im Glücke, langmüthig und erbarmungsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht bloß ihre Ruh, sie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen und folgt bir in die Ewigkeit. M 5 274 Pflichten gegen Gott. was sie mir gebeut! J soll nicht Hörer nur allein, ich soll zugleich auch Thäter sein. ligen Befeh 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf unerlaubten Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ists, daß fie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein und die wird groß und schrecklich sein. Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott 366 Gott, deinen hei len will ich, dein Kind, gehorsam sein, sie nur zu meiner Richtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist gerecht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich dir folgsam als dein Kind thu, was du willst aus Lieb und Dank und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, Bas ter, gehorchen lerne, wie Jesus, dir gehorsam war! Er wars auch unter Schmach und Noth, er wars selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Gesege mir immer gegenwärtig sein; laß mich, daß ich sie nie verlege, dich, den Allwissenden, stets scheun! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Laft, die du uns auferleget hast. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, 7. Wenn ich mich im Ge horsam übe und deinen Wil len treulich thu, so bleib ich, Gott, in deiner Liebe und hab in des Gewissens Ruh den Himmel hier schon in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit. Mel. Was mein Gott will 367 Sei Gott gere halt seinen Bund, bekenn ihn durch dein Leben. Dein Glaube ruht auf festem Grund, drum bleib ihm stets ergeben. Denk, wie er dich ver pflichtet sich durch seine Huld und Gnade; sei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade! 2. Sei Gott getreu! Du mußt als Kind ihn auch im Leiden ehren, dein Ba ter waltet ja gelind und bildet dich zum Höbern. Ein edler Muth macht still und gut, der wird durch Gott dir Freude in Gott. dir werden, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden; denn seine Treu ist täglich neu, sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir ge nügen! 4. Sei Gott getreu in jedem Stand, in welchen er dich sezet: dann schüßt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verleßet? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewis. sen; dir wird, was dir bez gegnet hier, zum Besten die nen müssen. 5. Sei Gott getreu, sein theures Wort freimüthig zu bekennen, vor Jedermann, an gr jedem Ort dich seinen Freund zu nennen! diese Welt nur in sich hält, muß Alles einst vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. 275 nur ernstlich sei, um künftig zu bestehen! 6. Sei Gott getreu in jedem Streit dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Berleße nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen, daß dann die Reu 7. Sei Gott getreu bis in den Tod; laß Nichts von ihm dich wenden! Er kann, er will in jeder Noth dir seinen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken! Es ist dir ja dein Netter nah: sein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst du's auch erfahren, daß er dein lieber Vater sei, und nach vollbrachten Jahren der Sterb= lichkeit kommt dort die Beit, wo Gott einst seine Treuen durch seinen Sohn mit höhern Lohn auf ewig wird erfreuen. Freude in Gott. Mel. Sowing dich auf 368 Deines Bottes et freue dich, dank ihm, meine Seele. Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren dräuen? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, wel cher mir, was mir nüßt, gewähret, der mich durch fein M 6 276 sein göttlich Wort hier zum Guten lenket und mit Him melswonne dort meine Sees le tränket. Pflichten gegen Gott. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, tindlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken; meine Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein, so jauch; ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth. Du gabst mir mein Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und er freut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bes sernLebens, himmlischeVollkommenheit such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mitte ler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod, er wird sie nicht stören. Willig werd ich mein Gebein der Verwe sung geben; Sterben macht mich frei von Pein, führt zum neuen Leben. 9. Gib mir nur, solang ich hier in der Fremde wal le, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freu bigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil zu dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 10. Laß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Mel. Jesus, meine Zuversicht deine 369 Habem Herrn! Bei dem Herrn ist Freud und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch was dir dienet geben. Seine Liebe Freude in Gott. Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret. Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen tann. 277 bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt, nie wirst du mein vergessen. Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an seinem Heil, dieß tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs beste mit mir meint; wo find ich deines Gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten haft, wird dir ewge Freude 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Land der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. was werden; und im 6. Du bist mein allerHimmel hast du dann, höchstes Gut, drauf mein dein Herz nur wünschen wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. tann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn burchs Wort erkennet; Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet; Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Höch sten hat, hat auch Lust an seinem Willen, fuchet ihn durch Wort und That un verdrossen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. In eigner Melodie. 370 3h freue mich dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, 7. Du wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Selbst was mich fränkt, M 7 das Pflichten gegen Gott. 278 das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 8. Du läßt mirs ewig wohlergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewig. lich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hats kein menschlich Dhr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Niemand rauben. Vertrauen auf Gott. el. Was Gott thut, bas ift 371 Auf Gott und nicht auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen, 2. Erjah von aller Ewige teit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lezagt benszeit, mein Glück und Herz? Jst auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestöre tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei deffen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahr haft glücklich macht, läßt Gott es keinem feblen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Mel. Was mein Gott will 372 Vertrauen ist, ein findliches Vertrauen. Ersoll, wenns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen; und nie bist du dem Frommen fern, du kannst ihn nie verschmähen, du segneft und erretz teft Vertrauen auf Gott. test gern und hörest auf sein Flehen. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoff nung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unsrer Schuld dein Herz noch liebreich den tet, so wird doch deine Va terhuld von Weisheit nur gelenket. 3. Wie leicht, o Gott, fann deine Macht des Men schen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft zu sehen, nie wird sein kühner Wunsch gewährt; fündigt durch sein Flehen. er 279 Schmerz sich endlich doch verlassen. 4. Wer deiner Huld vers fichert ist, darf deinen Segen hoffen. Ihm steht, weil bu sein Vater bist, der Him mel wieder offen. Doch wer dich nicht als Vater liebt und auf der Bahn des Le bens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 6. Wie Mancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege. Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln noch entziehen. Der Thor! will er sie selbst nicht fliehen, sie dürfen ihn nicht fliehen. 7. Du, weiser Gott, ents fernst uns nicht von drohenden Gefahren, die ohne Nachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sollen mit Besonnenheit auch Rath und Warnung nüßen; denn nie wird deine Heiligfeit uns auch beim Leichts sinn schüßen. 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht; sie läßt mich ihn verlieren. nur kindlich soll ich dir vertraun, nie thöricht, nie ver messen, soll, um getroft auf dich zu schaun, nie meiner Pflicht vergessen. 5. Ja, wenn er auch mit In eigner Melodie. Sicherheit sich seiner An- 373BRe Wege und Al. du deis ne der dacht freuet und dabei, fern Don Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet, so mag fein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung fassen; er fühlt bei des Gewissens les, was dich kränkt, treuen Vaterpflege deß, der den Himmel lentt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, der wird 280 wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dir's soll wohlergebn; auf sein Wert mußt du schauen, wenn dein Wert soll bestehn. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Pein sich teine Wohlthat nehmen: sie muß erbeten sein. Pflichten gegen Gott. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut sei oder schade Geschöpfen deiner Hand; und was du ausersehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß geschehen, jobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen fehlt dirs, Allweis fer, nicht. Dein Thun ist fer, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück hast zugedacht, so kann dein Werk Nichts hins dern; du willst, so ists voll bracht! 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft widerstehn, o nähre feinen Zweifel: dein Glück wird doch bestehn. Was er sich vor genommen, was er vollenden will, aufs herrlichste wirds kommen zu dem bestimmten Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt, was dich auch immer quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit, dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. 7. Auf, auf! Gib deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus deis nem Herzen, was dich so traurig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sitt im Regimente und er führt Alles wohl. walten! Er ist ein weiser 8. Jhn, thn laß thun und Fürst und wird sich so vers halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinausges führet, das dich bekümmert hat. 9. Verzög der Troft auch lange, weil es dir heilsam ist, so werde dir nicht ban ge, daß deiner Gott vergißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn dus am mindsten gläubst, und all dein Unglück wenden, wenn du nur treu verbleibst. 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blick hin auf sei nen Lohn; steh fest im größ ten Leiden, das dir begegnen kann, bald bricht der Tag der Vertrauen auf Gott. der Freuden, des ewgen Friedens an. 11. Mach, Herr, ein fröhlich Ende mit aller unsrer Noth; stärk unser Herz und sende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 281 les Dichten weißt du, Herr, zu vernichten. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunders werke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk voll enden. 374 Der Mel. Was Gott thut, das ist er Herr ist meine ne Zuversicht, 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weimein bester Trost im Le- chet. Dein Heiland starb ben! Dem fehlt es nie an und er erwarb auf seines Heil und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist mein Gott; auf sein Gebot wird meine Seele stille. Wir gnügt des Vas Todes Hügel dir deines Glaubens Siegel. ters Wille. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Werwollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlass sen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf und Errettung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene sittern, ein Fels in Ungewittern. 3. Noch nie hat sich, wer bich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eit 282 blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. Pflichten gegen Gott. sehe und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm er flehe, weiß ich doch voll Zuversicht, daß sie mir nicht stets gebricht. 6. Dann, auch wenn, wie mir es scheint, selbst Viel. Jesus, meine Zuversicht 375 Wer auf seinen der Hoffnung Trost ver Gott vertraut, ängstigt sich durch keine Sor gen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott vers läßt die Seinen nicht: dieß ist meine Zuversicht. schwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich keiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib ich nur der Tugend treu, so steht er mir huldreich bei. 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorge: bracht, hat auch uns zu helfen Macht. 3. Jhm, ihm ist es immer leicht, unfre Wünsche zu wie unmöglich es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beistand fehlt. 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? wer so reich, wie er, an Segen? Niemand hilft wie er so gern auf des Lebens rauhen Wegen, er, der liebreich unser denkt und zum Glück die Trübfal lenkt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe Mel. Sollt ich meinen Gott 376 Selig, wer mit stillem Herzen dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummermuthigwehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 2. Ach, kein Schicksal meis nes Lebens, sorgt ich auch von Jugend auf, nimmt dann einen andern Lauf. Sorge quält und quält vergebens, meine Kräfte zehrt sie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh ich noch das Licht era Vertrauen erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Rummer drückte, eh noch meine Thräne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm ichGlück und Freuden aus des Höchften milder Hand; und ist Kreuz mir zuerkannt, o ſo faß ich Muth zu leiden. Gut ist Alles, was Gott will; willig duld ich, dulde still. auf Gott. 283 auf Gottes Wort seg ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir weiter; er hält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott verläßt mich nicht. 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen und mißlingt mir mein Bemühn, denk ich, was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlthat ists für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, mir verlieb, soll doch Andrer Wohlstand nie Neid in meiner Brust erregen! Fremden Glücks will ich mich freun, fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken, wenn ihr Haß mich drückt und kränkt, hält sie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken: der Dom Tode retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter, im Vertraun Mel. Herzlich lieb hab ich dich 377 Dir trau ich, und wante nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der leßte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wiederfindet. Von jeher hast du mich ge führt und meines Lebens Lauf regiert, mit segensvoller Vaterhand so manche Noth von mir gewandt. unendlicher, ich trau auf dich, du leitest mich. Ich tämpf und siege, Gott, durch dich. 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl ich kaum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu siegen; doch ewig, Vater, währt er nicht, wenn mir dein Betstand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt, bald hast du, Gott, mein Flehn erhört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsing ich hier Pflichten gegen Gott. 284 hier mit danterfüllter Seele dir. 3. Ach, alle Leiden die ser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn, bald steh auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Schaaren unddanke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmher: siger! feft, ohne Graun will ich dir traun; denn einst werd ich dein Antlig schaun. Mel. Wer nur den lieben Gott err, mache meis ne 378 Herte Seele pilte! Bei jedem Leiden, das mich fränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt, Du bists, der Alles ändern tann; und was du thust, ist wohlgethan. 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen zu höhes rer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Se gen für jeden, welcher dir sich weiht. Siehts gleich der blöde Geist nicht ein, wird doch der Ausgang herrlich sein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen! Haft du mir Prüfungen bestimmt, so steht dein Vaterherz dem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es im mer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen: ge nug für uns: du hafts er kannt! Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen kurz sichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hinderts gern! 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Vater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste, dann überwältigt mich duld ihn mit Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zus friedenheit; und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz statt aller Kla gen voll Dankes und voll Lobes sein. Der Herr hat für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir wohlgemacht! Vertrauen Mel. Auf side dich 379& herrscht ein Gott, der schüßt in Noth und hilft, wenn sie ihm traun, so gern den Seinen Drum sei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Ruh und Trost nach kurzem Weinen. 2. D murre nicht, wenn bir gebricht, was öfters lüstet den bethörten Sinnen! Dir nüßt der Schmerz, dein eitles Herz zu bessern und fürs Emge zu gewinnen. 3. Erkenn die Schuld und üb Geduld, wenn du um deine Sünden hier mußt leiden! Fleh ihn um Gnab, geb feinen Pfad getroft, nichts laß von seiner Lieb dich scheiden. 4. Dann führt er dich tets väterlich die sichern Wege, die dein Heil erzielen. Sein sie auch hier oft buntel dir, entzückt wirst du ihr End einst sehn und fühlen. 5. Drum gnüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau, fomm ich auf ihm zum wahren Baterlande! auf Gott. 285 Zuversicht und Troft und Freude geben. Des Lebens Müh versüßet sie und lässet uns hienieden im Laufe nicht ermüden. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Znfriedenheit und Sorgen beständig mit einander ab wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder sie verschwunden. 3. Wie würde da vollNengstlichkeit uns jeder Tag verfließen und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte und ruhig bleiben lehrte? 4. Du theilst das Alles aus, was hier den Sterblichen be gegnet. Im Glück und Unglückt werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht unser Wille soll geschehn, du wählest stets das Beste. Wenn Erd und Himmel untergebn, steht diese Wahrheit feste. daß wir sie durch Leichtsinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie vertenD Mel. Was Gott thut, das ist 380 Gott, bir ver nen möchten! traun ist meine Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen 6. Dann würde diese Uebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Wi 286 Pflichten gegen Gott. Widerwärtigkeit uns nie: mals muthlos finden. Dann sähen wir, voll Hoffnung hier, mit Palmen und mit Kronen den Ueberwindern lohnen. 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue und mit Gelassenheit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preis' auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande fichrer Freuden. 2. Sei auch in deinem Leiden ein Christ voll Muth und Kraft; einst kommen deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getrost die Ewigkeit; wer fann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? vergessen, so höre, was er spricht: Mel. Befiehl du deine Wege 381 Chrift, wann dich Trübsal kräntet, vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Mel. Wer nur den lieben Gott Erwach aus deinem Schlum. 382 Mei ein Hort ist mer, zu Gott erhebe dich; er siehet deinen Kummer, er liebt dich väterlich! Gott! Jhn laß ich walten; ich hoff auf ihn, er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erz halten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wante nicht. 2. Was quäl ich mich, bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung is? Nein, das ist meines Her zens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich; denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Set froh: dein Gott regieret, sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du über führet, daß er der beste war. Und denkest du vermessen, der Heer erbarmt sich nicht, der Herr hat mein 4. Jst auch der Mütter Eine, die ihres Kinds ver: gißt? Denk an dieß Wort und weine Gott Freuden thränen, Chrift! Und könnt sie es vergessen! will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ists, der es spricht! 5. Mit ruhigem Gemü the verlaß auf ihn dich fest: weil seine Vatertreue dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir begegnen kann, bricht einst der Tag der Freuden, des ewgen Friedens an? 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Gebuld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz, er hat ein väterliches Herz. Vertrauen auf Gott. 4. Gott ist die Lieb, wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Chrift? Was könnte mir mein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald ver streicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus feiner Fülle unendliche Bufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat! Mel. Kommt Her zu mir rfülle füle reblich deine Pflicht und hoffe dann mit Zuvers ficht: Gott sorgt mit Vaterliebe für deines Lebens wahres Glück! Zu ihm erhebe deinen Blick, wär auch bein Himmel trübe! 383 287 3. Oft führt die dornenvolle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater, thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 2. Die Wolken werden sich verziehn, im milden Sonnenscheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird zur Wohlthat dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Beruhigung zu finden, benuße selbst gewissenhaft Verstand und Zeit und jede Kraft, dein wahres Wohl zu grüns den! 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sei und meine Pflicht erfülle, zu dem Ent schlusse stärke mich, und dann vertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein Wille! In eigener Melodie. 384 Sollt ich meinem nicht trauen, der mich liebt so väterlich, der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Herrn nicht bauen, welcher unbewegt und fest seine Kinder nie verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth; er Beht bet mir bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb und Vatertreu wird mir jeden Morgen neu. 3. Der Pflichten gegen Gott. 288 3. Der die Vögel alle nähret, königlich die Blumen schmückt, jedes dürre Land erquickt, Speise jedem Wurm gewähret, follte der verlaffen mich? Nein, weit mehr, als sie, bin ich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit und sie über Alles achte, segnet Gott mir früh und spat Wort und Werke, Rath und That. 5. Heiter sei der andre Morgen, oder nicht, was tünftig ist, quält mich nicht: ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater sorgen, froh bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet unerschütterlich; er, der Höchste, sorgt für mich. Ewig wird er mirs beweisen; Seele, freue seiner dich! Ewig sorget Gott für mich! Mel. Wer nur den lieben Gott 385 Entschwinge dich, mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt. Wilft du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jest tennst du, was dir gut ist, nicht; einst strahlet dir ein höhres Licht. 2. In Finsternissen wankt Hienieden des Menschen uns gewisser Schritt; was Got tes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klärt sich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umfloffen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgeschossen; sie blüht der nahen Äerndte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut; bald reift sie für die Ewigkeit. 4. Drum heb empor die trüben Blicke, wenn sich in Nacht dein Weg verliert! Dich leitet Gott. Odent zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Licht dir selbst aus Nächten Dunkel um dich lag, das brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädi ger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zer störest, dich, Bater, bet ich kindlich an. Ich hoff auf dich mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmt, den ich auf Er den wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geh ihn hoher Ahnung voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. Mel. Vertrauen auf Gott. 289 Väterlich liebt er mich; ihm Mel. Fröhlich soll mein 386 Warum willst du will ich vertrauen. für more gen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Nur da zu, dir die Ruh ohne Noth zu nehmen. 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, bat bisher Alles mirgegeben, was mein Leben zu erhalten nöthig war? Immerdar laß ich, Gott, dich walten. 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dieß Leben, wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 7. Nüßen will ich Zeit und Kräfte, widmen sie spät und früh nüßlichem Geschäfte, immer gehn auf seinen Wegen. Wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht, es gebricht feinem Tag an Plagen. Heute teb ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon ere bleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur; ich befehle glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir halt ich stille; ich soll dein ewig sein: es gescheh dein Wille! 4. Was auf meiner Lebensreise mir noch fehlt, was mich quält, weiß er, 387 Was nich Mel. In allen meinen Thaten soll ängstlich metder Allweise. Sollt er ner je vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. tlagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlsein fehle; genug zum Trost, mein Herz für dich! 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? des Grafes Blume nicht mit Pracht seiner Macht, seiner Hand zum Ruhme? Kleidet er 2. Was nüßt es, ängstlich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entgegengehn? Du, Vater meiner Tage, kennst, eh ich dirs noch flage, mein Leid und eilft mir beizustehn. 6. Nur auf mich sollt er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein, mir soll vor Nichts mehr grauen. 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu verN trauen Pflichten gegen Gott. 290 trauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben und dich, mein Vater, lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen fleideft und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl Herrn und glaube nur! dem 5. Herr, alle meine Sor gen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den 388 Was, zagst det FMel. Was Gott thut, bas ift du? Treuen; den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen und sich nach Hülfe sehnen, so tlag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele, du hörst, du Hilfst, du segneft gern. Gott regiert die Welt, und Gott ist ja allmächtia. Den Arm, der dieses Welfall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon ers eilet bätten, so kann er doch noch retten. 7. Der du mir hier im Le ben schon größres Heil gegeben und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken und stets zum Beften lenten, was mich bekümmert, quält und kränkt. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohl wissend. Sein Auge sieht Die in dein Gemüth. Bitte, die du thatest, vers nahm er, eh du batest. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weijem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe, das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen Finsterniß, durch jede Nacht 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist der Allweise.Stetsbient der Weg, der ihm gefällt, zum Heildir, ihm zum Prei fe. Er führt gewiß durch der sehe un es nicht ganz verstehe, was du mit mir ge than, kann ich doch deß mich trösten: du nimmſt mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort bei der From men Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich dir mit Freuden nach überstandnen Leiden den Dank, der deiner Huld gebührt. Vertrauen auf Gott. der Leiden zum Lichte reiner Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig. Der From= me, der an ihn sich hält, ift feines Heils gewärtig. D glaub es gern: Gott ist nicht fern; er, wo auch Jeder walle, hält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elende bliebe. Auf, fasse Muth! Selbst Jesu Blut sagt dir bei je dem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist auch geduldig. 3war, wenn er vors Gericht uns stellt, find selbst die From men schuldig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. 7. Nun, Gott, da du die Welt regierst, wie dürft ich ängstlich zagen! Gin Leid, in welches du mich führst, soll nie mich nieder schlagen. Ich hoff auf dich, du läsfest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen. 291 wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier. Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen: wir wer dens überstehen! 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben und über alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt ver geht, der Geist besteht. D laß den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geist erkennt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wäldern, im Gefilde, im kleinsten Wurm, im Wintersturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbstes Segen. 4. Der Gott, durch welchen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere keines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was lebet, fpeift, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. O laßt den Höchsten walten! 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfals len und zerstäuben! So drohe Krankheit, Tod und Grab: des Schöpfers Huld Er leitet was zagen gut, wir haben Muth; es N 2 mag Mel. Was Gott thut, das ist 389 in Gott regiert! wird bleiben. 292 Pflichten gegen Gott. mag uns übel gehen: wir Freudenstunden, er weiß werdens überstehen! 6. Wir zagen nicht: du, Gott regierst, und wenn du Menschenberzen durch Leiden für das Gute rührst, so segnen wir die SchmerWir haben Muth; sind wir nur gut, so mags uns übel gehen; wir wer: dens überstehen! wohl, wann es nüßlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. zen. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seist und der dem Glück im Schooße fiße, den alle Welt für glücklich preist! Die Zu funft ändert oft sehr viel und sehet Jeglichem sein Biel. In eigener Melodie. 390 Wer er nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in alter Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchften, traut, der hat auf keinen Sand gebaut! 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein' Allwissens heit es fügt! Gott, der uns ihm hat auserwählt, Gebet. der weiß auch sehr wohl, Mel. O Gott, du frommer Gott was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten 391 Aaß mich nicht; Gott, ver reich 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann bald hoch erhöhn, bald stürzen fann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verz richt das Deine nur ge treu und trau des Him: mels reichem Gegen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott sept, den verläßt er nicht. Gebet. 293 reich mir die Gnadens ben, christlich leben und hände, daß ich die Bil- selig sterben mag, um dich grimschaft des Lebens wohl von Angesicht zu Angesicht vollende! Jrr ich im fin- zu schaun! Ach, Gott, verstern Thal, so sei du selbst laß mich nicht! mein Licht, mein Stab. mein Hort, mein Schuß! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht; lehr deinen Weg mich wallen, ach laß mich nimmermehr in Sünd und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuversicht; und wenn ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren und laß zu rechter Zeit mir Hülfe wider fahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr ich in der Noth, o so verlaß mich nicht mit deinem Trost, o Gott! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht gib Wollen und Vermögen; in allem meinem Thun begleite mich dein Segen. Die Werte meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht hilf, daß ich bir ergeben voll Lieb und Hoffnung sei, recht glauMel. Wer nur den lieben Gott 392 Dein Heil, o Chrift, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein kindlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst, er hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Flehen oft und gern. Er läss set, was dir nüßt, geschehen, ist dir zu helfen niemals fern; er thut, so du nur zu ihm flehst, mehr, als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden bedarf der eines Menschen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir ge= beut. 4. Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Jst des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu deten schämet, der schämt sich Gottes Freund zu sein N 3 und Pflichten gegen Gott. 294 und stößt das ihm bestimmte Glück feindselig gegen sich zurück. 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet gibt Muth, Gebet gibt Kraft zur Dämpfung jeder Lei denschaft. 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir kräftiger den Geist erhöhn? Was mehr in Leidens stunden stärken, als gläubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr erquicken kann. 7. Gott! laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Lust und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus reinem frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht, so höre mich von dei nem Thren durch Jesum Christum, deinen Sohn! In eigener Melodie. 393 Inein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Fle hen nicht, vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang! 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Jch bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir em pfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht vor dir, 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun, sie stets vor meinen Augen sein! Laß, meis nesGlaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig fein! 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das fei mein Glück, daß ich zu erst nach deinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflicht sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meis ner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen ch komme vor kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, fo viel, als dir gefällt, bet Wenigem Zufriedenheit, zur Arbeit Muth und Heiterteit. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mä Gebet. mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig sein und dürftge Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüz und dankbar set; doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrtmeint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel, so sei, Herr, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner gnädig an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! 295 Herz, Gott ist ein Geist. Wie kann es dir an Worten fehlen, wenn nur dein Herz dich beten heißt! Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich ertühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell vergißt, was er ihm schwur, der spottet seines Schöpfers 394 Kº Mel. Wer nur den lieben Gott Domm betend oft und mit Ver gnügen, o Christ, vor Gottes Angesicht. Nie müsse Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht. Dübe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 2. Bet oft in Einfalt rei ner Seelen; Gott sieht aufs nur. 4. Bet oft zu Gott und schmeckt in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist! Bet oft zu Gott und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt! Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft, er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat! Oft irrtest du; er trug Geduld; erkenn und preise seine Huld! 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe das Wunder der Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute uns von der Sünde Joch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu! N 4 7. Bet 296 Pflichten gegen Gott. 7. Bet oft: Gott wohnt mit Dankbegier im höhern an jeder Stätte, an keiner Leben dienen! Es darf mein minder oder mehr; dent Geist, wie schwach er heißt, nicht, wenn ich mit Vielen sich aus dem Staube schwinbete, so find ich eh'r bei Gott gen uns betend zu dir drinGehör. Jst, was du wün- gen. schest, recht und gut, so sei gewiß, daß Gott es thut. 8. Doch säume nicht, in den Gemeinden auch öffentlich Gott anzuflehn und seinon Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn! Fühl der vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Men schen als ihr Freund; denn wir sind Eines Leibes Glieder; es sei kein Glied des andern Feind! Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt ( Sott, der selbst die Liebe iſt. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb und Eifer nicht er. falten und reich an guten Werken sein. Denn Muth und Kraft und Seelenruh fast Gott dem frommen Beter zu. Mel. Was Gott thut, das ist 395 Welch hohes Vor= recht schenkst du mir, o du, dem Sera: phinen mit Ehrfurcht und 2. Jch darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen; und du, mein Gott, verwirfst mich nicht, du zählst mich zu den Deis nen, du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete und kindlich vor dir bete. 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe, so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tus gendliebe. Was sündlich ist, kann ich als Christ durch deine Kraft bezwingen und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe gegen Brüder, so flieh ich bes tend zu dir hin und hasſe nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freunds lichkeit und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betracht ich im Gebet mit Schmerz mein fehler volles Leben, so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Ich fleh zu dir: verziehe mir! Und du willst gern verzeihen und mich mit Trost erfreuen. 6. Wenn Gebet. 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück entflieht und edle Freunde fehlen, so wend ich mich getrost an dich: du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil erblicken. 7. In stillen Stunden denk ich oft: Was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie ges schwind, wie unverhofft vers tehrt ihr euch in Leiden! Und denk ich dieß, so fühlt gewiß mein Herz sich angetrieben, nur dich, Herr, sets zu lieben. 8. D welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohnest dem, der zu dir fleht, mit Weisheit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den frönest du mit Segen auf allen seinen Wegen. 297 nem Gott, Dieß kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in je der Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich um des Gewissens willen ein Spott der Lasterhaften sein, so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott, Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wenn mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wie der fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Nein, meine Rach' sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in diesem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht ent decket, den verwirft er nicht. 6. Ruf N 5 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erweckt und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! und kann ich nicht mit 3upersicht zu meinem Vater treten, so lehre du mich beten! Mel. Wer nur ben lieben Gott 396 Me ein bester Trost in esem Le ben ist ein Gebet zu mei 298 Pflichten gegen Gott. 6. Ruf ich ihn an bei Wahn, was mir gebricht, dem Geschäfte des Standes, das müssest du gewähren; den er mir verlich, so fleh nicht, Wunder von dir zu ich nie umsonst um Kräfte, erflehn; nicht, andern Pflich der Gott der Stärke gibt ten zu entgehn; nicht träge, mir sie. Er gibt aus väter- dich zum Segen durch Bit licher Huld mir Segen, ten zu bewegen. Klugheit und Geduld. 7. Wenn, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt ich Gott; er hilft mir kämpfen, er gibt mir Muth ju jeder Pflicht; und start durch meis nes Gottes Kraft, besieg ich jede Leidenschaft. 8. Wann ich im leßten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann, so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. Mel. Ermuntre dich, mein 377 Wię ie sanft, mein Bater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuthuud voll Zuversicht, zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2. Alwissender! zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren, nicht mit dem 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dant, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu tindlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Dann, wenn ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe, dir, Vater, voll zufriedenheit mein Schicksal übergebe, dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquickung in dem Leiden und Hoffnung ewger Freuden. 5. Mit keiner Welt ver tausche ich die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein Herz, o dich, mein Bater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Baterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht des Christen Glaus be wichtig; wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu je der Tugend tüchtig! Wenn böse Gebet. böse Luft in mir sich regt, eil ich, von deinem Geist bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. 7. Dein denk ich, froh pon Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bewundrungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Lust mein Aug erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Luft erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten, dann blick ich, Gott, zu dir hinauf und will im Geiste beten. Noch sterbend, Vater, dank ich dir, der du so vie les Gute mir im Leben haft erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! Mel. Wer nur den lieben Gott u dir, o Gott, 398 3b, es ett heben, zu dir mit frommer Andacht flehn, um uns zum Guten zu beleben und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht und stärket meine Zuverficht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich, bes fannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dant er messen, welch Heil von dir 299 mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt und allen gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, dir meinen stillen Wunsch vertrau; wenn ich in meiner Kammer bete und auf zu dir nach Hülfe schau, dann sei mein Geist von Heuchelei und ganz von Eigendünkel frei! 4. Nie müss ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt! Denn du erhörest kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde, so sei auch dieß mein herzlich Flehn, daß ihr Besitz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn, daß ich, von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit fie gebrauchen lern. 6. Wünsch ich bei kummervollen Leiden von ihrer Last mich frei zu sehn und sehn ich mich nach Lebensfreuden, so laß mich doch um das nur flehn, was beine Weisheit, Gott, beschließt, und was mir gut und nüßlich ist!, 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich trostlos sehn; du, Herr und Vater von uns allen, erhörst gewiß mein N 6 tind Pflichten gegen Gott. 300 findlich Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trübsal Ruh und Heiterteit. Mel. Es ist das Heil ans 399 Gott, ott, deine Güte reicht so weit, soweit die Wollen gehen; du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns bei zustehn. Herr, meine Burg, mein Fele, mein Hort, vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. 2. Jch bitte nicht um leberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. sie 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr Menschen rühren; des guten Namens Eigenthun laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir in Tode finden! In eigener#telodie. 400 Nicht um Reichthum, nicht um Ehre bitt ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Weltbesiger wäre, ohne dich, wie arm wär ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich im Schmerz meinen Vater froh zu nennen, dieß erflehet sich mein Herz. Danfgefühl bei deinen Ga ben, Lust am Guten, Freud in dir und Gewissensruh zu haben, dieß, Aügütger, wünsch ich mir. 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinen nächsten wohlzuthun; Trost und Stärke, wenn ich leide, sanft und still in dir zu ruhn; Muth, die Laster zu bekämpfen, ihre Reize zu verschmähn, jedeLeidenschaft zu dämpfen, dieß, Herr, ist mein kindlich Flehn. 4. Nur auf deinen Wile len jehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in deiner Liebe stehen und dir, Vater, ähnlich sein; diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein. Ja, Gebet. Ja, um deiner Liebe willen wirst du, was ich bat, verleihn. 301 6. Wenn wir auf dem Pfad der Tugend straucheln, so vergib uns Schuld und Missethat; so wie wir auch gern vergeben wollen, wenn ein Nächster uns gekräntet hat. 7. Schüße uns in der Das Gebet des Herrn. In voriger Melodie. 401 Bater, ben uns Bersuchungsstunde, wo Jesus offen baret, den der Geist mit hoher Andacht nennt, Vater, den fein Himmel von der Erde, feine Welt von seinen Kindern trennt; die Tugend mit dem Laster ringt; laß uns auf die Himmelskrone blicken, wenn die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöse uns von allem Uebel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann verschwinden, und wir siegen über Welt und Tod. 2. Hochgelobet sei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Heilig ehre dich der Mensch im Staube von der Wiege bis zur Ewigkeit! 3. Dein Reich komme, jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! 4. Es geicheh dein Wille hier auf Erden, wie in je nem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen beinen Engeln gleich! 5. Gib uns, ewigtreuer Menschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach, wir bitten nicht um Gold und Schätze; gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärke; ewig währet deine Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre, und dein Tempel ist die Ewigfeit. Fürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften s freu der Fürst des Landes 402 sich, Gott, deiner allezeit; sein Auge sehe stets auf dich, sein Herz sei dir geweiht! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines N 7 Get Pflichten gegen Gott. 302 Geistes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor Andern Licht und Rath und Kraft von dir! 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volf, wie du erfreun! 5. Er fördre willig deinen Ruhm; er denke gern daran, das Land sei, Herr, dein Eigenthum und er dein Unterthan! Allgemeine Fürbitte. 6. Der über Christen, Gott, von dir zum heirn verordnet ist, sei deiner Mel. Wo Gott zum Haus nicht Kirche Schuß und Zier, ein 403 Für alle men edler Mensch und Christ! 7. Er zeig in seinen Thaten sich als deinen treuen Sohn! Den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn! beten wir, o Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist. 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn und kein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn! 2. Dir tönet unser Lobgefang; wir bringen Ehre dir und Dank, daß du sie alle liebst und liebend allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dieß preisen wir und beten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. 9. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Gerechtigkeit, und dann beschüße ihn in Gefahr, wann ihm und uns sie dräut! ihn her zu jeder Tugend Muth! 11. Verdienste heb er gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Öhr, wenn ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er errei chen soll. Herr, mache fei ner Tage viel und jeden segensvoll! 13. Sein werd in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör uns, Gott, dann jauchzen wir und preisen deine Macht. 10. Sein eignes Beiſpiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um 4. Nimm Aller väterlich dich an und leite sie auf ebner Bahn; es sei zu dei nem Dank. nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir sich führen läßt, der wird im Guten treu und fest! 6. Entreiß der Laster Ty: rannei die Sünder; mache, Gott, fie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn und freudig einst dein Antliß jehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth, bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, perdiente Achtung sie er freun! 303 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, so hörte Gott mein Flehn und ließ durch seinen gnädgen Rath mid cht darin vergehn. 8. In ihrer Noth verlaß sie nie; und sind sie trau rig, tröste sie; gib ihnen hier Zufriedenheit und dort der Frommen Seligkeit! 9. Wir alle, einst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich und ewig, ewig danten wir dir, unser aller Vater, dir. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott. Mit welchem Dank, mein Gott, erheb ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes Haß, so klagt ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richtgen Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wenn nach Trost die Seele rang, Gott sich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang! Und mich hielt seine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er und gibt zur Tugend Muth. 8. Herr, für die Leiden Dant. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 404 Du bists, dem dank ich bir, dadurch du Ehr und Ruhm gebührt, und das, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du stets re: giert und stets warst du mit mir. mich geübt, wie für die Freuden, welche mir bein milder Segen gibt. 9. Dir dank ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. 3ch schmeck in 304 in jeder Creatur, Gott, deine Freundlichkeit. Pflichten gegen Gott. 10. Jh danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu beinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vorübergehn, will uns nach kurzer Prüfungszeit zu ew gem Glück erhöhn. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, was er an dir gethan! Verehr und halte sein Gebot und bet ihn ewig an! Mel. Nun dantet Alle Gott 405 Durch dich, o großer Gott, durch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Almacht bist du mir und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preifen Erd und Meere, die Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Mens schen Flehn und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land; doch fürcht ich nichts; denn du deckst mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausge breitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du be reitet, so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Voll Güte läßt du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trant und füllst das Herz mit Freuden. Du dachtest mein, eh mich die Muts ter noch gebar; ja, sahst mich, eh der Grund der Welt geleget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl war in dein Buch ge schrieben. Du bist der Frommen Schuß, du bist der Müden Ruh, ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem sollt ich soust vertraun, als dir, der auch im Wet Dant. 305 gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! 2. Keiner rühme seiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Vater, Jeder, rühme dich! Voll von tiefer Demuth preise dich der Starke, dich der Weise! Ihre Kraft und ihr Verstand sind Geschenke deiner Hand. Wetter mein Gott und Vater ist, mein Schuß und mein Erretter! Wie fanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg, ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben! Wie könnt ich einem Gott der Liebe widers streben! Der Lasterhafte mag in stolzem Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Nepe ziehn! 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sün de fliehen; denn du wirst Aller Wert vor dein Ge richt einst ziehen. Ich will, wenn meinen Fleisch was Böses noch gelüft, bedenfen, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich nach Ehr und Ruhm mit Sünd und Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die ten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gib, daß mein Wandel stets dir wohlgefällig ſei! 4068 Mel. Alle Menschen müssen Callet nieder! fallet nieder! Be te Gottes Hobeit an! Men schen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an uns 3. Dich, mein Vater, will ich loben demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, 0 mein Gott! Angebetet follst du werden, weil im Himmel und auf Erden Keiner dir an Größe gleicht, Keiner je dich ganz erreicht. Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 407 2lles hast du mir gegeben, Alles, Gott, bin ich durch dich; du, nur du beglücktest mich! Glieder, Kräfte, Sinne, Leben, Triebe, Freiheit und Verstand, gab mir deine Schöpferhand. 2. Eh ich noch dich Vater nannte, eh ich reif zum Dasein war, eh ich Schmerzen und Gefahr, eh ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für 306 für mein Dasein und für mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, segnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu ent ziehn. Pflichten gegen Gott. 4. Alle meine Lebensfreuden hab ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinem Leiden; und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Täglich kann ich es erfahren, wie du deine Menschen liebst, ihnen Schuß und Beistand giebst, fie vor Uebeln zu bewahren, wie du sie versorgst und und nährst, ihnen manchen Wunsch gewährst. 6. Wie du stets mich weise führeft, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lentst, wie du mein Geschic regiereft, meine Wohlfahrt zu erhöhn, lern ich immer mehr verstehn. In eigener Melodie. 408 Hallelujah! Breis get Ehre, und Ruhm, ihr Jubelchöre! jauchzt, Bejeligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdensöhne, singet eureJubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er ers schafft und er erhält. Tief im Staub verehrt ihn, Kine der! Kinder heißt er uns, uns Sünder, er ist Vater seiner Welt! 3. 3war sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief ge beugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre Lieder schweigen, feht die Millio nen Zeugen, laut verkün den sie den Herrn. 4. Aber unsre Seelen heben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Leben hier. Wels che göttlich hohe Freuden, welchen Trost für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir! 5. Wenn der Geist zu 7. Mit dem freudigsten ihm sich waget, ein Gedank Gemüthe fühl ich jeder dem andern faget: Er ist Wohlthat Werth, Vater seiner Welt; still täglich widerfährt, entzückend dem Gemüthe deine weise Güte und erfleh dann die Fülle seiner Güte auch künftig mir Segen, sich zum großen Zeugen Trost und Heil von dir. die mir preise stellt! 6. Naht Dank. 6. Naht euch, zu ihm, feine Kinder! Zittert nicht, seid ihr gleich Sünder, Sünder thr: die Lieb ist Mel. Lobt Gott, ihr Chriften er! Denkt ben göttlichen 410 Auf, Chriften Gedanken, fühlt ne, ihm zu danken! Groß und gnädig ist der Herr! 7. Halleluja! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre, jauchzt, Befeligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdensöhne, sin get eure Jubeltöne: er, der Herr, beglückt uns gern! 3n eigener Melodie. 409 Nun banket Alle Gott mit Her zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, uns so päterlich von uns rer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan. der 307 und gut. Lob sei ihm immerdar! 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Les ben ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Bater und dem Sohne und seinem heilgen Geift! Er, der vom Himmelsthrone voll Liebe quf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß und Ehr dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd und Meer und alle Himmel hält! 2. Frohlockt mit jubelreichem Schall Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überali, auch an uns Menschen thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstüßt, er, der allein uns helfen kann und gern uns hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt und unsern Seelen auch schon hier Zufriebenheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt; er ists, der unsern Lebenslauf mit weiser Hand regiert. Wort steht fest. Wer hier 7. Er bleibt uns treu, sein sich zu ihm hält, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 8. Singt, Christen, singt ihm Pflichten gegen Gott. 308 ihm Preis und Dank für feine Gültigkeit! Einst wird sie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. Mel. Nun dantet Alle Gott 411 Debu er du von Jugend auf mit Huld und Batergüte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Gemüthe dent ich voll Rührung nach, was du an mir gethan, wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. was dir gefällt, was nüßet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüßet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, haft du mich, guter Gott, von Kindheit an gelehrt. 6. Die echte Frömmigteit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen quillt, mit falschem Trost nicht schmeichelt, die Jesu Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, hast duvon Jugend auf mich, guterGott, gelehrt. 7. Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte je mein Fuß vom Tugendwege wans ken, o dann, erinnre du mit deiner Gotteskraft durch mein Gewissen mich der schweren Rechenschaft. 2. An treuer Weltern Hand entfloh die erste Jugend, sie zeigten sorgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund und machte redlich mir der Weisheit Schäße tund. 3. Wie weit wär ich vielleicht vom Tugendpfad entfernet, hätt ich durch ihren Rath nicht die Gefahr gelerLob Gottes. net, zu der das Lafter führt. 412 Von allen bir Leicht werden wir sein Raub; uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabst, entzogen; wie mancher von Mel. Mein Gott, das Herz Him tönt dir, Herr, ein froher Lobgelang. 3u dir, Anbetungswürdi ger, steig auch der Menschen Dank! 2. Du brauchst zwar un der Laft der Sinnlichkeit be seisPreises nicht, wirst durch trogen, weil ungewarnt sein ihn größer nie, doch bleibet Fuß nicht jene Schlange stets dein Lob uns Pflicht; mied, die unter Blumen und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preisen ist uns Seligkeit, dir danken hohe Luft; schon hier fühlt, wer fich lauscht, verlegt, eh man sie sieht! 5. Was gut und ebel ist, Lob Gottes. sich deiner freut, den Him: mel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht tein sterblich Lied. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Rindeszuversicht zu bir, Erhabner, schwingt. 6. Soll soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde sein; stets unser Herz voll Dankbarkeit sich deiner Güte freun. 309 sie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Christenheit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn, und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft! Das Te Deum. In eigener Melodie. 413 Herr Gott, ich Herr Gott, wir danken dir! Der Höchste ist von Ewigfeit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die gan ze weite Schöpfung preist, Gott Vater, dich I dich, Sohn, bich, Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der allgewaltge Gott! Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boden Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, Du Hoherpriester! du Prophet! bu König, deß Reich nie vergeht! Du wardst ein Menich, doch fündenrein, um uns von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechten Gottes fizest du; mit Macht und Güte herrscheft du. O, der für uns geblutet hat, erwürgt für unsere Missethat, im Grabe du has nicht; bu kommſt, bu kommst und hältst Gericht! Einst sei im Himmel ewges Heil mit allen Frommen unser Theil! Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit! Die Erd ist auch dein Heiligthum! Auch sie erfülle stets dein Ruhm! Jn dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm ges horcht, der fündigt nicht: und wer noch fällt und es be= Pflichten gegen Gott. 310 bereut, der findet da Barmherzigkeit. Die Erd erfüll, Herr, stets dein Ruhm, so wie des Himmels Heiligthum! Amen! tel. Mein ganzer Geift 414 rtöne, feiernder Gesang, An betung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Men schen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhern Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: seid! und zu dem Erdkreis: werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er ausrief, da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Er hat der Sonnen hobes Zelt, bie Himmel, über diese Welt für mich auch ausgebreitet; hat seiner Erbe Lustgefild für mich auch liebevoll und mild be: pflanzet und bereitet. Lachen für mich von seinem Se gen? 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf seinen grünen Triften? Quellen rieseln, Winde we hen, Flüss und Seen wer den Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 5. Noch strahlt mir un geschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmükten. Noch strömt ihr Freu denquell für mich, noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine Güte wird die Werte seiner Stärke fiets erhalten, schüßend über mir auch wal ten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! O strömt aus meiner vol len Brust, strömt bin, Em pfindungen der Luft, den Gütigen zu loben! Schö pfer! Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! In voriger Melodie. mir nicht alle Wälder, alle 415 Lobet ben entgegen, reich Her ren, mächtigen Lob Gottes. 311 er uns huldreich begegnet! tigen König der Ehren! Laßt der Allmächtige kann, wie uns den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! Tretet heran; stimmet ein Freu. denlied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht läsfet vergehn und verderben und nach dem Tod uns liebet und segnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! 2. Lobet den Herren, der Alles aufs beste regieret, ber uns mit Weisheit und Güte bis hierher geführet, der uns erhält in der gefährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, der unserer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himmlischen Gütern uns schentet, der das Gemuth tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich Trübsal es fränket! 4. Lobet den Herren, der große Barmherzigkeit übet, der, wenn wir Menschen mit Sünden ihn häufig betrübet, noch mit Geduld, göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden vergiebet. 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe bescheret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott das Leid in Freude verkehret! 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Nahe und fern frohlocket Alle dem Herrn; lobt ihn, in Ewigkeit! Amen! 6. Lobet den Herren, der unser Thun sichtbar geſeg net! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun geregnet. Denket daran, was Mel. Allein Gott in der Höh 416 ob Ehr und Preis dem Höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der fo viel Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt un ferm Gott die Chre! 2. Es danket dir des Himmels Heer, o Herrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erdé wohnen, sie alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte Pflichten gegen Gott. 312 Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! Da 4. Jch rief zum Herrn in meiner Noth: ach, Gott, vers nimm mein Weinen! half mein Helfer, da ließ Gott mir Heil und Trost erscheinen. Drum dant ich Gott, drum dank ich dir! Ach, dantet, dantet Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und nimmer nicht von seinem Voll geschieden. Er, er ist seine Zuversicht, sein Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Almacht leitet er, der In eigener Melodie. Herr, durchs Feuer und 417 Breitung fei uns durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenkraft nicht helfen kann, fein Retter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an; der Allerbarmer neiget zu unserm Angstgebet sein Ohr, sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm ferm Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd und alle Himmel gehet seine Gnad und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlig kommen und unserm Gott mit Psalmen jauchzen. Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erfennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünder Göten macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, kommet vor sein Angesicht, ihm Dant und Preis zu bringen! Be zahlet die gelobte Pflicht und last uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren; einst sollen meinen Lobgesang auch deine Himmel hören. Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein 3. 3war kann der Mensch ganzes Herz erfreue sich! nicht ihn würdig preisen; Gebt unserm Gott die Ehre! doch mit Wohlgefallen ver 8. Jhr, die ihr Christi nimmt er hoch herab von 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder. Singt zu sei nem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Jhn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebet hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? fet Lob Gottes. seinem Himmel unser frohes Danklied und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadenvollen. 4. Schon hier auf Erden quilt Freud und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort bereitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, erneut zu jeinem Bilde, verklärt und heilig, vom Tod erwacht sind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Halleluia! Amen! D welche Selig. feit ists, fein sich freuen! hier und einst im Himmel ihm ganz sich heiligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. 418 Mel. Jesus, meines Lebens Leben ( chöpfer der er ichaffnen Hee re, freudig rühm ich deine Macht, daß du mich zu deiner Ehre haft ans Licht der Belt gebracht! Sinne, Leib und Seel und Leben hat mir deine Huld gegeben, Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dant und Lob von mir! 2. Wunderbar bin ich be reitet und mit Kräften ausgeziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt. Für die treue 313 Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, jei dir ewig Dant und Lob von mir. 3. Weislich haft du Ort und Zeiten für mein Da= sein auserwählt. Hat mirs an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 4. Herr, du zähltest meine Thränen, eh ich meinte, sahst du sie. Liebreich merk test du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh; und an jedem Lebenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 5. Hatt' ich, Heiligster, mit Sünden mein verführtes Herz befleckt, o dann ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Erbarmen überströmtest du mich Armen. Nimm, Barmherziger, dafür reinen Herzensdank von mir! 6. D was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedentit und, damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst: daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben! Dir, du ewge Pflichten gegen Gott. 314 ewge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ, o führ an deinen Händen mich zum hohen Ziel hinaus! Mit des Himmels Erstgebornen, mit des Mittlers Auser kornen jauchz ich dann einft, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. 4. Du stärkst mir das ge schenkte Leben und läsfest es nie freudenleer; zum höhren Glück mich zu erheben, schickst du auch manche Trübsal her. Doch stehst du auch mit Kraft mir bei, daß ich, o Herr, nicht muthlos sei. 5. Schon oft hat dieß in meinen Tagen zu Freudenthränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Pla gen zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drohender Gefahr halfſt du treu Mel. Wer nur den lieben Gott 419 könnt ich dich, mein Gott, recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könnt ich dir ganz den be weisen, den dieß mein Herz bir schuldig ist, dieß Herz, das deiner Gütigkeit sich täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Troft und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, bu bists allein. 6. Wie soll ich nun nicht voller Freuden bestän dig deinen Ruhm erhöhn? Wie sollt ich auch im tief: sin Leiden nicht freudig trauend auf dich sehn? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer sein. 7. Von deiner Güte will ich singen, solange sich die Zunge regt; dir will ich Freudenopfer bringen, folange sich mein Herz be wegt; ja, wenn der Mund wird' kraftlos sein, so stimm ich noch mit Seufzen ein. 8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es, mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern 3. Zu zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke dei ner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Be rather, eh mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh ich war, da maßest du mir schon Leben dich würdiger erhein fel. ger Lob Gottes. 315 ten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schöpfermacht. Weit, über In eigener Melotie. 420 Gott, den alle meine Fassung weit geht, Wesen ehren, Schöpfer, deine Herrlichkeit. ger Geister Chor mein Lobgefang zu dir empor. von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, sehn und hören, hat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weisheit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bist's, der die Geschöpfe meidet und ihnen Lust und Wohlsein schenkt; du bist es, der die Erde kleidet und sie mit Chau und Regen tränkt; du bists, Er habner, dessen Kraft dem Frühling seine Anmuth schafft. 6. So oft ich sie bewundernd sehe, führt mich ihr Anblick, Gott, auf dich; und wo ich steh und wo ich gehe, erfülle heilge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Herzens Tiefe siehst! 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Welz 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! Laß mich mit dankendem Entzücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Andacht weihn! 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt; der Blume Wohlgeruch und Pracht verkündigt, Schöpfer, deine Macht. Mel. In allen meinen Thaten les 2 gabft, o Urquell 421 Wasich nur Gu Lichtes, der Sonne Wärme, gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes und willst auch dadurch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. tes habe, ist Gottes milde Gabe; Nichts ist mein Eigenthum! Für das, was ich besize, wodurch ich Andern nüße, gebührt. Herr, dir, nicht mir der Ruhm! Selbsterkenntniß und Demuth. 2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deine Huld 02 316 Pflichten gegen uns selbst. Huld. Durch dich allein gensinn nicht sehen will, gerathen mir meine guten wie klein, wie schwach ich Thaten; an Fehlern bin al- bin! lein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unfre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun er heben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wider fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch je mals dessen werth? 5. Nein, ich bin zu geringe der Huld, die ich befinge, und werd es ewig sein. Dieß will ich nie vergessen, so werd ich nie vermessen durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwenden, was du mit Vaterhän. den mir gütig zugewandt, dieß sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben; dazu gib Demuth und Verstand! In eigner Melodie. 422 Mie leicht vertenn ich meines Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche und dann aus Wahn, aus Stolz und Ei2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Sünden tenne, auch jeden Trieb, der sich in mir em pört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört! 3. Entdecke mir der Tugend wahre Größe und je des Lasters Niedrigkeit und Blöße, daß nie sein Reiz mich blendet und verführt, daß immer nur der Tugend Werth mich rührt! selbst die kleinsten Sünden 4. Nie laß, o Herr, mich ents& uldigen und unerheb sie voll tiefer Scham bereu lich finden! Gib, daß ich und ernstlich auch den kleinsen Fehler scheu! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfeh let, gern gut sein will und doch das Böse wählet, leicht finnig ist und nicht den Irr thum sieht, so gib ihm Licht, daß es den Irrthum fliebt! 6. Verhehl ich mir beim Heiligungsgeschäfte ausstol zem Wahn den Mangel meis ner Kräfte, so lehre mich ihn redlich mir gestehn und voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn! 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue und Demuth. und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe, so gib, daß ich von Eigendüntel frei sie recht zu würdigen stets sorgsam sei! 8. Wie manche That ente springt aus niederm Triebe, aus Eigennuß und nicht aus Menschenliebe! Wie manche That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allwissender, ge fällt! 317 Trag ich der Tugend Bürde aus Kenntniß ihrer Würde auch immer mit Zufriedenheit? 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl, und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10. Olehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verhehle, und führe du zu meinem wahren Glück mich in mich selbst und in mein Herz zurück! 3. Entzieh ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Wilst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienten, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch dir zur Chie rein meine Lus gend wäre, weß ist dieß Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir dich zu lieben und dein Gebot zu üben die Luft und Freudigkeit? Wer stärkte meine Mel. In allen meinen Thaten 423 ist dir diene, schäfte? Wer gab mir Muth 423( ib, Gott, wenn Kräfte im Heiligungsges daß ich mich nie erkühne, und Kraft im Streit? darüber stolz zu sein! Wer tann bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 7. Du schaffft, daß ich dich wähle; du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden und läßt mich Gnade finden und gibst zu meiner Beßrung Glück. D 3 8. Sollt 2. Such ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Pflichten gegen uns selbst. 318 8. Sollt ich mich deß er heben, was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? Ein unnüßer Knecht. Mel. Gott, du frommer Gott 4245 err, der du Alles gibst, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdien tes Gut; darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Näch ster, nüße und wenn ich mehr Verstand, als er besigt, be size, bin ich drum mehr, als er? O nein! Wer schenkte mir Verstand und Tüchtigkeit? Ach, Alles tommt von dir. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Gütigteit mich mehr, als Andre, segnet, gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe und Andre unter mir in kleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt ich mich, o Gott, des Guten überhe ben? Was ich befiz, ißt dein. Du sprichst, so bin ich Leben; du sprichst, so bin ich nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth sein! 425 Wer Mel. Wer nur den lieben Gott er bin ich? welche wichtge Frage! Gott lehre fie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Wahrheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nüßlich anzuwenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb ich als dein Eigenthum auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Jch bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzus sehn, ob ich den Pfad, den Je sus mir gewiesen, geh und ob ich auch im Glauben steh! 4. Du Demuth. 4. Du kennest meines Her zens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernfilich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den 5. Wer Alles weiß und doch verborgen und unbetannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das ihn jur Beßrung treibt? Sich felbft recht kennen, ist Verstand, drum mache mich mit mir bekannt! 319 frei von Wahn und Selbstbetrug! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Bar ter, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg er wählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier! Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. Selbstliebe. 426 Dein Wille its soll mich selber lieben. D laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in heilge Gränzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge kindlich scheue! Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich verliert! Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft; du bists, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß mich nicht bis dahin paren, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel flug und 3. Kein schnöder EigenUnd wenn zu meinem Glück nuß beherrsche meine Seele! ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergebn auf Andrer Elend baun! 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht. nie treffe mich, o Gott, dieß schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schim04 mer! 320 Pflichten gegen uns selbst. mer! Der Erde Reiz ents vor dir bestehn? Wer in dein flieht ja doch im Tod auf Reich wünscht einzugehn, immer. Was hilft uns muß reines Herzens werden. kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein verganglich Gut ist, was uns selig macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverlegt Gewis sen, nur das kann mir al lein des Lebens Last vers jüßen, das bleibt mir auch im Tod und folgt mir aus der Zeit zum großen Se gen nach bis in die Ewigkeit. 7. Ofelig, wer danach mit heilgem Eifer trachtet und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der liebt allein sich recht, der findet in der Zeit schon wahre Ruh und einst vollkommne Seligkeit. 8. Dieß sei auch mir mein Biel! Olaß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück gewißlich zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt; gib, daß ich so mich lieb, wie dir es wohlgefällt. Sorge für die Seele. Mel. Es ist das Heil uns 427 Nach meiner See, le Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringení Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst 2. Erst, wenn die legten Stunden nahn, erst, wenn wir sterben sollen, zu dir sich wenden und die Bahn der Sünde meiden wollen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Jesum Christum zeiget. 3. Du rufest uns zur Hei ligung; drum soll schon hier auf Erden mir meines Her zens Besserung die höchste Sorge werden. Gib mir dazu nur Lust und Trieb; Nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern. 4. Gewänn ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lü sten wohlgefällt, was würd ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schäße mir, was macht und Glanz, wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in dies fem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Dins gen trachten; mich immer, Hei Sorge für die Seele. Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh und im Gericht vor dir besteh, sei meine größte Sorge! Mel. Gott Vater, an Erbarmen ier ist noch unsre 428 Hier sind wir imnierdar im Streit, hier, wo uns Jerthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Laster überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei sum Kampfe stets bereit und flieh den Schlaf der Sicherheit! 3. Mein Vorsatz ist: Ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, ein Neße bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn ich 321 breit und voll, sie winkt mir, daß ich folgen soll. hier? 4. Die Welt hüat in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit als finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stärke mir verleihn, daß ich unüberwindlich treu, o Herr, 6. Der Sündendienst scheint zu erfreun und endigt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh! 7. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du starter Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trübsal auf mich dringt und Angst mich überall umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand und halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein, nun muß mir Alles heilsam sein. 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weitkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist und wer ein Sclav der Laster D 5 322 Pflichten gegen uns selbst. ster ist! Jch will nicht zagen, und doch nie sich stolz er Ins Gericht kommt, Herr, heben. wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, Höchster, will ich stets vertraun, stets freudig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre krönt, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! 4. Weisheit ist es, Chri ftum ehren, seiner Mittlers huld vertraun, so auf seine Stimme hören und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht und mit Eifer sich bemüht, feie nem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert: fern ſich hal: ten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eiteln Ruhm, der bald verz blüht, Lust, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Got tes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück engegengehn; gern auch Gottes Willen thun, froh in seiner Fügung ruhn und, wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht: Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ewgen Vaterland rich ten und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Mel. Fren dich sehr, o meine 429 Lehre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenken, steh mir selbst mit Gnade bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unfre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun. Denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, da nach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler sehn, reuig fie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben Sorge für die Seele. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser be stes Theil. Die von dir ges leitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir. Gott! verleihe sie auch mir: laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten! 323 du, wenn du sorglos walleft, in Versuchung falleft. 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verkehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch List bethöre. Wach und sieh, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Neße stellen. 6. Wach und hab auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr In eigner Melodie. 430 mache dich, mein die Luft erwacht, schimpflich Geist, bereit; wache, bet und flehe, daß auch in der bösen Beit fest bein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Versuchung kommen. überwinde. Sie betrügt und besiegt leicht den, der sich heuchelt, festzustehn sich schmeichelt. 2. Sage nicht: ich habe Beit, jept noch darf ich schlafen. Denk an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; fieb, der Tod, der dir droht, kann dicht leicht in Sünden unbereitet fin den. 3. Wache! dir ist unbefannt, ob dich nicht auf Erden Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es däucht, auf der daß er sicher siehe 4. Wache! denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schäd: lich ist, muthig zu bestrei ten. Gott läßt zu, daß auch 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir durch seine Gnade auf dem rechten Pfade. 8. Drum fo laßt uns immerdar wachen, beten, flehen, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen! Kurze Zeit währt der Streit und dann wird zum Lohne mir die Siegestrone. Mel. Alle Menschen müssen sterben 431 Unier Wandel f Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und füße Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den ich thue, bringet mich 06 524 Pflichten gegen uns selbst. mich den Land der Ruhe les Schimmer. Wenig, we näher, immer näher zu. nig Schritte noch, und geWort, wie hoch erfreuest tragen ist das Joch. du! 2. Haltets feft, ihr theuren Brüder, haltets fest dieß werthe Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder! Wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele. ergriffens, Viele. Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Bilger müssen, bleibet wacker, feid nie laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde stehn an euern Wegen! Stürme toben euch entgegen; Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Muth: groß ist der Lohn. 4. Was tein Auge je gesehen, was kein Ohr gehöret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn; Jesus selbst ging euch vor an. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! Schon seh ich des ZieSorge für Leib, Leben und Gesundheit. Mel. Wer nur den lieben Gott wars 432 Des Leibes wh nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. Muthwillig seinen Bau versehren verbietet mir dein Unterricht. D stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei! 2. Sollt ich mit Vorsab das verlegen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt ich gering ein Kunstwerkt schäßen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer sein? 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßen, gibst du mit mil der Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch gibst du Ver stand. Dir ist die Sorge nicht zu klein, wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gefunde Glieder, mun tre Kräfte, o Gott, wie viel sind sie doch werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? I nicht Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 325 nicht der Erde größtes Gut ben, laß, Höchfter, meine Gesundheit und ein heitrer Weisheit sein! Sie ist ein Muth? Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlsein stört, daß nicht, wenn meinekräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du felbst bist Störer deiner Ruh; du zogst dir selbst dein Uebel zu. 2. Die Wollust türzet unsre Tage, sie raubt dem Körper seine Kraft, und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte dieser Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt und sich in ihre Fesseln gibt. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu be wahren sorgsam sein! Drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih! 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht, erstickt den Eifer edIer Werke, den Ernst, die Luft zu jeder Pflicht, führt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt; nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Geseß mir anbefiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde und reife zur Vollkommen heit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb und sterb ich dir zum Preis. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab, vergißt den Zweck, zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, 433 Der Wollust Reis wird nicht von dir, o Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott ju widerstre- geliebt. 07 6. Den Pflichten gegen uns selbst. 326 6. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der feinen Leib entweiht, und nie wird deinen Himmel erben, wer sich unreiner Lüste freut. Ach, laß mich ihre Reizung fliehn und teusch zu sein, mich stets bemühn! 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh und stets dawider mich zu rüsten auf dich, Allgegens wärtger, seh! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat! Mel. In allen meinen Thaten 434 Was ist mein zeitlich Leben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschäßbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat geftreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Aerndte sein. Je länger ich hier lebe und gut zu handeln strebe, je größer wird mein Glück dort sein. 3. Sollt ich dieß Glück mir rauben? D Herr, laß mir im Glauben der künft': gen Nerndtezeit mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mirs dein heilig Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu vers kürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefst mich ins Leben, dir soll ichs wiedergeben, wenn du ge beutst, doch früher nicht. 5. Was leicht in Krantheit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mirs verliehn. 6. In deine Vaterhände befehl ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben bir hier zum Dienst erge ben; hilf du nur selbst der Schwachheit auf! 7. Was nüßt ein langes Leben, wenn man nicht Gott ergeben nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. Mel. Wer nur den lieben Gott 435 Vie mannichfal tig sind die Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken und zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 327 2. Du fegnest Auen und 7. Ach, Mancher starb Gefilde mit unerschöpfter schon längst und modert, Fruchtbarkeit, die deine vä- durch Trunk zu früh ins terliche Milde und Allmacht Grab gestreckt, von Gott zur jedes Jahr erneut, damit Rechenschaft gefodert, mit der Mensch, von Sorgen Schmach im Grabe noch befrei, sich sättige und dank deckt. Gott, laß mich ja bar sei. dieß Pafter scheun, enthalt: sam, mäßig, nüchtern ſein! 8. So oft ich Speis' und Trant genieße, jo laß es mit Vernunft geschehn und, daß ich beides mir versüße, mein Herz auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquickung gibst. 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden, du gibst uns unser täglich Brod, du gibst noch mehr, du gibst auch Freuden für einen jeden Sinn, o Gott! Wie groß zum Wechsel im Genuß ist deiner Gaben lleberfluß. 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben deiner Gütesein und nichts von meinem Ueberflusse durch niedreSchwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßi= gung und Nüchternheit. 5. Mit Speis' und Trank den Leib beschweren ist schimpflich, ziemet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns tärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Bant und Streit; macht treulos im Berufsgeschäfte, raubt des Gewis. sens Seligkeit, segt zu den Thieren uns herab und stürzet vor der Zeit ins Grab. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Mel. O Gott, du frommer Gott 436 Du haft uns, Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Dir ist, o Heiligster, der Mäßiggang verhaßt, für uns des Unheils Quell, für Andere der Last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich be quemen und Bürden des Berufs entschlossen auf mich nehmen! Wenn auch mein Angesicht der Arbeit Schweiß beneßt, wohlauf! du hast mich selbst in den Beruf geseßt. 3. Be 328 Pflichten gegen 3. Bewahre nur mein Herz vor eiteln Nahrungssorgen! Gis mir mein täglich Brod und sorge du für morgen! Ich will an mei nem Theil das Meine fleißig thun und dann mit Zuver sicht in deiner Fügung rubn. 4. Auch fördre, großer Gott, die Werte meiner Hände; den Anfang segne du, beglücke du das Ende! Laß mich bei jeder Last auf jenes Leben fehn, wo wir nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn. uns selbst. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Guten werden; du gabst der Kraft uns viel. Dich, unfern Herrn, zu ehren und Menschenglück zu mehren, sei immer unser schönstes Ziel! 3. Er hilft den Hang besiegen zu fündlichem Vergnügen. Was mehr, was ftets erfreut; der Unsern Wohlfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt nüßen, das ist das Glück der Thätigkeit. 5. Wenn Andre troftlos klagen, dann werden wir nicht zagen und keinen Tag bereun. Wenn träge trauern müssen, dann spricht uns das Gewissen getrosten Muth und Hoffnung ein. Mel. In allen meinen Thaten 437 3 das Leben vom um Fleiße ward das Leben vom Schöpfer uns gegeben und nicht zu träger Ruh. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen, er strömt uns Glück und Freude zu. Mel. Es ist das Heil uns tommen 2. Er stärkt des Leibes 438 ott ifts, der Kräfte, er fördert die Geschäfte, gibt uns ein fröhlich Herz, er schafft uns süßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer und lindert oft den herbsten Schmerz. das Vermögen schafft, das Gute zu voll. bringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. 6. Wenn einst viel edle Thaten um uns gleich reifen Saaten mit reichen sende sich freuen und heißen Früchten stehn; wenn TauDank uns weihen, wie ist dann unser Lohn so schön! 2. Wer sichs zur ersten Sorge macht, vor ihm ges recht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht, dem gibt er auch auf Er den 329 den vom Zrdischen mit milder Hand so viel beim Fleiß 439 einer SegensMel. Allein Gott in der Höh aus in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und teine Mißgunst schade. Mit seinem Schuß bedeckt er fie und segnet bei des Lebens Müh ihr Herz mit Trost und Hoffnung. Arbeitsamkeit und Berufstreue. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit fegne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich soll, gestärkt durch dich gehorsam und mit Freuden, daß ich in meinem Stande treu und meinen Brüdern nüglich sei und dir zur Chre lebe! hand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Segen. Durch dich ströint rings aus der Natur Gedeihn auf jede Creatur: du bist des Segens Quelle. 2. Von dir kommt Weiss heit und Verstand, du machst die Reiche blühen, du führest Weise in das Land und segneft ihr Bemühen, du gibst dem Geifte Thätigkeit, der Kraft verleiht, den nächsten zu beglücken. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir. Hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entlegnen Völkern her, damit gesegnet werde mit allen Gütern deiner Hand das fernste Volk, das fernste Land und deine Liebe preise. 4. Du zeigtest ihren Wirkungskreis den Bürgern dieser Erde, daß Jeglicher durch seinen Fleiß dem Ans dern nüßlich werde. Daß Jeder, den dein Wink erschuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr weis uns brauchen unsre Zeit nach una 330 Pflichten gegen uns selbst. unsern besten Kräften! Hilf dein milder Segen. Nicht nüzlich werden Jedermann, zum Verderben gabst du wenn Rath und That ihm mir mein zeitliches Vermö helfen kann zu seinem bes gen; du gabst es mir zum sern Glücke! wahren Wohl. So hilf denn, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche! 6. Wie du für Alle Bater bist, für Böse und Gerechte, so sei, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Trost begehrt, find er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest deinen Segen; du rufft: zum Segnen seid bereit, geht Brüdern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist, so sei ein Jeder, der sich Christ nach Jesu Christo nennet! Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter. Mel. Es ist das Heil uns 440 Ser err, laß mich doch gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten! Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nügt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir; es isl 3. Was ist das mir ge schenkte Gut? Vergänglich, wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Uebermuth da durch verleitet werde! Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Gi teln hin, daß ich mein Heil vergesse! 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verführt mich zeita lich Gut und Geld, sorglos hintanzusetzen, was mei ner Seele Heil begehrt und mir ein ewig Glück gewährt? Wie strafbar würd ich handeln! 5. Mein erstes Trachten sei allhier nach deines Geis stes Gaben! Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur dich kann haben! Hab ich nur, Höchster, deine Huld, bin ich voll Glaus bens und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh und Gewissenspein tann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden Nichts und Nichts Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 331 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll bes glücken, darf nicht vergänglich sein, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats und wünscht noch mehr; er darbt in seinem Glück, jein Herz bleibt freudenleer. Nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er feinen Sünder. 7. Lehr du mich weise Sparsamteit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst: nein, in der Zeit es nüßlich anzuwenden! Giß mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müh erleichtre! 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im Jrdichen lenten; daß selbst von Gütern dieser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ärndte. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schaß auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dieß, kann mir entriffen werden. Dieß bleibt im Tod auch mein, dieß folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lente, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. Mel. O Gott, du frommer Gott 441 2 aß mich doch nicht, o Gott, den Schäßen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott wer: den! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit! 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besig nicht stets in unserm Willen; nicht dent zu Theil, der ängstlich 442 Ste Mensch auf wirds Mel. Wer nur den lieben Gott ch bin der danach ringt; und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. Erden: ich hab genug, drum hab ich viel! Ein Andrer mache 332 mache sich Beschwerden, wie er den Mammon finden will! Wer mehr nicht sucht, als Gott bescheert, dem ist der größte Schaß gewährt. Pflichten gegen uns selbst. 2. Der Reichthum liegt in den Gemüthern; wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei großen Gütern; denn sie verlangen immer mehr; und wer sich selber nicht besigt, hat einen Schap, der Niemand nüßt. 3. Ein Geizhalz hat bei seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichteit. Er hats und darf sich dort Nichts nehmen, weil er sichs immer selbst verbeut; mehr, als sich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. 4. Wie ungetrübt vers fließt dagegen mein Leben bei Genügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Zufriedenheit und denke: Gott gibt jeden Tag mehr, als ein Kaiserthum vermag. 5. Ein Geizhals gehet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber kann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht klebt. So fährt die Seele selig hin, wo ich bei Gott der Reichste bin. Mel. Wann mich die Sünden 443 Lap, Herr, nach eiteln Ehren mich niemals geizig sein! Laß deinen Geist mich lehren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht! 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sei, Vater, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht in Besiß von Schätzen und Gütern dies ser Beit laß meinen Ruhm mich sehen; sie sind doch Eitelkeit, sie sind doch nur des Thoren Glück, verlassen uns im Tode und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äußre Würde verblende meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geift zur Erde hin! Verdienst und Tugend sei allein der Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein. 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Treu verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Je ju Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 333 fu Beispiel üben, das sei ses eines Menschen Ruf, mir wahrer Ruhm! den Gott zu Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die eblern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe und machet der Vernunft zum Spott ein elend Gold zu deinem Gott. 6. Es sei, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die aufleimt für die Ewig: feit; und, Herr, dein Beifall lobnet mich mit Zufrieden heit. 7. Wenn einst die ernste Wage du, Weltenrichter, nimmst und am Vergeltungstage der Thaten Werth bestimmst, dann müsse meis nem ewgen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist und tödtet dein Gewissen und reißt durch schmeicheln den Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. Mel. Auf, Chriftenmensch 6. Um wenig Vortheil. 444 Voht dem, der wird er schon aus dir mit beßre Schäße liebt, als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Eugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt! 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besigen. Er gab sie uns und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nüßen. Sie bürfen unser Herz erfreun und unsers Fleißes Antrieb ſein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Got tes Reiche trachten, ist die Meineid sprechen, dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern und läsfest dich des Geldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern und glaubst, du habst sie wohlbedacht 334 Pflichten gegen bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterli ches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu spre. chen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren, du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. Ab11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen laffe, Geiz ewig als götterei von mir entfern und hasse! Ein weises Herz und guter Muth sei mei= nes Lebens größtes Gut. Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dieß mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reizt; nach Wol luft, Ehr und Gold nicht trachten, wonach der Mensch so lüstern geist; nie scheuen, was die Pflicht gebeut, und war es auch voll Bitterfeit. 6. Dein Unterricht sei nicht vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getreu und beim Ge nusse dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig sei! Vollkommne Freude wohnt richt hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 7. Wohl uns selbst. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht, Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und lehrest selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du gossest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch dein mächtig Werde! auch meis ner Seele irdisch Haus, gabst mir der Sinne fein Gefühl und auch dadurch der Freu den viel. Mel. Wer nur den lieben Gott 445 Du u gabst mir, Ewger, die ses Leben nicht für den Augenblick der Zeit; du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier ist der Vorbereitungsort, Bestrafung und Belohnung dort. Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 7. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der groben Hoffnung werth zu sein und diese turzen Ulebungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt! 8. Wohl mir, wenn ich den Hang der Sünde, die Luft des Fleisches und der Welt und jede Lockung über winde, die meinem Herzen Neke stellt, wenn ich- o se liger Gewinn!- als Sieger dort gekrönet bin! 9. D gib mir deines GetstesStärke, der du in Schwachen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in ge funden Tagen im Geist zu meinem Grabe gehn und da bei Freuden und bei Blagen auf dich und jenes Leben sehn, damit ich, meiner Pflicht getreu, der höhern Freuden würdig sei. 335 Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr: fie flieht! 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten und wirfst so sicher Jahre weg. Bist du, zu fühnerSterblicher, des nächften Augenblickes Herr? Mel. Wer nur den lieben Gott 3 446 eilt ber lepte von den Tagen, die du hier lebest, Mensch, herbei; erkauf die Zeit und, statt zu klagen, sie sei au furs, gebrauch sie treu! 3. Ein ewig Glück einst zu besitzen, sollst du des kurzen Lebens Zeit als deine Saatzeit weislich nüßen und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Eins ist Noth! Was säumest du? 4. Drum eil und rette deine Seele und denke nicht: ein andermal! Sei wacker, bet und überzähle der Menschentage fleine Zahl. Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: dir, o Gott, ist nichts verbor. gen, ich bin vor deinem Angesicht und will, mich deiner Huld zu freun, mein Le ben gern der Tugend weihn. 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich ich nichts vermag, Du schenkst, daß ich mein Heil ers 336 erwähle, so huldvoll mit noch diesen Tag. Was ist doch eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 7. Wohl wir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die Bilgertage durchge lebt und einst im Glauben fagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachloß Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Vaterhände be fehl ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hülle fällt. Pflichten gegen uns selbst. Mel. Wer nur den lieben Gott 447o eilt ihr hin, ihr Lebens stunden? Zeit, edle Zeit, wo fleuchst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Bilger bin! Ein großer Theil pon meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit, 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dieß sei dein Gram, dieß sei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich! Den ungenüßten Augen blid bringt teine Reue bir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh er des Les bens Werth versteht; er nahet früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Menschen leben werth, das ungenügt vorüberfährt? 4. Mensch, sei ein Mensch, fang an zu leben, um nüßlich für die Welt zu sein; fang an, dem Guten nachjustreben, bring das Versäumte doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 5. Sei nicht den kleinsten Zeitpunkt müßig, ba du nicht deine Pflicht ers füllst; du haft den Tag nicht überflüssig, den du fo frech verschwenden willst. Wiß, ein Verluft, der ewig reut, ist der Verlust der edeln Zeit. 6. Gib dir von einem je den Tage, den dir Gott schenz tet, Rechenschaft; durchdent ihn, leg ihn auf die Wage! Vollbrachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Möglichkeit gethan, was Gott von dir einst fordern kann? 7. Herr meines Lebens, sei doch künftig mein Heil und meines Lebens Kraft; so wandle ich als Mensch vernünftig, fo leb als Christ ich tugendhaft, so dank ich bir in Ewigkeit für die mir hier verliehne Zeit. Mel. Genügsamkeit und Zufriedenheit. bestreben, die Ungufrieden heit zu fliehn! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir vertraun, dich lieben müss ewig meine Wonne sein. 339 Leben, freudenleer mein Stand, mein Loos, ist mein höchster Wunsch, mein Streben, reich zu sein, geehrt und groß, dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg und Plage. 2. Lernt ich mäßiger bes gehren, mäßiger im Wünschen sein, jegt genießen, dann glücklich würd ich sein! Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. Güter schaffen nicht Zufrie3. Hoher Stand und große denheit; wahre Ruhe der Genügsamkeit, die mit WeisGemüther wohnt nur bei beit sich verbindet und ihr Glück auf Tugend gründet. Mel. Wer nur ben lieben Gott 451 451 Inem Gott zuch bin in meifrieden mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden, sein weiser Rath will stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß ers treulich meint. 2. Er weiß allein, wo durch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen werErreicht er diesen Zweck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit Allem, wie ers mit mir dent. fügt. 3. Soll mir die Freu bensonne scheinen, so dant ich fröhlich seiner Huld; soll aber ich in Trübsal weinen, so nehm ichs auch an mit Geduld. Denn das, was seine Weisheit thut, ist Alles ewig recht und gut. Mel. Herr, ich habe minehandelt 452 heinir freudenleer das 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Vaterhand, nicht, wie wirs zu wünschen pflegen, nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen, auch mein Theil mir zugemessen. 5. Ringet um der Tugend willen, Brüder, nach Zuten zu erfüllen hilft nur friedenheit! Schwere PflichGeistesheiterkeit. Gram im Herzen tief verschlossen macht zu jeder Pflicht verbroffen. 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben reblich meine Pflichten thun, still und P2 kind Pflichten gegen uns selbst. 340 findlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf emge Freuden stärke dann mich auch im Leiden. 4. Es ist und bleibt, wie's immer ist gewesen. Wer mag von Disteln Feigen les sen, und bringt der Dorn auch süßen Wein? Die Welt kann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Das rechte Leben hüllt still in frommer Brust sich ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten, In eigener Melobie. 453 nicht auf den dann haft du, was dich ſtill Höhn, nicht in den stillsten Gründen bist, füßer Friede, du zu finden, der Paradiesespalmen trägt! Dein Reich ist nicht der Welt Getümmel, du herrschest segnend in dem Himmel und in der Brust, die für ihn schlägt. erhält. Laß toben Schret ken und Gefahren, du kannst nur Himmlisches bewahren! Das Andre aber, das zer fällt. In eigener Melodie. 2. Du meinst, o Mensch, 454 Best ich nur ein ruhiges Ge wissen, so ist für mich, wenn Andre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. dich treffen schwere Leiden; du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Christ? Hier weilen Kampf und Streit und Mühen; willst du ins Land des Friedens ziehen, so lerne, wo der Himmel ift. Streben nach Herzensund Gewissensruhe. 3. Nicht Alle, die zu Chrifto fich betennen, nicht Alle, die ihn Herr, Herr! nennen, sind würdig, auserwählt zu sein. Drum fuchen Viele falsch hienieden in Gold und Ehre ihren Frieden und gehen nicht zum Himmel ein. 2. Dieß sei mein Theil, dieß soll mir Niemand rauben! Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schwei get und Gottes Geist in meinem Geifte zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Rub, den Trost in meinem Leben, sollt ich für Lust, für Luft der Sinne Weiser Genuß der Lebensfreuden. 341 Glück, o Mensch, kann größer sein? Sinne geben? Dieß lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste sein! Sie ist's; doch welch Vergnügen wird fie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glüc, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt in mir des Bösen Lust entbrennen, doch, Dank sei Gott! er schüßte mich. 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks er höhen? Ein ruhig Herz verfüßt im Wohlergehen mir jeden frohen Augenblick. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm. Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 12. Sieh, Alles weicht, und du wirst sterben müssen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen, im schwersten Kreuz mit Frieden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 9. Was gibt mir Muth, die Güter zu verachten, wonach so ängstlich niebre Seelen trachten? Herz, dieß größte Gut. Ein ruhig 11. Jm Herzen rein hinauf zum Himmel schauen und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch 13. Heil dir, o Christ, der diese Ruh empfindet und der sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß nichtsVerdammlichs an ihm ist! 14. Laß Erd und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß über mir den B des Himmels brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Weiser Genuß der Lebensfreuden. Mel. Nun dantet Alle Gott u, der so gern 455D" beglüct, gern Freuden uns bereitet, wie selig, mer, von dir an Vaterhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wenn er zu dir sich hält, und nur Bergnügen sucht, daß dir, o Gott, gefällt. 2. Wie selig, wenn sein Geift zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet; wenn er die Freude fennt, dir näher, Gott, zu 3 fein 342 sein, erstaunt sich deiner Macht und deiner Huld zu freun! Pflichten gegen uns selbst. 3. Wie selig, wenn er selbst der Erde fleinre Freuden mit Maß und Weisheit wählt! Jhr Uebermaß wird Leiden. Nach arbeitvoller Müh erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich Üleberdruß. 4. D gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brust, durch Laster Mel. Mache dich, mein Geift nie entweiht, nur für die 456 Viele Freuden 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht töbten; die Unschuld müsse nie vor meinem Schmerz erröthen! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh mich freun, doch keinen Augenblick den falschen Freuden weihn. 6. Vernunft und Tugend, seid Gefährten meiner Freuden! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Glück beneiden. Was mir an Reichthum fehlt, ersett Zufriedenheit; der frohste Sinn wohnt gern bei frommer Häuslichkeit. der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stärke mich mein muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 7. Der Tag der Fröhlichkeit sei niemals ganz verloren! Ich ward zum Dienst 8. Nie soll durch meine Luft der arme Bruder lei den! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er verz lebt, wohl mir, wenn er er ohne Dank für den, der mich nie gereut! Nie scheid mich erfreut! auf den Weg des Lebens. Schöpfer, diesen Vatersinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreust unsern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir treu zu bleiben. 2. O wie schön ist deine Welt und wie reich an Se gen! Nur ein Thor, dem nichts gefällt, sinkt dem Gram entgegen. Was ist Noth, was der Tod gegen so viel Gaben, die den wei sen laben? 3. Uns, o Gott, gabst du Gefühl für den Reiz der Erde, daß der Lauf zum hohen Biel uns erleichtert werde; und auch ich freue mich, denn du hast mir Leben und Gefühl gegeben. 4. Doch Weiser Genuß der Lebensfreuden. 4. Doch ich soll des Lebens Lust menschlich nur genießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschließen. Deine Hand gab Verstand, Triebe zu beschränten, die zum Bösen lenten. 5. Nie darf das Vergnügen mich meiner Pflicht entlocken; nie mich, Vater, gegen dich und mein Heil verstocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch lebet, steht einst da und bebet. 6. Ach, wie mancher hängt sein Herz fest an Erdenfreuden! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen. 343 getreu in den Taumel sine fen! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre und mein Heil nicht störe. 10. Alle Lust der Sinnlichkeit wird vorüberfließen; nur was Geist und Herz erfreut, werd ich stets ge nießen. Guter Gott, im Tod, wann die Sinne schwinden, mich dieß Glück empfinden. laß 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwächen. Dwie wird sich, wenn sie weicht, das Gewissen rächen! Steh mir bei, Gott verleih, daß, wenn ich erkranke, doch mein Trost nicht wanke! 8. Nur ein mäßiger Genuß stärkt des Lebens Kräfte: er verscheucht den llebers druß, fördert die Geschäfte, und mein Geist, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. 9. Gib denn, daß ich weise sei, wenn mir Freuden winfen! Laß mich nie, dir unMel. Gott des Himmels und der is der Tod ihm 457 Bis winkt zum Grabe, danke seinem Gott der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, verliehen ist, der auch nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret feine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nüßlichem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Laumel trennet, bleibet von dem Christen fern, dessen heitrer fester Muth auf der Tugend nur be= ruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände und die Erde freudenleer ihm vor seinen Augen stände, Hoffnung flieht 4 344 flieht ihn nimmermehr; muthvoll geht an ihrer Hand er ins beßre Vaterland. Pflichten gegen uns selbst. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott genommen, und ähnlich werden unserm Herrn, zu dem dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wunder seiner Hand aus unsern tiefen Fernen und wissen: unser Vaterland ist über jenen Sternen. 8. Auf unserm Leben schwimmt wie Schaum ein Mel. Mein erst Geschäft sei Preis wenig Müh und Kummer. 584 Daß unser Gott Das Leben ist ein Morgentraum, der Tod ein kurzer Schlummer. uns Leben gab, deß wollen wir uns freuen und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dant erneuen. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Würz mern ihren Raub, weil Gott uns auferwecket. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. Geduld und Gelassenheit im Leiden. 3. Die Frühlingswärme haucht sein Mund, und Kühlung wehn die Wogen. Am Himmel zeugt von ſeinem 459 Gott, immer grot Mel. Was mein Gott will der Regenan weiser Huld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängst du über mich nach ewig weisen Schlüssen; sie wers den mir, trau ich auf dich, zum Besten dienen müssen. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner Freuden, verkenne deine Vater bogen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden seine Gnade. Wir finden seiner Güte Spur auf jedem unsrer Pfade. 5. Drum können wir bei frommem Fleiß getrost auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. Geduld und Gelassenheit im Leiden. 345 Vaterhuld, vermehre meine mer Dulder, hier im GlauLeiden, vergeß oft des Be- ben. Noch so dunkel set dein rufes Pflicht und quäl mich Pfad, lasse dir den Trost jeden Morgen beim Man- nicht rauben, daß nach diegel froher Zuversicht mit ser Dunkelheit dich ein helimmer neuen Sorgen. les Licht erfreut. 3. Mein banges unruhvolles Herz, unfähig, sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz troftlos überlassen, bes kämpfet seinen Kummer nie, wünscht zwar ihn zu vermindern und sucht doch, ohne Fleiß und Müh umsonst ihn zu verhindern. 4. Du, Vater, weißt, was mir gebricht, du fennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Laft, die du mir auferlegt, fann mich nicht niederdrücken; wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich gang dir weihet; du rettest, tröffeft, fegneft gern den, der sich ihrer freuet. Dlaß mein dir ergebnes Herz auf Diese Hülfe sehen, so werd ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bestehen. Mel. Jefus, meine Zuversicht 460 Säe beine Thränensaat, from 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glauben litten. Sieh, sie stehn vor Gottes Thron, ihre Krone ist erstritten. auch du wirst Sieger sein und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. Väterlich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer träntet. Gott ist Vater mild und gut, Lieb ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelassenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh herniederschauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier geflossen! Wie ein Strom von oben her wird dann Trostins Herz gegossen, und P5 vor Pflichten gegen uns selbst. 346 vor dem verklärten Blick schwebt des Himmels ewges Glück. 7. Drum sei, Dulder, unverzagt; harr in deiner Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn, und die Krone winken sehn. 8. Dort verschwindet al les Leid wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heilge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig selig da zu sein. Sünde Lockung scheun? Wird nicht, wenn nie ein Schmerz dich rührt, dein schwaches Herz gar leicht verführt? 4. Was predigt stärker dir die Lehre: vergänglich ist die Lust der Welt! als wenn in Trübjal manche Zähre herab von deinem Auge fällt! Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gottergebenheit? 5. Wenn alle deineStüßen brechen, auf welche sich dein Arm gestüßt; wenn Krant heit, Gram und Schmerz dich schwächen und Macht und Reichthum dich nicht schüßt, dann lernst du freu dig Gott vertraun und nur auf seine Hülfe baun. 6. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt; schafft dir durch sie selbst künftge Freuden, indem er dein Gewissen rührt. Verehre seine Weisheit, Christ, die strafend selbst noch Güte ist! 7. Gott will, wie gute Väter handeln, durch weise Zucht dich auferziehn; gut solst du und unsträflich wandeln, die Welt und ihre Büste fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Leben der Unsterblichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 461 Moblthätig sind der Erde Leiden. Dieß glaube fest und murre nicht. Am Ende fol gen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. Drum dulde mit Gelaffenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt; du sonst mit findlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein so 8. So nimm in Demuth leicht der Thorheit Bahn und Vertrauen den Kelch vermeiden, so gern der des Leibens willig an und walle 347 Geduld und Gelassenheit im Leiden. walle ohne Furcht und des Todes Pfade vertrau Grauen auch auf der aller- ich deiner Gnade; du, Herr, rauhsten Bahn! Ihr Ende bist bei mir in der Noth. wird dich einst erfreun und Wonne, Ruh und Friede sein. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenten. Der Herr wird Alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Mel. Allgegenwärtiger ich Trübsal, 463 In Chrift, fet Mel. In allen meinen Thaten 462 hab in guten Ich Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen. Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun! Jest hat mein Geist noch Kräfte, sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf unverzagt! Wann Schwers muth an dein Herz sich wagt, erheitre dein Gemüthe; du weißt, auch dich liebt väterlich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; dein Gott schickt dir es zu und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Grad und Segen. 3. Der dich in Jesu herzlich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele; weckt dich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth, erstickt der Wollust wilde Gluth, bricht die Gewalt der Sinne, erweicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 6 5. Auch 348 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld, erhöht den Werth von Gottes Huld, stärkt mächtig dein Vertrauen, lehrt im Verlust dich nun mit Luft aufs Uns sichtbare schauen. Pflichten gegen uns selbst. 6. Der Leiden Zucht erhebt dich stets zu größrer Andacht des Gebets und stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. 7. Zwar stört das Kreuz oft beine Ruh; mit bangen Thränen säest du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch! Es wird dir noch zur reichen Nerndte werden. 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig, ewig währet dort dein Genuß ohn Ueberfluß, wie ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets dein Gott getreu, fteht dir als Vater liebreich beti, sorgt, daß er dich erquicke. Er schafft dir Rast, daß deine Last dich nie ganz nieder drücke. 10. Verbirgt er auch sein Angesicht, dieß raube deinen Muth dir nicht! Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt sich ihm ergibt, den wird er nicht ver Laffen. 11. Durch Trübsal sind zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jesu, eingegangen. Denkst denn nur du in träger Ruh die Krone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich als sie, gleich ihnen bet und zage nie; denn Gett erhört dein Flehen. Bald weicht dein Leid; zu seiner Zeit wird dich dein Gott erhöhen! Mel. Herzliebster Jesu 464 in Herz, o Gott, in Leid Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermeſsen. 2. Bin ich nicht Staub wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, era dulden wir nur unsrer Thorheit Schulden und nennen Lohn, den wir verdient be kommen, Trübsal der From men! 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, find Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwel gers Schmerz, des Neids vermißte Freuden des Christen Leiden? 5. 30 Geduld und Gelassenheit im Leiden. 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet und die nun büßen ihrer Thorheit Freuden, christliches Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir fie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen lassen. 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten die nen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst bort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuben, dieser Zeit Leiden? mein Elend selbst verschul9. Wenn ich nur nicht de, wenn ich als Christ gelafsen leid und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken und ihm vertraun, dieß stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Mert auf! Wer spricht 349 bis hierher! zu dem Meere? 3st es nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jept weißt du nicht, warum du leiden müssen, allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, das mit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung, Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein startes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Wer nur ben lieben Gott Die 465 Groß ist der Herr! tern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letten Sonn hinaus herrscht sein Gesep: als Bater waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freudeschafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 7 3. Was Pflichten gegen uns selbst. 350 3. Was dich auch drückt, Mel. Wann mein Stündlein mein Herz, er rettet! Vers 466 Wir trocknen un Thränen ab; erhebet euch, Gefühle wir schauen vorwärts auf das Grab und weiterhin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod. Wir wollen nicht verzagen! 2. Und wären wir auch noch so arm und hätten nichts als Sorgen und Mangel, Blöße, Frost und Harm und, ach! kein Brod für morgen: zur Weisheit führt des Les bens Noth, und Glück und Fülle bringt der Tod. Wir wollen nicht verzagen! Er, der den Wurm im Lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geist. 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten, mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächten ist dir der Ewige nicht fern. Mit deinem Leiden, deinem Harm wirf seiner Huld dich in den Arm! 5. Dschwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blick auf und bet und glaube: versagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heilge Dunkel seiner Huld! 6. Gott fehlet nicht! D Seele, thue, was dir gebührt, set fromm und gut! Versage dir nicht diese Ruhe, aus ihr erwächst der hohe Wuth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, tröstet, hebt und schirmt. 7. Vertraue Gottes Baterhänden, wenn er den frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben lagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Reime deiner Ewigkeit. 3. Und wären wir auch noch so krank, zur Tugend führen Schmerzen. Für je des Leiden Preis und Dank! Erhebt euch bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück. Wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so man ches Grab geliebter Mens schen nieder, und manche Thräne rollt hinab, doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Va terland! Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen! 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn, sie blühn in neuer Jugend; wie frei ist nun ihr Geist von Wahn, wie Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 351 wie lauter ihre Zugend! bir leicht sein würden, erst Drückt uns auch mancher zur Felsenlast. Zagend Herz, heiße Tag; sie gingen vor, besteg den Schmerz! Drückt wir kommen nach. Wir wol- die Bürde gleich den Schwalen nicht verzagen! chen: dort wirds Gott wohlmachen! 4. Du führst Christi Namen; treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und der Himmel bricht! Der steht fest, wer Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter trachen: doch wirds Gott wohlmachen! 6. Das Leid, das schmerzlich uns zerreißt, veredelt die Gefühle; es stärkt und läutert unsern Geist und führt empor zum Ziele. Wir trocknen unsre Thränen ab und schauen über Tod und Grab und wollen nicht verzagen! Mel. Jesu, meine Freude 467( Shrift, aus deinem Herzen banne Gramund Schmerzen! Fasse neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket: Gott ists, der es schicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sor gen stets mit dir erwachen: doch wirds Gott wohlmas chen! 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du wie verwaist; schreckt mit jedem Tage ei ne neue Plage den bedräng ten Geist; weicht das Glück auch stets zurück; scheints dich nie mehr anzulachen: doch wird Gott wohlmachen! 3. Bürden abzunehmen, dazu Gram sei dir verhaßt! Un geduld macht Bürden, die 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seines Kampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steh als Held vor aller Welt! Mag sie deiner Hoffnung lachen: doch wirds Gott wohlmachen! 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu sein. Stets, im Tod und Leben bleib ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohlzumachen! In eigener Melodie. 468 Soutien bisweilen scheinen, als verließ der Herr die Seinen, auch in Sturm und 352 und Finsterniß glaub ich doch: Er hilft gewiß! Pflichten gegen uns selbst. 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wonach ihre Kinder streben? Weis ist Gott; ich harre still; er gibt, wem und wann er will. 4. Kann ich, ist die Noth am größten, mich doch naher Hülfe trösten: er ist gegen mich, sein Rind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schuß, wird für mich wachen. Schwer sei meines Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe sehne, jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd ich gleich verfolgt vom Neide, leb mit Bösen ich im Streite, folgt mir Spott und Lästrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. 8. Will mich auch die Welt vertreiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das Eitle lassen; Fürst und Bettler muß erblassen; Glüd verschlimmert, und der Tod führt den Dulder aus der Noth. 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zumHimmel mich dein Stab. In eigener Melodie. 469 War arum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Chris stum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nichts bracht ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben; Nichts nehm ich mit von der Erde, wenn ich sie nach vieler Müh einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ichs hin, preise ihn, blid aufs beffre Leben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er wird wohl, wie er soll, all mein Unglück enden. 5. Gott Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 353 5. Gott hat mich bei gus ten Tagen oft ergößt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder; nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder. 6. Stolz, Haß, Welt und ihre Rotten können mir Nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil, sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt er zu chmerzlich finden? Gelbst den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten, nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endet die fes Lebens Leiden und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. D dann wird an höhern Schäßen Geist und Herz, frei von Schmerz, ewig sich ergößen. Bleibend But ist nicht zu finden in der Welt; fie enthält Güter, die verschwinden. 10. Sind nicht dieses Le bens Güter Unbestand, eitler Tand, Lasten der Bes müther? Dort, dort sind die edeln Gaben, da mein Hirt,@hristus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen laffe. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. In eigener Melodie. 470 Was ott thut, gethan! Voll Weisheit ist ist sein Wille. Ihn bete ich in Demuth an und halt ihm findlich stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thuf, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen, er führet mich auf rechter Bahn zum seligsten Vergnügen. Trost und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglück Händen. wenden, es steht in seinen ist wohlgethan! 3. Was Gott thut, das Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen tann 354 kann, wird er mir Hülfe schenken. Ja, seine Treu ist täglich neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. Pflichten gegen uns selbst. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen fann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid. tommt die Zeit, da öffent: lich erscheinet, wie treulich er es meinet. Es 5. Was Gott thut, das ist wohlgerhan! Muß ich den Relch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil mich zulegt mein Gott ergößt mit süßem Trost im Her: zen; Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. hilft in der Noth und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, Ruh, Hoffnung Freude, Leben; drum, was er will, dem will ich nicht unmuthigwiderstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wenn es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen, so will ich voll Ergebenheit in seinen Rath mich fassen. Dir, Gott, be fehl ich meine Seel in mei nen leßten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Höll und Tod für mich auch überwunden. 472 Was ist ma Mel. Wer nur den lieben Gott mein Leben auf der Erde? Ein Wechsel ists von Freud und Leid. Hier stört oft Unruh und Bes schwerde mein Wohl und meine Heiterkeit; hier wohn ich noch in einer Welt, die In eigner Melodie. 471 Was mein Gott fein volkommnes Glück ents hält. will, gescheh allzeit! Sein Will, der ist der beste. Zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glaus bet feste. Der treue Gott 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil und bleibst, wenn auch die Geduld und Gelassenheit im Leiden. 355 die Noth am größten, doch allerrauhsten Wege blick meines Herzens Trost und fröhlich hin zur Ewigkeit; Theil und stehst nach deis da wirst du frei von aller ner Vaterfreu mir stets Pein, ganz selig, ganz zumit Rath und Hülfe bei. frieden sein. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich alles gut, Auf Kummer folgt zufriedner Dant, auf Klage froher Lobgesang. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir, dieß stärke mich! Wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getrost als Chrift. 4. Erwarte nicht beständge Freuden, mein Geist, in deinem Uebungsstand; denn In eigner Melodie. bliebst du frei von allen 473D Herr, mein Leiden, deine Gott, durch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein und was du thust mir theuer sein! 2. Du, du regierst mit Weisheit, Lieb und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag ich einen Augenblick? Du bist mein Gott und willst mein Glück. Treu erkannt! Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Wie bist du denn, o mein Seele, in deiner Noth so tummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Trost: er schüßt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein! Ruf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dieß stärke deine Zuversicht. 7. Befiehl dich seiner Vas terpflege: hoff und vertrau thm allezeit! Auch auf dem 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, bas dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu dir nahn: gib mir zufriedne Tage. llein verwehrts mein ewig Heil 356 Heil, so bleibe nur dein Trost mein Theil. Pflichten gegen uns selbst. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient au meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Er den, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir ge währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenns alle Welt auch schäßet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Kranke heit Plagen, ist Mangel schwer zu tragen, noch schwes rer Haß und Spott, so harr ich und bin stille zu Gott; Mel. In allen meinen Thaten 474 Was ist, daß ich denn nicht mein Wille, dein mich nur o Harr Gottes, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es und Gott schüßet, er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch fah. Sh ich mich selbst noch tannte, nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine Schuld, so zag ich nicht: du gibst Geduld. 6. Sollt ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen, so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich sein? 7. Du bist der Müden Stärke und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wider fahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich! Mel. Schon ist der Tag von Gott 475 Wenn gleich mit tiefer ternacht Gewitter um mich blizen, so zag ich nicht: mein Geduld und Gelassenheit im Leiden. 357 mein Vater wacht, er wacht ken, so laß mich wohl bes und wird mich schüßen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie verlaffen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er sandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh, des Ewigen vergeffe. 3. Gesegnet sind die Lei den mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach Trost und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zurück, das Dunkel mir verhüllet. 4. Wie will ich dann, vom Schmerz befreit, Herr, dei ne Huld erheben; wie freudig dir selbst für das Leid Lob, Preis und Ehre ge= ben! Wohl denen, die dem Herrn vertraun und ihre Hoffnung auf ihn baun! Nie werden sie zu Schanden. Mel. In allen meinen Thaten 476 W ill mich, denken: auch das sei gut, was Trübsal heißt! 2. Nicht ewig soll sie währen; oft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt. Und seufzen wir: wie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Du wendest solche Bürden, die uns erdrücken würden, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft zu tragen, die deine Hand uns selber gab. 4. Dein väterlich Bemüs hen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. Du willst die Lüfte schwächen, den eignen Willen brechen, uns bilden für die beßre Welt. o Gott, hienie. den des Lebens Last ermü den, so stärke meinen Geist! Wann mich die Leiden krän 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Geduld, daß, wenn uns Feinde hassen und Freunde uns vers lassen, wir stets vertrauen deiner Huld. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, deis nen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben, der Tod ist mein Ge 358 Pflichten gegen den Nächsten. Gewinn. Muß gleich mein herzlich sollen wir uns eina Leib verwesen, wird doch der lieben; wohlthun, Ele mein Geift genesen, er eilt mindern hier, Keinen je t zu seinem Schöpfer hin. trüben. 8. D drücke meinem Herzen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dieß doch aufs tieffte ein: der, den du, Vater, liebest, tann, wenn du ihn betrübest, doch nie mals unglückselig sein. Allgemeine Menschenliebe. Mel. Schwing dich auf 477 Sei eilig, heilig ist euch versüßen. Alle, alle leben wir, um uns zu beglücken; und ihr seid nur theurer mir, wenn euch Leiden drücken. das Band, das die Menschen bindet, ist geknüpft von dessen Hand, der die Welt gegründet, ist geknüpft, das besser mir feine Welt gefalle. Einen Schöpfer haben wir, Einen Vater alle. 4. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb mein Herz bei des Bruders Freuden? Und es sollt in meiner Brust Stolą und Haß entbrennen? Könnt ich dann wohl Gott mit Luft meinen Vater nennen? 2. Einen Vater, Einen Gott, der uns alle liebet, ber uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet, der nicht nur mit Freunds lichkeit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 3. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und 5. Brüder, nein, dieß Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg und Müh liebreich 6. Immer will ich, wie ich kann, sie euch helfen tra gen; tann ichs nicht, euch trösten dann, trösten, mit euch klagen. Dann sollt ihr an meiner Brust euern Gram verweinen, bis die Sonne neue Lust euch ins Herz wird scheinen. 7. O gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen, werdet, süßer Troft! auch mich, wann mich Leiden drücken, mitleidsvoll und brüderlich trösten und er quicken. Mel. Allgemeine Menschenliebe. Nel. Jesus, meine Zuversicht 87 Fllen Christen und auch mir at der Herr dieß vorgeschrieben: euern Nächsten jollet ihr, als euch selbst, pon Herzen lieben! Heilig ei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich all erhält, alle Eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er allen uns gegeben und auch Eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beffres Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns entzwein? uns einander hassen? uns, zu unfrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen laffen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr fein Mensch. Fein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher, als Andre, haben, Anfehn, Reichthum, hoher Stand, Leibes träfte, Geistesgaben, Alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 359 dem, der sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu werden, sich der Menschheit Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zu sein. 6. Nein, der Gaben Unterschied tnüpft das große Band auf Erden, und wohl 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud und Schmerz Antheil nehm und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8. Diesem großen Menschenfreund laßt uns alle ähnlich werden, daß wir, hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Er den dort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb uns ganz erfreun! In eigener Melodie. 479 Menschenfreund, beinent Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig auch mich zur Güte hin! Unwerth wär ich, dich zu kennen, liebt ich meine Brüder nicht; unwerth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht. 2. Wo du, Jesu, Menschen nahtest, folgte Wohlthun deiner Spur, wo du segnend Gutes thateft, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager kranter Brüder, wo du je nur hingeblickt, Pflichten gegen den Nächsten. 360 blickt, fehrte Freud und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquickt. 3. Menschenfreundlichster von Allen, keinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Troft zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. Liebe dringet, ärndtet dau ernden Gewinn. 7. Zwar der Wehmuth Zähr entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens seiner Güte freut er einst sich, wärs auch spät; endlich, Heil uns! steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgesät. 4. Brüder, kommt in meine Arme; wer da leidet, mel. O Gott, du frommer Gott ruhe hier! Wenn ich sein 480 Gib mir, o Gott mich nicht ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht und sich um Andrer Glück wie um sein Glück bemüht. sich mein Gott von mir! Ohne Lieben ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn; sein Verschonen, sein Vergeben, o mein Herz, stets üb es gern. 5. Ob mich auch mein Nächster tränket, Jesus, denk ich, litt wohl mehr. Ob er Böses von mir denket, besser will ich sein, als er. Wenn mir Jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich ihm, wenn er gleitet, dens noch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn! O es schafft so füßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun! Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn das hin; wen das Herz zur 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hülfreich mitzutheilen; nicht aus dem eiteln Trieb, groß vor der Welt zu sein, und mich verehrt zu sein, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dieß sei mein Gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Allgemeine Menschenliebe. 361 Kraft und segne mein Bemühn. 9. Dheilige du selbst. Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diefe Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein! 4. Ein Trunt, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt, Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Gilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht kränke nie mein Mund Nächsten des Rub; er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu. 6. Die Nach ist dein, o Gott, du sprichst; Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten! Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich habt, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohler geben mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, noch mehr sein Gelenheil mir angelegen sein. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der noch sicher ist bei seines Fleis sches Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir Mel. Wer nur ben lieben Gott 481Vereinigt laßt uns o Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen der Menschenliebe fanftes Band, und Jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug im Tode bricht! 2. Wir sind ja Eines Va ters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm sein, oder reich. In Eintracht sollen wir uns freun, einander Hülf und Beistand sein. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Menschenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. 4. D Wonne, Menschen glücklich machen! O Wonne, Menschen glücklich D sehn! Durch 362 Pflichten gegen den Nächsten. Durch sie wird Gottes 3. Ein Heil ist unser äls schöne Erde dem Herzen ler Gut. Ich sollte Brüder noch einmal so schön. Ja, haffen, die Gott durch seis eine freudenreichre Pflicht, nes Sohnes Blut so hoch als Menschenliebe, gibt es erkaufen laffen? Daß Gott nicht. mich schuf und mich ver fühnt, hab ich dieß mehr, als sie, verdient? 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menschenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes und vers kündigt den Lohn der Menschenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhelt, du sätest für die beßre Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weibt, der streutzu einer reichen Aerndte den Samen für die Ewigfeit. D laßt uns diesen Sa men streun, o laßt uns Menschenfreunde sein! Mel. Auf, Christenmensch 495 D 482 Jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch feine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb und will, daß ich den nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. Gott nicht blos für mich, mein Nächster ist ein Kind, wie ich. 4. Duschentst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Lagen; ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwieſen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und dich in Brücern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den er gehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flesen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! Gerechtigkeit und Billigfeit. Mel. Rommt her zu mir 483 Du liebst, o Gott Gerechtigkeit und strafest den, der sie ent weiht, am nächsten Unrecht übet, Gerechtigkeit und Billigkeit. übet. Du bista, der Jedent seinen Lohn ohn alles Ansehn der Person nach seis 484Richte nicht mit 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habfucht, um Gewinn des Nächsten Recht zu tränken! 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich stets mit wahrer Lust der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu geben! 5. Laß mich beständig dabin sehn, mit Jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre, damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 363 Mel. Gott des Himmels unb der Erde 6. Herr, mit dem Maak, womit ich hier dem nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reize mich zur Billigkeit und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen ,! wenn du Andre fehlen fiehst! Groß ist auch der Fehler Menge. die du selber noch nicht fliehst. Sei bedachtsam, richte nicht! Schonung ist des Chriften Pflicht. 2. Siehst du stets die tiefern Gründe von des Nächsten Thaten ein? Ist auch, was du tadelft, Sünde, oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft, oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewanot, und die Feinde seiner Tugend, sind sie alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; zeigt nicht Kluaheit bei der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. 5. Christ, vergiß nicht zu bedenken, was dein Nächster fordern kann! Ach, wie würd es dich doch fränken, griff er deine Ehre an! Deiner schont ja auch der Herr; zeig dich nachsichtsvoll wie er! 6. Selbst bei wirklichem D 2 Bers 364 Pflichten gegen den Nächsten. Vergehen meide mit Be- du gütigster Berather bei scheidenheit alles unbefugte Allem, was uns drückt! Schmähen, Härte, Spott Was wir hier Gutes haben, und Bitterfeit! Menschen sind einzig deine Gaben, freundlich decke du deines du bist's, der unser Herz Nächsten Fehler zu. erquickt. 7. Mit dem reinsten Herzen biete ihm die Hand zu seinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll Güte aus der Jrre ihn zurück! Hüte selbst dich, wenn du siehst, daß du keinen Fall begehst! 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! Zu emgen Se ligkeiten uns Sterbliche zu leiten wird ewig deine Wonne sein. 8. Sehe nicht des Nächsten Leiden gleich als Strafe Gottes an! Gönne dem erlaubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib seinen frohen Sinn scheinbar frommer Schmähsucht hin! 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater, bilde mein Herz nach deinem Sinn! Daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin! 9. Laß die Liebe dich beseelen, die nur ungern Argwohn begt, und wenn Andre wirklich fehlen, thre Fehler sanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz, rühre, beßre nur ihr Herz! 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, sowie mein Heiland that, der göttliche Er barmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 10. Gott, der Richter aller Welten, richtet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht, richte du den nächsten nicht! 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Guts gethan, so laß um deinet= willen mich Andrer Nothburst stillen, so oft ich sie nur stillen kann! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoff nung stärken, vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, das bir wohlgefällt! 485 D Mel. In allen meinen Thaten u, aller Menschen Bater, 6. Laß Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 365 gütig forscht, obs ihm gebricht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. 7. Laß mich hier reichlich fäen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier den Nächsten liebet und sich im Wohls thun übet, der ärndtet dort die Seligkeit. Mel. Auf, Christenmensch! 486 er dieser Er wohl bei ihm? Güter hat und sieht den Nächsten leiden und macht den Hung rigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der übertritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und Nichts zum Besten kehret; nicht dem Verleumber widerspricht, der liebet feinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennub, aus Weichlichkeit Ihm nüget nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht- auch der liebt seinen Nächsten nicht. - sie beschirmt, mit Härt und 5. Wer Andre, wenn er Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet; nicht eilt, dem Frommen beizustehn, im Verborgnen weinet, nicht 6. Wer für der Armen und That nicht wachet, dem Heil und Zucht mit Rath Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt, 7. Swar du, mein Herz, vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu bes leben! Denk oft: Gott ist die Lieb und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab, ist dein; sollt ich, wie du, nicht gütig sein? Mel. Gott im Himmel und der 487 D 3 zig, Menschen, bö € 66 Pflichten gegen höret, hört das heilige Ge bot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, feids, wie Gott! Gebt, so wird euch auch gegeben, was Mel. Befiehl du deine Wege euch noth ist, Heil und 488 Nach frommer Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder; allgemein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen so den Bösen, wie den Seinen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Geid barmher fig, seids, wie er! Gebt den Dürftigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt auch ungesehen euern Brüdern beizustehen! 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schuß und Retter sein, Kummer lindern, Wunden heilen, wohl thun, trösten und erfreun, und dieß thun aus edelm Triebe, das ist wahre Mens schenliebe! den Nächsten. Sanftmuth, Friedliebe und Eintracht. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos sein, wo Brüder weinen, unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf empfahen! Eintracht ben, mit Allen in der Welt, ist möglich, friedlich leben, dieß ists, was Gott gefällt. doch dem nur kanns gelingen, der seinen Nächsten liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Beleidigung ver gibt. 2. Nachgebend und gefällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets ge sellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brüder fränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühmlich denkt. 3. So oft sie Zwist ers regen, so eilet er, den Streit mitklugheit beizulegen, und stiftet Einigkeit. Der Uebers eilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nach ficht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet er der Brüder, soviel er Wiß bez sißt, und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erhigt. Er freut sich ihrer Freuden, troßt und erbit rert nicht und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 5. So Sanftmuth, Friedliebe und Eintracht. 367 Zorn entbrenne und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache. 4. Jch muß es wehmuthsvoll, ach, Herr, dir flagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer weiß ich, wenn Andere mich hassen, mich recht zu faffen! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten 5. So Fried und Eintracht lieben und nie durch Haß und Streit des Nachhen Tagetrüben, ist Pflicht, die Gott gebeut. Sie, Herr, stets hoch zu schätzen, ihr ganz mein Herz zu weihn, sie nimmer zu verlegen, soll meine Weisheit sein. 6. Mich selbst zu über winden, gib Gifer, Muth und Kraft, dann werd ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von aller Noth geschieden, werd ich einst selig sein und mich in ewgem Frieden des Lohns der Liebe freun! Versöhnlichkeit und Feindesliebe. Mel. Herzliebster Jesu! 489 Herr, deine Sanftmuth ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest, die dir, Erlöser, fluchten; du heil test selbst, die dich zu fangen suchten: du zeigtest stets bei deiner Feinde Toben der Sanftmuth Knechte. 6. So hilf mir denn die Rachbegier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden laffen, nicht wieder haffen. 7. Flucht mir mein Feind, so gib, daß ich ihn segne und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! Ich bekenne, daß 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen, so erb ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu mich jenes Leben einst wird erheben. Herzliebster Jesu!. mein Ver ener, der du ich noch oft von schnellem für mich littest und noch D4 ur Mel. 490 Rachgier. 368 zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schalltst nicht wieder, als man dich gescholten; du segneteft mit Wohlthun nicht blos Freunde, auch deine Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier gegen Andre brennen? ich sollte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzetben, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jün, ger ist nur, wer wie du vergiebet und Feinde liebet. noch so bitter kränken, an dich nur denken! in 8. Erwecke dann, o Herr, meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth wie du segnen! Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren, o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen! 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vor bild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! 6. So heilige denn mei- et. Chriftus, der ist mein Leben ner Seele Triebe, mein Hei- 491 Niewill ich e fluchen, land, Geist der wahren Liebe, daß nie die unglückjelge Luft der Rache mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so lehre mich ihr Unrecht überjehen und, sollten sie mich der wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft be gegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 369 ich segnen, dieß ist des Herrn Gebot. beten und Gott vertraun: Gott schützt! 3. Mein Jesus, der Ge rechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung dulden müssen ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dieß will ich treu bewahren, so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir ersann; auch die will ich bestreiten, die er nicht wissen kann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn und Gutes von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 9. Im Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. 10. Wenn, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhißt, so will ich für ihn Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen 492 Laß mich, Höchster, danach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja ,. den sie beschämt zunichte, vor deinem Angesichte werweil Verstellung, Trug und List dir, o Gott, ein Abschen ist. 2. Andern zu gefallen fügen, leeren Schwägern gleich zu sein und durch das falle mir nicht ein! Heuchelei betrügen, Herr, Wahrheit leit an allen Dr. ten mich in Werken und in Worten; redlich sei des perzens Grund, redlich sprech auch stets der Mund! ergeben, sind vor dir, o 3. Die der Falschheit sich Gott, ein Gräul, und ein unglückjelges Leben ist gewiß ihr künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der Vers D. 5 leum. Pflichten gegen den Nächsten. 370 leumber Lästermund, Herr, so laß michs still erdulden; einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth fei! 5. Daß du, Herr, an je dem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte dei nem Ohr verborgen ist, dieß erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor fügen hüte; denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist aller Falschheit Feind. 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Gefahr und List, für Wahrheit hinzugeben bereit und willig ist! Du, Gott, wirst ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht dieLügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 2. Wohl dem, der Lügen haffet, der, wie die Pflicht gebeut, stets seine Reden faffet und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit nicht verleget; weil er an je dem Ort es sich vor Augen sepet, Gott merk auf jedes Wort! 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir sein; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, damit ist stets beflissen der Treu und Wahrheit sei! 5. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht hal ten kann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal ge Mel. Befiehl du deine Wege 493 Mobl dem, der than; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Beis spiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmähsucht nur erdacht! richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt und das ift, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzüngig spricht, nie Redlichkeit bloß heuchelt, nie kreu und Glauben bricht! 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weiß heit Licht, Herr, meine Sees le leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb und wisse, wann ich für Andrer Wohl, wann für mich reden müsse und wann ich schweigen soll! 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt, wenn er mit bösen Tücken in Kümmerniß mich bringt, so stärke meine Sees le, daß sie nicht unterliegt und Wahrhaftigkeit, Ausrichtigkeit und Redlichkeit. 371 und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben. So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen, ich werde als dein Kind dich mit den Frommen se hen, die reines Herzens sind. el. Allein Gott in der Höh 494 blidt hinauf zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brüder! Was unsre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freunde, Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht! Hinweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue Bund um jedes Reich der Erde, die Treue schüße jedes Land und wohn an jedem Heerde! Menschen, Brüder, bredhet nicht, was Wort und Hand und Schwur verspricht! Hinweg mit je: der Lüge! 3. Ach, Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als hätt es Flügel. Ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen letztes Loos; fürwahr, drum ist der Mensch zu groß, für Weltgewinn zu lügen. 6. Hinauf, hinauf zur Ewigteit, o blickt gen Himmel, Brüder! Jm Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn leit uns zum schönen Ziel hinan, und fern sei Lüg und Laster. 2. D was sind Schäße, was ist Geld, und wärens Millionen? Was sind die Reiche dieser Welt, was aller Reiche Kronen? Wer der Welt Gewinn Mel. Werde munter, mein b des Herzens innern Frieden 495 wir erscheinen, hin? Hinweg mit Trug und Lügen! ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wir's meinen, ist dir, Höchster, offenbar. Heilig, liebevoll und rein, soll des Menschen Innres sein, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz und Worte. 2. Herr, du gabest uns die Sprache; was uns deine 6 Huld 372 Hald verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwohl geweiht! Un ser Ja und unser Nein möge fest und redlich sein! Wir sind deines Reiches Glieder, beine Kinder, wir sind Brüder. Pflichten gegen den Nächsten. Mel. Schwing dich auf 496 Reblichkeit! mit dir im Bund auf der Erde wandeln; redlich sein mit Herz und Mund, nach Gewissen handeln; sonder Trug und Heuchelei Recht und Wahrheit lieben und, entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben, 2. Dieser schönen Tugendpflicht sei mein Herz erge ben! Redlich, bis mein Auge bricht, redlich will ich leben; reblich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Zengen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott die Nacht verschweigen? 3. Finsterniß ist ihm wie Licht, Mitternacht wie Mor= gen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk und thu, erspäht er am hellsten Lichte; und kein Lügengeist 4. Meines Namens hochster Ruhm unter meinen Brüdern und mein liebstes Eigenthum sei der Ruf des Biedern. Wer nach eiteln Schäßen ringt, ringt nach Sorge und Plage; aber Reda lichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. 5. 3war sucht mancher Bösewicht Redliche zu drük ten, weil ihr Freimuth straft und nicht schweigt zu sei nen Tücken. Aber dieses rüct he nie aus der Wahrheit Wegen; ihnen wird, das wissen sie, dennoch Gottes Segen. 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern verschmerzen; aber einen frohen Muth, Redlichkeit im Herzen, Redlichkeit in Wort und That und ein rein Ge wissen laß mich auf demt Lebenspfad nie, o nie vers missen. 7. Ich will redlich sein, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen segnen mich dann noch einft im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend immer, und wenn auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. Gutes Beispiel. Mel. Gott Vater, an Erbarmen 497 Pon dir, ber meine Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wans Gutes Beispiel. Bescheidenheit. 373 Tugend nur und Frömmigkeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! Bescheidenheit. Wandel rein und nüßlich in der Welt zu sein. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist feiner wahren Freude werth. 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich follte redlich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzuIch Mel. Wer nur den Lieben Gott ziehn; und leuchtet ihnen 498 Bon dir in dieſe stets mein fehlt mir deine Liebe nicht. Welt 3. Wie groß ist jedes Beispiels Macht! D würd es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der sorglos bleibt und kühn des Lasters Werke treibt, den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt, der selbst die Schwachen gern bedrückt und listig in sein Neß verstrickt! 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, thn verklagt und dann sein frecher Geist verzagt! 6. Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Va ter, ich gelob es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und was sie haben, kommt von dir; du machest arm, du machest reich, doch vor dir sind wir alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du als Vater Alle liebst. Es sollen Alle glücklich sein und jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Ers den gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand und jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld bes mogen; denn alles Gute kommt von dir. Jch gab dir Glückseligkeit wahrer Christen. 374 dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von allem Stolze sein; ich den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich meines Glücks nicht freun? Wär ich wohl, hätt ich mehr, als er, auch besser dann und feliger? 6. Nein, gerne will ich Andre ehren, wie arm, wie niedrig sie auch sein. Sie können meiner nicht entbehren; ich fann mich ohne sie nicht freun. Nähm Keiner meines Glücks sich an, wie mein Ruhm! armi, wie hülflos wär ich dann! 7. Wer eitle Ehre gern entbehret und Tugend an Geringen gern erkennt und schäßet, der verehret der Niedern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! denn mit Zufriedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 499& n Mel. Wie groß ist des Allmächt. Entfernet euch, une felge Spötter! Jhr zittert, wo der Fromme glaubt mein Herz hat seinen Gott zum Retter und eine Hoffnung, die Nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben: ich weiß, dich ich nicht sterben tann; weiß, mit verklärtem Leib umgeben, schau ich ihn einst im Hinimel an. Glückseligkeit wahrer Christen. 2. Was seid ihr, stolze Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch derStlave, 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reis, Liebenswürdigkeit und Werth; gibt Würd und Hoheit jeder Tugend, die eiteln Schim mer gern entbehrt, Sie sei, o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt Den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrfucht Raub! Man rühmt euch heute, hast euch morgen; ihr waret Götter und seid Staub. 3. Was sind, Weltmenschen, eure Freuden, die Wollust, die euch trunken macht? Ein Christ sollt euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? hr rechnet mit erhittem Blute des fernen Tages Wollust aus? Die nahe schreckliche minute tilgt eucr Glück auf ewig aus. Glückseligkeit wahrer Christen. 4. Jhr seid dahin. Des Christen Größe geht auf, besiegt die kurze Nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Abscheu aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten und Bettler den Monarchen gleich, der Tag gibt Abel dem Ge rechten und macht des Christen Seele reich. 5. Ein Blick in meine zu funft treibet Verdruß und Angst aus meiner Bruft; ein Herz, das nicht auf Er den bleibet, ist sich des Him mels stets bewußt. Kein Unglück kann mich niederschlagen; ich weiß, mein Glück entgeht mir nie; ich darf vor Feinden nicht vers zagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. 375 Andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Günde schweiget und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket, wie unschäßbar ist mein Gewinn! 6. Du leßte Stunde meines Lebens, die du den Christen heilig bift, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was deiner würdig ist. Du lehrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. 3. Sout ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben und dann die innre Pein, mich selber zu verflagen, in meinem Busen tragen? Groß würde meine Thorheit sein. 4. Sein eignes Herz bekämpfen und seine Neigung dämpfen ist freilich schwere Pflicht; doch wenn wir uns besiegen; welch seliges Veranügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 5. Nichts fann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein gerubig Herz; das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. Mel. In allen meinen Thaten 6. Die Güter zu verachten, wonach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig wissen laß, 7. Zu dir gen Himmel Herr, mich stets genießen; schauen, o Goit, und mit denn hab ich dieses nur, so Bertrauen sich rühmen: ich ist für mich in Tagen, wann bin dein; gezählt zu den 500 in ruhiges Ge- Herz, dieß größte Gut. Ers Glückseligkeit wahrer Christen. 376 Erlösten, darf ich mich deis ner trösten; welch Glück, mein Gott, fann größer sein! 8. Läßt du mich im Gewissen einst diesen Trost genießen, wann Alles von mir weicht, wann ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet, so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werten laß mich die Hoffnung stärken, daß Nichts verdammlich an mir sei! Mel. Echon ist der Tag 501, welch ein un schäßbares Gut ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht, denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede ruht in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch das Gift der Lästerzungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Ge nug, er weiß davon sich rein und flieht auch sorgsam bösen Schein. Gott wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der fünftgen welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund, da wird der Fromme stegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unver legt Gewissen, des Lebens allerbefies Theil, zu haben sei beflissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein, dein heilig Recht nicht zu entweihn, das sei mein größter Gifer! 6. Gib, daß ich des Ge wissens Spruch als deine Stimme ehre und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, ſo laß mich, Vater, deine Huld voll Reu und Glauben suchen! 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich und nie aus Vorsap fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat im mer Glückseligkeit wahrer Christen. 377 den schwersten Kampf ge stritten. Gib, wenn ich ers mattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf mir machen, fämpfen, siegen! Friede Nel. Schmücke dich, o liebe Seele lohnet nach den Kriegen. 502 Vom Geräusch mer dich durch Jesum Christ, Allwissender, zum Troste. der Welt ge= schieden, schmeck ich des Erlösers Frieden und die Freuz de schon auf Erden, Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sünden seh ich unter mir verschwinden und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. D, was achten weise Christen jenen Reiz von nie. dern Lüften, jenen Glanz der eiteln Freuden und des Lebens turze Leiden, wenn sie schon im Geist am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblik ken, der sie dort einst wird entzücken! 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen, deine Huld wird mich beschirmen. Rurz nur sind des Jammers Pfade, ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich dei: nen Rath verehren, unter keiner Bürde sinken und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, tau sendfaches Leid erlitten und Mel. Wer nur den lieben Gott 503 Wenn ich ein gut be, so hab ich große Seligteit; es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit, in Freud und Leiden gibt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs, vor Gott zu treten und ihn vouGlaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir vers leiht und jedem Heil und Gegen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden, sie sind ein herber Augenblick; doch des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Erde Glück; und was fann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein! Glückseligkeit wahrer Christen. 378 5. Die Freudigkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; sie ist mein Labsal in den Schmerzen und in der Finsterniß mein Licht; sie macht getrost, wenn eine Welt erzittert und in Trümmer fällt. 6. Der bangen Todesfurcht entwöhnet eil ich der legten Stunde zu; dem Leibe, der nach Rast sich sehnet, zeiget sich im Grabe sanfte Ruh, indem mein Geist, den Gott belebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch manche Sünde, mein Heiland gib mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut; er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. D Seele, darum sei be flissen, daß Frömmigkeit und Heiligteit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt ich ohne dich! Mel. Herzliebster Jesu! 504 en wird, o Wen Gott, die Wonne der Erlösten nach dieses Lebens turzemKampfe trösten? Wenn schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 2. Wer heilig wird, wer abgewandt vom Bösen, sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den Sohn glaubt, seinen Herrn ihn nennet, ihn frei bekennet. 3. Wer deine Wahrheit unter Adams Kinder ver breitet, sie erleuchtet und die Sünder durch Thaten reizt, mit einem bessern Leben dich zu erheben; 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all als seine Brüder liebet, nicht lästert, fsie nicht kränkt und stolz sich blähet und keinen schmähet; nnd 5. Wer Sünden hasſet doch mit den Sün dern Mitleiden fühlet und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret, hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Armen speist, die Nackten flei det, froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben genüßt zu haben; 7. Wer, züchtig in Ge danken, teusch auch lebet: wer seines Werthes sich nie überhebet, im Glücke mäßig, gütig und bescheiden, getroft im Leiden; 8. Den wird, o Gott, die Glückseligkeit wahrer Christen. 379 die Wonne der Erlößten thes sind auf Erden in nach dieses Lebens turzem Beschwerden unsre Seelen. Kampfetrösten; den schmückt Herr, was kann bei dir im Himmel einst vor dei uns fehlen! nem Throne des Mittlers Krone. 4. G3 bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann Mel. Mein ganzer Geist 505 Wie groß ist der Herr vor aller Welt in unsre Ge ligkeit, o Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ärndtet von der Saat der Leiden! Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. 5. Wie glücklich, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! D laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, jo tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenkest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vater land; und wer will deiner starken Hand, Allmächtger, Wenn wir Mel. Son ist der Tag gleich hier müſsen firesten 506 Wein Leben hin und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, gibst unsern Seelen wahre Ruh und stärtest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum und Schafe seiner Weide. Gutes Mus und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlust entsage, von jeder bösen Neigung frei und deiner heilgen Vorschrift treu, rechtschaffen denk und handle. 2. Sanft führt dann deine Vatertreu mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Mora Glückseligkeit wahrer Christen. 380 Morgen wird sie neu zu reicherm Heil und Segen. Du, dessen Allmacht mich beichüßt, gewährst mir Alles, was mir nüßt, lentst Böses selbst zum Guten. 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herz, wie könnt ich je verzagen! Jchdulde standhaft jeden Schmerz; du hilft die Last mir tragen. Verlassen kannst du, Gott, mich nicht; stets warst du meine Zuversicht, du wirst es ewig bleiben. 4. Wenn deine Gnade mich erquickt und Ruh ins Herz mir sendet; Gott, wenn dein Friede mich beglückt und keine Reu mich Fränket, wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ewgen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, sie treu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gutes wirkt und schafft, mir Schwachen nicht verjagen. Mel. Eins ist noth, ach 507 ieblich find der Tugend Pfade, Heil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind ich Gottes Gnade und der hohen Freuden viel. Was hilft es mir, wenn ich auch Welten gewinne? Vergänglich ist jedes Vergnügen der Sinne. Nur Freuden der Tugend entfliehen mir nicht; sie bleiben, wenn Alles auch wantet und bricht. 2. Die Natur streut Lust und Wonne Jedem in den Bilgerlauf; aber schöner geht die Sonne für der Freund der Tugend auf. Ihm strablet von Sternen ein höhres Entzücken, ihm pflegen die Auen sich schöner zu schmücken. Die ir dischen Gaben sind Labfal ihm nur; drum beut fie ihm süßer die holde Natur. 3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er seine hohe Bahn. Keine Last kann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel; sein Sinn und sen Wandel ist hier schon im Himmel. Ihm folget der Beifall der Edeln und Ruh strömt ihm von dem Throne des Ewigen zu. 4. O wer wollte diese Freuden, diese Seligkeit Wer nicht verschmähn! selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend gehn! Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten, ben Glückseligkeit wahrer Christen. laben ihn wieder fanft kühlende Schatten. Drum muthig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild, o folget dem Herrn! Mel. Der unsere Menschheit 508 mein Glaub ist freuden schmeckt mein Herz. meines Le5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Jch übekindlich meine Pflicht, doch fühl ich es, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dieß: Gott hat Ge duld und straft mich nicht nach meiner Schuld. bens Ruh und führt mich beinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Chrift zu sein! 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube kehrt zurück der Staub, mein Geist wird nicht des Todes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 381 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich je ner Herrlichkeit mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft der Herr und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet alIer Schmerz und Himmels. 3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen! Dir, dir verdant ich meine Ruh; du heilest meine Wunden zu, du stillest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richteft du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs in meiner Heis ligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft Glückseligkeit wahrer Christen. 382 8. Dank fei dir, Jesu, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium fest glauben, hoffen, lieben! Es macht mich ruhig, es erfreut und führet mich zur Seligkeit; drum will ichs willig üben. Hier rühm ich meines Glaubens mich; für ihn preis ich dort ewig dich! Hoheit dieser Welt; bas Christenthum ist sein Be= hüter, daß er durch sie nicht wankt und fällt; kein irdisch Gut ist ihm ein Reiz zu Wollust, Ueppigkeit und Geiz. 5. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen beim Anblick seiner Brüder Noth, deckt er die Blöße nackter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod; er Mel. Wer nur den lieben Gott 509 Dem Wandrer schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. gleich, der auf der Reife das festgefeßte Biel verfehlt, durch Wüsten irrt und sich im Kreise von Furcht und Hoffnung sorgend quält, lebt auch der Chrift, deß Leitstern nicht ist Jesu Lehre helles Licht. 6. Wirf einen Blick auf ihn, wenn Leiden und Trübsal ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden, in guten Ta gen mich erquickt. Ich kenn in Leiden Gottes Huld und trag die Prüfungmit Geduld. 2. Er irrt umher auf düsterm Pfade, sucht Seelenruh und findt sie nicht; wünscht den Besig von Gottes Gnade, allein er mandelt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläft; er zagt, fein Glaube steht nicht fest. 7. Seh ihn im Kreise der Geschäfte, wie würdig scheint der Christ dir nicht, gewissenhaft braucht er die Kräfte zur Uebung seiner heilgen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Geligkeit. Schau auf ihn hin, wenn nun das Ende dem Wirkungskreise ihn entreißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl ich sterbend meinen Geist. Du bist mein Trost auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! 3. Wilst du das Glück des Christen kennen, so 8. sammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienieden schon erfreun. Sein Glaube hebet über Zeit und Gräber seine Seligkeit. 4. Betracht ihn im Besitz der Güter, der Ehr und Dritte Abtheilung. Lieder über 383 die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Leben des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Häusliche Gesellschaft. 3. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unMel. Wer nur den lieben Gott 510 Wohl dem, der verdrossen das, was er soll, in dem Ehebunde in treuer Lieb und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Lust und Heiterkeit durchwebt; er blickt mit ruhig frohem Sinn auf seiner Zukunft Tage hin! zu leisten strebt; wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus zum Siz des Segens weiht! 2. Wohl dem, dem from mer Kinder Segen den Ebe bund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen, in ihren Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Aeltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 4. Wohl uns, wenn auch bei unsern Freuden sich freut der Nachbar und der Freund; wenn er an unserm Schmerz und Leiden theilnehmend, tröstend mit uns weint, die Bruderhand uns willig reicht und Hülf und Beistand gern erzeigt! 5. Ja, denen, die dich findlich ehren, o Vater! strömt dein Segen zu. Sie wandeln folgsam deinen Leh 384 Gesinnung und Leben des Christen Lehren und traun auf dich was mit der Frömmigkeit und finden Ruh; sie finden besteht! Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 6. 3war wird auf oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gefandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband: oft stört des Grams, des Unfalls Wuth, oft Krank: heit ihren heitern Muth. 2. O felig, wenn die Her zen, gefaßt auf Freud und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! 7. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Bater, eingeschenkt; du wirst, du kannst sie nicht verlasjen, du, Gott, der seiner Kinder denkt und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 3. Es wohnet schon hie nieden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häuslichkeit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude fehlen, tein Segen der Zus friedenheit. Mel. In allen meinen Thaten 511 felig, wer zufrieden mit dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht; von Herzen ihm vertrauet und fest auf das nur bauet, 4. Sie mildert Sorg und Leiden, versüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand im fest vers einten Streben durchs kurze Pilgerleben zum Ziel im bessern Vaterland. 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen, wir werden einst uns wiederfehn, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen dantend vor ihm stehn, da, wo Der Ehestand. nicht Trennung und nicht 512 Von dishe Mel. Wer nur den lieben Gott dir, Gott, ner droht. Freuden, du, der du Mann und Weib erschufft und sie im Glück, sowie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten ganz zu weihn, laß unsers Bundes Endzweck sein! 2. Erhalt uns stets auf deinen Wegen, nimm gnäs dig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und jez den in besonderen Verbindungen. den Segen mit Dant aus deiner Hand empfahn und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfülle unfer ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe in Glück und Unglück, Freud und Schmerz, mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 4. Kein Christ verbittre seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den Einen Last und Plage, fo mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff auch dem Undern Heiterfeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn und stets mit dir geweihten Seelen im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit uns frer Tugend unser Glück. 385 erhöhen die in Ehren dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Wohl euch, wohl euch, fromme Gatten! In dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe! 3. So strecket weit sich um ein Haus ein rebenreicher Weinstock aus, so blühn auch Ehgenossen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch wie junge Frühlingssproffen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Beter zählt ihr, Väter, zählt ihr, Mütter, Sorg und Müh ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier verbunden hast, erleichtre ihres Lebens Last, gib, daß kein Segen fehle! Laß nie sie Mel. Mein ganzer Geist 513 Der Ehestand foll ihren Bund entweihn; laß heilig sein! Du, Schöpfer, septeft selbst ihn ein der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entges gen. Vater! Bater! dich treu sie, züchtig, friedsam sein, Ein Herz und Eine Seele! Lenke, lente, Geift der Liebe, ihre Triebe weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden! 5. D leite ste von Ueppigkeit auf Freuden, die R man 386 Gesinnung und Leben des Christen man nie bereut, auf Freu- ren sie des Erbenlebens Last den echter Tugend, damit und Müh, so trage jeder auch einst ihr Alter frei von gern sein Theil zu seines drückenden Beschwerden sei Gatten Trost und Heil! und heiter wie die Jugend! Segne, segne, o du Vater und Berather frommer Ehen, alle sie, die auf dich sehen! Bei Trauungen. Mel. Vom Himmel tam ter 514 ott, Schöpfer, Stifter heil ger Eh, schau auf dieß Paar aus deiner Höh, daß vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau auf sie herab, daß sie zusammen freundlich, gleichgesinnt, vor Allem gottesfürchtig sind! 3. Laß sie einander innig lich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu auch im Herzen rein und keusch in Wort und Werken sein! 4. 3usammen laß sie dir vertraun, zusammen ihre Seel erbaun, zusammen deinen Ruhm erhöhn und deis nen Segen sich erflehn. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß sie thun mit Freudigkeit; und so geling ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6. Empfinden und erfah7. Willst du durch Kinder sie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eh ihr Herz nie Gram und Jammer seh! 8. Wenn dein Rath ihnen Trübsal schickt, laß sie darin nicht unerquickt; gib heitre Tage nach dem Leid und segn es für die Ewigkeit! 9. Und trennet einst auch sie der Tod, so sei ihr Trost, daß unser Gott die tugendhaft sich hier geliebt, einander ewig wiedergibt. Mel. Mein ganzer Geift 515 Von dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ehe Bund geweiht; so weih auch fiezum Gegen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen stehn, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen! Laß sie, Vater, dir ergeben, einig leben, tren sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 2. O du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblickst auf allen unsern Wegen, Herr, laß fie ftets sich deiner freun; gib auch zu ihrem Thun Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben in besonderen Verbindungen. leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! Nach der Trauung. 516 Seb Mel. Mein Gott, das Herz eht hin! Der Gott der Eis nigkeit hat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht burch Frömmigkeit euch seines Segens werth! 2. 3hm heiliget Beruf und Stand; ihm heiligt euer Herz und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmers! 3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath, ihr einst den Pilgerlauf, er, der euch hier vereinigt hat, in seinen Himmel auf. Aelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen sterben 517 Menschen weif 387 Zucht heran, ohn Erkennts niß, ohne Tugend, kann er dann des Lebens Bahn würdig, mit Vernunft be treten? würdig dich, o Gott, anbeten? seinem Nächsten nüßlich sein, deiner Liebe sich erfreun? 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne auf Erden Kinder gnädig 3. Jeder, dem du hier weise werden, daß er ihre anvertraut, sorge, daß sie fie Tugend lieben und das Wohlfahrt baut; lehre früh Gute willig üben! Dieſe Pflicht ist ernst und groß. Nichts, ihr Aeltern, spricht euch los. 4. Menschenschöpfer! Tu gendmehrer! Laß, zu fördern Menschlichkeit, Väter, Mutter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit mit vereinter Sorgfalt wachen, unsre Jugend fromm zu machen, sie durch Lehr und Beispiel ziehn, selber Sünd und Lafter fliehn! und gut er 5. Pflanz in aller Kinziehen, die zum Leben Gott der Herzen weisen, from= erschuf, welch ein wichtiges Bemühen, welch ein feliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihs res eignen Heiles wegen, Kinder weis und gut er ziehn, welch ein wichtiges Bemühn! men Tugendfinn, daß sie nicht ihr Wohl verscherzen; laß sie Trägheit, Leichtsinn fliehen und um Unschuld sich bemühen! Führe sie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann! 6. Dort vor deinem Angesichte werden die Erzie her stehn; selig, wenn sie R 2 im Gesinnung und Leben des Christen 388 im Gerichte ihre Kinder vor dir sehn und dann fagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für fie: Gott, vergilt nun ihre Müh! 7. Menschen weis und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf, welch ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Laß, o Heilger, deinen Willen alle Aeltern treu erfüllen; lohne hier schon ihre Müh, lohn Vergelter, ewig sie! Mel. Wer nur den lieben Gott 518 err! welch ein schäfte für Neltern, Kinder zu erziehn! Gib Segen, Weisheit, Lust und Kräfte zu jedem redlichen Bemühn, wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht! 2. Du rufft die Menschen in das Leben und willst, sie sollen glücklich sein; hast ihnen den Beruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Durch Zucht zu beiden führet man sie früh zu weiser Ordnung an. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn und, diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu bemühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie baun das Wohlsein ihrer Jugend zu deis nes großen Namens Preis; fie lehren Weisheit fie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeihn fleht ihr Ge bet zu dir, in dessen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tieffte Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, ist guter Väter, der Kinder Mütter Lust, flößt Tugend 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichfeit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu sen ten, ist ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Lieblings nicht. 7. O welch ein wonne: reicher Segen für Aeltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, die Absicht nicht verfehlt! Luft strömt den Aeltern, Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für ein Voll, für ganze Staaten, o welch ein seliger Gewinn, wenn junge in besonderen Verbindungen. junge Bürger wohlgerathen, erzogen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried und Ruh nimmt dann durch sie auf Erden zu. 9. Ach aber welche Pest auf Erden bringt die vere säumte Kinderzucht! Sie häuft den Aeltern selbst Beschwerden, die oft her: nach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigkeit vermehren selbst noch dort ihr Leid. 10. Gott, lehr Aeltern dieß erwägen, erweck und stärke ihr Bemühn, daß unter deinem milden Segen sie ihre Kinder wohl erziehn! O laß sie einst so glücklich sein, mit ihnen sich noch dort zu freun! 389 sehn und, was sie lernen, auch verstehn! Mel. Wo Gott zum Haus 519 G Groß ist, ihr eltern, eure Pflicht! Verwahrlost eure Rinder nicht! Gewöhnet sie von früher Zeit mit Gott su frommer Thätigkeit. 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was Aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei. 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott kennen, seine Huld und Macht! Lehrt sie auf seine Werke 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tugend an! 5. Erstickt durch gute Lehr und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß sie werden Gottes Bild, gerecht und liebevoll und mild! 6. Zerstört des Lehrers Unterricht zu Haus durch böses Beispiel nicht; schüßt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Trog mit Unverstand! 7. Wißt, daß sie recht und irre gehn, so wie sie euern Wandel sehn! Sie sind durch Beispiel leicht regiert; weh, weh euch, wenn ihr sie verführt! 8. Jhr tunges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer eignen Jugend nicht! 9. Muthwillen nennt nie Wizz, nie preist des Knaben schadenfrohen Geist als Munterfeit, ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 10. Lehrt friedlich sie, ges nügsam sein, entbehren und sich dennoch freun; tilgt Geiz R 3 390 Gesinnung und Leben des Christen Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christensinn zur Luft! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh, an Ernst und Fleiß und lehret sie, daß Arbeit keine Sclaverei, daß sie das Glück des Menschen sei! 12. So nehmt euch ihrer Seelen an; Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägts und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. kennen, laß sie nie gefährlich irren, leite sie. 5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor ergerniß, und naht Versuchung ihnen sich, so stärke du sie väterlich. 2. Wenn treuer Aeltern Liebe sucht sie aufzuziehen in der Bucht, so steh, da mit sie glücklich sei, mit deiner Weisheit ihnen bei. 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb und Lust zu dir und laß sie meiden ohne Zwang Troß, Eigensinn und Müßiggang. 4. Gesegnet sei ihr Unters richt! Laß fie durch deines Wortes Licht dich recht er6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit. 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig deine Wege gehn, und Bür ger einst, voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! 8. Erhöre, Höchster, dieß Gebet; verleih, was wir von dir erfleht! Dann dan ten einst, Allvater, wir mit Mel. Bom Himmel tam ber 520 Die Rinder, de- allen unsern Kindern dir! ren wir uns freun, sind alle, Gott und Bater, bein, sind deine 521 Meine Ri Mel. Freu dich sehr, o meine Kinder, beste Gab, o Herr; bewahre sie, Barmherziger! ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei dir von ganzer Seele, Preis und Dant, o Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß sie nie, segne und behüte sie, daß fie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen. 2. Aber ach! wie viel Ge fahren warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht beine Hand sie hält? Unbezwing lich laß sie sein allen Lüsten, fromm in besonderen fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten. 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie verschonst; nicht, daß du durch ftete Freuden ihre Tugend hier schon lohnst, jeden ih rer Wünsche stillst, jede Hoffnung gleich erfüllst; nicht um Schäße, die vergehen, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer LebensKindespflicht. Mel. Gott des Himmels und dein 522 Kinder, die ihre noch im Kreise eurer guten Aeltern weilt und um Kleidung, Trant und Speise sorglos nur zu ihnen eilt, noch durch sie in jeder Pflicht Lehr empfangt und Unterricht; 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück; denkt der namenlosen Mühe, die sie euch vom Augenblick eures Aufblühns bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. reife, wie es längſt Rath ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht. Wichen sie von dir zurück, ihr ver lornes Seelenglück wär mit allen Erdenschäßen nimmer ihnen zu erseßen. Verbindungen. 391 7. Jener Eiegstag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten keines fehlen mag! frohlock ich: Vater, sich, hier bin ich, hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen. ihrer Dann 5. Doch die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Gehör; Laß nicht ihre Lebenstage, guter Gott, ganz freudenleer. Werden sie geprüft durch dich, o so sei es väterlich, und dann laß es ihren Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 6. Keins von meinen Kindern werde durch das Laster elend, Gott; feins dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott. Nüßlich laß der Welt sie sein, keine Müh und Arbeit scheun, still sich ihres FleiBes nähren und durch ihn dem Mangel wehren. 3. Aelternlieb ist ohne Schranken. Kinder, nie belohnt ihr sie; danten aber könnt ihr, danken euern Aeltern Lieb und Müh; danken manche lange Nacht, sorgenvoll für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folgsam sein, nie mit Vorfaß sie betrüben, jede Kränkung schnell bereun, ohne Klügeln R 4 ihnen 392 Gesinnung und Leben des Christen ihnen traun und auf ihre meine Dankbarkeit, mán Winke schaun; 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe tren, jedem Laster troßend geht, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den Aeltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Troft und Hülf erfreuen bei des Alters Ungemach, dieß ist Kindesdank und Pflicht. Kinder, dieß ver: gesset nicht! Mel. Jesus, meine Zuversicht 523 Gott, mein Vater, Dank sei dir! Du haft Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Aeltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir be glückst du ihre Müh und auch mir erhältst du sie. 2. Oft hab ich sie zwar betrübt, sie, die von den ersten Tagen doch so zärtlich mich geliebt, mich mit viel Geduld getragen. Gott, dadurch kränkt ich auch dich. Dwie beugt mein Undant mich! 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigensinn niemals ihre Lieb verscherzen; gib, daß Gehorsam sie erfreut! 4. Laß mich, Gott, vie du verlangst, jede Kindspflicht gern erfüllen! Dinn wie oft hat Sorg und Angst sie beschwert um meinetwil len! Haben sie nicht manche Nacht, wann ich schlief, für mich durchwacht? 5. Jesus stellte sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder, er war doch von Kindheit an seinen Aeltern unterthan. 6. Ihren Willen thun sei mir meine Lust! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache ſelbſt mich willig! Wohl mir dann! Dann wird auch mein dein verheißner Segen sein! 7. Laß auf ihre Wünsche mich kindlich und mit Sorg falt achten; ja, selbst ihren Wünschen mich noch zuvor zukommen trachten; nicht für sie Beschwerden scheun und ihr Glück mit Freuden sein! 8. Chrerbietig laß mein Herz wirklich sein und nicht blos scheinen. Laß mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thränen weinen, ihnen deine Hülf ers flehn, nach der Hülfe dich erhöhn! 9. Meiner Aeltern Schuß fet in besonderen Verbindungen. sei du! Ihrer Wallfahrtszeit auf Erden lege viele Jahre zu, laß sie alt im Geschwisterliebe. Segen werden und erhör Mel. Herr, ich habe mißgehandelt auch ihr Gebet, daß für 525 Wer mich um Weisheit fleht! 525 WennGeschwister fromm und weise, nachsichtsvoll und gütig sind; wenn in ihrem stillen Kreise stets des Friedens Quelle rinnt, o dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts verbunden sollen sie durchs Leben gehn und den Reiz der schnellen Stunden Mel. Wer nur den lieben Gott 524 Wir flehn für freundlich mehren und erhöhu; sollen Haß und Neid entfernen und auch Andre lieben. lernen. unsrer Neltern Leben dich, aller Menschen Vater, an. Du hast sie uns zum Heil gegeben, sie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Her zen danken wir für deine Vaterliebe dir. 3. Mit entschloßnem frohem Herzen üben sie, was Gott gebot, theilen Freude, Gram und Schmerzen, mindern jedes Tages Noth, warnen sich, so oft sie sehlen, und veredeln ihre Seelen. 10. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Vater, selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den späten Lebenstagen, so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Neltern Lohn! 393 2. Verleih uns stets für ihre Lehren ein offnes, weises, sanftes Herz und laß uns gern sie findlich ehren, daß niemals Kummer, Gram und Schmerz der treuen eltern Herzen fränkt und ihre Liebe von uns lenkt! 3. Gib ihnen deinen beBen Segen und Alles, was ihr Herz erfreut! Beschirme sie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Gesegnet sei ihr Erdenloos und einst ihr Lohn im Himmel groß! 4. O wer wollt in früher Jugend nicht schon fanft und friedlich sein? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer den Seinen kann betrüben, wird der Andre redlich lieben? 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gesegnet und erfreut. Aeltern sehn sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle R. 5 Haus 394 Gesinnung und Leben des Christent 6. Liebe, komm herab vom Himmel, komm in unser Herz herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! Hausgenossen streben, sich Eigensinn ist Verlegung mit Freuden zu umgeben. meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin, den noch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, hart und grausam sein heißt: der Menschheit Recht entweihn. 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets ge recht und treu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein Kind, wie ich, und erhält sein Recht durch dich. Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht Mel. Auf, Chriftenmensch 526 Du vertheilft ber 527 Durch dich, Gott, bin was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich als Herr so viel Gewinn vor ärmern Brüdern habe. Sie leihen ihre Dienste mir. Dieß, Gnädiger, verdank ich dir. 2. Erfüllen sie mit Redlichkeit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte, so gib, daß ich für ihre Treu auch danks bar und gefällig sei! 3. Hilf, daß ich jedem seine Pflicht aufs möglichste versüße; daß, wenn an Hülf es ihm gebricht, er sie von mir genieße; daß ich ihm Fehler gern verzeih und, wird er trant, sein Pfleger sei! Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Raih, machst oft Einen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Geschick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Hauses Glück treu sich mei: nem Dienste weiht; wer durch Folgsamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. 3. Er hat Recht auf Güt und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Borsag fehlt. Ich bin selbst nicht fehlerfrei; kann ich fordern, daß ers fei? 4. Hochmuth, Stolz und 4. Bib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm pers in besonderen vergönne, gern seine treue Redlichkeit, gern seinen Werth erkenne und ja aus nichtgem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn entzieh! 5. Auch der geringste Die ner ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein gleiches Recht. 6. D präge dieses tief mir ein! Nie müss ich mich erfühnen, gefühllos gegen die zu sein, die meinem Hause dienen. Der mir hier dient, ist Mensch wie ich; ich soll ihn lieben gleich als mich. Verbindungen. 395 3. Lehr ohne bittre Klagen des Lebens Last mich fragen und Weichlichkeit verschmähn; im Reden und im Schweigen mich ehrerbietig zeigen und gern den Weg der Demuth gehn! 2. Du heißt mich An dern dienen, und dien ich redlich ihnen, so folg ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen, dieß ist dein Wille, dein Gebot! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren und Schaden abzuwehren, soll meine Freude sein. Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsak nie betrüben, verdroßnen Sinn und Frechheit scheun. 5. Ich will sie nie beneiden; will alle Trägheit meiden und alle Zantsucht fliehn; will recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen und allem Leichtsinn mich entziehn. 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets zu werden, set Freude mir und Pflicht. Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er beFür Dienende. Mel. In allen meinen Thaten 528 Gott, deinen wei- reut sein Leben nicht. sen Willen soll Jeder hier erfüllen; laß ihn mir heilig sein! Laß alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 7. Du bist stets der Gerechte, der Herr der Herrn und Knechte und beider Trost nnd Heil. Wer nies drig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm wie der Höchste Theil. 8. Dieß laß mich stets erwägen; denn dieß gibt Trost und Segen und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, R 6 den 396 Gesinnung und Leben des Christen den Fleiß noch mehr vers gelten, womit ich Menschen nüglich war. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen, und du, Gott, willst mit Baterhand mich dabei unterstüßen. 3. D laß in meinem Dienst dieß nie mich aus den Augen seßen; und kostet mirs auch Kampf und Müh, nie meine Pflicht verlegen! Mel. Mein erst Geschäft sei Preis deinem Angesicht nicht kann 529 Berufen hast du entzogen werden. mich, mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 4. Gib, daß ich, meiner Pflicht getreu stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meines Diensts sich freu, mit Eifer mög erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das 3hrige betrachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier gen Händen aus schnöder Liebe zum Gewinn ihr Et: was zu entwenden! mir so werth, als obs das meine wäre. 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so seis mein Trost auf Erden, daß fie, Gott, 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie und wirst schon hier im Leben mir auch bei al ler meiner Müh, Gott, deis nen Frieden geben. 10. Rommt meines Les bens Abend dann, so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ehren an und schenkst mir ewgen Frieden. Für Wittwen. Mel. In allen meinen Thaten 530 2( uf Gott nur will ich sehen; er hört der Wittwen Flehen und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der Fels, auf den ich bauen kann. 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlassen! Dieß Trostwort will ich fassen, es ist mein stärkster Wanderstab. 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Wittwen waren, da sah Gott gnädig hin. Er pflegte die Betrübten in besonderen ten, wenn sie nur stets ihn liebten und wandelten nach seinem Sinn. 4. Auch mich wird er be merken, mich trösten, segnen, stärken und mir zur Seite stehn. Wie groß ist seine Güte! Mit ruhigem Für Waisen. In voriger Melodie. Gemüthe will ich auf fei- 5313m Frühling mei nen Wegen gehn. 5. Ich will ihn gläubig ehren und meine Tugend mehren in stiller Einsamteit. Er sieht ja, wie ichs meine, er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 6. Auch wenn ich mehr noch litte, bis zu dem lepten Schritte will ich ihm folgsam sein. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt erfundne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit jeder Last und Plage wie Träume leicht dahin; ich lege meine Glieder im Lode ruhig nieder und weiß, daß ich erlöset bin. Verbindungen. 397 Tod uns wieder, dann schallen unsre Lieder durchs thränenfreie Vaterland. 8. Einst geh ich den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm dan fen für die Zähren, die ich als Wittwe hier geweint! 9. Dann find ich, den ich liebte, deß Tod mich einst betrübte, in meines Gottes Hand; dann trennt kein Gott, sah ich schon die Bahre des guten Vaters stehn; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind mußt ich ihr Grab schon sehn. 2. Unwissend, was mir nüße, so schwach und ohne Stüße, muß ich verlassen gehn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Flehn? 3. Doch wer wars, der mich beugte, so tief zum Staube neigte? Warst dus nicht, großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja beweisen und Armen Gutes thun; Verlaßne willst du hören, die Aelternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt, die sich auf dich verließen, R7 sahn 398 Gesinnung und Leben des Christen sahn, Gott, zu deinen Fü. ben ihr heißes Flehn von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht hassen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir ganz vertraun. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, auf dich in trüben Stunden schaun! 7. Ja, du wirst mich er: nähren, mir Rath und Hülf gewähren. Wo ist ein Gott wie du? Nur was mir nüßt, das schenke mir, deis nem Kind, und lente mir frommer Menschen Liebe zu! 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und Gefahren und Laster um mich sind, o dann sei, treuer Vater, meinFührer, Freund, Berather, ach dann verlaß nur nicht dein Kind! 9. Es schlag von früher Jugend für Gottesfurcht und Tugend und Unschuld nur mein Herz! Fromm sein auf deinen Wegen sei meine Lust, mein Eegen und Unrecht thun und sehn mein Schmerz! 10. Arbeitsamkeit und Treue, begangner Fehler Reue, ein wahres Christenthum, ein zärtlich Herz für Freunde und Sanftmuth gegen Feinde, dieß sei mir mehr, als Glück und Ruhm. 11. Und die, die mich er. ziehen mit redlichem Bemühen, an Aeltern Statt mir sind, mich warnen und belehren, laß herzlich mich verehren, sie dankbar lieben wie ihr Kind. 12. Jhr Lohn sei, Gott, dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer sein; und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freun! 13. Verklärt werd ich dann stehen, die Aeltern wiedersehen, um die ich hier ge weint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, beten: lohn ihnen ewig, Menschenfreund! Dankbarkeit gegen Wohlthäter. Mel. Wer nur den lieben Gott 532 Wentrebeit, bir Lenn an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu sein; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreun, mit reichem Se gen segne dann sie, dich ich nicht belohnen fann! 2. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; von Kummer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Tröster sein; und kann ich lindern ihre Noth, mit Freu in besonderen Verbindungen. Freuden will ichs thun, D Gott! 3. Und kann ichs nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! Denn, Herr, fie thaten wohl an mir. Auf Jeden komme Frend Herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will sie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, er. Klagen nicht beschweren, beleuchtet selbst durch dich, den scheiden stets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neidisch sein und nie betrübt. viel Seelen für dein Reich Jüngern Jesu gleichgesinnt, gewinnt! 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten sie! Empfinden sie Gefahr und Schmerz, jo tröst und heile selbst ihr Herz! 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr und That voll Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte Hörer sein und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht erflärt! 6. Dein Wort ist, was sie lehren, Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und besser werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einst sie scheiden, gnädig an! Er quicke sie mit Troft im Sterben, die mir im Leben wohl gethan; und dort, o Gott, por deinem Thron sei herrlich einst und groß ihr Lohn! 399 dein; dein soll auch Dant und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heilig Wort und Licht mit ihm und Tugend fort. 7. Ermahnen, warnen strafen sie, so weigre, wer sie hört, sie nie zu hassen, was du uns verbeutst, zu Mel. Wo Gott zum Haus 533 Das Amt der Leh- thun, was durch sie ge= rer, Herr, ist beutst. 8. Das 400 Gesinnung und Leben des Christen 8. Das ist der Lehrer Zeit zum Leben in der bester Lohn, wenn ihrer Ewigkeit, gib, Herr, ihm Mühe Früchte schon sie Licht und Kräfte. Lehr hier in unsrer Tugend ihn, hilf ihm thun und leis sehn, mit uns den Weg ten, bulden, streiten, beten, zum Himmel gehn. wachen, selig sich und uns zu machen. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank sie, durch Haß und Spott zu fränken, daß sie, was fie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun! 3. Laß deinen Geist stets auf ihm rubn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, was ihn betrübe. Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Üeben hilf uns dann im Leiden, wie in Freuden, seine Lehre uns zum Heil und dir zur Chre! 10. Ja, Gott, wir wollen sie erfreun und dankbar fromme Hörer sein, so führst du einst auch uns jugleich mit ihnen in bein ewges Reich. Bei Einführung eines Religionslehrers. 534 Wob Mel. Mein ganzer Geift, Gott ohl uns! Wohl uns, daß Gott uns liebt und immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die, aufgeklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset seine Treue! Wieder neue ward sie heute; Dank sei unfre heilge Freude! 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! zu bilden uns hier in der 4. Wann einst dein großer Tag erscheint, laß ihn, laß unsern besten Freund uns dir entgegenführen! Die Seelen sind ihm zugezählt; o gib, daß dort ihm teine fehlt! Laß keine sich verlieren! Gott, wie werden wir uns freuen um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! Nach der Handlung. 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand, wir gehn mit bir ins Vaterland; du führst uns in besonderen uns. Amen! Amen! Hei lig bleib uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu les ben, sei stets unser freudig Streben! Bei der Confirmation. 5. Zeig, Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuern Seelen, die jest auf ihre Lebenszeit sich hier D Mel. Es ist das Heil uns 535 Die hier vor dei mit dir vermählen! nem Antlig stehn, sind, Jesu, deine Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder; gib ihnen, durch deinen treuer Heiland, sie sind dein! Schreib heut ins Buch des Lebens ein die Namen dieser Christen! Mel. Mitten wir im Leben Geist das Gute, das dein 536 ärté fie, deine St tärke, Mittler, Wort verheißt, im Leben. und im Sterben! stärke theur Erlösten! Laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trösten! Wach über ihre Seelen! Sie flehn und schwören alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine heilgen Lehren. Ist Freude dort vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren, ſo laß auch heute Freude sein, da diese Kinder dir sich weihn und ihren Bund erneuen! 3. D laß sie Gnad und nicht Gericht in dieser Stund empfahen, wenn sie mit Glaub und Zuversicht zu deinem Tische nahen! 63 stärke sie dieß Lebensbrod, damit sie, Jesu, dei nen Tod verkünden durch ihr Leben! Verbindungen. 401 Schwachheit auf; und wenn sich Lüfte regen, so laß fie gläubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn und muthig überwinden! 4. Lacht ihnen bei dem edeln Lauf die falsche Welt entgegen, so hilf du ihrer 2. Ach, wie Viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb erkalten; Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, die dir schwören, dir sich weihn! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott Gesinnung und Leben des Christen 402 Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreiein ger Gott! Stärke sie, die Deinen, in des Glaubens Zuversicht und wahrer Zugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten; ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen. Die Triebe zu verbotner Lust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen Seelenheils weit überwinden! 4. In der Todesnoth laß fie, deine theur Erlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Herr, laß sie bei dir leben! Einst sammle sie mit uns zugleich in dein un vergänglich Reich! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! Mel. Freu dich sehr o meine S. 537 Sei getreu in deinem Glauben, laß dir diesen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rau= ben, halte treulich deinen Bund, den dein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott ge schlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm freulos hat geschworen! 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 3. Sei getreu in deinen Leiden und laß dich kein Ungemach, keine Noth von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünschest, wehrt. Halt an seine Treu dich fest; glaub, daß er dich nicht vers läßt; seine Hülf ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und keine Noth je von deinem Gott dich wende; sei ihm treu bis in den Tod! O das Leben dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die bein in besonderen Verbindungen. 403 dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Keines, keines, ach, von Allen, die mit dir den Bund erneun, laß aus deiner Mel. Odu Liebe meiner Liebe 538Mittler, schau auf Gnade fallen und von dir fie hernieder, die sich deiner Gnade freun und als deiner Kirche Glieder dir geloben treu zu sein, dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau bei ihrer Weihe, segnend schau auf sie herab! geschieden sein! Herr, verfiegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht; Keinem laß die Krone rauben, die du Allen zugedacht. 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; sich, die Thränen, die sie weinen, zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühlen nie erkalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß sie treu im Glauben stehn! dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt sein, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Irre fich zerstreun! Schüße sie vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt, laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt! 3. Laß sie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre sein und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich flehn, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn! 4. Halte sie mit starken Urmen, wenn ſie straucheln wollen, fest; fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahn, ach, dann nimm 7. Gammle sie einst alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einst, den Engeln Gottes gleich, singen sie dir, Herr, zu Ehren dann ihr Loblied hoch erfreut in der Auserwählten Chören laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Chriftus, der ist mein Leben 539 ich diese jungent Seelen, die, Vater, die sich nahn! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfahn. 2. Sie kommen, dir, o Bater, sich feierlich zu weihn und 404 Gesinnung und Leben des Christen und heilig zu geloben, dir ewig treu zu sein; 3. Versuchungen zur Sünde mit Muth zu widerstehn, den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn; 4. D blick auf sie mit Segen, Alliebender, herab, daß sie vom Weihaltare treu wandeln bis ans Grab! ( DieConfirmanden allein.) 5. Gott, welche heilge Stunde! Laß sie gesegnet sein! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. 6. Dich immer findlich lieben, gehorchen willig dir und gern dem nächsten die nen, ja, Gott, das wollen mir. 7. Wir wollen jede Sünde, das kleinste Unrecht scheun und immer besser werden und uns in Unschuld freun. 8. D blick auf uns mit Segen von deinem Thron herab und laß uns dem Gelübde getreu sein bis ans Grab. der Allwissende gehört. Ihr jungen Christen, denket nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet, Gott und der Tugend treu zu sein. Von neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Leben ganz zu weihn. O heiBergesset dieses Tages nicht! lig set euch diese Pflicht! ( Die Confirmirten allein.) Mel. Werbe munter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich sein! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir, Gott treu zu sein, nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Aug im Tode bricht. Gott, der alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. 4. Ja, wir wollen uns ergeben unserm Gott und nicht der Welt und in unserm ganzen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier fäet in der Zeit, ärndtet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein) Del. Wer nur ben lieben Gott 540 Rinder, dieser( Die Gemeinde allein.) Tag Bundes sei euerm Herzen ewig werth; denn das Versprechen eures Mundes hat Mel. Wer nur ben lieben Gott 5. Dwohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herz in besonderen Verbindungen. 405 Herz es redlich meint! Dann Hilf, daß unser Herz dir wird auch Gott euch Segen treu, standhaft unsre Tugeben; dann bleibt Gott gend sei! ewig euer Freund; dann wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Jesus, meine Zuversicht 541 Gottes Gnade fei mit euch! Sie verleih euch Kraft und Segen! Wallet freudig, Engeln gleich, euerm hohen Ziel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Allvergelters Thron. 2. Heilig sei euch dieser Tag, heilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod! ( Die Confirmirten allein.) 3. Ja, zu treuer Folgsamkeit haben wir uns dir verpflichtet. Unser Herz sei bir geweiht, unser Geist auf dich gerichtet. O wie selig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! ( Alle.) 5. Sich, o Herr, wir alle flehn: Stärke liebreich unsre Seelen, laß uns niemals irre gehn, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. ( 3um Schluß der Confirmationshandlung.) Mel. Allein Gott in der Höh err Gott! was 542 Hett irdisch ist, vergeht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig festbesteht, hast du dem Geist gegeben; es bleibt der Wahrheit helles Licht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht und Jesu heilge Lehre. 2. Die Lehre bleib uns bis ans Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schuß, des Alters Stab, des Herzens Trost und Segen! Sie leit in aller Freud und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben. Bei Einweihung einer Kirche. 4. Stärt uns nur mit deiner Kraft! Schüß uns vor der Macht der Sün- 543 Von heiligem Geben! wir gewissens haft böse Lüfte überwinden! dacht Gesinnung und Leben des Christen 406 dacht tief durchbrungen, sei, Gott, dir heut von uns Lob, Preis und Dank gefungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freun; drum weihen wir dieß Haus zu deinem Tempel ein. 2. Anbetend dir sich nahn, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dant, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Heiligthum! 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehre faffen und zur Befolgung uns, zur Treu ermuntern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh: hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. 4. Hier sollen am Altar sich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbundnen nahn, dir heilg'en ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwören Lieb und Treu, damit ihr Leben dir stets wohlgefällig sei. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild jeder Tugend; hier schwört es einst den Schwur, Gott ewig treu zu sein, und tritt dann in den Bund erwachs ner Christen ein. 6. Hier follen wir vereint das Mahl der Liebe feiern und ernstlich den Ent schluß der Besserung er neuern, erinnern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn durch Leben und durch Tod uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets erwägen und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überlegen. Dann wird der Tag der Weih ein Tag des Se gens sein, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freun. Bei Einführung eines Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr 544 as dankbar uns die Lehrer eh ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu be Lehren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuziehn! O welche Saat wird durch sie außgestreut! Sie teimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig find die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Wo in besonderen Verbindungen. Woher kommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leidenschaft? 3. Breis dir und Dank, der du der Jugend auch unter uns mit Baterhuld gedenkst und zu der Weisheit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lentft! Wie weise, Gott, wie liebreich, Herr, bist du! Turch Schulen auch strömst du uns Segen zu. 4. Froh sehn der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich Dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort, so feßen sie dein Wert auf Er ben fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen Flerß im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude sein! Erfülle sie mit Ach tung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 407 Sittlichkeit verbreite fich durch sie zu jeder Zeit! 7. O welche Pflichten! Welche Würde! Gott, steh auch esem neuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getrost und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, bas gern ihn hört und dankbar ist und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn entweicht, dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, solang es Tag noch ist! 9. D Gott, laß jede Schule blühn und reich an Frucht für Welt und Nachwelt sein! Laß jedes Lehrers Eifer glühn, die Dunkelheit der Seelen zu zerstreun, und einst erheb ihn die be glückte Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Hers zen an sich ziehn; auch wenn sie strafen, noch belehren und sorgsam selbst den Schein des Unrechts fliehn! Religion und reine Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesn Chrift, dich 545 Nach Gottes weis heitsvollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur Gesinnung und Leben des Christen Vaterlandsliebe. 408 2. Nur durch vereinte Thätigteit, die sich dem Dienst des Staates weiht, Mel. Schon ist der Tag fieht man der Bürger Bohl 546 Das Land, das fahrt blühn. Gott mir vä: terlich zur Wohnung ange wiesen, läßt seines treuen Schußes mich in Glück und Noth genießen, es gibt mir Nahrung, Sicherheit, er hält Recht und Gerechtig keit und schüßt mein Gut und Leben. 2. Drum will ich stets er. fenntlich sein, durch nüßliche Geschäfte mich der ge meinen Wohlfahrt weihn, will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schüßt und mir und meinen Brüdern nüßt, mit treuem Eifer widmen. 3. Nie will ich Ruh und Sicherheit im Staate fre velnd stören, will meine Landesobrigkeit als Gottes Ordnung ehren und ihren Willen federzeit mit treuer Unterwürfigkeit nach Mög lichkeit erfüllen. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern, will stets ihr widriges Geschick, so viel ich kann, vermindern, will freundlich dienen Jedermann und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der nüßt durch Kunft dem Vaterland und durch die Arbeit seiner Hand; 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Einficht, Kenntniß, Wissenschaft; der nüßt mit seinem kühnen Muth und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpfst du, Gott, durch jeden Stand der allgemeinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reichthum, Ueberfluß und aller seitiger Genuß, Bequemlich: keit und Freud und Ruh fließt uns durch diese Ord nung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig sein, nicht seines Standes sich erfreun, auf der ihm angewiefnen Bahn nicht wirken, was er wirken kann? 8. Wer jede ihm verliehne Kraft gebraucht und durch fie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich und für die Welt. 5. Auf, Brüder, die ihrs redlich meint, nüßt eurem Va in besonderen Verbindungen. 409 Vaterlande, das euch zu Kräfte, Sorgfalt, Eifer gleichem Zweck vereint, in weiht, gon thut, was jedes jedem Amt und Stande! ihm gebeut. Und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es Jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 5. Wenn er gewissenhaft stets ist, nie seines Bürgereids vergißt und das, was er entrichten soll, gern beiträgt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ists, wenn er als Bürger denkt, nie andrer Bürger Rechte fränkt und fern von schlauer Ränke List zum Wohl des Landes thätig ist. 6. Gott, steh uns bei, daß alle wir nach unsern Pflichten leben und schon als gute Bürger hier nach jenem Reiche streben, in das nur treue Knechte gehn, die in dem Dienste hier be stehn, zu dem du sie berufen. Obrigkeit und Unterthan. Mel. Vom Himmel kam der 547 Gott, der zum Segen für die Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen Jeder treu, gehorsam und ergeben sei. 2. Sie machen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch fie fließt Sicherheit und Ruh den Bürgern aller Stände zu. 7. Er weiß: nur des Gefezes Kraft, und wär es währt dem Volfe Sicherheit auch noch mangelhaft, geund Ordnung und Zufriedenheit. 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgsam dem Geseß und treu und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 9. D Gott, laß stets gewissenhaft und stark durch deines Geistes Kraft mich allen meinen Pflichten weihn, so kann ich deiner Huld mich freun. 3. Nicht Jeder ist in Würden groß; oft ist ein niedrer Stand sein boch Jeber, sei er noch so 548 W thus mit Luft! Mel. Ans der Tiefe rufe ich gehorcht, der flein, fann achtungswerth als Bürger sein. 4. Er ists, wenn er den Fürsten liebt und den Gesehen, die er gibt, Zeit, Jeder Bürger, sich bes wußt, daß nicht Jeder herrschen kann, sei ein guter Unterthan! 2. Bist Gesinnung und Leben des Christen 410 2. Bist du niedrig, bift du groß: sei vergnügt mit deinem Loos! Schäm dich deines Standes nicht; nö thig ist ja Jedes Pflicht. 3. 3ur gemeinen Wohlfahrt sei dem Geseze stets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schaue Jesum Chris ftum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gefeß gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr gebührt. Schoß und Boll dem, der regiert! Gib, als gäbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! 6. Ordnung und Gerech: tigkeit, Schuß und Fried und Sicherheit, welch ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! 7. Lebe selbst gewissens haft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn und sieh nur du, daß du selbst gerecht seist, zu! 8. Obrigkeit und Unterthan, betet Gott, den Höchsten, an! Fürchtet ihn, denn fein Gericht wird gerecht sein. Sündigt nicht! Hoher Stand. Diel. Vom Simmel fam ber 549 W er höher durch Geburt schon ist, als seine Brüder, kenn als Christ des bessern Adels Werth und Pflicht, den fühl er, den entehr er nicht. 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, kein Tyrann, so mild und liebreich, als aerecht; er ist, wie sie, auch Gottes Knecht. 3. Nicht wähn er, weil er groß und frei vor den Geringern ist, er ſei erha ben über Recht und Pflicht und Rechenschaft, das wähn er nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Ver achtung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! 5. Er hasse Graufamkeit und Zwang, verprasse nicht durch Müßiggang, was Gott ihm giebt, beglückt zu sein mit Andern, aber nie allein! 6., Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm seine Felder pflügt! Wohlthätig soll er sein; denn er ward darum nur des Armen Herr! 7. Er( denn er hat mehr macht und Zeit zu höhern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat. 8. Verächtlicher, als Sklaven, ist im Tod einst Jeder, der vergißt, daß er des Vater: 411 und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissensqual, erscheinen sie im Todesthal und am Vers geltungstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet Nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt werden könnte. Der Richter. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gefeßes Wegen, und jedes Mel. Schon ist der Tag von Gott Urtheil, das er fällt, bringt 550 Gewöhne dich seinem Herzen Segen. O wohl dem Land, wo jederzeit nur Wahrheit und Ge rechtigkeit in allen Ständen blühen! durch Wort und That Gerechtigkeit zu üben und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Richter, der dieß je vergißt, parteiisch und bestechlich ist, zerstört das Glück der Erde. 6. Laß Jeden hier sein Amt getreu, o Gott, vor dir vers walten und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr, o Vater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. 7. Es fuche Jeder, der dich kennt, im Guten sich zu stärken, und wer den Namen Jesu nennt, lab ab von bösen Werken! Gib deinen Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle. 8. Gerechter Gott, be52 lohne in besonderen Verbindungen. terlandes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 9. Doch wenn ers nicht vergißt, so freut der Niedrige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich stets bestrebt. 10. Und spricht in seinem Tode dann: Das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth! 2. O wehe denen, welche nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verlegung ihrer Pflicht Gesetz und Rechte beugen! Sie jäen Fluch und ärndten Fluch durch ihren feilen Richterspruch; denn Gott beschüßt die Wahrheit. 3. Wenn sie nicht treu im Amte sind: Gott fennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt 412 Gesinnung und Leben des Christen Iohne die, die sich vom Un- Frevel treib! Daß Jeder recht wenden! Erquicke sie schone Greis und Weib nach Kampf und Mäh, und Kind und Säugling, wenn sie den Lauf vollen- wie den Mann, der widers den! Zu deinen Freuden stehn nicht mag, noch fann! nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Taus fende beglückte. 7. Wer vor euch niederfällt, den hebt mit Brüderarmen auf: wer bebt, den tröstet, Brüder, nie vergießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ift! Der Soldat. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 8. Dann seid ihr wahre 551 Bewaffnete! der Helden, feid Vertheidiger Krieger Stand bewacht, beschützt das Vaterland und stehet dem Gefeze bei, damit sein Ausspruch wirksam sei. der Menschlichkeit, dem Volt, wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 2. Gehorsam, Treu und Zapferkeit zeigt brum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edeln Endzweck eurer Pflicht! 3. Welch ein Beruf, wie ehrenwerth! O daß ihr immer ihn nur hört! Weh, wer ihn aus den Augen sept seine Pflicht verlegt! 4. Chrt Wahrheit, Recht und fürchtet Goft; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu feiner Zeit von ihrer Christenpflicht befreit. 5. Bieht ihr in Krieg, so störet nie die Rechte Andrer; fchübet fie! Gewalt übt ungeheißen nicht; stets leit euch Chrgefühl und Pflicht! 6. daß nicht Einer 9. Gott sei mit euch in Fried und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit euch im Leben und im Zod! Hier segne, dort be glück euch Gott! Der Landmann." met. Erschienen ist ber herrlich mir, 552 Wohl Schöpfer, denn mein Stand ist auch von dir; du schufft das Land für meinen Fleiß und väterlich beglückst und fegnest du auch mich. Ge lobt seist du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meis nen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich. 3. Im Schweiße meines Ane in besonderen Angesichts arbeite ich, doch wann gebrichts mir, wenn ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an Zufrieden heit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die Unschuld, die nie Arges thut, und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 5. Was hat der Reiche dann voraus? Mehr Macht und Pracht, ein glänzend Haus; doch auch mehr Sorg und Ueberbruß, bei alDer Nachbar. lem seinem lleberfluß mehr 553 6ch fromm und Rel. Was Gott thut, das ist gib, Furcht und Gram. 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh und Kraft, wohl aber größre Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut bin, werd ich selig, wie der Fürst der Erd, wenn er gut ist. 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh und Lust auch gern, doch nur in dessen Brust, der Gott gefällt. 8. In seiner Werte Herrlichkeit seh ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. 9. Des Weisen Achtung fehlt mir nicht, erfüll ich reblich meine Pflicht; ich Verbindungen. 413 bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähr es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. 10. Wohl mir, wohl mir! Jch baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärndt ich nicht schon hier den Lohn, ich ärndt ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen und ihnen beizustehen. 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Rummer machen! MeinHerz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ers muntre mich, stets nachbars lich das Gut, das sie besizen, nach Möglichkeit zu schüßen! 3. Gib, daß ich gern ver schwiegen sei und stets den Frieden suche, nie nähre Neid und Heuchelei, nie Heimlich Nachbarn fluche! Und thun sie mir auch Unrecht hier, hab ichs nur Unrecht nicht 414 Gesinnung und Leben des Christen nicht verschuldet, so wird lei, von Schmähung und es leicht erduldet. Verstellung frei, was sünd: lich ist, nie rede! 4. Was hilft ein feindseliger Sinn? Er führt nur ins Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit dahin! Wer weiß, wie bald wir sterben! O Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar sein, was mir dein Wort gebie. tet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in ewgem Frieden leben. Umgang. Mel. Schon ist der Tag von Gott 554 Die Bunge, die vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. D, mißbraucht ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie flucht und segnet, fleht und droht, kann hei: len und verwunden. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich von niedrer Schmeiches 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken. Hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernst dieß wohl bedenten! Bum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nüßen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 4. D wehe dem verwegnen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn kund, wie oft zu spät bes reuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr es mich bedenken! 5. Auch wehe dem, der Tücke liebt und dessen Worte trügen; der seinen Nächs sten gern betrübt mit Falsch heit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur offner Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns begleitet. 6. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, bas rebet überall der Christ, spricht, wenn es Nußen bringet, und scheut den Zorn der Men schen nicht. Doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, enn es die Liebe fordert. 7. D gib mir, Gott, ein reines Herz und laß mich Spöt in besonderen Verbindungen. 415 Freud und Leid, mit brüderlicher Herzlichkeit; und treues mitgefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 7. Trennt auch das Schicksal Freund von Freund, die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath und, wo wir welch ein Se können, durch die That. ein 8. Vollenden wir einst unsern Lauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. Spöttereien und frechen, fittenlosen Scherz mit frommem Eifer scheuen! 3um Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von meinen Worten geben. Freundschaft. Mel. Vom Himmel fam ber 555 gen ist Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in Einem Geiste In eigener Melodie. dann mit mir für Wahrs 556 H errlich ists, an heit nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! Freundes Hand durch das Leben wandeln und durch Zugend und Verstand fest vereinigt handeln! Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde habe! 3. Wir theilen brüders lich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleidh fromm zu sein, gleich tugendhaft. 2. 4. Vom Irren hält er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blick; und wenn er mir zu irren scheint, so warn ich treulich ihn als Freund. 5. Nicht Argwohn, Mißtraun oder Streit, nicht Freude und nicht Traurigfeit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt unsrer Freundschaft festes Band. 6. Wir theilen Alles, 3. Aber da istFreundschaft nicht, wo nicht Tugend wohnet, wo nicht auf dem Angesicht Herzensgüte thronet. 4. Sittsam ist sie, nicht beim Spiel, nicht bei Trinkgelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Aber sieh, du findest sie bei unschuldgen Scherzen; nur bei der Verleumdung nie, nie bei bösen Herzen. S4 6. Freund 416 6. Freundschaft lehrt be scheiden sein, Andrer Vorzüg ehren, Freundschaft wird dir manche Bein in Vergnügen kehren. 7. Freundschaft zeigt dir klar und frei alle deineFehler, schmeichelt nicht und macht dabei fröhlich deine Seele. Erden. Gesinnung und Leben des Christen ( Die Lieder 557-559 find ausgefallen.) 8. Lächelst du, fie lächel: mit, weint bei deinen Leiden unter ihrem sanften Tritt sprossen tausend Freuden. 9. Möcht ein Jeder doch recht früh ihrer würdig wer den! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Gesinnung und Leben des Christen zu besonderen Zeiten. Am Morgen. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 560 Dich jeh ich wie der, Morgens licht und freue mich der heilgen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, bir mit Herz und Mund lobsingen, Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen! Zu meinem Leben sepest du jept einen neuen Tag hinzu, sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich und ich merke neue Stärke; dich erhebeHerz und Mund, solang ich lebel 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die turze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nügen mich bemühe! Prüfe, siehe, wie ichs meine, dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein Irrender! Er halte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Ach, im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale 417 Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur deinen Beistand nicht. 5. Froh werd ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen, drum schrecket auch der Tod mich Mel. Wer nur den lieben Gott 561 You Dank an nicht; und endet heute sich oll mein Lauf, so eilt mein Geist zu dir hinauf. diesem neuen Morgen blick ich zu dir empor, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu sorgen, mein Schuß zu sein vor jeder Noth; du schüßtest auch diese Nacht: durch dich gestärkt bin ich erwacht. zu besonderen Zeiten. Thale wall ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 2. Wem dank ichs sonst, als deiner Güte, daß mich, D Gott, fein Unfall traf? Mit innig freudigem Gemüthe dank ich dir Stärfung, Ruh und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir sein und Kraft zum Guten mir verleihn! 3. Wie viele Tausend meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mirerwacht; sie sehen nicht die Sonne wieder, nicht deiner Schöpfung neue Pracht. Ich lebe noch und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit. 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig sein! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! In eigener Melodie. 562 Gott des Himz mels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns schei nen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und be wacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Gleich der Nacht laß meine Sünden vor der Gnade Glanz vergehn, die durch Christum Aue finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich aufer= 55 stehen 418 Gesinnung und Leben des Christen stehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Auf der Bahn der Tugend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht und verleibe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschent, die Gnadenzeit, werde nie von mir entweiht. 6. Deinem Schuße sei ergeben Alles, was ich hab und bin! Dir vertrau ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen bin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich, dein Eigenthum! 7. Hülfe wolleft bu mir fenden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir aum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin. fet und, was er schuf, er freut! 2. Von dir ist mir gege ben, Herr, was ich hab und bin! Und dieß mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz ver schwunden der Wallfahrt turze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 3. D süßer, hoher Glaube, vom Tod einst aufzustehn! Mein Leib nur wird zu Staube, mein Geist wird michs nie vergessen! Der nicht vergehn. Ach, laß heilgen Hoffnung voll, las täglich mich ermessen, was einst ich werden soll! 4. Sollt ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trachten? Nie komm es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein! 5. Getrost, mein Geist, ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zu versicht. Ermuntre dich und streite: des Sieges Lohn ist nah! Getrost! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. Mel. Befiehl du deine Wege 563 Lob fei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht, der, wenn wir ohne Sorgen ents schlummern, für uns wacht, der uns im Schlaf erquicket erneut; Gott, der die Erde schmüti 564 Mein erst Ge In eigener Melodie. Preis zu besonderen Zeiten. 419 Breis und Dank! Erhebe 9. Gib mir ein Herz voll Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue. 10. Daß ich mit Freudigkeit und Muth mich stets zu bessern strebe, gottselig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe. Mel. Von Gott will ich nicht ist unser Leben. Du bist es, 565 Allmächtiger, ich mirs der ießt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue! hebe empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer ein sanfter Schlaf erfrischt, dieß dank ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch sie bin ich aufs neue mit heiterm Muth erwacht. S6 3. Bea 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle! 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! Gesinnung und Leben des Christen 420 3. Beschüßer unsrer Seelen, ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? Dwähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist! 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf er mein Herz bewahren, helf er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn! 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen feinen! wend alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilst Allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig sein. 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede rub auf mir! Mein Seufzen, meine Bähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! el. Gott des Himmels und 566 Gott sei Dant, ich lebe wieder, fühle und empfinde mich. Herr, dir bring ich meine Lieder, und mein Herz er hebet dich, denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 2. Wann ich einst vollendet habe diese meine Pil gerzeit, ruh ich auch also im Grabe, Samen für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach auch wieder und mein Lobgesang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen sein; ewig schlaf ich nicht mehr ein. 4. Wach auch über meine Tage, Gott, du meine Zuversicht, daß mich keiner einst verklage, wann du kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht getreu und dort unerschrocken sei! 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr mich machen, daß mir nie unges nüßt ein Tag entflieh! 6. Heute leb ich, laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein! Laß mich nach vollbrachtem Streite dieses Tags auch mich erfreun; recht zu handeln, gib mir heut Stärke, Lust, Gelegenheit! Mel. zu besonderen Zeiten. 421 567 Noch läßt der Herr mich le ben! Mit fröhlichem Gemüth eil ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. Mel. Christus, ber ist mein Leben erflehen: Gib mir ein wei ses Herz, auf dich laß stets mich sehen in Freude, wie im Schmerz! 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu und froh gen Himmel schauend dent: Herr, mich siehest du. 12. Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Ge wissen, so finde mich der Tod! 4. Wirst du nach Dp fern schauen? Sie gelten Nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur von mir. 5. Dein jei mein ganzes 568 Irangich an, was Mel. Es ist das Heil uns en Gottes Namen ewig Leben, mein Herz sei dein! Dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich freun. 6. O Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, Laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommemSinn und festem Muth, das muß zuleßt gedeihen. 7. Dir hab ich mich er geben; ich freue mich in dir; du Bester, mehr, als Leben, ist deine Güte mir. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach bei nem Rath! 9. Nur Eins laß mich 2. Gott ist, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Verstand und Lust und Kraft und läßt das Werk gelingen. Ist er mit uns, so fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht; er frönet uns mit Gegen. 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müssiggang 67 341 422 Gesinnung und Leben des Christen zu meiden, und das, was er mich wirken heißt, geschehe stets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewis senhaft und redlich sei und gern dem Nächsten diene! 4. Ja, segne, Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände und lente meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Thron der Preis der Arbeitstreue! In eigener Melobie. 569 Wach auf, mein Herz, und 2. Gott Vater, mit Er barmen bedecktest du mich Armen; du sprachst: schlaf ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen. tel. Werde munter mein finge dem Schöpfer aller 570 Wann ich niem von Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter! 3. Dein Wort, das ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen; von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat sich erneuet. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Eh. re, Anbetung, Preis und Ehre! fallen, Herr, meines Herzens Lallen! 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen! 7. In allen meinen Thaten wollst du mir selber rathen, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 5. Hör, Gütigster, mein Flehen; du kannst ins Herze sehen; ach, möchte dir ge8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen; dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise! Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, er löst von allem Kummer, je nen schönern Morgen seh, o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch noch heute wacht ich auf! Dank dir, Herr! Zudir hinauf müsse jeber Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wann ihr letter nun erscheint; wann zum duns u besonderen Zeiten. 423 ihren heiligen Gesang zum Himmel mich erhoben. Hier hör ich, Gott, im Geiste schon die Seligen vor deinem Thron ihr Heilig, Heilig! singen. 5. Hier seh ich jeder Tus gend Preis an deinem Throne prangen und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Am Sonntagsmorgen. Mel. Es ist das Heil uns 571 roblockend, Ba Kraft zur Treu in meiner zur Liebe bunkeln Thal ich gehe und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein und laß mich den Stärksten sein; meinen Freund gen Himmel weisen und dich. Herr des Todes, preisen. auf am Zage deiner Ehre. Mein Morgenopfer dringt hinauf ins Lied der Engelchöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Ruh und Zeit zur Seelenbildung schenket. 2. Tich bete Erd und Himmel an, o Schöpfer aller Dinge! Wohl mir! auch ich darf mich dir nahn; du hörst, wenn ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht, doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich zu 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin, Gott, deine Frommen mit Dank und Lust und Heilsbegier dich anzubeten fommen! Jch liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, mit ihnen anzubeten. 4. Hier fühl ich durch den frommen Dant, womit dich Christen loben, durch zur Hoffnung. 6. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Gegens werden! So seh ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd ich nach der Prüfungszeit einst im Ges nuß der Šeligkeit verklärt dich ewig preisen. Beim Anblick der aufgehenden Sonne. Ja eigner Melodie. 572 Sei mir gegrüßt zu Gottes Ehre, du, seiner Schöpfung Königin! Steig auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 2. Daß alle Welt anbe: tend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und väterlich für alle mit seiner Allmacht wacht. 3. Da 424 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Daß überall bis zur entferntsten Zone, die stau nend deine Größe sieht, Zufriedenheit und Lieb und Eintracht wohne, die oft den Erdkreis flieht! 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Erdenvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Trost und Glück! 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh, gieß Heiterkeit ins franke Herz und schicke mir Kraft, daß ichs besteh! 6. Und lehre mich in Freudigkeit hienieden mich jeder Christentugend weihn; voll Duldfamkeit bereit zum selgen Frieden und mild wie du zu sein. Am Abend. Mel. In allen meinen Thaten 573 Nun sinkt die Sonne nie der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach ich und erzähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüthe lobsing ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe diefer Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster wer den und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majeſtät herauf. Sie leuchten ihm zur Ehre hoch über Erd und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Morgen grauet, groß, wenn der Abend thauet, groß in der stillen Nacht, im Sonnenschein und Sturme, am Menschen und am Wurme, groß, Vater, zeigst du deine Macht. 7. Voll Majestät und Stärke stehn lauter Wuns derwerke in deiner Schö pfung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du, Gott und Herr der Welten, warst auch mir Armen heute nah. 8. Woher mein Glück, mein Leben? Du hast es mir gegeben; du bists, ber zu besonderen Zeiten. 425 für mich wacht. Woher auf durch Fleiß ihn, meinen meinen Wegen, so mancher Gott, gepriesen, mir und der reiche Gegen? Du bists, Welt genügt und jeden der Alles wohlgemacht. Dienst gethan, weil ihn der 9. Gott, groß von Macht Herr gebot, nicht weil mich und Treue, jeßt, da ich dein Menschen sahn? mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die müden Glieder in dei nem Namen nieder, so wa= chest du, ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben, so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode sein. Mel. O Gott, du frommer Gott 574 Der er hin; und er Tag ist wie diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Entfloh er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn an gefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn und züchtig und gerecht und Gottes Freund zu sein? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stil len oft mein Glück auf Gott geführet? Erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt, und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den wir sind und wer den? Verehrt ich ihn im Staub? Trug ich das Glück mit Dant, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs füße Stunden? Fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldvoll? Und hab ich Nichts gesagt, was ich be= reuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unters richtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, bas Andre 426 Gesinnung und Leben des Christen Andre traf, war dieß mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich vor ihm zu stehn auch willig und bereit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Christi Blut mir die vers legte Pflicht, vergib und gehe du nicht mit mir ins Bericht! 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken, du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb ich, fo leb ich dir; sterb ich, so sterb ich dir! Mel. Befiehl du deine Wege 575 Ermüdet von den Sorgen und der Geschäfte Laft, die du mir jeden Morgen hier aufz erleget haft, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jeßt zur Ruh, weint dir vorher im Stillen Dank meine Seele zu. 2. Du gabst Berstand und Kräfte zu Aulem, was ich that; gabst Segen dem Ge schäfte, für das ich Frucht er bat; du wandtest allen Schaden, warst mein Vertraun und Licht und übergabst aus Gnaden mich dem Verderben nicht. 3. Vergiß es nicht, o Seele, was Gott an dir gethan; verehr des Herrn an. ihn, der von seinem Befehle, bet ihn in Demuth Sige gern auf dein Flehen hört und auch der Last und Hiße der Kreuzestage wehrt! decke dein Kind auch dieſe 4. Mit deinem Schilde Nacht, auf daß mich nichts erschrecke; auf daß, wann Schlaf erquicket, mein Geift ich erwacht und, durch den befreit von Gram froh nach der Höhe blicket, von welcher Hülfe kam. 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund und Hab und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge müde, nie, Hüter, schlummerst du; gib unserm Lande Friede, gib Jedem Glück und Ruh! 6. Versag auch diese Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morsche Hütte des Leibes einst zerbricht, so laß, o Gott, mein Sterben dem Schlummer ähnlich sein und nimm mich, beis in besonderen Zeiten. deinen Erben, in deinen Himmel ein. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Rub der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gehn; auf deine Güte hof fen im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! Mel. In allen meinen Thaten auch dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Trö576 Herr, ber bu sterin, eilt wieder zu uns her. mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treu, die ich besinge, und die du heut an mir gethan. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist; du schläfst und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graun? Mich schüßet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott, so fürcht ich nichts in der Natur, so schen ich nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl ich sie; doch, mein Erbarmer, deine Huld, wie trostvoll ist mir diel 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden und in dem Himmel ist mein Theil. 427 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geist. In eigener Melobie. 577 So( o fliehen unsre Tage hin; 6. Ich eil im Glauben zu dir hin und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Allmacht bin; dein Schirm bedecket mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein seist mein Gedank, o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dieß die legte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich 428 9. Jch lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. Du, mein Erretter, bist bei mir und hilfft aus aller Noth. Gesinnung und Leben des Christen Mel. In allen meinen Thaten 578 Die stillen Abendstunden, wie schnell sind sie entschwunden in häuslich froher Ruh! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. 2. O lasſet uns erwägen den unverdienten Segen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns von dant entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat Alles wohlgemacht! 3. Du hast, p Gott, voll Gnade auf segensvollem Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, nur dir jei Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen, denn du erweckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. me ruht, o Gott, von dir bewacht, der troßt mit uns erschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Umringt von fliller Finsterniß sing ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz froh lockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell dahingeeilt, und deine Ba terhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abges wandt. 4. Auch in der Noth und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Du, Herr, wirst auch noch immerdar mein guter Vater sein und jetzt und auch bei grauem Haar mich segnen und erfreun. 6. Dir, bir befehl ich meine Zeit. Ich leb in dieser Welt, o Vater der Barmherzigkeit, solang es dir ge fällt. 7. 3ch trau auf dich und zittre nicht; fein Unfall wird sich nahn; du warst ja meine Zuversicht von meiner Jugend an. 8. Ich schließ auch jest in dunkler Nacht getroft die Augen zu; ich fürchte keine 579 Mer unter dei irbiche Macht: du sicherst Mel. So fliehen unsre Tage nem Schir meine Ruh!" Mel. zu besonderen Zeiten. Mel. Freu dich sehr, o meine Mel. Werde munter, mein 580 Auf, o Seele, jei 581 Sint ich einst in noch munter! Gottes Lob ist deine Pflicht. Geine Sonne gehet unter, aber seine Güte nicht. Er hat mich auch heut ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschübet, mich in Schwachheit unterstüzet. jenen Schlummer, aus dem Keiner mehr erwacht; ach ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh, in deine Nacht, o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Peinwall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch litten. 2. Jeßt entschlaf ich, auf. zuwachen noch für Tage dies ser Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei von der Last des Eiteln frei, von den Lasten dieser Erde, wann ich nun unsterblich werde. 2. Stets verehrt und hochgepriesen seist du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danket meine Seele dir. Du hast, war ichs gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut als ich er wachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe fanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wachest du. Leib und Seel befehl ich dir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen! 4. Laß uns doch kein banges Schrecken, Räuber nicht, 429 aught Senersgluth plöglich dem wecken, halt uns fest in deiner Hut; hilf, wenn Krantheit oder Tod uns in sicherm Schlafe droht, aber laß uns, wenn wir sterben, deines Himmels Freuden erben. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint, wann mit nicht erhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, fei mein gottverlangend Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen! Mel. Wo Gott zum Saus 582h seh im Abend rothe schön, Herr, deine Sonne untergehn. Noch untergehend freut ihr Glanz, erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit und 430 Gesinnung und Leben des Christen und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, entweicht dem Dank, den man ihm weint. 3. Sie sinkt. Ich blick gerührt ihr nach; nicht mehr ist jetzt mein Aug zu schwach. So scheucht zu starker Glanz zurück, bescheidne Tugend stärkt den Blick. 4. Versunken ist sie. So versinkt, sobald, Herr, deine Weisheit winkt, auch unsre Herrlichkeit und Bracht; all unser Glanz erlischt in Nacht. 5. Sie sant und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jest sich ihrer Ankunft freun und dir nun Morgenlieder weihn. 6. So gehn auch wir der einst, erwacht vom Schlums mer unsrer letzten Nacht, schließt hier sich unser Le benslauf, zu einer höhern Wallfahrt auf. Mel. In allen meinen Thaten 583 Daufgegangen; er Mond ist die güldnen Sternlein prangen am Himmel hell und flar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, dem Eiteln nie uns weihn! Laß uns nur weise werden und vor dir hier auf Erden von Herzen fromm und fröhlich sein. 4. Wollst endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 5. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Na men nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und una sern kranken Nachbar auch! Unter gestirntem Himmel. Mel. Nicht um Reichthum 584 infam bin ich, tiefe Stille herrscht um mich in der Natur! Unter einer dunteln Hülle liegt der Farbenschmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mir noch lohnet wach die Zeit; aufge than vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. 2. Welche zu besonderen Zeiten. 431 2. Welche Tiefen! Wel Nacht erhellt, diesen Geist, che Höhen! Heilge Schauer faffen mich! Wie viel tausend Welten drehen hier um ihre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Gränzen, wo sich keine Welt mehr dreht, keine Sonnenstrahlen glänzen und kein Lebensodem weht? der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt, in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeist, dich bei seiner heilgen Feier, frei vom Staub der Erde, preist. 7. O dieß Sehnen, o dieß Streben, dieser hohe Lebenssinn bürgt mir ein unendlich Leben, führt mich zur Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht ver schmachten in der tiefsten Dunkelheit, wird von Licht nach Lichte trachten in der Unermeßlichkeit. 8. Jst mein Leben hier verronnen, wird es Nacht auf meiner Bahn, o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan. Ich steig auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schaun, der nie versiecht, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. Im Frühling. Mel. Allein Gott in der Höh 585 Lob sei Gott, der 3. Wie viel Millionen Leben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ists, der fiets fie alle liebend, segnend überschaut? wer, der seines Tempels Halle ins Unendliche gebaut? 4. Kann mich hier sein Name trügen, hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammenzügen, und seine Name heißt: Ich bin. Ja, du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Se ligkeit ists, dich zu fennen, der du Aller Vater bist. 5. Deine ältre Offenbarung liegt jetzt aufge schlagen da, und im Lande der Erfahrung fand ich dich mir immer nah. Du, der wölbte diesen Bogen und der Sterne Kreis bewegt, haft den Buls auch aufge30gen, der in meinen Adern jchlägt. 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die schafft, Gott, der den ErdFreis schmücket! Preis fet ihm, Ehre, Stärk und Kraft. der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält: er liebt und segnet seine Welt; lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Gesinnung und Leben des Christen 432 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich feines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt vom freudigen Getümmel. Mit Wohlgefallen schaut mel. Gott, der du die Menschen herab, der Allen Sein und 586 Höher hebt no Leben gab, auf pfung Werke. 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich finge dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Almacht und mit Liebe. Gottes Sonne, länger strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Nas tur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preis' ihn fröhlich, mein Gefang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und sein frohes Loblied schallet laut empor zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohlgerathen werde, bringt schon hoffnungsvoll ihm Dank. Preis' auch du ihn, mein Gesang! 3. Gläus 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Ullmacht Boten sind, zu unsrer Freude Quellen. 6. Selbst wann, von Donnersturm bedräut, er schrockne Länder zittern, firömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunn quell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir geben und einst dir als Christen freudig sterben! er zu besonderen Seitent. 438 ist Freud an Freude hinges streut und Schönheit überall. 8. Glänzend und im Feiers Auf Bergen, wie im Thal, kleide prangt die blüthenreiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh, der ihr Samen gibt, wenn sie welkend endlich niedersinket. Bring auch du ihm Lob und Dank, preis ihn fröhlich, mein Ge fang! 2. Belebend ist der Wiese. Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blumen blühn im Garten der Natur! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblühn! Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine Pracht entfliehn! Aber, Gott, vor dei nem Throne wird ein ewger Frühling sein; ewig wird er uns erfreun, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preise mein Gesang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Gottes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen ienes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, sei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gesang! 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der blaue Himmelsraum, ein unbekanntes Land! 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist: wie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugendhaften, nur dem Menschenfreunde lacht die schöne herrs liche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Bruderhand; naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnens schein; o Gott, wie wird in jenen Höhn der Selgen Wohnung sein! Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund Mel. Lobt Gott, ihr Christen 588 Wei eit um mich 587 Der er Erde Reize her ist Alles sind erneut. Freude, verschönt ist, Schöpfer, 434 Gesinnung und Leben des Christen pfer, deine Welt! Es prangt aufjeder segensreichen Flur, in einem Feierkleide Gebirg dir meine Dankgefühle brinund Thal und Wald und gen im großen Tempel der Feld! Wie heilig wird mir Natur. Vom Aufgang bis jede Stätte! Wohin ich seh zum Niedergang erschalle, wohin ich trete, bist du mir Gott, dein Lobgefang! nah und fühlich dich; wohin ich schau auf allen Fluren, in allen deinen Creaturen er blick ich, Welterhalter, dich! 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schö pfer bist du, Gott! Den Heerden gibst du ihre Weide und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschüßt, gepflegt durch dich freut Alles, was da lebet, sich! 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust, sie gibt den Blüthenthälern Wonne und allen Wesen neue Luft. Verjüngt durch ihren milden Strahl jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unfre Saaten träufelt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie ers frischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquict den Wandrer und das Wild. 2. Wie haft du, Gott der Macht und Güte, so liebe voll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe, reich ist des Sommers ernste Pracht. 3um vollen fröhlichen Benusse empfängt von deinem Ue berflusse, o Gott, was le bet, Speis und Trank. Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben, und Alle jauchzen froh dir Dank. 3. Weit um mich her ist Alles Freude. O freu auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Lob er schallen, der mir so wohlthut, Allen, Allen so wohls thut, der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre: dir, Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! Mel. Wer nur den lieben Gott 589 gütiger, bir will ich singen 5. Da stehn die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Rubm; sie dringen, Herr, zu dir empor aus aller Wesen frohem Chor. 6. Auch du frohloce, meis ne Seele, und rühme deines Schöpfers Macht! Dein laus ter zu besonderen Zeiten. ter Lobgefang erzähle, wie herrlich alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Niedergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! Mel. Herzliebster Jesu! 590oweit nur Men ichen deine Welt bewohnen, bist du der Vater aller Nationen, die Zuflucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst hernieder, und die Fluren lachen, du wäs serft sie mit Thau, sie reich zu machen. Strom Dein ist voll, du sorgest für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Fur chen füllt dein Segen; das lechzende Gefild erfrischt dein Regen. Dein Sommer glüht, es reifet das Gefreide zu unsrer Freude. 4. Die Höhn und Tiefen schmückest du mit Heerden und schaffest, daß sie froh gejättigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Aerndt entgegen. 5. Und Dank und Freud und Jubel jauchzt aus den, und Hain und Auen und Ge fild erschallen vom lauten, dir frohlockenden Getümmel bis in den Himmel. 435 Vom Herrn der Zeit ges rufen naht der Herbst mit seiner Fülle sich und nähret und erfreut auch mich. 2. Der segensreiche Garten prangt mit vollen Zweigen und verlangt, von sei. ner Frucht befreit zu sein, um Gottes Kinder zu erfreun. 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob und wiederhallt von Berg zu Berg: auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreun. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Greiß sei fröhlich ihm zum Ruhm und Preis! 6. Auch wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; er, der auch, wenn dein Herbst sich naht, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine segnende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nichtsucht. 8. So blüh und reife in der Im Herbst. Mel. Vom Himmel kam der 591 eärnbtet ist der Zeit zu größerer VollkomFelder Saat. der Tugend £ 2 436 Gestunung und Leben des Christen gend Saat bervor und reift zur reifen Nerndt empor. Mel. Lobsinget Gott! 592 Früh mit um: wölktem Ange sicht geht schon die Sonne nieder, und später scheint ihr schwächer Licht am trü: ben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun ent flohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder. Die lepte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 2. Verlassen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh entgegen. Die Vögel, die dem Frost entfliehn, beginnen schon dahinzuziehn weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandern den sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicher heit des Herbstes rauhe Jah reszeit beginnen und vollenden. Die Erde rubt; doch er gewährt voll Liebe das, was uns ernährt, mit väs terlichen Händen. 4. Wie sind doch unfre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath, uns zu laben! Durch deine Vorsicht muß, o Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz ers freut und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. uns verblüht, verblühn auch 5. Wie jetzt das Feld um wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhals ter! Er ist es, der die Schwachen schüßt, die Müden mächtig unterstüßt, die an dem Grabe wanten. Gebeugt vom Alter, werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir wie in der Jugend danken. 6. Wohl Allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem Herzen weihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend sein, und dankbar wird er sich noch freun in seinen lepßten Tas gen. zu besonderen Zeiten. Im Winter. 593 Nicht für der Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. 8war liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Schnee und Eis und Sturm verheert; ein weites, weiBes Grabgemand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch hegt die Erde still und groß die zarte Saat in ihrem Schooß, die sich im Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren soll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Reim die Mutter mit verborgner Lust in ihrer zarten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre jegnen kann, der gute, der bescheidne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Aerndten in der Seit, zu reichern in der Ewigkeit. 437 ner, Gott, so fürchterlich er immer droht. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winter Sturm; auch er, auch er ist deines Segens Die 8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst und jättigeft, erwärmst und pflegst! 9. Durch alle Zeiten, Vater, sei dir, wer dich findlich ehrl, getreu! Laß Jeden deinen Ruhm erhöhn und freudigdeine Wege gehn. Mel. Auf Christenmensch! ist 594 Ver Erde Pracht; nur Schnee bedeckt die Felder. Der Wintersturm durchbrauft mit Macht Gebirge, Thal und Wälder. Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nahrungskräfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser rauhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben; mich schüßt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, und Brod ers hält mein Leben. In mets nem Bette schlaf ich ein und kann mich sanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Bruder nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthigste gebricht, den Frost und Hunger qua len. Und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. 28 Gesinnung und Leben des Christen 438 4. O zaudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zu zueilen! Fühl seinen Jammer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm und Nahrung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. Lobsinge, frohes Herz, in mir opfere Gott Dank dafür! und 6. Geh nicht auf das, was dir noch fehlt und Mans cher mehr besißet, nein, auf die Noth, die Andere quält, auf Gott, der dich beschüpet! Ach, Bater, lindre je den Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! Zur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der söh 595& baut, o Gott, heiß der Menschen Hand die Erde, Saat und Pflanzen wohls gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn Vater, deine Allmachtshand nicht seine Arbeit segnet! 3. Drum kröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat dann gedeiht, Allvater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch Res genfluth ihr zum Verderben werde! Nach einer reichen Aerndte. auf dein Ge Mel. Wie groß ift des Allmächt daß ihr Fleiß von dir gefegnet werde. Auf die Berheißung trauen sie: du sollst bein Brod bei Fleiß und Müh, solang du lebest, effen! 2. Dieß Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jest auch deinen Segen, daß 4. Wir traun auf dich, o großer Gott: du, du wirst gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, hast lange hausgehalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Wert und Eigenthum, auch dieß Jahr wieder sorgen. 596 Wir alle, me schenvater, bringen dir unsern feierlichsten Dank, und unfre frohen Herzen singen dir ihren lauten Preisgefang! Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Sea gen floß auf die Gefilde auß reicher, väterlicher Hand. zu besonderen Zeiten. 439 dich bewiesen, soll jeder der Beglückten sein. 2. Du schenktest Sonnen- bar sein: so gütig, wie du schein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prange te doch im Feierkleide das volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, 0 Herr der Welt! 6. Drum freu den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen; wir trocknen seine Thränen ab! Er dank auch heute mit uns allen, frohlocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefallen fo viel, o Gott, an uns gethan. 3. D welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu ernähren und zu laben, von neuem uns herabgesandt! Für Millionen deiner Kinein bereit, du nährst den Froms men, nährst den Sünder, und Alles wird durch dich erfreut. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freudenzähren, nimm an, Allvater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch Lobgesang. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu verschwenden, empfingen wirs aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dank Mel. Wach auf, mein Herz 597 ommt, laßt uns Gott lobsingen und Preis und Dank ihm bringen für alle milden Gaben, die wir geärndtet ha2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusſe hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheunen sind voll Segen; denn er gab Thau und Gedeihen der Frucht, und Regen und Wachsthum der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei dei: ner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gefäet haben, so reichlich wiedergaben! 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben unsern 24 440 Gesinnung und sern Saaten. Dank dir! sie sind gerathen. 6. Uns reiften süße Früchte im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließest froh uns ärndten. daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen! 8. Wenn wir die erquicken, die Sorg und Mangel drücken, so wirst du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben. 9. Du wirst einst deine Treuen, tie gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken und ewig sie bes glücken. Leben des Christen schen Mühe baut das Land. Gott gibt, daß sie gelinget! Von ihm allein kommt das Gedeihn; nur er, er läßt die Caaten blühn, reifen und gerathen. 3. Was trauern wir? er sorgt ja boch, Gott sorgt für unser Leben. O laßt uns selbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn! Von Unmuth fern, last ihm zum Wohlgefallen cin frohes Lied erschallen! 4. Wie manches segensreiche Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Alvater, schauen und deiner Vorsicht trauen? Bei sparsamer Nerndte. 5. 3o, Höchster, wir vers ehren dich in allen deinen Wegen und trauen unveränderlich auf deinen milden 598 Pret Bufriesige bu in Roth und Theus Segen. unser Brod wirst du in Noth und Theu rung uns gewähren, wenn wir dich findlich ehren. Dtel. Was Gott thut, das ift Mreist, Christen, denheit, preift Gott, den Herrn der Aerndte, daß fich nicht ganz bie Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, mnd er uns allen geben. 2. Er ist der Herr, in seiner Hand steht, was die Erbe bringet, Der Mens 6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weislich füget, deß Vorsicht nie mals irren kann, deß Wohls thun niemals trüget. Fros danten wir, Erhalter, dir und preisen deine Güte mit gnügsamem Gemüthe. zu besonderen Zeiten. Flehen um Regen. Mel. Komm, o komm, du 599 Gott, von großer Macht und Güte, deine Hülfe suchen wir; mit geängstetem Ges müthe schauen wir empor ju dir. Herr, du weißt, was uns gebricht: o verlaß, verlaß uns nicht! 2. Ach, dem todten dürren Sande gleichet bald, Herr, unser Land, und verjengt vom Sonnenbrande welft die Frucht, die kraft: voll stand. Schrecklich droht uns ihr Verlust, Sorge nagt an unsrer Brust. 3. D erhalt uns deinen Segen; laß uns wachsen unser Brod! Endebald durch milden Regen unsre Angst und unsre Noth! Gott, wir trauen dir es zu: was uns gut ist, schickest du. 441 quickend auf die dürre Flur; wie labt sie sich, wie trina Tet ihn jeßt die schmachtende Natur. Die sanften Ströme fühlen die Lüfte weit umher, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht, und Seufzer schweigen und Hip und Dürre fliehn, und fromme Lieder steigen empor und preisen ihn. 4. Stärke du uns dieß Vertrauen; unser Wohl versäumst du nicht. Auf dich, Gnadevoller, bauen wir die feste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unser an. 2. Mit Freud im Ange jichte beschaut derLandmann Gott die Früchte; er ift nun sein Feld. Erquickt hat Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Nehren voin Mark der Erde voll, das sie erfreuen soll! Auf, preiz seine Menschen nähren, das set Gottes Milde! Er ists, der Regen schickt und lechzende Gefilde voll Vaterhuld erquickt! 3. Erhalter unsers Lebens, Gott, dem wir uns jegt dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein! Du eilst, mit deinem Segen uns alle zu erfreun. Nach verliehenem Regen. Wir wollen dich erheben, dir, Höchster, stets vertraun und fromm und weise leben, bis wir dich ewig Mel. Kommt, fommt ben 600 Sin milder Re- schaun. gen sintet ers 25 442 Gesinnung und Leben des Christen Flehen um Sonnenschein. scheint, sie scheinet wieder! Wir sehn sie, welche Wonne! die langverhüllte Sonne. Mel. Mache dich, mein Geift 601 Smer und Klage füllt das Land: traurig stehn die Früchte; hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zunichte. Zeig uns, doch Gnade noch! Vater voll Erbarmen, hilf, ach, hilf uns Armen! 2. Du regierst der Wolken Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Gegen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Son nenschein, der die Frucht erquide! Sieh, wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Hers zen schade! Dir, nur dir wollen wir leben und uns ganz ergeben. Nach verliehenem Sonnenschein. Mel. Nun laßt uns Gott 602 Grönt, ihr Freudenlieder! Sie 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchte sahen wir dem Verderben nahen. Was Thier und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. Höhen, Gott, unsers Her 4. Da drang zu deinen zens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüßtest unsre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder, doch du erhobst sie wieder. Herr der milden Sonne, du fegnest uns mit Monne. 6. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe. Ja, unser ganzes Leben sei ewig dir ergeben. Beim Gewitter. mel. Wie groß ist des Allmächt. 603 Der Herr der Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet dons nernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend sinkt der Erdkreis nieder; der Wald ertönt, es bebt zu besonderen Zeiten. 443 dich nicht kennt, bist du, Herr, fürchterlich; dem aber der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. bebt die Flur, und Blize 3. Dem Sünder nur, der fagens Blißen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz! Den Dant, das Lob, die ihm gebühren, entweihe fein unheilger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kindern des Weltenvaters Ses gen gu; sie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein Gericht und deines Blizes Pracht. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es sagts das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. Ihr bebt? Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch vor Angst und Noth; Nichts kann Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gott dem Mächtgen euch entzie: 605 Wie gnädig ift hen. straft er euch: er ist GOTT! fich, ein Wetter Gottes bräut; ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 5. Du reinigst durch den Blizz die Luft; dein Segen tränkt die Saat; es stärkt ein balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. 2. Du zurnest, wenn du donnerst, nicht, du bist der Menschen Freund. Nicht blässer wird mein Angesicht, wenn uns dein Blig er. scheint. sten Wille! Der Donner schweigt, die Blige fliehn; es schmückt in angenehmer Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 604 Der hohe Him Stille der Sonne Glanz 6. Laß frei das Herz von Nengsten sein, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein, du bist die Lieb, o Gott! mein Geist, nun opfre Dant! Erhebe deinen Lobgesang! 2. Ja, preise freudig den Erretter, der seine große Kraft bewies, den Weltenherrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der Bligen ihre Strahlen lenkt und gnädig seines. Volts gedenkt! Z 6 Gesinnung und Leben des Christen 444 3. Nimm mit Bewundrung seine Güte auch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schauplaß dar. Zum Besten jeder Creatur bemerkt man ihres Segens Spur. 4. Wie kräftig hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß und wie vergnügt betritt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so sunft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 5. Herr, deine Güte sei erhoben im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loven? Du kannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blik und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. Beim Jahreswechſel. Mel. Wer nur den lieben Geit 606 Des neuen Jahs Pfade mit treuen Vater händen lenkt? Was ist es an ders, als Geduld, als Nachsicht gegen deine Schuld? 3. So nüß auch dieses Jahres Tage als Tage deiner Prüfungszeit, daß keiner dich vor Gott verklage, daß keiner dich im Tode reut! Gott fordert, dem bent immer nach, einst Rechenschaft von jedem Tag. 4. Ermuntre dich zu deinen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefaßt; sie gern und willig zu verrichten, such dir den Muth, besieg die Last! Schnell fliehen deine Tage hin. Ach, unbenußt laß sie nicht fliehn! 5. Gebrauch, o Christ, dieß Pilgerleben, wozu dir's Gott, dein Gott, verliehn; zur Tugend hat er dirs ges geben, so gibs denn auch der Tugend hin. Sie rets het dir nach kurzer Zeit das schönste Loos der Ewigerster keit. gen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu edeln Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst du ihr treu, folast du ihr nach, so weckt dich einst ein schönrer Tag. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt und dich so gern auf seine 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für dein und deis ner Brüder Glück, so siehst du einft auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurück; du sagst, o welche Wonne! dann: ich habe meine Pflicht gethan. 7. Und segneft noch an Goites Throne dieß Jahr als eine Zeit ber Saat, nimmst zu besonderen Zeiten. nimmst du aus seiner Hand die Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Christ, halt aus in deinem Streit, du kämpfest für die Ewigfeit. Mel. Es ist das Heil uns 607 D" Du Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dank ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Güte. 445 dich, aufs neue, Gott, ergeb ich mich ganz deiner weisen Führung. 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verfloßnen Tagen und laß mich deine Vaterhuld in Chrifto ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen, dich, den kein Wechfel treffen kann. Wir wer den, sind gewesen, wir blü hen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und blei best. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln! Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben! 7. Die Welt vergeht, dieß reize mich, die Lust der Welt zu fliehen; um beßre Freu den müsse sich mein Geift mit Ernst bemühen. Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten! 8. D lehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit beilger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter ftöret! 3. Herr, ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich tenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet und, wann mein Herz voll Sorgen war, mir Del. Allein Gott in der Höh bülf und Trost bereitet. 608 Gott ruft ber Von ganzer Seele £ 7 Sonn und schafft 446 Gefinnung und Leben des Chriften schafft den Mond, das Jahr danach zu theilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Ehr ertheilen! 2. Herr, der da ist und der da war, von danker füllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen, für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Mel. Schwing dich auf Ruh, für jede That, die 609 wig und uno uns dich gelungen! delbar, Gott, ist deine Gnade, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre ändern sich, und wir selbst veralten, doch du bleibest, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Baterhuld beglückt uns auf allen We gen. Jeden Morgen sen dest du Lebenskraft und Wonne; du verbreitest sanfte Ruh mit der Abendfonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet has ben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Ga ben. Hüll und Fülle, Trant und Brod hast du mild ges währet und in Wohlthat felbft 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben! Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch scha det mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht in Noth undSchmerz die Glücklichern beneiden. drängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei, dieß, lieber Vater, dieß verleih in Chrifto, deinem Sohne! 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bes zu besonderen Zeiten. selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner Allmacht Hand liebevoll geleitet; daß du über Stadt und Land Ruh und Glück vers breitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich geluns gen, Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir ge fungen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Les bens. Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz vergebens? Ja, du wirst uns ferner hin, wenn wir dir nur leben, Unterhalt und frohen Sinn, Muth und Kräfte geben. 6. Flüchtig ist die edle Beit, groß sind unsre Pflichten: lehr uns für die Ewigfeit unser Werk verrichten! Jede gute, fromme That laß uns wohlgelingen! Frucht laß jede Tugendsaat für den Himmel bringen! 447 chem Grabe führtest du vore über mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dank ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. 4. Uebung ist das Erdens leben, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höhres Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, emger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je surückzukehren, strömt ins Meer der Ewigkeit. Nichts fann Zeitverlust erseßen; laß den Werth der Zeit mich schäßen! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nüßen mich zur 610 Gott, mit allen Besserung; es verfließe nicht den schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand dieß Jahr, und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor so manchem, manHeiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glüct, Alles, Herr, ist deine Gabe. Dankend heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe Gesinnung und Leben des Christen 448 gelobe Treue heute dir, o Gott, aufs neue. 8. Gib uns allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heilgen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried und Heil dem Vaterlande! Fried und Heil in jedem Stande! Mel. O Jesu Chrift, meins 611 Unwiederbrings lich schnell entfliehn die Tage, die uns Mel. Werde munter, mein Gott verliehn. Ein Jahr 612 Nun ist das alte tritt und eilt Wie manches ist bereits entflohn! Jahr entflohn; wir leben in dem neuen schon. D Christen, preiset Gott, den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! 2. Wie Mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, sant, eh wirs dachten, schnell dahin; nun deckt des Grabes Hügel ihn. 3. D Schauplaß der Vergänglichkeit! O schnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thöricht ist, wer immer fest sich auf das nächste Jahr verläßt! 3. Dank dir, wenn jett voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut! Weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Doch oft verlegen wir die Pflicht: oft fehlten wir und merktens nicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Reu, um Christi willen sprich uns frei! die Stunden zugezählt, die lette weislich uns verhehlt. 6. Du gibst, uns länger zu erziehn, uns Tage, Monden, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsre große Rechens schaft. 7. O dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt, hat thöricht, hat umsonst gelebt. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du haft 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und soll, dann fliehe meine Zelt dahin, sie bringt doch herrlichen Ge winn. 5. Auch komm ich durch bie zu besonderen Zeiten. 449 die Flucht der Zeit dir näs ben bis hierher Kraft ge= her, himmelsseligkeit! Gott Iob, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Him mel nach. 6. Im Staube beug ich mich vor dir. Bis hierher hast du, Höchster, mir mit liebevoller Vaterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 7. Eieh ferner, Gott, mit Gnadenblick auf mein und meines Nächsten Glück! Ents reiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod! 8. Behüt uns in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe feiner Seuche Wuth, fein zehrend Feuer, keine Fluth! 9. Entferne jeden Uns glücksfall! Gib Heil und Wohlfarth überaul; und, bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns erträglich sein! 10. Ja, fegn uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann zur Herrlichkeit! Da sagen wir dir ewig Danf, da preist dich höhrer Lobs gefang! Mel. Wach auf, mein 613 Mit it Freuden laßt uns treten vor Gott, ihn anzubeten, por Gott, der unserm Bes geben, 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wea gen der Ewigkeit entgegen. 4. Doch bist du voll Ers barmen und wirst mit Baterarmen in Nöthen und Gefahren uns schüßen und bewahren. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft uns unterstüßest! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen, Lob deinen Vaterhänden, die alles Herzleid wenden! 7. Hör ferner unser Fles hen und eil uns beizustes hen! Gib Mäßigung in Freuden, Geduld und Trost im Leiden! 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen, zu thun, Herr, deis nen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen! 9. Herr, wehre du den Kriegen! Laß Menschenliebe siegen und, wo nur Thränen fließen, sich deinen Trost ergießen! Gesinnung und Leben des Christen 450 10. Gib deinen milden Segen zu allen guten Wegen; laß Großen, Herr, und Kleinen die Gnadensonne scheinen. 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Hülf und Habe! 12. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Sorgen quälen! 13. Vor Allem, Herr, verleihe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe! 14. Das wollest du uns geben, du Herr von unferm Leben, so gehen wir im Segen der Ewigkeit ent. gegen. Beim Anfang des Kircheujahrs. Mel. Wer nur ben lieben Gott eft steht dein 2. Rein Feind zerstörte die Altäre, kein Feind zer trat dein Heiligthum. Noch singen wir von deiner Ehre, noch predigt man von deis nem Ruhm. Durch Taufe, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte vergehen; doch deine Güt ist täglich neu. Wie bringen heute, Bater, wir die würdig unsern Dant da für? 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Wer ten uns zu richten, Gott, Du trugest uns mit viel Richter, so bestehn wir nicht. Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schreckt und die, die deine Wege wal len, zu freudenreicher Hoff 614 nung wenn wir hier in Andacht flehn, uns alle deine Gnade sehn. 4. D laß es deinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mäch tig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, aufs neu dir und der Tugend ewge Treu! 6. Gib, daß dich forthin Alle ehren als dein geweis tes Heiligthum! Einstführst du uns zu jenen Chören, wo man erfüût von deinem Ruhm das Leben, das uns bort zu besonderen Zeiten. bort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten 615 Di ir dank ich für mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen, durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich ge leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage Mel. Mein Gott, das Herz und selbst der Leiden Plage 616 Du läßt den Tag mein mich sehn, da ich nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn des Lebens Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preis ich dich, daß mich dein Arm bis ist ganz unvers dient so väterlich gesegnet und beschüßt. Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde, auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da mogst du schon mein Theil mir dar. 451 6. Daß du mit Kraft mich rüftest und mir mein Leben fristest, dieß, Vater, dank ich dir. Daß du mich liebreich führeft, mit deinem Geist regiereft, dieß Alles, Vater, dank ich dir. 7. Was mir in diesem, Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du gibsts! Ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich findlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geisti Er, den du mir geschentet, er ist's, der dein gedenket und freudig dich, o Bater, preist. 3. D hätt ich doch aus Dantbarkeit das nun verfloßne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, wie meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu dir: vergib mir meine Schuld und schaff ein reis nes Herz in mir nach deiner Baterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von deis ner Treu, voll inniger Er fennt 452 Gesinnung und Leben des Christen kenntlichkeit dir thätig dank. bar sei! 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin, dein Auge siehts allein. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff meine Seliglett. 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag sein. Die Lebensalter. 3. Dem Mann hilf wir ten, hilf ihm ringen, den Eigennuß, den Hang zur Rast, die Lust der Welt, sich selbst bezwingen und tragen seiner Arbeit Laft: sein Lebenstag sei nicht zu schwül und immer vor ihm sei sein Ziel! 4. Erscheint sein Abend dann dem Greise, so gib dem Müden einen Stab; er frene sich des Guten weise, was er hier that, was er hier gab, dieß sei ihm, wenn er sterbend fällt, ein Fühs rer zu der bessern Welt! 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mäsfigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihm dräut! D laß ihn thätig, gut und rein und start in der Vers suchung sein! Für die Jugend. Mel. Wer nur den lieben Gott Mel. Werde munter, me'n 617 Der du den Men 618 Unsre Kindheit, schen und leitest und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild bereitest, Heil ihm in jedem Alter gibst, es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüngling und der Mann und Greis. unsre Jugend, jedes Alter darf sich freun. auch die Fröhlichkeit ist Tugend, aber heilig muß sie sein, nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste muß sie scheuen und tie Seele nicht entweihen. 2. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Ruh und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; fie vergiftet alle Freuden und erzeuget bittre Leiden. zu besonderen Zeitett. 453 3. Reiner Sinn und Uns Herz wird nur für Gott schuld schmücket mehr, als Schönheit; denn sie mehrt jede Luft, die uns entzücket, jedes Glückes und und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell; sie nur können voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu schauen. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Segensbahn mit festem Schritte immer weiter und blickt getrost zu Gott hinan, besiegt durchforts geseptes Streben, durchFleiß und Ernst und Wachsamkeit Verführer, wenn sie ihn umgeben. und seine eigne Sinnlichkeit. 4. Drum, o Gott, laß uns gottselig, froh und willig, zu erfreun, liebenswürdig und gefällig, aber nur durch Tugend sein; offen, ohne Schmeichelei, stets bescheiden und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, immer unsers Herzens mächtig! 5. Laß die Frechheit wil der Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, o Gott, Paläst und Hütten stets der Tugend Wohnung sein! Jeder strebe als ein Chrift, dessen Wunsch die Tugend daß sein Haus daß bie Erbe durch die Tugend 620 Hugend, im² el. Warum sollt ich mich abe Lust, schöner werde. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 619 Woh ohl dem, der 3. Wie freudenreich sind seine Tage! Wie fanft entfließt ihm seine Zeit! Er fürchtet feiner Zukunft Blage, ihn reut nicht die Vergangenheit. Er sät den Samen jeder Tugend und freut sich seiner Aerndte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verheißet ihm im Alter Lohn. feines Lebens Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weiht! Beschäftigt mit den edeln Sors gen der Aussaat für die Ewigkeit, wird er die wilde Luft der Jugend und jedes Lasters Reize fliehn; sein mer gern an dem Herrn und dem Reiz der Tugend! was dein schwaches Herz begehret, dein Verstand nicht erfand, wird dir dann gewähret. 2. Schnell muß nicht vorüberrauschen diese Lust; deine Brust muß sie nicht vertauschen gegen Lüfte dieser Erden, die dein Herz voller 454 Gesinnung und Leben des Christen ler Schmerz bald vergiften werden. 3. Nicht erst wann des Alters Sorgen dich zer streun, Jugend. nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien ihm gern und dem Herrn dienst du nie ver gebens. 4. Glück, Gesundheit, langes Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur dein Begehren; dann wird er dir schon mehr, wenn dirs nüßt, gewähren. 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu wa gen. Suche, fern von dem Verderben, Seelenruh, dann wirst du Himmelssegen er ben. Für Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, mein 621 gh trete vor dein Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein kindlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich neiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahr, so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! 2. Mein Herz, von La stern zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein und stürzt sich in Gefahren. O mache mich mir selbst bekannt und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! 3. 3um Leichtfinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen: sum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, dieß Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb zum Lafter nährt, laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung finden. 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Nep zu ziehen, Vers führer sich voll Arglift nahn, so laß mich weislich fliehen. Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; ihr Spotten und ihr Las machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Lage sein, der nicht zu deiner Ehre wohl angewens det märe! zu besonderen Zeiten. 455 Für Jungfrauen. der dir gefällt; drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. Mel. Ermuntre dich, mein will stiller 622 Infamteit zu Verführung droht, so lehre 5. Wenn Umgang mir mich ihn meiden und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen, edeln Freuden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den Jeder gern mir gönne und Niemand lästern könne! 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres, finden, damit in frommer Eintracht wir der Freundschaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe sanft und rein wie deiner Engel Umgang sein, daß nimmer unsre Seelen Neid oder Argwohn quälen. zum will 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg Himmel lehrest, ich ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhöreft. Durch Unschuld, Sanftmuth, Frömmigkeit durch frohen Sinn bei Häuslichkeit laß, Vater, mich auf Erden geliebt und glücklich werden. dir, Gott, mich erheben! Dir sei mein ganzes Herz geweiht, geweiht zu from mem Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Freuden zu erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind; mein Heil ist, dich zu lieben: ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele teusch und rein, unsträflich meinen Wandel sein, um, Vater, dir vor Alen durch Unschuld zu gefallen! 3. Vor eitler Selbstge, fälligkeit bewahre meine Jus gend! Mein Vorzug sei Bescheidenheit und meine Schönheit Tugend! Sib mir den sanften stillen Geist, der dich durch fromme Des muth preist, den nächsten liebt und achtet, sich selbst Ju beffern trachtet. 4. Sucht zu gefallen müsse nicht mein schwaches Herz bethören, sie würde mein Gefühl für Pflicht und meiFür das Alter. Met. Mein erft Geschäft sei Preis Te Rub zerstören. Ein eit: 623 Stets warst du ler Glanz und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, sicht und bist es noch im AL 456 Gesinnung und Leben bes Christen Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, meinSchöpfer, mein Erhalter! 2. Jch fühle die Beschwer lichkeit gehäufter Lebensjah re und steh am Rande meiner Zeit. Nah sind mir Sarg und 3. Gelobt sei deine Vatertreu, die mich bis hier her brachte, mir wohlthat und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! 4. O sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg und voll Vertraun zu dir das Leben wohl vollende! 5. Viel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen, wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch die trüben nehmen! 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd ich, Gott, dir Preis und Ehr im Chor der Engel geben. 8. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke und dieß mir immer nähre Glück zu meinem Trost bedenke! 9. So bleib ich in Zu friedenheit auch bei des- ters Schwäche und barre, bis dein Wink gebeut, daß meine Hütte breche. Mel. Ja allen meinen Thaten 624 Du, Herr von meinen Ta gen, hast mich voll Huld getragen von meiner Jugend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen; du lenktest meis nen Lebenslauf. 2. Ich hatt oft große Sors gen; doch wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab ich stets erfahren: der Herr weiß zu bewahren und führt durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschenrath vers gebens, so tamsi du, Herr des Lebens, und halfft und machtest Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unser huldreich an. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab sein, mein Erhalter nach deiner Vatertreu. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Troft und Friede, du stehst mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Jch bin dem Biele nah, dem Ziele aller Leiden. D welche hohe Freu den unter besonderen Umständen. den erwarten meine Seele da! 6. Ich harre fromm und stille, bis, Herr, mein Gott, dein Wille mich nach dem söhnt. Gesinnung und Leben des Christen unter besonderen Umständen. Bei allgemeinem Wohl- dienste belohnt, hier ist es, wo Recht und Gerechtigkeit wohnt. stande. 625 leuchtet 5. Religion strahlt uns so himmlisch, so mild. Da, In eigener Melodie. Qum Himmel er: dengefang! Hoch töne aus fröhlichem Herzen der Dank! Auf, Alle, von Vaterlandsliebe durchglüht, singt mit uns dem Höchsten ein feierndes Lied! 457 Kampfe frönt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, denn er hat mich mit dir ver2. Er läßt uns bewohnen ein glückliches Land, be schirmt und erfreut es mit gnädiger Hand, sein Segen ergießt sich auf Alle herab und väterlich wendet Gefahren er ab. 3. Die Berge, mit Bäumen und Reben besetzt, die Auen, mit schlängelnden Bächen beneßt, die Gärten, die Flächen der Felder umher, wie tragen sie wieder an Früchten so schwer! 4. Es blühen Gewerbe und Künste im Land und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild wer den hier Fleiß und VerSonne, ihr Bild, erhellt sie uns Érdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuchtung, Erquickung und Rath. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! Ein Jeder bezeuge mit freudigem Blick: er schäße das Gute dem Höchs sten zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! 7. Uns bleibe das Christenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Gerechtigkeit ziere den fürsts lichen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. 8. Wohl Jedem, ders fühlet, wie glücklich er ist im Lande, wo Eintracht und. Liebe sich füßt! Ein Jeder. befördre, so viel er nur fann, 11 Gesinnung und Leben des Christen 458 kann, des Vaterlands Bestes und freue sich dann! 9. Gott, sei uns stets freundlich und fördere du das Werk unfrer Hände in Friede und Ruh, so leben wir glücklich und wallen von hier zum Vaterland droben, o Vater, zu dir! In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott 626 Gs süchtigt deine Hand, o Höch: ster, jezt das Land. Zu deinem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. D Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei Allem, was wir bulden; denn groß sind un fre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wirs verdient, uns Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenkte denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Kummer flehen, laß bald Erleichtrung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübfal zu ent fernen, so stärk uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen! 7. Herr, deine Züchtigung leit uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die erwecken Schlummernden und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu mer ken! 8. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns bes trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt er: freuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunkelm Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu un frer Seele: getrost! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von un serm Lauf klärt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt fein Auge weiter; danr: finden unsre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. unter besonderen In eigner Melodie. 627 Whöchsten Nö wir in then sein und wissen nicht, wo aus, noch ein, und fins den weder Hülf, noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat; 2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, du treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth! 3. Und heben unser Aug und Herz binauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sa gest du sie Allen, die drum bitten, zu durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland Jesum Christ. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und klas gen dir all unsre Noth. Ach, deine Vateraugen sehn, wie hülflos, Herr, wir vor dir stehn. 6. Nur du bist unsre Zus versicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bei, mach uns von aller Plage frei! 7. Dann danken und lob. fingen wir mit freudevollem Herzen dir: gehorsam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. Umständen. 459 In Kriegszeiten. Del. Wer nur den lieben Gott 628& s zieht, o Gott, ein Krieges wetter jetzt über unser Haupt einher. Doch bist du unser Schuß und Retter, so schreckt uns keines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. O gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu sehn und da, wo Andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil Menschenhülfe wenig nüßt, wenn deine Macht uns nicht beschüßt. 3. Nicht blinder Zufall es, der die Welt regiert. herrscht auf Erden; du bist Laß jezt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Nuder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht. Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüße gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand! 5. Doch findet dein allweiser Wille noch härtre Prüfungen uns gut, so fassen 112 wir 460 Gesinnung und Leben des Christen wir in frommer Stille voll von neuem zu. Unsre ZuZuversicht und Glauben flucht, Gott, bist du! Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 4. Gibst du Frieden, dann, o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Ach, wir alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jeßt noch seufzen wir, jeßt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborgnen Schlüssen zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unfre Zuversicht! Barmherziger, 630 ein Angesicht, Mel. Wann mein Stündlein aft verlaß uns nicht! o Herr, vor uns verborgen? Vernimmst du unsre Seufzer nicht? Entgehn dir unsre Sorgen? Uns drücket eine schwere Macht. Gott, wenn nicht deine Vorsicht wacht, so müssen wir ver derben. In eigner Melodie. 629 11m Erbarmen fle: hen wir, Gott, und Vater, jetzt zu dir. Steh uns bei, Alliebender, Herr der Welt, Allmächtiger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf, denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod! 2. Ach, des Krieges Flammen glühn! Ordnung, Ruh und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, keine Hülfe, als bei dir. Denk an uns in Gnad und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Ge duld! 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hierher und weiter nicht! Sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort, Fried und Ordnung, Glück und Ruh eilen uns 2. Der Krieg im bluti gen Gewand verheeret die Gefilde, und Noth und Ar muth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freus denleer und keine Ruh erquickt uns mehr, sie ist von uns gewichen. 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von kurzem Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krieger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schüzzen? Du 461 barmer, nicht, bis uns dein huldreich Angesicht zum Segen wieder strahlet! 4. Du kannst es, du, ers habner Gott! Es steht in deinen Händen, uns zu erretten, unsre Noth zu unserm Glück zu wenden. Du kannst dem Elend, das uns drückt, das dein Gericht uns Zur Friedensfeier. zugeschickt, allein allmächtig 631 3ücher, zu dir, AllMel. Herr Gott, dich loben dir, UnendSteuern. gütiger, der Völkern still zu sein gebot und Frieden sandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor! Zu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dant, den lauten hohen Lobgesang: Gelobt, gelobt sei Gott! der Weltbeherrscher, Gott, der Weltbeglücker, Gott, der Fries densgeber, Gott! unter besonderen Umständen. 5. Es haben Lanzen, Spieß und Schwerdt, mit welchen Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt, so bald dein Wink geboten. So mächtig bist du immer noch; ach, so gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß geschehen. 6. Vergib uns gnädig unfre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Vaterhuld; so laß auch nun dich finden! Ach, dämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, eh sie uns ganz verzehret! 7. Gib deiner Gnade theu: res Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir bir, von Angst befreit, die Opfer unsrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 8. Regiere du selbst unsern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, des Lasters Bahn mit Abscheu fliehn und nur der Tugend le ben! Wir lassen dich, Er2. Wer ist an Majestät dir gleich? an Güte und an Macht so reich? Du sprichst ein Wort: der Himmel schweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du siehest Völker sich entzwein, mit Schwert und Waffen sich bedräun. Die Waffen finken und der Streit wird still, wird Ruh und Einigkeit, sobald, Herr, deine Rechte dräut und Völkern still zu sein gebeut! 3. Wie schreckend, wie verheerend war empörter Völker Zwist! Gefahr und Angst 11 3 462 Gesinnung und Leben des Christen Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder sanken hin, bei Schaaren in das Grab dahin, und Schmerz, der Mutterherzen brach, und blutge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker 3wist. Dank dir, Allgüti: ger, er ist durch dich, der Erd und Himmel trägt, geschlichtet und nun beigelegt! 4. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist weg gelegt; aus deinem Schooß strömt uns des Friedens sanfte Ruh und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dieß an uns gethan! 5. Laß ihn, laß ihn beständig sein, den Frieden, deß wir uns jetzt freun; in seinem Schooße laß uns nun und spät noch unsre Nachwelt ruhn! O segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! Solang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß deinen Geist den treuen Mel. Von Gott will ich nicht lassen In Theurung. vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch; weg ist das härteste Joch, das unser Vaterland drückte. Mel. Lobet den Herren, den 632 Mahet anbetend dem Gnädigen, nahet, Beglückte! Singt ihm: er ists, der den Frieden 2. Vater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren; grause Verheerungen sind noch die traus rigen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Seg nungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör, o Allgütiger, gnddig das Jauchzen der Deinen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Kleinen! Friede gabst du, Fries de und sichere Ruh, Freuz de nach Klagen und Weinen. 4. Dank, dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Sie sind erduldet die Leiden, die über uns kamen; fern ist die Noth! Segnend erhalt uns, o Gott, was du verliehen hast! Amen. Führer Aller sein! Dann 633 Du bester Troft uns ein. Amen! Armen, Beherrscher aller Welt, du, Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau her auf unsre Noth; erbarme dich der Deinen; wir Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Er unter besonderen Umständen. 463 2. Erbarmender, ach, len zittern, und da, wo, wende der Zeiten schweren Bergen gleich, empörte WelLauf! Thu deine milden len zum Himmel schwellen. hände, uns zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr uns auch, schaff uns allen bei unserm Mangel Rath! 3. Den Reichen gib Erbarmen, Gefühl für Andrer Schmerz und, zu erfreun die Armen, ein mitleidvolles Herz, damit sie mild ihr Brod trostlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen: Geht hin, es helf euch Gott! 4. Laß unsre Frucht gerathen, uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib Wärme, Thau und Regen, so kehrt dein reicher Segen zurück in unser Land. 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel: Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. Zum wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Herscherwille; der Strom gehorcht, die Wolken sinken nieder und ruhen wieder. 5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Abs grund offen sah und schon verzagte, frohlocket dann und rufet: Gott ist Retter in Sturm und Wetter! 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Säu6. So mögen denn Gefahren mich umschweben und Eisgebirge sich im Strome heben und furchtbar drohend jeden Damm erschütz tern: ich will nicht zittern. In Wassersnoth. Mel. Herzliebster Jesu 634 ch will dem Herrn zu jeder Beit vertrauen und stets mein Heil auf diesen Felsen bauen; auch in den Mel. Was mein Gott will nächsten schrecklichsten Ge- 635 Wir find in Noth, fahren er bewahren. uns, o 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, kannst stets uns retten und bewahren in den Gefahren. Gott, die Fluth nicht überschwemmen; nimm uns in Acht: wehr ihrer Macht! Du 11 4 464 Gesinnung und Leben des Christen Du kannst die Wogen hem- Du schüßzest, du erhältst, men. Verbirg jezt nicht dein du hilfst in jeder Noth; du Angesicht; gedent an uns in bist der Fluthen Herr, du Gnaden! Gott, wenn uns bist der Meere Gott. jetzt dein Arm beschüßt, was kann die Fluth uns schaden? 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jeju Christi willen! Ach, du allein kannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väterlich; beschüß uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wenn wir in höchsten Nach überstandener Noth. 637 ott, beffen Macht des Feuers Kraft zum Segen und Verberben schafft; mit welcher schrecklichen Gewalt verwü stets, und wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Häuser hats verzehrt und mancher Menschen Glück zerstört! Auch dieß hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an. 3. Wir weinen und ver ehren doch auch deine Huld; sie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der llebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jams mer, Gott, zu dir. Laß sie nicht hülflos; tröste die, die du gebeugt hast, segne sie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Uebung seiner schönsten Pflicht, der Pflicht, Be Mel. Nun dantet Alle Gott 636 Nob, Ehr und Dank sei dir, o großer Gott, gesungen, daß du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, glich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt, wie sollten wir nicht thun, was, Vater, dir gefällt? 2. Doch mitten in der Fluth bewieseft du Erbar men und halsst uns väterlich. Du zeigtest an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns rie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Dieß thatst du, Mächtiger, der jeder Fluth gebieten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wüthen! unter besonderen Umständen. Betrübte zu erfreun, barmherzig durch die That zu sein. 6. Uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zuversicht vertraun und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schüß unser ganzes Baterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns allen, was uns heilsam ist! 5. Gott, wenn ich dieß im Stillen überlege, so preis ich dich und ehre deine Wege. Was hülf es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name, Freunde, die mich lieben, und, Dank sei dir, es ist mein gut Gewissen mir nicht entrissen. Nach großem Verlust. 7. Wie sollt ich nicht auf deine Güte schauen, nicht ruhig sein und standhaft Mel. Herzliebster Jesu! 638 Du hast es mir dir vertrauen? Auch künftig wirst du, was zu meinem Leben mir noth ist, geben. gegeben und genommen; Preis dir, o Herr! Zwar ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube soll nicht wanken; ich will dir danken! 8. Herr, segne du die Arbeit meiner Hände und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden. Auf der Reise. Mel. Befiehl du deine Wege 639 Beglücke meine Reise; Gott, ich vertraue dir! Sei gnädig und beweise, wie treu du bist, an mir! Auf allen U15 meinen 465 Glück mir zugewendet, als Noth gesendet. 4. Du sahst vielleicht, ich würd in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben und sündlich leben. 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem Heil entgegen. 3 Wenns nüßlich mir und wenn es deiner Ehre, Allwissender, gemäß gewesen wäre, du hättest lieber 466 Gesinnung und Leben des Christent meinen Wegen begleite väterlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schuße mich! 2. Jch bin in deinen Händen, deß darf mein Herz sich freun: denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren bräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott; du weh. rest allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übergeben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieber empfohlen sein, o Gott! Nichts müsse sie bez trüben, kein Unfall, feine Noth! Gefund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr sehn, dann sollen unsre Lieder, Herr, dankbar dich erhöhn! 2. Vergeß ich dieser Wahrheit nicht, bin ich von Her zen gut und üb ich treulich meine Pflicht, so hab ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! D hilf du meinem Streben nach und sichre mich vor Schmerz! Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 640 Auch außer meis nem Vater land wirst du, Gott, mit mir sein. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. 4. Der Reiz der Sünd und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz ver gnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flieh! 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich sein und dort auch, wo tein Mensch mich kennt, das Laster ernstlich scheun! 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beiſpiel führt zu dir; o du, der Alles hat und gibt, Gott, solchen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund voll List und Spott, von Wollust, Spiel und Ueppigs feit entreiße mich, mein Der reisende Jüngling. Gott! 8. Wer Wahrheit, Pflicht und Recht verdreht, der flöße Graun mir ein; vor dem Verruchten, der dich schmäht, erzittre mein Ges bein! 9. Mich lehre stets bein heilig Wort auf guten Wes gen unter besonderen Umständen. gen gehn und, wenn ich kann, an jedem Ort. im Tempel dich erhöhn! 10. Dann bin ich meiner Neltern Lust, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und mei nen Geist, der dir gefällt, erschrecket kein Gericht. 12. Gedanke der Unsterblichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewigkeit, wohin der Glaube weist! 467 der Noth, bewahre sie vor Sünden. Auch dort sei stets der Tugend Ruhm ihr unverlettes Eigenthum. 3. O fehrten sie mir einst zurückt, des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch säh ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht, was ists, daß ich mich quäle? Jch weiß, o Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie ver eint. Fürbitte für liebe Abwesende. 4. O wie gedenk ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? D Tag, der die mir wiedergibt, die trauernd meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unsre Seele freun! Wie Mel. Der unsre Menschheit 641 Du, welchen kei- selig werden dann wir sein! ne umschließt, der du allgegenwärtig bist mit allem deinem Bei ansteckenden KrankSegen, wo meine Lieben heiten. sind, auch da bist du voll Huld, bist ihnen nah auf ists, allen ihren Wegen! Dieß stillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. 2. Mach ihnen mild das ferne Land und laß an deiner Vaterhand sie dort auch Freude finden. Gei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr netter in Mel. Allgegenwärtiger, ich 642 In unserm Kums gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod; schon würgt er unsre Brüder! 2. Der Seuchen Gift verbreitet sich, und, Gott, wen haben wir, als dich, der 11 6 feine Gesinnung und Leben des Christen 468 seine Wuth ihm raube? Wenn deine Macht uns nicht bewacht, so werden wir zu Staube. 9. Laß unser gläubiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, dir, Vater, wohlgefallen. Der reins ste Dank und Lobgesang wird dann dir, Herr, erschallen. 3. Ach, Viele sanken schon ins Grab sounerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf uns bange! O schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! Dank für Gottes Hülfe. 4. Oft retten Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben keine Zuversicht, als nur zu 643 W¹ Helfer, dir Mel. Ein Lämmlein geht Mir kommen, deiner Güte. Du bist der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefgebeugte Sünder! Denn bu allein kannst uns befrein, und wir sind deine Kinder. Gesang und Rühm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dant soll, Retter, dir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir sahen überall den Tod mit seinem Schrecken drohen. Nun wüthet sciner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. 6. In deiner treuen Vas terhand ruht Tod und Leben, Volk und Land. Ent ferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns hin! Gib wieder heitre Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehre uns geduldig sein und dir uns ganz ergeben; und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 8. Zeig allen Sterbenden dein Heil und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum bessern Leben führen! 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt tein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst vers gebens. Den Würger trieb fein Arzt zurückt, auch ihm schien jeder Augenblick der lebte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir alle schrien zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört, die Seuchen fliehn; du heis left unter besonderen Umständen. left unsre Schmerzen. D du Erbarmer voll Geduld, du hast nach unsrer Sünden schuld auch dießmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preijen dich, gezüchtigt haft du väterlich und väterlich verschonet. 4. Dich, der du von Gefahr befreist, dich müssen Alle loben! Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete Feder an! Es jauchze, wer nur danken tann, und ehre deinen Namen und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Erhebt ihn! Amen! Amen! 469 und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht vergeblich flehen! Auch meines Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles sehen, was Freude mir gewähren kann! 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Trost und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dieß sagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh dein göttlich Wort; dieß treibt, so oft ich auf di schaue, die Furcht aus meiner Seele fort. 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst du liebreich über mich. Auch hier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich. O gib, daß In Krankheit. Mel. Wie groß ift des Allmächt. 644 Hier lieg ich, Herr, ich dieß stets empfinde! D in und GeSchmerzen und flehe, weil duld! Vergilt mir, dem verich flehen tann, aus vollem irrten Kinde, nicht ganz nach tiefgerührtem Herzen dich meiner Sünden Schuld! findlich um Erbarmen an. Wen hab ich sonst in die sen Stunden? Wer kennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt mir die geschlags nen Wunden? Wer sendet mir Erquickung zu? 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meinen Lauf vollenden, dann hebe meinen Geist zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o guter Gott, was fehlet mir?" 2. D Gott, du Vater al ler Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher fromme Beter, U 7 Mel. 470 Gesinnung und Leben des Christen Mel. Alles ist an deinem Segen Mel. Wer nur den lieben Gott ilf mir, Gott, 646 Nicht mehr, als meine tragen, Barmherziger, legit du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen, es folgt gewiß Er quickung drauf. Auf meinem Krankenlager hier lobsing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufst du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mit ten in den Streit und übst durch körperlichen Schmerz mein der Geduld entwöhntes Herz. 645 der Krankheit Plagen, die mich drücken, still ertragen und mit kind lichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleichtrung meines Schmerzens nur auf deine Vorsicht schaun! 2. Deiner Wahrheit kanns nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dieß will ich zu Herzen fassen und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich selber fehre, jei der Schmers, die Krankheit mir! Jhre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele besz fern; alle Hülfe tommt von dir. 4. Vater, Helfer aller Kranken, Quelle tröstender Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft! Sie nur kann erretten, stärken. Lehre mich auf sie stets merten, die aus Leiden Freude schafft. 5. Guter Muth und heitres Wesen sei in meinem Blick zu lesen; Ruh erfülle meine Brust! Hoffnung stärke mich und Freude sei mein Glaube, wenn ich leide, dir zu folgen, meine Lust! 3. Den Kelch der Trüb. fal soll ich leeren! Ach, Herr, bu weißt, das Fleisch ist schwach! Bergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! O stärke, Gott, voll Vaterhuld, mein Herz durch Glauben und Geduld! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh; ich bring, o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer sein. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt, und wenn auch ganz im Kampf der unter besonderen Umständen. 471 der Leiden sich meine Le- ruhige mein Herz und sprich: benskraft verzehrt, wenn Sei nur getroft und hoff auch mein Herz im Tode auf mich! bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! 5. Wie litt im allerbängsten Leiden so stille duldend Jesus Christ! Leid ich ihm nach, ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie meine Leiden, so mein Lohn. 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, darf hoffen das, was Gott verheißt. Bu solcher Hoffnung stärke mich, so preis ich auch in Schmerzen dich! Mel. Wer nur den lieben Gott 647 6⁰ der du Schmerz und Freude sendest, mit Weisheit unser Schicksal lenkst und Alles uns zum Besten wendest, was du auch über uns verhängst, du hast nicht Lust an meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand, und deiner Tröstungen wie Mel. Wann mein Stündlein viele hast du mir schon in 648 s ist dein Wille, gesandt! oft ruft mir dein Wort es zu: Gott ist dein Vater, Kind bist du! mein Gott, daß ich jetzt Schmerzen leide; doch du bist Hel fer in der Noth und kehrst fie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand, deß soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schicks mit mir zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade 3. Vers 3. D du, mein bester Va ter, glaubte nur meine Seele tindlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den süßen Trost: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleih mir Weisheit und Geduld! Be würdig. Gesinnung und Leben des Christen 472 3. Verhüte, daß der Kranks heit Bein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn, erleichtre die Beschwerde. Du, Vater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm dich meiner! 4. Erquicke, Gott, und stärke sie, die liebreich meiner pflegen; lohn ihnen ihre Treu und Müh mit deinem besten Segen! Gib gegen mir Freundlichkeit; gib ihs nen, Gott, Gelaffenheit, Geduld mit meiner Schwäche. 5. Soll tödtlich meine Krankheit sein, und steht mein Grab schon offen, so laß mich, Herr, von Sünden rein auf deinen Himmel hoffen! Des legten bangen Kampfes Schmerz er: leichtre mir und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen! 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Le ben schenken, dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit mit aller Treu und Redlichkeit der Tugend Wege wandle! Mel. Wer nur ben lieben Gott 649 Dommt, und Morgen meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen meine Tage, wie bang die Nächte mir vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleh ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 3. Erbarm dich, eil mir beizustehen, verlaß mich, o mein Helfer, nicht! Ach, zeig mir wieder auf mein Flehen dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig dir ergebnes Herz! 4. Noch ist mein Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch bin ich ohne Gram und Sorgen, du, Vater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath be schließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen, ich halte deiner Fügung still. Dein Will geschehe, will ich sagen, wie du, Herr, willst, nicht, wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz und Bein sein! geduldig mich wie Jesus 6. Einst kommen doch der Ruhe Stunden, einst rückt mein unter besonderen Umständen. 473 mein Abend auch herbei; Ich bin getrost, wenn gleich dann, dann ist Alles über- betrübt die Freunde, deren wunden, ich bin von aller Herz mich liebt, jeßt unt Trübsal frei; dann folgt mein Leben zittern. auf Sorgen, Bram und Leid dort ewige Zufriedenheit! 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, vollend ich meiner Leiden Pfad. Nichts soll mir meine Hoffnung rauben, auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir und führt mich, Gott, hinauf zu dir. 4. Auch sie verlaß, o Vater, nicht, stärk ihre bangen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Schup, Allgütiger, und trockne ihre Thränen! 5. Doch sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden, bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden, so gib mir, Bater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, die kämpfen hilft und siegen. Mel. Wann mein Stündlein 650 № ach einer schmer zenvollen Nacht seh ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preisen meine Lieder. In großer Angst verliehst du mir nicht LinMel. Wenn wir in höchsten brung nur, ich danke dir, 651 Schon wieder auch Troft, Geduld und Fassung. Nacht, und Gram und Schmerz zernagen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. So trag ich ruhig mei nen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir er hebe sich mein Herz, du Schöpfer meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu dir, und nun, mein Vater, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit, da ist so öd die Einsamkeit! Ich seufz und ring umsonst nach Ruh, kein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. 3. Doch trenn ich mich noch nicht von dir, o Hoff nung! Nein du bleibest mir. Gelegt, zu lindern Noth und Gesinnung und Leben des Christen 474 und Schmerz, hat Gott dich liebend än mein Herz. 4. Er ists, der Muth und Zuversicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe tommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dulders Lohn. 5. O wär kein Himmel, der einst lohnt, du, Vater, hättest mich verschont mit diesem Selch voll Bitterfeit, versüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: Jsts möglich nicht, daß die jer Kelch vorübergeh? Doch nur dein Wille, Herr, ges scheh! 7. Fest halt ich immer mich an dich! Ach, stärk in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Ruh; send mir nur einen Tropfen zu! 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir, so bringt mir hoch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der lepte, treue Freund in Noth. Mel. Wer nur den lieben Gott 652 So ist mit aller seiner Plage nun abermals ein Tag vollbracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfft du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Beistand mir, und herzlich dank ich dir dafür. 2. Nur auf die Nacht wird mir jeßt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet, ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne, matte Herz: da zähl ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Kummer, die Glücklichen besucht er nur. Nur selten sinkt ein leiſer Schlummer auf die entkräftete Natur; boch schließt er mir die Augen taum, so schreckt mich schon ein schwe rer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dieß mir nur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein fühlend Herz? Flieb, lästernder Gedanke, flieh! Ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt nur Trübsal mich ergreifen, um höhern Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend reifen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Mens schen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen, und kurz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mirs auch schon kühl ents unter besonderen Umständen. 475 entgegen; heim ziehen die leihn! Laß es die Quelle Gewitter bald. Vielleicht jeh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne niedergehn. hoher Freuden und Vorgefühl des Himmels sein. Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Noth! 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich fühle meine Seligkeit; ich kann von dir nun Alles hoffen, der gnädig mir die Schuld verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer, mein Herz erbangt davor nicht mehr. 5. Erscheint der Tod mit getrost und zage nicht. Wirst seinen Schrecken, ich bin du vom Tode mich erwecken, ich bebe nicht vor dem Gericht. O mich erfüllt dein Leib und Blut so hier, wie dort mit frohem Muth! 7. Drum will ich mich nicht trostlos grämen, nein, ruhig sein in meiner Noth. Das wunde Herz mir abzunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es fanft und kühl zur Ruh; den Geist führt er dem Himmel zu. Bei der Abendmahlsfeier in der Krankheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 653 A( ch, könnt ich doch mit meinen Brüdern im Tempel, Jesu, dich erhöhn und froh mit deines Reiches GlieDiel. Wer nur den lieben Gott dern, Herr, deines Lodes 654 Dant, Vater, dir, der mit Erbar= men auf seine schwachenkinder blickt! Wie hast du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heilge Mahl erquickt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. mich Schmerz und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Ach, hier, wo ich im Stillen bete, feir ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte hast du verheißen, nah zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft vers 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst, ich folge gern; von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Ich bin erlöst; drum schreckt mich nicht 476 Gesinnung und Leben des Christen mit des Grabes Nacht, gehn! Doch nicht, Herr, nicht das Gericht. unser Wille, dein Wille soll geschehn! 3. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt, wohl mir! ich steh mit dir im Bunde, ein gnädig Urtheil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ewges Heil ist deiner Auserwähl ten Theil. 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron, dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal, dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes letzte Qual! Fürbitte für Kranke und mer. Alle Menschen müssen sterben Leidende. 656 Got ott der Tage, Gott der Näch te, unfre Seele harret dein, hofft auf deine starke Rechte, weiß, du kannst nicht ferne sein. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Vater, viele Menschen weinen, viele Kranken schnachten jezt! Aber du verläsfest keinen, der auf dich Vertrauen segt; trocknest liebreich Kummerthränen und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh und Lindruna flehn und auf dich voll Hoffnung sehn. 3. Sende, Vater, Muth den Schwachen, Licht in jes des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz. Laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Treue Mel. Befiehl du deine Wege 655 Barmherziger, ers höre der Liebe heißes Flehn! Laß, den wir innig leben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz: wir sehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer sein? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu, Vater, thu, mas Keiner von uns für ihn vermag. 3. Sieh, deine Kinder flehen für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Wunden und hilf ihm väterlich! laß des Leidens Stunden bald, bald vorübers unter besonderen Umständen. 477 Treue preisen! Gib den schreckte nicht das Grab; Kranken sanfte Ruh! Ster benden sprich Tröftung zu! 4. D du treuer Menschenhüter! Nacht ist wie der Tag vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, deis nen Schuß erflehen wir! Allen, Allen, die jest leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ihrer Bein, deiner Huld sich dankbar freun! 5. Jesus Christus, viele Nächte haft du für uns durchgemacht und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh gebracht. Eröster, willst du deinen sindern nicht durch Schlaf den Kummer lindern, o so lenke ihren Sinn hoffnungsvoll zum Himmel hin! gestärkt durch deinen Geist, fab ich getroft hinab. 3. Allmächtig stärktest du die halb erstorbnen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurück! Dir dank ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Leben selbst will ich dir Dank beweisen, durch frommen Wandel dich an jedem Tage preisen und redlich meine Kraft dem Wohl der Menschen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu sein. 2. Dem Tode war ich nah; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Verwandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht; mich Vorbereitung auf den Tod und Trost für Sterbende. Nach der Genesung. Mel. Mein Gott, das Herz 658 Baldleg ich Sorg Met. Nun dantet Alle Gott und Schmerzen 657 Mit welchem ab und diesen Prüfungsstand; die Erde nehme, was sie gab; ich ruh in Gottes Hand! Dank fann dich, o Gott, mein Lied er beben? Nur deine Baterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 2. Ich geh den Weg zum ewgen Licht, er mag mir dunkel sein; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht; ich geh zum Leben ein. 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht: die unerforschlich weise Macht führt mich zur Seligkeit. Mel, 478 Gesinnung und Leben des Christen Mel. Wann mein Stündlein er nun kommt, nicht achten 659 Bott, wann mein und mit getroffem Blid auf dich nach meinem Ziele trachten und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir era worben. sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wann um mich, den Entschlummernden, nun alle meine Lieben stehn und angstvoll mich beweinen; 2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betübt um mich mit Thränen klagen, laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verkläret mir ihn wiedergeben müssen. Du tommst, Erwecker! Deine Macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. 4. Wie könnt ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie könnt ich flagen, da ihn Gott vom Tode wieder fodert? D Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leib ersteht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn Mel. O Golt, bu frommer Gott 660 on naht fich meines Laufs und meiner Leiden Ende. Gott, meines Lebens Herr, ich fall in deine Hände, Du bist, o Vater, nie mit deiner Hülfe fern; du rufft! Hier bin ich, Herr, dir folgen will ich gern. 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich ges breitet, dir, Gott, der bis ans Grab mich wunderbar geleitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und seine Pflicht; doch gingst du Heiliger, mit mir nicht ins Gericht. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu ges ring, der Treu viel zu ge ringe und der Barmherzigfeit, die du an mir gethan. Frohlockend bet ich dich mit allen Engeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Ver trauen und deine Herrlichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, o Gott, unter besonderen o Gott, und Gnade für und für: mein Geist wird felig sein; denn ihn empfehl ich dir. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; unsterblich, Engeln gleich, werd ich dich schaun und leben. Noch einen kurzen Kampf, so frönt vor deinem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn. In eigener Melodie. 661 eile meiner Heimath zu, ins emge Paradies der Freuden; dort, dort nur ist die wahre Ruh und Quelle aller Seligkeiten; dort ärndtet man der Tugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir berei: tet, wohin er gnadenvoll mich leitet. Er ist es, der mun meinen Geist auf ewig jeder Noth entreißt. bunden da; dort werd ich 2. Hier lieg ich wie gevoll von Kraft und Leben, dem göttlichen Befreier nah, froblockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tugend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sünden, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligkeit. Umständen. 479 3. Dann, dann wird nimmermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verlegen; dann wirst du ewig dich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergößen. Ich eile über Welt und Zeit hin zu dem Siß der Geligkeit, zu der Verklärten Geister Chören; ich werde ihr Willkommen hören, und wen ich hier im Herrn gekannt, den finde ich im bessern Land. 4. O drum getrost, mein Geist! O sieh, in welche göttlich große Freuden des kurzen Pilgerlebens Müh verwandelt wird nach diesem Lei den! Ergib in kindlicher Geduld dich deines Vaters Lieb und Huld! Dein Jes sus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehn, wirst du verklärt dort oben stehn! 662 Mel. Wer nur den lieben Gott ch fasse, Vater, eine ände und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du haft nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan; erhör auch meine lette Bitte: nimm, Gott, Gesinnung und Leben des Christen 480 Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach, noch Eins ist Noth, ein gutes End, ein selger Tod! 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschützt, regiert, mich oft mel. Christus, der ist mein Leben erquidt, durch Leid geübet, 663 Bald ist ſie nun oft vollendet die turze Prüfungszeit, mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getroft und hoffnungs voll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geist und ist ihm wohl. 3. Und manche gute Tha ten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir schön wie Saaten, die Gott ge segnet hat. 4. Sie reifen nun entgegen dem großen Aerndtetag. Welch schöner, reicher Segen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht, Schwestern, sehet, Brüder, jo selig stirbt ein Christ! geführt; wohin ich ging, wohin ich sah, war mir stets deine Güte nah. 4. Auch jest, auf meinem Sterbebette sich meine Noth, o Vater, an! Erquicke, lin: dere, errette; denn du bist, der mir helfen kann. Stärt mich im Guten bis ans End, damit ich treu den Lauf vollend! 5. Mein Heiland, treib die Furcht zurücke, besiege meinen lezten Feind! Lenk auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Muth mir, Trost und Freude zu, mach Ende, bringe mich zur Ruh! 6. 3hr eiteln Güter dies ser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jegt soll ich ewig selig werden; drum brauch ich euer nun nicht mehr. Du, Gott, bists, nen und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ungemach und bringe mir sie selig nach! Mel. Jesus, meine Zuversicht wann das Eitle weicht, der 664 Selig sind, die in mir Lebens 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit, laß ihnen stets dein Trostlicht scheiin ihrem Schöpfer sterben; denn es spricht der Geist des Herrn, daß sie ewge Ruhe erben, daß von nun an unter besonderen an alle sie ruhen von des Lebens Müh. 2. Göttlich Wort, wie labest du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so tröstend sentest du in mein Herz des Himmels Frieden; ich soll einst auch selig sein, ewig mich der Ruhe freun! 3. Nun so komme denn, Ju eigner Melodie. o Lod, wann du willst, 665 Chriftus, der iſt mein und Sterben mein Gewinn. Dem hab ich mich ergeben; in Frieden fahr ich hin. zu meiner Mich, mich macht das Wort von Gott start bei jedem deiner Schritte. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. 4. Schrecklich magst du Zweiflern sein; mir, ich weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben keine Bein, feinen Schmerz das Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 2. Ich freue mich zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel erben, mein Heiland nimmt mich auf. 3. Bald hab ich überwunden des Lebens Angst und Noth; nach wenig Prüfungsstunden leb ich bei dir, mein Gott! 5. Aus dem Staube neu gebaut, ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und ichaut nichts, als Sel'ge, nichts, als Engel. Sterblichkeit, die hier nebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. Umständen. 481 nen 7. Der du mir durch deiTod diese Hoffnung haft errungen, auch in meiner Todesnoth, Jeju, sei dir Preis gesungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. 6. Gönnet mir mein na hes Glück, weinet nicht, ihr meine Werthen! Nur noch einen Augenblick, dann, dann wohn ich bei Verklär ten. Faffet Muth, ich geh voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Sinnen und Gedanken wie ein verlöschend Licht bald hier-, bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliche Furcht und Kummer, die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft sei mein Tod durch dich! 7. Herr Jesu, ich vollX ende 482 ende im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände, o Jesu, nimm mich auf! Gesinnung und Leben des Christen 5. Hier allen Sünden ab zusterben, zu leben der Ge rechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben, dazu laß meine Sterblich teit mir stets, mein Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott 666 Du, Herr und vor Augen sein und deine Hülfe mich erfreun! Vater meiner Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir vers borgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt, das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu sein. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu ent fernen und um den Himmel zu bemühn: o mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufgehoben, dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Jefus ift, da sei mein Herz! Herr, lente selbst es hims melwärts! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Bater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Troft und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin; bist du, mein Heiland, nur mein Le ben, so bleibt selbst Ster ben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir: sei nun mein Trost, so gnüget mir. Mel. Herr, wir singen deiner 667 Heil bir, Ge Gott erschete net. Mein Auge hat bald ausgemeinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald werd ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Le ben endet schon, bald ist es ganz entflohn; doch ein beßres, Gott, wartet mein, unsterblich sein soll ich, soll ewig sein mich freun. 2. Welt unter besonderen Umständen. 483 2. Welt und Sünde sind auf Erden, um selig dort bezwungen; bald ist der zu werden. hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiz ter frönt. Matt am schweren Pilgerstabe sehnt ich mich oft nach Ruh im Grabe, wie sich nach Ruh der Wandrer sehnt. Heil mir! Hallelujah! ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum 2. Herr, meine Seel empfehl ich dir in deine Vas terhände. Sei gnädig, Gott, mein Vater mir und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf. ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Rub und Freuden von dieser Erde scheiden. Der sterbende Jüngling. Mel. Wann mein Stündlein Schauen. Dank dir! mir 669 Nicht lang. ein der Gewinn. Wer, wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir bie Siegestrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir! Wie entstellt finkt unter mir die Welt! Bald, bald seh ich von Angesicht zu Angenicht in deinem Lichte, Gott, das Licht. Pilger dieser Zeit, schon reif zum bessern Leben, steh ich am Rand der Ewigkeit, von Himmelsglanz umgeben; bald geht der freie Geist hervor aus seiner Hütte, steigt empor, empor zum Siß der Wonne. 2. D Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eiteln Lüften. daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend, und tel. Ermuntre bich, mein 668 ott, öffne dei- eingedent der Rechenschaft und des Gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebte. nen Himmel mir! Bald nahn die legten Stunden; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier 3. Nicht jenes Lebens Vorgefühl fönnt mich nunmehr erquicken, mit Schau dern äb ich nun das Ziel des Lebens näher rücken; 2 por 484 Gesinnung und Leben des Christen vor mir sah ich den Rich terthron, an dem zum wohl verdienten Lohn Verdammung mich durchbebte. 4. Jetzt kann ich freudig zu dem Thron des Weltenrichters treten; denn Jesus Christus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertreten. Ihm war mein Dasein hier geweiht, und er hat meine Seligkeit mir hier und dort erworben. 5. O Trost in meiner legten Noth, daß ich an Jesum glaube! Willkommen ist mir nun der Tod; er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. Das sterbende Kind. damit ich ewig leben kann, daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum begann. Ich werd in meiner Frühlingszeit als Himmelspflanze Gott geweiht. nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wiedergibt. Dank sei dir, Vater, dargebracht für deine Sorgfalt: Gute Nacht! 2. An meiner Gruft stärkt euern Glauben, ihr Meltern, die ihr mich geliebt! Der Tod kann mich 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden reißt mich der Tod aus viel Ge fahr; doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darun ter ich gebildet war! Dir sei der treufte Dank ge bracht, getreue Mutter: Gute Nacht! 4. Beruhigt euch, ihr andern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt, ihr dürft um mich nicht trostlos weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwest zu schönrer Pracht, wir sehn uns wieder: Gute Nacht! Mel. Wer nur ben lieben Gott 670 nur ch sterbe schon, 5. Gleich Frühlingsblumen wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub: dieß kann dir, Mensch, die Lehre geben, und Staub. Bei meinem Grabe lent den Sinn vom Irdischen zum Ewgen hin! Alle sterben! Bielleicht ist 6. Ich sterbe schon; lernt euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmelsherrlichkeit, so denkt: fie gehn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an. Für unter besonderen Umständen. 485 Fürbitte für Sterbende. und befreit von Sünd und Schuld ruhig und gelassen sterbe und das Glück des Mel. Fren bich sehr, o meine S. 671 Unter manchen Himmels erbe! bangen zen ist er schon dem Lode nah. Er, so theuer unserm Herzen, bülflos liegt er da, ist sich seiner nicht bewußt, röchelnd athmet seine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er blos in starren Blicken. 2. Bald, ach, bald entflieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt entrückt; jede Last, die ihn gedrückt, seines Jammers bange Stunden sind bald durch den Tod verschwunden. 3. Nimm, da er uns nicht verstehen und zu dir nicht beten kann, seines Herzens stummes Flehen, seiner Lippen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht und durch deiner Lehren Licht auf des Todes dunkelm Pfade das Gefühl von deiner Gnade! 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den Geist zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft, daß er sicher deiner Huld mel. Dein sind wir, Gott 672 Du wouft erhöz ren, Gott, sein Flehen, nicht ins Gerichte mit ihm gehen, der jego deiner Ewigkeit sich naht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du hast gezählt des Hauptes Haar, sein Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner Leiden Bahl, er leidet jetzt zum legtenmal. Ach, sei in seiner Todesnoth sein Freund und Gott; ein Schlummer sei für ihn der Tod. 4. Vollende, Vater, seinen Lauf, nimm ihn zu deis nem Frieden auf. Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 5. Erleichtre ihm den lezten Schmerz! Von dir erquicket, ruh sein Herz. Durch Jesu Todesschweiß und Blut, das ihm zu Gut er einst vergoß, stärk ihm den Muth! * 3 6. In 486 Gesinnung und Leben des Christen 6. In ihm vermehre seine Amen! Entschlaf in jenem Ruh, sein armes Herz ers großen Namen, vor dem quicke du! Geist Gottes, laß sich Erd und Himmel beugt! ihn mit Vertraun auf Je- Deine Laufbahn hat ein sum schaun und so entgehn Ende! Dein Vater nimmt des Todes Graun! in seine Hände die Seele, die der Erd entfleucht. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Jes sus Christus hat dich vers jöhnt, von ihn gekrönt, em pfängst du nun des Glaubens Lohn. 7. Mach ihn getrost, o Geist des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern; laß ihn den Himmel offen sehn und Jesum stehn, bereit, ihn gnädig zu ers höhn! 8. Ach, Gnade, Gnad ergeh für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine Huld sich freun? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme seis ner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet sie: erhöre fie, erlöse, Gott, erlöse sie! 10. Behüte ihn in seinem Tod; ihn segne, seg: ne, segne Gott! Wann nun sein Auge sterbend bricht, leit ihn zum Licht, tröst ihn vor deinem Angesicht! 3. Nimm von uns den leßten Gegen! Zwar sinkt dein Leib dem Grab entge gen: doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und Einsegnung eines Ster- schauen deines Gottes Licht! benden. Geh ein zu deiner Ruh! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. D Todter, du, nach kurzer Ruh gesegnet wirst du zum Leben auf Amen! erstehn. Der Mel. Herr, wir fingen et 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Todes: nacht! Sei gesegnet, Amen! Amen! Ruh sanft in Jesu Chrifti Namen! Für dich auch ward sein Wert vollbracht. Sie trugen ihn ins Grab von Golgatha herab, Gottes Opfer! Er überwand, der Herr erstand, und der Erstandne nimmt dich auf! 673 unter besonderen Umständen. 487 Der Tod des Frommen. zum Vater seine Hände, um dankend sich zu freun: Preis dir, Herr! Ich befehle dir, Vater, meine Seele! Er sprichts und schlummert lächelnd ein. 7. O laßt, wie er, uns leben und nach dem Sinn uns streben, der uns dieß Glück erwirbt, damit auch wir als Erben der Seligkeit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt. Mel. In allen meinen Thaten 674 Wie Die sanft sehn wir den Frommen, wie frei, wie unbeklommen sich seinem Ziele nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. 2. Er sieht sein Pilgers leben gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu am Ziel. Es blühen seine Saaten, ichon lohnt für seine Thaten ihm Ruh und reines Selbstgefühl. 3. Von feiner Angst betroffen, sieht er sein Grab nun offen, er geht und fürchtet Nichts. Ein Strahl der ewgen Gnade schwebt auf dem dunkeln Pfade ihm vor: nah ist das Reich des Lichts. 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmelslichte ein sanfter Wiederchein. Oft spricht aus seinen Blicken ein seliges Entgücken, ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet sie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 6. Er faltet noch am Ende Beim Tode guter Aeltern. tel. Auf schide dich 675 Bott, welch ein Schmerz trifft unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Vater( die Mutter) hier so frühe schon aus unsrer Mitte scheiden. 2. Gott, welch Geschick! Ach, einen Blick warf er ( fe) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er( sie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. 3. D Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Trost die kummervollen Herzen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast vergehn in ihren tiefen Schmerzen. 4. Ach, Sorg und Müh war spät und früh für uns * 4 sein 488 Gesinnung und Leben des Christen fein( ihr) stetes eifrigstes fest den Pfad der Tugerd Geschäfte; uns zu erziehn nach Gottes Sinn, dem weihte er( sie) mit Wonne Zeit und Kräfte. 5. gehen, damit wir einſt, wann du erscheinst, im Jes sern Land die Aeltern wie dersehen! Beim Tode Hoffnungs Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pflegen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht voller Kinder. allzeit nach Pflicht ganz 676 Find reiften fie, Mel. Der unsre Menschheit Cür willig ihm( ihr) dankbare Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schüßen, trösten? Du kannst allein nun Helfer sein, du bist ja stets Erbarmer der Erlösten. ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider meis nen Schmerz! Was find ich, ihn zu fillen? Zwar für den Himmel reiften sie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 7. Du nennest dich selbst väterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen; so mildre doch, Herr, unser Joch, wie du uns selbst so gnädig hast verheißen. 8. Sei unser Licht, stärk uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern Wegen! Uns folge, Gott, bis in den Tod, wenn fromm wir sind, des besten Vaters ( der besten Mutter) Segen! 9. Wir schauen hin mit Kindessinn auf seinen( ihren) Tod, auf seines( thres) Glaubens Ende! Wirfolgen nach; doch wir sind schwach, o reich uns gnädig deine Vaterhände! 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier treu und 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freudenleer mein Leben! Ich sah sie wie den Frühling blühn; dir, dir hofft ich sie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein Alter sollten sie erfreun und Trost mir noch im Tode sein. 3. Da, Ewger, sprachst du: gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzich sie dir; ich will sie hoch erhöhen. Sie werden nicht dein Alter freun, nicht Trost dir noch im Tode sein; du sollst sie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah, ich war es, der sie sterben sah. 4. Herr unter besonderen Umständen. 4. Herr, ich verehre dein Gebot, nur laß mich meiner Kinder Tod, ach, laß mich ihn beweinen! Du, der du Aller Vater bist, du weißt, wie schwer mein Herz mir ist! Wie könnt ich froh erscheinen! Verzeih Gefüh. len der Natur! Nicht murren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen preifen dich! Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest und nun im Lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seuf zer danken dir: du, du vertrautest sie nur mir. 6. Mit Thränen preis ich dich auch einst, wann du zum Weltgericht erscheinst, doch dann mit Freuden. thränen. Dann werd ich meine Kinder sehn, mit ih nen dankend vor dir stehn, mich nicht mehr trofilos sehnen. Dann werd ich froh bei ihnen sein und ewig mich mit ihnen freun. Mel. Der unsre Menschheit 677 ³ Mel. Kommt her zu mir s ist nicht mehr, 678 Ah, hier nicht mehr! ach, fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, o theure, gute Seele! Dich sucht umsonst mein trüber Blick, du kehrst nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. X5 2. Der 489 streben. Ach, meine Hoffnung sant ins Grab und alle Lust mit ihr hinab. 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen findet mich voll Schmerz, die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, klag ich nicht, nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch im Schmerz verehren. Auch weinend will ich dankbar sein, du gabst, du nahmst, es war ja dein. 3. Wohl ihm! in Unschuld brach sein Herz; gesichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leiden. Gerettet ists in deiner Hand, ging mir voran ins Vaterland. für mich nicht mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ist nun mein Erdenleben! Wie eine Rose sah ichs blühn; und weis und fromm es zu erziehn, war immer mein BeBeim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes. Gesinnung und Leben des Christent 490 2. Der Freundschaft Labsal ist dahin, dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land und mit ihr alle Freude! 3. Doch sei mein Schmerz auch noch so groß, du ru hest nun in Gottes Schooß, vor Gott will ich mich beugen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöst von deines Leidens Joch, geduldig will ich schweigen. 4. Das Grdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporges hoben ist der Geist zu Gott, der Aller Vater heißt, zu feines Heilands Freuden. 5. O Trost, o hoher Trost für mich! Mein banges Herz, erheitre dich und flille deine Klagen! Die Seele, die so treu mir war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könn ich heidnisch zagen! 6. 3war hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr von dir, o Theurer( Theure), nicht Gebet und Trost und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. 7. Du Seliger( Selige) wirst vor mir stehn; ich werde dich vollkommen sehn; o freudenvolle Stunde! Jch eil dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterb lich du, zum neuen Freundschaftsbunde. 8. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele singen wir von weggeweinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn und preisen Gott und seinen Sohn für unsre selgen Freuden. 9. Gedanke der Unsteiblichkeit! erheitre jede Duntelheit und stärk mich, wann ich wante; veredle jede Leis denschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himmlischer Gedanke! Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib 679 Wir gehn ans und wissens doch: dein Geist, Entschlafner, lebet noch, von Schmerz und Erdennoth befreit, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Ruh sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh. Dein Gott hat wohl an dir gethan, nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer unter besonderen ihrer Pilgerbahn hinab zur Abendruh ins stille Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich sein; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit List und Falschheit unbekannt; nun ruhts in Gottes Vaterhand. 5. O Gott, nun blickt bei sanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, all unsre Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir den unsrigen, beweint, sei, Jesus, unsre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. Umständen. 491 4. Schnell schwindet unfre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Leid und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. In voriger Melodie. 680 un bringen wir Blut, 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, lern hier, was unser Leben ist! Nach Sorg und Furcht, nach mancher Noth und Ar beit kommt zulegt der Tod. 6. fichrer Mensch, be finne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt durch Christi machs nur mit meinem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns findlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr. 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ. Mach uns das Sterben zum Ges winn, zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich auferstehn und dann dein Antliz ewig sehn! * 6 Mel. 492 Gesinnung und Leben des Christen Mel. Nun laßt uns den Leib Mel. Jesus, meine Zuversicht 681 Begrat den Leib 682 Senkt den Leich senkt in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn: einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf! nam, ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle, ruh, zerfal lendes Gebein, in des Tod tenackers Stille! Was da lebet, folget dir, wie du ruhest, ruhn einst wir. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr, er war schon Staub und wirds nun mehr. Er schläft, er ruht und einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. 2. Was du, Todter, thatest, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so daß Samenkorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirktest, folgt dir nach. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquickt. Hier trug er Jesu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir gehen unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns bereit. 7. Ach, Jesu Christ, dein Mittlertod stärk uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein und selig unser Ende sein, 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinken all ins Grab einst nieder. Laßt an unser Werk uns gehn, weis und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? Was wir thaten, folgt uns nach. Mel. Nun laßt uns den Leib ( Die Versammlung.) 683 ( enkt nun den Leib in seine Gruft und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. ( Der Chor.) 2. Grabt mein verweßli ches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nur ein! G bleibt unter besonderen Umständen. 493 bleibt, es bleibt im Grabe uns Unsterblichkeit. Wenn nicht, denn Jesus kommt wir uns hier der Tugend und hält Gericht. weihn, kann uns der Tod nicht schrecklich sein. 3.( Verf.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lasterhaften Strafgericht. Sie, selig auch im Tode Mel. Schwing dich auf schon, empfängt der Ausers 684 Laßt dem Tode 4.( Chor.) Gott ist allgütig und vereint dereinst mit sich den Tugendfreund, ihn führet er zum höhern Licht. Drum, Christen, bebt am Grabe nicht! 5.( Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual und ging durchs finstre Todes: thal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt; doch hat auch Trübsal mich gedrückt. Im finstern Thale wandelt ich, doch führte Gottes Rechte mich. 7.( Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungesiört die stille Ruh! Einst gehn auch wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jeßt weint, mit mir einft wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig sein. 9.( Vers.) Nach dieser turzen Lebenszeit erwartet Würmern ihre Habe! Sees len werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen! 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille. Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ist Gottes Wille. Weinet nicht; er hat nun schon, was wir erst ersehnen. Jhn erweckt kein Klageton; trocknet eure Thränen! 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus einst verschied, folgte bald Erhö hung. Fromme ruhn in seiner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Nerndtefeld! Hier ruhen sie, Christen, unsre Brüber, fämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der hier fand sanfte Ruh der Müden! Für das bebre * 7 Va 494 Gesinnung und Leben des Christen Vaterland schlummre er hie: nieden! 5. Saaten der Unsterb. lichkeit! Heilige Gebeine! Bald verrinnt auch unsre Zeit, ruft der Tod: er scheine! Ruf er dann, wir sind bereit. Wer des Lebens Gabe nüßet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war, den der Herr ließ einperleiben seiner auserwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Sterben hat erkauft zu Himmelserben? laßt, weil wir von Erde sind, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fodern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ewgen Himmelsfries den, den er seinem Volk beschieden. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 685 Ruhet wohl, ihr Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit; ruhet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. 2. Nur getrost, ihr werdet leben! Der das Leben 686 selber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobts, er, Jesus Christ; die in seinem Namen serben, sollen nimmermehr verderben. 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die das Herren Glieder. sind. Last den Leib im Tod erkalten, 6. Ruhet wohl, ihr Todtenberne, ungestört in eurer Gruft; ruhet, bis der Tag erscheine, da des Richters Stimm euch ruft. Nach des Lebens kurzen Leiden geht ihr ein zu ewgen Freuden. Mel. Nun laßt uns ben Leib ( o gib denn, fromme Chris stenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut dem Müden Ruhe hier in ihrem Schooß, sowie einst dir. 2. D Ruhe, Wunsch des Leidenden, du lezter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen iit, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Feinde Truß; hier findet der Bedrängte Schuß, hier wird in süßem Schlaf erquickt, den manche schwere Last gedrückt. 4. Hier unter besonderen Umständen. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leichenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet ist der schwere Lauf; der Christ eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 3. Sei ihm ein Ruhebette, du stille Grabesstätte, und deck ihn kühlend zu! Er schlafe hier in Frieben den sanften Schlaf der Müden: hier find er die erseufzte Ruh! 4. Sowie in heilgen Haioch stehen wir, nen naht sich hier den Ges beinen nicht Frost, nicht Sonnengluth. Jhr Stürme, braust gelinde und wehet sanft, ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht! 6. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegengehn! Mel. So schlummerft du 687 o Gott, vor dir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erdenpfade! Sei uns dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnade. 3. O gib uns Kraft, ges wissenhaft zu leben und zu leiden! Führ uns alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! 495 Wir singen auf vom Staube, uns stärkt der Christens glaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind frei von Beschwerde in deine milden Arme auf. Mel. In allen meinen Thaten 688 Da a stehen wir die Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. 5. Senkt denn den Leichnieder zum Staube Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab ist sanfter Schlummer, ihn stört kein Erdenkummer: Gott ist es, der ihn einst erweckt. 6. Zum Leben ohne Sorgen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt er wacht. Heil diesem todten Staube, so singt der Christenglaube, auch er erwacht, auch er erwacht! nam seiner 7. Schaut, schauet auf Bea 496 trübte! Dort wandelt der Mel. Seelenbräutigam. Geliebte im hohen Himmels 691 till erheben wir Gesinnung und Leben des Christent Freude und wehret euerm Leide und wischt die Thränen vom Gesicht! zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nun ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. Mel. Gott des Himmels und der 2. Du bists, der uns liebt, 689 wenn er nimmt und Ja selbst, was wir hier be weinen, wird einst freuden reich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stim me ruft. des Schlummer und der Schooß der Erde fühl; da stört unsre Ruh kein Kummer, nicht der Lei denschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein, schlummern alle mit uns ein. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Trost und Licht und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! 2. Uleber unsern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab, und der Schmäh: sucht Stimme dringet nicht ins dunkle stille Grab. Fehler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr gerügt. 3. Unsre Seufzer, unsre Thränen werden ewig dann Mel. Christus, der ist mein Leben geſtillt; unfre Wünsche, un 692 Verzeih der ties fer Sehnen, wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und falt. fen Trauer, die unser Herz erfüllt. Wir sehn mit bangem Schauer des Todes Schreckensbild. 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schooß verborgen, wo nichts seinen Frieden stört! Küh les Grab, o wann nimmst du mich in deine stille Ruh? 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Menschen Kraft! Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahingerafft! 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bes Anm. Nr. 690 ist ausgefallen. Bei Beerdigung eines Verunglückten. unter besonderen Umständen. bereitet, und ach, er ist nicht mehr. 4. Wer zählet die Gefahren, die uns auf Erden drohn? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern We- Am Grabe Frühverstorgen bener. umhüllt uns Dunkelheit, und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. 6. Doch Alles, was ge. 693 3wirst du von ur frühen Gruft schiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst: der Tod entfliehet. Du willst: her kommt der Tod. uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos bereitet und nun dich von uns zu sich ruft. 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade; er führte dich auf seines Sohnes Pfade und lenkte deines Lebens Lauf. 7. Ach, dieß nur macht uns stille: wir sind in deiner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 497 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von uns hin. Da sehen wir und schmecken: der Tod war nur Gewinn. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück und lenkst von trübern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plößlich niederreißt, darf unser Geist dir trauen: Du liebest un sern Geist. 10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 11. O lehr uns wachen, beten und stets besonnen sein, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. In eigener Vielobie. 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wieder von uns scheiden. Was Gott thut, das ist wohlgethan! 4. Du bist beglückt! Entronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. Jn steter Ruh, in ungestörtem Frieden wohnt nun dein Geist, und tröstend sieht hienieden Gott deiner Aeltern Thränen zu. 6. Flagt nicht so sehr bei eures Kindes Bahre! Es ging zu Gott im Frühling seiner Gesinnung und Leben des Christen 498 seiner Jahre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er hat es euch geliehen. O gebts ihm gern. Laßt eus ern Liebling ziehen! Er zieht ja in sein Vaterland. 5. Wandeln nicht in hos hen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im beffern Leben die Verlornen wiedergeben! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 694 Wenn der Stifter der Geschlechter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft, ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Mel. Alles ist an deinem Segen Blume schnell verblüht, und 695 Erbentöchter, Ger setd nicht stolz auf Reiz und Schöne, trobet nicht auf eure Kraft! Eures Mun des Hauch verflieget, eures Lebens Quell versiechet, und des Starten Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, seid nicht traurig, wenn so früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft; edler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther überfliegt der Geißt die Gruft. 3. O was ist des Grabes Höhle! Eine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinabzusehn. Leber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himme Mutter nun ihre ganze Hoffnung sieht; ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edeln Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stüß und Krone sinket mit des Vaters Haupt, Mütter von den Kindern scheiden, Gott, was gleichet diesen Leiden i 4. Ach, es müßte unters liegen dieses arme, schwache Herz, hilfst du nicht, o Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder. 6. Vater, deines Trostes Quelle trocknet auch am Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. unter besonderen Umständen. 499 Himmlischer Erkenntniß 2. Laßt uns alle heute stehn. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet un verloren in des ewgen Vaters Schooß! Süße Hoffnung! Selger Glaube! Al les windet einst vom Staube herrlicher sich wieder los. klagen, denn es starb ein edler Mann! O wie Viele müssen sagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsere Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz eh ret unser Leid und Schmerz! 5. Leibesschönheit wird verblühen, Seelenschönheit nie entfliehen, sie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und echte Tugend mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsseligkeit. lohnt 6. Himmelsseligkeit beste het; nur der Erde Glück vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gott heit unvergänglich, wie der Himmel überschwänglich ist des Christen wahres Glück. Mel. Liebfler Jesn, wir find 696 Wer mit Luft und 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück; und die Frucht der edeln Saaten sei für Nachwelt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuern Namen! Seine Tugend nachzuahmen, edel, wie er war, zu sein, wolle Gott uns Kraft verleihn! Mel. Liebster Jesu, wir sind Am Grabe eines edeln 697 Sanft, wie er ges und verdienten Mannes. hat, endete zum Trost der Seinen dieses Edeln Erdenpfad, und wir schaun ihm nach und weinen. O er hat und zum seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich sein! Sein Gedächtniß bleib und daure! Seine Nachwelt flag und traure! Wo sein Grab ist, weine dann wer, was gut ist, schäßen tann. Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers. Guten hingekehret. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Bater, das hat er verkündet und, gestärkt durch deinen Geist, Vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu er heben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treu 500 3. Treulich ging er selbst den Pfad hoher Tugend bis ans Ende und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. Gesinnung und Leben des Christen 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Je sus ruft: felig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil und Frieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von unserm Lehrer, fruchtbar sein in Wort und hat und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des Himmels Bürger werden. Trost und Gelübde auf Gräbern. Mel. Auf, Chriftenmensch 698 Geweihter Oct, wo Saat, von Gott gesät, dem großen Tage der Nerndte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede klage verstummt, wo Mancher Ruhe fand, der sie auf Erden nie gekannt. 2. Zwar flossen hier der Thränen piel, wenn von des Freundes Herzen den treuften Freund das Schick fal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon geweint. 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaf fet Ruh den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab und bringt zum ewgen Frieden. Weint, Freunde, nicht: denkt: Wiedersehn! Die Todten werden auferstehn! 4. Velebend sinkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Blume, seht, sie blüht, vom Frühlingshauch umweht! 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Gei stes Hülle. Unsterblich ist nunft und guter Wille er des Menschen Geist; Vers hebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit. 6. Drum tann mein Blick vom Todtenfeld zum Himmel sich erheben; und winkt auch mir das fühle Grab, darf ich nicht ängstlich beben. Ich pflüde nach voll brachter Zeit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst wart, das bin ich jegt, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, entschlafne Brüder, seid werd ich vielleicht bald wer den. Nun dann: durchs Toe unter besonderen Umständen. 501 Todesthal eilst du, mein aus der Verwesung Staub Geist, dem Vaterlande zu! sich neu gebildt erheben, 8. Doch dem nur wird der Ulebergang zu jenem Vaterlande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters Sclavenbande zerriß, der in der Prüfungszeit sein Herz der Tugend treu geweiht. wann du, o großer Lebensfürst nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzumachen. 9. Auf Gräbern der Entschlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend ewge Treue! Ja, heilig sei mir jede Pflicht, bis einst mein sterbend Auge bricht! 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von feiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein selig Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir! o Herr, Mel. Es ist das Heil uns 699 Mein Heiland geleitet, werd ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, volltommne Luft genießen. lebt und hat die Macht des Todes ganz bezwungen und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein; und ihm will ich auch sterben. 6. Denn wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, ges nießen deine Herrlichkeit. O was sind Leiden dieser Zeit. Herr, gegen jene Freuden! 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, v Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, selbst bei der GräberGrauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: Ich leb, und ihr sollt leben. 7. Laß die zukünftge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben und oft in diefer Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheituns mehrdrückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Era 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben und einst 502 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nach: zustreben und als dein Jünger dir zum Preis nach deinem Wort zu leben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste felbst damit mein Herz: es kommt ein beßres Leben! Gesinnung und Leben des Christen 2. Hier, ach, hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sora und Furcht um geben. Was wir hier tennen, ist noch kein vollkomnes Glück zu nennen. Trost des Wiedersehens. In eigener Melodie. Mel. Wann mein Stündlein 700 wie felig feid 701 Schwer liegt der ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Jhr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. Last auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! O laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd ich nach meinem Tode gleich, werd ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wiederiehen? 3. Jhr hingegen ruht in ficherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward be schieden. Kein Schmerz, kein Leiden stört euch im Genusse reiner Freuden. 4. Abgetrocknet find all eure Thränen, ihr genießt schon, wonach wir uns sehnen; ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. Zeiten sich auf diesen Wech. sel nicht bereiten! 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben und statt Erdenglücks den Himmel erben! Wer wollt in 6. Hilf uns, Jesu, ernst lich danach streben! Komm und führ uns zu dem höhern Leben, wo deine From men erst zur vollen Ruh und Freude kommen! 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geistes Stimme wehen; sie ruft mir zu in sanftem Ton: du wirst sie wiedersehen; bist du nur fromm, sind sie nur gut, dort oben unter Gottes Hut wirst du sie wiedersehen! 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleichgesinnten Frommen. Sie werden all in Gottes Licht aufs neu zusammenkommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes En gel, der sie kennt, führt alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde unter besonderen Umständen. Freunde dann am Throne fen, hoffte Freundschaft Gottes wieder; der Gatte Wiedersehn. trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle gute Seelen sind in Gottes Stadt beisammen. 2. Wiedersehn! In holden Bildern will uns die Natur dich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenröthe Strahlen nach der Nacht die Berge malen, spricht die Sonne: Wiedersehn! 3. Wiedersehn! Zu dei nen Freuden wachsen Blumen frisch und kleiden herrs lich sich im Frühlingswehn! und der frohen Nachtigallen kummerfreie Lieder schallen: hofft getroft ein Wiedersehn! 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Segen o wie ichmacht ich dir entgegen über Auen, Ström und Höhn! Theure, aller Welt Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten; ja, ich werd euch wiedersehn! 5. Wiedersehn! Dich darf Mer. Halleluja! Bringet Ehre ich hoffen. O, ich seh den 702 Miedersehn! mit Himmel offen, winkt der lauten heimzugehn! Theure, in der letzten Stunde ruf ich mit schon blasfem Munde: Ewig, ewig Wiedersehn! 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand auf Gottes Wegen gehen, da mit wir dort im Vaterland uns einst beisammen sehen. Wie wird uns sein, wenn wir uns sehn, wenn wir uns froh entgegengebn, fort hin uns nie zu trennen! 6. So seid getroft und freuet euch; last nicht die Hoffnung schwinden; wir werden in des Vaters Reich uns alle wiederfinden! D Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wirst du unser Glück erhöhn, wie tröstest du die Seele! 503 gen klopft dir jede Brust entgegen! Nimmer kann das untergeben, was ins Herz wir liebend schloffen; und wenn Abschiedsthränen flos Anhang. Mel. Wunderbarer König 703 Umschränkte zum Zorn erreget. Liebe! gönne blöden Augen, die zum Jrdischen kaum taugen, daß fie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erbkreis huldreich schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja, dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. D wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denten, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu sie kaum weggeleget, dich nennen. schonen, Tag vor Tag zu dulden so viel Millionen Schulden und dazu ohne Ruh lieben, die dich hassen! Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, Legt die Pfeile gerne nieder, da man boch, wenn du noch 5. Herr, es hat noch Keiner, der zu dir gegan gen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Hömster! sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben! Tag vor Tag zu 704 Die Christi, sein, Mel. Schon ist der Tag von Gott te Erd Jesu mer auf der Erde wohnet. Deß müsse sich die Erde freun und was auf Erden wohnet! Er schuf, er rettete die Welt; er trägt, er feg net, er erhält die Welt, die er beherrschet. 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volle der Erlösten? Wer darf, des hohen Segens werth, sich feiner Anhang. 505 feiner Herrschaft trösten? treu den Himmel gibt den Der, der zu dir, o Mittler, Seinen. sich bekehrt und gläubig wird und dich zu seinem Herrn erwählet; Mel. Dein ganzer Geift 3. Und wer in deinem 705 Triumph! TriBlute und sich befleißet; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüsten gleißet; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade; 4. Wer auch umringt mit Leiden gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen feines Herrn im vollen Maaß empfangen, den macht er seiner Herrschaft werth, der ist sein Erbe, der gehört zum Volke der Erlösten. 5. Kommt, Sünder, tom met in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbant. 6. Kommt willig, willig in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König, er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, dieser König ſei? Der Sohn, der seinem Bunde Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, er= höhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn und sie verschwand in heller Morgenröthe. Gebet, gebet, stolze Spötter, un serm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph, das Grab ist leer! Fest ſteht es wie ein Fels im Meer das Wort, das er gesprochen. O felig, wer sich ihm verträut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen. Hölle, fälle nun den Sieger, Gottes Krieger, der erstanden, macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein fünftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenge Tage werdens sein, oso empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig felig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Verflärung sehen. Y Mel. 506 Anhang. Mel. Es ist das Heil uns 706m it lautem Schall frohlocken wir: der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Ge fahren; doch sinkt drum unser Muth nicht hin, durch 707 Jesum wissen wir, wohin uns unsre Wallfahrt führet. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Himmel offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wers glaubt, deß Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort feines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht zum Himmel einzugehn, der läßt in seinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Himmel. 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns immer mehr entwöhnen, stets sorgen, was dem Herrn gefällt, zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns läßt seine Treu nicht ab, bis wir zusammenkommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht uns dort dem Sohne gleich und stillet Leid und Weinen. O Wonne, wann in Ewigkeit uns nun dos höchste Gut erfreut! 0 Gott schent uns dieß Leben! Mel. Kun bantet Alle Gott elobt ſeist du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit An dacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vors urtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen und nie, was schäd lich ist, für wahres Heil erwählen! O Höchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 707 Bel 3. Wie thöricht ist es doch, blos andern Menschen glaus ben! Das heißt sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu deiner Richts schnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre. Verleih mir deinen Geift, der Lust und Kräfte gibt, daß man die Wahr heit Anhang. 507 heit sucht, prüft, glaubt, Du lebst, und ich soll leben. bewährt und übt! Ich glaub es dir und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zuversicht. Mel. Auf, Chriftenmensch! 7085 err, du bist meine Zuversicht! Du lebst, auch ich werd leben! Du wirst mir, wie dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht, dieß stärket meine Zuversicht! 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, ben Saamen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Aernote mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht; denn du bist meine Zuverficht! 3. Hier traga ich deine fanfte Laft. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht. 4. Sink immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; dort werd ich emig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. 6. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod soll überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! Mel. Der unfre Menschheit Erhöhter Jesu, Gottes Sohn, der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst der einst zu rechter Zeit in groBer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertrauen dich, Herr, auch meine Augen schaun! 2. Wer faßt, o Heiland, jeßt die Pracht, die deinen Tag einst berrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheint, die sich vor dir, Herr, beugen, dann sieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott erhöht. 3 Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und 92 Meer 709 Erb 508 Meer das große, unzähl bare Heer der Todten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beseelt nun alle auf und keiner fehlt. Anhang. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 5. D gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh und mit dir in bir und mit den Himmel geh, befreit von Fluch und Sünde! Lak mich im Glauben standhaft sein und auch die kleinste Sünde scheun! 6. Dein Name sei mir ewig werth, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jeßt der Himmel preift, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit. Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefälti Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mir dein göttlich Licht und mein Gewissen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Jch höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge ers habner Engel steht. Welch herrliches Gepränge! Welch hohe Majestät! Sünder vor deiner Macht 3. Umsonst sucht nun der zu fliehn. Herr, alle Men schenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor deidern und den Deinen gibst nem Richterthron; den Sün du gerechten Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, jegneft sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt und durch ein fleischlich Leben das eitle Mel. Befiehl du beine Wege 710 ch denk an dein Herz verwöhnt. Du gibst Theil Anhang. Theil in ewger Bein und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir stets vor Augen sein und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß fromm mich wandeln und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so hoff ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 711 gott, hilf mir, daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt, Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst und zum Gefühl der Sünden führst. 509 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnädig an, machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen fann: wie groß ist Gottes Vaterhuld; er tilget meine Sündenschuld! 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuleßt, der frevelhaft gering sie schäßt. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört und redlich sich zu dir bekehrt! 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen ſei; damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sündendienste zugebracht, zu deinem Borngefäße macht. 6. Sich bessern ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sors gen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! Wie selig bin ich dann schon hier, wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! 98 In 510 Anhang. In voriger Melodie. 712 Mein ein Herz, ers muntre dich zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hof fen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegeneilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich michs versehn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, so legt sich dein Erbarmen brein, mich vom Verderben zu befrein. 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Ret ter, vol. O könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch, du siehst mit Wohlgefallen, auch auf des Herzens Redlichkeit und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Sufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. Herzliebster Jesu ch will, Mel. 713 mein Gott, du Rö nig Anhang. nig, dir lobsingen und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben. 511 Kräften sich bestreben, dich zu erheben. 8. Ja, ewig will ich deinen Namen loben. Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müſse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn gnug erheben; wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreisen und Mel. Allein Gott in der Höh empfinden, wer Gott er 714 Stimmt unferm Gott lied an mit freudigem Gemüthe; es rühm und preise, wer da kann, den Geber aller Güte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunders werke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle Ding erhält: drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns allen hat gegeben; der uns durch seinen Engel schüßt, der täglich schenket, was uns nüßt: drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebenskron durch seinen Tod erworben, der 94 Frieden 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben und deine Macht besingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! Das preif ich, daß dein Nam erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle und deine Wahrheit, deine Huld besinge und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmherzig, gnädig und von großer Güte, erbarmt sich seiner Werte, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danten. Deine Frommen wollen aus allen ihren 512 Frieden hat mit Gott ges macht und seinen ganzen Rath vollbracht: drum dan ket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und seinen Bei stand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert und auf den Weg des Lebens führt: drum dantet seinem Namen! 6. Lobt Gott! Er hat dieß gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärt, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt und das den Himmel in sich hält: drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat; ja Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! Anhang. zu bringen, so bitt ich dich herzinniglich: mein Vater, so hab Acht auf mich. 2. Hab Acht auf mich, wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut ab wenden, so halte mich, Herr, als dein Kind mit deinen treuen Vaterhänden; bleib du mir stets in den Gedanken, laß mich von deinem Wort nicht wanten; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 3. Hab Acht auf mich, wanns gehet wohl, wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß sie nicht wissen mag, von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue. Weil oft das Glücksrad wendet sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 4. Hab Acht auf mich und steh mir bei, wann mir das Unglück braußt entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, In eigener Melodie. 715 Hab Acht auf mich die mir zu wandeln sind in o großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wuth, die Höllenrott, den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Noth befohlen, wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitter lich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 5. Hab Acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde Anhang. empfinde teine Schmerzen; wann keine Klag in meinem Mund, noch Trauern ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe. Auf daß ich nie ver geffe dich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 6. Hab Acht auf mich, auch wann ich krant, wann die Gesundheit wil ver schwinden, daß ich geduldig und mit Dant annehm die Arzenei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig wer den und denken, daß ich Staub und Erden. Auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch 513 Acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, daß mir das frohe Glaubensende ertheilet werd in deine Hände. Daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Woh mung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Beug doch in mein Herze 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag erscheinet, der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hier nicht ge meinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab Acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. Mel. Goit, des Himmels und der ein, laß es deinen Tempel 716 Thut mir auf die fein. schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein. Ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samforn in mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und, was mir wird vorges Y 5 Frellt, Anhang. 514 stellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen raus ben, halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Troit im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts las meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrod, tröste mich in aller Noth. deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze preise, klinge! Wirf dich in den Staub danieder. Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben hier und ewig droben. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke, mehr, als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen! Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren einen solchen Herren! 3. D du meine Seele, finge fröhlich, finge, singe 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet. Halleluja finge, welcher Chris stum nennet, sich von Hers zen ihm ergiebet. D wohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Mel. Wer nur den lieben Gott 718bas ich tausend Bungen hätte und einen tausendfachen In eigner Delodie. 717 Wunderbarer König, so von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deines Vaters Güte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch! Stärt uns doch! Laß die Zungen singen, laß die Stimmen klingen! um die Wette vom aller tiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Buls ein Tank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euern Fleiß und stehet munter im Ge schäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Anhang. und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Got tes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 515 Himmel ein, so will ich doch nicht trâurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüpet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch liebesmal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größe sten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. mel. Freu dich sehr, o meine S. 719 Warum willst du draußen hen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugeben, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget. 96 3. 516 3. Will ich dann mein Elend lindern und erleich tern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich tiefer noch hinein; da ist Troft, der mich betrübt, Freude, die mein Unglückt liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. Anhang. 4. In der Welt ist Alles nichtig, nichts ist, das nicht traftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ifts, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht ge reue? 7. Was du Böses haft begangen, das ist Alles abs geschafft, Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft, Chrifti Steg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 8. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. 5. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Mel. Schwingt, heilige Gedanken Jeſu Christ; dein Erfreuen 720 Der heilge Chrift ist die Weide, da man recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 6. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jego kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüth und, Seele, flag ihm, was dich drückt und quäle. der theure Gottessohn; deß freun ich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt ge fangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel und aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Anhang. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschooß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weifet, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, tommt herein! Mel. Wach auf, mein Herz, oder: Nun laßt uns Gott, den Herren 721 un laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß be wahret werden; 4. Also auch, und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübsal bligen, in seinem Schooße sigen. 517 5. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen machen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Sib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Anhang. 518 13. Das Alles wollst du geben, o unsers Lebens Leben, uns und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein GnaDenzeichen, unsers Landes bester Theil, dem kein KleiMel. Meinen Jefum laß ich nicht nod zu vergleichen, Jesus 722 Jejung ſein, da bleib uns Losung fort und fort! ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in der Gemeinde schallen; und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum, 3. Sein Verjühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jeſu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so wird Alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterfeit uns ein Segen Mel. Balet will ich dir geben oder: Befiehl du deine Wege 723 Them Grabe, bu du großer Diterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde wann ich begraben werde, und hast sie eingeweiht, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe, drückst mir die Augen zu. So soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht: ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 1, Anhang. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, du sprengtest es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Les ben, o meines Lodes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner legten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 519 2. Stecke nun dein Siegeszeichen auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majes Erd und stät, erschienen. Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halleluja! Mel. Sollt ich meinen Gott nicht eberwinder, 724 Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den er tämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordge: schrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da! Gott sei Dant, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, oso jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs lieblichste gefallen, denn der Delzweig grünet da! Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält gen, oso fördre du den Lauf; rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da! Gott sei Dant, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wann die legte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns 520 uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet bal Gott sei Dant, Halleluja! Anhang. 6. Beige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das tühle Grab nur was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren, unser Hirte hütet da. Gott sei Dant, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird die vers jüngte Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig dei nen Sieg erheben und wird sprechen auch allda: Gott sei Dant, Halleluja! Mel. O bu Liebe meiner Liebe 725 W andle leuchten: der und schöner, Oftersonne, deinen Lauf, denn der Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, bargit du dich im nächtgen Flor; doch jetzt komm herab und leuchte, denn auch er stieg längst empor. 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Him. mel aus, denn dein Herr ist nicht geschieden, er zerbrach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, als er seinen Geist vers haucht. Grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber, meine Seele, sag, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewalt= gem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen auch in rechter Osterfreud? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auf erstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losge rungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermors gen noch kein Helles Morgenroth? 5. D dann laß dich nicht bedecken länger mehr die finstre Nacht; sieh dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode aufgewacht! Komm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der Fürst des Anhang. des Lebens ruft: Wache auf zum neuen Leben, steig Hervor aus deiner Gruft! 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, gnädig die durch bohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe nicht zurück, raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück. 7. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du fönn test auferstehen, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur er geben, streift er deine Retten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. 521 Chrenkönig, hochverklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber doch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klars heit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmels geister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir träftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. Mel. Alle Menschen müssen sterk en 5. Du kannst Alles aller 726 Siegesfürst und Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stehen of fen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einteh ren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron. 6. Deine Auffahrt will mich heben, bringt mir Gott und Himmel nah. Lehr mich nur im Geiste lebent, gleich als wärst du sichtbar da. Anhang. 522 da. Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich verseßt, da mich Jesus nur ergößt. der sich zu uns wende, der Allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern willst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die In eigner Melodie. 727 euch ein zu deis nen zum meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hoch geliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchbrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Lauf erstickt mit dessen Tod und Blute als mit dem höchsten Gute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll, dein Beten wird er höret, dein Eingen klinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis densaal! 6. Du bist ein Geist der Lies be, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Bant, Haß, Neid und Streit. Der Feind: schaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen, sich wieder thu zusammen, was voller 3wietracht ist. 7. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie es dir wohlgefällt. So gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 8. Beschirm die Obrig keiten, bau unsers Fürsten Thron, gib Glück zu unsern Zeiten, schmück als mit ei ner kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volt im ganzen Land. 9. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Anhang. 523 Secten und groß Schwärmerei jegt kommen haufenweiß herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Ge walt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darin so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Mel. Erhalt uns, Herr 728 Ach bleib bei uns, Herzens Truß und deiner Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. Kirche wahrer Schuß; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf muthig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. mit Segen für und für; vertreib den bösen Geift, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Le ben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. 2. In dieser schwerbetrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Eakrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar sicher, Glück und Heil zu deinem Wort, gib, daß es schall an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach, Gott, es geht gar übel zu: auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Mel. Es ist das Heil uns 729 Die Feinde beines drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bes stehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hins 524 hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. Anhang. 3. Du wollest deine Herr schaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang Mel. Balet will ich dir geben bring alle Welt dir Preis 730 Bis hierher und glaub an nicht Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Strei ter, für seine Kirche stellt. Jbr Feinde möget wüthen, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behüten, euch auseinander streun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Christ, der unserm Glaus bensbunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir bleis ben an ihm hangen in Noth und Traurigkeit, ges bunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Bertraun auf deine Zukunft warten! 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unfre Seelen Ruh in deiner Gnade finden! Mach unsers Glaubens uns gewiß: vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende! 7. Voll Zuversicht erwar ten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gna denlohn, dein Himmelreich ererben." 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Gefeß erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschentinder sammelst. 4. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rath und euch zusammenrotten zu Anhang. 525 den du uns gesandt, Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun. Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, Mel. Mein ganzer Geist 731 Jesu, Herr der das folgfam hört, ein Herz Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir ges fällt, sorast, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Unterpfand: laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. zu jeder Frevelthat: Er, Christus ganz alleine be schüßt die ihm vertraut, die heilige Gemeine, ihn, den Fels, gebaut. auf 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken ein, die Kirche ohne Gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Binnen, darauf sein Zeichen steht. 2. Wohl deinem Volt, daß du es liebst, nach dei nem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft, das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Heer: den mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, 6. Sei uns geſegnet, Knecht des Herrn! Wir heie ßen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. D Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit Dir Anhang. 526 dir gehn wir durch die Lei den dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. ben. Hilf uns, Jefu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob Dank und Preis sei dir von Allen gleicherweis für dieß dein Haus gesungen. Du hasts geschenkt und auf Mel. Mein ganzer Geift, Gott 732 Gott, Vater, als erbaut, dir ists geheiligt und ler Dinge Grund, gib deinen Vaternamen kund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern als bei Kindern, vertraut mit Herzen, Hän den, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten, stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. voller Klarbeit; heilge uns 733 W Geist der ers Mel. Dir, bir, Jehova ach du in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dieß Got teshaus ist dir geweiht; o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshals len. Einheit, Reinheit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden; heil uns ganz vom Sündenschaden, 3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus: mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer. Kinder, Väter, früher, später gehts zum Ster: sten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegengehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Aerndte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehr. O Herr der Aerndte, fiehe doch darein; die Aerndt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit flaren Worten uns dieſe Bitte in den Mund gelegt. D fiehe, Anhang. D fiehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich berz inbrünftig darum anzuflehn; drum bör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn! 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns wider fahren und brich in Satans Reich und macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Breis! 527 falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Got tes sei! 7. D beffre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den 8. Laß jede hoch und nies dre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein. Ja, size du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter sehn, die träftig vor den Riß der Kirche stehn. 5. Ach, daß die Hülf aus mel. Jesus, meine Zuversicht Zion käme! daß dein 734 Gine Heerde und Geist, sowie dein verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Drt ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf. wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Heerde! Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nas het dämmernd sich den Heiz den; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäffein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, Anhang. 528 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste kuiet dür stend an der Lebensquelle. Jhn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren auf gethan. Rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jefus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. In eigener Melodie. 735 ehre wieder, kehre wieder, der du dich verloren haft! Sinte reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Gegen. Kehre wieder, zaudre nicht! 2. Rehre aus der Welt Berstreuung in die Einfamfeit zurück, wo in geiſtiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Geistes Mah nen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Chrifti reuig schwörst. 3. Rehre wieder, treue Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung dei nem Feble, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: Kehre wieder! Fürchte nicht, Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmuth und Gedulet. Faß ein Herz zu seinem Herzen. Er hat Erost für alle Schmer zen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Fleks fen rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Rehre wieder, endlich fehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein, aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus Anhang. 529 gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft; dieß aber Mel. Wer nur den lieben Gott 736 3 weiß von leis macht mich rein und klein nem andern zu Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, vom feinem andern Weg und Rath, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufge: nommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich tein Heil. 3. Jch bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets ver bunden, so kann ich immer ficher sein: Gott sieht auch mich in Christo an. Wer ist's, der mich verdammen tann? aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute: kehre gleich! 4. Ich fühle noch in mir die Sünde, doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Chrifto mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr; ich halte nichts schrein. 6. Jch suche stets vor ihm zu stehen und seh in Allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei! 7. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn, da fann mein Wachsthum vor sich gehn. 8. Ich bleib im tiefsten Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein. 9. O Jesu, laß mich in bir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge 3 dir. Anhang. 530 dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. selbst voran, daß ich freu dig folgen kann. Mel. Jesus, meine Zuversicht 737 durch 6. Himmelan, ach, himmelan! Das soll meine Lo sung bleiben. Ich will als die Himmelsluft vertreiben. Himmelan steht nun mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. unsre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Bilgrimsstand, droben unser Vaterland. Mel. Schon ist der Tag 2. Himmelan schwing dich, 738 Such, wer da will, mein Geist! Denn du bist ein himmlisch Wesen und tannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweckt erlesen; ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist tlar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was vers dorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist ge storben. 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ift der Herr, und feiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund voll Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre, das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Het math führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir Anhang. 4. Mein Herzenstron und Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis: bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Bier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 739h will dich immer treuer lieben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Lang hat die Welt mich umgetrieben, nun schenkst du mir die wahre Ruh, die Ruh, mit der nichts zu vergleichen, der alle Königskronen wei chen, die uns den Himmel offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflösse vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt. 531 Ungemach. Du aber nahmst ohn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue, mein ganzes Herz, das ich dir weihe, entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Ich hange nicht an irdschen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein; dein Reich wächst nicht in lauter Freuden; lehr mich getrost und stille leiden und mach in Allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Rich ten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts, denn du, mehr übrig ſei. 4. Mir ist am feligsten gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu. Ein Andrer sinn auf große Thaten; mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. D mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich floh von dir und griff betrogen nach Herzeleid und 5. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen, dem, 82 welcher 532 welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flieh zum Reiche thum deiner Güte. Durch leucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und tödte, so schau ich nach der Mors genröthe, wie hell die Sonne felber ist. Anhang. Mel. Was Gott thut, das ist 740 Dich, Jejum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dieß Hers, das redlich spricht: nur Ei= nem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir deine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht ewig nicht, du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßteft für mich Armen; aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleis bet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leis den. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schuk, mein Tröster, und ich bin sein Erlöfter. schämen, die kann dir nie- 741 Herr, meduwinte Mel. Es ist das Heil uns willst, mand nehmen. im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst, gib mir Geduld, denn dein Will ist der befte. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb 310 Anhang. zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem gan zen Leben! 3. Sollt ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein jelig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. 533 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme klingt! Laß dich finden, laß dich finden! denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitel feiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit! In eigener Melodie. Mel. Befiehl bu deine Wege 742 Sieh hier bin ich, 743 Gin Wohlstand Gleichen ist eines Christen Stand, wie er bei teinem Reichen von dieser Welt bekannt, Den fann auch Niemand rauben, wie feindlich er ges sinnt; ein Christ ist durch den Glauben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Angesicht, da wird er angenom men, und Niemand widers spricht. Was Alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid, ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er tann in großen Schaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren und nun zu Dienste stehn. Er ist ums 33 ringt lege mich vor deinen Thron. Schwache Thränen, findlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lente mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden! Gib dich mir und nimm mich hin! 3. Herr, erhöre, ich be. gehre nichts, als deine freie Gnad, die du giebest, wo du liebest und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat Alles, wer dich hat. 534 ringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß Alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Va terland. Solch Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand. Anhang. Mel. Wer nur den lieben Gott 744 Je größer Kreuz, je näher Himmel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Beim trügerischen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. Ofelig ist der Mann geschäßt, den Gott in Kreuz und Trübsal seßt. 2. Je größer Kreuz, je beffre Christen: das Kreuz ist unser Probeftein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nicht ein Thränenthau hinein! Das Gold wird auf dem Feuerheerd, ein Christ in mancher Noth bewährt. 3. Je größer Kreus, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert haft. Im Kreuze wächset uns der Muth wie Perlen in gefalzner Fluth. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind bläst nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleichwie das Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, ie mehr Gebete: geriebne Kräus ter duften wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Bol. Wo tämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen: im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüsten ist gegans gen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreus, ie lieber Sterben: man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt und die einmal vor seinem Thro ne der Ueberwinder Schei tel Anhang. tel trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Getreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glauben, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Mel. Wo Gott zum Haus 745 Wohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 535 ger getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht bes wahrt! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist, noch heißt! 4. Wohl, wenn das Räuchwerk und Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Mel. Besteht du deine Wege Gott nach seinem Willen 746 Ich bin ein Ga und auf und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland; hier reis ich nur zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? Solang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit 5. Wohl, wenn im äuBerlichen Stand mit fleißi6. Wohl, wenn die Neltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Hausgesind versäumen nicht am ewgen Glück, daß ihrer keines bleibt zurück! 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Nel tern werden hoch erfreut und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott bie Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund; wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich! 536 mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben in alles Glück und Leid. Was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein! Wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 4. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 5. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der Alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch Alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 6. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier malle, je wen'ger find ich Freud, gefalle, das meist ist Eitelteit. Anhang. 7. Die Herberg ist zu böse, der Trübfal ist zu viel. Ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende aus meiner Wanderschaft, und was mich fränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 8. Wo ich bisher geseffen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich Alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so schart man mich ins Grab. 9. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wann ich scheis de, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst Undern leuchten soll. 10. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bet denen, die mit Kronen du ausgeschmüktet hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. A. Mel. Ich hab mein Sach 747 Moblauf, wohl ten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus! Wohlan, hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und Anhang. und laß dein Leid; schleuß nur getroft die Pforte zu. Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm segnend nach. Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl; hab gute Nacht, die Nacht ist fühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran! das winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken tönet feftlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Chrift für Gottes Boll vorhanden ist. B. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ift, gefunden hat! 537 leßten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Luft und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Zod an Todte reiht. Sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir, hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Brust, du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Morgenroth. Im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist Noth! Die Welt beut ihre Güter feil: dent an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! 8. Was sorgst du bis zum 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgebn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die 538 die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. Anhang. C. 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein!hier schließt die Wallfahrt fich. Ihr Schlummernden im Friedensreich gönnt allzugleich auch ihm ein Räumlein neben euch! 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; be reitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt. Er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! Mel. Herr, wir fingen 748 Machet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Sinne, wach auf, du Stadt Jeruſa: lem! Mitternacht heißt diese Stunde. Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut'gam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegens gehn. 2. Zion hört die Wäch ter singen, das Herz will ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrs heit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthekron, Herr Jesu, Gottes Sohni Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria jei dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gefehn, tein Ohr hat ie gehört solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. 749 Mel. Liebster Jesu, wir sind nsern ( Nr. 9. B. 5.) U Aus gang segne, Gott, unsern Ein gang gleichermaßen; segne unser täglich Brod, fegne un ser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmels erben. In In eigener Wielobie. $ 750( 209) Anhang. & rhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollenstürzen vondeinem Thron. 2. Beweis deine Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, bes schirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit! 3. Gott, heilger Geist, du Tröster werth, gib deim Volt einerlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, leit uns ins Leben aus dem Tod. - 539 sehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebeti; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch ertiest. ( Nr. 751 ist ausgefallen. Siehe der, lieg oder zieh ich fort, Nr. 211.) 4. Jch traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach seinen Säten, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nies der, erwach ich frühe wie2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Batergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er außerin Schwachheit und in Ban den, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein In eigener Melodie. 752( 55) n allen mei träftig Wort. nen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohlgelingen, selbst geben Segen, Rath und That. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unvers drossen an mein Verhängniß gehn: kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn forgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der 540 der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß ju allen Sachen Rath. Anhang. dern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. efiehl du er ihm In eigner Melodie. 753( 373) Beine Wege und was er haben will, das muß doch endlich kom men zu seinem Zweck und Biel. und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenft; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sor gen und mit Grämen und mit selbsteigner Bein läßt Gott ihm gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder ichade dem fterblichen Geblüt. Und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Weien, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allermegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kin6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unver zagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf! Auf! gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du auch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet Alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein wei ser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit mun derbarem Rath die Sach hinaußgeführet, die dich be kümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Theile, Anhang. Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich bege: ben und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten glaubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Laft, die du zu teinem Bösen bisher ge tragen haft. 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel seb und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe, dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähn und frech vor dir mit Lügen stehn, dann laß mein Herz erschrek ten. Web dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedent, was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ewges Leben! Verwirf nicht mit Verwe genheit dein Theil an Gott und Seligteit; wer fann dirs wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze Welt? Mel. Der unsre Menschheit 754 Gott Gott, der du nichts hat sie, was dich schadlos hält. 5. Herzensken ner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist und Lügen ein Verbrechen, fein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es tund, Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heis land ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den 3-3 Leiden 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du haft und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du fingst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 541 und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärt unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß jum Himmel ein. 542 Leiben dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wann ich sterbe, wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser, nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht e nicht, Gott achtets nicht! So lästern Frevlerrotten. Zwar seine Langmuth ist be kannt, er lähmt nicht jede falsche Hand; doch läkt er sein nicht spotten, ist Rich. ter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld und nicht die Macht der ganzen Welt Anhang. mich blenden und verfühs ren; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt tein Leid, kein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahr heit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlig schaun. Anhang. Choral Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage des Großherzogs. oog Lied der Gemeinde. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1. Herr, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus! Behüte alle Stände, Durch deiner Allmacht Hände Beschüße Kirche, Staat und Haus. 2. Ach laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Zu unserer Seelen Nuß! Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Biet allen deinen Feinden Truß. 3. Du wollst uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unsern Fürsten sehn, Ihn schüßen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone In vollem Glanze lassen stehn. Der Geistliche: Im Namen Gebet: Allmächtiger Gott 332 543 - dir 544 42 709 Anhang. dir dienen in der Gerechtigkeit, bie dir wohl gefällt. Chor: Amen. Amen. Amen. Der Geistliche: Der allmächtige Gott und unsere Füße gesetzt auf den Weg des Fries dens! Amen! Chor: Chre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerbar von Ewigkeit zu Ewigkeit! Halleluja, Halleluja, Halleluja! Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Der Geistliche: Der Herr sei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott - - durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geift freue sich Gottes meines Heilandes! Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht 1 Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Die Gemeinde: Hauptlied. Met. Run dantet Alle Gott 1. Preis, Ehr und Lob sei dir, In dessen Schirm und Schatten Wir bis zur Stund allhier Biel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und König ist Des Fürsten, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang Den Odem treu bewahret Und Anhang. Und auf manch strengem Gang Dich huldvoll offenbaret, Du hast in seiner Hand Das Scepter start gemacht Und unser Vaterland Mit reichem Gut bedacht. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht- - 1. Du wolleft deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der klar ihn unterweist, Des hohen Amts zu pflegen. Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnaden Lust Ihm stellen an die Seit, Jhm pflanzen in die Brust. 2. Du wollest allezeit In deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken; Auf daß er Vorbild sei Von jeder Tugend Art Und Hülf und Schuß verleih, Wo man den Glauben wahrt. 3. Du wollest seine Treu 545 Habt die Brüder lieb! Fürchtet Gott! Ehret den König! Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied. Vergelten durch die Treue, Womit ihn täglich neu Ein gutes Volt erfreue, Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh Und seines Thrones Grund In unsern Herzen steh. Der Geistliche: Laßt uns beten Segne uns um deiner Liebe willen. Amen. V. U. Gemeinde: Schlußvers des Hauptliedes. O segne, was wir flehn An seinem Jahresfefte, 813 Und Anhang. Und gib zum Wohlergehn Ihm deiner Gaben beste. Gib, daß ers nie vergißt, Noch wir, wie du so gern Ein Herr und König bist Des Fürsten, unsers Herrn. Der Geistliche: Der Friede Gottes 2c. 546 Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im Höchsten Himmelthrone, Jhm, dem dreieingen Gott, Alls es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jegund und immerdar. Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. ** Choral Anhang. Choral- Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage der Großberzogin. Lied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott Wohlgefallen an uns hat Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich Für deine Ehr, wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz ohne Maaß ist deine Macht Alzeit geschieht, was du bedacht, Wohl uns des guten Herren! 547 - Der Geistliche: Im Namen Gebet: Laffet uns beten dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefällt. - Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jeßt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit! Halleluja, Halleluja, Halleluja. 334 Der 548 Anhang. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Der Geistliche: Der Herr sei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste! Der Geistliche: Allmächtiger Gott durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilandes. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht und ihre Werke werden sie loben in den Thoren. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Die Gemeinde: Hauptlied. -- 1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren! Stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören: Kommet zu Hauf; Pfalter und Harfe wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! Was dich erfreuet und nährt; Dank es ihm innigst gerühret! 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret, Der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, Der dir bescheert, - Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht- Chor: Amen. Amen. Amen. der sich selbst gegeben hat für Alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. Die Gemeinde: Hauptlied: 1. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Chrift, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes Lift. 2. Ach Anhang. 2. Ach, bleib mit deinem Segent Bei uns, du reicher Herr, Dein Gnad und all Vermögen Reichlich in uns vermehr! 3. Ach, bleib mit deiner Treue Bei uns mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth! Der Geistliche: Laßt uns beten Dir aber, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, dir, dem Allmächtigen und dem Alweisen, dir, dem Gott der Liebe und der Gnade, sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit! Amen. Vater unser - Gemeinde: - Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Der Geistliche: Der Friede Gottes 2c. 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelßihrone, Ihm, dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jegund und immerdar. Der Geistliche: Segen. 549 Die Gemeinde: Amen, Amen, Amen. Register. Nr. 164 172 Ach bleib bei uns, Herr 728 Ach bleib mit deiner 211 751 Ach endlich, Dulder, 173 Ach, Gott, verlaß 391 Ach, Gott, wie mancher 306 Ach, hier nicht mehr, 678 Ach könnt ich doch mit 653 Ach sieh ihn dulden Ach welch ein Kampf 88 Allein Gott in der Höh 42 Alle Menschen müssen 276 Allen Christen und auch 478 Aller Welten Herrscher 41 Alles hast du mir gegeb. 407 Alles ist an deinem S. 61 Allgegenwärtiger! ich 22 Allgütiger, dir will ich 589 Allmächtiger, ich lebe 565 Allmächtig großer Gott 74 Am Kreuz erblaßt Anbetung sei dir, Gott 188 Anbetungswürdger G. 14 An deine Leiden dent. 138 An dich, mein Gott! 332 Auch außer meinem Auf, Christen, bringet 410 Auf Christen, laßt uns 95 Auf, dich, Erlöser, stets 325 Auf Erden Wahrheit 127 Auferstehn, ja, auferst. 267 Auf, freue dich, mein Auf Gott nur will ich 530 Auf Gott und nicht auf 371 Auf, Jesu Jünger, fr. 187 Auf, meine Seele, auf 177 Auf, o Seele, sei noch 580 Auf, schicke dich, recht f. 116 Aus des Grabes Band. 179 Bald ist sie nun voll. 663 Bald leg ich Sorg und 658 640 93 Nr. Bald oder spät des T. 335 Barmherziger, erhöre 655 Befiehl du deine W.373. 753 Beglücke meine Reise 639 Beglückt, beglückt ist, 334 Begrabt den Leib 681 Bekenner, Jesu werdet 147 Berufen hast du mich 529 Besiß ich nur ein ruhig. 454 Bester, weisester Reg. 66 Bewaffnete, der Krieg. 551 Bilden soll ich mich auf 299 Bis der Tod ihm winkt 457 Bis hierher und nichtw. 730 Blick hin in die vergang. 448 Bringt Preis und R. 178 Christ, aus deinem H. 467 Christe, du Sohn G.! 149 Christ, eile nie mit sich. 231 Christus, der ist mein 2. 665 Christ, wann dich Trübf. 381 323 70 Dank und Anbetung 43 Dant, Vater, dir, der 654 Das Amt der Lehrer 533 Das Land, das Gott 546 Daß ich der Tugend Daß unser Gott uns 2. 458 Da stehen wir, die Dein. 688 Dein bin ich, Gott! Deines Gottes freue Dein Heil, o Christ, Dein Wille ists, o G. 426 Dein Wort, o Höchst. 200 Dem ganzen Erdkreis 121 Dem großen Vater w. 122 Demuthsvoll komm ich 6 Dem Wandrer gleich 509 Den größten Sterbend. 158 368 392 Register. Nr. 8 Der am Kreuz ist meine 161 Der du den Menschen 617 Der du selbst die Wahrh. 206 Der du stets unsre Zufl. Der du uns als Vater 197 Der du uns das Heil erw. 108 Der du voll Blut und 163 Der du von Jugend auf 411 Der Ehestand soll heilig 513 Der Erde Reiz sind ern. 587 Der Freuden Quell ist 287 Der Heiland tommt 106 Der heilge Christ ist f. 720 Der Herr ist Gott und 11 Der Herr ist meine Der Herrscher aller 2. 151 Der hohe Himmel dunk. 604 Der Lenz erfreuet was 266 Der Mächtige, der H. 603 Der Mond ist aufgeg. 583 Der Morgen kommt Der Tag ist wieder hin Der weise Schöpfer Der Wollust Reiz zu 433 Des Leibes warten und 432 Des neuen Jahres erft. 606 Dich bet ich an, erst. 176 Dich, Jesum, laß ich ewig 740 Dich kennen Gott, ift 355 Dich seh ich wieder 374 557 560 Die auf der Erde wall. 243 Die Erd ist Jesu 704 51 Die Feinde deines Kr. 729 Die hier vor deinem 535 Die Himmel rühmen Die Kinder, deren wir 520 Dieß ist der Tag, den 118 Die stillen Abendstund. 578 Die Zunge, die vern. 554 Dir dank ich für mein 615 Dir ergeb ich mich 320 649 574 551 Nr. 219 72 56 Dir, Gott, der so gern Dir, Gott, sei Preis Dir immer ähnlicher zu Dir, trau ich, Gott, Dir, unser Gott, ist Dir zu leben, dir zu Du, aller Menschen V. 485 Du bester aller Mensch. 120 Du bester Trost der 2. 603 Du bists, dem Ehr und 404 Du, deines Vaters 246 329 313 377 159 78 Du denkest in der tiefst. Du, der kein Böses thut, Du, der sich einst voll 145 Du, der so gern begl. 455 Du, dessen Augen floff. 160 Du, gabst mir, Ewger 445 Du, Gott, du bist der 607 Du hast es mir gegeben 638 Du hast uns, Herr, die 436 Du, Herr, hast aus B. 227 Du, Herr und Vater 666 Du, Herr von meinen 624 Du kamst herab zum 101 Du klagst und fühlest 449 Du läßt den Tag mich 616 Du liebst, o Gott, G. 483 Durch dich, Gott, bin 527 Durch dich, o großer G. 405 Du sagst, ich bin ein Chr. 336 Du Vater deiner M. Du vertheilft der M. Du weiser Schöpfer Du, welchen keine Welt 641 Du wirst, o Vater, für 249 Du wollst erhören, G. 672 364 526 26 Ehre sei Gott in der 110 Eine Heerde und Ein 734 Ein feste Burg ist 210 Ein Gott regiert; was 389 552 Register. Nr. Ein Herz, o Gott, in 464 Ein milder Regen sintet 600 Ein Pilgrim bin ich in 277 Ein ruhiges Gewissen 500 Einsam bin ich; tiefe 584 Eins ist Noth! 97 322 Einst, als im Angstgeb. 146 Einst, freuet euch, einst 283 Ein Wohlstand ohne Gl. 743 Empfinde deinen hohen 291 Entehre nicht, mein H. 450 Entfernet euch, unfelge 499 Entreiße dich, mein G. 123 Entschwinge dich, mein 385 Erdentöchter, Erdens. 695 Erfreue dich des Heils 120 Erfülle redlich deine 383 Erhabner Gott, was 16 Erhalt uns, Herr 209 750 Erhebt den Herrn, ihr Erhöhter Jesu! Gottes 709 Erinnre dich, mein Geist 180 Er ist erstanden, Jesus 182 Er ist gekommen, er 109 Erlöser, der im Staube 148 Ermüdet von den S. 575 Erscheine meinem Geist 134 Er starb, der größte Fr. 165 Ertöne, feiernder Gef. 414 Ertönt, ihr Freudenl. 602 Es baut, o Gott, auf 595 Es eilt der lebte von 446 Es freu der Fürst des 402 Es ging ein Mann voll 124 Es hebt sich auf der A. 297 Es herrscht ein Gott 379 Es ist dein Wille, Herr 618 Es ist nicht mehr, für 677 Es ist noch eine Ruh v. 278 Es ist nur Einer Herr 12 Es ist vollbracht, so r. 170 Es preise Gott, wer 3. 328 Nr. Cs werde Gott von dir 71 Es zieht, o Gott, ein Kr. 628 Es züchtigt deine Hand 626 Ewig, ewig bin ich dein 224 Emig, o Jesu, wird dein 213 Ewig und unwandelbar 609 406 571 676 Fallet nieder, fallet Ferne sei der Irrthum 292 Fest fleht dein Bund 614 Frohlockend, Vater Froblodt, ihr Christen, 181 Früh mit umwölktem 592 Führer zur Vollkomm. 126 Für alle Menschen beten 403 Für deinen Himmel Fürwahr, du bist, o G. 59 Geärndtet ist der Feld. 591 Gedanke, der uns Leb. 91 Geht hin! der Gott 516 Geist vom Vater und 195 Gelobt seist du, o Gott 707 Gerechter Gott, vor d. 29 Gern will ich mich erg. 247 Geweihter Ort, wo S. 698 Gewöhne dich, durch 550 Gib Gott, wenn ich d. 423 Gib, Höchster, daß ich 553 Gib mir, o Gott ein 480 Gott, aus deinen Sch. 49 Gott, deine Gnade sei 117 Gott, deine Güte, deine 67 Gott, deine Güte reicht 399 Gott, deinen weisen W. 528 Gott, deine weise Macht 65 Gott, der an allen End. 58 Gott, der du für uns 98 Gott, der du Herzenst. 754 Gott, der du Schmerz 647 Gott, der du unsre Zufl. 309 Gott der Liebe, wie er. 363 Gott der Tage, Gott d. 656 Register. Nr. Gott, der zum Segen f. 547 Gott des Himmels und 562 Gott, dessen Macht des 637 Gott, dir gefällt kein 337 Gott, dir vertraun ist 380 Gott, du bist von Ewigt. 18 Gott, du erforschest mich 295 Gott, durch den wir sind 205 Gottes Gnade sei mit 541 Gottes Sohn ist kom. 115 Gott, heilig sei dein N. 203 Gott, hilf mir, daß ich 711 Gott, ich will mich Gott, immer groß an Gott ist die Liebe, Gott Gott ist getreu, sein H. 31 Gott ist mein Hort und 204 Gott ist mein Lied! 17 338 459 37 Gott ist, der das Verm. 438 Gott, lehre mich verst. 304 Göttlicher, dich zu erh. 331 Gott, mein Vater, D. 523 Gott, mit allen seinen 610 Gott, öffne deinen Him. 668 Gott ruft der Sonn u. 608 Gott, Schöpfer, Stifter 514 Gott sei Dank, ich lebe 566 Gott sei Dank in aller 104 Gott sorgt für uns, 62 28 Gott Bater, aller Dinge 732 Gott von großer Macht 599 Gott, vor dessen Anges. Gott, wann mein sterb. 659 Bott, welch ein Schm. 675 Gott, wie schrecklich s. 87 Großer Gott, erhabnes 83 Groß ist der Herr, die 465 Groß ist, ihr Neltern, 519 Groß wird des Sünd. 275 Hab Acht auf mich in 715 Habe deine Lust am 369 553 Nr. 667 23 Habe deine Lust, o J. 620 Halleluja, bringet Ehre 408 Hast du denn ganz dein 630 Heiland, deine Mensch. 130 Heiland, den uns Gott 99 Heiland, aroß an Huld, 239 Heil dir Seele, Gott Heilger Geist, von G. Heilig, heilig ist das Heil ihm, dem Todesüb. 174 Herr, deine Allmacht Herr, deine Kirche dant. 212 Herr, deine Sanftmuth 489 Herr, dein Geseß und 207 Herr, der du Alles g. 424 Herr, der du dein th. 241 Herr, der du mir das 576 Herr, der du selbst die 220 Herr, du bist meine 3. 708 Herr, du erforschest mich 24 Herr, du fährst mit Herr, du wollst fie Herr Gott, dich loben 413 Herr Gott, du bist die 19 Herr Gott, wàs irdisch 542 Herr, höre mein Gebet 339 Herr, ich bin dein Eig. 274 Herr, ich hab aus deiner 251 Herr, laß mich doch g. 440 Herr, lehre mich den w. 76 Herrlich ists, an Freund. 556 Herrlich ists in deinem 218 Herr, mache meine S. 378 Herr, mein Licht, erl. 201 Herr, mein Versöhner 490 Herr, stärke mich, dein 136 Herr und Richter aller 272 Herr, unser Gott, wer 46 Herr, vor deinem Ang. 5 Herr! welch ein wicht. 518 Herr, wie du willst, so Herr, wie lange muß 185 237 741 340 193 477 554 Nr. Herr, wir feiern dein 236 Herr, wir singen deiner 89 Herr, wir stehen hier 221 Hier bin ich, Jesu, zu 223 Hier ist noch unsre P. 428 Hier lieg ich, Herr, in 644 Hilf mir, Gott, der Kr. 645 Himmelan geht unsre 737 Höchster, dent ich an 294 Höchster Gott, wir Höchster, wer ists, der 15 Höher hebt sich Gottes 586 Huldigt Gott, ihr froh. 39 9 Register. Jauchzt unserm Gott 33 Ich bebe nicht vor Tod 263 Ich bin der reichste M. 442 Ich bin ein Christ! 342 Ich bin getauft auf d. 222 Ich bin getauft nach Ich bin in meinem 223 451 75 265 746 370 Ich bin, o Gott, dein Ich bin zur Ewigkeit Ich bin ein Gast auf Ich blick empor zu dir 300 Ich denk an dein Ger. 710 Ich eile meiner Heim. 661 Ich erhebe mein Gem. 298 Ich fasse, Vater, deine 662 Ich freue mich, mein Ich geh einst ohne B. 256 Ich geh zu deinem Grabe 723 Ich habe, Gott, mir 341 Ich hab in guten St. 462 Ich hoff ein ewges 2. 279 Ich komme, Herr, und 229 Ich komme vor dein 393 Ich preise dich, o Herr 230 Ich jeh im Abendrothe 582 Ich sterbe schon, jedoch 670 Ich trete vor dein Ang. 621 Ich weiß, an wen mein 312 Nr. Jch weiß von keinem a. 736 Ich will dem Herrn zu 634 Jch will den Bund mit 235 Jch will dich immer tr. 739 Jch will dich noch im 250 Ich will in stiller Einf. 622 Jch will, mein Gott, du 713 e größer Kreuz, je n. 744 Jesu, deine tiefen W. 143 Jesu, meine Freude, 324 Jesu, meines Lebens L. 137 Jesum ewig zu verehr. 321 Jesus lebt, mit ihm 175 Jesus, meine Zuversicht 264 Jesus soll die Losung 722 125 m Frühling meiner 3. 531 Jmmer näher kommt 270 3mmer sich bestreben In allen meinen Th. 55 752 n Gottes Namen fang 568 In Trübsal, Chrift, sei 463 In unserm Rummer 642 3ft Gott für mich, so 310 131 79 Fehre wieder, tehre w. 735 Kein Lehrer ist dir Kein Mensch, o Gott, Kinder, die ihr noch im 522 Rommt, betend oft und 394 Komm, heilger Geist 1 Komm, o komm, du G. 191 Kommt, die ihr nicht 133 Rommt, kommt den H. 57 Rommt, laßt uns Gott 597 Rommt mit Dank vor 92 Kommt und laßt uns 344 Laß dankbar uns die 544 Laß deinen Geist mich 140 Laß doch, o Jesu, laß 215 Laß, Herr, nach eiteln 443 Laß mich doch nicht Laß mich, Höchster, 441 492 Register. 555 Nr. Nr. Laß mich, o Herr, in 345 Laß mir die Feier deiner 135 4 Mein Leben steht in G. 252 Mein Schöpfer, dessen 347 Laßt dem Tode seinen 684 Mein Vater und mein 348 Laßtunsmitehrfurchtsv. 112 Laßt uns unserm Gott 114 Lehre mich, Herr, recht 429 Lieblich sind der Tugend 507 Liebster Jesu wir sind Lob, Ehr und Dank sei 636 Lob, Ehr und Preis 416 Lobet den Herren, 415 Lob, Preis und Ehre br. 3 Lob set Gott, der den F. 585 Lob sei Gott, der den M. 563 Lobsinge meine Seele, 183 Lobsinget Gott! Dank 45 Lobsinget Gott, denn s. 214 Lobsinget Gott, er schuf 48 Lobt Gott, ihr Christen 111 430 Mache dich, mein Mein Auge sieht, o Gott 64 Mein bester Trost in 396 Meine Kinder, Gott, 521 Meine Lebenszeit verstr. 253 Meinen Jesum laß ich 313 Mein Erlöser, auch für 139 Mein Erlöser, Gottes 142 Mein erft Geschäft 564 Meines Herzens reinste 311 Mein ganzer Geißt, 280 Mein Glaub ist meines 508 Mein Gott, ach, Lehre 346 Mein Gott, du wohnest 356 Mein Gott, ich weiß 254 Mein Gott, zu dem ich 302 Mein Heiland, deine 102 Mein Heiland lebt und 699 Mein Herz, ermuntre d. 712 Mein Herz, Gott, V. 301 Mein Hort ist Gott! 382 Mein Jesu, für dein 156 Menschenfreund, nach 479 Menschen weis und gut 517 Mir nach, spricht Chr. 327 Mit Ernst, o Menschent. 105 Mit Freuden laßt uns 613 Mit frohlockendem 6. 100 mit lautem Schall fr. 706 Mittler, schau auf sie 538 Mit welchem Dant 657 Mit welcher Langmuth 40 632 Nach einer Prüfung 281 Nach einer schmerzensv. 650 Nach frommer Eintracht 488 Nach Gottes weisheitsv. 545 Nach meiner Seele Sel. 427 Nahet anbetend dem Naht dem Altare, Unst. Naht mit Andacht im Nicht auf den Höhn, Nicht, daß ichs schon Nicht für der Felder Nicht lang ein Pilger 669 Nicht mehr, als meine 646 Nichts ist von ungefähr 54 Nicht um ein flüchtig 194 Nicht um Reichthum 400 Nie bist du, Höchster, 21 Nie will ich wieder sluch. 491 Nimm hin den Dank 238 nimm unsre Dankgef. 94 Noch immer wechseln Noch läßt der Herr Noch leb ich. Ob ich 261 Noch nie hast du dein 30 Noch stehen wir, o G. 687 Nun bitten wir den H. 189 Nun bringen wir den 680 Nun danfet Alle Gott 409 63 567 226 232 453 349 593 556 Register. Nr. Nun ist das alte Jahr 612 Nun laßt uns alle fröhl. 96 Nun laßt uns gehn und 721 Nun sinkt die Sonne 573 Nur kurz ist hier mein 244 Oblickt hinauf zur E. 494 Ob wir sind, wie wir 495 D Durst nach Blut, o 152 O daß ich tausend 3. 718 Oft flagt dein Herz, w. 351 O Golgatha zu deinen 168 D Gott, den alle Wesen 420 O Gott, der du mein 357 O Gott des Himmels 53 D Gott, deß starte H. 35 Gott, du bist mein 7 O Gott, du frommer 350 D großer Gott, du r. 196 D Heiland, dessen hoh. 240 Dheilger Geist, tehr 192 Herr, mein Gott, d. 473 Jesu, Herr der H. 731 Kinder, dieser Tag 540 könnt ich dich, mein 419 Oselig, wer zufrieden 511 D stimm auch du mit 113 Dwelch ein Glück, ein 73 D welch ein Segen ist 555 O welch ein unschäßb. 501 Welt, sich hier dein 162 Dwie sanft ist, Herr 84 O wie selig seid ihr 700 D wie unaussprechlich 282 Preift, Christen, mit 598 Preis und Anbetung 417 Redlichkeit, mit dir Religion, von Gott geg. 198 Richte nicht mit harter 484 Ruhet wohl ihr Tobt. 685 Ruhig ist des Todes Säe deine Thränenf. 496 Nr. 2 216 316 701 153 Sanft, o Christ, ist 3. 332 Sanft, wie er gewand. 697 Schaffet, schaffet, M. 303 Scheint mir freudenleer 452 Schicke dich, erlöste S. 234 Schmerz und Klage 601 Schon auf Erden könn. 129 Schon ist der Tag von 273 Schön ist die Tugend 353 Schon naht sich meines 660 Schon wieder Nacht 651 Schöpfer der erschaffn. 418 Schöpfer Gott, Herr Schüße die Deinen Schweiget bange 3m. Schwer liegt der Tr. Schwingt, heilige G. Sehet, Christen, sehet Seht, welch ein M. Seid barmherzig, M. 487 Sei gesegnet! Amen Sei getreu in deinem Sei Gott getreu, halt 367 Sei hoch gepriesen, H. 141 Sei mir gegrüßt zu 572 Sei zufrieden, mein Selig, Jesu, sind die 269 Selig sind des Himmels 258 Selig sind die in dem 664 Selig, wer mit stillem 376 Sentt den Leichnam 682 Senkt nun den Leib 683 Siegesfürft und Ehr. 726 Sieh diese jungen G. 539 S. Sieh, hier bin ich, Ehr. 742 Sint ich einst in jenen 581 So fliehen unsere Tage 577 So gib denn, fromme 686 Go hoff ich denn mit 315 So Jemand spricht, ich 482 689 So ist mit aller seiner 652 460 Soul dein verderbtes 202 673 537 60 13 169 Register. Nr. Sollt es gleich bisw. 468 Sollt ich jetzt noch, da 330 Sollt ich meinem Gott 384 So schlummerst du in 171 So war ich lebe! spricht 305 Soweit, Herr, deine 36 Soweit nur Menschen 590 So, wie du bist, so 20 Stäre, Mittler, stärke 536 Stets warst du meine 623 Still erheben wir uns. 691 Stimmt unserm Gott 714 Such, wer da will, ein 738 Sünde ist nie klein zu Theuer sei mir allez. Thut mir auf die sch. Triumph! Triumph! 82 128 716 705 186 724 629 Ueber aller Himmel Ueberwinder, nimm Um Erbarmen flehen Um Gnade für die 167 Unerforschlich sei mir 27 Unschuldigster, du hatt. 155 Unser Gott, der Herr 90 Unser Gott ist groß 52 Unser Wandel ist im 431 Unsern Ausgang jegne 749 Unsre Kindheit, unsre 618 Uns Brömt aus deiner 439 Unsterblichkeit, Unst. 284 Unter manchen bangen 671 Unumschränkte Liebe Unwiderbringlich 703 611 80 481 Bater, den uns Jesus 401 Vater, heilig möcht ich Vereinigt laßt uns Vergelten wirst du den 288 Versammelt hatte Jesus 225 Verschwunden ist der 594 Vertrauen ist des Chr. 372 Verzeih der tiefen Tr. 692 557 Nr. 456 242 561 119 184 Viele Freuden streuft Vollbracht ist nun die Voll Dank an diesem Vollendet freudig eur. 289 Vollendet hatte Gottes 190 Voller Ehrfurcht Dank 233 Vom Geräusch der W. 502 Vom Grab, an dem Vom Todesthal hinauf Von allen Himmeln Von dir, der meine Von dir, du Gott der 515 Von dir, Gott, sind der 512 Von dir in diese Welt 498 Von Furcht dahinger. 157 Von heiligem Gefühl 543 Bon Herzen preis ich Vor dir, o Gott, sich 412 497 199 360 Wachauf, du Geist der 733 Wach auf, mein Herz, 569 Wachet auf! ruft uns 748 Wandle leuchtender u. 725 Wann wir unsern Lauf 69 Warum erbebst du, m. 268 Warum sollt ich mich 469 Warum willst du doch 386 Warum willst du dr. 719 Was Gott thut, das in 470 Was hilft es mir, ein 354 Was ich nur Gutes h. 421 Was ist im Himmel, 358 Was ist mein Leben 472 471 Was ist mein zeitlich 434 Was ists, daß ich mich 474 Was mein Gott will Was soll ich ängstlich 387 Was sorgst du ängstlich 259 Was wär ich ohne dich 314 Was zagst du? Gott 388 Weicht, ihr Berge, fallt 31 Weit um mich her ist 588 558 Register. Nr. Nr. Welch hohes Beispiel 333 Wie getroft und heiter 318 Welch hohes Vorrecht 395 Wie gnädig ist des 605 Welterlöser, dich zu 326 Wenn Christus seine 217 Wenn der Stifter der 694 Wenn Geschwister fr. 525 Wenn gleich aus tiefer 475 Wenn ich auf Gottes 271 Wenn ich ein gut G. 503 Wenn ich einst von jen. 570 Wenn ich, o Schöpfer, 50 Wenn meine Zeit vorh. 257 Wenn Menschen streben 532 Wenn mich die Sünden 144 Wenn oft zu jener S. 285 Wenn sich mein Geist 34 Wenn wir in höchsten 627 Wenn zur Erfüllung 365 Wen wird, o Gott, die 504 Wer auf seinen Gott 375 Wer bin ich? welche 425 Wer dieser Erden Güter 486 Wer gehorcht, der thus 548 Wer Gottes Wege geht, 296 Wer Gottes Wort nicht 317 Wer hat den Glauben, 293 Wer höher durch Geburt 549 Wer Jesum kennt, ver. 290 Wer kann die Leiden 150 Wer könnte zweifeln, Wer machte diese schöne 47 Wer mit Lust und Eifer 696 Wer nur den lieben Gott 390 Wer nur ein Laster liebt 81 Wer stets mit reinem 352 Wer Sünde thut, der 85 Wer unter deinem Sch. 579 Wer weiß, wie bald in 262 Wer weiß, wie nahe 260 Wer zählt, Unendlicher, 68 Wiedersehn! mit lauten 702 Wie freu ich mich der 285 Wie göttlich sind doch 132 Wie groß bist du, o Gott! 359 Wie groß ist des Allm. Wie groß ist unsre S. 503 Wie groß, o Herr, ersch. 154 Wie groß, wie angebetet 103 Wie heiter fließt mein 506 Wie im Herbste fällt 245 Wie leicht verkenn ich 422 Wie mannichfaltig find 435 Wie sanft, mein Vater, 397 Wie sanft sehn wir den 674 Wie sicher lebt der M. 248 Wie soll ich dich empf. 107 Wie theuer, Gott, ist 308 Wie viele Freuden dank 38 Wie wichtig ist doch der 77 Wie wird mir dann, o 255 Wie wohl ist mir, o 319 Will mich, o Gott, hien. 476 Willst du der Weisheit 361 Willst du die Buße noch 307 Wir alle, Menschenvater, 596 Wir flehn für unsrer 524 Wir gehn ans Grab Wir glauben an den Wir kommen, Helfer, 643 Wir sind in Noth, laß 635 Wir trocknen unsre Thr. 466 Wo eilt ihr hin, ihr 447 Wohlauf, wohlan zum 747 Wohl dem, der bepre 444 Wohl dem, der in dem 510 Wohl dem, der richtig 493 Wohl dem, der seines 619 Wohl einem Haus, da 745 Wohl mir, o Schöpfer 552 Wohlthätig sind der Erde 461 Wohl uns! Wohl uns 534 Wo ist wohl Noth und 86 679 10 44 Register. Nr. Wort aus Gottes Munde 208 Wo sind die Weifen, die 25 Wunderbarer König, 717 Beuch ein zu deinen Th. 727 S Zu dir, o Gott, das Bu dir, Unendlicher, Zum Fleiße ward das Zum Himmel erhebe Bur frühen Gruft 559 Nr. 398 631 437 625 693 Gebete zur Hausandacht. Morgengebet am Sonntage. Groß roßer und heiliger Gott! du Schöpfer und Herr des Himmels und der Erden! bei dir ist Allmacht, Weißheit und Güte, und du bist würdig. von Allem, was auf Erden und im Himmel ist, verehret, gefürchtet und geliebet zu werden! Dich preiiet meine Seele für deinen mannichfaltigen Segen, den du über mich und die Meinigen auch in der zurückgelegten Woche ausgebreitet hast, für deinen väterlichen Schuß über uns in der abgewichenen Nacht und insonderheit für die großen Wohlthaten, die du an diesem heiligen Tage erneuern wirii. Deine Weisheit und Gnade hat uns denselben zu deiner feierlichen Verehrung, zur Beförderung unserer Ruhe in dir, dem lebendigen Gott, und zu unserer näheren Vorbereitung zu deiner ewigen Gemeinschaft geheiliget. wie gesegnet wird er auch mir sein, wenn ich ihn nach dieser deiner liebreichen Absicht zur Erquickung und Heiligung meiner Seele durch dein seligmachendes Wort anzuwenden suche! Dein großer Name sei geles bet, daß du mir die öffentliche Feier dieses heiligen und frohen Tages in Gesundheit, Ruhe und Gewissensfreiheit verleihest! Verherrliche dich heute, o Gott, in den öffentlichen Versammlungen durch einen allgemeinen Segen! Heilige du selbst die Opfer unseres Gebets und unserer Lieder, daß wir dich im Geiste und in der Wahrheit anbeten. Allwissender! du kennest inson: derheit meinen und der Meinigen Seelenzustand. Ach, laß uns auch heute die göttliche Kraft deines Wortes also A 2 Abendgebet am Sonntage. also an unseren Seelen erfahren, daß wir nach unserer Beschaffenheit dadurch wahrhaftig gebessert, im Glauben und allen dir wohlgefälligen Tugenden gestärket, durch deine Tröstungen beruhiget und in deiner Gnade zum ewigen Leben befestigt werden. Laß uns nicht nur in deinem Heiligthume deine wohlthätigen Absichten er füllen, sondern auch in unserm ganzen Verhalten uns be fleißigen, daß wir dir geheiliget werden. Die Ruhe, die du uns heute von unseren leiblichen Geschäften verstatteft, werde doch insonderheit zur wahren Erholung unserer Kräfte, zur Sammlung des Gemüths und zu dessen Richtung auf unser ewiges Heil angewandt. Bewahre uns, gütiger Gott! daß wir nicht durch unnöthige Geschäfte und unnüße Zerstreuungen den Gegen dieses Tages und deines Wortes an uns vereiteln. Unser ganzer Wandel müsse dich verherrlichen und es beweisen, daß wir dir dienen. Insonderheit laß uns dieses alsdann beweisen, wenn du uns Gelegenheit gibst, unsere Liebe zu dir durch eine thätige Liebe gegen unfern nächsten an den Tag zu legen! Heilige, o Gott! auch alle unsere Vergnügungen an diesem heiligen Tage. Laß uns nichts vergnügen, als was mit Versicherung deiner Gnade ge noffen werden kann. Laß uns durch die Freuden, die uns deine Freundlichkeit auch im Leiblichen schenket, immer mehr zu dir, der Quelle aller Freuden, geführt werden, damit also dein Tag uns in Allem eine wahre Vorberei tung zu deiner ewigen Anbetung und zu der ewigen Ruhe und Seligkeit sein möge, die du den Deinen verheißen bafl. Segneft bu, Herr!, deinen Tag zum ewigen Heil unserer Seele, so wirst du uns auch im Leiblichen nicht verlassen. Du, mein himmlischer Vater! weißt, was wir bedürfen. Dir sei unser Leben und unsere ganze Wohlfahrt auch heute, auch auf diese Woche und auf die ganze Zeit unserer hiesigen Wanderschaft empfohlen. Leite du uns nach deinem Rath, und nimm uns endlich zu Ehren an um Jesu Chrifti willen. Amen. Abendgebet am Sonntage. nädiger und liebreicher Gott! dein Name ist herrlich in Allem, was auf Erden ist, und dein Ruhm höher, denn die Himmel. Dank sei dir für die erneuerten Ge legen Abendgebet am Sonntage. 3 legenheiten, die ich diesen Tag gehabt habe, dich in deinem Hause anzubeten, mich mit andern Christen zu deinem Dienste zu vereinigen, die Erklärung deines Wortes zu hören und dadurch unterrichtet, gestärkt und auf die Wege der wahren chriftlichen Tugend geleitet zu werden! Gib mir, o Gott! daß ich nun auch die Vortheile, die du mir verschafft, gehörig nüßen möge, und es nicht blos bei dem Hören bewenden lasse, sondern durch die That beweise, daß ich sie zu den Absichten, zu denen sie gegeben sind, anwende. Mache mich geschickt, daß ich meinem hohen Berufe gemäß lebe, gemäß den Pflichten, die mir auferlegt sind, und gemäß den Verheißungen, die ich zu erwarten habe. Vergib mir, gütiger Bater! die Unvollkommenheiten, die meine Andacht heute noch begleitet haben. Vergib die Trägheit und Unthätigkeit meiner Empfindungen, die Zerstreuung meiner Gedanken, die wenige Aufmerk samkeit meiner Seele auf deine Gebote. O gib, daß ich deine Ruhetage immer heiliger zubringen, immer weiser und ernsthafter, andächtiger und himmlischer gesinnt wer den möge, als ich bisher gewesen bin. Erhebe mich über diese Welt, solange ich in ihr lebe. Laß mich nicht den irdischen Dingen so nachjagen, als ob ich diese Welt blos zu meinem Antheil erwählet und auf kein schöner Grbtheil die Aussicht hätte; sondern lehre mich erkennen, daß hier nicht meine bleibende Stätte sei, sondern daß mir eine festgegründete ewige Wohnung vorbehalten werde. Bib, daß ich mich hier als einen Pilger und Fremdling ansehe und als ein Bürger des Himmels lebe. Ja, mache mich durch deine Kraft, o gütiger Gott! geschickt, alle Schwierigkeiten, Beschwernisse, Gefahren und Vers suchungen zu überwinden, die mir auf meinem Wege zum Himmel aufstoßen, und laß mich durch einen täglichen Zuwachs an Heiligkeit und Tugend immer des glorreichen Erbtheils fähiger werden, das deiner Heiligen im Lichte wartet. Gelobet sei dein Name, o liebreicher Gott! der du mich bis auf diesen Tag mit so vielen und großen Wohlthaten an Leib und Seele begnadigt haft! O laß die Empfindungen deiner unverdienten Güte stets mein Herz rühren ,, und gib, daß ich dich nicht nur durch meine Worte, sondern auch durch mein Leben preisen möge. Und nun, o Gott, nimm a 2 mich 4 Morgengebet am Montage. mich auch diese Nacht unter deine gnädige Aufsicht! Beschüße mich vor allem Uebel und erquicke mich durch eine sanfte und stärkende Ruhe. Deiner liebreichen Fürsorge empfehle ich alle die Meinigen. Thue ihnen Gutes und segne sie mit allen solchen geistlichen und leiblichen Gütern, von denen du weißt, daß sie derselben am meisten bedürfen. Stehe den Unglücklichen bei. Breite deine wohlthätige Barmherzigkeit über das ganze menschliche Geschlecht aus. Erhöre, gütiger Vater! dieß mein unvollkommenes Gebet und laß dir mein demüthiges Lob und Flehen in Gnaden gefallen. Erhalte mich mein kurzes und ungewisses Leben hindurch in der Liebe zu dir. Tröste und stärke mich in meinen legten Augenblicken und nach dem Tode sei du mein Theil und großer Lohn durch Jesum Chriftum, deinen lieben ohn! Dir, mein himmlischer Vater, sei Lob, Preis und Ehre jetzt und immerdar! Amen. Morgengebet am Montage. Herr! durch deine große Barmherzickeit fange ich mit diesem Morgen meine Wochenarbeit von neuem an. Deine ewige Liebe und Treue, die mit deinem Segen mich und die Meinigen bisher überschüttet bat, gehe denn auch heute mir von neuem auf wie die Morgenröthe! Wer bin ich, o Gott! daß du mich bis hierher gebracht haft? Ich bin ja, leider! noch immer ein Sünder, dem es an allem Ruhme mangelt, den er vor dir haben sollte. Ich thue, leider! nicht immer, noch völlig, was ich thun follte. Meine Gedanken sind eitel; mein Herz ist bald tropig, bald verzagt. Ach! so siehe denn, mein Gott! mich auch heute ja nicht an, wie ich an mir selbst von Natur und in meinen Sünden bin. Gedenke aber, lieber Vater! an deines Sohnes Gehorsam und Gerechtigkeit, daß ich durch ihn vor dir gerecht und von dir gesegnet sei. Verlaß mich nicht und thue nicht die Hand von mir ab, Gott, mein Heil! Lehre mich auch heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Ich weiß nicht was mir in dies fer angefangenen Woche begegnen wird: behüte du mich aber vor allem Uebel, behüte meine Seele, behüte meinen Leib, behüte meinen Eingang und Ausaang. Wehre allem Bösen, welches mir das Ziel meines Christenthums vers rücken 5 Abendgebet am Montage. rücken könnte. Laß mich leben im Glauben deines Sohnes, und laß dadurch alles, was ich thue, in dir gethan sein. Gib zu meiner Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüthe Ruhe und Freudigkeit bei einer gewissenhaften Sorgfalt und erfreue mich mit deinem göttlichen Gedeihen. Erhalte mir den Segen, den du mir bisher hast zufließen lassen. Ernähre mich, versorge mich, beschirme mich. Gib mir Weisheit, meine Zeit wohl anzuwenden. Legest du mir dabei eine Last auf, so bilf mir auch und laß mich allzeit erfahren, daß du der seist, der uns von allem Ulebel erlöset hat und noch ferner erlösen wird. Segne die Meinigen und zeige ihnen dein Heil. Und wie Alles auf dich, mein Gott! wartet, so segne auch heute und in die fer Woche alle gute und dir wohlgefällige Arbeit und gib, daß ein jeder dabei sich redlich nähre und mit allem guten Gewissen vor dir wandle. Ja, thue deine milde Hand allenthalben auf und erfülle alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Denke an uns alle und segne uns; fegne, die dich fürchten, beide, Kleine und Große; segne uns je mehr und mehr um deines lieben Sohnes, Jesu Chrifti, und um seiner kräftigen Fürbitte willen. Amen. Abendgebet am Montage. Niebreicher Gott! ich danke dir und bete deine Macht und Güte an, die ich und die Weinigen auch diesen heutigen Tag erfahren haben. Was bin ich, daß du mich bis hierher gebracht, beim Leben erhalten, mir so viel Gutes gethan und mich so reichlich gesegnet hast. Von deiner Gnade, o mein Gott! bin ich auch, was ich bin, und deine Gnade ist nicht von mir gewichen. Also hast du auch heute meiner armen Seele und meines sterblichen Leibes dich herzlich angenommen, meine Arbeit gesegnet, meinen Unterhalt mir verschaffet, alle meine geistliche und leibliche Nothdurft in Gnaden angesehen; ja, überhaupt meiner Schwachheit mit deiner Kraft mächtig geholfen. Wer ist, o Herr! wie du, der du dich so hoch gesezet hast, und doch auf das Niedrige so gnädig siehest? Nun, o mein Gott! da du nicht allein wohnest in der Höhe und im Heiligthum, sondern auch bei denen, die geängsteten Geistes und zerschlagenen Herzens sind, auf daß du erquickest den Geist der a 3 Gedea Morgengebet am Dienstage. Gedemüthigten und das Herz der Zerschlagenen, so bitte ich dich demüthig: Tilge alle an mir noch befindlichen Sünden flecken durch das Blut deines lieben Sohnes Jesu Christi! Du bist der Herr, nach dessen Worte Alles geschehen und dem alles dienen sollte; mie finde ich hingegen meis nen Willen deinem heiligen Willen so sehr zuwider und mein Herz so kalt gegen das Andenken deiner Gnadengegenwart! Um Christi willen schone meiner! vergib mir alle, auch meine verborgenen Fehler. Erfülle ferner an mir beine gnadenreiche Berheißung: Ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Du bist ja nicht ein Gott, der ferne sei; du erfüllest vielmehr Himmel und Erde und umgibst auch mich, wo ich size oder liege. So sei denn auch in dieser Nacht nicht fern von mir; eile, auch mir beizustehn, Gott, meine Hülfe! Beweise auch an mir deine große Gnade, du Heiland derer, die auf dich hoffen! Beichirme mich und Alles, was du mir verliehen hast, unter dem Schatten deiner Flügel. Sei du für mich, so wird nichts wider mich sein. Ja, Vater! wie du deines geliebten Sohnes nicht verschonet, sondern ihn für uns alle und auch für mich dahingegeben hast, so schenke mir und Allen, die ihn angenommen haben, heute und allezeit mit demselben alles andere, was wir an Leib und Seele bedürfen. Amen, um Jesu willen, Amen. 6 Morgengebet am Dienstage. Bott deine Güte ist alle Morgen neu und deine Treue, die du an mir beweisest, ist sehr groß. Ein Tag sagt es dem andern und eine Nacht thut es fund der andern, wie geschästig du, Herr! in jedem Augenblicke meines Daseins zu meiner Erhaltung, zu meiner Freude und Glückseligkeit bist; du schaffeft es, daß ich sicher ruhe. Wann Finsterniß die Erde bedeckt, und wann ich selbst von mir nichts weiß, dann wachest du, mein Leben zu bewahren. Aber auch du bist es, Herr und Gott der Welt, der an jeglichem Morgen dem Tage und seinem Lichte wieder ruft, die Seele zu erwecken: du machest es, daß ich nach einer sanften Nacht mich wieder eines neuen Tags erfreuen kann. Was ist denn billiger, was ist eines vernünftigen Geschöpfes, welches dich zu erkennen fähig ist, würdiger, als dir, dem Gott und Vater met nes Lebens, aus dessen Hand ich es auch jest wieder wie neu Abendgebet am Dienstage. 7 neu empfangen habe, dafür zu danken und deinen Namen zu preisen? Dieß sei denn auch jest, in dieser frühen Morgenstunde, mein erstes Geschäft. Meine Seele lobe dich, den Herrn, und Alles, was in mir ist, deinen heiligen Namen! Meine Seele lobe dich und vergesse des Guten nie, das du bis diesen Augenblick an mir gethan hast! Daß ich sicher und ruhig geschlafen habe; daß tein Unfall mich in dieser Nacht betroffen hat; daß ich das Licht dieses Tages ebenso gesund wieder erblicke, als ich es gestern verlöschen sah; daß ich nicht nur meine Glieder zu den Geschäften dieses Tages wieder gebrauchen, sondern auch mit erneuten Kräften gebrauchen, und was noch mehr ist, daß ich vernünftig denken und von den sämmtlichen Kräften meiner Seele einen solchen Gebrauch machen kann, der einem vernünftigen Wesen anständig ist: das Alles, o Gott! habe ich deiner Güte und Treue zu danken. Verleihe mir nun auch die Gnade, daß ich den Werth der Güter, die deine Hand mir an diesem Morgen gleichsam von neuem geschentet hat, erkennen und schätzen, und daß ich sie zu der Absicht anwenden möge, zu welcher du sie mir gegeben hast. Gib, daß ich heute in Allem, was ich beginne, in meinen Geschäften, in meinen Vergnügungen, in allen Umständen und Verbins dungen, in welche ich kommen kann, dich vor Augen und im Herzen habe, und an deine Berechtigkeit, an dein heiliges Gebot und an meine zukünftige Rechenschaft vor dir, dem Allwissenden, fleißig denken möge. Dadurch werde ich am sichersten bewahrt werden, daß ich in keine Sünde willige, noch irgend etwas mit Vorsaß thue, was wider dein Gebot ist. Erhalte mein Herz auch an diesem Tage bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte; denn die dich Herr! fürchten, haben keinen Mangel an irgend einem Gute, das wahrhaftig glücklich macht! Erhöre mich um des Mittlers willen, in dessen Namen ich zu dir bete. Amen. Abendgebet am Dienstage. I ch freue mich deiner Güte, o Gott, und komme mit Danken vor dein Angesicht! Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblck meines Lebens gibt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, a 4 meis 8 Abendgebet am Dienstage. meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Beziehungen viel Gutes gethan. Wie viel bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel haft du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt! Wie viel geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Wie kann ich dir, dem Herrn, meine Dankbarkeit genugsam beweisen? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein, und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollenfie auf ewig geheiligt sein! Möchie nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommner sein! Aber, o mein Gott! wie weit bin ich noch von dem Ziele der christ lichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte be schuldigen! Wie beschämt bin ich, wenn ich an meine Sünde gedenke! Ach, Herr! ich bereue sie von ganzem Herzen. Ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reis nigen und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott! in diesem guten Vorsaße. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gib, daß ich Alles, was dir zuwider ist, hasse und als das größte lebel meide und fliehe. Gib, daß ich Alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger sein, als den heutigen; laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Dein mächtiger Schuß bedecke mich und die Meinigen auch in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unsrer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Kräften wieder aufwachen und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröste, barmherziger Gott, tröste alle Elenden, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Trüb. sale der süßen Ruhe beraubt sind. Erbarme dich aller Menschen. Dir, Herr, mein Gott! übergebe ich meinen Seib und meine Seele. Leite mich nach deinem weifen Morgengebet am Mittwochen. 9 sen Rath und nimm mich endlich in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses Alles in dem Namen und als en Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers. Amen. Morgengebet am Mittwochen. Hott! Schöpfer und Herr des Himmels und der Erden, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen! dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die ewige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistige und leibliche Vortheile, die ich besitze. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich in dieser Nacht mit deinem mächtigen Schuße bedecket, daß du alle Gefahren, die mir drohten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanften Schlaf erquicket nnd mir neue Kraft und neues Leben einges flöpet hast. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du dich meiner so väterlich annimmst? Jch bin ein Sünder, der deine heiligen Gefeße übertreten, der deine Wohlthaten öfters gemißbraucht, der sich des schändlichen Undanks gegen dich Ichuldig gemacht und als ein solcher Nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilst uns nicht nach unseren Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Sohnes schonet. Noch fährst du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Wie reuet es mich, o Gott! daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget und dir den schuldigen Gehorsam verweigert habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdient habe. Sei mir gnädig in Christo, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Vorsag, alle unordentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, azu unterdrücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem a 5 Wils 10 Abendgebet am Mittwochen. Willen meines Fleisches, oder nach dem Beispiele der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Ach, Herr! stehe mir selber mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsaß mit Treue zu erfüllen; denn ohne dich vermag ich nichts. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werde, so laß mich nicht fallen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und an die Ewigfeit gedenken und dadurch weise werden zur ewigen Se ligkeit. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften und begleite sie mit deinem Segen. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Segne insonderheit diejenigen, die du durch die Bande des Blutes und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gib, daß wir alle die Pflichten unseres Berufes treulich erfüllen und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum lezten Endzweck aller unferer Bestrebungen machen. Erhöre mich, Bater der Barm herzigkeit, und sei mir gnädig um Jesu willen. Amen. Abendgebet am Mittwochen. Barmherziger Gott! nach deiner Verordnung bedeckt jeßt wiederum Finsterniß unser Erdreich; bei dir aber, du Vater des Lichts! muß auch die Finsterniß Licht sein. Auch diesen Tag legte ich unter deinem gnädigen Schuße zurück und preise deinen heiligen Namen für alle deine guten und vollkommenen Gaben, die mir deine Gnade heute geschenket oder erhalten hat. Jch danke dir nicht nur, daß du mir das Licht meiner leiblichen Augen verliehen und bisher bewahret hast, sondern auch und vornehmlich, daß du dein heiliges Wort noch immerfort meiner Seele leuchten läsfest, als ein Licht auf meinen Wegen. Zwar muß ich, o mein Gott! auch heute vor dir bekennen, daß ich nicht stets nach diesem heiligen Lichte gewandelt habe. Stelle aber meine heutige mir bewußte Uebertretung nicht im Zorne vor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angesichte; sondern wirf sie hinter dich zurück, und sei mir um Christi willen gnädig. Bleibe du nun ferner bei mir, mein Gott! da es jetzt Abend worden ist. Bist du mein Licht und mein Heil, vor mem sollte ich mich fürchten? Bist du meines Lebens Kraft, Morgengebet am Donnerstage. 11 Kraft, vor wem sollte mir grauen? Wenn meine Augen geschlossen sind, so laß deine Augen über mir offen stehen. Luß meine Seele und meinen Leib und Alles, was ich habe, unter deiner liebevollen Fürsorge wohl verwahret sein. Sorge für mich und die Meinigen; sorge für alle Menschen! Erbarmé dich aller Armen, aller Kranken und Elenden! Hilf ihnen und lindre ihren Schmerz und ihren Kummer! Gib ihnen tröstliche Gedanken, die sie aufrichten und stärken können, und laß sie deine Macht und Liebe empfinden. Soll ich nach deinem gnädigen Willen noch länger hier leben, so laß mich morgen mit einer dankbaren Empfindung von deiner Güte erwachen und mich den Tag zu der Erfüllung deiner gütigen Absichten anwenden. Sollte aber in dieser Nacht die Zeit meiner Vorbereitung zur Ewigkeit aufhören, o! so vergib mir, was ich von diesem großen Endzwecke versäumt habe, um Jesu Christi willen, und erfülle deine theure Verheißung, daß du mich um seiner großen Erlösung willen als völlig begnadigt annehmen und bei dir ewig selig machen wollest. Erhöre mich, mein Gott! mein Vater! durch Jesum Christum. Amen. Morgengebet am Donnerstage. Bott! ott! Quelle meines Lebens und desselben Erhalter! mein Gott, durch dessen Güte ich von neuem einen Tag anfange, sei du mein erster Gedanke! Dankbarkeit und Liebe gegen dich müssen die ersten meiner heutigen Empfindungen sein. Noch sind Leben und Gesundheit mein; beide hast du mir auch in dieser Nacht erhalten. Deine Güte wachte über mich, daß kein Unglück sich mir nahen durfte. Daß ich heute von neuem thätig in meis nen Geschäften und zu meinem und meines Nächsten Nußen wirksam sein kann, das ist dein Geschenk und kommt nur von dir. Was habe ich, das ich nicht von dir empfangen hätte? Wer ist mein Vater, mein Wohlthäter, mein Freund, wenn du es nicht bist? Wer ist mehr, als du, meine sicherste Zuflucht? Du Allmächtiger, Alweiser, Gütigster, du bist mein Schöpfer, mein Gott, mein Vater. Wie glücklich bin ich! Könnte ich es wohl mehr fein, als ich es dadurch bin, daß ich von dir, von dir allein abhänge? Dein bin ich und dein will ich ewig bleiben, dir sei mein Schicksal gänzlich heimgestellt. Regiere a 6 du 12 Abendgebet am Donnerstage. du es nach deinem Wohlgefallen! Dein Wille ist auf alle Weise der beste; dein Wille geschehe! Führe mich immer nach deinem Rath; dein Rath ist Seligkeit für mich. Ich Fenne tein seliger Glück, als das, dir zu gehorchen; dein Wille allein sei mein Gefeß! Sei du allein der Herr meines Herzens! Herrsche du über meine Gesinnungen, über meine Neigungen, über meine Wünsche; verstatte nicht, daß irgend etwas, das dir zuwider ist, sich in mein Herz einzus schleichen suche! Fehle ich, so lehre mich meine Fehler erkennen und verbessern. Dir zu gefallen, ist mein erster Wunsch; solange ich denken kann, wie ich so denken. Ich empfehle mich und die Meinigen auch an diesem Tag deinem mächtigen Schuße. Laß deine Huld mich auch heute begleiten, auch heute über alle meine Schritte wachen; sei mein, sei aller Menschen Beschüßer! Sollen meiner Tage noch mehr werden, so seien sie dir alle geheiliget! Laß mich keinen, und auch diesen nicht verleben, ohne daß ich besser werde! Gott, deine Güte müsse sich mit jedem Tage über mich erneuern; aber auch mit jedem Tage lasse mich deiner Liebe und Güte würdiger werden. Erhöre mich und erfülle meine dir wohlgefälligen Wünsche, wie du es mir und Allen, die nach deinem Willen bitten, durch Christum verheis ßen hast. Dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Abendgebet am Donnerstage. Ubermal ist von der mir bestimmten Lebenszeit ein Tag vorbei. Dir, gütigster Vater, dessen Geschenk er war, dir müssen auch noch seine letzten Augenblicke geweihet, dir müssen die legten meiner heutigen Empfine dungen heilig sein! Nur deiner Huld allein, unendlich gütiger Gott! habe ich es zu danken, daß du mir bis hierher geholfen haft! Alles, was ich bin, und was ich habe, bin ich und habe ich nur allein von dir. Wie viel Gutes hast du mir heute erwiesen! Wie viel Böses hat dein gnädiger Schuß von mir abgewendet! du bist doch nur allein mein wahres und auch mein höchstes Gut; du wirst es ewig sein. Da ich dich habe, was sind mir Himmel und Erde? Deine Huld verwandelt das Mißvergnügen meiner Tage in Heil und erhöhet das Vergnügen meines Lebens zur Seligkeit. Diese Welt, ſp weit entfernt von deinem Himmel, ist doch so voll von deiner Morgengebet am Freitage. 13 ner Güte! Was wird dann jene sein, wo der Freuden die Fülle vor deinem Angesichte und volle Seligkeit zu deiner Rechten ist! Welche Glückseligkeit wartet dann auf mich in dem Stande meiner Vollendung! D, wann wirst du Bater! mich würdig finden, mich unter deine Hausgenossen aufzunehmen? Könnte doch nur mein Leben dir immer angenehm sein und mein Wandel dir immer gefallen! Mit alsehenden Blicken erforschest du mein Herz. O möchte es doch immer rein, doch immer rechtschaffent von dir erfunden werden! Herr, ich gelobe es dir und will es auch halten, daß ich nach den Rechten deiner Gerechtigkeit leben will. Hilf du mir nur bei meiner natürlichen Schwachheit und erseze mein Unvermögen durch den kräftigen Einfluß der guten Triebe deines Geistes. Auf dich verlasse ich mich in Allem, was meine Glückjeligkeit befördern fann. Jegt überlasse ich mich der Ruhe; laß mir, laß den Meinigen, laß diesem Hause, laß allen Menschen deine mächtige Beschirmung widerfahren; verhüte gnädig Unglück und Schaden! Soll ich in dieser Welt wieder erwachen, so sei ferner mein Gott, wie du es bisher gewesen bist; so führe mich an deiner Hand auf dem Wege, den ich noch durch diese Welt zu gehen habe; ſo laß dein Auge mich leiten, daß ich nicht von deinen Geboten abweiche; so regiere mich, daß ich, als ein Erbe der Unsterblichkeit, mich immer würdig meinem Berufe betrage und schon auf Erden mein Wandel im Himmel sei! Amen. Morgengebet am Freitage. Heiland eiland der Welt! Treuester Mittler! du bist darum für Alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dir, der du für sie gestorben und auferstanden bist. Dir widme ich heute mein Leben und Denken von neuem, da ich mich erinnere, daß du an einem Freitage dein theures Leben aus Liebe für mich gelassen hast. Ach, laß mich nie vergessen, wie viele Mühe und Arbeit dir meine Sünden gemacht haben, damit ich keine derselben gering achte. In deinem Leiden laß mich die Güte und den Ernst Gottes schauen. Gib, daß ich mich dieser Güte im Glauben freue und dich, o Gottes Sohn! lebenslang für meinen höchsten und besten Freund halte, indem fa Niemand größere a 7 Liebe 14 Morgengebet am Freitage. Liebe hat, als die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Und da ich in deinem Leiden, mein Bürge, sehe, wie ernstlich Gott die Sünde hasse und strafe, so gib mir Gnade, solche auch ernstlich zu hassen und zu vermeiden. Du riefest an deinem Kreuze: Mein Gott, Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ach! bitte deinen himm lischen Vater für mich, daß er weder heute, noch jemals mich verlasse, noch versäume. Du trugest dein Kreuz selbst zu deinem Tode und unterwarfest deinen Willen dem Willen deines himmlichen Baters. Gib, daß auch ich mich diesem heiligen Willen in findlichem Gehorsam unterwerfe, mein Kreuz auf mich nehme und auf allen Wegen deiner Tugend beständig nachfolge. Und wie du mitten in deiner Pein die Deinen nicht vergaßest, fondern auch auf deren leibliche Wohlfahrt und Erhaltung dachtest, so laß mich auch heute dieser deiner treuen Fürsorge ebens falls genießen. Wende dadurch alles Ulebel von mir ab und alles nöthige Gute mir zu. Bewahre mich und die Meinigen vor Krankheiten und Schmerzen; oder wenn wir ja an unserm Fleische leiden sollten, so gib, daß wir uns mit demselbigen Sinne gegen alle Ungeduld waffnen, mit welchem du gelitten hast. D Herr Jesu! du bist am Kreuze ein Fluch für uns worden, auf daß alle Völker in Dir gesegnet würden: laß auch mir deinen reichen Segen an Seele und Leib und zu allen guten Verrichtungen zufließen. Bilde mich nach deinem Sinn; und wie du sogar für deine Feinde, die dich gekreuzigt haben, voll Sanft: muth batest, ſo gib auch mir standhafte Sanftmuth bei allen unangenehmen Vorfällen, die mir etwa heute durch Menschen begegnen möchten. Ja, du Lamm Gottes, das der ganzen Welt Sünde getragen hat, erbarme dich Aller und bekehre Alle, die dich noch nicht erkennen, die nicht wissen, was sie thun, wann sie dich verwerfen und durch vorfäßliche Sünden beleidigen. Laß das Wort von deinem Kreuze immer mehr göttliche Kraft und göttliche Weis heit werden Gedenke an mich und alle die Meinen, Herr! der du im Reiche deiner Herrlichkeit herrschest, und laß uns dereinst mit dir im Paradiese sein. In deine Hände befehle ich heute und allezeit meinen und ihren Geist; du haft uns erlöset, Herr! du getreuer Gott! Amen. Abends 15 Abendgebet am Freitage. Abendgebet am Freitage. D Gott, der du mich auch diesen Tag erhalten hast, ich dante dir für deine fortgesette Sorge und Güte ge= gen mich. Gib, daß ich dir meine Dankbarkeit durch mein aufrichtiges Bestreben bezeige, deinen Willen in allen Dingen zu erfüuen. Jch bitte dich demüthig um Vergebung wegen jeden Vergehens, dessen ich mich schuldig ge macht habe, und es ist mein ernstlicher Wunsch, daß ich mich nie durch den gefährlichen Selbstbetrug verleiten lasse, als werdest du mir meine Sünden vergeben, wenn ich sie auch nicht von nun an zu vermeiden suche. Laß mich fest überzeugt sein, daß ich nie dir wohlgefallen könne, wofern ich nicht ein heiliges und nüßliches Leben führe, und daß, wo ich mir irgend eine Art des Verbrechens erlaube, selbst mein Gebet dir ein Abscheu sein werde. Gib mir die Gnade, so zu leben, daß ich vor deiner Allgegenwart nie erschrecken darf, und da dir alle meine Gedanken, Worte und Werke bekannt sind, so laß mich niemals weder dem Willen nach, noch in der That, irgend einer Sache schuldig sein, die dir mißfallen könnte. Laß mich in der Tugend und Frömmigkeit täglich zunehmen, jede üble Gewohnheit abzulegen suchen und jeder lasterhaften Neigung widerstehen. Er leuchte du mich selbst, daß ich mein Verderben immer lebendiger erkenne und mit wahrer Ueberzeugung einsehen möge, wie nothwendig mir deine Gnade sei, und wie sehr ich der beständigen Führung deines Geistes bedürfe. Laß mich als ein weiser Christ vorsichtig auf Erden wandeln und lehre mich oft an den Tod gedenken, damit ich nicht vergesse, wie eitel diese Welt und ihre Herrlichkeit ist, und nicht müde werde, den Weg zu den Freuden des ewigen Lebens, wenn ich auch oft auf rauher Bahn wandeln muß, fortzuseßen. Wache auch in dieser Nacht über mich, über die Meinigen und über alle Menschen, insonderheit über alle nothleidenden und bekümmerten Menschen mit deiner gnädigen und allmächtigen Fürsorge! Und wenn es dein gnädiger Wille ist, daß ich mit dem morgenden Tag nicht wieder zu diesem Leben erwachen soll; so nimm mich, als dein um Christi willen begnadigtes Kind, mit Erbarmung an, und laß mich zu dir und zu ihm geführet werden, nach seiner liebreichen Verheißung, daß seine Ers löfeten 16 Morgengebet am Sonnabend. löfeten da sein sollen, wo er ist. Gefällt es aber deiner Weisheit und Güte, daß ich hier noch länger leben soll, so laß mich die noch übrige Zeit dieses flüchtigen Lebens zu deinem Robe und zum bankbaren Gehorsam gegen die Absichten, wozu du deinen Menschen Leben und Kräfte gibst, mit redlicher Sorgfalt anwenden. Ich rufe dich hierum an durch Jesum Christum, deinen ewigen und eingebornen Sohn, um dessen willen du auch mich zu lieben und zu erhören verheißen hast. Amen. Morgengebet am Sonnabend. umächtiger, barmherziger Gott! ich erkenne in dieſer Morgenstunde deine väterliche Gnade und Huld, dadurch du mir von meiner Geburt an bis auf diese Stunde so viel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Auch den letzten Tag dieser Woche habe ich durch deine Güte erlebet. Ich preise dich, o Vater! für solche unzählige Wohlthaten und bitte dich herzlich: Gib, daß ich deiner großen Gnade nimmermehr vergesse, sondern dich mit stetem Danke dafür ehre. Laß mich stets vor dir o allwissender und allgegenwärtiger Gott! wandeln und fromm sein; laß mich immer wohl bedenken, daß du mein steter und genauer Aufseher bist, alle meine Worte hörest, alle meine Werke schauest, alle meine Gedanken bemerfest, und alle meine Wege erforschest. Laß auch heute all mein Thun gesegnet sein. In deinem Namen fange ich es an. Sei mit mir und laß es zu deiner Ehre und meinem und Anderer Nußen wohlgerathen. Laß mich, o Herr, auch in dem äußerlichen Berufe, darin ich nach deiner Regierung mich befinde, treu und fleißig sein und dabei nicht blos auf Menschen, sondern auf dich, den Richter aller meiner Gedanken und Handlungen, sehen. Verleihe, daß ich mich oft erinnere, wie ich nicht blos Mens schen diene, sondern dein Knecht sei, der du einem Jeglichen vergelten wirst, was er Gutes oder Böses gethan hat. Laß mich aus Liebe zu dir auch meine weltlichen Geschäfte so verrichten, daß ich dir zu gefallen suche, redlich dabei handle und deinen Willen nicht allein mit Dienst vor Augen, sondern von Herzen und mit gutem Willen thue. Segne meine Arbeit und was mir deine Hand gegeben hat, daß ich für mich und die Meinigen die tägliche Noth Abendgebet am Sonnabend. 17 Nothdurft haben möge. Soll ich nach deinem Willen an diesem Tage, oder sonst mit Noth und Trübsal beleget werden, so reiche mir Schwachen deine Hand, daß ich nicht perzage: stärke mich, daß ich Geduld habe und auf dich hoffe. Erbarme dich nach deiner unendlichen Güte aller Menschen, die dich suchen und lieben. Laß aller Nothleidenden und Verlassenen Gebet von dir erhört sein und schaffe ihnen Rath und Trost. Insonderheit gib mir ein Herz, das dich ehret, liebet und dir vertrauet. Verlaß mich nicht, mein Gott! denn ich hoffe auf dich. Mein Leib und meine Seele und alle die Meinigen, meine Ehre und Alles, was ich habe, empfehle ich jezt und allezeit in deine mächtige Obhut. Ach, Herr! sei mein Schuß und mein Heil, mein Helfer und Erretter heute und solange ich hier bin. Erhöre mich, mein Gott, um Jesu Chrifti willen! Amen. Abendgebet am Sonnabend. Durch deine Güte, o Gott, Schöpfer und Erhalter meine Lebens, habe ich nun von neuem eine Woche verlebt; um einen beträchtlichen Theil bin ich nun auf dem Wege dieses Lebens dem ernsten Augenblicke näher gekommen, der alle meine Wochen und Tage endigen wird. Wie schnell sind mir auch diejenigen entflöhen, welche die vergangene. Woche ausmachten! Wie geschwind habe ich das Ende derselben wieder erreicht! Vergnügen und Mißvergnügen, Freude und Kummer, Zufrier enheit und Unruhe, Empfindungen von verschiedener Natur machten ihren Inhalt aus. Gott, Vater der Zeit und Ewigkeit, wie wenig wichtig, wie gar nichts würde mein Leben ohne dich sein, Urheber meines Daseins und meines Daseins höchstes Gut! Nur deine Güte gibt den Augenblicken meiner Tage einen Werth. Du ließest mich werden, um mich glücklich zu machen; du läsfest meiner Tage mehr wers den, um mein jegiges Glück zu verlängern und mir Beit zu geben, für mein künftiges wirksam sein zu tönnen. Unter der Leitung deiner gnädigen Vorsehung find alle Theile meines Schicksals Mittel zu meiner Seligkeit, und muß Alles, selbst das, was mir böse scheint, zu meinem wahren Besten dienen. Wie voll von Spuren deiner Huld ist die zurückgelegte Woche gewesen! In wie vielen Fällen habe ich in derselben den 18 Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung 2c. den Segen deiner weisen Führung empfunden! Dank sei dir dafür, ewiger, gütiger und liebreicher himmlischer Vater! Wie soll ich deine Wohlthaten vergelten? wie deine Güte würdig genug preisen? Ich will dich lieben, dir vertrauen, dir gehorchen; dieß sollen mir die heiligsten meiner Pflichten sein. Schon hier will ich nach meinem besten Vermögen deine Gebote erfüllen; bei dir in der Ewigkeit werde ich es einst vollkommener thun können. Deine Absichten sind auch die meinigen: dein Wille ist mein Gesez. Vergib mir gnädig nach deiner unendlichen Barmherzigkeit und Güte, die du in deinem Sohne, Jesu Chrifto geoffenbaret hast, wenn ich dawider gehandelt habe. Laß dir meine aufrichtige Reue darüber wohlge fallen. Stärke mich in der Ausführung guter Vorfäße und Entschließungen, die ich gefaßt habe, mich zu bessern, und verhüte, daß ich nicht in die vorigen Sünden zurück falle oder neue Sünden begehe. Sei in dieser Nacht mein Schuß! Deiner gnädigen Obhut empfehle ich mich und Alle, die mir angehören, Bekannte und Unbekannte, Freunde und Feinde! Laß mich am morgenden heiligen Tag zu deinem Preise erwachen und gib, daß ich ihn so begehe, wie es dir angenehm und meiner Seele heilsam ist. Erhöre mich, mein Gott! um meines theuersten Erlösers Jesu Christi willen! Amen. Gebet um wahre Erkenntniß und Berenung der Sünden. D heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater! Ich bekenne und klage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünden nicht so vollkommen erkenne, noch so herzlich bereue, als es wohl sein sollte. Alwissender Gott, du stelleft auch unsere unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angesicht. Ach! gib mir Kraft, die Größe, Abscheulichkeit und Mannichfaltigkeit meiner Sünden recht zu erkennen und stelle sie mir diesem Leben unter die Augen, auf daß sie mir nicht am jüngsten Tage unter die Augen gestellet und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden werden möge. Rühre und erweiche mein hartes Herz durch dein träftiges Wort, daß ich meine Sünden recht ernstlich.bereue. Gebet um Vergebung der Sünden. 19 reue. Eine jede Sünde verdient ja den Fluch; denn du fagst selbst: Verflucht ist, wer nicht alle Worte dieses Gefeßes erfüllt, daß er danach thue; und wer auch nur an einem Gebot gefündiget, der ist das ganze Gesez schuldig. Ist der Fluch schon da, wenn nur ein Gebot übertreten wird, ach! so habe ich unzähligen Fluch verdienet, weil ich unzäbligemal gesündigt und deine Ges bote übertreten habe. Dieß laß mich doch, o gerechter Gott! lebendig erkennen und zugleich den Reichthum deiner Güte recht bedenken, die du an mir Unwürdigen mit so väterlicher Langmuth bis hierher bewiesen hast, um mich dadurch zur Buße zu leiten, die ich Undankba rer aber so oft gering geschäßet und wohl gar mißbraucht und verachtet habe. O Herr Jesu! der du dein heiliges Blut am Stamme des Kreuzes um meiner Sünden willen vergossen hast, laß mich aus dieser theueren Erlösung lebendig erkennen, wie schwer die Schuld meiner Sünden sei, da es dich so viel gekostet hat, sie zu bezahlen, auf daß ich so mühselig und beladen zu dir tommen möge, daß ich deiner Erquickung fähig und dein heiliges Blut und theures Leiden an mir nicht verloren fei. O heiliger Geift, der du dein Gnadenwerk in der Seele mit einer kräftigen Ueberzeugung von der Sünde anfängt, erleuchte auch mein Herz, daß ich das große Elend desselben aufrichtig erkenne, meine Sünden herzlich bereue und so zu Jesu, meinem Erlöser, in wahrem Glauben flehe, daß er auch mir zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung gemacht werde. Erhöre mich, o Gott, der du nicht wilst den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Amen. Gebet um Vergebung der Sünden. err! du haft liebreich gesprochen: Wer zu mir kommt, Verheißung komme ich zu dir und glaube fest, ich werde nicht hinaus gestoßen werden. Ich komme aber als ein Mühseliger und Beladener. Es drücket und beschwert mich der Sünden Last. Ach, Vater! vor dir habe ich gesündiget und bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße. Wie oft habe ich dich beleidiget! Wie unvollkommen ist die Beobachtung meiner 20 Gebet vor dem Genusse des heil. Abendmahls. meiner Pflicht bisher gewesen! Wie oft habe ich deinem heiligen und guten Willen entgegen gehandelt! wie oft in Gedanken, Worten und Werken, auch noch unwissents lich gesündigt und wie wenig geneigt und tüchtig bin ich von Natur zu allem geistlichen Guten! Ich erkenne, daß ich durch mich selbst deiner Gnade und der Verge bung meiner Sünden gänzlich unwürdig bin. Aber, o Gott! der du auch gegen den Undankbaren barmherzig bist und ihm gern alle seine Uebertretungen vergibst, wenn er mit bußfertigem und gläubigem Herzen in Christo deine Gnade sucht, siehe auch meine ausrichtige Reue und Betrübniß mit väterlichem Erbarmen an und sei auch mir um Jesu Christi willen gnädig! Ich seße, in völliger Ueberzeugung von meiner Unwürdigkeit und Ver werflichkeit, allein auf deine freie Erbarmung in Chriflo Jesu, welche den Sünder ohne sein Verdienst gerecht spricht, mein inniges und ganzes Vertrauen und habe keine andere Gerechtigkeit, als die durch den Glauben an Jesum Christum kommt. Vergib mir um seines theuren Leidens und um deiner erbarmungsvollen Güte willen alle meine Sünden und befestige meinen guten Vorsaß, dir fünftig mit mehr Treue und Sorgfalt gehorsam zu sein. Erleuchte meinen Verstand, deinen Willen zu erkennen und heilige meinen Willen, nach dei nem Wohlgefallen zu thun, damit ich in deiner Gnade bleiben und dadurch endlich zum Genuß der vollkommensten Güter gelangen möge. Erhöre mein demüthiges Gebet nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi, meines theuersten Erlösers, willen! Amen. Gebet vor dem Genusse des heil. Abendmahls. öttlicher Erlöser! Herr Jesu! du hast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setztest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein und du läsfest mich noch jezt zu dieser Gnadentafel einladen, wo ich deines für mich geopferten Leibes und deines für mich vergossenen Blutes, der Siegel und Unters pfänder meines Heils, theilhaftig werden soll. Wie glücklich Gebet vor dem Genusfe des heil. Abendmahls. 21 lich bin ich. o Herr! daß ich dich, den einigen und volltommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herin und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen und zu deinen Erlösten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie troftlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade sein! Wie uner träglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Anblick des Todes und des Graves sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Jo, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquickt, alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke beiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir darum dein Gedächtniß sein! Würde ich nicht der Undankbaiste, der Nieders trächtigste unter den Sterblichen sein, wenn ich deiner ver gäße, wenn ich mit Kaltsinn und Gleichgültigkeit an dich gedächte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren! Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen. Ich komme als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbietest und das große Heil, das du geſtiftet haft. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feier lich zu danken, mich dir zum Eigenthum hinzugeben und den heiligen Vorsaß zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit den Gläubigen zu unterhalten und mich auf's neue zu einer aufrichtigen Liebe gegen sie zu verpflichten. O Herr! laß mein Vorhaben gesegnet sein. Gib nicht zu, daß ich bloß mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist und laß den Gedanken, daß du Herz und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß 22 Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so beden. ken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket und ich auf das träftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Erhöre mich, mein Heiland! um ewigen Liebe willen! Amen." Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Hütiger Gott und Bater! ich preise dich, daß du auch mich fündhaften Menschen nicht verworfen, sondern deinen Sohn, Jesum Christum, auch zu meinem Mittler und Seligmacher verordnet hast. Wenn ich seinem götte lichen Worte glaube und danach lebe, so bin ich gewiß mit dir versöhnt, völlig von dir begnadigt. Deffen tröste ich mich mit freudigem Vertrauen durch das heilige Abendmahl meines Erlöjers, Jesu Christi, durch welches ich jezo die Versicherung davon empfangen habe, da ich mir in meinem Gewissen bewußt bin, daß ich alle Vergehungen und Fehltritte meines bisherigen Lebens schmerzlich vor dir bereue und den aufrichtigen Vorfaß der Beffe rung bei mir hege. Ach! wie soll ich dir für deine une verdiente Barmherzigkeit genugfsam danken! Nimm das schwache Lobopfer meines gerübrten Herzens gnädig an, bis mein fünftiges Leben beweiset, daß ich ganz von det ner Vaterhuld durchdrungen bin. Ich will deine Gnade nicht vergeblich empfahen. Sie soll einen bleibenden Eindruck auf mein Gemüth machen, meine Gesinnungen re gieren und meinen Wandel leiten. Herr! segne den Genuß des heiligen Abendmahls so an meiner Seele, daß ich dadurch kräftig angetrieben werde, der Sünde zu widerstehen und mich aller christlichen Tugenden zu befleißigen. Und da ich jetzt den redlichen Vorfaz, mich deis nem Dienfte nach Jesu Lehre zu widmen, an seiner Gnadentafel erneuert habe, so bitte ich in Demuth: Hilf du selbst, der du alles Gute in uns schaffest, mir ihn treulich vollbringen Laß mich durch das Andenken des Todes deis nes Sohnes die Sünde in mir tödten, damit, solange ich noch in der Welt lebe, ich im Glauben an diesen deinen Sohn lebe, der auch mich geliebet und sich selbst für mich gege 93 Gebet in Noth und Trübsat. gegeben hat. Gib mir Kraft, dich auch in den Trübfalen dieses Lebens mit Geduld und Vertrauen zu ehren und im Leben, Leiden und Sterben meine künftige Verherrlichung bei dir in völliger Gewißheit zu hoffen, bis ich endlich zu deiner vollkommenen Anbetung und zu der himmlischen Gemeinschaft mit dir in der Ewigfeit gelange, wozu mich dein Sohn, mein theuerster Heiland, erlöset hat! Erhöre mich Gott, mein versöhnter Vater, um deiner Barmherzigkeit willen! Amen. * * * * * * * mein Heiland, du hast mich abermals in dem Genuß deines heiligen Abendmahls auf das kräftigste versichert, daß du auch für mich deinen heiligen Leib in den Tod gegeben und dein theures Blut vergessen hast. Durch dich habe ich Friede mit Gott und einen freien Zutritt zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Jch will dich ewig lieben; denn du hast mich zuerst, du hast mich bis in den Tod geliebet. Du bist für mich gestorben. Du hast dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der deinige sein, Dir will ich leben, dir will ich ster= ben! Dir sei mein Leib und meine Seele, dir set mein ganzes Leben heilig. Dich zu kennen, dich zu lieben, bir zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, um mich zu deiner nähe ren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen: dieß soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäft, meine ganze Seligkeit sein. Stärke mich, o Herr! in diesem heiligen Vorsage und erhalte mich in deiner Treue bis an mein Ende! Amen. Gebet in Noth und Trübsal. Großer und heiliger Gott, der du die ganze Welt mit höchster Weisheit regiereft, ich glaube an deine allgemeine Vorsehung; ich glaube von Herzen, daß Alles, was mich und 24 Gebet in Noth und Trübfal. und die Umstände meines Lebens betrifft, durch deine weise, heilige und gütige Veranstaltung so eingerichtet sei, wie es ist, daß mir ohne deinen Willen nichts begegnen kann und beides, mein Glück und mein Unglück, aus deiner Hand kommt. Wie oft, mein Gott! habe ich geſpro: chen: Dein Wille geschehe! Und nun wird mir dein Wille schwer und fast unerträglich. Soll ich denn nun widerrufen, was mein Mund so oft wiederholet hat? Das sei ferne! Viel lieber will ich mich in tiefster Demuth vor dir niederwerfen und deine beilige Regierung verehren. O Herr! du bist gerecht in allen deinen Wegen! Ich bekenne vor deinem Angesichte, daß ich Alles, was ich leide, und noch weit mehr, verdienet habe. Eitel Güte ist es, wenn es nicht gar mit mir aus ist; unverdiente Güte ist es, wenn du mich wegen meiner Sünden mit zeitlichen Pla gen und nicht mit dem ewigen Verderben heiminchest. Gerechter Richter! ich unterwerfe mich deinem Willen. Aber auch in deinem Ernst verehre ich dich als meinen barmherzigen, meinen in Christo Jefu versöhnten Va ter. Ich weiß, daß deine heiligen Absichten allein auf meine wahre Glückseligkeit abzielen. Auch meine gegen wärtige Trübsal soll zu meinem Besten dienen. Sie soll mich die Folgen meiner Vergehungen empfinden lassen; sie soll die Liebe der Welt und ihre Eitelkeit in meinem Herzen vermindern; sie soll mich antreiben, dich, meinen Gott, zu suchen, dich zu lieben, dich zu fürchten, dir zu vertrauen und mein ganzes Leben zu meiner wahren Ses ligkeit nur nach deinem Willen einzurichten. D Herr! laß diese gesegneten Endzwecke an mir erreicht werden, und erfreue mich wieder zur rechten Zeit mit deiner gnädigen Hülfe! Du erhörest, du rettest Alle, die dich in findlichem Vertrauen in der Noth anrufen Du wirst auch mir helfen, wenn meine Stunde kommt. Diese will ich in Demuth und Gelassenheit von deiner Weisheit ers warten. Laß unterdessen deine Kraft in meiner Schwach heit mächtig sein! Unter deinem Schuß, mit Hülfe deiner göttlichen Liebe kann ich Alles ertragen. Ich will auch gern Alles ertragen, alles ausstehen und erdulden, was du mir auflegest. Stärke du nur meine Geduld und meine Hoffnung auf deine gnädige Hülfe. Die Tage meiner Trübsal werden ein Ende haben! Ja, endlich wird Gebet eines Kranken. 25 wird die Stunde erscheinen, die selige Stunde, da all mein Kummer und Schmerz auf einmal verschwinden wird, da ich aus diesen Hütten des Elends in das Land der Freiheit, des Friedens und der. Freude hinübergebn werde. Dann wird meine Trübsal, die zeitlich und leicht ist, eine ewige und über alle Maaßen wichtige Herrlich teit schaffen. Was betrübst du dich denn, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werbe ihm noch danken, ewig banken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist! Amen. Gebet eines Kranken. Herr, allmächtiger Gott! Schöpfer Himmels und der das Leben, die jeden andern Segen gibst, aber auch wieder nimmst, wann es dir gefällt: lehre mich erkennen, daß Alles, was mir begegnet, von deiner Hand kommt, damit ich bei allen Leitungen deiner gnädigen Vorsehung nur auf dich sehen und sie mir zu deiner, als ihres Urhebers, Ehre zu Nußen machen möge. Du hast mich jetzt mit einer Krankheit heimgesucht, von der ich nicht weiß, was sie für Folgen für mich haben kann. Ich nehme indessen meine einzige Zuflucht zu dir und bitte dich um deinen päterlichen Beistand. Erleichtere meine Schmerzen, bes freie mich, wenn es dein heiliger Wille ist, bald wieder bavon; verleihe mir aber vornehmlich die Gnade, daß ich diese Krankheit, wenn sie länger anhalten sollte, nicht nur mit Geduld und Gelassenheit ertragen, sondern sie auch zu meinec Heiligung anwenden möge. Gib, daß ich dadurch gebessert werde, und auf die Absicht, die du bei dieser Züchtigung hast, merke, damit sie auch an mir erreicht werde. Ist sie eine Strafe für meine Sünden, fo laß fie meine Seele kräftig ermuntern, die Sünden, deren ich mich in meinem bisherigen Leben schuldig weiß, zu erkennen, sie aufrichtig zu bereuen und dir künftig in wahrer Heiligkeit und rechtschaffener Gerechtigkeit zu dienen. Laß mich in keiner andern Absicht mein Leben lieben, als dir zu gefallen und meine Seele zu erretten. Wenn ich zu diesem Endzweck leben soll, so schenke mir den Genuß mei18 ner 26 Gebet bei heftiger und anhaltender Krankheit. ner vorigen Gesundheit und Stärke wieder und die Gnade, sie auch alsdann zu diesem Endzweck anzuwenden. Soll aber der Tod das Ende meiner gegenwärtigen Krankheit sein, so gib, daß ich diese Welt als ein rechtichaffener Christ verlassen möge! Gib, daß ich sie verlasse mit ei ner ungeheuchelten Bereuung aller meiner Vergebungen und Sünden, mit einem festen Vertrauen auf meinen göttlichen Erlöser, Jesum Christum, mit einer freudigen Erwartung der mir durch ihn erworbenen ewigen Seligfeit und mit einer willigen Ergebung meiner Seele in deine Hände, als in die freuen Hände meines Schöpfers und barmherzigen himmlischen Vaters! Erhöre mich, o Gott, um Christi willen! Amen. Gebet bei heftiger und anhaltender Krankheit. eiliger, aber auch barmherziger Gott! der du über chest, auch verheißen hast, die zu erretten, welche dich in ihrer Noth anrufen: ich komme jegt, da deine Hand schwer auf mir liegt und deine Pfeile tief in mich ge drungen sind, mit meinem Gebet vor dich und bitte dich demüthig: Versage mir in dieser heftigen und an haltenden Krankheit deine Hülfe und deinen Beistand nicht! Sei mir gnädig, o Gott! denn ich bin schwach; heile mich, denn meine Gebeine sind erschrocken; hilf mir um deiner Güte willen! Siehe an meinen Jammer und laß dir mein Elend zu Herzen gehen! Von dir al lein tann meine Hülfe kommen; wenn du willst, fannst du mir wohl helfen, meine Schmerzen lindern und mich wieder gesund machen. Ich bekenne zwar, daß ich noch weniger leide, als ich verdient habe, und daß ich es deis ner Güte allein zu danken habe, wenn es noch nicht gar aus mit mir ist. Ich weigere mich auch deiner Züchti gung nicht und bin nicht ungeduldig über deine Strafe; denn ich weiß, daß du meine Besserung und Heiligung dabei zur Absicht haft. Indessen wage ich es dennoch, deine Barmherzigkeit anzuflehen, daß du nicht nach mei nen Uebertretungen und Sünden, sondern nach deiner großen Güte mit mir handeln und mich nicht in deinem Borne, sondern mit Maaße züchtigen wolleft. Befreie mich Gebet nach Genesung von einer Krankheit. 27 mich, wenn es beiner Weisheit gemäß ist, bald wieder von allen meinen Schmerzen, die ich jetzt so empfindlich leide. Segne diejenigen Mittel, welche ich in dieser Absicht gebrauche. In Allem aber, was du auch über mich beschloffen hast, gib, daß ich mich deinem heiligen und weisen Willen mit einer gänzlichen Ergebung in denselben und mit einem völligen Vertrauen, daß du, Herr, Alles wohl mit mir machen werdest, unterwerfe. Erhalte mir den Glauben an deine Alles regierende Vorsehung und laß auch diese schmerzliche Krankheit dazu dienen, mich in demselben zu stärken! Gib, daß ich auch in dieser Anfechtung bewährt vor dir möge erfunden werden, damit ich die Krone des Lebens empfahe, die du verheißen haft denen, die dich lieb haben! Gewähre mir meine demüthige Bitte: ich flehe darum um Jesu Chrifti, meines Heilandes, willen! Amen. Gebet nach der Genesung von einer Krankheit. Gott, von unendlicher Erbarmung, der du gnädig bist Allen, die auf dich trauen! auch ich weiß es jetzt aus eigener Erfahrung, daß du mit deiner Hülfe nahe bist denen, die dich mit Ernst darum anrufen; denn da ich in meiner Noth zu dir rief, da erhörtest du mich und halfest mir wieder von meiner Krankheit, so daß ich dich jeßt mit fröhlichem Herzen dafür preifen kann. Lobe denn, meine Seele, den Herrn und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der mein Leben vom Tode errettet und mich frönet mit Gnade und Barmherzigkeit! O daß mein Herz durch diese neue Wohlthat so gerührt würde, daß ich eš nie wieder wagte, eine so außerordentliche Güte zu mißbrauchen, sondern jeden Tag, den du, Gott, zu meinem Leben hinzuthuft, zu einer treuen Beobachtung deiner Gesetze und zu deiner Verherrlichung anwendete! Ich bin nun wieder genesen. Möchte ich mich doch auch von nun an fleißig hüten, daß ich nicht wider dich sündige, damit mir nicht noch etwas Nergeres widerfahre! Laß die öftere Erinnerung an die Umstände, in welchen ich mich befunden habe, einen so starken Eindruck auf mein Gemüth machen, daß ich Alles basjenige sorgfäl tig vermeide, was mich von neuem auf das Krankenbett 52 werfen, 28 Gebet eines Sterbenden. werfen und in Gefahr des Todes bringen könnte. Gib, daß ich in Erfüllung aller meiner Pflichten emsig und treu sei und mit allem Ernst für meine Seele sorge. Du schenkest mir nun Zeit zur Besserung: gib mir denn auch ein Herz, das sich zu bessern bemüht sei. Lehre mich bedenken, daß ich nicht nur sterben muß, sondern auch plößlich sterben kann, und daß, wenn es nicht diese Krankheit gewesen, es vielleicht eine andere sein wird, die meinem Leben hier auf Erden ein Ende macht, das mit ich bei Zeiten das thue, was ich sterbend wünsche gethan zu haben. Laß keine Sünde über mich herrschen, keine Versuchung mich überwinden, oder mich auf die theueren Pflichten, die ich dir und meinem Erlöser schuldig bin, unachtsam machen. Wirke in mir nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollbringen des Guten nach deinem Wohlgefallen. Mache mich mit jedem Tage zu deinem ewigen himmlischen Reiche geschicker, und wann du mich endlich von dem Leibe dieses Todes erlös sen wirst, so führe meine Seele in das bessere Leben ein, wo kein Schmerz und kein Tod mehr sein wird! Amen. Gebet eines Sterbenden. Gnädiger und barmherziger Gott! da es dir, als dem Herrn über Leben und Tod, gefällig zu sein schei net, mich aus dieser Welt abzufordern, so danke ich dir in der tiefsten Demuth meines Herzens für deine uns zähligen geistlichen und leiblichen Wohlthaten, die du mir in meinem ganzen Leben so väterlich erzeigt haft, und bitte dich inbrünstig, du wollest mich auch bei meis nem Ulebergange in die Ewigkeit nicht verlassen, noch versäumen. Wende dich, o Vater! mit deiner Barmherzigkeit zu mir! Siehe an meinen Jammer und meine Noth und vergib mir alle meine Sünden! Erleichtere mir meine Leiden und verkürze mir die Schmerzen des Todes! Erhalte mich bei dem wahren beständigen Vers trauen auf das blutige Verdienst deines lieben Sohnes, meines göttlichen Mittlers, Jesu Christi! Laß deinen freudigen Geist, den rechten Tröster, in meinem Her zen bleiben, daß er alle Furcht, Bekümmerniß, Ungeduld, Seelenangst und Anfechtung von mir treibe und mir bas Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. 29 das Zeugniß gebe, daß ich um Christi willen in deiner Gnade stehe und vor Nichts erschrecken dürfe! Laß mich mein Leben felig beschließen! In deine Hände befehle ich meinen Geist: du hast ihn erlöset, Herr, du getreuer Gott! Ach, Herr Jesu! auf dich gründet sich mein ganzes Vertrauen. Du wirst mich auch in meiner Todesstunde nicht verlassen. In dir allein habe ich die Ges rechtigkeit gefunden, die vor Gott gilt. Durch dein Blut bin ich rein von allen Sünden und völlig gewiß, daß auch der Tod mich nicht von dir scheiden wird. Hilf mir durch deine Gnade, wenn meine schwache Natur dapor erzittern will, und gib mir Lust, abzuscheiden und bei dir in der Seligkeit zu sein, die du mir so theuer erworben hast. Ach, Gott, heiliger Geift! verlaß mich nicht in dieser leßten Noth. Hilf meiner Schwachheit auf und vertritt mich mit unaussprechlichem Seufzen. Verkläre meinen Heiland in meiner Seele und bringe mich pom Glauben zum Schauen. Dreieiniger Gott! dir befehle ich mich mit Leib und Seele, die du erschaffen, die du erlöset, die du geheiliget hast und die also dir allein zugehören, demüthig und gläubig. Herr! laß mich, dei nen Diener( deine Dienerin) in Frieden fahren; nimm meinen Geist in deine Hände und erwecke und verkläre dereinst auch meinen Leib zum ewigen Leben, wie du verheißen hast. Erhöre mich um Christi willen! Amen. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Barmherziger Gott und Vater! der du den Tod und das Leben in deinen Händen hast! Du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung und Gnade. Darum treten wir auch jetzt in tiefe ster Demuth vor dein heiliges Angesicht und bitten dich für diese frante Person, die in ihrer äußersten Schwachbeit und Noth außer dir, ihrem mächtigen Schöpfer, Niemand hat, der ihr helfen kann. Wir bitten dich in dem Namen Jesu Christi, in wahrem Glauben auf seine theure Verheißung: Set ihr um Christi willen gnädig und barmherzig! Vergib ihr alle begangenen Sünden! Heilige und stärke sie mit der Kraft deines heiligen Geistes! Laß sie nicht über ihr Vermögen versucht wera 53 den, 30 Gebet der Unstehenden für einen Sterbenden. den, sondern laß auch diese ihre legten Leiden ein gnädiges Ende gewinnen! Sei du durch deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig! Lindre und verkürze ihre Angst und Schmerzen! Eröste sie, du kräftiger Tröster! Hilf ihr, du starker Nothhelfer! Beruhige ihre Seele und erquicke sie mit der gewissen Hoffnung der ewigen Geligkeit. Göttlicher Erlöser, Herr Jeju! wir bitten dich um deiner ewigen Liebe und um deines bitteren Leidens und Sterbens willen: Erbarme dich auch jeßt über dieſe sterbende Person! Wie du sie in ihrem Leben durch die kräftige Wirkung deines Geistes zu dir gezogen und ihr Herz nach dir und deinem Heil gelentet hast, so ziehe nun auch ihre Seele aus der einfallenden Hütte ihres Leibes zu dir, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zur Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja, aus dem Tode in das Leben komme. Wenn ihre Augen finster geworden sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des feligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlosfen sind, daß fie Nichts mehr hören, so erquicke und tröste sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr Mund nicht mehr reden kann, so sei, Herr Jesu, ihr Fürsprecher bei deinem und ihrem Vater und laß auch deinen Geist in ihr mit unaus sprechlichen Seufzern für sie bitten. Nimm, treuer Heiland, nimm ihren Geist, wenn er sich nun vom Leibe scheidet, zu dir auf und laß ihn bei dir einer ewigen und voukommenen Ruhe genießen. Erhöre uns, o Herr! und erfülle unsere demüthige Bitte um deiner allerhöchsten Liebe willen! Amen. Das Das Leiden und Sterben unsers Herrn Jesu Christi, nach den vier Evangelisten. 1. & s war aber nahe das Fest der süßen Brode, das da gern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gekreuziget werde. Da versammelten sich die Hohenpriester und Schrift. gelehrten und die Aeltesten im Volk in dem Palast des Hohenpriesters, der da heißet Kaiphas, und hielten einen Rath, wie sie Jefum mit Lift griffen und tödteten; denn sie fürchteten sich vor dem Volte. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk. 2. Und da nun Jesus war zu Bethanien in dem Hause Simonis, des Aušiäßigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit unverfälschtem und köstlichem Nardenwasser, und sie zerbrach das Glas und gob es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das die Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath! Man könnte das Waffer um mehr, denn um dreihundert Groschen verkauft haben und dasselbige den Armen geben; und sie murrten über sie. Da das Jesus merkete, iprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden! Was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gutes Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, mich aber ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie konnte. Denn daß sie dies Wasser auf meinen Leib gegossen, sie ist zub 4 por Historie vom Leiden Christi. vorgekommen, meinen Leichnam zu salben zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch, wo dieß Eoarge lium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch fagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jest gethan hat. 32 Es war aber gefahren der Satanas in den Judas, genannt Jscharioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe, und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn verrieth, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verrathen. Da sie das hörten, wurden sie froh und boten ihm dreißig Silberlinge, und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. 3. Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte Betrum und Johannem und sprach: Gehet hin in die Stadt, sehet, wenn ihr hinein kommt, wird euch ein Menich begegnen, der trägt einen Wassers frug, folget ihm nach in das Haus, da er hineingeht, und sagt zu dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sa gen: Meine Zeit ist herbei kommen, ich will bei dir die Ostern halten. Wo ist das Gasthaus, darin ich das Ofterlamm effen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend kam er und segte sich zu Tiiche mit den zwölf Aposteln. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, das Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon effen werde, bis daß erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, bankete und sprach: Nehmet densel Historie vom Leiden Christi. 33 denselben und theilet ihn unter euch: denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstockts, bis das Reich Gottes komme, bis an den Tag, da ichs neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reiche. 4. Und indem sie aßen, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jesus das Brod, dankete und brachs und gabs den Jüngern und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, sol ches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket Alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für Viele vergoffen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Und sie tranken alle daraus. 5. Vor dem Feste aber der Ostern, das ist auf denselbis gen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Jscharioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte Alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Danach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. 65 Da 34 Historie vom Leiden Christi. Da kam er zu Simon Petro, und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jest nicht; du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein; aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. 6. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und seşte sich wieder nieder und sprach aber: mal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr und saget recht dar an; denn ich bins auch. So ich nun, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr euch auch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn jein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wiffet, felig seid ihr, so ihr es thut. Nicht sage ich von euch allen: ich weiß, welche ich erwählet habe, sondern daß die Schrift erfüllet werde: Der mein Brod iffet, der tritt mich mit Füßen. Jest sage ichs euch, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich Jemand senden werde, der nimmt mich auf. Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. 7. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geifte und zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch Historie vom Leiden Christi. 35 euch, Einer verrathen. unter euch, der mit mir iffet, der wird mich Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, sahen sich unter einander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde? und sagten zu ihm einer nach dem andern: Herr, bin ichs? und der andere: bin ichs? Er antwortete und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm be schlossen und geschrieben ist; doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird. Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagsts. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn derselbige lag an der Brust Jesu und sprach zu ihm: Herr wer ists? Jesus antwortete: Der ists, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchete den Bissen ein und gab ihn Juda Simonis Jscharioth. Und nach dem Bissen führ der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Dasselbige aber wußte Niemand über Tische, wozu ers ihm sagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel tätte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns Noth ist aufs Fest; oder. daß er den Armen Etwas gebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus, und es war Nacht. 8. Da aber Judas hinausgegangen war, erhub sich ein Bank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man 5 6 gnädige 36 Historie vom Leiden Christi. gnädige Herrn. Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vors nehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größte? der zu Tische fizet, oder der da dienet? Ist's nicht also, der zu Tische sipet? Ich bin aber mitten unter euch wie ein Diener. Ihr aber seids, die ihr bei mir beharret habt in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reiche und sizen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels. Da sprach Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verfläret, und Gott ist vertläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst und wird ihn bald verklären. Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und, wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hintommen. Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habet. 9. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir dießmal nicht folgen; aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir dießmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen. Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehret, daß er euch möchte sichten wie den Waizen; ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dich dermaleinst bekehrest, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Historie vom Leiden Christi. 37 Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verläugnet hast, daß du mich fennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie feinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche. Wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwerdt; denn ich sage euch: es muß auch das vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerdter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. 10. Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Je sus hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle an mir ärgern. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schaafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie sich auch alle an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr an dir ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal frähet, wirst du mich dreimal verläugnen. Er redete aber noch weiter: Ja, wenn ich mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verläugnen. Desselbigen gleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft baselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Seßet euch hier, auf daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum 5 7 und 38 Historie vom Leiden Christi. und Jakobum und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern und zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hier, wachet mit mir und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. 11. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und knieete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge und sprach: Abba! mein Vater! Es ist dir Alles möglich, überhebe mich dieses Relchs! doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Betro: Simon! schläfst du? Vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andernmal ging er aber hin, betete und sprach: Mein Vater! ist nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke thn denn, so geschehe dein Wille. Und er kam, und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm ant worteten. Und er ließ sie und ging abermal hin und betete zum drittenmal dieselbigen Worte, und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geichehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und er betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. 12. Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit und sprach 844 Historie vom Leiden Christi. 39 ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Siehe, die Stunde ist gekommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände. Stehet auf und laßt uns ge= hen; siehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsbald, da er noch redete, siehe, da kam Judas, der Zwölfen einer. Da er nun zu sich hatte genommen die Schaar und die Schaar der Hohenpriester und Pharisäer, der Aeltesten und Schriftgelehrten, ging er zuvor der Schaar und kommt da hin mit Fackeln, Lampen und Schwerdtern und mit Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich tüssen werde, der isis, den greifet und führet ihn gewiß. Als nun Jefus wußte Alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habs euch gesagt, daß ich es sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet werde, welches er jagte: Ich habe derer keinen verloren, die du mir gegeben hast. 13. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu füssen. Und alsbald trat er zu ihm und sprach: Gegrüßest seist du, Rabbi, und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Juda, verräthst du des Menschen Sohn mit einem Ruß? Da traten sie hins 8u und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da 40 Historie vom Leiden Christi. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerdt drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwerdt und zog es aus und schlug nach des Hohen priesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Und sprach zu Petro: Stecke bein Schwerdt in die Scheide. Denn wer das Schwerdt nimmt, der soll durchs Schwerdt umkommen. Oder meinst du, daß ich nicht könnte meinen Va ter bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legio nen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn. 14. Zu der Stunde sprách Jesus zu den hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Aeltesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seid, als zu einem Mörder, mit Schwerdtern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fahen. Bin ich doch täglich gesessen bei euch und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dieß ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß. Das ist aber Alles geschehen, auf das erfüllet würden die Schriften der Propheten. Da ver ließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn: er aber ließ die Leinwand fahren und floh bloß von ihnen. 15. Die Schaar aber und der Oberhauptmann und die Die ner der Juden nahmen Jesum und banden ihn und führeten ihn auf's ersie zu Hannas, der war Kaiphas Schwäher, welcher des Jahres Hoherpriester war. Es war aber Kaiphas, Historie vom Leiden Christi. 41 Kaiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß Ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, ( das ist zum Fürsten der Priester), dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Aeltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne und ein anderer Jünger bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hoherpriesters Balast. Betrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin, und führete Betrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlfeuer gemacht, danieden mitten im Palast; denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sah Petrum bei dem Lichte, da er sich wärmete. Und sah eben auf ihn und sprach: Und du warst auch mit dem Jesu von Galiläa. Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er läugnete aber vor Allen und sprach: Weib, ich bins nicht; ich kenne sein nicht. Ich weiß auch nicht, was du sagest. 16. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel da alle Juden zusammen kommen, und habe Nichts im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe. Siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, jo beweise es, daß 42 Historie vom Leiden Christi. daß es unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden ge sandt zu dem Hohenpriester Kaiphas. 17. Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verläugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, krähte der Hahn, und eine andere Magd sah ihn und hub abermal an zu sa gen denen, die dabei standen: Dieser war auch mit dem Jesa von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er läugnete abermal und schwur dazu und sprach: Menich, ich bin's nicht und tenne auch den Menschen nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräf tigte es ein Anderer mit denen, die da standen, und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer: deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Befreundeter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andernmal. Und der Herr wandte sich und sah Petrum an. Da gedachte Petrus an die Worte Jesu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal trähet, wirst du mich dreimal verläugnen, und ging hinaus und weinete bitterlich. 18. Die Hohenpriester aber und die Aeltesten und der ganze Rath suchten falsche Zeugnisse wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und fanden feines, wiewohl viel falsche Beugen herzutraten, denn ihre Beugnisse stimmten nicht Historie vom Leiden Christi. 43 nicht überein. Zulest standen auf und traten herzu zween falsche Zeugen und gaben falsch Zeugniß wider ihn und sprachen: Wir haben gehört, daß er sagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen will ich einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihr Zeugniß stimmte noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter ihnen und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille und antwortete Nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermal und sprach zu ihm: Bist du Chrisius, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes? Jesus sprach: Du sagst es, ich bins. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, fett haben wir seine Gotteslästerung gehöret; was dünket euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. 19. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ibn und schlugen ihn ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Chrifte, wer iste, der dich schlug? Und viele andere Lästerungen sagten sie wider ihn. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Aeltesten des Volkes und der ganze Rath und hielten Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hülfen, und führten ihn hinauf vor ihren Rath und sprachen: Bist du Christus? sags uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ichs euch, so glaubet ihr nicht. Frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich dennoch nicht los 44 Historie vom Leiden Christi. los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Jhr fagets; denn ich bins. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir habens selbst gehört aus seinem Munde. 20. Und der ganze Haufe stand auf und band Jesum, führten ihn von Kaiphas vor das Richthaus und über: antwortete ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Da das Judas sah, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Aeltesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen aber: Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon und er hentte sich daselbst und ist mitten entzwei geborsten, und seine Eingeweide ausgeschüttet. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gottes kasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath und kauften um die Sil berlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, eines Töpfers Acker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist tund ges worden Allen, die zu Jerusalem wohneten, also, daß ders ſelbige Acker genennet wird auf ihre Sprache hakeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propbeten Jeremias, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israels, und haben sie gegeben um eines Töpfers Acker, als mir der Herr befohlen hat. 21. Historie vom Seiben Chrifti. 45 21. Die Juden aber gingen nicht in das Richterbaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Ostern effen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringt ihr für eine Klage gegen diesen Menschen? Sie antworteten aber und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Geseß. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen Niemand tödten. Auf daß erfüllt würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. 22. Da fingen an die Hohenpriester und die Weltesten, ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwende und verbeut, den Schoß dem Rat fer zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesum und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder habens dir Andere von mir gesaget? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet: was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt: wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwors tete: du sagst es. Ich bin ein König; ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder heraus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde feine Schuld an ihm. Und da er verklagt wärd von den Hohenpriestern und Meltesten, antwortete er Nichts. Pilatus aber fragte ihn aber 46 Historie vom Leiden Christi. abermals und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen; hörest du nicht? Und er ant wortete ihm nicht auf tein Wort mehr, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte, Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Voll erreget damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hierher. Da aber Pilatus Galiläa hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodes Obrigteit war, überfandte er ihn zu Herodes, welcher in denselben Tagen auch zu Jerufalem war. 23. Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gern gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffete er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte thn Mancherlei. Er antwortete ihm aber Nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit sei nem Hofgesinnte verlachte und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind. 24. Pilatus aber rief die hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende; und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sache keine, der ihr ihn beschuldiget, Herodes auch nicht. Denn ich habe euch zu ihm gesandt, und sehet, man hat Nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei, darum will ich ihn züchtigen und losgeben. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volte einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war übel Historie vom Leiden Christi. 47 übel berüchtigt, nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: IJhr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Oftern. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder Jesum, den König der Juden, den man nennt Christum? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. 25. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du Nichts zu schaffen mit diesem Gerechten, denn ich habe heute Viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Aeltesten überredeten und reizten das Volk, daß sie um Barrabam bitten sollten und Jesum umbrächten. Da antmortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gib uns Barrabam los! Da rief Pilatus abermal zu ihnen und wollte Jesum loslassen, nnd sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, den man Chriftum nennet? Sie schrieen abermals: Kreuzige, freuzige ihn! Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn Ulebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie schrieen noch viel mehr und sprachen: Kreuzige ihn! Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gefreuziget würde, und ihr und der Hohens priester Geschrei nahm überhand. 26. Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die KriegsInechte aber des Landpflegers führten ihn hinein in d'as Richthaus und riefen zusammen die ganze Rotte und zogen 48 Historie vom Leiden Christi. gen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in die rechte Hand und beuchten die Kniee vor ihm und spotteten ihn und fingen an, ihn zu grüßen und sprachen: Gegrüßest seist du, lieber König der Juden. Und schlugen ihm ins Ange sicht und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt und fielen auf die Kniee und beten ihn an. 27. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und sein Purpurkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener saben, schrieen fie und sprachen: Kreuzige, freuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und freuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Geseß, und nach dem Geseze soll er sters ben: denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm feine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu kreuzigen, und macht habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben. Darum, der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde. Von da an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läsfest du dies sen los, fo bist du des Kaisers Freund nicht. Denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Raiser. 28. Da Pilatus das Wort hörete, führte er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die ba hei Bet Historie vom Leiden Christi. 49 set Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern, um die sechste Stunde, und er sprach zu den Juden: Sehet, das ist euer König. Sie schrieen aber: Weg, weg, mit dem! kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König freuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, gedachte er dem Volke genugzuthun und urtheilte, daß ihre Bitte geschähe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten, sehet ihr zu. Dá antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsre Kinder! Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. 29. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater war Alexandri und Ruffi, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es folgte ihm aber ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweinten ihn. Jesu aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn sehet, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! Denn so man das thut am grünen Holze, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführt zween andere Uebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. di 30. Und 50 Historie vom Leiden Christi. 30. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißet auf Hebräisch Golgatha, das ist verbolmetschet: Schädelstätte, und sie gaben ihm Essig und Wein und Myrrhen und Gallen vermischet zu trinken, und da ers schmeckte, wollte er nicht trinken. Und sie freuzigten ihn an der Stätte Golgatha und zween Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten, den an dern zur linken Hand, Jesum aber mitten inne. Und die Schrift ist erfüllet, die da saget: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn freuzigten. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. 31. Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, enthaltend, was man ihm Schuld gab, die Ursache seines Lodes, und setzte sie auf das Kreuz oben zu seinem Haupte. Es war aber darauf geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Uleberschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, da Jeſus gefreuziget ift, war nahe bei der Stadt. Und es war ges schrieben in hebräischer, griechischer u. lateinischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: der Juden König, sondern, daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsfnecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht theilen, sondern darum loosen, weß er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da jaget: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet und haben über meinen Rock das Loos geworfen. Und sie saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stand und sah zu. 32, 3 Historie vom Leiden Christi. 51 32. 63 standen aber bei dem Kreuz Jefu seine Mutter und feiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesu seine Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn. Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Die aber vorübergingen lästerten ihn und schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich! wie fein zerbrichst du den Tempel und bauest ihn in breien Tagen! Hilf dir selber. Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuze. Deßgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und Aeltesten sammt dem Volke und sprachen: Er hat Andern ges holfen und kann sich selbst nicht helfen. Ist er Christus, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, so helfe er sich selber und steige nun vom Kreuz, auf daß wir sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüftet es ihn, denn er hat gesaget: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbige rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gefreuziget waren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selbst. 33. Aber der Uebelthäter einer, die da gekreuzigt waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar sind wir billig darinnen, denn wir empfahen, was unsereThaten werth sind. Dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesu sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. 34. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine FinBerniß über das ganze Land, bis um die neunte Stunde, und € 2 die 52 Historie vom Leiden Christi. die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli! Eli! lama asabthani! Das ist verdolmetschet: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie es hörten, sprachen sie: Er rufet dem Elias. Danach, als Jesus wußte, daß Alles schon vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, sprach er: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß mit Essig und bald lief Einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und hielts ihm dar zum Munde und tränkete ihn und sprach mit den Andern: Halt, laßt sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. Da nun Jesus den Esfig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und abermal rief er laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Borhang im Tempel gerriß in zwei Stücke, von oben an, bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen Vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm wahren und bewahreten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben und was da geschah, erschracken sie sehr und preiseten Gott und sprachen: Wahrlich dieser ist ein frommer Mensch gewesen und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandten von ferne und viele Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget und sahen das Alles, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des kleinen Jacobi und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedät, welche ihm nachgefolget waren, da er in Galiläa war, und gedienet hatten, und viele andere, Historie vom Leiden Christi. 53 andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. 35. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben am Sabbath,( denn desselben Sabbaths- Tag war groß) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und abgenommen würden. Da kamen die Kriegstnechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugs niß ist wahr, und derselbige weiß, daß er die Wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm tein Bein zerbrechen. Und abermals spricht eine andereSchrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. Danach am Abend, dieweil es der Rüfttag war, welcher ist der Vorsabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, ber hatte nicht gewil ligt in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete; denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, der wagets und ging hinein zu Pilato und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als er es erkundigt hatte von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu und befahl, man sollte ihn ihm geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte Myrrhen und Aloe untereinan der, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in reine Leinc 3 wand, 54 Historie vom Leiden Christi. wand und banden ihn in leinene Tücher mit Speze reien, wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget war, ein Garten und im Garten ein neues Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Fels, in welches Niemand je gelegt war; daselbst hin legten sie Jesum um des Rüsttags willen der Juden, weil der Sabbath anbrach und das Grab nahe war. Und wälzten einen Stein vor die Thür des Grabes und gingen da von. Es war aber allda Maria Magdalena und Maria Joses, die fepten sich gegen das Grab, und andere Weiber, die da Jesu auch waren nachgefolget nach Gali läa und beschaueten, wohin und wie sein Leib geleget war. Sie kehrten aber um und bereiteten die Speze reien und Salben; und den Sabbath über waren sie still nach dem Geseg. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämmtlich zu Pilato und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß die ser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zu dem Volke: Er ist auferstanden von den Todten; und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet hin und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin und verwahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein. Epifteln Episteln und Evangelien auf alle Sonntage hohe Feste. und Am I. Sonntage des Advents. Epistel: Röm. 13, v. 11-14. Nieben Brüder, weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, ( sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubs ten,) die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeikommen: io lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Rammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid, sondern ziehet an den Herrn Jesum Chrift und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium: Matth. 21, v. 1-9. Da sie nun nahe bei Jerufalem kamen, gen Betphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt und bald werdet ihr eine Eielin finden ange bunden, und ein Füllen bei ihr, löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch Jemand Etwas wird sagen, fo C4 sprecht: 56 Episteln sprecht: Der Herr bedarf ihr; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber Alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir fanftmüthig und reitet auf einem Efel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Efelin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. Aber viel Volts breitete die Kleider auf den Weg. Die Andern hieben die Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volks aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohn Davids! Gelobet fei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Am II. Sonntage des Advents. Epistel: Röm. 15, v. 4-13. Nieben Brüder, was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei ge sinnet seid unter einander nach Jesu Christo, auf daß ihr einmüthiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, die geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinen Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden mit seinem Volk. Und abermal: Lobet den Herrn alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der aufer stehen und Evangelien. 57 stehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle ench mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium: Lukas 21, v. 25-36. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen geschehen an und Mond und und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten por Furcht und Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jest ausschlagen, so fehet ihrs an ihnen und merket, daß jegt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies Alles sehet angehen, so wisfet, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieß Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es Alles geschehe. Himmel und Erden werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über Alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit und bes tet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem Allem, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Am III. Sonntage des Advents. Epistel: 1. Kor. 4, v. 1-5. Dafür halte uns Jedermann, nämlich für Chrifti Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun sus ¢ 5 chet 58 Episteln chet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl Nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr aber ist's, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird an's Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium: Matth. 11, v. 2-10. ja aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir ei nes Andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr fehet und höret. Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Ausfäßigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert! Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinausge gangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her webet? Oder, was seid ihr hinausgegangen zu sehen Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist's von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Am IV. Sonntage des Advents. Epistel: Philipp. 4, v. 4-7. Nieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit laf fet und Evangelien. 59 set tund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget Nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet mit Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium: Joh. 1, v. 19-28. Ind da die sandten von Jerusalem Briester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und läugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns ges sandt haben, was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jefaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht fennet. Der ist's, der nach mir fommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, baß ich seine Schuhriemen auflöse. Dieß geschah zu Bethabara, jenseits des Jors dans, da Johannes taufete. Am heiligen Christtage. Epistel: Tit. 2, b. 11-14. & ift erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Mens schen und züchtigt uns, daß wir sollen verläugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herra lichkeit C 6 60 Episteln lichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium: Lukas 2, v. 1-14. s begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschäßet würde. Und diese Schaßung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war und Jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißet Bethle: hem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Da vids war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären soute. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Uad der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volt widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Er den, und den Menschen ein Wohlgefallen! Am 61 und Evangelien. Am Tage St. Stephani, des ersten Märtyrers neuen Testaments. Epistel: Ap. Gesch. 6. u. 7. Cap. tephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen Etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner und der Cyrener und der Alexanderer und derer, die aus Cilicia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu wider stehen der Weisheit und dem Geiste, der da redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Weltesten und die Schriftgelehrten und traten herzu und rissen ihn hin und führten ihn vor den Rath und stelleten falsche Beugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Geset. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rath saßen und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel, und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrien aber laut und hielten thre Dhren zu und stürmeten einmüthiglich zu ihm ein, fließen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht. Und als er das gesagt, entschlief er. Evangelium: Matth. 23, v 34-39. er Herr sprach zu den Pharisäern und Schriftgelehrten und Obersten der Juden: Siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und C 7 derfel 62 Episteln derselben werdet ihr etliche tödten und freuzigen und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern. Auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, daß vergoffen ist auf Erden von dem Blut an des gerechten Abels bis auf das Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches Alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödtest die Propheten und steinigest, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Sehet, euer Haus soll euch wüste gelaffen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Am Tage St. Johannis des Apostels und Evangelisten. Epistel: Sirach 15, v. 1-8. ( olches thut Niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer sich an Gottes Wort hält, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfahen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes und wird ihn tränken mit Waffer der Weisheit. Dadurch wird er stark werden, daß er fest stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeinde. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne und mit ewigen Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen Nichts von ihr. Evangelium: Joh. 21, v. 15-24. ja sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lies ber, und Evangelien. 63 ber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andernmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu thm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drit tenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, wandeltest, wohin du wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein Anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus àber wandte sich um und sah den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war und gesagt hatte: Herr, wer ist's, der dich verräth? Da Petrus diesen sah, sprach er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbet nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: Er stirbet nicht; sondern: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dieß ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. Am Sonntage nach dem Christtage. Epistel: Galat. 4, v. 1-7. ch sage aber, solang der Erbe ein Kind ist, so ist unwohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom 64 Episteln vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sabungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, ge boren von einem Weibe und unter das Geseß gethan, auf daß er die, so unter dem Gefeße waren, erlöfete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater. Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium: Lukas 2, v. 32:40. Und fein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, diefer wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen Vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels vom Ges schlechte Affer, die war wohl betaget und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauichaft. Und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries den Herrn und redete von ihm zu Allen, die auf die Erlösung zu Jerufalem warteten. Und da sie Alles vollendet hatten nach dem Gefeße des Herrn, kehreten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geiste, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Am neuen Jahrestage. Epistel: Galat. 3, v. 23.29. wir dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der und Evangelien. 65 der da follte offenbaret werden. Also ist das Gefeßz unfer Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude, noch Grieche, hier ift fein Knecht, noch Freier, hier ist kein Mann, noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Saamen und nach der Verheißung Erben. Evangelium: Lukas 2, v. 21. Und nd da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Am Sonntage nach dem neuen Jahre. Epistel: Tit. 3, b. 4-7. Dª a aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes. Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten; sondern nach seiner Barmherzigkeit macht er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegoffen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch deffelbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. Evangelium: Matth. 2, v. 13-15. Da die Weisen aus Morgenland hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traume und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und flieh in Aegyptenland und bleib allda, bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß 66 Episteln daß Herodos das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich in Aegypten land und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Aegypten habe ich mei nen Sohn gerufen. Am Feste Epiphaniä oder der Erscheinung Christi. Epistel: Jesaias 60, v. 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich und Duntel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium: Matth. 2, v. 1-12. Da a aber Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da tamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrack er und mit ihm das ganze Jerusalem und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschete von ihnen, wo Chriftus und Evangelien. 67 Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so saget mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und thaten ihre Schäße auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenten. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am I. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: Röm. 12, v. 1-6. Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmher ihr eure zum fer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollfommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern, daß er von ihm mäßiglich halte, ein Jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maas des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben: also sind wir Viele Ein Leib in Christo 68 Episteln Chrifto, aber unter einander ist Einer des Andern Glied, und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. vangelium: Lukas 2, v. 42-52. Da Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Aeltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagreise und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fan den sie ihn im Tempel sizen mitten unter den Lehrern daß er ihnen zuhörete und sie fragte. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und sei ner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsegten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich ha ben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und tam gen Nazareth und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am II. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: Röm. 12, v. 6-16. Lieben Brüder! Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat Jemand Weisfagung, so sei fie dem Glauben ähnlich. Hat Jemand ein Amt, fo warte er des Amts. Lehret Jemand, so warte er der Lehre, ermahnet Jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt Je mand, so gebe er einfältiglich. Regieret Jemand, so ſei er sorgfältig. Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Lust. und Evangelien. 69 Luft. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Auge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seit fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübfal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. HerSegnet, die euch verfolgen, segnet und Freuet euch mit den Fröhlichen und weiberget gerne. fluchet nicht. net mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium: Joh. 2, v. 1-11. am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister, und sie brachtens. Als aber der Speisemeister fostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam, die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpft hatten, rufet der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren, du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. bus anos di au sadabg join poilt i d1 9000 Am Und nd 70 Episteln Am III. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: Röm. 12, b. 17-21. Nieben Brüderi Haltet euch nicht selbst für flug. Bergeltet Niemand Böses mit Bösem, fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Jst es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn. Denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt fammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium: Matth. 8, v. 1.13. a Jesus vom Berge herab ging, folgete ihm viel betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus ftreckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich wills thun, sei gereinigt. Und alsbald ward er von seinem Aussag rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sags Nie mand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Beugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchtig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann ant wortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so geht er, und zum andern: Komme her, so kommt er, und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörte,' verwundete er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glau ben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele und Evangelien. 71 Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Jfaat und Jakob im Himmelreich sizen. Aber die Kinder des Reichs werden außge= stoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt haft. Und sein Knecht ward gefund zu derselben Stunde. Am IV. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: Röm. 13, v. 8-10. ( eid Niemand Nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet. Denn wer den Andern liebt, der hat das Gefeß erfüllet. Denn das da gesagt ist: du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüften, und so ein ander Gebot mehr ist: das wird in diesem Worte verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium: Matth. 8, v. 23-27. Jefus ejus trat in das Schiff, und jeine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhob sich ein groß Ungestüm im Meere, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward. Und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist! Am 72 Episteln Am V. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: Kolosser 3, v. 12-17. ( o ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Hei lige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freund. lichkeit, Demuth, Sanftmuth und Geduld. Und vertrage Einer den Andern und vergebet euch unter einander, so Jemand Klage hat wider den Andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber Alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euern Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichs lich wohnen in aller Weisheit. Lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern und singet dem Herrn in eurem Her zen. Und Alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut Alles in dem Namen des Herrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium: Matth. 13, v. 24-30. Cesus legte ihnen ein ander Gleichniß vor und sprach: gu ten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute Ichliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Waizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gefäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es auss gäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Laffet beides mit einander wachsen bis zu der Aernote: und um die Aerndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammlet zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Waizen sammelt mir in meine Scheuern. Am und Evangelien. Am VI. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: 2. Petri 1, v. 16-21. ir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unseres Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott, dem Vater, Chre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm ges schah von der großen Herrlichkeit, dermaßen: Dieß ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das Erste wissen, daß teine Weisfagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. 73 Evangelium: Matth. 17, v. 1-9. Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum, und Jakobum, und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward vers kläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe, da erschien ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete, und sprach zu Jesu: Herr! hier ist gut sein, willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Most eine, und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohl= gefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht, und erschracken sehr. Jefus aber trat zu ihnen, rührete sie an, und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen D aufs Episteln aufhoben, sahen sie Niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dieses Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. 74 Am Sonntage Septuagefimä. Epistel: 1. Kor. 9, b. 24-27 u. 10, v. 1-5. Miffet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges, jene also, daß fie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine un vergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf's Ungewisse. Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet, sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht Andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mofe getauft mit der Wolke, und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trunk getrunken; sie tranfen aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefall en, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Evangelium: Matth. 20, v. 1-16. Jejus kesus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tages lohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sah andere an dem Markt müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg: ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen, und Evangelien. 75 stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gib ihnen den Lohn, und bebe an an den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten tamen, meineten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese legten haben nur Eine Stunde gearbeitet, und du haft sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen legten geben, gleich wie dir. Oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Lezzten die Ersten und die Ersten die Leßten sein. Denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählet. Am Sonntage Sexagesimä. Epistel: 2. Kor. 11, b. 19-33 u. 12, v. 1-9. Lieben ieben Brüder! Ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr klug seid. Jhr vertraget, so euch Jemand zu Knechten macht, so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Jemand tropet, so euch Jemand in's Angesicht streiz chet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Jemand kühn ist,( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch kühn. Sie sind Hebräer, ich auch. Sie sind Ifraeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Samen, ich auch. Sie sind Diener Christi( ich rede thöricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen D 2 gewesen, 76 Episteln gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meers. Ich habe oft gereiset; ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fähr lichkeit unter den falschen Brüdern. In Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Böße, ohne was sich sonst zuträgt, nämlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. 3u Damastus, der Landpfleger des Königs Areta verwahrete die Stadt der Damaster, und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Hän den. Es ist mir ja das Rühmen Nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Jch kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren,( ift er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs auch nicht; Gott weiß es) derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen;( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es.) Er war entzückt in das Paradies und hörete unausspreche liche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich Nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit, und so ich mich rühment wollte, thäte ich darum nicht thöricht; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir Höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl in's Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäuften schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dent Herrn und Evangelien. 77 Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi in mir wohne. Evangelium: Lucä 8, v. 4-15. a nun viel Volks bei einander war, und aus den su eiteten, er burch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus, zu fäen seinen Samen; und indem er säete, fiel Etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und Etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und Etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. Und Etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist gegeben zu wissen das Geheimniß des Reiches Gottes; den Andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen; und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zur Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens und ersticken und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. $ 3 Am Episteln Am Sonntage vor den Fasten, Estomihi. Epistel: 1. Kor. 13, v. 1-13. Lieben Brüder! Wenn ich mit Menschen und mit En gelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnisse und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versette, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich Nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir Nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden. Sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträget Alles, sie glaubet Ales, sie hoffet Alles, sie duldet Alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwert aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war flug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge. Da ich aber ein Mann war, that ich ab, was findisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jegt erkenne ich es stückweise; dann aber werde ichs erkennen, gleichwie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen. 78 Evangelium: Lucä 18, v. 31-43. Jefu esus nahm zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird Alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Prophes ten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden und Evangelien. 79 werden, den Heiden, und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geipeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was da gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und betteltc. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was da wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne angingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aher nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, und folgte ihm nach und preisete Gott. Und alles Volt, das solches sah, lobete Gott. Am I. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Epistel: 2. Kor. 6, v. 1-10. Lieben Brüder, wir ermahnen euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jept ist die angenehme Zeit, jetzt ist ber Tag des Heils. Lasset uns aber Niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsal, in Nöthen, in Nengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufrühren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Reuschheit, in Erfennts niß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes; durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse 64 80 Episteln böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet, als die Traus rigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch Viele reich machen; als die Nichts inne haben und doch Alles haben. Evangelium: Matth. 4, v. 1-11. Dª a ward Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, auf daß er vom Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod wer den. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrie den: Der Mensch lebt nicht vom Brod allein, sondern von einem jeden Worte, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die hei lige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößeft. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das Alles will ich dir geben, so du niederfälst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Am und Evangelien. Am II. Sonntage in der Fasten, Reminiscere. Epistel: 1. Thess. 4, v. 1-7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein Jeglicher unter euch wisse, sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiden, die von Gott Nichts wissen. Und daß Niemand zu weit greife, noch vervors theile seinen Bruder im Handel, denn der Herr ist Rächer über das Alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinig teit, sondern zur Heiligung. 81 Evangelium: Matth. 15, v. 21-28. Und Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein Kananäisch Weib ging aus derselben Grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach. Herr, du Sohn Davids! erbarme dich meiner, meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Hause Israel. Sie tam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. d 5 Am 82 Episteln Am III. Sonntage in der Fasten, Oculi. Epistel: Ephef. 5, v. 1-9. ( o feid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet. Auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Ünreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gözendiener) Cebe hat an dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangelium: Lucä 11, v. 14-29. esus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und da der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste und ein Haus fällt über das andere. Jst denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch. Wenn ein und Evangelien. 83 ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine in Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht, so spricht er: Jch will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er kommt, so findet ers mit Besen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst. Und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weiß im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Am IV. Sonntage in der Fasten, Lätare. Epistel: Galater 4, v. 21-31. aget mir, die ihr unter dem Geseß sein wollt, habt ihr das Gefeß nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten Etwas. Denn das sind die zwei Teslamente, eins von dem Berg Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerufalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser Aller Mutter. Denn es steht geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebiereft, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den $ 6. Mann 84 Episteln Mann hat. Wir aber, liebe Brüder, sind Ifaats nach der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoße die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangelium: Joh. 6, v. 1-15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer, an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus ant wortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein Jeder unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische, aber was ist das unter so viele! Jesus aber sprach: Schaf fet, daß sich das Volk lage Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroden, die überblies ben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkete, daß sie kommen würden und ihn und Evangelien. 85 ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Am V. Sonntage in der Fasten, Judica. Epistel: Ebräer 9, v. 11-15. Shriftus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Ruh gesprenget, heis liget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit: wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, un ser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Teslaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen( die unter dem ersten Testament waren) die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium: Joh. 8, v. 46 59. Jefus resus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Jch habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre, es ist aber Einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. 57 Da 86 Episteln Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. B du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher ges storben ist, und die Propheten sind gestorben; was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre Nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn, und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und haft Abraham ge sehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: Ehe denn Abraham war, bin ich. Da hoben fie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. Am VI. Sonntage in der Fasten, Palmarum. Epistel: Phil. 2, v. 5-11. in Jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechts- Gestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Ge berden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja, bis zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der und Evangelien. 87 der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Baters. Evangelium, siehe am ersten Sonntage des Advents. Matth. 21, v. 9-21. Am heiligen Ostertage. Epistel: 1. Kor. 5, v. 6-8. uer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht in dem alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schaltheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium: Marc. 16, v. 1-18. Und nd da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jacobi und Salome Spe= zerei, auf daß sie kämen und Jesum falbeten. Und sie tamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngs ling zur rechten Hand siten, der hatte ein langes weißes Kleid an, und sie entsetten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entseßet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht 88 Episteln nicht hier. Siehe da die Stälte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläam, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe, denn es war fie Zittern und Entsegen angekommen, und sagten Niemand Nichts, denn sie fürchteten sich. Am Ostermontage. Epistel: Apostelgesch. 10, v. 34-41. Petrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun nicht ansiehet, sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel ges sandt hat und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum,( welcher ist ein Herr über Alles), die durch das ganze jüdische Land geschehen ist und ange gangen in Galilää, nach der Taufe, die Johannes pres digte, wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft, der umher: gezogen ist und hat wohlgethan und gesund gemacht Alle, die vom Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles dessen, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage und ihn laffen offenbar werden, nicht allem Volt, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. Evangelium: Lucä 24, v. 13-35. nd siehe, zwei aus den Jüngern des Herrn gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Je und Evangelien. 89 Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißet Emmahus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und bes fragten sich miteinander, nahete Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unters weges, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gekreuziget. Wir aber hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das Alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche jagen, er lebe. Und Etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt war. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wolle er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische faß, nahm er das Brod, dankete, brachs und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkannten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, fehrten wieder gen Jerusalem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche 90 Episteln welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. Am Osterdienstage. Epistel: Apostelgesch. 13, v. 26-33. Hr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechts das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht kann ten, noch die Stimme der Propheten, welche auf alle Sabbather gelesen werden, haben sie dieselben mit ihren Urtheilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursache des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu tödten. Und als sie Alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferwecket von den Todten, und er ist erschienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf von Ga gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Ze an das Volt. Und wir auch verkündigen euch die B heißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, daß dieselbige Gott uns, ihren Kin dern, erfüllet hat, in dem, daß er Jesum auferwecket hat. Evangelium: Lucä 24, v. 36-47. Da a fie aber davon rebeten, trat er selbst, Jesus, mits ten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschracken eher und fürchteten sich, meines ten, sie jähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken und warum kommen solche Gedanken in eure Herzen? Sehet meine Hände und meine Füße, ich bins selber: fühlet mich und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und da er bas sagte, geigte und Evangelien. 91 zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubeten vor Freuden und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fische und Honigseim, und er nahm es und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß Ales erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mosis, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden. Und er sprach zu ihnen: Also ist's geschrieben, und also mußte Christus leiden und auferstehen von den Todten an dem dritten Tage und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern und anheben zu Jerusalem. Am I. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epistel: 1. Joh. 5, v. 4-10. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist's, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Chris stus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist's, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist, das Wasser und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer. Denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evan Episteln Evangelium: Joh. 20, v. 19-23. Am Im Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigete er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede jei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist, welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. 92 Um II. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini. Epistel: 1. Petri 2, v. 21-25. enn dazu seid ihr berufen. Sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen. Welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schallt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet. Welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben: durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe, aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangelium: Joh. 10, v. 12-16. ch bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läsfet sein Leben für die Schafe; ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber flieht, denn er ist ein Miethling, und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte und erkenne die Meinen und und Evangelien. 93 und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Am III. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel: 1. Petri 2, v. 11-20. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime, enthaltet euch von den fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten. Und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menichen; als die Freien und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ghret den König. Ihr Knechte, seid un terthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist die Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Evangelium: Joh. 16, v. 16-23. Ueb eber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er da saget zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein 94 Episteln ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er faget: über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich ge sagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich Nichts fragen. Am IV. Sonntage nach Ostern, Cantate. Epistel: Jacobi 1, v. 17-21. Au le gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Creaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeg licher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium: Joh. 16, v. 5-15. Nun un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich? Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz und Evangelien. 95 Herz voll Trauerns geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, so will ich ihn euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jeßt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch vertündigen. Derselbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird ers nehmen und euch verkündigen, Alles, was der Vater hat, das ist mein, darum habe ich gesagt: Er wirds von dem meinen nehmen, und euch verkündigen. Am V. Sonntage nach Ostern, Rogate. Epistel: Jacobi 1, b. 22-27. eid aber Thäter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stunde an davon und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesep der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbe wird selig sein in seiner That. So aber sich Jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Baum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst por Gott, dem Vater, ist der, die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt erhalten. Evans Episteln Evangelium: Joh. 16, v. 23-30. Mahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater Etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. 96 Am Tage der Himmelfahrt Christi. Epistel: Apostelgesch. 1, v. 1-11. Die ie erste Nede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von Allem dem, das Jesus anfing, beides, zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln( welche er hatte außerwählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig gezeigt hatte durch mancherlei Erweisungen und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt ge: höret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammengekommen waren, fragten ihn, und fpra und Evangelien. sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: es gebühret euch nicht zu wissen Zeit und Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat. Sondern ihr wers det die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dies ser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium: Marc. 16, v. 14-20. 97 Zuleßt, da die Gilfe zu Tische saßen, offenbarte sich der Herr Unglauben Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden, Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Creatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinten, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sizet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkete mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am VI. Sonntage nach Ostern, Eraudi. Epistel: 1. Petri 4, v. 8-11. seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe, denn 98 Episteln denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gaftfrei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So Jemand rede, daß er es rede, als Gottes Wort. So Jemand ein Amt hat, daß er es thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium: Joh. 15, v. 26-16, v. 4. enn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch Bater, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches wer den sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, ihr daran gedentet, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Am heiligen Pfingstsonntage. Epistel: Ap. Gesch. 2, v. 1-3. Un nd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zertheilet, als wä ren sie feurig, und er seßte sich auf einen Jeglichen uns ter ihnen, und wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürch tige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Him. mel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Mens und Evangelien. 99 ge zusammen und wurden verstürzt; denn es hörete ein Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsepten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Meſopotamia und in Judäa und Kappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Phamphylia, Aegypten und an den Enden der Lybien bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Jud.n und Judengenossen, Kreter und Araber. Wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetten sich aber alle und wurden irre und sprachen Einer zu dem Andern: Was will das werden? Die Andern aber hatten es ihren Spott und sprachen: Sie sind voll füßen Weins. Evangelium: Joh. 14, v. 23.31. B er mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der= felbige wird es euch Alles lehren und euch erinnern Alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Bater; denn der Vater ist größer, denn ich, und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht mehr viel von euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. € 2 Am Episteln Am Pfingst montage. Epistel: Apost. Gesch. 10, v. 42-48. er Herr hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen Ale, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf Alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entfepten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfahen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium: Joh. 3, v. 16-21. ejus liebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte, sons dern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der haffet das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrs heit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke of fenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. 100 Am und Evangelien. Am Pfingstdien stage. Epistel: Apost. Gesch. 8, v. 14-17. Da aber die Apostel höreten zu Jeruſalem, daß Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannem, welche, da sie hinab kamen, beteten sie über sie, daß sie den heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein getauft in dem Namen Christo Jesu. Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen Geist. 101 Evangelium: Joh. 10, v. 1-11. Jefus ejus sprach zu den Juden: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Thüre hinein gehet in den Schafstall, sondern steiget anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder. Der aber zur Thüre hinein gehet, der ist ein Hirte der Schafe. Demselben thut der Thürhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme, und er rufet seine Schafe mit Namen und führet ſie aus. Und wenn er seine Schafe hat ausgelassen, geht er vor ihnen bin, und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm, denn sie kennen der Fremden Stimme nicht. Diesen Spruch sagte Jesus zu ihnen; sie vernahmen aber nicht, was es war, das er zu ihnen sagte. Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Thür zu den Schafen. Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Mörder gewesen; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorchet. Ich bin die Thür; so Jemand durch mich eingehet, der wird selig werden und wird ein- und ausgehen, und Weide finden. Ein Dieb kommt nicht, denn daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen. e 3 Am. 102 Episteln Am Sonntage Trinitatis. Epistel: Röm. 11, v. 33-36. welch eine Tiefe des Reichthums, beides der Weißheit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Harn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium: Joh. 3, v. 1-15. & s war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand von Neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren worden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand gebo ren werde aus dem Wasser und Geist, so fann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von Neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Saufen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fähret. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: wie mag folches zugehen? Jejus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weiß das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Beugniß nicht an. Glaubet ihr und Evangelien. 103 ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am I. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Joh. 4, v. 16-21. Gott ott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dieß Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebet. Evangelium: Lut. 16, 19-31. & war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thüre voller Schwären und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sah Abraham von ferne e 4 und 104 Episteln und Lazarum in seinem Schooß, rief und sprach: Bater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarum, daß er das Neußerste seines Fingers ins Wasser tauche und tühle meine Zunge, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet und du wirst gepeiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und cuch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: Eo bitte ich dich, Vater, daß du ihn sene dest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham aber sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. Am II. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Joh. 3, v. 13-18. Merwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch bie Welt haffet. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evan und Evangelien. Evangelium: Luf. 14, v. 16-24. Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud Viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zu der Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist Alles bereit. Und sie fingen an Alle nach einander sich zu entschuldigen. Der Erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jept hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum fann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer feiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. 105 Am III. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Petri 5, v. 6-11. o demüthiget euch nun unter bie gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget für euch. Sedi nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel gehet umher wie ein brüllender Löwe und suchet, wel= chen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbes e 5 Episteln vollbereiten, stärken, kräftigen und gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 106 Evangelium: Lut. 15, v. 1-10. &$ s nahten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und iffet mit ihnen. Es sagte aber zu ihnen dieß Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er eins ver lieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so leget er es auf die Achseln mit Freuden. Und wenn er heimfommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und fehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Frende sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Am IV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Röm. 8, v. 18-23 De enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll geoffen baret werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sinte mal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unterworfen hat ef Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werden wird von und Evangelien. 107 von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrDenn wir wissen, lichen Freiheit der Kinder Gottes. daß alle Creatur sehnet sich mit uns und ångstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung. Evangelium: Luk. 6, v. 36-42. arum seid barmherzig, wie auch euer Vater barm. herzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Berdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben, denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge und des Baltens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder! Ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler! ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge und bestehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am V. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Petri 3, v. 3-15. & nblich aber seid allesammt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Bergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; fon= dern dagegen segnet und wisset, daß ihr dazu berufen feib e 6 108 Episteln seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er fuche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet. Das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schäden könnte, so ihr dem Gute nachkommt? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott, den Herrn, in eurem Herzen. Evangelium: Luf, 5, v. 1.11. s begab sich aber, daß sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er land am See Genezareth und sah zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausaetreten und wuschen ihre Neße. Da trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich und lehrete das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahret auf die Höhe und werfet eure Neße aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht ges arbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Neß auswerfen. Und da sie das thaten, beschlos sen sie eine große Menge Fische, und ihr Neß gerrik. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Schiffe voll, also daß sie sans ken. Da das Simon Petrus sah, siel er Jesu zu den Knien und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein fündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken angekommen und Alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten. Deffelbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Bebedai, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Si mon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen und Evangelien. 109 Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande und verließen Alles und folgten ihm nach. Am VI. Sonntage nach Trinitatis: Epistel: Röm. 6, v. 3-11. Wisset ihr nicht, daß Alle, die wir in Jesum Christ getaufet sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Todten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein; dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden; und wissen, daß Christus von den Todten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einemmal; daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid und lebet Gott in Christo Jesu unserem Herrn. Evangelium: Matth. 5, v. 20-26. Den enn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit bes fer, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, fo werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig fein. Ich aber fage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum e 7 wenn 110 Episteln wenn du eine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder Etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und verföhne dich mit deinem Bruder und alsdann komme und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins über antworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir, wahrlich, du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den lezten Heller bezahlest. Am VII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Röm. 6, v. 19-23. I muß menschlich davon reden um der Schwachheit begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit und von ei ner Ungerechtigkeit zu der andern; also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knecht waret, da wa ret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Lod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium: Marc. 8, v. 1-9. zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret nnd haben nichts zu essen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren und Evangelien. 111 waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode und dankete und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselben vorlegten. Und sie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete und hieß dieselben auch vortragen. Sie as sen aber und wurden satt und hoben die übrigen Broden auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten. Und er ließ sie von sich. Am VIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Röm. 8, v. 12-17. sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben, Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müsſen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müsset, sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba! lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium: Matth. 7, v. 15-23. Cehet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte 112 Episteln Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer gewor fen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden Viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr! Herr! haben wir nicht in deinem Namen geweisfaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt: weichet Alle von mir, ihr Uebelthäter. Am IX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Kor. 10, v. 6-13. D as ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüften lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche wurden, als geschrieben stehet: das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleich wie jener Etliche murrten und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnnng, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum wer sich lässet dünken, er siehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evangelium: Luk. 16, v. 1-9. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berichtiget, als hätte er ihm seine Güter und Evangelien. 113 Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten, denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Hausvater sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimm das Amt von mir. Graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amte gefeßet werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Del. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sege dich und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig. Er sprach: Hundert Malter Waizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Am X. Sonntag nach Trinitatis. Epistel: 1. Kor. 12, v. 1-11. den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den slummen Gößen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch fund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geift Gottes redet. Und Niemand tann Jesum einen Herrn heißen ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlet Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket Alles in Allem. Jn einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demselbigen Geist, einem Andern die Von on 114 Episteln die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geift; einem Andern Wunder zu thun; einem Andern Weissagung: einem Andern, Geister zu unterscheiden, einem Andern mancherlet Sprachen: einem Andern die Sprachen auszulegen. Dieß aber Alles wirket derselbige einige Geist, und theilet einem Jeglichen seines zu, nach dem er will. Evangelium: Luf. 19, b. 41-48. Und als er, der Herr Jesus, nahe hinzukam, sah er die Stadt an und weinete über sie und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken, zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dient. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten. Und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt es zur Mördergrube ge macht. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volt trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten. Und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten, denn alles Volk hing ihm an und hörete ihn. Am XI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Kor. 15, v. 1-10. ch erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, nommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, jo ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihrs umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Chris stus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift. Und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift. Und daß er gefehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Dar nach und Evangelien. nach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobo, darnach von allen Aposteln. Am lezten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, geſehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. 115 Evangelium: Luf. 18, v. 9-14. Der Herr fagte zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solch Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser ging hin ab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am XII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 2. Kor. 3, v. 4-11. Sin solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht daß wir tüchtig sind von uns selber, Etwas zu denten, als von uns selber, sondern, daß wir tüchtig sind, ist von Gott. Welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel 116 Episteln Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mofis, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret; wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdamms niß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das bie Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen dieser überschwenglichen Klarheit. Denn jo das Klarheit hatte, das da aufhöret, vielmehr wird das Klarheit haben, daß da bleibet. Evangelium: Marc. 7, v. 31-37. Und nd da der Herr Jesus wieder ausging von den Grän zen Tyrus und Sydon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Gränze der zehn Städte. Und jie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volke besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren und spüßete und rührete seine Zunge, und sah auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephata, das ist: Thue dich auf, und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seine Zunge ward los, und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemanden sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat Alles wohlgemacht, die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Am XIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Galater 3, v. 15-22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden. Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist, und thut auch Nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht: Durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen; durch deinen Samen, welcher ist Christus. Jch sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Chriftum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durchs Gefeß aufhören, welches gegeben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch bas und Evangelien. 117 das Geseß erworben würde, so würde es nicht durch die Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Geset? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von dem Engel, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einzigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? Jst denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Da sci ferne. Wenn aber ein Gefez gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Geset. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium: Luk. 10, b. 23-37. esus wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonsehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwor tet: thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich felbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesu und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinab zog, und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin, und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wun den 118 Episteln den und goß darin Oel und Wein und hob ihn auf sein Thier und führete ihn in die Herberge und pflegte sein. Des andern Tags reisete er und zog heraus zween Groschen und gab sie dem Wirth und sprach zum ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst darthun, will ich birs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefällen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue deßgleichen. Am XIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Gal. 5, v. 16-24. Lieben Brüder, wandelt im Geiſte, so werdet ihr die Lüfte des Denn ge lüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Geset. Offenbar sind aber die Werke des Flei sches, als da sind: Chebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid Zorn, Bant, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Fressen, Saufen, und dergleichen. Von welchen ich euch habe zuvor gefant und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütig feit, Glaube, Sanftmuth, Reuschheit. Wide: folche ist das Gefeß nicht, Welche aber Christo angehören, die freuzis gen ihr Fleisch sammt den Lüften und Begierden. Evangelium: Luk. 17, v. 11-19. 11nd nd es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn ausfäßige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und ses geschah, da sie hin gingen wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er fah, daß er gefund worden war, kehrte er um und preiz fete und Evangelien. 119 sete Gott mit lauter Stimme und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehre und gebe Gott die Ehre, denn dieser Frembling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Am XV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Gal. 5, v. 25, bis 6, v. 10. ( o wir im Geist leben, so laffet uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eiller Ehre geizig sein, uns unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich feid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des Andern Last, so werdet ihr das Gefeß Christi erfüllen. So aber sich Jemand läsfet dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Jeglicher prüfé aber sein Selbstwerk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem Andern. Denn ein Jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ärndten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ärndten. Wer aber auf den Geist jäet, der wird von dem Geist das ewige Leben ärndten. Lasset uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ärndten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium: Matth. 6, v. 24-34. Nie Piemand kann zweien Herren dienen, entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch 120 Episteln euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anzie hen werdet. Jst nicht das Leben mehr, denn die Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an. Sie fäen nicht, sie ärndten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum forget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen, sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als der selben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? Dihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und fagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem Allem trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das Alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches Alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeder Tag seine eigene Plage habe. Am XVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Epheser 3, v. 13 21. Nieben Brüder, darum bitte ich, daß ihr nicht müde wers det um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derohalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe, nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurz zelt und gegründet zu werden: auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches basei die Breite und die Län ge, und Evangelien. 121 ge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel beffer ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun kann über Alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns winket, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium: Luk. 7, v. 11-17. Und nd es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt, mit Namen Nain, ging, und seiner Jünger gingen viele mit ihm und viel Volks. Als er aber nabe an das Stadtthor kam, siebe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sab, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht. Und trat hinzu und rührete den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn feiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an und preifeten Gott, und sprachen: Gs ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden und Gott hat sein Volt heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegenden Länder. Am XVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Epes. 4, v. 1-6. o ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanfts muth, mit Geduld und vertraget Einer den Andern in der Liebe und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater( unser) Aller, der da iſt über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. F Evange Episteln Evangelium: Luf. 14, b. 1-11. und nd es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbath, das Brod zu effen und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus ant wortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharis säern und sprach: Ists auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochs oder Esel in den Brunnen fällt und er nicht alsobald ihn herausziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er jagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkete, wie sie erwählten, oben an zu sißen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei, und so denn kommt, der dich und ihn geladen hat, und sprechezu dir: Weiche diesem, und du müßtest dann mit Scham unten an sizen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und sebe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sizen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöhet werden. 122 Am XVIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Kor. 1, v. 4: 9. ch danke meinem Gott allezeit eurethalben für die daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch fräftig geworden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe und war tet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn und Evangelien. 123 Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium: Matth. 22, v. 34-46. Dª a aber die Pharisäer Eöreten, daß Jesus den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesez: Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe. Das ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragete sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geiste einen Herrn? da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sebe dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antwor ten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am XIX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Ephes. 4, v. 22-28. o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths und ziehet den neuen Menschen an der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, fintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der steh f2 le 124 Episteln le nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evangelium: Matth. 9, v. 1-8. a trat der Herr Jesus in das Schiff und fuhr da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da mun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft, mein Sohn! deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich jelbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das jah, verwunderte es sich und preifete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Am XX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Ephes. 5, v. 15-21. ( o sehet nun zu, wie ihr vorsichtlich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da fei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes. Und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dank allezeit für Alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Evangelium: Matth. 22, v. 1-14. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der ſeinem Sobne fie und Evangelien. 125 sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht kommen. Abermai sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und Alles bereit; kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, Einer auf seinen Acker, der Andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete. ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu befehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Kleid an. Und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappern. Denn Viele sind berufen, aber Wenize sind auserwählet. Am XXI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Ephef. 6, v. 10-17. ulegt meine Brüder, seid start in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihn an dem bösen Tage Widerstand thun und Alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen ge= stie: 126 Episteln stiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Frie dens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr aus: löschen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium: Joh. 4, v. 47.54. Und nd es war ein Königischer, deß Sohn lag frank zu Kapernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinab käme und hülfe seinem Sohn, denn er war todikrant. Und Jesus sprach zn ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus sprach zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebt. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkete der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubete mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläam tam. Am XXII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Phil 1, v. 3.11. ch danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke,( weleuch alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis hierher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Wert, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen tch und Evangelien. 127 als die Denn verlanich das Evangelium verantworte und beträftige, ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen get von Herzensgrunde in Christo Jesu. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Frücten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Evangelium: Matth. 18, v. 23-35. Das as Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit sei= nen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntauſend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und Alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts und ließ ihn los und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging ders selbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mittnechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn Alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalkstnecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest. Soktest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Beinigern, bis daß er bezahlete Alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler. f 4 Am Episteln Am XXIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Philipp. 3, 17-21. Folget Colget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habet zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuz zes Chrifti, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. 128 Evangelium: Matth. 22, v. 15-22. Da a gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie Jesum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger sammt Herodis Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht und fragest nach Niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man der Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus mertete ihre Schaltheit, sprach er: Jhr Heuchler, was ver sucht ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze; und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift: Sie sprachen zu ihm: des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. Am XXIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Kolosser 1, v. 1-24. Derhalben auch wir, von dem Lage an, da wir es ges höret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß sei nes und Evangelien. 129 nes Willens, in allerlei geistiger Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken. Und wachset in der Erkenntniß Gottes und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß und hat uns verseßet in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Evangelium: Matth. 9, v. 18-26. Da a Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jept gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf und folgete ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang ges habt, trat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bet sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wendete sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dieß Gerücht erscholl in dasfelbige ganze Land. Wir ir Am XXV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1 Thess. 4, v. 13-18. wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die Andern, die keine Hoffnung haben. f 5 Denn 130 Episteln Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen, denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium: Matth. 24, v. 15-28. We enn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüjung, davon gesagt ist durch den Propheten Da niel, daß er stehe an der heiligen Stätte,( wer das lieset, der merke darauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist, und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, Etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig. Aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. Go alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, da sollt ihrs nicht glauben. Denn es. werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habs euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus. Siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blis ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Nieder und Evangelien. 131 dergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes. Wo aber ein Aas ist, da jammeln sich die Adler. Am XXVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 2. Theff. 1, v. 3-10. Wir ir sollen Gott tanken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander. Also, daß wir uns euerer rühmen, unter den Gemeinen Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübsalen, die ihr duldet; welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchen ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen. Euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel sammt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unseres Herrn Jesu Christi; welche werden Bein leiden, das ewige Verderben von dem Angesichte des Herrn und von seiner herrlichen Macht: wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit seinen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Evangelium: Matth. 25, v. 31-46. Wer enn aber des Menschen Sohn kommen wird in sei ner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden; und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet; und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Rommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Jch f 6 bin 132 Episteln bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Jch bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Jch bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset? oder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen En geln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket, ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Jch bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder frank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich ich sage euch: was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Am XXVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 2. Petri 3, v. 3-14. Nieben Brüder, wiffet das auf's erste, daß in den letzteu Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eiges nen Lüften wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Bäter entschlafen find und Evangelien. 133 sind, bleibet es Alles, wie es von Anfang der Creatur gewesen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jeßt und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und der Verdammniß der gottlosen Menschen. Eines aber fei euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheißung, wie es Etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß Jemand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Buße befehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerschmelzen, und die Erde, und die Werke die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das Alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Ele= mente vor Hiße zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Evangelium: Matth. 8, v. 23:27. Siehe das Evangelium am VI. Sonntage nach der Erscheinung Christi. S. 71. f7 Episteln und Evangelien an den Aposteltagen und einigen anderen kirchlichen Festen. Am Tage St. Andreä. Epistel: Nöm. 10, v. 8-18. Die ieß ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er ein Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Todten auferwecket hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubet wird nicht zu Schanden werden. Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist aller zumal Ein Herr, reich über Alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glau ben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie Nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen! Aber sie sind nicht alle dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaias spricht: Herr, wer glaubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Pres digt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Jch jage aber: Haben sie es nicht gehöret? Zwar es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall und in alle Welt ihre Worte. Evangelium: Matth. 4, v. 18-22. Als Is nun Jesus an dem Galiläischen Meere ging, sah er zween Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andream, seinen Bruder, die warfen ihre Neze ins Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald verließen sie ihre Nege und folgten ihm nach. Und Episteln und Evangelien. 135 Und da er von dannen fürbaß ging, sah er zween andere Brüder, Jakobum, den Sohn Zebedäi, und Johannem, seinen Bruder im Schiff, mit ihrem Vater Zebe dão, daß sie ihre Nebe flickten, und er rief sie. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater und folgeten ihm nach. Am Tage St. Thomä. Epistel: Ephes. 1,.v. 3-6. Belo elobt sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe. Un hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jesum Chriftum, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. Evangelium: Joh. 20, v. 24-29. homas aber, der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: 63 sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede ſet mit euch! Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite und sei nicht ungläu big, fondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig sind die nicht sehen und doch glauben! Am 136 Episteln Pauli Bekehrung. Epistel: Apostelgesch. 9, v. 1-22. Am Tage aulus aber schraubte noch mit Dräuen und Morden wider die Jünger des Herrn und ging zum Hohens priester und bat ihn um Briefe gegen Damaskus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gegen Jerusalem. Und da er auf dem Wege war und nahe bei Damaskus kam, umleuchtete ihn plößlich ein Licht vom Himmel, und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfol gest du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel zu lecken. Und er sprach mit Bittern und Zagen: Herr, was willst du, daß ich thun soll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in die Stadt, da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarret, denn sie höreten eine Stimme und sahen Niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sah er Niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führeten ihn gen Damatkus, und er war drei Tagenicht sehend und aß nicht und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Damastus, mit Namen Ananias, zu dem sprach der Herr im Gesichte: Anania! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Etehe auf und gehe hin in die Gasse, die da heißet die richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saul mit Namen von Tarsen; denn siehe, er betet und hat gesehen im Gesichte einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hineinkommen und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von Vielen gehöret von diesem Manne, wie viel Ulebels er deinen Heiligen gethan hat zu Jeruz salem; und er hat allhier Macht von den Hohenprie stern, zu binden Alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden und vor den Königen und vor den Kins dern und Evangelien. 137 dern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt,( der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herfamest), daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllet werdest. Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend und stand auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkete sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damaskus. Und alsbald predigte er Chris stum in den Schulen, daß derselbige Gottes Sohn sei. Sie entsepten sich aber alle, die es höreten und sprachen: Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörete Alle, die diesen Namen anrufen, und darum hergekommen, daß er sie gebunden führe zu den Hohenpriestern? Saulus aber ward je mehr träftiger: und trieb die Juden Damaskus wohneten, und bewährte es, daß dieser ist der Chrift. Evangelium: Matth. 19, v. 23-30. Jefus Yesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich fage euch, ein Reicher wird schwerlich ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das seine Jünger höreten, entseßten sie sich sehr und sprachen: Je! wer kann dann selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ists unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben Alles verlassen und sind dir nachgefolget, was wird uns dafür? Jejus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sizen auf zwölf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Jfrael. Und wer verlässet Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kind, oder Necker um meines Namens willen, der wird es hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben. Aber 138 Episteln Aber Viele, die da sind die Ersten, werden die Letten und die Leßten werden die Ersten sein. Am Tage Mariä Reinigung. Epistel: Maleachi 3, v. 1-4. Ziehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen, denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes und wie die Seife der Wäscher. Er wird sit zen und schmelzen und das Wasser reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern wie Gold und Silber; dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit; und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Judä und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Evangelium: Luf. 2, v. 22-32. Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis kamen, brachten sie das Kind Jesum gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn, ( wie denn geschrieben stehet in dem Gesez des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen) und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Geseß dem Herrn: ein paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbige Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israel, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht fehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen, und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Aeltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Geseß, da nahm er ihn auf seine Arme und lobete Gott und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener in und Evangelien. 139 in Frieden fahren, wie du gesagt hast. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Voltes Israel. Am Tage Matthäi. Epistel: Apostelgesch. 1, v. 15-26. Und in den Tagen trat auf Betrus unter die Jünger und sprach( es war aber die Schaar der Namen zu Hause bei hundert und zwanzig): Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gesagt hat der heilige Geist durch den Mund Davids, von Juda, der ein Vorgänger war derer, die Jesum fingen. Denn er war mit uns gezählet und hatte dies Amt mit uns übernommen. Dieser hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn und sich erhenket und ist mitten entzwei geborsten, und alle seine Eingeweide ausgeschüttet. Und es ist kund geworden Allen, die zu Jerusalem wohnen, allso, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache: Hakeldama, das ist, ein Blutacker. Denn es siehet geschrieben im Psalmbuch: Ihre Behausung muß wüste werden, und sei Niemand, der darinnen wohne, und sein Bisthum empfahe ein Anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus- und eingegangen, von der Taufe Johannis an bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Aufer= stehung mit uns werden. Und sie stelleten zween, Joseph, genannt Barsabas, mit dem Zunamen Just, und Matthiam, beteten und sprachen: Herr! Aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du erwählet hast unter diesen zween, daß einer empfange diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort. Und sie warfen das Loos über sie; und das Loos fiel auf Matthiam, und er mard zugeordnet zu den elf Aposteln. Evan 140 Episteln Evangelium: Matth. 11, v. 25-30. preise dich, Vater und Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und klugen verborgen hast, und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und Niemand kennet den Sohn, denn nur der Vater; und Niemand kennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid: ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Am Tage der Verkündigung Mariä. Epistel: Jesaias 7, v. 10-16. Und nd der Herr redete abermals zu Ahas und sprach: Fordere dir ein Zeichen von dem Herrn deinem Gott, es sei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause David: Jas euch zu we nig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwan ger und wird einen Sohn gebären, den wird sie hei Ben Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse, Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses verwerfen und Gu tes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlas sen sein von seinen zween Königen. Evangelinm: Lut. 1, v. 26-38. Und in nd im sechsten Monat ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David, und die Jung und Evangelien. 141. Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßest seist du, Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern. Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seine Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, deß Name sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden. Und Gott, der Herr, wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben. Und er wird ein Fönig sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter und gehet jest im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. Am Tage Philippi und Jakobi. Epistel: Ephef. 2, v. 19-22. Nieben Brüder, so seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Brüder mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jefus Chriftus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget, wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geist. Evangelium: Joh. 14, v. 1-14. esus sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In 142 Episteln In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, wollt ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wieder kommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, daß wisset ihr und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehest, und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an kennet ihr ihn und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Bater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: Solange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werfe auch thun, die ich thue, und wird größere denn diese thun, denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehret werde in dem Sohne. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun. Am Tage Johannis des Täufers. Epistel: Jesaias 40, v. 1-5. euer Gott. mit Jerusalem freundlich und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat; denn ihre Missethat ist vergeben; denn sie hat Zweifältiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thale sollen erhöhet werden und alle Berge und sollen erniedriget werden und was ungleich ist, foll und Evangelien. 143 soll eben, und was höcericht ist, soll schlecht werden. Denn die Herrlichkeit des Herrn soll offenbaret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Evangelium: Lut. 1, v. 57-80. Und nd Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundeten höreten, daß der Herr große Barmherzigfeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich, am achten Tage kamen sie zu beschneiden das Kindlein, und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen? Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan und redete und lobete Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn und diese Geschichte ward Allen ruchbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und Alle, die es höreten, nahmen es zu Herzen und sprachen: Was meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Bacharias ward des heiligen Geistes voll, weissagete und sprach: Gelobet sei der Herr, der Gott Jsrael, denn er hat besuchet und erlöset sein Volk. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause seines Dieners David. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand Aller, die uns hassen; und die Barmherzigkeit erzeiget unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du sei en Weg bereitest und Erkenntniß des Heils gebeft seinem 144 Episteln seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe; auf daß er erscheine denen, die da sizen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs und ward stark im Geist und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. Am Tage Petri und Pauli. Epistel: Apostel- Gesch. 12. v. 1-11. m diefelbige Zeit legte der König Herodes bie Hände an Etliche von der Gemeine, zu peinigen. Er tödtete aber Jakobum, Johannis Bruder, mit dem Schwerdt. Und da er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und fing Betrum auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brode. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängniß und überantwortete ihn vier Vierthei len Kriegsknechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit gwo Ketten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängnisses. Und siehe, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach und schlug Petrum an die Seite und weckte ihn auf und sprach: Stehe behend auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und thue deine Schuhe an. Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich und folge mir nach. Und er ging hinaus und folgete ihm und wußte nicht, daß ihm wahrhaft solches geschähe durch den Engel; sondern es däuchte ihn, er sähe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut und kamen zu der eisernen Thür, welche zur Stadt führet, die that sich ihnen von ihr selber auf. Und traten hinaus und gingen hin eine Gasse lang und alsbald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu sich Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 15 6 17 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 4 10 Red T₁₁ T12 11 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White T 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black