TOTSIALISER Sek MEI R D Gin feste Burg ict anser да 4681 Go Gesangbuch für Evangelische Gemeinden Schlesiens. Nach den Beschlüssen der Provinzial. Synode vom Jahre 1878 mit Genehmigung des Evangelischen Ober- Kirchenraths herausgegeben vom Königlichen Consistorium. 1732 Golf Müller Hoyrumerda Senftenbestridtß 99. CANDIDE ET CAUTE Breslan. Verlag von Wilh. Gottl. Korn. 1879. budounloc 38 96 4681 Univ.- Bibl. Giessen Inhalts Verzeichniß. Erster Abschnitt. Kirchliche Beiten und Handlungen Nr. 1-198. I. Kirchliche Zeiten Nr. 1-162. a. Festlieder Nr. 1-133. 1. Advent Nr. 1-14. 2. Weihnachten Nr. 15-28. 3. Jahresschluß und Neujahr Nr. 29-41. 4. Epiphanias Nr. 42-44. 5. Passion Nr. 45-73. Jesus im Grabe Nr. 74-79. 6. Ostern Nr. 80-99. 7. Himmelfahrt Nr. 100-107. 8. Pfingsten Nr. 108-125. 9. Trinitatis Nr. 126-132. 10. Michaelisfest Nr. 133. b. Lieder für den Sonntags- Gottesdienst Nr. 134 bis 162. II. Kirchliche Handlungen Nr. 163-198. 1. Taufe Nr. 163-166. 2. Confirmation Nr. 167-177. 3. Abendmahl Nr. 178-198. IV Inhalts- Verzeichniß. Zweiter Abschnitt. Der chriftliche Glaube Nr. 199-370. I. Von Gott dem Vater, seinem Wesen und Wirken. Nr. 199-228. II. Von Jesu Christo, Gottes Sohn, seiner Person und seinem Werke Nr. 229-260. 1. Jeſu Würde Nr. 229-242. Ind 2. Jesu Werk Nr. 243-261. a. prophetisches Amt Nr. 244-246. b. hohepriesterliches Amt Nr. 247-255. c. königliches Amt Nr. 256-260. III. Vom heiligen Geist und den Heilswirkungen Nr. 261 bis 370. 1. Von der Heilsordnung Nr. 261-334. a. Buße und Beichte Nr. 261-283. b. Glaube und Rechtfertigung Nr. 284-305. c. Wiedergeburt und Heiligung Nr. 306-334. 2. Von der Kirche Nr 335-370. a Kampf und Sieg der Kirche Nr. 335-355. b. Mission Nr. 356-365. e. Einführung von Dienern der Kirche Nr. 366-368. d. Stircheneinweihung Nr. 369-370. Dritter Abschnitt. Das christliche Leben Nr. 371-559. I. Vertrauen zu Gott und Jesus( Kreuz- und Trostlieder) Nr. 371-413. II. Liebe zu Gott und Jesus( Lob- und Danklieder) Nr. 414-443. Inhalts- Verzeichniß. III. Liebe zum Nächsten Nr. 444-448. IV. Gebetslieder Nr. 449-458. V. Morgen- und Abendlieder, Tischlieder Nr. 459 bis 517.p 1. Morgenlieder Nr. 459-484. Zum Sonntagsmorgen Nr. 479-484. Zum Wochenanfang Nr. 485. 2. Abendlieder Nr. 486-509. Zum Sonntagsabend Nr. 504-507. Zum Wochenschluß Nr. 508-509. 3. Tischlieder Nr. 510-516. Vor dem Essen Nr. 510 bis 512. Nach dem Essen Nr. 513-516. VI. Haus und Beruf Nr. 517-537. 1. Tranung und Ehe Nr. 517-528. Vor der Trauung Nr. 517-520 Nach der Trauung Nr. 521-522. Im Ehestande Nr. 523-526. Beim Kirchgange Nr. 527. Gebet der Eltern Nr. 528. 2. Jugend und Alter Nr. 529-532. 3. Geburtstag Nr. 533. 4. Beruf Nr. 534-536. 5. Abschied Nr. 537. VII. Staat und Obrigkeit Nr. 538-544. 1. Krieg und Frieden Nr. 538-542. 2. Obrigkeit Nr. 543-544. VIII. Die Jahreszeiten Nr. 545-559. 1. Frühling Nr. 545. 2. Sommer und Ernte Nr. 546-557. Vor der Ernte Nr. 548-549. Bei schlechter Witterung Nr. 550. Bei der Ernte Nr. 551-556. Bei sparsamer Ernte Nr. 557. 3. Herbst Nr. 558. 4. Winter Nr. 559. VI Inhalts- Verzeichniß. Vierter Abschnitt. Die lekten Dinge Nr. 560-642. I. Tod und Vergänglichkeit im Allgemeinen Nr. 560 bis 571. II. Lieder für Sterbende Nr. 572-599. III. Lieder beim Tode Angehöriger, Begräbnißlieder Nr. 600-623. Beim Tode der Gattin Nr. 614. Beim Tode von Kindern Nr. 615-623. IV. Auferstehung und ewiges Leben Nr. 624-642. Verzeichniß der Liederdichter, nebst biographischen Angaben über sie, Seite 425. Erster Abschnitt. lle p Kirchliche Zeiten und Handlungen. I. Kirchliche Beiten. a. Festlieder. 1. Advent. jun Mel. Aus meines Herzens Grunde. 1. Auf, auf, ihrReichsgenoffen, Der König kommt heran. Empfangt ihn unverdrossen, Den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, Laßt uns vor allen Dingen Ihm Hosianna singen Mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist gar nah. Hinweg all' Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist zu nennen, Da wir ihn finden können In Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, Der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Noth Mit reichem Trost euch speisen; Er will euch Hilf' erweisen, Ja tödten selbst den Tod. 4. Nun hört, verstockte Sünder! Der König merket d'rauf, Wenn ihr, verlor'ne Kinder, In schnödem Sündenlauf' Auf Arges seid bedacht Und thut es ohne Sorgen, Ihm ist es nicht verborgen, Er hat auf Alles Acht. 5. Seid fromm, ihr Unterthanen, Der König ist gerecht. Laßt uns den Weg ihm bahnen, Er liebt, was recht und schlecht, Meint's auch im Strafen gut. Drum lasset uns die Plagen, Die er uns schickt, ertragen Mit unerschrocknem Muth. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, Der König sorgt für euch. Er will durch sein Erbarmen Euch machen groß und reich. Der über Alles wacht, Der wird auch euch ernähren. Was Menschen nur begehren, Das steht in seiner Macht. 7. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, Der König kommt mit Macht. Uns, seine Herzgeliebten, Hat er schon längst bedacht. Nun wird kein' Angst, noch Pein, Noch Zorn hinfür uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kinder sein. 8. So eilt mit schnellem Schritte, Den König nun zu sehn. Er kommt in eure Mitte Start, herrlich, sanft und schön; Und tretet All' heran, Den Heiland zu begrüßen, 1 Advents- Lieder. 2 Der alles Kreuz versüßen Und uns erlösen kann. 9. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns giebt Durch seine Gnad' und Wort'. OKönig, hocherhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 10. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, Bewaffnet mit des Glaubens Worten Zieht deine Schaar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften Des Lebens neuen Bund zu stiften, Und schlägst in Fessel Sünd' und Tod. 5.0 Herr, von großer Huld und Treue, O komme du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer verſtört! Mel. Ach Jesu, meiner Seelen Freude. 2. Dein König kommt in nie- Noth ist es, daß du selbst hieHüllen Sanftmüthig, auf der Ef'lin Füllen: nieden Kommst, zu erneuen deinen Frieden, Dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden fiegen, Empfang' ihn froh, Jerusalem! Trag' ihm entgegen Friedenszweige, Bestreu' mit Maien seine Steige, So ist's dem Herren angenehm. 2. O mächt'ger Herrscher ohne Heere, Gewalt'ger Kämpfer ohne Speere, O Friedensfürst von großer Macht! Die Macht der Finsterniß erliegen, Und lösch' der Zwietracht Glimmen aus, Daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen Oft wollten dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren; Doch du gewannst ihn ohne Schlacht. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 3. Dein Reich ist nicht von 3. u, deß Zukunft einſt erflehten Tausende in Israel, dieser Erden, Doch alle Erdenreiche werden Dem, das du gründest, unter than. Du bist unter uns getreten, Christus und Immanuel. Wirst selbst doch arm und schwach; Du liebest unvergleichlich, Du gehst den Sündern nach. Drum woll'n wir insgemein Die Stimmen lassen klingen, Dir Hosianna singen Und ewig dankbar sein. Joh. Rift.( 1607-1667). In deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert( 1789-1866). Advents- Lieder. Oder theuren Gnadenzeit! Nun ist Allen Heil bereit, Nun soll keiner hilflos klagen, Keiner hoffnungslos verzagen. 2. Gott sei Dant, nun ist geschehen, Nun aus Gnaden uns gewährt, Was so Viele hier zu sehen Und zu hören einst begehrt. Gottes Rath ist nun enthüllt Und zu unserm Heil erfüllt Jetzt der Väter heiße Bitte: Christus ist in unsrer Mitte! 3. Aber der der Welt erschienen, Wie vom Vater er gesandt, Wandelt mitten unter ihnen Vielen fremd und unbekannt; Unbeachtet läßt man ihn Seinen Weg vorüberziehn; Ruft er, will man ihn nicht hören, Läßt in Sünden sich nicht stören. 4. Und er klopft an manche Pforte, Suchet Eingang hier und dort, Grüßt sie mit holdsel'gem Worte; Doch man weis't ihn schnöde fort. Wer nicht fühlt, was ihm gebricht, Dem gefällt der Helfer nicht; Wer nicht in sein Herz will gehen, Läßt den Heiland draußen stehen. 5. Kennt ihr ihn, der, uns zu retten, Von dem Thron des Vaters kam, Und, damit wir Frieden hätten, Uns're Strafe auf sich nahm? Lebt ihr als sein Eigenthum Ihm zur Freude und zum Ruhm? Seid auch ihr schon angeschrieben Unter denen, die ihn lieben? 6. Ließt ihr ihn das Herz gewinnen, Nahmt auf euch sein sanftes Joch? Ist sein Reich bei euch darinnen, Oder widerstrebt ihr noch? Sagt, wem dient ihr überall: 3 | Christo oder Belial? O singt Christo Hosianna, Er allein hat Lebensmanna. 7. Hosianna, sei willkommen, Heiland, kehre bei uns ein, Du sollst von uns aufgenommen, Herzlich aufgenommen sein. Sieh, zum Einzug öffnen wir Freudig uns're Herzen dir, Komm', o komm', darin zu wohnen, Ja als König d'rin zu thronen. Karl Spitta( 1801-1859). Mel. Nun freu't euch, liebe zc. oder: Es ist das Heil uns kommen her. 4. Gott Lob! ein neues Kirchenjahr Macht uns die große Treue Des ew'gen Gottes offenbar; Und nun will er auf's neue Den alten, hochbeschwornen Bund, Den ewig festen Glaubensgrund Durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr' und Ruhm Dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priesterthum Muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort Die Christenheit und diesen Ort Zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld Des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, Die wir auf uns geladen, Nimmt unsern eig'nen Ruhm dahin; Denn sie bewies den alten Sinn Noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach, Herr, gieb uns den neuen Geist, Und mach' uns durch die Güte, 1* 4 Advents- Lieder. Die sich an uns auf's neu er-| Und was sie geprophezeit, Ist erfüllt in Herrlichkeit. weist, Erneuert im Gemüthe. Den neuen Menschen zieh' uns an, Der dir allein gefallen kann In seinem ganzen Leben. 5. Hiezu erhalt' uns, Herr, dein Wort, 3. Zions Hilf' und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, Christ, der ew'ge Gottesheld, Hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein dursuHeil! Hosianna, o mein Theil! Richte du auch eine Bahn Dir in meinem Herzen an. Sammt Tauf' und Abendmahle, So wandern wir mit Freuden fort 5. Zich', du Ehrenkönig, cin! Es gehöret dir allein; Mach' es, wie du gerne thust, Rein von aller Sündenlust. In diesem dunkeln Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, Laß Kirch' und Schul', Tauf und Altar Uns deine Wege zeigen. 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr' und Leben, Dein Wort, das Gottes Weide heißt, 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Weil ich schwach und blöde bin, Und des Satans Macht und List Wider mich geschäftig ist. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, Der Heerde rein zu geben; Laß alle Hörer Thäter sein, Damit kein heuchlerischer Schein Des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollenden wir Das Kirchenjahr auf Erden; Dabei befehlen wir es dir, Wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im u Streit; Kommt aber einst die Ewigkeit, Dann wird sie triumphiren. Daß ich, aller Aengsten frei, Dir im Glauben mög' fortan Selig bleiben zugethan; 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, Prächtig wiederkommen wirst, Ich dir mög' entgegengehn Und vor dir gerecht bestehn. Heinr. Held( um 1643). Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Davids Sohn Heinrich Hecker( 1699-1743). Mel. Nun tomm', der Heiden Heiland. 5. Gott sei Dant durch alle 6. Kommt in zion eingeHo gezogen. Der sein Wort beständig hält Und der Sünder Trost und hettes Rath Auf, bereitet ihm den Thron, Seßt ihm tausend Ehrenbogen! Streuet Palmen, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann. Zu uns her gesendet hat. 2. Was der alten Väter Schaar Höchster Wunsch und Sehnen war, 2. Hosianna! sei gegrüßt; Komm, wir gehen dir entgegen; 6. Und wie deine Ankunft war Voller Sanftmuth, ohn' Gefahr; Also sei auch jederzeit Deine Sanftmuth mir bereit. Advents- Lieder. Unser Herz ist schon gerüst't, Will sich dir zu Füßen legen. Zieh' zu unsern Thoren ein, Du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite, Alles, was du schaffen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein bestcht. :,: Ich klopfe an!:,: 4. Hosianna! lieber Herr, Wir sind deine Reichsgenossen; Ach, so gieb zu deiner Ehr, Daß wir allzeit unverdrossen Deinem Scepter dienstbar sei'n; Herrsche du in uns allein. 2. Ich klopfe an. Da draußen ist's so kalt In dieser Winterzeit. Vom Frost erstarrt Schläft ringsum Feld und Wald, Die Welt ist eingeschneit, Auch Menschenherzen sind gefroren, 5. Hofianna! tomme bald, Ich stehe vor verschloss'nen ThoLaß uns deine Sanftmuth küssen. So spricht der Herr. Oselig, wer mich kennt Und eilt und öffnet mir! Ich werde Nachtmahl mit ihm halten, Mel. Es ist genug. 7. Ich klopfe an Zum heiligen Advent Und stehe vor der Thür, 5 Ihm Gnade spenden, Licht entfalten ren, Wollte gleich die Knechtsgestalt: Ich klopfe an!:,: 3. Ich klopfe an. Sähst du mir nur einmal In's treue Angesicht, Den Dornenkranz, Deine Majestät verschließen, Nun so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei, Herr, hilf, laß wohlgelingen, Daß wir ohne Heuchelei Dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, Der dir nicht gehorchen kann. Der Nägel blut'ges Mal, O du verwürfst mich nicht! Ich trag' um dich so heiß Verlangen, 7. Hosianna! laß uns hier An den Delberg dich begleiten, Bis wir einstens für und für Dir ein Psalmenlied bereiten. Dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh! 8. Hosianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegncter des Herrn, Warum willst du draußen stehen? Hosianna! bist du da? Ja, du kommst. Halleluja! Benj. Schmold( 1672-1737). Ich bin so lang dich suchen g'gangen :: Ich klopfe an!:,: 4. Ich klopfe an Und bringe nichts denn Heil Und Segen für und für, Zachäus Glück, Marias gutes Theil Beschert' ich gern auch dir; Wie ich den Jüngern einst beschieden In finst'rer Nacht den süßen Frieden - Jch klopfe an!:,: 5. Ich klopfe an. Klopft dir dein Herze mit Bei meiner Stimme Ton? Erschreckt dich denn Der treusten Liebe Tritt Wie fernen Donners Drohn? 6 O hör' auf deines Herzens Pochen, In deiner Brust hat Gott gesprochen Advents- Lieder.. :,: Ich klopfe an!:,: 6. Ich klopfe an. Sprich nicht: es ist der Wind, Er rauscht im dürren Laub; Dein Heiland ist's, Dein Herr, dein Gott, mein Kind, Ostelle dich nicht taub; Jetzt komm' ich noch im sanften Sausen, Doch bald vielleicht im Sturmesbrausen :,: Ich klopfe an!:,: 7. Ich klopfe an. Jetzt bin ich noch dein Gast Und steh vor deiner Thür; Einst, Seele, wenn Du hier kein Haus mehr hast, Dann klopfest du bei mir. Wer hier gethan nach meinem Worte, Dem öffn' ich dort die Friedenspforte :,: Ich flopfe an!:,: - L Karl Gerot( geb. 1815). Läßt der Beherrscher der himmlischen Heere sich schauen! Seht, er empfäht Liebevoll Gruß und Gebet Allerl, die kindlich ihm trauen. 4. Komm' zu den Deinen, o Herr, die dich innig begehren! Feinde noch triffst du genug, die das Herz uns beschweren, Aber dein Blick Scheucht sie allmächtig zurück! Hilf uns, du König der Ehren! 5. Hebe dein Antlig auf deine versöhnte Gemeinde! Treibe hinweg die Verblendung, vernichte die Feinde, Bis wir befreit, Ganz dir zum Dienste bereit, Unserm Erlöser und Freunde! 6. Pflanze die Palmen des Glaubens im Grunde der Seelen, Mel. Lobe den Herren, ben mächtigen ic. Könige, 8. König der Seite mmen! Nicht bei den Engeln erscheinest du, nicht bei den Frommen; Sünder sind's nur, Wo du auf niedriger Spur Huldreich den Einzug genommen. Wo mit den Blüthen sich reifende Früchte vermählen; Frieden und Ruh', Siegende Hoffnung dazu 42 Laß dem Gemüthe nicht fehlen! So 7. Komm! Hosianna! tönt dir's von Orten zu Orten! Komm! Hosianna! Begrüß' uns mit gnädigen Worten! Dort nach dem Lauf Thu' uns in Herrlichkeit auf, Jeju, die himmlischen Pforten! Albert Knapp( 1798-1864). Mel Meinen Jesum lass' ich nicht. 2. Heil uns, das Leben will 9. Komen, bu merthes Lösegeld, Dessen arm in Sanftmuth erscheinen; Herrlichkeit will mit dem Elend sich liebend vereinen! Ehre sei dir! Anders, Herr, würden ja wir Ewiglich nimmer die Deinen. 3. Seliger Anblick: wie mild auf den irdischen Auen alle Heiden hoffen; Romm, o Heiland aller Welt! Thor und Thüren stehen offen: Komm in deiner Gotteszier, Komm, wir warten mit Begier. 2. Beuch auch in mein Herz hinein, O du großer Ehrenkönig, Advents- Lieder. 7 Laß mich deine Wohnung sein!| Die diesen König bei sich hat! Bin ich armer Mensch zu wenig, Ei, so soll mein Reichthum sein, Wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an, Mit des Sieges Balmenzweigen: Soviel ich nur immer kann, Will ich Ehre dir erzeigen Und im Glauben dein Verdienst Mir zueignen mit Gewinnst. Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn', Bringt mit sich lauter Freud' und Wonn': Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spät. 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit, 4. Hosianna! David's Sohn, Ach Herr, hilf, laß wohlgelingen, Laß dein Scepter, Reich und Kron' Die Palmen der Gottseligkeit Uns viel Heil und Segen brin- Steckt auf mit Andacht, Luſt und Freud': gen, Daß in Ewigkeit besteh': Hosianna in der Höh'! Joh. Gottfr. Olearius( 1635-1711). Eigene Melodie. 10. M acht hoch die Thür, die Thore weit!, Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Boll Sanftmuth er sich zu uns fehrt. Das Herz zum Tempel macht bereit! Sein Königstron' ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmherzigkeit. All' unsre Noth zum End' er bringt. Derhalben jauchzat, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland, groß von That! 3. Owohl dem Land, o wohl der Stadt, So kommt der König auch zu euch, Ja Heil und Leben mit zugleich: Gelobet sei mein Gott, Voll Rath, voll That, voll Gnad'. 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ! Mein' Herzensthür dir offen ist; Ach zieh' mit deiner Gnade ein, Dein Freundlichkeit auch uns erschein'! Ein König aller Königreich', Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt. Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer, reich von Rath. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 2. Er ist gerecht, ein Helfer 11. Mit Ernst, o MenſchenDein heil'ger Geist uns führ' und leit' Den Weg zur ew'gen Seligkeit: Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr'. Georg Weissel( 1590-1635). Das Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil der Sünder, Der wunderstarke Held, Den Gott aus Gnad' allein Der Welt zum Licht und Leben Gesendet und gegeben, Bei Allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast. Macht seine Steige richtig; Laßt Alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht. Advents- Lieder. 8 Die Thal' laßt sein erhöhet; Macht niedrig, was hoch stehet, Was frumm ist, gleich und ſchlecht. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, Bei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmuth übet, Mit Angst zu Grunde geht; Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen Bu dieser heil'gen Zeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zieh in mein Herz hinein, Ruh d'rin, wie in der Krippen, So werden Herz und Lippen Dir allzeit dankbar sein. Val. Thilo( 1607-1662). Mel. Aus meines Herzens Grunde. 12. un jauchzet all', ihr ▬ Frommen, In dieser Gnadenzeit, Weil unser Heil ist kommen, Der Herr der Herrlichkeit: Zwar ohne stolze Pracht, Doch mächtig, zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Des Teufels Reich und macht. 2. Er kommt zu uns, den Armen, In tiefer Niedrigkeit Aus herzlichem Erbarmen, Zum Opfertod bereit. Er bringt kein Gut der Erd'; Er will allein erwerben Durch Leiden und durch Sterben Den Schatz, der ewig währt. 3. Kein Scepter, keine Krone Sucht er in dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone Ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Im Leiden hat vollbracht. 4. Ihr Mächtigen auf Erden, Nehmt diesen König an, Wenn ihr wollt selig werden Und gehn die rechte Bahn, Die führt zum Himmelslicht; Sonst, wo ihr ihn verachtet Und nur nach Hoheit trachtet, Trifft euch sein Strafgericht. 5. Ihr Armen und Elenden In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Müßt haben Angst und Leid, Seid dennoch wohlgemuth, Laßt eure Lieder klingen. Dem König zu lobsingen, Der euer höchstes Gut. 6. Er wird nun bald erscheinen In seiner Herrlichkeit Und euer Leid und Weinen Verwandeln ganz in Freud'. Er ist's, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig Und seid stets sein gewärtig: Er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer( 1606-1673). Mel. Valet will ich dir geben. 13. Wie soll ich dich empfangen, Und wie begegn' ich dir? O aller Welt Verlangen, O meiner Seele Zier! O Jesu, Jesu, sebe in a Mir selbst die Fackel bei, Damit, was dich ergöße, Mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. Advents- Lieder. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud'? Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid, Als mir das Reich genommen, Da Fried' und Freude lacht: Da bist du, mein Heil, kommen Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irdisch Reichthum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben Zu mir vom Himmelszelt, Als das geliebte Lieben, Damit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großen Jammers Last, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib' dir in dein Herze, Du hochbetrübtes Heer, Bei denen Gram und Schmerze Sich häufen mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet Die Hilfe vor der Thür: Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet zichen mit eures Armes Macht: Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb' und Lust, All' Angst und Noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sündenschuld: Nein, Jesus will sie decken 9 Mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er kommt, den Sündern Zum Trost und wahren Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib' ihr Erb' und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Dräuen Der Feind' und ihrer Tück'? Der Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, Dem wahrlich alle Feind' Auf Erden viel zu wenig Zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Weltgerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht, Mit Gnad' und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und hol' uns allzumal Zu ew'gem Licht und Wonne In deinen Freudenſaal. Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Sollt' es gleich bisweilen scheinen. 14. 14. 3ions König ist erschienen! Laßt uns ohne Furcht ihm dienen. Sanft und mild kommt er zu euch, Menschen, seht, er wird uns gleich. 2. Naht dem wundervollen Kinde! Es betritt die Welt der Sünde, Nennt sich selbst des Menschen Sohn, Und der Himmel war sein Thron. 3. Fern von Hoheit, Macht C und Größe Trägt er Schwachheit, Armuth, di Blöße, Alle Leiden, jeden Schmerz Theilt mit uns sein liebend Herz. 4. Der nicht hat, sein Haupt zu legen, Geht umher und spendet Segen, 10 Macht der Blinden Augen sehn, Heißt die Todten auferstehn. 5. Das Gesetz mit dunklen, bangen Sagungen hielt uns gefangen, Todtes Bild und Schatten war Tempel, Opfer und Altar. 6. Nun zerreißt die dichte Hülle, Denn er trägt der Gottheit Fülle! Es ward Licht, als er erschien, Gnad' und Wahrheit ward durch ihn. Weihnachts- Lieder. 7. Gottesliebe, Bruderliebe! Ach die seligsten der Triebe, Großmuth, Feinden zu verzeih'n, Flößt er unsern Seelen ein. 15. Auf Mel. Wir Christenleut' zc. uf, schicke dich, Recht feierlich Des Heilands Fest mit Danken 2. Weihnachten. zu begehen! Lieb' ist der Dank, Der Lobgesang, Durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! 3. Er, unser Freund, Mit uns vereint 8. Zu der Erde neigt sich wieder Gott mit Wohlgefallen nieder; Der den Sündern Tod gedräut, Ist nun ganz Barmherzigkeit. 9. Seine Lieb' uns zu verpfänden, Konnt' er etwa Größ'res senden Als den Sohn der Ewigkeit, Zum Erlöser uns geweiht? 10. Und er ist im Fleisch gekommen! Freut euch, Sünder, jauchzt, ihr Frommen! Betet an, lobsingt, nun ist Gott mit uns durch Jesum Christ. Samuel Bürde( 1753-1831). Er wird uns gleich, Um Gottes Reich Und seine Lieb' im Fleisch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil; Er ist das Heil. Thu' täglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, Wer Herr, Herr!" spricht Und doch nicht sucht sein Beiſpiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich In Brüdern dich, Dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken; Der Frommen Herz In ihrem Schmerz Mit Trost erfreu'n und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, Durch den die Welt Und Alles ist im Himmel und auf Erden! Zur Zeit, da wir noch seine Feinde Die Christenheit waren, Preis't dich erfreut, Und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, Weihnachts- Lieder. Und wer ihn sucht, den wird sein| Jhn preise, was durch Jesum Christ Name trösten. Halleluja, Halleluja! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. Aus meines Herzens Grunde. 16. Der er heil'ge Christ ist kommen, Der süße Gottessohn, Deß freu'n sich alle Frommen Im höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, Muß preisen hoch und loben Mit allen Engeln droben Den lieben, heil'gen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, Die lange Nacht ist hin; Die Sünde ist gefangen, Erlöset ist der Sinn. Die Sündenangst ist weg, Und Liebe und Entzücken Bau'n weite Himmelsbrücken Aus jedem schmalsten Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder 11 Im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward: Da sandte Gott von seinem Thron 3. Wenn ich Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. dies Wunder fassen will, Geist vor Ehrfurcht still; So steht mein Er betet an, und er ermißt, Daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt, Nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, Erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir: ,, Ich komu', im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu' ich gern." Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! Verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder In seinen Gnadenschooß; Er will, daß Alle rein Von ihren alten Schulden, Vertrauend seinen Hulden, Geh'n in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, Ihr Kinder fern und nah! Der euch den Vater weiſet, Der heil'ge Christ ist da. Er ruft so freundlich d'rein Mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, Ihr Kinder, kommt herein! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Auf den die Väter hoffend sah'n, Immanuel und Friedefürst, Dich Gott, Messias, bet' ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereineft dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Ernst Moritz Arndt( 1769-1860). Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her. 17. Dies ies ist der Tag, den Und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! Sein werd' in aller Welt gedacht! Du bist es, der das Herz erfreut! Gott gemacht, 12 Weihnachts- Lieder. 9. Durch Eines Sünde fiel| Vielleicht schon in gar kurzer Zeit, die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein Alles ſein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Der in des Vaters Schooße sizzt? 10. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt, Und Erde, die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist! Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 18. Dies ist die Nacht, da mir erschienen Des großen Gottes Freundlichfeit; Das Kind, dem alle Engel dieDein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, Der Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein: Er treibet weg der Hölle Macht, Der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du schen Das Licht der klaren Seligkeit; Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht; Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum Jesu, schöne Weihnachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne Wie ich des Weihnachtsglanzes Und lehre mich die sel'ge Kunst, voll In deinem Lichte wandeln soll. Casp. Nachtenhöfer( 1624-1685). Mel. Lobe den Herren, den 2c. nen, Bringt Licht in meine Dunkelheit, 19. öhe! Der Herr ist Ehre sei Und dieses Welt- und Himmelslicht Weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein! geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren! Lasset uns sein, Seiner Erbarmung uns freu'n! Ist er nicht uns auch geboren? 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis; in Finsterniß irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien; Nächte verschwanden durch ihn, Die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, sich untereinander zu lieben, Folgten der Zwietracht und Bitterkeit schändlichen Trieben. Weihnachts- Lieder. Jesus erschien; Lehrte den Menschenhaß fliehn, Lehrte den Frieden uns lieben. 4. Wahrheit und Tugend entkeimten des Göttlichen Schritten; Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten. Selbst er, ihr Freund, Hatte vielfältig geweint, Lasten getragen, gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben Hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab Stieg er vom Himmel herab, Einst uns zum Himmel zu heben. 6. Seliger Glaube, daß einst meinen Retter ich sehe, Ihn mit den Schaaren Vollendeter ewig erhöhe! Völlig beglückt, Sing' ich dann, himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! 13 Von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, Und führet uns mit sanfter Hand, Ein treuer Hirt, in's Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, Der hohe Freudentag ist da! Lobsinget ihm, Halleluja! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, Hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, Der uns das Lebenslicht gebracht; Nun leuchtet uns ein milder Strahl, Wie Morgenroth im dunkeln Thal. Damit auch wir ihm werden gleich Auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn Uns, seine Brüder, auch hinan, Und wandelt unser Pilgerkleid In Sternenglanz und Herrlichfeit. Eigene Melodie. August Niemeyer( 1754-1827). 21. Es ist ein' Ros' entsprungen 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Engel Lied erklang, Der hohe Freudentag ist da! Ihr Christen, singt: Halleluja! Fr. Adolf Krummacher( 1767-1845). Mel. Vom Himmel hoch, da komm' 2c. Aus einer Wurzel zart, Als uns die Alten fungen, 20. Empor zu Gott, mein Von Jesſe kam die Art, Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel klang, Und hat ein Blümlein bracht Mitten im falten Winter Wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, Davon Jesajas sagt, Hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ew'gem Rath Hat sie ein Kind geboren Wohl zu der halben Nacht. 3. Das Röselein so kleine, Das duftet uns so süß; Mit seinem hellen Scheine 3. Er kam, des Vaters Eben- Vertriebs die Finsterniß. bild, Wahr' Mensch und wahrer Gott! 14 Hilft uns aus allem Leide, Rettet von Sünd' und Tod. Weihnachts- Lieder. 4. O Jesu, bis zum Scheiden Aus diesem Jammerthal Laß dein' Hülf' uns geleiten Hin in der Engel Saal, In deines Vaters Reich, Da wir dich ewig loben; Ach Gott, das uns verleih'! Vers 1-2 altkirchlich( 15. Jahrh.). Gottes Held, Der die Welt Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. 22. fröhlich soll mein Herze Licht und Labsal gönnet. springen Reißt aus allem Jammer, Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute; Gottes Kind, Das verbind't Dieser Zeit, Da vor Freud' Alle Engel singen. Sehet, hier Ist die Thür Hört, hört, wie in vollen Chören zu den wahren Freuden. Laut es schallt, Wiederhallt: Christus ist geboren! Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, 2. Heute geht aus seiner Kam- Da hinfort mer Sich mit unserm Blute. 3. Er nimmt auf sich, was auf Erden Lasset fahren, liebe Brüder, Was cuch quält, Was euch fehlt: Ich bring Alles wieder. 5. Ei, so kommt nur ohn' Verweilen. Und bei Gott Für den Tod Heil und Fried' criverben. 4. Nun liegt er in seiner Krippen, Stellt euch ein, Groß' und Klein'; Laßt zu ihm uns eilen! Liebt den, der vor Liebe brennet, Schaut den Stern, Der uns gern Ruft zu sich Mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, Euch kein Kreuz wird rühren. 7. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, Wer empfind't Seine Sünd Und Gewissensschmerzen, Sei getrost; hier wird gefunden, Der da heilt Unverweilt Wir gethan, Beut sich an, Unser Heil zu werden. Gottes Lamm will für uns ster- Unverrückt mich hangen! ben Auch die tiefsten Wunden. 8. O mein Heil, laß dich umfangen, Laß an dir, Meine Zier, Du bist meines Lebens Leben: Nun kann ich Mich durch dich Wohl zufrieden geben. 9. Ich will dir den Dank bewahren; Ich will dir Leben hier Und mit dir heimfahren. Weihnachts- Lieder. 15 Mit dir will ich endlich schweben| Und in dem Himmel mache reich Voller Freud' Und seinen lieben Engeln gleich. Kyrie eleis. 7. Das hat er Alles uns gethan, Sein' große Lieb' zu zeigen an. Deß freu' sich alle Christenheit Und dank' ihm deß in Ewigkeit. Kyrie eleis. Martin Luther( 1483-1546.) Ohne Zeit Dort im andern Leben. Paul Gerhardt( 1606-1676). Eigene Melodie. 23. elobet jeist du, Jeſu Christ, Daß du Mensch geboren bist Von einer Jungfrau, das ist wahr; Mel. Lobe den Herren, den mächtigen zc. Deß freuet fich der Engel Schaar. 24. Jauchzet, ihr Himmel, Engel, 2. Des ew'gen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krippe find't; In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ew'ge Gut. Kyrie eleis. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Mariens Schooß; Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding' erhält allein. Kyrie eleis. in Chören! Singet dem Herrn, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da, Gott will so freundlich, so nah, Zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden, Friede und Freud' Wird uns verkündiget heut. daFreuet euch, Hirten und Heerden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste geneiget! Sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Sie wird ein Kind. Träget und tilget die Sünd'; Alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! Wer kann dies Geheimniß verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens mun offen zu sehen. 4. Das ew'ge Licht geht herein, Giebt der Welt ein'n neuen Schein; Es leucht't wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrie eleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hier ward Und führt uns aus dem Jammer- Gehet hinein, thal, Macht Erben uns im Himmelsfaal. Kyrie eleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm' Eins mit dem Kinde zu sein, Die ihr zum Vater woll't gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll Erbarmen mir schenken. Sollt' nicht mein Sinn 16 Innigst sich freuen darin Und sich in Demuth versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Du, dem ich wieder mein Herz auch in Liebe verbinde, Du sollst es sein, Den ich erwähle allein; Ewig entfag' ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd' auch in mir nun geboren! Komm' doch, mein Heiland! denn ohne dich bin ich verloren. Wohne in mir, Mache ganz Eins mich mit dir, Der du mich liebend erforen! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb' ich, dich will ich erheben; Laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben! Gieb mir doch bald Völlige Kindesgeſtalt, Um dir allein nur zu leben. Gerh. Tersteegen( 1697-1769). LES 48 mel. Jesu bilf fiegen. Weihnachts- Lieder. 25. Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude, Anfang und Ende, der Heiland ist da; Gottheit und Menschheit vereinten sich beide; Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah! Himmel und Erde erzählt es den Heiden: Jesus ist kommen, die lieblichste Krone. 3. Jesus ist kommen, nun springen die Bande; Stricke des Todes, die reißen entzwei. Er, unser König im Pilgergewande, Weil er der Freie ist, macht er uns frei, Bringet zu Ehren aus Sünd' und aus Schande: Jesus ist kommen, nun springen die Bande. 4. Jesus ist kommen, der starke Erlöser, Bricht dem gewappneten Starken in's Haus; Sprenget des Feindes befestigte Schlösser, Führt die Gefangenen siegend heraus. Fühlst du den Stärkeren, Erbfeind, du Böser? Jesus ist kommen, der starke Erlöser. 5. Jesus ist kommen, die ewige Liebe. Liebe, du bist uns recht nahe verwandt; Liebe, du liebst uns mit feurigem Triebe; Liebe, du bist unser König genannt. O daß mein Alles sich zu dir erhübe! Jesus ist kommen, Grund ewiger Jesus ist kommen, die ewige Freuden. Liebe. 2. Jesus ist kommen, die lieblichste Krone Seines erhabenen Vaters ist hier, Holet sich Sünder und führt sie zum Throne. O welch ein herrliches Rettungspanier! Dantet der Liebe, ergebt euch dem Sohne! 6. Jesus ist kommen, die Sünde zu fühnen. Welt, deine Schuld trägt als Opfer dies Lamm! Sünder, euch ist der Erlöser ers ſchienen, Ja für euch starb er am blutigen Stamm. Weihnachts- Lieder. Tag der Versöhnung, du bist uns erschienen: Jesus ist kommen, die Sünde zu sühnen. 7. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden, Komme, wer dürftet, und trinke, wer will. In einem Krippelein. 3. Er äußert sich all' seiner G'walt, Durch welches Gott aufrichten wollt' Wird niedrig und gering Uud nimmt mun an sich Knechtsgestalt, 17 Holet für euren verderblichen Onun Schaden Gnade aus dieser unendlichen Füll'; Das mag ein Wechsel sein! Wie könnte doch wohl freundlicher Das holde Christkind sein! Hier kann das Herze sich laben und baden: Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden. 8. Heut schließt er wieder auf die Thür Zum schönen Paradeis, Nach Johann Allendorf( 1693-1773). Eigene Melodie. Der Cherub steht nicht mehr dafür: 26. obt Gott, ihr Christen, Gott sei Lob, Ehr' und Preis! Nic. Hermann( geft. 1561). allzugleich In seinem höchsten Thron, Der heut aufschließt sein HimmelDer Schöpfer aller Ding'. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, Ernährt nach Kinderweis', An dem die Engel sehn ihr' Lust, Denn er ist Davids Reis, 5. Das dürrem Stamm entsprießen sollt' In dieser letzten Zeit, Sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderbar: Er wird uns Menschen gleich Und beut uns seine Gottheit dar, Wird arm und macht uns reich reich Eigene Melodie. Und schenkt uns ſeinen Sohn. 27. Pom Himmel hoch, da her, 2. Er kommt aus seines Vaters Schooß Und wird ein Kindlein klein; Er liegt dort elend, nackt und blos 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr: Ich bring' euch gute neue Mähr; Der guten Mähr bring ich so viel, Davon ich singen und sagen will. 2. ,, Euch ist ein Kindlein heut gebor'n, Von einer Jungfrau auserkor'n, Ein Kindelein, so zart und fein, Das soll eu'r Freud' und Wonne sein. 3. ,, Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führ'n aus aller Noth; Er will eu'r Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4. ,, Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott, der Vater, hat bereit't, 2 Weihnachts- Lieder. 18 Daß ihr in seinem Himmelreich Sollt leben seinen Engeln gleich. 5. ,, So merket mun die Zeichen recht, Die Krippe und die Windeln schlecht, Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt." 6. Deß laßt uns Alle fröhlich sein Und mit den Hirten gehn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat bescheert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk' auf, mein Herz, und sich dorthin: Was liegt dort in der Krippe d'rin? Es ist dein Heiland, Jesus Christ, Der für dich Mensch geboren ist. 8. Sei mir willkommen, edler Gast! Den Sünder nicht verschmähet hast Und kommst in's Elend her zu 003 12. Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller Welt Macht, Ehr' und Gut Vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Ach, du herzlieber Jesu mein, Mach dir ein Bette sanft und rein, Bu ruhn in meines Herzens Schrein, Daß nimmer ich vergesse dein! 14. Davon ich allzeit fröhlich fet, Frohlock' und finge immer frei Bu Ehren dir, o Gottessohn, Ein Biegenlied in süßem Ton. 15. Lob, Ehr' sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen ein'gen Sohn; mir; Wie soll ich immer danken dir? Mel. Erschienen ist ber herrlich' Tag. 9. Ach Herr, du Schöpfer aller 28. Mir singen dir, ImDing', Wie bist du worden so gering'! Daß du da liegst im finstern Stall, Als wär's ein hoher Königssaal. 10. Und wär' die Welt vielmal so weit, Von Edelstein und Gold bereit't, So wär' sie dir doch viel zu klein, Deß freuet sich der Engel Schaar Und singet uns solch neues Jahr. Martin Luther( 1483-1546). Zu sein ein enges Wiegelein.. 11. Für Sammt und Seide wähltest du Grob Heu und Windeln dir zur Ruh, Darauf du, König, groß und reich, Nun prangst, als wär's dein Himmelreich. Du Lebensfürst und Gnadenquell, Du Himmelsblum' und Morgenstern, Du Jungfrau'nsohn, Herr aller Herrn! Halleluja. 2. Wir singen dir mit deinem Heer Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr', Daß du, o lang' gewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, Hat manches Herz nach dir gewacht, Weihnachts- Lieder. Auf dich gehofft so lange Jahr Der Väter und Propheten Schaar. Halleluja. 4. Vor andern hat dein hoch begehrt Der Hirt und König deiner Heerd', Der Mann, der dir so wohlgefiel, Wenn er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja. 5. ,, Ach, daß der Herr aus Bion täm' Und unsre Bande von uns nähm'; Ach, daß die Hilfe bräch' herein, So würde Jakob fröhlich sein!" Halleluja. 6. Nun bist du hier, da liegest du, Hält'st in der Krippe deine Ruh, Bist klein und machst doch Alles groß, Du schmückst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du kehrst in fremder Wohnung ein, Und sind doch alle Himmel dein; Du liegst an einer Menschenbrust Und bist doch aller Engel Lust. Halleluja. 8. Du bist der Ursprung aller Freud' Und duldest so viel Herzeleid; Du bist der treue Menschenfreund, Doch sind dir so viel Menschen feind. Halleluja. 9. Ich aber, dein geringster Knecht, Ich sag' es frei und mein' es recht, Ich liebe dich, doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 19 10. Der Will' ist da, die Kraft ist klein; Doch wird dir nicht zuwider sein Mein armes Herz, und was es kann, Wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 11. Darum, so hab' ich guten Muth, Du wirst auch halten mich für gut. O Jesu Christ, dein frommer Sinn Macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 12. Und bin ich gleich der Sünde voll, Hab' ich gelebt nicht, wie ich soll, Du kommst ja doch deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr'. Halleluja. 13. So fass' ich dich nun ohne Scheu, Du machst mich alles Jammers frei, Du trägst den Zorn, erwürgst den Tod, Verkehrst in Freud' all' Angst und Noth. Halleluja. 14. Du bist mein Haupt, hinwiederum Bin ich dein Glied und Eigenthum Und will, so viel dein Geist mir giebt, Stets dienen dir, wie dir's beliebt. Halleluja. 15. Ich will dein Halleluja hier Mit Freuden singen für und für, Und dort in deinem Ehrensaal Soll's schallen ohne Zeit und Zahl: Halleluja! Paul Gerhardt( 1606--1676). 2* 20 Jahresschluß. 3. Jahresschluß und Neujahr. a. Jahresschluß. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. Ich bin nicht werth, noch hier zu 29. Ach wiederum ein Jahr ſein! Zu oft ließ ich mein Herz erkalten, Zu oft verletzt' ich meine Pflicht! Ich darf vor dir nicht Rechnung halten; verschwunden! Ein Jahr, und kommt nicht mehr zurück! Ach so viel theure Gnadenstunden Sind weg, als wie ein Augenblick! Weg meine Tugenden und Sünden! Doch nein, der Richter aller Welt Läßt jegliche mich wieder finden, Wann er vor seinen Thron mich stellt. 2. Gedanken, Worte, Thatenheere, Wie, dürft ihr Gottes Licht nicht scheun? Wenn ich dieß Jahr gestorben wäre Wo würd' jetzt meine Seele sein? Stünd' ich verklärt bei Gottes Kindern? Wär' ich von seiner Lieb' entflammt? Wie, oder hätte mit den Sündern Der Allgerechte mich verdammt? 3. Den Gott, der liebt, wie Väter lieben, Hat ihn mein Undank nie betrübt? Den Gott, der mir so treu geblieben, Hab' ich ihn auch so treu geliebt? Lebt ich für ihn nach seinem Willen, Stets als vor seinem Angesicht? Fromm öffentlich, und fromm im Stillen, Wie kann ich's dir und mir verhehlen? Treu dem Gewissen und der Pflicht? 4. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen Die Sünden dieses Jahres, nein! Ich zittre: geh' nicht ins Gericht! 5. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen Die Gnaden dieses Jahres, nein! Wie kann ich's dir und mir verhehlen? Ich bin nicht werth, mehr hier zu sein! Wo fang ich an? Gott, welche Menge Vom ersten bis zum letzten Tag! Ich weiß, daß, wenn ich Jahre fänge, Ich dir zu danken nicht vermag. 6. Ich flehe dich: ach üb' Erbarmen, Gedenke meiner Sünden nicht Und zeig' dem Reuenden und Armen, Der Gnade sucht, dein Angesicht! Wie freudig will ich dann mein Leben Von nun an deinem Dienste weihn! Wie eifrig will ich mich bestreben, Durch deinen Geist ein Christ zu sein! 7. Ich danke dir für alle Gnaden, Die du dieß Jahr der Welt erzeigt. Ach cile, Herr, die zu entladen, Die noch das Elend niederbeugt! Ja aller, aller Menschen Seelen Will ich, mein Heiland, Jesus Christ, Jahresschluß. rad Aufs neue deiner Huld empfehlen, Weil du doch aller Heiland bist! Caspar Lavater( 1741-1801). Mel. Valet will ich dir geben. ch 30. A wie die Jahre schwinden, bet Und ist wie Rauch entflohn; Die wir zuerst geliebet, Sie gehn zuerst davon. Der Jugend Hoffnungsträume Und all' ihr Lieb' und Glück Zergehn wie Wasserschäume, Und Leid nur bleibt zurück. 3. Wir legen Händ' in Hände, Als wär's für immerdar, Und plößlich ist's am Ende, Wenn es am schönsten war. Es geht Eins nach dem Andern Hinunter in die Ruh, Und über Gräbern wandern Wir unserm Grabe zu. 4. In Sorge, Müh' und Plage, Bei nichtigem Gewinn, Geh'n unsre Lebenstage Wie ein Geschwätz dahin. Bringst du es hoch an Jahren, Was ist es, was du hast? Denn wenn sie köstlich waren, War's Arbeit, müh und Last. 5. Und was uns dann geWie Alles muß vergehn! Was wir auf Erden finden, Deß kann nicht Eins bestehn. Wie schnell ergraut der Scheitel, Wie bald erlahmt die Kraft! Ach wie ist Alles eitel Auf dieser Pilgerschaft! 2. Der Kindheit Glück zerstie- Wer dich im Herzen findet, Der hat, was ewig steht, Wenn alles andre schwindet Und Erd' und Welt vergeht. Victor v. Strauß( geb. 1809). Im Schweiß des Angesicht's, Was wir geschafft, errungen, Es ist ein eitel Nichts. Noch heut gedenkt man dessen, 21 In Eile kommt die Nacht, Und morgen ist's vergessen, Als wär' sein nie gedacht. 6. Bevor wir's werden innen, Ist uns das Ziel gestellt, Da fahren wir von hinnen Und uns vergißt die Welt. Wir kamen und wir schwanden, Und wie wir selber gehn, Wird Alles, was vorhanden, Verschwinden und verwehn. 7. Nur Eins bleibt unverloren, Du, Herr, du alterst nicht; Und wer aus dir geboren Und schaut dein Angesicht, Mel. Herzlich thut mich verlangen. 31. Das Jahr geht ſtill zu Ende, Nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände Leg' ich nun Freud' und Schmerz, Und was dies Jahr umschlossen, Was Gott, der Herr, nur weiß, Die Thränen, die geflossen, Die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, So kurzes Glück nur giebt? Warum denn immer scheiden, Wo wir so sehr geliebt? So manches Aug' gebrochen Und mancher Mund nun stumm, Der erst noch hold gesprochen Du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, Was man so gern vergißt: Daß diese arme Erde Nicht unsre Heimath iſt. Es hat der Herr uns Allen, Die wir auf ihn getauft, In Zions goldnen Hallen Ein Heimathrecht erkauft. Univ.- Bibl. Giessen Jahresschluß. 22 4. Hier gehen wir und streuen Die Thränensaat ins Feld, Dort werden wir uns freuen Im sel'gen Himmelszelt; Wir schnen uns hienieden Dorthin ins Baterhaus, Und wissen's, die geschieden, Die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sich'res Gehen Durch diese Erdenzeit: Nur immer vorwärts sehen Mit sel'ger Freudigkeit; Wird uns durch Grabeshügel Der klare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, Daß sie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten Und mache fest das Herz, Geh' selber uns zur Seiten Mel. Herr, wie du willst, so schick's mit. Und führ uns heimathwärts. 33. Gottlob! ein Schritt zur ist es uns So öde, so allein, O laß in deinem Frieden Uns hier schon felig sein. Eleonore Fürstin Reuß, geb. Gräfin Stolberg( geb. 1835). Mel. Chriftus, der ist mein Leben. 32. Das Jahr ist nun zu Ende, Doch, Herr, dein Lieben nicht; Noch segnen deine Hände, Noch scheint dein Gnadenlicht. 2. Des Glückes Säulen wanken, Der Erde Glut zerstäubt, Selbst alte Freunde schwanken; Doch deine Liebe bleibt. 3. Der Jugend Reiz vergehet, Des Mannes Kraft wird matt; Doch innerlich erstehet, Wer dich zum Freunde hat. 4. Mein Tag ist hingeschwunden, Mein Abend bricht herein; Doch weil ich dich gefunden, So fann ich fröhlich sein. 5. Und ob der Lebensfaden Auch heute noch zerreißt: Du sicherst mich vor Schaden, Denn du bewachst den Geist. 6. Das Dunkel ist gelichtet, Das auf dem Grabe liegt; Das Kreuz ist aufgerichtet, An dem du hast gesiegt. 7. Es heben gleich die Sünden Des alten Jahres sich, Du läsfest Heil verkünden Und wirfst sie hinter dich. 8. Du heilst der Sünden Schaden, Hilfst mir aus der Gefahr Und siehst mich an mit Gnaden Auch in dem neuen Jahr. Christian Bähr( 1795-1846). Ist abermals vollendet; Zu dir im Fortgang dieser Zeit Mein Herz sich sehnlich wendet, O Quell, daraus mein Leben flicht Und alle Gnade sich ergießt Zu meiner Seele Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, Und wird mir fast zu lange, Bis es erscheine, daß ich gar, O Leben, dich umfange, Damit, was sterblich ist an mir, Verschlungen werde ganz in dir Und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht Mein Herz, das du entzündet; Du bist's, mit dem sich mein Gemüth Aus aller Kraft verbindet. Ich leb' in dir, und du in mir, Doch möcht' ich, o mein Heil, zu dir Noch immer näher dringen. Jahresschluß. 4. O daß du selber kämest bald!| Und sei nur unerschrocken; Ich zähl' die Augenblicke; Ach komm', ch mir das Herz erfalt' Laß dich nicht von der rechten Bahn Und sich zum Sterben schicke! Komm' doch in deiner Herrlichfeit; Schau' her, die Lampe steht bereit, Die Lenden sind umgürtet! 5. Doch sei dir ganz anheimgestellt Die rechte Zeit und Stunde, Wiewohl ich weiß, daß dir's gefällt, Wenn ich mit Herz und Munde Dich kommen heiße und darauf Von nun an richte meinen Lauf, Daß ich dir komm' entgegen. 6. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann Von deiner Liebe trennen Und daß ich frei vor jedermann Dich meinen Freund darf nennen, Und, daß du dort, o Lebensfürst, Dich ganz mit mir vereinen wirst Und mir dein Erbe schenken. 7. Drum preis' ich dich aus Dankbarkeit, Daß sich das Jahr geendet, Und also auch von dieser Zeit Ein neuer Schritt vollendet; Ach führ' mich eilig weiter fort, Bis ich gelange an die Pfort' Jerusalems dort oben. 8. Wenn auch die Hände lässig find 28 Und meine Knice wanken, So biet' mir deine Hand geschwind Und halt mich in den Schranken Des Glaubens, daß in dir mein Herz Sich stärke, und ich himmelwärts Ohn' Unterlaß aufsteige. 9. Geh, Seele, frisch im Glauben d'ran Die Lust der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam däucht, So eile, wie ein Adler fleugt, Mit Flügeln süßer Liebe. 10. Jesu! meine Seele ist Zu dir schon aufgeflogen: Du hast, weil du voll Liebe bist, Mich ganz zu dir gezogen. Fahr' hin, was heißet Stund' und Beit? Ich bin schon in der Ewigkeit, Weil ich in Jesu lebe. Herm. Aug. Francke( 1663-1727). Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 34. Unwiederbringlich schnell entfliehn Die Tage, die uns Gott verliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon; Wie manches ist bereits entflohn! 2. Dank dir, du ewig treuer Gott, Für deinen Beistand in der Noth, Für tausend Proben deiner Treu', Denn deine Huld ward täglich neu. 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreit, Sich mancher guten That erfreut, Weß war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein! 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht; Verzeih uns die verletzte Pflicht! Du siehst, Erbarmer, unsre Reu'; Um Christi willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit Stets näher hin zur Ewigkeit. 24 Du hast die Stunden zugezählt, Die lebte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers Lebens, mache du Neujahrs- Lieder. Uns selber recht geschickt dazu, Daß nicht, indem wir sicher sind, Der Tod uns unbereitet find't. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich zc. Die unser Loos entscheiden soll: 36. Das alte Jahr verganSo führ' uns aus der Prüfungszeit gen iſt: Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du in Noth uns und Gefahr Behütet gnädiglich dies Jahr. 2. Wir bitten dich, den ew'gen Sohn Des Vaters in dem höchsten Thron, Du woll'st dein' arme Christenheit Bewahren ferner allezeit. 3. Entzich' uns nicht dein heilsam Wort, Das uns'rer Seelen Trost und Hort; Zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß, Da wechseln Licht und Finsterniß Nicht mehr, wie hier, du ew'ges Licht; Herr, unser Gott, verlaß uns nicht! Christoph Neander( 1723-1802). Damit ich sag' bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, Er hilft, wie er geholfen! Aemilie Juliane, Gräfin v. SchwarzburgRudolstadt( 1640-1672). b. Neujahr. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Vor falscher Lehr', Abgötterei Behüt' uns, Herr, und steh' uns bei. 35. Bis hierher hat mich Gun Gott gebracht Durch seine große Güte, Bis hierher hat er Tag und Nacht Bewahrt Herz und Gemüthe, Bis hierher hat er mich geleit't, 4. Hilf, daß wir fliehn der na Sünde Bahn Und neu zu werden fangen an. Bis hierher hat er mich erfreut, Der Sünd' vom alten Jahr nicht denk', Bis hierher mir geholfen. 2. Hab' Lob und Ehre, Preis und Dank Für die bisher'ge Treue, Die du, o Gott, mir lebenslang Bewiesen stets auf's neue! In mein Gedächtniß schreib' ich Ein gnadenreich Neujahr uns schenk. Joh. Steuerlein( 1546-1613). Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. an: Der Herr hat Großes mir gethan, 37. Ein neues Jahr iſt anBis hierher mir geholfen. 3. Hilf fernerhin, mein treuster Hort, Hilf mir zu allen Stunden, Hilf mir an all und jedem Ort, Hilf mir durch Jesu Wunden, gefangen, Laß es ein Jahr der Gnade sein. Herr, Jeder blicket voll Verlangen In diese fünft'ge Zeit hinein. Laß Jeden finden und erfahren, Was seiner Seele dient und frommt. Neujahrs- Lieder. O Heil uns, wenn in allen Jahren| Zum Gnadenthrone hingestellt, Dein Reich uns immer näher kommt. Aus diesem Lebenskeim und Samen 2. Die Tage flieh'n und tauchen nieder, Die Jahre schwinden wie ein Rauch. Du sprichst, ihr Menschen kommet wieder Und nimmt sie weg mit einem Hauch. Du führst heraus die Zahl der Sterne; Vor dir ist alles Fleisch wie Heu; Was du gebeut'st, das kommt von ferne Und deine Hand macht Alles neu. 3. O laß auch uns ein Neues hören, In dieser neuen Gnadenzeit, Ein Neues aus des Himmels Chören, Ein Neues aus der Ewigkeit, Ein neues Wort von alter Treue, Die täglich neu die Hand uns beut, Ein Wort, das unser Herz erfreue, So oft es seine Kraft erneut. 4. Hilf, Gott, mit deinem Gnadengeiste, Daß dieses angefang'ne Jahr In deinem Reich ein Bess'res leiſte Als der Gewinn des alten war! Erwecke du den Trieb der Seelen, Der ein erneutes Herz begehrt Und faß es nicht an Früchten fehlen, Wenn sich der alte Mensch bekehrt! 5. Laß deinen Namen neu erschallen, So weit dein Reich die Erde deckt; Laß alle falschen Götter fallen, So weit das Kreuz die Arme streckt. 25 Erneure die erstorbne Welt. 6. Laß Trost und Frieden neu verkünden Den Herzen, die zerschlagen sind, Zerbrich das Joch der alten Sünden Und rette das verirrte Kind! Vergieb uns, Herr, was wir bereuen Und lege du den bessern Grund, Auf dem wir Tag für Tag erneuen Den festgeschlofsnen Gnadenbund. Heinrich Buchta( 1808-1858). Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 38. Gott ruft der Sonn' und schafft den Mond, Das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, Und heißt die Zeiten eilen; Er ordnet Jahre, Tag und Nacht Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist, und der da war! Von dankerfüllten Zungen Sei dir für das verfloss'ne Jahr Ein heilig Lied gesungen; Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, Für Fried' und Ruh', für jede That, Die uns durch dich gelungen! 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben! Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, In deiner Furcht zu leben! Du hast den heil'gen Christus- Du schüßest uns und du vernamen mehrst 26 Neujahrs- Lieder. Der Menschen Glück, wenn sie| Auch durch deine Gnad' verleih', zuerst Nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, Des Lebens Ruh' und Freuden; Doch schadet mir das Glück der Welt, Daß ich herzlich sie beren', Herr, in dir, denn du, mein Leben, Kannst die Sünde mir vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe; 312 Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Weil ich mich so sehr betrübe Und voll Angst und Zagen bin. Wenn ich schlafe oder wach', Sieh du, Herr, auf meine Sach', Stärke mich in meinen Nöthen, Daß mich Sünd' und Tod nicht tödten. So gieb mir Kreuz und Leiden: Nur stärke mit Geduld mein Herz, Und laß mich nicht in Noth und Schmerz Die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich In diesem Jahre wieder; Erbarme der Verlass'nen dich Und der bedrängten Brüder. Gieb Glück zu jeder guten That, Und laß dich, Gott, mit Heil und Rath 4. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei, Und ich christlich könne leben, Sonder Trug und Heuchelei, Dich und meinen Nächsten lieb' Und denselben nicht betrüb', Daß ich auch allhier auf Erden Fromm und selig möge werden. 5. Jesu, laß mich fröhlich are on enden Auf unsern Fürsten nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit Auf seinem Stuhle throne; Daß Tugend und Zufriedenheit In unserm Lande wohne; Daß Treu' und Liebe bei uns sei: Dies, lieber Vater, dies verleih' In Christo, deinem Sohne! Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Dieses angefang'ne Jahr; Trage stets mich auf den Händen, Bleibe bei mir in Gefahr. Stch mir bei in aller Noth Und verlaß mich nicht im Tod: Freudig will ich dich umfassen, 39. Hilf, er desu, laß ge- Wenn ich soll die Welt verlaſſen. lingen, Nach Joh. Rist( 1607-1667). Hilf, das neue Jahr geht an; Laß es neue Kräfte bringen, Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Daß auf's neu ich wandeln kann. 40. Jesus soll die Loosung mich dir Auch daneben all das Mein': Neues Glück und neues Leben Wollest du aus Gnade geben. 2. Laß es sein ein Jahr der Gnade; Sprich mich los von meiner Sünd'; Hilf, daß sie mir nimmer schade, Sondern bald Vergebung find'. Da cin neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein Denen zum Paniere dienen, Die in seinem Bunde stehn Und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort Soll in den Gemeinden schallen, und so oft wir nach dem Ort, Der nach ihm genannt ist, wallen, Neujahrs- Lieder. Mache seines Namens Ruhm Unser Herz zum Heiligthum. 3. Sein Verfühnen und sein Heil Wollen wir im Glauben ehren: Also wird es uns zu Theil, Wird sich täglich bei uns mehren; Auch für's neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Uns're Wege wollen wir Nun in Jesu Namen gehen; Geht uns dieser Leitstern für, So wird Alles wohl bestehen Und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid Soll sein Name uns versüßen: So wird alle Bitterkeit Uns ein Segen werden müssen. Er, der allen Kummer stillt, Jesu Nam' sei Sonn' und Schild. Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Wach' auf mein Herz und finge 41. Nun laßt uns gehn und zu allen unsern Wegen; treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hierher Kraft gegeben. 2. imm Wir geh'n dahin und wandern 27 Wenn Noth und Trübsal blizzen, In seinem Schooße sizzen. 6. Ach, Hüter unsers Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und Machen, Wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib mitten In unserm Kreuz und Leiden Ein Brunnen uns'rer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 10. Schließ' zu die Jammerpforten; Behüt' uns aller Orten Vor Krieg und Blutvergießen, Laß Friedensströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen Von einem Jahr zum andern, Wir leben und gedeihen Vom alten zu dem neuen, 3. Durch soviel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Krieg und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern In schweren Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch und nicht minder Läßt Gott uns, seine Kinder, Kleinen Laß Großen und auch Die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, Der Irrenden Berather, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken; Gieb fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermuth quälen. 14. Und endlich, was das Meiste, Füll' uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ziere Und dort zum Himmel führe. 15. Das Alles woll'st du geben, O meines Lebens Leben, Mir und der Christenschaare Zum sel'gen neuen Jahre. Paul Gerhardt( 1606-1676). 28 Epiphanias- Lieder. 4. Epiphanias. Mel. Valet will ich dir geben. 42. Herr Jeju, Licht der Daß ich vor Angst und Weinen Dich kaum erkennen kann; Dort aber wird's geschehen, Daß ich von Angesicht Zu Angesicht soll sehen Dein immer flares Licht. Joh. Franc( 1618-1677). Der Frommen Schaß und Lieb', Wir kommen jetzt mit Freuden Durch deines Geistes Trieb In diesen deinen Tempel Und suchen mit Begier, Nach Simeons Exempel, Mel. Meinen Jesum laß' ich nicht. Dich, Gottes Sohn, nun hier. 43. Jesu, großer Wunder2. von uns O Herr, an jedem Ort, Wo Gläub'ge sich verbunden Auf dein Verheißungswort; Vergönnst noch heutzutage, Daß man dich gleicherweis' Auf Glaubensarmen trage, Wie dort der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Ein helles Licht in Pein, In Schrecken uns're Sonne, Im Kreuz ein Gnadenschein. Wenn wir in Angst verzagen, Sei uns ein Freudenstrahl, Ein Arzt in Noth und Plagen, Ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, Daß einst, wie Simeon, Den Schwanensang wir singen In süßem Freudenton: Mir werden nun in Frieden Die Augen zugedrückt, Nachdem ich schon hienieden Den Heiland hab' erblickt. 5. Ja, ja ich hab' im Glauben, Mein Jesu, dich geschaut: Kein Feind kann dich mir rauben, Droht er auch noch so laut. Ich wohn' in deinem Herzen Und in dem meinen du; Uns scheiden keine Schmerzen, Nicht Angst, noch Tod dazu. 6. Hier will es oft mir scheinen, Du säh'st mich strafend an, Der aus Jakob ist erschienen, Meine Seele will so gern Dir an deinem Feste dienen; Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, Wie ich's von dir selber habe Und damit beschenket bin, So ist dir's die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein In der Trübsal Feuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, Laß ihn gnädig dir genügen; Laß mein Herz in Demuth stets, Ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf Und sprich Ja und Amen d'rauf. 4. Nimm die Myrrhen bitt'rer Reu'; Ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, Daß ich Trost und Gnade finde Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeister( 1671-1756). Mel. Chriftus, der ist mein Leben. 44. Wie Simeon verschieden, Das liegt mir oft im Sinn: Passions- Lieder. Ich führe gern im Frieden Aus diesem Leben hin. 2. Ach laß mir meine Bitte, Mein treuer Gott, geschehn: Laß mich aus dieser Hütte In deine Wohnung gehn. 3. Dein Wort ist uns geschehen, An diesem nehm' ich Theil: Wer Jesum werde sehen, Der sehe Gottes Heil. 4. Ich seh' ihn nicht mit Augen, Doch an der Augen Statt Kann mir mein Glaube taugen, Der ihn zum Heiland hat. 5. Ich hab' ihn nicht in Armen, Wie jener Fromme da; Doch ist er voll Erbarmen Auch meinem Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefunden; 29 Es rühmt: mein Freund ist mein; Auch in den letzten Stunden Ist meine Seele sein. O Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden, Und ach, es floß zum Heil und Trost für mich Und ruft noch heute mir ermunternd zu, 7. Ich kenn' ihn als mein Leben; Er wird mir nach dem Tod Bei sich ein Leben geben, Dem nie der Tod mehr droht. 8. Mein Glaube darf ihn faffen, Sein Geist giebt Kraft dazu; Er wird auch mich nicht lassen, Er führt mich ein zur Ruh. 9. Wann Aug' und Arm erfalten, Hängt sich mein Herz an ihn; Wer Jesum nur kann halten, Der fährt im Frieden hin. Philipp Hiller( 1699-1769). 5. Paffion. 45. Auten, sterben! sieh ihn mel. Dir dir Jehova will ich singen. Daß du mich liebst, du frommer Dulder, du! 3. So sollt' es sein: du mußtest leiden; Dein Tod macht mir des Vaters Liebe fund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, O meine Seele, sag' ihm frommen Dank! Sieh Gottes eignen Sohn und Erben, Wie mächtig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan? Der so, wie er, für Sünder sterben kann? 2. Wie dunkel waren jene Stunden, Ein Siegel auf den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer giebt, So fest steht es, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe; Ich sehe in sein Vaterherz hinein. Wann ich mun leide, wann ich sterbe, Kann ich unmöglich je verloren sein. Wenn Sonn' und Mond und Erde untergehn, 30 So bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 5. Ja, mir zum Trost und dir zur Ehre Gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod. Bestätigt ist nun deine Lehre, Ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du, doch Preis und Ruhm Passions- Lieder. Ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 6. Ja, Herr, dein Beispiel soll mich lehren, Des Lebens Unschuld sei mein Ehrenkleid. Froh will ich deine Stimme hören Und willig thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit drängt innigst mich dazu, Wer hat es mehr um mich verdient, als du? 7. Nie will ich mich am Feinde rächen; Auch dieß lern ich, mein Heiland, hier von dir; Nie Gottes Schichung widersprechen, Wär' auch sein Pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingſt du ſelbst zum Ziele hin; Ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 8. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Du schliefst auch einst im Grab, o Seelenfreund! Mag sie doch meine Asche decken, Die Erde, wann des Todes Nacht erscheint! Der Gott, der dir das Leben wieder gab, Wälzt einstens auch den Stein von meinem Grab'. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, Mein Retter, den dir treue Liebe bringt! Noch heißern Dank will ich dir sagen, Wann dich mein Geist im Engelchor besingt: Dann stimmen alle Sel'gen fröhlich ein, Der ganze Himmel soll dann Beuge sein! Johann Hermes( 1736-1822). Eigene Melodie. 46. Christe, du Lamm Der du trägst die Sünde der Welt, Erbarm' dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünde der Welt, Erbarm' dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünde der Welt, Gieb uns dein'n Frieden! Amen. Alte Passions- Antiphone. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 47. Der er am Kreuz ist meine Liebe, Meine Lieb' ist Jesus Christ. Weicht von mir, ihr Sündentriebe, Eure Frucht Verderben ist. Eure Lieb' ist nicht von Gott, Eure Liebe bringt den Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Spötter, was befremdet's dich, Daß ich treu zu sein mich übe? Jesus gab sich selbst für mich, Passions- Lieder. 31 So ist er mein Friedensschild, Mel. Wer nur den lieben Gottläßt walten. Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 48. Du gehest in den Garten beten; Mein treuer Jesu, nimm mich mit! Laß mich an deine Seite treten, Ich weiche von dir keinen Schritt: Ich will an dir, mein Heiland, ſehn, Wie mein Gebet soll recht geschehn. 2. Du gehst mit Zittern und 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der für mich am Kreuz erblaßt! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? Trät' ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 4. Der am Krenz ist meine Liebe. Schweig, Gewissen, zage nicht. Ewig treu bleibt Gottes Liebe, Wenn mich Sünd' und Tod anficht. Sieh, es floß auch mir zu gut Seines Sohnes theures Blut. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Trübsal noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los, Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, noch Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm', o Tod, mein bester Freund! Wenn ich einst in Staub zerstiebe, Werd' mit Jesu ich vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, Meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe. Johann Greding( 1676-1748). Und bist bis in den Tod betrübt; Ach, dieses soll an's Herz mir schlagen, Daß ich die Sünde so geliebt; Drum willst du, daß ein Herz voll Reu' Mein Anfang zum Gebete sei. 3. Du eilst, entziehst dich allen Leuten Und suchst die stille Einsamkeit: So muß auch ich mich wohl bereiten und fliehen, was mein Herz zerstreut. Zieh mich von aller Welt allein, Und laß nur uns beisammen sein. 4. Du wirsst dich knieend hin zur Erden, Fällst nieder auf dein Angesicht: So muß die Demuth sich geberden; Darum erheb' ich Staub mich nicht. Jch beuge mich in Niedrigkeit, Wie du, voll Trauer, Angst und Leid. 5. Du betest zu dem lieben Vater, Rufst: Abba! Abba! wie ein Kind; Dein Vater ist auch mein Berather, Sein Vaterherz ist treu gesinnt. Drum halt' ich mich getrost an dich, Und rufe: Abba! höre mich! 32 Passions- Lieder. 6. Du wirfst voll Zuversicht| Auf ernstlich Beten freudenvoll und Liebe Den gleichen Segen ernten soll. Dem Vater dich an's treue Herz 11. Mein Jesu, hilf mir stets Und rufft aus stärkstem Herzensjo beten, triebe Mit heißen Thränen himmelwärts, Auch mir sind Glaub' und Liebe noth, Sonst ist mein Beten gänzlich todt. Um Rettung an das Gnadenthor. So flag' auch ich dir, was mich quält Und bitt' um das, was mir noch fehlt. 8. Geduldig Lamm, wie hältst du stille, Hältst im Gebete dreimal an: Auch ich soll thun, das ist dein Wille, Wie du, mein Heiland hast gethan. Hilft Gott nicht gleich auf's erste Fleh'n, So darf ich wieder zu ihm gehn. 9. Dein Wille senkt sich in den Willen Des allertreusten Vaters ein: So muß sich auch mein Wille stillen, Will ich von ihm erhöret sein. Drum bet' ich in Gelassenheit: Was mein Gott will, gescheh' allzeit. Wie mich dein heilig Vorbild lehrt: 10. Nun, du erlangest auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit; Damit hast du auf mich gesehen, Daß ich zur angenehmen Zeit So kann ich frei zum Vater treten Und werde stets von ihm erhört; So bet' ich mich zum Himmel ein 7. Voll Klagen trägſt du deinen Jammer Dem hocherhabnen Vater vor Mel. Herzlich thut mich verlangen. Und klopfft zulegt mit starkem 49. Du, meines Lebens D¹, Und will dir ewig dankbar sein. Benj. Schmold( 1672-1737). Du, meines Todes Tod, Für mich dahin gegeben In tiefe Seelennoth, In Martern, Angst und Sterben Aus liebender Begier, Das Heil mir zu erwerben; Nimm Preis und Dank dafür! 2. Ich will jetzt mit dir gehen, Den Weg nach Golgatha. Laß mich im Geiste sehen, Was da für mich geschah. Mit innig zartem Schnen Begleite dich mein Herz, Und meine Augen thränen Um dich vor Liebesschmerz! 3. Ich komm' erst zu der Stätte, Wo Jesus niedersank Und ringend im Gebete Den Kelch des Leidens trank; Die Angst, die ihn durchdringet, Traf ihn durch mein Vergehn, Den Tod, mit dem er ringet, Den sollt' ich selbst bestehn. 4. Mein Heiland wird verrathen, Geführt zu Spott und Qual; Ach meine Missethaten, Die brachten allzumal Ihn vor's Gericht der Heiden Und in der Feinde Hand; Passions- Lieder. Ich war's, ich sollte leiden, Was da mein Bürg' empfand. 5. ,, Seht, welch ein Mensch!" er stehet Geduldig, wie ein Lamm, Und nun wird er erhöhet, Ein Fluch, am Kreuzesstamm, Vollendet da sein Büßen, Der Welt, auch mir zu gut; Aus Händen, Seit' und Füßen Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. ,, Mein Gott verlässet mich!" Du dürftest in den Schmerzen, Und Niemand labet dich. Nun kommt der Leiden Ende, Du rufft: ,, es ist vollbracht!" Befiehlst in Vaters Hände Den Geist; es war vollbracht! 8. Ich seh' mit Lieb' und Beugen Strömt ſein Verſöhnungsblut. 50. Du weineſt um Jeruſalem, 6. Du die Feinde; Mein Jesu, wer war ich? Du denkst an deine Freunde; Gedenk', Herr, auch an mich! Du machst den Schächer selig, Verheißest ihm dein Reich; Das macht mich Sünder fröhlich, Mich, der dem Schächer gleich. 7. Du klagst voll Angst im Herzen: Des Heilands letzten Blick, Ich seh' sein Haupt sich neigen, Das war mein ewig Glück; Mein Bürge stirbt, ich lebe, So todeswerth ich bin; Er giebt sich mir, ich gebe Mich ihm zu eigen hin! 9. O du, an den ich glaube, Und den mein Geist umfaßt, Der du im Todesstaube Für mich gelegen haft! Auf dein Verdienst und Leiden Vertrau' ich ganz allein, Darauf werd' ich einst scheiden Und ewig bei dir sein. Und deines Heil's Genuß, So lang' ich noch hienieden In Schwachheit wallen muß, Bis endlich dir zu Ehren, Der mich mit Gott versöhnt, Dort in den obern Chören Mein Halleluja tönt. Ernst v. Wobeser( 1727-1795). 10. Erhalt' mir deinen Frieden 33 Herr Jesu. heiße Zähren, Bezeugst, es sei dir angenehm, Wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß' er= schein' und über meine Sünden wein', So tilgest du aus lauter Gnad' All' Missethat, Die mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt Ob meiner schweren Sünde, Zu deinen Thränen ich mich wend', Da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt: Wer darauf sein Vertrauen seßt, Den blickt Gott an mit Gütigkeit Zu jeder Zeit Und führet ihn aus Angst und Streit. 3. Hier muß ich noch im Thränenthal Herr Jesu, oftmals weinen, Mich drücken Leiden ohne Zahl, Die Welt plagt hier die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, Fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist, Daß du, Herr Christ, In Nöthen auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Thränen mein; Ich weiß, sie sind gezählet, 3 Passions- Lieder. 34 2. Das Lamm, das ist der große Freund Und ob sie nicht zu zählen sein, Dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, So oft sie auch bewegen dich, Daß du dich mein erbarmen mußt, Wie gern du thust, Und Heiland uns'rer Seelen; Den, den hat Gott zum Sündenfeind Und Sühner wollen wählen. Denn meine Noth ist dir bewußt. ,, Geh hin, mein Kind, und nimm 5. Sä't man hienieden Thrädich an nen aus Der Sünder, die nichts retten fann Und hält geduldig stille, Wird ernten man in deinem Haus, Da Freude ist die Fülle; Ja solche Freude, die kein Mann, Kein Engel je ergründen fann, Die bleiben wird in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid Wird werden dort zu lauter Freud' oplis Vom ewigen Verderben. Die Schuld ist schwer, die Strafe nisut groß, Du kannst und sollst sie machen Yog Durch Leiden und durch Sterben." 6. Für diese Thränen dank' ich dir, e Daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir Bei dir im Himmelsthrone. O nimm mich nach vollbrachtem Lauf' Zu deinen Auserwählten auf, Dann will ich recht lobsingen dir, Ohöchste Zier, Für deine Thränen für und für. Joh. Heermann( 1585-1647). Mel. An Wafferflüßen Babylon. 51. Rin Lämmlein geht und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder; Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder. Es geht dahin, wird matt und frank, Ergiebt sich auf die Würgebant, Entsaget allen Freuden; Es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Schläge, Wunden, Kreuz und Tod, Und spricht: ich will's gern leiden. 3. Ja, Bater, ja bon Herzensgrund Leg' auf, ich will's gern tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund Mein Thun an deinem Sagen."" O Wunderlieb', o Liebesmacht, Du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, Du streckest den in Grab und Sarg, Vor dem die Felsen springen. 4. Du läsfest ihn am Kreuzesstamm' Für uns're Sünden büßen, Zur Schlachtbant reif, ein Opferlamm, Dem Herz und Adern fließen, Das Herz mit seiner Seufzer Kraft, Die Adern mit dem edlen Saft Des purpurrothen Blutes. O süßes Lamm, was soll ich dir Erweisen dafür, daß du mir Erzeigest so viel Gutes? 5. So lang ich lebe, will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen; Passions- Lieder. 35 Dich will ich stets, gleich wie du| Im Durst sei's mir als Quell bereit, In Einsamkeit mein stet' Geleit Daheim und auch auf Reisen. 9. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut, das ist mein Leben. Wenn mich des Tages Hiße trifft, Kannst du mir Schatten geben. Setzt Schwermuth meinem Herzen zu, So find' bei dir ich meine Ruh, Wie auf dem Bett ein Kranker; Und wenn des Lebens stürmisch Meer Mein Schifflein treibet hin und her, mich, Mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Solst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigenthum In Ewigkeit verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblichkeit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit Zum Freudenopfer bringen. Es soll mein Lebensbach sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen; Und was du mir zu gut gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächtniß schließen. 7. Erweit're dich, mein Herzensschrein, Du sollst ein Schatzhaus werden Der Schäße, die viel größer sein, Als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schätzen dieser Welt Und Allem, was der Welt gefällt! Ich hab ein Bess'res funden: Herr Jesu Christ, mein Schatz und Gut Ist dein für mich vergossnes Blut, Das Heil in deinen Wunden. 8. Das sell und will ich mir zu Nuß' Zu allen Zeiten machen. Im Streite soll es sein mein Schuß, So bist du dann mein Anker. 10. Wenn ich soll endlich treten ein In Traurigkeit mein Lachen, In Fröhlichkeit mein Saitenspiel In deines Reiches Freuden, So soll dein Blut mein Purpur sein, Ich will mich darein kleiden; Es soll sein meines Hauptes Kron', Mit welcher ich will vor den Thron Des höchsten Vaters gehen, Und dir, dem er mich anvertraut, Gleich einer wohlgeschmückten Braut An deiner Seite stehen. Paul Gerhardt( 1606-1676). Diel. Es ist genug zc. 52. Es ist vollbracht die Welt, Das Licht der Wahrheit siegt; Es wird die Nacht, Des Irrthums Nacht erhellt, Die auf der Menschheit liegt. Der Gottgefandte hat vollendet, Und wenn mich nichts erquicken Sein Blut für unser Heil verwill, pfändet. Soll mich dies Manna speisen. Es ist vollbracht! 3* 36 2. Es ist vollbracht! Er ruht nun von der Qual, Deß Herz für uns nur schlug, Der Ungemach Und Leiden ohne Zahl Für uns aus Liebe trug. Nun wird er bei dem Vater droben Zu Macht und Herrlichkeit erhoben. Passions- Lieder. Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht, Des Vaters Rath erfüllt, Erfüllt zu seinem Ruhm. Der Vorhang riß; Auf ewig ward's enthüllt, Der Liebe Heiligthum. Die Mörder des Entschlaf'nen beben, Ob er gleich ihnen mild vergeben. Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Wer sah nicht Gottes Spur, Als er am Kreuz entschlief! Die Sonn' erlosch, Angst faßte die Natur, Die Erde bebte tief, Es spalteten sich Felsenwände Beim Ruf' von seinem frühen Ende. Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Und ach, ein menschlich Herz Blicb' kalt, schlüg' ohne Dank Am Kreuze deß, Der unterm tiefsten Schmerz Für uns zum Tode sant? Wer sollte nicht mit heißen Bähren Ihm heute Lieb und Treue schwören? Es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Ach, ewig feierlich Sei mir jein Todestag! Noch krafivoll sei, Zu preisen, Mittler, dich, Mein letzter Herzensschlag! Hinauf zu dir blick' ich am Ziele Und ruf voll hoher Dankgefühle: Es ist vollbracht! Nach Julius G. Sinz( um 1799). Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 53. Fall' auf die Gemeinde nieder, Geist, der uns mit Feuer tauft! Alle sind wir Christi Glieder, Alle durch sein Blut erkauft. Füll mit Andacht unsern Geist, Daß er sich der Welt entreißt Und in Christo Ruhe finde Für die schwere Last der Sünde. 2. Lehre selbst uns würdig feiern Jesu Christi Leidenszeit; Unsern Bund mit Gott erneuern Lehr' uns, Geist der Heiligkeit. Fülle mit der Wehmuth Schmerz Das zu ihm gewandte Herz, Und von deinem Strahl getroffen, Steh' es heil'ger Rührung offen. 3. Stell' den Mittler unsers Bundes Uns in seiner Schönheit vor, Bring' die Reden seines Mundes Vor das aufgeschloss'ne Ohr; Führ' uns nach Gethsemane In das Allerheiligste, Wo die Todesnacht ihn schrecket Und mit blut'gem Schweiß bedecket. 4. Zeig' uns ihn, den Weltversöhner, Unter seiner Mörder Schaar, Wie auf Erden Keiner schöner, Keiner so verachtet war; Wie er unter Spott und Hohn, Unter seiner Dornenkron', Geißelschlägen, Todeswunden So geduldig ward erfunden. 5. Geh mit uns dem Opferlamme Auf dem blut'gen Pfade nach; Passions- Lieder. 37 Zeig' uns an dem Kreuzesstamme| Eröffne du dein Herz dem Matten Seines großen Todes Schmach. Als eine stille Felsenkluft, Zeige uns des Edlen Blut, Seinen hohen Geistesmuth, Trage uns auf schnellem Flügel Auf den nachtbedeckten Hügel. Wo Kühlungen ihn sanft umschatten, Wenn oft ein Schmerz dem andern ruft! 6. Seine letzten Worte schreibe Uns ins Herz mit Flammenschrift. Stärk' uns, Tröster, bleibe, bleibe Bei uns, wenn der Tod ihn trifft. Wenn ,,, nun ist die Welt verföhnt", Im Vollbracht herunter tönt, Und das Antlig wir, das bleiche, Schau'n, ach unsern Herrn als Leiche. 7. D, du heilige Gemeinde, Blick zu deinem Haupt empor, Zum Erlöser, deinem Freunde, Den zum Retter Gott erfor. Welche Wonn' und Seligkeit Schafft die stille Leidenszeit! Sie entreißt dem Weltgetümmel, Hebt den Geist empor zum Himmel. Christian Schubart( 1739-1791). Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz. 54. etreuzigter! zu deinen Füßen Hebt aus dem Staube sich empor Mein Herz, wann es von Gram zerrissen; Es sucht dein Herz, dein Aug' und Ohr: Dein Herz, die Ruhestatt der Armen, 3. Wie sich aus deinen Todeswunden Dein Blut zu meinem Heil ergießt: Das sei's in meinen bängsten Stunden, Was mir den Leidenskelch versüßt. Das gieb als Balsam deinem Kranken, Den Frieden Gottes flöß' ihm ein; Und wann des Glaubens Grund will wanken, So müss' ihm das zur Stüße sein. 4. Dein Aug' mit jenem Blick voll Gnade, Die Niemand sonst erquicken kann, Dein Herz, das zärtlich, voll Erbarmen Den Leidenden ist zugethan. 2. Du, unser heil'ger Blutsverwandter, Der einst so heiß für uns geweint; O du, mit jeder Noth bekannter, Erfahrner Arzt und Seelenfreund: Das du dem Petrus zugewandt, Daß er, verirrt auf dunklem Pfade, Dich, guten Hirten, wiederfand; Dein Aug' begegne meinem Sehnen, Das aufwärts seine Seufzer schickt; Denn milder fließen meine Thränen, Wenn du mich, Jesu, angeblickt. 5. O du, mein freundlichster Regierer, Seitdem ich wall' im Pilgerland, Sei ferner noch mein treuer Führer Bis zu dem schönen Heimathland! Halt mir dein Ohrfür Alles offen, Was ich dir flag' im Kämmerlein, Und laß mich stets voll Demuth hoffen, Daß es foll Ja und Amen sein. 6. Du sahest jegnend auf die Deinen, Herr, einst vom blut'gen Kreuz herab; Passions- Lieder. 38 So sieh auch mich an und die Meinen In jeder Stunde bis zum Grab. Wie wird uns sein, befreit vom Staube, Der oft den Geist mit Angst beschwert, Wann endlich Hoffnung, Lieb' und Glaube Die fühnsten Bitten sieht erhört! Nach Christian Dann( 1758-1837). Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz. 55. Held Gottes, ach um Gehst du des Leidens Opfergang, Nimmst, uns'rer Seelen Pein zu stillen, Drang. Erschüttert blicken uns're Herzen Dir nach, der unser Heil versicht Und blutend unter Todesschmerzen an, Auf dich des Seelenkummers Bis dir das Herz, ach! nie bes Die Bahn des ew'gen Lebens bricht. 2. Ach muß es sein? im Tod erlieget Dein Herz? du finkst in Todesnacht? Die falte Grabesnacht besieget Nicht solcher Liebe Flammenmacht. O Tod, du bindest sie vergebens, Die starke bricht dein finst'res Thor Und schwebt als Fürstin ew'gen Lebens Zur Gottesmajestät empor. 3. Gekreuzigte, verklärte Liebe, Du mehr als jeder Schatz der Welt, Ob nichts, was irdisch ist, mir bliebe, Und wandelt ich auf dunklen Wegen, Du bist's, auf die mein Herz vertraut, Du bist des Glaubens Licht und Segen, Bis dich mein Aug' im Throne schaut. 4. Laß dir mit uns'rer Liebe lohnen, Sie sei dein Sieg's- und Ehrenfranz! Nimm Alle hin, nimm Millionen, Nimm hin zum Lohn die Erde ganz! Du bist's, die mehr als schadlos hält. Und wo du thronst in Gottesstrahlen, Nimm noch der Armuth Opfer zahlen, Doch rein're Flammen opfern kann. Karl Garve( 1763-1841). Mel. O Haupt voll Blut und Wunden. 56. Herr, der mit so viel Schmerzen Uns ew'gen Trost erwarb Und mit gebrochnem Herzen Für uns am Kreuze starb, Daß unser Herz mit Freuden Möcht' wallen allezeit, Weil dein hochheilig Leiden Verschlungen alles Leid: 2. An deines Kreuzes Stamme Will ich in Thränen stehn Und meines Dankes Flamme Soll dir entgegenwehn. Ach, daß ich's könnte sagen, Wie es mein Herz begehrt, Was du mit tausend Plagen Mir hast für Heil bescheert! 3. Du, Herr, haft voll Erbarmen Die Schuld der Welt umfaßt Und hobst mit Liebesarmen Die ungeheure Last, Passions- Lieder. 39 Und auf dein Haupt hernieder| Dann will auch ich dir singen, Lamm, das erwürget ward. Carl Rothe( geb. 1812). Ließ'st stürzen du den Stoß, Daß blutend deine Glieder Ein heißer Strom umfloß. 4. Da, als dich Nacht umfangen Und bittre Todesqual, Ist hell mir aufgegangen Der Hoffnung füßer Strahl; Als deine Seel' im Leben Den Vater fast verlor, Da brach zu meinem Leben Die Sonne mir hervor. 5. Ach, Herr, ich kann's nicht laffen, Stets muß ich denken d'ran Und kann's doch nimmer fassen, Was du um mich gethan. Du riefst: ,, Für mich die Jin Schmerzen, Für euch die Freud' allein"! Wie könnt' in einem Herzen Wohl größ're Liebe sein? 6. Wenn schöner nun die Sonne Mir von dem Himmel lacht, Wenn mich mit höh'rer Wonne Entzückt der Erde Pracht; Wenn freundlich mir das Leben, Der Tod nicht bitter ist, Das hat mir nur gegeben Dein Kreuz, Herr Jesu Christ. 7. Drum wenn ein freud'ges Regen Das Herz mir wird durchgehn, Will ich mit Dankbewegen Nach deinem Kreuze sehn. Das ist der Schild, der schließet In seinen Schuß mich ein, Das ist der Quell, d'raus fließet Mir lauter Freudenwein. 8. Ich kann nicht g'nug dich tloben, Zu schwach ist mir der Sinn; Doch wenn ich einst da droben Unendlich selig bin, Mel. Herzliebster Jesu, was haft du verbrochen. 57. H Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösenzell Uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, An uns'rer Statt, gemartert und zerschlagen, Die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll, welch heiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde Den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen: Dies kann mein Geist mit Schreden und Entzücken Am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder, Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, Lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde HII Zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, Wenn dann die Harfen klingen, Ich liege hier vor dir gebückt im Die Stimmen hell und zart, Staube, Passions- Lieder. 40 Verliere mich mit dankendem Gemüthe In deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken, Soll ich darum in meinem Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist Gnad' und Lieb' erweisen; Uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, Die Gnade steiget. 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, Dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, Daß ich, getreu in dem Beruf der Liebe, Mich christlich übe. 10. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, Wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner Ehre? 11. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, Wenn Kreuz mich trifft, gelaff'nen Herzens werden? Du hast so viel für uns, das wir verschuldet, Liebreich erduldet. 12. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, So schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze, Und werd' ich matt im Laufe guter Werke, So sei mir's Stärke. 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, So laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken, Dein Kreuz, es sei, wenn ich den Tod einst leide, Mir Fried' und Freude. Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Eigene Melodie. 58. Herzliebster Jeju, was du verbrochen, Daß man solch scharfes Urtheil dir gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten Bist du gerathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet; In's Angesicht geschlagen und verhöhnet, Du wirst mit Essig und mit Gall' getränket, An's Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen. Jch, mein Herr Jeſu, habe dies verschuldet, Was du erduldet. 4. Wie ist so wunderbar doch diese Strafe! Der gute Hirte Leidet für die Schafe; Die Schuld bezahlt der Herr, er, der Gerechte, Für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; Der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen: Christ wird gefangen. 6. Ich war vom Fuß auf voller Schand und Sünden, Bis zu dem Scheitel war nichts gut's zu finden, Passions- Lieder. 41 Dafür hätt' ich dort in der Hölle| Kein Kreuz mehr achten, keine müssen Schmach, noch Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen Ewiglich büßen. 7. O große Lieb', o Lieb' ohn' og alle Maße, Die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, inte Und du mußt leiden! 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich g'nugsam jolche Treu' ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 9. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, Womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten Im Werk erstatten? 10. Doch etwas ist, das wirst du gern annehmen! Ich will des Fleisches böse Lüste zähmen, Nehmen zu Herzen. 14. Dies Alles, ob es gleich gering zu schätzen, Wirst du doch, Herr, nicht gar bei Seite sezen; In Gnaden wirst du dies von mir annehmen, Mich nicht beschämen. 15. Wenn, o Herr Jesu, dort vor deinem Throne Auf meinem Haupte glänzt die Ehrenfrone, Dann will ich dir, wenn Alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden Mit alten Sünden. 11. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gieb mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. 12. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, Aus Lieb' zu dir die Welt für gar nichts achten; Bemühen werd' ich mich, Herr, deinen Willen Stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren Alles wagen, Joh. Heermann( 1585-1647), Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. 59. Ich danke dir für deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, Die du in deiner letzten Noth Empfand'st in deinem Herzen! Laß das Verdienst von deiner Bein Ein Labsal meiner Seele sein, Wann mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, Die du mir hast erzeiget, Da du beim Tilgen meiner Schuld Dein Haupt zu mir geneiget. Ach neige dich, mein Herr und Gott, Zu mir auch in der Todesnoth, Daß ich dein' Gnade spüre! 3. Laß meine Seel' in deiner Gunst Aus ihrem Leben scheiden, Auf daß an mir nicht sei umsonſt Dein theuer werthes Leiden; Nimm sie hinauf, Herr Jesu Christ, Wo du zur Rechten Gottes bist, Und laß mich ewig leben! Johann Scheffler( 1624-1677). 42 Passions- Lieder. Mel. Chriftus, der uns selig macht. Daß ich dir geb' Lieb' um Lieb', 60. Je, will ich jest be- Bis ich dort- o Herr, das esu, deine Passion Und dir Dank erweise, denken: Wollest mir vom Himmelsthron' Dich im Himmel preiſe. gieb Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein', Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. 2. Meine Seele sehen mach' Deine Angst und Bande, Deine Schläge, deine Schmach, Deine Kreuzesschande, Deine Geißeln, Dornenkron', Speer und Nägelwunden Und den Tod, o Gottessohn, All' die Marterstunden. 3. Aber laß mich nicht allein Deine Marter sehen, Laß mich auch die Ursach' fein Und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach' war auch ich, Ich und meine Sünde: Diese hat gemartert dich, Daß ich Gnade finde. 4. Jesu, lehr' bedenken mich Dies mit Buß' und Reue; Hilf, daß ich mit Sünde dich Mart're nicht auf's neue. Sollt' ich dazu haben Lust Und nicht wollen meiden, Was du selber büßen mußt Mit so großen Leiden? 5. Wenn mich meine Sünde will Schrecken mit der Hölle: Jesu, mein Gewissen still', Dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion Laß mich gläubig fassen: Liebst du mich, o Gottessohn, Wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage, Daß ich Demuth von dir lern' Und Geduld in Plage, Sigm. v. Birken( 1626-1681). Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 61. Jefu, deine tiefen Wunden, Deine Qual und bitt'rer Tod, Geben mir zu allen Stunden Trost in Leib's- und Seelennoth. Fällt mir etwas Arges ein, Denk' ich gleich an deine Pein, Die erlaubet meinem Herzen Mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich denn in Wollust weiden Mein verderbtes Fleisch und Blut, So gedenk ich an dein Leiden: Bald wird Alles wieder gut. Kommt mir der Versucher nah, Blick ich hin auf Golgatha, Zeig' ihm deine Gnadenzeichen: Bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen Auf die breite Sündenbahn, Da nichts ist, als Jubiliren, Schau' ich unablässig an Deiner Marter Centnerlast, Die du ausgestanden hast: So kann ich in Andacht bleiben, Alle böse Lust vertreiben. 4. Ja für Alles, was mich fränket, Geben deine Wunden Kraft; Wenn mein Herz hinein sich fentet, Schöpf' ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit Wendet mir das bitt're Leid, Weil du mir das Heil erworben, Da du bist für mich gestorben. Passions- Lieder. 5. Auf dich seh' ich mein Ver-| Um zu heilen meine Plagen trauen, Du bist meine Zuversicht; Dein Tod tilgt des Todes Grauen, Und zu jezzen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen Lassen dich mit Fluch belegen: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 4. Bitter hat man dich verhöhnet, Dich mit großem Schimpf belegt Und mit Dornen dich gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergößen, Mir die Ehrenkron' aufsetzen: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 5. Willig ließest du dich schlagen, Mich zu lösen von der Pein, Ließest fälschlich dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein; Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du sonder Trost gehangen: Tausend, tausendmal jei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du, mit blut'gem Schweiß bedecket, Daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, Bringet mir Trost, Schuß und Heil. Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab' ich dich in meinem Herzen, Du Brunn aller Gütigkeit, So empfind' ich keine Schmerzen Auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, Kein Feind kann verleßen mich. Wer sich birgt in deine Wunden, Der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann( 1585-1647). Eigene Melodie oder: Alle Menschen müssen sterben. 62. Jesu, meines Lebens 43 Jesu, meines Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste Seelennoth, In das äußerste Verderben, Nur daß ich nicht möchte sterben: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strid' und Banden, Du gerechter Gottessohn, Nur mich Armen zu erretten Von den schweren Sündenketten: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 3. Wunden ließest du dir schlagen, Ließest allen Frevel zu, Hast gelitten mit Geduld Und den herben Tod geschmecket, Um zu büßen meine Schuld. Daß ich würde losgezählet, Hast du wollen sein gequälet: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demuth hat gebüßet Meinen Stolz und Uebermuth, Dein Tod meinen Tod versüßet: Es kommt Alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir gedeihen: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesammte Noth; Für die Wunden, für die Schmerzen, 44 Passions- Lieder. Segen, Für den herben, bittern Tod, Dein Leiden sei mein höchster Für dein Zittern, für dein Zagen, Für die tausendfachen Plagen, Für dein' Angst und tiefe Bein Will ich ewig dankbar sein. Dein Tod mein seligster Gewinn; Mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, Ernst Homburg( 1605-1681). Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 63. Laß mir die Feier deiner Gethsemane und Golgatha, Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe jah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, Wo mein Erlöser litt und starb, Der uns die Seligkeit erwarb! Und nur allein auf den vertrauen, Chriftoph Meister( 1738-1811). Erhab'ner Mittler, heilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden Und dir mein ganzes Leben weihn, Dir, dessen Blut für mich geflossen, Deß Herz für mich noch sterbend schlug, Und der so ruhig und entschlossen Auch meiner Sünden Strafe trug. 2. Wie seid ihr mir so lieb und theuer, Gethsemane und Golgatha, Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe jah! Hier lern' ich jede Tugend üben, In Noth und Tod gelassen sein, Hier stärkt mein Herz sich, Gott zu lieben Und selbst dem Feinde zu verzeihn. 3. Drum in den stillsten meiner Stunden Will ich nach deinem Kreuze sehn Und dich, o Herr, für deine Wunden Mit tief gerührtem Dank erhöhn. Olaß mich deine Huld ermessen, Die noch kein Sterblicher gefaßt Und nie im Undant es vergessen, Was du für mich gelitten hast. 4. Mir sollen diese Feierzeiten Der größten Liebe heilig sein; Still soll dein Kreuz mich stets begleiten Und jede meiner Stunden weihn. Daß ich durch dich erlöset bin. 5. Bleibt mir zu allen Zeiten theuer, Mel. Gottlob, es geht nunmehr zu Ende. 64. Mein Jesus stirbt, was Mein Haupt erblaßt, wo bleibt soll ich leben? sein Glied? Ach sollt' ich ihm den Geist nicht geben, Da jeßt sein Geist von dannen zieht? Dein Tod verkläre sich in mir. Ach ja, ich sterbe nun mit dir, 2. Mein Jesus stirbt, die Augen brechen; Ach, nimm den letzten Blick von mir! Sein Mund verschmacht't, was Mein letztes Wort ist, Jeſus" soll ich sprechen? hier. Ach Jesu, Jesu, laß mich nicht, Wenn mir das Herz im Tode bricht. 3. Mein Jesus neigt sein Haupt Welt, gute Nacht, ich scheide mit. zur Erde. Muß Jesus selbst zur Leiche werden, Passions- Lieder. Was schen' ich denn den letzten Tritt? Ich küsse seinen blassen Mund Und stürbe gern zu gleicher Stund'. 4. Mein Jesus wird ins Grab geſenket; O leget in mein Herz ihn hin. Und daß man immer d'ran ge= denket, Daß ich mit ihm gestorben bin, So jest mir diese Grabschrift bei: Daß Jesu Tod auch mein Tod ſei. Benj. Schmold( 1672-1737). 45 5. Ich kann nimmer, nimmermehr Diese Plagen dir vergelten. Du verbindest mich zu sehr: Alle Güter, tausend Welten, Alles wäre noch kein Dank Nur für deinen Gallentrant. 6. Eines weiß ich, Herr, für dich: Sich mein Herz, ich will dir's geben; Dieses soll beständiglich Unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend sein. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, mel. Jesus, meine Zuversicht. 65. Seele, geh' auf Golga- Lehre mich die Welt verschmähen; tha, Seß' dich unter Jesu Kreuze, Nimm zu Herzen, wie dich da Seine Pein zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein? O, so bist du mehr als Stein. Laß auf dich, du höchstes Gut, Immer unverwandt mich sehen; Führ' in allem Kreuze mich, Wie du willst, nur seliglich. 8. Endlich laß mich meine Noth 2. Schaue doch das Jammer- Auch geduldig überwinden. bild Zwischen Erd' und Himmel hangen, Nirgends sonst soll mich der Tod Als in deinen Wunden finden; Wen du dadurch heil gemacht, Spricht getrost: es ist vollbracht. Benj. Schmold( 1672-1737). Wie das Blut mit Strömen quillt, Daß ihm alle Kraft vergangen! Ach, der übergroßen Noth: Es ist ja mein Jesus todt! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, Alles das hab' ich verschuldet, Und du hast aus großer Huld Bein und Noth für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, Giebst du dich am Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, Ich verehre deine Liebe. Schaue von des Kreuzes Stamm, Wie ich mich um dich betrübe. Dein zum Tod' verwundet Herz Bringt mir tauſendfachen Schmerz. mel. Jesu, deine Passion. 66. Seele, mach dich heilig auf, Jesum zu begleiten Gen Jerusalem hinauf, Und tritt ihm zur Seiten. In der Andacht folg' ihm nach Zu dem bittern Leiden, Bis du aus dem Ungemach Zu ihm wirst abscheiden. 2. Seele, siehe, Gottes Lamm Gehet zu dem Leiden, Deiner Seele Bräutigam, Als zu Hochzeitsfreuden. Geht, ihr Töchter von Zion, Jesum zu empfangen; Passions- Lieder. 46 Sehet ihn in seiner Kron' Unter Dornen prangen. 3. Du ziehst als ein König ein, Wirst dafür empfangen; Aber Bande warten dein, Drin du wirst gefangen. Für die Ehre Hohn und Spott Wird man dir, Herr, geben, Bis du durch den Kreuzestod Schließen wirst dein Leben. 4. Das Kreuz ist der Königsthron, D'rauf man dich wird sehen, Dein Haupt mit der Dornenfron' Bis zum Tod verleßen. Jesu, dein Reich auf der Welt Ist in lauter Leiden: So ist es von dir bestellt Bis zum letzten Scheiden. 5. Du, o Herr der Herrlichkeit, Wirst ja müssen sterben, Daß des Himmels Seligkeit Ich dadurch mög' erben. Aber ach, wie herrlich glänzt Deine Kron' von ferne, Die dein siegreich Haupt bekränzt, Schöner als die Sterne. 6. Liebster Jesu, nun Glück zu! Es muß dir gelingen: Nach der stillen Sabbathsruh' Wirst du Freude bringen. Tritt nur auf die Todesbahn: Die gestreuten Palmen Künden dir den Sieg schon an Und die Osterpsalmen. 7. Laß mich deine Leidenszeit Mir zum Heil bedenken, Voller Andacht, Reu' und Leid Ob der Sünd' mich fränken. Herr, dein Leiden tröste mich Bei so vielem Jammer, Bis nach allem Leiden ich Geh' zur Ruhekammer. Abraham Klesel( 1635-1702). Mel. O Gott, du frommer Gott. 67. Seht, welch ein Mensch das! O Blicke voller Thränen, O Antlitz voller Schmach, O Lippen voller Schnen, O Haupt voll Todesschweiß, O Seele voller Noth, O Herze voll Geduld, O Lieb' voll Angst und Tod! 2. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach sehet seine Wunden! Habt ihr, ihr Sünder, nicht Den Heiligen gebunden? Sind eure Lüste nicht Die Dornen, die er trägt? Ist's eure Bosheit nicht, Die an das Kreuz ihn schlägt? 3. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, opfert Thränenfluten, Denn eure Sünde macht Das Herz des Heil'gen bluten; Geht nicht vorüber hier, Wo Schmerz ist über Schmerz; Seht durch die off'ne Brust In eures Jesu Herz! 4. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach ja, wir wollen sehen, Was dir, du Menschenfreund, Durch Menschen ist geschehen; So lang' ein Auge blickt, So lange soll die Pein, Die du für uns erträgst, Uns unvergessen sein! 5. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach sich uns an in Gnaden! Wenn wir in Reu' und Leid Beweinen unsern Schaden, So laß den Blick vom Kreuz In unsre Seele gehn Und dein vergoßnes Blut Für uns beim Bater flehn! Passions- Lieder. 47 6. Seht, welch ein Mensch ist| D'rin mein ganzes Herze ruht. Laß mich stets zu deinen Füßen Deiner Lieb' und Huld genießen. 5. Dich, dich will ich ewig halten, Gieb mir, daß ich's ewig kann! Schaue meiner Hände Falten Und mich Armen freundlich an; Schau' vom hohen Kreuzesstamm Auf mich nieder, Gotteslamm! Sprich: Laß all dein Trauern schwinden, das! So wollen wir dich schauen Und unsern ganzen Trost Auf dein Verdienst nur bauen. Wenn nun dein Haupt sich neigt, So sterben wir mit dir; Wenn unser Auge bricht, Heil uns! dann leben wir. Benjamin Schmold( 1672-1737). Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 68. Hei mir tausendmal ge- Ich, ich tilge deine Sünden. Paul Gerhardt( 1606-1676). Der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt! Ach, wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest. 2. Ich bedenke alle Stunden Deiner Leiden große Zahl, Denke deiner heil'gen Wunden, Deiner blut'gen Nägelmal'. O wer kann, du Lebensfürst, Den so sehr nach uns gedürst't, Deine Liebe recht ergründen, Ohne Trost darin zu finden. 3. Heile mich, o Heil der Seelen, Wo ich krank und traurig bin; Nimm die Schmerzen, die mich quälen, Und den ganzen Schaden hin, Den mir Adams Fall gebracht Und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich negen, Wird sich all' mein Jammer segen. 4. Schreibe deine blut'gen Wunden, Jesu, in mein Herz hinein; Laß sie mir zu allen Stunden Unvergeßlich theuer sein. Du bist doch mein schönstes Gut, Eigene Melodie. 69. bu Liebe meiner Liebe, du Du erwünschte Seligkeit, Die du dich aus höchstem Triebe In das jammervolle Leid Deines Leidens, mir zu gute, Als ein Lamm hast eingestellt Und bezahlt mit deinem Blute Alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen An dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen Unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, Den, so Niemand konnte stillen, Hat dein Sterben beigelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Allen Spott und Hohn gehört; Liebe, die bei Angst und Schmerzen Bis zum Tod' blieb unverschrt; Liebe, die sich liebend zeiget, Als sich Kraft und Athem end't; Liebe, die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit ihren Armen Mich zuletzt umfangen wollt'; Liebe, welche aus Erbarmen Passions- Lieder. 48 Mich zuletzt in höchster Huld Ihrem Vater überlassen, Die selbst starb und für mich bat, Mir die Strafe zu erlassen, Weil mich ihr Verdienst vertrat. 5. Liebe, die mit so viel Wunden Meine Seel,' als ihre Braut, Unaufhörlich sich verbunden Und auf ewig anvertraut; Licbe, laß auch meine Schmerzen, Meiner Sünden bitt're Pein In dem todeswunden Herzen Sanft in dir gestillet sein. 6. Liebe, die für mich gestorben Und ein immerwährend Gut An dem Kreuzesholz erworben, Ach, wie denk' ich an dein Blut! Ach, wie dank' ich deinen Wunden, Schmerzensreiche Liebe du, Wenn ich in den letzten Stunden Sanft in deinen Armen ruh'! 7. Liebe, die sich todt gekränket Und für mein erkaltet Herz In ein kaltes Grab gesenket, Ach, wie dank' ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann, Und der Seelen Heil erworben: Nimm mich ewig liebend an! Adam Drese( geft. 1718). Wie bist du so beſpeit! Wie bist du so erbleichet; Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht mehr gleichet, So schändlich zugericht't? 3. Die Farbe deiner Wangen, Der rothen Lippen Pracht Ist hin und ganz vergangen; Des blassen Todes Macht Hat Alles hingenommen, Hat Alles hingerafft, Und daher bist du kommen Von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist Alles meine Last; Ich hab' es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau' her, hier steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat: Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad'! 5. Erkenne mich, mein Hüter, Mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Gut's gethan: Dein Mund hat mich gelabet Mit Milch und süßer Kost, Dein Geist hat mich begabet Mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stchen, Verachte mich doch nicht; Von dir will ich nicht gehen, Wann dir dein Herze bricht. Wann dein Haupt wird erblassen Mel. Herzlich thut mich verlangen. 70. Haupt voll Blut und Im letzten Todesſtoß, Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn, O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron', O Haupt, sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr' und Zier, Doch schimpflich nun verhöhnet: Gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, Davor sonst schrickt und scheut Das große Weltgewichte, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schooß. 7. Es dient zu meinen Freuden Und kommt mir herzlich wohl, Wenn ich in deinem Leiden, Mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht' ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! Passions- Lieder. 8. Ich danke dir von Herzen,| All'zeit erfunden geduldig, Jesu, liebster Freund, Für deines Todes Schmerzen, Da du's so gut gemeint. Ach, gieb, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu, Und wenn ich nun erkalte, Wiewohl du warest verachtet; All' Sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Gieb uns dein'n Frieden, o Jesu! Nit. Decius( geft. 1541). In dir mein Ende sei! Mel. Nun ruhen alle Wälder. 9. Wenn ich einmal ſoll scheiden, 72. Welt, sich hier dein So scheide Leben von Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß' mich aus den Aengsten Kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Fest an mein Herz dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt( 1606-1676). thir Eigene Melodie. 71. Lamm Gottes, uninschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet; All Sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Erbarm' dich unser, o Jesu! 2. D Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, 49 All'zeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet; All' Sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Erbarm' dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße: Sein Leib ist ganz mit Schweiße Des Todes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen Vor unermess'nen Schmerzen Ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder Wie wir und uns're Kinder, Von Missethaten weißt du nicht. 4. Jch, ich und meine Sünden, Die sich wie Körnlein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und deiner Marter ganzes Heer. 5. Ich bin's, ich sollte büßen, An Händen und an Füßen Gebunden in der Höll'; Die Geißeln und die Banden Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine Seel'. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, die mich drücken Viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen Passions- Lieder. 50 Verleihst du mir den Segen; Dein Leiden muß mein Labsal ſein. 7. Du seßest dich zum Bürgen, Ja, läsfest dich erwürgen Für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich krönen Mit Dornen, die dich höhnen, Und leidest Alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden All' Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr. Ehr'. 9. Nun, ich kann nicht viel geben Was deine Augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, Soviel mir immer möglich ist. 14. Dein Seufzen und dein Stöhnen Mel. Herr Christ, der ein'ge Gott'ssohn. Was Leib und Seel' vermögen, 73. Menn mich die Sünden Das soll ich billig legen All'zeit an deinen Dienst und In diesem armen Leben; Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich will's vor Augen seßen, Mich stets daran ergößen, Ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Der Lieb und unverfälschten Treu'. Und die viel tausend Thränen, Die dir geflossen zu, Die sollen mich am Ende In deinen Schooß und Hände Begleiten zu der ew'gen Ruh'. Paul Gerhardt( 1606-1676). 11. Ich will daraus studiren, Wie ich mein Herz soll zieren Mit stillem, sanftem Muth Und wie ich die soll lieben, Die bitter mich betrüben Mit Werken, so die Bosheit thut. 12. Wenn böse Zungen stechen, Mir Glimpf und Namen brechen, So will ich zähmen mich. Das Unrecht will ich dulden, Dem Nächsten seine Schulden Verzeihen gern und williglich. 13. Ich will mich mit dir schlagen An's Kreuz und dem absagen, Was meinem Fleisch gelüst't. O mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist Und alle meine Schuldenlast Am Stamm des heil'gen Kreuzes Auf dich genommen hast. 2. O Bunder ohne Maßen, Bedenk' es, Seele, recht! Es hat sich martern lassen Der Herr für seinen Knecht. Es hat sich selbst der wahre Gott Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn mun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; Die Schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi theures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag' ich dir von Herzen Jetzt und mein Leben lang Für deine Bein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank, Für deine Noth und Angstgeschrei, Für dein unschuldig Sterben, Für deine Lieb' und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden Mich reizen für und für, Passions- Lieder. Mit allem Ernst zu meiden Die sündliche Begier, Daß mir nie komme aus dem Sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Sollt's auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt Und folge treu dem Bilde, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Ändern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen Jedermann Ohn' Eigenmuß und Heuchelschein Und, wie du mir erwiesen, Aus reiner Lieb' allein. 8. Laß endlich deine Wunden Mich trösten kräftiglich In meinen letzten Stunden Und deß versich're mich, Weil ich auf dein Verdienst nur trau, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau'. Justus Gesenius( 1601-1671). Jesus im Grabe. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 74. A der Marterlaft, Der Todesqualen müde, Findet mein Erlöser erst In dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz Durchdringt mein Herz, Und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich Tiefgebeuget schlagen. 3. Du schüßest mich, Und über dich 51 Gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, Einziger Erretter. 4. Du hast's gethan; Dich bet' ich an, Du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich Glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! Riefst du mit Macht! Du zeigst, daß du dein Leben, Mein Versöhner, göttlich frei Hast dahingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rath Will ich in Demuth preisen. Mein Erlöser wird mir einst Seine Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, Den Todten: sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst Sich des Todes Banden. 8. Das finst're Thal Will ich einmal Durchwandeln ohne Grauen; Denn durch dich, Erlöser, ist's Mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, Erforsche mich Und siehe, wie ich's meine. Ja, du siehst es, wenn ich still Meinen Dank dir weine. 10. Vergess' ich dein, So werde mein In Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, Deine Lieb' ermessen. Christoph Fr. Neander( 1723-1802). Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. men! deines Grabes 75. A Friede Wird auch unser Grab durchwehn, Wenn wir, von der Wallfahrt müde, Passions- Lieder. 52 Ruhn, um froher aufzustehn. Amen! Fürst der Auferstehung, Fried' ist umher; Der des Grabes Siegel brach, Zieh' durch Grab und Tod uns nach Zu der Heiligen Erhöhung, Wo dem Lamm, das uns versöhnt, Aller Himmel Loblied tönt. 2. Großer Erstling deiner Brüder, Ja du ziehest uns nach dir; Du, das Haupt, ziehst deine Glieder, Weil du lebst, so leben wir. Ja, wir werden auferstehen, Weil du auferstanden bist, Werden dich, Herr Jesu Christ, Einst in deiner Klarheit sehen. Unsre Herzen harren dein; Amen, ewig sind wir dein! Karl Garve( 1763-1841). Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 76. Der er du, Herr Jesu, Ruh und Rast In deinem Grab' gehalten hast, Gieb, daß wir in dir ruhen All' Und unser Leben dir gefall'. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk' und Muth, Die du erkauft mit deinem Blut, Und führ' uns in des Himmels Licht 2. Nichts fränkt dich mehr, 77.11 Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. un gingst auch du Zur Sabbathsruh In's stille Grab hinüber; All' dein' Arbeit ist gethan, All' dein Leid vorüber. Dein Herz hat ausgeschlagen, Das im heißen Kampf für uns Uns're Sünd' getragen. 5028 3. Erdengruft, Du dunkle Kluft, Wie heilig und voll Segen Wurdest du, seit Gottes Sohn Hat im Grab' gelegen! 4. Wie selig ruhn Die Todten nun, Die in dem Herrn verschieden! All' ihr Werk folgt ihnen nach, Ja, sie ruh'n in Frieden. 5. O Sabbathsruh, Durch welche du Uns jede Ruh erworben, Wo du wie ein Saatkorn lagst In der Erd' erstorben! 6. Herr, führe du Zur Sabbathsruh Die tiefbetrübten Seelen, Die um ihre Sündenlast fe Sich in Reu' zerquälen! 7. Laß deiner Heerd', O Heiland werth, Bald ihren Sabbath kommen, Wo sie allem Kampf' und Leid' Ewig ist entnommen! JEG Victor v. Strauß( geb. 1809). Zu deines 3. Wir danken dir, o Gottes- 78. Herzeleid! Eigene Melodie. Traurigkeit, lamm, Getödtet an des Kreuzes Stamm; Laß ja uns Sündern deine Pein Den Eingang in das Leben sein. Georg Werner( 1607-1671). Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind Wird ins Grab getragen. 2. O große Noth, Der Herr liegt todt! Am Kreuz ist er gestorben, Hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb' erworben. 3. O Menschenkind, Nur deine Sünd' Hat dieses angerichtet, Passions- Lieder. Da du durch die Missethat Warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, Das Gotteslamm, Liegt hier mit Blut beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergossen. 5. O süßes Heil, Mein bestes Theil, Wie bist du so zerschlagen. Alles, was auf Erden lebt Muß dich ja beklagen. 6. O edles Bild, Schön, zart und mild In deinen Todeswehen! Niemand soll dein rinnend Blut Mich wieder auferwecken: Sollte denn mein gläubig Herz Ohne Reu' ansehen. Vor der Gruft erschrecken? 7. Ofelig ist 5. Sie wird mir sein Ein Kämmerlein, Da ich in Frieden liege, Weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. Zu jeder Frist, Der dieses recht bedenket, Wie der Herr der Herrlichkeit Wird ins Grab gesenket. 8. Jesu, du Mein' Hilf und Ruh', Ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis in's Grab Nach dir möge sehnen. Der Verfasser v. Vers 1 unbekannt, die übrigen Verse v. Joh. Rift( 1607-1667). Mel. O Traurigkeit. 79. So ruhest du, O meine Ruh, In deines Grabes Höhle 53 Und erweckst durch deinen Tod Meine todte Seele. standen Ist, der uns mit Gott versöhnt! wie hat nach Schmerz und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort auf seines Vaters Throne Ueber Schmach und Tod erhöht, Herrscht er nun in Majestät. 2. Man senkt dich ein Nach vieler Pein, Du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach bist du kalt, Mein Hort und Halt! Das macht dein heißes Lieben, Das dich in das kalte Grab Mir zu gut getrieben. 4. O Lebensfürſt, Ich weiß, du wirst 6. Gar nichts verdirbt, Der Leib nur stirbt, Doch wird er auferstehen Und ganz herrlich und verklärt Aus dem Grabe gehen. 7. Indeß will ich, Mein Jesu, dich In meine Seele senten Und an deinen bittern Tod Bis zum Tod gedenken. 6. Ostern. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen.| Fallet nieder vor dem Sohne, 80. Auferstanden, aufer- Der uns einst zu sich erhebt. Halleluja, Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn, er ist erstanden, Salomon Franc( 1659-1725). Er, der starb auf Golgatha! Rühmt es laut in allen Landen: Was sein Mund verhieß, geschah. Wer, wer kann ihm widerstreben? Mächtig steigt der Held empor; 54 Oster- Lieder. Und siegreich auferstanden. Im Triumph bricht er hervor;| Daß du für uns gestorben bist Und des Abgrunds Pforten beben, Da ihr Sieger sich erhebt. Halleluja, Jejus lebt!" 2. Dein Leben in der Majestät Befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, 3. Uns vom Tode zu befreien, Sant er in des Grabes Nacht; Uns zum Leben einzuweihen, Stand er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen. Deine Schrecken sind gedämpft, Deine Herrschaft ist bekämpft Und das Leben uns errungen. Ob man unsern Leib begräbt, Halleluja, Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben, Ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, Dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden Im Gedächtniß Jesum Christ, Der vom Tod erstanden ist. Unvergänglich sind die Freuden Deß, der nach dem Himmel strebt. Halleluja, Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sei euer Lobgesang. Bringt dem Todesüberwinder Ewig Ehre, Preis und Dank! Rühmt's in der Versuchung Stunden, Wenn euch Sünd' und Elend droht; Rühmt's in eurer Todesnoth: Unser Herr hat überwunden! Der uns einst zu sich erhebt, Halleluja, Jesus lebt! Nach 3. Caspar Lavater( 1741-1801). Den großen Trost uns rauben, Daß du der Menschen Heil vollbracht Und über uns'rer Gräber Nacht Ein helles Licht verbreitet? 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, Mel. Allein Gott in der Höh' sei Chr'. 81. Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar, Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, Ist dem Gericht entnommen. Sei hoch gelobt, Herr Jesu Christ, Hat dem, was du gelehret, Der Wahrheit Siegel aufgedrückt Und dich als Sohn geehret, Hat deines Todes hohen Werth Der Welt auf's herrlichste bewährt, Da er dich auferweckte. 4. Erstandner, ich frohlocke dir! Dein Sieg ist auch mein Leben. Du lebst und herrschest, wirst auch mir Ein ew'ges Leben geben. Du wirst auch mein Regierer sein Und neue Kräfte mir verleihn, Mit Freuden Gott zu dienen. 5. O hilf du mir, mein Herr, dazu, Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh' Im Glauben an dich finden. Erwecke deinen Sinn in mir, Damit ich, Gott ergeben, hier Als dein Erlöster wandle. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorb'ne zu erwecken. Du rufst einst: und der Gräber Nacht Wird Todte nicht mehr decken. Denn wie du auferstanden bist, So werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Durch dich einst auferstehen. Ofter- Lieder. 55 7. O laß mich, weil ich hier| Wo ihm ein Herz in Lieb' entbrennt, Ertöne seinem Namen: Halleluja! 2. Der Heiland lebt, des Grabes Nacht Zerfloß in Morgenröthe. Der an dem Kreuz sein Werk vollbracht, noch bin, Im Glauben an dich wandeln Und jederzeit nach deinem Sinn Rechtschaffen sein und handeln; Damit ich, wenn ich aufersteh' Und dich, des Todes Sieger, seh', Vor dir dann nicht erschrecke. 8. Wo du, Herr, bist, da soll auch einst Dein Jünger mit dir leben, Ist der von Gott Erhöhte. Friede, spricht er, fei mit euch! Und du wirst ihn, wenn du er-| Wie machet seine Huld so reich! ſcheinst, Zu deinem Licht erheben. Laß dieses Glück mein Erbtheil sein, Er lebt, uns zu beleben. Halleluja! 3. In's Leben tehrt er siegreich ein. So werd' ich dein mich ewig freun, Erhebt euch aus dem Staube, Kommt, ewig seiner euch zu freu'n! Du Todesüberwinder! Johann Diterich( 1721-1791). Eigene Melodie. 82. Christ ist erstanden Son der Marter alle, Deß soll'n wir Alle froh sein, Christ soll unser Trost sein. Kyrie eleis. 2. Wär' er nicht erstanden, Die Welt, die wär' vergangen. Seit daß er erstanden ist, Lob'n wir den Vater Jesu Christ. Kyrie eleis. 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Deß soll'n wir alle froh sein: Christ soll unser Trost sein. Kyrie eleis. Aus dem 12. Jahrhundert. 83. Mel. Chrift lag in Todesbanden. em Herrn sei Ehre, Preis und Dant, Der Herr ist auferstanden! Ihn preise laut mit Lobgesang Sein Volt in allen Landen. Wo ihn eine Zunge nennt, Es fiegt der Christen Glaube. Unser Herr, der auferstand, Hat Leben nun in seiner Hand. Wer kann das Heil uns rauben? Halleluja! 4. Sei hier die Liebe gleich verkannt, Und mag sie einsam weinen, Durch ihn, der siegreich auferstand, Wird einst ihr Lohn erscheinen. Liebe wird durch Kreuz bewährt, Mit Muth durch seinen Sieg verklärt, Die Welt soll uns nicht trüben. Halleluja! 5. Verlassen uns die Theuren auch, Die wir auf Erden fanden: Uns schrecket nicht des Todes Hauch, Denn Jesus ist erstanden. Jesus führt durch's Grabesthor, Schenkt wieder, was das Herz verlor, Sein Grab ist vor uns offen. Halleluja! 56 Ofter- Lieder. 6. O Sieger, reich uns deine| Und ewig, ewig selig sein, Hand, Du einz'ger Trost auf Erden! Dein Sieg soll unsers Sieges Pfand Bei jedem Kampfe werden. Herr, dem Tod und Hölle weicht, Bleib' bei uns, bis der Tag sich neigt, Dann geh'n wir ein in's Leben. Halleluja! Wilhelm Hülsemann( 1781-1865). Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her. 84. Erinn're dich, mein Geist, erfreut Des hohen Tag's der Herrlichkeit. Halt im Gedächtniß Jeſum Christ, Der von dem Tod erstanden iſt. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien'; Als spräch' er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau' über dich und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint Und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar Dem, der da ist und der da war! Sein Name ist gebenedeit Von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, Wenn sie mein Geist mit der vergleicht, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Du, der du in den Himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst; Und du erfüllst einst mein Vertraun, Die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, Unsterblich, heilig, Engeln gleich Mit meinen Augen dich zu schaun. 8. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, In Wolken herrlich kommen wirst, Erweckt aus meinem Grabe gehn Und rein zu deiner Rechten stehn. 9. Mit Engeln und mit Seraphint, Mit Thronen und mit Cherubim, Mit allen Frommen aller Zeit Soll ich mich freu'n in Ewigkeit. 10. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm Erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gefreuzigt, Gottes Sohn, Sind wir auch auferstanden schon. 11. Nie komm es mir aus meinem Sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin, Damit ich mich, in Liebe treu, Zu deinem Bilde stets erneu'. 12. Er ist's, der Alles in uns schafft; Sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. 85. Größter Morgen, der Nach der tiefen Nacht belebt, Der sie nach dem Wort ,, es werde!" Nochmals aus dem Nichts erhebt! Oster- Lieder. Nach der Nacht voll düst'rer Sorgen, Da man angst- und kummervoll Ohne Jesus leben ſoll, Bringt der allerschönste Morgen Jesum aus des Todes Thor, Jesum, unser Licht, hervor. 2. Seht! der Stein ist abgehoben un Und kein Kriegsknecht hütet mehr; Blickt nun selig froh nach oben: Jesus lebt, das Grab ist leer! Kommt und seht, wo er gelegen; Tuch und Binden findet ihr, Aber Jesus ist nicht hier. Engel rufen euch entgegen: ,, Sucht ihn, sucht den nicht im Grab. Der der Welt das Leben gab!" 3. Großes Haupt, so lebst du wieder? Nur auf wenig Tage todt? Nun erwachen Siegeslieder Mit dem Ostermorgenroth! Engel müssen sie dir singen: Den ihr suchet, Jesus, lebt!" Und die Gruft hallt: ,, Jesus lebt!" Und die nahen Felsen klingen: ,, Gottes Sohn, der todt war, lebt!" Und die Welt ertönt: ,, er lebt!" 4. Lebt nun auf, ihr stillen Seelen, Die in Thränen ihr zerfloss't, Die ihr euch in Kummerhöhlen Ohne Licht und Kraft verschloss't! Er, an den ihr doch geglaubt, Ist vom Tode nicht geraubt, Nein, er lebt, ist frei von Banden Und mit Klarheit angethan; Betet euren König an! 57 Gott und Menschheit sind verföhnet. Seht, wie glänzt der große Held, Der des Abgrund's und der Höllen Und der Himmel Schlüssel führt, Und mit Ehr' und Schmuck gezieret, 5. Jauchz', o Erde, Himmel, tönet, Rühme, neu geschaffne Welt! Seine Kirche sicher stellen Und nach tiefem Gottesplan Ewig selig machen kann! 6. Großer Hirte deiner Schafe, Von den Todten ausgeführt, Dem, nach ganz erlittner Strafe Uns'rer Schuld, der Preis gebührt! Nimm ihn von den Millionen Derer, die das Grab noch deckt, Derer, die dein Ruf schon weckt, Derer, die im Himmel wohnen, Auch von uns hier unten an, Wie dich Jeder preisen kann! 7. Hilf uns aus den Fesseln gehen, Da die Welt uns mit bestrickt; Laß uns geistlich auferstehen, Allem Sündendienst entrückt! Schenk' uns Kraft zum neuen Wesen, Daß es täglich Ostern sei, Dann kommt einst der Tag herbei, Da du völlig uns erlösen Und zu dir erheben wirst, Auferstand'ner Siegesfürst. Johann Lehmus( 1707-1788). Miel. Jesus, meine Zuversicht. 86. Hav Tod und Teufel sind bezwungen; Gruft und Kluft und Erde bebt, Da der Held hindurchgedrungen. Geht nicht mehr nach Golgatha, Jesus lebt, Hallelujah. 2. Hallelujah! seht das Grab, Die ihr seinen Tod beweinet. Oster- Lieder. 58 Trocknet eure Thränen ab, Weil die helle Sonne scheinet. Euer Heiland ist nicht da, Jesus lebt, Hallelujah. 3. Hallelujah! suchet nicht Den Lebend'gen bei den Todten, Glaubet aber dem Bericht Der verklärten Osterboten. Diese wissen, was geschah: Jesus lebt, Hallelujah. 4. Hallelujah! dieses Wort Soll mich wiederum beleben. Kann ich gleich nicht an den Ort Seines Grabes mich begeben, G'nug, daß es mein Glaube sah: Jesus lebt, Hallelujah. 5. Hallelujah! er wird mir Leben in dem Tode geben. Also sterb' ich freudig hier, Christi Tod ist nun mein Leben. Nun getrost, ich glaube ja: Jesus lebt, Hallelujah. Benj. Schmold( 1672-1737). Ich werde den wohl schauen, Der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, Und dennoch wirst du frei; Auch meines Grabes Siegel Bricht einst dein Arm entzwei. Du wirst den Stein schon rücken, Der auch mein Grab bedeckt. Da werd' ich den erblicken, Der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe Und zeigest mir die Bahn, Wohin ich endlich gehe, Da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich; Da warten lauter Kronen In deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, O meines Todes Tod! Dir will ich mich ergeben Jn meiner letzten Noth. Dann schlaf' ich ohne Kummer In deinem Frieden ein, Mel. Valet will ich dir geben. 87. ch geh' zu deinem Grabe, und wach' ich auf vom Schlummer, Du großer Weil ich die Hoffnung habe, Daß du mir zeigen wirst, Wie man kann fröhlich sterben Und fröhlich auferstehn Und mit den Himmelserben 3. Du ruhest in dem Grabe, Daß ich auch meine Ruh Im Schooß der Erde habe; Du schließ'st die Augen zu: So soll mir gar nicht grauen, Wenn mein Gesicht vergeht; Sollst du mein Loblied sein. Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Lobt Gott, ihr Christen. In's Land des Lebens gehn. 88. Ich sag' es Jedem, daß er 2. Du liegest in der Und haft sie eingeweiht, Wenn ich begraben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut, Auch in den Staub zu legen, Was Staub und Asche ist, Weil du ja allerwegen Der Herr der Erde bist. Und auferstanden ist, Daß er in uns'rer Mitte schwebt Und ewig bei uns ist. 2. Ich sag' es Jedem, Jeder jagt Es seinen Freunden gleich, Daß bald an allen Orten tagt Das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn Erst wie ein Vaterland. Ein neues Leben nimmt man hin Entzückt aus seiner Hand. Oster- Lieder. 4. Hinunter in das tiefe Meer| Gnade hat er zugesagt, Versank des Todes Graun, Und Jeder kann nun leicht und hehr In seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, Geht in den Himmel aus, Und wer nur hört auf seinen Rath, Kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weine Keiner mehr allhie, Wenn eins die Augen schließt; Vom Wiedersehn, spät oder früh, Wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That Ein Jeder frischer glühn; Denn herrlich wird ihm diese Saat Auf schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, Wenn Alles uns verläßt; Und so soll dieser Tag uns sein Ein Weltverjüngungsfest. 59 Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich Von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht: Dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich Daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht: Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! sein Heil ist mein, Ueber alle Welt gegeben; Mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes Ehre; Sein sei auch mein ganzes Leben; Reines Herzens will ich sein Und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht: Dies ist meine Zuversicht. Fr. Ludw. von Hardenberg( Novalis) 90. Jesus, meine Zuverſicht ( 1772-1801). Und 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsterniß, Keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu jeder Pflicht: Dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! mun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben: Welchen Trost in Todesnoth Wird er meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. Fürchtegott Gellert( 1715-1769). Eigene Melodie. Mel. Jesus, meine Zuversicht. ist im Leben: Dieses weiß ich; sollt' ich nicht 89. Jesus lebt, mit ihm auch Darum mich zufrieden geben? Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt! Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt; Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Bu genau mit ihm verbunden; Meine starke Glaubenshand Wird in ihn gelegt befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 60 Oster- Lieder. 4. Ich bin Fleisch und muß| Und euch dem schon jeßt ergebt, Dem ihr beigefügt sollt werden. Schickt das Herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. daher Auch einmal zu Asche werden. Das gesteh' ich, doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög' allezeit. 5. Dann wird mich statt dieser Mel. Nun lob', mein' Seel', den Herren. 91. binge, meine Seele, Dem Welterlöser, bet' ihn an; Lobsing' ihm und erzähle, Was er zum Heil dir hat gethan. Er hat für dich gerungen, Durch seine Macht hat er Des Todes Macht bezwungen, Gestürzt der Hölle Heer. Nun liegt ihr Trotz darnieder, Sein Sieg hat uns befreit; Uns frönet Gott nun wieder Mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne Den festlich frohen Tag herauf; Da stand er, unsre Wonne, Der Heiland und Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden Des Himmels mich erhebt, Gedanke, der das Leiden Mit reichem Trost belebt, Des höhern Lebens Quelle, Mein Schild in jeder Noth: Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? Haut Ein verklärter Leib umgeben, Für die neue Welt gebaut Und geschickt zum bessern Leben. Und in diesem Leib werd' ich Jesus sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht Wird ihn, meinen Heiland, kennen; Ich, ich selbst, ein Fremder nicht, Werd' in seiner Liebe brennen; Nur die Schwachheit um und an Wird von mir sein abgethan. 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd' ich ausgesä't, Himmlisch werd' ich auferstehen. Hier geh' ich natürlich ein, Dort, da werd' ich geistlich sein. 8. Seid getrost und hocherfreut! Jesus trägt euch, seine Glieder. Gebt nicht Statt der Traurigkeit; Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wenn die letzt' Posaun' erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Erdenkluft, Lacht des Todes und der Höllen; Denn ihr sollt euch aus der Gruft Eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruk Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg( 1627-1667). Liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden 3. Der Felsen Grund erbebet, Die Mächte fliehn, das Grab iſt leer. Der todt war, sich, er lebet, Er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken, Er stärkt die Wankenden; Sie sehn ihn, freu'n sich, danken Dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen Und gehn, wie er gebot, Mit Freuden hin und zeugen Von ihm bis in den Tod. Oster- Lieder. 4. Herr, deine Boten siegen,| Und soll ich ihm mein Leben Von dir und deinem Geist gelehrt; Die Gößentempel liegen, Der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. geben, Kommt mir der Tod nicht schrecklich für, Weil er mich in den Himmel hebt, all So wahr als Jesus ist und lebt. Benjamin Schmold( 1672-1737). Ich weiß, an wen ich glaube, Bin freudevoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, Jhn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, Wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; Er starb für mich und lebt. Christoph Neander( 1723-1802). Eigene Melodie. 93. Preis dem TodesüberSieh, er starb auf Golgatha! Preis dem Retter aller Sünder, Was er uns verhieß, geschah; Sieh', er starb auf Golgatha; Singt, des neuen Bundes Kinder, 92. Grab' eilt er empor, Singet ihm in höherm Chor! 2. Laßt des Dankes Harfe klingen, Daß die Seele freudig bebt! Laßt uns, laßt uns mächtig singen Dem, der starb und ewig lebt, Daß das Herz vor Wonne bebt! Preis und Ehre laßt uns bringen Dem, der starb und ewig lebt! Dem, der starb und ewig lebt! 3. Da in Morgendämmerungen Noch verhüllt die Erde schwieg, Da zu tiefern Anbetungen Gottes Engel niederstieg, Aber jetzt noch bebend schwieg. Da erstandest du! schnell sunMel. O daß ich tausend Zungen hätte. ein Jesus lebt! wie Hier steht mein Haupt und triumphirt; So muß ich ja das Leben erben, Weil Noth und Tod die Macht verliert. Weg Traurigkeit, weg Sorgenheer! Mein Jesus lebt, das Grab ist leer. 61 2. Mein Jesus siegt! drum liegt zu Füßen, Was mir das Leben rauben kann; Der Tod muß nun die Erde küssen, Und Alles wird mir unterthan. Der Hölle Abgrund selber bebt, Denn überall schallt's: Jesus lebt. 3. Mein Jesus lebt! Das Grab ist offen: So geh' ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, Daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie süß erschallt die Stimme hier: Ich leb' und ihr lebt auch in mir. 4. Mein Jesus bleibt also mein har Leben, Er lebt in meinem Herzen hier; 1 gene Aller Himmel Chöre dir! Todesüberwinder, dir. 4. Jetzt, da ich an dich nur glaube, Seh ich dunkel nur von fern, Ich, der Wanderer im Staube, Dich, die Herrlichkeit des Herrn! Dich, die Herrlichkeit des Herrn! Dennoch, wenn ich innig glaube, Wenn ich dürste, strömt mir Ruh Deines Tod's und Lebens zu. Oster- Lieder. 62 5. Gerne will ich hier noch wallen, Herr, so lange du es willst. Knieen will ich, niederfallen, Flehn, bis du dich mir enthüllst Und mein Herz mit Kraft erfüllst, Dein hochheilig Lob zu lallen. Selig war stets, wen dein Lob, Ewiger, zu dir erhob! 6. Wann ich aus dem Grabe gehe, Wann mein Staub Verklärung ist, Wann ich, Herr, dein Antlitz sehe, Dich, mein Mittler, Jesu Christ, Dich, Verklärter, wie du bist, O dann, wann ich auferstehe, Hab ich, du der Sünder Heil, Ganz an deinem Leben Theil! Friedrich Klopstodk( 1724-1803). | Deiner armen Heerde mit, Die in froher Sehnsucht heute Vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gieb uns Allen, so jauchzet Herz und Muth, Weil das Loos uns wundergut Und auf's lieblichste gefallen! Freud' und Wonne grünen da, Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß! o Sonne der Gerechten, Deinen Strahl in's Herz uns gehn. Gieb Erleuchtung deinen Knechten, Daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, O so förd're du den Lauf, Rufe mächtig: ,, wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, Und der helle Tag ist da!" Gott sei Dank, Halleluja! 5. Tilg' in uns des Todes Grauen, Wann die letzte Stunde schlägt, Weil du denen, die dir trauen, Schon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchsten Nöthen, Gieb uns mitten in der Pein Deinen Trost und Glauben ein, O so kann der Tod nicht tödten; Denn die Hoffnung blühet da. Gott sei Dank, Halleluja! 6. Zeige, wann der blöde Kummer Ueber Sarg und Grüften weint, Wie die Schwachheit nach dem Schlummer Mel. Jeju, du mein liebstes, oder: Sollt' ich meinem Gott nicht zc. 94. Ueberwinder, nimm die Palmen, Die dein Volk dir heute bringt, Das mit frohen Osterpsalmen Den erkämpften Sieg befingt! Wo ist nun der Feinde Pochen Und der Würger Mordgeschrei, Da des Todes Nacht vorbei, Und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da. Gott sei Dank, Halleluja! 2. Stecke nun dein Siegeszeichen Auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen, Denn nach harter Leidenszeit Ist dein Lag der Herrlichkeit, Höchste Majestät, erschienen! Erd' und Himmel jauchzen da. Gott sei Dank, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute Dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, Oso streift das tühle Grab Nur, was sterblich heißt, uns ab, Und der Staub ist unverloren: Unser Hirte hütet da. Gott sei Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder Oster- Lieder. 63 Denn er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw' aus Juda's Stamm Endlich aus der dunklen Nacht,| Und sorge nicht: er ist nicht fern, Wann der Deinen Asche wieder In verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben, Dann wird uns're volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust Ewig deinen Sieg erheben, Und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Halleluja! Christian Taddel( 1706-1775). Die Sonn' ist aufgegangen; Ermunt're dich, mein Geist und Sinn, Mel. Es ift das Heil uns kommen her. 95. auf, mein Herz, Wachacht ist hid, Weil Jeſus überwunden; In dir auch überwinde weit Er, der den Feind gebunden. Er hilft dir nun, daß du aufstehst Den Heiland zu empfangen, Der heute durch des Todes Thor Gebrochen aus dem Grab hervor Der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh' aus dem Grab der Sünden auf Und such' ein neues Leben; Vollführe deinen Glaubenslauf Und laß dein Herz sich heben Gen Himmel, da dein Jesus ist, Und such', was droben, als ein Christ, Der geistlich auferstanden. 3. Bergiß nun, was dahinten ist, Und tracht nach dem, was droben, Damit dein Herz zu jeder Frist Zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt Und strebe nach des Himmels Belt, Heut siegreich überwunden, Und das erwürgte Gotteslamm Das Leben wieder funden; Es bringt Heil und Gerechtigkeit Und hat nach hartem Kampf und Streit Wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, Dein Jesus wird ihn heben; Es kann ein Christ bei Kreuzespein In Freud' und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn Den Feind zur Schau getragen. 6. Drum auf, mein Herz, geh' in den Streit, Und in ein neues Leben gehst Und Gott im Glauben dienest. 7. Laß weder Teufel, Welt, noch Tod Dich scheu und zaghaft machen; Denn Jesus lebt, es hat nicht Noth, Er ist noch bei den Schwachen Als ein gekrönter Siegesheld; Und den Geringen in der Welt D'rum wirst du überwinden. 8. Ach, mein Herr Jesu, der du bist Vom Tode auferstanden, Rett' uns aus Satans Macht und List Und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein Zum neuen Leben gehen ein, Das du uns hast erworben. 9. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern Und ewig in der Herrlichkeit Von allen Ueberwindern, Die überwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gieb uns Kraft und Muth, Daß wir auch überwinden! Laurentius Laurenti( 1660-1722), Univ.- Bibl. Giessen 64 Oster- Lieder. Mel. O bu Liebe meiner Liebe. 96. Wand'le leuchtender und schöner, Oftersonne, deinen Lauf; Denn dein Herr und mein Verföhner Stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, Bargst du dich in nächt'gen Flor; Doch jetzt komm hervor und leuchte, Denn auch er stieg längst empor! 2. Erde, breite dich in Frieden Unter deinem Himmel aus; Denn dein Herr ist nicht geſchieden, Er zerbrach des Todes Haus. Deine starten Felsen bebten, Als er seinen Geist verhaucht. Grüße nun den Neubelebten Wonnevoll, in Licht getaucht! 3. Doch du selber, meine Secle, Sag', wie feierst du den Tag, Da der Herr des Grabes Höhle Mit gewalt'gem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen Auch in rechter Osterfreud'? Kann man an dir selber sehen, Welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auferstanden Aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden Losgerungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen Und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermorgen Noch kein helles Morgenroth? 5. O dann laß dich nicht bedecken Länger mehr die finst're Nacht; Sieh, dein Herr ist, dich zu wecken Von dem Tode, aufgewacht! Komm', vom Schlaf dich zu erheben, Komm', der Fürst des Lebens ruft: ,, Wache auf zum neuen Leben, Steig' herauf aus deiner Gruft!" 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, gnädig Die durchbohrten Hände hin, Macht dich der Betäubung ledig, Weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, Darum bleibe nicht zurück, Raff' dich auf, dich zu erfreuen An des neuen Lebens Glück! 7. Steig' empor zum neuen Leben; Denn du schliefeft lang' genug. Kraft zum Leben wird dir geben, Der für dich den Tod ertrug. Fang' nur an erst aufzuſtehen, Fühlst du dich auch noch so matt; Der wird dir zur Seite gehen, Der dich auferwecket hat. 8. bedenke und erwäge, Wie du gehn magst, nicht so lang'! Solch Bedenken macht nur träge, Macht dich mehr noch schwach und frank. Keine Hilfe wird versagen Er, wenn du nur erst begannst, Wird dich auf den Armen tragen, Wo du selbst nicht gehen kannſt. 9. Sieh, dein Herr ist auferstanden, Daß du könntest auferstehn, Aus der Sünde Haft und Banden In die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur ergeben, Streift er deine Ketten ab, Und du siehst dein altes Leben Hinter dir als leeres Grab. Karl Spitta( 1801-1859). Gottes, Mel. Marter Gottes, wer fann. 97. We enn der Herr, der aus dem Grab erwachte, Seinen heil'gen Friedensgruß Ofter- Lieder. In die Preise seiner Lieben brachte: Welche Stunden voll Genuß! Möcht' auch uns in diesen Segenstagen 65 5. Dank sei dir, du Herr und Gott der Deinen, Bis an's Ende fühlbar nah! Noch kannst du dem Geist in Kraft erscheinen, Daß er jauchzt: der Herr ist da! Kannst mit deinem Hauche neu beleben, Und den Geist aus Gott uns wiedergeben. Komm' in deines Geistes Kraft, Herr, zu deiner Jüngerschaft! Karl Garve( 1763-1841). Defters solch ein Himmelsstündlein schlagen, Und sein holdes Friedensweh'n Uns mit Gotteskraft durchgeh'n! 2. Thränen, die ihm Lieb' und Sehnsucht weinen, Trocknet er mit milder Hand. Freundlich naht er wandelnd zu den Seinen, Seht ihr Herz in heil'gen Brand; Freundlich läßt er sich zum bitten, Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. Gehet ein zu unsern Friedens- 98. Mo willst du hin, weil's Abend ist, hütten, Reicht sein Lebensbrot uns dar, Und ihn kennt der Seinen Schaar. 3. Oder prüfend tritt er vor die Seele: ,, Hast du, sprich, hast du mich lieb?" Wer verdeckt ihm Schwächen oder Fehle? Wer den tiefst verborg'nen Trieb? Selig, wessen Herz, durch ihn entzündet, Laut're Lieb' in Wort und Werk verkündet Und, zum Glaubenssieg geübt, Ohne Sehen glaubt und liebt! 4. Selig, wen der Herr bei seinem Namen Mit der Himmelsstimme nennt; Wer, wenn lange Glaubensnächte kamen, Froh beschämt ihn wieder kennt! Stammelnd wird er jetzt zu seinen Füßen Ihn mit neuer Glaubenswonne grüßen; Und entbrannt für ihn, für ihn Froh durch Tod und Leben zieh'n. O lieber Pilger, Jesus Christ? Komm', laß mich so glückselig sein Und kehr' in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, Dieweil es ist so gut gemeint; Du weißt, daß du zu aller Frist Ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, Die Nacht sich schon von ferne zeigt; Drum wollest du, o wahres Licht, Mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn Zum Himmel sicher finden kann, Damit die dunkle Sündennacht Mich nicht verführt, noch irre macht. 5. Vor Allem in der letzten Noth Hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib', ich halt' dich fest, Ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Johann Scheffler( 1624-1677.) Oster- Lieder. 66 Mel. Jesu, meines Lebens Leben. oder: Alle Menschen müssen sterben. 99. 3ween Jünger gehn mit Sehnen Ueber Feld nach Emmaus. Ihre Augen sind voll Thränen, Ihre Seele voll Verdruß, Und sie wechseln Klageworte; Doch es ist von ihrem Orte Schon der Heiland gar nicht weit Und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen Ihrem stillen Jammer nach; Sie beweinen voller Schmerzen Ihre Noth, ihr Ungemach. Manches wandert gar alleine, Daß es nur zur G'nüge weine; Doch mein Jesus ist dabei, Fragt', was man so traurig sei? 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, So ist er der dritte Mann; Er bemerket die Gebrechen, Redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, Gleich als ob er ferne wäre, O, so ist er mehr als nah Und mit seiner Hilfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, Bleibe weiter doch bei mir! Kommt die Welt, mich anzufeinden, Ach, so sei du auch allhier! Wenn mich Trübsalswetter schrecken, Wollst du mächtig mich bedecken. Komm', in meinem Geist zu ruhn: men. Er weiß Alles, nah' und fern, Seine Treue hilft uns gern. 4. Jesus ist mir nachgegangen, Wenn ich meiner Eitelkeit Und den Sünden nachgehangen. O, der unglücksel'gen Zeit, Die ich dergestalt verloren! Doch er hat mich neugeboren; Jesus hat an mich gedacht Und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Noth gefunARENDU den, So ließ er mich nicht allein. Jesus stellt zur rechten Stunde Sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich im Leid verzehre, Was du willst, das will ich thun. 7. Bin ich traurig und betrübet, Laß es so mein Herz entzünden, Daß es voller Liebe brennt Und dich immer besser kennt. 8. Tröst' auch Andre, die voll Jammer Wie wir glaubenslos oft träu- Einsam durch die Fluren gehn, Oder in der stillen Kammer Tiefbekümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trennen, Herr, so gieb mir in den Sinn, Daß mich deine Seele liebet Und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen, Daß sie sich satt weinen können, Sprich dann ihren Seelen zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, Ach, so nimm mich auch mit dir. Laß mich deine Freuden theilen, Sei und bleibe stets bei mir. Bleibe doch in uns'rer Mitten, Wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, Daß du mich getröstet hast! Joh. Neunherz( 1653-1737). Himmelfahrts- Lieder. 7. Himmelfahrt. Met. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Laß unsern Wandel himmlisch sein, Daß wir der Erde eitlen Schein Und Hoffahrt stets verachten. Nicht'ges, Flücht'ges Laß uns meiden, christlich leiden, Wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Hort, Sei unser Ruhm und sich'rer Ort, Darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist. Auf Erden wohnet Trug und List; Es ist auf allen Straßen 100 Ah, wundergroßer Ad Siegesheld, Du Sündenträger aller Welt, Heut bist du aufgefahren Zur Rechten Gottes in der Kraft, Hast deinem Reich den Sieg verschafft Ob aller Feinde Schaaren. Mächtig, Prächtig Triumphirst du und regierst du, Tod und Leben Ist. Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim; Viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben, Weil du den Segen wiederbracht, Mit Majestät und großer Pracht Zur Freude bist erhoben. Singet Klinget, Rühmt und ehret den, der fähret Auf zum Throne, Zu empfah'n die Himmelstrone. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir Sind Glieder, ja, es kommt von dir Auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Friede, Freude, Stärk' und Kraft, Ja, was dem Herzen Labsal schafft, Wird uns von dir gegeben. Dringe, Zwinge, Ew'ge Güte, mein Gemüthe, Dich zu preisen, Lob und Dank dir zu erweisen. 4. Zich', Jesu, uns, zich' uns nach dir, Hilf, daß wir forthin für und für Nach deinem Reiche trachten. 67 Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, Die da quälen Täglich, stündlich uns're Seelen. 6. Herr Jesu, komm', du Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, Komm', stille das Verlangen! Du, du bist Allen uns zu gut, Jesu, durch dein theures Blut In's Heiligthumt gegangen. Komm', Herr, Hilf, Herr! Denn so sollen, denn so wollen Wir ohn' Ende Jauchzend heben unsre Hände. Ernst Homburg( 1605-1681). Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 101. Auf Christi Himmelfahrt allein Ich meine Nachfahrt gründe Und allen Zweifel, Angst und Pein, Hiermit stets überwinde. 5* Himmelfahrts- Lieder. 68 Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird seine Glieder Jesus Christ Zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan, Und große Gab' empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, Sonst nirgends Ruh' erlangen. Denn wo mein Schaß gekommen iggs hin, Da ist auch stets mein Herz und Sinn; Nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wahren Glauben ich Mag meine Nachfahrt zieren, Und dann einmal, wenn dir's gefällt, my Mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen! Josua Wegelin( 1604-1640). Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 102. Auf uf diesen Tag bedenken wir, Daß Christus aufgefahren, Und flehn mit herzlicher Begier, Gott woll' uns All' bewahren, Die wir auf dieser armen Erd', Ohn' ihn von Noth und Tod beschwert, Nicht Trost noch Hoffnung haben. 2. Gott Lob, nun ist der Weg gemacht, Uns steht der Himmel offen; Christus schließt auf mit großer Macht, Was vorhin war verschlossen. Wer's glaubt, deß Herz ist freudenvoll; Dabei er sich doch rüsten soll, Dem Herren nachzufolgen. 3. Wer nicht des Herren Willen thut, Jhm nicht das Herz hält offen, Der kann ja doch für Fleisch und in Blut Das Himmelreich nicht hoffen. Am Glauben liegt's: ist der nur echt, So wird gewiß das Leben recht zu Gott hinaufgerichtet. 4. Solch' Himmelfahrt fängt in uns an, Wenn wir den Vater finden, Stets fliehn der Weltlust breite Bahn Und werden Gottes Kinder: Die seh'n hinauf und Gott herab, An Treu' und Lieb' geht ihn'n nichts ab, Bis sie zusammen kommen. 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, Wenn uns Gott zu sich nehmen Und seinem Sohn wird machen gleich, Wie wir ihn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud' und Muth 3u ew'ger Zeit beim höchsten Gut: Gott woll', daß wir's erlangen! Joh. Zwick( 1496-1542). Vel. Balet will ich dir geben. 103. Ergrünt, ihr Siegespalmen! Ihr Himmel, werdet klar, Ihr Herzen, bringet Psalmen Und schmücket den Altar! Singt von dem Menschensohne Und seinem großen Sieg! Singt, wie er auf zum Throne Der Ewigkeiten stieg! 2. Der cinst, von Qual durchdrungen, Den Sündern war ein Spott; Himmelfahrts- Lieder. Der unsern Tod verschlungen In seine Todesnoth: Den sehn wir hoch und prächtig Im Siegesglanze ziehn, Der schwinget sich allmächtig Durch alle Himmel hin. 3. Die Engel und die Thronen Und aller Mächte Chor, Viel tausend Legionen, Die schwebten mit empor, Den Sieger zu geleiten, Als er sich herrlich hob, Den König zu begleiten Mit Preisgesang und Lob. 4. Dort auf dem Delberg stehen Die Jünger, arm und schwach; Mit deiner Mutter sehen Sie dir, o Jesu, nach. Doch sehn sie froh dich scheiden In deinen Sternensaal, Weil du mit Licht und Freuden Sie tröstest ohne Zahl. 5. Du aber hast nach oben Zum Throne dich gewandt Und waltest ewig droben Zu Gottes rechter Hand. Von dannen wirst du kommen In Richtermajeſtät; Dann jauchzen deine Frommen, Der Stolzen Hohn vergeht. 6. O Jesu, Heil der Deinen, Rüst' uns auf diesen Tag, Sei's, daß er heut erscheinen, Sei's, daß er säumen mag! Wenn dann dir deine Knechte Verklärt entgegenziehn, Dann führe deine Rechte Auch uns zum Himmel hin! 7. Dann laß in Strömen quiffen Dein schönes Lebenslicht; Dann zeig' uns ohne Hüllen Des Vaters Angesicht. O himmlisches Entzücken! O sel'ger Liebeszug! 69 Wenn wir nur dich erblicken, Hat unser Herz genug. Nach einem lateinischen Liebe von Beda dem Ehrwürdigen( † 735) übertragen von A. Knapp. 104. Her muß ich leiden Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. err, auf Erden Und bin voller Angst und Weh. Warum willst du von mir scheiden? Warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir, Oder bleibe doch in mir, Daß ich dich und deine Gaben Möge täglich bei mir haben. 2. Laß mir doch dein Herz zurücke Und nimm meines mit hinauf; Wenn ich Seufzer zu dir schicke, Thue mir den Himmel auf, Und wenn ich nicht beten kann, Rede du den Vater an; Denn du bist zu seiner Rechten: Darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Zieh' die Sinne von der Erde Ueber alles Eitle hin, Daß ich mit dir himmlisch werde, Ob ich gleich noch sterblich bin, Und im Glauben meine Zeit Richte nach der Ewigkeit, Bis wir auch zu dir gelangen, Wie du bist vorangegangen. 4. Dir ist Alles übergeben, Nimm dich auch der Deinen an! Hilf mir, daß ich christlich leben Und dir heilig dienen kann. Klagt der Satan wider mich, Ach, so wirf ihn unter dich, Zu dem Schemel deiner Füße, Daß er ewig schweigen müsse. 5. Meine Wohnung mir bes reite Droben in des Vaters Haus, Himmelfahrts- Lieder. 70 Da ich werde nach dem Streite Bei dir gehen ein und aus. Herr, der Weg dahin bist du, Darum bringe mich zur Ruh. Nimm an meinem letzten Ende Meinen Geist in deine Hände. 6. Kehre, wenn es Zeit ist, wieber, Denn du hast es zugesagt, Und erlöse deine Glieder Aus des finstern Grabes Nacht. Richtest du alsdann die Welt, Die dein Wort für Lügen hält, So führ' uns nach allem Leide Ein zu deines Himmels Freude. Casp. Neumann( 1648-1715). Mel. Wie groß ist bes Allmächt'gen Güte. 105. Jhr aufgehob'nen Voll Heil, voll Wunderkraft des Herrn, Ihr wirkt und waltet bis an's Ende, Uns ungesehn, doch niemals fern. Im Segnen seid ihr aufgefahren, Im Segnen kommt ihr einst zurück; Auch in des Glaubens Pilgerjahren Mel. Alle Menschen müssen sterben. Bleibt ihr der Seelen Trost und 106. Siegesfürst und 2. Ihr segnet Christi Schaar hienieden Mit Freude, die ohn' Ende währt; Ihr legt auf sie den hohen Frieden, Den keine Welt uns sonst bescheert. Ja, segnend ruht ihr auf den Seinen; Dies beugt und stärkt uns bis ans Grab, Und wenn wir Sehnsuchtsthränen weinen, So trocknet dies die Thränen ab. 3. Jhr zieht mit Gottestraft die Herzen Zu ihm und an sein Herz hinauf; Ihr stillt, ihr heilt die Seelenschmerzen, Ihr helft der Schwachheit mächtig dig auf. Jhr brecht den Zwang, der kettet, Ihr faßt und stärkt des Pilgers Hand; Ihr hebt, ihr tragt, und ihr errettet Und führet uns ins Vaterland. 4. Einst öffnet ihr die Himmelsthore Der treuen Erdenpilgerschaar Und reicht dem Ueberwinderchore Des ew'gen Lebens Krone dar. Dann, dann, mit jeder Gottesgabe, Mit jedem Heil begabt durch euch, Jauchzt eurem goldnen Königsstabe Des weiten Himmels Königreich. Karl Garve( 1763-1841). Du verklärte Majeſtät, Alle Himmel sind zu wenig, Du bist d'rüber hoch erhöht; Sollt' ich nicht zu Fuß dir fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Wenn mein Glaubensaug' entzückt Deine Herrlichkeit erblickt? 2. Seh' ich dich gen Himmel fahren, Seh' ich dich auf Gottes Thron, Sch' ich, wie der Engel Schaaren Jauchzen dir, dem ew'gen Sohn; Sollt' ich da nicht niederfallen Himmelfahrts- Lieder. Und mein Herz vor Freude wallen, Da der Himmel jubilirt, Und mein König triumphirt? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, Deine Klarheit sich enthüllt, Und mit neuem Glanz und Wonne Alle Himmelsgeister füllt; Brächtig wirst du aufgenommen, Freudig heißt man dich willkommen: Schau', dein armes Kind steht hier, Ruft auch Hosianna dir. 4. Sollt' ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Klarheit seh? du Sollt' mein Muth noch wollen sinken, Da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen Ohne Furcht und ohne Grauen, Nur in Jesu Namen mich Beugen hier und ewiglich. 5. Herr, dein heil'ger Geist ergieße Ueber uns sich kräftiglich, Bis zum Schemel deiner Füße Alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum fernsten Ende, Mache dir auf Erden Bahn, Alle Herzen unterthan. 6. Nun erfüllst du aller Orten Alles durch dein Nahesein; Meines armen Herzens Pforten Steh'n dir offen, komm' herein! Komm', du König aller Ehren, 71 Treuer Gott, und deinen Geist Denen, die dich bitten, giebest, Ja, uns um ihn bitten heiß'st, Romm', bei mir auch einzukehren! Ewig in mir leb' und wohn', Wie in deinem Himmelsthron! Gerhard Tersteegen( 1697-1769). Mel. Ach Gott und Herr. 107. ich uns nach dir, So eilen wir Mit herzlichem Verlangen Hin, da du biſt, Jesu Christ, Aus dieser Welt gegangen. 2. Zieh' uns nach dir In Heilsbegier Aus diesem Erdenleben, So dürfen wir Nicht länger hier In Noth und Sorgen schweben. 3. Zieh' uns nach dir, Herr Christ, ach führ' Uns deine Himmelsstege, Wir irren leicht, Sind bald verscheucht Vom rechten Lebenswege. 4. Zieh' uns nach dir, So folgen wir Dir nach in deinen Himmel, Daß uns nicht mehr Allhier beschwer' Das böse Weltgetümmel. 5. Zieh' uns nach dir Nur für und für Und gieb, daß wir nachfahren Dir in dein Reich, Und mach' uns gleich Den auserwählten Schaaren. Friedr. Fabricius( 1642-1703). 8. Pfingsten. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Demuthsvoll fleh ich zu dir: 108. Der du uns als Bater Bater, sende ihn auch mir, Daß er meinen Geist erneue Und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Pfingst- Lieder.) 72 Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, Und mein Herz bleibt dir entrissen Und dem Dienst der Welt geweiht, Wenn er nicht durch seine Kraft Die Gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit rechter Treu' Meinen Gott und Herrn dich nennen, Stehet mir dein Geist nicht bei. D'rum so laß ihn träftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als Mittler ehre Und auf deine Stimme höre. 4. Ew'ge Quelle wahrer Güter, Hochgelobter Gottesgeist, Der du menschliche Gemüther Besserst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlanget mich; Ich ergebe mich an dich: Mache mich zu Gottes Preise Heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, Daß ich dich, mein höchstes Gut, Ueber Alles möge lieben, Daß ich mit getrostem Muth Deiner Vaterhuld mich freu Und mit wahrer Kindestreu Stets vor deinen Augen wandle Und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, Bilde mich nach deinem Sinn, Daß ich Lieb' und Sanftmuth übe Und mir's rechne zum Gewinn, Wenn ich je ein Friedensband Knüpfen kann, wenn meine Hand Zur Erleicht'rung der Beschwerden Kann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, Die verborg'nen Sünden sehn, Sie voll Reue Gott bekennen Und ihn um Vergebung fleh'n. Mache täglich Ernst und Treu', Mich zu bessern, in mir neu; Zu dem Heiligungsgeschäfte Gieb mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen niederschlägt, Wenn sich in mir Zweifel finden, Die mein Herz mit Zittern hegt, Wenn mein Aug' in Nöthen weint, Und Gott nicht zu hören scheint, O, dann laß es meiner Seelen Nicht an Trost und Stärkung fehlen! 9. Was sich Gutes an mir findet, Ist dein Gnadenwerk in mir; Selbst den Trieb hast du entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so sebe durch dein Wort Deine Gnadenwirkung fort, Bis sie durch ein selig Ende Herrlich sich an mir vollende. David Bruhn( 1727-1782). Mel. Kommt Her zu mir, spricht Gottes Sohn. 109. Es jaß ein frommes Häuflein dort Und wollte nach des Herren Wort Einmüthig Pfingsten halten. Ach, laß auch jetzt im Christenstand, Herr Jesu, deiner Liebe Band Bei frommen Gliedern walten. 2. Schnell fiel hernieder auf das Haus Ein starker Wind, der mit Gebraus Sich wundersam erhoben. 73 O Gotteshauch, ach lasse dich Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Bei uns auch ſpüren kräftiglich 110. Geist der Wahrheit, Und weh' uns an von oben. 3. Er füllete die Wohnung ganz, Pfingst- Lieder. Bertheilter Bungen Feuerglanz Ließ sich auf Jedem spüren. Ach, nimm auch uns're Kirchen isein, Laß feurig deine Boten sein Und laß dein Wort uns rühren. 4. Sie wurden All' des Geistes voll Und fingen an zu reden wohl, Wie er gab auszusprechen. Erfüll' auch uns mit heil'ger Gluth, Daß wir des Herzens blöden Muth Mit freier Rede brechen. 5. Die Welt zwar treibt nur ihren Spott, Und wer nicht merkt die Kraft aus Gott, Der Höhnet: Sie sind trunken. Den rechten Freudenwein uns gieb, Erquick', o Herr, in deiner Lieb', Was noch in Angst versunken. 6. Dein Licht treib' in des Herzens Haus Mit hellen Strahlen gänzlich aus Die alten Finsternisse, Daß Blindheit, Irrthum, falscher Wahn, Und was uns sonst verleiten kann, Auf ewig weichen müsse. 7. Dein Feuer tödt' in uns'rer Brust, Aller Weisheit Quelle kennen, Jesum Christum! Nur durch dich Kann ich meinen Herrn ihn Auf daß wir, statt in Eitelkeit, Nur finden unsre wahre Freud' In Jesu treuer Liebe. Hieronymus Annoni( 1697-1721). nennen; Du, du mußt ihn mir verklären, Ganz mein Herz zu Gott bekehren. 2. In des Irrthums Finsterniß Müßt' ich ohne Führer wanken; Du nur machst das Herz gewiß Und erleuchtest die Gedanken, Offenbarest Gottes Pfade, Zeugst von Wahrheit und von Gnade. 3. Tröster, Tröster heißeſt du, Ueberschwänglich kannst du trösten; Du erfüllst mit Himmelsruh' Die Gemüther der Erlösten, Daß sie nach der Angst der Sünden Gottes Vaterhuld empfinden. 4. Mächtig stärkst du zum Gebet, Weckst in uns inbrünst'ges Schnen, Das mit stillen Seufzern fleht Und zur Wonne führt durch Thränen. Hoffnung und Geduld im Leiden Ist dein Werk, du Geist der Freuden. 5. Heiligung und Reinigkeit Und ein gottgefällig Leben, Gelige Zufriedenheit, Was sich noch regt von Sünden- Wahre luſt, Erwecke reine Triebe; Weisheit kannst du geben. Selig, die an deinen Gaben Theil durch Lieb' und Glauben haben! 6. Ich erflehe sie von dir; Todt ist noch mein ganzes Wesen. Komm' und wohne selbst in mir, 74 Und ich leb' und bin genesen. Dann wird meine Schwachheit Stärke, Und ich wirke Gottes Werke. 7. Nimm mein Herz und mach' es rein; Auch die Läuterung durch Leiden Soll mir theurer Segen sein, Pfingst- Lieder. Mel. Herzliebster Jesu was hast du zc. Weihung zu den höhern Freuden, 112. Gieb deinen Frieden gleichen Und des Glaubens Ziel erreichen. Samuel Bürbe( 1753-1831). uns, o Herr der Stärke! ntonif Im Frieden nur gedeihen deine Werke, Daß wir im Kampf mit Sünde nicht ermüden, 7. Geist der Hoffnung! führe du Mich dem Himmelserbe zu; Laß mein Herz sich deiner freu'n Und in Hoffnung selig sein. Heinrich Tode( 1733-1797). Mel. Gott sei Dant in aller Welt. 111. Geist vom Bater und Stärt uns dein Frieden. vom Sohn, Weihe dir mein Herz zum Thron; Schenke dich mir immerdar So wie einst der Jüngerschaar. 2. Geist der Wahrheit leite mich; Eig'ne Leitung täuschet sich, Da sie leicht des Wegs verfehlt Und den Schein für Wahrheit wählt. 3. Geist des Lichtes! mehr' in mir Meinen Glauben für und für, Der mich Christo einverleibt Und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist der Andacht! schenke mir Salbung, Inbrunst, Gluth von dir; Laß mein Bitten innig, rein Und vor Gott erhörlich sein. 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht! Wann mich Welt und Fleisch versucht, O dann unterstüße mich, Daß ich ringe; rette mich! 6. Geist der Heiligung! verflär' Jesum in mir mehr und mehr Und erquicke innerlich Durch den Frieden Gottes mich. 2. Des Lebens Tag ist schwül; des Lebens Abend Oft stürmisch noch und Wenigen nur labend. Ach es bedarf das Herz im Staub hienieden, Herr, deinen Frieden! 3. Gieb Frieden, daß die fromme, dir getreue, Oft schon geprüfte Seele sich erneue, Daß sie nicht muthlos hingerissen werde Vom Geist der Erde! 4. Gieb, wie den Vätern, die dir wohlgefallen, Auch uns den Frieden, die im Kampf noch wallen. Gieb Hoffnung, daß des Glaubens Ehrenkrone Dem Sieger lohne! 5. Das ganze Leben auf der dunk'len Erde Ist auch ein Streit mit Sorgen und Beschwerde. O birg uns, Herr, in deines Friedens Schatten, Wenn wir ermatten! Deck' uns 6. Und wenn zuletzt wir mit dem Tode ringen, dein Engel, Herr, mit mächt'gen Schwingen Pfingst- Lieder. Und trag' uns hin, von allem Kampf geschieden, Carl Garve( 1763-1841). Bum ew'gen Frieden! Gute Gaben seinem Kind' Und was noth ihm ist zum Leben, Wär' er gleich auch arg gesinnt: Solltest du denn, der du heiß'st Guter Vater, deinen Geist Mel. Herzlich thut mich verlangen. 113. Gieb Frieden, Herr, Mir nicht geben, mich nicht laben Mit den guten Himmelsgaben? Du milder Liebeshort! Einst bist du abgeschieden Mit süßem Freudenwort: Ich geb' euch meinen Frieden, Wie ihn die Welt nicht giebt, Verheißen und beschieden Dem, der da glaubt und liebt. 2. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden! Die Welt will Streit und Krieg, Der Stille wird gemieden, Der Wilde hat den Sieg. Nur Unruh herrscht auf Erden Und Lug und Trug und List- Ach laß es stille werden, Du stiller Jesus Christ. 75 2. Kann ein ird'scher Vater geben Frieden, Du milder Liebeshort! Dann wird es schon hienieden Ein Paradiesesort, Und Sorgen flieh'n und SchmerKehre bei mir Armen ein Und sei tausendmal willkommen; Laß mich deinen Tempel sein. Säub're du nur selbst das Haus Meines Herzens, thu' hinaus 3. Gieb Frieden, Herr, gieb Alles, was mich hier kann scheiden Von den süßen Himmelsfreuden. 3. Jesu, der du hingegangen Zu dem Vater, sende mir Deinen Geist, den mit Verlangen Ich erwarte, Herr, von dir; Laß den Tröster ewiglich Bei mir sein und lehren mich, In der Wahrheit fest zu stehen Und auf dich im Glauben sehen. 4. Heil'ger Geist, du Kraft der Frommen, zen Aus jeder schweren Brust; In Freuden glüh'n die Herzen, In Lieb' und Himmelslust. Ernst Moritz Arndt( 1769-1860). 5. Schmücke mich mit deinen Gaben. Mache mich neu, rein und schön, Laß mich wahre Liebe haben Und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Muth, Heilige mein Fleisch und Blut; Lehre mich vor Gott hintreten Und in Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben, Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 114. Gott, gieb einen mil- Dir zu Ehren soll mein Sinn Dem, was himmlisch ist, nachstreben, den Regen, Da mein Herz, wie dürrer Sand, Dürstet nach des Himmels Segen, Tränke dein verschmachtet Land; Laß des heil'gen Geistes Gab' Aus der Höh' auf mich herab Wie die starken Ströme fließen Und sich in mein Herz ergießen. Bis ich werde kommen hin, Da mit Vater und dem Sohn' Dich im höchsten Himmelsthron' Ich erheben kann und preisen Mit der Engel süßen Weisen. Mori Kramer( 1646-1702). 76 Mel. Warum soll't ich mich denn grämen. 115. Höchster Tröster, Höd komm' hernieder, Geist des Herrn, ahun Sei nicht fern, Salbe Jesu Glieder!! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat Deinen Rath Pfingst- Lieder. Seinem Volt versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, Jeder Schritt, wichtig; Daß das Herz Angst und Schmerz, Reu' und Scham empfinde. 4. Zeig' uns des Erlösers WunJesu Blut Machet gut, Was die Welt gefehlet. Reiß die Welt aus dem Verderben, Jeder Tritt Wenn wir gläubig beten. Ist ohn' dich vergebens. 7. Hilf den Kampf des Glaubens Ach das Seelenwerk ist tämpfen, Gieb uns Muth, 5. Weck' uns auf vom Sündenschlafe, Rette doch Heute noch Die verlorne Laß sie nichts mus Im Gericht Der Verstockung sterben. Wer ist wohl, Wie er soll, Treu zu handelu tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; Eins ist noth Für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig' uns selbst den Greu'l 8. Hilf uns nach dem Besten der Sünde, TALE me streben, Schenk uns Kraft, Tugendhaft Und gerecht zu leben; Gieb, daß wir nicht stille stehen, Treib' uns an, Schafe; 6. Geist der Weisheit, gieb uns Allen Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen; Lehr' uns freudig vor Gott treten, Sei uns nah Und sprich: Ja! den, Ruf uns zu: Ihr habt Ruh', Ihr habt Heil gefunden. 9. Sei in Schwachheit uns're Unsre Sünd' wird nicht gezählet: Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen: Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod Nicht von Jesu scheiden. Froh die Bahn Deines Wort's zu gehen. Stüße, Steh' uns bei, Mach' uns treu In der Prüfungshite; Führ', wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist In des Himmels Freude. Ehrenfr. Liebich( 1713-1780). Pfingst- Lieder. Eigene Melodie. 116. Romm, heiliger Geist, Erfüll' mit deiner Gnaden Gut Deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn, Dein brünstig' Lieb' entzünd' in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz Zu dem Glauben versammelt hast Das Volk aus aller Welt Zungen: Das sei dir, Herr, zu Lob ge- Weisheit, Rath, Verstand und fungen. Halleluja, Halleluja. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, Laß uns leuchten des Lebens Wort, Und lehr' uns Gott recht erkennen, Zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Denn was nur dein Wille sucht; Dein' Erkenntniß werde groß Und mach' uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die rechten Stege, Führe uns auf eb'ner Bahn. Räume Alles aus dem Wege, Was im Lauf' uns hindern kann. ullWirke Reu' durch deine Gnad', Wenn der Fuß geſtrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugniß uns empfinden, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt' vor fremder Lehr', Daß wir nicht Meister suchen mehr Denn Jesum Christ mit rechtem Glauben, Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, Nun hilf uns, fröhlich und getrost In deinem Dienst beständig bleiben, Die Trübsal uns nicht abtreiben. D Herr, durch dein' Kraft uns bereit' 77 M Eigene Melodie ober: Gott des Himmels und der Erben. 117. Kot b, omm', komm', du Und stärk' des Fleisches Blödigfeit, Daß wir hier ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll' uns jederzeit: So wird Geist und Licht und Schein In den dunkeln Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Halleluja, Halleluja. Martin Luther( 1483-1546). Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn allein sich gründen, Wenn sich Noth und Drangsal find't; Lehr' uns, daß des Vaters Zucht Einzig unser Bestes sucht. 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm treten, Frei mit aller Freudigkeit; Seufze in uns, wenn wir beten, Und vertritt uns allezeit: So wird uns're Bitt' erhört Und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird um Trost dem Herzen bange, Daß es rust voll Traurigkeit: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange! O so wende unser Leid; Sprich der Seele tröstlich zu 78 Und gieb Muth, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, Pfingst- Lieder. Du gewisser, neuer Geist, Förd're in uns deine Werke. Wenn des Satans Macht sich weis't, Schenk' uns Waffen in dem Krieg Und erhalt' in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr' auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod, noch Spott Uns denselben möge rauben: Du bist unser Schuß und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, Laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, So versich're uns je mehr, Als des Himmelreiches Erben, Jener Herrlichkeit und Ehr', Die uns wird durch Jesum Christ Und die unaussprechlich ist. Heinrich Held( gest. gegen 1659). Eigene Melodie. 118. N du allerschönstes Licht! Der du uns in Lieb' und Leide Unbesuchet läsfest nicht; Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hält'st und halten wirst Ohn' Aufhören alle Dinge, Höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch nur nennen kann; Wenn ich dich erwünsch' und habe, Geb' ich alles Wünschen d'ran. Ach ergieb dich, komm' zu mir Daß er uns behüte An unserm Ende, Wenn wir heimfahren aus diesem In mein Herze, daß du dir, Da ich in die Welt geboren, Selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen Ausgegossen von dem Thron', Bringst uns nichts als lauter Segen Von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werther Gast, Gottes Segen, den du hast Und vertheilst nach deinem Willen, Mich an Leib und Seel' erfüllen. un bitten wir den heiligen Geist Um den rechten Glauben allermeist, Laß uns empfinden der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen Einander lieben Und in Fried' auf einem Sinne bleiben. Kyrie eleis. 4. Du höchster Tröster in aller Noth, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand', noch Tod, Daß in uns die Sinne Nicht verzagen, Wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrie eleis. Martin Luther( 1483-1546). Elende. Kyrie eleis. 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, Lehr' uns Jesum Christ kennen allein, Daß wir an ihm bleiben, Dem treuen Heiland, Der uns gebracht zum rechten Vaterland. Kyrie eleis. 3. Du süße Lieb', schenk uns deine Gunst, Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 119 du allersüß'ſte Freude! Pfingst- Lieder. 4. Du bist weise, voll Verstandes, Was geheim ist, ist dir fund, Zählst den Staub des kleinsten Sandes, Gründest auch des Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, Wie verderbt und blind ich sei; D'rum gieb Weisheit und vor Allem, Wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läß'st dich finden, Wo man rein und redlich ist; Flieh'st hingegen Schand' und Sünden, Weil du lauter Klarheit bist; Mache mich, o Gnadenquell," Rein und züchtig, keusch und hell; Laß mich fliehen, was du fliehest, Gieb mir, was du gerne sichest. 6. Du bist, wie ein Lamm es pfleget, Frommen Herzens, sanften Muth's, Bleibst im Lieben unbeweget, Thust uns Bösen alles Gut's; Ach, verleih' und gieb mir auch Diesen edlen Sinn und Brauch, Daß ich Freund' und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, Dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest Und mir treulich stehest bei! Hilf, mein Helfer, wo du merfest, 79 Daß mir Hilfe nöthig sei; Brich des bösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Daß er sich in dir erneue, Und mein Gott sich meiner freue. 9. Halt' mich, wann die Kniee beben, Wann ich sinke, sei mein Stab; Wann ich sterbe, sei mein Leben; Wann ich liege, hüt' mein Grab; Wann ich wieder aufersteh', Ei so hilf mir, daß ich geh' hin, wo du in ew'gen Freuden Wirst die Auserwählten weiden! P. Gerhardt( 1606-1676). Mel. Erquicke mich, du Heil der Sünder. 120. A Gott, o Geiſt, o Licht des Lebens, Das uns im Todesschatten scheint, Du scheinst, du lockst so lang' vergebens, Weil Finsterniß dem Lichte feind. O Geist, dem Keiner kann entgehen, Dich laß ich gern mein Inn'res sehen. 2. Entdecke Alles und verzehre, Was nicht in deinem Lichte rein; Wenn mir's gleich noch so schmerzlich wäre, Wenn du mich nur nicht verstöß'st; Bleib' ich von dir ungeschieden, Ei so bin ich g'nug getröst't! Laß mich sein dein Eigenthum! Das ist dein Werk, du Quell des Ich versprech hinwiederum, Lichts; Hier und dort all mein Vermö- Du mußt von Grund aus mich gent Folgt doch die Wonne nach der Pein: O komm', daß sich in mir das Alte In Jesu Klarheit umgestalte. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, erneuern, Sonst hilft mein eignes Trachten nichts. Geist, sei meines Lebens Leben: Ich kann mir selbst kein Gutes geben. 80 Pfingst- Lieder. 4. Du Odem aus der ew'gen| Bei uns und in uns kräftig sein Stille, Durchwehe sanst der Seele Grund, Füll' mich mit aller Gottesfülle, Und da, wo Sünd' und Greuel stund, Zu steter Freud' und Wonne. Sonne, Bonne, Laß Glauben, Lieb' und Ehrfurcht grünen, In Geist und Wahrheit dir zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen Sei kindlich folgsam deinem Trieb; Bewahr' mein Herz und alle Sinnen Untadelig in Gottes Lieb'; Dein stetig Beten, Lehren, Kämpfen Laß nichts in meiner Seele dämpfen. 6. O Geist, o Strom, der uns vom Sohne Eröffnet und krystallenrein Aus Gottes und des Lammes Throne Nun fließt in stille Herzen ein, Ich öff'ne meinen Mund und sinke Hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib' indessen, Von Allem abgekehrt, dir nah; Ich will die Welt und mich vergeffen, Himmlisch Leben willst du geben, Wenn wir beten; Zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, daraus die Weisheit fließt, Die sich in fromme Seelen gießt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch können alle Christenheit Dein wahres Zeugniß lehren. Höre, Lehre, Daß wir können Herz und Sinnen Dir ergeben, Dir zum Lob' und uns zum Leben. 3. Steh' uns stets bei mit deinem Rath Und führ' uns auf den rechten Pfad, Dies innig glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Man harret deiner nie vergebens. Gerh. Tersteegen( 1697-1769). Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 121. heil'ger Geist, kehr D ein Und laß uns deine Wohnung sein, O tomm', du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein Die wir den Weg nicht wissen; Gieb uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Auch wenn wir leiden müssen. Schaue, Baue, Was zerrissen und beslissen, Dich zu schauen Und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein' edle Balsamkraft Empfinden und zur Ritterschaft Dadurch gestärket werden; Auf daß wir unter deinem Schußz Begegnen aller Feinde Truß Mit freudigen Geberden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, 81 | Rühr' Herz und Lippen an, Daß Jeglicher getreuer Den Herrn bekennen kann. 2. du, den unser größter Regent uns zugeſagt, Komm zu uns, werther Tröster, Und mach' uns unverzagt. Gieb uns in dieser schlaffen Und glaubensarmen Zeit Die scharfgeschliffnen Waffen Der ersten Christenheit. 3. Unglaub' und Thorheit in brüsten Sich frecher jetzt als je, Darum mußt du uns rüsten Mit Waffen aus der Höh', Daß unser Sinn verbunden sei Du mußt uns Kraft verleihen, Dem Nächsten stets mit Liebes- Geduld und Glaubenstreu', treu' In unsre Herzen träftiglich Und schenk' uns deine Liebe, Laß uns dein süßes Himmelswort Pfingst- Lieder. In unsern Herzen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr Von deiner weisheitsreichen Lehr' Und reinen Liebe trennen. Fließe, Gieße Deine Güte ins Gemüthe, Daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelsthau, laß dich Und mußt uns ganz befreien Von aller Menschenscheu. 4. Es gilt ein frei Geständniß In dieser uns'rer Zeit, Ein offenes Bekenntniß Bei allem Widerstreit; Trotz aller Feinde Toben, Trok allem Heidenthum Zu preisen und zu loben Das Evangelium. 5. Fern in der Heiden Lande Erschallt dein kräftig Wort; Sie werfen Satans Bande Und ihre Gößen fort. Von allen Seiten kommen Sie in das Reich herein. Ach, soll es uns genommen, Für uns verschlossen sein? 6. Du heil'ger Geist, bereite Ein Pfingstfest nah und fern, Mit deiner Kraft begleite Das Zeugniß von dem Herrn. O öffne du die Herzen, Mel. Herzlich thut mich verlangen. 122. A komm, du Geist der Der Welt, und uns den Mund, D Daß wir in Freud' und Schmerzen Und sich darinnen übe. Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe; Fried' und Liebe Müssen schweben, Fried' und Freude wirst du geben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligfeit Wir führen unsre Lebenszeit; Sei unsers Geistes Stärke, Daß uns hinfort sei unbewußt Die Eitelkeit, des Fleisches Lust Und seine todten Werke. Rühre, Führe Unser Sinnen und Beginnen Von der Erden, Daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer( 1606-1673). Und kehre bei uns ein, Verbreite Licht und Klarheit, Verbanne Trug und Schein. Gieß' aus dein heilig Feuer, Das Heil ihr machen kund. Karl Spitta( 1801-1859). 6 Pfingst- Lieder. Mel. Jefu, meine Freude. 123. Schmüct das Fest mit Laß ihm stets gelingen. 82 Lasset Blumen streuen, Zündet Opfer an; Denn der Geist der Gnaden Hat sich eingeladen: Macht ihm freudig Bahn; Nehmt ihn ein, so wird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen Und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rath und That, Starter Herzbezwinger, Sanfter Friedensbringer, Licht auf unserm Pfad: Gieb uns Kraft zur Ritterschaft, Laß uns deine theuren Gaben Zur Genüge laben... 3. Laß die Herzen brennen, Wenn wir Jesum nennen, Heb' den Geist empor; Gieb uns Kraft zu beten Und vor Gott zu treten, Sprich du selbst uns vor. Gieb uns Muth, du höchstes Gut, Tröst uns kräftiglich von oben Bei der Feinde Toben. 4. Helles Licht, erleuchte, Klarer Brunn, befeuchte Unser Herz und Sinn: Heil'ge Flut, erquicke, Liebeszug, entzücke Bis zum Himmel hin. Baue dir den Tempel hier, Daß dein Heerd und Feuer brennet, Wo man Gott bekennet. 5. Goldner Himmelsregen, Schütte deinen Segen Auf das Kirchenfeld! Lasse Ströme fließen, Die das Land begießen, Wo dein Wort hinfällt, Und verleih, daß es gedeih. Hundertfältig Frucht zu bringen, 6. Schlage deine Flammen Ueber uns zusammen, Wahre Liebesglut! Laß dein sanftes Wehen Auch bei uns geschehen, Dämpfe Fleisch und Blut. Laß uns doch am Sündenjoch Nimmermehr wie vormals ziehen Und das Böse fliehen. 7. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, Führ' uns ein und aus; Wohn' in uns'rer Seele, Unser Herz erwähle Dir zu deinem Haus. Werthes Pfand, mach' uns bekannt, Wie wir Jesum recht erkennen Und Gott Vater nennen! 8. Hilf das Kreuz uns tragen Und in finstern Tagen Sei du unser Licht; Trag' nach Zions Hügeln offe Uns auf Glaubensflügeln Und verlaß uns nicht, Wenn der Tod, die letzte Noth, Mit uns will zu Felde liegen, Daß wir fröhlich siegen. 9. Laß uns hier indessen Nimmermehr vergessen, Daß wir Gott verwandt: Dem laß uns stets dienen Und im Guten grünen Als ein fruchtbar Land, Bis wir dort, du werther Hort, Bei den grünen Himmelsmaien Ewig uns erfreuen. Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 124. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, Höre, wie ich Armer flehe, Das zu geben, was mir Noth; Pfingst Lieder. 83 Laß den Ausfluß deiner Gaben| Des Vaters und des Sohnes, Auch mein dürres Herz mir laben. Mit Beiden gleichen Thrones, 2. Glaube, Weisheit, Nath Mit Beiden gleich gepreis't! 2. Zieh' ein, laß mich empfinden und Stärke, Furcht, Erkenntniß und Verstand, Das sind deiner Gottheit Werke, Dadurch wirst du uns bekannt; Dadurch weißt du recht zu lehren, Wie wir Gott und Jesum ehren. 3. Theurer Lehrer, Gottes Finger, Lehr' und schreibe deinen Sinn Auch in's Herz mir, deinem Jünger, Seel' und Geist nimm völlig hin, Daß ich dann von deiner Fülle Reichlich lerne, was dein Wille. 4. Laß das Feuer deiner Liebe Rühren meine Zung' und Mund, Daß ich auch mit heißem Triebe Gottes Thaten mache kund; Laß es selbst mein Herz entzünden, Auszubrennen alle Sünden. 5. Leg' hingegen meiner Seele Deine heil'ge Salbung bei, Daß mein Leib von deinem Oele Dein geweihter Tempel sei; Bleib' auch bei mir, wenn ich sterbe, Daß ich Christi Reich ererbe. 6. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, Höre, wie ich Armer flehe, Das zu geben, was mir Noth; Laß den Ausfluß deiner Gaben Auch mein dürres Herze laben. Verfasser unbekannt. und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr' und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich glich den wilden Reben, Du hast mich gut gemacht; Der Tod durchdrang mein Leben, Du nahmst ihm seine Macht. Nun bin ich hochbeglückt, Da mir im Wasserbade Versiegelt Gottes Gnade, Die noch im Tod erquickt. 4. Du salbtest mich mit Dele. Durch dich geweihet ist Mein Leib und meine Seele Dem Herren Jesu Christ Zum wahren Eigenthum, Zum Priester und Propheten, Zum König, den in Nöthen Gott schüßt im Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man Dein Beten wird erhöret, S Dein Singen klinget wohl; Es steigt zum Himmel an, Es läßt nicht ab und ringet, Bis der die Hilfe bringet, Der Allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, Vom Trauern hältst du nicht, Mit deines Trostes Licht. Erleuchtest uns im Leiden Mel. Aus meines Herzens Grunde. 125. ieh ein zu meinen Ach ja, wie manchesmal Thoren, Sei meines Herzens Gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast, O hochgeliebter Geist Hast du mit süßen Worten Mir aufgethan die Pforten Zum gold'nen Freudensaal! 7. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlichkeit, 6* Trinitatis- Lieder. 84 Willst nicht, daß uns betrübe Born, Bant, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, Willst, daß durch Liebesflammen Sich wieder thun zusammen, Die voller Zwietracht sind. 8. Du, Herr, haft selbst in Händen Die ganze, weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie es dir wohlgefällt: So gieb doch deine Gnad' Zu Fried' und Liebesbanden; Verknüpf' in allen Landen, Was sich getrennet hat. 9. Beschirm' die Obrigkeiten, Bau' unsers Fürsten Thron, Gieb Glück zu unsern Zeiten; Schmück' als mit einer Kron' Die Alten mit Perstand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüther Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für. Vertreib' den bösen Geist, Der sich dir widerseget, Und, was dein Herz ergößet, Aus unsern Herzen reißt. 11. Gieb Freudigkeit und Stärke, Zu stehen in dem Streit, Den Satans Reich und Werke Uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, Damit wir überwinden Und ja zum Dienst der Sünden Kein Christ ergebe sich. 12. Richt' unser ganzes Leben All'zeit nach deinem Sinn, Und wenn wir's sollen geben In Todes Hände hin, Wenn's mit uns hier wird aus, So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Des ew'gen Lebens Haus. P. Gerhardt( 1606-1676). 9. Trinitatis. Eigene Melodie. All'zeit geschieht, was du bedacht: 126. Allein Gott in der Wohl uns des starken Herren! O Jesu sei Und Dank für seine Gnade, gebor'n Darum daß nun und nimmer-| Deines himmlischen Vaters, mehr Versöhner derer, die war'n ver= Uns rühren kann kein Schade. lor'n, Ein Wohlgefall'n Gott an uns Du Stiller unsers Haders. hat: Lamm Gottes, heil'ger Herr und Nun ist groß Fried' ohn' UnterGott, laß, Nimm an die Bitt' von uns'rer Noth, Erbarm' dich unser aller! All Fehd' hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich 4. O heil'ger Geist, du höchstes Gut, Für deine Ehr', wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn' alles Wanken. Ganz unermess'n ist deine Macht, Du all'rheilsamster Tröster, Vor's Teufels Macht fortan behüt', Trinitatis- Lieder. Die Jesus Chriſt erlöſte Durch große Mart'r und bittern Tod; Abwend' all' unsern Jamm'r und Noth, Darauf wir uns verlassen. Nit. Decius( geft. 1541). Licht, mein Leben, Mein Schöpfer, der mir hat Mein Leib und Seel' gegeben, Mein Vater, der mich schützt Von Mutterleibe an, Der jeden Augenblick Viel Gutes mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich gegeben, Der mich erlöset hat Mit seinem theuren Blut, Der mir im Glauben schenkt Sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Das Heilig, Heilig singen, Den herzlich lobt und preist Die ganze Christenheit: Gelobet sei mein Gott In alle Ewigkeit! Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. alleluja, Lob, Preis Mel. Nun danket alle Gott. 128. und Chr 127 Gemein Gott, ein'Sei unjerm Gott je Ha elobet sei der Herr, mehr und mehr Des Vaters werther Geist, Den mir der Sohn gegeben, Der mir mein Herz erquickt, Der mir giebt neue Kraft, Der mir in aller Noth Rath, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den Alles rühmt und lobt, Was in ihm lebt und webet; Gelobet sei der Herr, Deß Name Heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn Und Gott der werthe Geist: 5. Dem Halleluja wir Mit Freuden lassen klingen Und mit der Engel Schaar 85 Joh. Olearius( 1611-1684). Für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit Lebt er und herrschet weit und breit Mit Weisheit, Güt' und Stärke. Klinget, Singet: Hoch und heilig, heilig, heilig, Heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth. 2. Halleluja, Preis, Ehr' und Macht Sei auch dem Gotteslamm gebracht, In dem wir sind erwählet, Das uns mit seinem Blut erfauft, In dessen Tod wir sind getauft, Das sich mit uns vermählet. Heilig, Selig Ist die Freundschaft und Gemeinschaft, Die wir haben Und darinnen wir uns laben. 3. Halleluja, Gott heil'ger Geist, Sei ewiglich von uns gepreist, Durch den wir neu geboren, Der uns mit Glauben hat geziert, Dem Bräutigam uns zugeführt, Der uns sich hat erforen! Heil uns, 86 Trinitatis- Licder. Da ist Heil uns! Freude, da ist Weide, Da ist Manna Und ein ewig Hosianna. 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr Und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmel Schaar Und singet nun und immerdar Mit Freuden Amen, Amen! Klinget, Singet: Hoch und heilig, heilig, heilig, Heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth. Verfasser unbekannt( um 1698). Mel. Was mein Gott will, gescheb' allzeit. ochheilige Drei129. Hinigfeit, milde Die du so süß und Mich hast geschaffen in der Zeit Zu deinem Ebenbilde: Ach, daß ich dich von Herzensgrund Doch lieben möchte alle Stund'! Drum komm' doch und zich' ein bei mir, Mach' Wohnung und bereit' mich dir. 2. O Vater, nimm ganz träftig ein Das sehnende Gemüthe, Mach' es zu deinem innern. Schrein Und deiner stillen Hütte: Vergieb, daß meine Seele sich So oft zerstreuet jämmerlich); Verseze sie in deine Ruh', Daß nichts in ihr sei, als nur du! 3. Gott Sohn, erleuchte den Verstand Mit deiner Weisheit Lichte; Vergieb, daß er sich oft gewandt Zu eitelem Gedichte. Laß Thun und Denken nur allein Auf dich hinfort gerichtet sein; Zich' mich, daß ich hier allbereit Mich reiße los vom Tand der Zeit! 4. O heil'ger Geist, du Liebesglut, Entzünde meinen Willen, Stärk' ihn, komm' mir zu Hilf, gicb Muth, Den deinen zu erfüllen. Vergieb, daß ich so oft gewollt, Was ich als fündlich nicht gefollt; Verleih', daß ich mit reiner Glut Dich ewig licb', mein Höchstes Gut! 5. O heilige Dreieinigkeit, Führ' mich nur ganz von hinnen; Richt' zu dem Lauf der Ewigkeit All mein Begehr und Sinnen! Verein'ge mich und laß mich hier Eins mit dir sein, daß ich mit dir Auch dort sei in der Herrlichkeit, O heilige Dreieinigkeit! Joh. Scheffler( 1624-1677). Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 130. Sende, Bater, deinen Da ich vor dein Antlig trete, Daß, wie du mich selber heiß'st, Ich im Geist und Wahrheit bete; Lehre mich, dich recht erkennen Und dich Abba, Vater, nennen! 2. Mein Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich bet' in deinem Namen Daß, was Gott verheißt in dir, Mir auch werde Ja und Amen; Sprich für mich und laß mich sehen Dich zur Rechten Gottes stehen! 3. Heil'ger Geist, erleuchte mich Und entzünde mein Verlangen, Trinitatis- Lieder. Daß ich Gottes Huld durch dich Voller Inbrunst mög' empfangen; Brich die Trägheit, zieh' die Sinnen Aus der Welt zu dir von hinnen. 4. Heilige Dreieinigkeit, Ursprung aller guten Gaben, Laß mich wahre Freudigkeit Und im Herzen Zeugniß haben, Daß du stets nach deinem Willen, Wollest meine Bitt' erfüllen. Joh. Schrader( 1684-1737). Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 131. mas freut mich noch, wenn du's nicht biſt, Herr Gott, der doch mein Alles ist, Mein Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, was decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich Im Finstern eine Sonne? Meine Eine Wahre Freude, Troft im Leide, Heil in Sünden Ist, Herr, nur in dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, Mein Herr und Heiland, Jesus Christ, Mein Frieden und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find' ich Heil? Bist du nicht mein, wo ist mein Theil? Giebst du nicht, wer wird geben? Meine Eine Wahre Freude, wahre Weide, Wahre Gabe Hab' ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, O Geist, der uns gegeben ist 87 Zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo komm' ich hin? Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine Eine Wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden Ist in dir, o Geist der Gnaden. V. 1. 2. v. Philipp Hiller( 1699-1769). B. 3 neuer Zujazz. Eigene Melodie. 132. Wir glauben All' an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, WIDE Der sich zum Vater geben hat, Daß wir seine Kinder werden. Leib und Seel' auch wohl beEr will uns all'zeit ernähren, wahren; Allem Unfall will er wehren, Er sorget für uns, hüt't und wacht: Kein Leid soll uns widerfahren; Es steht Alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren.d Von Maria der Jungfrauen Ist ein wahrer Mensch geboren Durch den heil'gen Geist im Glauben, Für uns, die wir war'n verloren, Am Kreuz gestorben und vom Tod Wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller Blöden Tröster heißt, Michaelisfest- Lieder. 88 Uns mit Gaben zieret schöne; Die ganze Christenheit auf Erden Hält in einem Sinn gar eben; Hier all' Sünd' vergeben werden; 133. Hem Reich Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. err, du hast in deiGroße Schaaren heil'ger Engel; Diesen bin ich noch nicht gleich, Denn mein Herz ist voller Mängel; 10. Michaelisfest. Ach, wann werd' ich auch so rein Als die guten Engel sein? 2. Mich beschweret Fleisch und Blut: Hilf du, daß ich geistlich werde; Gieb mir einen Engelmuth, Der sich trenne von der Erde, Daß ich als dein liebes Kind All'zeit himmlisch sei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort bekannt Durch des heil'gen Geistes Gabe, Daß ich Weisheit und Verstand Wie ein Engel Gottes habe, Bis wir einst in jenem Licht Völlig sehn dein Angesicht. 4. Herr, dein Wille soll geschehn In dem Himmel und auf Erden; Das Fleisch soll auch wieder leben: Nach diesem Elend ist bereit Uns ein Leben in Eivigkeit. Amen. Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List! 2. Ach, bleib' mit deinem Worte Mart. Luther( 1483-1546). Darum laß uns dahin sehn, Daß wir dir gehorsam werden, Und verleih', daß ich dabei Aller Engel Bruder sei. 5. Diese Welt ist voll Gefahr, Droht mit wilden Meereswellen. Laß sich deiner Engel Schaar Schirmend uns zur Seite stellen, Und da, wo wir schlafen ein, Laß sie uns're Wächter sein. Wenn ich fünftig werde sterben; 6. Mach' es, wie mit Lazaro, Und damit ich ebenso Möge Trost und Segen erben, Heiß' die Engel mich zur Ruh' Tragen nach dem Himmel zu. 7. Laß mich dann vor deinem Thron In dem Chor der Engel gehen, In des ew'gen Lebens Kron' Mit den Auserwählten stehen, Daß ich so in deinem Reich Lobe dich den Engeln gleich. Casp. Neumann( 1648-1715). B. Lieder für den Sonntagsgottesdienst. Mel. Christus, der ist mein Leben. 134. A ch bleib' mit deiner Gnade Bei uns, Erlöser, werth, Daß uns bald', hier und dorte, Sei Güt' und Heil bescheert! 3. Ach, bleib' mit deinem Glanze Bei uns, du werthes Licht; Dein' Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht! Sonntagsgottesdienst. 4. Ach, bleib' mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr; Dein' Gnad' und all's Vermögen In uns reichlich vermehr'! 5. Ach, bleib' mit deinem Schußze Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht truhe, Noch fäll' die böse Welt! 6. Ach, bleib' mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth. Josua Stegmann( 1588-1632). Mel. Straf' mich richt in deinem Zorn. 135. Betgemeinde, heil'ge dich Mit dem heil'gen Oele! Jesu Geist ergieße sich Dir in Herz und Seele; Laß den Mund Alle Stund Von Gebet und Flehen Heilig übergehen. 2. Heilige der Seele Glut Und ihr groß Verlangen, Dem, der für dich gab sein Blut, Innig anzuhangen. Heil'ger Rauch Sei es auch, Der zu Gott aufgchet, Wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schaar, Was sie fleht und bittet, Das wird auf dem Rauchaltar Vor Gott ausgeschüttet; Und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner Aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet Einer gläub'gen Seele, Wenn's zum Herzen Gottes geht, Seines Ziel's nicht fehlen: Was wird's thun, Wenn sie nun Alle vor ihn treten Und zusammen beten! 5. Wenn die Heil'gen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier Alle sich vereinen, Und es geh't Ein Gebet Aus von ihnen allen: Wie muß das erschallen! 6. O der unerkannten Macht Von der Heil'gen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht, So in Freud' als Nöthen; Schritt für Schritt Wirkt es mit, Wie zum Sieg der Freunde, So zum End' der Feinde. 7. O so betet Alle d'rauf, Betet immer wieder; Heil'ge Hände hebet auf, Heil'get eure Glieder, Heiliget Das Gebet, Das zu Gott sich schwinget: Daß hinauf es dringet. 89 8. Betet, daß die letzte Zeit Ganz vorübergehe, Daß man Christi Herrlichkeit Offenbaret sehe; Stimmet cin Insgemein Mit der Engel Sehnen Nach dem Tag, dem schönen. 9. Das Gebet hat Christi Gunst, Wo man's ernstlich übet; Und das ist der Heil'gen Kunst: Beten, wie er's liebet, Daß gescheh' Je und je, Wic er's vorgenommen, Auf sein endlich Kommen. 90 Sonntagsgottesdienst. 10. Dies Verlangen muß vor-| Und das Herz von Herzensher In der Seele glimmen: So macht aus dem Bitten er Donner, Blitz und Stimmen, Die ergeh'n Und gescheh'n, then sij Daß die Feinde beben Und Gott Ehre geben. Christoph v. Pfeil( 1712-1784). Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 136. Brunn alles eils, dich ehren wir Und öffnen unsern Mund vor dir: Aus deiner Gottheit Heiligthum Dein hoher Segen auf uns fomm'. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib'; Er segne uns nach Seel' und Leib, Und uns behüte seine Macht Vor allem Uebel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, Uns leuchten laß sein Angesicht, Daß wir ihn schau'n und glauben frei, Daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, um uns schweb', grunde Tief in deine Wunden senkt! Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, Das erfüllet unsre Beit mit der höchsten Seligkeit. 2. Jesu, deine Gnadenquelle Fließt so gern ins Herz hinein, Deine Sonne scheinet helle, Denn du willst genossen sein, Und bei aller Segensfülle Ist dein Wunsch und ernster Wille, Daß man, weil dein Brünnlein voll, Unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun so laß auch diese Stunde Dein Gedächtniß in uns sein; In dem Herzen, in dem Munde Leb' und herrsche du allein. Laß uns deiner nie vergessen: Wie Maria einst gesessen, Da sie dir hat zugehört, Mach' das Herz dir zugekehrt. Ernst Gottl. Woltersdorf( 1725-1761). Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen. Sein Antlitz über uns erheb', Daß uns sein Bild werd' einge- 138. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen, drückt, Und geb' uns Frieden unverrückt. 5. Jehovah, Vater, Sohn und mund Geiſt, O Segensbrunn, der ewig fleußt, Durchström' Herz, Sinn und Wandel wohl Und mach' uns deines Segens voll. Gerh. Tersteegen( 1697-1769). Mel. Alle Menschen müssen sterben. 137. Das ist eine felge Stunde, Jesu, da man dein gedenkt Daß wir in der Gemeinschaft stchn; Es läßt an uns die heil'gen Flammen Des Glaubens und der Liebe schn. OUI Wir werden durch das Wort der Gnaden Auch zur Gemeinschaft jener Schaar, Die um das Lamm beständig war, Gelodt und kräftig eingeladen. Sonntagsgottesdienst. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, Die unter einem Haupte steh'n, Sie hat der Herr sich auserkoren, Sie läßt er seine Liebe seh'n: Gemeinschaft mit dem Vater haben Und mit dem Sohn' im heil'gen Geist, Das ist, was ihre Seele speis't, Nur das kann sie vollkommen sunt laben. 3. Der Glaubensgrund, auf and dem wir stehen, Ist Christus, und sein theures Bhd Tod Blut; Das ein'ge Ziel, darauf wir di monogu sehen, Ist Christus, unser höchstes Gut; Sein Wort die Regel, die wir ( bno on jo kennen, Scin Geist das Band, das uns vereint; Die Seelen, die sein Licht durchscheint, Sind, was wir seine Kirche 91 Des Friedens und der Freude zu: Das Herze schmecket Gottes Ruh, Die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die eines Herren Leib gegeffen, Gott schüttet in sein geistlich Haus Die ganze Gnadenfülle aus; Hier wohnet Gott, die ew'ge Liebe. 5. Der Vater liebt und herzt die Kinder Die stehen auf für einen Mann; Macht sich der Feind an Eins vermessen, Sobald greift er sic Alle an; Sie fallen betend Gott zu Füßen Und siegen in des Herren Kraft; Sie wollen von der Brüderschaft Der Heil'gen nicht das Kleinste missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen Durch's Thränenthal in's Vaterland, Versüßen sich die bittern Schmerzen, Eins reicht dem Andern seine Hand Und wollen sich mit Freuden dienen, Mit Herz und Auge, Hand und Fuß, nennen. 4. Was ist das für ein himm- Bis zu dem völligen Genuß lisch Leben, Des großen Gut's: Gott ganz Mit Vater, Sohn und heil'gem in ihnen. Geist Joh. Allendorf( 1693-1773). In seliger Gemeinschaft schweben, Genießen das, was Gott geneußt! Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Wie flammen da die süßen 139. Dein Wort, o Herr, Triebe! ist milder Thau Für trostbedürft'ge Seelen: Laß keinem Pflänzlein deiner Au' Den Himmelsbalsam fehlen! Erquickt durch ihn Laß jedes blüh'n Und in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, Und schenkt den Geist, der Abba schreit; Des Sohnes Treue schmückt die Sünder Mit ewiger Gerechtigkeit, Ein Hamm'r, der Felsen spaltet, Der heil'ge Geist tritt mit dem Ein Feuer, das im Herzen zehrt Und Mark und Bein durchschaltet. Dele 92 Sonntagsgottesdienst. O laß dein Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerscheitern Und alle Herzen läutern. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern Für uns're Pilgerreiſe; Er führt den Thoren hin zum Herrn Mel. Herr und Aeltester deiner. Und macht die Einfalt weise. 140. Dibejammen finden, Dein Himmelslicht Verlösch' uns nicht Und leucht' in jede Seele, Daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht, Da ward das Wort der Gnade Mein Labsal, meine Zuversicht, Die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir Den Weg zu dir Und leuchtet meinen Schritten Bis zu den ew'gen Hütten. 5. Nun halt' ich mich mit festem Sinn Und deinen Geist zu hören, Und send' ein Heer Von Meer zu Meer, Der Herzen Durst zu stillen Und dir dein Reich zu füllen! Karl Bernh. Garve( 1763-1841). Und nie von unserm Samen. Laß immerfort Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten! 7. O, sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen Lehren, Send' Hunger, Herr, dein Lebenswort Schlagen uns're Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein: Und zum Zeichen, daß dies Lobgetönes Enge Deinem Herzen angenehm und schöne, Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. Zu dir, dem sichern Horte, Wo wender ich mich anders hin? 141. Eins hätten wir von Herr, du hast Lebensworte. Noch hör' ich dein: ,, Komm', du bist mein," Das ist mir nicht vergebens Ein Wort des ew'gen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund: Dein Wort ist Ja und Amen; Nie weich' es uns aus Herz und Herzen gern Und wollen unsern lieben Herrn Recht innig d'rum anflehen: Ach lieber Gott, in deinem Haus Laß uns gesegnet ein und aus Als deine Kinder gehen. Mund Sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Christian Renatus Gr. v. Zinzendorf ( 1727-1757). 2. Es ist doch nirgends in der Welt Um unser Herz so wohl bestellt, Als hier, wo wir erscheinen, Den schönen Gottesdienst zu schaun Und an dem Wort uns zu erbaun, Womit du dien'st den Deinen. 3. Hier legen wir den Pilgerstab Und allen Staub der Erde ab Und alle Müh'n und Sorgen; Und halten miteinander Rast, Sonntagsgottesdienst. Wir laden uns bei dir zu Gast| Dir zum Eigenthum ergeben! Und fühlen uns geborgen. Du allein 4. Da wird das Herz so freudenvoll Und weiß nicht, wie es danken soll; Da beten wir und singen, Um dir mit aller Engel Heer Demüthig Lob und Preis und Ehr' Als Opfer darzubringen. 5. Ach komm' und sei uns Burg und Hort Und laß von deinem lautern Wort Uns nichts auf Erden treiben Und segne gnädig unsern Gang, Damit wir unser Leben lang Bei deinem Haus verbleiben. Julius Sturm( geb. 1816). Mel. Wunderbarer König. 142. ott ist gegenwärtig; Lasset uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten; Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, Wer ihn nennt, Schlag' die Augen nieder, Geb' das Herz ihm wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubinen Tag und Nacht in Ehrfurcht dienen. Heilig, heilig, heilig, Singen ihm zur Ehre Aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm Uns're Stimm', Da auch wir Geringen Uns're Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Aller Erdenlust und Freuden. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben 93 Sollst es sein, Unser Gott und Herre, Dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, Möcht' ich dich recht preisen Und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht' ich wie die Engel Immer vor dir stehen Und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, Liebster Gott, in Allem! 5. Geist, der Alles füllet, D'rin wir sind und weben, Aller Dinge Grund und Leben! Meer ohn' Grund und Ende! Wunder aller Wunder! Ich senk' mich in dich hinunter: Ich in dir, Du in mir, Laß nur dich mich finden, In dir ganz verschwinden. 6. Du durchdringest Alles: Wollst mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten: Laß mich so, Still und froh Deine Strahlen fassen Und dich wirken lassen. 7. Mache mich recht kindlich, Innig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden; Mach' mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schauen mag in Geist und Wahrheit; Laß mein Herz Ueberwärts Wie ein Adler schweben, Und in dir nur leben. 94 8. Komm', in mir zu wohnen, Laß mein Herz auf Erden" Dir ein Heiligthum noch werden! Komm', du nahes Wesen, Dich in mir verkläre, Daß ich stets dich lieb' und ehre! Sonntagsgottesdienst. Wo ich geh', Sig' und steh', Laß mich dich erblicken, Ganz in dich mich schicken. Gerhard Tersteegen( 1697-1769). Mel. Ach, Gott und Herr. 143. Gott ist mein Hort ott ist mein Hort Und Kraft zum ew'gen Leben! Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Soll meine Scele trauen. Ich wand'le hier, Mein Gott, vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, O Herr, mein Gott, Mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt' ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Verständ' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; Zur Ewigkeit Ist diese Zeit Von dir mir übergeben. 5. Dein ew'ger Rath, Die Missethat Der Sünder zu verfühnen Den fennt' ich nicht, 1 Lehr'st meinen Geist Ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneu'n, Mich dir zu weih'n, Ist meines Heils Geschäfte; Durch meine Müh' Vermag ich's nie, Dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dieß Wort; Denn du hast's uns gegeben. Es sei mein Theil, Es sei mir Heil Wär' mir dies Licht Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu' und Schmerz Der Sünden nicht verzagen: Nein, du verzeih'st, 144. Hole Gabe, Mel. O du Liebe meiner Liebe. err, dein Wort, die Diesen Schatz erhalte mir! Denn ich zieh' es aller Habe Und dem größten Reichthum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nicht um tausend Welten, Aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög' in deinem Namen Fest und unbeweglich stehn. Laß mich eifrig sein beslissen, Dir zu dienen früh und spät, Und zugleich zu deinen Füßen Sigen, wie Maria that. Nicolaus Ludwig Graf von Zinzendorf ( 1700-1760). Mel. Nun ruhen alle Wälder. err, höre! Herr, er145. Hehöre! Breit' deines Namens Ehre An allen Orten aus. Beschüße alle Stände Durch deiner Allmacht Hände, Beschüße Kirche, Thron und Haus. Sonntagsgottesdienst. 2. Ach, laß dein Wort uns Allen Noch ferner reichlich schallen Zu unsrer Seelen Nuß. Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Biet' allen deinen Feinden Truß. 3. Gieb du getreue Lehrer Und unverdroßne Hörer, Die beide Thäter sei'n. Auf Pflanzen und Begießen Laß dein Gedeihen fließen, Und ernte reichlich Früchte ein. 4. Du wollst uns hoch beglücken, Mit steten Gnadenblicken Auf unsern Kaiser sehn. Schüß' ihn auf seinem Throne, Laß all'zeit Reich und Krone In segensvollem Glanze stehn. 5. Laß Alle, die regieren, Ihr Amt getreulich führen; Schaff Jedermann sein Recht, Daß Fried' und Treu' sich müssen In unserm Lande küssen, Und segne beide, Herrn und Knecht. 6. Erhalt' in jeder Ehe Beim Glücke wie beim Wehe Rechtschaff'ne Frömmigkeit. In Ehrbarkeit und Tugend 95 9. Die Hungrigen erquice, Und bringe die zurücke, Die in der Frre gehn. Die Wittwen und die Waisen Wollst du mit Troste speisen, Wenn sie zu dir um Hilfe flehnt. 10. Hilf gnädig allen Kranken Und die im Glauben wanken, Laß nicht zu Grunde gehu. Die Alten heb' und trage, Auf daß sie ihre Plage Geduldig mögen überstehn. 11. Bleib' der Verfolgten Stütze, Die Reisenden beschüße, Die Sterbenden geleit' Mit deinen Engelschaaren, Daß sie in Frieden fahren Zu Zions Freud' und Herrlichfeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, Was wir nach deinem Willen In Demuth jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen In unsers Jesu Namen: So ist all' unser Fleh'n erhört. Benj. Schmold( 1672-1737). Eigene Melodie. Zu deines Reiches Dienst bereit. 146. Herr Jesu Christ, bich 7. O Den heil'gen Geist du zu uns send'; Mit Hilf' und Gnad', Herr, uns regier' Und uns den Weg zur Wahrheit führ'! Bater, wend' in Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden Und Sturm und Hagel ab. Bewahr' des Landes Früchte Und mache nicht zu nichte, Was deine milde Hand uns gab. 8. Gieb uns den lieben Frieden, Laß alle Feind' ermüden; Gieb uns gesunde Luft. Laß Noth und theure Zeiten Sich nie bei uns verbreiten, Da man nach Brot vergebens ruft. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, Bereit' das Herz zur Andacht fein! Den Glauben mehr', stärk' den Verstand, Daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt. 96 Sonntagsgottesdienst. 3. Bis wir fingen mit Gottes| Die dein Volk dir, Höchster, Heer: stämmelt! Heilig, heilig ist Gott der Herr! Hör' auf uns're schwachen Lieder Und schauen dich von Angesicht und sich gnädig auf uns nieder. In ew'ger Freud' und sel'gem 2. Laß dein Wort, das hier Licht. erschallt, 4. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil'gen Geist in einem Thron Der heil'gen Dreifaltigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Wilhelm II., Herzog v. S.- Weimar ( 1598-1662). Und hilf selbst es treulich üben, Dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben, Daß kein Schmerz und keine Freude 147. Herr, öffne mir die Uns von deiner Liebe scheide. Daniel Schiebeler( 1741-1771). Herzensthür', Zieh' mein Herz durch dein Wort Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend'. Laß mich dein Wort bewahren 149. Hreint zuſammen, Mel. O bu Liebe meiner Liebe. Herz verrein, Laß mich dein Kind und Erbe sein! 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, Dein Wort macht Leib und Seel' gesund, Dein Wort ist's, was mein Herz erfreut, Dein Wort giebt Trost und Seligkeit. 3. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn', Dem heil'gen Geist in einem Thron; Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius( 1611-1684). Viele gute Früchte bringen Und mit göttlicher Gewalt Tief in uns're Seele dringen; Laß es unsern Sinn erneuen Und das Herz mit Trost erfreuen. 3. Dein Gebot mach' uns befannt dil Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. err, vor deinem An148.eficht Hat die Andacht uns versammelt; Ach verwirf die Bitte nicht, Sucht in Gottes Herzen Ruh! Lasset eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, Er das Licht und wir der Schein, Er der Meister, wir die Brüder, Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gotteskinder Und erneuert euren Bund; Schwöret unserm Ueberwinder Lieb' und Treu' aus Herzensgrund, Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, O, so flchet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt! 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein Jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann! So hat uns der Herr geliebet, Sonntagsgottesdienst. So vergoß er einst sein Blut; Jeder Jünger ihn betrübet, Der nicht gleich dem Meister thut. 4. Einer reize doch den Andern, Gern in Demuth und gering Unserm Heiland nachzuwandern, Der für uns am Kreuze hing. Einer soll den Andern wecken, Alle Kräfte Tag für Tag Nach dem Ziele auszustrecken, Daß er ihm gefallen mag. 5. Halleluja, welche Höhen, Welche Tiefen reicher Gnad', Daß wir dem in's Herze sehen, Der uns so geliebet hat; Daß der Vater aller Geister, Der der Wunder Abgrund ist, Daß du, unsichtbarer Meister, Uns so fühlbar nahe bist. 6. O du treu'ster Freund, vereine Deine dir geweihte Schaar, Daß sie es so herzlich meine, Wie's dein letzter Wille war, Und daß, wie du eins mit ihnen, 97 Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sei'n." Nikolaus Ludw. Gr. v. Zinzendorf ( 1700-1760). Mel. Alle Menschen müssen sterben. 150. Jeju! Seelenfreund der Deinen, Sonne der Gerechtigkeit, Wandelnd unter den Gemeinen, Die zu deinem Dienst bereit, Komm' zu uns, wir sind beisammen; Gieße deine Geistes flammen, Gieße Licht und Leben aus Ueber dieß dein Gotteshaus! 2. Komm', belebe alle Glieder, Du, der Kirche heilig Haupt; Treibe aus, was dir zuwider, Was uns deinen Segen raubt! Komm', entdeck' uns in der Klarheit Gottes Herz voll Gnad' und Wahrheit; Laß uns fühlen allzugleich: ,, Ich bin mitten unter euch!" 3. Laß sich die Gemüther kehren Zu dir, Glanz der Ewigkeit! Laß uns innigst nur begehren, Was uns dein Erbarmen beut. Laß dein Licht und Leben fließen Und in Alle sich ergießen; Stärke deinen Gnadenbund, Herr, in jedes Herzens Grund! Also sie auch eines jei'n, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreun. 7. Liebe, hast du es geboDaß man Liebe üben soll, O, so mache doch die todten, Trägen Herzen lebensvoll. Zünde an die Liebesflamme, Daß ein Jeder sehen kann: Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 8. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis fchon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist, Und allein von deinem Brennen Laß sie deine Wohnung sein, Nehme unser Licht den Schein: Daß dir einst nicht eine fehle Ist, und wär' es noch so schön, Werth nicht deiner Himmelshöh'n. 5. Komm', o Herr, in jede Seele, 4. Laß auch unsern Lehrer sehen Nur auf dich, Herr Jesu Christ, Laß die Hörer tief verstehen, Daß du selbst zugegen bist, Mild in jedes Herz zu kommen. Denn was nicht von dir gekommen, Sonntagsgottesdienst. 98 In der Gotteskinder Reihn. Laß uns deines Geistes Gaben Reichlich mit einander haben; Offenbare inniglich, Haupt, in allen Gliedern dich. 6. Was von dir uns zugefloffen, Müsse Geist und Leben sein; Was von dir die Seel' genossen, Mache sie gerecht und rein. Komm', o Jesu, uns zu segnen, Jedem gnädig zu begegnen, Daß in ew'ger Lieb' und Treu' Jedes dir verbunden sei. Nach Johann Hahn( 1758-1819). Mel. Herzlich thut mich verlangen. 151. Laß mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben, Halt mich bei deiner Lehr'. Herr, laß mich nur nicht wanken, Gieb mir Beständigkeit; Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. Nitol. Selnecker( 1530-1592). Mel. Gott des Himmels und der Erden. 152. Ficht, das in die Welt Sonne voller Gianz und Pracht, Morgenstern aus Gott entglommen: Treib' hinweg die alte Nacht! Bieh' in deinen Wunderschein Bald die ganze Welt hinein. 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, Einen recht gepries'nen Lauf, Daß noch manches Knie sich beuget, Sich noch manches Herz thut auf, Eh' die Zeit erfüllet ist, Wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbroch'nen Herzen, Baue dir Jerusalem Und verbinde uns're Schmerzen, Denn so ist's dir angenehm. Herr, thu' auf des Wortes Thür; Rufe Allen: Kommt zu mir! 4. Es sei teine Sprach' noch Rede, Da man deine Stimm' nicht hört, Und kein Land so fern und öde, Wo nicht dein Geseß sie lehrt! Laß den hellen Freudenschall, Laß ihn ausgeh'n überall. 5. Geh', du Bräut' gam, aus der Kammer, Laufe deinen Heldenpfad; Strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat; O erleuchte, ew'ges Wort, Ost und West und Süd und Nord! 6. Und erquick' auch uns're Seelen, Mach' die Augen hell und klar, Daß wir dich zum Lohn erwählen, Dich umfassen ganz und gar. Ja, laß deinen Himmelsschein Unser's Fußes Leuchte sein. Ewald Rudolf Stier( 1800-1869). Mel. Straf' mich nicht in deinem Zorn. 153. Fiebster Heiland, nahe Meinen Geist berühre, Und durch deine Götteskraft Mich zu dir hinführe, Daß ich dich Inniglich Mög' in Liebe fassen, Alles And're lassen! 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Treuer Hirt der Seelen! Denn wenn ich in dir nicht bin, Muß mein Geist sich quälen. Kreatur Sonntagsgottesdienst. Alengstet nur, Du allein fannst geben Ruhe, Freud' und Leben. 3. Mache mich von Allem frei, Gründlich abgeschieden, Daß ich eingekehret sei Stets in deinen Frieden; Kindlich rein, Sanft und klein Dich in Unschuld sehe, In dir leb' und stehe. 4. Menschenfreund, Immanuel, Dich mit mir vermähle! O du sanfter Liebesquell, Salbe Geist und Seele, Daß mein Will' Sanft und still Ohne Widerstreben Dir sich mög' ergeben. 5. Was noch flüchtig, sammle du; Was noch stolz ist, beuge; Was verwirret, bring' zur Ruh'; Was noch hart, erweiche: Daß in mir Nichts hinfür Lebe, noch erscheine, Als du, Herr, alleine. Gerh. Tersteegen( 1697-1769). Eigene Melodie. 154. Fiebster Jesu, wir sind 99 Deffne Herzen, Mund und Ohren; Unser Bitten, Fleh'n und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen Tobias Clausnitzer( 1619-1684). Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns ic. 155. Nun geh' uns auf, du Morgenstern, Du seligmachend Wort des Herrn, Du Pfand des Heils, das uns im Sohn Der Vater gab von seinem Thron. 2. Bereitet ist für dich die Bahn, Die Herzen sind dir aufgethan; Wir sehnen uns nach deinem Licht Und seufzen: Herr, versäum' uns nicht. 3. Du Wort der Wahrheit, laut'rer Quell, Mach' uns're Glaubensaugen hell, Daß wir die Wege Gottes seh'n Und in der Welt nicht irre geh'n. 4. Du Wort der Buße, füll' das Herz Uns an mit tiefem Reueschmerz, Daß unser Fleh'n und Seufzen Gott steh' uns armen Sündern bei. 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, O'bring' uns Botschaft fort und fort Von ihm, der für uns litt und starb Dich und dein Wort anzuhören. Lente Sinnen und Begier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten. Und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, gieb uns Kraft, 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Daß wir, der Eitelkeit entrafft, Licht vom Licht, aus Gottgeboren, Im gnädig dargebot'nen Heil Mach' uns allesammt bereit, Begreifen unser ew'ges Theil. 7° 100 7. So geh' uns auf, du Gottesglanz, Durchdring' uns und verklär' uns ganz, Du Wort, das noch in Kraft beſteht, Wenn Erd'und Himmel untergeht. Julius Sturm( geb. 1816). Sonntagsgottesdienst. Mel. Sieh hier bin ich, Ehrenkönig. 156. Sich uns fertig, Gegenwärtig, Gegenwärtig, Anzubeten, Herr, vor dir. Dir zu Ehre Uns zur Lehre Sind wir All' versammelt hier. Laß uns brennen Und erkennen: Gold'nes Licht aus Himmelshöhn: Herr, erscheine, Groß und Kleine Deiner Gnade harren wir. 2. Hohe Stille, Segensfülle Weht um uns an diesem Ort; zerstreuet Und entzweiet, Blieb aus diesen Mauern fort; Deine Hallen Soll durchschallen Hier ist Gottes Angesicht, Herr, Herr, dein lebendig Wort. Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, 3. Wie mit Wonne Für die Sonne Blumenkelche offen stehn, Voll Verlangen, Bu empfangen Komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, Da ist lauter Himmel hier. Zieh' doch in mein Herz hinein, Laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, Heilige du Leib und Seel', Daß mein Singen und mein Beten Herr, so warten Wir, dein Garten, Sonne, laß dein Antlitz sehn. 4. Wie die graue, Dürre Aue 5. Wie gerechte, Fromme Knechte Warten auf den Wink des Herrn, Auf ihn schauen, Auf ihn trauen, de bite Dessen Aug' ihr Augenstern: Großer Lehrer, Laß die Hörer Lechzet in der Sonne Brand, Bis im Regen Süßer Segen Horchen und gehorchen gern! 6. Sieh uns fertig Gegenwärtig, mur 20st Anzubeten, Herr, vor dir; Brich die Wolke, Zeig' dem Volke Offen deine Himmelsthür. Ihr vom Himmel wird gesandt: Herr, so schmachtet, Herr, so trachtet Heut nach dir dein durstig Land! Ja fürwahr, der Herr ist hier. Karl Gerok( geb. 1815). Mel. Gott des Himmels und der Erden. 157. Thut mir auf die schöne Führet mich in Zion ein; Ach, wie kann an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein! Sei ein Opfer ohne Fehl'; Heilige du Mund und Ohr, Zieh' das Herz zu dir empor. 4. Mache mich zum guten Lande, Wenn dein Same auf mich fällt; Gieb mir Licht in dem Verstande; Sonntagsgottesdienst. Und was mir wird vorgestellt, Präge meinem Herzen ein, Laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk' in mir den schwachen pope dhe Glauben; Laß dein theures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben; Halte stets dein Wort mir für, Daß es sei der Morgenstern, Der mich führt zu meinem Herrn. 6. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille werd' erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrot, Tröste mich in aller Noth. 7. Deffne mir die grünen 1292Auen, pl D'rauf mein Herz sich laben fann; Laß herab dein Manna thauen, Zeige mir die rechte Bahn Hier durch dieses Jammerthal Zu des Himmels Freudensaal. Benj. Schmold( 1672-1737). Gieb ein stilles Wesen mir; Richte Sinnen und Gedanken, Frei von Sorgen, hin zu dir, Daß die Welt mich gar nicht stört, Wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gieb dem Samen einen Acker, Der die Frucht nicht schuldig bleibt; Mache mir die Augen wacker, Und was hier dein Finger schreibt, Präge meinem Herzen ein; Laß den Zweifel ferne sein. 7. Was ich lese, laß mich merken; 158. Totes Munde, was du sageſt, laß mich thun. Mel. Gott des Himmels und der Erden. heures Wort aus Wird dein Wort den Glauben stärken, Das mir lauter Segen trägt, Dich allein hab' ich zum Grunde Meiner Seligkeit gelegt. In dir treff' ich Alles an, Was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben 101 Von des Himmels Seligkeit, So kannst du mich herrlich laben, Weil bei dir ein Tisch bereit, Der mir lauter Manna schenkt, Mich mit Lebenswasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, Laß' mich all'zeit in die sein; Laß' mich täglich weiser werden Daß dein heller Gnadenschein Mir bis in die Seele dringt Und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnaden, der im Worte Mich an Gottes Herze legt, Deffne mir des Himmels Pforte, Daß mein Geist hier recht erwägt, Was für Schäße Gottes Hand Durch sein Wort mir zugewandt. 5. Halte meinen Geist in Schranken, Laß es nicht dabei beruh'n, Sondern gieb, daß er dabei Auch durch Liebe thätig sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege Nur nach dieser Richtschnur gehn; Was ich so zum Grunde lege, Müsse wie ein Felsen stehn, Daß mein Geist auch Rath und That In den größten Nöthen hat. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel Auf dem Lebenswege sein; Drücke d'rauf dein Gnadensiegel, 102 Schließ den Schaß im Herzen ein, idak Daß ich fest im Glauben stch', Bis ich dort zum Schauen geh'. Benj. Schmold( 1672-1737). Sonntagsgottesdienst. Mel. An Wasserflüssen Babylon's. 159, Wir danken, treuer Heiland, dir, Daß du uns nicht gelassen Als unversorgte Waisen hier Auf unbekannten Straßen, Im fremden Volk und fremden Land, Da uns're Sprache unbekannt Und Thorheit uns're Sitte; Nein, nicht als Waisen steh'n hid wir da, Du bist uns allenthalben nah, Und lebst in uns'rer Mitte. 2. Du bist bei uns mit deinem al Geist, Wie brennet da in uns das Herz! Wie predigst du gewaltig! 4. Du bist bei deinem Abendmahl Mit Lieb' und Huld zugegen, Da kann man sich getrost einmal Recht nah an's Herz dir legen. Ein Herz, das einst sein theures Blut Uns alle mannigfaltig! Wie legt darob sich bald der esinsdone Schmerz! shli Vergossen hat auch uns zu gut, Das steht uns ewig offen; Von dem ist lauter Lieb' und Huld, nied dull Verschonung, Langmuth und Geduld d Mit Zuversicht zu hoffen. 5. Du bist bei uns, wo Zwei Moll und Drei Vereint zusammentreten, Im Glauben, aller Zweifel frei, Zu ihrem Vater beten. Und wo sich deine Gegenwart Im Bruderkreise offenbart, Da gicbt es sel'ge Stunden, Den Borschmack jener Seligkeit, Wenn wir nach dieser Pilgerzeit Das Vaterhaus gefunden. O fel'ge, heil'ge Nähe, Die so lebendig sich erweist, dr Als ob dich selbst man sähe! Du giebst uns Licht im dunklen Thal, and 0% Wärmst uns in deiner Liebe Strahl, Giebst Seelen Trank und Speise, Stehst uns mit Rath und That zur Seit' 6. Du bist bei uns zwar ungeschn, o Doch wird's nicht lange währen, So dürfen wir hinüber gehn In's Reich der Freud' und Ehren. Dann sind wir bei dir allezeit Und schauen deine Herrlichkeit Und preisen deinen Namen. O bleib' bei uns, geh' uns zur Seit', i Und giebst uns selber das Geleit Auf uns'rer Pilgerreise. mono 3. Du bist bei uns mit deinem om Wort, da Das kann man träftig spüren, Damit verstehst du fort und fort Die Herzen zu berühren. Wie sprichst du uns so freundlich zu! Gicb uns cin sicheres Geleit Bis in den Himmel! Amen. und Karl Spitta( 1801-1859) bil ai vid lod liv Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Wie lehrst, vermahuſt und tröstest 160. Wir Menschen ſind s tim tro dud 02 dem, o Gott, Was geistlich ist, untüchtig; Dein Wesen, Wille und Gebot? Ist viel zu hoch und wichtig. Sonntagsgottesdienst. 103 Wir wissen und verstehen's nicht,| Der Sam', so in die Dornen fällt, Wo uns dein göttlich Wort und Licht Von Sorg' und Wollust dieser Welt Verdirbet und ersticket. 7. Ach, hilf Herr, daß wir werden gleich Dem guten, fruchtbar'n Lande Den Weg zu dir nicht weiset. 2. D'rum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte; Daß durch dieselben würd' be- Und sei'n an guten Werken reich In unserm Amt und Stande; Biel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine Lehr' und Huld In feinem guten Herzen! 8. Laß uns, so lang' wir leben hier, Den Weg der Sünder meiden; Gieb, daß wir halten fest an dir In Anfechtung und Leiden. Rott' aus die Dornen allzumal, Hilf uns die Weltsorg' überall Und böse Lüste dämpfen. kannt Dein Will' und deine Rechte. Zum letzten ist dein ein'ger Sohn, Vater, von des Himmels Thron Selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist, Laß uns dabei verbleiben Und gieb uns deinen heil'gen Geist, Daß wir dem Worte glauben, Dasselbe halten jederzeit Mit Sanftmuth, Ehre, Lieb' und Freud' Als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Schaar Uns nicht vom Wort abwende; Ihr Spott verstummt- sie selbst, fürwahr Ereilt ein schrecklich Ende! Gieb duselbst deinem Worte Kraft, Daß deine Lehre in uns haft', Auch reichlich bei uns wohne. 5. Deffn' uns die Ohren und das erz, Daß wir das Wort recht fassen, In Lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen; Daß wir nicht Hörer nur allein Des Wortes, sondern Thäter sei'n, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg' der Same wird sofort Vom Teufel hingenommen; In Fels und Steinen kann das Wort Die Wurzel nicht bekommen! 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg' sein Die Leuchte unsern Füßen, Erhalt' es bei uns klar und rein, Hilf, daß wir d'raus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, Daß wir im Leben und im Tod Beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr' Dein Wort sich weit verbreiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr Erleuchten mög' und leiten! O heil'ger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirken fort und fort Glaub', Lieb', Geduld und Hoffnung. David Denicke( 1603-1680). Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 161. Wohl dem Menſchen, der nicht wandelt In gottloser Leute Rath; Wohl dem, der nicht unrecht handelt, 104 Noch tritt auf der Sünder Pfad, Der der Spötter Freundschaftflicht Und von ihren Sißen weicht, Der hingegen herzlich ehret, Was uns Gott vom Himmel lehret! 2. Wohl dem, der mit Lust und Freude Tauf- Lieder. Das Gesetz des Höchsten treibt Und hier, als auf süßer Weide, Tag und Nacht beständig bleibt! Dessen Segen wächst und blüht Wie ein Palmbaum, den man sicht Bei den Flüssen an den Seiten Seine frischen Zweig' ausbreiten. 3. Also, sag' ich, wird auch grünen, Schluß des Gottesdienstes. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Wer in Gottes Wort sich übt. 162. Unsern Ausgang segne Luft und Erde wird ihm dienen, Bis er reife Früchte giebt; Seine Blätter werden alt Und doch niemals ungestalt't. Gott giebt Glück zu seinen Thaten; Was er macht, muß wohlgerathen. Gott, Unsern Eingang gleichermaßen, Segne unser täglich Brod, Segne unser Thun und Lassen; Segne uns mit sel'gem Sterben Und mach' uns zu Himmelserben. Hartmann Schenk( 1634-1681). 4. Aber wen die Sünd' erfreuet, Mit dem geht's viel anders zu; Er wird wie die Spreu zerstreuet Von dem Wind im schnellen Nu. Wo der Herr sein Häuflein richt't, Da bleibt ein Gottloser nicht. Summa: Gott liebt alle FromJamen, 1. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 163. Gott und Vater, nimm zur Stund' Dieses Kind von unsern Armen, Nimm es auf in deinen Bund Und erzeig' ihm dein Erbarmen, Daß es seine Lebenstage Deiner Kindschaft Zeichen trage. 2. Mache rein es durch dein Blut, II. Kirchliche Sandlungen. Nogome Und wer bös' ist, muß umkommen. Paul Gerhardt( 1606-1676). Treuer Jesu, von den Sünden, Laß' in deiner Taufe Fluth Die ererbte Schuld verschwinden Und sein Leben auf der Erden Deinem Vorbild ähnlich werden. 3. Und du werther, heil'ger Geist, Taufe. Schenk' ihm deine Gnadenkräfte, Treibe, wie dein Bund verheißt, Selbst in ihm des Heil's Ge schäfte, Daß dies Kind an Jesu Leibe Ein lebendig Glied stets bleibe. Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 164, Gott Bater, höre uns're Bitt': Theil' diesem Kind' den Segen mit, Erzeig' ihm deine Gnade. Es sei dein Kind; Nimm weg die Sünd', Daß ihm dieselb' nicht schade. Tauf- Lieder. nal 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf Durch dieses Bad der heil'gen di Tauf Zu deinem Glied' und Erben, Damit es dein bilde Mög' all'zeit seinen Im Leben und im Sterben! 3. Und du, o werther, heil'ger Geist, Sammt Vater und dem Sohn' and is gepreist, Wollst gleichfalls zu uns kommen, Damit zur Stund' In deinen Bund Es werde aufgenommen! 4. O heilige Dreieinigkeit, Dirsei Lob, Ehr' und Dank bereit Für diese große Güte! Gieb, daß dafür s Wir dienen dir; b Vor Sünden uns behüte. Verfasser unbekannt. Nicht zuvor ist neugeboren, Wird von dir nicht aufgenommen Und in Gottes Reich nicht komnomen. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 165. Siebster Jesu, hier sind wir, Deinem Worte nachzuleben: Dieſes Kindlein kommt zu dir, 166. Bater, ſich mit Mel. Die Himmel rühmen. sieh Weil du den gegeben, Daß man sie zu Christo führe; Denn das Himmelreich ist ihre. Dies Kindlein an, das wir dir weih'n, Und laß des Säuglings schwaches Lallen 2. Ja, es schallet allermeist Dieses Wort in uns're Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist 3. Darum eilen wir zu dir: Nimm das Pfand von unsern Armen, 105 4. Mach', o Jesu, durch dein Blut Seine Seele rein von Flecken; Laß es nach der Taufe Fluth Deinen Purpurmantel decken; Schenk' ihm deiner Unschuld in Seide, Daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach' es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig' ihm die Bahn, Friedefürst, schenk' du ihm Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe Auch im Glauben dich umgebe! 6. Nun wir legen an dein Herz, Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. Was von Herzen ist gegangen; Führ' die Bitten himmelwärts Und erfülle das Verlangen; Ja den Namen, den wir geben, Schreib' ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmold( 1672--1737). Dir Lobgesang und Pfalter sein. 2. O Hirt voll Liebe und Erbarmen, Nimm dieses zarte Schäflein auf; Mit deiner Liebe starken Armen Behüte seinen Lebenslauf. 3. Geist des Lichtes und der Wahrheit, Erfülle du mit sanftem Schein Das zarte Herz, laß deine Klarheit Im Pilgerthal' sein Leitstern sein. Fried. Adolf Krummacher( 1767-1845). 106 Confirmations- Lieder. 2. Confirmation. Mel. O bu Liebe meiner Liebe. 167. Bei dir, Jeju, will ich bleiben, Stets in deinem Dienste stehn; Nichts soll mich von dir vertreiben, Will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, Meiner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Mel. O du Liebe meiner Liebe. Zuftrömt Kraft und Lebensfaft. 168. Bleibt bei dem, der 2. irgend haben, Als bei dir, der allezeit So viel tausend Gnadengaben Für mich Armen hat bereit? Könnt' ich je getroster werden, Als bei dir, Herr Jesu Christ, Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, Der, was Jesus that, mir thut, Mich erkauft von Tod und Sünden Mit dem eig'nen theuren Blut? Sollt' ich dem nicht angehören, Der sein Leben für mich gab? Sollt' ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib' ich, So in Freude, wie in Leid; Bei dir bleib' ich, dir verschreib' ich, Mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Wink's bin ich gewärtig, Auch des Ruf's aus dieser Welt; Denn der ist zum Sterben fertig, Der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib' mir nur auf dieser Erden Nahe, bis mein Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden, Und die Nacht herniedersteigt; Wenn mein Aug' wird dunkler, trüber, Dann erleuchte meinen Geist, Daß ich fröhlich zieh' hinüber, Wie man nach der Heimath reis't. Karl Spitta( 1801-1859). Auf die Erde nieder kam; Der, um euren Schmerz zu stillen, Tausend Schmerzen auf sich nahm; Bleibt bei dem, der einzig bleibet, Wenn auch Alles untergeht, Der, wenn Alles auch zerstäubet, Siegend über'm Streite steht. 2. Alles schwindet, Herzen brechen, Denen ihr euch hier ergabt; Und der Mund hört auf zu sprechen, Der euch oft mit Trost gelabt; Und der Arm, der euch zum Stabe Und zum Schilde ward, erstarrt, Und das Auge schläft im Grabe, Das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt; das Ird'sche findet, In dem Irdischen sein Grab; Alle Lust der Welt verschwindet, Und das Herz stirbt selbst ihr gab. Jrd'sches Wesen muß verwesen, Ird'sche Flamme muß verglühn, Ird'sche Fessel muß sich lösen, Ird'sche Blüthe muß verblühn. 4. Doch der Herr steht über'm Staube Alles Irdischen und spricht: Stüße dich auf mich und glaube, Hoffe, lieb' und fürchte nicht! Confirmations- Lieder. 107 ist bereit, Darumbleibt bei dem, der bleibet,| Bringt gar nichts mit, denn Alles Und der geben kann, was bleibt, Der, wenn ihr euch ihm verschreibet, Er will euch reich mit Licht und Kraft begnaden. O, kommt doch nur, ein Jedes, wie es kann, Euch ins Buch des Lebens schreibt. Karl Spitta( 1801-1859). Eigene Melodie. oder: Ach, wie so selig ist der Mensch. 169. Bleibt, Schäflein, bleibt, verlasset nicht die Hut Des guten Hirten, dem ihr euch ergeben! So bittet euch und fleht durch Christi Blut Ein Lehrer, der nichts wünscht, als euer Leben; Er ruft, weil ihn die heiße Liebe treibt: Bleibt, Kindlein, bleibt. 2. Er hat's gehört, was euer Mund gesagt: Ich will an Jesum glauben, Jesum lieben. Er war dabei, so oft man euch gefragt, Und hat das Jawort in sein Buch id pigs geschrieben, Er weiß auch Alles, was man euch gelehrt; Er hat's gehört. 3. Er hat euch lieb, bedenket, was er that, Wie er am Kreuz im Blute dagehangen, Bedenket, wie er euch so zärtlich sobat, M Bis euer Fuß von Sodom ausgegangen! O, wie viel stärker brennet nun sein Trieb! Er hat cuch lieb. 4. Er nimmt euch an, so fündig wie ihr seid, So blind und todt, so kalt und me pilns voller Schaden. Er nimmt euch an. 5. Er hat Geduld: werft nicht den Muth dahin, Wenn ihr bald hier, bald da in Schuld gefallen. Er trägt euch gern in seinem Batersinn; Er liebt den größten Sünder unter allen. Kommt, bittet ab, so weiß er teine Schuld: Er hat Geduld. Und wenn 6. Er läßt cuch nicht, denn er hat selbst gesagt: Nichts soll sie mir aus meinen Händen reißen! euch Lust und Furcht in Schrecken jagt, so will er selbst der Hort euch sein und heißen. Wer nur mit Vorsatz nicht den Bund zerbricht, Den läßt er nicht. 7. Ihr seid sein Ruhm, sein Lob und seine Lust; Dazu ist er gestorben und geboren. Das wäre recht ein Schwert durch seine Brust, Wenn er sein theures Blut an euch verloren; Denn was ihr seid, ist doch sein Eigenthum: Ihr seid sein Ruhm. 8. Ach, wehe euch, ihr wäret doppelt tost, Wenn ihr euch nun aus seinen Händen risset; Ihr häuft euch Gottes Zorn und ew'ge Noth, Confirmations- Lieder. 108 Wo ihr das Wort verachtet, das ihr wisset. Gott ist an Zorn, sowie an Gnade reich: Ach, wehe euch! 9. O Jesu, nein, laß du es ja nicht zu, Daß sie sich dir aus deinen Händen winden! Laß ihnen doch im Herzen keine Ruh, Als wenn sie sich in deinem Schooße finden. Wie soll denn eins davon verloren ſein? Jesu, nein. 10. So bleibt nun, bleibt! o bleibt in Ewigkeit Und laßt euch nichts von seiner Liebe trennen! Das ew'ge Leben ist für euch bereit: Gott, ihren Bund mit dir erneu'n, Sie wollen feierlich dir schwören, Dich stets zu lieben, zu verehren, Im Glauben treu, im Herzen rein, Im Wandel ohne Falsch zu sein. Dreieiniger, sprich du das Amen Zu dem Gelübd' auf deinen Namen Und stärke sie! Und stärke sie! 3. Schenk' ihnen Muth und Freudigkeit, Gieb ihnen, Bater, Sohn und Geist Den Segen, den dein Wort verheißt: Erfülle sie mit deinen Gaben, Mit dir laß sic Gemeinschaft haben. Erbarme dich! Erbarme dich! 2. Sie wollen, deiner sich zu freu'n, Laß des Gelübdes Heiligkeit So start, so tief ihr Herz durchdringen, Daß sie ihr Wollen treu vollbringen! Auch uns laß jetzt mit Herz und Mund Mir dir erneuern unsern Bund, Und einst- hör' unser brünstig Flehen- Mit ihnen in den Himmel gehen! Erhör' uns Gott! Erhör' uns Gott! Eliefer Küster( 1732-1799). Die aber weichen, werden ewig brennen. O, seht doch, wie euch Fluch und Segen treibt: So bleibt nun, bleibt! Ernst Gottl. Woltersbort( 1725-1761). Mel. Komm, heiliger Geist, Herre. 170. Erhör, o Gott, das Theuer dir, mein Gott, erkaufet; heiße Fleh'n Der Kinder, die hier vor dir stehn; Erbarmend blick auf sie hernieder! Denn dein sind sic, sind Christi Glieder. Bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist getaufet. Dessen soll mein Herz sich freu'n; Ewig, ewig bin ich dein! 2. Welch ein göttlicher Gewinn, Daß ich durch der Taufe Gabe Nun dein Kind und Erbe bin, Daß ich dich zum Vater habe! Einst von allen Sünden rein, Ewig, Vater, bin ich dein! 3. Ich, ein Sünder von Natur, Ich, Gefall'ner, soll auf Erden Eine neue Kreatur, Soll, o Gott, dir ähnlich werden. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 171. Ewig, ewig bin ich dein, Confirmations- Lieder. Heilig, heilig will ich sein; Jesus und sein Geist ist mein! 4. Ich versprach's, gelob' es noch; Brach zwar oft den Bund der Taufe, Kämpfte schon und wurde doch Schwach im Kampf und matt im Laufe; Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater sein! 5. Das ist Gottes Bund mit mir. Gnädig hat er mir verheißen: Mich soll keine Macht von dir, Keine Sünde von dir reißen. Gott, mein Gott, ich will nur dein, Dein und meines Jesu sein! 6. Ich entsage, Satan, dir, Dir, o Welt, und dir, o Sünde; Ich entsag' euch, weicht von mir, Dem erlösten Gotteskinde! Eure Luft ist Schmach und Bein: Gott, nur Gott will ich mich weih'n! 7. Wachen will ich, fleh'n um Kraft, Daß ich stets auf seinem Wege Heilig und gewissenhaft Und im Glauben wandeln möge. Er wird mir die Kraft verleih'n, Treu bis in den Tod zu sein. 8. Höre mich, denn ich bin dein, Theuer dir, mein Gott, erkaufet; Bin auf dich, um dein zu sein, Bater, Sohn und Geist getaufet. Ewig, ewig laß mich dein, Ewig laß mich selig sein! Johann Cramer( 1723-1788). Mel. O daß ich tausend Zungen. ober: Wer nur den lieben Gott zc. 109 Ich bin gezählt zu deinem Saumen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt, Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt; Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt; Du willst in aller Noth und Pein, O guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab' ich dir auch Furcht und Liebe, Treu' und Gehorsam zugesagt; Ich habe mich aus reinem Triebe Dein Eigenthum zu sein gewagt. Hingegen sagt' ich bis in's Grab Des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn, Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn; Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, Wenn ich hab' einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, auf's neue Leib, Seel' und Herz zum Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besitz von meinem Šinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich', weich', du Fürst der Finsternisse! 172. Ich bin getauft auf Ich bleibe mit dir unvermengt; Hier ist zwar ein Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist. wissen, Allein mit Jesu Blut besprengt. Confirmations- Lieder. 110 Weich,' eitle Welt, du Sünde, weich'! Ich bin ein Christ, mich reizen ew'ge Schätze. 5. Zwar thränenvoll ist meines Laufes Bahn Und reich an Pein und arm an Erdenfreuden. Ich seh' auf ihn, mein Mittler geht voran; Ich bin ein Christ, ich will mit Christo leiden. 6. Und kommt er dann nach lang' gekämpftem Streit, Der Todestag, mich zu dem Herrn zu bringen, So sterb' ich auch mit Muth und Heiterkeit: Eigene Melodie. 173. Nicht eine Welt, die in Ich bin ein Chrift, ich kann den vergeht, Nicht einen Schatz, der nicht kann ewig gelten, Nicht eit'len Ruhm hat sich mein Herz erfleht: Ich bin ein Christ, ich suche beff're Tod bezwingen. 7. Und wann der Tag, der Wann um mich her viel Aufergroße Tag erwacht, stand'ne beben, So tret' ich froh aus meines Welten! Grabes Nacht: Ich bin ein Christ, ich werde ewig leben! Christoph Sturm( 1740-1786). Gott hört es! ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Halt' mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt: So leb' ich dir, so sterb' ich dir; So lob' ich dich dort für und für. Joh. Jat. Rambach( 1693-1755). 2. Ich bin erkauft, ein Knecht des Herrn zu sein, Vor welchem sich der Erde Fürsten neigen; Er ist mein Friedefürst, mein Herr allein, Mel. Es ist genug. ich mich beugen. 174. Seid eingebent! Ich bin ein Christ, vor ihm will 3. Stolz um mich her erhebet sich der Thor; Ich soll mit ihm der Gözen Lust genießen. Er lockt und droht; ich schenk' ihm nicht mein Ohr: Ich bin ein Christ, ich sitz' zu Jesu Füßen. 4. Jhr rührt mich nicht, wenn eure Hand mir winkt, Daß sich mein Herz an dieser Welt ergöße, Die ihr den Tod in eure Adern trinft! Otheure Kinderschaar, Vergiß der Stunde nicht, Da du gekniet Am festlichen Altar Jm heil'gen Morgenlicht! Da fromm geneigt mit glüh'nden Wangen Den Segen du auf's Haupt empfangen, :: Seid eingedent!:,: 2. Seid eingedenk! Ein gut Bekenntniß flang Aus eurem Kindermund; Gott hat's gehört, Confirmations- Lieder. O stehet lebenslang Auf diesem Felsengrund! Was ihr in göttlich schönen Stunden S So laut bezeugt, so tief empfunden, :: Seid eingedenk!:,: 3. Seid eingedent, Wie euch der gute Hirt So treu bei Namen rief, Daß kein's hinfort, Aus seiner Hut verirrt, Zur Wüste sich verlief; Er hat die Schäflein all' gezählet, O daß dereinst nicht Eines fehlet! :: Seid eingedenk!:,: - 4. Seid eingedenk, Nicht weit mehr gehn wir mit, Die euch hierher gebracht. Bald schläft das Aug', Das curen Kindertritt So liebreich hat bewacht; Denkt an des treuen Vaters Lehren, Denkt an der frommen Mutter Zähren, :,: Seid eingedenk!:,: 5. Seid eingedenk, Wenn die Versuchung naht Und Welt und Sünde lockt, Wenn ungewiß Auf blumenreichem Pfad Der Fuß des Pilgers stockt; Dann denkt, was ihr so fest gelobet, Dann sorgt, daß ihr die Treu' erprobet, ,: Seid eingedenk!:,: 6. Seid eingedenk Des hohen Vaterlands, Das eurer Wallfahrt Ziel; Verscherzet nicht Der Palmen, die dem Sieger winket, :,: Seid eingedenk!:,: 7. Seid eingedenk! O großes Hirtenherz, Du hast sie dir erkauft; Du blutetest Um sie im Todesschmerz, Auf dich sind sie getauft; Wir lassen sie in deinen Händen, Du wollst das gute Werk vollenden, :: Scid eingedenk!:,: Karl Gerot( geb. 1815). Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. 175. Helig, wer dich ewig liebet, Gottes Sohn, Und zum Lohn Dir sein Herz ergiebet! Selig, wer in jeder Stunde Mit Gebet Dir nachgeht, Treu dem Gnadenbunde. 111 2. Dazu bist du ja gekommen, Herr, und hast Uns're Last Auf dein Haupt genommen; Dazu weiht uns deine Taufe Segnend ein, Stark zu sein In dem Siegeslaufe. 3. Lebensfürst und Ueberwinder, Sieh' uns an, Brich' uns Bahn, Stärke deine Kinder! Nähr' uns mit dem Himmelsbrote, Gieb uns Muth, Liebesgluth, Treue bis zum Tode. 4. Besser nie, ach nie geboren, Als dem Herrn Den ew'gen Ehrenkranz Um Tand und Kinderspiel! Fremd und fern Der Krone, die am Ziele blinket,| Und zuletzt verloren! Confirmations- Lieder. 112 Liebe, hilf uns liebend leben! Halt' an dir Für und für, Weinstock, deine Reben! Fasset dich Unser Herz auf's Neue. Sprich dazu in deinem Namen Von dem Thron, Vater, Sohn, Geist auf ewig Amen! Albert Knapp( 1798-1864). 5. Ewig währet deine Treue. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Inniglich Mel. Seelenbräutigam. 176. Don des Himmels Thron Sende, Gottes Sohn, Deinen Geist, den Geist der Stärke; Gieb uns Kraft zum heil'gen Werke, Dir uns ganz zu weih'n, Ewig dein zu sein. 2. Mach' uns selbst bereit, Gieb uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen Und dich unsern Herrn zu nennen, Dessen theures Blut Floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn Zu dem Himmel hin, Daß wir unsern Bund erneuern Und mit Wahrheit dir betheuern, Deine Bahn zu geh'n, Weltlust zu verschmäh'n. 4. Wenn wir betend nah'n, Segen zu empfah'n, Wollest du auf unser Bitten Uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh' Ströme dann uns zu. Bis wir dort dich seh'n Und dein Lob erhöh'n. 5. Gieb auch, daß dein Geist, Wie dein Wort verheißt, Unaufhörlich uns vereine Mit der gläubigen Gemeine, Samuel Marot( 1770-1865). Gemeinde. 177. or dir, Todesüberwinder, Stehn deine theu'r erlösten Kinder; Ihr Lobgesang sei dir gebracht! Freudig gehn sie dir entgegen, Weil du der Liebe reichsten Segen Den Kinderseelen zugedacht. Dein Auge sieht sie hier Im Jugendschmuck vor dir Knie'n und beten. Herr, sie sind dein! Laß ihre Reih'n Dir an dein Herz geleget sein. Chor der Kinder. 2. Friedefürst! ich ward erforen Am ersten Tag, als ich geboren, Zu deinem sel'gen Gnadenkind'; Du gabst mir des Himmels Gaben, Weil wir nichts Gutes eigen haben Und ohne dich verloren sind. O Jesu, meine Ruh'! Ich greife freudig zu Nach den Gaben, Die du mir heut Zur Seligkeit Durch dein Erbarmen haft erneu't. 3. Laß dich halten und umfassen; Ich will dich ewig nicht verlassen, Verlaß auch du mich ewig nicht! Schüße mich vor Welt und Sünde Und offenbare deinem Kinde Dein gnadenvolles Angesicht, Abendmahls- Lieder. Auf daß ich Tag für Tag In dir mich freuen mag Still und heilig, Und mich dein Mund Zu jeder Stund' Erinn're an den Liebesbund! 4. O du Hirt erkaufter Seelen! Ich muß des rechten Weg's verfehlen, Wenn meine Seele von dir geht. Darum gieb mir Licht und Stärke 3. Abendmahl. 113 Und Glaubensmuth zum guten Werke, Zum Ringen, Wachen und Gebet, Bis ich den Pilgerstand Im ew'gen Vaterland Siegreich ende Und du, o Sohn, Der Treue Lohn Mir reichst von deinem Gnadenno thron. Albert Knapp( 1798-1864). Mel. Gott, du frommer Gott. 178. Ah, Jejus lebt in Zum Leben einst erhebt. mir! Nichts ist, das uns kann scheiden; Es ist im Abendmahl Eins worden aus uns beiden. Sein Herz, mein Herz: ein Herz! Was mein ist, das ist sein. 2. An Jesu hange ich; Er lebt, und ich soll leben! Er hat mir als ein Pfand Sein Fleisch und Blut gegeben. Ich hab' die rechte Speis', Ich hab' den rechten Trant, Dadurch ich ewig leb', Herr, dir zu Lob und Dank. 3. Zum Leben hast du mich Gespeiset und getränket; Der Vater hat mit dir Auch Alles mir geschentet. Auf diesen Trost leb' ich Und fahr' auch d'rauf dahin, Weil du mein Leben bist, Und Sterben mein Gewinn. 4. Sterb' ich dem Leibe antibus nach, So muß mir's doch gelingen: Ich werde durch den Tod Zu dir in's Leben dringen. Ich weiß es zu gewiß, Daß mein Erlöser lebt, Der aus dem Grab auch mich Aemilia Juliana, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt( 1640-1672). Mel. Herzliebster Jesu, was haft. Ich hab' ihn, er hat mich; 179. Erlöser, der du ſelbſt Was sein ist, ist mein: uns gerufen, Hier stehen wir an deines Altars Stufen; Mühselig und voll Reu', voll tiefer Schmerzen 3003 Sind uns're Herzen. 2. Du hast's versprochen, Müde zu erquicken, zu heilen die, die Sündenlasten drücken; mado? Du willst, wenn wir hier würdig douleur dein gedenken, Dein Mahl uns schenken. 3. Wir kommen jetzt und nehmen deine Speiſe Und deinen Trank zu deines Todes Preise. Nun sind wir dein, sind einzig dir ergeben Im Tod und Leben. Verfaffer unbekannt. Mel. Jesu, der du meine Seele. 180. freu' dich, Seele, rühm und preise! Christus sei dein Lobgesang! 114 Abendmahls- Lieder. Sein Leib ist die rechte Speise,| Sing' dem Herrn, erlöste Schaar! Und sein Blut der rechte Trank; Macht ist er und Ueberwinder, Jener Leib, der für dein Leben Rath ist er und wunderbar. Sich zum Opfer hingegeben, Hosianna, er ist Leben, Jenes Blut, das Golgatha Das will er mir ewig geben. Tief erbebend fließen sah. Preis ihm, der da ist und war Und der sein wird immerdar. Friedrich Klopstock( 1724-1803). Mel. Wachet auf, so ruft. err, du in 2. Allerheiligstes des Sohnes, Das vor uns kein Vorhang deckt; Sanfter Glanz des Gnadenthrones, Klarheit Chriſti, die nicht ſchredt! 181. Hmeine Seele, Ja, dir nah' ich, dank' und preise: Du kennest alle meine Fehle: Sie liegen offen vor dir da. Statt zu klagen, laß mich loben Und dir für deine Liebesproben Anstimmen ein Halleluja! Zu lange schon verschloß Die Seele freudenlos Lob und Danken. Die Sünde war Mir immerdar In Noth und Elend offenbar. 2. Aber du, o mein Befreier, Bist größer, gnadenvoller, treuer Als dieses Herz, das mich ver= dammt. Dein Fleisch ist die rechte Speise, Und dein Blut der rechte Trant. Bring' ihm, Seele, Lob und Dank! 3. Ich will euch in Felsen graben, Worte meiner Zuversicht; Meine Seele sollt ihr laben, Wenn mein Herz im Tode bricht. Knie'n will ich und niederfallen, Freudig soll mein Loblied schallen, Schwing' ich in der Sieger Chor Mich dereinst zu Gott empor. 4. Wunderbar in deinem Geben, Giebst du, Herr der Herrlichkeit, Mir, dem Todeserben, Leben, Leben deiner Ewigkeit; Mich, der ich verwesen werde, Mich erweckst du aus der Erde; Daß ich ewig leb' und frei Von dem andern Tode sei. 5. Nicht nur, daß ich ewig lebe, Sondern auch mit dir vereint, Herr, zu dir mich ganz erhebe, Ewig ganz mit dir vereint. Dank', erlöste Seel', und preise; Christus ist die rechte Speise. Sein genieß' ich voll Vertrau'n, Daß ich ihn werd' ewig schau'n. 6. Preis dem Heiligen der Sünder! Was mich Jahre lang auch drücket, Das wird, wenn du mich angeblicket, Im Augenblick hinweggeflammt. Du willst, so bin ich frei Von aller Tyrannei Und Befleckung Und dankend sieht Von Lieb' erglüht Hinauf zum Himmel mein Gemüth. 3. Möcht' ich dieß auf ewig. faffen Und nimmer mich erschrecken lassen, Als wärest du von mir entfernt! O an deiner Gottesgnade Hat auf dem dunklen Glaubenspfade em Abendmahls- Lieder. Noch nie der Pilger ausgelernt. In deinem Lichte nur Sehn wir des Friedens Spur Helle glänzen Und irren nicht. Mit diesem Licht Erleuchte, Herr, mein Angesicht. 4. Werd' ich auf die Knie' nun sinken, Des neuen Bundes Kelch zu trinken, Dann steh im Geiste du vor mir, Laß mich dann nach allem Grämen Das hohe Friedenswort vernehmen: ?? All deine Schuld erlaß ich dir!" Dann leuchte sanft und mild Dein heil'ges Todesbild In die Seele. Der Lüste Reiz, Stolz, Haß und Geiz Vertilge dann dein ernstes Kreuz. 5. Wie die Blume sich erhebet, Wenn sie der Morgenthau belebet, Laß mich erstehen neu belebt, Mich in seligem Verlangen Dich, meinen Seelenfreund, umfangen, Der gnädig sich mit mir vermählt. Denn wer dich, Herr, erkennt, Deß Herz und Geist entbrennt In der Liebe, Dem ist die Welt Hinfort vergällt; Du bist's, du bist's, zu dem er hält. 6. Jenes Mahl's will ich gedenken, Da du vom neuen Weinstock tränken Dein Volk im Reiche droben wirst. O was wird man dort erfahren, Wenn nun nach allen Erdenjahren 115 Uns speisen wird der Lebensfürst, Um ihn die Seraphim, Die heil'ge Schaar bei ihm Ewig, ewig! Dort hoff' auch ich Zu schauen dich, Dorthin, o Jesu, führe mich! Albert Knapp( 1798-1864). Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 182. Herr, du hast für alle Sünder Einen reichen Tisch gedeckt, Wo das Brot der armen Kinder Nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, Weil du mich geladen hast. Laß mich nicht mit argem Herzen Deine große Huld verscherzen. 2. Heilige du mein Gemüthe, Alles Arge treibe aus, Daß auch meines Herzens Hütte Werde dein geweihtes Haus; Denn ich hoffe nur auf dich, Liebster Jesu, höre mich Und laß deinen Tisch auf Erden Mir des Himmels Vorschmack werden. 3. Gnadenvoll willst du mir schenken Deinen Leib, dein theures Blut, Darum laß mich wohl bedenken, Was hier deine Liebe thut, Und verleihe, daß ich nicht Eff' und trinke zum Gericht, Was du, Jesu, für mein Leben 3ur Erlösung haft gegeben. 4. Halte die Vernunft in Schranken, Wenn sie Zweifel mir erregt. Wirke heilige Gedanken, Wenn mich sünd'ge Lust bewegt; Daß ich mich in meiner Noth Sehne nach dem Himmelsbrot, Welches allen Hunger stillet Und das Herz mit Gott erfüllet. 116 Abendmahls- Lieder. 5. Bist du doch der Fürst des| Wir kommen, deinen Leib und Lebens, Jesus ist der Name dein, Nimmermehr kannst du vergebens Blut, Wie du uns hast geladen, Zum Preise deiner Herrlichkeit Und uns'rer Seelen Seligkeit Im Glauben zu genießen. 2. O Jesu, mach' uns selbst bereit Für die Welt gestorben sein; D'rum erhöre, was ich bitt': Theile mir dich selber mit Und laß heut in mein Gewissen Trost aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir gegeboren, Nähr' uns auch durch deine Kraft, Und weil Alles da verloren, Wo nicht sie uns Hilfe schafft, Laß dies Brot und diesen Wein Meines Herzens Manna sein, Daß die Wirkung dieser Speise Künftig in der That sich weise. 7. Laß mich deine Liebe schmecken Und die Güter jener Welt; Und wenn auch Furcht und Schrecken Noch zuweilen überfällt, So verschaffe mir dein Blut Einen wahren Freudenmuth, Daß ich meinen Trost im Glauben Mir durch Niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht in's Herze fassen Deinen herben, bittern Tod; Laß mich auch Niemanden hassen, Der mit mir genießt ein Brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, Bis ich werde bei dir sein Und die Fülle deiner Gaben, Meinen Gott und Alles haben. Kaspar Neumann( 1648-1715). 183. Höchftes Gut, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. err Jesu Christ, du Du Brunnquell aller Gnaden, Zu diesem hohen Werke; Schenk' uns dein schönes Ehrenkleid Durch deines Geistes Stärke; Hilf, daß wir würd'ge Gäste sei'n Und werden dir gepflanzet ein Zu ew'gen Himmelswesen. 3. Bleib' du in uns, daß wir in dir Auch bis an's Ende bleiben. Laß Sünd' und Noth uns für und für Nicht wieder von dir treiben, Bis wir durch deines Nachtmahls Kraft In deines Himmels Bürgerschaft Einst ewig selig werden. Verfasser unbekannt. 184. Hier Mel. Von Gott will ich nicht lassen. ier ist der Herr zu gegen, d Hier ist des Himmels Pfort'. Es ist mit Gnad' und Segen Der Herr an diesem Ort'. Hier finden ganz gewiß Die wahren Glaubensstreiter Die rechte Himmelsleiter Troß allem Hinderniß. 2. Es steht die Thür hier THRE offen, Wer nur mit Reu' erscheint In Glaube, Lieb' und Hoffen Und seine Schuld beweint, Der wird verstoßen nicht; Er wird mit allen Frommen Von Jesu aufgenommen Und kommt nicht in's Gericht. Abendmahls- Lieder. 117 3. Hier ist ein Mahl der Freuden| Das Herz zu dir, o Gott, erhöht, Für Gottes Volk bereit. Hier sollen die sich weiden, Die mit der Welt im Streit In Eifer sich verzehrt; Die mit der Sünde ringen, Durch Tod zum Leben dringen, Die werden hier genährt. Die Augen zum Altar. Schent' uns, o Bater, deine Huld, Vergieb der Sünden schwere Schuld. 4. Die arm im Geiste lebenstein Und geistig hungrig sind, Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. Die sich dem Herrn ergeben, 186. Ich komme, Heil der Welt, Erbarmend ruf'st du ja auch mir, Den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu odbrand ſchwer, Laß doch mein Herz von Trost nicht leer, Ach, laß es Ruh' erlangen; Die Ruhe, welche selbst dein Geist Mir durch dein trostvoll Wort verheißt. Wer tröstet mich wie du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Die nach Gerechtigkeit Sich sehnen: solchen Herzen Ist für die Sündenschmerzen Das Gnadenmahl bereit. s 5. Wenn sie die Schuld bereuen Von Herzen früh und spät, So sollen sie sich freuen An dieser heil'gen Stätt'. Gott stößt sie nicht hinaus, Weil sie aus ihm geboren, So hat er sie erforen, Bu sein in seinem Haus. 6. O Jesu, meine Wonne, Ich komm' jetzt auch zu dir, Du Herr, mein Schild und Sonne, et be Mit Herzlicher Begier. Tränt' mich mit deinem Blut, Speis' mich mit deinem Leibe, Weil ich es weiß und glaube, Daß du mein höchstes Gut. 7. Erquicke mich mit Freuden, Der ich so müd' und matt Von Sündenschmerz und Leiden, Mach' wieder, Herr, mich satt Vom Lebenswein und Brod, Daß ich dir treu verbleibe, Ja dir mich ganz verschreibe Im Leben und im Tod. Laurentius Laurenti( 1660-1722). Eigene Melodie. 185. Hier liegt vor deiner Majestät Im Staub die Christenschaar, mids O Gott, von deinem Angesicht Verstoß' uns arme Sünder nicht! Verfasser unbekannt. Herr Jesu Christ, Mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, Verwirf mich, o mein Heiland, nicht. 2. Nur du bist meine Zuverda dun sicht, sch Entzieh' mir deine Gnade nicht, Mich reuen meine Sünden. Laß mich, verdien' ich gleich den Tod, Den Gottes Fluch den Sündern droht, Durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil, Gieb mir an seinem Segen Theil; Er sei auch mir Beruhigung Und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ, Ich hoff auf dich, ich hoff' auf dich. In dieser Hoffnung stärke mich. Abendmahls- Lieder. 118 3. Mein ganzes Leben preise dich; Erlöst, mein Mittler, bin auch ich, Dein Eigenthum zu werden. O bin ich dein, so fehlt mir nichts, e Nichts einst am Tage des Gerichts, Nichts, o mein Heil, auf Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland Entzich mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich, Damit ich siege, Herr, durch dich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Zum Leben führ' uns durch den Tod. Samuel Bürde( 1753-1831). Mel. Ein Lämmlein geht und trägt. 187. Jh tomme, Herr, und ich suche dich, Mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich Des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und der Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh', Ich suche Ruh' und finde sie Im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an: Du bist das Heil der Sünder; Du hast die Handschrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht Und an dein Wort: es ist voll3. So freue dich, mein Herz, in mir: Er tilget deine Sünden Und läßt an seiner Tafel hier Dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, Spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben! Du bist in meinen Tod getauft, Und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; Bewahr' es hier im Glauben Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben. Sich', ich vereine mich mit dir; Ich bin der Weinstock: bleib' an mir, 10 loe/ So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen Und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig ſein, Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weih'n Und deinen Tod zu preisen; Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). bracht! Mel. Nun ruhen alle Wälder. Du haſt mein Heil verdienet. 188. Ich komm' jetzt einfür Gott war in dir und hat die Welt In dir mit sich verfühnet. Zu deinen großen Gnaden, Mein Heiland, Jesu Christ! Doch scheu' ich mich mit Beten Abendmahls- Lieder. Vor meinen Gott zu treten, Weil mein Herz voller Sünden iſt. 2. Ich bin ein armer Sünder Wie alle Menschenkinder, Gestehe meine Sünd'; Und weil ich übertreten, So hilf du, Jesu, beten, Damit ich wieder Gnade find'. 3. Ich will nun wiederkehren, Der Schwachheit wollst du weh- O stärke mein Gemüthe ren, Vergieb mir meine Schuld! Du bist für mich gestorben, Hast mir das Heil erworben; D'rum habe mit mir noch Geduld. 4. Zu deinen blut'gen Wunden Hab' ich mich eingefunden. Und bin dadurch getröst't. Hilf mir durch deinen Namen, Sprich du darauf das Amen: Du, Sünder, bist durch mich erlöst. Zum gläubigen Vertrau'n auf dich, Daß ich, so lang' ich lebe, mich An deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz Die Last von meinen Sünden; Laß mein vor dir gebeugtes Herz Den großen Trost empfinden, Daß du aus großer Lieb' und Huld Auch mir Vergebung meiner Schuld Auf Buße hast erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, Werd' ewig mir zum Segen; Er stärke mich mit neuer Kraft, Auf allen meinen Wegen Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle Furcht und Lust der Welt Standhaft zu überwinden. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 189. Jh preiſe dich, o Herr, 6. Die Liebe, die du mir ermein Heil, GILT zeigt, d Ist gar nicht zu ermessen, Omache selbst mein Herz geHi hneigt, Sie nimmer zu vergeffen, Daß ich aus ächter Gegentren Dir bis zum Tod ergeben sei Und dir zur Ehre lebe. FOR 7. Laß deines Leidens großen Zweck Mir stets vor Augen stehen; Nimm alle Hindernisse weg, 5. D'rauf will ich nun empfangen Mit gläubigem Verlangen Am Altar Leib und Blut, Die du für mich gegeben. Hilf, daß mir's sei das Leben Und meiner Seele höchstes Gut. Verfasser unbekannt. Für deine Todesleiden. 3 Hab' ich an ihren Früchten Theil, Was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich: Ogieb, daß meine Seele sich Deß ewig freuen möge. 2. Du läsfest mich in deinem Tod 119 Vergebung aller Sünden, Gewissensruh', zur Bess'rung Kraft, Das hast du, Herr, auch mir verschafft, Das wahre Leben finden: Erlösung aus der größten Noth, Da du am Kreuze starbest. 3. Dein Abendmahl ist mir ein Pfand Von deiner großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! Abendmahls- Lieder. 120 Die eb'ne Bahn zu gehen, Die mir dein heilig Vorbild weis't Und die einst den erlösten Geist Zu deiner Freude führet. 8. Zu meinem Heile hast du dich Für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, Mit Ernst danach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, Und werd' ich einst der Welt entrückt, So sei dein Tod mein Leben! Joh. Diterich( 1721-1791). of lied Mel. Schmücke bich, o liebe Seele. 190. Jesu, Freund der Menschenkinder, Heiland der verlor'nen Sünder, Der zur Sühnung uns'rer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden: Jul Wer kann fassen das Erbarmen, Das du trägest mit uns Armen? In der Schaar erlöster Brüder Fall' ich dankend vor dir nieder. 2. Ja auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll' entgegen; In dem Elend meiner Sünden Soll ich bei dir Hilfe finden. Meine Schulden willst du decken, Mich befrei'n von Furcht und Schrecken; Willst ein ewig sel'ges Leben Als des Glaubens Frucht mir Nofron geben. 3. Mich, den Zweifelnden und Schwachen, Willst du fest im Glauben machen; Ladest mich zu deinem Tische, Daß mein Herz sich dort erfrische. So gewiß ich Wein genossen, Ist dein Blut für mich geflossen; So gewiß ich Brot empfangen, Werd' ich Heil in dir erlangen. 4. Ja du kommst, dich mit den Deinen In dem Nachtmahl zu vereinen; Du, der Weinstock, giebst den Reben Muth und Kraft zum neuen Leben. Durch dich muß es mir gelingen, Reiche, gute Frucht zu bringen Und durch Frömmigkeit zu zeigen, Daß ich gänzlich sei dein eigen. 5. Nun so sei der Bund erneuet Und mein Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild will ich sehen Und dir nach, mein Heiland, gehen. Was du hasfest, will ich hassen, Stets von dir mich leiten lasſen; Was du liebest, will ich lieben, Nie durch Untreu' dich betrüben. 6. Doch ich kenne meine Schwäche! Schwer ist, was ich dir verspreche. Werd' ich dir auch Glauben halten Und im Guten nie erkalten? O, steh du mir bei und stärke Mich zu jedem guten Werke. Hilf, daß ich die Lust zur Sünde Durch dich träftig überwinde. 7. Gieb, daß ich und alle Christen Sich auf deine Bufunft rüsten, Daß, wenn heut der Tag schon orion käme, Keinen, Herr, dein Blick beschäme. Schaff' ein neues Herz den Sündern, Mache sie zu Gottes Kindern, Die dir leben, leiden, sterben, Deine Herrlichkeit zu erben. 8. Großes Abendmahl der Frommen, Abendmahls- Lieder. 121 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. kommen, ren, 192. Komm', mein Herz! Tag des Heils, wann wirst du Daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schau'n und ewig ehren! Halleluja, welche Freuden Sind die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, Ewig ihm für seine Schmerzen! th Johann Lavater( 1741-1801). Mel. Fahre fort, Zion, fahre fort. 191. Komm' herein:: Haupt der Deinen komm' herein! Sprich den Frieden deines Munpodmulle non des majd ne Ueber uns! wir harren dein. Komm', du Stifter uns'res Bundes, Halte selbst mit deiner Glieder me Zahl :: Abendmahl.:,: 2.:: Weihe selbſt,:,: Weih' und brich dein Lebensbrot Uns zum innern Geistesleben, Weil du opfernd in den Tod Deinen Leib für uns gegeben. Stärk' uns, daß der Geist vom adott Weltsinn frei ad:: Himmlisch sei.:,: 3.:,: Lebensfürst!:,: d Komm', aus deiner Segensflut Unsern Seelendurst zu stillen; Daß dein heilig' Opferblut Willig floß um unsertwillen, Geb' uns Kraft, die bis in's Grab hinein :,: Treu zu sein.:,: 4.:,: Er will's thun.:,: Spürt ihr seinen Segenstritt? Freundlich naht er unserm Kreise, Bringt uns Himmelsgüter mit, Lebenstrank und Lebensspeise. Seht, wie Segen seiner Hand entströmt! is als mm: Kommt und nehmt.:: Karl Garve( 1763-1841). in Strömt auch dir ein Quell der Freuden; Stille hier dein sehnlich Dürsten Aus dem Kelch des Lebensfürsten! Daß ich einen Heiland habe Und in seinem Heil mich labe Und in sein Verdienst mich kleide, Das ist meines Herzens Frende. 2. 3war ich hab' ihn alle Tage, Wenn ich Sehnsucht nach ihm trage; Er ist auf der Himmelsreiſe Täglich meine Seclenspeise. Daß ich einen Heiland habe, Bleibt mein Alles bis zum Grabe, Und ich mag nichts And'res wissen, Als sein Lieben zu genießen. 3. Dennoch will ich mit Verlangen Auch sein Abendmahl empfangen; Darf ich da mich ihm verbinden, Werd' ich's tiefer noch empfinden, Daß ich einen Heiland habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach, wie werd' ich oft so müde, Wie entweicht der süße Friede! Sünd' und Welt kann mich verwunden, Wenn mir dieses Licht entschwunden, Daß ich einen Heiland habe, Der mit seinem Hirtenstabe Sanft und mild und voll Vergeben Mir nichts ist als Heil und Leben. 5. Sei gesegnet, ew'ge Liebe, Daß du mir aus treuem Tricbe, Da das Mißtrau'n mich vergiftet, Solch ein Denkmal hast gestiftet, Daß ich einen Heiland habe, 122 Der den Gang zum Kreuz und Grabe Abendmahls- Lieder. Gern gethan, mich zu versöhnen Und mit Gnade mich zu frönen. 6. Heil'ges Brot, sei mir gethis fegnet, $ Weil mir der mit dir begegnet, Der mit seinen theuren Wunden Die Erlösung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, Der erblaßt und todt im Grabe Auch für meine Schuld gelegen, Will ich schmecken und erwägen. 7. Heil'ger Kelch, sei mir gemi ſegnet, Weil mir der mit dir begegnet, Dessen Blut mich lässet finden Die Vergebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, Der die matte Scele labe, Muß dieß nicht mein Dürſten stillen Und mein Herz mit Wonne füllen? 8. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft zerrinnen, So will ich mich nur besinnen, Daß ich einen Heiland habe, Der vom Kripplein bis zum Grabe, Bis zum Thron', wo man ihn chret, Und neue Segensströme fließen Uns zu von deiner Güt' und Tren'; i JoR Dein Blut, dein Tod und deine mod Schmerzen Erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden then Gewissen Ein neues Siegel aufgedrückt, Daß unser Schuldbrief sei zerriffen, Daß uns're Handschrift sei zerſtückt, Daß wir Vergebung uns'rer Sünden de In deinen blut'gen Wunden finden. 4. Das Band wird fester angezogen, Das dich und uns zusammenhält; Es fühlt die Freundschaft, längst jos gepflogen, Auf neue Stüßen sich gestellt. Wir werden mehr in solchen Stunden Mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dieß Brot kann wahre Nahrung geben, ne Und dieser Kelch erquickt den Geist; no R Es mehrt sich unser inn'res Leben, Wenn unser Glaube dich genießt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke Eigene Melodie. 193. Mein Jesu, der du In unserm Kampf und Glaubenswerke. vor dem In deiner letzten Trauernacht Uns alle Früchte deiner Leiden Als letzten Willen hast vermacht, Es preisen gläubige Gemüther Dich, Stifter solcher hohen Güter! 2. So oft wir dieses Mahl genießen, Wird dein Gedächtniß bei uns neu, Mir, dem Sünder, zugehöret! Ernst Woltersdorf( 1725-1761). 6. Wir treten in genau're nelu Bande tem Mit deines Leibes Gliedern ein; Wir müssen all' in solchem dp ouisi Stande Ein Herz und eine Seele sein; Der Geist muß mehr zusammenfließen, Abendmahls- Lieder. Da wir ein Fleisch und Blut genießen.. 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, Daß unser Leib, jetzt schwach High heitsvoll, Einst herrlich aus dem Staube grünen Und unverweslich werden soll; Ja, daß du uns ein ewig Leben Nach diesem kurzen werdest geben. 8. Otheures Lamm, so edle Gaben Hast du in dieses Mahl gelegt! Da wir dich selbst zur Speise haben, Ist unser Geist so wohl gepflegt! Dieß Mahl ist unter allen Leiden Ein wahrer jener Heine Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr' und hun dhe sung Preis gesungen, Ja solcher hohen Licbe Schein Verdient, daß aller Engel Zungen Wird unser Geist zu dir erhoben, So wird er dich vollkommen 15mts Holloben. Joh. Rambach( 1693-1755). 1078 Mel. Allein Gott in der Höh' sei Ehr'. 194. Seju, dir sei ewig D Dank Für deine Treu' und Gaben. Ach, laß durch diese Speis' und Trank Auch mich das Leben haben! Sei mir willkommen, edler Gast, Der du uns nicht verschmähet haft! 123 Hier hab' ich, was ich haben soll; Dein Gnadenbrünnlein ist stets voll, Hier find' ich Trost und Leben. 3. Laß mich auch ewig sein in dir, Laß dir allein mich leben, Und bleib' du ewig auch in mir: O Herr, du wirst mir geben, Daß ich kraft dieser Speis' und Trank Wie soll ich Dank dir sagen? 2. D, Jesu Christ, du kannst nem allein Mir Leib und Seele laben. Nun bin ich dein, und du bist mein G Mit allen deinen Gaben. Stark bleibe, wenn ich schwach und krank, Und fahr' zu dir mit Freuden. Joh. Olearius( 1611-1684). Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 195. Jeju, meine Bonne, Du Seele dall Sonne, Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann genug ich schätzen Dieß himmlische Ergößen Die uns gestärket haben! 3. Wie soll ich dir doch dan2 ken, O Herr, daß du mich Kranken. Gespeiset und getränket, Ja selbst dich mir geschenket! 4. Ich lobe dich von Herzen Für alle deine Schmerzen, Für deine Schläg' und Wunden, Die du für mich empfunden. 5. Dir dank' ich für dein ne Leiden, in Den Ursprung meiner Freuden, Dir dank' ich für dein Sehnen Und deine heißen Thränen. 6. Dir dank' ich für dein Lieben, m Das standhaft ist geblieben: Dir dank' ich für dein Sterben, Das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüthe Abendmahls- Lieder. 124 Den Reichthum deiner Güte; Dieß theure Pfand der Gnaden Tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nie vergessen, Anbetend mich ermessen Die Kraft der Himmelsspeise, 2 Dafür mein Herz dich preise. 9. Du wollest doch die Sünde, Die ich in mir noch finde, Aus meinem Herzen treiben Und kräftig in mir bleiben. 10. Ogieb, daß meine Seele Nur dich allein erwähle; l Laß mich stets mit Verlangen An deiner Liebe hangen. 11. Nun kann ich nicht verderben; D'rauf will ich selig sterben Und freudig auferstehen, O Jesu, dich zu sehen. Joh. Rift.( 1607-1667). Eigene Melodie. 196. Shmücke dich, o liebe Seele, So willst du umsonst gewähren, Was die Seele soll ernähren, Da in allen Bergwerksgründen Kein solch Kleinod ist zu finden, Wie dein Blut, vom Kreuz ge= flossen, Das du haft für uns vergossen. 4. Ach, wie hungert mein GeMoj modrour müthe, nonll Menschenfreund, nach deiner 615 Güte! aid bol Ach, wie pfleg' ich oft mit mun Thränen Mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des LebensJoost of fürsten, in 18 Daß mein Herz im Brot und Tong hop Weine door ni Sich durch Gott mit Gott verdin dode eine. Re 5. Beides, Wonne und auch The 50 Bangen o Fühl' ich jetzt mein Herz umibig fangen; Das Geheimniß dieser Speiſe Und die unerforschte Weise oc Macht, daß ich voll Staunen de merke, Joinbion in Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg' in dir halten. Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu s ist 116 finden, Der dein' Allmacht könnt' erdo Gun gründen?? 6. Nein, es muß Vernunft hier um weichen, Kann dies Wunder nicht erreichen, 2. Eile, wie Verlobte pflegen, Deinem Bräutigam entgegen, Der mit süßen Gnadenworten Klopft an deines Herzens Pfor- Daß dies Brod nie wird verod zehret, und 32 Ob es gleich viel' Tausend nähret, Und daß mit dem Saft der Reitben Laß die dunk'le Sündenhöhle, Komm' an's helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und isd ten; Eile, sie ihm aufzuschließen, Wirf dich hin zu seinen Füßen, Sprich: o Herr, laß dich umfassen, Von dir will ich nimmer lassen. 3. Pflegt man sonst bei höchsten Schäßen Auch das Höchste einzusetzen, Uns wird Christi Blut gegemeni si ben. di sill O Geheimniß voller Freuden, Das nur Gottes Geist kann deuten. 198 Abendmahls- Lieder. 7. Jesu, meine Lebenssonne,| Schlagt die Brust, Jesu, meine Freud' und Wonne, Deß bewußt, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, Hier fall' ich zu deinen Füßen; Laß mich würdiglich genießen Diese deine Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum alle Preise! dat 8. Herr, es hat dein treues Lieben al Das uns jetzt kann träftig tränken, 19 Deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen; Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich einst, wie jetzt auf Erden, Mög' dein Gast im Himmel werden! Joh. Frand( 1618-1677). Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns gegeben Und den Himmel uns erschlossen Von dem Brot und Weine: Durch dein Blut, für uns ver- Solches Sakrament euch bringt Lebenstrost alleine. Danket Gott, Liebt in Noth, goffen, Lebt als Gottes Kinder, Werdet nicht mehr Sünder! 5. Jesu, Jesu, höchstes Gut! König aller Frommen, Laß doch deinen Leib und Blut In mein Herze kommen Šeliglich! Gott hat euch geladen; Eure Herzen sei'n nicht fern Von dem Mahl der Gnaden! Betet, wacht! Habet Acht, 125 Was ihr habt verschuldet, Eh' ihr Straf' erduldet. 3. Geh't heran, schön angethan Mit dem Glaubenskleide; Solche Gäste nimmt Gott an, Sie sind seine Freude. Nehmt die Speis', Gleicher Weiss Trinkt sein Blut vergossen, O ihr Tischgenossen! 4. So ihr würdig eszt und trinkt Was euch Gott wird geben Zu dem ew'gen Leben. 2. Kommt in Reu' und wahrem Leid Ueber eure Sünden; Demuth und Gottseligkeit Basset bei euch finden. Das bitt' ich, Herr, in deinem Namen, Hochgelobet, Amen! Mel. Herzlich thut mich verlangen. Mel. Straf' mich nicht in deinem Zorn. 198. Wie könnt' ich ſein 197. Tretet her zum Tiſch Joh. G. Müller( 1651-1745). Der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb' ermessen Dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen, Er kommt und macht mich frei; Und stets quillt aus dem Herzen Ihm neue Lieb' und Tren'. 2. Wie sollt' ich ihn nicht lieben, Der mir so hold sich zeigt? Wie jemals ihn betrüben, Der so zu mir sich neigt? Er, der am Kreuz erhoben, Für mich ging himmelan Von Gott, dem Vater. 126 Und täglich nun von oben Mich segnend will umfah'n. 3. Ihn will ich ewig lieben, Der mir aus Todesnacht, Von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit gebracht, sit Der noch zur letzten Stunde Mir reicht die treue Hand, Bis auch die letzte Wunde Ausheilt, die mich gebrannt. 4. Er giebt zum heil'gen Pfande Mir seinen Leib, sein Blut; Hebt mich aus Nacht und Schande, Füllt mich mit Himmelsmuth; Zweiter Abschnitt. Der christliche Glaube. Will selber in mir thronen Mit heil'gem Gnadenschein: Sollt' ich bei ihm nicht wohnen? In ihm nicht selig sein? 5. Bei Freuden und bei Schmerzen Durchleuchte mich dein Bild, Wie du, o Herz der Herzen, Geblutet hast so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, Mein Dulden weih' ich dir!- Laß mir die Heimath offen, Und dein Herz für und für! Gottlob Rern( 1792-1835). Mel. Jesu, meine Freude. 199. Agenugsam Wesen, Hal I. Von Goff, dem Vater, seinem Wesen und Wirken. Amante Mir zum höchsten Gut: Du vergnügst alleine Völlig, innig, reine Geist und Seel' und Muth. Wer dich hat, ist still und fatt; Wer dir kann im Geist anhangen, Darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, Kann in Frieden leben, Er hat, was er will; Wer im Herzensgrunde Mit dir lebt im Bunde, Liebet und ist still. Bist du da und innig nah, Muß das Schönste bald erbleichen Das ich hab' er- Und das Beste weichen. ser 3. Güter, Ruhe der Gemüther, Trost in aller Pein; Was Geschöpfe haben, d Kann den Geist nicht laben, Du vergnügst allein. Was ich mehr als dich begehr', Kann mein Seligsein nur hindern Und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden Droben und auf Erden, Alles reicht nicht zu; Einer nur kann geben Freude, Trost und Leben, Eins ist Noth: nur du! Von Gott, dem Vater. Hab' ich dich nur wesentlich, So mag Leib und Seel' verschmachten, Ich will's doch nicht achten. 5. Ehr' sammt allen Schäßen Und was mag ergößen, Mag ich missen gern; Freude, Trost und Gaben, Die sonst And're haben Will ich auch entbehr'n. Du sollst sein mein Theil allein, Der mir soll trop andern Dingen Ruh' und Freude bringen. 6. Komm', du selig Wesen, Das ich mir erleſen, Werd' mir offenbar! Meinen Hunger stille, Meinen Grund erfülle Mit dir selber gar. Komm', nimm ein mein Kämmerlein, Daß ich Allem mich verschließe Und nur dich genieße. 7. Laß, o Herr, mit Freuden Mich von Allem scheiden, Fern der Creatur! Innig dir ergeben, Kindlich mit dir leben, Sei mein Himmel mur! Bleib' nur du mein Gut und Ruh', Bis du wirst in jenem Leben Leben Dich mir völlig geben. Gerh. Tersteegen( 1697-1769). 127 Denn er liebt nicht falschen Schein. Er treibt mit uns keinen Scherz, Wie der Mund, so ist sein Herz. 3. Die Verheißung fann verziehen; kommt nicht bald, was er verspricht, Muß man allen Zweifel flichen, Weil er sein Wort niemals bricht. Ist die rechte Zeit nur da, So wird alles lauter Ja. Auf die Erde fallen kann. Also zeigt das Wort des Lebens Sich als treuen Zeugen an. Der uns seinen Sohn versprach, Kam auch seinen Worten nach. 7. Wohl, mein Herz, du fannst ihm trauen. Was er dir verheißen hat, Wirst du auch erfüllet schauen, Kommt es auch bisweilen spät; Mel. Gott des Himmels und der Erde. 200. Amen! Amen! lau- Spart er's auch oft weit hinaus, ter Es wird doch ein Amen d'raus. 8. Amen! Herr, du willst erfüllen, Was dein treuer Mund verspricht. Das vernehm' ich hier im Stillen, Bis sich's offenbart im Licht, Daß du die Erfüllung geb'st. Amen! ja, so wahr du lebst. Benj. Schmold( 1672-1737). Spricht der treue Gottesmund. Ewig führet er den Namen, Daß er aller Wahrheit Grund. Was er sagt, trifft Alles ein, Es muß ja und Amen sein. 2. Menschen mögen ja wohl trügen Und nicht frei von Falschheit sein, Doch kann dieser Held nicht lügen, 4. Hat er es doch so gehalten Von dem Anbeginn der Welt, Seine Wahrheit wird auch walten, Bis die Welt in Asche fällt; Weil er heute und fortan Sich nicht selbst verleugnen kann. 5. Er sprach einmal nur: es werde! Da zuvor kein Wesen war, So ward Himmel und die Erde, Die sein Machtwort stellte dar. Also bleibt es noch dabei, Daß ihm nichts unmöglich sei. 6. Nicht ein Wort ist, das vergebens 128 Von Gott, dem Vater. Mel. O Gott, bu frommer Gott. Ihn haben wir von dir; 201. Anbetungswürd'ger Ihn forderst du zurück, Du bleibest für und für. Gott, Voll Ehrfurcht stets zu nennen, Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können. O flöß' auch meinem Geist Die tiefste Demuth ein, Und laß mich stets vor dir Voll Ehrerbietung sein. 7. Wer hat dich je geschn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht dall Bis zu des Lichtes Höhen, Wo du voll Majestät Auf deinem Stuhle thronst Und unter frohem Lob Der Himmelsheere wohnst. 1517 2. Du bist das höchste Gut, Du weißt von keinem Leide; Stets ruhig in dir selbst Thronst du in ew'ger Freude. Dein ist die Herrlichkeit, Auch ohne Creatur Bist du dir selbst genug, Du Schöpfer der Natur. Der Vorhang weggenommen, Der jetzt das Heiligste Noch unserm Blick verschließt, Dann sehn wir klarer ein, 3. Duriefst dem, das nicht war, Wie herrlich, Gott, du bist. Um Lust und Seligkeiten Auf's Mannigfaltigste Um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst, Verstand und Rath sind dein, Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreu'n. 9. In Ehrfurcht sei schon jetzt Dein Ruhm von uns besungen, Verschmäh' nicht unser Lob, Das Lallen schwacher Zungen. Dort soll, wenn wir dereinst Vor dir verherrlicht stehn, Ein Lied im höhern Chor Dich, großer Gott, erhöhn. Johann Rambach( 1693-1755). 4. Du sprichst, und es geschieht; Auf dein allmächtig: Werde! Entstand dein großes Werk, Der Himmel und die Erde. Mit deinem träft'gen Wort Trägst du die ganze Welt, Und deine Macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr; Der Erde Majeſtäten Sind, Höchster, vor dir Staub, Dein Wort erschafft, kann tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöh'n? Wen du erhöhen willst, Deß Hoheit muß besteh'n. 8. Doch hier erkennen wir Dich noch gar unvollkommen; Wird aber dermaleinst 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besiget, Der Leben giebt und nimmt, Der unsern Odem schüßet. Den Geist, der in uns lebt, Mel. Wach' auf mein Herz und finge. 202. Der Herr, der aller Regiert mit seinen Händen, Der Brunn der ew'gen Güter, Der ist mein Hirt' und Hüter. 2. So lang' ich diesen habe, Fehlt mir's an keiner Gabe; Der Reichthum seiner Fülle Giebt mir die Füll' und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden Auf grüner Aue weiden, Führt mich zu frischen Quellen, Schafft Rath in allen Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget Und sich mit Sorgen plaget, Weiß er sie zu erquicken, Aus aller Noth zu rücken. Von Gott, 5. Er lehrt mich thun und laffen, Führt mich auf rechter Straßen, Läßt Furcht und Angst sich stillen Um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor Andern Im finstern Chal muß wandern, Fürcht' ich doch keine Tücke, Bin frei von Mißgeschicke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, Schüß'st mich vor bösen Leuten; Dein Stab, Herr, und dein Stecken Benimmt mir allen Schrecken. 8. Du sebzest mich zu Tische, Machst, daß ich mich erfrische, Wenn mir mein Feind viel Schmerzen Erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Dele, Du stillest meine Seele Und reichst mir, wenn ich leide, Den vollen Kelch der Freude. 10. Barmherzigkeit und Gutes Wird mein Herz guten Muthes, Voll Lust, voll Freud' und Lachen, So lang' ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben Und dein Lob herrlich treiben Im Hause, da du wohnest Und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden Und dort, wo wir dich werden Selbst schaun, im Himmel droben, Hoch preisen, singen, loben. Paul Gerhardt( 1606-1676). Eigene Melodie. er Der 203. Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn, Wir dürfen ihn in Demuth Vater nennen; dem Vater. 129 Wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn, So sehn wir ihn von zarter Liebe brennen. Dies Wort giebt uns im Kampfe Kraft und Muth: Der Herr ist gut! 2. Der Herr ist gut! er will der Sünder Schuld Nicht unerbittlich mit dem Schwerte rächen; Es ist bei ihm ein Reichthum der Geduld, Er heilet gern der Irrenden Gebrechen; Er segnet uns durch seines Sohnes Blut: Der Herr ist gut! 3. Der Herr ist gut und theilt sich willig mit, Sein Wesen ist ein Brunnen edler Gaben! Er geht uns nach und fragt bei jedem Schritt, Ob wir nicht was von ihm zu bitten haben? Wo ist ein Herr, der so mit Knechten thut? Der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! fein Elend ist so groß, Er hat so Kraft, als Neigung, uns zu schüßen; Umschließet uns der ew'gen Liebe Schooß, So können wir im stillen Frieden sigen. Das macht sein Schuß, daß man hier sicher ruht: Der Herr ist gut! 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, Wird nimmermehr aus seinem Dienste gehen; Hier wird erst recht, was Freiheit sei, entdeat. 130 Von Gott, dem Vater. Hier fann der Geist im rechten 1 Zum frischen Wasser führt er note mich, magna Adel stehen. Nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut: Mein' Seel' zu laben kräftiglich Durch's sel'ge Wort der Gnaden. 2. Er führet mich auf rechter son zo Bahn Der Herr ist gut! i tro 6. Der Herr ist gut! er sieht in Gnaden an Den armen Dienst der Knechte, die ihn lieben; Er giebt mehr Lohn, als man erwarten kann, Kein fühler Trunk ist unvergolten blieben, Er giebt dafür die ganze Segensflut; Der Herr ist gut! 7. Der Herr ist gut und bleibt es bis zum Tod, Wir sollen ihm in seinen Armen sterben; Er will uns führen aus der letzten Noth Und Alles, was er hat, uns lassen erben, Und Ruhe geben, wie er selber ruht; Der Herr ist gut! 8. Der Herr ist gut! fallt nieder vor dem Thron; Wir sind zum Segen herzlich eingeladen. Lobt unsern Gott, lobt seinen lieben Sohn, Lobt seinen heil'gen Geist, den Geist der Gnaden; Lobt ihn für Alles, was er ist und thut, Der Herr ist gut! Nach Johann Rambach( 1693-1755). 204. De getreuer Hirt, Mel. Es ift gewißlich an der Zeit. er ist mein Dem ich mich ganz vertraue; Zur Weid' er mich, sein Schäflein, führt, Auf schöner, grüner Aue. Von seines Namens wegen. Ob gleich viel Trübsal kommt sbibloed heran Auf finstern Todesstegen, So grauet mir doch nicht dafür: Mein treuer Hirt ist stets bei mir, Mich tröst't sein Stab und Stecken. 3. Er macht mir einen Tisch #bereit, Ob's auch den Feind verdrießet; Er schenkt den Becher voll von gombe Freud', Von Del das Haupt mir fließet, Und Gutes und Barmherzigkeit Läßt er mir folgen allezeit: Ich bleib' in Gottes Hause. Corn. Becker( 1561-1604). 5051 300 Mel. Wer nur den lieben Gottläßt walten. 205. u Vater deiner Menschenkinder, Der du die Liebe selber bist, Du, dessen Herz auch gegen Sünder Noch gütig und voll Mitleid ist, Laß mich von ganzem Herzen dein Im Leben und im Tode sein. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, Der du mich als ein Vater liebst, Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie du mir selbst die Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mir; Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilge, Herr, durch deine Liebe 012 In mir die Liebe zu der Welt Von Gott, dem Vater. 131 Und gieb, daß ich Verleugnung Mel. Freu' bich sehr, o meine Seele. Wenn mir das Eitle noch gefällt. 206. Ew'ge Liebe, mein Gemüthe Waget einen fühnen Blick Wie soll ich je die Kreatur Dir vorziehn, Schöpfer der Natur? In den Abgrund deiner Güte: Send' mir einen Blick zurück, 4. Laß mich um deines Na- Einen Blick voll Heiterkeit, mens willen Gern thun, was mir dein Wort gebeut. Der die Finsterniß zerstreut, Die mein blödes Auge drücket, Wenn es nach dem Lichte blicket. Kann ich's nicht, wie ich soll, ali imu erfüllen, So sieh auf meine Willigkeit, Und rechne mir nach deiner Huld Die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 2. Ich verehre dich, o Liebe, Daß du dich erbarmet hast Und aus eig'nem freien Triebe Den erwünschten Rath gefaßt, Der mit Fluch beschwerten Welt Durch ein theures Lösegeld, Durch des eig'nen Sohnes Sterben, 5. Der liebt dich nicht, der od noch mit Freuden Das thut, was dir, o Gott, mißmutfällt. llo Gnad' und Freiheit zu erwerben. 3. O ein Rathschluß voll Er1 su barmen, Voller Huld und Freundlichkeit, Welcher uns verlor'nen Armen Gnade, Trost und Hilfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, Der in ihrem Schooße wohnt, Und zum Mittler ihn erkoren, Zu erretten, was verloren. 4. Doch du hast, o weise Liebe, Eine Ordnung auch bestimmt, Daß sich Jeder darin übe, Der am Segen Antheil nimmt. Wer nur an den Mittler glaubt, Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben anzuzünden, Giebst du deinen heil'gen Geist, Der sich lässet willig finden, Wie dein theures Wort verheißt, Allen, die gebeuget stehn, Die ihr Unvermögen sehn Und zum Thron der Gnaden eilen, Seine Gaben mitzutheilen. 6. Keinen tilgst du zum Vernr 152 330 derben Balth. Münter( 1735-1793). Ohne Grund aus deinem Buch; 9* D'rum laß es mich mit Sorgfalt meiden, Gefiel es auch der ganzen Welt. Laß, Bater, mich behutsam sein, Die kleinste Sünde selbst zu 195 im scheun. 6. Aus Liebe laß mich Alles pial Bong leiden, Was mir dein weiser Rath beſtimmt. Auch Trübsal führt zu ew'gen past, 105) Freuden; Wer ihre Last gern auf sich dr nimmt, Sie willig trägt und weislich bonüßt, si Wird mächtig von dir unterstüßt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, So ist auch Sterben mein Gewinn, Dann werd' ich deinen Himmel erben, Op1790 312 Wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit Dich, Vater der Barmherzigkeit. 132 Von Gott, dem Vater. Die in ihren Sünden sterben,| Der Himmel war noch nicht geLaden selbst auf sich den Fluch. macht, Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Der hat ew'gen Tod zum Lohn; Sein muthwillig Widerstreben Schließt ihn aus von Heil und intris Der mir das Beste zugedacht. Da ich noch nicht geschaffen war, Leben. Da reicht' er mir schon Gnade dar. 7. Liebe, dir sei Lob gesungen Für den heiligen Entschluß, Den die Schaar verklärter Zunohid gen Rühmen und bewundern muß, Den der Glaub' in Demuth ehrt, Die Vernunft erstaunend hört Und umsonst sich unterwindet, Wie sie dessen Tief' ergründet. 8. Liebe, laß mich dahin streben, Meiner Wahl gewiß zu sein; Richte selbst mein ganzes Leben So nach deinem Willen ein, Daß des Glaubens Frucht und Kraft, 79 Die dein Geist in mir geschafft, Mir zum Zeugniß dienen möge, Ich sei auf dem Himmelswege. 9. Laß mich meinen Namen schauen In dem Buch des Lebens stehn; Denn so werd' ich ohne Granen Selbst dem Tod entgegengehn. Keine Kreatur wird mich, Den du liebest ewiglich, Deiner Hand entreißen können, Noch von deiner Liebe trennen. Johann Rambach( 1693-1735). Da hat Gott schon den Trieb geheget, Dol 103. Sein Rathschluß war, ich follte leben Durch seinen eingebor'nen Sohn; Den wollt' er mir zum Mittler geben, da Den macht' er mir zum Gnadenthi pod thron, In dessen Blute sollt' ich rein, Geheiliget und selig sein. 4. Wunderliebe, die mich 8 2100 4 wählte Vor allem Anbeginn der Welt, Und mich zu ihren Kindern zählte, Für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, Der mich in's Buch des Lebens schrieb. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe Hinauf zu dieser Quelle steigt, Von welcher sich ein Strom der Güte Zu mir durch alle Zeiten neigt, Daß jeder Tag sein Zeugniß giebt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen Der Kreaturen seiner Macht, Die in der Höh' und Tiefewohnen, Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Daß er mich bis hierher gebracht! 207. Geht hin, ihr gläu- Ich bin ja nur ein dürres Blatt, bigen Gedanken, Ein Staub, der keine Stätte hat. In's weite Feld der Ewigkeit, Erhebt euch über alle Schranken Der alten und der neuen Zeit: Erwägt, daß Gott die Liebe sei, Die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war h nicht geleget, 7. Ja freilich bin ich zu geringe Der herzlichen Barmherzigkeit, Womit, o Schöpfer aller Dinge, Mich deine Liebe stets erfreut. Ich bin, o Vater, selbst nicht mein, Dein bin ich, Herr, und bleibe dein. Von Gott, Mirsa 8. Die Hoffnung schauet in die Ferne Durch alle Schatten dieser Zeit. Der Glaube schwingt sich über Sterne Und blickt in's Reich der Ewigkeit; Da zeigt mir deine milde Hand Mein Erbtheil im gelobten Land. 9. Im sichern Schatten deiner Flügel ini Find' ich die ungestörte Ruh'. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du! Laß Erd' und Himmel untergehn, Dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 10. Ach könnt' ich dich nur besser ehren, Welch edles Loblied stimmt' ich an! Es sollten Erd' und Himmel hören, Was du, mein Gott, an mir gethan; Nichts ist so köstlich, nichts so schön, Als, höchster Vater, dich erhöhn. 11. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, Da mein durch dich erlöster Geist Im höhern Chor mit frohem Munde Dich, schönste Liebe, schöner preis't: D'rum eilt mein Herz aus dieser Zeit Und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Herrmann( 1707-1791). Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 208. Gott, der du mich als Vater liebst, Mit Wohlthun überall umgiebst, Du Schöpfer aller Freuden; Bist du mein Freund, wie wohl ist mir! dem Bater. 133 Ich bleibe darum stets an dir; Nichts soll von dir mich scheiden. Du fassest mich bei meiner Hand, Machst mir den Weg des Heils doft bekannt, Machst meinen Gang darauf ges doy gewiß, Und schaffst mir Licht in Finsterniß. Ja, Herr, mein Gott, mali Du bist mein Licht, du bist mein doug in Licht; Ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem and udi Rath, Der nur für mich beschlossen hat, Was auf mein Bestes gehet. Führst du mich gleich oft wunderLyse bar, f dull So macht es doch der Ausgang klar, Daß stets dein Rath bestehet. Folg' ich dir auch auf rauher Bahn, So nimmst du mich mit Ehren an; Und dann verkehrt sich alles Leid In Wonn' und in Zufriedenheit. Mein Herr und Gott, Welch ein Gewinn, welch ein Gewinn Ist mir's, wenn ich dein Erbe bin! 3. Du nur bist meine Zuversicht. Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht Nach Himmel und nach Erden. Wär' ich im Himmel ohne dich, So könnte seine Pracht für mich Doch nie erquickend werden. Könnt' ich dein nicht schon hier mich freun, So möcht' ich nicht auf Erden sein; Denn außer dir ist doch kein Gut, Das meinem Wunsch Genüge thut. Mein Herr und Gott, 134 Von Gott, dem Vater. Wo du nicht bist, wo du nicht| Nein, Gott, ich halte fest an dir; Das, das ist meine Freude. Dein Wort, o Bater, soll allein Die Richtschnur meines Lebens ſein, Mein Trost in allem Leide! Ich seße meine Zuversicht Auf dich, mein Fels, und wante nicht, Bis einst sich in der Ewigkeit Mein Herz ganz deiner Liebe bist, Ist nichts, was mir erfreulich ist. 4. Auch in der allergrößten Noth Erquickst du mich, und wenn im gip Tod Auch Leib und Seel' verschmachten. Wie könnte das mir schrecklich sein? Mein Glaube lernt auch Todes- bein freut. Gott meines Heils, pein Ich bleibe dein, ich bleibe dein; Laß deine Huld stets mit mir sein. Dieterich nach Neumeister( 1671-1756) Diel. Es ist genug. 01 Mein Trost, und meines Herzens Theil, Und führst mich über Welt und 209. Gott ist getreu! Zeit Zum Schauen deiner Herrlichkeit, So wahr du bist! Sein Baterherz Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Du segnest mich selbst durch den Tod. In deiner Huld verachten. Denn du, du bleibst auch dann mein Heil, 5. Nur wer von dir weicht und die Welt Mehr liebt als dich, nicht Glauben hält, Der stürzt sich in's Verderben. Wer dieser Erde Lust und Pracht Bu seinem Himmelreiche macht, Der kann dein Reich nicht erben. Denn wer dich hier nicht lieben onds lernt, Und nicht sein Herz von dem entfernt, Was dir, o Heiligster, mißfällt, Schaut nicht das Heil der bessern Welt. Nur den, der hier Sein Herz dir weiht, sein Herz dir weiht, Nur den führst du zur Herrlichkeit. 6. Und dieses Glück entzög' ich mir? Ist voller Redlichkeit. Gott ist getreu Bei Wohlsein und bei Schmerz, In gut und böser Zeit. Weicht, Berge, weicht, fallt hin, ihr Hügel! Mein Glaubensgrund hat dieses Siegel: :,: Gott ist getreu!:,: 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund, Dieß weiß, dieß hoff' ich fest. Jch bin gewiß, Daß er mich keinen Feind Zu hart versuchen läßt. Er wiegt bei jeder Prüfungsstunde Die Kraft von meinem Glaubenspfunde. :,: Gott ist getreu!:,: 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt, Er hält, was er verspricht; Wenn mir sein Wort Den Weg zum Leben weist, So gleit' und irr' ich nicht. Von Gott, dem Vater. 135 Gott ist kein Mensch, er kann nicht| Dich stets im Herrn zu freun? Sei Gott getreu, por dni Sei unverzagt, mag doch Die Welt voll Falschheit sein! Der falschen Brüder Neid und Tücke 16 Gereicht am Ende mir zum Glücke. ist lügen, Sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen. :,: Gott ist getreu!:,: 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, Und, was er thut, ist gut; Trifft mich sein Schlag, Er weckt und bessert mich, Die Strafe meint es gut. Das Kreuz wird mir zur Himmelsleiter, Der Kampf macht mich zum guten Streiter. :,: Gott ist getreu!:,: 5. Gott ist getreu! Er giebt der bösen Welt Den ein'gen Sohn dahin. Der Heiligste Bezahlt das Lösegeld, Damit ich selig bin. Um uns zu retten vom Verderben, 9. Gott ist getreu! Vergiß, o Seel', es nicht, Wie zärtlich treu Gott ist. Gott treu zu sein, Sei deine hohe Pflicht, So lang' du denkst und bist. Halt' fest an Gott, sei treu im albi dun Glauben, Laß dir den starken Trost nicht rauben: :,: Gott ist getreu!:,: 7. Gott ist getreu! Sein göttlich treuer Blick Giebt sorgsam auf mich Acht; Er sicht mit Lust, Wenn mich ein zeitlich Glück Erfreut und dankbar macht. Was uns zu schwer ist, hilft er tragen, Und endlich stillt er alle Klagen. :: Gott ist getreu!:,: 8. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, :,: Gott ist getreu!:;: Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Eigene Melodie. Ließ er den Eingebornen sterben. 210. Gott iſt mein Lied, :,: Gott ist getreu!:,: 6. Gott ist getreu! Mein Vater, deß ich bin, Sorgt für mein Seelenwohl. Sein Will' und Wunsch, Sein Zweck und sein Bemüh'n Ist, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden, Er läßt mich Ruh' in Christo finden. der Stärke; Hehr ist sein Nam', Und groß sind seine Werke Und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, So sind und leben Welten; Und er gebeut, So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid Und seine Wahl das Beste; Er herrscht als Gott, Und seines Thrones Veste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, Ein Meer von Scligkeiten, Ohn' Anfang Gott, ibi Und Gott in ew'gen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war Im Himmel, Erd' und Meere, Das kennet Gott, 136 Von Gott, Und seiner Werke Heere Sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft, was ich Vor oder nachmals thue, Mel. Fren' dich sehr, o meine Seele. Und er erforschet mich und dich. 211. Gott, vor deſsen An7. Er ist dir nah', Du sigest oder gehest, Ob du an's Meer, Ob du gen Himmel flöhest, So ist er allenthalben da. gesichte Nur ein reiner Wandel gilt, Ew'ges Licht, aus dessen Lichte Nichts als reinste Klarheit quillt: Laß uns doch zu jeder Zeit Strahlen deiner Heiligkeit So durch Herz und Seele dringen, Daß auch wir nach Heil'gung ringen! 2. Du bist rein in Werk und Wesen, o 8. Er kennt mein Flehn Und allen Rath der Seele, Er weiß, wie oft Ich Gutes thu' und fehle, Und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte, Schrieb auf sein Buch Wie lang' ich leben sollte, Da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht Von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, Den du hast werden lassen, Verkündigt jeines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm Ist deiner Weisheit Spiegel, Du Lnft und Meer, Ihr Auen, Thal und Hügel, Ihr seid sein Loblied und sein Psalm. dem Vater. | So frag' ich nichts So frag ich nichts ist Nach Himmel und nach Erden, Und biete selbst der Hölle Truk. Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 13. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; Sollt' ich mein Herz Nicht mit dem Troste stillen, Daß deine Hand mein Leben hält? 14. Ist Gott mein Schutz, Will Gott mein Retter werden: Und dein unbeflecktes Kleid, Das von Ewigkeit gewesen, Ist die reinste Heiligkeit. Du bist heilig, aber wir, Großer Schöpfer, stehn vor dir, Wie in einem Seleid voll Flecken, Die wir dir umsonst verdecken. 3. Nichts wird sonst von dir geliebet, Vater, als was sich allein Deiner Heiligkeit ergiebet Und sich sehnt, dir gleich zu sein; Darum nimm dich unser an, Deren Herz nichts lieben kann Als was Straf' und Zorn ver= dienet, Weil es noch der Sünde dienet. 4. Was dein Geist und Herze sinnet, Was dein weiser Wille thut, Was dein starker Arm beginnet, Das ist heilig, rein und gut; Und so bleibst du ewiglich, Während wir auf Erden dich Durch das Böse, das wir üben, Stets von Jugend auf betrüben. 5. Wen dein Aug' voll Falschheit findet, Wen es sieht im Finstern gehn,. Von Gott, Wen die Lust der Welt entzündet, Der kann nicht vor dir bestehn; Du bist nur der Wahrheit Freund, Allem Bösen bist du Feind, Ach, das muß uns Sünder schrecken, Furcht und Schmerz in uns erwecken. 6. Tilge solche Furcht und Schmerzen! Du bist rein und machest rein, Schaff' in uns doch solche Herzen, Welche rein und heilig sei'n. Rein'ge sie, o höchstes Gut, Rein'ge uns durch Christi Blut Und laß so Verstand und Willen Deinen heil'gen Geist erfüllen. 7. Hilf, o Vater, unsern Seelen dem Vater. 137 3. Lust an Gott erhebet dich, Wenn du ihn im Wort erkennest; Lust an Gott ist innerlich, Wenn du in der Liebe brennest. Solche Lust geht eine Bahn, Die das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, Hat auch Lust an seinem Willen, Ist bemüht, in Wort und That Ihn getreulich zu erfüllen; Und so wird ihm auch gethan, Was das Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eit'le Lust, Die in Weinen sich verkehret; Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, Dieser trifft in Allem an, Was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Lust nicht ohne Last, Trag' geduldig die Beschwerden; Wenn du wohl gelitten hast, Wirst du erst recht fröhlich werden Und triffst dort im Himmel an, Was dein Herz nur wünschen kann. Benj. Schmold( 1672-1737). Glaubensvoll auf dich zu sehn; Deinen ew'gen Weg zu wählen Und ihn ohne Falsch zu gehn, Bis wir mit der sel'gen Schaar Der Erlösten immerdar E " Heilig! Heilig! Heilig!" singen 213. Her Erbarmen, Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. von unendlichem Und die reinsten Opfer bringen. Johann Zimmermann( 1702-1783). Du unergründlich Liebesmeer! Ich danke dir mit andern Armen, Mit einem ganzen Sünderheer', Mel. Jesus, meine Zuversicht. 212. Habe deine Luſt am Für deine Huld in Jeſu Chriſt, Die vor der 2. Für dein so allgemein Erlösen, Herrn, Der dir schenket Lust und Leben, So wird dir sein Gnadenstern Tausend holde Strahlen geben; Denn er beut dir treulich an, Was dein Herz nur wünschen kann. Für die Verfühnung aller Schuld, Für deinen Ruf an alle Bösen Und für das Wort von deiner Huld, Ja, für die Kraft in deinem Wort Dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heil'gen Geist der Liebe, Der Glauben wirkt in unserm Geist, 138 Von Gott, Für dieses Glaubens Kraft und Triebe, Wodurch sich deine Macht erweist, Für die Befestigung darin Dankt dir mein neugeschaff'ner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, Daß deine Gnade ewig sei. Wann Berge stürzen, Hügel brechen, So bleibt dein Bund und deine Treu; Wann Erd' und Himmel weicht und fällt, So lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine theuren Sakramente, Die Siegel deiner wahren Schrift, D'rin Gott, damit ich glauben könnte, Ein Denkmal seiner Wunder stift't; Für diese Gnaden in der Zeit Dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 6. Ja, Mund und Herze soll dir danken; Doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken Und gründe mich auf diesen Grund; Erhalte nur durch deine Treu Auch bis an's Ende mich dabei. 7. Laß mir dein allgemein Erbarmen, Das allgemeine Lösegeld, Den allgemeinen Ruf der Armen, Den allgemeinen Trost der Welt, Die Mittel, welche allgemein, Den festen Grund des Glaubens fein. 8. Du gabst ja mir auch solche Gnaden, dem Vater. Auch ich, ich habe Theil daran; Ich lag ja mit in gleichem Schaden, Für mich ist auch genug gethan; An deinem Worte, Trost und Heil Gehört mir mein besond'res Theil. 9. An diesem kann ich nun erkennen, Daß ich dein Kind in Gnaden bin; Du willst mir selbst die Ehre gönnen, Du gabst den Sohn für mich dahin, 28 Der war den Sündern zugezählt, In dem die Sünder auserwählt. 10. Laß mich in Liebe heilig leben, Unsträflich dir zum Lobe sein; Versichere mein Herz daneben: Es reiße keine Lust noch Pein Mich von der Liebe Gottes hin, Weil ich in Christo Jesu bin. 11. Tod, Leben, Tribjal, Angst und Leiden, Was Welt und Hölle in sich anschließt, Nichts soll mich von der Liebe scheiden, Die da in Christo Jesu ist. Ja, Amen! Vater aller Treu, Zähl' mich den Auserwählten bei. Philipp Hiller( 1699-1769). 0110/220 Mel. Auferstehn, ja auferstehu. 214. Ja fürwahr! uns führt mit sanfter Hand Ein Hirt durch's Pilgerland Der dunklen Erde, Uns, seine kleine Heerde. Halleluja! di 2. Wenn im Dunkel auch sein strig Häuflein irrt: Er wacht, der treue Hirt, Von Gott, dem Vater. Und läßt den Seinen I Ein freundlich Sternlein scheinen. Halleluja! 3. Sicher leitet aus des Todes Grau'n Er uns auf grüne Au'n, Aus Sturm und Wellen Zur Kühlung leiser Quellen. Halleluja! 4. Freundlich blickt sein Aug' do auf uns herab; Sein sanfter Hirtenstab Bringt Trost und Friede; Er wachet sich nicht müde. Halleluja! 5. Ja fürwahr! er ist getreu und gut. Auch uns're Heimath ruht In seinen Armen. Sein Name ist Erbarmen. Halleluja! Friedr. Ad. Krummacher( 1768-1845). Mel. Was mein Gott will, gescheh': c. 215. Ich hab' in Gottes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, Der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn deß, der vom Sugih sd Thron Des Himmels wohl regieret, Der, wenn er schlägt und Kreuz auflegt, Doch stets mit Liebe führet. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr: Mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft in's Meer, So will er mich nur üben Und mein Gemüth in seiner Güt' Gewöhnen fest zu stehen. Halt' ich dann Stand, weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. 139 3. Es ist ja Weisheit und Verstand Bei ihm ohn' alle Maaßen; Zeit, Ort und Stund' ist ihm e bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud', er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene, Und was er thut, ist Alles gut, Ob's noch so traurig schiene. 4. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was Fleisch und Blut begehret, Als sei mit einer großen Last Dein Glück und Heil beschweret; Hast spät und früh viel Sorg' und Müh' An deinen Wunsch zu kommen, Und denkest nicht, daß, was geschicht, Gescheh' zu deinem Frommen. 5. Ei nun, mein Gott, so fall An die ich dir Getrost in deine Hände: Nimm mich und mach es so mit mir Bis an mein letztes Ende, Wie du wohl weißt, daß meinem 45 Geist Dadurch sein Nuß entstehe, Und deine Ehr' je mehr und mehr di bid Sich in ihr selbst erhöhe. 6. Willst du mir geben Sonnenschein, So nehm' ich's an mit Freuden; 1 Soll's aber Kreuz und Unglück sein, Will ich's geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens TAKE Thür Noch ferner offen stehen: Wie du mich führst und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 140 7. Soll ich dann auf des duoti Todes Weg Und finst're Straße reisen, Wohlan, so tret' ich Bahn und Steg, Von Gott, dem Vater. 7. Ach Herr, mein Gott, das monisub] nisluge kommt von dir, Du, du mußt Alles thun; Du hältst die Wach' an uns'rer Thür Und läßt uns sicher ruhn. 13 8. Du nährest uns von Jahr Joll zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu THE Daß ich einmal in deinem Saal Und stehst uns, wenn wir in GeZu solchem Ende kehren, Dich ewig möge ehren. 300: 00200 Jun fahr, 26 Paul Gerhardt( 1606-1676). Mit Huld und Stärke bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduldur 216. Jhinge in mund, Und schlägst nicht allzuſehr, endlich du Herz und Herr, meines Herzens Lust. pa Ich sing' und mach' auf Erden fund, Den mir dein' Augen weisen. Du bist mein Hirt, der Alles Hit wird thur Mel. Lobt Gott, ihr Christen. Was mir von dir bewußt. d 2. Ich weiß, daß du der Brunn mor& der Gnad' Und ew'ge Quelle bist, 13 Daraus uns Allen früh und spät Viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch? was haben wir Auf dieser ganzen Erd', Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most Bu seinen Beiten find't? 6. Wer giebt uns Leben, Kraft und Muth? Wer schüßt mit seiner Hand Des goldnen Friedens werthes Gut In unserm Baterland? Schuld Und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht Und giebst uns, was uns hoch erfreut Und dir zur Ehr' gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christ hier wein', Und was sein Kummer sei; Kein Zähr- und Thränlein ist jo flein, Du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens mit dem, was ewig steht, Mangel aus Und führst uns in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd' entgeht. 13. Wohlauf mein Herze, jing' und spring' Und habe guten Muth! Dein Gott, der Schöpfer aller Ding', Ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb' und Theil, Dein Glanz und Freudenlicht, Von Gott, dem Vater. Dein Schirm und Schild, dein det im to Hilf und Heil, Schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was tränfst du dich in deinem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hehin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von HOM 35d Jugend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglücksused lauf bol Hat er zurückgekehrt! mi 17. Er hat noch niemals was verschn In seinem Regiment; Nein, was er thut und läßt geschehn, si Das nimmt ein gutes End'. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun Und red' ihm nicht darein: So wirst du hier in Frieden ruh'n Und ewig selig sein. Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. ein Gott, wie bist 217. Mbu fo verborgen, Wie ist dein Rath so wunderbar! Was helfen alle meine Sorgen? Du hast gesorget, eh' ich war. Mein Vater, führ' mich immerdar 141 3. Herr, wer kann deinen Rath aboud ergründen? Dir bleibt allein der Weisheit Preis, Du kannst viel tausend Wege finden, Nur selig, wenn gleich wunderbar. Da, wo der Mensch nicht einen gibi weiß. Mein Vater, führ' mich immerdar Nur selig, wenn gleich wunderbar. 4. Gott, deine heiligen Gedanken Sind himmelweit von Menschendan vind wahn; i D'rum leite mich in deinen Schranken Und führe mich auf rechter Bahn. Mein Vater führ' mich immerdar Nur selig, wenn gleich wunderbar. 5. Dir will ich ganz mich überlassen Mit Allem, was ich hab' und bin; Ich werfe, was ich nicht kann faffen, Auf deine Macht und Weisheit hin. Mein Vater, führ' mich immerdar. Nur selig, wenn gleich wunderbar. 6. Hilf, daß ich nie von dir mich kehre; In Glück und Unglück, Freud' und Leid 2. Kein Mensch kann, Herr, Schick' Alles, Herr, zu deiner dein Antlig sehen, Ehre Wir sehn dir nur von Ferne nach. Und meiner Seele Seligkeit. Was du bestimmt, das muß ge- Mein Vater, führ' mich immerschehen blodk dar Bei unserm Glück und Ungemach. Nur selig, wenn gleich wunderbar. Mein Vater, führ' mich immerdar Nur selig, wenn gleich wunder* bar. Sal. Frand( 1659-1725). Von Gott, dem Vater. Mel. Mir nach, spricht Chriftus. 7. Laß überall gewissenhaft 218. Nie bist du, Höchster, Nach deinem Wort mich handeln, von uns fern, Und stärke mich dazu mit Kraft, Vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich bole dun pa ſei'st, mbag dull Das tröst und bess're meinen Geist. Christoph Sturm( 1740-1786). 79 107 00 Mel. Allein Gott in der Höh' sei Ehr'. 219. Liebesglut, wie D soll ich dich t Nach Würdigkeit besingen? Es müssen deine Tiefen mich, Du volle See, verschlingen! Es brennt die ganze Ewigkeit. Es flammet Gottes Herrlichkeit, Bleibt noch mein Herz erkaltet? 2. O Liebe, die Gott seinen Sohn Aus seinem Schooß genommen: Er ist von dem gestirnten Thron Zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtschaft, Kreuz n'durdon und Grab Sind uns ein Bild, zu malen ab, Wie stark Gott lieben könne. 3. Hör' auf zu grübeln, glaub' o mallein, Kannst du dies Meer nicht gründen, So wirf dich blindlings da hinein Mit allen deinen Sünden, Daß dem dein Herze sei gewährt, Der dir sein Herz hat ganz beschert, Gieb Herz für Herz zum Opfer. 4. O liebster Vater, nimm es mchin! Gieb Kraft, um dich zu lieben. Herz und Begierden, Muth und row Sinn d Sei'n dir hiermit verschrieben. Brenn' aus den Zunder böser dispull du Lust, Laß ewig nichts in dieser Brust Als deine Liebe glühen. zult Friedrich Lampe( 1683-1729). 142 Du wirkst an allen Enden; Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, Bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich, Denn deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, siehest du, Du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu', Du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' de neu entfliehn die Und nichts mich deiner Hand entzichn. 3. Wenn ich in stiller EinsamLadner 10 feit Mein Herz an dich ergebe, Und über deine Huld erfreut, Lobsingend dich erhebe: So hörst du es und stehst mir him nop bei, Daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des met bin Herzens Rath Verkehrte Wege wählet; Und bleibt auch eine böse That Vor aller Welt verhehlet: So weißt du sie und strafest mich Zu meiner Beff'rung väterlich. 5. Du höreft meinem Seufzen z11, Daß Hilfe mir erscheine; Voll Mitleid, Vater, zählest du Die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, Und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück', Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur Zuflucht wähle, Daß ich dein heilig Auge scheu' Und dir zu dienen eifrig sei. Von Gott, dem Vater. ald Eigene Melodie. Richtet auf, was fällt, 220. Ruhe ist das beste Sein Geist bringt Ruh'; Das man haben kann; Stille und ein guter Muthd Steiget himmelan. Die suche du! In Hier und dort ist keine Ruh', Als bei Gott; ihm eile zu: Gott ist die Ruh'. 2. Ruhe suchet jedes Ding, Allermeist ein Christ. Du mein Herz, nach Ruhe ring', Wo du immer bist! 10 Gieb im Glauben Herz und Sinn Seinem Geist zu eigen hin, Gott ist die Ruh'. 7. Ruhe findet sich zumeist, Wo Gehorsam blüht; Ein in Gott geseßter Geist Macht ein still Gemüth Und Seelenruh'. O suche Ruh'; In dir selber wohnt sie nicht; Such' in Gott, was dir gebricht! Gott ist die Ruh'. tammik 3. Ruhe giebt dir nicht die mism Welt, Ihre Freud' und Pracht; Ruhe giebt nicht Gut und Geld, Lust, Ehr', Gunst und Macht; Keins reichet zu. Wenn du recht bekümmert bist, Suchst du das, was droben ist; Gott ist die Ruh'. 4. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, Der uns Alle ladet ein Vor des Himmels Thron Zur wahren Ruh'. Wer den Ruf vernommen hat, Dringe ein zur Gottesstadt! Gott ist die Ruh', in 5. Ruhe beut er Allen an, Die beladen sind. Arm' und Reiche, kommt heran, Mann und Weib und Kind, Ihr findet Ruh'! Traget ihr des Leides viel, Gott sett allem Leid ein Ziel; Gott ist die Ruh'. 6. Ruhe kommt aus Glauben as dibin her, Der nur Jesum hält; 143 Darum selig, wer sich giebt, Daß er Gottes Willen übt! Gott ist die Ruh'. 8. Ruhe wächset aus Geduld Und Gelassenheit, Die sich lehnt auf Gottes Huld Und in Lieb' und Leid Sich giebt zur Ruh'. Je zufriedener du bist, Desto näher Gott dir ist: Gott ist die Ruh'. Christi sanftes Joch 9. Ruhe hat, wer williglich ingebücket nimmt auf sich; Ist es lieblich doch Und schaffet Ruh'. Folge deinem Heiland gern, Dann ist nie dein Friede fern; Gott ist die Ruh'. 10. Ruhe nirgends lieber bleibt, Als wo Demuth blüht; ad o Was zur Niedrigkeit fein treibt Und hinunter zieht, Giebt wahre Ruh'. Darum bleibe arm und klein, So wird Gott dir nahe sein; Gott ist die Ruh'. 11. Ruh' entspringet aus dem Quell, Der als Liebe fleußt. Ist das Herz nur klar und hell, Sanft und still der Geist, Dann strömet Ruh'. Liebe, wenn du Ruh' begehrst, Bis du seliglich erfährst: Jesus machet leicht, was schwer, Gott ist die Ruh'. 144 12. Ach, du Gott der wahren Ruh', Gieb auch Ruhe mir! Was ich denke, red' und thu', Streb' nach Ruh' in dir; Gieb Ruh' dem Geist. Schließt sich dann mein Auge zu, So führ' Leib und Seel' zur Ruh', Mais Dem Himmel zu! Johann Schade( 1666-1698). Eigene Melodie. Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Macht zerbricht Und mein banges Herz macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, 221. Sollt ich meinem Gott Gottes Lieb' in Ewigkeit. singen Und in ihn nicht fröhlich sein? Denn ich seh' in allen Dingen, Wie so gut er's mit mir mein'. Ist's doch nichts als lauter Lieben, Das sein treues Herz bewegt, Das ohn' Ende hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder Von Gott, dem Vater. Ueber seine Jungen streckt, Also hat auch immer wieder Mich des Höchsten Arm gedeckt. Seit den ersten Athemzügen, Da er mir das Leben gab Und das Wesen, das ich hab', Durst' an seiner Brust ich liegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ew'gen Feuer Durch sein theures Blut gewinn'. O du unergründ'ter Brunnen, Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleiß't, Deine Tief' ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, GG Giebt er mir in seinem Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmels pfort', 5. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja so wohl bedacht; Will dem Leibe Noth entstehen, Nimmt er's gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann, Kommt mein Gott und hebet an Seine Kraft mir beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt; Wo ich nur mein Aug' hinkehre, Find' ich, was mich nährt und hält, Thier und Kräuter und Getreide. In den Gründen, in der Höh', In den Büschen, in der See: Ueberall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüth, Also daß ich jeden Morgen Schaue neue Lieb' und Güt'. Wäre mein Gott nicht gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet, wär' ich nicht 145 Von Gott, dem Vater. Aus so mancher Angst genesen. Mel. Alles ist an Gottes Segen. Alles Ding währt ſeine Zeit, 222. Pater, meine Seele in 8. Wie ein Vater seinem Kinde Sein Herz niemals ganz entzicht, Ob es gleich bisweilen Sünde Thut und aus der Zucht entflieht; Also hält auch mein Verbrechen Mir mein frommer Gott zu gut, Will mein Fehlen mit der Ruth' Und nicht mit dem Schwerte dib rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, Ob mir dies gleich bitter scheint, Sind, wenn ich es recht erwäge, DennochZeichen, daß mein Freund, Der mich liebet, mein gedenke Und mich von der schnöden Welt, Die uns hart gefangen hält, Durch die Trübsal zu sich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 10. Das weiß ich fürwahr und lasse Mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maaße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein: Also wird auch nach der Pein, Wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel noch duge Endel Sich in Gottes Liebe find't, Ei, so heb' ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind, Bitte, woll'st mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob' und lieb' in Ewigkeit! Paul Gerhardt( 1606-1676). Ehret, Höchster, dich und nennet Gut und heilig dein Gebot, Wünschet ewig dich zu lieben, Deinen Willen nur zu üben, Dein allein zu sein, o Gott. 2. Ohne dich ist doch kein Friede; Und die Seele rennt sich müde Nach dem Schattenspiel der Zeit. Ihren Durst kannst du nur stillen: Möchtest du sie ganz erfüllen, Gott, in Zeit und Ewigkeit. 3. Gieb, daß mir der Tand der Erde 0O Täglich immer nicht'ger werde! Keines Wunsches ist er werth. Frommsein ist das Glück der for Seele, Gieb, daß ich nur dieses wähle, Gott, der mein Gebet erhört. 4. Friede werd' ich im Gewissen, Hier den Himmel schon genießen, Lieb' ich herzlich dich allein, Such' ich, Vater, mehr als Allen, Such' ich dir nur zu gefallen, So sind deine Freuden mein. 5. Mag die Welt mich immer hassen, Kann ich dich im Geist umfassen Und verdammt mein Herz mich nicht, O so bin ich voller Freude, Glücklich dann selbst, wenn ich leide, Bleib' ich treu nur meiner Pflicht. 6. Laß den Reiz der Eitelfeiten Nie von dir mein Herz ableiten, Bleibe du mein höchstes Gut! Hilf mir den Betrug der Sünden, Bater, endlich überwinden; Schenk mir Christenheldenmuth. 10 146 Von Gott, dem Vater. 7. Lenke du all' mein Bestreben| Wenn auch Grund und Boden Weg von hier zum bessern Leben, Daß ich mich schon in der Zeit Nur am Ewigen ergöße Und den Werth der Dinge schäße Wie einst in der Ewigkeit. Johann Lavater( 1741-1801). Ihre Liebe mag erkalten, Bleib' ich meinem Gott nur werth. Ob die Sonne sich verhüllt, Mel. Gott des Himmels und der Erde. 223. Weicht, ihr Berge, Bleibt er mir doch Sonn' und fallt, Brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Gottes Gnade hat das Siegel: Sie will unverändert sein. Laßt die Welt in Trümmer dp gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat Gnade mir versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, Der wird nimmermehr gebrochen, Bis er Alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, Er erfüllt, was er verspricht. weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, Wenn die Welt sich auch empört; 3. Seine Gnade soll nicht weichen, Wenn gleich Alles bricht und fällt, Sondern ihren Zweck erreichen, Der mein Herz zufrieden stellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm und gut und treu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, Hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen; So fällt aller Zweifel hin, Als wär' er nicht immerdar, Was er ist, und was er war. 5. Mag sein Antlitz sich verstellen, Ist sein Herz doch treu gesinnt Und bezeugt in allen Fällen, Daß ich sein geliebtes Kind, Dem er beide Hände reicht, Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, So hat er sich selbst genannt; Das ist Trost: so bleib' ich Armer se Immerdar in seiner Hand. Sein Erbarmen läßt nicht zu, Daß er mir was Leides thu'. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen Fest auf diesem Felsen ruhn; Ewig will ich auf ihn bauen, Was er sagt, das wird er thun. Erd' und Himmel mag vergehn, Ewig wird sein Bund bestehn. Benj. Schmold( 1672-1737). mel. Es ist das Heil uns kommen her. 224. Wenn ich, Schöpfer, Macht, deine Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für Alle wacht, Anbetend überlege: lise So weiß ich von Bewund'rung voll o Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Bater, 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke; Der Himmel, prächtig ausge schmückt, Preis't dich, du Gott der Stärke. Von Gott, dem Vater. 147 Wer hat die Sonn' an ihm erEigene Melodie. Wer kleidet sie mit Majestät? 225. Wie groß ist des AllWer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde jeinen Lauf? mächt'gen Güte! Jst der ein Mensch, den sie nicht rührt, Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, Mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichfeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preis't der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht: Bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar bereitet, Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, Dich zu erkennen, leitet, Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt' und Größze. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreis't, Und alle Welt sag' Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, Und hoff' auf ihn und dien' ihm gern: Wer wollte Gott nicht dienen! Chr. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Der mit verhärtetem Gemüthe Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Gut's genießen? Ist's nicht sein 3. Schau', o mein Geist, in jenes Leben, Arm, der Alles schafft? Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden; Durch Gottes Güte sind sie dein: Sich', darum mußte Christus leiden, Damit du könntest felig sein. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben, 10. 148 Von Gott, dem Vater. Sein Wort bestärkt ihn ewiglich:| Und durch große Wassergüsse Gott soll ich über Alles lieben Und du spürst nicht seinen Fuß: Und meinen Nächsten gleich als So auch in dem Meer der Sormich. gen Hält Gott seinen Pfad verborgen, Daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Befinnen kann erfinnen, 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er. Je mehr ich dies Gebot erfülle, Stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. Wo man könnte Rath gewinnen; Die Vernunft ist hier zu blind; Ihre halbgebrochnen Augen Können hier zum Seh'n nicht taugen, Weil es Gottes Wege sind. 5. Weil der Herr im Dunkeln thronet Und sein Reich im Glauben wohnet, Da man glaubt, ob man nicht sieht, Bleibt die Sorge bei den Sor= gen, Wer nicht trauen will auf morgen, Dem auch keine Hülfe blüht. 6. Gott muß man in allen Sachen, 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe Mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn; Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks! Chr. Fürchtegott Gellert( 1715-1769). Weil er Alles wohl kann machen, End' und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, Lassen solch ein End' erlangen, Mel. O wie selig sind die Seelen. 226. Wunderanfang, herr- Daß es wunderherrlich ſei. lich Wo die gnadenreichen Hände Gottes führen ein und aus. Wunderweislich ist sein Rathen, Wunderherrlich seine Thaten Und du sprichst, wo will's hinaus? 2. Denke doch, es muß so gehen, 7. Oftmals läffet er mit Schrecken Wasserwogen dich bedecken, Und sein Donner schallt darein. Oftmals führt er dich durch Klüfte, Ja, durch Feu'r und stürm'sche Lüfte Was Gott weislich heißt geschehen, Ihm und dir zur Herrlichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, Ist das End' doch gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg geht wie durch Flüsse und durch and're Noth und Bein. 8. Aber lasse dir nicht grauen! Lerne deinem Gott vertrauen, Sei getrost und guten Muth's. Er fürwahr, er wird dich führen, Daß du wirst am Ende spüren, Wie er thue lauter Gut's. Von Gott, dem Vater. 149 9. Du wirst freudig dann er-| Ob du seinen Sinn wohl kennest zählen Und ihn kindlich Vater nennest. 5. Ja, mein Gott, dich laß ich walten, Und nicht vor der Welt verhehlen, Was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, Daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlich End'. Heinrich Stockfleth( 1643-1708). Dich, der du mein Vater bist. Deine Huld wird mich erhalten, Mir verleihn, was heilsam ist. Stärke meine Zuversicht, Daß ich hoff' und zweifle nicht: Wunderbar wirst du's noch schicken, Um mich herrlich zu erquicken. Johann Weißenborn( 1644-1700). Mel. Fren' dich sehr, o meine Seele. 227. W underbar ist Gottes Schicken, Wunderbar ist wohl sein Rath, Doch ist herrlich sein Erquicken; Dies erweist zuletzt die That. Die er liebt, betrübt er auch, Dieses ist sein alter Brauch; Laß dein Herz nur nimmer wanken, Du wirst ihm dereinst noch danken. 2. Sieh' auf deine vor'gen Tage, Sieh', was dich dein Leben lehrt. Wie so manche Noth und Plage Hat dein Gott in Heil verkehrt. In der dunklen Kreuzesnacht Hast du oft voll Angst gedacht: Ich muß hilflos untergehen, Doch ließ Gott dich Rettung sehen. 3. Höre, was dir Gott versprochen, Was dir zugesagt sein Mund; Nic hat er sein Wort gebrochen, Fest bleibt seiner Gnade Bund: Erd' und Himmel wird vergehn, 183 Gottes Wort bleibt ewig stehn." Darauf kannst du voll Vertrauen, Als auf einen Felsen bauen. 11 4. Hält es Gott dir gleich verborgen, Wann und wie er helfen will! Mach' dir darum keine Sorgen, Sei in deinem Gott nur still. Er will prüfen, ob auch fest Sich dein Herz auf ihn verläßt, Mel. Eins ist Noth, ach Herr. 228. Baget nicht, wenn Auf des Lebens Pfade ruhn: Gott ist gut, er wird euch leiten, Ihm ist's Freude, wohlzuthun. Sind seine Gedanken nicht eure Gedanken, Laßt dennoch, o Christen, den Glauben nicht wanken, Daß er, der des Wurmes im Staube gedenkt, Auch sorgsam und freundlich MaG durch's Dunkel euch lenkt. 2. Alles Dunkel dieses Lebens Glänzt vor Gott wie Sonnenlicht: Wir durchforschen's oft vergebens, Seinen Blick hemmt Dunkel nicht. Er kennet das Große, das kleine, das Ferne, Die Thränen der Armen, die Schaaren der Sterne, Mit mächtiger Liebe verfolgt er den Plan, Den seine unendliche Weisheit erfann. 3. Ach, erkenne dich, o Seele, Fühle, wie so schwach du bist; Blicke still zu Gott und wähle, Was von ihm verordnet ist. Der Trübsal entströmen oft heilige Freuden, 150 Und Segen entsprießet den bittersten Leiden. Bedenk' es, und jauchze, daß Gott dich regiert, Sei folgsam, auch wenn er durch Dornen dich führt. 4. Nicht das sinnliche Vergnügen Wird von Christen hochgeehrt; Schäße nur, die nimmer trügen, Sind des heißen Strebens werth. Hinweg denn, ihr bangen entehrenden Sorgen! In Gott sind die Schätze des Christen verborgen. Hier tilgt sie kein Unfall, kein tobender Schmerz; Auch traurige Stunden bereichern das Herz. 5. Dulden wir gleich manchesinad Plage, Der Allweise wägt sie ab; Er durchschauet uns're Tage Von Jesu Christo, Gottes Sohn. Von der Wiege bis zum Grab. Was jeßt uns betrübet, wird einst uns entzücken, O selige Hoffnung, wie kannst du erquicken! Nun ängsten die künftigen Tage uns nicht; Der Ewige spricht, und das Dunkel wird licht. 6. Schwinge dich empor vom Staube, Fasse Muth, verzagter Geist! Siegen, siegen wird mein Glaube, Der den Herrn des Lebens preis't, O laß dich das Dunkel der Erde nicht kümmern, Schon sieht ja dein Glaube die Herrlichkeit schimmern, Die jenseits der Sterne dir Jesus enthüllt. Da rufst du einst jauchzend: das Herz ist gestillt! Johann Reche( 1764-1835). II. Von Jesit Christo, Gottes Sohn, feiner Person und seinem Werke. 1. Jesu Würde. 229. A fagt mir nichts ch Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende| Ein Jeder liebe, was er will; ober: Wer nur den lieben Gott läßt. Ich liebe Jesum, der mein Ziel! 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, Des Leibes Schönheit dauert nicht; Die Zeit kann alles das verwüsten, Gold und Schätzen, Von Pracht und Schönheit dieser Welt! Es kann mich ja kein Ding ergözen, Das mir die Welt vor Augen stellt. Ein Jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel! 2. Nur er allein ist meine Freude, Mein Gold, mein Schaßz, mein schönstes Bild, An dem ich meine Augen weide Und finde, was mein Herze stillt. Was Menschenhände zugericht't. Ein Jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel! 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, Sein Reich vergeht nicht mit der bleibt stets in gleiBeit, chen Ehren, Sein Thron Von Jesu Christo, Gottes Sohn. Von nun an bis in Ewigkeit. Ein Jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel! 5. Sein Reichthum läßt sich nicht ergründen, Sein hoch und heilig Angesicht, Und was von Schmuck um ihn zu finden, Verbleichet und veraltet nicht. Ein Jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel! 6. Er kann mich über Alles heben Und seiner Klarheit machen gleich; Daß ich werd' unerschöpflich reich. Ein Jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel! 7. Und ob ich's zwar noch muß entbehren, So lang' ich wand're durch die Zeit, So wird er mir's doch wohl gewähren Im Reiche seiner Herrlichkeit. D'rum thu' ich billig, was ich will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel! Johann Scheffler( 1624-1677). Mel. Valet will ich dir geben. 230. Aus irdischem Getümmel, Wo Glück und Lust vergeht, Wer ist mein Weg zum Himmel, Dahin die Hoffnung steht? Wer leitet unser Streben, Wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg ist Jesus Christ. 2. Wenn Irrthum uns befangen, Kein Strahl die Nacht durchbricht, Wie können wir gelangen Zum wahren Lebenslicht? Getrost! es strömt die Klarheit Von Gottes ew'gem Thron; 151 Denn Christus ist die Wahrheit, Der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Noth und Leiden, Wenn bang' das Herz verzagt, Die Hoffnung ew'ger Freuden, Daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer giebt im Tode Ruh'? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu. Christoph Aschenfeldt( 1792-1856). Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 231. Du bist das Sicht vont Gott gesendet, Dein Wort ist wie die Sonne klar, Und wer sich dem hat zugewendet, Der wird erleuchtet wunderbar. Du Licht aus Gott, ich bitte dich, Erleuchte mich, erleuchte mich! 2. Du bist die Macht, du bist die Stärke, Der Grundstein in dem Bau der Welt, Die Kraft zu jedem guten Werke, Der Fels, auf den das Werk gestellt: Du starker Held, ich bitte dich, Mit deiner Kraft durchdringe mich! 3. Du bist die Liebe, die getragen Der sünd'gen Menschheit Schuld und Noth, Die Liebe, die, an's Kreuz geschlagen, Mit Freuden starb den Opfertod: Du Liebesfürst, ich bitte dich, Zu deiner Lieb' entflamme mich! 4. Du bist der Quell des ew'nogen Lebens, Den Gott uns offenbar gemacht, Und wen du tränkst, den schreckt vergebens 152 Bon Jesu Christo, Gottes Sohn. Eigene Melodie. Der Sünde und des Grabes Nacht: Du Liebesquell, ich bitte dich, 233. Eins ist noth! Ach, In meinen Geist ergieße dich! 5. Du bist die Schönheit, die Bollendung, In der sich Gottes Bild erschloß, Als er in liebender Verschwendung Lehre mich erkennen doch: Herr, dies Eine Alles And're, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch; Darunter das Herze sich naget und plaget Des Geistes Füll' auf dich ergoß. Abglanz von Gott, ich bitte dich, Verkläre mich, verkläre mich! Julius Sturm( geb. 1816). Mel. Wollt ihr wissen, was mein 2c. 232. Ciner nur ist ewig werth, Daß ihm Ehre widerfährt; Einer nur, daß alle Welt Betend vor ihm niederfällt: :: Jesus, der vom Himmel kam.:: 2. Einer hat der Menschheit Last In den treuen Arm gefaßt; Einer nahm in's eig'ne Grab Aller Sünder Schuld hinab: :,: Jesus, der am Kreuze starb.:,: 3. Einer hat aus Todesnacht Leben an das Licht gebracht, Daß ein Strahl aus jener Welt Uns'rer Tage Nacht erhellt: :,: Jesus, der vom Tod erstand.:,: 4. Einer hat den Zorn gestillt, Dessen Opfer ewig gilt, Einer, der zu jeder Frist Ein barmherz'ger Priester ist: :,: Jesus, der gen Himmel fuhr.:,: 5. Einer wohnt im Heiligthum Und vollendet Gottes Ruhm, Sammelt, heiligt und erbaut Seinen Tempel, seine Braut: :,: Jesus, der vom Himmel kommt.:,: Samuel Preiswert( geb. 1799). Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dies Eine, das Alles rerseßt, So werd' ich mit Einem in Allem ergößt. 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei keiner Kreatur; Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing' dich über die Natur! Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, Wo alle vollkommene Fülle erscheinet, Da, da ist das beste, nothwendigste Theil, Mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. Sich Maria dort befliß, 3. Wie dies Eine zu genießen Voller Andacht niederließ, Als sie sich zu Jesu Füßen Ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, Was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, Ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, D'rum wurde ihr Alles in Einem geschenkt. 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir: Laß mich treulich dir anhangen, Schenke dich zu eigen mir! Ob Viele zum größesten Haufen umkehren, Von Jesu Christo, Gottes Sohn. Will ich doch in Andacht und Liebe dich hören! Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist, Was ist wohl, das man nicht in Jesu genießt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Worinnen die Demuth und Einfalt regieret 153 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich bedeckt die Gnadenfluth; Du bist einmal eingegangen In das Heil'ge durch dein Blut. Da hast du die ew'ge Erlösung gefunden, 7. Nun, so gieb, daß meine Secle Daß ich nun der Herrschaft der al Hölle entbunden; Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, Im kindlichen Geiste das Abba maah nun klingt. 9. Volle G'nüge, Fried' und shumic Freude Meine Seele nun ergößt, Weil auf eine frische Weide Mein Hirt, Jesus, mich gesetzt. Nichts Süß'res kann also mein Herze erlaben, Als wenn ich nur, Jesu, dich dimmer soll haben; ist, das also mich innig erquickt, dich, Jesu, im Glauben erblickt. auch, Jesu, du alleine Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet; Ach, wenn ich nur Jesum recht tenne und weiß, So hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen Durch dein heil'ges, theures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Sollst mein Ein und Alles sein! Kreuzes gestorben; Brüf, erfahre, wie ich's meine, Die Kleider des Heils ich da Tilge allen Heuchelschein. ish habe erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewig- Sich', ob ich auf bösem, betrüg10. D'rum teit prangt. lichem Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; Gieb, daß ich nichts achte in Leben und Tod Und dich nur gewinne: dies Eine ist noth. Joh. Schröder( 1666-1699). Nichts, nichts Als wenn ich Auch nach deinem Bild erwacht: Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, Ist in dir, mein Heiland, mir Alles gegeben: Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Entreiße mich aller vergänglichen 234. Es ist in keinem Dein Leben sei, Jesu, mir cinzig Kein Name ward uns sonst zu bewußt. Theil, 154 Darin wir selig werden; Den Stein, den alle Welt veracht't, Zum Eckstein hat ihn Gott gemacht Im Himmel und auf Erden. Droben Loben Von Jesu Christo, Gottes Sohn. Sel'ge Geister ihn als Meister Und im Staube on Preis't in Thränen ihn der Glaube. 2. Viel Namen glänzten in der Welt, Sie funkelten am Himmelszelt Und mußten doch zerstieben; Erst prangten sie im Heldenbuch, Dann santen sie in's Leichentuch Und Keiner ist geblieben. Keiner? Einer! Einer funkelt unverdunkelt Durch die Zeiten, Ja, 3. Wo sind die stolzen Helden all', Die hoch zu Roß den Erdenball Mit Heeresmacht durchstürmten, Die unersättlich Krieg auf Krieg Und ruhmestrunken Sieg auf Sieg Der Welt zum Wunder thürmten? Träume! Schäume! Schall in Lüften, Staub in Grüften, Spiel für Kinder Seid ihr Weltenüberwinder. 4. Was ist der Weisen Wissenſchaft? Was haben sie zu Tag geschafft, Ein hungrig Herz zu nähren? Wer holt sich Trost in Sündennoth, In Trübsal Kraft und Licht im Tod Aus ihren stolzen Lehren? Künste! Dünste! 1 Trost für Schmerzen, Heil für Herzen, Mart des Lebens Sucht bei euch die Welt vergebens. 5. Es ist in keinem Andern Heil, Kein Name ward uns sonst zu Theil Im Himmel und auf Erden. Du süßer Name, Jesu Christ, Der du der Psalm der Engel bist, Sollst unser Lied auch werden! Seele, Wähle: Hier die Bronnen ird'scher Wonnen, Dort die Weide Wahren Lebens, ew'ger Freude. Karl Gerot( geb. 1815). Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 235. Hat jum Chriſt, im Gedächtniß Jesum Mensch, der auf die Erden Vom Thron' des Himmels kommen ist, Bergiß nicht, daß er dir zu gut Dein Bruder da zu werden. Hat angenommen Fleisch und Blut; Dank ihm für diese Liebe. 2. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, Der für dich hat gelitten, Ja gar am Kreuz gestorben ist Und dir das Heil erstritten, Besiegt Welt, Sünde, Höll' und Tod Und dich erlös't aus aller Noth; Dauk' ihm für diese Liebe. 3. Halt' im Gedächtniß Jesum if Christ, Der auch am dritten Tage Siegreich vom Tod erstanden ist, Von Jesu Christo, Gottes Sohn. Befreit von Noth und Plage. Bedenke, daß er Fried' gemacht, Und Heil und Leben niederbracht; Dank ihm für diese Liebe. 4. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, Der nach den Leidenszeiten Gen Himmel aufgefahren ist, Die Stätt' dir zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine Herrlichkeit; Dank ihm für diese Liebe. 5. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, Der einst wird wieder kommen, Und sich, was todt und lebend ist, Zu richten vorgenommen. Bedenke, daß du da bestehst Und mit ihm in sein Reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann Mit wahrem Glauben fassen Und nie, was du an mir gethan, Mög aus dem Herzen lassen! Daß dessen ich in aller Noth Mich trösten mög' und durch den Tod Zu dir in's Leben dringen. Cyriacus Günther( 1649-1704). Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 236. Jeju, Jesu, Gottes Sohn, Mein Heiland und mein Gnadenthron, 155 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, Daß ich nicht g'nug kann lieben dich, Du meine Freud' und Wonne: Du weißt es, daß ich rede wahr, Vor dir ist Alles sonnenklar, Ja klarer als die Sonne. Herzlich Such' ich Dir vor Allen zu gefallen, Nichts auf Erden Kann und soll mir lieber werden. Wie ich dich lieben wollte; Täglich zu neuer Lieb' entzünd't, Je mehr ich lieb', je mehr ich find', Wie ich dich lieben sollte. Von dir Laß mir Deine Güte in's Gemüthe Lieblich fließen, So wird sich die Lieb' ergießen. 3 Durch deine Kraft treff' ich das Ziel, Daß ich, soviel ich kann und will, Dir alle Zeit anhange. Nichts auf der ganzen, weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud' und Geld, Und was ich sonst erlange, Kann mich Ohn' dich G'nugsam laben: nur die Gaben Deiner Liebe Trösten, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaff'st seinem Herzen Fried und Ruh', Erfreuest sein Gewissen. Wie's ihm auch geh' auf dieser Erd', Wie sehr ihn auch das Kreuz beschwert, Soll er doch dein genießen. Ewig Selig Nach dem Leide volle Freude Wird er finden: Alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, Kein Mensch gesehen, noch gelehrt 156 Und Niemand kann's beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit't, Die in der Liebe bleiben. Nimmer Läßt sich Hier erreichen, noch vergleichen Erdenschäßen, Von Jesu Christo, Gottes Sohn. Was uns wird bei dir ergößen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O Jesu, meine Sorge sein, Daß ich dich herzlich liebe; Daß ich in dem, was dir gefällt, Und was dein Wort mir stellt, Aus Liebe stets mich übe, Bis ich Endlich vorge- ommodsIOL Noch schöner die Wäder 2. Schön sind die Felder, In der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, uiding Der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht't die Sonne, Und die Sternlein allzumal: Der Mond noch schöner Jesus leucht't schöner! Jesus leucht't reiner d Als all' die Engel im Himmelsfaal. oda Aus dem 12. Jahrhundert. Werd' abscheiden und mit Freuden Zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd' ich deine Freundlichkeit, Mel. Jesus, meine Zuversicht. 238. Geele, was ermüd'ſt In den Dingen dieser Erden, Die doch bald verzehren sich Und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 2. Samm'le den zerstreuten Laß ihn sich zu Gott aufschwingen, tot opgle Sinn, Richt' ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad' eindringen: Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh', Dein betrübtes Herz zu laben; Eil' der Lebensquelle zu, Da kannst du sie reichlich haben: Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 4. Fliehe die unsel'ge Pein, Die das finst're Reich gebieret; Eigene Melodie. 237. Schönster Herr Jesu, Laß nur den dein Labſal ſein, du 20 Enden, Herrscher aller Gottes und Marieen Sohn, Dich will ich lieben, Dich will ich ehren, Der zur Glaubensfreude führet: Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. Du meiner Seele Freud' und Kron'. Die schon auf Erden mich erfreut, In reiner Liebe schmecken Und sehn dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht Ohn' alle Furcht und Schrecken. Reichlich Werd' ich Dann erquicket und geschmücket Mit der Krone Stehn vor deinem Himmelsthrone. Joh. Heermann( 1585-1647). 5. Ach, es wäre nun genug, Daß du so viel Zeit verdorben, Daß dein Herz im Selbstbetrug Und in Weltlust fast erstorben: Von Jesu Christo, Gottes Sohn. Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 6. Geh' in Einfalt nur einher, Laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus der Liebe Meer Dich, den Schwachen, schon erquicken: Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 7. Du bist ja ein Hauch aus Gott Und aus seinem Geist geboren, Bist erlöst durch Christi Tod Und zu seinem Reich erkoren: Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 8. Nahe dich dem lautern Strom, Der vom Thron des Lammes fließet Und auf die, so keusch und fromm, Sich in reichem Maaß' ergießet: Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 9. Laß dir seine Majestät Immerdar vor Augen schweben; Laß mit brünstigem Gebet Sich dein Herz zu ihm erheben: Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. 10. Sei im Uebrigen ganz still, Du wirst schon zum Ziel gelangen; Glaube, daß sein Liebeswill' Stillen werde dein Verlangen: Suche Jesum und sein Licht, Alles And're hilft dir nicht. Jat. Wolf( 1684-1754). 157 Sein heil'ger Mund hat Kraft und Grund, .. Mel. Es ift das Heil uns kommen her. 239. Huch, wer da will, ein ander Ziel, Die Seligkeit zu finden: Mein Herz allein bedacht soll sein, Auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk sonini ist flar, All' Feind' zu überwinden. 2. Such', wer da will, Nothhelfer viel, Die uns doch nichts erworben; Hier ist der Mann, der helfen kann, Bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil; Uns macht gerecht der treue Knecht, Der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, Die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr und keiner mehr, Der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all' Stund' von Herzensgrund, Sucht ihn allein, denn wohl wird sein Dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein's Herzens Kron', mein' Freudensonn' Sollst du, Herr Jesu, bleiben; Laß mich doch nicht von deinem Licht Durch Eitelkeit vertreiben. Bleib' du mein Preis, dein Wort mich speis', Bleib' du mein Ehr', dein Wort mich lehr', An dich stets fest zu glauben. 5. Wend' von mir nicht dein Angesicht, Laß mich im Kreuz nicht zagen; Weich' nicht von mir, mein' höchste Bier, Hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud' nach diesem Leid', Hilf, daß ich mag nach dieser Klag' Dir ewig dort Lob sagen. Georg Weiffel( 1590-1635). 158 Mel. Alles ist an Gottes Segen. 240. Unter tausend frohen Stunden, Bon Jesu Christo, Gottes Sohn. Zu dir Komm' ich; Wahrlich, Keiner tröstet deiner Sich vergebens, Sucht er dich nur, Herr des Lebens. 3. Durch dich nur kann ich ſelig sein; drücke tief in's Herz mir ein Damit ich ganz dein eigen sei, Empfindung deiner Liebe, Aus Weltsinn deinen Dienst nicht Gern deinen Willen übe. schen', Nach dir, Nach dir, Den ich fasse und nicht lasse, Ewig wähle, Die im Leben ich gefunden, Blieb nur eine mir getreu, Eine, wo in tausend Schmerzen Ich erfuhr in meinem Herzen, Wer für mich gestorben sei. 2. Wenn sie Jesu Liebe wüßten, Alle Menschen würden Christen, Ließen alles And're stehn, Liebten Alle nur den Einen, Würden ewig ihn nur meinen, Ewig ihm zur Seite stehn. Friedr. von Hardenberg( Novalis) ( 1772-1801). Dürstet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, 241. Wie herrlich strahlt Die Hoffnung, daß dein Angeſicht Ich einstens werd' erblicken. Du wirst indeß durch deine Kraft, Die Ruh in müden Seelen den schafft, Mich stärken und erquicken. Tröste Du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher Auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich? Von Ewigkeit her hast du mich In deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir Er ist mein Bruder und mein vereint, Freund: Was ist, das mich betrübet? Seele, Wähle Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. der Morgenstern! O welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, Du bringst in finst're Seelen Licht, Die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, Ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit Und zum Leben: Wer kann dich genug erheben? 2. Du, hier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Des Himmels großer König, Von ganzem Herzen preis' ich dich! Hab' ich dein Heil, so rühret mich Das Glück der Erde wenig. Ihn, den Besten, ihn, den Größten, Dir zum Freunde Und dann fürchte keine Feinde. Von Jesu Christo, Gottes Sohn. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, Ihm müsse froher Lobgesang Mit jedem Tag' erschallen, Dem Lamme, das erwürget ist, Dem Freunde, der uns nie vergißt, Zum Ruhm und Wohlgefallen! Tönet, Tönet, Jubellieder, schallet wieder, Daß die Erde Voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, Daß du der Erst' und Lette bist, Der Anfang und das Ende; Ich gebe, Heiland, meinen Geist, Wenn er sich einst dem Staub' entreißt, In deine treuen Hände. Ewig Werd' ich, Herr, dort oben hoch dich loben, Dem ich traue, Wenn ich nun dein Antlig schaue. Joh. Abolf Schlegel( 1721-1793). Eigene Melodie. 242. Wie schön feucht't uns der Morgenstern, Voll Gnad' und Wahrheit von dem Herrn Aus Juda aufgegangen! Du Davids Sohn aus Jakobs Stamm, Du Menschensohn und Gotteslamm, Du hältst mein Herz umfangen. Lieblich, Freundlich, Schön und prächtig, groß und mächtig, 159 Vom Vater uns gegeben, Du bist des Herzens höchster Ruhm, Dein süßes Evangelium Ist lauter Geist und Leben. Jesu, Jesu, Hosianna, himmlisch Manna, Das wir essen, Deiner kann ich nicht vergessen. 3 Gieß' sehr tief in mein Herz hinein, Du helles Licht und Himmelsschein, Reich an Gaben, Ueber Alles hoch erhaben. 2. O meine Perl', du werthe Kron', Sohn Gottes und Mariens Sohn, Die Flamme deiner Liebe. Erfreue mich, daß ich doch bleib' An deinem auserwählten Leib' Ein Glied voll Lebenstriebe. Nach dir Wallt mir, Ew'ge Güte, mein Gemüthe, Bis es findet Dich, deß Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, Wenn du mit deinem Angesicht Mich freundlich wirst anblicken. Jesu, du mein trautes Gut, Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich innerlich erquicken. Nimm mich Freundlich In die Arme, daß ich warme Werd' von Gnaden; Auf dein Wort komm' ich geladen. 5. Gott Vater, du mein starker Held, Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn geliebet. Er hat sich innig mir vertraut; Auf ihn mein Herz mit Freuden schaut, Daß nun mich nichts betrübet Heil mir, Heil mir! Von Jesu Christo, Gottes Sohn. 160 Himmlisch Leben wird er geben Mir dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Die Saiten stimmt zu hellem Klang Und laßt den süßen Lobgesang Ganz freudenreich erschallen, Daß ich mit Jesu mög' allein, Der mir soll Ein und Alles sein, In steter Liebe wallen. Singet, Klinget, 097 7500 Jubiliret, triumphiret, Dankt dem Herren, Ihm, dem Könige der Ehren! Da du mich führst zum Ziel! Die Welt erwählt in ihrem blinden Wahn Sich falscher Führer viel. Ich bleibe dir ergeben, Nur ewig dir geweiht, Dir folg' ich nach im Leben, Dir nach in Ewigkeit. 2. Ich folge dir, Prophet, der nie mich trügt, Nie ohne Trost mich läßt; Ich weiß, daß nie dein heilig Wort mir lügt, Es steht wie Felsen fest. Wenn Alles wird vergehen, In Feuersglut zerſtäubt, Wird fest dein Wort bestehen, Und deine Gnade bleibt. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, Daß mein Freund ist das A und O, Zu deinem Kreuzesstamm, Wo dir das Herz in treuer Liebe brach, Der Anfang und das Ende. Er wird mich auch, wie er verhieß, Aufnehmen in das Paradies, In seine treuen Hände. Amen, Amen. 2. Jesu Werk. Mel. Jerusalem, du hochgebaute Stadt.| Unschuldig Opferlamm! folge dir, mein Als du am 243.Jh führer, auf der Da ward ich Gottes Kind; Bahn, Da wurden die vollendet, Die dir geheiligt sind. Komm', du schöne Freudenkrone! Mit Verlangen Wart' ich dein, dich zu umfangen. Nach Phil. Nicolai( 1556-1608). 13 and di p G dop dop 2 3130( 0) 15. 4. Ich folge dir, mein König, dem wie Gott Hier Alles unterthan! Die Welt vergeht, zu Schanden wird der Spott, Verschwinden muß der Wahn. Welch Heil ist mir bereitet, Wenn mich dein Geist regiert, Auf ebner Bahn mich leitet Und zu dem Himmel führt! 5. Ich folge dir, mein Hirt, durch Kampf und Qual, Mich lenkt dein Hirtenstab! Du leitest mich einst auch durch's Todesthal, Nicht furchtbar ist das Grab; Der Eingang ist's zur Höhe, 3. Ich folge dir, mein Hoher- Zu dir, Herr Jesu Christ, priester, nach Wo man in deiner Nähe Der armen Welt vergißt. Karl Döring( 1783-1844). Von Jesu Werk. a. Prophetisches Amt. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 244 Kommt, laßt euch den Herren lehren, Kommt und lernet allzumal, Welche die sind, die gehören Zu der rechten Christen Zahl: Die bekennen mit dem Mund, Glauben fest von Herzensgrund, Und bemühen sich daneben, Gut's zu thun, so lang' sie leben. 2. Selig sind, die Demuth haben nudne Und sind all'zeit arm im Geist, Rühmen sich gar keiner Gaben, Daß Gott werd' allein gepreis't, Danken dem auch für und für; Denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, Die sich selbst gering hier schäßen. 3. Selig sind, die Leide tragen, Und die göttlich traurig sind, Die beseufzen und beklagen Ihr' und and'rer Leute Sünd'; Die derhalben traurig gehn, Oft vor Gott mit Thränen stehn, Diese sollen noch auf Erden Und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die sanften Herzen, Die kein Zorn erbittern kann, Welche Hohn und Troß verschmerzen, Willig weichen Jedermann, Die nicht suchen eig'ne Rach' Und befehlen Gott die Sach': Diese will der Herr so schüßen, Daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben Nach Gerechtigkeit und Treu', Daß in ihrem Thun und Leben Kein Gewalt noch Unrecht sei; 161 Die da lieben eb'nen Pfad,( 02 Sind aufrichtig, fromm und grad, nd din Geiz, Betrug und Unrecht haffen, Die wird Gott ſatt werden laſſen, 6. Selig sind, die aus Erdan 90 as barmen Sich annehmen fremder Noth, Sind mitleidig mit den Armen, Bitten treulich für sie Gott; Die behilflich sind mit Rath, Auch, wo möglich, mit der That, Werden wieder Hilf' empfangen Und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden nll werden die Reines Herzens jederzeit, Die in Werk, Bort und Geberden Lieben Zucht und Heiligkeit: Diese, welchen nicht gefällt Die unreine Lust der Welt, Sondern die mit Ernst sie meiden, Werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Frieden machen, dopad Und d'rauf sehn ohn' Unterlaß, Daß man mög' in allen Sachen Fliehen Hader, Streit und Haß; Die da stiften Fried' und Ruh', Rathen allerseits dazu, Sich auch Friedens selbst befleißen, Werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, Da sie es doch nicht verschulden Und gerecht erfunden sein; Ob des Kreuzes gleich ist viel, Seget Gott doch Maaß und Ziel, und hernach wird er's belohnen Ewig mit der Ehre Kronen. 10. Herr, regier' zu allen Seiten Meinen Wandel auf der Erd', 11 162 Daß ich solcher Seligkeiten Hier aus Gnaden fähig werd'! Gieb, daß ich mich acht' gering, Meine Klag' oft vor dich bring', Sanftmuth auch an Feinden übe, Die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf' und Diose Immer hab' ein reines Herz, Die in Unfried' stehn, verfühne, Gues Leiden, Die Dir anhang' in Freud' und So will er uns den Kelch beindz 196 tim Schmerz. bulg scheiden, onl Vater, hilf von deinem Thron, Der ihm hienieden gut gethan. Daß ich glaub' an deinen Sohn, Uns ist in dieser Zeit Und durch deines Geistes Stärke Kein Sabbath noch bereit; Mich befleiße guter Werke. Hier gilt's Weinen; n dnij dull 13oh. Heermann( 1585-1647). Beim Hochzeitsmahlonmanre dodot dnn trotk fromsic Jit keine Qual; der How ToR tipipilijed, dus jou dai2 Wir aber gehn durch's JammerMel. Wachet auf, so ruft die Stimme. thal. ron' und be- 4. Selig sind die sanften new Geister! boi Sie werden einst auf Erden Mony Meister, Und Niemand sieht es ihnen an, Da sie doch durch stillen Wandel, In friedlichem Geschäft und min@ 245. Kerzter Ringer! Handeld sie Den Jesussinn oft dargethan. Der Seelenbräutigam, 9713 Er ist ja Gottes Lamm; Gulf Lamm und Löwe, Vou Jesu Wert. Der einzig ruht In dir, dem höchsten, ew'gen Gut! 3. Selig sind, die Leide traod t gen! Sie wissen viel von Trost og torgen; mo diene, go this Ihr König ging den Weg voran. Stieg er auf zum Thron durch oft zu ja Der Seligkeiten Wiederbringer, Herr Jesu, Herr der Herrlichkeit! Schau' vor deines Thrones Hoth Stufen Uns Arme, welche zu dir rufen: Wir wären gern gebenedeit! Du segnest ja so gern, Gesegneter des Herrn! Wir begehren's! So komm herein, Wir sind ja Dein, Ist sanft und weich, Und laß uns recht gesegnet sein! Doch stark zugleich; 8. vi s 2. Selig sind die Geistlich- So madly Armen! Sie finden reichlich dein Erbarmen, Das Land der Himmel bleibet ihr, Wenn die Satten und die Reichen Im eignen Geist gar ferne weichen Von deines Königreiches Zier. Ach, mach' uns Arme reich, Doch deiner Armuth gleich! Gieb uns, Jesu, Den reichen Muth, monio sind auch die aus seineme 5. nomy Reich. Selig, gleich dem Lebensfürsten, Sind alle Seelen, welche dall dürsten Und hungern nach Gerechtigkeit. Sättigung soll ihnen werden, Wie einst ihr Heiland hier aufre Erden Gedürftet in der Leidenszeit, Dann nach der Himmelfahrt Vollauf gesättigt ward Bei dem Vater. Wer in der That So Hunger hat, Und also dürstet, der wird satt! 6. Selig sind barmherz'ge Seelen! Von Jefu Werk. Barmherzigkeit wird sich ver mählen Dereinst mit ihrer Dürftigkeit. Wer ein Tröpflein Wassers giebet, Wird um das Tröpflein auch geliebet Und wohl belohnt zu seiner Zeit. Wohl also Jedermann, Der hier viel Gut's gethan! Wehe denen, Die sich durch Pracht Darum gebracht! Vor Gott wird ihrer schlecht gedacht. 7. Selig sind die reinen Herzen, Die ihre Krone nicht verscherzen! Sie werden Gottes Antlig sehn. Alle Keuschen, Unbefleckten, Von Jesu stündlich Aufgeweckten, Die in der Reinigkeit bestehn: Sie schauen einst im Licht Sein heit'res Angesicht Voller Gnaden! Herr, wir sind dein! O mach' uns rein, Und lehre uns dir ähnlich sein! 8. Selig, die in allen Sachen Von Herzen gerne Frieden machen! Gott sichet sie als Kinder an. Dort in jenen Friedensgrenzen Soll cinst im Friedensschmucke glänzen, Wer hier zum Frieden viel gethan. Wer ließe sich denn nun Nicht lieber Unrecht thun? Friede, Friede Hat uns're Gunſt, Ist uns're Kunst; 163 Gewinn durch Streit ist eitel Dunst. 9. Selig sind, die still, mit Freuden Hier um der Wahrheit willen leiden, Und sprechen: du bist unser Gott! Die getrost um deinetwillen Das Maaß des Kreuzes wohl erfüllen, Und fröhlich tragen Haß und Spott. Wen hier die Welt verhöhnt, Der wird einst dort gekrönt Als ein Sieger. Herr, geh' voran Auf dieser Bahn! Lehr' leiden uns, wie du gethan! 10. Also laß auch uns auf Erden Noch ganz in dir erfunden werden! Du hast uns je und je geliebt. Du hast erst um uns geworben, Und bist aus Licb' für uns ges storben; Wer ist, der solche Proben giebt? Wohlan, wir bitten dich, O Liebe, inniglich: Bild' uns völlig Nach deinem Bild, So rein und mild; Es ist dein Himmel, den es gilt! Nicolaus Graf Zinzendorf( 1700-1760). Mel. Vater unser im Himmelreich. 246. D Lehrer, dem kein andrer gleich, An Weisheit, Lieb' und Eifer reich, Du, aller Menschen Licht und Rath, Prophet, bewährt durch Wort und That, Gesalbet durch des Vaters Hand Und uns zu unserm Heil gesandt! 11* 164 Von Jesu Werk. schreibt. 8. Ach, laß, o himmlischer Prophet, 2. Du kamst aus deines Vaters| Dein Wort in Herz und Sinne Schooß Und machtest alle Siegel los, Womit sein Rath versiegelt war. Durch dich ist Alles offenbar Und an das helle Licht gestellt, Was Dunkelheit umschlossen hält. 3. Du wiesest uns die wahre Spur Zu Gott, dem Schöpfer der Naditur; Du hast den Weg uns recht gezeigt, Auf welchem man zum Himmel ſteigt. b. Hohepriesterliches Amt. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Was du vom Vater selbst gehört, Das hast du unverfälſcht gelehrt. 247. An dein Bluten und 4. Du Gottheit in in Licht Mit unverhülltem Angesicht, Was nach des Vaters weisem Rath Erbleichen, An dein Opfer ohne Gleichen, An dein priesterliches Flehen Mahnet mich des Geistes Wehen. Und so wünsch' ich, ew'ge Güte, Für mein Leben eine Blüthe, Einen Ruhm an meinem Grabe: Daß ich dich geliebet habe. 2. Hoherpriester ohne Tadel! Lebensfürst von großem Adel! Licht und Herrlichkeit entfalten, Segnen heißt dein hohes Walten. Segnend trittst du mir entgegen; Und so wünsch' ich einen Segen, Einen Ruhm an meinem Grabe: Daß ich dich geliebet habe.m 3. Elend bin ich und verle dorben, Man künftig zu erwarten hat; Du machtest Alles klarer kund, Als jemals der Propheten Mund. 5. Das Lehramt, welches du geführt, Hast du mit Heiligkeit geziert; Du hast mit Wundern es bestärkt, Daraus man deine Gottheit merkt, Ja endlich, als es Gott geschickt, Ein blutig Siegel d'rauf gedrückt. 6. Nachdem du hingegangen bist, fo Wo aller Weisheit Ursprung ist, So setzest du an jedem Ort Dein Lehramt durch die Knechte fort, Die dein Ruf hat herbei geführt, Und die mit Gaben du geziert. 7. Du aber sendest deinen Geist, Den du den Gläubigen verheiß'st, Der allen Seelen, die er liebt, Erkenntniß, Licht und Weisheit giebt, Und der, wenn man ihn nicht vertreibt, Mich schauen deine Majestät! Mach' mich von Eigendünkel frei, Damit ich dir gehorsam sei! Du sollst mein höchster Lehrer ſein; Führ' mich in deine Wahrheit ein! Joh. Rambach( 1693-1735). In der Sünde fast erstorben. Sünder können nichts verdienen, Nichts vergüten, nichts verfühnen. Willst du in der ew'gen Hütte Mich vergessen in der Bitte, Nicht auf deinem Herzen tragen: Muß ich sterben und verzagen. 4. Du nur giltst im Heiligthume, Und zu deiner Wunden Ruhme, Weil du für die Sünde littest, Giebt der Vater, was du bittest. Von Jesu Werk. Wenn schon Zornesflammen loring dern, Darfst du noch Erbarmung fodern, Hilfe, wo die Engel trauern, Leben in des Todes Schauern. 5. O wie groß ist dein Vermögen! 165 3. Wer elend war, blieb vor ihm stehn Und klagte ihm sein Leid; Ein Wort, ein Blick, dann war's geschehn, Aus Leid ward Herzensfreud'. 4. O liebster Jesu, wärest du Bei uns noch sichtbarlich, Wir liefen Alle auf dich zu Und hingen uns an dich; 5. Und rühreten in jeder Noth Dein Kleid vertrauend an, Und horchten still auf dein Gebot, Priesteramtes kannst du pflegen, Welten auf dem Herzen tragen, Sünd' und Hölle niederschlagen, Gräber öffnen, Todte wecken, Sie mit Himmelsblüthe decken Und hinauf zu ew'gem Leben Auf der Retterhand erheben! 6. Was ist Reichthum, Lust und Ehre, Was ein Ueberfluß, wie Meere, Wenn du, Herr, mich nicht erkennest, Und Alles wär' gethan. 6. Doch, licbster Heiland, Jesu Christ, Wenn du auch gleich nicht mehr Auf dieser Erde sichtbar bist, Bist du doch unser Herr. 7. Und lebst und sichst uns gnädig an, dll Bist bei uns für und für, Der Himmel ist dir unterthan, Die Welt gehöret dir. Nicht im Heiligthume nennest? Sel'ger Pilger, dem die Kunde Tief ertönt im Herzensgrunde: Christus, meine Lebenssonne, Dentet mein im Haus der Bonne. 7. Lieben will ich, flehn und niod poil loben, Bis der Vorhang weggeschoben; Dann zu dir, du Ewigreiner! Jesus Christus, denke meiner! Eines schenke mir hienieden: Deinen Geist und deinen Frieden, Und den Ruhm an meinem Grabe, Daß ich dich geliebet habe. Albert Knapp( 1798-1864). Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich. 248. Der Herr, der einst er Herr, der einst Eine Speise früh und spät; auf Erden war, Selig läßt's im Thränenthal sich Uns hergesandt von Gott, wandern, Der war ein Retter in Gefahr, Ein Helfer in der Noth. Wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, 2. Er zog umher von Haus zu Haus Der mit blut'gem Schweiß und Todesgrauen In niedriger Gestalt, Und eine Kraft ging von ihm aus, Auf sein Antlig niedersank Die heilte Jung und Alt. Und den Kelch des Vaters trant. 8. Drum freuen wir uns herzlich dein Und glauben festiglich: Wie du einst warst, mußt du noch ſein; Im Himmel sehn wir dich. Nach Matthias Claudius( 1740-1815). Mel. Herr und Aeltester deiner. 249. Fines wünsch' ich mir vor allem Andern, 166 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er als ein stilles Lamm Dort so blutig und so bleich zu ſehen, Hangend an des Kreuzes Stamm; Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Von Jefu Werk. Meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsterniß gesessen, Trugest du mit mir Geduld, Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit theurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein!- sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinein! Mit dir Alles thun und Alles laffen, In dir leben und in dir erblassen, Das sei bis zur letzten Stund' Unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp( 1798-1864). Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 250. Heiland, beine Menschenliebe War die Quelle deiner Triebe, Die dein treues Herz bewogen, Dich zur Erd' herabgezogen, Dich mit Schwachheit überdecket, Dich vom Kreuz in's Grab gestrecket: Oder wunderbaren Triebe Deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, 011 Jedermann mit Hilf erscheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Armen Mehr als väterlich erbarmen, Der Betrübten Klagen hören, Sich in And'rer Dienst verzehren, Für die Welt sein Leben lassen, Wer kann solche Liebe fassen! 3. O du Zuflucht aller Armen! Wer hat nicht durch dein Erbarmen Segen, Hilf' und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen! wie pflegtest du zu eilen, Das Gebet'ne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, Die Unwissenden zu lehren, Kinder an dein Herz zu drücken, Die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Ziebreich zu dir hin zu locken; Das, o Herr, war deine Weise, Das war täglich deine Speise. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Da du Mittler für die Armen Dein unschäßbar theuer Leben In den schwersten Tod gegeben, 019/ phptD Da du in der Sünder Orden Aller Schmerzen Ziel geworden Und, den Segen zu erwerben, Als ein Fluch hast wollen sterben. 6. Deine Lieb' hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; Ohne Schelten, Drohen, Klagen And'rer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, Die dich lästerten, zu segnen, Für der Feinde Schaar zu beten, Und die Mörder zu vertreten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne Von Jesu Wert. Deiner Liebe Schmuck und Krone; Diese machte dich zum Knechte Einem sündigen Geschlechte, War voll Einfalt, wie die Tauben Ohne Falsch, voll Treu und dinds im Glaubenje Und durch Vorsicht doch bewahret, Mit Gerechtigkeit gepaaret.be 8. Herr, laß deine Liebe decken Meiner vielen Sünden Flecken. Du hast das Geseß erfüllet, Des Gesetzes Fluch gestillet. Gieb, daß wider seine Stürme Deiner Liebe Schild mich schirme. Heil'ge meines Herzens Triebe, Heil'ge sie durch deine Liebe. Johann Rambach( 1693-1735). doro Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 251. Heil'ger Jeju, beilgungsquelle, Mehr als Krystall rein, klar und helle, Du laut'rer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cherubinen, Die Heiligkeit der Seraphinen Ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir! Ach, bilde mich nach dir, Du, mein Alles! Jesu, hilf du, Hilf mir dazu, Daß ich auch heilig sei, wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille thje Dem Willen deines Vaters stille Und bis zum Tod gehorsam war: Also mach' auch gleichermaßen Mir Herz und Willen ganz geAmoure laffen, Still' meinen Willen ganz und gar. Mach' mich dir gleich gesinnt, Wie ein gehorsam Kind, Stille, stille! mutta s i Jesu, hilf du, odhi? Hilf mir dazu, pbig di sin 13 Auf daß ich stille sei, wie du. 167 3. Wacher Jesu, ohne dull qis Schlummer In großer Arbeit, Müh' und othon ni Kummer 12 Bist du gewesen Tag und Nacht; Mußtest täglich viel bestehen, Des Nachts lagst du vor Gott do dimit Flehen, Du hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, Damit ich allezeit.did Wach' und bete! god im lig Jesu, hilf du, imed hi an Hilf mir dazu, sajdel s Daß ich stets wachsam sei, wie hdu. chim thrile 4. Güt'ger Jesu, ach, wie sin gnädig, Wie liebreich bist du, wie gut= thätig, indse 3 Selbst gegen Feinde wie gelind'! Deine Sonne scheinet Allen, Dein Regen muß auf Alle fallen, Ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Heiland, lehre mich, h Damit auch hierin ich Dir nacharte! Onalis Jesu, hilf du, and find ple Hilf mir dazu, bium fol Daß ich auch gütig sei, wie du. 5. Sanfter Jesu, wie geduldig Trugst du die Schmach und litt'st rou ni unschuldig Und sprach'st kein sündlich Drohen aus! Wer kann deine Sanftmuth i Em messen, SHQ Bei der du dennoch nie vergessen Den Eifer um des Vaters Haus? Mein Heiland, ach verleih Mir Sanftmuth und dabei u Reinen Eifer.g hops Jefu, hilf du, noch hon dide Iches mednalo Hilf mir dazu, Daß ich sanftmüthig sei, wie dit. 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, Du suchtest deine Ehre wenig $ 168 Und wurdest niedrig, und gering, Wandeltest ganz arm auf Erden In Demuth und in Knechtsthoit on pot geberden, die Erhobst dich selbst in keinem 3702) nd Dingo Herr, solche Demuth lehr' Auch mich je mehr und mehr Täglich üben! bun sim da Jesu, hilf du, golle thi timp@ Hilf mir dazu, nd om b Daß ich demüthig sei, wie du. Von Jesu Werk. 7. Liebster Jesu, liebstes siis mether Leben, bin Mach' mich in Allem dir ergeben Und deinem heil'gen Vorbild giden gleich. Gieb, daß mich dein Geist durch Had dringe, Daß ich viel Glaubensfrüchte su bringe Und tüchtig werd' zu deinem Reich. id s 00 Jesu, hilf du, Laß mich, wie du, god im Und wo du bist, einst finden pignon si Ruh'! 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild werden gleich: Nach dem Leiden folgen Freuden, Armuth hier macht dorten reich, Thränenfaat geht auf in Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld; Denn es scheint durch Gottes Huld Nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid' ich mit dir, Theil' dort deine Freud' mit mir! Nach Jodocus von Bodenstein von Bartholomäus Crasselius( 1667-1724). ( hor) dal 3. Lasset uns mit Jesu sterben: Sein Tod wehret unserm Tod, Rettet uns von dem Verderben, Von der Seele arger Noth. Laßt uns sterben, weil wir leben, Unsern Lüsten sterben ab; Dann wird er uns aus dem Grab' 4. Lasset uns mit Jesu leben; Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder; Ach, zieh' mich ganz zu dir, Behalt' mich für und für, Treuer Heiland! stronWo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn' uns für und für, Trauter Freund, für deine Brüder! In sein Himmelreich erheben. Jesu, sterb' ich, sterb' ich dir, Daß ich lebe für und für. duy Dir, o Jesu, leb' ich hier Und einst ewig dort bei dir. Sigm. v. Birken( 1626-1681). Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. Miel. Gott des Himmels und der Erden. uns Jesu 252. Fallegiehet, ndhe 253. Fiebe, die du mich zum Bilde Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen, Auf der Bahn, die er uns brach, Immerfort zum Himmel reisen, Irdisch noch, schon himmlisch sein, Glauben recht und leben rein, Glauben in der Lieb' erweisen. Treuer Jesu, bleib' bei mir, Gehe vor, ich folge dir. Deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall hast wiederbracht, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, Eh' als ich geschaffen war. Liebe, die du Mensch geboren Von Jesu Wert 169 Und mir gleich wardst ganz und| Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wem thät' ich meine Sorge fund? It slik gar, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten Ew'ge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden Und mein Herz hat ganz dahin, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele bitt't, Liebe, die das Lös'geld giebet Und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich wird erfirdo laf wecken Aus dem Grab der Sterblich756 m feit, d Liebe, die mich wird umstecken Mit dem Laub' der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler( 1624-1677). Die bodenlose Finsterniß! Für alle seine tausend Gaben Bleib' ich sein demuthvolles Kind, Wenn zwei auch nur versammelt Gewiß, ihn unter uns zu haben, sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen Und holt die Irrenden herein; Streckt Jedem eure Hand entgegen Und ladet froh sie zu uns ein! Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz. Der Himmel ist bei uns auf Ertipipils den, 254. Was wär' ich ohne dich gewesen? 2. Einsam verzehrt von Lieb' und Sehnen, Erschien' mir nächtlich jeder Tag. Ich folgte nur mit heißen Thränen Dem wilden Lauf des Lebens nach; ma Ich fände Unruh im Getümmel Und hoffnungslosen Gram zu Haus; Wer hielte ohne Freund im Himmel, Was würd' ich ohne dich nicht ſein? Wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus mir sich fund gegeben, Und bin ich seiner erst gewiß, Wie schnell verzehrt ein lichtes Com Leben Im Glauben schauen wir ihn an; Die eines Glaubens mit uns werden, Zu Furcht und Aengsten auser- Auch denen ist er aufgethan. amminilesen, Stünd' ich in weiter Welt allein! Nichts wüßt' ich sicher, das ich liebte; 5. Das Herz, des Lebens sl reichste Quelle, Welch böses Wesen wohnte d'rin! Und ward in unserm Geist es helle, So war nur Unruh' der Gewinn. Die Zukunft wär' ein dunkler Schlund, Von Jesu Werk. 170 Ein eisern Band hielt an der die Erde Die bebenden Gefang'nen fest; Furcht vor des Todes Richterschwerte Verschlang der Hoffnung Ueberrest. inst 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, Ein Menschensohn voll Lieb' und Macht, Und hat ein allbelebend Feuer In unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel wie offen Als unser altes Vaterland, Wir lernten glauben nun und hoffen Und fühlten uns mit Gott verwandt. 7. Noch steht in wundersamem Glanze Der heilige Geliebte hier; Gerührt von seinem Dornenfranze Und seiner Treue, weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willfommen, Der seine Hand mit uns ergreift Und, in sein Herz mit aufgenommen, Zur Frucht des Paradieses reift. Friedr. v. Hardenberg( Novalis) ( 1772-1801). Fasse Muth! in Jesu Christ Solcher Gnaden Fülle ist! 2. Wo wird Balsam für die hipin Wunden, ni Wo wird Lind'rung für den Schmerz, Il Wo wird Rath und Trost gefunden Für ein rath- und thatlos Herz? Wo erquickt man müde Seelen, Richtet die Gefall'nen auf, Stärkt zu unverdross'nem Lauf', Läßt des rechten Wegs nicht fehlen? D Sei getrost! in Jesu Christ Solcher Gnaden Fülle ist! 3. Wer giebt Leben, das genüget? Wer giebt Freud' in Traurigkeit Und mit Allem, was Gott füget, Völlige Zufriedenheit? Wer giebt findliches Vertrauen, Legt uns in des Vaters Schooß, Macht uns eitler Sorgen los, Läßt uns Gottes Wunder schauen? Freue dich: dein Jesus Christ Solcher Gnaden Geber ist! 4. Wer giebt Sinn der Kinder Gottes, Demuth, die ihr Nichts erwägt, Sanftmuth, die den Pfeil des Spottes Ungereizt zur Seite legt; Liebe, die kein Opfer scheuet, Der das Geben Seligkeit, Die zu allem Dienst bereit, Miel. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen. Mit den Fröhlichen sich freuet? 255. Wo ist göttliches Er- Danke Gott! dein Jeſus Christ Solcher Gnaden Geber ist! 5. Wer macht zum Gewinn das Sterben, barmen, Das die Sünder nicht verschmäht? Liebe, die mit off'nen Armen Reuigen entgegen geht? Wo wird alle Schuld vergeben, Alle Missethat bedeckt Und, wenn Tod und Hölle schreckt, Seligkeit geschenkt und Leben? Läßt den Tod uns nimmer schn Und uns ew'ge Güter erben, Wann wir bloß von hinnen gehn? Wer läßt einmal noch auf Erden Für die Saat, die da gefä't, Daß sie herrlich aufersteht, Bon Jesu Werk. Frühling durch sein Wort es werden? Lob' und singe: Jesus Christ Solcher Gnaden Geber ist! 6. O du Einer, der du Allen Alles giebst und Alles bist, Weil nach Gottes Wohlgefallen Alle Fülle in dir ist! Alle hast du eingeladen, Alle sollen zu dir nahn, Allen hast du aufgethan Solche Fülle deiner Gnaden. Selig, wer es recht genießt, Was du giebst und was du bist! Karl Spitta( 1801-1859). c. Rönigliches Amt. Eigene Melodie. 256. A, mein Herr Jeſu, Bringt großen Frieden in's Herz hinein, Und dein Gnadenanblick macht uns so selig, Daß Leib und Seele darüber fröhlich Und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht Voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; Aber uns're Seele kann's wohl gewahren: Du kannst dich fühlbar uns offenbaren Auch ungeschn. 3. O wer nur immer bei Tag' und Nacht, 171 4. Barmherzig, gnädig, ge duldig sein, Uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, Uns helfen und trösten, erfreu'n und segnen Dein zu genießen, recht wär' bedacht, dir Der hätt' ohne Ende von Glück zu sagen, Und Leib und Seele müßt' immer fragen: Wer ist wie du? Und uns'rer Seele als Freund begegnen, S Ist deine Lust. 5. Ach, gieb an deinem kostbaren Heil Uns alle Tage vollkommen Theil, Und laß uns're Seele sich immer schicken, Aus Noth und Liebe nach dir zu blicken Ohn' Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst' uns bald Mit deiner blutigen Tod'sgestalt; Ja, die laß uns immer vor Augen Und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen ſein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit Sei uns're Zierde zu aller Zeit, Und die heil'ge Tröstung aus deinen Wunden Erhalt' uns Frieden zu allen Stunden Bei Freud' und Leid. 8. So werden wir bis zum Himmel hinein Mit dir vergnügt wie die Kindlein sein. Muß man gleich die Wangen noch manchmal neßen, Wenn sich nur das Herz an dir ergößen. Und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrab'ne Hand, Die so viel Treuc an uns gewandt, 172 Von Jesu Werk. pschämt dastehen, Und unser Auge muß übergehen Vor Lob und Dank. Daß wir beim D'randenken be- An Glauben, Hoffnung, Liebe, An seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum do Glaubensblo Christian Gregor( 1723-1801). Und halt' uns fest dabei; nogor Laß nichts die Hoffnung rauben, Mel. Balet will ich dir geben. Die Liebe herzlich feil on 257. Es kennt der Herr die Und wird der Tag erſcheinen, Seinend Da dich die Welt wird sehn, So laß uns als die Deinen Zu deiner Rechten stehn. 3 mon Joh. Spitta( 1801-1859). Und hat sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen In jedem Volk' und Land'. Er läßt sie nicht verderben, Er führt sie aus und ein; Im Leben und im Sterben Sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Schaaren Am Glauben, der nicht schaut Und doch dem Unsichtbaren, Als säh' er ihn, vertraut, Der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt Und vor dem Wort sich beuget Und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen An ihrer Hoffnung Muth, Die fröhlich auf dem Einen, Daß er der Herr ist, ruht, In seiner Wahrheit Glanze Sich sonnet frei und kühn, Die wunderbare Pflanze, Die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, Die seiner Liebe Frucht, Und die mit laut'rem Triebe Ihm zu gefallen sucht; Die Andern so begegnet, Wie er das Herz bewegt, Die segnet, wie er segnet, Und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, Wie er sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen In jedem Volk und Land': Am Werk der Gnadentriebe Durch seines Geistes Stärk', Mmel. Jesu, meines Lebens Leben. 258. Großer Mittler, der zur Rechten Seines großen Vaters sitt Und die Schaar von seinen Knechten In dem Reich der Gnade schützt; Dem auf dem erhabnen Throne In der königlichen Krone Aller sel'gen Geister Heer Bringt in Demuth Preis und hohen Ehr'. ning 2. Dein Erlösungswerk auf Erden Und dein Opfer ist vollbracht; Was vollendet sollte werden, Das vollführtest du mit Macht: Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad' und Heil erworben, Und dein siegreich Auferstehn Läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte, In dem obern Heiligthum Die erworbnen Segenskräfte Durch dein Evangelium Allen denen mitzutheilen, Die zum Thron der Gnade eilen; Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Alle Namen deiner Frommen Trägst du stets auf deiner Brust; Und die gläubig zu dir kommen, Sind und bleiben deine Lust. Von Jesu Werk. 173 bühret, Du vertrittst, die an dich glauben;| Dem als Gott das Reich geDaß sie nichts dir möge rauben, Bitt'st du in des Vaters Haus Der als Mensch das Scepter Ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergisfest du der Armen, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil dein Herz dir von Erbarmen Ueber ihrem Elend bricht; Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er änd're ihren Sinn: Ach da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, Als die Sünden aller Welt Noch auf deinen Schultern lagen, Hast du dich vor Gott gestellt, Bald mit Seufzen, bald mit Weinen Für die Sünder zu erscheinen: O in welcher Niedrigkeit Batest du zur selben Zeit! 7. Aber nun, wo deine Bitte Durch die Allmacht wirksam ist, Weil du in vollkomm'ner Hütte In verklärter Menschheit bist, Nun kannst du des Feindes Klagen Majestätisch niederschlagen, Und nun macht dein redend Blut Uns're böse Sache gut. 8. Großer Mittler, sei gepriesen, Daß du in dem Heiligthum So viel Treu' an uns bewiesen: Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten; Schließt die Lippen uns der Tod, Sprich für uns in letzter Noth. Joh. Rambach( 1693-1755). Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 259. önig, dem kein König gleichet, Dessen Ruhm kein Mund erreichet, führet, Dem das Recht gehört zum Throne Als des Vaters ein'gem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, Aller Kreaturen Heere Müssen dir zu Dienste stehen, Was du willst, das muß gcschehen; Fluch und Segen, Tod und Le ben, 089 Alles ist dir übergeben, Und vor deines Mundes Schelten Zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Grenzen Sicht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durch's Scepter deines Mundes Nach dem Recht des Gnadenbundes Sich von dir regieren lassen Und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren Kann man stets dich loben hören Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlitß schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. König, du in dreien Reichen, Dir ist Niemand zu vergleichen An dem Ueberfluß der Schäße, An der Ordnung der Gesetze, An Vortrefflichkeit der Gaben, Welche deine Bürger haben; 174 Du beschützest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen Ueber Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; Von Jesu Werk. Laß mich deinen Schuß genießen, Auf mich deine Gnade fließen; Laß mich stets dich loben, lieben, Und mich im Gehorsam üben, Hier mit leiden, hier mit streiten, Dort mit herrschen, dirzur Seiten. Joh. Rambach( 1693-1755). So wird die Seele doch kein Raub des Todes sein. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, Wenn gleich vor Zorn der weite Abgrund schnaubt; Es wird der Wolf es nimmer ihm entwenden, Weil der allmächtig ist, an den that it es glaubt. 2d Eigene Melodie. 260. Wie herrlich ist's, ein Es kommt nicht um in Ewigkeit Schäflein werden Und wird von tim Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, Der wende sich zu dieses Hirten Stab; Und in der Huld des treusten Hirten stehn! Kein höh'rer Stand ist auf der ganzen Erden, Als unverrückt dem Lamme nad zugehn. i Was alle Welt nicht geben kann, Das trifft ein Schäflein stets bei diesem Hirten an. 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, Hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt; Kein Auge kann die Gaben überschauen, Die es allhier in reicher Menge schmeckt. hier wird ein Leben mitgetheilt, Das voll Vergnügen ist und nie vorübereilt. 0 Es darf sich nicht vor Höll' und Tod entfärben, Sein treuer Hirt hat Höll' und Tod besiegt. Büß't gleich der Leib das Leben ein, p Hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, Da ihm die Welt vorhin nur Träber gab. Hier wird nichts Gutes je vermißt, Dieweil der Hirt ein Herr der Schäße Gottes ist. 6. Doch dies ist nur der Vorschmack größ'rer Freuden, Es folget noch die lange Ewigteit: Da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, Wo der krystall'ne Strom das Wasser beut. Da siehet man erst klar und frei, und ruhig sterben, Wie schön und auserwählt ein Wenn hier das Schaf im Schooß des Hirten liegt! 3. Wie läßt sich's da so froh Schäflein Christi ſei. Joh. Rambach( 1693-1755). seas Buß- und Beichtlieder. III. Vom heiligen Geist und den Seilsin stronym tit an wirkungen. pillaion 1. Von der Heilsordnung. 261. daß Gull a. Buße und Beichte. Eigene Melodie. eigene Before 262. Allein zu dir, Herr FOS Melodie. ch Gott und Herr, Jesu Christ, Mein' Hoffnung steht auf Erden; Sind mein' begang'ne Sünden! Da ist Niemand, ad of Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit moet Zu dieser Zeit in and be Bis an der Welt ihr Ende, Und wollt' los sein on Des Kreuzes mein, bod Würd' ich es doch nicht wenden.pn 175 Gott, in's Gericht, Dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Soll's ja so sein, dog of biſt, Kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erfor'n, Auf Erden ist kein Mensch gebor'n, 3. Zu dir flieh' ich: i Und reuet mich von Herzen. Verstoß mich nicht, Wie ich's wohl hab' verdienet. Geh' mit mir nicht, On UR 6. Handle mit mir, Wie's dünket dir, bin Der mir aus Nöthen helfen kann: Ich ruf dich an, Auf den ich fest vertrauen kann. 2. Mein' Sünd' ist schwer und übergroß Erbarme dich und sprich mich los Kraft deiner Todesschmerzen, Und nimm dich mein beim Vater tan, Der du genug für mich gethan; So werd' ich los der Sündenlast. Mein Glaube faßt, i Daß Straf' und Bein Auf Sünde folgen müssen, onWas du mir, Herr, versprochen an domp hast. How) So fahr' hier fort og im G Und schone dort 3. Gieb mir durch dein' Und laß mich hier wohl büßen. 5. Gieb, Herr, Geduld, Vergiß die Schuld. Gieb Demuth meinem Herzen; Laß mich mein Heil, Mein bestes Theil daindu Durch Undank nicht verscherzen. Barmherzigkeit Den wahren Christenglauben; Auf daß ich deine Freundlichkeit Mög' inniglich anschauen, Vor allen Dingen lieben dich Und meinen Nächsten gleich als mich. Im Sterben deine Hilf' mir send'; Am letzten End' Durch dein' Gnad' will ich's Befehl ich mich in deine Händ'. dent inprogs leiden; 4. Ehr' sei Gott in dem höchsten niso Thron, e Dem Vater aller Güte, Und Christo, seinem lieben Sohn, Der uns all'zeit behüte, Nur woll'st du mich dni Nicht ewiglich mind 006 Von deiner Liebe scheiden. Martin Rutilius( 1550-1618). 176 Buß- und Beichtlieder. Und Gott, dem werthen, heil'gen| Und leite mich auf eb'ner Bahn. Er hört mein Schrei'n, der Herr erhört mein Flehen. Und nimmt sich meiner Seele an. Chrift. Fürchteg. Gellert( 1715-1769).. Der uns sein' Hilfe all'zeit leiſt't, Damit wir ihm gefällig sei'n In dieser Zeit Und vollends in der Ewigkeit. Joh. Schneifing( gest. 1567). Eigene Melodie. S8264. Aus tiefer Noth ſchrei Eigene Melodie. ich zu dir, Herr Gott, erhör' mein Rufen: 263. An dir allein, an dir Dein gnädig Ohr neig' her zu mir hab' ich gesündigt Und übel oft vor dir gethan; Du fichst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; Sieh, Gott, auch meinen Jammer Und meiner Bitt' es öffne! Denn so du willst das sehen an, Was Sünd' und Unrecht ist an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, Und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang' entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, Vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, Du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Namens willen. Du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen Und lehre mich dein heilig Recht; Laß stets mich thun nach deinem Wohlgefallen, Du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile, du mein Schuß, mir beizustehen SOE gethan, old Wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad' und Gunst, Die Sünde zu vergeben; Es ist doch unser Thun umsonst Auch in dem besten Leben. Vor dir Niemand sich rühmen kann: Deß muß dich fürchten Jedermann Und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen Tradbinich, Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf ihn mein Herz soll lassen sich Und seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein werthes Wort: Das ist mein Trost und treuer Hort, Deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Ting Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen: So thu', Israel rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget wardUnd seines Gottes harret. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, ad not? Bei Gott ist viel mehr Gnade; Buß- und Beichtlieder. 177 Sein' Hand zu helfen hat kein| Wie laß ich immer noch mein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen. Martin Luther( 1483-1546). Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 2c. 265. Dein Jesus rufet dich zur Buße; Komm', bring' dein armes Herz herbei! Komm', falle ihm doch bald zu Fuße Und zeig' ihm deiner Seele Reu', Die das Gesetz in uns erweckt, Wenn's uns're Sünde uns entdeckt. 2. Dein Jesus ruft dich auch zum Glauben Durch's süße Evangelium Und will aus Gnaden dir erlauben, zu werden ganz sein Eigenthum, Daß du nun durch sein werthes Wort Sollst selig werden hier und dort. 3. So änd're, Jesu, meine Sinnen Und schaff' in mir das Herz ganz rein; Laß mich von Neuem nun beginnen, Was dir, mein Jesus, lieb kann sein Und hilf, daß ich nach deinem Sinn Recht gläubig und recht heilig bin. Verfasser unbekannt. Herz bethören! Die kurze Freud', die kurze Zeit vergeht, Indeß mit mir es so gefährlich steht. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu. 266. Gott rufet noch; ſollt 2. Gott rufet noch; sollt' ich nicht endlich kommen? Ich hab' so lang' die treue Stimm' vernommen, Ich wußt' es wohl, ich war nicht wie ich sollt', Er winkte mir, ich habe nicht gewollt. 3. Gott rufet noch; ach, daß ich Sein Joch noch fürcht' und doch mich nicht gebe! in Banden lebe. Ich hind're meiner eig'nen Seele Heil; Er ziehet mich, o armes Herze, eil'! 4. Gott rufet noch; ob ich mein Ohr verstopfet, Er stehet noch an meiner Thür und klopfet; Er ist bereit, daß er mich noch empfang'; Er wartet noch auf mich, wer weiß, wie lang'? 5. Gieb dich, mein Herz, gieb endlich dich gefangen! Wo willst du Trost, wo willst du Ruh' erlangen? Laß von der Welt! brich alle Band' entzwei! Dein Geist wird sonst in Ewigkeit nicht frei. 6. Gott locket mich; ich will nicht länger weilen. Er will mich ganz; ich will mein Herz nicht theilen. D'rum Welt und Fleisch, sag', was du immer willst, ich nicht endlich Mir Gottes Stimme mehr als hören? deine gilt. 18 178 Buß- und Beichtlieder. Und unbedingt 6. Gieb das Hochzeitskleid Der Gerechtigkeit, Meine Blöße d'rein zu kleiden, Daß ich deinen Anblick leiden Und es tragen kann, Siehest du mich an. 7. Ich folge Gott; ich will ihm| Seligkeit und ew'ges Leben, ganz genügen; Sprich von deinem Thron: Die Gnade soll im Herzen endlich Sei getrost, mein Sohn. siegen. Ich gebe mich; Gott soll hinfort allein mein Herr und Meister sein. 8. Ach nimm mich hin, du Langmuth ohne Maßen! Ergreif' mich fest, ich will dich nimmer lassen. Herr, rede nur! ich geb' begierig Acht. Führ', wie du willst, ich bin in deiner Macht. Gerh. Tersteegen( 1697-1769). Mel. Seelenbräutigam. 7. Nimm mir, was mich quält, Gieb, was mir noch fehlt! Laß von allem argen Wesen Meine Seele recht genesen; Laß durch dich mich rein, Dir gehorsam sein. 8. Gieb den Kindesgeist, Der dich Vater heißt, Daß mit kindlichem Vertrauen Ich dir in die Augen schauen, Ja mich freuen kann, Siehest du mich an. 267. Herzenständiger, Karl Spitta( 1801-1859). Du mein Gott und Herr! Ach, du weißt es, wie ich's meine, Was ich bin und was ich scheine. Meines Herzens Grund Ist dir klar und kund. 2. Urquell alles Lichts, Dir verhüllt sich nichts, Wollt' ich dir auch nichts bekennen, Würdest du mich doch erkennen; Ja du kennest mich Besser noch als ich. 3. Und du siehst mich an. Heiliger, wer kann Deiner Augen Blick ertragen, Ohn' an seine Brust zu schlagen: Geh' doch in's Gericht Mit dem Sünder nicht." 4. Jede Hülle fällt, Werd' ich hingestellt, Herr, vor deinem Angesichte, Dann erst steh' ich ganz im Lichte. Was ich bin vor dir, Das bin ich in mir. 5. Du, der Gnad' erweist Dem gebeugten Geist, Du, bei dem so viel Vergeben, Mel. Es ist genug. 268. H ier ist mein Herz; Mein Gott, ich geb' es dir, Dir, der es gnädig schuf. ,, Nimm es der Welt, Mein Kind, und gieb es mir!" Dies ist an mich dein Ruf; Hier ist das Opfer meiner Liebe, Ich weih' es dir aus treuem Triebe; Hier ist mein Herz!:,: 2. Hier ist mein Herz! O nimm es gnädig an, Ob ihm gleich viel gebricht. Ich geb' es dir, So gut ich's geben kann; Verschmäh' die Gabe nicht! Es ist mit böser Lust beflecket, Mit Sünd' erfüllt, mit Schuld bedecket, Mein fündig Herz. 3. Hier ist mein Herz, s Das bisher steinern war, Buß- und Beichtlieder. Nun ist's ein fleischern Herz; Es legt sich dir Matt und zerbrochen dar, Es fühlet Angst und Schmerz, Es jammert bei der Last der Sünden, Es seufzt: wo soll ich Rettung finden? ung Mein reuig Herz.:,: 4. Hier ist mein Herz! Gott der Barmherzigkeit, Erbarme du dich sein! Die ganze Welt, Sie stillet nicht sein Leid, Du bist sein Trost allein. Es sagt mit kindlichem Vertrauen: ,, Ich werde Gott als Vater schauen," Mein hoffend Herz.:: 5. Hier ist mein Herz! Es sucht in Christo Heil, Es naht zum Kreuze hin Und spricht: ,, o Herr, nismo Du bist mein Gut und Theil, Dein Tod ist mein Gewinn!" Es hat in des Erlösers Wunden Trost, Ruh' und Seligkeit gefunden, gefunden, d Mein gläubig Herz.:: 6. Hier ist mein Herz! Geist Gottes, schaff' es rein Und mach' es gänzlich neu; Weih' es dir selbst Zum heil'gen Tempel ein; Mach' es zum Guten treu; Hilf, daß es stets nach Gott verlange, Ihn fürcht', ihn lieb' und an ihm hange, Mein neues Herz.:,: 7. Hier ist mein Herz! Es überdenkt gerührt Die Hoheit deines Thron's; Schenk' ihm den Schmuck, Der deine Knechte ziert, Die Demuth deines Sohn's! 179 Gieb, daß es Stolz und Hoffahrt fliche Und klein zu werden sich bemühe, Mein niedrig Herz.:,: 8. Hier ist mein Herz! Lehr' es Gelassenheit; Sein Glück sei stets dein Rath; Sein Wahlspruch sei Im Wohlergehn und Leid: Was Gott beschlossen hat!" " 1 Es glaube fest zu deinem Preise: ,, Der Herr ist treu; mein Gott ist weise," Mein folgsam Herz.:,: 9. Hier ist mein Herz! Bewahr' es, treu'ster Freund, Vor aller Feinde List! Gieb, wann der Tod, Der letzte Feind, erscheint, Daß stark es gläubig iſt. Hilf mir, wann meine Augen brechen, Das treue Wort froh zu dir sprechen: ,, Hier ist mein Herz!":: dig Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Eigene Melodie. 269. Her Sünden üter, wird die Nacht Nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsterniß der Sinnen Bald zerrinnen, Darin ich gefangen bin? 2. Möcht' ich, wie das Rund der Erden, Licht doch werden: Seelensonne gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe: Jesu, Liebe, Komm', beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, Da die Stunde Der Erscheinung kommen ist, 12* Buß- und Beichtlieder. Wenn am Tage 180 Und ich muß mich noch im Schatten Stets ermatten, Weil du mir so ferne bist. 4. Sind wir doch der Nacht entronnen, Da du kommen; Aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, Auch erscheinen, Der nach Licht und Recht ich tracht'. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke Ohne Stärke In der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben Und der Nacht Geschäfte flichn? 6. Laß nicht zu, daß meine Seele Sich so quäle, Zünd' dein Feuer in mir an; Laß im Dunkel dieser Erden Hell mich werden, Daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben Mir nicht geben: d Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken Und erquicken; Daß in Fülle Deine Klarheit brech' herein; Wenn dein helles Licht den Deinen Man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter( 1676-1711). Soll erscheinen, Dann muß rein das Auge sein. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, Die was taugen, Rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 270. harmer Menſch, ich 3 armer Sünder Steh' hier vor Gottes Angesicht; Ach Gott, verfahre doch gelinder Und geh' nicht mit mir in's Gericht. Jesus muß die Sonne sein. 8. Von den Augen nimm die Soll ich in meiner Noth verzaHülle, Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 2. Wie ist mir doch so angst und bange, Herr, wegen meiner großen Sünd'! Hilf, daß ich wieder Gnad¹ erlange, Ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 3. Hör', ach, erhör' mein Seufzen, Schreien, Du allertreustes Vaterherz, Wollst alle Sünde mir verzeihen Und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 4. Wie lang' soll ich vergeblich flagen? Hörst du denn nicht, ach hörst du nicht? gen? Hör', was der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 5. Wahr ist es, übel steht der Schade, Den Niemand heilt als du allein, Ach aber, Vater, Gnade, Gnade, Laß mich doch nicht verloren sein!- Buß- und Beichtlieder. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 6. Nicht, wie ich hab' verschuldet, lohne Und handle nicht nach meiner Sünd'; O treuer Vater, schone, schone, Erkenn' mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 7. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben, Sprich, daß ich armer Sünder hör': Geh' hin, die Sünd' ist dir vergeben, Doch fündige hinfort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 8. Ich traue fest, ich bin erhöret, Erhöret bin ich zweifelsfrei, Weil sich der Trost im Herzen mehret, Daß ich von dir begnadigt sei. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. Chriſtoph Titius( 1641-1703). Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 271. Ich will von meiner Zum Herren mich bekehren: Du wollest selbst mir Hilf und Jeda Rath 181 Des großen Jammers wollst du nun, O Vater, mich entbinden. 3. So klopfe gnädig bei mir an Und führ' mir recht zu Sinnen, Was Böses ich vor dir gethan; Du kannst mein Herz gewinnen, Daß ich in Kummer und Be= schwer Hierzu, o Gott, bescheeren, Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht Sein Elend recht empfinden, Er ist ohn' deines Geistes Licht Erstorben ganz in Sünden. Verkehrt ist Wille, Sinn' und Chun. Laß über meine Wangen her Viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch an mich gewandt Den Reichthum deiner Gnaden. Mein Leben dank' ich deiner Hand, Auch gabst auf meinen Pfaden Du reiches Gut an Ehr' und Brot Und machtest, daß mir keine Noth Jemals hat können schaden. 5. Du hast in Christo mich erwählt, Der mich vom Tod behüte, Es hat auch sonst mir nicht gefehlt Und, daß ich ja dein eigen sei, An Segen im Gemüthe, Hast du mich nur aus großer Treu' Geſtraft voll Batergüte. 6. Die Thorheit meiner jungen Jahr Und meine spätern Sünden Verklagen mich zu offenbar, Sie sind nicht zu ergründen; Sie stehu vor deinem Angesicht Und führen einst mich vor's Gericht, Wie soll ich Rettung finden? 7. Bisher hab' ich in Sicherheit Gar unbesorgt geschlafen, Gedacht: ,, Es hat noch lange Zeit! Gott pflegt nicht bald zu strafen; 182 Er handelt nicht nach uns'rer Schuld, So strenge nicht, es hat Geduld 272. Jhr armen Sünder, Buß- und Beichtlieder. 8. Doch endlich aus dem Schlaf erwacht Will mir das Herz zerspringen; Ich sehe des Gescßes Macht Und Schrecken auf mich dringen. Es ist, als regten sich zugleich Des Todes und der Hölle Reich Und wollten mich verschlingen. 9. Wo bleib' ich denn in solcher Noth? Wer setzt ihr Thor und Riegel? Wo flich' ich hin? du Morgenroth, Ach leih' mir deine Flügel! Verbirg mich, o du fernes Meer, Bedecket mich, fallt auf mich her Ihr Klippen, Berg' und Hügel! 10. Umsonst, umsonst; und könnt' ich gleich Bis in den Himmel steigen Und nieder in der Hölle Reich Mich tief hinunter neigen: So würde mich doch deine Hand Da finden und mir meine Schand' In hellem Lichte zeigen. 11. Herr Jesu, nimm zu dir mich ein, Ich flieh' zu deinen Wunden. Laß mich in dir geborgen sein Und bleiben alle Stunden. Du hast, unschuldig Gotteslamm, Für alle Sünd' am Kreuzesstamm' Erlösung uns gefunden. 12. So will ich mich mein Leben lang Vor neuen Sünden scheuen. Du wollest deines Geistes Drang In Gnaden mir verleihen, Daß er von aller Sünden List Und dem, was dir zuwider ist, Helf' ewig mich befreien. Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg( 1617-1667). Mel. Kommt her zu mir, spricht bint Gottes Sohn. Kommt eilig, kommt und macht euch auf, Mühselig und beladen! Es öffnet Jesu treues Herz Sich Allen, die in Reu und Schmerz Erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt: er nimmt die Sünder an; D'rum komm', dein Jesus will und kann Erretten dich, den Armen. Komm' weinend, komm' in wahrer Buß' Und fall' im Glauben ihm zu Fuß': Er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht. Wenn dem verirrten Hilf' gebricht; Er sucht es mit Verlangen. Er läßt die neun und neunzig stehn, Dem Einen sorglich nachzugehn, Das eine zu umfangen. 4. So sucht der Hirte Jesus Christ Bis daß er es gefunden. Das Schäflein, das verloren ist, D'rum laß dich finden, liebe Seel', Den guten Hirten dir erwähl'; Noch sind die Gnadenstunden. 5. Jesu, deine Lieb' ist groß! Ich komm' mühselig, nackt und bloß, Ach, laß mich Gnade finden! Ich bin vom rechten Weg verirrt, Herr, nimm mich auf, du treuer Hirt, Und tilge meine Sünden. Beichtlieder. Dir mit ausgestreckten Armen Winket von dem Kreuzesstamme; Kehre wieder, fürchte nicht, Daß der Gnäd'ge dich verdamme, Dem sein Herz vor Liebe bricht! 4. Kehre wieder! neues Leben Trink' in seiner Liebeshüld; Bei dem Herrn ist viel Vergeben, Große Langmuth und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen: Er hat Trost für alle Schmerzen, Er kann alle Wunden heilen, Macht von allen Flecken rein; Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein! 5. Kehre wieder! endlich kehre In der Liebe Heimath ein, In die Fülle aus der Leere, In das Wesen aus dem Schein; Und als ein wahres Gotteskind Dein Himmelreich ererben. Laurentius Laurenti( 1660-1722). Eigene Melodie. 273. Kehre wieder, kehre Aus der Lüge in die Wahrheit, dem Dunkel in Buß- und 6. Ach, weh' mir, daß zum Abgrund hin Von dir ich abgewichen bin! Ach, laß mich wiederkehren Zu deiner Heerde, nimm mich an Und mach' mich frei von Fluch und Bann! Das, Herr, ist mein Begehren. 7. Laß mich dein eigen ewig non sein, Sei du mein treuer Hirt allein Im Leben und im Sterben; Laß mich verleugnen Welt und dia Sünd' Der du dich verloren haſt, Sinke reuig bittend nieder Vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen Und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, Und sein heilig Wort verspricht Dir Vergebung, Heil und Segen; Kehre wieder, zaud're nicht! Aus dem Tode in das Leben, Aus der Welt in's Himmelreich! Doch, was Gott dir heut will geben, Nimm auch heute, 183 kehre gleich! Karl Spitta( 1801-1859). - Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 274.[ ag über uns dein Weil wir vor dir nicht recht gethan, Mag uns das cig'nc Herz verdammen, streuung In die Einsamkeit zurück, Wo in geistiger Erneuung Deiner harrt ein neues Glück; Wo sich bald die Stürme legen, Die das Herz so wild bewegen; Wo des heil'gen Geistes Mahnen Du mit stillem Beben hörst, Und von Neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. Wir wagen's dennoch dir zut nah'n; Wir treten vor dein Angesicht: Verwirf, o Herr, verwirf uns nicht. 2. Du siehst, wie uns die Sün3. Kehre wieder, irre Seele! den brennen, Deines Gottes treues Herz Wir wissen keinen andern Rath, Beut Vergebung deinem Fehle, Als dir von Herzen zu bekennen Balsam für den Sündenschmerz: All' uns're Schmach und MisseSich auf den, der voll Erbarmen that, 184 Buß- und Beichtlieder. Und was vergessen unser Mund,| Du Herz voll ew'ger Liebe! Das lies in uns'rer Seelen Mein Herz ist voller Eigensinn Und voll verkehrter Triebe; Es hängt an Welt und eitler Lust; Doch ist dir's auch, o Herr, bewußt, Ich kann's nicht selbst bekehren! 3. Mach' du's zu deinem reinen Haus, Das dir gefallen könne; Was dir zuwider, reiß' heraus, Daß dich und mich nichts trenne! Entsünd'ge mich mit deinem Blut, drll Gieb mir den Geist, dann werd' ich gut, Dann fang' ich an zu leben. 4. Herr, gieb, und kost' es immerhin Grund. 3. Wir können nicht vor dir bestehen, Ach, geh' mit uns nicht in's Gericht! Wir beugen uns're Knie' und flehen: Verwirf uns nicht, verwirf uns nicht! Nimm uns um Christi Willen an, Der auch für uns genug gethan. 4. Herr, wolle länger nicht verhüllen Dein Antlig, hör' auf unser Schrein, Um Christi, deines Sohnes willen, Laß leuchten deiner Gnade Schein! Es floß ja einst auch uns zu gut Vom Kreuz sein heilig Opferblut. 5. Vergieb, vergieb uns uns're Fehle, Ob uns das eig'ne Herz verdammt, Und gieß' in uns're bange Seele Den Frieden, der vom Himmel stammt, Und send' uns deinen heil'gen Geist, Der uns der Sünde Macht entreißt. Julius Sturm( geb. 1816). Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 275. Nimm hin mein Herz, Gott, nimm es an! Ich bring' es dir zur Gabe; Ich bring' es dir, so gut ich's kann, So schwach und arm ich's habe; Ich weiß doch, du verschmähst COME es nicht, So viel dem Opfer auch gebricht, Das ich dir willig weihe. 2. Nimm, o mein Heiland, nimm es hin, - Dem Willen tausend Schmerzen, Herr, gieb mir einen neuen Sinn, Ein Herz nach deinem Herzen, Ein Herz, das dich mit Freuden ehrt, Das kindlich deine Stimme hört Und deinen Namen fürchtet. hard 5. Gieb mir ein Herz, das dich forthin Mit Vorsatz nie betrübet: Das immer dich mit lauterm Sinn Aus allen Kräften liebet, Ein Herz, das mur für dich entbrennt Und keine falsche Liebe kennt, Ein Herz voll Kraft und Glauben. 6. Gieb mir ein Herz, das deine Zucht, Wenn es gefehlt, bald spüret; Das keine and're Straße sucht, Als die zum Himmel führet; Ein Herz, das auch in Noth und Bein Zu dir die Zuflucht nimmt allein, Und auch im Kreuz dich preiset; Buß- und Beichtlieder. 7. Ein Herz, das Freund' und| Vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schuld, der ich mir bin bewußt, Beängstet mein Gewissen; D'rum schlag' ich reuig an die Brust Und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht werth, Daß ich noch wandle auf der Erd'; Doch weil du russt, so bet' ich Mit bangem, ganz zerknirschtem Geist, Feinde liebt, Und nichts haßt als die Sünden; Ein Herz, das täglich mehr sich übt, Sich stets in dir zu finden; Ein Herz, das immer droben ist, Dort, wo du bist, Herr Jesu Christ, Zu deines Vaters Rechten. 8. Herr, giebst du mir ein solches Herz, Was will ich mehr verlangen? Dann bleib' ich fest in Freud' und Schmerz An deiner Liebe hangen; Dann bin ich dein, und du bist mein; Dann werd' ich einst dort oben sein. Der gleichwohl dich noch Bater heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, Den Gnadenthron der Sünder, Der für die Welt genug gethan, Und, daß wir würden Kinder, Getragen alle uns're Schuld! Ich senke mich in seine Huld, Die groß und wunderthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, Bis dir dein Herz vor Mitleid bricht: Majestät Weit über Alles steiget, Dem Erd' und Meer zu Dienste steht, mal Gott, sei mir Sünder gnädig! 5 Regiere doch mein Herz Vor dem die Welt sich neiget; und Sinn Der Himmel ist dein helles Kleid, In diesem ganzen Leben: Du bist voll Macht und Herrlich- Du bist mein Gott, und was ich bin Bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, Mein Glaube sei auch immerdar Durch wahre Liebe thätig; Und geht's nicht vorwärts, wie es soll, So ruf' ich doch vertrauensvoll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht Und selig dich umfangen! Ernst Woltersdorf( 1725-1761). 185 Mel. Ein Lämmlein geht und trägt. 276. König, deffen feit, Sehr groß und wunderthätig; Ich Armer aber kann allein Aufseufzen voller Herzenspein: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner that, Beschämet und von ferne; Ich suche deine Hilf' und Gnad', Mein Gott, du hilfft ja gerne; Doch weil ich voller Fehler bin Und, wo ich mich nur wende hin, Des Ruhmes vor dir ledig, So schlag' ich nieder mein Gesicht Allein in deiner Gnade; Mir geh' es böse oder gut, Gieb nur, daß mir nichts schade. 186 Und kommt das letzte Stündlein dann, Buß- und Beichtlieder. So mache auf der Todesbahn Mein Herz von Aengsten ledig, Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, So nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valentin Löscher( 1673-1749). Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 277. Bater der BarmD herzigkeit, Ich falle dir zu Fuße: Verstoß' den nicht, der zu dir schreit In wahrer Reu' und Buße; Was ich begangen wider dich, Verzeih' mir Alles gnädiglich Durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat Nimm von mir, was mich quälet, Durch deine Weisheit schaffe Rath, Wo es an Rath mir fehlet; 5. O heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, i Wenn mich der Sünden Luſt anficht: Daß ich mit dir all' meine Werk' Anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich erbarmen! O Gottes und Marien Sohn, Erbarm' dich mein und mein verschon': Hör' an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden theures Blut, Dein' Todespein und Sterben Mir kommen kräftiglich zu gut, Daß ich nicht müss' verderben; Bitt' du den Vater, daß er mir Im Zorn nicht lohne nach Gebühr, Wie ich es hab' verschuldet. Laß mich von dir nicht wanken; Verleih', daß nun und nimmermehr Begier nach Reichthum oder Ehr In meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich des bösen Feindes List Durch Christi Sieg mög' dämpfen; Auf daß mir Krankheit, Angst. und Noth Und dann der letzte Feind, der Tod, Nur sei die Thür' zum Leben. David Denicke( 1603-1680). Mel. Jesus, meine Zuversicht. Gieb Willen, Mittel, Kraft und 278. Schaffet eure Seligkeit Allezeit Furcht und Zittern! Mache uns, o Gott, bereit, Daß mit heiligem Erschüttern Dies Wort, als ein Donnerschlag, Uns're Herzen rühren mag. 2. Schaffet eure Seligkeit! Ach, das ist das Allerbeste. Dieses bleibt uns nach der Zeit; Sind wir hier doch fremde Gäste, Werden eilends weggerafft, Ob man noch so Vicles schafft! 3. Schaffet eure Seligkeit! O, es sind nicht leichte Werke, Und es ist ein harter Streit; Denn man brauchet Gottes Stärke, Eh' man Fleisch und Blut bezwingt Und zum rechten Leben dringt! Buß- und 4. Schaffet eure Seligkeit! Ach, da setzt es Furcht und Schrecken, Eh' der Geist sein: Abba! schreit. Ja, er muß uns stets erwecken Erst zu heil'ger Gottesscheu, Daß das Herz nicht sicher ſei. 5. Schaffet eure Seligkeit! Ist das auch von uns geschehen? Ach, es fehlet noch gar weit, Was für Mängel muß man sehen! O wie gottlos ist der Sinn, Und wie sicher geht man hin! 6. Schaffet cure Seligkeit! Hartes Herz, zerfließ' in Thränen Wegen deiner Sicherheit Und sei heute unter denen, Die ob ihrer schweren Sünd' Recht zerknirschten Geistes sind. Beichtlieder. 187 Verzweifle nicht in deiner Sünd'! Hier findest du Trost, Heil und Gnad', Die Gott dir zugesaget hat Und zwar mit einem theuern Eid: O selig, wem die Sünd' ist leid! 7. Schaffet eure Seligkeit! Ach, jetzt denk' ich an den Bürgen, Der mich von der Schuld befreit Und sich selber ließ erwürger Gott sei Lob, an diesem Heil Hat mein Glaube auch sein Theil. 8, Schaffet eure Seligkeit! Jesu, hilf mir selber ringen. Meine Trägheit ist mir leid, Laß mich bess're Früchte bringen, Daß ich meine Christenbahn Selig einst vollenden kann! Gottl. Adolph( 1685-1745). More Mel. Vater unser im Himmelreich. $ º 279. 5o wahr ich lebe, spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod; Mein Wunsch und Will' ist dies vielmehr, Daß er von Sünden sich bekehr', Von seiner Bosheit wende sich Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk', o Menschenkind, 3. Doch hüte dich vor Sicherheit! Denk' nicht: zur Buß' ist wohl noch Zeit, Ich will erst fröhlich sein auf Erd'; Wann ich des Lebens müde werd', Alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist's, Gott ist zwar stets bereit Dem Sünder mit Barmherzigfeit; Doch wer auf Gnade sündigt hin, Fährt fort in seinem bösen Sinn Und seiner Seele selbst nicht schont, Dem wird mit Ungnad' einst gelohnt. 5. Gnad' hat dir zugesaget Gott Durch Jesu Christi Blut und idang tingin Tod: Doch nicht verbürget hat er dir, Ob du bis morgen lebest hier. Daß du mußt sterben, ist dir kund, Verborgen ist des Todes Stund'. hre 6. Heut lebst du, heut dich! 200 Eh' morgen kommt, kann's ändern sich, Wer heut ist frisch, gesund und roth, Ist morgen krant, vielleicht schon todt: Stirbst du dahin nun ohne Buß', Dein Leib und Seel verderben muß. 188 7. Hilf, o Herr Jeju, hilf du mir, Daß ich noch heute komm' zu dir Und Buße thue unverweilt, Eh' schneller Tod mich übereilt, Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann( 1585-1647). Buß- und Beichtlieder. Eigene Melodie. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 280. Wenn wir in höch- 281. Wir liegen hier zu sten Nöthen sein Und wissen nicht, wo aus, noch ein, Und finden weder Hilf, noch Rath, Ob wir gleich sorgen früh und ſpät: 2. So ist dies unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Anrufen dich, o treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Noth; 3. Und heben unser Aug' und Herz Zu dir in wahrer Reu' und Schmerz Und bitten um Begnadigung Und aller Strafen Linderung. 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich Durch unsern Heiland Jesum Christ, 7. Auf daß von Herzen können wir Nachmals mit Freuden danken. Gehorsam sein nach deinem Wort, dir, Dich all'zeit preisen hier und dort. Paul Eber( 1511-1569). Der unser Heil und Fürsprech ist. 5. D'rum kommen wir, o Herre Gott, Und klagen dir all' uns're Noth, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh' nicht an uns're Sünde groß, Sprich uns von ihr in Gnaden los; Steh' uns in unserm Elend bei, Mach' uns von allen Plagen frei. Ach Herr von großer Güt' und Treu', Und fühlen schmerzlich im GeWie wohlverdient die Strafe fei. wissen, Ach, uns'rer Sünden Maaß ist voll; Weh' uns, wenn Recht ergehen soll. 2. Du bist gerecht, und wir sind Sünder: Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerathnen Kinder, Die des Verderbens Wege gehn. Kein Wunder, wenn dein Racheschwert Uns längst schon hätte aufgezehrt. 3. Doch, Vater, denk' an deinen Namen, Gedenk' an deinen lieben Sohn. Dein Wort ist immer Ja und Dein Eidschwur zeuget' selbst daAmen; von: Du willst den Tod des Sünders Ach, geh' nicht mit mir in's Genicht. richt! 4. Wir liegen, Herr, vor dir Zerknirscht das Herz in Leid und im Staube, Reu'; Uns tröstet ganz allein der Glaube, Daß dein Erbarmen täglich neu. Buß- und Beichtlieder. 189 Du hast ja noch ein Vaterherz,| In dieses Loblied stimmen ein: So siehe doch auf unsern Schmerz. 5. Der Mittler steht ja in der Mitte, Der Herr soll mein Gott ewig ſein. Benj. Schmold( 1672-1737). Wir schau'n zu seinen Wunden auf; Mel. Auf meinen lieben Gott. 0 Er hat für uns're Schuld gelitten 282. Wo foll ich flichen die Zahlung Entzögst du uns der Gnade Minu Gim Schein, So müßt' sein Blut verloren ſein. hin, Da ich beschweret bin Mit vielen, großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt auch käme, Mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad', Auf dein Gebot und Rath Kommt mein betrübt Gemüthe Zu deiner großen Güte; Laß du auf mein Gewissen Ein Gnadentröpflein fließen. 3. Jdh, dein betrübtes Kind, Werf' alle meine Sünd', Die mir am Herzen naget Und mich mit Schrecken plaget, Nicht über uns're Häupter gehn, Auf dich, in dessen Wunden Daß wir nicht in dem Sünden- Ich stets das Heil gefunden. schlafe Von deiner Huld verlassen stehn. Ach, sammle uns in deinen Schooß 6. Das theure Blut von deinem Sohne Ruft für uns um Barmherzigfeit. Schau' her von deinem Gnadenthrone Und denke noch der alten Zeit, Da du auch Gnade hast erzeigt, Dein Herz dem Sünder zugeneigt. 7. Ach, laß die wohlverdiente Strafe Und mach' uns aller Plagen los. 8. Gieb Fried' im Land und im Gewissen, Gieb heilsam Wetter, gute Zeit; Laß Lieb' und Treue stets sich küssen Und förd're die Gerechtigkeit. Krön' unser Feld mit deinem Gut, Nimm Kirch' und Haus in deine Hut. 9. So wollen wir dir Opfer bringen, Die Deinen sein mit Leib und Seel'. Es soll dein Lob zum Himmel dringen, Und dein erlöstes Isracl 4. Durch dein unschuldig Blut, Die theure Gnadenfluth, Tilg' alle meine Sünde, Die Wunden mir verbinde Und ihr'r nicht mehr gedenke, In's Meer sie tief versenke. 5. Du bist es, der mich tröst't, Weil du mich selbst erlöst. Was ich gesündigt habe, Das liegt in deinem Grabe, Da hast du es bedecket, Daß es mich nicht mehr schrecket. 6. Jst meine Sünde groß, Werd' ich doch ihrer los, Wenn ich dein Kreuz umfasse Und mich auf dich verlasse; Wer sich zu dir nur findet, All' Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel, Doch was ich haben will, 190 Ist Alles mir zu gute Erlangt in deinem Blute, Damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll' und Sünde. 8. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Nun kann ich nicht verderben, Dein Reich muß ich ererben; Denn du haft mir's erworben, Da du für mich gestorben. 9. Führ' auch mein Herz und Sinn Buß- und Beichtlieder. Durch deinen Geist dahin, Daß ich mög' Alles meiden, Was mich und dich kann scheiden, Daß ich an deinem Leibe Ein Glied auf ewig bleibe. Joh. Heermann( 1585-1647). Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. u 283. 3 dir, Herr Jesu, komme ich, Nachdem du mich so gnädiglich Zu dir hast heißen kommen. Mich drücket meiner Sünden Last, Sie läst mir keine Ruh' und Rast; Wird fie mir nicht benommen, So muß darunter ich vergehn, Ich kann vor Gott ja nicht bestehn, Vor dem die Himmel selbst nicht rein: Ich müßt' ein Kind des Todes ſein. Herr Jesu Chriſt, Mein Trost und Licht, Mein Trost und Licht, Erquicke mich und laß mich nicht! 2. Der Sünden Joch ist mir zu schwer. Es drückt mein Herze allzusehr: Du, Herr, wollst es zerbrechen! Gedenke, daß du diese Last Darum für mich getragen hast, Damit nicht möchte rächen Der Vater, was ich hab' verschuld't; Vielmehr, daß seine Gnad' und Huld Mir Armen wieder werd' zu Theil, Mach' mich durch deine Wunden heil, Herr Jesu Christ, Und für mich bitt', Und für mich bitt', Wenn Satan wider mich auftritt. 3. Zu dir steht meine Zuversicht, Ich weiß von einem Helfer nicht Ohn' dich, du Arzt der Sünder! All' and're Helfer sind zu schlecht, Du bist allein vor Gott gerecht, Des Todes Ueberwinder, Die Freistatt und der sich're Ort, Das feste Schloß, der Schild und Hort, Der Mittler und der GnadenDes Vaters Herz und liebster thron, Sohn. Herr Jesu Christ, in iz 103 Das glaube ich, Das glaube ich: Ach stärk' in solchem Glauben mich. 4. Hinfort will ich mun jederzeit Auf mich zu nehmen sein bereit Dein Joch, die sanfte Bürde. Darunter find' ich Fried' und Ruh', Ich wachs' und nehm' im Guten zu, Und ob ich dabei würde Aus Schwachheit, die dir ist bekannt, Ermüden, wird doch deine Hand mir immer wieder helfen auf, Um zu vollenden meinen Lauf. Herr Jesu Christ, Durch dich allein, Durch dich allein Kann hier und dort ich selig sein. Joh. Freilinghausen( 1670-1739), Glaubens- und Rechtfertigungslieder. b. Glaube und Rechtfertigung. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns oder: Nun laßt uns den Leib begraben. 284. Christi Blut und Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid: Damit will ich vor Gott bestehn, Wenn ich zum Himmel werd' eingehn. 2. Und wenn ich durch des Herrn Verdienst Noch so treu würd' in seinem Dienst, Gewönn' den Sieg dem Bösen ab Und fündigte nicht bis in's Grab: 3. So will ich, wenn ich zu ihm komm', Nicht denken mehr an gut und fromm, nur dies: da kommt ein Sünder her, Der gern für's Lös'geld selig wär'. 4. Ja, sei gelobt, Herr Jesu Christ, Daß du als Mensch geboren bist, Und hast für mich und alle Welt Bezahlt ein ewig Lösegeld. Nicolaus Graf von Zinzendort ( 1700-1760). Mel. Mach's mit mir Gott nach deiner. 285. Das ist ein theuer werthes Wort, Ein Wort sehr lieb zu hören: Daß Jesus ist der Sünder Hort Und will die Armen lehren. Das ist ein theuer werthes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Mein Jesus nimmt die Kranken an, Er heilet allen Schaden; 191 Er ist ein Gast bei Jedermann, Der ihn zu sich geladen Das ist ein theuer werthes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt, Er suchet, was verloren; Er holt zurück, was sich verirrt, Er ist zum heil erkoren. Das ist ein theuer werthes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, Du hast die Schuld getragen, Du Osterlamm, du Gnadenthron, Du Freistatt, wenn wir zagen. Das ist ein theuer werthes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 5. Ach, gieb mir, daß ich dieſe Gnad' Und meine Sünd' erkenne, Daß ich, mein Hirte, früh und spät Nach dir vor Liebe brenne Und denk' an dieses werthe Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. Heinr. Neuß( 1654-1716). Mel. Christus, der ist mein Leben. 286. Die Gnade sei mit Allen, Die Gnade unsers Herrn, Des Herrn, dem wir hier wallen, Deß Nah'n wir sehen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade Gelingt uns ja kein Tritt, Es geh' denn seine Gnade Bis an das Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, Man traut ihr ohne Reu'; Und wenn uns je will grauen, So bleibt's: der Herr ist treu! 4. Die Gnade, die den Alten Ihr Weh' half überstehn, Wird uns ja auch erhalten, Die wir auch darum flehn. Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 192 5. Wird stets der Jammer größer, So glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, O, komm', o komme doch!" 6. Damit wir nicht erliegen, Muß Gnade mit uns sein; Sie flößet zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 7. So scheint uns das kein Schade, Was man für Gott entbehrt; Der Herr hat eine Gnade, Die über Alles währt. 8. Bald ist es überwunden Nun durch des Sohnes Blut, Das in den schwersten Stunden Die größten Thaten thut. 9. Herr! laß es dir gefallen, Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit Allen, Die Gnade sei mit mir!" Philipp Hiller( 1699-1769). mm Mel. Nun fich der Tag geendet hat. 287. Die ie Gnade wird doch ewig sein, Die Wahrheit doch gewiß, Bräch auch des Himmels Feste ein Und sänt in Finsterniß! 2. Gott ist kein Mensch, den etwas reut Und sein Wort bricht er nie; Die Gnade währt nicht kurze Zeit, Nein, ewig währet sie. 3. Hat er uns Gnade zugesagt, So bleibt er fest dabei; Und wenn uns Furcht und Zweifel plagt, So bleibt er doch getreut. 4. So glaubt es denn mein Herz getrost Auf diese Gnade hin, Daß Gott mich ewig nicht verstößt, Weil ich in Jesu bin. 5. In Jesu liegt der Gnade Grund, Da nimmt der Glaube Theil; Mein Heiland, an dem Kreuz verwund't, Macht meine Seele heil. 6. Gnade! daß mein Glaube dich Recht herzhaft fassen könnt', So lang', bis meine Seele sich Von meinem Leibe trennt. 7. Herr! deine Gnade mache mich In mir recht arm und klein; Denn nur in dir allein kann ich Erst groß und herrlich sein. 8. Herr! lasse nichts von mir geschehn, Die Gnade sei denn mit; Laß deine Gnade mit mir gehn, Bis zu dem letzten Schritt. 9. Kommt dann dein großer Tag herbei, So laß im Auferstehn, Daß deine Gnade ewig sei, mich auch im Himmel sehn! Philipp Hiller( 1699-1769). Mel. Nun ruhen alle Wälder. 288. Die Sünden sind verDas ist ein Wort zum Leben Für den gequälten Geist; Sie sind's in Jesu Namen, In dem ist Ja und Amen, Was Gott uns Sündern je verheißt. 2. Das ist auch mir geschrieben, Auch mich umfaßt sein Lieben, Weil Gott die Welt geliebt; Auch ich kann für die Sünden Bei Gott noch Gnade finden; Jch glaube, daß er mir vergiebt. 3. Mein liebstes Gut auf Erden Soll die Vergebung werden: Glaubens- und Rechtfertigungslieder. So wird mein Tod nicht schwer. O, in den Sünden sterben, Ist ewiges Verderben! Davor bewahr' uns, lieber Herr. 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, Der Angst sich zu entladen, Auf Gottes Wort zu ruhn, Die Seele zu erretten, Bu glauben und zu beten Und das in Jesu Namen thun. 5. Gott, gieb, daß meiner Seele Der Trost doch niemals fehle, Daß du die Schuld vergiebst. Wenn ich mich betend beuge, So sei dein Geist mir Zeuge, Daß du dein Kind in Christo liebst. 6. Wenn ich von hinnen scheide, So mach' mir das zur Freude, Daß ich begnadigt bin. Im Glauben an Vergebung, In Hoffnung der Belebung Fahr' ich alsdann im Frieden hin. Philipp Hiller( 1699-1769). 193 3. Glaube hilft durch Alles siegen, Und du zweifelst? Zweifle nicht! Du sollst beten zum Erbarmer, Und du kannst, du kannst es nicht? Kindlich sollst du hier vertrauen, Dort wirst du den Ausgang schauen. Jesu Ausgang ward erst klar, Als er auferstanden war. 2. Glaube giebt der Andacht Flügel, Glaube hebt zu Gott empor; Glaube bricht des Grabes Riegel, Selbst der Ewigkeiten Thor; Glaube geht durch Flamm' und Macht die schwerste Tugend leicht; Alles muß zu Füßen liegen, Selbst gewohnte Sünde weicht; Ob du auch im Kampf erlagest, Schon an Glaubenskraft verzagest, Kämpfe stärker, kämpfe mehr: Deine Hilfe ist der Herr. 4. Wär'st du selbst des Harrens müde, Weil die Zweifelsucht sich mehrt, Nah' ist Gott und Gottes Friede, Nahe der, der Alles hört. Aus Gehorsam mußt du hoffen, Erd' und Himmel steht dir offen. Glaube fest: der Alles schafft, Giebt dir auch zum Glauben Kraft. 5. Hast du nicht des Wunderbaren Wunderausgang oft gesehn? Sah'st du nicht den Unsichtbaren Groß durch Thaten bei dir stehn? Mußt du denn ihn immer sehen? Mel. Alle Menschen müssen sterben. 289. Du sollst glauben, o Bald des Ew'gen Rath verſtehen, Bald dich seiner Hilfe freun, Würde dies dein Bestes sein? 6. Glaube dann noch, wann zu glauben Fast kein Hoffnungsstrahl mehr bleibt; Laß dir Nichts sein Machtwort rauben: Selig, selig ist, wer glaubt! Ach, die Ersten dort am Throne Glaubten ohne Schau'n die Krone, Rangen, starben, wankten nie, Und empfingen!- Sei, wie sie! Reichard Reiber( 1744-1817). Eigene Melodie. Ließ die Zeugen Jeſu bluten; 290. Es ist das Heil uns kommen her Doch sie überwanden weit, Sicher ihrer Seligkeit. Von Gnad' und lauter Güte. Die Werke helfen nimmermehr; 13 Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 194 Sie mögen nicht behüten. Der Glaub' sicht Jesum Christum an, Der hat genug für uns gethan, Er ist der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Geseß gebot, Das konnte Niemand halten, Darob erhob sich große Noth Vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt' nicht heraus der Geist, D'rauf das Gesetz dringt allermeiſt, Es war mit uns verloren. 3. Es war der falsche Wahn dabei, Daß das Geset gegeben, Als ob wir könnten selber frei Nach seinem Willen leben; Doch ist es nur ein Spiegel zart, Der uns anzeigt die sünd'ge Art, In unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war es, diese Art Aus eig'ner Kraft zu lassen, Wiewohl es oft versuchet ward; Die Sünd' mehrt sich ohn' Maaßen; Denn sie nahm Ursach' am Gebot, Das drohte mir den ew'gen Tod, Weil ich den Sünden diente. 5. Doch mußt's Geset erfüllet sein, Sonst waren wir verloren; D'rum schickt Gott seinen Sohn herein, Der ward als Mensch geboren. Das ganz' Geseß er hat erfüllt, Dadurch des Vaters Zorn gestillt, Der über uns ging alle. 6, Und weil es nun crfüllet ist Durch den, der's konnte halten, So lerne jetzt ein frommer Christ Des Glaubens Art und Walten. So sprich denn: Lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben ſein, Du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag', Dein Wort kann nimmer lügen. Du sprichst ja, daß kein Mensch verzag' Und wirst fürwahr nicht trügen: Wer an mich glaubt und wird getauft, Dem ist der Himmel schon erkauft, Daß er nicht wird verloren. 8. Gerecht vor Gott sind die allein, Die dieses Glaubens leben; Doch wird des Glaubens heller Schein Durch Werke kund gegeben; Der Glaub' ist wohl mit Gott daran Und aus der nächstenlieb' sieht man, Daß du aus Gott geboren. 9. Die Sünde, durch's Gesetz erkannt, Schlägt das Gewissen nieder, Das Evangelium kommt zur Hand Und stärkt den Sünder wieder; Es spricht: komm' nur zum Kreuz herzu, Du findest doch nicht Rast und Ruh' In des Gesches Werken. 10. Die Werke kommen sicher her Aus einem rechten Glauben; Denn das kein rechter Glaube wär', Dem man die Werk' wollt rauben; Doch macht gerecht der Glaub' allein. Die Werke sollen Früchte sein, D'ran wir den Glauben merken. Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 195 11. Die Hof ung harrt der| Da sieht mein Geist mit Freuden rechten Zeit. hin, Was Gottes Wort zusaget, Das wird geschehen uns zur Freud', Wenn Gott es auch vertaget. Er weiß wohl, wann's am Besten iſt Und braucht an uns kein' arge List, Deß sollen wir ihm trauen. 12. Und schien es auch, als wollt' er nicht, So laß dich das nicht schrecken; Es wacht ob dir sein Angesicht, Kannst du's auch nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein. Und spräch' dein Fleisch gleich lauter ,, nein", So laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr' mit hohem Preis, Um dieser Wohlthat willen, Gott Vater, Sohn und heil'gem 201 Geist. Der woll' mit Gnad' erfüllen, Was er in uns begonnen hat Zu Ehren seiner Macht und Gnad', Daß heilig werd' sein Name. 14. Sein Reich uns komm', sein G'scheh', wie im Himmelsthrone. Das täglich' Brod ja heut uns werd'. Da werd' ich armer Kranker heil, Da sind' ich auch das beste Theil. 2. Es ist noch Raum in deinem Herzen Für mein geängstet, traurig Herz: O lind're doch die Seelenschmerzen Und zieh' mich, zieh' mich himmelwärts; In deine Obhut nimm mich ein Und laß mich ewig sicher sein. 3. Es ist noch Raum in deinen Armen: Du streckest sie ja täglich aus Und trägst uns liebreich mit Erbarmen Gott uns're Schuld verschone, Wie wir thun unsern Schuldigern, Laß sein von uns Versuchungfern; Lös' uns vom Uebel. Amen. Paul Speratus( 1484-1554). Darauf in deines Vaters Haus: Ich fall' in diese treue Hand; Sie trägt gewiß in's Vaterland. 4. Es ist noch Raum in deinem Himmel: Mel. Es ist genug. Will auf Erd' 292. Es ist noch Raum! Ich möchte gerne selig sein, Ich eil' aus diesem Weltgetümmel Und geh' mit Freuden da hinein, In das verheiß'ne Kanaan; Da treff' ich meinen Heiland an.. Joh. Schlipalius( geft. 1764). ist noch nicht voll; Mein Tisch ist noch zu leer: Der Raum ist da, Daß Jeder sizen soll, bringt die Gäste her! Geht, nöthigt sie von allen Straßen, Ich habe viel bereiten lassen. :,: Es ist noch Raum.:,: 2. Es ist noch Raum. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt 2c. 291. Es ist noch Raum in Wie öffnet sich, mein Gott, Jesu Wunden Für mich, der ich verwundet bin: Da hab' ich meine Ruh' gefunden, Dein Herz in Liebesgluth! Du sähest's gern Dir ist's fürwahr kein Spott 13* 1 Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 196 Wir Alle hätten's gut. So grenzenlos ist dein Verlangen, dibut So weit des Himmels Wolken hangen. :: Es ist noch Raum.:,: 3. Es ist noch Raum. Das ist die nicht genug, Daß Viele selig sind. Du zögest gern Durch deinen Gnadenzug Ein jedes Menschenkind.d Du rufst so traut mit lautem Schalle: Mein Herz umfaßt euch Sünder alle. :,: Es ist noch Raum.:,: dll 4. Es ist noch Raum Vor deinem Gnadenthron, Wenn man sich betend beugt. Der ist dir lieb In Christo, deinem Sohn, Der keine Noth verschweigt. Wohl dem, der nicht zu wenig bittet, Du hegest lieber Welt und Sünden. Du willst ja noch nicht ernstlich bitten. :,: Da ist kein Raum.:,: 6. Es ist noch Raum. O Schande, wenn du satt, Nicht leer und hungrig bist. Die reiche Hand, Die tausend Gaben hat, Die unerschöpflich ist, Kann doch ihr Gut auf dich nicht schütten. :,: Da ist kein Raum.:,: 7. E3 ist noch Raum. Ach bleib' nicht draußen stehn, Gesegneter des Herrn! So oft du kommſt, In mein Herz einzugehn, Will ich dich sehen gern. O laß mein Herz in Liebe brennen, So wird's, geöffnet, sagen können: Sein Herz dir gang im Flehn ng ausschüttet. :,: Es ist noch Raum.:,: 5. Es ist noch Raum. O Sünder, schäme dich! Es ist tein Raum bei dir. Dein Herz ist zu, Dein Šinn verriegelt sich; Der Freund steht vor der Thür.:,: Gott kann in dir nicht Ruhstatt finden, :,: Es ist noch Raum.:,: 8. Es ist noch Raum, Wenn hier kein Raum mehr ist, Der Tod von hier uns treibt. Gottlob, es glaubt, Es weiß ein wahrer Christ, Wo er auf ewig bleibt. Mag Herberg' ihm die Welt versagen, Genug, wenn Jesu Lippen sagen: :,: Es ist noch Raum.:,: 9. Es ist noch Raum, Ein Haus, das göttlich groß, Das viele Wohnung hat. Da ruht man aus, Geschützt in Abrams Schooß, Da wird, wer hungert, satt. Die Schaar, die Jejum angenommen, Die wird dann endlich zu ihm Da ist noch Raum.:,: Eruft Woltersdorf( 1725-1761). Mel. Nun laßt uns ben Leib begraben. 293. Herr Jesu Christ, dein theures Blut Ist meiner Seele höchstes Gut. Das stärkt, das labt, das macht allein Mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 197 Dein' Unschuld und Gerechtigkeit| Die weder Angst noch Grauen Macht, daß ich kann vor Gott bestehn Mir ewig rauben soll, Und zu der Himmelsfreud' eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn! 4. Daß weder Tod noch Leben Und keiner Engel Macht, Wie hoch sie möchten schweben, Rein Fürstenthum, tein' Pracht, Nichts dessen, was zugegen, Nichts, was die Zukunft trägt, Nichts, was da hochgelegen, Nichts, was die Tiefe hegt, 5. Noch sonst, was je erschaffen, Von Gottes Liebe mich Soll scheiden oder raffen; Denn diese gründet sich Wenn mich schreckt Teufel, Höll'Auf Christi Tod und Sterben, Mein Trost, mein Heil und Gnadenthron! Dein theures Blut, dein Lebensjaft t Giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu! in der letzten Noth, und Tod, So laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein! Joh. Olearius( 1611-1684). Mel. O baß ich tausend Zungen hätte. habe den 295. Grund gefunden, Mel. Valet will ich dir geben. ch 294. Jh bin bei Gott in Der meinen Anter ewig hält; Wo anders, als in Jesu Wunden? Durch Christi Blut und Tod: Was kann mir nun noch schaden? Was acht' ich alle Noth? Ist er auf meiner Seiten, Gleichwie er wahrlich ist, Laß immer mich bestreiten Auch alle Höllenlist. 2. Was wird mich können scheiden Ihn fleh' ich gläubig an, Der mich, sein Kind und Erben, Nicht lassen will, noch kann. Simon Dach( 1605-1659). Von Gottes Lieb' und Treu'? Verfolgung, Armuth, Leiden Und Trübsal mancherlei? Mag Schwert und Blöße walten, Mag man in tausend Bein Mich für verloren halten: Der Sieg bleibt dennoch mein. 3. Ich kann um dessen willen, Der mich geliebet hat, Wohl meinen Unmuth stillen Und fassen Trost und Rath; Denn das ist mein Vertrauen, Der Hoffnung bin ich voll, Da lag er vor der Zeit der Welt, Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd' und Himmel unter= geht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt; Es sind die offnen Liebesarme Deß, der sich zu dem Sünder neigt, Dem allemal das Herze bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein: Deswegen kam der Sohn auf Erden Und nahm hernach den Himmel ein; Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 198 Deswegen klopst er für und für So stark an uns're Herzensthür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden In Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, Da findet kein Verdammen statt, Weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig ſenken, Dem will ich mich getrost vertraut’n. Und wenn mich meine Sünden fränken, Nur bald nach Gottes Herzen schau'n: Da findet sich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles And're weggerissen, Was Leib und Seel' erquicken kann, Darf ich von keinem Troste wissen Und nimmt sich Niemand meiner an, Ist die Errettung noch so weit, Mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, Ja, häuft sich Kummer und Verdruß, Daß ich mich noch in vielen Stücken Mit eitlen Dingen mühen muß, Werd' ich dadurch oft sehr zerstreut, Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, Darinnen ich gewandelt bin, Viel Unvollkommenheit bemerken, So fällt wohl alles Rühmen hin, Doch ist auch dieser Trost bereit: Mein Herr ist voll Barmherzigkeit.| 9. Es gehe mir nach dessen Willen, Bei dem so viel Erbarmen ist; Er wolle selbst mein Herze stillen, Damit es das mur nicht vergißt, So stehet es in Lieb' und Leid' In, durch und auf Barmherzigteit. o 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die Erde trägt; Das will ich denken, thun und treiben, a So lange sich ein Glied bewegt. So sing' ich einstens hoch erfreut: Abgrund der Barmherzigkeit. Joh. Andr. Rothe( 1688-1758). A Mel. Valet will ich dir geben. 296. Jch weiß, an wen ich glaube, Ich weiß, was fest beſteht, Wenn Alles hier im Staube Wie Rauch und Staub verweht; Ich weiß, was ewig bleibet, Wo Alles wankt und fällt, Wo Wahn die Weisen treibet Und Trug die Klugen hält. 2. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels, auf dem ich stehe, Der diamanten ist; Der nimmermehr fann wanken, Der Heiland und der Hort, Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort. id 3. Er, den man blutbedecket Am Abend einst begrub, Er, der von Gott erwecket Sich aus dem Staub' erhub; Der meine Schuld versöhnet, Der seinen Geist mir schenkt, Der mich mit Gnade krönct Und ewig mein gedenkt. 4. D'rum weiß ich, was ich glaube, Glaubens- und Rechtfertigungslieder. Ich weiß, was fest besteht, Und in dem Erdenstaube Nicht mit zu Staub verweht: Es bleibet mir im Grauen Des Todes ungeraubt, Es schmückt aus Himmelsauen Mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Moritz Arndt( 1769-1860). Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben Im Glauben und in Christi Kraft; Der alte Mensch muß täglich sterben, 297. Ich weiß von keinem Der mir noch immer Unruh schafft; Die aber macht mich arm und klein Und lehrt mich stets nach Hilfe. schrei'n. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen Als den der Glaub' in Christo hat; Ich weiß von keinem andern Bunde, 199 Wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, Sonst dringt ein sich'res Wesen ein. Von keinem andern Weg und Rath, Als daß man elend, arm und bloß Sich legt in seines Vaters Schooß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen Und seh' in Allem ihn nur an, Nach seinem Wink einherzugehen, Daß nichts mein Ziel verrücken kann; Ich seusze stets: Herr, steh' mir bei, Daß ich ein rechter Jünger sei. 7. O Jesu, laß mich in dir bleiben, Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, Uud eil' ihm immer besser zu; Ich bin auch von ihm aufgenommen Und finde bei ihm wahre Ruh'; Er ist mein Kleinod und meino Theil, Und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Jch bleib' in Christo nun erfunden Und bin in ihm gerecht und rein; Bleib' ich mit ihm nur stets verbunden, Daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, So reißet nichts den Grund mir ein. Karl v. Bogatzky( 1690-1774) So kann ich immer sicher sein. Mel. Jesus meine Zuversicht. Gott sieht auch mich in Christo 298. Jesus nimmt die an! an, Wer ist, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde, Doch schaden kann sie mir nicht mehr, Weil ich in Chrifto mich befinde; Saget doch dies Trostwort Allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth; Glaubens- und Rechtfertigungslieder. 200 Doch er hat in seinem Worte Eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte Ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, Daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet Alle, kommet her, Kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er Macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubet's doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden: Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muth's. Ob die Sünden blutroth wären, Müssen sie, kraft deines Blut's, Dennoch sich in Schneeweiß kehren, Da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen zaget nicht. Wer will mich bei Gott verklagen? Der mich frei und ledig spricht, Hat für mich die Schuld getragen, Daß mich nichts verdammen fann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 299. Fiebster Jesu, in den an. Mich auch hat er angenommen Und den Himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Tagen Deiner Niedrigkeit allhier Hörte man zum Volk dich sagen: Es geht eine Kraft von mir. Laß auch deine Kraft ausfließen Und sich deinen Geist ergießen, Da du in der Herrlichkeit Nun regierest weit und breit. 2. Denn dir ist in deine Hände Nun gegeben alle Macht; Bis an aller Welten Ende Wird dein Name hochgeacht't; Alles muß sich vor dir neigen, Und was hoch ist, muß sich beugen, Selbst der letzte Feind auch muß Endlich unter deinen Fuß. 3. Darum fannst du Allen rathen; Deine Kraft ist nie zu klein: Es bezeugen's deine Thaten, Die uns aufgeschrieben sein. Ja, du bist deswegen kommen, Weil du dir hast vorgenommen Aller Menschen Heil zu sein Und zu retten Groß' und Klein'. 4. Hier, mein Arzt, steh' auch ich Armer, Krant am Geiste, blind und bloß: Rette mich, o mein Erbarmer, Mache mich von Sünden los Und von allen Feindestücken, Die mein armes Herz bestricken. Ach, laß deinen treuen Mund Zu mir sprechen: sei geſund! 5. Siehe, meine Seele rühret Deinen Saum im Glauben an, Wartet, bis sie endlich spüret, Was du hast an ihr gethan. An dein Wort will ich mich halten Erdm. Neumeister( 1671-1756). Und indeß dich lassen walten; Glaubens- und Rechtfertigungslieder. Da dein Wort mir Heil verspricht, Kannst du dich verleugnen nicht. 6. Amen! Du wirst mich erhören, Daß ich durch dich werde rein, Und zu mir dein Antlig kehren, Daß ich könne fröhlich sein. So will ich aus Herzensgrunde Deine Güte mit dem Munde Rühmen hier in dieſer Zeit Bis zur frohen Ewigkeit. Verfasser unbekannt. Eigene Melodie. 300. Mein Jesu, dem die Seraphinen Im Glanz der höchsten Majestät Selbst mit bedecktem Antlig dienen, Wenn dein Befehl an sie ergeht, Wie sollten blöde Menschenaugen, Die der verhaßten Sünden Nacht Mit ihrem Schatten trüb' gemacht, Dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken 201 Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; Wie könntest du ungnädig sein Dem, den dein Blut von Schuld loc und Bein Erlös't, da es so reich geflossen. 4. Ich fall' in deine Gnadenhände Den Eingang in dein Heiligthum Und laß mich deine Gnad' erquicken in 3u meinem Heil und deinem Ruhm. Und flehe glaubensvoll zu dir: Gerechter König, wende, wende Dich mit Erbarmung her zu mir. Bin ich gerecht durch deine Wunden, So ist nichts Sträfliches an mir; Bin aber ich versöhnt mit dir, So bleib' ich auch mit dir verbunden. Reich deine Gnade meiner Seele, Die reuerfüllt vor dir sich beugt Und glaubensvoll zu dir sich neigt, Sprich ,, ja du bist's, die ich erwähle." 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte Dem Herzen, das nach Gnade lechzt; Hör', wie das sehnende Gemüthe: Gott sei mir Sünder gnädig" ächzt, " 1 5. Ach, laß mich deine Weisheit leiten Und nimm ihr Licht nicht von mir weg; Stell' deine Gnade mir zur Seiten, Daß ich auf deiner Wahrheit Steg Beständig bis an's Ende wandle; Damit ich auch zu jeder Zeit In Lieb' und Herzensfreudigkeit Nach deinem Wort und Willen handle. 6. Reich' mir die Waffen aus der Höhe Und stärke mich durch deine Macht, Daß ich im Glauben sieg' und stehe, Wenn Stärk' und List der Feinde wacht: So wird dein Gnadenreich auf Erden, Das uns zu deiner Ehre führt Und endlich gar mit Kronen ziert, Auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen: Erwähl' es, Herr, zu deinem Thron; Hast du aus Lieb' chmals verlaffen 202 Des Himmels Pracht und deine Kron', Glaubens- und Rechtfertigungslieder. So wird'ge auch mein Herz, otputo Leben, Und laß es deinen Himmel sein, Bis du, wenn dieser Bau fällt ein, Mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig' hinauf zu dir im Glauben, Steig' du in Lieb' herab zu mir; Laß mir nichts diese Freude rauben, Erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, So lang' in mir das Herz sich regt, Und wenn dasselbe nicht mehr schlägt, So soll doch noch die Liebe währen. Wolfg. Deßler( 1660-1722). Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. ir ist Erbarmung 301. Mwiberfahren, Erbarmung, deren ich nicht werth, Das zähl' ich zu dem Wunderbaren, Mein stolzes Herz hat's nicht begehrt: Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet Und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit ihm selbst verfühnet, Macht durch des Sohnes Blut mich rein: Wo kam dies her? warum geschicht's? Erbarmung ist's und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, Das rühm' ich, wenn ein Mensch mich fragt; Ich kann es nur Erbarmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt; Ich beuge mich und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, Dies soll mein einzig Rühmen ſein, Auf dies Erbarmen will ich glauben, Auf dieses bet' ich auch allein, Auf dieses duld' ich in der Noth, Auf dieses hoff' ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, Nimm dein Erbarmen nicht von mir Und führe durch den Tod mich Armen Durch meines Heilands Tod zu dir: Da bin ich ewig recht erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. Philipp Hiller( 1699-1769). Eigene Melodie. 302. 11un freut euch, lieben Und laßt uns fröhlich springen, Christeng'mein, Daß wir getrost und All' in Ein' Mit Lust und Liebe singen, Was Gott an uns gewendet hat Und seine süße Wunderthat; Gar theu'r hat er's erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Im Tod war ich verloren, Mein Sünd' mich quälte Nacht und Tag, Darin ich war geboren; Ich fiel auch immer tiefer d'rein, Glaubens- und Rechtfertigungslieder. Es war kein Gut's am Leben| Da will ich für dich ringen. Denn ich bin dein, und du bist mein, Und wo ich bleib', da sollst du ſein; Uns soll der Feind nicht scheiden." 8. ,, Vergießen wird er mir mein Blut, mein, Die Sünd' hatt' mich besessen. 3. Mein' guten Werk' die galten nicht, Es war mit ihn'n verdorben, Der freie Will' haßt Gott's Gericht, Er ist zum Gut'n erstorben; Die Angst mich zu verzweifeln trieb, Daß Nichts denn Sterben bei mir blieb, Zur Hölle mußt' ich sinfen. 4. Da jammert Gott in Ewigfeit Mein Elend über Maaßen, Er dacht' an sein' Barmherzigkeit, Er wollt' mir helfen lassen; Er wandt' zu mir sein Vaterherz, Es war bei ihm fürwahr kein Scherz, Er ließ's sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Es ist Zeit zu erbarmen; Fahr' hin, mein's Herzens werthe Kron', Und sei das Heil dem Armen, Und hilf ihm aus der Sündennoth, Erwürg' für ihn den bittern Tod, Und laß ihn mit dir leben! 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward: Er kam zu mir auf Erden, zart, Von einer Jungfrau rein und Er sollt' mein Bruder werden; Gar heimlich führt' er sein' Gewalt, 203 Dazu mein Leben rauben; Das leid' ich Alles dir zu gut, Das halt' mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein' Unschuld trägt die Sünde dein, Da bist du selig worden." 9. ,, Gen Himmel zu dem Vater mein Fahr' ich aus diesem Leben, Da will ich sein der Meister dein; Den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübsal trösten ſoll Und lehren mich erkennen woll und in die Wahrheit leiten." 10. ,, Was ich gethan hab' und er gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das Reich Gott's werd' gemehrt Er ging in meiner arm'n Gestalt, Den Teufel wollt' er fangen. 7. Er sprach zu mir: ,, Halt' dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen; Ich geb' mich selber ganz für dich,| Zu Lob und seinen Ehren, Und hüte dich vor Menschen Satz, Davon verdirbt der edle Schatz; Das laß ich dir zuletzte." Martin Luther( 1483-1546). Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 303. Wenn doch alle SeeJesu, daß du freundlich bist, Und der Zustand wahrer Christen Unaussprechlich selig ist! 2. Ach, wie würden sie mit Freuden Aus der Welt Gemeinschaft gehn Und bei deinem Blut und Leiden Fest und unbeweglich stehn! Ernst Woltersdorj( 1725-1761). 204 Glaubens- und Rechtfertigungslieder. Eigene Melodie. 304. mollt ihr wiffen, was mein Preis? Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr schn mein Eigenthum? Wollt ihrhören, was mein Ruhm? :,: Jesus, der Gekreuzigte!:,: 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf' und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld? :,: Jesus, der Gekreuzigte!:,: 3. Wer ist meines Lebens Saft? Wer ist meines Geistes Kraft? Wer macht fromm mich und gerecht? Wer macht mich zu Gottes Knecht? :,: Jcsus, der Gekreuzigte!:: 4. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schütt, wenn mich Sturm umtost? Aus deiner Gnade reicher Fülle Fließt mir der Trost, der meinen Geift erquickt. Da alle Welt nicht rathen, helfen kann, Treff' ich bei dir, was mich beruhigt, an. Mein Herr, mein Gott, auf den mein Glaube blickt; 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, Du weißt, wonach das arme Herz sich sehnt: Du siehst, wie unter bangen Voll Kümmerniß das Auge zu Sorgen dir thränt: Dies liegt mir an, ich möchte gerne rein Und durch dein Blut, o Lamm, entsündigt sein. Die mich gesucht, die mich vom Schlaf erweckt, Die mir, wie tief mein inn'rer Schade, Wer erquickt mein mattes Herz? Durch deinen Geift recht deutlich Wer verbindet meinen Schmerz? Und die zugleich, da mich mein aufgedeckt, Mir Hilf und Rath in deinen Elend beugt, Wunden zeigt. :,: Jesus, der Gekreuzigte!:,: 5. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Noth? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? :: Jesus, der Gekreuzigte! 6. Und so wiss't ihr, was ich weiß; Ihr wiss't meinen Zweck und Preis; 3. Ich dank' es ewig deiner Gnade, 4. Die sind doch auch für mich geschlagen: Wer Sünder heißzt, den geht der Heiland an, Der alle Schulden abgetragen Und für die Welt auf ewig g'nug gethan. auch mich zu deinem Kreuze hin: Ich wag's auf's Wort und komme, wie ich bin. 5. Mein Hoffnungsgrund ist dein Erbarmen; Ich weiß, dein Herz neigt gerne sich zu mir, Glaubt, lebt, duldet, sterbet dem, Der uns Gott macht angenehm: :,: Jesu, dem Gekreuzigten!:,: Du rufft Joh. Schwedler( 1672-1730). Mel. Dir, bir, Jehova, will ich singen. 305. Bu bir ist meine Secle stille, Heiligungslieder. 205 Versöhner, Freund der geistlich| Da du den Tod längst überArmen, wunden Wer zu dir kommt, den stöß'st du nicht von dir, Dies hast du ja an keinem noch Und dorten mir mein Erbe zitgedacht, So schlaf' ich sanft auf deinen gethan: Zuruf ein: Ich bin gewiß, an mir fängst Du bist gerecht; nun sollst du du's nicht an. herrlich sein. 6. Nein, Jesu, du hast Lust Andreas Rehberger( 1716-1769). zum Leben, Du rufft mir zu: Getrost, Sohn, c. Wiedergeburt und du bist mein! Heiligung. Was du gesündigt, ist vergeben: Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. Nun soll an dir Nichts mehr verdammlich sein. 306. Auf ihr Streiter, Ich schenke dir mein reines Undurchgedrungen, schuldskleid Auf und folgt dem Heiland nach, Und schmücke dich mit meiner Der durch Marter, Hohn und Schmach Heiligkeit. 7. So hab' ich Gnad' bei dir Sich zum Himmel ausgeschwungen! Nach! das Haupt hat schon 1 5 gefunden? Ja, Herr, dein Geist bezeugt es meinem Geist, gesiegt, Der, aller seiner Last entbunden, Weh' dem Glied, das müßig Mit Dank und Ruhm aus allen liegt! 2. Fort, nur nach mit Wachen, Kräften preist, Beten! Wie wohl ihm ist, da deine Je- Auf! der Held zieht uns voran. fusmacht Christus, der den Sieg gewann, Ihn unverdient zum Kindschafts- sat der Schlange Kopf zertreten. recht gebracht. 8. Muß ich noch was am ,, Schwert des Herrn und Gideon!" Rufet laut im Siegeston': Fleische leiden, So duld' ich es mit stillgelassnem ,, Ich bin elend, arm und schwach, 3. Kein Erlöster müsse sprechen: Muth. Und durch so viel Ungemach Kann mich doch nichts mehr von Kann kein armer Sünder dir scheiden, brechen;" Von dir, in dem mein Glaube Denn der Herr ist's, der uns heilt sicher ruht. Und den Schwachen Kraft erDer Schmerz sei groß, ich bleibe doch gesetzt, Weil mich der Trost: Ich habe Guad! ergößt. 9. Der ist's, der in den letzten Stunden Zum leßten Kampf mich stark und muthig macht. theilt. 4. Sind wir schwach bei ihm ist Stärke; Sind wir arm- der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, Dem der Himmel unterthan? - 206 Heiligungslieder. 5. Niemand kann zu Salem| Ausbreiten als dein Eigenthum thronen, Und dieses achten für Gewinn, Wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Neuß( 1654-1716). Der nicht recht mit Jesu kämpft Und des Fleisches Lüste dämpft, Weil wir noch im Fleische wohnen. Nur durch Ringen, Kampf und en Streit Kommet man zur Sicherheit. 6. Nun so wachet, kämpfet, ringet, Streitet mit Gebet und Flehn, Bis wir auf der Höhe stehn, Wo das Lamm die Fahne schwinget. Ist der Erde Werk gethan, Geht des Himmels Sabbath an. Johann Buchka( 1705-1752). Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. 307. Ein reines Herz. Herr, schaff' in mir, Schließ' zu der Sünde Thor und Thür, Vertreibe sie und laß nicht zu, Daß sie in meinem Herzen ruh! 2. Dir öffn' ich meines Herzens Thür: Ach, komm' und wohne du bei mir, Was unrein ist, das treib' hinaus Aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Geistes Licht Und dein hellglänzend Angesicht Mein Herz erleuchten und Ge- og müth, O Brunnquell unerschöpfter Güt'. 4. Und mache dann mein Herz zugleich An Himmelsgut und Segen reich, Gieb Weisheit, Stärke, Rath, Verstand Aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm bon ma Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. 308. Erneu're mich, o ew'ges Licht, Und laß von deinem Angesicht Mein Herz' und Seel' mit deinem Schein Durchleuchtet und erfüllet sein. 2. Hier steh' ich vor dir schuldbewußt: Ertödte du die schnöde Lust, Ach, rüst' mich aus mit Kraft und Muth, Zu streiten wider Fleisch und Blut! 3. Schaff' in mir, Herr, den neuen Geiſt, Der dir mit Lust Gehorsam leiſt't, Und nur, was du gebietest, will; Ach, Herr, mit ihm mein Herz erfüll'! 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, Daß sie nach dem, was droben, stehn, Bis ich dich schau', o ew'ges Von Angesicht zu Angesicht! Licht, Joh. Ruopp( geft. 1708). Gigene Melodie. 309. Es glänzet der Christen inwendiges Leben, Wenn gleich es verhüllet ihr irdischer Stand; Was ihnen der König des Himmels gegeben, Ist Keinem als Ihnen nur selber bekannt. Was Niemand verſpüret, Was Niemand berühret, Heiligungslieder. Hatihre erleuchteten Sinne gezieret| Sie bleiben ohnmächtig Und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen oft arm und geringe, Verschmäht von den Hohen, verlacht von der Welt, Doch innerlich sind sie at voll herrlicher Dinge, Der Zierrath, die Krone, die Jesus gefällt, Das Wunder der Zeiten, Die hier sich bereiten, Dem König, der unter den Lilien weidet, Zu dienen, mit heiligem Schmucke bekleidet. 3. Sie gleichen von außen den Kindern der Erde Und tragen wohl an sich Sie fühlen wie And're der Menschheit Beschwerde, Oft sehn sie die Sonne des Irdischen Bild; der Freude verhüllt. Sie stehen und wandeln, Sie reden und handeln, Wie Jeder es treibet in zeitlichen Dingen, Doch kann sie die weltliche Lust nicht bezwingen. 4. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme, Geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; die himmlische Flamme, Es lodert in ihnen Entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel als Brüder Erfreu'n sich der Lieder, Die hier von den Lippen der Frommen erklingen Mel. Es tostet viel, ein Christ zu sein. Und bis in das himmlische Heilig- 310. Es iſt nicht schwer, ein Christ zu sein thum dringen. 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, 207 und schüßen die Welt. Sie schmecken den Friedens bei allem Getümmel, Sic finden, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden Und bleiben in Freuden, Sie scheinen ertödtet den äußeren Sinnen, Und führen das Leben des Glaubens von innen. 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, Wenn er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, Dann werden sie mit ihm als Fürsten der Erden Auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt; Sie werden regieren, Mit ihm triumphiren, Als leuchtende Sterne des Himmels dort prangen, Denn dann ist die Welt und das Alte vergangen. 7. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, Du heimliche Zierde der inneren Welt, Laß deine verborgenen Wege uns wählen, Wenn gleich uns die Schmach deines Kreuzes entſtellt! Die wenig beachtet, Mit Spott oft betrachtet, Verborgen mit Christo im Vater hier leben, Die wird er einst öffentlich zu sich erheben. Chrift. Richter( 1676-1711). Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. 208 Zwar der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar ndio in Christi Tod zu geben; Doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit :,: Den schweren Streit.:,: 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, Heiligungslieder. Du darfst ja nur die leichte Liebe üben. Oblöder Geist, schau' doch, wie gut er's mein'! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. D'rum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, :,: Es ist nicht schwer.:,: 3. Dein Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbſt mit reiner Gnade fülle; Der fromme Gott schickt dir zum Heil den Schmerz, Die Unlust schafft in dir dein Eigenwille. D'rum übergieb ihn willig in den Tod, :,: So hat's nicht Noth.:,: 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; Erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, Wenn Furcht und Weh' am schwachen Herzen naget. Sprich: Vater, schau' mein Elend gnädig an! :,: So ist's gethan.:,: 5. Erhalt' dein Herz nur in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merkest. Versichst du's oft und fehlst aus eig'ner Schuld, So sieh', daß du dich durch die Gnade stärkest; So gilt dein Fehl und kindliches Verseh'n po: Als nicht gescheh'n.:,: 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, Wenn dich will Nacht und Finsterniß bedecken; Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun, Kein Sturm darf dich, so schwer er ist, erschrecken. Ja, siehst du auch von Hilfe feine Spur, by: So glaube nur.:,: 7. So wird dein Licht auf's Neu' entstehn, Du wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen; Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn: D'rum darfst du nur o Seele, sich dem frommen Vater trauen. doch, wie ein wahrer Christ :,: So selig ist.:,: 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, Dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh' ein, mein Herz, In Frieden sollst genieß' die süße Ruh', Die Sorg' und Last du vor dem Vater schweben. wirf nur getrost und kühn :,: Allein auf ihn.:,: Christian Richter( 1676-1711). Eigene Melodie. 311. Cs 23 kostet viel, cin Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; Denn der Natur geht es gar sauer ein, Heiligungslieder. Sich immerdar Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? :,: Wer mag's verstehn?:: Und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht't, 6. Da giebt sich ihm :,: Das macht's noch nicht.:,: die Weisheit ganz, 2. Man muß hier stets Die hier das Kind auf Schlangen gehn, mit Mutterlieb' geführet. Sie frönet es Die leicht ihr Gift mit ihrem Perlenkranz Da kostet's Müh', Degen in uns're Fersen bringen; Und wird als Braut auf seiner Hut zu stehn, der Seele zugeführet; Daß nicht das Gift Die Herrlichkeit kann in die Seele dringen. wird da ganz offenbar, Wenn man's versucht, :,: Die in ihm war.:,: 7. Was Gott genießt, so spürt man mit der Zeit :,: Die Wichtigkeit.:,: genießt es auch, 3. Doch ist es wohl Was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben; der Mühe werth, 1 Wenn man mit Ernst Der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, die Herrlichkeit erwäget, Wie lieblich wird Die ewiglich es dort mit Jesu leben! ein solcher Mensch erfährt, Nichts höher wird Der rechten Sinn an Kraft und Würde sein, für's Himmlische nur heget. :,: Als Gott allein.:,: Es hat wohl Müh', die Gnade aber schafft 8. Auf, auf, mein Geist! ermüde nicht, :,: Uns Muth und Kraft.:,: Dich durch die Macht 4. Man soll ein Kind der Finsterniß zu reißen! des Höchsten sein, Ein reiner Glanz, Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? ein Licht im großen Lichte; Bedenke, was Wie wird man da für Kraft uns Gott verheißen. so stark, so hell und rein, Wie gut wird sich's So herrlich und doch nach der Arbeit ruhn! verklärt von Angesichte,:,: Wie wohl wird's thun!:,: Christian Richter( 1676--1711). in Christi Tod zu geben; Dieweil da Gottes wesentliche Pracht :,: So schön uns macht.:,: 5. Da wird das Kind den Vater sehn, Im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden, Des Lebens Strom 209 wird durch das Herz ihm gehn Und es mit Gott in Einem Geist verbinden. Mel. Herr Chrift, der einig Gott'ssohn. 312. Herr Jesu, GnadenWahrhaftes Lebenslicht! Laß Leben, Licht und Wonne Mein blödes Angesicht Nach deiner Gnad' erfreuen Und meinen Geist erneuen; Mein Gott, versag' mir's nicht! 14 2103 Heiligungslieder. 2. Vergieb mir meine Sünden| Und mach' mich täglich neu! Und wirf sie hinter dich; mi Laß allen Zorn verschwinden Und hilf mir gnädiglich, Daß deine Friedensgaben Das arme Herz mir laben; Ach, Herr, erhöre mich! Gieb, daß ich deinen Willen Getreulich mög' erfüllen Und steh' mir kräftig bei. 3. Vertreib' aus meiner Seele Den alten Adamssinn, Und laß mich dich erwählen, 313. Hier legt mein Sien fich Daß ich künftighin Zu deinem Dienst ergebe Und dir zu Ehren lebe, f Weil ich erlöset bin. si vor dir nieder, Mein Geist sucht seinen Ursprung l wieder; Herr, dein erfreuend Angesicht Berbirg vor meinem Flehen nicht. 2. Schau' her, ich fühle mein Berderben, 4. Beförd're dein' Erkenntniß In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständniß Durch dein lebendig Wort, Damit ich an dich glaube Und in der Wahrheit bleibe, Ja, wachse fort und fort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste, Zu freuz'gen die Begier bie Und alle bösen Lüste, Auf daß ich für und für Der Sündenwelt absterbe Und nach dem Fleisch verderbe, Hingegen leb' in dir. budi 6. Ach, zünde deine Liebe In meiner Seele an, moj Daß ich aus inn'rem Triebe Dich ewig lieben kanns Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter Lebensbahn.d 7. Nun, Herr, verleih' mir Stärke, a Verleih' mir Kraft und Muth! Denn das sind Gnadenwerke, Die dein Geist schafft und thut; Hingegen all' mein Sinnen, Mein Lassen und Beginnen Ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, Du Bater aller Treu', Wend' allen Seelenschaden Ludwig Gotter( 1661-1735). Tun Eigene Melodiecial sie oder: Zeuch meinen Geist, triff meine. Laß täglich mich in Christo sterben. O möchte doch in seiner Pein Mein eig'nes Selbst getödtet sein! 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen Ganz mit Gelassenheit erfüllen; Des Fleisches Fesseln brich ents zwei Und mache meinen Willen frei. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe Und mich in deinen Wegen übe, Jedoch ist von Unlauterkeit Die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden Durch deinen Geist geheiligt werden; Der Sinn muß tiefer in dich gehn, Der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht ſelbst zu rathen; Hier gelten nichts der Menschen Thaten; Wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. Heiligungslieder. 211 7. Doch tenn' ich wohl dein| Durch die Wüste kommen werden. treues Lieben; Du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß: du stehst mir bei Und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich tämpfen Und jede böse Regung dämpfen, Bis du dir deine Zeit ersiehst Und aus der Sünde Netz mich zichst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit In seine Ruh' und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen Ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach, drücke tief in meinen Sinn, Daß ich in dir schon selig bin. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke Und mich in dein Erbarmen ſenke, So werd' ich von dir angeblickt Und tief im Herzensgrund erquickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, So faß' ich schon des Sieges Beute Jollerus Und fühle, daß es Wahrheit ist, Daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christ. Richter( 1676-1711). Hier ist unser Pilgerstand, Droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing' dich, mein Geist! Denn du bist ein himmlisch Wesen, Und kannst das, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Zweck erlesen; Ein von Gott erleucht'ter Sinn Kehrt zu seinem Ursprung hin. 3. Himmelan! die Welt kann dir Mel. Jesus, meine Zuversicht. 314. Himmelan geht uns're Wir sind Gäste nur auf Erden, Bis wir einst nach Kanaan Nur geborgte Güter geben; Dein Verlangen muß schon hier Nur nach solchen Schäßen streben, Die uns bleiben, wenn die Welt, Wiederum in Nichts zerfällt. 4. Himmelan! ich muß mein Herz Bei dem ew'gen Schatze haben; Denn es kann mich anderwärts Kein so großer Reichthum laben, Weil ich schon im Himmel bin, Wenn ich nur gedenk' an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, Wenn ich ihn im Worte höre: Das weis't mir den Ort der Ruh', Wo ich einmal hingehöre. Hab' ich dieses Wort bewahrt, Halt' ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan denk' ich all'zeit, Wenn er mir die Tafel decket, Und mein Geist hier allbercit Eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal Folgt des Lammes Hochzeitsmahl. 7. Himmelan! Mein Glaube zeigt Mir das schöne Loos von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt Ueber Sonne, Mond und Sterne; Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 14* 212 8. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Heimath führen, Da ich über alle Noth Ewig werde triumphiren. Jesus geht mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan, ja himmelan! Das soll meine Losung bleiben; Ich will allen eitlen Wahn Durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, Bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmold( 1672-1737). Heiligungslieder. 315. H Mel. Ach bleib' mit deiner Gnade. indurch, hindurch mit Freuden! Das soll die Losung sein! Hindurch durch alle Leiden, Durch Kreuz und Noth und Bein! imel. Seelenbräutigam. 316. Jeiu, geh voran 6. Hindurch, hindurch mit Freuden Selbst durch des Todes Nacht! Hin durch die letzten Leiden, Bis daß es heißt: ,, vollbracht"! Ernst Zeller( geb. 1804). Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen; Führ uns an der Hand Bis in's Vaterland. 2. Soll's uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten flagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rühret eig'ner Schmerz Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden, O, so gieb Geduld zu beiden; Richte unsern Sinn Auf das Ende hin! 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, Gieb uns auch die nöth'ge Pflege; Thu' uns nach dem Lauf' Deine Thüre auf. Nit. Gr. Zinzendorf( 1760-1760). 2. Hindurch, hindurch mit Freuden, Mit Gottes Helm und Sieg Durch Leiden und durch Streiten In seinem heil'gen Krieg! 3. Hindurch die öden Strecken Von Eigene Melodie. Durch Klüfte und durch Schrecken 317. Jesu, bilf siegen, du Fürste Lebens! Sieh, wie die Finsterniß dringet herein, Mit seiner Gotteskraft. 4. Und wenn es schwül und traurig Und trostlos allwärts steht Und das Gewölke schaurig Fast bis zur Erde geht: 5. Hindurch mit Adlerflügeln, Mit Danken und Gebet, Hin, wo auf ew'gen Hügeln Der Tempel Gottes steht. Wie sie ihr drohendes Heer nicht vergebens Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein! Schau', wie sie sinnet auf allerlei Ränke, Daß sie mich sichte, verstöre und fränke! 2. Jesu, hilf siegen! Du wollest mich schirmen, Heiland, wenn jemals die Mächte der Welt, Mich zu betrüben, gewaltig an stürmen Heiligungslieder. Oder mir schmeichlerisch nah'n und verstellt. Wider die Sünde von außen und innen Laß deine Hilfe mir niemals zerrinnen. 3. Jesu, hilf siegen! ach wer muß nicht sagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! if Hilf, wann mich Sünden der Jugend verklagen, Die mein Gewissen mir täglich hält für; Ach laß mich schmecken dein kräftig Verfühnen, Und dies zu meiner Demüthigung dienen! 4. Jesu, hilf siegen, wann in mir die Sünde, Eigenlieb', Hoffahrt und Mißgunst sich regt, Wann ich die Last der Begierden empfinde, Und sich mein tiefes Verderben darlegt. Hilf dann, daß ich vor mir selber erröthe Und durch dein Leiden die Sündenlust tödte. 213 Und ich mich stets in dein Wollen einhülle, Da sich die Seele zur Ruhe verſentt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, Daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 5. Jesu, hilf siegen, und lege gefangen In mir die Lüste des Fleisches und gieb, Daß in mir lebe des Geistes Verlangen, Aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb; Laß mich eindringen in's göttliche Wesen, So wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf siegen, damit auch mein Wille Dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, 7. Jesu, hilf siegen! Wer mag sonst bestehen Wider den listig verschlagenen Feind? Wer mag doch dessen Versuchung entgehen, Der als ein Engel des Lichtes erscheint? Ach, wo du weichest, so muß ich ja irren, Wenn mich die Schlangenlist ſucht zu verwirren. 8. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufbläh'n Laß doch viel Und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, heller dann deine Kraft sehn. Rechten, o König und Meister, Lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. Steh' mir zur 9. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten: Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein! Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, Da du versprochen, Fürsprecher zu sein. Will mich die Nacht in Ermüdung hinstrecken, Wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 10. Jesu, hilf siegen, wann Alles verschwindet, 214 Und ich mein Nichts und VerHeiligungslieder. Mel. Valet will ich dir geben. derben nur ſeh'; 318. In unsers Königs Namen Betreten wir die Bahn: Ihr, ihr von seinem Samen, schließt euch freudig an! Wir ziehn zum Friedenslande, Ein Leib, ein Herz, ein Geist. Wohl dem, der alle Bande Voll Heldenmuth zerreißt. Wann kein Vermögen zu beten sich findet, Und ich bin wie ein verschüchtertes Reh. Herr, ach dannwollst du im Grunde der Seelen Dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 11. Jesu, hilf siegen und laß mir's gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges erlang'; Dann will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gefang! Wie wird dein Name dann werden gepriesen, Wenn du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 12. Jesu, hilf siegen, wann's nun kommt zum Sterben; Mach' du mich würdig und stetig bereit, Daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben Dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, dir bleib' ich auf ewig er. geben, Hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! 13. Jesu, hilf siegen, wenn ich nun soll scheiden Von dieser jammer- und leidvollen Welt; Wenn du mich rufest, gieb, daß ich mit Freuden Zu dir mög' fahren in's himmlische Zelt. Laß mich, o Jesu, recht ritterlich ringen, Laß mich durch Leben und Tod zu dir dringen. Johann Schröder( 1666-1699). 2. Der Weg ist schmal, doch eben Und führt zur Seligkeit. Ist zwar bequem und breit; Die Straße dort daneben An ihrem Ende droht Doch wer sie geht, muß sterben. Fluch, Zorn und Qual und Tod. Ein ewiges Verderben, 3. Wir folgen deinem Locken, Du ewig treuer Freund! Du hast's so gut gemeint. Wer könnte sich verstocken? Wir wandern abgeschieden, Und Jeder trägt sein Kreuz Ergeben und zufrieden: Für Pilger hat es Reiz. 4. Der große Hirt der Heerde Geht seinem Volk voran. Sein Allmachtswort: es werde! Bercitet selbst die Bahn. Es lähmt erzürnten Feinden Herz, Zunge, Fuß und Hand, Knüpft zwischen frommen Freunden Der Liebe Bruderband. 5. So wandeln wir entschlossen Dem Himmelsführer nach Und dulden unverdrossen Und tragen seine Schmach Und fleh'n im finstern Thale: O Jesu, steh' uns bei Und mach' im Hochzeitssaale Bald Alles, Alles neu! Johann Frickert. Heiligungslieder. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Und zichen bald hinaus. 319. Kommt, Kinder, laßt Gemach bringt Ungemach, uns gehen, Ein Pilger muß sich schicken, Soll dulden und sich bücken Den urzen Pilgertag. Der Abend kommt herbei, Es ist gefährlich stehen In dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Muth, Zur Ewigkeit zu wandern, Von einer Kraft zur andern: Es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat: Kommt, folget, trau't auf ihn Und lenkt mit festen Schritten Zu Salems ew'gen Hütten Die Pilgerreise hin. 3. Der Ausgang, der geschehen, Ist uns fürwahr nicht leid. Es soll noch tiefer gehen Zur Abgeschiedenheit. Ihr Lieben, seid nicht bang', Verachtet tausend Welten, Ihr Locken und ihr Schelten Und geht nur euren Gang. 4. Geht's der Natur entgegen, So geht's den rechten Weg. Wer nur sein Fleisch will pflegen, Verfehlt den schmalen Steg. Verlaßt die Kreatur Und was euch sonst will binden, Ja Alles laßt dahinten, Es geht durch Sterben nur. 5. Man muß wie Pilger wandeln, 215 Von Lasten unbeschwert; Viel Sammeln, Halten, Handeln Nur unsern Fortgang stört. Der Last man leicht erliegt. Wir reisen abgeschieden, Mit Wenigem zufrieden, Und Nothdurft uns genügt. 6. Schmückt euer Herz auf's Beste, Was schmückt ihr Leib und Haus? Wir sind hier fremde Gäste 7. Wohl ist der Weg oft enge, Gar einsam, krumm und schlecht, Wohl Dornen er in Menge Und manches Kreuz uns trägt, Doch bleibt uns nur der Weg. So sei's; wir gehen weiter Und folgen unserm Leiter Und brechen Bahn und Steg. 8. Wir wandeln eingekehret, Verachtet, unbekannt; Man siehet, kennt und höret Uns kaum im fremden Land, Und höret man uns ja, So höret man uns singen Von all' den großen Dingen, Die auf uns warten da. 9. Wohlauf, so laßt uns wandern! Wir gehen Hand in Hand, Eins freue sich am Andern In diesem fremden Land. Kommt, laßt uns findlich sein Und auf dem Weg' nicht streiten: Die Engel selbst begleiten Als Brüder uns're Reih'n. 10. Sollt' wo ein Schwacher fallen, So greif' der Stärk're zu; Man trag', man helfe Allen, Man pflanze Fried' und Ruh'. Kommt, schließt cuch fester an; Ein Jeder sei der Kleinste Und dabei gern der Reinste Auf uns'rer Pilgerbahn. 11. Kommt, laßt uns munter wandern, Der Weg nimmt immer ab; Ein Tag, der folgt dem andern, Bald sinkt der Leib in's Grab: Nur noch ein wenig Muth, Nur noch ein wenig treuer, 216 Bon allen Dingen freier, d Gewandt zum ew'gen Gut! 12. Es wird nicht lang' mehr währen: Harr't noch ein wenig aus; Es wird nicht lang' mehr währen, So kommen wir nach Haus: Da wird man ewig ruhn. Wenn wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen, Wie wohl, wie wohl wird's thun! 13. D'rauf wollen wir's denn wagen, Heiligungslieder. Es ist wohl Wagens werth, Und gründlich dem abfagen, Was aushält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein; Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten: Es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen( 1697-1769). Mel. Straf' mich nicht in deinem Zorn. 320. Meist, bereit, Wache, fleh' und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete! Denn es ist Satans List Ueber viele Frommen Zur Versuchung kommen. 2. Darum wach' vor Allem auf Von dem Sündenschlafe, Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe, Und die Noth Sammt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermuthet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen. Wache, denn sonst wird sein Licht Dir noch ferne stehen; Denn Gott will******* Für die Füll' Seiner Gnadengaben ele Offne Augen haben, 4. Wache, laß dich Satans Liſt Nicht im Schlafe finden, Weil's ihm sonst ein Leichtes ist, Dich zu überwinden; Und Gott giebt, Die er liebt, Oft in seine Strafen, Wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die nu un tort Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach' und sieh', Daß dich nie Falscher Brüder Lügen Um dein Heil betrügen. 6. Wach' und hab' auf dich wohl Acht, Trau' nicht deinem Herzen, Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad' verscherzen; Denn es ist Voller List, Weiß sich selbst zu schmeicheln, Frömmigkeit zu heucheln. 7. Bete aber auch dabei Mitten in dem Wachen; Denn der Herr nur kann dich frei Von dem Allen machen, Was dich drückt Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest Und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, Soll er Etwas geben; Er verlanget Fleh'n und Schrei'n, Wenn wir sollen leben Und durch ihn Unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden Kräftig überwinden. Heiligungslieder. 217 9. Doch getrost: es muß uns| Man wandelt nicht auf weichen Rosen; schon Alles glücklich gehen, Der Steg ist eng, der Feinde viel, Wenn wir ihn durch seinen Sohn Die mich ableiten von dem Ziel. Im Gebet anflehen; Ich muß mich oft an Dornen stoßen, Denn er will Alle Füll' Ueber uns ausschütten, Wenn wir gläubig bitten. 10. D'rum so laßt uns immerdar Wachen, flehen, beten, Weil die Angst, Noth und Gefahr Immer näher treten; Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten, Spreu und Weizen sichten. Joh. Freystein( geft. 1720). Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht. 321. Mein Leben ist ein Ich reise nach dem Vaterland, Nach dem Jerusalem dort oben, Das Gott als eine feste Stadt Auf Bundesblut gebauet hat; Da werd' ich ihn ohn' Ende loben. Mein Leben ist ein Pilgerstand. Ich reise nach dem Vaterland. 2. Es rinnet ohne Unterlaß Auch meines Lebens Stundenglas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit: Herr Jesu, mach' mich nur bereit, Und öffne meine Augenlieder, Daß ich, was zeitlich ist, veracht Und nur nach dem, was ewig, tracht'. 3. Kein Reisen ist ohn' Ungemach: Der Lebensweg hat auch sein Ach, Ich muß durch dürre Wüsten gehn Und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, Der Sonne, die mit Gnadenlicht In unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, Mein matter Geist find't nirgend Ruh': Doch alle Müh' ist schon bezahlet, Wenn ich das goldne Himmelsthor Mir stell' in Glaub' und Hoffnung vor. 5. Du treuer Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilger worden bist, Da du mein Fleisch haft angenommen: Zeig' mir im Worte deinen Tritt, Laß mich bei einem jeden Schritt Zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben flicht; ach eile du Mit deines Lebens Kraft herzu! 6. Durch deinen Geist mich heilig leit'; Gieb in Geduld Beständigkeit, Vor Straucheln meinen Fuß beschüße. Ich falle stündlich: hilf mir auf! Zieh' du mich selbst zu dir hinauf, Sei mir ein Schirm in Trübsalshize; Laß deinen süßen Gnadenschein In Finsterniß nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll', Vor Durst nach dir verschmachten will, 218 So laß mich dich zum Labsal finden, Und schließ' ich meine Augen zu, So bring' mich zu der stolzen Ruh', Wo Streit und alle Müh' verschwinden, Laß mich da sein in Abrams Schooß Heiligungslieder. Dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem fremden Land Der argen Welt gleich unbekannt, Dort sind die Freunde, die mich kennen; Dort werd' ich mit der Himmelsschaar Dir jauchzend dienen immerdar Und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm', ach bleib' 2009 nicht lang'! Hier in der Wüste wird mir bang'! Friedr. Lampe( 1683-1729). Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner. nach, spricht 322. M Christus, unser Held, Mir nach, ihr Christen alle, Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle, Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach! Boll Liebe mein Gemüthe; Mein Mund, der fließt zu jeder Zeit bilg Von Sanftmuth und von Güte. Mein Geist und Wille, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn.. 4. Jch zeig' euch das, was schädlich ist, u flichen und zu meiden, Und euer Herz von arger List zu rein'gen und zu scheiden; Ich bin der Seelen Fels und Hort Und führ' euch zu der Himmelspfort'. 5. Fällt's euch zu schwer, ich Ich steh' cuch an der Seite; geh' voran, Ich tämpfe selbst, ich brech' die Bahn, Bin Alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf Wenn er den Feldherrn sieht stehn, angehn! 6. Wer seine Seel' zu finden meint, Wird sie ohn' mich verlieren; Wer hier sie zu verlieren scheint, Wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht werth und meiner Bier. 2. Ich bin das Licht, ich leucht' og Reuch für Mit heil'gem Tugendleben. Wer zu mir kommt und folgetUnd 7. So laßt uns denn dem I fo lieben Herrn Mit Leib und Seel' nachgehen wohlgemuth, getroft und mir gerne Darf nicht im Finstern schweben; Bei ihm im Leiden stehen. Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wer nicht gekämpft, trägt auch Wie man wahrhaftig wandeln soll. die Kron' 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, Des ew'gen Lebens nicht davon. ist Johann Scheffler( 1624-1677). Heiligungslieder. 219 Nur Gottes Gnade und der Blick Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. rad 323. Nach meiner Seelen Auf jenes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich Vor allen Dingen trachten, Und was mir daran hinderlich, Mit festem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' Und im Gericht vor dir besteh', Sei meine größte Sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht Vor Trägheit mich beschüßest, Und nicht zur Treu' in dieser Pflicht Mit Kräften unterstüßeſt? O stärke mich, mein Gott, dazu! So find' ich hier schon wahre Ruh' Und dort das ew'ge Leben. Joh. Diterich( 1721-1797). Laß, Herr, mich eifrig ringen Und nicht die furze Gnadenzeit In Sicherheit verbringen. Wie würd ich cinst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, Muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sünden sehen, Und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen: Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, o Gott, dein Unterricht In deinem Wort gewiesen. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung, D'rum laß auch hier auf Erden Mel. Ich dank' dir schon durch deinen. Des Herzens wahre Besserung 324. Christ, erhebe Herz werden. Herr, dazu gieb mir Kraft und Trieb, und Was hängst du an der Erden? Hinauf! Schwing' dich zum Himmel hin: Ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? ein Gast, Ein Fremdling und ein Wandrer. Wenn du kurz hausgehalten hast, So erbt dein Gut ein And'rer. 3. Was hat die Welt, was aid beut sie an? Nur Tand und eit'le Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, Der schätzt die Welt geringe. 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch Nichts sei zu groß, nichts mir zu lieb, Das ich nicht freudig opf're. 4. Gewönn' ich auch die ganze opp Welt Mit allen ihren Freuden, Und sollte das, was dir gefällt, Gott, darüber meiden: Was hülfe mir's? Nie kann die Welt host Mit Allem, was sie in sich hält, Mir deine Gnad' ersetzen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit Schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit Auch selbst im Tode geben? Nicht Menschengunit, fein irdisch Glück, Den Sinn auf's Nied're lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch: So müssen Christen denken. 5. Sieh', Christ, nie sorgend unter dich, 220 Wenn dich die Leiden drücken! Sich' gläubig in die Höh' und sprich: Der Herr wird mich erquicken. 6. Der Christen hohes Bürgerrecht Ist dort im Vaterlande; Der Christ, der irdisch denkt, denkt schlecht Heiligungslieder. Und unter seinem Stande. 7. Dort ist das reiche Kanaan, Wo Lebensströme fließen; Blick' oft hinauf, der Anblick kann Den Leidenskelch versüßen. 8. Dort oben ist des Friedens Haus. Gott theilt zum Gnadenlohne Den Ueberwindern Kronen aus; Kämpf' auch um Ruhm und Krone! 9. Dort singen Engelchör' im Licht Von Gott und seinen Werken. O Seele, sehnest du dich nicht, Dies Loblied zu verstärken? 10. Hilf, Jesu, daß ich für und für Den Geist dorthin erhebe, Und daß ich jetzt und ewig dir Gehöre, diene, lebe! Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Mel. O du Liebe meiner Liebe. 325. Durchbrecher aller D Bande, Der du immer bei uns bist, Und der Schaden, Spott und Schande Uns mit Himmelslust versüßt: Strafe ferner an den Deinen, Jesu, allen argen Sinn, Bis dein seliges Erscheinen Uns führt aus dem Kerker hin. 2. Ist's doch deines Vaters Wille, Daß du endest dieses Werk: Hierzu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb' und Stärk': Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Und aus diesem Treiben führest Zu der süßen Ruhestatt. d 3. Ach, so mußt du uns vollenden, Willst und kannst ja anders nicht; Denn wir sind in deinen Händen, Auf uns ist dein Herz gericht't, Ob wir gleich vor allen Leuten Als ein Spott nur sind geacht't, Und des Kreuzes Niedrigkeiten An uns schnöde sind verlacht. 4. Schaue doch auf uns're Ketten, Da wir mit der Kreatur Seufzen, um Erlösung beten Von der sündigen Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns an sich hält gebannt, Ob der Geist sich auch bei Zeiten Schon dem Höchsten zugewandt. 5. Stärke uns're matten Kräfte, Reiß' uns endlich einmal los, Daß wir durch die Weltgeschäfte Frei hindurchgehn, frei und groß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen! Weg Vernunftbedenklichkeit! Weg mit Scheu vor Schmach und Plagen! Weg mit Fleischeszärtlichkeit! 6. Wir verlangen keine Ruhe Für das Fleisch in Ewigkeit: Wie du's nöthig find'st, so thue Noch vor uns'rer Abschiedszeit; Aber unser Geist, er bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht, Bis er die Erlösung findet, Die dein treuer Mund verspricht. 7. Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch' dein Regiment! Führe deines Reiches Kriege, Mach' der Sklaverei ein End'; Aus dem Kerker führ' die Seelen Heiligungslieder. Durch des neuen Bundes Blut; Laß uns länger nicht so quälen, Denn du meinst es mit uns gut. 8. Hatten wir auch selbst erforen Fleisches Lust und Herrlichkeit, Gieb uns dennoch nicht verloren In den Tod der Eitelkeit! Ach, die Last treibt uns, zu rufen, Alle flehen wir dich an: Zeig' doch nur die ersten Stufen Der gebroch'nen Freiheitsbahn! 9. Ach, wie theu'r sind wir erworben, Nicht der Menschen Knecht zu sein! D'rum, so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein! Rein und frei und ganz vollkommen, Aehnlich deinem heil'gen Bild: Der hat Gnad' um Gnad' genommen, Welchen deine Füll' erfüllt. 10. Liebe, zieh' uns in dein Sterben; Laß mit dir gefreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann ererben; Führ in's Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen, 2. Vor Allem mache mein Gemüthe Durch ungefärbte Buße rein Und laß, o Herr, durch deine Güte Laß uns nur nicht lässig sein. Wird's doch sein, als ob wir träumen, Wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold( 1666-1714). Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 326. großer Gott, du reines Wesen, 221 All' meine Schuld getilget sein; Dann mache mich zur Reinigkeit Des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem Geiſte, Ein Herz, das von der argen Welt Sich frei und unbefleckt erhält. Der du die reinen Herzen dir Zur steten Wohnung auserlesen, Ach, schaff' ein reines Herz in mir, Der mein getreuer Beistand sei Und mir erwünschte Hilfe leiste; Gott, stehe mir in Gnaden bei Und gieb mir einen solchen Geist, Der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch, weil ich meine Schwachheit merke, Mein Vater, so verwirf mich nicht Und stoße wegen meiner Werke Mich nicht von deinem Angesicht: Laß hier mich in der Gnade stehn Und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, Doch nun und nimmermchr von mir, Und leite mich durch seine Triebe, Durch deinen Beistand für und für. So führe du mich durch die Zeit Hin zu der sel'gen Ewigkeit. Joh. Olearius( 1611-1684). Eigene Melodie. 327. Ursprung des D Lebens, O ewiges Licht, Da Niemand vergebens Sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, Die lauter und helle Sich aus einem heiligen Tempel ergießt Und in die begierigen Seelen einfließt! 222 Heiligungslieder. 2. Du sprichst: wer begehret| Den du hast getrunken im Leiden Zu trinken von mir, Was ewiglich nähret, p Der komme: allhier Sind himmlische Gaben, Die süßiglich laben; Jour 10 Er trete im Glauben zur Quelle heran; Hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Hier komm' ich, mein Hirte, Mich dürstet nach dir; O Liebster, bewirthe Dein Schäflein allhier! Du kannst dein Versprechen Mir Armen nicht brechen; Du siehest, wie elend und durstig bun pen ich bin, Auch giebst du die Gaben aus 4. Du, süße Fluth, labest Geist, Seele und Muth, Und wen du begabest, Find't ewiges Gut. Wenn man dich genießet, Wird Alles versüßet; Es jauchzet, es finget, es springet das Herz, Gnaden nur hin. 328. Ringe recht, wenn Gnaden Gnade Es weichet zurück der betrübende Schmerz. 5. D'rum gieb mir zu trinken, Was dein Wort verheißt: Laß gänzlich versinken Den sehnenden Geist Im Meer deiner Liebe, Laß heilige Triebe Mich immerfort treiben zum Himmlischen hin: Es werde mein Herze beseligt darin. allhier, Die werden dort ewig sich freuen bun mit dir. 7. D'rum laß mich auch brigad werden, Mein Jesu, erquickt, Da, wo deine Heerden Kein Leiden mehr drückt; Wo Freude die Fülle, Wo liebliche Stille, Wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, Wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Christian Koitsch( geft. 1735). 3rd t 6. Wenn du auch vom Leiden Mir schenkest was ein, So gieb, dir mit Freuden Gehorsam zu sein. Denn alle die, welche Mit trinken vom Kelche, og man die Eigene Melodie. Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich recht entlade Von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge, sier verliert sich im Gedränge, Und der Lebensweg ist schmal; Was nicht strebt zum Himmelsjaal. om be 3. Kämpfe bis auf's Blut und Leben, Dring' hinein in Gottes Reich; Will das Fleisch dir widerstreben, Werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, Und die erste Liebe dich Von der ganzen Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, Halte brünstig damit an; Laß dich keine Zeit gereuen, Seße Tag und Nacht daran. 6. Hast du dann die Perl' errungen, Denke ja nicht, daß du nun Heiligungslieder. Alles Böse haft bezwungen, O, es ist noch viel zu thun! 7. Nimm mit Furcht ja deiner amb Seele, Deines Heils mit Zittern wahr; Hier in dieser Welt voll Fehle Schwebst du stündlich in Gefahr. 8. Halt' ja deine Krone feste, Halte männlich, was du hast; Recht beharren ist das Beste, Rückfall bringt dir neue Last. 9. Nichts hab' Aug' und Hand zu schaffen Mit der schnöden Eitelkeit; Bleibe Tag und Nacht in Waffen, Fliche träge Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht in den Willen, Gieb der Lust den Zügel nicht; Willst du die Begierden stillen, So verlischt das Gnadenlicht. 11. Wahre Treu' führt mit der Sünde Bis in's Grab beständig Krieg, Gleichet nicht dem Rohr im mental Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. 12. Wahre Treu' liebt Christi Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, Ringt, wie auch das Fleisch sich rege, Hält sich selber nichts zu gut. 13. Wahre Treu' kommt dem Getümmel 223 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 329. Rüftet euch, ihr selfChristenleute; Die Feinde suchen euch zur 097 33 Beute, Ja, Satan selbst hat eu'r begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, Hier ist Immanuel. sid n Hosianna! Dieser Welt niemals zu nah'; Ist ihr Schatz doch in dem Himmel, D'rum ist auch ihr Herz allda. 14. Dies bedenket wohl, ihr Streiter: Kämpfet recht, bezwinget euch, Dringet alle Tage weiter, Bis ihr kommt in's Himmelreich. Joh. Winkler( 1670-1722). Der Starke fällt Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüften, Besieget sie, als rechte Christen, Und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen, de Beigt, was der rechte Glaube schafft. Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziel; Da ist Freude. Zum Kampf bereit, Wohlan, so seid Dann krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen'gen di duni Jahre, Eh' ihr kommt auf die Todtenbahre; Kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Todten jell wecken, So wird die Welt vor ihm erschrecken, Wir aber stehn mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt; Daß uns die Welt verhöhnt, Währt nicht lange, Und Gottes Sohn Hat längst uns schon Dort beigelegt die Ehrenkron'. Heiligungslieder. 224 4. Jesu, stärke Gottes Kinder Und mach' aus denen Ueberwinder, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaff' in uns ein neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Muth. Gieß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fließt In die Herzen: So halten wir Getreu an dir Im Tod und Leben für und für. Wilh. Arends( gest. 1721). Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 330. 5 chaffet, schaffet, Menschenkinder, Schaffet eure Seligkeit; Bauet nicht, wie sich're Sünder, Nur auf diese kurze Zeit, Sondern schauet über euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden.. 2. Daß nun dieses mög' geschehen, Dürft ihr nicht nach Fleisch und Blut Und nach dessen Neigung gehen; Nein, was Jesus will und thut, Das muß einzig und allein Eures Lebens Richtschnur sein, Es mag Fleisch und Blut in Allem Uebel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach': zu bekennen, Daß ihr noch voll Sünde seid, Daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, Daß ihr fehlt zu jeder Zeit Und daß Gottes Gnadenkraft Nur allein das Gute schafft, Ja, daß außer seiner Gnade Nichts euch bleibt als Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, Selig, wer im Kampf beſteht Und die Sünde in sich dämpfet, Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach; Wer den Himmel will ererben Muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg' und lässig sein, Eure Neigung zu bezwingen, So bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg. Nur den Siegern wird die Krone Beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt dem Eitlen leben Hat bei Christen keine Statt, Ihren Lüsten sich ergeben Schwächt den Geist und macht ihn matt. Unter Christi Kreuzesfahn' Geht es wahrlich nimmer an, Daß man noch mit sicherm Herzen Mit der Sünde wollte scherzen. 7. Furcht muß man im Herzen tragen Vor dem Herrn, dem heil'gen Gott, Der im Zorne kann zerschlagen Aller seiner Feinde Rott'; Aber denen, die er liebt, Wollen und Vollbringen giebt. O so laßt uns zu ihm gehen, Gott um Gnade anzuflehen. 8. Und so schlagt mit Macht darnieder, Was sich Arges in cuch regt, Kämpft und kämpfet immer wieder, Bis sich seine Macht gelegt. Heiligungslieder. 225 Was euch ärgert, senkt in's Grab,| Daß hinfort in meiner Seele Was euch hindert, werfet ab Und denkt stets an Jesu Worte: Dringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde Ja verlösche nicht Meines Glaubens Licht. 5. So werd' ich in dir Bleiben für und für; Deine Liebe will ich ehren, Wo ich kann, dein Lob vermehren, Und auf dich, o Jesu, sehn, Daß ich deinen Beistand finde, In der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh' doch nicht Mit mir Armen in's Gericht; Gieb mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, Daß ich treu in Jesu Namen Meinen Glaubenskampfvollführ'. Er verleihe Kraft und Stärk' Und regiere selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe! Ludw. Gotter( 1661-1735). Eigene Melodie. 331. Seelenbräutigam, Jesu, Gotteslamm! Habe Dank für deine Liebe, Die mich zieht aus reinem Triebe Aus dem Sündenbann', Jesu, Gotteslamm! 2. Deine Liebesglut Stärket Muth und Blut; Wenn du freundlich mich anblickest Und an deine Brust mich drückest, Macht mich wohlgemuth Deiner Liebe Glut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod! Du bist darum Mensch geboren, Zu erseßen, was verloren, Durch den Kreuzestod, Wahrer Mensch und Gott! 4. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht; Salbe mich mit Freudenöle, Weil ich für und für Bleiben werd' in dir. 6. Held aus Davids Stamm! Deine Liebesflamm' Mich ernähre und verwehre, Daß die Welt mich nicht versehre, Ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm! 7. Großer Friedefürst! Wie hast du gedürft't Nach der Menschen Heil und Leben, Der du in den Tod gegeben, Da du rief'st: mich dürft't! Großer Friedefürst! 8. Deinen Frieden gieb Aus so großer Lieb' Uns, den Deinen, die dich kennen Und nach dir sich Christen nennen, Denen du bist lieb, Deinen Frieden gieb! 9. Wer der Welt abstirbt, Emsig sich bewirbt Um ein gläubiges Vertrauen, Der wird bald mit Freuden schauen, Daß Niemand verdirbt, Der der Welt abſtirbt. 10. Nun ergreif' ich dich, Du, mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern gläubig dich umfassen, Weil im Glauben ich Nun ergreife dich. 11. Hier durch Spott und Hohn, Dort die Ehrenkron'; 15 226 Hier im Hoffen und im Glauben, Dort im Haben und im Schauen; Denn die Ehrenkron' Folgt auf Spott und Hohn. 12. Jesu, hilf, daß ich Kämpfe ritterlich, Heiligungslieder. Alles durch dich überwinde Und in deinem Sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich. 13. Du, mein Preis und Ruhm, Werthe Saronsblum',*) In mir soll nun Nichts erschallen, Als was dir nur kann gefallen, Werthe Saronsblum', Du, mein Preis und Ruhm. Adam Drese( geft. 1718). Mel. Jesus, meine Zuversicht. 332. Steil und dornicht iſt der Pfad, Der uns zur Vollendung leitet. Selig ist, wer ihn betrat Und im Namen Jesu streitet, Selig, wer den Lauf vollbringt Und nicht kraftlos niedersinkt! 2. Ueberschwenglich ist der Lohn Der bis in den Tod Getreuen, Die, der Lust der Welt entflohn, Ihrem Heiland ganz sich weihen, Deren Hoffnung unverrückt Nach der Siegeskrone blickt. 3. Den wir lieben und nicht sehn, Der hat uns den Lohn errungen, Von dem Kreuz zu Gottes Höh'n Sich vom Staub emporgeschwungen. Sieger in des Todes Nacht, Sprach er selbst: es ist vollbracht! *) Purpurfarbige Lilie in der Ebene Saron: Bild des am Kreuze blutenden Erlösers. 4. Zieh', o Held, uns hin zu dir, Zieh' uns nach, die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier; Droben ist es still und heiter. Hoffnung sieht das Morgenroth Schimmern hinter Grab und Tod. 5. Auf denn, Mitgenossen, geht Muthig durch die kurze Wüste; Seht auf Jesum, wacht und fleht, Daß Gott selbst zum Kampf euch rüste! Der in Schwachen mächtig ist, Giebt uns Sieg durch Jesum Christ. Sam. Bürde( 1753-1831). Mel. Alle Menschen müssen sterben. 333. Wer er das Kleinod will erlangen, Jag' ihm nach, so viel er kann; Wer die Krone will empfangen, Der muß kämpfen als ein Mann, Muß sich auch zu allen Zeiten Auf das Beste vorbereiten, Alles And're lassen gehn, Was ihm kann im Wege stehn. 2. Treuer Jesu, deine Güte Hält auch mir ein Kleinod für, Das entzückt mich im Gemüthe Durch den Reichthum seiner Zier. wie glänzt die schöne Krone Von dem hohen Ehrenthrone, Die du in der Herrlichkeit Deinen Streitern hast bereit't! 3. Mich verlangt von ganzem Herzen, Daß sie mög' mein eigen sein, Ja, ich sehne mich mit Schmerzen Nach dem freudevollen Schein; Heiligungslieder. Doch das Ringen macht mir bange, Und der Kampf währt mir zu lange; An der Erde hängt mein Sinn, Bald sinkt meine Kraft dahin. 4. D'rum, mein Jesu, steh' mir Armen In so großer Schwachheit bei; Laß dich meine Noth erbarmen, Mache mich von Allem frei, Was mir will mein Ziel verrücken; Laß mich in die Zeit mich schicken; Gieb mir Kraft und Freudigkeit, Förd're meinen Lauf und Streit! 5. Es verlohnt sich wohl der Mühe, Kämpfen, eh' ich werd' gekrönt, D'rum ich mich der Welt entziehe, Die den heil'gen Kampf verhöhnt. Deine theure Gnadenkrone Ist mir überg'nug zum Lohne; Wirst du nur mein Beistand sein, So ist sie in Kurzem mein. Joh. Mentzer( 1658-1734). Mel. Lobt Gott ihr Christen alle gleich. 334. Wie jelig, wer von Sünde frei! Wie gut hat's Christi Knecht! Im Sündendienst ist Sklaverei, In Christo Kindesrecht. a. Kampf und Sieg der Kirche. 2. Jm Sündendienst ist Finsterniß, Den Weg erkennt man nicht; Bei Christo ist der Gang gewiß, Man wandelt in dem Licht. 227 3. Im Sündendienst ist Haß und Leid, Weil es nun Abend worden ist; Dein göttlich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns auslöschen nicht! Man plagt und wird betrübt; In Christi Reich ist Freudigkeit, Man liebt und wird geliebt. 4. Die Sünde giebt den Tod zum Lohn: Das heißt ja schlimm gedient! Das Leben aber ist im Sohn, Der uns mit Gott versühnt. 5. O Heiland, dir nur dien' ich gern; Denn du hast mich erkauft. Ich weiß und will sonst keinen Herrn, Auf dich bin ich getauft. 6. Wen du frei machst, der ist recht frei, Du schenkst ihm alle Schuld, Und darum dank' ich deiner Treu' 2. Von der Kirche. Und rühme deine Huld. 7. Ich bete an, Herr Jesu Christ, Und sage: ich bin dein; Nimm mich zu dir! denn wo du bist, Soll auch dein Diener sein. Phil. Hiller( 1699-1769). 2. In dieser schwerbetrübten Zeit Verleih' uns, Herr, Beständige Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. bleib' bei uns, 335. Aber Christ, Daß wir dein Wort und Sakrament Behalten rein bis an das End'. 15 228 Von der Kirche. 336. Ach Gott vom Him3. Herr Jesu, deine Kirch' er-| mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. halt': Wir sind gar sicher, träg' und falt; Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, Damit es schall' an jedem Ort'. 4. Erhalt' uns nur bei deinem Wort, mel sieh' darein Und laß dich deß erbarmen; Wie wenig sind der Heil'gen dein, Verlassen sind wir Armen! Dein Wort will man nicht haben wahr, Der Glaub' ist auch erloschen gar Und wehr' des Teufels Trug und Mord! Gieb deiner Kirche Gnad' und Huld, Fried', Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zut. Auf dieser Erd' ist keine Ruh; Viel Sekten und viel Schwärmerei, Sie kommen haufenweis' herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, Die sich mit Macht erheben hoch Und bringen stets was Neues her, Zu fällen deine rechte Lehr'. 7. Die Sach' und Ehr', Herr Jesu Christ, Nicht unser, sondern dein ja ist; Darum so steh' du denen bei, Die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß Und deiner Kirche wahrer Schußz; Dabei erhalt uns, lieber Herr, Daß wir nichts And'res suchen mehr. 9. Gieb, daß wir thun nach deinem Wort Und darauf ferner fahren fort Von hinnen aus dem Jammerthal Zu dir in deinen Himmelssaal. Nit. Selnecker( 1530-1592). Bei so viel Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was eig'ner Wiß erfindet; Ihr Herz nicht eines Sinnes ist, In Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der And're das; Sie trennen uns ohn' alles Maaß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll' ausrotten Aller Lehr', Die falschen Schein uus lehren, Und sich vermessen hoch und sehr: Trotz dem, der's uns will wehren! Wir haben Recht und Macht allein; Was wir geseßt, gilt allgemein: Wer ist, der uns sollt' meistern? 4. Darum spricht Gott: ich muß auf sein; Die Armen sind verstöret, Ihr Seufzen dringt zu mir herein, Ich hab' ihr' Klag' erhöret. Mein heilsam Wort soll auf dem Plan Getrost und frisch sie greifen an Und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durch Feu'r siebenmal Bewährt, wird lauter funden: An Gottes Wort man warten soll Es will durch's Kreuz bewähret Desgleichen alle Stunden, ſein, Von der Da wird erkannt sein' Kraft und Schein Und leucht't start in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein Vor dieser Zeit Geschlechte Und laß uns dir befohlen sein, Daß uns hier nichts anfechte. Der gottlos' Haufe da sich find't, Wo diese bösen Leute sind In deinem Volk erhaben. Martin Luther( 1483-1546). Steu're den Feinden, Ihre Blutgerichte :,: Mache zu nichte!:,: 2. Streite doch selber für uns arme Kinder; Wehre dem Bösen, seine Macht verhinder': Kirche. 229 338. Der letzten Nacht, Mel. Nun sich der Tag geendet hat. er du noch in der Eh' du für uns erblaßt, Den Deinen von der Liebe Macht Eigene Melodie. 337. Christe, du Beistand zu deiner Liebe Preis. deiner Kreuzgemeine, Eile; mit Hilf und Rettung uns erscheine: Alles, was kämpfet Wider deine Glieder, :,: Stürze darnieder!:,: 3. Friede in Kirch' und Schule uns bescheere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre; So schön gepredigt haft; 2. Erinnre deine kleine Schaar, Die sich sonst leicht entzweit, Daß deine letzte Sorge war: Der Glieder Einigkeit. 3. Bezwing' doch unsern stolzen Sinn, Dich, o du Wächter Deiner armen Heerde, :: Himmel und Erde!:;: Matth. Apelles v. Löwenstern ( 1594-1648). Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen :,: Gieb zu genießen!:,: 4. Also wird zeitlich deine Güt' erhoben; Also wird ewig und ohn' Ende loben Der nichts von Demuth weiß, Und führ' ihn in die Liebe hin Nicol. Gr. v. Zinzendorf( 1700-1760). Eigene Melodie. 339. Fin' feste Burg ist unser Gott, Ein' gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Noth, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt' böse Feind, Mit Ernst er's jetzt meint; Groß' Macht und viel List Sein' grausam' Rüstung ist; Auf Erd'n ist nicht sein'sgleichen. 2. Mit uns'rer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren; Es streit't für uns der rechte Mann, Den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist: Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein and'rer Gott; Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' Und wollt'n uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr: 230 Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nichts: Das macht, er ist gericht't; Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn Von der Kirche. Und kein'n Dank dazu haben; Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: Laß fahren dahin, Sie haben's tein'n Gewinn; Das Reich muß uns doch bleiben. Mart. Luther( 1483-1546). Mel. Lobet Gott, unsern Herren. 340. Erhalt uns deine 4. Erhalt', Herr, deine Heerde, Der grimme Wolf kommt an; Schaff', daß uns Hilfe werde, Weil Niemand retten kann, Ohn' dich, du großer Hirte. Leit' uns auf guter Weid', Treib', nähr', erfreu', bewirthe Uns in der wüsten Haid'. 5. Erhalt uns, Herr, dein Erbe, Dein werthes Heiligthum; Zerreiß', zerschmeiß', verderbe, Was wider deinen Ruhm. Laß dein Geseß uns führen, Gönn' uns dein Himmelsbrot, Laß deinen Schmuck uns zieren, Heil' uns durch deinen Tod! 6. Erhalt' und laß uns hören Dein Wort, das selig macht, Den Spiegel deiner Ehren, Das Licht in dieser Nacht. Daß dieser Brunn uns tränke, Der Himmelsthau uns neh', Uns diese Richischnur lenke, Der Honig uns ergöß'. 7. Erhalt' in Sturm und Wellen Lehre, Herr, zu der letzten Zeit, Erhalt dein Reich, vermehre Dein edle Christenheit; Erhalte festen Glauben, Der Hoffnung hellen Strahl. Laß uns dein Wort nicht rauben In diesem Jammerthal. 2. Erhalt dein' Ehr' und wehre Dem, der dir widerspricht; Erleucht', Herr, und bekehre, Allwissend ewig Licht, Was dich bisher nicht kennet; Entdecke doch der Welt, Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. Der du dein Licht gegönnet, Was einzig dir gefällt. 3. Erhalt', was du gebauet 341. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Und steu're deiner Feinde Mord, Die Jesum Christum, deinen Sohn Und durch dein Blut erwarbst, Was du dir hast vertrauet, Da du am Kreuze starbst. So viele Feinde stürmen Zu deiner Kirche Fall, Du aber wollst sie schirmen Als Mau'r und Felsenwall. Wohl stürzten gern von seinem Thron! 2. Beweis dein' Macht, Herr Jesu Christ, Dein Häuflein, laß doch nicht Uns Wind und Wetter fällen; Steu'r selbst dein Schiff und richt' Den Lauf, daß wir gelangen Zum Hafen nach der Zeit Und Ruh' nach Streit erlangen In sel'ger Ewigkeit. Andr. Gryphius( 1616-1664). Von der Kirche. Der du Herr aller Herren bist; Beschirm' dein' arme Christenheit, Daß sie dich lob' in Ewigkeit! 3. Gott, heil'ger Geist, du Tröster werth, Dem Volk gieb einen Sinn auf Erd'; Steh' bei uns in der letzten Noth, Leit' uns in's Leben aus dem Tod. Martin Luther( 1483-1546). Eigene Melodie. 342. Fabre fort:: Zion, fahre fort im Licht, Mache deinen Leuchter helle, Laß die erste Liebe nicht, Suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort', :,: Fahre fort!:,: 2. Leide dich:,: Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne; Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone; Zion, fühlest du der Schlangen Stich, :: Leide dich!:,: 3. Folge nicht:: Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen; Achte nicht ihr Gut und Geld, Halt' am Beten und am Wachen; Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, 231 5. Dringe ein:,: Zion, dringe ein in Gott; Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht, wie die Andern, todt, Sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft, nicht in den Schein :,: Folge nicht!:,: 4. Prüfe recht:: Zion, prüfe recht den Geist, Der dir ruft zu beiden Seiten; Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, das, was gut scheint und was schlecht, :,: Brüfe recht!:,: :: Dringe ein!:,: 6. Brich herfür:: Zion, brich herfür in Kraft, Weil die Bruderliebe brennet; Beige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegeb'ne Thür :,: Brich herfür!:,: 7. Halte aus:: Zion, halte deine Treu', Lasse nimmer lau dich finden: Auf, das Kleinod rückt herbei; Auf, verlasse, was dahinten! Bion, in dem letzten Kampf und Strauß :,: Halte aus!:,: Joh. Schmidt( 1669-1745). Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 343. Gottes Stadt ſteht fest gegründet Auf heil'gen Bergen, es verbündet Sich wider sie die ganze Welt; Dennoch steht sie und wird stehen, Man wird an ihr mit Staunen ſehen, Wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels Ist ihres Heiles Fels. Halleluja! Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, Das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Thore liebt vor allen Der Herr mit gnäd'gem Wohlgefallen, Macht ihre Riegel stark und fest; 232 Von der Segnet, die darinnen wohnen, Weiß überschwenglich dem zu lohnen, Der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, Wie trägt er mit Geduld All' die Seinen! O Gottes Stadt Du reiche Stadt, Die solchen Herrn und König hat! 3. Große heil'ge Dinge werden In dir gepredigt, wie auf Erden Sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, Du hast den Geist und hast die Klarheit, Die alle Finsterniß zerstört. Da hört man fort und fort Das theuerwerthe Wort Ew'ger Gnade. Wie lieblich tönt, Was hier versöhnt Und dort mit ew'gem Leben frönt! Kirche. Voll Erstaunen wird man schauen, Wie Gott sein Zion mächtig bauen nommen, Die fernsten Völker werden kommen Und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, Wird auch der Herr noch pred'gen lassen, Was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gnadenthron? Wird man fragen. Dann kommt die Zeit, Wo weit und breit Erscheint der Herr in Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen, Man wird noch einst zu Zion sagen: Wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin Für die Heiden; Es kommt ihr Tag, Sie werden wach Und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden Die Mutter aller Völker werden, Die ew'ges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie vom Reigen, Wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, Das alles Dürsten ſtillt. Halleluja! Von Sünd' und Tod, Von aller Noth Erlöst nur einer, Zions Gott. Karl Spitta( 1801-1859). 4. Auch die nichts davon ver- Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. 344. Her err, deine Kirche danket dir; Noch wohnt dein Wort im Lande. Von deiner Gnade haben wir Noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr Durch der Feinde Schaar: Dann, o Jesu Christ, Besiege Macht und List Und herrsch in jedem Lande. 2. Sei, Herr, mit uns, verlaß uns nie, Uns, deines Leibes Glieder; Hilf deiner Kirch' und schüße sie; Denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, Hast du selbst erbaut. Ach, erhalt' sie rein! Und die den Bund entweihn, Die heilige dir wieder! Von der Kirche. 233 Mel. Herzliebster Jefu, was haft. 345. Herr, unser Gott, laß 3. Eins, Herr, ist, was dein Zion fränkt, Daß unter deinen Christen So mancher deiner nicht gedenkt, Beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub' ist schwach, Kalt die Lieb', und ach, Sie bedenken nicht: Es wart't ein schwer Gericht Auf träge, sich're Christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treu; Ach, daß wir frömmer wären! Mach' alle Herzen rein und neu, Laß alle sich bekehren. Gieb uns Wissenschaft, Glauben, Lieb' und Kraft, Gieb Entschluß und Muth, Zu wagen Ehr' und Blut Zu deines Namens Ehren. 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, Kein Glied mehr regen. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen; Erhalt uns Ruh' und Frieden. Vergebens ist's, auf MenschenLaß uns, gestärket durch dein hülfe bauenh Mit dir wir wollen Thaten tun und kämpfen, Wort, Im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, Gieb uns, was beglückt; Nach der Prüfung Zeit Ruf uns zur Seligkeit, Zu deines Himmels Frieden! 6. Herr, deine Kirche streitet noch, Hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse Bardoch Kein Kämpfer unterliegen! Hör' ihr findlich Flehn, Eil' ihr beizuſtehn, Daß sie standhaft sei, Stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche siegen! Joh. Mich. Uhlich( 1713-1774). werden Die, so in ihren Nöthen und Beschwerden Bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen Und zu dir rufen. 2. Zu Schanden mache alle, die dich hassen, Die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich mit Gnaden zu uns Armen; Laß dich's erbarmen! 3. Und schaff' uns Beistand wider uns're Feinde. Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; Sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, Die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten Und das bedrängte, kleine Häuflein retten. Wir trau'n auf dich, wir schrei'n in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann( 1585-1647). Mel. Lobe den Herren, o meine Seele. 346. Christgemeinde, o Der seine Kirche mächtig hält, Sinkt in den Staub, ihr, des Kreuzes Feinde: Der Herr ist Gott und sein die Welt! Von der Kirche. 234 Sein kräftig Wort schallt weit Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja, Halleluja! 2. Ringsumher gehen in alle Lande Apostel aus nach Ost und West, Fürchten nicht Martern und scheuen nicht Bande, Sie halten am Erlöser fest. Auf aller theuren Märt'rer Blut Ohn' Wanken Christi Kirche ruht. Halleluja, Halleluja! 3. Schon benedei'n dich viel tausend Zungen, D Herr, als Heiland und Prophet: Ueberall ist ja dein Nam' erklungen, Des Kreuzes Gnadenbild erhöht; Den fernen Inseln naht dein Wort, Dir jauchzt der Süden und der Nord: und breit 347, D Sefu Chrifte wahres Licht, Halleluja, Halleluja! 4. Fernhin und nahe sind wir nun Brüder; Ein Herr, ein Glaub', ein Sakrament. Allzugleich sind wir des Mittlers Glieder, Der vor dem Vater uns bekennt. Tausend und Tausend flehn zugleich: Vater unser im Himmelreich." Halleluja, Halleluja! Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend'. Und beugen sich vor Jesus Christ; Wann dieser sel'ge Tag erscheint, Himmel und Erde sind vereint. Halleluja, Halleluja! Hermann Daniel( geb. 1812). Erleuchte, die dich kennen nicht, Und bringe sie zu deiner Heerd', Daß ihre Seel' auch selig werd'! 2. Erfüll' mit deiner Gnade Schein, Die noch des Irrthums Nacht hüllt ein; Auch die, so heimlich noch ficht an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verloren hat Von dir, das suche du mit Gnad', Und ihr verwund't Gewissen heil', Laß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör: Die Stummen richtig reden lehr', Die nicht bekennen wollen frei, Was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblend't, Bring' her, die sich von uns getrennt, Versammle, die zerstreuet gehn, Mach' feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich Für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann( 1585-1647). Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. 5. Lobet den Herren! Einst 348. Jeju, einig wahres Stunde, Wo eine Heerd', ein Hirte ist! Alle die Völker sind dann im Bunde Der heiligen Gemeine, Die an dich, ihren Heiland, glaubt Und nur auf die alleine, Als ihrem Felsen, steht, Der nie untergeht, Wenn gleich die ganze Welt Bertrümmert und zerfällt; Erhör', erhör' uns, Jesu! Von der Kirche. 2. Laß, guter Hirt, das Häuf-| Sind wir, Jesu, dein: 1 lein klein, Das sich zu dir bekennet, Dir ferner anbefohlen sein, Erhalt' uns ungetrennet. Wort', Tauf' und Abendmahl Laß in seiner Zahl Und ersten Reinigkeit Bis an den Schluß der Zeit Zu unserm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit Mit reinem Herzen dienen. Laß uns das Licht der Seligkeit, Das uns bisher geschienen, Zur Buße träftig sein Und zum hellen Schein, Der unsern Glauben mehrt, Der Sünden Macht zerstört Und fromme Christen machet. 4. Laß uns beim Evangelio Gut, Blut und Leben wagen; Mach' uns dadurch getrost und froh,. Das schwerste Kreuz zu tragen. Gieb uns Beständigkeit, Daß uns Lust und Leid Von dir nicht scheiden mag, Bis wir den Jubeltag Bei dir im Himmel halten. 5. Erbarm' dich deiner Christenheit, Vermehre deine Heerde; Für uns, dein armes Häuslein, streit,' Daß es erhalten werde. Den Aergernissen wehr'; Was dich haßt, bekehr'; Was sich nicht beugt, zerbrich; Mach' endlich seliglich An aller Noth ein Ende. 6. Ach, Jesu, ach, wir bitten dich In deinem Jesus- Namen: Erhör', erhör' uns gnädiglich Sprich, Jesu, Ja und Amen! Willst du uns Jesus sein, So halt' dein Jesus- Wort, Und laß uns hier und dort Darüber dir lobsingen. 235 Johann Mentzer( 1658-1731). Mel. Fabre fort. 349. Reich des Herrn,:,: Brich hervor in vollem Tag! Deiner Strahlen Macht erhelle, Was in Todesschatten lag! Wolk' und Zweifelsnebel fälle; Sende Licht und Wärme nah' und fern, :,: Reich des Herrn.:,: 2. Siege bald!:,: Komm', das kalte Reich der Nacht Aller Enden zu zerstören! Sieh', es sammelt seine Macht; Doch wer kann den Sieg dir wehren! Denn die Sonne der Gerechtigkeit :: Führt den Streit.:;: 3. Gottes Held,:,: Mit der Gnade Sieg'sgewalt Schlage Feind an Feind darnieder! Bring' in deine Herrschaft bald Alles Abgefall'ne wieder! Dann umarme Freud' und Friede fich- 006 :,: Ewiglich.:,: 4. Ueberall:,: Laß bis an der Welten Rand, Laß durch jeden Kreis der Erden Deinen Namen hell erkannt, Deine Kraft verherrlicht werden, Bis du als der Völker Friedefürst :: Herrschen wirst.:: 5. Menschenhuld:,: Klopft in deiner milden Brust; Unter Menschenkindern wohnen, Das ist deines Herzens Lust. Nimm, o nimm die Nationen, 236 Von der Kirche. Nimm zum Wohnsig alle Länder| Der fest und unbeweglich steht, Wenn Erd' und Himmel untergeht. od 0 nein; :,: Sie sind dein!:,: 6. Aber ihr,:: and Die der König ausgesandt, 4. Du bist und bleibest unser Herr, Der Leitstern deiner Wanderer, Geht voran in alle 3onen; Bahnt die Weg' und macht be- Der Kirche theures Oberhaupt, Dem keiner Feinde Macht sie raubt. 5. Dein Geist, der Geist der Herrlichkeit, Mit dem der Vater dich geweiht, Ruht auf der Kirche fort und fort d fannt Unter allen Nationen, Wie die Gnade, wo der Herr regiert, is Und segnet ihrer Zeugen Wort. 6. Denkt man daran, so weiß man nicht, :,: Triumphirt.:,: 7. Welch ein Herr!:,: Ihm zu dienen, welch ein Stand! Wenn wir seines Dienstes pflegen, Lohnt er uns'rer schwachen Hand Armes Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt sein Friede mit :,: Schritt vor Schritt.:;: 8. Kommt herbei:,: Frohe Zeiten, säumet nicht, Daß der Herr sich offenbare Als der Völker Recht und Licht! Kommt, daß alle Welt erfahre, Wie die Menschenheerd' ihr großer Hirt :,: Weiden wird.:,: Karl Garve( 1763-1841). Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht. 350. So lange Jesus bleibt Herr, Wird's alle Tage herrlicher: So war's, so ist's, so wird es sein Bei seiner gläubigen Gemein'. 2. Es bleibt bei dem bekannten Wort, Von Zeit zu Zeit, von Ort zu Ort: Christi Blut und Gerechtigkeit Bleibt seiner Kirche Herrlichkeit. 3. Wir sagen Ja mit Herz und Mund! Das Lamm ist seiner Kirche Grund, Wie einem recht dabei geschieht, Steht nur so da und sieht dir zu Und denkt: Gekreuzigter, nur du! 7. Mach' deine Boten sieggefrönt d Zum Preise dir, der uns verföhnt Und gieb mit uns an deinem di Heil Es Der ganzen Welt aus Gnaden Theil! Nicol. Gr. v. Zinzendorf( 1700-1760). Mel. Kommt Her zu mir, spricht Gottes Sohn. 351. Verzage nicht, du Häuflein klein, Obschon die Feinde Willens sein, Dich gänzlich zu verstören Und suchen deinen Untergang, Davon dir wird recht angst und bang'; Es wird nicht lange währen. 2. Getröst' dich nur, daß deine Sach' Ist Gottes; dem befiehl die Rach', Und laß du ihn nur walten. Er wird durch einen Gideon, Von der Kirche. Den er wohl weiß, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Teufel, Welt und Höllenpfort', Und was dem thut anhangen, Endlich werden zu Schand' und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott, Den Sieg woll'n wir erlangen. Gustav Adolfs Feldlied, in Reime gebracht von Michael Altenburg( 1632). unser Gott. Mel. Ein' feste Burg 352. Verzage nicht, du kleine Schaar, Ob auch die Feinde schnauben: Halt' dich an Gott in der Gefahr Und stehe fest im Glauben: Sein helles Auge wacht Auch in der Mitternacht. Gewaltig ist sein Arm. Der Widersacher Schwarm Schlägt seine Hand zu Boden. 2. Mag immerhin ihr stolzer Mund Viel neue Saßung lehren, Den alten, tiefen Glaubensgrund Der Christen umzukehren: So weichen wir doch nicht Von Gott und seinem Licht; Sein seligmachend Wort Wird von der Höllenpfort' Doch nimmermehr bezwungen. 3. Wir ziehn den Harnisch Gottes an, 237 4. Wir wandeln in dem lichten Glanz, Der von dem Herrn ausgehet; Der Herr ist selber uns're Schanz', Umgürten uns're Lenden Und stehn, mit Wahrheit angethan, Das Geistesschwert in Händen. Des Heilands reine Lehr' Ist uns're Waff' und Wehr, Christi Gerechtigkeit Ist unser Panzerkleid Und unser Schild der Glaube. Wenn unser Feind aufstehet. Wir sind auf festem Grund, Da unserm Glaubensbund Der Heiland Jesus Christ Der Grund- und Eckstein ist Und allezeit wird bleiben. 5. Durch Christum wird beschirmet sein Die Kirche sondergleichen, Wenn auch wohl Hügel sinken ein Und selber Berge weichen. Ihm ist sie ja vertraut, Auf ihn, den Fels, erbaut; Er wohnt bei ihr darin, Hell glänzet ihre Zinn', Darauf sein Zeichen stehet. 6. Glaubensherzog, Jcsu Christ, Hilf uns dein Wort bewahren: Und wächst der Feinde Macht und List, So stärk' uns in Gefahren. Held Gottes, dein Panier Bricht auf, wir folgen dir: In deiner heil'gen Hut Steht Ehre, Gut und Blut Der treuen Kampfgenossen. Christian Bähr( 1795-1846). 353. Mel. Ein' feste Burg ist unser Gott. enn Christus seine So mag die Hölle wüthen; Er, der zur Rechten Gottes sitzt, Hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah, Wenn er gebeut, steht's da; Er schüßet seinen Ruhm Und hält das Christenthum: Mag doch die Hölle wüthen. 238 Von der Kirche. 2. Gott sieht die Fürsten auf| Daß du rufest Ach und Weh', dem Thron Schweigt dein Heiland still dazu, Gleich als schliefe er in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen! Bald wird Sturm und Fluth sich legen. Sich wider ihn empören; Denn den Gesalbten, seinen Sohn, Den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Wort's, Des Heilands, unsers Hort's; Sein Kreuz selbst ist ihr Spott, Doch ihrer lachet Gott: Sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben: Der Unchrist mag ihr widerstehn, Wir halten fest im Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, Sein Wort von Herzen hält, Dem kann die ganze Welt Die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, Baßt euch kein Droh'n erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr, Zebaoth, Hält über sein Gebot, Giebt uns Geduld in Noth Und Kraft und Muth im Tod: Was will uns denn erschrecken? Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 354. Bion, gieb dich nur zufrieden! Gott ist noch bei dir darin, Du bist nicht von ihm geschieden: Er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; Dies ist Gottes steter Brauch: Zion, lerne dies bedenken! Warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meereswellen Auf der wilden, tiefen See, Wollen sie dich gar zerschellen, 3. Berg' und Felsen mögen weichen, Ob sie noch so feste stehn; Mag die Welt mit ihren Reichen Wanken, ja selbst untergehn: Dennoch hat es keine Noth, Nicht im Leben, nicht im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken, Aus des ew'gen Bundes Schranfen. 4. Müssen schon allhier die Thränen Deine schönsten Perlen sein, Dringt dein Seufzen und dein Stöhnen Auch in deine Lieder ein, Auch in deine Lieder ein, Ist der Spott dein täglich Brot Und dein Trank die bitt're Noth: Zion, laß dir doch nicht grauen! Du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, Mit viel Qual und Herzeleid, Dennoch wirst du nicht zu Schanden; Denk' nur an die Ewigkeit. Sei getrost und wohlgemuth; Denn der Herr ist's, der es thut: Zion, Gott wird dich schon stärfen, Seine Hilfe wirst du merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende Und der Abend schon herbei; Gieb dich nur in Gottes Hände, Der macht dich von Allem frei. Für die Trübfal, Spott und Hohn Giebt er dir die Freudenkron': Von der Kirche. Zion, Gott, dein Schuß, wird wachen Und die Welt zu Schanden machen. 7. Freuet euch, ihr Himmelserben, Freuet euch mit Zion hier; Ihr sollt nicht im Tode sterben, Ihr sollt leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual In dem schönen Himmelsfaal: Zion, wer will dich nun scheiden Von dem Lamm' und seinen Freuden? Joachim Pauli( um 1674). Eigene Melodie. 355. 3ion Flagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werthe Stadt, Die er trägt in seinem Herzen, Die er sich erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott 239 4. Ja, wenn gleich du könntest finden Jetzt nicht, wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du vielgeliebte, Sprach zu ihr des Herren Mund, Zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel' und Leib ist dir verwund't; Doch stell' alles Trauern ein: Wo mag eine Mutter sein, Die ihr eigen Kind kann haffen Und aus ihrer Sorge lassen? Einen solchen Muttersinn, Dem die Liebe sollt' entschwinden, So bleib' ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier! Längst hast du mein Herz besessen, Deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Feind verblenden, Der sonst nichts als schrecken kann. Siehe hier in meinen Händen Hab' ich dich geschrieben an! Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; Deine Mauern will ich bauen Und in Gnade dich anschauen. 6. Wie der Säugling ohne biri Sorgen Ruht in seiner Mutter Schooß, Bist auch du in mir geborgen, Meine Treu' zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, Keine Noth, Gefahr und Streit, Ja des Todes Macht nicht scheiden: Bleib' getreu in allen Leiden. Joh. Heermann( 1585-1647). in this Mich verlassen in der Noth, Läßt mich so in lengsten schweben, Hat sich meiner ganz begeben. 2. Der Gott, der mir hat versprochen Seinen Beistand jederzeit, Der läßt sich vergebens suchen Jeßt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für Ohne Gnade zürnen mir? b. Mission. Mel. Valet will ich dir geben. Kann und will er sich der Ar- 356. Der du zum Heil men erschienen Der allerärmsten Welt Und von den Cherubinen Zu Sündern dich gesellt; Den sie mit frechem Stolze Verhöhnt mit seiner Huld, Als du am dürren Holze Versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, Gingst du vom Vater aus, Von der Kirche. 240 Nahmst an dich uns're Bürden Und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, Von Morgen ohne Zahl Sind Gäste nun beschieden Zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitskleide, Von allen Flecken rein, Führst du zu deiner Freude Die Und welchen nichts verkündigt, Kein Heil verheißen war, Die bringen nun entsündigt Dir Preis und Ehre dar. 4. Du hast den ärmsten Sklaven, Wo heiß die Sonne glüht, Wie deinen andern Schafen Zu Liebe dich gemüht, Und selbst den öden Norden, Den ew'ges Eis bedrückt, Zu deinen Himmels- Pforten Erbarmend hingerückt. 5. D'rum kann nicht Ruhe werden, Bis deine Liebe siegt, Bis dieser Kreis der Erden Zu deinen Füßen liegt; Bis du im neuen Leben Die ausgeföhnte Welt Dem, der sie dir gegeben, Vor's Angesicht gestellt. 6. Und siehe, tausend Fürsten Mit Völkern ohne Licht Stehn in der Nacht und dürsten Nach deinem Angesicht! Auch sie hast du gegraben In deinen Priesterschild, Am Brunnquell sie zu laben, Der dir vom Herzen quillt. 7. So sprich dein göttlich: Werde! Laß deinen Odem wehn, Daß auf der finstern Erde Die Todten auferstehn, Daß, mo man Gößen fröhnet Und vor den Teufeln kniet, Ein willig Volk versöhnet Zu deinem Himmel zieht. 8. Wir rufen, du willst hören: Wir fassen, was du sprichst; Dein Wort muß sich bewähren, Womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen, Wie viele sind's noch nicht! O du, der's uns versprochen, Werd' aller Heiden Licht! Albert Knapp( 1798-1864). Mel. Nun ruhen alle Wälder. 11 357. Du großer Zionskönig, Dem Alles unterthänig Und übergeben iſt, Vor dem die Erd' sich beuget, Dem sich der Himmel neiget: Hör' unser Flehn, Herr Jesu Christ. 2. Vereint mit deinen Frommen, Will uns're Schaar auch kommen Vor deinen Gnadenthron. Laß unser schwaches Lallen Dir, Vater, wohlgefallen Und segne uns in deinem Sohn. 3. Die, Herr, nach dir sich nennen, Dich aber noch nicht kennen, Erleucht' mit deinem Wort. Weck auf die todten Herzen, Die Zeit nicht zu verscherzen Zum Seligwerden hier und dort. 4. Tritt unter deine Füße Das Reich der Finsternisse Zu deines Namens Ruhm! Durchdring' der Heiden Herzen Zum Lohne deiner Schmerzen Mit deinem Evangelium. 5. Stärk', Heiland, deine Knechte, Zu fördern deine Rechte, Zu streiten in Geduld. Gieb Allen Muth und Kräfte Zum großen Heilsgeschäfte Und labe sie mit deiner Huld. Von der Kirche. 6. Erhöre unser Flehen, O Herr, und laß geschehen, Was unser Herz begehrt, Daß bald die ganze Erde Dein Gottestempel werde. Wer's glauben kann, dem wird's gewährt. Verfasser unbekannt. Mel. Meinen Jesum laß' ich nicht. 358. Eine Heerde und ein Wie wird dann dir sein, o Erde, Wenn sein Tag erscheinen wird? Freue dich, du kleine Heerde, Mach' dich auf und werde Licht: Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herrlichkeit des Herrn Nahet dämmernd sich den Heiden; Blinde Pilger fleh'n um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm', o komm', getreuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt Fern von dir und deiner Heerde. Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flicht 241 6. O des Tag's der Herrlichfeit! Jesus Christus, du die Sonne, Und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried' und Wonne! Vor des Morgenrothes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet Durstend an der Lebensquelle; Ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan: Rauscht, verdorrete Gebeine, Macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine: Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Mach' dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Krummacher( 1768-1845). Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 359. Einer ist's, an dem wir hangen, Der für uns in den Tod gegangen Und uns erkauft mit seinem Blut. Uns're Leiber, uns're Herzen Gehören dir, o Mann der Schmerzen, In deiner Liebe ruht sich's gut. Nimm uns zum Eigenthum, Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder; Verbirg uns nicht Das Gnadenlicht Von deinem heil'gen Angesicht! 2. Nicht wir haben dich erwählet, Du selbst hast uns're Zahl gezählet Nach deinem ew'gen Gnadenrath. Uns're Kraft ist schwach und nichtig, Und Keiner ist zum Werke tüchtig, Der nicht von dir die Stärke hat. D'rum brich den eignen Sinn; Denn Armuth ist Gewinn Für den Himmel. Wer in sich schwach, Folgt, Herr, dir nach Und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, Die Ernt' ist groß, der Schnitter wenig; D'rum sende treue Zeugen aus! 16 Von der Kirche. 242 Send' auch uns hinaus in Gnaden, Viel arme Gäste dir zu laden Zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abendmahl Im Reich' Gottes! Da ruht der Streit, Da währt die Freud' Eigene Melodie. Heut, geſtern und in Ewigkeit. 360. Es wolle Gott uns auf deine Millionen, Die noch im Todesschatten wohnen, Von deinem Himmelreiche fern! Seit Jahrtausenden ist ihnen. Kein Evangelium erschienen, Kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, Geh' auf, denn es ist Zeit! Komm', Herr Jesu, Zieh' uns voran gnädig Und seinen Segen geben; Sein Antlig uns mit hellem Schein Erleucht' zum ew'gen Leben, Daß wir erkennen seine Werk' Und, was ihm lieb auf Erden, Und Jesu Christi Heil und Stärk Bekannt den Heiden werden Und sie zu Gott bekehren. 2. So danken dir und loben dich, Gott, die Völker alle, Und alle Welt, die freue sich Und sing' mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist Und läßt die Sünd' nicht walten; Dein Wort die Hut und Weide ist, Das wird uns wohl erhalten, In rechter Bahn zu wallen. Und mach' uns Bahn, Gieb deine Thüren aufgethan! 5. Deine Liebe, deine Wunden, Die uns ein ew'ges Heil erfunden, Dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den Seelen preisen Und auf dein Kreuz so lange weisen, 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten! Das Land bring' Frucht und beff're sich, Dein Wort laß wohl gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, Uns jegne Gott der heil'ge Geist, Dem alle Welt die Ehre thu', Vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Mart. Luther( 1483-1546). Bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort, Es richtet und durchbohrt Geist und Seele; Dein Joch ist süß, Dein Geist gewiß. Und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge Auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, Wächst endlich ohne Schein Doch zum Baume, Weil du, Herr Christ, Sein Hüter biſt, Dem es von Gott vertrauet iſt. Albert Knapp( 1798-1864). Beginnest du still und geringe: Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Aber du wirſt für uns ſtreiten 361. König Jeju, ſtreite, uns leiten: Daß Alles bald dir unterliege, Von der Kirche. Was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, Laß wehen deinen Lebensodem Durch's ganze, weite Todtenfeld. Erhöre unser Flehn, Und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir Und jauchzen dir Ein Halleluja für und für. Verfasser unbekannt. Mel. Wie schön leucht't uns der Diorgenstern. acht weit die PforM ten in der Welt: Ein König ist's, der Einzug hält, Umglänzt von Gnad' und Wahrheit. Wer von der Sünde sich gewandt, Wer auf vom Todesschlafe stand, Der siehet seine Klarheit. Seht ihn weithin Herrlich schreiten, Licht verbreiten: 362. er Nacht zerstreut er, Leben, Fried' und Wonne beut er. 2. Es jauchzt um ihn die große Schaar, Die lang' in schweren Fesseln war: Er hat sie frei gegeben. Blind waren sie und sehen nun; Lahm waren sie und gehen mun; Todt waren sie und leben! Köstlich, tröstlich Allen Kranken, Ohne Wanken, Ohne Schranken Walten seine Heilsgedanken. 3. Noch liegt vor ihm so tief mid und schwer Der Sünden ungeheures Heer, Das tausend Völker drücket. Um Rache schreit es auf zu Gott; Doch lebet er und hat die Noth Der Sünder angeblicket, 243 Betet, rettet, Heilt und segnet Und begegnet Seinen Armen Als ein Heiland voll Erbarmen. 4. Längst ist in seinem ew'gen Rath Für sie zu seinem Reich der Pfad Gezeichnet und gebahnet; Ohnmächtig droht der Feinde Hohn; Schnell steht in Herrlichkeit sein Thron, Wo Niemand es geahnet. Selig, selig, Wer da trauet, Bis schauet; Wer sich mühet, Bis sein Gott vorüberzichet! 5. Die ihr von Christi Hause ſeid, Sommt, schließet nun mit Freudigkeit. Den Bund in seinem Namen! Laßt uns auf seine Hände schau'n, An seinem Reiche muthig bau'n! Sein Wort ist Ja und Amen. Flehet, gehet, Himmelserben Anzuwerben, Harret, ringet: Jesus ist es, der euch dinget. 6. O du, den unsre Sünde schlug, Wann wird doch deines Lob's genug Auf dieser Welt erschallen? Wann wird der Völker volle Zahl Im ungetrübten Sonnenstrahl Zu deinem Tempel wallen, Wo dich freudig Alle kennen, Jesus nennen, Dir geboren, Dir auf ewig zugeschworen? 7. Wir harren dein, du wirst es thun, 16* 244 Von der Kirche. Schaar Dein Herz voll Liebe kann nicht| Des ganzen Christenvolkes ruhn, Bis Alles ist vollendet: Die Wüste wird zum Paradies Und bittre Quellen strömen süß, Wenn du dein Wort gesendet. Zu dem Sturme Sprichst du: Schweige! Und mach' in deinem Gnadenscheine Dein Heil noch Jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Meer, verseige! Allmächtig starker Gotteshauch, Dein Feuermeer ström' nicht vergebens! Flammen, zündet! Tempel Gottes, sei gegründet! Ach, zünd' in unsern Herzen Albert Knapp( 1798-1864). auch! Mel. Du flagst und fühleft die Be schwerden. daß doch bald 363., bein Feuer brennte, Du unaussprechlich Liebender, Und bald die ganze Welt erfennte, Daß du bist König, Gott und Herr! 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme Jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West: Dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, 7. Schmilz Alles, was sich trennt, zusammen. Und heilen Sünd' und Höllenschmerz; 4. Berzehren Stolz und Eigenliebe Und sondern ab, was unrein ist, Und mehren jener Flamme Triebe, Und baue deinen Tempel aus; Laß leuchten deine heil'gen Flammen Durch deines Vaters ganzes * Haus. 8. Beleb', erleucht', erwärm', entflamme Doch bald die ganze weite Welt Und zeig' dich jedem Völkerstamme Als Heiland, Friedefürst und Held. 9. Dann tönen dir von Millionen Der Liebe Jubelharmonie'n ,! Und Alle, die auf Erden wohnen, Knie'n vor den Thron des Lammes hin. Ein herrlich Pfingst- und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken So manches falte, todte Herz Mel. Dir, bir, Jehova, will ich singen. Und machen Durst'ge freude- 364. Wach' auf, du Geiſt trunken der Zeugen, Der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, Die Tag' und Nächte nimmer schweigen, Joh. Frickert. und die getrost dem Feind' entgegen gehn, Ja deren Schall die ganze Welt durchdringt Völker Schaaren zu dir bringt. Die nur auf dich gerichtet iſt. 5. Erwecke, läut're und ver- Und aller eine Von der Kirche. 245 O daß dein Geist, sowie dein Wort verspricht, Dein Voll aus dem Gefängniß nähme! O würd' es doch nur bald vor Abend licht! Herr, den Himmel bald entzwei O Herr der Ernte, siehe doch da- Und komm' herab zur Hilf' und rein: mach' uns frei! Die Ernt' ist groß, die Zahl der Knechte klein. 7. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten Uns diese Bitte in den Mund gelegt. Es sei kein Ort ohn' dessen Glanz und Schein! Ach, führe bald dadurch mit Haufen Osiehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich recht inbrünstig hierum anzuflehn; D'rum hör', o Herr, und sprich: es soll geschehn. 4. Wie kannst du uns denn das versagen, Was uns dein Sohn selbst deutlich bitten heißt? Wie denkst du dieses abzuschlagen, Wozu du selbst uns treibst durch deinen Geist? Der Heiden Füll' zu allen Thoren ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf, Und also segne deines Wortes Lauf. 8. D beff're Zions wüste Stege, Und was dein Wort im Laufe hindern kann, Das räume bald aus jedem Wege; Vertilg', o Herr, den falschen Glaubenswahn Und mach' uns bald von jedemt Miethling frei, Denn, daß wir hierum zu dir brünstig flehn, Das ist allein durch deinen Geist geschehn. Daß Kirch' und Schul' ein Garten Gottes sei! Karl von Bogarth( 1690-1774). 5. Breit' aus dein Wort durch große Schaaren, Die in der Kraft Evangelisten gleich; Laß eilend Hilf uns widerfahren Und brich mit Macht hinein in Satans Reich. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht' es doch in alle Lande gehn! Ach, Herr, gieb doch in deine Ernte Viel Knechte, die in treuer Arbeit Ach reiß', o stehn! Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 6. Ach, daß die Hilf' aus Bion fame! Mel. Nun komm', der Heiden Heiland. 365. Malte, walte nah' und fern, Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf! 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und der Sünder Trost und Rath Zu uns hergesendet hat, Von der Kirche. 246 3. Wort von des Erlösers Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heil'gen Todes That Ewig weggenommen hat, 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, Der den Weg zum Himmel weis't Und durch seine heil'ge Kraft Wollen und Vollbringen schafft, 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein: Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag' erwacht! 6. Auf zur Ernt', in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld; Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Weck zum Werke Lust und Muth, Laß die Völker allzumal Schauen deines Lichtes Strahl! Jonath. Bahnmaier( 1774-1841). c. Einführung von Dienern der Kirche. 366. Helbi Mel. O Gott, du frommer Gott. err Jesu! der du Von Gott als Lehrer kommen, Und wie du's in dem Schooß Des Vaters haft vernommen, Den rechten Weg zu Gott Mit Wort und Werk gelehrt, Sei für dein Predigtamt Gelobt von deiner Heerd'! 2. Du bist zwar in die Höh' Zum Vater aufgefahren, Doch giebst du noch der Welt Dein Wort mit großen Schaaren Und baust durch diesen Dienst Die Kirche, deinen Leib, Daß er im Glauben wachs', Fest bis an's Ende bleib'. 3. Hab' Dank für dieses Amt, Durch welches man dich höret, Das uns den Weg zu Gott Und die Versöhnung lehret, Durch's Evangelium Ein Häuflein in der Welt Berufet, sammelt, stärkt, Lehrt, tröstet und erhält. 4. Erhalt uns diesen Dienst Bis an das End' der Erden, Und weil die Ernte groß, Groß' Arbeit und Beschwerden, Schick' selbst Arbeiter aus Und mach' sie klug und treu, Daß Feld und Arbeit gut, Die Ernte reichlich ſei. 5. Die du durch deinen Ruf Der Kirche haft gegeben, Erhalt' bei reiner Lehr' Und einem heil'gen Leben; Leg' deinen Geist in's Herz, Das Wort in ihren Mund, Was Jeder reden soll, Das gieb du ihm zur Stund. 6. Ach segne all' dein Wort Mit Kraft an unsern Seelen; Laß deiner Heerd' es nie An guter Weide fehlen; Such' das Verirrte selbst, Das Wunde binde zu, Das Schlafende week' auf, Das Müde bring' zur Ruh'. 7. Bring', was noch draußen ist, Zu deiner kleinen Heerde; Was d'rinnen ist, erhalt', Daß es gestärket werde; Dring' durch mit deinem Wort, Bis einstens Heerd' und Hirt Im Glauben, Herr, an dich Zusammen selig wird. Eberhard Fischer( 1695-1773). Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 367. Jeju, Herr der Herrlichkeit! Du König deiner Christenheit, Von der Kirche. Du Hirte deiner Heerde! Du siehst auf die erlöste Welt, Regierst sie, wie es dir gefällt, Sorgst, daß sie selig werde. Von dir Sind wir Auch erwählet, zugezählet Den Erlösten, Die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, Nach deinem Sinn ihm Hirten giebſt, Die es zum Himmel führen, Und die voll Eifer, Geist und Kraft, Gottselig und gewissenhaft Das Herz des Sünders rühren. Treue Hirten Laß den Seelen niemals fehlen Und die Heerden Mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns gesandt: Herr, segne seine Werke! Die Seelen, die sich ihm vertrau’n, Durch Lehr' und Leben zu erbau'n, Selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, Laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, 247 Gieb uns ein Herz, das folgsam hört, Ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer Laß in Freundschaft und Gemeinschaft Feste stehen Und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, unsern Freund Uns dir entgegen führen! Du giebst ihm unter seine Hand Die Seelen als cin theures Pfand: Laß keine ihn verlieren! Jesu, Hilf du, Biet' die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde Treu vor dir befunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, Wir heißen dich willkommen gern In Jesu Christi Namen! OHirte, nimm uns bei der Hand, Führ'uns zum ew'gen Baterland: Gott mit dir! Amen, Amen. Gieb Weisheit ihm und Stärke. Lehr' ihn, Hilf ihm Mel. O Tag des Herrn, du sollst mir heilig. Thun und leiden, dulden, streiten, 368. Umgürte die, o Gott, Kräften In ihrem heil'gen Amt und Stand, Die zu des Predigtamts Geschäften Dein gnadenvoller Ruf gesandt! Lehr' du sie, dann sind sie gelehret; Erneu're, die du, Herr, bekehret; Hilf ihnen selbst, dann wird allein Ihr Amt an uns gesegnet sein. 2. Laß auf ihr Pflanzen, Säen, Bauen, Mit dir Gehn wir Durch die Leiden dieser Zeiten Zu dem Leben, Das uns unser Gott will geben. Joh. Bickel( 1737-1809). 248 Von der Kirche. Des Geistes Kraft von oben her| Gieb, wenn sie trösten, Kraft Zum reichlichsten Gedeihen und Licht Und felsenfeste Zuversicht! 6. O Herr, wir trauen deiner Liebe, thauen! Bau' selbst dein Reich je mehr und mehr! Laß in verändert neuer Erden Dein Wort zur Saat des Lebens werden, Damit es auf den Erntetag Frucht hundertfältig bringen mag! 3. Gieb, daß von deiner ganzen Heerde, So du den Hirten anvertraut, Kein Einziges verloren werde, Noch bleibe blind und unerbaut. Hilf unsern Lehrern heilig wandeln, In Demuth und in Sanftmuth handeln; Mach' sie zum guten Kampf bereit Mit Weisheit, Treu' und Tapferfeit! 4. Dein Wort laß einem Strome gleichen, Der mächtig durch die Länder fließt, Dem alle Felsen müssen weichen, Der alle Dämme niederreißt; Der Alles reinigt, labt und beffert, Die Hirten deinem Volk beſtimmt, Und mit erbarmungsvollem Triebe Die Heerden auch in Obhut nimmt. Du wirst selbst sehn nach deinen Sachen, Und über deinen Knechten wachen; Denn ihrer sind die Schafe nicht, Nein, dein sind sie, o Seelenlicht! 7. Wir sind mit deinem Blut erkaufet: D'rum denke an dies theure Blut! Wir sind in deinen Tod getaufet: So schüße dein erstritt'nes Gut! Dein Vater hat uns dir erwählet, Und uns zu seinem Volk gezählet; So weide jedes Gotteskind, Herr, dem wir sauer worden sind! Verfasser unbekannt. d. Kircheneinweihung. Der alle dürren Gründe wässert, mel. Jesus, meine Zuversicht. Der alle harten Felder zwingt 369. Ach wie heilig ist in 5. Gieb unsern Lehrern Geisteswaffen, Der Feinde Grimm zu widersteh'n, Daß sie beim Bitten und Bestrafen Auf Menschenfurcht und Gunst nicht sehn! Gieb, wenn sie lehren, Ueberzeugung; Gieb, wenn sie warnen, tiefe Beugung; Ach wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pfort', Hier erhöret Gott Gebete, Hier erschallt sein theures Wort; O wie sclig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöllners Haus, Als er Christus aufgenommen; Und hier rufet Jesus aus: Selig sind, die zu mir kommen! Ihre Herzen nimmt er ein, Daß sie seine Tempel sei'n. 3 Von 3. O, welch' Heil ist bis hierher Diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär', der Kirche. Der sich uns will offenbaren, Woher hätten wir den Geist, Der den Weg zum Himmel weis't? 4. O, wie lieblich, o, wie schön Sind des Herren Gottesdienste! Laßt uns froh zu ihnen gehn; Hier erlangt man zum Gewinnste Einen Schaß, der ewig währt, Den kein Rost, noch Wurm verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast, Speis' uns gnädig mit dem Worte, Das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte; Laß die Kirche feste stehn, Bis die Welt wird untergehn! Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 370. Go Dinge Grund, ott Vater, aller Gieb deinen Vaternamen fund An diesem heil'gen Orte; Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; Hier ist des Himmels Pforte. Wohne, Throne Hier bei Sündern, Als bei Kindern, Voller Klarheit; Heil'ge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, Dies Gotteshaus ist dir geweiht; O laß dir's wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig jagalle Wort, Dein Segen walte fort und fort In diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit Gieb den Herzen; Angst und Schmerzen Tilg' in Gnaden, Heil' uns ganz vom Sündenschaden. 249 3. Gott, heil'ger Geist, du werthes Licht, Wend' her dein göttlich Angesicht, Daß wir erleuchtet werden; Gieß' über uns und dieses Haus Dich mit allmächt'gen Flammen aus, Mach' himmlisch uns auf Erden: Lehrer, Hörer, Kinder, Väter. Früher, später Geht's zum Sterben: Hilf uns Jesu Reich erwerben. 4. Dreiein'ger Gott, Lob, Dank und Preis Sei dir vom Kinde bis zum Greis Für dies dein Haus gesungen! Du hast's geschenkt und auferbaut, Dir ist's geheiligt und vertraut Mit Herzen, Händen, Zungen; Ach, hier Sind wir Noch in Hütten! Herr wir bitten, Stell' uns droben In den Tempel, dich zu loben. Albert Knapp( 1798-1864). 250 Kreuz- und Trostlicder. Dritter Abschnitt. Das christliche Leben. I. Vertrauen zu Soff und Jesus. ( Kreuz- und Trostlieder.) Eigene Melodie. 371. Alles ist an Gottes Segen Und an seiner Gnad' gelegen, Was hilft sonst uns Geld und Gut? Wer auf Gott die Hoffnung setzet, Der behält ganz unverleget Einen freien Heldenmuth. 2. Der mich hat bisher ernähret Und so manches Glück bescheeret, Ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich geführet Und noch leitet und regieret, Wird mein Helfer ferner sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, Mel. Lobt Gott, ihr Chriften, allzugleich. Die nur Sorg' und Unruh' machen 372. A m Ende ist's doch gar nicht schwer, Ein sel'ger Mensch zu sein, Man giebt sich ganz dem Herren her Und ganz unbeständig sind: Ich begehr' nach dem zu ringen, Was mir kann den Frieden bringen Und man jetzt gar selten find't. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken. Was ich wünsche wird sich schicken, Mein Verlangen zu erfüllen; Es hat Alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben: Wic Gott will, so muß es bleiben; Wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, So es anders Gott gefällt: Meine Seele, Leib und Leben Hab' ich seiner Gnad' ergeben Und ihm Alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Will ich ihm nicht widerstreben; Ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang' bestehet; Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. Verfasser unbekannt. Und hängt an ihm allein. 2. Man ist nicht Herr, man ist nicht Knecht, Man ist ein fröhlich sind, Und wird stets sel'ger, wie man recht Den Herren lieb gewinnt. 3. Man wirkt in stiller Thätigfeit Und handelt ungesucht, Gleich wie ein Baum zu seiner Beit Kreuz- und Von selbst bringt Blüth' und Frucht. 4. Man sicht nicht seine Arbeit an Als Müh', vor der uns bangt; Der Herr hat stets in uns gethan, Was er von uns verlangt. 5. Man fügt sich freudig immerfort In Alles, was er fügt, Ist alle Zeit, an jedem Ort, Wo man ihn hat, vergnügt. 6. So selig ist ein gläub'ger Christ, So reich und sorgenleer, Und wenn man nicht so selig ist, So wird man's nimmermehr. Karl Spitta( 1801-1859). Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 373. Auf Gott und nicht auf meinen Rath Will ich mein Glücke bauen Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. 2. Er sah' von aller Ewigkeit, Wie viel mir nüßen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich; 251 Trostlieder. Nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille nur geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück dus Weit schwerer oft zu tragen. Als selbst das widrige Geschick, Bei dessen Last wir flagen?" Die größte Noth Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich einst im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Weltlust, Ehr' und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Tribsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn: Er hilft uns gern; Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Eigene Melodie. 274. Auf meinen lieben Trau' ich in Angst und Noth: Der kann mich allzeit retten Aus Trübsal, Angst und Nöthen; Mein Unglück kann er wenden: Es steht in seinen Händen. 2. Ob mich mein' Sünd' anficht, Will ich verzagen nicht: Auf Christum will ich bauen Und ihm allein vertrauen; Ihm hab' ich mich ergeben Im Tod und auch im Leben. 252 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Kreuz- und Trostlieder. Ist Sterben mein Gewinn, Und Christus ist mein Leben: Dem hab' ich mich ergeben; Ich sterb' heut oder morgen, Wird für die Seel' er sorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Der du geduldig bist Für mich am Kreuz gestorben, Hast mir das Heil erworben Und deinem Volk beschieden Im Himmelreich den Frieden: 5. Erhöre gnädig mich, Mein Trost, das bitt' ich dich; Hilf mir am letzten Ende, Nimm mich in deine Hände, Auf daß ich selig scheide Bur ew'gen Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund' Sprech' ich aus Herzensgrund: Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Auf daß wir deinen Namen Ewiglich preisen. Amen. Sigm, Weingärtner( um 1609). Der allertreusten Pflege Deß, der den Himmel lenkt: Der Wolken, Luft und Winden Giebt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dir's soll wohl ergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen; Es muß erbeten sein. O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt; Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringst zu Stand und Wesen, Was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, An Mitteln fehlt dir's nicht; Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann Niemand hindern, Dein' Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst thun. Eigene Melodie. 6. Hoff', o du arme Seele, Hoff und sei unverzagt! 375. Beficht du deine Wege, Gott wird dich aus der Höhle, Und was dein Herze Da dich der Kummer plagt, kränkt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht; Laß fahren, was dein Herze Betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, Der Alles führen soll; Gott sißt im Regimente Und führet Alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten: Er ist ein weiser Fürst 5. Und ob gleich alle Teufel Hier wollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich vorgenommen Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem Zweck und Ziel. Kreuz- und Trostlieder. Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem Rath Die Sach' hinausgeführet, Die dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verzichn Und thun an seinem Theile, Als hätt' in seinem Sinn Er deiner sich begeben, Und sollt'st du für und für In Angst und Nöthen schweben, Fragt er doch nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mind'sten gläubst; Er wird dein Herze lösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du haft und trägst davon Mit Ruhm und Dankgeschreie Den Sieg, die Ehrenkron': Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End', o Herr, mach' Ende Mit aller uns'rer Noth; Stärk' uns're Füß' und Hände Und laß bis in den Tod Uns all'zeit deiner Pflege Und Treu' empfohlen sein: So gehen uns're Wege Gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Meinen Jesum laß' ich nicht. 376. Dennoch bleib' ich ſtets an dir, Die gefaßte Hoffnung nieder, Daß, wenn Alles bricht und fällt, Dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rath, Der wohl wunderbar geschiehet, Aber endlich in der That Nur auf meine Wohlfahrt sichet; Denn du führst es wohl hinaus, Ob es auch verkehrt sieht aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren Wenn mir Alles gleich zuwider; Keine Trübsal drückt in mir 253 an, Wenn ich ausgekämpfet habe: Führe mich die Lebensbahn Zu dem Himmel aus dem Grabe; Endlich zeige mir das Loos In der Auserwählten Schooß. 4. Mag es doch indessen hier Wunderlich mit mir ergehen, Dennoch bleib' ich stets an dir, Dennoch will ich feste stehen; Ich muß ja troß aller Pein Dennoch, dennoch selig sein! Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Straf' mich nicht in deinem Zorn. 377. Dennoch" ist ein ſchönes Wort, ,, Dennoch" heißt mein Glaube; ,, Dennoch" jag' ich fort und fort, Ob ich lieg' im Staube, Ob ich steh' Auf der Höh In des Glückes Schimmer: ,, Dennoch" sag' ich immer. 2. Ob ich ein geprüfter Mann, Und die Andern prangen, Da ich weder will, noch kann, Wie sie es verlangen; Ob der Welt Es gefällt, Mich darum zu plagen: ,, Dennoch" will ich sagen. 3. Dennoch will ich stille sein Und an Gott mich halten; Dennoch laß ich ihn allein, Meinen Vater, walten; 71 PC 254 Dennoch meint, Er, mein Freund, Es mit mir auf's Beste: Damit ich mich tröste! Kreuz und Trostlieder. Claus Harms( 1778-1855). Mel. Nun ruhen alle Wälder. ich preis' ich lauten 378. Di halles Für Alles, Herr, für Alles, Ja auch für Sorg' und Leid! Du hast es so gesendet, Daß bald in Lust sich's wendet Und endlich gar in Herrlichkeit. 2. Was mir noch wird begegnen, Ob Sonnenschein, ob Regen, Ob Sturm, ob süße Ruh', Auch was davon mir tauge, Das sieht kein sterblich Auge, Doch Beides siehst, o Höchster, du. 3. Du, in der Höhe prangend, Bist doch bei dem, der bangend Durchwandelt tiefes Thal. Du läsfest ihn nicht fallen, Kennst seiner Seufzer Wallen Und seiner heißen Thränen Zahl. 4. Gepriesen, Herr, in Thränen, Gepriesen, Herr, in Sehnen, Gepriesen sei am Grab! Ja laß mich Thränen weinen, Einst wird ein Tag erscheinen, Da trocknest du sie lieblich ab. 5. O schönster Tag der Tage, Leicht wiegen Schmerz und Plage, Denkt man recht innig dein! In reichen Pilgerklängen Singt man auf allen Gängen: Schön geht's weltaus und himmelein! Friedr. be la Motte Fouqué ( 1777-1843). Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 379. Fin Christ kann ohne Kreuz nicht sein. D'rum laß dich's nicht betrüben, Wenn Gott versucht mit Kreuz und Bein se Die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, Je ernster sind Des frommen Vaters Schläge. Schau', das sind Gottes Wege. 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Gott will's nicht anders habent. Auch dieses Lebens Noth und Bein Sind deines Vaters Gaben. Soll's denn so sein, So geh' es ein. Es kommt von Liebeshänden, Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz Das Kreuz lehrt fleißig beten, nicht sein. Zieht ab von eitlem Trug und Schein Und lehrt zu Jeſu treten. Mit sprödem Sinn, D'rum wirf's nicht hin Wenn's nun zu dir gekommen: Es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das muß uns immer wecken; Wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, Wenn unbereit't Die Ewigkeit Und der Posaunen Schallen Uns würde überfallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Es lehrt die Sünde hassen Und unsern lieben Gott allein Mit rechter Lieb' umfassen. Die Welt vergeht, Und Gott besteht. Kreuz- und Trostlieder. Bedenk's und laß dich üben, Das ew'ge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein. Was Gott schickt, will ich tragen, Schickt's doch der Liebste Vater mein, Sind's doch nur kurze Plagen Und wohlgemeint! Wer gläubig weint, Lebt dort in steten Freuden. Ich will mit Christo leiden. David Nerreter( 1649-1726). Mel. Fortgekämpft und fortgerungen. 380. Endlich bricht das Kreuz zusammen Und wie Gold in Feuerflammen Ist der Glaub' in Leid bewährt. Zu des Himmels höchsten Freuden Werden nur durch tiefe Leiden Gottes Lieblinge verklärt. 2. Unter Leiden prägt der Meister In die Herzen, in die Geister Sein allgeltend Bildniß ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, Will er auch des künft'gen Schöpfer Auf dem Weg der Leiden sein. 3. Leiden sammelt uns're Sinne, Daß die Seele nicht zerrinne In den Bildern dieser Welt; Ist wie eine Engelwache, Die im innersten Gemache Des Gemüthes Ordnung hält. 4. Leiden stimmt des Herzens Saiten Für den Psalm der Ewigkeiten, Lehrt mit Schnsucht dorthin sehn, Wo die sel'gen Balmenträger Mit dem Chor der Harfenschläger Preisend vor dem Throne stehn. 255 5. Leiden fördert uns're rolling on Schritte, Leiden weiht die Leibeshütte Zu dem Schlaf in tühler Gruft, Gleichet einem frohen Boten Jenes Frühlings, der die Todten Zum Empfang des Lebens ruft. 6. Leiden macht im Glauben gründlich, Macht gebeugt, barmherzig, kindlich, Leiden, wer ist deiner werth? Hier heißt man dich eine Bürde, Droben bist du eine Würde, Die nicht Jedem widerfährt. 7. Brüder, solche Leidensgnade Wird in mannigfachem Grade Jesu Jüngern fundgemacht; Wenn sie mancher Schmerz durchwühlet, Wenn sie manchen Tod gefühlet, Nächte seufzend durchgewacht. 8. Im Gefühl der tiefsten Schmerzen Dringt das Herz zu Jesu Herzen Immer liebender hinan, Und um eins nur fleht es sehnlich: Mache deinem Tod mich ähnlich, Daß ich mit dir leben kann! 9. Endlich mit der Seufzer Fülle Bricht der Geist durch jede Hülle, Und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset denn hienieden, Welch ein Meer von Gottesfrieden Droben ihm bereitet sei? 10. Jesu, laß zu jenen Höhen Heller stets hinauf uns schen, Bis die letzte Stunde schlägt, Da auch uns nach treuem Ringen Heim zu dir auf lichten Schwingen Eine Schaar der Engel trägt. Nach Carl Harttmann( 1743-1815). 256 Mel. Meinen Jesum laß' ich nicht. 381, Endlich, endlich muß cs doch Mit der Noth ein Ende nehmen. Endlich bricht das harte Joch, Endlich schwindet Angst und Grämen, Kreuz und Trostlieder. Endlich muß der Kummerstein Doch in Gold verwandelt sein. 2. Endlich bricht man Rosen ab, Endlich kommt man durch die Wüsten, Endlich muß der Wanderstab Sich zum Vaterlande rüsten; Endlich bringt die Thränenjaat, Daß die Freudenerndte naht. 3. Endlich sieht man Kanaan Nach der Erde Diensthaus liegen, Endlich trifft man Tabor an, Wenn der Delberg überstiegen. Endlich geht man da hinein, Wo. nicht Leid noch Tod wird fein. 4. Endlich, o du schönes Wort, Du kannst alles Kreuz versüßen, Wenn der Felsen erst durchbohrt, Läßt er Wasserströme fließen. Ei, mein Herz, d'rum merke dies: Endlich! endlich! kommt gewiß. Benj. Schmold( 1672-1737). Eigene Melodie. Bald wirst du voll Freude danken, Bald umgiebt dich Trost und Licht. 3. Bald wird dir sein Antlig scheinen; Hoffe, harre bei dem Weinen, Nie gereut ihn seine Wahl. Er will dich im Glauben üben; Gott, die Liebe, kann nur lieben; Wonne wird bald deine Qual. 4. Wend' von aller Welt die Blicke, gerungen, Bis zum Ziele durchgedrungen Muß es, bange Seele, sein! Durch die tiefsten Dunkelheiten Kann dich Jesus hinbegleiten; Muth spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich faffen, Scheinst du gleich von ihm verlassen, Glaube nur und zweifle nicht! Bete, tämpfe sonder Banken; Schau' nicht seitwärts, nicht zurücke, Nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Jesus wende Aug' und Herz und Sinn' und Hände, Bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen Hat dich oft herausgezogen Seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; Wo ist einer seiner Knechte, Der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ' dich ein in deine Kammer, Geh' und schütte deinen Jammer Aus in Gottes Vaterherz. Kannst du gleich ihn nicht empfinden, 382. Fortgekämpft und fort Worte nicht, nicht Thränen finden: Klag' ihm schweigend deinen Schmerz. 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen, Gott wird sich als Vater zeigen, Glaube nur, daß er dich hört; Glaube, was du hast gebeten, Daß dich Jesus will vertreten Und der Vater es gewährt. 8. D'rum so will ich nicht Mich vor Gottes Antlig wagen, verzagen, Flehen, ringen fort und fort. Kreuz- und Trostlieder. Ja, ich werd' ihn überwinden, Was ich bitte, werd' ich finden; Er gelobt's in seinem Wort! Johann Lavater( 1741-1801). bi Eigene Melodie. 383. Gie ieb dich zufrieden und sei stille In dem Gotte deines Lebens: In ihm ruht aller Freuden Fülle, Ohn' ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, Scheint täglich hell zu deiner Wonne: se Gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Licht, voll Trost und Gnaden, Ungefärbten, treuen Herzens. Wo er steht, thut dir keinen Schaden Auch die Bein des größten Schmerzes. Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, Ja, auch den Tod hat er in Händen: Gieb dich zufrieden. 3. Wie dir's und Andern oft ergehe, 1100 Ist ihm wahrlich nicht verborgen; Er sieht und kennet aus der Höhe Der betrübten Herzen Sorgen; Er zählt den Lauf der heißen Thränen Und achtet wohl auf unser Sehnen: Gieb dich zufrieden. 4. Wenn auch nicht einer mehr auf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Tröster werden 257 Weiß auch die Zeit, dir's abzunehmen: Gieb dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen Und des Herzens stilles Klagen, Und was du keinem darfst erzählen, Magst du Gott gar kühnlich sagen;. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, Und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, Hört bald und gern der Armen Bitten: Gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; Halt' an Gott, so wirst du siegen. Ob alle Fluthen dich umringen, Sollst du doch nicht unterliegen; Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, Hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret: Gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, Wie du's halten willst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, Wird auch Unterhalt bescheeren. Er hat die Hand voll aller Gaben, D'ran See und Land sich müssen laben: Gieb dich zufrieden. 8. Der allen Vöglein in den Wäldern Ihr bescheiden Körnlein weiset, Der auch die Heerden auf den Feldern Alle Tage tränkt und speiset, Der wird auch deine Nothdurft stillen, Mit Freud' und Trost dein Herz erfüllen: Gieb dich zufrieden. 17 Kreuz- und Trostlieder. 258 9. Sprich nicht: wohin mein Aug' ich kehre, Seh' ich Mangel, der mich quälet. Denn das ist Gottes größte Ehre: Helfen, wenn's an Allem fehlet. Wenn ich und du ihn nicht mehr ſpüren, Tritt er herzu, uns wohl zu führen: Gieb dich zufrieden. men. Was langsam geht, faßt man gewisser, Und kommt es spät, ist's desto füßer: Gieb dich zufrieden. 10. Verzieht die Hilfe auch recht lange, Mel. O Gott, du frommer Gott. Wird sie dennoch endlich kommen; 384. Gott iſt und bleibt Macht dir das Harren angst und getreu; Sein Herz bricht ihm vom Lieben, bange, Glaube nur, es wird dir from- Pflegt er gleich oftmals hier Die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, Wie rein der Glaube sei, Wie standhaft die Geduld: Gott ist und bleibt getreu. 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten; Laß sie nur immer deiner spotten, Gott wird's hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, Was kann dein Feind, der Mensch, denn machen? 13. Er wird uns bringen zu den Schaaren Der Erwählten und Getreuen, Die hier mit Frieden heimgefahren, 2. Gott ist und bleibt getreu; Er hilft ja selber tragen, Was er uns auferlegt, Er braucht oft harte Zucht Die Last der schweren Plagen; und bleibet doch dabei Ein Vater, der uns liebt: Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu; Er pfleget nie zu viel Er weiß, was wir vermögen, Den Schwachen aufzulegen. Er macht die Seinen gern Bon Last und Banden frei, Wenn große Noth entsteht: Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; Er tröstet nach dem Weinen, Dieses Leib's und allem Bösen. Er läßt nach trüber Nacht Es wird einmal der Tod her- Die Freudensonne scheinen. dringen Der Sturm der Trübsal geht Und aus der Qual uns sämmt- Auf seinen Wink vorbei; Sei, Seele, nur getrost: Gott ist und bleibt getreu. lich bringen: Gieb dich zufrieden. Gieb dich zufrieden. 12. Es ist ein Ruhetag vorhanden, Sich nun dort in Frieden freuen, Wenn den, der nie sein Wort kann brechen, Den ew'gen Mund, sie hören sprechen: Gieb dich zufrieden. Paul Gerhardt( 1606-1676). Da uns unser Gott wird lösen; Er wird uns reißen aus den Banden Kreuz- und Trostlieder. 259 5. Gott ist und bleibt getreu| Darauf sein Aug' nicht blicket, Bis er uns hat erquicket. 4. Gott führt; so geh' ich ruhig fort Und stillet dein Begehren. Er will dein Glaubensgold In Trübsalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand Den Kreuzkelch ohne Scheu; Der Lebensbecher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu; Befiehl ihm deine Sachen: Gott wird der Trübsal doch Ein solches Ende machen, Daß alles Kreuz und Leid Dir ewig nüßlich sei. So liebt der Höchste dich: Gott ist und bleibt getreu. Joh. Wilhelm( um 1720). Die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz Und meinen Schmerz; D'rum will ich nicht verzagen Und ihm nur Alles klagen. 2. Gott hört, wenn Niemand hören will, Auf allen meinen Wegen, Und will die Welt bald hier, bald dort Wer will dem widersprechen? Als könnt' mein Seufzen nicht zum Ziel, Nicht durch die Wolken brechen? Schrei' ich empor, So hört sein Ohr, So steigt die Hilfe nieder, Und Amen schallet wieder. 3. Gott sieht; wie klaget denn mein Herz, Als säh' er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz Ganz offenbar erscheinen. Kein Thränlein fehlt, Das er nicht zählt, Mir ihre Stricke legen, So wird er mich 3war wunderlich, Doch all'zeit sicher leiten, Daß nie mein Fuß kann gleiten. 5. Gott giebt; und wär' ich noch so arm, Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. ott lebt; wie 385. Goich traurig ſein, Uns in die Wüſte weiſet, Als wär' kein Gott zu finden? Er weiß gar wohl von meiner Bein, Doch soll ich nicht verderben; Was hilft mir denn mein steter Harm, Als müßt' ich Hungers sterben? Er hat ja Brot; Und wenn die Noth Wird man auch da geſpeiſet. 6. Gott liebt; ob ich die Vaterlieb' In Trübsal nicht leicht finde! Wie er ein lieber Vater blieb Am Kreuz bei seinem Kinde, So bleibt er mir Mein Vater hier, Der je und je mich liebet, Ob gleich sein Kreuz betrübet. 7. Gott lebt; wohlan ich merke das; Gott hört; ich will ihm klagen; Gott sieht; er jetzt den Thränen Maaß; Gött führt; ich darf nicht zagen; Gott giebt und liebt; Nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, Auch dort mit ihm zu leben. Benj. Echmold( 1672-1737) Eigene Melodie. 386. Gott will's machen, die Gehen, wie es heilsam ist; 17* 260 Laß die Wellen Höher schwellen, Wenn du nur bei Jesu bist! 2. Wer sich kränket, Weil er denket, Kreuz- und Trostlieder. Jesus schlaf' und acht' nicht sein, Wird mit Klagen Nur sich plagen, D'rin der Unglaub' leidet Pein. 3. Du Verächter! Gott, dein Wächter, Schläft ja doch und schlummert nicht; Zu den Höhen Aufzusehen Wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen Schmerz! 5. Glaub' nur feste, Und im Eilen Bleibet stets sein Vaterherz; Laß dein Weinen Bitter scheinen, Dein Schmerz ist ihm auch ein Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. Daß das Beste Ueber dich beschlossen sei; Wenn dein Wille In Gedanken, Sent' dich in Gelassenheit; 9. Nun so trage Deine Plage 387. Hin deinem Glauben, mein Herz, Beständigkeit ist Kronen werth; Wer sich den Anker lässet rauben, Der wird im Schiffbruch leicht versehrt. Nur ist stille, Wirst du von dem Kummer frei. Wer sich nur fest an Jesus hält, 6. Willst du wanken Der steht, wenn Erd' und Himmel fällt. Fein getrost und mit Geduld! Wer das Leiden Will vermeiden, Häufet seine Sündenschuld. 10. Aber denen, Sind ohn' Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel; Ist's beschwerlich, Scheint's gefährlich, Deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wann die Stunden Sich gefunden, Bricht die Hilf' mit Macht herein; Und dein Grämen Die mit Thränen Küssen ihres Jesu Joch, Wird die Krone Bu beschämen, Wird es unversehens sein. Vor dem Throne Ihres Heilands werden noch. 11. Amen, Amen! In dem Namen Meines Jesu halt' ich still: 6 Es geschehe Und ergehe, Wie und wann und was er will! Johann Herrnschmidt( 1675-1723). DE 2. Halt' ein, o Herz, mit Laß den sorgen, deinen Klagen, Der Himmel liebet die Geduld. Herr ist über Leid und Freud'. Wenn wir die Last gelassen Der auch morgen 7. Gottes Hände tragen, Gewinnen wir des Schöpfers Huld, Da sein Gewissen der verletzt, Der Gott sich murrend widersetzt. 3. Halt' aus, das Kreuz, es währt nicht immer. Die Hoffnung sieget ganz gewiß, Auf Sturm folgt heller Sonnenschimmer, Der Kreuzweg führt in's Paradies; Kreuz- und Trostlicder. Gott führt einst Alles wohl hinaus, D'rum heißt's: Halt' an! Halt' ein! Halt aus! Benj. Schmold( 1672-1737). ristus Eigene Melodie. 388. He des Herrn; Mich alle meine Sünden arre, meine Erkennen und bereu'n. Alles ihm befehle, Hilft er doch so gern. Sei unverzagt, ud finds Bald der Morgen tagt, Und ein neuer Frühling Folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, In aller Noth, Wird er dich beschirmen, Der treue Gott. 2. Harre, meine Seele, Harre des Herrn; Alles ihm befehle, Hilft er doch so gern. Wenn Alles bricht, Gott verläßt uns nicht; Größer als der Helfern Ist die Noth ja nicht. Ewige Treue, Retter in Noth, Rett' auch unsre Seele, Du treuer Gott. Cäfar Malan( 1786-1864). 261 3. Dir will ich mich ergeben; Nicht meine Ruh', mein Leben Mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen Und nicht auf Menschen bauen; Du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, Mel. Nun ruhen alle Wälder. 389. h hab' in guten ch Stunden Des Lebens Glück empfunden Und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen Mich auch im Leiden fassen; Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder. Du züchtigst stets gelinder, Als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh erdulden, Das doch zu meinem Besten dient? Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe; Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau' ich deiner Gnade; Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Dich durch Geduld verchren, Im Glauben zu dir flehn. Ich will den Tod bedenken; Du, Herr, wirst Alles lenken, Und, was mir gut ist, wird geschehn. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ch in 390. I allem stille; Er liebet mich in Freud' und Schmerz. Wie gut ist Gottes Vaterwille, Wie freundlich sein mich liebend Herz! Er ist mein Hort und meine Zier: Was Gott gefällt, gefällt auch mir. 2. Mein Gott weiß Alles wohl zu machen, Er ist der ewig treue Freund, Er läßt mich nach dem Weinen lachen; 262 Kreuz und Trostlieder. Was er thut, das ist wohlgemeint.| Den Gott in Kreuz und TrübSein Lieben währet für und für: Was Gott gefällt, gefällt auch mir. fal segt.@ 2. Je größer Kreuz, je beff're Christen. Das Kreuz ist unser Probestein. Wie manche Gärten werden Wüsten, Fällt nie ein Thränenthau hinein, Im Feuer wird das Geld bewährt, Der Christ durch Trübfalsglut verklärt. 3. Je größer Kreuz, je stärker Glaube. 3. Sein Wille bleibet mein Bergnügen, So lang' ich leb' auf dieser Welt; Mein eig'ner Wille kann nur trügen, Der das nicht will, was Gott gefällt. Ich denk' an meine Christgebühr: Was Gott gefällt, gefällt auch mir. 4. Er will und wird mich ewig lieben, Er weiß wohl, was mir nüßlich ſei, Er hat mich in die Hand geschrieben Mit lauterm Golde seiner Treu'. Weg, cig'ner Wille, weg mit dir! Was Gott gefällt, gefällt auch mir. i 5. Gott will, daß mir geholfen werde, Er will der Seelen Seligkeit; D'rum reiß' ich mich von dieser Erde Durch wahre Gottgelassenheit. Sein Will' geschehe dort und hier: Was Gott gefällt, gefällt auch mir. Salomo Franc( 1659-1725). Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. 391. Je größer Kreuz, je näher Himmel: Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Bei Sündenlust und Weltgetümmel Vergißt man Hölle, Fluch und Tod; O selig ist der Mensch geschäßt, Es wächst die Palme bei der Last; Die Süßigkeit fließt aus der Traube, Wenn du sie wohl gefeltert hast. Im Kreuze bricht hervor der Muth, Wie Perlen in der Meeresflut. 4. Je größer Kreuz, je größer Liebe. Der Wind bläst nur die Flammen auf, Und scheint einmal der Himmel trübe, Nur schöner lacht die Sonne d'rauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, Gleich wie das Del dem Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Sie strömen aus dem Herzen robo fort; Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, So fragte man nicht nach dem Port. Wo kämen Davids Psalmen her, Wenn er nicht auch versuchet wär'? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen. Im Thale steiget man bergan; Kreuz- und Wer durch die Wüste oft gegangen, Der sehnet sich nach Kanaan. Die Taube findet hier nicht Ruh', D'rum eilet sie der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben: Man freut sich recht auf seinen Tod: Denn man entgehet dem Verderben, Es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuz, das uns're Gräber ziert, Bezeugt, wir haben triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schöner Krone, Die Gott den Seinen beigelegt, Und die einmal vor seinem Throne Das Haupt der Ueberwinder trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, Daß man das größte Kreuz nicht acht't. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze Je länger, desto lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, 1700 So pflanz' ein solches Herz mir ein, Das Glaube, Lieb' und Hoffnung hegt, sd 2 Bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Trostlieder. 263 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst. Er mag's mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Jch stell's in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, Benj. Schmold( 1672-1737). Induniny Eigene Melodie oder: Nun ruhen alle Wälder. 392. In allen meinen Als was er hat versehen Und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie er's giebet; Was ihm von mir beliebet, Erwähl' auch ich zu jeder Frist. 4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem Uebel schüßt. Leb' ich nach seinen Säßen, So wird mich nichts verlegen, Und nichts mir fehlen, was mir nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld; Er wird auf mein Verbrechen Nicht stracks das Urtheil sprechen Und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg' ich mich spät erst nieder, Erwach' ich frühe wieder, Lieg' oder zieh' ich fort, In Schwachheit und in Banden Ob auch viel Noth vorhanden, Mich tröstet allezeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, So will ich unverdrossen An mein Verhängniß gehn: Rein Unfall unter allen Wird je zu hart mir fallen, Ich will mit Gott ihn überstehn. Laß' ich den Höchsten rathen, Der Alles kann und hat. Er muß zu allen Dingen, Soll's anders wohl gelingen, Mir selber geben Rath und That. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Es sei heut oder morgen: Dafür laß' ich ihn sorgen: Er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine, Und traue dem alleine, Der dich erschaffen hat! 264 Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe, Der weiß zu allen Sachen Rath. Kreuz- und Trostlieder. Darf kein Gericht mehr scheuen, Wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich id verdammen, Nichts macht hinfort mir Schmerz, Die Höll' und ihre Flammen, Mel. Balet will ich dir geben. 393. Ist Gott für mich, so Die angſten nicht mein Herz; Kein Urtheil mich erschrecket, Kein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Vertreibet Sorg' und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin, Giebt Segen und Gedeihen, Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schwachheit find't, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprechlich sind Zwar mir und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, Der an des Herzens Grunde Erfiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hilfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh', Und wie er hab' erbauet Ein' edle, neue Stadt, Da Aug' und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe Mir prächtig zugericht't; D Wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten Mit Thränen meine Zeit, Mein Jesus und sein Leuchten Durchfüßet alles Leid. Paul Flemming( 1609-1640).git Gleich Alles wider mich; So oft ich ruf und bete, Weicht Alles hinter sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde Und bin geliebt bei Gott, Was kann mir thun der Feinde Und Widersacher Rott'? 2. Nun weiß und glaub' ich feste, s Ich rühm's auch ohne Scheu, Daß Gott, der Höchst' und Beste, Mein Freund und Vater sei, Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh' Und dämpfe Sturm und Wellen Und, was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut: Das machet, daß ich finde Das ew'ge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd'; Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein' Ehre, Mein Glanz und helles Licht; Wenn der nicht in mir wäre, So dürft' und könnt' ich nicht Vor Gottes Augen stehen, Und vor des Richters Thron: In Angst müßt' ich vergehen Bei des Gesetzes Droh'n. 5. Der Herr hat ausgelöschet Den Zorn durch seinen Tod, Er ist's, der rein mich wäschet, Schneeweiß macht, was blutroth. In ihm kann ich mich freuen, Hab' einen Heldenmuth, Kreuz- und 11. Die Welt, sie mag zerfallen, Du bleibst mir ewiglich. Kein Uebel unter allen Soll scheiden dich und mich, Kein Hungern und kein Dürsten, Kein' Armuth, keine Pein; Auch soll kein Zorn des Fürsten Der Welt mir Hemmniß sein. 12. Kein Engel, feine Freuden, Kein Thron und Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein' Angst, kein Herzeleid, Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schooß. 13. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud' und Singen, Sicht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt( 1606-1676). med 8 il Wille 20 Mir zu helfen steht. Mein Herz ist vergnüget Mit dem, was Gott füget, Nimmt's an, wie es geht. Geht die Bahn Nur himmelan, Und bleibt Jesus ungeschieden, So bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget An dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein, Will dich wirken lassen, Will nur dich umfassen, 30 Trostlieder. Nur in dir sich freu'n; Von der Welt, da Mel. Jesu, meine Freude. eine stille 394. Mzu Gott, dessen Ganz inniglich 265 dec Ehr', Lust und Geld, Dessen Viele so beslissen, Mag sie nichts mehr wissen. 3. Nein, ach nein! nur Einer, Sag' ich, und sonst keiner Wird von mir geliebt: Jesus, der Getreue, In dem ich mich freue, it Der sich ganz mir giebt! Er allein, Er soll es sein, Dem ich wieder mich ergebe, Dem ich einzig lebe! 4. Gottes Güt' erwäge, Meine Seel', und lege Dich in seinen Schooß; Lerne ihm vertrauen, So wirst du bald schauen, Wie die Ruh' so groß, Die da fließt Aus stillem Geiſt: Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den kann er erquicken. 5. Still, o meine Seele! Was dich immer quäle, Sent in Jesu Brust. Werde stark durch Hoffen! Was dich je betroffen, Trage du mit Lust; Durch Geduld und Glauben feste: Endlich kommt das Beste! 6. Amen, es geſchiehet! Wer zu Jesu fliehet, Wird deß Zeuge sein: Wie Gott seinen Kindern Pflegt das Kreuz zu lindern Und ein froh Gedeihn Aufbewahrt, Bis, wer da harrt, Endlich aus dem schweren Leide Uebergeht in Freude. Johann Schade( 1666-1698). 266 Kreuz- und Trostlieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Wird gottlob nicht ewig sein. 395. Meine Seele jenket Nach dem Regen wird ein Schein viel Meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, Wird zur Freude wachsen auf; Wenn die Dornen abgemähet, So trägt man die Frucht zu Hauf'. Wenn ein Wetter ist vorbei, Wird der Himmel wieder frei; Nach dem Kämpfen, nach dem Streiten ſtill Sich in Gottes Herz und Hände, Und erwartet, was er will, Seiner Wege Ziel und Ende, Lieget still und willenlos In des liebsten Vaters Schooß. 2. Meine Seele murret nicht, Ist mit Allem wohl zufrieden; Was der eigne Wille spricht, Ist zum Tode schon beschieden; Was die Ungeduld erregt, Jft in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, Will vielmehr an nichts gedenken, Was mich gleich den Dornen sticht Und den Frieden nur kann kränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu: Meine Seele sucht nur Ruh'. 4. Meine Seele grämt sich nicht, Liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, Trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schooße liegt, Bleibt in aller Noth vergnügt. 5. Meine Seele flaget nicht, Denn sie weiß von keinen Nöthen, Hängt an Gottes Angesicht Auch alsdann, wenn er will tödten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, Wird der Freudengeist verjagt. 6. Meine Seel' ist still zu Gott, Kommen die Erquicungszeiten. 3. Wenn man dort will Rosen brechen, Muß man leiden in der Still"; Daß uns hier die Dornen stechen, Alles geht, wie Gott cs will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, Das man nur durch Kampf erreicht; Gehen mit der Zeit zu End'; Alles Seufzen, alles Klagen, Das der Herr allein ganz kennt, Will man hier das Kleinod finden, So muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht zu den Sternen, Ist mit Kreuzen dicht besetzt, Und man darf sich nicht entfernen, Wär' er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit Kommt kein Mensch hin sonder Streit! Die in Salems Mauern wohnen, Zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, Und die Zunge bleibt gebunden; Also hab' ich allen Spott, Alle Schmerzen überwunden, Bin gleich wie ein stilles Meer, Bin voll Gottes Lob und Ehr'. Die des Himmels Klarheit sehn, Aus viel Trübsal hergekommen; Darum siehet man sie stehn Vor des Lammes Stuhl und Thron, Prangend in der Ehrenkron' Und mit Palmen schön gezieret, Johann Winckler( 1670-1722). Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 396. Meine Sorgen, Angst Weil sie glücklich triumphiret. 6. Gottes Ordnung stehet feste Und bleibt ewig unverrückt: Seine Freund' und Hochzeitsgäste Werden nach dem Streit beglückt; Kreuz- und Trostlieder. Ach er trägt Und verpflegt Ifrael erhält den Sieg Nach geführtem Kampf und Krieg. Kanaan wird nicht gefunden, Wo man nicht hat überwunden. 7. Darum trage deine Ketten, Meine Seel', gedulde dich! Gott wird dich gewiß erretten. Alle Stürme legen sich; Nach dem Blitz und Donnerschlag Folgt ein angenehmer Tag; Auf den Abend folgt der Morgen Und die Freude nach den Sorgen. Verfasser unbekannt. Seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden Und erfüllt Reich und mild Ihren Geist mit Frieden. Seine Last ist leicht zu tragen, Er macht Bahn, Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. 397. Mreinste Freude Bleibet die, Daß ich nie Mich von Jesu scheide; Daß ich ihn durch Glauben ehre, Und bleibe ganz geschieden Jederzeit Hocherfreut Von Sorge, Furcht und Gram: Die Noth, die dich jest drücket, Hat Gott dir zugeschicket; Sei still und halt' dich wie ein Lamm. Geht voran, m Stärkt uns, wenn wir zagen. 3. Denn er fennt die Leidensstunden; Größern Schmerz Als sein Herz Hat kein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder Einer weint, Unser Freund Mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz vor Jammer brechen, 267 Uns in unsern Schwächen. Selig, wer in bösen Zeiten, In Gefahr Immerdar Sich von ihm läßt leiten. 5. Jesu, treu'ster Freund vor Allen, Mit dir will Froh und still Ich durch's Leben wallen. Auch der Tod kann mich nicht schrecken, Denn du wirst, Lebensfürst, Einst mich auferwecken. Samuel Bürde( 1753-1831). milo? Mel. Nun ruhen alle Wälder. 398. Mein Herz, gieb dich 2. Mit Sorgen und mit Zagen, Mit unmuthvollem Klagen Häufst du nur deine Pein; Durch Stillesein und Hoffen Wird, was dich jetzt betroffen, Erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kann's doch nicht ewig währen! Oft hat Gott uns're Zähren Mit einmal abgewischt; Wann's bei uns hieß: ,, wie lange Wird mir so angst und bange?" So hat er Leib und Seel' erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen: Nach Weinen schafft er Lachen, Nach Regen Sonnenschein; Nach rauhen Wintertagen Muß uns der Lenz behagen; 268 Er führt in Höll' und Himmel ein! 5. Die Last ist uns indessen Von Gott schon zugemessen, Auf daß wir werden klein. Was aber nicht zu tragen, Darf sich nicht an uns wagen, Und sollt's auch noch so wenig sein. Kreuz- und Trostlieder. 6. Der Herr will uns nur ziehen Zu Kindern, die da fliehen Das, was er untersagt; Er will das Fleisch nur schwächen, Den Eigenwillen brechen, Die Lust ertödten, die uns plagt. Eigene Melodie. 399. ur frisch hinein! Es kann so tief nicht sein, Das tiefe Meer muß dir den Durchgang gönnen. Was klagest du? Sollt' der nicht Der nach dem Leid giebt heitern helfen können, Sonnenschein? Nur frisch hinein! 2. Der Himmelsheld Hat schon den Weg bestellt, Den Niemand weiß. Eh' sein' Volk follte sinken, Muß selbst das Meer auf dieses Helden Winken Zur Mauer sein, denn selbst im Fluthenfeld 7. Er will uns dadurch lehren, Wie wir ihn sollen ehren Mit Glauben und Geduld; Und sollt' er auch in Nöthen Uns lassen gar ertödten, Uns doch getrösten seiner Huld. 8. Denn was will uns auch scheiden Die Tapferkeit. Von Gott und seinen Freuden, Dazu er uns erschn? Man lebe oder sterbe, So bleibet uns das Erbe Des Himmels ewiglich doch stehn. 9. Ist Christus unser Leben, So muß uns, seinen Reben, Der Tod sein ein Gewinn. Er mag die Leibeshöhle Zerbrechen, doch die Seele Schwingt froh sich auf zum Himmel hin. 10. D'rum gieb dich ganz zu5. Das Leid hört auf, frieden, Wenn hier dein Pilgerläuf Mein Herz, und bleib' geschieden Das Ziel erreicht; was einmal Von Sorge, Furcht und Leid! angefangen, Vielleicht wird Gott bald senden, Das nimmt ein End'. Christ iſt Die dich auf ihren Händen vorangegangen. Hintragen in die Herrlichkeit. Du folgest nach und tritt nur tapfer d'rauf; Muß tapfer halten an, 4. Ein Kriegesmann Es steht nicht wohl, wenn Krieger wollten gehen, Weil sie das End' des Kampfes nicht ersehen. Ein Christ ist nur, wer tapfer kämpfen kann, Ein Kriegesmann. Joh. Freylinghausen( 1670-1739). Es höret auf. Noch herrscht der Held. 3. Die Tapferkeit Ist jederzeit bereit, Durch Kreuz und Schmach und zu dringen durch; kein Sturmdurch empörte Wellen Sie hält uns fest in ſteter Sicherwind kann sie fällen. heit, 6. Die Kreuzespein Wird ja nicht ewig sein, Es ist ein Kelch, der seinen Boden zeiget. Man sieht den Grund, wenn Alles ausgeneiget, D'rum laß dir einen Trunk des Lebens sein Kreuz- und Trostlieder. Die Kreuzespein. 7. Die große Noth Zerbricht doch einst der Tod. Hindurch, hindurch! und folge deinem Führer. Der Heiland ist des Weltenalls Regierer, Der schritt hindurch für dich durch alle Noth Und durch den Tod. 8. Er ist dein Hirt, Der dich nicht lassen wird, Er wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen; Es wartet schon auf dich der Engel Wagen; Sie sind dein Schuß, und ob du dich verrirrt, Er ist dein Hirt. 9. Der Christenstand Ist also hier benannt: Es muß ein Kreuz das and're Kreuz ablösen. So ging es ihm, er kam, uns zu erlösen Am Kreuzesstamm. Es ist kein Kindertand 269 Eigene Melodie. 400. So weilen scheinen, es bisAls verließe Gott die Seinen, O, so glaub' und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, Hat er d'rum nicht aufgehoben; Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenn's nöthig iſt. 3. Wie nicht immer Väter geben, Wonach ihre Kinder streben, So hält Gott auch Maaß und Ziel: Herr Jesu Christ. Der Christenstand. 10. Ach mein Herr Christ! Wenn du nur bei mir bist, So will ich auch mein Leben willig enden. Zu dir, mein Gott, will ich mich gänzlich wenden Und tragen, was mir aufgeleget ist, Michael Kongehl( 1646-1710). Er giebt, wie und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getröſten, Wenn die Noth am allergrößten; Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 5. Will mir Satan bange machen, Ich kann seine Macht verlachen. Drückt mich schweren Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Trotz dem Tod, den Alles scheuet, Troß der Welt, die mich bedräuet Und mir ohne Ursach' feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, Ei, so frag' ich nichts danach, Gott ist Richter meiner Sach'. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, Muß mir doch der Himmel bleiben; Ist der Himmel mein Gewinn, Geb' ich alles And're hin. 9. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, Frag' ich nicht nach and'rer Gabe; 270 Kreuz und Legt man mich gleich in das Grab, G'nug, Herr, wenn ich dich nur hab'. Christoph Titius( 1641-1703). Trostlieder. Gott, mein Vater, sorgt für mich! Der mir diesen Trost erneuet, Daß ich weiß, Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. thout Joh. Olearius( 1611-1684). Mel. Jesus, meine guversicht. 402. Start tark ist meines Jesu Hand, Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 401. Soll ich meinem Gott nicht trauen, Der mich liebt so väterlich, Der so herzlich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, Der mir ewig bleibet fest, Der die Seinen nicht verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich bing bdrücket, Mein Anliegen, meine Noth, Steht mir bei bis in den Tod, Er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu' Bleibt mir jetzt und ewig neu. 3. Der die Vögel all' ernähret, Welcher Blumen, Laub und Gras Kleidet schön ohn' Unterlaß, Alles Gute uns bescheeret, Sollte der verlassen mich? Nein, dem Höchsten traue ich. 4. Wenn nach seinem Reich' ich trachte, Wenn ich durch Gerechtigkeit Suche meine Seligkeit, Wenn ich Geld und Gut nicht achte, Segnet mir Gott früh und spät Worte, Werke, Rath und That. 5. Nun, so sorg' ich nicht für morgen; Alles, was zufünftig ist, Irrt mich nicht, ich bin ein Christ! Meinen Gott nur lass' ich sorgen: Hat ja doch ein jeder Tag Seine Sorge, seine Plag'. 6. Gott sei Lob, der mich er- Das ist meine Zuversicht. freuet, Daß ich glaube sicherlich, Und er wird mich ewig fassen, Hat zu viel an mich gewandt, Um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, Das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmuth auch Gefahr, Fürcht' ich auch zu unterliegen: Christus reicht die Hand mir dar, Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß mich Gottes Huld verficht, Das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten; Wenn er uns zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, Das ist meine Zuversicht. 4. Würd' es Nacht vor meinem Schritt, Daß ich keinen Ausgang wüßte Und mit ungewissem Tritt Ohne Licht verzagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht, Das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt in Mißgeschick Beben oder ängstlich klagen! Ohne Halt ist all' ihr Glück, Wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, 6. Will der Herr durch strenge Zucht Kreuz- und Trostlieder. 271 Mich nach seinem Bild gestalten,| Die finst're Nacht bringt finst're Dennoch will ich ohne Flucht Sorgen: Seiner Hand nur stille halten.:: Verlaß mich nicht!:,: Er übt Gnad' auch im Gericht, Das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbstverspricht's; Sollt' ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht, Das ist meine Zuversicht. Karl Garve( 1763-1841). Mel. Es ist genug. 403. Verlaß mich nicht, Mein Gott, verlaß mich nicht, Da mich der Jammer drückt! Ach, sende mir In Finsterniß dein Licht, Daß es mein Herz erquickt! Ich liege vor dir, Herr, im Staube; Bald wankt, bald sinkt mein schwacher Glaube: :,: Verlaß mich nicht!:,: 2. Verlaß mich nicht, Herr, sei von mir nicht fern! Denn, ach, die Angst ist nah'. Mein Glaube weiß: 4. Verlaß mich nicht! Zu meinem Glück und Ruhm Geh' ich die Dornenbahn: Du bist der Herr, Dem ich sein Eigenthum Nicht vorenthalten kann. Was ich besiz', ist deine Gabe; Auch dann ist's dein, wann ich es habe: 3. Verlaß mich nicht, Sich, wie mein mattes Herz Im matten Leibe bebt! Ich fühle kaum Vor Kummer, Angst und Schmerz Die Kraft, die mich belebt; Mein Jammer kommt mit jedem Morgen, :,: Verlaß mich nicht!:,: 5. Verlaß mich nicht, Da mich der beste Freund, Den du mir gabst, verläßt! Wenn meine Treu' Verlorne Treu' beweint, So halt' nur du mich fest; Wenn du mein Liebstes von mir trenneſt, So zeige, daß du trösten könnest: :,: Verlaß mich nicht!:,: 6. Verlaß mich nicht! Wenn du nur bei mir bist, So hab' ich Hilf' und Muth; Der bitt're Kelch Wird mir durch dich versüßt, Du bleibst das höchste Gut. Wenn die, die für mich lebten, sterben, So laß mich Trost und Segen erben; ;;: Verlaß mich nicht!:,: Die Hilfe kommt vom Herrn; Sonst ist kein Helfer da. Werd' ich bald deine Hilfe sehen? Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Eigene Melodie. Ach, eile, Herr, mir beizustehen, 404. Warum ſollt ich mich :,: mich denn Hab' ich doch Christum noch: Wer will den mir nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben? 272 2. Arm und bloß kam ich in's Leben, Kreuz- und Da es mir, Herr, von direk Ward zuerst gegeben. Arm und bloß werd' ich hinziehen, Wann ich werd' Von der Erd' Wie ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben Ist nicht mein; Gott allein Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu Dringt herein Angst und Pein, Sollt' ich d'rum verzagen? Der es schickt, der wird es wenIst es, der's gegeben. Aus viel tausend Nöthen, Will er's wieder zu sich kehren, Schließt das Thor der bittern Nehm' er's hin; Leiden den; Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergößt: Sollt' ich jetzt Auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und übt mit Maaßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. Rotten Können mir Nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen: Trostlieder. 7. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Gott, mein Heil, Wird in Eil' Sie zu Schanden machen. Stets sich lassen schauen; Wollt ihn auch der Tod aufreiben, Soll der Muth Dennoch gut Und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch der Tod nicht tödten, Sondern reißt Unsern Geist Gehn Und macht Bahn, Da man kann Him fede 9. Allda will mit süßen Schätzen Ich mein Herz Nach dem Schmerz Ewiglich ergößen: Hier ist kein recht Gut zu finden; Was die Welt In sich hält, Muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüther; Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirtlidar Christus wird Mich ohn' Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, st Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein m Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben. $ 10 Kreuz- und 12. Du bist mein, weil ich dich fasſe, Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich, Und ich dich Ewig werd' umfangen. P. Gerhardt( 1606-1676). Eigene Melodie. as Gott thut, das 405. Was ist wohlgethan! Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Noth Mich wohl weiß zu erhalten; D'rum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! An seiner Huld Und hab' Geduld. Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er kann ja nimmer, trügen, Eigene Melodie. Er führet mich auf rechter Bahn: 406. Was mein Gott will, Er wird mich wohl bedenken; Mein Arzt, der Alles heilen kann, Wird mir nicht Gift einschenken Für Arzenei. Gott ist getreut; D'rum will ich auf ihn bauen Und seiner Gnade trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann: 273 Ich will mich ihm ergeben In Freud' und Leid. Es kommt die Zeit, Trostlieder. Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß' ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zulegt Ich werd' ergößt Mit süßem Trost im Herzen: Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben: Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten; D'rum laß' ich ihn nur walten. Samuel Rodigast( 1649-1708). Sein Wille ist der beste; Zu helfen ist er dem bereit, Der an ihn glaubet feste; Er hilft aus Noth, Der fromme Gott, Und züchtigt uns mit Maaßen; Wer Gott vertraut, Fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, Mein' Hoffnung und mein Leben Was mein Gott will, das mir geschieht: Ich will nicht widerstreben! Sein Wort ist wahr, Er hat mein Haar Auf meinem Haupt gezählet; Er hüt't und wacht, Nimmt uns in Acht, Auf daß uns gar nichts fehlet. 18 274 3. D'rum will ich gern von dieser Welt Heimfahren, wenn's sein Wille, Zu meinem Gott; wenn's ihm gefällt, Will ich ihm halten stille; Mein' arme Seel' Ich Gott befehl' In meinen letzten Stunden. O frommer Gott, Sünd', Höll' und Tod Hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich Kreuz und Trostlieder. Du wirst mir's nicht versagen: Wenn mich der böse Feind ansicht, Laß mich doch nicht verzagen; Hilf, steur' und wehr', O Gott, mein Herr, Zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, Dem wird's gewährt: Drauf sprech' ich fröhlich: Amen. Albrecht, Markgraf zu Brandenburg ( 1522-1557). O meine liebe Seel'? Woll' den nur herzlich lieben, Der heißt Immanuel. Vertrau' dich ihm allein, Er wird gut Alles machen Und fördern deine Sachen, Wie dir's wird selig sein. 2. Denn Gott verlässet Keinen, Der sich auf ihn verläßt. Er bleibt getreu den Seinen, Die ihm vertrauen fest. Dünkt dir's gleich wunderlich, So laß dir doch nicht grauen, Mit Freuden wirst du schauen, Wie Gott wird retten dich. Was dir ist nüß' und gut. Was Gott beschlossen hat, Das kann Niemand verhindern von allen Menschenkindern; Es geht nach seinem Rath. 4. D'rum ich mich ihm ergebe, Ihm sei es heimgestellt! Nach nichts mehr ich sonst strebe, Denn nur, was ihm gefällt. Sein Will' ist mein Begier, Der ist und bleibt der beste, Das glaub' ich stät und feste; Wohl dem, der glaubt mit mir. Johann Heermann( 1585-1647). Du betrübte Seele; Drückt dich gleich ein schweres Joch In der Trauerhöhle; Nur Geduld! Gottes Huld Giebt dir nach dem Leiden Wieder Trost und Freuden. 2. Weine nicht! Gott denkt an dich; Mel. Von Gott will ich nicht laffen. 407. Was willst du dich hat man dein vergeſſen, betrüben, 3. Auf ihn magst du es wagen Getrost mit frohem Muth, Mit ihm wirst du erjagen, Mel. Mache dich, mein Geift, bereit. 408 Weine nicht! Gott O dann hat er längst bei sich, Was dir nüßt, ermessen! Eh' zerfällt Diese Welt, Eh' er dich kann lassen Oder gar dich hassen. 3. Beine nicht! Gott siehet dich, Ist er gleich verborgen. Fasfest in Geduld du did Troß der Last der Sorgen, Reicht er dir Trost dafür Und läßt nach dem Weinen Seine Sonne scheinen. 4. Weine nicht! Gott höret dich, Wenn dich Gram verwirret. Hättest noch so weit du dich In der Noth verirret. Ruf' ihn an, Kreuz- und Trostlieder. Denn er kann Deinen Unglückswellen Ziel und Grenzen stellen. 5. Weine nicht! Gott liebet dich, Wenn die Welt auch haffet Und voll Arglist wider dich Bösen Anschlag fasset. Wen Gott liebt, Nichts betrübt, Will gleich All's vergehen, Gott wird's wohl versehen. 6. Weine nicht! Gott sorgt für dich, Was kann nun dir fehlen? Willst du unablässig dich Mit den Sorgen quälen? Wirf auf ihn Alles hin; Er wird deine Sachen Wieder besser machen. 7. Weine nicht! Gott tröstet dich Nach den Thränengüssen, Endlich wird der Kummer sich In das Grab verschließen. Durch den Tod Stirbt die Noth, Und wenn der erscheinet, Hast du ausgeweinet. Herr Jesu Christ, Der sie doch schlägt darnieder. Und wenn ich dich Nur hab' um mich Mit deinem Geist und Gnaden, So kann fürwahr Benj. Schmold( 1672-1737). Mir ganz und gar Nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst' ich mich Ganz sicherlich; Denn du könnt'st mir's wohl geben, Was mir ist Noth, Du trener Gott, 275 Hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu', Mein Herz erneu', Errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, Dies mein Begehr, Mein Bitten laß nicht fehlen. Joh. Mühlmann( 1573-1613). Eigene Melodie. er nur den lieben 410. We Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In allem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Mcl. Was mein Gott will. 409.mer Gott vertraut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Hat wohl gebaut Im Himmel und auf Erden; Sorgen? Wer sich verläßt Auf Jefum Christ, All' Hoffnung ich Will fest und sicher setzen; Herr Jesu Christ, Mein Trost du bist In Todes Noth und Schmerzen. 2. Und wenn's gleich wär' Dem Teufel schr Und aller Welt zuwider, So bist du es, Was hilft uns unser Weh und Ach? Dem muß der Himmel werden; Was hilft es, daß wir alle Darum auf dich Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigfeit. 3. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers Gottes Gnadenwille 18* 276 Kreuz- und Trostlieder. Und sein' Allwissenheit es fügt:| Wird mir's an Keinem fehlen. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Wie er mich führt, so geh' ich Der weiß auch sehr wohl, was mit uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl, wann es nüßlich sei; Wenn er uns nur hat treu erfunden Und merket feine Heuchelei, So kommt Gott, ch' wir's uns versehn, Und lässet uns viel Gut's geschehn. Den alle Welt als glücklich preist. Die Folgezeit verändert viel Und sehet Jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, Und ist dem Höchsten Alles gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen fann. 5. Denk' nicht in deiner Drang- In Zeit und auch in Ewigkeit falshige, Stets seinen Rath zu ehren. Daß du von Gott verlassen seist, 3. Wie Gott mich führt, bin Und daß ihm der im Schooße ich vergnügt, size, Ich ruh' in seinen Händen; Wie er es schickt und mit mir fügt, Und folge willig Schritt vor Schritt In kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still 7. Sing', bet und geh' auf Gottes Wegen, Berricht das Deine nur getreu Und trau' des Himmels reichem Segen, Und folge seinem Leiten, Obgleich im Fleisch' der EigenSo wird er bei dir werden neu; Denn, welcher seine Zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark( 1621-1681). will' Will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, Er mache, wie es ihm gefällt, Zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so In seinen Vaterwillen; geb' ich mich Scheint's der Vernunft gleich wunderlich, Sein Rath wird doch erfüllen, Was er in Liebe hat bedacht, Eh' er mich an das Licht gebracht: Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib' ich treu Im Glauben, Hoffen, Leiden; Steht er mit seiner Kraft mir bei, Was will mich von ihm scheiden? Was Gott mir widerfahren läßt, Ich fasse in Geduld mich fest: Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 411. Wie Gott mich führt, Muß mir zum Beſten dienen. so will ich gehn Ohn' alles Eigenwählen; Geschicht, was er mir ausersehn, 6. Wie Gott mich führt, so Es geh' durch Dorn und Hecken; will ich gehn, Wie er's will mit mir wenden, Sei ihm hiermit ganz heimgestellt: Kreuz- und Kann ich's auch anfangs nicht verstehn, Zulegt wird er's aufdecken, Wie er nach seinem Vaterrath Mich treu und wohl geführet hat: Dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke( 1683-1735). Mel. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich. 412. Wie hat's die Seele doch so gut, Die sich dem Herrn ergiebt, Die nichts mehr will und nichts mehr thut, Als daß sie Jesum liebt! 2. Still wandelt sie an seiner Hand, Ein selig Kind des Lichts, Das Antlig hin zu ihm gewandt, Und scheut und fürchtet nichts. 3. Sie ziehet muthig ihre Bahn; Mit ihm wird nichts zu schwer, Und Erdenlust und eitler Wahn Verlocken sie nicht mehr. 4. Sie geht getrost, heißt er sie gehn, Sie weiß, er ist ihr Hort; Kann sie doch seine Liebe sehn, Glaubt sie doch seinem Wort! 5. Sie trägt geduldig ihre Last, Trostlieder. 277 8. Ach ja, die Seele hat es gut, Die sich dem Herrn ergiebt, Die nichts mehr will und nichts mehr thut, Als daß sie Jesum liebt! Verfasser unbekannt. Bis seine Stunde schlägt; Sie weiß: er gönnt ihr wieder Rast, Der treu die Schwachen trägt. 6. Auch wird kein Opfer ihr zu schwer, Die Liebe macht es leicht Und siche, wie von ungefähr Ist bald das Ziel erreicht. 7. Da wird die Liebe zum Panier, Der Glaub' ihr Hochzeitskleid; Die Hoffnung öffnet ihr die Thür', Ihr Erbe steht bereit. Mel. Es ist genug. 413. Was ist mein ie's Gott gefällt", bestes Wort; Mir geh' es, wie Gott will. Zeigt er den Weg, So find' ich hier und dort Das angenehmste Ziel. Wohl dem, der sich von Gott läßt führen, Der wird viel Trost darinnen spüren: :: Wie's Gott gefällt.:,: 2. Was Gott gefällt, Es sei Freud' oder Leid, Ich nehme beides an. Er weiß allein, Was meiner Seligkeit Vor anderm dienen kann; Damit wird er mich überschütten. Im Namen Jesu will ich bitten: :: Was Gott gefällt.:,: 3. Wo's Gott gefällt, So gilt kein Hinderniß, Wenn er mir was bescheert. Gefällt's ihm nicht, So schadet das gewiß, Was man sich selbst begehrt. D'rum geb' ich mich in Gottes Willen, Damit will ich mein Herze stillen: :: Wo's Gott gefällt.:,: 4. Wenn's Gott gefällt, Alsdann wird es geschehn, Jch traue seiner Huld. Ich werd' es schon Heut oder morgen schn; D'rum wart' ich mit Geduld. 278 Lob- und Danklieder. Gott wird ja nicht zu lang' ver-| Ich weiß doch wohl, Daß es so gehen muß, Wie Gott seßt Maaß und Ziel. Derselbe läßt mich nicht ver derben, ziehen. Mein Herzenswunsch wird mir verliehen, :,: Wenn's Gott gefällt. 5. ,, Wie's Gott gefällt", So mach' ich den Beschluß. Es sorge, wer da will, II. Siebe zu Gott und Jesus. S ( Lob- und Danklieder.) Mel. Es ist das Heil uns kommen her.| Der Tod und Hölle macht zu 414. Bringt her dem Herren Lob und Ehr Aus freudigem Gemüthe; Ein Jeder Gottes Ruhm vermehr' Und preise seine Güte; Ach, lobet, lobet Alle Gott, Der uns befreiet aus der Noth, Und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit Spott Und uns versöhnt mit unserm Gott: D'rum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns Den Glauben angezündet durch den Geist Uns stärket, kräftigt, gründet, Und alles Gute noch verheißt, Der uns erleuchtet durch sein Regiert und treibet fort und fort: Wort, D'rum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch dies gute Werk, So in uns angefangen, Vollführen wird und geben Stärk', Die großen Wunderwerke, Die Majestät und Herrlichkeit, Die Weisheit, Kraft und Stärke, Ich mag gleich leben oder sterben: :,: Wie's Gott gefällt.:: Joh. Hängschel( 1707-1748). Die er beweist in aller Welt, Dadurch er alle Ding' erhält: D'rum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben Aus lauter väterlicher Gnad' Uns Allen hat gegeben, Der uns durch seine Engel schüßt Und täglich schenket, was uns nützt: D'rum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott; er giebt uns seinen Sohn, Der für uns ist gestorben Und uns des ew'gen Lebens Kron' Durch seinen Tod erworben; Das Kleinod zu erlangen, Das er hat Allen dargestellt Und seinen Gläub'gen vorbehält: D'rum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, Ihr Engel und ihr Thronen; Es loben Gott mit heller Stimm', Die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spät, Ja Alles, was nur Ödem hat, Das danke seinem Namen! Christian Günther( 1649-1704). Lob- und Danklieder. 279 Eigene Melodie. Wenn Licht und Leitung mir gebricht. 415. Der du das Loos von meinen Tagen 5. D'rum soll vor dir mein Herz sich stillen; Und meines Lebens Glück und Plagen Ich weiß, daß ohne deinen Willen Mit Güt' und Weisheit mir bebestimmt, Kein Haar von meinem Haupte fällt. Dir, Gott, dank ich mit frohem Auf dich allein kann ich vertrauen Herzen, Das seine Freuden, seine Schmerzen Und meiner Zukunft Hoffmung bauen Aus deinen Segenshänden nimmt. In dieser unbeständ'gen Welt. 6. Ja, Herr, es sei mein ganzes Leben 2. Du hast im Lauf' von meinem Leben Mehr Glück als Leiden mir ge= geben, Mehr Gut's, als ich verdient, bescheert. 3. Soll ich nach deinem Wohlgefallen Durch mancher Prüfung Enge wallen, Bloß deiner Leitung übergeben, Bis dieser Lebensbaum zerbricht. b Berge weichen, Hügel fallen, Fest bleibt dein Bund den Deinen allen Mußt' ich den Abend lang' auch weinen, Läß'st du mir doch die Sonne scheinen, Mel. Was Gott thut, das ist. Wann kaum der Morgen wieder- 416. Dich, Jeju, laß ich ewig nicht; kehrt. Die Fleisch und Blut mir schwerer macht, So darf mein Herz doch nicht verzagen; Ich weiß, du bist bei meinen Plagen Stets auf mein wahres Wohl bedacht. 4. Selbst aus des Lebens Bitterfeiten Weißt du mein Glück mir zu bereiten Und deine Gnade weichet nicht. Johann Paßte( 1727-1787). Und schaff'st aus Finsternissen Licht; Du bahnst vor mir die rauhen Stege Und leitest mich auf eb'nem Wege, Dir bleibt mein Herz ergeben; Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. Du, du allein, Du sollst es sein; Du sollst mein Trost auf Erden, Mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesu, laß' ich ewig nicht; Ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht Und deine Gnade rauben; Der Glaubensbund Hat festen Grund: Die deiner sich nicht schämen, Die kann dir Niemand nehmen. 3. Dich, Jesu, laß' ich ewig nicht. Aus göttlichem Erbarmen Gingst du für Sünder in's Gericht 280 Und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit Lob- und Danklieder. Will ich all'zeit Um deines Leidens willen Die Pflicht der Treu' erfüllen. 4. Dich, Jesu, laß' ich ewig nicht. Du stärkest mich von oben; Auf dich steht meine Zuversicht, Wenn meine Feinde toben. Ich halt' an dir, Du bleibst bei mir. Wie sehr mich Feinde hassen, Du wirst mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesu, laß' ich ewig nicht, Dich, Gottes größte Gabe, Ich weiß, daß mir kein Gut ge= bricht, Herr, wenn ich dich nur habe. Sucht mich die Welt Durch Gut und Geld Dir ungetreu zu machen, So will ich sie verlachen. 6. Dich, Jesu, laß' ich ewig nicht; Nichts soll mich von dir scheiden. Es bleibet jedes Christen Pflicht, Mit seinem Herrn zu leiden. Doch all' mein Leid Dir will ich meine Lieder bringen: Ach, gieb mir deines Geistes Daß aß ich es thu' im Namen Jeſu Christ, So wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zich' mich, o Vater, zu Damit dein Sohn mich wieder dem Sohne, zieh' zu dir; Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinne und Verstand regier', Daß ich den Frieden Gottes schmeck' und fühl' Und dir darob im Herzen sing' und spiel. 3. Verleih' mir, Höchster, solche o gal das Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan; So klingt es schön in meinem So bet' ich dich in Geist und Liede, So hebt dein Geist mein Herz zu Wahrheit an; dir empor, Daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor. 4. Dein Geist kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; Er lehret mich recht gläubig beten, Giebt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich Abba, lieber Vater, schrei'. Währt kurze Zeit, Bald ist es überstanden, Und Ruh' ist dann vorhanden. 7. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht; Nie soll mein Glaube wanken, Und wenn des Leibes Hütte bricht, Sterb' ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, Und ich bin sein; Er ist mein Schuß, mein Tröster, Und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Eigene Melodie. dir, 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet 417. Dwill ich fingen; Durch deines heil'gen Geistes Denn wo ist doch ein solcher Gott So bricht dein Vaterherz und Kraft und Trieb, wie du? wallet Lob- und Ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb', Daß mir's die Bitte nicht verſagen kann, Die ich nach deinem Willen hab' gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen eingericht't Und wird gewiß von dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohn's geſchieht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin Und nehme von dir Gnad' um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe! D'rum bin ich voller Trost und Freudigkeit Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir verlange jederzeit, Die giebst du und thust überschwänglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt' in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; In ihm ist Alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, Selig Daß du mir schenkest solche Seligfeit! Bartholom. Traſselius( 1677-1724). Mel. O Jesu, mein Vergnügen. 418. Du, dem ich ange= höre, Heiland, Jesu Christ, Dem oft die stille Zähre Zur Huldigung und Ehre Aus frommen Augen fließt: 281 Danklieder. 2. Wenn in Erinnerungen An dein Verdienst versenkt, Von Liebe tief durchdrungen, Im Geist von dir umschlungen, Dich meine Seele denkt: 3. Alsdann wird diese Erde, Auch einst bewohnt von dir, Troß mancherlei Beschwerde, Die ich hier inne werde, Zum Heiligthume mir. 4. Ich folge deinen Blicken, Ich hang' an deiner Hand Und schaue mit Entzücken hin, wo nicht Leiden drücken, Dir nach in's Vaterland. 5. Du, der nur Andern lebte, Der nur für And're litt, Nur uns zu retten strebte Und, ob das Herz gleich bebte, Doch selbst zum Sterben schritt, 6. Du, der mich lehret hoffen Und glauben und vertrau'n, Durch den ich kann, getroffen Vom Grau'n des Todes, offen Die wahre Heimath schau'n, 7. Du, der mich handeln lehret, Wie es vor Gott gebührt, Und der mir unversehret Den Fuß vom Wege kehret, Der zum Verderben führt: 8. Dir bin ich hingegeben Zu Lieb' und Dankbarkeit. Mein Ruhen und mein Streben, Mein Sterben und mein Leben Sei, Jesu, dir geweiht! 9. Du Wonne meiner Seele, Mein Ruhm, mein Lobgesang, Dem ich mein Herz vermähle, Versöhner meiner Fehle, Dein bin ich Lebenslang! Karl Wehran( 1761-1808). Eigene Melodie. 419. Großer Gott, wir Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir beugt die Erde sich 282 Lob- und Und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen Stimmen dir ein Loblied an, Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir in sel'ger Ruh: Heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth, Heilig, Herr der Kriegesheere, Starker Helfer in der Noth; Himmel, Erde, Lust und Meere Sind erfüllt von deinem Ruhm, Alles ist dein Eigenthum. 4. Der Apostel heil'ger Chor, Der Propheten große Menge Schickt zu deinem Thron empor Neue Lob- und Dankgesänge; Der Blutzeugen große Schaar Lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis Loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater, dir zum Preis Singt die heilige Gemeine; Sie verchrt auf seinem Thron Deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, Welcher uns mit solchen Lehren Und mit Troste kräftig speiſt, Der, o König aller Ehren, Der mit dir, Herr Jesu Christ, Und dem Vater ewig ist. Eigene Melodie. 7. Du, des ew'gen Vaters 420. Her Gott, dich loben wir, Hast die Menschheit angenommen; Du bist auch von deinem Thron Zu uns auf die Welt gekommen. Gnade hast du uns gebracht, Von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen; Du stellst uns dem Vater vor, Wenn wir kindlich auf ihn hoffen; Danklicder. Endlich kommst du zum Gericht, Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh', Herr, deinen Dienern bei, Welche dich mit Demuth bitten; Alle machtest du ja frei Durch den Tod, den du gelitten. Nimm uns nach vollbrachtem Lauf Zu dir in den Himmel auf! 10. Sieh dein Volk in Gnaden an, Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe! Leit' es auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe! Hilf, daß es durch Buß' und Flehn Dich im Himmel möge sehn! 11. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Namen preisen Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gieb, daß Jeder fündenfrei. Deiner Gnade würdig sei. 12. Herr, erbarm', erbarme dich! Auf uns komme, Herr, dein Segen! Deine Güte zeige sich Allen der Verheißung wegen! Auf dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren sein! Verfasser unbekannt. Herr Gott, wir danken dir. Dich, Gott, Vater in Ewigkeit, Ehret die Welt sehr weit und breit. All' Engel und Himmelsheer, Und was dienet deiner Ehr', Auch Cherubim und Seraphim Singen immer mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott! Der Herre Zebaoth. Lob- und 2. Dein göttlich' Macht und Herrlichkeit Geht über Himmel und Erde weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Propheten all', Die theuren Märt'rer allzumal Loben dich, Herr, mit großem Schall. Danklieder. Die ganze werthe Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit; Dich, Gott, Vater im höchsten Thron, Deinen rechten und ein'gen Sohn, Den heil'gen Geist und Tröster werth, Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ew'ger Sohn du biſt! Der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, Zu erlöfen das menschlich' Geschlecht. 283 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Und chr'n dein'n Namen stetiglich. Behüt' uns heut, du treuer Gott, Vor aller Sünd' und Missethat! Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnädig in aller Noth; Zeig' uns deine Barmherzigkeit, Wie uns're Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr: In Schanden laß uns nimmermehr! Amen. Du hast dem Tod' zerstört sein' Macht Und all Christen zum Himmel bracht. Du sik'st zur Rechten Gottes gleich Mit aller Ehr' in's Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist. Alles, was todt und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die mit dein'm theur'n Blut erlöset sein. Laß uns im Himmel haben Theil Mit den Heil'gen in ew'gem Heil! Hilf dein'm Volt, Herr Jesu Christ, Te Deum laudamus, von Ambrosius ( † 397); deutsch von Martin Luther. Eigene Melodie 421. Herzlich lieb hab' ich o Herr! Ich bitte, sei von mir nicht fern Mit deiner Hilf' und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben. und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, Und segne, was dein Erbtheil ist; Wart' und pfleg' ihr'r zu aller Beit Und heb' sie hoch in Ewigkeit! Bist du doch meine Zuversicht, Mein Heil und meines Herzens Trost, Der du mich durch dein Blut erlös't. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, In Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab' Mein Leib und Scel', und was ich hab' In diesem armen Leben; Damit ich's brauch' zum Lobe dein, Zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, Woll'st du mir Gnade geben. 284 Behüt' mich, Herr, vor falscher Lehr', Des Satans Mord und Lügen wehr'; In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ich's trag' geduldiglich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Tröst' meine Seel' in Todesnoth! 3. Ach lasse, Herr, die Engel dein Liebe zu Jesus. Am letzten End' die Seele mein In Abrahams Schooß tragen, Den Leib in seinem Kämmerlein Gar sanft, ohn' alle Qual und Pein, Ruh'n bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod' erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud', o Gottes Sohn, Mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, Erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling( 1532-1608). Mel. Erquicke mich, du heil der Sünder. 422. dh bete an die Macht ch der Liebe, Die sich in Jcfu offenbart; Ich geb' mich hin dem freien Triebe, Mit dem ich Staub geliebetward; Ich will, anstatt an mich zu denken, In's Meer der Liebe mich versenten. 2. Wie bist du mir so sehr gewogen, Und wie verlangt mein Herz nach dir! Durch Liebe sanft und stark gezogen, Neigt sich mein Alles auch zu dir; Du traute Liebe, gutes Wesen, Du hast mich und ich dich erlesen. 3. Ich fühl's, du bist's, ich muß dich haben, Ich fühl's, ich muß für dich nur ſein. Nicht im Geschöpf', nicht in den Gaben, Mein Leben ist in dir allein. Hier ist die Ruh', hier ist Vergnügen, D'rum folg' ich deinen sel'gen Bor Zügen. 4. Dein ewig sei mein Herz Erlöser, du mein einzig Gut; und Leben, Für dich hast du mir's nur ges geben, In dir es still und selig ruht. Du, Heiland meines tiefen Falles, Für dich ist ewig Herz und Alles. 5. Ehr' sei dem hohen Jesusnamen, In dem der Liebe Quell entspringt, Von dem hier alle Bächlein kamen, Aus dem der Sel'gen Schaar dort trinkt! Wie falten sie die frohen Hände! Wie beugen sie sich ohne Ende! 6. O Jesu, daß dein Name bliebe Im Grunde tief gedrücket ein! Möcht' deine süße Jesusliebe Im Wort, im Werk und allem In Herz und Sinn gepräget sein! Wesen Sei Jesus und sonst nichts zu lesen. Gerhard Tersteegen( 1697-1769). Eigene Melodie. 423. Ich will dich lieben, Ich will dich lieben, meine Bier, Ich will dich lieben mit dem Werke Liebe zu Jesus. Und immerwährender Begier; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund; Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz bescheint; Du hochgelobte Schönheit du, Und dich nicht eher mein genennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh'! Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, Ich suchte dich und fand dich nicht. Ich will dich lieben, Gotteslamm, Als Seelenbräutigam. Eigene Melodie. 3. Ach, daß ich dich ſo ſpät 424. Jeſu, meine Freude, Weide, Ich hatte mich von dir gewendet, Ich liebte das geschaff'ne Licht; Nun aber ist's durch dich gescheh'n, 285 7. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott; Ich will dich lieben ohne Lohne Auch in der allergrößten Noth; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Daß ich dich hab' erseh'n. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht: Bis mir das Herze bricht. Ich danke dir, duHimmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht; Johann Scheffler( 1624-1677). Ich danke dir, du ew'ger Hort, Daß mich geheilt dein Wort. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen Und laß mich nicht mehr irre gehn! Laß meinen Fuß auf deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn; Erleucht' mir Leib und Seele ganz, Du schöner Himmelsglanz! Jesu, meine Zier, Ach, wie lang', wie lange Ist dem Herzen bange Und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst lieber werden! 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor dem Stürmen Aller Feinde frei. Mag die Hölle wüthen, Ich kann Trotz ihr bieten; Jesus steht mir bei. Ob die Welt in Trümmer fällt, Ob gleich Sünd' und Tod mich schrecken, Jesus wird mich decken. 3. Mag der Feind mir nahen, Mich der Tod umfahen, Dennoch hab' ich Muth. Zürne, Welt, und tobe, Meinen Gott ich lobe In gar sich'rer Hut. Gottes Macht hält mich in Acht; Erd' und Abgrund mögen zittern, Nichts kann mich erschüttern. 4. Weg mit allen Schäßen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren! Will von cuch nicht hören, Bleibt mir unbewußt! 286 Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod Liebe zu Jesus. Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Weſen, Das die Welt erleſen, Mir gefällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr an's Licht; Gute Nacht, du Stolz und Pracht, Dir sei ganz, du Sündenleben, Gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister! Denn mein Freudenmeiſter, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Segen sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn, Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Frand( 1618-1677). 3. Jesu habe ich geschworen, Da ich von den Sünden rein Und von Neuem ward geboren In der heil'gen Taufe mein; Ihm will ich den Schwur auch halten Und in Allem lassen walten, Es sei Leben oder Tod: Jesus hilft aus aller Noth. Wenn ich soll von hinnenscheiden; Er ist meines Lebens Licht: Jesus laß' ich von mir nicht. 4. Jesus will ich bei mir haben, Wenn ich gehe aus und ein; Ruh'n in meines Herzens Schrein; Seines Geistes Trost und Gaben Wenn ich mich zur Ruh' begebe Oder mich vom Schlaf' erhebe, Bleibt doch Jesus früh und spät Meiner Seele Schutz und Rath. 5. Jesus will ich lassen rathen, Der am Besten rathen kann; Er gesegne meine Thaten, Daß in seinem theuren Namen Die ich fröhlich fange an, Alles glücklich sei und Amen: So wird Alles werden gut; Mel. Alle Menschen müssen sterben. 425. Jejus schwebt mir in Wohlgethan ist, was er thut. 6. Jesus, meiner Jugend Leiter Gedanken, Jesus liegt mir stets im Sinn; Von ihm will ich nimmer wanken, Weil ich hier im Leben bin. Er ist meiner Augen Weide, Meines Herzens höchste Freude, Meiner Seele schönste Zier: Jesus lieb' ich für und für. 2. Jesus funkelt mir im Herzen, Und Regierer meiner Sinn', Wird auch sein mein Trostbereiter, Wenn ich alt und kraftlos bin, Wenn entkräftet meine Glieder, Und die Lebenssonn' geht nieder, Sich verdunkelt mein Gesicht: Meinen Jesus laß' ich nicht. Wie der goldnen Sterne Schein; Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, Er ist mein und ich bin sein. D'rum ergreif' ich ihn mit Freuden, Mein getreuer Beistand sein: 7. Jesus soll in allen Leiden Nichts, nichts soll mich von ihm scheiden; Es soll keine Herzenspein, Keine Trübsal, teine Schmerzen Reißen ihn aus meinem Herzen. Ob mir gleich mein Herz zerbricht, Laß' ich dennoch Jesus nicht. Danklieder. Seele, vergiß es ja nicht, Lob' ihn in Ewigkeit! Amen. Joachim Neander( 1650-1680). Lob- und 8. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen sein Und mit Jesu dorten erben, Dies ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, Eigene Melodie. Nichts, Nichts soll mich von ihm 427. Sobe den Herren, o meine Seele: Laß' ich gleich Gut, Blut und Ehr', Jesus dennoch nimmermehr! Verfasser unbekannt. 287 der Ehren, Meine geliebete Seele, das iſt mein Begehren. Kommet zu Hauf', Psalter und Harfe, wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regicret, Der dich auf Adiers Fittigen sicher geführet, Will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel' gegeben hat, 426. obe den Herren, den Werde geprieſen früh und spät. Eigene Melodie. Der dich erhält, Wie es dir selber gefällt; Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet: Ich will ihn loben bis zum Tod! So lang' ich Stunden auf Erden zähle, In wie viel Noth Hat nicht der gnädige Gott Ueber dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe den heiligen Namen! Er ist dein Licht: :,: Halleluja.:, 2. Fürsten sind Menschen, vom Weibe geboren, Und kehren um zu ihrem Staub'; Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hilfe an. :,: Hallelujah.:,: 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Değ Hilfe der Gott Jakobs ist, Welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen Und hofft getroft auf Jesum Christ! Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rath und That. :,: Hallelujah.:,: 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, Und was darinnen ist, gemacht; Alles muß pünktlich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht. Er ist's, der Herrscher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. :,: Hallelujah.:,: 288 Lob- und Danklieder. 5. Müssen hier Manche noch| Mel. Nun lob', mein Seel', den Herren. Unrecht leiden, 428. Man lobt dich in der Stille, Du hocherhab'ner Zionsgott; Des Rühmens ist die Fülle Vor dir, o Herr Gott Zebaoth! Du bist doch, Herr, auf Erden Der Frommen Zuversicht; In Trübsal und Beschwerden Läßt du die Deinen nicht. D'rum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor Jedermann Und deinen Ruhm vermehren, So lang' er fallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen Von ganzer Seel' und jauchzen hell, Er ist's, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen wird er an Speise bescheiden, Was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebund'nen macht er frei, Und seine Gnad' ist mancherlei. :,: Hallelujah:,: 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, Erhebt, die tief gebeuget gehn; Wo er kann einige Fromme finden, Die läßt er seine Liebe sehn; Sein Aufsehn ist des Fremden Truß, Wittwen und Waisen ist er Schuß. :,: Hallelujah.:,: 7. Aber der Gottesvergessenen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur wählen verkehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich: Zion, dein Gott, sorgt stets für dich. :,: Hallelujah.:: 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Deß, der so große Wunder thut; Alles, was Odem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Muth! Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heil'gen Geist. :,: Hallelujah.:,: Joh. Herrnschmidt( 1675-1723). Die deinem Dienst sich weihen. Gelobt seist du, Gott Israel! Dein Name sei gepriesen, Der große Wunder thut, Und der auch mir erwiesen, D'rum geb' ich mich mit Freuden Was heilsam ist und gut. Nichts soll von dir mich scheiden, Dir, Herr, zu eigen hin, So lang' ich leb' und bin. 3. Herr, du hast deinen Namen Wenn Schwache zu dir kamen, So herrlich in der Welt gemacht; Hast du mit Hilf' an sie gedacht. Nun, wie vergelt' ich's dir? Du hast mir Gnad' erzeiget: So will ich für und für Ach, bleibe mir geneiget, Den Kelch des Heils erheben Und preisen weit und breit Dich, Herr mein Gott, im Leben Und dort in Ewigkeit. Johann Rist( 1607-1667). Eigene Melodie. einen Jesus laß' 429. Mich nicht, Weil er sich für mich gegeben, So erfordert meine Pflicht, Lob- und Nur allein für ihn zu leben, Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesus laß' ich nicht. 2. Jesus laß ich nimmer nicht, Nicht in meinem ganzen Leben; Ihm hab' ich voll Zuversicht, Was ich bin und hab', ergeben; Alles ist auf ihn gerich't: Meinen Jesus laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Alle Sinne mir entweichen, Laß das letzte Tageslicht Mich auf dieser Welt erreichen; Wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesus laß' ich nicht. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht Frommer Christen Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht: Meinen Jesus laß' ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht Meiner Seele Grund sich sehnet; Jesus wünsch' ich und sein Licht, Der mich hat mit Gott versöhnet, Der mich frei macht vom Gericht: Meinen Jesus laß' ich nicht. 6. Jesus laß' ich nicht von mir, Geh' ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für Zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesus laß' ich nicht! Christian Keimann( 1607-1662). Eigene Melodie. ¹ Jun danket Alle Danklieder. Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Und noch jetzt hat gethan! 2. Der ewig reiche Gott Woll' uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben, Und uns in seiner Gnad' Erhalten fort und fort, Und uns aus aller Noth Erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott 430. Sott 289 Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib' Dem Vater und dem Sohne Und auch dem heil'gen Geist Im höchsten Himmelsthrone, Ihm, dem dreiein'gen Gott, Als der ursprünglich war Und ist und bleiben wird Wie jetzt, so immerdar. Martin Rinkart( 1586-1649). Mel. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich. un danket All' und 431. bringet Ehr, Ihr Menschen in der Welt, Dem, dessen Lob der Engel Heer Erhebt im Himmelszelt. 2. Ermuntert euch und sing mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, Der seine Wunder überall Und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an Frisch und gesund erhält Und, wo kein Mensch mehr helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch gnädig bleibt und gut, Die Straf' erläßt, die Sünd' vergiebt Und nichts als Gutes thut. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn 19 290 Lob- und Und werf' all' Angst, Sorg' Furcht und Schmerz In's Meeres Tiefe hin. 6. Er laffe seinen Frieden ruh'n Auf unserm Vaterland; Und gebe Glück zu unserm Thun Und Heil in allem Stand'. 7. Er lasse seine Lieb' und Güt' Um, bei und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, der Erd' Abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, Uns uns're Augen zu Und zeig' uns d'rauf sein Angesicht Dort in der ew'gen Ruh'. Paul Gerhardt( 1606-1676). Danklieder. Läßt Gnade uns erfahren, Verzagten seine Huld. Sein Güt' ist hoch erhaben Ob dem, der fürchtet ihn. So fern der Ost vom Abend, Ist uns're Sünd' dahin, 3. Wie Väter sich erbarmen, Wenn ihre Kinder hülflos schrei'n, So thut der Herr uns Armen, Wenn wir ihn fürchten kindlich rein. Sei er stets unser Heil, Und bleib' auch, wenn wir von Der Wind nur d'rüber wehet, So ist es nimmer da: Also der Mensch vergehet, Sein End' ist stets ihm nah'! 4. Nur Gottes Gnad' alleine Bleibt stät und fest in Ewigkeit Bei seines Sohn's Gemeine, Die stets in seiner Furcht bereit. Sein Bund ist nicht veraltet, Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel waltet Des Lob's und dient zugleich Eigene Melodie. 432. Nun lob', mein' Seel, Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heilig Wort; Mein Geist soll auch vermehren Sein Lob an jedem Ort. Herren, Was in mir ist, den Namen sein, Der stets sein' Gnad' will mehren, Vergiß es nicht, o Herze mein. Er hat die Sünd' vergeben, Heilt deine Schwachheit groß, dein armes Leben, Johann Graumann( 1487-1541). Eigene Melodie. Nimmt dich in seinen Schoo, 433. un preiset Alle Gottes Barm= herzigkeit! Mit Trost er überschüttet, Verjüngt, dem Adler gleich. Der Herr schafft Recht, behütet Die Leidenden im Reich. Lob' ihn mit Schalle, Wertheste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich 2. Er hat uns wissen lassen laden; Sein heilig Recht und sein Ge-:,: Freue dich, Israel, seiner Gnaden!:,: richt. Sein' Güt' ist ohne Maaßen, Es mangelt an Erbarmung nicht. Den Zorn läßt er wohl fahren, Straft nicht nach uns'rer Schuld, Er kennet uns're Schwäche, Er weiß, wir sind nur Staub, Ein Gras auf dürrer Fläche, Ein' Blum' und fallend Laub; 2. Der Herr regieret Ueber die ganze Welt; Was sich nur rühret, Froh ihm zu Füßen fällt; Lob- und Danklieder. Viel tausend Engel um ihn schweben;. :,: Psalter und Harfe ihin Ehre geben.:: 3. Wohlauf, ihr Heiden, Lasset das Trauern sein, Zu grünen Weiden Stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort vertünden, :,: Machet uns ledig von allen Sünden.:: 4. Er giebt uns Speise Reichlich und überall, Nach Vaterweise Sättigt er allzumal; Er schaffet früh und späten Regen, :,: Füllet uns Alle mit seinem Segen.:: 5. D'rum preis und ehre Seine Barmherzigkeit, Sein Lob vermehre, Wertheste Christenheit! Uns foll hinfort kein Unfall schaden: :: Freue dich, Israel, seiner Gnaden!:,: Matth. Apelles v. Löwenstern ( 1594-1648). 291 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß Eigene Melodie. 434. daß ich tausend Und stehet munter im Geschäfte Zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele schicke dich Und lobe Gott herzinniglich. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit Und einen tausendfachen Mund, So stimmt' ich damit um die Wette mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch cure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben Und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehilfen geben, Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn. 6. Lob sei dir, liebster Gott und Vater, Für Leib und Seele, Hab' und Gut; Von allertiefstem Herzensgrund' Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht, O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang' es noch im Laufe geht! Ach, wäre jeder Puls ein Dank Und jeder Odem ein Gesang! Lob sei dir, mildester Berather, Für Alles, was dein Lieben thut, Und was du in der ganzen Welt Zu meinem Nutzen hast bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, Daß dein erbarmungsvolles Herz Sich mir so hilfreich hat bewiesen Und mich durch deinen Todesschmerz Vom Sündenelend hat befreit Und dir zum Eigenthum geweiht. 8. Auch dir sei ewig Lob und Ehre, Oheiligwerther Gottesgeist, Für deine süße Himmelslehre, Die mich ein Kind des Lebens heißt! 19* 292 Lob- und Danklicder. Was Gutes soll durch mich ge-| Weil du mit deinen Schmerzen Mir meinen Schmerz geheilt. deihn, Das wirkt dein göttlich Licht allein. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßzet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. 10. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden In deinem stetem Lobe stehn? Wie sollt' ich auch im tiefsten Leiden Nicht triumphirend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig sein. 11. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt; Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, So stimm' ich noch mit Seufzen ein. 12. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, Wenn ich den Engeln ähnlich bin: Da sing' ich dir im höhern Chor Viel tausend Halleluja vor. Joh. Menger( 1658-1734). Mel. Valet will ich dir geben. 435. Shat über alle chaß Jesu, du mein Ruhm, An dem ich mich ergöße, Dir sei ein Heiligthum In meinem treuen Herzen, Mein Heiland, zugetheilt, 2. Ach, Freude meiner Freuden, Du wahres Himmelsbrot, Damit ich mich kann weiden, Das meine Seclennoth So ganz vermag zu stillen Und in der Leidenszeit Mich reichlich kann erfüllen Mit Trost und Freudigkeit. 3. Laß, Heiland, mich erblicken Dein freundlich Angesicht, Mein Herze zu erquiden; Komm', komm', mein Freudenlicht! Denn ohne dich zu leben Ist lauter Herzeleid; Vor deinen Augen schweben Ist wahre Seligkeit. 4. O reicher Quell des Lebens, Jesu, süße Ruh', Dich such ich nie vergebens, Schickt Gott ein Kreuz mir zu. D'rum will ich stille leiden, Und soll mich keine Pein Von deiner Liebe scheiden, Noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herze bleibt ergeben Dein eigen für und für Im Sterben und im Leben. Viel lieber will mit dir Des Kreuzes Schmach ich leiden, Als, Heiland, ohne dich Genießen eitle Freuden, Reich und doch jämmerlich. 6. D Herrlichkeit der Erden, Dich mag und will ich nicht! Mein Geist will himmlisch werden Und ist dahin gericht't, Wo Jesus wird geschauet: Da sehn' ich mich hinein, Wo Jesus Hütten bauet; Denn dort ist gut zu sein. 7. Nun, Jesu, mein Verlangen, Lob- und Danklieder. So komm' und wohn' in mir, Laß fest an dir mich hangen, Du, meiner Seele Zier, Seß' endlich mich aus Gnaden In deine Freudenstadt: So kann mir Niemand schaden, So bin ich reich und satt. Sal. Liscov( 1640-1689). Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der mein Gemüthe Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer ſtillt: Von seinem Volk geschieden; Er bleibet ihre Zuversicht, Ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf' ermangeln muß, Die alle erzeiget, Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 436. Sedem höchsten Gut, o fommt mit ſeinem Ueberfluß Hei Lob und Ehr Der Schöpfer selbst und neiget Die Bateraugen denen zu, Die sonsten nirgends finden Ruh': Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all' mein Leben lang, Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer', O Herrscher aller Thronen, Und die auf Erden, Luft und Meer In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Die Alles also wohlbedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spät Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist Alles recht, ist Alles gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod 293 Und ließ mir Trost gedeihen; D'rum dank', ach Gott, d'rum dank' ich dir; Ach, danket, danket Gott mit mir: Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht O Gott, von nun an ehren; Mansoll, Gott, meinen Lobgesang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermunt're sich; Mein Geist und Leib erfreue dich: Gebt unserm Gott die Ehre! 8 Jhr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht befennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözen macht zu Spott; Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott: Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, Mit Jauchzen Dank zu bringen; Bezahlet die gelobte Pflicht, Und laßt uns fröhlich singen; Gott hat es Alles wohlbedacht Und Alles, Alles recht gemacht: Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Schüß( 1640-1690). 294 Liebe zu Jesu. Mel. Befiehl du deine Wege. 437, W enn Alle untreu werden, So bleib' ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei! Für mich umfing dich Leiden, Vergingst für mich in Schmerz, D'rum geb' ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und Mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen, Hast du so viel gethan, Und doch bist du verklungen, Und Wen'ge denken dran. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer Jedem bei, Und wenn dir Keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. Die treu'ste Liebe sieget, Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich findlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; Olasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts Und sinken liebend nieder Und fallen dir an's Herz. Friedr. v. Hardenberg( Novalis) ( 1772-1801). Eigene Melodie. 438. Wenn ich ihn nur habe, Wenn er mein nur ist, Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nie vergißt: Weiß ich nichts von Leide, Fühle nichts als Andacht, Lieb' und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, Laß ich Alles gern, Folg' an meinem Wanderstabe Treugesinnt nur meinem Herrn; Lasse still die Andern Breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, Schlaf' ich fröhlich ein; Ewig wird zu süßer Labe Mir doch seine Liebe sein, Die mit sanftem Zwingen Alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, Hab' ich auch die Welt, Und des Himmels reiche Gabe Meinen Blick nach oben hält. Hingesenkt im Schauen Kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe Ist mein Vaterland, Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbtheil in die Hand; Liebe Freund' und Brüder Find' ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedr, v. Hardenberg( Novalis) ( 1772-1801). Mel. Seelenbräutigam. 439. Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh'! Unter Vielen auserforen, Leben derer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh'. 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Noth Zu erlösen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket Und mich aus der Noth Hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit, Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket Liebe zu Gott. Und in unser Fleisch versenket In der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld, Sünde, Höll' und Welt Hast du mächtig überwunden, Und ein ewig Heil erfunden Durch das Lösegeld Deines Blut's, o Held! 5. Höchste Majeſtät, König und Prophet, Deinen Scepter will ich füssen, Wie Maria dir zu Füßen Sißen früh und spät, Höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigenthum, Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen Als dein Eigenthum, Du mein schönster Ruhm. 7. Zieh' mich ganz zu dir, Daß Dein Lieben mir Ganz durchströme Herz und Sinne 295 Satan halte auf: Förd're meinen Lauf. 11. Deines Geistes Tricb In die Seele gieb, Daß ich wachen mög' und beten, Freudig vor dein Antlig treten; Ungefärbte Lieb' In die Seele gieb. 12. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Woll'st du deine Hand ausstrecken, Habe auf mich Acht, Hüter in der Nacht. Und mein Sehnen ganz verrinne, Süßes Heil, in dir: Wohne du in mir! 8. Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bild 13. Einen Heldenmuth, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse Und des Fleisches Lüste hasse, Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein theures Blut. 14. Soll's zum Sterben gehn, Woll'st du bei mir stehn, Mich durch's Todesthal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten stehn. Joh. Freilinghausen( 1670-1739). Mir anlege, in mich präge, Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Daß kein Zorn, noch Stolz sich 440. Wie sollt' ich meinen rege: Vor dir sonst nichts gilt, Als dein eigen Bild. Gott Gott hat mich je und je geliebt Und mir sein ganzes Herz verschrieben, 9. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög' von dir wanken, Sondern bleiben in den Schranfen; Da er den eig'nen Sohn mir giebt. Durch diese Gabe zeigt er an Wie herzlich er mir zugethan. 2. Er hat von Ewigkeit beschlossen, Sci du mein Gewinn, Gieb mir deinen Sinn. 10. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf Unverrückt zu dir fortjeße, Ich soll sein Kind und Erbe sein; Bisher ist keine Zeit verflossen, Da nicht ein neuer Liebesschein Mich täglich fester überzeugt, Und mich nicht in seinem Neße| Er sei mir väterlich geneigt. 296 3. Ich finde täglich so viel Proben, Liebe zu Gott. Wie seine Liebe sich vermehrt Und kann nicht preisen g'nug und loben, Wie feine Huld nie aufgehört. Da geht kein Angenblick vorbei, Der nicht ein Zeuge seiner Treu'. Zu Himmelsfreuden führen kann. 9. Und endlich wirf mir auch im Sterben und ziehe mich aus dem VerDas Rettungsseil der Liebe zu, derben Durch Jesu Tod in's Land der Dort ist die beste Einigkeit, Ruh'. Da lieben wir in Ewigkeit. Benjamin Schmold( 1672-1737). Eigene Melodie. 5. Wer wollte sich nicht ziehen Wenn man in Liebesfeilen geht? 441. Wie wohl ist mir, o Wenn ich in deiner Liebe ruh'! Freund der Seele, Ich steige aus der Schwermuthshöhle Gewiß, der muß sich selber hassen, Der dieser Liebe widersteht Und nicht, von Gegenlieb' entbrannt, Gern geht an dieser Liebeshand. 6. Doch weil ich nicht aus eignen Kräften, 4. So hat er mich zu sich gezogen, Daß ich nicht mehr mein eigen bin; Und weil er mir so sehr gewogen Und liebet mich von Anbeginn, So ist es meines Herzens Schluß, Daß ich ihn wieder lieben muß. Bei meiner Schwachheit fähig bin, Des Fleisches Lust an's Kreuz zu heften, So zieh', mein Gott, den trägen Sinn Durch deine Kraft so fest zu dir, Daß ich in dir und du in mir. 7. Gieb, daß ich mich der Welt entziche, Die mich auf Sündenwege führt, Und ihre gold'nen Neße fliche, Darinnen Mancher sich verliert, Wenn er bei Wollust, Gut und Geld In Seelen- Noth und Tod verfällt. Wer dessen Frucht will recht erwägen, Der findet hier das beste Theil, Das ihn auch auf der Dornenbahn 8. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen, Das Krcuz ist auch ein Liebesseil. Und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, Wenn mit der Fülle sel'ger Freuden Die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden: Wer ſollte nicht vergnüget werden, Der in dir suchet Ruh' und Lust! 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: Wenn sie mir gleich will Lieb' Es sei also; ich trau' ihr nicht. erweisen Bei cinem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, Du bist mein Freund, den ich erwähle, Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Haß der Welt kann mich nicht fällen, Liebe zu Jesu. 297 Weil in den stärksten Unglücks-| 6. Wie ist mir dann, o Freund wellen Mir deine Treu' den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, der Seelen, So wohl, wenn ich mich lehn' auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, Weil du, mein Freund, vergnügest mich. Laß solche Ruh' in dem Gemüthe Nach deiner unumschränkten Güte Des Himmels süßen Vorschmack fein. Weg, Welt, mit deinen Schmeicheleien! Blißt auf mich des Gesetzes Weh, Beigt sich die Hölle meinen Blicken, So schau' ich gläubig in die Höh' Und flieh' zu dir und deinen Wunden: Da hab' ich schon den Ort gefunden, Wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt Alles wider mich zusammen, Du bist mein Heil: wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, Ich folg' und lehne mich auf dich; Du nährest mich mit Himmels speise Und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, Sie enden sich in Lieb' und Segen: Genug, wenn ich dich bei mir hab'. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren Und über Sonn' und Sterne führen, Den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag Andern düster scheinen, Mir nicht, weil Seele, Herz und Muth In dir, der du verläsfest Keinen, O du mein Heil und Leben, ruht. Kann der des Weges Ende scheuen, Der aus dem Wald, wo Mörder drohen, Gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will auch ich mit Freuden Aus diesem dunklen Thale scheiden Zur sel'gen Ruh' der Ewigkeit. Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost, mein Freund ist mein. Wolfgang Deßler( 1660-1722). Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 442. Womit soll ich dich wohl Mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben Deines Geistes Kraft, mein Gott! Sonst kann nie mein Lob erreichen Deine Gnad' und Liebeszeichen: Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, Daß ich deine Wundermacht, Deine Gnade, Treu' und Güte Stets erhebe Tag und Nacht! Denn von deinen Gnadenströmen Dürfen Leib und Seele nehmen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen Und gehäufet Schuld auf Schuld, So möcht' ich vor Scham erblassen Vor der Langmuth und Geduld, Womit du, o Gott, mich Armen Hast getragen mit Erbarmen. 298 Lob- und Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür!" 4. Wahrlich, wenn ich überlege, Wie mit Lieb' und Gütigkeit Du durch so viel Wunderwege Mich geführt die Lebenszeit, So weiß ich kein Ziel zu finden, Noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 5. Du, Herr, bist mir nachgegangen, Als ich in der Frre ging, In der Sünde Wahn befangen Nur an Erdengütern hing, Lehrtest mich nach Besserm trachten, Wahre Schäßze hoch nur achten; Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 6. O, wie hat mich deine Gnade Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich von der Sünde Pfade Zu den Wunden möchte fliehn, Die mich ausgeföhnet haben Und mir Kraft zum Leben gaben. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 7. Ja, Herr, lauter Gnad' und Wahrheit Ist vor deinem Angesicht; Du, du trittst hervor in Klarheit, In Gerechtigkeit, Gericht, Daß man soll aus deinen Werken Deine Güt' und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 8. Bald mit Lieben, bald mit Leiden Ramst du, Herr, mein Gott, zu mir, Nur mein Herze zu bereiten, Ganz sich zu ergeben dir, Daß mein gänzliches Verlangen Möcht' an deinem Willen hangen: Danklieder. Tausend, tausendmal sei dir! Großer König, Dank dafür! 9. Wie ein Vater nimmt und giebet, Wenn's den Kindern nüßlich ist, So hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, Wenn die Noth auf's Höchste kommen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 10. Mich hast du auf Adlers Flügeln Oft getragen väterlich; In den Thälern, auf den Hügeln Wunderbar errettet mich. Schien auch Alles zu zerrinnen, Ward doch deiner Hilf' ich innen: Tausend, tausendmal jei dir, Großer König, Dank dafür! 11. Fielen Tausend mir zur Seiten Und zur Rechten zehnmal mehr, Ließest du mich doch begleiten Durch der Engel starkes Heer. Nöthen, die auf mich eindrangen, Bin ich glücklich dann entgangen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 12. Vater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad' und Gütigkeit, Und du hast zu mir geneiget, Jefu, deine Freundlichkeit, Und durch dich, o Geist der Gnaden, Werd' ich stets noch eingeladen: Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 13. Tausendmal sei dir gefungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, Daß es mir bisher gelungen! Ach, laß meines Lebens Gang Ferner noch durch Jeju Leiten JUIC Nächstenliebe. Hingehn in die Ewigkeiten: Da will ich, Herr, für und für Ewig, ewig danken dir! Ludwig Gotter( 1661-1735). Ihr, der Allmacht Werke, Rühmet, seine Stärke! 3. O du, meine Seele, Singe fröhlich, singe Eigene Melodie. Ihm, dem Schöpfer aller Dinge! Was da Odem holet, underbarer König, Falle vor ihm nieder, 443. und Freudenlieder! Allen, Laß dir unser Lob gefallen: Deine Gnadenströme Hast du lassen fließen, Ob wir dich schon oft verließen. Hilf uns noch, Stärk' uns doch; Laß uns fröhlich singen, Lob und Preis dir bringen. 2. Jauchzet laut, ihr Himmel, Unsern Gott zu ehren, Lasset euer Loblied hören! Preise deinen Schöpfer, Sonne, deren Strahlen Dieses große Rund bemalen; Mond und Stern' Lobt den Herrn, Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 444. Christ, wenn die Armen auch einmal Vor deiner Thüre stehn, Merk' auf, ob nicht in ihrer Zahl Der Herr sei ungesehn. 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang' Erschallt zu dir herein, Horch auf, ob seiner Stimme Klang Nicht möchte d'runter sein. 3. O nicht so fest und eng' verschließ' Er ist Gott, Zebaoth, Er nur ist zu loben Hier und ewig droben. 4. Halleluja singe, Die Thüre und das Herz! Ach, wer den Heiland von sich ſtieß', Was träfe den für Schmerz! 299 III. Siebe zum Nächsten. Wer den Herrn erkennet Und in Christo Vater nennet! Halleluja singe, Welcher Christum liebet, Ihm von Herzen sich ergiebet! Welch ein Heil Ist dein Theil! Einst wirst du dort oben Ohne Sünd' ihn loben. Joachim Neander( 1650-1680). 4. D'rum öffne gern und mitleidsvoll Dem Flehenden dein Haus, Und reiche mild der Liebe Zoll Dem Dürstigen hinaus. 5. Denn che du dich's wirst versehn, Ist's dein Herr Jesus Christ; Der wird durch deine Thüre gehn, Weil sie so gaftlich ist. 6. Und che du ihn noch erkannt, Der arm erschien vor dir, Erhebt er seine heil'ge Hand Zum Segen für und für; 7. Zum Segen über deinen Tisch Und über all' dein Gut 300 Und über deine Kinder frisch Und deinen frohen Muth; 8. 3um Segen über deine Beit, Die du hienieden gehst, Und über deine Ewigkeit, Da du dort oben stehst; 9. Dort oben, wo er dann die Thür Nächstenliebe. Dir auf mit Freuden thut, Wie ihm und seinen Brüdern hier Du that'st mit frommem Muth. Wilhelm Hey( 1789-1854). Mel. O Turchbrecher aller Bande. 445. M nach deinem Bilde Bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde Sei mein köstlichster Gewinn. Unwerth wär' ich, dich zu kennen, Liebt ich nicht, wie du geliebt, Unwerth, mich nach dir zu nennen, Wenn ich Andre schwer betrübt. 2. Jesu, wo du liebend nahtest, Folgte Wohlthun deiner Spur, Da du segnend Gutes thatest In der Hütte, auf der Flur, An dem Lager kranker Brüder; Wo du je nur hingeblickt, Kehrte Freud' und Hoffnung wieder, Und der Dulder ward erquickt. 3. Ddu Menschlichster von Allen, Keinen hast du je verschmäht, Wer verirrt war, wer gefallen, Wer um Trost zu dir gefleht, Hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil, und Trost gefunden, Hilfe, die er nirgends fand. 4. D'rum wenn mich mein Bruder tränket, Denk' ich, Jesus litt' noch mehr. Ob er Böses von mir denket, Sanfter will ich sein, wie er. Ob er Kummer mir bereitet, Irrt vielleicht nur sein Verstand; Weil er strauchelt, weil er gleitet, Braucht er öfter meine Hand. 5. Nimmer soll mein Herz ermüden, Dem Bedrängten beizustehn. Es gewährt so hohen Frieden, Seinen Schmerz gestillt zu sehn. Wer um Dank und Lohn nur ringet, Hat dahin der Erde Lohn; Ben die Liebe einzig dringet, Fühlt in ihr den Himmel schon. 6. 3war so manche Thräne fließet Dem, der edle Saat gestreut, Wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet Oder wenig Frucht ihm beut; Aber wer beim Säen weinct, Freut doch einst sich, wär's auch spät; Denn in ew'ger Frucht erscheinet, Was die Liebe ausgesä't. August Niemeyer( 1754-1828). Mel. Balet will ich dir gebent. 446. Nicht Opfer und nicht Gaben, Auch Ruhm und Ehre nicht, Noch was sonst Menschen haben, Befreit uns vom Gericht. Nur Jesu Liebe bleibet, Sie ist von Ewigkeit; Was außer ihr uns treibet, Verschwindet mit der Zeit. 2. Sie giebt uns Kraft und Leben, Reißt jeden Bann entzwei, Lehrt helfen, trösten, geben, Macht von der Lüge frei. Sie muß gerecht uns machen Und los von Sündenlust, Zum Beten und zum Wachen Bewegen uns're Brust. Nächstenliebe. 3 Sie ist die höchste Zierde,| Ich sollte Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut Des Christenthumes Kern, Sie gilt als schönste Würde Und Krone vor dem Herrn. Was hülf's, mit Engelzungen Wohlreden ohne Herz? Wen Liebe nicht durchdrungen, Der ist ein todtes Erz. 301 4. Geheimnißvolle Lehren Und Thaten, kraftbeſeelt, Stchn nicht bei Gott in Ehren, Wenn's an der Liebe fehlt. Der treibt mur arm Geschwäßze, Wer kalt und liebeleer Der Weisheit reiche Schätze Verbreitet um sich her. 5. Der Vater ist die Liebe, Der Sohn ist Lieb' allein; Des heil'gen Geistes Triebe Sind Liebe, heiß und rein. O Liebe, Lebensquelle Vom Vater und vom Sohn, Mach' uns're Seelen helle, Du Licht von Gottes Thron. Johann Rothen( geb. 1797). So theu'r erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, Hab' ich das mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen, Ich aber sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeih'n, dem du vergiebst? Und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, Dem Kleinsten auch von diesen, Das siehet mein Erlöser an, Als hätt' ich's ihm erwiesen: Wie könnt' ich denn sein Jünger sein Und ihn in Brüdern nicht erfreu'n? 6. Ein unbarmherziges Gericht Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner. o jemand spricht: 447. Sh liebe Gott, Der nicht barmherzig ist, der nicht Ich Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott Die rettet, die ihn flehen. D'rum gieb mir, Gott, durch dei nen Geist Ein Herz, daß dich durch Liebe preiſt. Christ. Fürcht. Gellert( 1715-1769). Und reißt sic ganz darnieder. Gott ist die Lieb' und will, daß ich Den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder, Mel. Aus meines Herzens Grunde. D'rum diene deinem Nächsten 448. Wenn uns die Feinde gern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, Mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser Aller Gut; Und uns ein Freund vergißt, Dann laß uns dein gedenken, O Heiland, Jesu Christ; Sei du uns Schirm und Schuß, Daß nicht in uns erwache Der böse Geist der Rache Und sünd'ger Groll und Truß. 302 2. Das Herz ist leicht erschüttert, Und wogend wallt das Blut, Der Sinn ist leicht verbittert, Und tropig ist der Muth; Schnell reißt der Zorn uns fort Und aus empörtem Grunde Drängt nach dem stolzen Munde Sich grollend Wort um Wort. 3. Ach, Herr, laß vor uns stehen Dein bleiches, blut'ges Haupt, Wenn der Verläumder Schmähen Uns frech die Ehre raubt. Gebetslieder. mel. O Gott, du frommer Gott. 449. Ah, Gott, verlaß IV. Gebetslieder. Gich mir die Gnadenhände; Ach, führe mich, dein Kind, Daß ich den Lauf vollende Zu meiner Seligkeit; Sei du mein Lebenslicht, Mein Stab, mein Hort, mein Schuß, Ich ruf' aus Herzensgrunde; Ach, Höchster, stärke mich In jeder bösen Stunde; Wenn die Versuchung naht, Und mir's an Kraft gebricht, So weiche nicht von mir; Ach, Gott, verlaß mich nicht. Wie blickest du so mild Und betest noch im Sterben Für die, so dich verderben, Und deckst sie, als ein Schild. 4. Bich' ein, du Fürst der Liebe, Zieh' ein in uns're Brust Ünd heil'ge uns're Triebe Und tilg' die böse Luſt, Daß wir, wie Gott es will, Gern unserm Feind' vergeben Und in der Liebe leben Geduldig, sanft und still. Julius Sturm( geb. 1816). 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht, Ach laß dich doch bewegen; Ach, Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht, Regiere du mein Wallen; Ach, laß mich nimmermehr In Sünd' und Schande fallen; Gieb' mir den guten Geist, Gieb' Glaubenszuversicht, Sei meine Stärk' und Kraft; Ach, Mel. Erschienen ist der Herrlich' Tag. deß 9. Ach, Gott, verlaß mich nicht, 450. Du, e fich alle Ach, Vater, kröne du Mit reichem Himmelssegen Die Werke des Berufs, Die Werke meiner Pflicht, Zu thun, was dir gefällt; Ach, Gott, verlaß mich nicht. 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht; Ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, Recht glauben, christlich leben Und selig scheiden einst, Zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Noth und Tod; Ach, Gott, verlaß mich nicht. Salomon Frand( 1659-1725) Auch meine Seele freut sich dein, Daß du, du selbst, der ewig ist, Herr, Herr, daß du mein Vater bist, Mein Vater bist! 2. Weit über unser Stammeln, weit Geht deines Namens Herrlichkeit; Ihn heilige, von Lieb' entbrannt, Gebetslieder. 303 Wem deines Namens Ruhm be-| Und dann zu deiner Ruh' einkannt, gehn, Gott, dem wir trau'n! 9. In deines Himmels Heiligthum, Auf deiner Erd' erschall' dein Ruhm; Du bist der Herr der Herrlichfeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit; Halleluja! Friedr. Gottlieb Klopstock( 1724-1803), Unendlicher! 3. Du herrschest, Gott; wer herrscht dir gleich? Die Welten alle sind dein Reich! Am väterlichsten herrschest du Durch Christum; gieb uns Christi Ruh'! Du bist versöhnt! 4. Der du dich uns durch ihn enthüllst, Das nur ist selig, was du willst. Dein Will' auf Erden hier gescheh', Wie droben in der Himmel Höh', Du Liebender! 5. O Vater, in des Leibes Noth Sei mit uns, gieb uns unser Brot! Labst du den Leib, schickst du ihm Schmerz: Froh, still, voll Dank sei unser Herz; Erhalt uns dir! 6. Vergieb uns uns're Missethat, Die, Vater, dich erzürnet hat, Wie wir, vom Haß des Bruders rein, Beleidigungen ihm verzeihn; Erbarme dich! 7. Zu heiß sei die Versuchung nicht; Uns leucht', Erbarmender, dein Licht, Wenn uns der Fluch der Sünde schreckt, Und Nacht vor uns dein Antlik deckt, Erbarmender! 8. Erlös', erlös' uns, unser Gott, Aus dieser und aus aller Noth! Laß sterbend uns dein Herz erflehn Mel. Es ist das Heil uns kommen her. ott, deine Güte 451. Got reicht so weit, So weit die Wolken gehen; Du frönst uns mit Barmherzigfeit Und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Flehn, merk' auf mein Wort: Denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß Und Schäße dieser Erden: Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren: Des guten Namens Eigenthum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, Der Ruhm vor deinem Angesicht Und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, Herr Zes baoth, Auch nicht um langes Leben: 304 Im Glücke Demuth, Muth in Noth, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit: Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden! Chrift. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 452. Ich komme vor dein Daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt Gieb deinem Knecht ein mäßig Mir, Herr, so viel, als dir gefällt; Theil, Zu seinem Fleiße Glück und Heil, 9. Schenkt deine Gnad' mir Ueberfluß, So laß mich mäßig im Genuß Und einen frohen Geber sein, Um dürft'ge Brüder zu erfreu'n. 10. Gieb mir Gesundheit und verleih', Daß ich sie nüß' und dankbar sei, Und nie aus banger Sorg' um sie Mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen Freund Der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, Gebetslieder. Verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; Vergieb mir alle meine Schuld, Du Gott der Gnade und Geduld. 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, Ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir; Ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, Ein ruhig Herz mein Leben lang. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr, Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, Wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand; Von dir empfing' ich den Verstand, Erhalt' ihn mir, o Herr, mein Hort, Und stärk' ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freu'n, Ihn stets vor meinen Augen fein! Laß, meines Glaubens mich zu freu'n, Ihn stets durch Liebe thätig sein! 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst, Das sei mein Glück, daß ich zuerst Nach deinem Reiche tracht und treu In allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eig'ner Kraft Zum Kampf mit meiner Leidenschaft; Du aber ziehst mit Straft mich an, Mit mir in deiner Furcht sich übt, Mir Rath und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein Und werden meiner Tage viel: läng'res Ziel, So bleib' du meine Zuversicht, Verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nah'n, So nimm dich meiner herzlich an, Und sei durch Christum, deinen Sohn, Mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. Christ. Fürcht. Gellert( 1715-1769). Gebetslieder. Mel. Wer nur ben lieben Gott läßt. ein Gott, ich klopf' 453, Mei an deine Pforte Dem Feinde nichts zu Willen Mit Seufzen und mit Bitten an; Ich halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufgethan. anthut. H 6. Erweck' in mir ein gut Gewissen, Ach, öffne mir die Gnadenthür, In Jesu Namen steh' ich hier. 2. Wer kann was von sich selber haben, Das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, Bei dir ist immer Rath und That. Du bist der Brunn, der immer quillt, Du bist das Gut, daß immer gilt. 3. D'rum komm' ich auch mit meinem Beten, Das voller Herz und Glauben ist; Der mich vor dich hat heißen treten, Ist mein Erlöser Jesus Christ, Und der in mir das Abba spricht, Ist ja dein Geist der Zuversicht. 4. Gieb, Vater, gieb nach deinem Willen, Weß ich, dein Kind, bedürftig bin; Du kannst mir meinen Hunger stillen, In dir muß aller Segen blühn; Doch gieb, o Geber, allermeist, Was meiner Seele selig heißt. 5. Verleih' Beständigkeit im Glauben, 305 Damit mein schwaches Fleisch und Blut Laß meine Liebe brünstig sein; Und will der böse Feind sie rauben, So schließ' in deinen Schuß mich ein, Das nicht die Welt, den Feind nicht scheut, Und laß mich meine Sünden büßen Noch hier in dieser Gnadenzeit. Durchstreich' die Schuld mit Jesu Blut und mach' das Böse wieder gut. 7. Ich will dich auch, mein Gott, nicht bitten, Daß mich das Kreuz verschonen foll; Mein Heiland hat ja selbst gelitten, Und also leid' ich billig wohl. Doch wird Geduld gar nöthig sein, Die wollest du mir, Gott, verleih'n. 8. Das And're wird sich Alles fügen, Ich mag nun arm sein oder reich; An deiner Huld laß' ich mir Die macht mir Glück und Ung'nügen, imgluck gleich; Kommt zeitlich Gut nicht reichlich ein, Wird's doch genug zur Nothdurft sein. 9. Ich bitte nicht um langes Leben, Nur daß ich christlich leben mag; Laß mir den Tod vor Augen schweben Und des Gerichtes großen Tag, Damit mein Ausgang aus der Welt Den Eingang in den Himmel hält. Benj. Schmold( 1672-1737), 20 306 Gebetslieder. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich.| In meinem Stande führet: Gieb, daß ich's thue bald, Zu der Zeit, da ich soll, Und wenn ich's thu', so gieb, Daß es gerathe wohl. nicht 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen. Laß kein unnüßes Wort Aus meinem Munde gehen, Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck ohn' Verdruß. 454. ut der Zeit, um ein flüchtig Ich fleh' um deinen Geist, Gott, den mir zur Seligkeit Dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, O Vater, lehr' er mich, Die Weisheit, die das Herz entflammt Zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligfeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt reinere Zufriedenheit, Als alles Glück der Welt. 4. Alsdann hab' ich Vertrau'n zu dir, Dann schenket selbst dein Geist Das freudige Bewußtsein mir, Daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, Zur Tugend stärk' er mich, Bewähre, wenn ich traurig bin, Auch mir als Tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, Versieg'le deine Huld, Und er bewaffne mich im Schmerz Mit Muth und mit Geduld. Christoph Neander( 1723-1802). Eigene Melodie. 4. Find't sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen, Gieb einen Heldenmuth, Das Kreuz hilf selber tragen; Gieb, daß ich meinen Feind Mit Sanftmuth überwind', Und wenn ich Rath bedarf, Auch guten Rath erfind'. 5. Laß mich mit Jedermann In Fried' und Freundschaft leben, Soweit es christlich iſt. Willst du mir etwas geben An Reichthum, Gut und Geld, So gieb auch dies dabei, Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauren Tritt Hindurch in's Alter dringen, So gieb Geduld; vor Sünd' Und Schanden mich bewahr', 455. Du Brunnquell guter Gaben, Ohn' den nichts ist, was ist, Von dem wir Alles haben: Gesunden Leib gieb mir, Und daß in solchem Leib' Ein' unverletzte Seel' Und rein Gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befehl Gott, du frommer Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' Auf Christi Tod abscheiden; Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; Dem Leib' ein Räumlein gönn' Bei frommer Christen Grab', Auf daß er seine Ruh' An ihrer Seite hab'. 8. Wenn du die Todten wirst An jenem Tag erwecken, Gebetslieder. Wollst du zu meinem Grab' Auch deine Hand ausstrecken; Laß hören deine Stimm' Und meinen Leib weck' auf Und führ' ihn schön verklärt Zum auserwählten Hauf'. Eigene Melodie. 456. Sich', hier bin ich, hier bin ich, Ehrenkönig, Eigene Melodie. Joh. Heermann( 1585-1647). 457. Urquell aller Seligfeiten, Die in Strömen sich verbreiten Durch der Schöpfung weit Gebiet, Lege mich vor deinen Thron: Schwache Thränen, Kindlich Sehnen Bring' ich dir, du Menschensohn! :,: Laß dich finden,:,: Bin ich gleich nur Asch' und Thon. 2. Sieh' doch auf mich, Herr, ich bitt' dich, Lenke mich nach deinem Sinn! Dich alleine Ich nur meine, Dein erkaufter Erb' ich bin. :,: Laß dich finden,:,: Gieb dich mir und nimm mich hin. 3. Herr, erhöre! Ich begehre Nichts, als deine freie Gnad', Die du giebest, Wo du liebest, Und man dich liebt mit der That. :,: Laß dich finden.:,: Der hat Alles, wer dich hat. 4. Himmelssonne, Seelenwonne, Unbeflecktes Gotteslamm, All' mein Sinnen Und Beginnen Suchet dich, o Bräutigam! :,: Laß/ dich finden,:,: Starker Held aus Davids Stamm. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr' und 307 Freud' Sind nur Schmerzen Meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. :: Laß dich finden,:,: Großer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander( 1650-1680). Vater, hör' mein flehend Lied! 2. Nicht um Güter dieser Erde, Des erhabnen Geist's Beschwerde, Um die Weltlust komm' ich nicht, Vater, vor dein Angesicht. 3. Schäße, die mich nicht verlassen, Wann ich sterbend werd' erblassen, Tugenden, des Christen werth, Sind es, die mein Herz begehrt. 4. Geber aller guten Gaben! Festen Glauben möcht' ich haben, Wie ein Meerfels unbewegt, Wenn an ihn die Woge schlägt; 5. Lieb', aus deinem Herzen stammend, Immer rein und immer flammend, Liebe, die dem Feind verzeiht, Und dem Freund das Leben weiht; 6. Hoffnung, die mit hohem Haupte, Wenn die Welt ihr Alles raubte, Hinblickt, wo sie wonnevoll Alles wieder finden soll; 7. Starken Muth im Kampf des Christen Mit der Welt und ihren Lüsten; Sieg dem Geist, und wenn er fiegt, Demuth, die im Staub sich schmiegt; 8. Duldung, alle Lebensplagen. 20* 308 Mit Gelassenheit zu tragen; Stilles Harren, bis der Tod Mich erlös't auf dein Gebot; 9. Seclenruhe, Muth im Sterben, Wann die Lippen sich entfärben, Und der letzte Seufzer spricht: O mein Jesu, laß mich nicht! Gebetslieder. 10. Willst du, Herr von meinem Leben, Diese Seligkeit mir geben, So wird auch die Leidensnacht Mir zum heitern Tag gemacht. 11. Immer will ich beten, ringen, Stille harren, Dank dir bringen, Bis dein Ruf einst meinen Geist Zu dir, Vater, kommen heißt. 12. Seele, gieb dich nun zufrieden: Jesus kommt und stärkt die Müden: Nur vergiß nie sein Gebot: " Sei getreu bis in den Tod!" Christian Schubart( 1739-1791). Eigene Melodie. 458. Pater unser im Himmelreich, Der du uns Alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an Und willst das Beten von uns ha'n: Gieb, daß nicht bet' allein der Mund; Hilf, daß es geh' aus Herzensgrund. 2. Geheiligt werd' der Name dein, Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß wir auch leben heiliglich, Nach deinem Worte würdiglich. Behüt' uns, Herr, vor falscher Lehr'. Das arm', verführte Bolt bekehr'! 3. Es komm' dein Reich zur dieser Zeit Und dort hernach in Ewigkeit. Der heil'ge Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß' Gewalt Zerbrich, vor ihm dein' Kirch' erhalt'. 4. Dein Will' gescheh', Herr Gott zugleich Auf Erden wie im Himmelreicht Gieb uns Geduld in Leidenszeit, Gehorsam sein in Lieb' und Leid; Wehr' und steur' allem Fleisch und Blut, Das wider deinen Willen thut.. 5. Gieb uns heut unser täg lich Brot, Und was man darf zur Leibesnoth; Behüt' uns, Herr, vor Unfried, Streit, Vor Seuchen und vor theurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden stehn, Der Sorg' und Geizes ledig gehn. 6. All' un'fre Schuld vergieb uns, Herr, Daß sie uns nicht betrübe mehr, Wie wir auch unsern Schuldigern Ihr' Schuld und Fehl' vergeben gern; Zu dienen mach' uns All' bercit In rechter Lieb' und Einigkeit. 7. Führ' uns, Herr, in Versuchung nicht! Wenn uns der böse Feind anficht; Zur linken und zur rechten Hand Hilf uns thun starken Widerstand, Im Glauben fest und wohlgerüst't, Und durch des heil'gen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös': Morgenlieder. Es sind die Zeit und Tage bös'; Erlöse uns vom ew'gen Tod Und tröst' uns in der letzten Noth; Bescheer' uns auch ein selig End', Nimm uns're Secl' in deine Händ'. 9. Amen, das ist: es werde 89 wahr. 104 309 Stärk' unsern Glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zreifeln d'ran, Das wir hiermit gebeten ha'n. Auf dein Wort, in dem Namen dein: So sprechen wir das Amen fein. Martin Luther( 1483-1546). V. Morgen: und Abendlieder. Tischlieder. 1. Morgenlieder. Preis dir, durch den ich lebe, Und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, Und du läßt dir das Lallen Des Dankes wohlgefallen, Das aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht in tiefem Schlummer Des Lebens Licht verlischt, Und daß mich, frei von Kummer, Ein sanfter Schlaf erfrischt: Dies dank' ich deiner Macht Und deiner Vatertreue; Durch sie bin ich auf's Neue Mit heiterm Muth erwacht. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Mich jemals nach sich ziehn: 459. Almächtiger, ich hebe Helf er mein Herz bewahren, Mein Aug' em- er mir por zu dir. Der Sünde sehn und fliehn. 5. Beglücke du die Meinen Nach deiner Gütigkeit. Vergiß der Armen keinen, Wend' alles Herzeleid. Du willst ja gern erfreu'n, Eilst, Allen beizuſtehen; So laß auch dies mein Flehen Dir wohlgefällig sein. Daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit Freuden Zu thun, was dir gefällt; Er tröste mich im Leiden; Und will die Lust der Welt 6. Gott, dem ich angehöre, Dein Friede ruh' auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freu'n! Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe oder lebe: So bin ich ewig dein. Christoph Neander( 1723-1802). 3. Beschüßer uns'rer Seele, Ich traue freudig dir; Nicht, was ich mir erwähle, Dein Rath gescheh' an mir! Gieb, was mir heilsam ist, Eigene Melodie. Und wenn ich Schwacher wanke, 460. Aus meines Herzens So stärk' mich der Gedanke, Grunde Sag' ich dir Lob und Dank In dieser Morgenstunde Und all mein Leben lang, O Gott, in deinem Thron, Dir zu Lob, Preis und Ehren 310 Durch Christum, unsern Herren, Dein'n eingebornen Sohn: 2. Daß du mich haft aus Gnaden Morgenlieder. In der vergang'nen Nacht Vor Angst, Gefahr und Schaden Behütet und bewacht. Ich bitt' in Demuth dich: Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Wollst mir die Sünd' vergeben, 461. Brich an, du ſchönesMorgenlicht, Und mache munter mein Gesicht, Laß deine Strahlen glimmen; Brich an, du theure Andachtsglut, Aus ganzem Herzen, Sinn und Muth Ich hab' erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten Mich gnädig diesen Tag Vor aller Bösen Wüthen, Vor Sünden und vor Schmach, Vor Feu'r und Wassersnoth, Mein Flehen gnädig an. D'rauf stred' ich aus die Hand, Greif' an mein Werk mit Freuden, Das Gott mir will bescheiden In meinem Amt und Stand. Joh. Matthesius( 1504-1565). Vor Armuth und vor Schanden, Ein Danklied anzuſtimmen! Vor Krankheit und vor Banden, Vor bösem, schnellen Tod. 4. Mein' Seele, Leib und Leben, Gut, Ehr', Gemahl und Kind Sei dir, Herr, übergeben, Dazu mein Hausgesind', Als dein Geschenk und Gab', Die Eltern und Bekannten, Geschwister und Verwandten Und Alles, was ich hab'. 5. Laß deinen Engel bleiben Und weichen nicht von mir, Den Feind von mir zu treiben, Daß der Versucher hier, Wenn's geht durch's dunkle Thal, Sein' Macht und List nicht übe, Mir Leib und Seel' betrübe Und bringe mich zu Fall. 6. Gott will ich lassen rathen, Der alle Ding' vermag, Er segne meine Thaten Und förd're meine Sach': Ihm hab' ich's heimgestellt: Den Leib, die Seel', das Leben, Und was er sonst gegeben. Er thu', wie ihm gefällt. 7. Darauf so sprech' ich Amen Und zweifle nicht daran, Gott nimmt in Jesu Namen Preiset, Rühmet Den ohn' Ende, dessen Hände Mich behütet Und mit Segen überschüttet. 2. Ach, Gott, mein Gott, ich danke dir Von ganzem Herzen, daß du mir Verliehen deine Güte, Und mich in dieser düstern Nacht Durch deine Engel hast bewacht An Leib, Seel' und Gemüthe, Daß ich Fröhlich Meine Glieder rege wieder Und die Kräfte Brauche zu des Tag's Geschäfte. 3. Ach gieb, o treues Vaterherz, Daß alle Sünden, Angst und Schmerz Mit dieser Nacht vergehen, Daß ich in deiner Gnad' und Huld Auch möge ledig aller Schuld Recht geistlich auferstehen. Laß mich Christlich Meine Sorgen diesen Morgen So erwägen, Daß ich spüre deinen Segen. Morgenlieder. 4. Herr Jesu, leite meinen Gang, Daß ich forthin mein Leben lang Nach deinem Willen walle; Behüte mir mein' Seel' und Leib, Mich selbst in deine Hände schreib', 311 3. Erhalt durch deine Güte Uns bei gesunder Lehr', Vor Abfall uns behüte, Streit für dein Wort und Ehr', Daß wir mit unserm Samen All'zeit in einem Geist Sprechen: des Herren Namen Sei groß und hoch gepreist! Damit ich ja nicht falle! Mach' mich Willig, Deine Wunden alle Stunden Zu betrachten Und die Welt für nichts zu achten! 5. Regiere mich mit deinem Geist, Der mir den Weg zum Himmel weist, Auf daß ich überwinde, Und deine reiche Segenshand Bei meinem Amte, meinem Stand Zu jeder Zeit empfinde, Bis ich Endlich Werd' in Freuden einstens scheiden Und mit Singen Dir ein neues Danklied bringen. Verfasser unbekannt. 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried', Gesundheit, mäßig Leben, Dazu ein froh Gemüth, Daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit Lieben und Fleiß d'rauf wenden, Als rechte Christenleut'. 5. Gieb deinen milden Segen, Daß wir auf dein Geheiß Wandeln auf guten Wegen, Thun unser Amt mit Fleiß: Daß Jeder seine Neße Auswerf', und auf dein Wort Den Trost wie Petrus sege; So geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren Und der Gemein' zu Nuß, Das will der Satan wehren Mit List und großem Truß; Doch kann er nichts vollbringen, Eigene Melodie. 462. Dant sei Gott in der Weil du, Herr Jeſu Christ, Herrschest in allen Dingen, Und unser Beistand bist. Höhe Zu dieser Morgenstund', Durch den ich heut aufstehe Vom Schlaf' frisch und gesund. Mich hatte zwar gebunden Mit Finsterniß die Nacht: Ich hab' sie überwunden Durch Gott, der mich bewacht. 2. Dich will ich gläubig bitten, O Schutzherr Israel, Du woll'st mich treu behüten Den Tag mit Leib und Seel'. Laß unsre Obrigkeiten, Die Schule und Gemein' In diesen bösen Zeiten Dir, Herr, befohlen sein. 7. Wir sind die zarten Reben, Der Weinstock selbst bist du, Daran wir wachsen, leben Und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben Und wachsen immermehr, Laß deinen Geist uns treiben Zu Werken deiner Ehr'. Joh. Mülmann( 1573-1613). Mel. Nun sich der Tag geendet hat. as äuß're Sonnen463. Und scheint mir in's Gesicht, 312 Morgenlieder. Gott ist noch mehr dem Geiste Mit Gott nur geht es glücklich fort; D'rum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All' mein Beginnen, Thun und Werk nah' Mit seinem Lebenslicht. 2. Ach wohn' in mir, du Gottessonn', Mein Geist dein Himmel werd', Daß ich, o reine Seelenwonn', Sei ganz in dich verklärt. 3. Wenn sich die Sonne offenbart, So weicht die Dunkelheit: Vertreib' durch deine Gegenwart Die Sünd' und Eigenheit. 4. Du bist ein Licht und wohnst im Licht; Ach, mach' mich licht und rein, Daß ich kann schauen dein Gesicht, Dir ganz vereint kann ſein. 5. Der Adler schauet gradezu Die Sonne fröhlich an: Mein Geistesauge öff'ne du, Daß ich dich schauen kann. 6. Wer dich in deinem Licht erblickt In seiner Seelen Grund, Der wird wie Engel hier beglückt Und ehrt dich alle Stund'. 7. So laß mich wandeln, wo ich bin Vor deinem Angesicht; Mein Thun und Lassen immerhin Sei lauter, rein und licht. 8. Dein Auge leite meinen Gang, Daß ich nicht irre geh', Ach, bleib' mir nah' mein Leben lang, Bis ich dich ewig seh'. Gerhard Tersteegen( 1697-1769). Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. 464. Das walte Gott, der Mit Gott fang' ich die Arbeit an; Erfordert Gottes Kraft und Stärk'. Mein Herz sucht Gottes Angesicht, D'rum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann Wo Gott nicht segnet, da ge= ich nichts; bricht's; Gott giebt und thut mir so viel Gut's: D'rum sprech' ich nun auch guten Muth's: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar sein dafür: Auf sein Wort werf' ich aus mein Netz Und sag' in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte, sammt dem End', Stell' ich allein in Gottes Händ'. Er gebe, was mir nüßlich ist, D'rum sprech' ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt er mir seinen Segen bei Nach seiner großen Güt' und Treu', So g'nüget mir's zu jeder Stund', D'rum sprech' ich auch aus Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt, Morgenlieder. 313 Ist doch mein Werk in Gott ge-| Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen. 465. Dich, dich, mein Gott, wagt. Er wird mir Hilfe stets verleih'n, D'rum soll dies meine Loosung sein: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen, früh und spät, Bis all mein Thun zu Ende geht; Er giebt und nimmt, macht's, wie er will, D'rum sprech' ich auch fein in der Still': Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Noth Und giebt mir auch mein täglich Brot, Nach seinem alten Vaterbrauch Thut er mir Gut's; drum sprech' ich auch: Das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, Nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst, Mit Gott geht's fort, geräth's auch wohl, Daß man darf sprechen glaubensonder voll: Das walte Gott! 11. Theilt Gott was mit aus Gütigkeit, So acht' ich keiner Feinde Neid; Mag hassen, wer's nicht lassen kann, Ich stimme doch mit Freuden an: Das walte Gott! 12. So will ich denn mit Gottes Rath Beharren auf dem schmalen Pfad, Dann Alles mohl gerathen muß; D'rum sprech' ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Job. Betichius( 1650-1722). Du warst mein Schirm in der verflossnen Nacht, Erquicktest mich, erhielt'st mein Leben Und schafftest, daß ich fröhlich bin erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst Und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte Noch immerfort an jedem Morgen neu: Mit dankbar freudigem Gemüthe Fühl' ich die Größe deiner Vatertreu. Auch diesen Tag will ich mich deiner freu'n; Auch er soll dir zum Dienst ge heiligt sein. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln Und redlich thun, was dir, mein Gott, gefällt; Gewissenhaft in Allem handeln Und weislich fliehn die schnöde Lust der Welt. O stärke selbst durch deine Gnade mich; Denn was vermag ich Schwacher ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so vollbringen, Daß ich ihn ohne Reu' beschließen kann: Soll guter Vorsaß mir mißlingen, Sich doch den guten Willen gnädig an. Auch dieser Theil von meiner Uebungszeit Sei mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 314 Morgenlieder. 5. Gieb mir auch heute, was| Sei hoch dafür gepriesen. Durch dich mir nüßet; Vor Allem aber gieb ein ruhig Herz, Das sich auf deine Weisheit stüzet Und dir vertraut auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht, Und du versäumst gewiß mein Bestes nicht. 6. In diesem kindlichen Vertrauen Will ich an des Berufs Geschäfte gehn, Auf deinen sichern Beistand bauen Und deiner Fügung still entgegen sehn: Ich weiß, du führst mich stets auf rechter Bahn, Und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. Joh. Diterich( 1721-1797). Deine Treue rührt auf's Neue Mein Gemüthe; Froh empfind' ich deine Güte, 2. Du warst auch diese Nacht um mich: Was wär' ich, hättest du nicht dich Bin ich, Und ich merke neue Stärke: Dich erhebe Herz und Geist, so lang' ich lebe. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, Daß ich des Namens würdig seit Mein Ruhm sei deine Gnade. Denn, ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend Schäflein: halte mich, Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 466. Dich seh' ich wieder, Mein Hirt, auf deinem Pfade! Morgenlicht, Und freue mich der hohen Pflicht, Dem Höchsten Lob zu singen: Ich will voll frommer Dankbegier, O ewig guter Vater, dir Preis und Anbetung bringen: Schöpfer, Vater! So hilfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben fügtest du Jeßt einen neuen Tag hinzu: Daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, Auf ewig von mir fliehe, Daß ich die furze Lebenszeit In christlicher Zufriedenheit Bu nüßen mich bemühe; Prüfe, Siehe, Wie ich's meine; dir ist keine Meiner Sorgen, Auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ, o Herr, verleih', Daß ich Stets mich übe, deine Liebe Zu betrachten, Ueber Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich Der heilige Gedank' an dich Oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale wall' ich hier; Einst nimmst du mich hinauf zut dir, Zum Licht und höhern Leben. Auf dich Hoff ich: Herr, ich werde mich der Erde Gern entschwingen, Dir dort ewig Lob zu singen. Christoph Neander( 1723-1802). Morgenlieder. Eigene Melodie. So läßt er aufgehen 467. Die goldne Sonne, Ueber uns seiner Barmherzigkeit Bonne, Schein. 5. Ich hab' erhoben Zu dir hoch droben All' meine Sinnen: Bringt unsern Grenzen Mit ihrem Glänzen Ein herzerquidkendes, liebliches Licht. Laß mein Beginnen Ohn' allen Anstoß und glücklich ergehn. Mein Haupt und Glieder, Die lagen darnieder; Aber nun Laster und Schande, Bin munter und fröhlich, Des Seelenfeind's Bande, Fallen und Tücke Schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, Was Gott gebauet Zu seinen Ehren Und uns zu lehren, Wie sein Vermögen Sei mächtig und groß, Und wo die Frommen Dann sollen hinkommen, Wenn sie mit Frieden Von hinnen geschieden Aus dieser Erden vergänglichem Schooß. 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; Was wir nur haben, Die besten Güter Sind uns're Gemüther; Lieder der Frommen, Von Herzen gekommen, Die sind's, daran er am meisten sich freut. 4. Abend und Morgen Sind seine Sorgen; Segnen und mehren, Unglück abwehren Sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, So ist er zugegen; Wenn wir aufstehen, Treib' ferne zurücke, Laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden Ohn' alles Neiden Sehen den Segen, Den du wirst legen In meines Bruders und Nächsten Haus.. Geiziges Brennen, Unchristliches Rennen Nach Gut mit Sünde, Das tilge geschwinde Von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, gewesen!- In einer Stunde Gott sei das Alles zum Opfer Geht es zu Grunde, geweiht. 315 Was ist's? Sobald die Lüfte des Todes d'rein wehn. Alles in Allen Muß brechen und fallen, Himmel und Erden, Die müssen das werden, Was sie gewesen vor ihrem Ents stehn. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet Ohn' alles Wanken, Seine Gedanken, Sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, Die nehmen nicht Schaden, 316 Heilen im Herzen Die tödtlichen Schmerzen, Halten uns zeitlich und ewig had gesund.A Morgenlieder. 9. Gott, meine Krone, Bergieb und schone, Laß meine Schulden In Gnad' und Hulden Von deinen Augen sein ferne gewandt! Sonst, Herr, regiere, Mich lenke und führe, Wie es dein Wille; Ich halte dir stille, Geb' mich in deine allmächtige Hand. 10. Willst du mir geben, Womit mein Leben Ich kann ernähren, So laß mich hören All'zeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, Das Schönste, das Beſte. Gott ist das Süß'ste Und Allergewiß'ste, Aus allen Schäßen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, Mit Galle tränken, Und soll von Plagen Ich auch was tragen, Wohlan, so mach' es, wie dir es beliebt. Freude die Fülle Und Stille Darf ich erwarten OL Im himmlischen Garten: Dahin sind meine Gedanken gericht't. Paul Gerhardt( 1606--1676). 12. Trübfal und Zähren Nicht ewig währen; Nach Meeres Brausen Und Windes Sausen Leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht. 468. Die helle Sonn' leucht't herfür, Fröhlich vom Schlaf' aufstehen wir, Gottlob, der uns heut diese Nacht Behütet vor des Feindes Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt' Von Sünd' und Schand' durch deine Güt', Laß deine lieben Engelein Unsre Hüter und Wächter sein. 3. Daß unser Herz gehorsam leb' Und deinem Wort nicht widerstreb', Daß wir stets geh'n auf deiner Bahn In Allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk gerathen wohl, Das ein Jeder ausrichten soll, Daß unsre Arbeit, Müh' und Fleiß Gereich' zu deinem Lob und Preis. Nicolaus Hermann( gest. 1561). Was gut und tüchtig, Was schädlich und nichtig Meinem Gebeine, Das weißt du alleine; Mel. Nun freut euch, lieben: c. Nie haft zu sehr du die Deinen 469. Erhebe dich, o meine betrübt. Die Finsterniß vergehet; Der Herr erscheint dir, Israel, Sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus deinem Schlaf, Daß er was Gutes in dir schaff', Und dich sein Geist erleuchtet. Morgenlieder. 2. Im Licht muß Alles rege sein Und sich zur Arbeit wenden; Im Licht singt früh das Vögelein, Im Licht will es vollenden. So soll der Mensch in Gottes den Licht Aufheben billig sein Gesicht Zu dem, der ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, Den Herren zu erheben; Laßt uns, indem wir auferstehn, Beweisen, daß wir leben; Laßt uns in diesem Gnadenschein Nicht eine Stunde müßig sein: Gott ist's, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, Im Licht, das uns erleuchtet. 5. Du zeigst, was zu verrichten sei Und unser Werk bleibt liegen. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Ach, hilf uns, Herr, du treuer 470. Es hat uns heißen Hort, Daß wir uns nicht betrügen; Gieb, daß wir greifen an das Werk; Gieb Gnade, Segen, Kraft und Stärk', treten, O Gott, dein lieber Sohn, Mit herzlichen Gebeten Vor deinen hohen Thron, Und uns mit theurem Amen Erhörung zugesagt, Wenn man in seinem Namen Nur bittet, fleht und klagt. 2. Darauf komm' ich gegangen In dieser Morgenstund'; Ach, laß mich doch erlangen, Was ich aus Herzensgrund Von dir, mein Gott, begehre Im Namen Jesu Christ, Und gnädig mir gewähre Das, was mir müßlich ist. 3. Nicht bitt' ich, mir zu geben Aus deiner reichen Hand Geld, Gut und langes Leben, Nicht Ehr', noch hohen Stand; Denn dieses ist nur nichtig Und lauter Eitelkeit, Vergänglich, schwach und flüchtig Und schwindet mit der Zeit. 4. Ich bitte, mir zu schenken Ein frommes, keusches Herz, Auf unsern Glaubenswegen; So hilf' uns nun und steh' uns bei, Verleihe deinen Segen, Daß das Geschäft von deiner Hand Vollführet werd' im ganzen Land, Wozu du uns erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach' mich bereit 317 Zu dem, das dir gefällig, Daß ich recht brauch' die Gnadenzeit; So flehn wir auch einhellig, Die du geboren aus dem Geist, Die deinen Zorn du fürchten heiß'st, Nachdem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sei in mir Ein Licht der Kraft und Stärke; Es sei die Demuth meine Zicr, Die Lieb' das Werk der Werke. Die Weisheit fließt in diesen Grund, Und öffnet beides, Herz und Mund, Dieweil die Seel' erleuchtet. 8. Herr, bleib' bei mir, du ew'ges Licht, Daß ich stets wandle richtig; Erfreu' mich durch dein Angesicht, Mach' mich zum Guten tüchtig, Bis ich erreich' die güld'ne Stadt, Die deine Hand gegründet hat Und ewiglich erleuchtet. Peter Lackmann( geft. 1713). 318 Morgenlieder. Ist für meine Miſsethat. Das nimmermehr mag denken| Da alleine Hilf und Rath Auf Sünd' und schnöden Scherz, Das stets in Liebe flammet Zu dir, Gott, himmelan Und alle Lust verdammet. Der sündenvollen Bahn. 5. Dann laß mich auch gewinnen, Nach deiner großen Kraft, Kunst, Weisheit, kluge Sinnen, Verstand und Wissenschaft, Daß all' mein Thun und Handeln Dir mag gefällig sein, Und vor der Welt mein Wandeln Ohn' allen falschen Schein. 6. So wird von jenen allen: Stand, Leben, Ehr und Geld, In meinen Schooß mir fallen, So viel dir, Gott, gefällt. Man muß die Seel' erst schmücken, So wirst du allgemach Den Leib auch schon beglücken: Glück folgt der Tugend nach. Georg Neumark( 1621-1681). Eigene Melodie. 471. Got ott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, Der es Tag und Nacht läßtwerden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt, Und was d'rinnen ist, erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen Hast behütet und bewacht, Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieser Nacht vergehn; O Herr Jesu, laß mich finden Deine Wunden offen stehn, 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sorgen, Daß, wenn nun dein großer Tag Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort: Sei und bleibe du auch heute Mein Beschüßer und mein Hort! Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret ſein. 6. Meinen Leib und meine Seele Sammt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein' Ehr', mein' Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigenthum! 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg' von mir wende und mich halt' in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh' Trage nach dem Himmel zu. Heinrich Alberti( 1604-1651). Mel. Ich dank' dir schon durch deinen. 472. M Breis und Dank: Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang: Lobsing' ihm, meine Secle! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, Lag ich und schlief in Frieden: Wer schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für die Müden? Morgenlieder. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß Und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, 473. Manfangen, Mel. Aus meines Herzens Grunde. it Gott will ich's Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Sein Nam' sei benedeit! Nachdem die Nacht vergangen, Uns wieder aufzuwecken? 5. Du bist es Gott und Herr Und sich der Tag erneut. der Welt, Und dein ist unser Leben: Du bist es, der es uns erhält Und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet scist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tag's erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, 319 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wann du gebeutst, beschließe. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mich deine Wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, Auf dich hofft meine Seele; Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb' und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn' und willig thue. 10. Daß ich als ein getreuer Knecht Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, Hör' auf, mein Herz, zu ruhn, Erkenne Gottes Güte Und richte dein Gemüthe, Viel Gutes heut zu thun! 2. Herr, dir ist nicht verborgen, Daß wir noch Sünder sind, Und daß man alle Morgen Auf Erden Kummer find't; D'rum halt' mein Herze rein, Laß Sünd' es nicht verderben, Und sollt' ich heute sterben, So laß es felig sein. 3. Was meiner Seele nüße, Gieb mir von deinem Thron: Gott, Vater, mich beschüßze, Regier' mich, Gott, der Sohn; Stärk mich, Gott, heil'ger Geist! Herr, segne und behüte, Laß leuchten deine Güte, Gieb Frieden allermeist! 4. Ja, Vater, der du Allen Die Sonne scheinen läß'st Dein' Gnad' und Wohlgefallen Steht alle Tage fest. Erbarme dich auch heut Der Frommen und der Bösen, Hilf allesammt erlösen Jetzt und in Ewigkeit! Kaspar Neumann( 1648-1715). Eigene Melodie. Nie Fleiß und Mich gern an And'rer Wohlergebn 474. Morgenglanz der Und ihrer Tugend freue. Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, 320 Schick' uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte Und vertreib' durch deine Macht Uns're Nacht! 2. Die umwölkte Finsterniß Mög' vor deinem Glanz verfliegen, In die Adams Fall uns riß, Und in der wir Alle liegen, Daß wir, Herr, durch deinen Schein Morgenlieder. Selig fei'n! 3. Deiner Güte Morgenthau Fall' auf unser matt Gewissen, Laß die dürre Lebensau Deinen süßen Trost genießen Und erquick' uns, deine Schaar, Immerdar. 4. Gich, daß deiner Liebe Glut Uns're talten Werke tödte, Und erweck' uns Herz und Muth Bei erstandner Morgenröthe, Daß wir, eh' wir gar vergehn, Recht aufstehn. 5. Hilf uns doch das Sündenkleid Heut' mit heil'gem Ernste meiden; Laß in die Gerechtigkeit Wie in ein Gewand uns kleiden, Daß wir so vor Sündenpein Sicher sei'n. 6. Ach, du Aufgang aus der Höh', Gieb, daß auch am jüngsten Tage Unser Leib verklärt ersteh' Und, entfernt von aller Plage, Sich auf jener Freudenbahn Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend'. 475. heilige Dreifaltigfeit, Welt, Du verklärte Gnadensonne, Führ'uns durch dies Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Da die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht! Christ. Knorr v. Rosenroth( 1636-1689). O hochgelobte Einigkeit: Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, Heut diesen Tag mir Beistand leiſt'! 2. Mein' Seel', Leib, Ehr' und Gut bewahr', Daß mir kein Böses widerfahr', Und mich der Böse nicht verleg', Noch mich in Schand' und Schaden setz'. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick', Des Sohnes Güte mich erquick', Des heil'gen Geistes Glanz und Schein Erleucht' des finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer steh' mir kräftig bei; O mein Erlöser, hilf mir frei! O Tröster werth, weich' nicht von mir, Mein Herz mit werthen Gaben zier'! 5. Herr, segne und behüte mich, Erleuchte, Herr, mich) gnädiglich, Herr, heb' auf mich dein Angesicht Und deinen Frieden auf mich richt'! Martin Behemb( 1557-1622). Mel. O Gott, du frommer Gott. Freuen kann. 7. Sen tans selbst in jene 476. Sefu, füßes Licht Nun ist die vergangen, Nun hat dein Gnadenglanz Auf's Neue mich umfangen; Nun ist, was an mir ist, Bom Schlafe aufgeweckt Und hat sich, Herr, zu dir Verlangend ausgestredt. Morgenlieder. 2. Was soll ich dir denn nun,| Dich lobe inniglich, Mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad' einsenken Mit Leib, mit Seel', mit Geist Heut diesen ganzen Tag: Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. D'rum siehe da, mein Gott, Da haft du meine Seele: Sie sei dein Eigenthum, Mit ihr dich heut vermähle In deiner Liebe Kraft! Da hast du meinen Geist, Darinnen woll'st du dich Verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir ergeben, Zur Wohnung und zum Haus, du mein Heil und Leben, Ach wohn', ach leb' in mir, Beweg' und rege mich! So hat Geist, Seel' und Leib Mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab' ich jetzt Die Kleider angeleget: Laß meiner Seele sein Dein Bildniß eingepräget Im goldnen Glaubensschmuck, In der Gerechtigkeit, Die allen Seelen ist Das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jefu, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld Durch deines Geistes Triebe! Auch mit der Demuth mich Vor Allem kleide an: So bin ich wohlgeschmückt Und köstlich angethan. 7. Bleib' du mir diesen Tag Stets vor den Augen schweben; Laß dein' Allgegenwart Mich wie die Luft umgeben, Auf daß mein ganzes Thun Durch Herz, durch Sinn und Mund 321 Mein Gott, zu aller Stund'. 8. Ach segne, was ich thu', Ja rede und gedenke. Durch deines Geistes Kraft Es also führ' und lenke, Daß Alles nur gescheh' Zu deines Namens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib' dein Eigenthum. Joachim Lange( 1670-1744). Eigene Melodie. 477. Wachauf, mein Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem frommen Menschenhüter. 2. Heut, als die dunkeln Schatten Mich ganz umfangen hatten, Blieb ich doch unversehret Gott hat dem Leid gewehret. 3. Ja, Vater, ob Gefahren Mir noch so nahe waren, Hieltst du mich voll Erbarmen In deinen Vaterarmen. 4. Du sprachst: mein Kind, nun liege, Mein starker Schuß dir g'nüge: Schlaf' wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort, das ist geschehen, Ich kann das Licht noch sehen, Von Noth bin ich befreiet, Dein Schuß hat mich erneuet. 6. Du willst ein Opfer haben: Hier bring' ich meine Gaben; In Demuth fall' ich nieder Und bring' Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht verschmähen: Du kannst in's Herze sehen Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Bess'res habe. 21 322 8. So woll'st du nun vollenden Dein Wert an mir und senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. Morgenlieder. 9. Sprich Ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste rathen; Den Anfang, Mitt' und Ende, Ach, Herr, zum Besten wende. 10. Mit Segen mich beschütte, Mein Herz sei deine Hütte, Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 478. Wenn ich einst von jenem Schlummer, Welcher Tod heißt, aufersteh', Und von dieses Lebens Kummer Frei, den schönen Morgen seh': O, dann wach' ich anders auf! Schon am Ziel ist dann mein Lauf. Träume sind des Pilgers Sorgen, Großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, Dir, dem Richtenden, cinst sage, Er sei ganz von mir entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf. Dank dir, Herr, zu dir hinauf Führ mich jeder meiner Tage, Jede Freude, jede Plage: 3. Daß ich froh gen Himmel sehe, Wenn mein letzter Tag erscheint, Wenn zum dunkeln Thal ich gehe, Und mein Freund nun um mich weint. Lind're dann des Todes Pein, Laß mich dann am stärksten sein, Daß ich ihn zum Himmel weise Und dich, Herr des Todes, preise. Fr. Gottl. klopftoct( 1724-1803). Zum Sonntagsmorgen. Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. 479. Es wird mein Herz mit Freuden wach, Ein Segenstag ist dieser Tag; Da ruft's mit hellem Klang hinaus: Komm' heut in deines Gottes Haus! 2. Am Tage, da er reden will, Thu' auf dein Herz und halt' ihm still; Da er an dir sein Werk will thun, Laß deiner Hände Arbeit ruhn. 3. Heut hält der Herr ein offnes Haus, Da theilt den Hungrigen er aus Sein theures Wort, das Lebensbrot; Wer das genießt, dem schad't kein Tod. 4. Heut wird der gute Sämann gehn, Der in den Herzen, da er haft't, Den edlen Samen auszusä'n, Vielfältig edle Früchte schafft. 5. Heut führt der treue Hirt in's Thal Die Schaf' und Lämmer allzumal Zu guter Weid' an rechter Stell' Auf grüner Au' zum frischen Quell. 6. Heut ist der Arzt, der Wundermann, Der allen Schaden heilen kann, Mit Hilf' in Rath und That bereit Für Aller Wunden, Schmerz und Leid. 7. Das ist ein Tag, ein Segenstag, Ja werde, Herz, mit Freudenwach, Denn lieblich klingt der Ruf hinaus: Komm' heut in deines Gottes Haus! Karl Spitta( 1801-1859). Morgenlieder. 323 Mel. Gott des Himmels und der Erden. 2. Ruh'tag für die Müden alle, 480.Großer Gott vonalten Sonntag, der voll Lichtes ist, Zeiten, Dessen Hand die Welt regiert, Deffen Treu' auf allen Seiten Mich von Jugend auf geführt: Heute weckt des Tages Lauf Mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb' ich diese Stunden, Heller Tag im dunklen Thale ,, Zeit, in der viel Segen fließt, Stunde voller Seligkeit: Du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck' ich Gottes Güte Denn sie sind des Herren Fest, Das mit so viel Trost verbunden, Da mein Gott mich ruhen läßt Und durch seinen guten Geist Mir den Weg zum Himmel weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, Der mir Zeit zum Guten schenkt: Das sind uns're besten Sorgen, Wenn der Mensch an Gott gedenkt Und von Herzen bet't und singt, Daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner, als Gott dienen? Was ist süßer, als sein Wort, Da wir sammeln wie die Bienen Und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht Also auf sein Heil bedacht. 5 O, mein Gott, sprich selber Amen! Denn wir sind dein Eigenthum. Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es fünftig wird geschehn, Daß wir dich im Himmel schn. Kaspar Neumann( 1648-1715). Mel. Gott des Himmels und der Erden. alleluja, schöner 481. Morgen, Ha Schöner als man denken mag! Heute fühl' ich keine Sorgen; Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieblichkeit Recht das Innerste erfreut. Recht als einen Morgenthau, Die mich führt aus meiner Hütte Zu des Vaters grüner Au': Da hat wohl die Morgenstund' Edlen Schatz und Gold im Mund'. 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte, Bess'res hab' ich heut zu thun; Denn ich brauche alle Kräfte, In dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich, Als nur Gotteswerk für mich. 5. Welches Kleid soll heut mich schmücken, Daß ich Gott gefallen mag? Herr, du wirst das Kleid mir schicken, Das ich dir zu Ehren trag', Dein Blut und Gerechtigkeit Ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille Heute voller Arbeit sein; Denn da samm'le ich die Fülle Von den höchsten Schäßen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermunt're meine Sinne, Wirke selbst in meiner Brust, Daß ich Lehr' und Trost gewinne; Gieb zu deinem Manna Lust, Daß mir deines Wortes Schall Tief im Herzen wiederhall'. 8. Segne deiner Knechte Lehren, Deffne selber ihren Mund; Mach' mit Allen, die dich hören, Heute deinen Gnadenbund, Daß, wenn man hier fleht und fingt, Solches in dein Herze dringt. 21* 324 9. Gich, daß ich den Tag beschließe, Wie er angefangen ist; Segne, pflanze und begieße, Der du Herr des Sabbaths bist, Bis ich einst auf jenen Tag Ewig Sabbath halten mag. Jonathan Krause( 1701-1762). Morgenlieder. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 482. Herschienen, jerr, es ist ein Tag Der mich in den Himmel weist Und an Gott gedenken heißt: Darum komm' ich, dir zu dienen; Richte du mich selber zu, Daß ich deinen Willen thu'. 2. Stille selbst an diesem Morgen Den verwirrten Lauf der Welt, Der uns hier gefangen hält; Brich die Nacht der eitlen Sorgen, Daß ich heut, von Allem frei, Dir allein ergeben sei. 3. Schmuck und Lust find citle Sachen: Wer sein Thun auf diese richt't, Der gefällt dem Himmel nicht. Du, mein Jeſu, kannst es machen, Daß ich werde schön und rein In den Augen Gottes sein. 4. Kröne mich mit deinen Gaben, Rüste mich mit deiner Kraft, Die den neuen Menschen schafft. Was für Freude werd' ich haben, Wenn das Herz in meiner Brust Sucht am Herren seine Lust! 5. Laß die Predigt wohl gelingen, Steh' auch deinem Worte bei, Daß es in mir träftig sei; Unser Beten, unser Singen, Und was sonst noch wird gethan, Siche du mit Gnaden an. 6. Laß mich nicht in Sünden fallen, Laß mich heute nichts versehn, Laß kein Unglück mir geschehn: Lieber Bater, hilf uns allen, Und ich will mit frohem Sang' Dir am Abend sagen Dank. Kaspar Neumann( 1648-1715). Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 483. Licht vom Licht, er Bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich Meinem frohen Angesichte, Und dein Himmelsglang verleih', Daß mein Sabbath fröhlich sei! 2. Brunnquell aller Seligfeit, Laß mir deine Ströme fließen, Mache selbst mein Herz bereit, Deiner Gnade zu genießen; Streu' das Wort mit Segen ein, Laß uns hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lieget; Sei mir Weisheit, Licht und Bahn, Und kein fremdes Feuer brennt, betrüget, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit Heilig, heilig, heilig! singen Und mich in die Ewigkeit Mit des Geistes Flügeln schwingen: Wie es wird im Himmel sein. Flöß' mir einen Vorschmack ein, Bau' ein Paradies im Herzen, 5. Ruh' in mir und ich in dir, Offenbar' dich völlig mir Und gieß' meiner Andacht Kerzen Immer neue Nahrung zu, Heil'ge Liebesflamme du! 6. Dieser Tag ist dir geweiht; Weg mit allen Eitelkeiten: Ich will deiner Herrlichkeit Einen Tempel zubereiten, Morgenlieder. Nichts sonst wollen, nichts sonst| Dort zu wandeln, wo voll thun, Als in deiner Liebe ruhn. Gnaden Deine Schaar du eingeladen, Wo nicht mehr die Streiter ringen, 7. Du bist mehr als Salomon: Laß mich deine Weisheit hören. Ich will deinen Gnadenthron Mit gebeugten Knieen ehren, Bis mir deine Sonne lacht Und den schönsten Sonntag macht. Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 484. Beige dich uns ohne Ström' auf uns der Gnaden Fülle, Daß an diesem Gottestage Unser Herz der Welt entsage, Daß durch dich, der starb, vom Bösen Uns Gefall'ne zu erlösen, Deine glaubende Gemeine Mit dem Vater sich vereine. 2. O daß frei von Erdenbürden Und der Sünde Lasten würden Uns're Seelen, unser Wille Sanft, wie diese Sabbathstille; Daß von fern in deinen Höhen Wir des Lichtes Aufgang sähen, Das die Sel'gen dort verkläret, Wo der Sabbath ewig währet. 3. Was ich strahlen seh' am Throne, Ist es nicht der Sieger Krone? Was von jenen Höh'n ich höre, Sind's nicht Ueberwinderchöre? Feiernd tragen sie die Palmen, Ihr Triumph erschallt von Psalmen: Herr, du selber woll'st mich weihen Diesem Sabbath deiner Treuen. 325 4. Decke meiner Blöße Schande Mit dem festlichen Gewande Deiner Unschuld, daß am Tage Deines Mahl's ich froh es wage, Wo sie Siegeslieder singen. Fr. Gottl. Klopstod( 1724-1803). Zum Wochenanfang. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. 485. Ein neuer Tag, ein Geht mit der neuen Woche an. neues Leben Gott will mir heut auf's Neue geben, Was mir sonst Niemand geben fann; Denn hätt' ich seine Gnade nicht, Wer gäbe mir sonst Trost und Licht? 2. Ich grüße diesen lieben Morgen Und preise Gottes Vaterhand, Die diese Nacht so manche Sorgene In Gnaden von mir abgewandt. Ach, Herr, wer bin ich Armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun das erkenn' ich wohl und gebe Mich freudig dir zum Opfer hin: Doch weil ich hier, so lang' ich lebe, Mit Noth und Tod umgeben bin, So weich' auch heute nicht von mir; Denn meine Hilfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche Soll nur in deinem Namen blühn: Ach, laß mich nicht am Sündenjoche Mit meinem Fleisch' und Blute zichn! 326 Gieb deinen Geist, der mich da regier' Und nur nach deinem Willen führ'. Abendlieder. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, So laß es doch gesegnet sein, Und was du sonst noch zugemessen, Das richte mir zum Besten ein: Ich bitte nicht um Ueberfluß, 2. Abendlieder. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. Da der Tag nunmehr vergangen. 486. Ah, mein Jesu, sich' Sei du selbst mein Sonnenlicht, Das durch alles Dunkel bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, ich trete, Da der Tag nunmehr sich neigt Und die Finsterniß sich zeigt, Hin zu deinem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn Auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn geschwinde, Wie ein Pfeil, zur Ewigkeit, Und die allerlängste Zeit Braust vorübergleich dem Winde, Wie der Strom vom Berge her Well' auf Welle trägt in's Meer. 3. Und, mein Jesu, sich', ich Armer Gieb mir nur, was ich haben muß. 6. So thue nun, mein Gott, das Deine Und laß mich auch das Meine thu; Behüte beide, Groß' und Kleine, Daß sie in deiner Gnade ruhn, Und hilf, daß Jeder diesen Tag In dir vergnügt beschließen mag. Benj. Schmold( 1672-1737). Nehme ernstlich nicht in Acht, Daß ich dich bei Tag und Nacht Herzlich suchte. Mein Erbarmer! O wie mancher Tag geht hin, Da ich nicht recht wachsam bin! 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen: Du erhältst und schüßest mich Tag und Nacht so treu, und ich Will es nicht zu Herzen nehmen, Fern von jedem Heuchelschein Herzlich dankbar dir zu sein. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, O mein Herzensfreund, zu dir: Neige du dein Licht zu mir, Die du mir noch gönnen willst; Ist mein Herz von dir erfüllt, Dann wird mich nichts dürfen quälen; Denn, wo du bist Tag und Licht, Schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein Heiland, deine Güte Schüße mich in dieser Nacht, Halte du bei mir die Wacht. Deine Treue mich behüte; Leib und Seel' laß sicher sein, Ob ich gleich jetzt schlafe ein. Levin Schlicht( 1681-1723). Mel. Dein Heil, o Chrift, nicht zu zc. 487. Der Leib verlangt nach Die Seele sucht das Friedensthal. Vorüber ist der Tag der Mühe, Hinunter ist der Sonnenstrahl. Zieh' ein zu meines Herzens Thoren, O Herr, des Tages Glanz lischt aus, Nun komm' und bringe du die Leuchte In meiner Seele stilles Haus. Abendlieder. 2. Laß mich in dieser Abendstunde In dem verborg'nen Kämmerlein Mit Herz und Sinn im engsten Bunde Laß dein Erbarmen mächtig sein, Laß nicht den Glauben unterliegen, Bei dir und bei dem Vater sein. Gott, Vater, deinen Engel stelle Hauch' ihm des Geistes Odem ein. Zum Schutz der Nacht an diese So schwer die Last und Bürde Thür, Laß über dieses Hauses Schwelle Nichts Böses kommen für und für. 3. O Licht, das in dem Geiste zeuget, Wenn dieses Lebens Licht erlischt, Das uns erhebt, wenn es uns beuget, Und Balsam in die Thränen mischt. Du niemals ausgeschöpftes Meer, Ergieße dich mit deinen Wellen In dieses Herz, so arm und leer. Gott voll Liebe, voll ErbarMel. Nun ruhen alle Wälder. O rühre heut mit deinen Strah- 488. Der Mond ist auflen, Erweckt die Seele wunderbar, An der zu wiederholten Malen Dein leiser Wink vergeblich war. 4.O Hauch des Lebens, Kraft der Gnade, gegangen, Die goldnen Sternlein prangen Am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, men, O Heiland, reich an Tren' und Huld, Laß uns're Seele nicht verarmen Im Jammer ihrer Sündenschuld. 5. Wenn uns're Kraft dahingefunken, 327 6. O laß das Wort der Gnade fiegen, fen, Zerbrich nicht das geknickte Rohr. Du kannst die Deinen ja nicht lassen, Die Kinder, die auß tiefen Weh'n Nach deinen Rettungshänden fassen, wieget, So scharf des Feindes Pfeile gehn, So fest laß die erlöste Seele Auf ihrem Grund und Felsen stehn.. Christian Puchta( 1808-1858). Du kannst sie nicht versinken schn. Er ist nur halb zu sehen, Wenn unser Fuß den Weg verlor, Und ist doch rund und schön. Ersticke nicht den schwachen Fun- So sind wohl manche Sachen, Die wir getrost belachen, Weil uns're Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschenkinder Sind eitel arme Sünder Und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinnste Und suchen viele Künste Und kommen weiter von dem Ziel. Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille Und in der Dämm'rung Hülle So traulich und so hold, Als eine stille Kammer, Wo ihr des Tages Jammer Verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? 328 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, Abendlieder. Auf nichts Vergänglich's trauen, Nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden Und vor dir hier auf Erden Wie Kinder fromm und fröhlich sein. 6. Woll'st endlich sonder Grämen Aus dieser Welt uns nehmen Durch einen sanften Tod; Und wenn du uns genommen, Laß uns in Himmel kommen, Du lieber, treuer, frommer Gott. 7. So legt euch denn, ihr Brüder, In Gottes Namen nieder; Kalt ist der Abendhauch. Verschon' uns, Gott, mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen, Und unsern kranken Nachbar auch. Matthias Claudius( 1740-1815). Am blauen Himmel flimmert. Gleich den Sternen schimmert. Wohl dem, der in jener Welt 6. Was sich geregt, Sehnt sich nach jenem Tage, Der uns völlig machen wird Frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da: Sei, Jesu, nah, Mein Licht, mit hellen Kerzen; Treib' der Sünden Dunkelheit Weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonnen Licht Uns jetzt gebricht; Dunerschaffne Sonne, Brich mit deinem Licht hervor Mir zur Freud' und Wonne. 4. Des Mondes Schein Fällt nun hinein, Die Finsterniß zu mindern. Laß mich ohne Wandel sein, Meinen Lauf nichts hindern. 5. Der Sterne Heer Zu Gottes Ehr' Was sich bewegt, Laß mich, Herr, in stiller Ruh' Ruht aus von seinen Werken: Dein Werk in mir merken. 7. Es ist so still, Ein Jeder will Der süßen Ruhe pflegen. Laß die Unruh' dieser Zeit, Jesu, bald sich legen! 8. Halt du die Wach', Damit kein Ach Und Weh' den Geist berühre; Sende deiner Engel Schaar, Die mein Lager ziere. 9. Wann aber soll Der Wechsel wohl Der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, Dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. Das 489. Mein Geist und Jerusalem verlieren; Der er Tag hin: Sinn Denn das Lamm ist selbst das Licht, Das die Stadt wird zieren. 11. Halleluja! O wär' ich da, Da Alles lieblich klinget, Da man ohne Unterlaß: Heilig, Heilig! singet. 12. Jesu, du Mein Hilf und Ruh', Laß mich dahin gelangen, Daß ich mög' in deinem Glanz Vor dir ewig prangen! Johann Freilinghausen( 1670-1739). Mel. Nun ruhen alle Wälder. 490. Die stillen AbendSie sind uns schnell entschwunden In häuslich froher Ruh'. Die ernste Nacht sinkt nieder Abendlieder. Und drückt uns Allen wieder Mit leiser Hand die Augen zu. 2. Laßt uns vor Gott erwägen, Welch unverdienten Segen Uns dieser Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen Und tief gerührt bekennen: Der Herr hat Alles wohl gemacht. 3. Du, Gott der Treu' und Gnade, Hast segensvolle Pfade. Uns bis hierher geführt! Nicht uns, dir sei die Ehre! Ein jeder Tag vermehre In uns den Dank, der dir gebührt. 4. Der Schlaf, den du den Müden Ihr'r bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, Den Lobgesang, Den ich dir kindlich bringe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, Hast Großes heut an mir gethan, Mir mein Gebet gewähret; Hast väterlich Mein Haus und mich Beschüßet und genähret.. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk: Der Geist, mit dem ich dein gedent', Ein ruhiges Gemüthe, Was ich vermag 329 Bis diesen Tag, Ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb' und Macht Mein Schuß und Schirm in dieser Nacht, Vergieb mir meine Sünden; Und kommt mein Tod, Barmherz'ger Gott, So laß mich Gnade finden. Ehrift. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Mel. Jesu, der du meine Seele. 492. Gott der Tage, Gott Nach Tageslast beschieden, Auch er sei dir geweiht; Wir schlummern ohne Sorgen, Du weckst uns wieder morgen Hier oder in der Ewigkeit. Sam. Bürde( 1753-1831). Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. Einsam bei dir eingestellt. 2. Vater, viele Menschen weinen, Viele Kranke schmachten nun! 491. für alle Güte sei ge= Aber du verläſfeſt Keinen, Gott, Vater, Sohn und heil'ger Geiſt! Uns're Seele harret dein, Lehnet sich an deine Rechte, Nie kannst du uns ferne sein; Auch in stiller Nächte Stunden Hat dich manches Herz gefunden, Und sich aus dem Lärm der Welt wachen, Trocknest viele tausend Thränen Und erfüllst das heiße Sehnen Ach! so vieler Leidenden, Die um Hilf' und Lind's d'rung flehn. 3. Vater, sende Muth den Schwachen, Licht in jedes dunkle Herz! Allen, die bekümmert wachen, Lind're du den heißen Schmerz; Laß die Wittwen, laß die Waisen Deine Lieb' und Treue preisen; Schenke Kranken sanfte Ruh', Sterbenden sprich Tröstung zu! 4. O du treuer Menschenhüter! Nacht ist vor dir, wie der Tag. Allgewaltiger Gebieter, Du verwandelst Schmerz und Plag' 330 Unverhofft in Dank und Freuden! Ach, laß Alle, die jetzt leiden, Bald erlöst aus ihrer Pein, Deiner Vaterhuld sich freun! 5. Vater, dieser Nam' erweitert Jede Brust voll Angst und Schmerz; Wie der Mond die Nacht erheitert, Kommt die Ruh' in jedes Herz, Das nach deinem Troste weinet, Eh' die Sonne wieder scheinet. O wie oft verwandelst du Bangen Schmerz in süße Ruh'! 6. Jesus Christus! manche Nächte Abendlieder. Auch durch Schlaf den Kummer lindern. Wachen oder schlummern sie, Weichst du doch von ihnen nie. Johann Lavater( 1741-1801). Mel. Nun ruhen alle Wälder. 493. Herr, der du mir das Hast du für uns durchgewacht, Und dem sterblichen Geschlechte. Durch dein Wachen Ruh' gebracht. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Bis diesen Tag gegeben, Dich bet' ich findlich an: Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe, Und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankbarem Gemüthe Freu' ich mich deiner Güte, Ich freue mich in dir: Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeih'n zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, Nach deines Wort's Befehlen Einher im Leben gehn, Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen Und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, Ich bin bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Theil. Eil' ich der Ruh' entgegen: 5. Bedeckt mit deinem Segen, Dein Name sei gepreis't! Ist dein, in deine Hände Mein Leben und mein Ende Befehl' ich, Vater, meinen Geist! Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). 494. Herem Leben me Wiederum ein Tag dahin: Ob ich fromm gewesen bin; Lehre mich nun Achtung geben, 3eige mir auch selber an, Wenn ich was nicht recht gethan, Guten Feierabend machen. Und hilf jetzt in allen Sachen 2. Freilich wirst du Manches finden, Was dir nicht gefallen hat; Denn ich bin noch voller Sünden Und zu jeder Tagesstund' In Gedanken, Wort und That, Pfleget Herze, Hand und Mund So geschwind' und oft zu fehlen, Daß ich's selber nicht kannzählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, Habe noch mit mir Geduld! Ich bin freilich schuldbeladen: Doch vergieb mir alle Schuld. Deine große Vatertreu' Werde diesen Abend neu: So will ich auch deinen Willen Künftig mehr als heut erfüllen. Abendlieder. 4. Heilige mir das Gemüthe, Daß mein Schlaf nicht sündlich sei; Decke mich mit deiner Güte: Auch dein Engel steh' mir bei, Daß nicht Feuer breche aus, Und bewahre sonst das Haus, Daß ich morgen mit den Meinen Nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steu're den gottlosen Leuten, Die im Finstern Böses thun, Sollte man gleich was bereiten, Uns zu schaden, wenn wir ruhn, So zerstöre du den Rath Und verhindere die That; Wend' auch allen andern Schrecken, Den die Bosheit kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, Wenn es bei uns Abend wird; Denn du bleibest ewig munter Und bist wie ein guter Hirt, Der auch in der finstern Nacht Ueber seine Heerde wacht. Darum hilf du deiner Heerde, Daß sie wohl behütet werde. 7. Laß mich denn gesund erwachen, Wenn es rechte Zeit wird sein, Daß ich ferner meine Sachen Richte dir zu Ehren ein: Oder hast du, lieber Gott, Heut bestimmet meinen Tod, So befehl' ich dir am Ende Leib und Seel' in deine Hände. Kaspar Neumann( 1648-1715). Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. inunter ist der 495. 331 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag Vor Noth, Gefahr und mancher Plag' Die finst're Nacht. bricht stark herein: Leucht' uns, Herr Christ, du wahres Licht, Laß uns im Finstern wandeln nicht! Durch deine Engel haft behüt't Aus Gnad' und väterlicher Güt'. 3. Womit wir heut erzürnet dich, Dasselb' verzeih' uns gnädiglich Und rechn' es uns'rer Seel' nicht zu, Laß schlafen uns in Fried' und Ruh'. 4. Die Engel uns zur Wach' beſtell', Daß uns der böse Feind nicht fäll', Vor Schrecken, Grau'n und Feuersnoth Behüte uns, o treuer Gott. Nit. Hermann( gest. 1561). Mel. Jesu, meine Freude. 496. von keinem H irte deiner Schafe, Der Schlafe Etwas wissen mag, Deine Wundergüte War mein Schild und Hütte Den vergangnen Tag: Sei die Nacht auch auf der Wacht Und laß mich von deinen Schaaren Um und um bewahren! 2. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben, Gott, mit Vaterhuld: Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhekiſsen, D'rum vergieb die Schuld; Jesus Christ mein Mittler ist, Und in seinen tiefen Wunden Hab' ich Heil gefunden. 3. Laß auch meine Lieben Keine Noth betrüben; Sie sind mein und dein. Schließ' uns mit Erbarmen In den Baterarmen 332 Ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir! Also sind wir ungeschieden, Und ich schlaf' in Frieden. 4. Komm', verschließ' die Kammer Und laß allen Jammer Ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, Unter deine Flügel Nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schutz und Ruh': So wird uns kein Grauen wecken, Noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette Heut zum Grabe hätte? Wie bald roth, bald todt! D'rum, hast du beschlossen, Daß mein' Zeit verflossen, Kommt die Todesnoth, So will ich nicht wider dich: Hab' ich Jesum nur gefunden, Sterb' ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue In vergnügter Ruhe Meine Augen zu. Seele, Leib und Leben Hab' ich dir gegeben, O du Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in Acht! Und erleb' ich ja den Morgen, Wirst du weiter sorgen. Benj. Schmold( 1672-1737). Abendlieder. 497. Mel. Der goldnen Sonne Licht und Pracht. un, matter Leib, gieb dich zur Ruh' Und schlafe sanft und stille; Ihr müden Augen schließt euch zu: Denn das ist Gottes Wille. Doch schließt auch dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, Jesu, Jesu, gute Nacht. Christian Scriver( 1629-1693). Eigene Melodie. 498. un ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt' und Felder, Es schläft die ganze Welt: Ihr aber, meine Šinnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt! 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr' hin, ein' and're Sonne, Gar hell in meinem Herzen Mein Jesus, meine Sonne, scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, Die goldnen Sternlein prangen Am blauen Himmelsfaal: Also werd' ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt ab das Kleid, die Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit; Wird Christus mir anlegen Die zieh' ich aus, dagegen Den Rock der Ehr' und Herrlichfcit. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei. Herz, freu' dich, du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieder, Der Ruhe ihr begehrt: Es kommen Stund' und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. Abendlieder. 7. Mein' Augen stehn verdrossen, Im Nut sind sie geschlossen: Wo bleibt dann Leib und Seel'? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug' und Wächter Isracl. 8. Breit' aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein! Will mich der Feind verschlingen, So laß die Engel singen: Dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Ein Unfall, noch Gefahr! Gott laß euch ruhig schlafen, Stell' euch die güldnen Waffen Um's Bett und seiner Engel Schaar. Paul Gerhardt( 1606-1676). Eigene Melodie. 499. un sich der Tag Und keine Sonn' mehr scheint, Schläft Alles rings, was müd' und matt Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Raſt, Du schlässt, noch schlummerst nicht; Die Finsterniß ist dir verhaßt, Weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich In dieser schwarzen Nacht, Und schenke du mir gnädiglich Den Schirm von deiner Wacht. 4. Wend' gnädig ab, was mich bedroht, Durch deiner Engel Schaar; Ich weiß, dann hat es keine Noth, Und bringt mir nichts Gefahr. 999 ᎧᎧᎧ 5. Zwar fühl' ich wohl der Sünden Schuld, Die mich bei dir flagt an; Doch hat ja deines Sohnes Huld Genug für mich gethan. 6. Den setz' ich dir zum Bürgen ein, Wenn ich muß vor Gericht; Ich kann ja nicht verloren sein In solcher Zuversicht. 7. D'rauf thu' ich meine Augen zu Und schlafe fröhlich ein; Denn Gott wacht während meiner Ruh' Wer wollte traurig sein? 8. Weicht, nichtige Gedanken, hin, Vollendet euren Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 9. Soll diese Nacht die letzte ſein In diesem Jammerthal, So führ' mich, Herr, zum Himmel ein 3ur auserwählten Zahl. 10. Und also leb' und sterb' ich dir, Dut Herr Gott Zebaoth: IJm Tod und Leben hilfft du mir Aus aller Angst und Noth. Joh. Friedrich Herzog( 1647-1699). Mel. Ich will danken und lobsingen. oder: O Durchbrecher aller Bande. 500. Sieh, es will schon Bleibe bei uns, lieber Herr! Ach schon bei des Tag's Beschwerden Stand nach dir oft das Begehr. Aber nun wir Ruhe haben, Sehnen wir uns heißer noch, Uns an deiner Näh' zu laben, Darum bleibe, bleibe doch! 334 2. Jeßt, da Menschen uns nicht stören, Möchten wir von dir auf's Neu' Gern ein Wort des Segens hören, Abendlieder. Das wie milder Thau uns sei; Denn des Tages heiße Schwülé Hat das Herz uns ausgedörrt Und es lechzt nach Segenstühle, Wie sie deine Huld gewährt. 3. Sieh', betrübt ob uns'rer Sünden, Die wir heute noch vermehrt, Möchten wir auch Gnade finden, Und wer ist's, der sie gewährt? Niemand kann sie uns je spenden Als nur du, o Herr, allein, Ja allein in deinen Händen Liegt die Macht, uns zu verzeihn. 4. D'rum beglücke uns're Hütte, Herr, mit deiner Gegenwart! Sei als Gast in uns'rer Mitte, Längst schon haben wir geharrt. Bleibe, sich, wie wir uns seßen Dir zu Füßen, Jesu Christ!" Ach, ein Fest ist's voll Ergößen, Wenn du, Herr, so bei uns bist. Carl Barthel( 1817-1853). Aus dem Keiner mehr erwacht, Geh' ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh', in deine Nacht: O dann schlaf' ich anders ein; Weg aus dieses Lebens Pein Wall' ich hin zu deren Hütten, Die, nun glücklich, hier auch litten! Leicht, bereit, von Bürden frei, Von den Lasten dieser Erde, Wann ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich ſehen, Der als Retter mir erscheint, Wann mit unerhörtem Flehen, Wer mich liebet, um mich weint; Stärker als mein Freund im Schmerz 2. Jeho schlaf' ich, aufzuwachen Noch für Tage dieser Zeit. Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, Daß ich Wanderer dann sei Sei mein gottverlangend Herz, Daß ich, voll von deinem Preise, Ihn zu dir gen Himmel weise. Friedrich Klopstod( 1724-1803). Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 502, 5o flichen uns're Tage hin! Auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, Eilt wieder zu uns her. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 501. Fink ich einft in je- Mich auch in biefer Nadjt. wovor dann mich schüßzet deine Macht. grau'n? 4. Hab' ich an deiner Gnade 2. Herr! du nur bleibest, wie du bist, Du schläfst und schlummerſt nicht; Die Finsterniß, die uns umschließt, Ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n nur Noch Theil, o Herr, mein Gott, So fürcht' ich nichts in der Natur Und scheue nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, Mit Reue fühl' ich sie; Doch, mein Erbarmer, deine Huld, Wie trostvoll ist mir die! Abendlieder. 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin Und weiß, wie sicher ich Im Schuße deiner Allmacht bin: Ich trau' allein auf dich. 7. Flieht, finst're Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein Sei'st mein Gedanke! weihe dir Mein Herz zum Tempel ein. 8. Ist dies vielleicht die letzte Nacht 335 Und sie hat nicht Maaß noch Ziel. Herr, du hast mich so geführet, Daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, In meiner Prüfungszeit, So führe mich durch deine Macht Zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Dein bin ich auch im Tod! Du, mein Erretter, bist bei mir Und hilfst aus aller Noth. Christoph Neander( 1724-1802). Eigene Melodie. 503, merde munter, mein Gemüthe, Und, ihr Sinnen, hebet an, Laut zu preisen Gottes Güte, Die er heut an mir gethan, Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher schweren Plag' Durch sein gnadenreiches Walten Hat beschirmet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, Daß mir heut mein Werk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich haft bewahrt, Manches Unheil auch vertrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ergründen Deine Güt' und Wunderthat, Und kein Mund es recht verkünden, Was dein' Hand erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, Und die Nacht bricht jetzt herein, in ist nun der Sonne Prangen Und ihr freudenreicher Schein. Stehe mir, o Vater, bei, Daß dein Licht stets bei mir sei. Tiefe Nacht herrscht rings auf Erden, Laß es hell im Herzen werden. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden Glind Alle Sünd' und Missethat, Die mein armes Herz beladent Und dich sehr erzürnet hat. Des Versuchers List und Tück' Treib' durch deine Kraft zurück. Gott, du kannst allein mich retten, Strafe nicht mein Uebertreten. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell' ich mich doch wieder ein: Meine Schuld ist ausgeglichen Durch des Heilands Angst und Pein. Ich verleug'ne nicht die Schuld; Aber deine Gnad' und Huld Jst viel größer, als die Sünde, Die ich stets in mir noch finde. 7. O du Licht der frommen Seelen, O du Glanz der Ewigkeit, Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, allhier In der Dunkelheit bei mir; Tröste mich mit deiner Liebe, Daß kein Unfall mich betrübe. 8. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanft und süße Ruh', Alles Uebel laß verschwinden, Decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, 336 Abendlieder. Weib und Kinder, Hab' und Gut,| Es träumt mir nur vom Himmel: Freunde, Feinde, Hausgenossen Sei'n in deinen Schutz geschlossen. Ach, wer doch nur bald droben wär'! Benj. Schmold( 1672-1737). 9. O, du großer Gott, erhöre, Was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verehre, Mel. Nun ruhen alle Wälder. Bleibe ja mein Schuß und Rath, 505. Die schönen Sonndu werther Geist, Der du Freund und Tröster heiß'st; Höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja es soll geschehen. Joh. Rift( 1607-1667). Sind nun dahingeschwunden; Uns grüßt die Abendruh', Nun will ich all' mein Dichten Zu dir nach oben richten, Anfang und Ende bleibest du. 2. Herr, dir sei Preis und Ehre Für alle Lieb' und Lehre, Die ich empfangen heut; Du bist allein zu loben Bum Sonntagsabend. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 504. Der Sabbath ist ver- Für jedes Licht von oben, Das diesen Tag hat eingeweiht; 3. Den Glanz von deinem Throne, gangen: Ich habe mein Verlangen Nach Herzenswunsch erfüllt; Gott hat mich unterweiſet, Mit Lebensbrot gespeiset Und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durch's Wort im Herzen; D'rum leg' ich ohne Schmerzen Auch meinen Leib zur Ruh'; Denn allen Sündenschaden Deckt Jesus nun in Gnaden Mit seinem Pupurmantel zu. 3. O du dreieinig Weſen, Mein Geist ist schon genesen. Weil ich dein Tempel bin. Ich habe Licht vom Lichte, Dein leuchtend Angesichte Treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mirwachen Und eine Sonne machen Auch mitten in der Nacht, Bis bei den Cherubinen, Ein Sonntag ist erschienen, Der alle Nacht zu Schanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget; Denn wo mein Herze lieget, Da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel, Das Wort von deinem Sohne, Den Hauch von deinem Geist. Was unser Sinn geſpüret, Was unser Herz gerühret, Für Alles, Alles sei gepreist. 4. Laß diesen Strahl des Lebens, Dies Licht doch nicht vergebens Für uns entzündet sein. Noch in den dunklen Stunden, Wenn Alles sonst entschwunden, Leucht't er in unser Herz hinein. 5. Wenn sich die Augen senken, Dann laß dein Angedenken Nicht völlig schlafen ein. Laß in den Finsternissen Dein Wort und mein Gewissen Die beiden treuen Wächter sein. 6. Herr, schenke mir indessen Ein seliges Vergessen Von allem eitlen Wahn. Kein Auge mag mich schauen, Nur von des Himmels Auen Blick' du, mein Gott und Herr, mich an. Christian Puchta( 1808-1858). Abendlieder. Mel. Nun fich der Tag geenbet hat. 506, 11un bricht die finst re Nacht herein, Des Tages Glanz ist todt; Jedoch, mein Herz, schlaf' noch nicht ein, Komm', sprich zuvor mit Gott. 2. Gott, du großer Herr der Welt, s Den Niemand sehen kann, i Du siehst auf mich vom Himmelszelt, Hör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, 337 10. Sofern es dir, mein Gott, pho gefällt, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 507. Unser Sabbath geht War dein, vor allen dein, zu Ende; D'rum sollt' er mir bis in die Kommt, vollendet seinen Lauf! Nacht Preiset Gottes Vaterhände, Seine Güte hört nicht auf. Laßt uns mit Gebet und Singen Ihm das Abendopfer bringen. 2. Herr, bei dem man alle Tage In uns're Herzen ein, Laß Alle, welche es gehört, Dir auch gehorsam sein. 7. Erhalt' uns ferner auch dein Wort So hilf mir morgen auf, Daß ich noch ferner in der Welt Vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Beit, Mich in den Himmel ein; Da wird in deiner Herrlichkeit Mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann( 1648-1715). Vor allen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geon schehn, Denn ich bin Fleisch und Blut Und pfleg' es öfters zu versehn, Wenn gleich der Wille gut. Rath und Hilfe finden kann, 5. Nun such' ich deinen Gnaden- Höre gnädig, was ich sage thron, Sieh' meine Schuld nicht an, Und denke, daß dein lieber Sohn Für mich genug gethan. Und nimm meine Seufzer an; Denn nichts And'res kann ich geben, 6. Schreib', was dein Wort uns heut gelehrt, Als nur deinen Ruhm erheben. 3. Und wer wollte das verschweigen, Wie Gott alle Menschen liebt? Tag und Nacht sind uns're Zeugen, Wie er so viel Gutes giebt; Denn mit jeder meiner Stunden Ist ein Segen auch verbunden. 4. And're Tage, von dem Morgen Und thu' uns immer wohl, Damit man stets an jedem Ort Dir diene, wie man soll. 8. Jeßt aber such' ich meine Ruh', O Vater, steh' mir bei Und gieb mir deinen Engel zu, Daß er mein Wächter sei. 9. Gieb Allen eine gute Nacht, Die heute recht gelebt Und bess're den, der unbedacht Hat wider Gott gestrebt. Bis hinein in späte Nacht, Werden meist mit eitlen Sorgen Und mit Arbeit zugebracht, Aber der mir heut erschienen. War bestimmet, Gott zu dienen. 5. O, du Heiland aller Leute, Mein Erlöser und mein Hort, Wie viel Menschen hast du heute Unterrichtet durch dein Wort, 22 338 Hier getröstet, dort ermahnet Und den Gott Wie oft 6. Herr, ich preiſe deinen Namen Nun und bis in Ewigkeit, Daß du so viel guten Samen In die Herzen ausgestreut. Dir zum Ruhme mög' er bleiben Und viel' gute Früchte treiben. 7. Nunmehr geh' ich wieder adol plschlafen Abendlieder. Und leg' allen Summer hin; Denn mich decken deine Waffen, Unter deren Schuß ich bin; Mag doch Welt und Hölle toben, Hier bin ich gut aufgehoben. 8. Soll ich morgen auch noch 2 mm leben Und in deinem Dienste stehn, Nun, so wirst du Gnade geben, Daß mir's ferner wohl wird gehn: Denn das weiß und glaub' ich feste: Gott vertrauen ist das Beste. Kaspar Neumann( 1648-1715). up 100 Zum Wochenschluß.< Mel. Valet will ich dir geben. 508. Die Woche geht zu Nicht aber Gottes Treu': Denn wo ich mich hin wende, Da ist sie immer neu: Die Zeit kann wohl verschwinden, Nur Gottes Treue nicht: Sie läßt sich täglich finden Und giebt mir Trost und Licht. 2. Die ganze Woche zeuget Von deiner Gütigkeit, Mit der du mir geneiget; Ja, meine Lebenszeit Von frühsten Kindertagen Weiß ich von deiner Treu' Und Güte mur zu sagen, Die alle Morgen neu. 3. Allein mein Herz erbebet, Wenn heut zurüd es denkt, Wie untreu ich gelebet, d'rum will ich dir geloben, Von nun an treu zu sein. Dein guter Geist von oben Wird hierzu Kraft verleihn. 4. Ich bin dein Kind auf's Neue; D'rum gieb, daß diese Nacht Mich auch dein Schuß erfreue, Der Alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben, Der Schlaf ist wie ein Tod; Doch kann ich nicht verderben: Du lebst in mir, mein Gott. 5. Soll dies in meinem Leben Die letzte Woche sein, Will ich nicht widerstreben und mich im Geiste freu'n Auf jenen Feierabend, Den Christi Tod gemacht; An diesem Trost mich labend Sag' ich nun: gute Nacht! Benjamin Schmold( 1672-1737). Mel. O daß ich tausend zungen hätte. 509. Ho ist die Woche nun geschlossen, Doch, treuer Gott, dein Herze nicht: Wie sich dein Segensquell ergoffen, So bin ich noch der Zuversicht, Daß er sich weiterhin ergießt Und unaufhörlich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Herz und Munde; Ich lobe dich, so hoch ich kann; Ich rühme dich von Herzensgrunde Für Alles, was du mir gethan, Und weiß, daß dir durch Jesum Christ Mein Dank ein süßer Weihrauch iſt. 3. Hat mich in diesen Wochentagen Tischlieder. Das liebe Kreuz auch mit beſucht, So giebst du auch die Kraft, zu tragen; Zudem, es ist voll Heil und Frucht Durch deine Liebe, Herr, zu mir, Und darum dank' ich dir dafür. 4. Nur Eines bitt' ich über Alles, Ach, du versagst mir dieses nicht: Gedenke teines Sündenfalles, Da doch mein Heiland frei mich spricht, Mein Jesus, der die Missethat Auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, Du brichst ihn nicht in Ewigkeit, Da du dem Sünder hast versprochen, Daß er, wenn ihm die Sünde leid, Nicht sterben, sondern gnadenvoll Als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen, Und so will ich den Wochenschluß Vergnügt und froh zurück nun Legen, 339 Da der Trost mich ergößen muß: Daß ich ja soll in Christo dein Und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zuge= nommen, So bin ich auch der Ewigkeit Um eine Woche näher kommen Und warte nun der letzten Zeit, Da du die Stunde hast bestimmt, Die mich zu dir gen Himmel nimmt. Vor dem Essen. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. 510. Beicheer uns unser 8. Und wenn ich morgen früh auf's Neue 2. Thu' auf, Herr, deine milde Hand, Chia Den Sonntag wieder sehen kann, So blickt die Sonne deiner Treue Mich auch mit neuen Gnaden an: 3. Zischlieder. Ach ja, da theilt dein Wort und Hausch Den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im voraus unpreisen, Was du mir künft'ge Woche giebſt: Du wirst es in der That erweisen, Daß du mich je und immer liebst Und leitest mich nach deinem Mis Rath, Bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdm. Neumeister( 1671-1756). Mach' deine Gnad' und Güt bekannt, Ernähr' auch uns, die Kinder dein, Du speisest ja die Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm', täglich Brot; Vor Theurung und vor Hungers- D'rum uns're Bitt', Herr, auch noth HUNDAY vernimm, Behüte uns durch deinen Sohn, Denn Schöpfer aller Ding' du Gott, Vater, in dem höchsten bist Thron. Und jedem Thier sein Futter giebst. 4. Herr, der du unser Vater bist, 29* 340 Weil Christus unser Bruder ist, Wir trauen ganz allein auf dich Und woll'n dich preisen ewiglich. Tischlieder. Nach dem Essen. 5. Gedenk nicht uns'rer Misse- Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König. that Und Sünd', die dich erzürnet hat, 513. Danke dem Herren, o Daß wir dich lob'n in Ewigkeit. Amen. Nikolaus Hermann( geft. 1561). Mel. Herr Jesu Chrift, mein's Lebens. 511. Gesegn uns, Herr, die Gaben dein, Die Speis' laß uns're Nahrung ſein, Hilf, daß dadurch erquicket werd' Der schwache Leib auf dieser Erd'. 2. Doch dieses zeitlich) Brot allein Kann uns nicht g'nug zum Leben sein; Dein göttlich Wort die Seele speist, Hilft uns zum Leben allermeist. 3. D'rum gieb uns Beides, Herr und Gott, Hilf endlich auch aus aller Noth: So preisen wir dein' Gütigkeit Hier und auch dort in Ewigkeit. Amen. Verfaffer unbekannt. Mel. Schmüde dich, o liebe Seele. 512. Speise, Vater, deine Tröste die betrübten Sünder, Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir jetzt hier vor uns haben, Daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, Bis wir endlich zu den Frommen An die Himmelstafel kommen. Amen. Verfasser unbekannt. der Güter, Der uns ernähret den Leib und erquidt die Gemüther, Gebet ihm Ehr', Liebet den Gütigen sehr, Stimmet an dankende Lieder. 2. Du hast, o Güte, dem Leibe odsdie Nothdurft bescheeret, Laß doch die Kräfte im Guten nur werden verzehret, Alles ist dein, Leib und die Seele, allein Werd' auch durch beide geehret. 3. Lebenswort, Jesu, komm', speise dieschmachtenden Seelen, Laß in der Wüste uns nimmer Gieb nur, daß wir das nöthige fehlen, Innig stets dürsten nach dir, Ewig zur Lust dich erwählen. 4. Nimm die Begierden und Daß wir nichts neben dir, Jeſu, Sinne in Liebe gefangen, auf Erden verlangen. Laß uns mit dir Leben verborgen allhier Und dir im Geiste anhangen. 5. Laß deinen Lebensgeist kräftig uns Alle durchdringen, Und uns dein göttliches Leben zu Tugenden bringen. Bis nur wird sein In uns dein Leben allein, Heiland, du fannst es vollbringen. 6. Gütigster Hirte, du wollest uns stärken und leiten Und zit der Hochzeit des Lammes rechtschaffen bereiten. Bleib' uns hier nah, Tischlieder. 341 | Dein Segen macht uns Alle teming reich: Ach, lieber Gott, wer ist dir Det der gleich? Jull 2. Wer kann die Menschen alle zählen, Die stets bei dir zu Tische gehn? Und doch läßt du es keinem fehlen, Bis wir dich ewig allda Schmecken und schauen in Freuden. Gerhard Tersteegen( 1697-1769). Mel. Wach' auf, mein Herz, und finge. 514. Gott, Schöpfer aller Ich bin viel zu geringe, Den Segen deiner Gaben So mild und reich zu haben. 2. Ach, wie soll ich dich preisen Für diese deine Speisen, Die wir aus deinen Händen Zur Nahrung nun verwenden. 3. Ich danke deiner Güte, Ich preise dich und bitte, Du wollest deinen Segen Auf deine Gaben legen. 4. Gieb, daß es uns gedeihe Und Seel' wie Leib erfreue, indem wir Der Armen nicht vergessen. 5. Laß uns an deinen Gaben Satt und Genüge haben, Laß nie sie uns entweihen, In dir uns ihrer freuen. 6. Laß uns vor allen Dingen Nach deinem Reiche ringen Und Acht auf dein Wort geben: Denn das ist unser Leben: 7. Damit wir noch auf Erden Der Tafel würdig werden, Da uns wird Jesus speisen Und wir ihn ewig preisen. Friedr. Christ. Henrici( 1700-1764). Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 515, Die Welt ist ein sehr großes Haus, Du aber theilest deine Gaben Recht wie ein Vater d'rinnen aus; Denn du weißt Allem vorzustehn Und schaffeſt, daß ein jedes G Sein Brot empfängt aus deiner Hand. on 3. Du machst, daß man auf Hoffnung fäct Und endlich auch die Frucht genießt: Der Wind, der durch die Felder wehet, Bis in der Ernte Jung und Alt Erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man mehr bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann Niemand schenken, Und dein Erbarmen hat kein Ziel; Gott, von dem wir Denn immer wird uns mehr Alles haben, bescheert, Die Wolke, die das Land begießt, Des Himmels Thau, der Sonne Strahl G Sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menone di schen Speise, Der Acker reichet ihm das Brot; Es mehrt sich wunderbarer Weiſe, Was anfangs schien, als wär' es todt, Als wir, die armen Sünder, werth. 6. Wir wollen es auch nie vergessen, Was uns dein Segen träget ein; 342 Ein jeder Bissen, den wir essen, Soll deines Namens Denkmal vid i fein, d Und Herz und Mund soll lebenslang Trauung und Ehe. Für uns're Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann( 1648-1715). 2. Ach lieber Gott, du woll'st uns geben und das ill Nach dieser Welt das ew'ge Leben! Mel. Nun lobt und dankt Gott all' To zusammen. 901 Er woll' hinfort uns mehr be scheer'n, shado Und speisen uns mit seinem Wort, Daß wir satt werden hier und dort. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, 516. Wir danken Gott für Daß du unser Gaſt geweſen biſt. feine Gaben, Die wir von ihm empfangen Bleib' du bei uns, so hat's nicht Noth, haben; Wir bitten unsern lieben Herrn, sy thing Du bist das rechte Lebensbrot. Mich Prätorius( 1571-1621).. Call VI. Saus und Beruf. dr. ist jelleur 1. Trauung und Ehe. Das, was du verbindest, scheide. Hilf, daß sie dich hier und oben Herzlich lieben, fröhlich loben. Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Vor der Trauung. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Mel. Liebster Jeſu, wir sind hier. 18. on dir, du Gott der 517. Herr, der durch der Band Innig Mann und Weib verbindet, Herr, der auf den Ehestand Seiner Reiche Wachsthum gründet, Segne die, die jetzt mit Beten, In den Stand der Ehe treten. 2. Hier erscheinen zwei vereint, Deinen Segen zu erbitten; Allertreuster Menschenfreund, Tritt doch segnend in die Mitte, Sei ihr Schatz und ihre Habe Von dem Altar bis zum Grabe. 3. Sei ihr Beistand in der Noth, Sei im Kummer ihre Freude, Gieb, daß nichts als nur der Tod Ward einst der Ehe Bund geweiht: O weih' auch sie zum Segen, Die hier vor deinem Angesicht Bereit stehn, dir den Schwur Und Eintracht abzulegen! der Pflicht Laß sie, Vater, Dir ergeben einig leben, Treu sich lieben, Treu die Pflicht der Christen üben. 2. Gott! der du sie verbunden hast, Mach' ihnen leicht des Lebens Last, Gieb, daß kein Gutes fehle. Die Treue laß sie nie entweih'n, In Freud' und Leid laß stets Ein Herz und eine Seele! sie sein Immer Laß sien S Trauung Dir ergeben, einig leben, Einig handeln, Fromm und heilig vor dira chwandeln. 3. O segne sie, der gern beglückt Und Segen uns von oben schickt, Auf allen ihren Wegen! Herr, lehre sie sich deiner freu'n; Gieb selbst zu ihrem Fleiß Gedeih'n, Und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, Dir ergeben glücklich leben, Freudig sterben: So sind sie des Himmels Erben. Johann Eschenburg( 1743-1820). AFR Mel. Nun danfet alle Gott. Mel. Was mein Gott will, gescheh, allezeit. art So haltet fleißig himmelwärts Zum Vaterherzen droben Die eurigen erhoben! 4. Zwei Namen wollen heute Off gern In einen sich verschlingen, Den ihren will dem Eheherrn Die Braut zum Opfer bringen; 519. Wa as Gott zusammen- Doch soll der Bund geſegnet ſein, So flinge noch ein Name drein, so kling' in Gottes Namen Zu eurem Ja das Amen! fügt, Das soll der Mensch nichtscheiden; D'rum gehen wir dahin In Gottes Fried' und Freuden. Der uns're Namen schreibt In's Buch des Lebens ein, Er selbst, Herr Zebaoth, Wird Schild und Lohn uns sein. Benj. Schmold( 1672-1737). 5. Zwei Häuser blicken lieb und traut, Auf's neugeschmückte dritte; Der Eltern Segen hat's gebaut Den Liebenden zur Hütte; Wie glänzt das Haus so schmuck und neu! nt. Doch daß da gut zu wohnen sei, Laßt fleißig euch die Glocken Zum Hause Gottes locken! 6. So zieht zu Zwei'n in's Gotteshaus, Die Freunde zum Geleite! So kommt vereint vom Herrn heraus, 520. wei Hände wollen heute und Ehe. Durch's ganze lange Leben! Doch daß dies Ja gesegnet sei, Ertöne noch ein Ja dabei, Erschall' aus Gottes Munde Das Ja zu eurem Bunde! 3. Zwei Herzen brennen fröhlich heut' be a 343 d In einer Liebe Flammen Und halten fest in Leid und Freud' Von heute an zuſammen; Doch daß da bleibe Herz an un Herz, An heil'ger Stätte fassen, Sich halten treu und inniglich Und nimmermehr sich lassen; Doch festzuziehn solch Liebesband, Soll helfen eine and're Hand, Soll Gottes Hand zum Segen Sich auf die euern legen! 2. Zwei Zungen wollen heut' dein Wort, Ein heilig Ja sich geben; Das turze Wort, o kling' es fort Er selbst an eurer Seite! zieht fröhlich ein zur eig'nen The Thür, Bleibt eins in Liebe für und für, Und Gott in curer Mitte was Sei selbst im Bund der Dritte! di Karl Gerok( geb. 1815) 344 Trauung und Ehe. Nach der Trauung. Mel. Ich finge dir mit Herz und Mund. 521. Geschlossen ist nun unser Bund Vor deinem Angesicht; Wir flehn zu dir mit Herz und Mund: Verlaß uns, Vater, nicht! sine infl Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 291 2. Sieh gnadenvoll auf uns 523. Jch und mein Haus, wir Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Seel' und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, Gieb deinen Segen nur darein, Daß wir dir willig dienen. ad Eine Kleine Fromme, reine Hausgemeinde Mach' aus Allen: Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort Dein guter Geist stets fort und fort An unser Aller Seelen; n Er leucht' uns wie das Sonnenlicht, Damit's am rechten Lichte nicht Im Hause möge fehlen, Reiche Gleiche Seelenspeise auch zur Reise Durch dies Leben Uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß' deinen Frieden auf das Haus Und Alle, die d'rin wohnen, aus, Im Glauben uns verbinde. Laß uns in Liebe allezeit Zum Dulden, Tragen sein bereit Mel. O Gott, du frommer Gott. 522. Laß dich, Herr Jeſu Demüthig, sanft und linde. Liebe Uebe Die wir uns deiner freu'n; n's Daß wir ein Herz nur bis a mit Grab Und eine Seele sei'n. 3. Laß deinen Geist stets auf slust allour uns ruhn, Der alles Gute schafft; Lehr' uns nach deinem Willen thun, Stärk' uns dazu mit Kraft. 4. Soll's uns bei heiterm Sonnenschein In Zukunft glücklich gehn, So wird das Herz dir dankbar sein, Und deinen Ruhm erhöhn. 5. Doch sollt' auch manches Leiden sich Zu unserm Herzen nah'n; So nimm dich unser gnädiglich In allen Nöthen an. 6. Nun, du bist uns're Buver sicht, Und wir sind ewig dein. Du, Herr, verläß'st die Deinen nicht, Wirst ewig mit uns sein. Verfasser unbekannt. Ohn' deine Hilfe aus; Wo du mit Gnaden bist, Kommt Segen in das Haus. Joh. Heermann( 1585-1647). ng 0,8 Durch mein Gebet bewegen; Komm' in mein Herz und Haus Und bringe mir den Segen. Nichts richten Müh' und Kunst Im Ehestande. Jede Seele, Keinem fehle, D'ran man fennet Den, der sich den Deinen nennet. 2 Trauung und Ehe. 345 4. Laßunser Haus gegründet sein| Wo unter allen Gästen, die da Auf deine Gnade ganz allein Und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Grau'n on kommen, Du der gefeiert'ste und liebste doch bist; Auf deine treue Hilfe schau'n Mit findlichem Gemüthe; Selig, op Immi Fröhlich m Selbst mit Schmerzen in dem punoi Herzen Dir uns lassen sol Und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns ird'sches Glück in's Haus, So schließ' den Stolz, die Weltdune blej lust aus, Des Reichthums böse Gäste; Denn wenn das Herz an Demuth pro leer Und voll von eitler Wollust wär', So fehlte uns das Beste: Jene Schöne, PROCE Tiefe, stille Gnadenfülle, Die mit Schäßen Einer Welt nicht zu erseßen. 6. Und endlich flehn wir alleret af so meist, Daß in dem Haus kein and'rer Geist, Als nur dein Geist regiere; Daß er, der Alles wohl bestellt, Der gute Zucht und Ordnung hält, Uns Alle lieblich ziere. Wo Aller Herzen dir entgegenmillors schlagen, Und Aller Augen- freudig auf dich sehn; Sende, Spende Wo Aller Lippen dein Gebot erfragen, Und Alle deines Wink's gewärtig stehn. 2. Oselig Haus, wo Mann folladadlund Weib in einer, In deiner Liebe eines Geistes ins find, Als beide eines Heils gewürdigt, feiner 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen Mit Händen des Gebet's an's Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen Mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; Ihn uns Allen, bis wir wallen Wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln Heim und drobeniuUnd horchen deiner süßen Rede zu Dich in deinem Hause loben. Und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, Sich deiner freun, du lieber Hei land, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen wessen Augen auf sie sehn, Karl Spitta( 1801-1859). Mel. So führst du doch recht selig, Herr. 524. felig aus, wo man dich aufgenommen, Du wahrer Seelenfreund, Herr de dnu Jesu Christ! Und wissen, Im Glaubensgrunde anders ist tilida gesinnt; Wo beide unzertrennbar an dir dallo hangen In Lieb' und Leid, Gemach und Ungemach, Und nur bei dir zu bleiben stets verlangen An jedem guten, wie am bösen Tag'. 346 Trauung und Ehe. Bei allem Werk in einem Eifer| Und Hand in Hand durch's Lesmo brennen, Daß es nach deinem Willen mag geschehn; Als deine Diener, deine Hausgenossen, op ben gehnd jul? Im Bunde reiner Treue: Da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, In Demuth willig und in Liebe frei, Da sieht man, wie der Engel adines Schaar dit Im Himmel selbst sich freuc. Kein Sturm, Gorbi Kein Wurm 3 tim d Kann zerschlagen, fann zernagen, Was Gott giebet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Seid gutes Muth's, nicht Menschenhand Hat aufgerichtet solchen Stand, Gott ist es, unser Vater; Der hat uns je und je geliebt Und bleibt, wenn Sorge uns be trübt, dri Der beste Freund und Rather: Anfang, Ausgang Aller Sachen, die zu machen Das Ihre schaffen froh und unverdrossen, In kleinen Dingen zeigen große Treu'. 5. O felig Haus, wo du die Freude theilest, Wo man bei keiner Freude dein vergißt; O felig Haus, wo du die Wunden heileſt Und Aller Arzt und Aller Tröster bist; Bis Jeder einst sein Tagewerk vollendet, Und bis sie endlich Alle ziehen aus Dahin, woher der Vater dich gesendet, In's große, freie, schöne Vaterhaus. Karl Spitta( 1801-1859). Wir gedenken, im Wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bleibt's nicht aus, und kommt ja wohl Ein Stündlein, da man Leides voll Die Thränen läffet fließen. Eng Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 525. Wie schön ist's doch, Indessen, wer sich in Geduld Ergiebt, deß Leid wird Gottes Huld EII In großen Freuden schließen. Wage, all Trage Herr Jesu Christ, Im Stande, da dein Segen ist, Im Stande heil'ger Ehe, Wie steigt und neigt sich deine Gab' Nur ein wenig; unser König Macht behende, un di Daß die Noth und Angst sich wende. Und alles Gut so mild herab Aus deiner heil'gen Höhe, n Wenn sich An dich Fleißig halten, Gottes Walten Fromm vertrauen, Die ihr Haus vereinigt bauen. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn anle 5. Wohl denn, mein König, om do Cuor tritt herzu! Gieb Rath im Kreuz, in Nöthen s Cute Ruh', pedag 10 In Aengsten Trost und Freude. Trauung und Ehe. 317 Deß sollst du haben Ruhm und| Versäumen nichts zum ew'gen!! Samulion Preis, Glüc; G Wir wollen singen bester Weis' Dann bleibt derselben keins Und danken alle beide, ensin Bis wir Bei dir, Deinen Willen zu erfüllen, Deinen Namen Ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt( 1606-1676). di di Mel. Ach Gott, wie manches Herzeleid. oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend'. Sammt meinem Hause diesen Bund: 526. Wohl einem Haus, Wich alles Volk auch von ihm da Christ 2. Wohl, wenn dort Mann und Weib und Kind zurüdism dil 7. Wohl solchem Haus! denn es gedeiht; p Die Eltern werden hocherfreut, Und ihren Kindern sieht man's 2018 an, fern, Allein der Herr und Meister ist! Ich und mein Haus stehn bei dem Herrn. Ja, wenn er nicht darinnen wär', Wie finster wär's, wie arm und leer! Chrift. v Pfeil( 1712-1784). the me Haus der Welt Wie Gott die Seinen jegnen kann. 8. So mach' ich denn zu dieser Stund' Ein Vorbild vor die Augen stellt, Im rechten Glauben einig sind, Zu dienen ihrem Herrn und Gott Nach seinem Willen und Gebot. 527. Gott Lob, ich schließe 3. Wohl, wenn ein solches Daß ohne Gottesdienst im Geist Das äuß're Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn wie Weihrauch das Gebet Beständig in die Höhe geht, Und man nichts treibet fort und fort bod Als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand Beim Kirchgang.nd ho Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mit fleißiger, getreuer Hand Ein Jegliches nach seiner Art Den Geist der Eintracht offenbart. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig find Und sie an Kind und Kindeskind Und preise meines Gottes Kraft; Ich habe Gott ein Wort veraras) ssprochen, Der neues Leben in mir schafft: Wird er mir Rath und Kraft verleih'n, So soll mein Herz sein Opfer sein." 11 2. Ich komme, meines Lebens Leben, Und sage dir, mein Schöpfer, Dan Da tausend Schmerzen mich umgeben Und schon der Tod zum Herzen drang, Da hast du also mich erquickt, Daß mich mein Kreuz nicht hat erdrückt. 3. Nun, deine Magd wird solches preisen 348 Trauung und Ehe. Und ewig dafür dienstbar sein;| Bugeeignet als die Deinen, Doch wirst du mir noch mehr erweisen Und meinem Kinde Kraft verworleih'n, Daß es in deinem Bunde bleib', Dein heil'ger Geist es immer tom. Josit treib'. 4. Gieb ihm das Wachsthum deines Sohnes, Bei Gott und Menschen Huld und Gnad'; Der Flügel deines Gnadenthrones, Der es bereits beschattet hat, Bedeck' es, wo es geht und steht, Bis es zum Himmel wird erhöht. 5. Ja, du bist aller Kinder De Bater, Dein Sohn ist aller Kinder Freund: Sei du nun ferner mein Berather, Daß, wenn dein letzter Tag erIch und mein Kind dort vor dir steh'n Und dir zu deiner Rechten geh'n. Benj. Schmold( 1672-1737). Gebet der Eltern. Mel. Werde munter mein Gemüthe. 528. Horge doch für uns're Kinder, Bater, nimm dich ihrer an. Sind sie gleich vor dir noch Sünder, Sind sie dir doch zugethan, Und durch deines Sohnes Blut Gleichwohl dein erworb'nes Gut. Darum wirst du sie aus Gnaden Wohl beschüßen und berathen. 2. Sie sind dir von Kindesbeinen Und von ihrer ersten Stund' Und durch deinen Gnadenbund Hast du sie in ihrer Tauf' Bäterlich genommen auf, Werden deines Reiches Erben. Daß sie, wenn sie gläubig sterben, 3. Du hast sie bisher ernähret; Mehr als väterlich gewehret, Manchem Unheil, mancher Noth Die sie jemals hat bedroht, In's Verderben leicht gestürzt Und ihr Leben jäh' verkürzt, Aber deine Vatertreue Bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt' ich nicht für solche Immer dir verpflichtet sein, Güte Und mit dankbarem Gemüthe Solchen Glückes Sonnenschein Und was du an mir gethan Rühmen, Herr, vor Jedermann? Ach, so müßt' ich ganz vermessen Dein, mein Gott und Heil, vergesſen. 5. Sammeln And're große Schäßze, Suchen sie auf Erden Heil, Daß sie Geld und Gut ergöße, So bist du mein einzig Theil. Bleib' auch meiner Kinder Gott, Lasse sie in keiner Noth Und in keinem Kreuz verderben, Bis sie endlich felig sterben. 6. Dringt auf sie von allen Seiten Der Verführer list'ge Schaar, Laß doch ihren Fuß nicht gleiten; Laß sie ihre Lebensjahr' In der Tugend bringen zu, Wirst in's tühle Grab versenken Bis du sie, wie mich, zur Ruh' Und die Seligkeit uns schenken. 7. Wenn dann ihre Jahr' verfloffen, Und sie ihre Lebenszeit Ehrlich haben hier genossen, Dann sie in die Ewigkeit d Jugend und Alter. Endlich sollen gehen ein, Mögst du selbst ihr Helfer sein, Daß sie all' nach sanftem Sterben Glaubensvoll den Himmel erben. 8. Gönne mir die große Freude, Daß ich einst am jüngsten Tag 2. Jugend a. Jugend. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. oder: Nun fich der Tag geendet. 529. Ich bin ein kleines Kindelein Und meine Kraft ist schwach; Ich wollte gerne selig sein Und weiß nicht, wie ich's mach'. 2. Mein Heiland, du bist mir zu gut Geworden einst ein Kind; Man sagt, du hast mich durch dein Blut Erlöst von aller Sünd'. 3. Mein liebster Heiland rath' mir nun, Was ich aus Dankbarkeit Dir soll für deine Liebe thun, Und was dein Herz erfreut. 4. Willst du mein Herz? ach nimm es hin, Nimm's liebster Heiland, an! Ich weiß doch, daß ich dein nur bin 349 Nach so manchem Kampf und Leide Mit Frohlocken sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier, Und die Kinder, die du mir Hast in jener Welt bescheeret. Ewig sei dein Nam' geehret! Ludw. Schlosser( 1663-1723). 6. Bewahr' mein Herz und halt' es rein Und geb' dir, was ich kann. 5. Du hast mich in der Taufe ja Mit deinem Heil bekleid't, Und eh' ich etwas wußt' und sah, Zu deinem Kind geweiht. Von Allem, was befleckt; Du hast's gebadet, laß es sein Von deiner Flut bedeckt. und Alter. 7. Holst du mich früh aus dieser Zeit, Was ist es dann wohl mehr? Dann komm' ich in die Ewigkeit, Dort wird mir nichts zu schwer. 8. Doch soll ich länger hier noch sein, Nehm' ich an Jahren zu, So hilf mir, liebster Jesu mein, Daß ich viel Gutes thu'. 9. Und schließ ich endlich meinen Lauf Im Glauben feliglich, So hebe mich zu dir hinauf Und nimm und segne mich. Nicol. Gr. v. Zinzendorf( 1700-1760). Eigene Melodie. 530. Weil ich Jesu Schäflein bin, Freu' ich mich nur immerhin Ueber meinen guten Hirten, Der mich wohl weiß zu bewirthen, Der mich liebet, der mich kennt Und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab Geh' ich aus und ein und hab' Unaussprechlich füße Weide, Daß ich keinen Mangel leide; Und so oft ich durstig bin, Führt er mich zum Brunquell hin. 3. Sollt' ich denn nicht fröhlich ſein, FEE Nun ich sein bin, und er mein? 350 Denn nach diesen schönen Tagen Werd' ich endlich heimgetragen In des Hirten Arm und Schooß; Amen, ja mein Glück ist groß! Louise von Hayn( 1724-1782) Jugend und Alter. pict b. Alter. 7. Ich harre froh und stille, Bis, Herr mein Gott, dein Wille Mich nach dem Kampfe krönt. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 531. Du, Herr, von meinen An meiner Laufbahn Ende Sink' ich in Jesu Hände; Denn er hat mich mit dir versöhnt. Tagen, Hast mich mit Huld getragen Von meiner Jugend auf: Auf allen meinen Wegen Umgab mich, Gott, dein Segen, Auch selbst im schwersten Leidenslauf. Jacob Feddersen( 1736-1788). 2. Oft hatt' ich große Sorgen; Doch, wie ein heit'rer Morgen Durch dunkle Nächte bricht, So hab' ich's auch erfahren: Du weißt uns zu bewahren Und führ'st durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschenrath vergebens, So warst du, Herr des Lebens, Mein Licht auf dunkler Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; Denn du thust große Thaten Und nimmst dich unser huldreich an. 4. ,, Bis zu des Alters Tagen Will ich dich heben, tragen Und dein Erretter sein." Dies hast du mir versprochen Und nie dein Wort gebrochen; Deß will ich mich auch immer freu'n. 6. Nach wenig bangen Stunden 5. Du wirst in meinem Alter Mein Stab sein, mein Erhalter, Nach deiner Vatertreu'. Bin ich gleich schwach und müde, Bei dir ist Trost und Friede, Du stehst mir Schwachen mächtig bei. du Hab' ich ganz überwunden; Ich bin dem Ziele nah', Dem Ziele aller Leiden; O welche hohe Freuden Erwartet meine Seele da! Mel. Christus, der ist mein Leben. 532. erwirf mich nicht im Alter, Verlaß mich nicht, mein Gott! Bist du nur mein Erhalter, So werd' ich nie zu Spott. 2. Wie oft hab' ich erfahren, Der Vater sei getreu; odto Ach, mach' in alten Jahren Mir dieses täglich neu! In äuß'rer Schwachheit thu', 3. Wenn ich Berufsgeschäfte Leg' deines Geistes Kräfte Dem innern Menschen zu. 4. Wenn dem Verstand, den Augen Die Schärfe nun gebricht, Daß sie nicht viel mehr taugen, Sei Jesus noch mein Licht. 5. Will mein Gehör verfallen, So laß dies Wort allein Mir in dem Herzen schallen: Ich will dir gnädig sein!" 6. Wenn mich die Glieder schmerzen, So bleibe du mein Theil Und mach' mich an dem Herzen Durch Christi Wunden heil. 7. Sind Stimm' und Zunge blöde, So schaffe du, daß ich Geburtstag. Beruf. 41 Im Glauben stärker rede: Mein Heiland, sprich für mich!" 8. Wann Händ' und Füße un dan beben, du din thin 3. Geburtstag. Habe von dir Leib und Geist. Du hast Alles mir gegeben Und stets Vatertreu' erweis't. Du bist meine Zuversicht; Dich, mein Schöpfer, laß' ich nicht. 2. Jesu, du hast meine Sünde An dem Kreuze selbst gebüßt, Daß nun mir als deinem Kinde Gott, dein Vater, gnädig ist. Du bist meine Zuversicht; Dich, mein Jesu, laß' ich nicht. 3. Heil'ger Geist, du hast die Schäßze Eigene Melodie. Und zum süßen Trost geneigt. Du bist meine 533. Het mein Leben, Heil'ger Geist, dich laß' ich nicht. err, von dir 4. Ach, mein Gott, du hast vor Vielen Mir in Gottes Wort gezeigt, Und mein Herz zu dem Gesetze Des Stand's, in dem du dürftig lebst: Du strebest, glücklicher zu werden, Und siehst, daß du vergebens strebst. Ja tlage! Gott erlaubt die Zähren; 351 Als zu dem Grabe reif, Gieb, daß ich nur das Leben, Das ewig ist, ergreif'. Philipp Hiller( 1699-1769). 4. Beruf. find the Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz. Ist Tugend und Genügsamkeit. 534. Du flagst und fühlest Genieße, was dir Gott beſchieden, gern, was du Ein jeder Stand hat seinen Frieden, Ein jeder Stand auch seine Last. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen Vertheilt er stets mit weiser Hand, Nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, Doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, Daß seine Liebe dich vergißt? Stets giebt er mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. Doch denk im Klagen auch zurück: Ist denn das Glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter Dem Menschen die Zufriedenheit; Die wahre Ruhe der Gemüther Mich zum Wunder dargestellt. Worauf deine Wege zielen, Das verbirgst du vor der Welt. Du bleibst meine Zuversicht; Dich, mein Vater, laß' ich nicht. 5. Mit dir hab' ich angehoben, b Mit dir schließ' ich meinen Lauf. Dort will ich dich ewig loben; Nimm mich einst zu dir hinauf. Dich, mein Heil und Zuversicht, Laß' ich auch im Tode nicht. Gottfried Hoffmann( 1658-1712). 352 J Beruf. 4. Verzehre nicht des Lebens| So fällt er hin, und all' sein Sinn Kräfte In träger Unzufriedenheit; Besorge deines Stand's Geschäfte Und nüße deine Lebenszeit; Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, Ein ewig Glück in Hoffnung sehn, Dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). EFT ton Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 535. Ich weiß, mein Gott, Gefallen und belieben. daß all' mein Thun Und Werk' in deinem Willen ruh'n; Von dir kommt Glück und Segen. Was du regierst, das geht und steht Auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, Daß sein Rath werd' in's Werk gebracht Und sich des Fortgangs freue: Des Höchsten Rath, der macht's allein, Hat sich umsonst gemühet. 6. Gieb mir Verstand aus deiner Höh', Auf daß ich ja nicht ruh' und steh' Auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Was gut ist, zu erfüllen. Rath, 7. Was dir gefällt, das laß auch mir, O meiner Seele Sonn' und Zier, Daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, Dies oder jenes sei ihm gut, Und ist doch weit gefehlet. Oft sieht er auch für schädlich an, Was Gott doch selbst erwählet. 4. So Mancher, der sich weise dünkt, Meint, daß sein Werk ihm wohl gelingt Und bringt doch nichts zu Stande. Er meint, er bau' ein festes Haus Und baut nur auf dem Sande. 5. Wie Mancher ist in seinem usid Sinn Schon über alle Höhen hin, Und eh' er sich's versiehet, Was dir zuwider, laß mich nicht In Wort und That verüben. 8. Ist's Werk von dir, so hilf Ist's Menschenthun, so treib's zu Glück; zurüc Und änd're meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von In Kurzem zu zerinnen. sich selbst 9. Tritt du zu mir und mache Was mir sonst fast unmöglich leicht, deucht, Und bring' zum guten Ende, Was du selbst angefangen hast, Durch Weisheit deiner Hände. 10. Ist gleich der Anfang etwas schwer, Und muß ich auch in's tiefe Meer Der bittern Sorgen treten, So treib' mich nur, ohn' Unterlaß Zu seufzen und zu beten. 11. Wer fleißig betet und dir traut, Wird alles, davor sonst ihm graut, Mit tapferm Muth bezwingen; Sein Sorgenstein wird in der Eil' In tausend Stücke springen. 12. Der Weg zum Guten ist gar wild, Mit Dorn und Hecken ausgefüllt; Doch wer ihn freudig gehet, Kommt, Herr, dahin durch deinen Geiſt, Beruf. Wo Freud' und Worne stehet. 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind; Was ich bei mir nicht hab' und find', Hast du zu aller G'nüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand Wohl halt und herrlich siege. 14. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr': Ich will dein Thun je mehr und mehr Aus hocherfreuter Seelen Vor deinem Volk und aller Welt, So lang' ich leb', erzählen. Paul Gerhardt( 1606-1676). 536.fang' ich an, Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Gottes Namen Was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohlgethan Und glücklich ausgeführet, Was man in Gottes Namen thut, Ist allenthalben recht und gut Und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ist's, der das Vermögen schafft, Das Gute zu vollbringen. Er giebt uns Segen, Muth und Kraft 353 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht't Und bleibt auf seinen Wegen, Der wird gar leicht auch reich gemacht Durch Gottes milden Segen. Noch wird der Fromme immer fatt, Und läßt das Werk gelingen, Läßt einen reichen Zug uns thun, Gedeih'n auf uns'rer Nahrung ruhn, Daß wir die Fülle haben. Daß er von seiner Arbeit hat Auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, Er krönet sie mit Gnaden; Der bösen Welt Haß, Neid und Hohn Kann ihnen gar nicht schaden. Gott decet sie mit seiner Hand, Er segnet ihren Weg und Stand Und füllet sie mit Freuden. 5. D'rum komm', Herr Jesu, stärke mich, Hilf mir in meinen Werken; Laß du mit deiner Gnade dich Bei meiner Arbeit merken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, Daß ich in Allem, was ich thu', Ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, Den Müssiggang zu meiden, Daß das, was du mich schaffen heiß'st, Gescheh' mit lauter Freuden, Auf daß ich dir mit aller Treu' Auf dein Gebot gehorsam sei Und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm' und bleib' bei mir. Die Werke meiner Hände Befehl' ich, liebster Heiland, dir: Hilf, daß ich sie vollende Zu deines Namens Herrlichkeit, Und gieb, daß ich zur Abendzeit Erwünschten Lohn empfange. Sal. Liscov( 1640-1689). 23 354 Krieg und Frieden. 5. Abschied. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Ein Glied an einem Leib. 537. Was macht ihr, daß Man spricht vom Scheidewege Und grüßt sich einmal noch Und geht auf einem Wege In einer Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen Und so gar traurig sehn? Wir kennen ja den Einen, Mit dem wir Alle gehn. In einer Hut und Pflege, Geführt von einer Hand, Auf einem sichern Wege In's eine Vaterland. 5. So sei denn diese Stunde Nicht schwerem Trennungsleid, Nein, einem neuen Bunde Mit unserm Herrn geweiht. Wenn wir uns ihn erkoren Zu unserm höchsten Gut, Sind wir uns nicht verloren, Wie weh' auch Scheiden thut. Karl Spitta( 1801-1859). Und brechet mir mein Herz? Im Herrn sind wir vereinet Und bleiben's allerwärts. Das Band, das uns verbindet, Löst weder Zeit noch Ort; Was in dem Herrn sich findet, Das währt in ihm auch fort. 2. Man reicht sich wohl die Hände, Als sollt's geschieden sein Und bleibt doch ohne Ende Im innigsten Verein. Man sieht sich an, als sähe Man sich zum letzten Mal Und bleibt in gleicher Nähe Dem Herrn doch überall. 3. Man spricht: ich hier, du dorten, Du ziehest und ich bleib' Und ist doch aller Orten VII. Staat und Obrigkeit. 1. Krieg und Frieden. Mel. Nun lob', mein' Seel' den Herren. 538. Gott Lob! nun iſt erschollen Das edle Fried'- und Freudenwort, Daß nunmehr ruhen sollen Die Spieß' und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder Dein Saitenspiel hervor, O Deutschland, singe Lieder Im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüthe Zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad' und Güte Bleibt dennoch ewiglich! 1:10 2. Wir haben Nichts verdienet, Als Zorn für uns're Missethat, Dieweil noch immer grünet Bei uns der Sünden schlimme Saat. Wir sind fürwahr geschlagen Mit harter, scharfer Ruth', Und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse; Gott ist und bleibet treu, Hilft, daß sich bei uns löse Der Krieg und sein Geschrei. 3 Sei tausendmal willkommen, Du theure, werthe Friedensgab'! Jeßt seh'n wir, was für Frommen Krieg und Frieden. 355 Uns väterlich verziehen; Dein Beiunswohnen in sich hab'!| Die alles Volk begangen hat, In dich hat Gott versenket All' unser Glück und Heil; Wer dich betrübt und kränket, Der drückt sich selbst den Pfeil Des Herzleids in das Herze Und löscht aus Unverstand Die gold'ne Freudenkerze Mit seiner eig'nen Hand. 4. Das drückt uns Niemand besser In uns're Seel' und Herz hinein, Als ihr zerstörten Schlösser Und Städte voller Schutt und Stein; Ihr vormals schönen Felder, Mit frischer Saat bestreut, Jetzt aber lauter Wälder Und dürre, wüste Haid'; Ihr Gräber, voller Leichen Und blut'ger Helden Schweiß, Der Helden, deren Gleichen Auf Erden man nicht weiß. 5. Ach, laß dich doch erwecken! Wach' auf, wach' auf, du harte Welt, Bevor das letzte Schrecken Dich schnell und plötzlich überfällt! Wer aber Christum liebet, Sei unerschrock'nen Muth's; Der Friede, den er giebet, Bedeutet alles Gut's. Nach diesem laßt uns ringen, Nicht achten Kampf und Streit, Durch Tod und Leben dringen Wir dann zur Herrlichkeit. Paul Gerhardt( 1606-1676). 2. Herr, der du deines Eifers Glut Mit Gnaden angeblicket, Und, wenn du Strafen ihm gefandt, Es wiederum erquicket, Der du die Sünd' und Missethat, Doch stets zuletzt gewendet Und nach der Straf' das süße Gut Der Lieb' und Huld gesendet; Ach treuer Gott, du unser Heil, Nimm von uns gnädig doch in Eil' Die Noth, die uns noch kränket. 3. Lösch' der Bedrängniß Angst und Graus Im Brunnen deiner Gnaden, Erfreu' und führ' uns nun heraus Nach ausgestand'nem Schaden. Willst du denn zürnen ewiglich? Und sollen deine Fluten sich Ohn' alles End' ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht Nun einmal wieder laben? Und sollen wir an deinem Licht Nicht wieder Freude haben? Ach, gieß' von deines Himmels Haus, Herr, deiner Güte Segen aus Auf uns und uns're Häuser. 5. Ach, daß ich hören möcht das Wort Erschallen bald auf Erden, Daß Friede soll an jedem Ort, Wo Christen wohnen, werden! Ach, daß uns Gott doch sagte zu Des Krieges Schluß, der Waffen Ruh' Und alles Unglück's Ende! 6. Ach, daß doch diese böse Beit Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zu dir. Herr, der 539. Hhaft dein Land Bald wiche guten Tagen, Damit wir in dem großen Leid Nicht ganz und gar verzagen! Doch Gottes Hilfe ist nicht weit, Und seine Gnade ist bercit All' denen, die ihn fürchten. 23* 356 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott Schon wieder zu uns wenden, Den Krieg und alle and're Noth Nach Wunsch und also enden, Daß seine Ehr' in unserm Land Und überall recht werd' erkannt, Ja stetig bei uns wohne. 8. Die Güt' und Treue werden schön Einander grüßen müssen; Das Recht wird durch die Lande gehn Und wird den Frieden küssen, Die Treue wird mit Lust und Freud' Krieg und Frieden. Auf Erden blühn, Gerechtigkeit Wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun, Das Land wird Früchte geben, Und die in seinem Schooße ruhn, Die werden davon leben; Gerechtigkeit wird wohl bestchn Und stets in vollem Schwange dod sausgehn Zur Ehre seines Namens. 3. Herr Gott, dich loben wir, Daß du Geschoß und Wagen, Der Feinde Macht und Schwert Zerbrochen und zerschlagen. Der Streit ist nun entzwei; Darum so singen wir Mit Herz, mit Mund und Zung': Herr Gott, wir danken dir! 4. Herr Gott, dich loben wir, Daß du uns zwar gestrafet, Jedoch in deinem Zorn Nicht gar hast weggeraffet! Es hat die Vaterhand Uns deine Gnadenthür' Jeßt wieder aufgethan: Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, wir danken dir Und bitten, du woll'st geben, Daß wir auch künftig stets In guter Ruhe leben. Krön' uns mit deinem Gut, Erfülle für und für, O Vater, unsern Wunsch: Herr Gott, wir danken dir! Johann Frand( 1618-1677). Mel. Befiehl du deine Wege. Paul Gerhardt( 1606-1676). 541. Noch läsſefst du dich ſehen, Des Voltes alter Hort, Mel. Nun danlet Alle Gott. 540. Herr Gott, dich loben Heil Allen, die verstehen Die wir in bangen Tagen Der Waffen schweres Joch Und wilden Grimm ertragen; Jeßt rühmet unser Mund Mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh'! Herr Gott, wir danken dir! Dein und dein Du wandelst in den Lüften, Im Säuseln vor uns her, Du rollst in Felsenklüften Die Donner stark und schwer. 2.0 Herr, wir sinken nieder Vor deiner Herrlichkeit, Noch einmal sende nieder Für deine großen Gnaden, Daß du das Vaterland Von Kriegeslast entladen, Daß du uns blicken läßt Des gold'nen Friedens Bicr; D'rum jauchzet alles Volt: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir, uns deine Gnadenzeit. " C6 Erhör' des Landes Flehen Und übe du Geduld, Wenn wir dir eingestehen Die Armuth und die Schuld. 3. Wir haben All' verschwendet Dein Erbtheil und dein Gut, Zum Eitlen uns gewendet. Krieg und Frieden. Vom ehrbar frommen Muth. Was du so schön bereitet, Was du so wohl bedacht, Das hat uns, ach! verleitet Zum Troß auf eigne Macht. 4. Herr Gott, sei gnädig wieder, Verschone unser Blut. Wir sind nun wieder Brüder Und eins in Liebesmuth. Der uns'res Volkes Schaden Im rechten Grunde kennt, Herr Gott, Herr Gott in Gnaden, Den Alles Helfer nennt. 5. Ach, Alles soll vergessen, Vergeben Alles sein. Nach rechtem Maaß gemessen, Wer hieße fromm und rein? Und weil denn gar kein Reiner In unsern Reihen steht, So sei fortan auch keiner Gelästert und geschmäht. 6. Im Leben und im Wandel, Im Frieden und im Streit, Im Hause und im Handel Zu jeder Frist und Zeit Soll Alles ehrlich halten Auf Zucht und Fleiß und Treu',| Mel. Nun ruhen alle Wälder. 543. Gott woll' uns hoch beglücken, 357 Dann wird das Glück der Alten Auch wieder bei uns neu. 17. Herr Gott, der allen toho! Sündern Mit steten Gnadenblicken Auf unsern König sehn! Ihn schützen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone Lang', lang' und glanzreich lassen stehn. 2. Gott woll' uns hoch beglücken, Mit seinen Gaben schmücken Das ganze Königshaus! Darüber mächtig walten, Den theuern Stamm erhalten Bis in die fernste Zeit hinaus! In Gnaden gern vergiebt Und an gefallnen Kindern Im Strafen Wohlthat übt, Wir Alle sinken nieder Und beten dankend an, Sind eines Reiches Glieder Und stehen Mann für Mann. Max v. Schenkendorf( 1784-1817). Eigene Melodie. 542. Verleih uns Frieden gnädiglich, 2. Obrigkeit. Herr Gott, zu unsern Zeiten! Es ist ja doch kein And'rer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du, unser Gott, alleine. 2. Den König und die Obrigfeit Den Frieden laß bewahren, Daß in gottsel'ger Ehrbarkeit Wir unter ihnen führen Ein Leben still, geruhig. Martin Luther( 1483-1546). 3. Gott woll' uns hoch beglücken, Ein Gottessiegel drücken Auf jede Königsthat, Daß Freud' aus ihr die Fülle Und Heil und Segen quelle Zum Wohl, das keinen Wandel hat. Claus Harms( 1778-1855). Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. 544. Pater, fröne du mit Unsern Kaiser und sein Haus, Führ' durch ihn auf deinen Wegen Herrlich deinen Rathschluß aus! 358 Deiner Kirche sei er Schuß, Deinen Feinden biet' er Truß. Sei du dem Gesalbten gnädig: Segne, segne unsern König! 2. Rüst' ihn mit des Glaubens Schilde, Jahreszeiten. Reich' ihm deines Geistes Schwert, Daß Gerechtigkeit und Milde Ihm des Friedens Heil gewährt. Mach' ihm leicht die schwere Last, Die du auferlegt ihm haft; Sei in Jesu du ihm gnädig: Schüße, segne unsern König! 3. Samm'le um den Thron die Treuen, Die mit Rath und frommem Fleh'n Fest in deiner Streiter Reihen Für des Landes Wohlfahrt steh'n. Baue unsers Kaisers Thron, Sei sein Schild und großer Lohn; Sei du ihm auf ewig gnädig: Leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heil'ge Flamme, Die das Herz des Volks erneut, Daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In so mancher Stürme Nacht Hast du über ihm gewacht; Du erhieltest ihn uns gnädig: Segne, segne unsern König! 5. Fürchtet Gott, den König chret: Das, o Herr, ist dein Gebot. Dein Sohn hat es selbst bewähret, Ward gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir; D'rum so beten Alle wir: Vor dem Bösen schüß' uns gnädig; Gott erhalte unsern König! 6. Gieb uns Muth in den Gefahren, Wenn der Feind uns ernst bedroht, Daß wir Treue dann bewahren, Freudig gehen in den Tod, Du bist unser Siegspanier: Gott mit uns, so siegen wir. Deine Treuen frönst du gnädig: Segne, segne unsern König! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden Auch in unserm Lande aus, Daß wir deine Bürger werden, Ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit Gieb uns, Gott, zu aller Zeit; Sei du deinem Volke gnädig: Segne, segne unsern König! Wilhelm Hülsemann( 1781-1865). VIII. Pie Jahreszeiten. 1. Frühling. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Wo das Aug' sich wendet hin, 545, Gott, du läffest Treu' Sieht es deinen Segen blühn. 2. Die gewünschten Frühlingszeiten und Täglich über uns aufgehn, Schmückst die Flur mit Laub und Blüthe, Machest uns die Erde schön, Daß sich in dem grünen Maien Berg und Thal und Wiesen freuen. Haben Wald und Feld verjüngt; Alles muß dein Lob verbreiten, Nachtigall und Lerche singt; Ja, kein Gras ist so geringe, Das, o Schöpfer aller Dinge, Jahreszeiten. Nicht erzählte deine Treu' Und wie groß dein Wohlthun sei. 3. Soll der Mensch denn stille schweigen, Den du noch weit höher frönst, Den du dir erwählst zu eigen, Dessen Herz du dir versöhnst? Den du durch dich selbst erneuest, Den du inniglich erfreuest, Daß er wieder dich erfreu' Und dein schöner Garten sei? 2. Sommer Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 546. Freuet euch ber schönen Erde, Denn sie ist wohl werth der Freud'; O was hat für Herrlichkeiten Unser Gott da ausgestreut! 2. Und doch ist sie seiner Füße Reichgeschmückter Schemel nur, Ist nur eine schön begabte Wunderreiche Kreatur. 3. Freuet euch an Mond und Sonne Und den Sternen allzumal, Wie sie wandeln, wie sie leuchten Ueber unserm Erdenthal. 4. Und doch sind sie nur Geschöpfe, Von des höchsten Vaters Hand Hingesä't auf seines Thrones Weites glänzendes Gewand. 5. Wenn am Schemel seiner Füße Und am Thron schon solcher Schein, 359 4. Auf, die ihr seid Christi Glieder, O was muß an seinem Herzen Erst für Glanz und Wonne sein! Karl Spitta( 1801-1859). Mel. Hent fingt die liebe Christenheit. 547. Gebh' aus, mein Herz, und suche Freud' In dieser lieben Sommerzeit Opfert eurem Schöpfer Dank; Bringt ihm angenehme Lieder, Stimmet an den Lobgefang, Daß er durch die Wolken dringe Und in Gottes Herzen klinge, Der so freundlich auf uns blickt Und das Jahr mit Gütern schmückt! Verfasser unbekannt. und Ernte. An deines Gottes Gaben; Schau' an der schönen Gärten Bier, Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide. Narcissen und die Tulipan, Die ziehen sich viel schöner an, Als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Die Taube fliegt aus ihrer Kluft Und macht sich in die Wälder. Die hochbegabte Nachtigall Ergößt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Henne führt ihr Völklein aus, Der Storch baut und bewohnt sein Haus, Die Schwalbe speist die Jungen. Der schnelle Hirsch, das leichte Reh Ist froh und kommt aus seiner Höh' In's tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand Und malen sich und ihren Rand 360 Mit schattenreichen Myrthen. Die Wiesen liegen dicht dabei Und klingen ganz von Lustgeschrei Der Heerd' und ihrer Hirten. 6. Die unverdross'ne Bienenschaar Fliegt hin und her, sucht immerdar Jahreszeiten. In Blumen ihre Speise. Des edlen Weinstocks süßer Saft Gewinnet täglich neue Kraft In seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, Darüber jauchzet Jung und Alt Und rühmt die große Güte Deß, der so überflüssig labt Und mit so manchem Gut begabt Das menschliche Gemüthe. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn; Des großen Gottes großes Thun Erweckt mir alle Sinnen; Ich singe mit, wenn Alles singt, Und lasse, was dem Höchsten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. 9. Ich denke, machst du's hier so schön Und läßt du's uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erden: Was will doch wohl nach dieser Welt, Dort in dem reichen Himmelszelt Und goldnen Schlosse werden? 10. Welch' hohe Lust, welch' heller Schein Ach süßer Gott, vor deinem Thron Und trüge meine Palmen! So wollt' ich nach der Engel Weis Erhöhen deines Namens Preis Mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch Hier trage dieses Leibes Joch, Auch nicht gar stille schweigen; Mein ganzes Herz foll fort und fort An diesem und an jenem Ort Zu deinem Lob sich neigen. 13. Hilf mir und segne meinen Geist Mit Segen, der vom Himmel fließt, Daß ich dir stetig blühe! Gieb, daß der Sommer deiner Gnad' In meiner Seele früh und spät Biel Glaubensfrucht erziehe! 14. Mach' in mir deinem Geiste Raum, Daß ich dir werd' ein guter Baum, An dem die Knospen treiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm Ich deines Gartens schöne Blum' Beständig möge bleiben. 15. Erwählemich zum Paradies, Und laß mich bis zur letzten Reis' An Leib und Seele grünen: So will ich dir und deiner Ehr' Allein und keinem Andern mehr Hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt( 1606-1676). Wird dort in Christi Garten sein, Wie muß es da wohlklingen, Da so viel tausend Seraphim Aus einem Mund' mit heller Stimm' Ihr Halleluja singen! 11. □ wär ich da, o ständ' 548. Es baut, o Gott, auf dein Geheiß Der Menschen Hand die Erde, ich schon, Vor der Ernte. Mel. Nun freut euch, lieben Chrifteng'mein. Jahreszeit. Voll Hoffnung, daß nun auch ihr Fleiß Von dir gesegnet werde. Auf dein Versprechen trauen sie, Daß sie ihr Brot bei Fleiß und Müh' Auch lebenslang genießen. 2. Noch immer traf dies Wort uns ein, Gieb ferner deinen Segen; Daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn, Gieb Sonnenschein und Regen; Denn ohne deine Segenshand Bringt selbst ein wohlgebautes Land Nicht, was es bringen könnte. 3. Umsonst ist aller Menschen Müh' Im Pflanzen und Begießen, Läss'st du vom Himmel nicht auf sie Die Segensströme fließen. Nur du regierst des Wetters Lauf, Durch dich wächst jede Pflanze auf, Durch dich nur bringt sie Früchte. 4. So kröne denn mit Fruchtbarkeit 361 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. 549. Gott! es steht dein Segen Das Land nach deiner Güte, Und wenn die Aussaat uns gedeiht, In unsern Feldern herrlich schön; Wir sollten's billig All' erwägen, Die Wohlthat dankbar zu erhöh'n; Du lockest dadurch Jedermann 3u Buß' und frommem Leben an. 2. Allein, wer folget diesem Triebe? O Bater, so verhüte, Daß Frost und Sturm und Hagelschlag Sie nicht zerstörend treffen mag, Nicht Flut sie überschwemme. 5. Wir traun auf dich, barmherz'ger Gott, Dich lassen wir nur walten. Du kennst am besten uns're Noth, Hast lange hausgehalten. So wirst du denn zu deinem Ruhm Mit Nothdurft uns, dein Eigenthum, Noch fernerhin versorgen. Verfasser unbekannt. Wo ist die wahre Dankbarkeit? Man lebt in Welt- und Eigenliebe, In Sünde und in Sicherheit, So daß des Segens Ueberfluß Uns bloß zur Hoffahrt dienen muß. 3. Ein Wunder ist's, daß du durch Strafe Uns nicht wie manches Volk erschreckst Und aus dem tiefen Sündenschlafe Durch Hunger, Krieg und Krankheit weckst: Das machet deine Gütigkeit, Die schonet unser noch zur Zeit. 4. O Gott, bekehre doch die Trots Sünder, Vergieb uns un'sre schwere Schuld; Erbarm' dich deiner armen Kinder Und habe noch mit uns Geduld! Wirk' in uns kräftig durch dein Wort Und treib' die Lust zur Sünde fort. 5. Ach, segne ferner deine Gaben, Die jetzt in unsern Feldern stehn; Laß uns gut Erntewetter haben Und alle Noth vorübergehn; Gieb, licber Gott, daß Jedermann Die Früchte völlig ernten kann! 6. Hilf, daß wir sie auch recht genießen, Uns ihrer freu'n in Fried' und Ruh', 362 Den Armen auch von unserm Bissen Aus Lieb' und Mitleid theilen zu. Verhüte bei uns allezeit Den Mißbrauch deiner Gütigkeit. 7. Und also laß uns künftig leben, Wie es dein Will' im Worte lehrt, Daß wir dir Dank und Ehre geben, Jahreszeiten. Und sich dein Segen täglich mehrt. Führ' endlich uns auch insgemein In deine Himmelsscheuern ein. Gottfried Hoffmann( 1658-1712). Bei schlechter Witterung. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. 550. Du, bester Trost der D¹, Armen, Gott, Schöpfer, Herr der Welt, Du Vater voll Erbarmen, 4 Der auch den Wurm erhält! Schau' her auf uns're Noth, Laß deine Hilf' erscheinen! So Viele gehn und weinen Ach um ihr täglich Brot. Zu reicher Frucht gedeihn. Mit milder Vaterhand Gieb Wärme, Thau und Regen, Zurück in unser Land. Und freundlich kehr' dein Segen 5. Den Reichen gieb Erbarmen Bei ihres Nächsten Schmerz Und für den Gram der Armen Ein mitleidsvolles Herz; Damit sie gern ihr Brot, Herr, deinen Kindern brechen, Und nicht mit Härte sprechen: ,, Geht hin! euch helfe Gott!" 6. Auch diese Prüfung werde Für unser Herz Gewinn; Es hebe von der Erde Zu dir sich unser Sinn. Lehr' uns, dein uns zu freu'n, Zu dir Vertrauen haben Durch Mißbrauch nie entweihn. Und deines Segens Gaben 7. Allgütiger! wir hoffen Auf dich und deine Treu'. Oft hat uns Noth betroffen; Und immer stand'st du bei. Du hilfft und tröstest gern: So sei denn unser Leben Dir fröhlich übergeben, Dir, unserm Gott und Herrn! Joh. Adolf Schlegel( 1721-1793). 2. D, guter Bater, wende Der Zeiten schweren Lauf! Thu' deine milden Hände, Uns zu versorgen, auf. Was irgend Leben hat Nährst du mit Wohlgefallen; Nähr' uns auch, schaff' uns Allen Nun auch im Mangel Rath. 551. Die 3. Bisher war jeden Morgen Dein Vatersegen neu; Jeßt wird von Nahrungs- Sorgen Das Herz nur selten frei. Dir ist's zu helfen leicht; Du kannst dem Mangel wehren, In Ueberfluß ihn kehren, Wenn's uns unmöglich däucht. 4. Laß Alles wohl gerathen, Weß wir uns hoffend freu'n: Gebiet', daß uns're Saaten Bei der Ernte. Mel. Aus meines Herzens Grunde. ie Ernt' ist nun zu Der Segen eingebracht, Durch den Gott alle Stände Satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch, Man kann es deutlich merken An so viel Liebeswerfen: D'rum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, Die uns das Feld bestellt Und oft ohn' uns're Bitte po Gethan, was uns gefällt; Jahreszeiten. Die immer noch geschont, Ob wir gleich fündlich leben, Die Fried' und Ruh' gegeben, Daß Jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen Hat böses Thun verderbt, Den wir auf guten Wegen Sonst hätten noch ererbt; Doch hat Gott mehr gethan Aus unverdienter Güte, Als Herz, Mund und Gemüthe Nach Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, Uns Sünder zu erfreu'n, Genugsam sich bezeuget Durch Regen, Sonnenschein; Ward's aber nicht geacht't, So hat er sich verborgen Und durch sein heimlich Sorgen Zum Beten uns gebracht. 5. O du getreuer Vater, Du hast viel Dank verdient, Du mildester Berather, Machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir Für abgewandten Schaden, Für viel und große Gnaden: Herr Gott, wir danken dir! 6. Zum Danke kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, Vor Feuer uns behütend Und aller andern Noth; Gieb friedevolle Zeit, Erhalte deine Gaben, Daß wir uns damit laben; Regier' die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen Dein reines, wahres Wort, Daß wir uns dessen freuen; Und auch an unserm Ort Laß diese gute Saat Vielfältig Früchte bringen Und uns in allen Dingen Regieren deine Gnad'. 363 8. Gieb, daß zu dir uns lentet, Was du zum Unterhalt Des Leibes hast geſchenket, Daß wir dich mannichfalt In deinen Gaben sehn, Mit Herzen, Mund und Leben Dir Dank und Ehre geben: O, laß es doch geschehn! 9. Kommt unsers Lebens Ende, So nimm du unsern Geist In deine Baterhände, Wo ewig er dich preist, Wo ihm kein Leid bewußt: So ernten wir mit Freuden Nach ausgestand'nen Leiden Die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann( um 1725). Mel. Die Tugeud wird durch's Kreuz 2c. 552. Gott Lob! die Zeit Gº der Ernt' ist kommen, Der Schnitter schlägt die Sichel an, UND Kommt auch und danket Gott, ihr Frommen, Und wer jetzt fröhlich ernten kann. Die Andacht muß die Ernte weihen, Mit Beten führt die Gaben ein, Der Herr muß Segen uns verleihen, So wird die Ernte glücklich sein. 2. Ach, treuer Vater deiner Kinder, Wie hältst du doch so reichlich Haus! Wie sorgst du für uns arme in Sünder Und theilst uns so viel Gutes aus! Wir müssen Alle selbst gestehen, Daß wir der Ernte gar nicht werth; 364 Wie soll'n wir deine Hand erhöhen, Die wieder so viel Gut's bescheert? 3. Herr Gott, wir loben deinen Namen id Jahreszeiten. Und preisen deine Gütigkeit, Daß du hast wieder Brot und Samen Auf's Künftige für uns bereit't. Kann unser Mand gleich nichts als stammeln, Dankt dir das Herz doch so vielmal, So viel wir jetzt der Halmen sammeln, So viel der Körner an der Zahl. 4. Barmherz'ger Gott, so segne heuer Die Ernte, die du hast bescheert, Und bringe glücklich in die Scheuer, Was künftig Thier und Menschen nährt. Gieb deinen Schnittern Kraft und Stärke Und unsern Feldern Sonnenschein, Daß wir uns über deine Werke, Herr, überschwänglich können freun. 5. Wohlan, so laß uns fröhlich führen Das Wort in's Herz, das Korn in's Haus Und durch des guten Geist's Regieren Die Garben ein, die Sünden aus. reifen in stunden, Daß, wenn des Todes Sichel schlägt, Man uns als Garben wohl gebunden, Herr, in die Himmelsscheuer trägt. Verfasser unbekannt. Mel. Wach' auf, mein Herz, und finge. 553. Kommt, laßt uns Gott lobsingen, Und Preis und Dank ihm bringen Für seiner Ernte Gaben, Die wir gesammelt haben. 2. Der Herr hat uns gegeben, Was nöthig ist zum Leben, Zum freudigen Genusse, Aus seinem Ueberflusse. 3. Die Scheuern sind voll ug Segen; Denn er gab Thau und Regen; Der Frucht, der wir uns freuen, Schuß, Wachsthum und Gedeihen. 4. Frohlocket seiner Milde, Daß Auen und Gefilde, Was wir gefäet haben, So reichlich wieder gaben. 5. Frohlockt ihm, dem Erretter! Oft droh'ten Sturm und Wetter Den Untergang der Saaten, Und doch sind sie gerathen. 6. Er läßt uns Segen ernten. O daß wir dankvoll lernten, Jhm ähnlich, uns der Armen Mitleidig zu erbarmen. 7. Verehret seine Gnade. Und wandelt seine Pfade; Daß seine Mild' und Treue Euch auch forthin erfreue. Johann Cramer( 1723-1788). Mel. Nun lob', meine Seel' den Herren. 554. Nun laßt den Herrn Für alle Lieb' und milde That; Laßt uns ihm Dank erweisen Für seiner Gnade treuen Rath! Er hat uns Frucht gegeben Gar fröhlich auf dem Land, Hat unser armes Leben Erquickt mit reicher Hand. Mit Freuden ist gedichen, Jahreszeiten. Was wir gefäet aus, Und nach viel Fleiß und Mühen wohl 2. Wer sollte nicht erkennen, Was Gott an seinen Kindern thut? Wer sollte ihn nicht nennen Das einzig allerhöchste Gut? Es ist nichts, der da jäet, Nichts, der da sammelt ein; Der Wind des Herren wehet, Es glänzt sein Sonnenschein, Er sendet seinen Regen Und macht uns freudevoll; An ihm nur ist's gelegen, Wenn Gutes kommen soll. 3. Wann er denn nun gespendet Den Segen über Land und Stadt, Wann Frieden er gesendet, Daß friedlich man geerntet hat; Dann sollen wir ihn preisen, Der in dem Himmel wohnt Und auf viel tausend Weisen Uns Sünder nährt und lohnt; Dann sollen wir ihm danken Mit Herz, mit Hand und Mund, Mit Werken, und nicht wanten Von seinem Gnadenbund. 4. Daß solches nun geschehe, Das woll'st du helfen, treuer Gott! 365 Mel. O baß ich tausend Zungen hätte. 555. daß doch bei der reichen Ernte, Gieb ferner aus der Höhe Uns Segen, Licht und täglich Brot. Womit du, Höchster, uns erfreuſt, Ein Jeder froh empfinden lernte, Wie reich du uns zu segnen weißt, Wie gern du unsern Mangel stillst Und uns mit Speis und Freud' erfüllst! 2. Du siehst es gern, wenn deiner Güte, O Vater, unser Herz sich freut Und ein erkenntliches Gemüthe Auch das, was du für diese Zeit Uns zur Erquickung hast beſtimmt, Mit Dank aus deinen Händen nimmt. Laß Lebensbrot genießen Ein jedes Christenhaus, Laß Lebenswasser fließen Auf uns're Herzen aus; Daß wir nicht blos auf Erden An Früchten werden reich, Nein, dort auch Bürger werden In deinem Himmelreich! Johann Weber( 1768-1851). 3. So kommt denn, Gottes Huld zu feiern, Kommt, Christen, lasset sein uns freun Und bei den angefüllten Scheuern Dem Herrn der Ernte dankbar ſein! Ihm, der uns stets Versorger war, Bringt neuen Dank zum Opfer dar. 4. Nimm gnädig an das Lob der Liebe, Das unser Herz dir, Vater, weiht! Dein Segen mehr' in uns die Triebe Zum thät'gen Dant, zur Folgſamkeit, Daß Preis für deine Vatertreu' Auch unser ganzes Leben sei. 5. Du nährest uns bloß aus Erbarmen, Das treib' auch uns zum Wohlthun an: Nun sei auch gern ein Trost der Armen, Wer ihren Mangel stillen kann. 366 Herr, der du Aller Vater bist, Gieb Jedem, was ihm nützlich ist! 6. Thu' deine milden Segenshände, Jahreszeiten. Uns zu erquicken, ferner auf; Versorg' uns bis an unser Ende Und mach' in unserm Lebenslauf Uns dir im Kleinsten auch getreu, Daß einst uns größ'res Glück erfreu'. 7. Bewahr' uns den geschenkten Segen, Gieb, daß uns sein Genuß gedeih' in Und unser Herz auch seinetwegen Dir dankbar und ergeben sei: Der du uns täglich nährst und sounds ſpeis'st, Erquic' auch ewig unsern Geist. Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Vor deinem Antliß uns zu freu'n, Bei reichlich angefüllten Scheuern Dir, Herr der Ernte, Dank zu weihn, Und weil du Reich' und Arme liebſt, So dien' auch beiden, was du Todoin giebst. 4. Durch dich ist Alles wohl gerathen Auf dem Gefild', was wir bes stellt. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Damit am großen Erntetag 556. Wir kommen, deine Ein Jeder Garben bringen mag. Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Nimm es, o Vater, gnädig an Und tiefer stets laß uns cmpfinden, Wie viel du Gutes uns gethan; Auf daß der Dank für deine Treu' Ein dir geweihtes Leben sei. 3. Und wie du selber nur aus Liebe Doch reifen auch des Glaubens Saaten Auf deines Sohnes Erntefeld? Sind wir auch, wenn er auf uns sieht, Ein Acker, der ihm grünt und blüht? Uns schenkest unser täglich Brot, So weck' in uns des Mitleids Triebe, Laß fühlen uns der Brüder St Noth; 5. Der List des Feindes woll'st du wehren, Wann er geschäftig Unkraut streut; Die Frucht des Wortes laß sich mehren Zu deinem Ruhme weit und breit', Bei sparsamer Ernte. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Der du mit milder Vaterhand Auf's New' geſegnet unfer Land. 557. Was Gott thut, das 2. Dein Lob, das wir gerührt verkünden, ist wohlgethan, So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten fann, Liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz Nur himmelwärts, Wenn er uns läßt auf Erden Beim Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Giebt er, so kann man nehmen; Nimmt er, wir sind nicht übler dran, Wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schlägt, Die Rechte trägt, Jahreszeiten. Und beide Hände müssen Wir doch in Demuth küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Er zeigt uns oft den Segen, Und eh' er noch gedeihen kann, Muß sich die Hoffnung legen; Weil er allein Der Herr will sein, So macht er and're Güter Durch den Verlust uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Wenn man nach reichem Säen Doch wenig Garben ernten kann, So ist's vielleicht geschehen, Weil Gott auch Frucht Bei uns gesucht, Und doch hat müssen klagen, Daß wir so schlecht getragen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Wir müssen besser werden. Man baue nur die Herzen an, So folgt die Frucht der Erde. Den Mangel muß Ein Ueberfluß Bu and'rer Zeit ersetzen Und Feld und Herz ergößzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Es geh' nach seinem Willen; Läßt es sich auch zum Hunger an, Er weiß ihn doch zu stillen, 367 Obgleich das Feld Nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken Satt werden und frohlocken. 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gottestinder, schweiget nicht Und laßt hinauf zum ew'gen Licht Des Herzens Opfer steigen! Das Feld mag traurig stehen: Wir gehn getrost die Glaubensbahn Und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brot, So hat's nicht Noth: Die Welt muß eh' verderben, Als wir vor Hunger sterben. 8. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So wollen wir stets schließen Und ist bei uns kein Kanaan, Wo Milch und Honig fließen, Doch ist's genug Zur Sättigung, Wenn Gott die Nothdurft segnet, Ob's auch nicht Fülle regnet. 9. Was Gott thut, das ist wohlgethan! 3. Herbst. Wie er es nur gefüget, So nehmen wir es billig an Und sind dabei vergnüget, Mag gleich nur klein Der Vorrath sein; Er wird das Kleine segnen Und Liebesströme regnen. Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Kommt Her zu mir, spricht. es Jahres 2. Gott ließ der Erde Frucht 558. Duch entweicht, Wir greifen zu, wir holen ein, Schmuck Wir sammeln seinen Die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß An deiner Liebe Ruhm und Preis Mit Herzensfreude legen! 3. Der Weinstock giebt die süße Kost, 368 Aus voller Kelter fließt der Most, Die Herzen zu erfreuen. Du, rechter Weinstock, höchstes Gut, Jahreszeiten. Laß deine Reben durch dein Blut Sich freudiglich erneuen! 4. Was Gottes Hand für uns gemacht, Das ist nun Alles heimgebracht, Hat Dach und Raum gefunden. So fammle dir zur Gnadenzeit, O Seele, was dein Herr dir beut Für deine Kreuzesstunden! 5. Denn wie die Felder öde stehn, Die Nebel kalt darüber wehn Und Reif entfärbt die Matten: So endet alle Lust der Welt; Des Lebens Glanz und Kraft hidere zerfällt, Schnell wachsen seine Schatten. 6. Es braust der Sturm, der Wald erkracht, Der Wand'rer eilt, um noch vor Nacht Bu flüchten aus den Wettern. O Jesu, sei uns Dach und Thurm, Hilf, wenn des Lebens rauher His door Sturm Uns will zu Boden schmettern! 7. Es fällt der höchsten Bäume Laub Und mischt sich wieder mit dem Staub, Von dannen es gekommen. Ach, Mensch, sei noch so froh und werth: Davon du bist genommen. Du mußt hinunter in die Erd', 8. Doch, wie der Landmann seine Saat Ausstreuet, eh der Winter naht, Um künftig Frucht zu sehen: So, treuer Bater, deckest du Auch unsern Leib mit Erde zu, Daß er soll auferstehen. 9. Indeß, wie über Land und Ondispi Meer Der Störche Zug, der Schwalben Heer mod offs Der Sonn' entgegenstreben: So laß zu dir die Seele fliehn, Zu deinem Paradiese ziehn, An deiner Sonne leben! Viktor v. Strauß( geb. 1809). 4. Winter. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Was bedeckt dein Himmelszelt. 559. Herr, dein Name sei Du allein biſt reich und groß, gepriesen, Wir Wenn du nimmst und wenn du giebst! Du hast tausendfach bewiesen, Wie du freundlich sorgst und liebst sind elend, arm und bloß. 3. Du verleihst das Kleid der Ehren, Welches uns're Schwachheit Ewig sei von uns gedacht Deiner Weisheit, Güt' und Macht. 2. Laß die Erde wieder schweigen, Stille sei vor dir die Welt; In der Demuth soll sich neigen, Und zum Staub muß wiederkehren, Was du aus dem Staub erweckt. Deine Huld und deine Treu' Macht allein die Erde neu. 4. Wie du führest uns're Schritte, Sterbe- und Begräbnißlieder. 369 Ist es gut und wohlgethan. Und die Seele einsam wacht, Durch der finstern Zeiten Mitte Dann am Himmel lasse stehen Beigst du uns die rechte Bahn. Einen Stern in dunkler Nacht; Wenn sich Alles von uns kehrt, Einen Stern der Ewigkeit Hast du Gutes uns bescheert. Zeig' uns in der Winterzeit! 5. Herr, bewahr' den Keim des Lebens 7. Wenn die Stimmen wieder klingen, Und der Schöpfung Stunde schlägt, Laß uns von der Gnade singen, Von dem Wort, das Alles trägt. Laß uns loben Jesum Christ, Der das Licht der Zeiten ist. In der rauhen, harten Zeit, Daß der Glaube nicht vergebens Harr' auf deine Freundlichkeit! Unsre Hoffnung, unsre Ruh', Großer Schöpfer, bleibest du. 6. Wenn die Augen nichts mehr sehen, Vierter Abschnitt. Die letzten Dinge. I. Tod und Vergänglichkeit im Allgemeinen. Mel. Valet will ich dir geben. oder: Herzlich thut mich verlangen. 560. Bedente, Mensch, das Nachdem er hat gethan. Bedenke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende: Wer heut noch frisch und roth, Kann morgen und geschwinder Wohl schon gestorben sein; D'rum bilde dir, o Sünder, Dein Sterben täglich ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, Dort muß ein Jeder nah'n Und wird den Lohn bekommen, 3. Bedenke, Mensch, das Ende, Der Hölle Angst und Leid, Daß dich die Welt nicht blende Mit ihrer Eitelkeit! Hier sind nur kurze Freuden, Dort aber ewiglich Gewissenspein und Leiden: Ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke doch die Zeit! Daß dich ja nichts abwende Von jener Herrlichkeit, Womit vor Gottes Throne 24 Sterbe- und Begräbnißlieder. 370 Die Seele wird geziert, Wenn ihr die Freudenkrone Als Preis gegeben wird. 5. Herr, lehre mich bedenken Der Zeiten letzte Zeit, Daß, sich nach dir zu lenken, Mein Herze sei bereit; Laß mich den Tod betrachten Und deinen Richterspruch, Laß mich ja nicht verachten Der Hölle Bein und Fluch. 6. Hilf, Gott, daß ich bei Zeiten Auf meinen letzten Tag Mit Buße mich bereiten Und täglich sterben mag! Im Tod und vor Gerichte Steh' mir, o Jesu, bei, Daß ich im Himmelslichte Zu wohnen würdig sei! Salomon Liscov( 1640-1689). Mel. Befiehl du deine Wege. 561. Die auf der Erde Die Sterblichen, sind Staub, Sie blühen auf und fallen, Des Todes sich'rer Raub. Verborgen ist die Stunde, Da Gottes Stimme ruft; Doch jede, jede Stunde Bringt näher uns zur Gruft. 2. Getroft geh'n Gottes Kinder Des Todes dunkle Bahn, Zu der verstockte Sünder Verzweiflungsvoll sich nah'n; Wo selbst der freche Spötter, Nicht mehr zu spotten wagt, Vor dir, Gott, seinem Retter, Erzittert und verzagt. 3. Wenn, diese Bahn zu gehen, Dein Will' einst mir gebeut, Wenn vor der Seele stehen Gericht und Ewigkeit, Wenn meine Kräfte beben Und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, O dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, Hilf mir in solcher Angst, Der du zum Heil der Sünder Selbst mit dem Tode rangst. Wenn bei des Kampfes Ende Mich Todesschrecken faßt, Dann nimm in deine Hände, Den du erlöset hast. 5. Des Himmels sel'ge Freuden Ermißt kein sterblich Herz. O Trost für furze Leiden, Für kurzen Todesschmerz! Dem Sündenüberwinder Sei ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden Sich schon dem Himmel weih'n, Die aufgelöst zu werden Mit heil'ger Furcht sich freu'n! Bereit, es ihm zu geben, Wenn Gott, ihr Gott, gebeut, Gehn sie getrost durch's Leben Zur sel'gen Ewigkeit. Gottfr. Funk( 1734-1814). Mel. Nun ruhen alle Wälder. ie Herrlichkeit der 562. Die Erden Muß Rauch und Asche werden; Kein Fels, kein Erz kann stehn. Was uns hier mag ergößen, Was wir für ewig schätzen, Wird als ein leichter Traum Od this vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, Die uns so tropig machen, Als Tand und Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, Das stets umher muß schweben Als wie ein Traumbild dieser Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, Sterbe- und Begräbnißlieder. Den wir unsterblich achten, Ist nur ein falscher Wahn: Sobald der Geist gewichen Fragt Keiner, was man hier gethan. pouce 4. Es hilft kein weises Wissen; Wir werden hingerissen Ohn' einen Unterschied: Was nüßt der Güter Menge? Dem hier die Welt zu enge, Dem wird ein enges Grab zu weit. 6. Wie eine Rose blühet, Wenn sie die Sonne siehet Begrüßen diese Welt; Die, eh' der Tag fich neiget, Eh' sich der Abend zeiget, d Verwelkt und unversehn's abfällt: 7. So wachsen wir auf Erden, Und hoffen groß zu werden, Von Schmerz und Sorgen frei: Doch, ch' wir zugenommen Und recht zur Blüthe kommen Bricht uns des Todes Sturm entzwei. 8. Wir rechnen Jahr auf Jahre, Indessen wird die Bahre Uns vor die Thür gebracht: D'rauf müssen wir von hinnen, Und eh' wir uns besinnen, Der Erde sagen gute Nacht. 9. Auf, Herz, wach' und bedenke, 371 10. Wohl dem, der auf Gott trauet! Er hat recht fest gebauet, Daß dieser Zeit Geschenke Den Augenblick nur dein: Was du zuvor genossen, Ist als ein Strom verflossen: Was künftig, wessen wird es sein? Wird er doch dort bestehen Und nimmermehr vergehen, Weil ihn die Allmacht selbst erhält. 5. Dies Alles wird zerrinnen, 563. Es cilt der letzte von den Tagen, Was Müh' und Fleiß gewinnen Und saurer Schweiß erwirbt: Was Menschen hier besitzen, Kann für den Tod nicht nüßen; Dies Alles stirbt uns, wenn man stirbt. Andr. Gryphius( 1616-1664). Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. oder: Wer nur den lieben Gott 2c. Die du hier lebst, o Mensch, herbei. Erkauf die Zeit! und, statt zu klagen: Sie sei zu kurz, gebrauch' sie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth Der nahen Stunde wahr; sie flicht! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, Verlierst du deines Lebens Zweck, Verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, Und wirfst so sicher Jahre weg! Bist du, zu kühner Sterblicher, Des nächsten Augenblickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu besigen, Sollst du des kurzen Lebens Zeit, Als theure Saatzeit, weislich nüßen, Und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft den Menschen freundlich zu: ,, Sieh, Eins ist noth! was säumest du?" 4. D'rum eil', errette deine Seele Und denke nicht: ein andermal! Auf! sammle dich! und überzähle Der Menschentage kleine Zahl. 24* Sterbe- und Begräbnißlieder. 372 Gefeßt, wär' auch dein Ende fern, Sei fromm und wand'le vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen Erwecke dich zu dieser Pflicht; Sprich: ,, Dir, o Gott! ist nichts verborgen, Ich bin vor deinem Angesicht Und will, mich deiner Huld zu freu'n, Mein Leben ganz der Tugend weih'n!" te meine Iſt immer reif zu Sarg und 6. ,, Erleucht' und stärke meine Seele, Weil ohne dich sie nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, Aus Gnaden mir noch diesen Tag. Wie viel ist jede Stunde werth, Die deine Langmuth mir gewährt!" 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften Nach wahrer Weisheit hier gestrebt, In gottgefälligen Geschäften Die Erdentage durchgelebt Und einst im Glauben sagen fann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende Vernimmst du, Herzenskündiger. In deine treuen Vaterhände Befehl' ich meinen Geist, o Herr! Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende oder: Wer nur den lieben Gott zc, mein Leben 564. Ich sterbe täglich und Eilt immerfort zum Grabe hin: Wer kann mir einen Bürgen Sambut geben, Ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her: Ach, wer nur immer fertig wär'! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, Er schwingt sich über Grab und Welt Zu dir, wenn seine Hütte fällt. 01002 Christoph Neander( 1724-1802). Der Apfel, der den Wurm schon heget, Fällt endlich unversehens ab. Ich weiß: es ist der alte Schluß, Daß ich zu Erde werden muß. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, Er kommet oft unangemeld't Und fordert uns in's Land der Todten: Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Weh' und ewig Glück Hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben Hast du allein in deiner Hand; Wie lange du mir Frist gegeben, Das ist und bleibt mir unbekannt: Hilf, daß ich jeden Glockenschlag An meinen Abschied denken mag! 5. Es kann vor Abend anders werden, Als es am Morgen mit mir war; Den einen Fuß hab' ich auf Erden, Den andern auf der Todtenbahr'; Ein kleiner Schritt ist bis dahin, Wo ich nur Staub und Asche bin. Sterbe- und Begräbnißlieder. 373 6. Ein einz'ger Schlag kann| Das ich noch zu leben habe? Denk', o Mensch, an deinen Tod; Säume nicht, denn eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts kann dich im Tod erfreu'n; Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, Alles enden, Und Fall und Tod beisammen sein; Doch straf' mich nur mit Vater51 Quoli händen Und schließ' in Christi Tod mich ein, in in Daß, wenn der Leib zu Boden mbi sic fällt, s Die Seel' an Jesu Kreuz sich T- S701) blo hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn Auge, Mund und Ohr sich schließt; D'rum bet' ich bei gesunden ud allig Tagen: Herr, ich befehl' dir meinen Geist! Und schließen meine Lippen sich, So bitte Jesu Blut für mich. 8. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, So segne du sie, Herr, für mich, Und wenn sie bitt're Thränen weinen, O Vater, so erbarme dich, Und lasse der Verlass'nen Schrei'n Durch Christi Tod erhörlich sein! 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, So schließe mir den Himmel auf; Verkürze mir des Todes Schmerzen Und hole mich zu dir hinauf: So wird mein Abschied keine Pein, Zwar eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmold( 1672-1737). Mel. Jesus, meine Zuversicht. 565. Meine Lebenszeit verstreicht, Stündlich eil' ich zu dem Grabe; Und was ist's, das ich vielleicht, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugniß giebt, Wird dir deinen Tod versüßen; Dieses Herz, von Gott erneut, Ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hilflos um dich beben, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben; Dann erschreckt dich kein Gericht. Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erin hi wirbst, Fürchte Gott und bet' und wache. Sorge nicht, wie früh du ſtirbst, Lern' nicht nur den Tod nicht Deine Zeit ist Gottes Sache. scheun, Lern' auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun; Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, Und ich weiß, ich werd' ihn de schaun Cinst in dem verklärten Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht, Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab sie hooft hin; Siehe dein Gebein versenken. Sprich: Herr, daß ich Erde bin Sterbe- und Begräbnißlieder. 374 Lehre du mich selbst bedenken. Lehre du mich's jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). G 5. Nun, liebster Gott, wenn ich denn sterbe, So nimm du meinen Geist zu dir, Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. oder: Wer nur den lieben Gott läßt. Auf daß ich dort mit Christo erbe. Wenn nur mein Heiland lebt in him do in mir, all 566. Mein Gott, ich weiß So gilt mir's gleich und geht wohl, sterbe: Ich bin ein Mensch, der bald mir wohl, Wann, wo und wie ich sterben an foll. Benj. Schmold( 1672-1737). Eigene Melodie. itten wir im Lesind Wen such'n wir, der Hilfe thu', Mit dem Tod umfangen: Daß wir Gnad' erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet uns're Missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, Heiliger, starker Gott, Heiliger, barmherz'ger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht versinken In des bittern Todes Noth! Kyrie eleison! 2. Mitten in dem Tod ansicht Uns der Hölle Rachen: Wer will uns aus solcher Noth Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein' Barmherzigkeit Uns're Sünd' und großes Leid. Heiliger Herre Gott, Heiliger, starker Gott, Heiliger, barmherz'ger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Hölle Glut! vergeht, Und finde hier kein solches Erbe, Das in der Welt D'rum zeige mir in Gnaden an, 567. Mitten in Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe: Kein Augenblick geht sicher hin; Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! Die Blume kann gar leicht ver= blüh'n! D'rum mache mich nur stets bereit Hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, du wie ich sterbe, Dieweil der Tod viel Wege hält: Dem Einen wird das Scheiden herbe, Der And're sanft in Schlummer fällt. Doch wie du willst! Gieb, daß dabei Mein End' in dir nur selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, dun wo ich sterbe Und welcher Sand mein Grab bedeckt: Doch wenn ich nur dies Heil erwerbe, d Daß mich dein Ruf zum Leben weckt Mag hier, mag dort die Stätte jein: indsat Die Erd' ist allenthalben dein. Kyrie eleison! 3. Mitten in der Höllen Angst Uns're Sünd'n uns treiben: Wo soll'n wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Sterbe- und Begräbnißlieder. Zu dir, Herr Christ, alleine. Bergossen ist dein theures Blut, Das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, Heiliger, starter Gott, li Heiliger, barmherz'ger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost! Kyrie eleison! Erweit. von Mart. Luther( 1483--1546). Eigene Melodie. 568. W er weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. alla se Ach, wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; So lang' ich leb' auf dieser Erden, Leb' ich in steter Tod'sgefahr. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr' mich stets mein End' bedenken, Und wenn ich einstens sterben muß, Die Seel' in Jesu Wunden senken Und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sag' getrost in allen Fällen: 375 Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, 5. Mach' Mach's nur mit meinem Ende gut! immer süßer mir den Himmel, Und immer bitt'rer diese Welt; Gieb, daß mir in dem Weltge tümmel Die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! mt 6. Ach, Vater, deck' all' meine Sünde Mit dem Verdienste Christi zu, Auf das ich gläubig fest mich gründe: Das giebt mir die erwünschte Ruh'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden, Da hab' ich eine sich're Stätt', Da find' ich Trost in Todesstunden, Find' Alles, was ich gerne hätt'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, sei es Leben oder Tod; Ich leg' die Hand in seine Seite Und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! Sterbe- und Begräbnißlieder. 376 9. Ich habe Jesum angezogen Als Kind schon in der heil'gen Tauf', Und darum bist du mir geism wogen, Nahmst mich zu deinem Kinde auf. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 10. Ich habe Jesu Leib gegessen, Ich hab' sein Blut getrunken hier; Nun kannst du meiner nicht vergeſsen: Ich bleib' in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 11. So komm' mein End' heut oder morgen: Ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; Darf nicht um meine Seelesorgen, Bin für den Himmel schön geschmückt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut! 12. Ich leb' indeß mit dir vergnüget Und sterb' ohn alle Kümmerniß; Mir g'nüget, wie mein Gott es füget, Ich glaub' und bin es ganz gewiß: Durch deine Gnad' und Christi Blut Machst du's mit meinem Ende gitt. Aemilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Rubolstadt( 1637-1706). Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott Heimgestellt. 569. Wie fliegt dahin der Menschen Zeit, Wie eilet man zur Ewigkeit! Wie Wen'ge denken an die Stund' Von Herzensgrund, Wie schweigt hiervon der träge Mund! 2. Das Leben gleichet einem Traum, Der flücht'gen Welle nicht'gem Schaum, Es gleicht dem Gras, das heute steht Und schnell vergeht, Sobald der Wind darüber weht. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir Das, was du bist; ich traue dir, Laß Berg und Hügel fallen hin: Mir ist Gewinn, Wenn ich allein bei Jefu bin. 4. So lang' ich in der Hütte wohn', So lehre mich, o Gottes Sohn, Daß stets ich zähle meine Tag', Der Welt entsag, Daß, eh' ich sterb', ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? Lust, Ehr' und Reichthum in dem Tod? Bedenk's, o Mensch, was eilest du Den Schatten zu? So kommst du nicht zur wahren Ruh'. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt: Das such' ich nur, das bleibet mir; O mein Begier, Herr Jesu, zieh' mein Herz nach dir! Sterbe- und Begräbnißlieder. 377 7. Was wird das sein, wenn| So sei doch wacker und bereit; Prüf' deinen Glauben als ein Christ, m Ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihr folgt und sich vom Bösen fehrt, ich dich seh' Und bald vor deinem Throne steh'! Du unterdessen lehre mich, Daß stetig ich Mit Flugem Herzen suche dich. Joachim Neander( 1650-1680). Mel. Jefu Chrift, mein's Lebens Licht. ie sicher der 570, Wench, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; Und dennoch schmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel, Der Greis zu vielen noch ein Jahr, Und Keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth Im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, Hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, 3u thun, was uns der Herr gebeut; Und unsers Lebens kleinster Theil Ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod bringt Seelen vor's Gericht; Da bringt Gott Alles an das Licht, Und macht, was hier verborgen war, Den Rath der Herzen, offenbar. 6. Weil denn der Tod uns täglich droht, Ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, Dies ist es, was in Christo gilt. 8. Die Heiligung erfordert Müh', Du wirkst sie nicht, Gott wirket fie: Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein Werk von dir. 9. Das Ziel des Lebens, das du lebst, Das höchste Ziel, nach dem du strebst Und deiner Tage Rechenschaft Ist Tugend in des Glaubens Kraft. Seißt eingedent des Todes sein, 10. Ihr alle seine Tage weih'n und wachsen in der Heiligung Ist wahre Tod'serinnerung. 11. Wie oft vergeß' ich dieser Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht in's Gericht! Präg' selbst des Todes Bild mir ein, Und lehre du mich wachsam sein: 12. Daß ich mein Herz mit jedem Tag Vor dir, o Gott, erforschen mag, Ob Glaube, Demuth, Lieb' und Treu' Die Frucht des Geistes in mir ſei; 13. Daß ich zu dir um Gnade fleh', Stets meiner Schwachheit widersteh' 378 Sterbe- und Begräbnißlieder. Und sterbend in des Glaubens| Die Heimath der Seele, so herrMacht lich, so schön! Mit Freuden ruf': es ist voll- Jerusalem droben, von Golde bracht! gebaut, Chrift. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Ist dieses die Heimath der Seele, der Braut? Ja, ja, dieses allein Eigene Melodie. 571. o findet die Seele Kann Ruhplaß und Heimath der Heimath, die Ruh'? Wer deckt sie mit schüßenden. Fittigen zu? Ach, bietet die Welt keine Freistadtunt mir an, Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht. Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang Bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. Ruh', Ruh', himmlische Ruh' Im Schooße des Mittlers, ich eile dir zu. Wo Sünde nicht kommen, nicht anfechten tann? Nein, nein, hier ist sie nicht: Die Heimath der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasse die Erde, die Heimath zu sehn, II. Sieder für Sterbende. 6. Da werden meine Thränen ch, wär' ich schon Ein Meer voll Freude sein: Ach stille bald mein Sehnen Und hole mich hinein! Ernst Gottl. Woltersdorf( 1725-1761). Mel. Herzlich thut mich verlangen. 573. A de, ich muß nun scheiden, Mel. Chriftus, der ist mein Leben. 572. Ah, wär ich schon Mein Heiland, wär' ich da, Wo dich die Schaaren loben Und säng' Halleluja! 2. Wo wir dein Antlitz schauen, Da fehn' ich mich hinein, Da will ich Hütten bauen; Denn dort ist gut zu sein. 3. Da werd' ich Alles sehen, Den großen Schöpfungsrath, Was durch dein Blut geschehen Und deines Geistes That. 4. Da feiern die Gerechten, Die ungezählte Schaar, Mit allen deinen Knechten Das große Jubeljahr. 5. Mit göttlich süßen Weisen Wird mein verklärter Mund Dich ohne Sünde preisen, Du meines Lebens Grund! Ihr Freunde, gute Nacht! Gar schwer ist mir's gemacht, In Freuden und in Leiden In Arbeit und in Noth, In Kummer und in Thränen, D'rum ruft mein heißes Sehnen: O komm', mein Herr und Gott. 2. O komm' und schließ dem. Matten Die müden Augen zu, Bett' ihm im kühlen Schatten Die stille, sanfte Ruh'. Bett' ihm im fühlen Grabe Den letzten weichen Pfühl, Sterbe- und Begräbnißlieder. 379 4. Das wird sein ein Freudenleben, Wo viel tausend Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umges ben, Ring me Dienen Gott vor seinem Thron, Wo die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 5. Wo die Patriarchen wohnen, Die Propheten allzumal, Wo auf ihren Ehrenthronen Sigt der zwölf Apostel Zahl, Wohin seit viel tausend Jahren. Alle Frommen aufgefahren, Wo dem Herrn, der uns verjöhnt, Ewig Halleluja tönt. 6. O Jerusalem, du schöne, Ach wie hell erglänzest du! Eigene Melodie. 574. Alle Menschen müssen Ach, wie lieblich Lobgetöne sterben, Hört man da in sanfter Ruh'! O der großen Freud' und Alles Fleisch ist gleich wie Heu; Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu. Dieser Leib, er muß verwesen, Wenn er anders soll genesen Zu der großen Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit't. 2. D'rum so will ich dieses ens die Leben, Wenn es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt; Denn in meines Jesu Wunden Hab' ich schon Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnoth Ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; D'rum fahr' ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetümmel In den schönen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen die Dreifaltigkeit. Die einz'ge letzte Habe Vom ganzen Weltgewühl. 3. Ade, ihr sollt nicht weinen, Ihr Freunde, lieb und fromm, Das Licht wird bald mir scheinen, Das ruft den Schläfer: komm'! Das klingt in seine Kammer: Steh' nur vom Schlummer auf, Steh' auf aus Erdenjammer, Der Himmel thut sich auf. 4. Ade, ihr sollt nicht klagen, Daß ich von hinnen muß, Die Nacht wird wieder tagen Mit Freudenüberfluß. Der große Held der Frommen Wird mit der Krone stehn, Und Engel werden kommen Und mich zu Gott erhöhn. Ernst Mor. Arndt( 1769-1860). Wonne! Endlich gehet auf die Sonne, Und der große Tag bricht an, Der kein Ende nehmen kann. 7. Ach, ich habe schon erblicket Alle diese Herrlichkeit: Sieh', schon werd' ich schön geschmücket Mit dem weißen Himmelskleid; Mit der goldnen Ehrenkrone Steh' ich da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen kann. 8. Nun, da will ich ewig wohnen! Meine Lieben, gute Nacht! Eure Treu' wird Gott belohnen, Die ihr habt an mir vollbracht. Liebste Kinder und Verwandte, Brüder, Freunde und Bekannte, Lebet wohl, zu guter Nacht! Gott sei Dank, es ist vollbracht. Joh. Albinus( 1624-1679). 380 Sterbe- und Begräbnißlieder. Eigene Melodie. 575. Christus, der ist mein Leben i Und Sterben mein Gewinn; Dem will ich mich ergeben, Mit Freud' fahr' ich dahin. 2. Mit Freud' fahr' ich von dannen Zu Christ, dem Bruder mein, Daß ich mag zu ihm kommen Und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth: Durch seine heil'gen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, Mein Athem geht schwer aus, Und kann kein Wort mehr ansprechen, plo Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn Sinne und Gedanken Vergehen, wie ein Licht, Das hin und her muß wanken, Wenn ihm die Flamm' gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein Nach deinem Rath und Willen, Wann kommt mein Stündelein. 7. An dir laß gleich den Reben Mich bleiben allezeit Und ewig bei dir leben In Himmelswonn' und Freud'! Verfasser unbekannt. Denn ich weiß, durch Christi Untitors Blut Machest du mein Ende gut. 2. Mir macht ja der Tod nicht bange, Denn ich bin des Lebens satt; Wer das Jammerthal so lange, Als wie ich, durchmessen hat, Wird wohl alle Stunden zählen, Bis die Freiheit seiner Seele Und der Abschied aus der Welt Sich erwünscht hat eingeſtellt. 3. Zwar ich bin nicht ungeduldig, Daß mich Krenz und Elend drückt; Ich bin mehr zu leiden schuldig, Als mir Gott hat zugeschickt. Weiß ich doch, daß mich kein Leiden kann von seiner Liebe scheiden, Sondern daß das Kreuz ein Kuß Seiner Liebe heißen muß. 4. Blos deswegen will ich sterben, Daß ich Jesum möge sehn Und sein ewig Heil ererben; Möcht' es heute noch geschehn! Doch, wer weiß, wie wenig Stunden, Daß ich, aller Angst entbunden, Nach der Müh' der Lebensbahn Meinen Lauf vollenden kann! 5. So ist mir der Tod ein Segen, Und das Sterben ein Gewinn; Mel. Du, o jchönes Weltgebäude. 576. Eitle Welt! ich bin kommt, ihr Engel, kommt entdein müde, Meine Seele sehnet sich Nach des Himmels Ruh' und in Friede; Ach, mein Gott, wann rufst du da mich? Rufe mich; mit allen Freuden Will ich aus der Trübsal scheiden, gegen, Traget meine Seele hin! Ach, mir wird von jenem Leben Jetzt der Vorschmack schon gegeben, Darum wünsch' ich dies allein, Auch im Schauen da zu sein. 6. Alle, die mich hier geliebet, Alle, denen ich bekannt, Sterbe- und Begräbnißlieder. 381 Abnimmt und endlich zu mir faget: Die mein Scheiden tief betrübet,| Der meine sieche Brust zernaget, Die befehl' ich Gottes Hand. Gott versorget, Gott beschüßet, Gott bescheeret, was euch nüßet; Also ist mein Haus bestellt, Gute Nacht, du eitle Welt! Erdm. Neumeister( 1671-1756). Eigene Melodie. 577. Es iſt genug, So nimm, Herr, meinen Geist Bu Zions Geistern hin! Lös' auf das Band, Das schon allmälig reißt; Befreie meinen Sinn, Der sich nach seinem Gotte seh:,: Es ist genug!:,: 2. Es ist genug Der täglich klagt und nächtlich 578. Es Gott 2ob, es ist ist vollbracht! thränet! Des Jammers, der mich drückt! Die fündliche Begier Mit ihrem Gift Hat mich fast ganz umstrickt; Nichts Gutes wohnt in mir. Was täglich noch von Gott mich dolar trennet, Was täglich im Gewissen brennet, :,: Das ist genug.:;: 3. Es ist genug Des Kreuzes, das mir fast Den Rücken wund gemacht! Wie schwer, o Gott, Wie hart ist diese Last! Ich schwemme manche Nacht Die harte Lagerstatt mit Thränen, Wie lang', wie lang' muß ich mich sehnen? :: Es ist genug!:,: 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, So spanne mich doch aus; Mein Retter kommt, Nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr' in's Himmelshaus; Ich fahre sicher hin mit Frieden, Mein großer Jammer bleibt hienieden. :,: Wann ist's genug?:;: 4. Es ist genug, Wenn nur mein Heiland will; Er kennet ja mein Herz. dn Ich harre sein Und halt' indessen still, Bis er mir allen Schmerz, :: Es ist genug!:,: Franz Burmeister( um 1660). Mel. Es ist genug. vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf: Fahr' hin, o Welt, Ihr Freunde, gute Nacht! Ich ende meinen Lauf Bei Jesu Kreuz mit tausend Freuden, Ich sehne mich von hier zu scheiden: :,: Es ist vollbracht!:,: 2. Es ist vollbracht! Mein Jesus hat auf sich Genommen meine Schuld; Gebüßt hat er det n Am Kreuzesstamm für mich, Ounermessne Huld!- Und ich hab' in des Heilands Wunden Die rechte Freistatt mun gefunden: :: Es ist vollbracht!:;: 3. Es ist vollbracht! Weg Krankheit, Schmerz und Pein! Weg Sorgen, weg Verdruß! Sein Golgatha Soll mir ein Tabor sein; Mein matter, müder Fuß - Sterbe- und Begräbnißlieder. 382 Wird hier auf diesen Friedens-| höhen Frei von der Erde Banden gehen: :,: Es ist vollbracht!:,: 4. Es ist vollbracht! Hier schweb' ich frei von Noth: Wie wohl, wie wohl ist mir! Hier speiset mich Der Herr mit Himmelsbrot, Und zeigt mir Salems Zier. Hier hör' ich mit der Sel'gen Singen Den süßen Ton der Engel klingen: :,: Es ist vollbracht!:,: 5. Es ist vollbracht! Der Leib mag immerhin Raub der Verwesung sein: Ich weiß ja, daß Ich Staub und Asche bin. Der Herr wird mein Gebein, Wenn er die Gräber wird auf decken, An jenem Tage schon erwecken: :: Es ist vollbracht!:,: 6. Es ist vollbracht! Ich dringe froh hindurch Wie werd' ich nun erfreut! Ich stieg empor Zur hohen Himmelsburg, Da find' ich Sicherheit, Da können Feinde mich nicht stören Und Dorn und Distel nicht verblm silt ſehren: :: Es ist vollbracht!:,: 7. Es ist vollbracht! Gott Lob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf: Fahr hin, o Welt, Ihr Freunde, gute Nacht! Ich ende meinen Lauf Und alle Noth, die mich getroffen. Wohl mir! ich seh' den Himmel offen: :,: Es ist vollbracht!:,: Andreas Gryphius( 1616-1664). Eigene Melodie. 579. Freu' dich sehr, o meine Und vergiß all' Noth und Qual, Weil dich Christus mun, dein Herre, Ruft aus diesem Jammerthal. Aus viel Trübsal, Angst und Leid Sollst du kommen zu der Freud', Die kein Ohr hat je gehöret, Die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab' ich un gerufen Zu dem Herren, meinem Gott, Weil mich stets viel Kreuz getroffen, Daß er helfe aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann Nach dem Ende seiner Bahn, Hin in Gottes Hand zu geben. So hab' ich gewünscht, mein Leben 3. Denn gleichwie die Rosen stehen Unter Dornen rings umher, Also auch die Christen gehen In viel Nengsten groß und schwer. Wie bei ungestümem Wind Ruhelos die Wellen sind, Also ist allhier auf Erden Unser Lauf voll von Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Tod und Hölle, Unser eigen Fleisch und Blut Sind so vieler Leiden Quelle, Ach, da sinket oft der Muth. Leid folgt stets der Freude nach Und sein Kreuz hat jeder Tag; Von der Wiege bis zum Grabe Ist nur Jammer uns're Habe. 5. Wenn die Morgenröth' aufiodanti gehet, Und der Schlaf sich von uns wend't, Sorg' und Kummer neu erstehet, Schwere Müh' an allem End'; Sterbe- und Begräbnißlieder. Uns're Thränen sind das Brot, Mel. Jesus, meine Zuversicht. Das wir eſsen früh und spät; 580. Geht nun hin und Hört die Sonne auf zu scheinen, Währt das Klagen noch und Weinen. grabt mein Denn ich bin des Wanderns müde; Von der Erde scheid' ich ab, Denn mir ruft des Himmels Friede, 6. Leuchte mir mit deiner Gnade, Jesu, heller Morgenstern, Muß ich gehn des Todes Pfade, Sei du dann von mir nicht fern. Hilf, daß ich mit Fried' und Freud' Fahr' zu deiner Herrlichkeit. Ach, sei du mir Licht und Straße, Mich mit Beistand nicht verlasse. 7. Gläubig will ich zu dir fliehen Auf dem bittern Todesgang, Heim zu dir, o Jesu, ziehen In mein himmlisch Vaterland. In das schöne Paradies, Das dein Mund dem Schächer wies, Woll'st du mich, mein Heiland, führen Und mit ew'ger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, Das Gehör mir ganz verschwind't, Meine Zung' nicht mehr kann sprechen, Mein Verstand sich nicht besinnt: Bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort'; Du wirst selig mich regieren, Mich die Bahn zum Himmel führen. 9. Freu' dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all' Noth und Qual, Weil dich Christus nun, dein Herre, 383 Ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud' und Herrlichkeit Sollst du schn in Ewigkeit, Mit den heil'gen Engeln droben Ewig Gottes Gnade loben. Kaspar von Warnsdorf( geft. 1634). Denn mir ruft die süße Ruh' Von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; Meinen Lauf hab' ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Ird'sche endet; Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stellen uns're Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wenn die Winde d'rüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, Laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach! ist hohl, Deine Freuden werden Leiden, Deine Schönheit Unbestand, Alles Wahn und Trug und Sanh. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn' und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, Denn ich reis' in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr erbleichet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde; Was von oben niederweht, Tröstet froh des Herrn Gemeinde; Weint nicht ob dem citlen Schein: Droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will Von der Welt den Abschied nehmen, Daß ich aus dem Irrthum will, Sterbe- und Begräbnißlieder. 384 Aus den Schatten, aus den Schemen, Aus dem Eitlen, aus dem Nichts Hin in's Land des ew'gen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, Meinen Heiland, hab' ich funden. Da hab' ich Jesum angezogen, Da hat er mich vom Tod erfauft. D'rum Jesus bleibt mein Heil und Hort, Sein Name sei mein letztes Wort. 4. Will gleich die Sünde mich noch kränken, Und ich habe auch mein Theil Wer ist, der ohne Tadel lebt? In den warmen Herzenswunden, Allein, ich darf an Jesum denken, Woraus einst sein heilig Blut Der mich in seinen Tod begräbt: Floß der ganzen Welt zu gut. So komm' ich an den LebensBort, 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube, Und die ew'ge Liebe spricht: Kind des Vaters, zitt're nicht! Ernst Moritz Arndt( 1769-1860). Eigene Melodie. 581. Gott Lob, es geht nunmehr zum Ende, Der schwerste Kampf ist nun vollbracht: Mein Jesus reicht mir schon die Hände, Mein Jesus, der mich selig macht! D'rum laßt mich gehn, ich reise fort: Mein Jesus ist mein letztes Wort. 2. Was fragt ihr viel nach meinem Glauben? Ich glaube, daß mich Jesus liebt. Kein Tod soll mir die Freude rauben, Wenn Jesus Trost und Leben giebt. Ich fahre wohl und weiß den Ort, Denn Jesus bleibt mein letztes Wort. 3. Die Hoffnung hat mich nie betrogen; Ich bin auf seinen Tod getauft: Und Jesus ist mein letztes Wort. 5. Mein Jesus hat den Tod bezwungen, Als er am Kreuze selbst verschied. Da ward mein Tod zugleich verschlungen, Er ist mein Haupt, ich bin sein Glied: Was Jesus hat, das hab' ich dort, D'rum sei er auch mein lettes Wort. 6. Gedenket nicht an eitle Sachen, Der Höchste sorget für die Welt: Befehlt es ihm, er wird's wohl machen, Daß Licht und Recht den Plaz behält. Gott nehme allen Jammer fort Durch Jesum, der mein letztes Wort.. 7. Nun freuet euch, es geht zum Ende: Mein Jesus bleibt mein letzter Ruhm. Wie schlag' ich froh in meine Hände! Wo bleibst du doch, mein Eigenthum? Ach Jesu, sei mein letztes Wort. Nun schweig' ich still und fahre fort. Christ. Weise( 1642-1708) Sterbe- und Begräbnißlieder. Mel. Vater unser im Himmelreich. 582. H err Jesu, wahrer Mensch und Gott Der du litt'st Marter, Angst und Spott, Für mich am Kreuz auch endlich od starbst Und mir des Vaters Huld erwarbst: Ich bitt' durch's bitt're Leiden dein, Du woll'st mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm' in Sterbensnoth Und ringen werde mit dem Tod, Wenn mir vergeht all' mein Gesicht, S Und meine Ohren hören nicht, Und meine Zunge nicht mehr spricht, Und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 3. Wenn mein Verstand sich Nichts besinnt, Und mir all' menschlich' Hilf' zerrinnt: So komm', Herr Christ, dich zu mir wend' Zur Hilfe mir bei meinem End', Und führ' mich aus dem Jammerthal, Verkürz mir auch des Todes Qual! 4. Die schweren Sorgen von mir treib', Mit deinem Geist stets bei mir bleib', Wenn sich die Seel' vom Leibe trennt, So nimm sie, Herr, in deine Händ'! Der Leib hab' in der Erde Ruh'; Einst kommt der jüngste Tag herzu. 385 5. Dann fröhlich Auferstehn verleih', Mir im Gericht Fürsprecher sei Und meiner Sünden nicht gedenk', Aus Gnaden mir das Leben schenk. Ja, was du zugesaget mir In deinem Wort, das trau' ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, so fage ich, Wer mein Wort hält und glaubt an mich, Der wird nicht kommen in's Gericht, Den Tod auch schmecken ewig nicht; Und ob er gleich hier zeitlich stirbt, Mit nichten er d'rum gar verdirbt! 7. ,, Vielmehr will ich mit starker Hand Ihn reißen aus des Todes Band' Und zu mir nehmen in mein dagen Reich, Da soll er dann mit mir zugleich In Freuden leben ewiglich!" Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach, Herr, vergieb all' uns're Schuld; Hilf, daß wir warten mit Geduld, Bis unser Stündlein kommt herbei, Auch unser Glaub' stets wacker jei, Dein'm Wort zu trauen festiglich, Bis wir entschlafen seliglich! Paul Eber( 1511-1569). 583. Hütte Mel. Christus, der ist mein Leben. err! meine LeibesSinkt nach und nach zu Grab; Gewähre mir die Bitte Und brich sie stille ab. 25 Sterbe- und Begräbnißlieder. 386 2. Gieb mir ein ruhig Ende; Der Augen matten Schein Und die gefalt'ten Hände Laß sanft entseelet fein. 3. Laß meine Athemzüge Am End' zu schwer nicht sein Und gieb, daß so ich liege, Als schlummerte ich ein. 4. Doch es gescheh' dein Wille! Ich scheide leicht dahin Im Kämpfen oder stille, Wenn ich nur selig bin! 5. Bleibst du mir in dem Herzen, die Dein Name mir im Mund, So sind mir auch die Schmerzen Im Sterben noch gesund. 6. Dein Blut hat mich gereinigt; Trennt Leib und Seele sich, So werden sie vereinigt Zum Seligsein durch dich. 7. Nach deiner Gnade Größe Nimm nur den Geist zur Hand, Es reiße oder löse Der Tod des Leibes Band. 8. Ich werde auferstehen, Da geht's zum Himmel ein; Ich werde Jesum sehen, Er wird mir gnädig sein! Philipp Hiller( 1699-1769). Eigene Melodie. oder: Gottes Sohn ist kommen. 584. Herr, nun laß in Mich, den Lebensmüden, Deinen Diener fahren Zu den Engelschaaren Selig und im Stillen, Doch nach deinem Willen! 2. Gerne will ich sterben Und den Himmel erben; Christus mich geleitet, Welchen Gott bereitet Zu dem Licht der Heiden, Das uns seht in Freuden. 3. Hier hab' ich gestritten, Ungemach erlitten, Ritterlich gekämpfet, $ 26 Manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten Richtig mit den Alten. 4. Unter vielen Thränen Und in Angst und Sehnen Hab' ich viel erfahren In der Christen Schaaren, Mußte Trübsal tragen, Ueber Sünde klagen. 5. Nunmehr soll sich's wenden, Kampf und Lauf sich enden, Bald von allem Bösen; Gott wird mich erlösen Es soll besser werden, Als es war auf Erden. 6. Frieden werd' ich finden, Ledig sein von Sünden Und auf allen Seiten nicht mehr dürfen streiten; Himmlisch Freudenleben Soll mich ganz umgeben. 7. Wo man Palmen träget, Ist mir beigeleget Schon zum Gnadenlohne Eine schöne Krone, Die zum ew'gen Leben Mir der Herr wird geben. 8. Mein Erlöser lebet, Der mich selber hebet Aus des Todes Kammer: Weg ist aller Jammer; In die Stadt der Frommen Werd' ich aufgenommen. 9. Dieser Leib soll leben Und in Klarheit schweben, Wenn die Todten werden Aufstehn von der Erden; Christum werd' ich schauen, Darauf kann ich trauen. 10. Ihm will ich lobsingen, Lob und Ehre bringen, Rühmen seine Güte Sterbe- und Begräbnißlieder. Mit Seel' und Gemüthe, Preisen seinen Namen Ohn' Aufhören. Amen. Dav. Behme( 1605-1657). Eigene Melodie. 585. Herzlich thut mich Nach einem sel'gen End', Weil ich hier bin umfangen Mit Trübsal und Elend; Ich hab' Lust abzuscheiden Von dieser argen Welt, Sehn' mich nach ew'gen Freuden: O Jesu, komm' nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset Von Sünde, Tod und Höll', Es hat dein Blut gekostet: D'rauf ich mein' Hoffnung stell'. Warum sollt' mir denn grauen Vor Teufel, Tod und Sünd'? Weil ich auf dich kann bauen, Bin ich ein selig Kind. 3. Wenn süß gleich ist das Leben, Der Tod sehr bitter mir, Will ich mich doch ergeben, 3u sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, Zu dem mein Geist zieht hin, Das willst du, Herr, mir geben: Sterben ist mein Gewinn. 387 Nach Himmlischem ich trachte, Das bleibt in Ewigkeit. 6. Und wenn auch gleich das Scheiden 4. Der Leib, der in der Erden Zum Staube wiederkehrt, Wird auferwecket werden Durch Christum schön verklärt, Wird leuchten wie die Sonne Und leben ohne Noth In Himmelsfreud' und Wonne; Was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt gleich reizet, Zu bleiben länger hier, Und mir auch immer zeiget Ehr', Gut und all' ihr Zier, Doch ich das gar nicht achte, Es währt mur kurze Zeit; Von Freunden wehe thut, Daß ich und sie viel leiden, Doch tröstet meinen Muth, Daß wir in großen Freuden Beisammen werden sein, Wo uns kein Tod kann scheiden, Anrühren keine Pein. 7. Muß ich auch hinterlassen Betrübte Waisen hier Sie jammern mich ohn' Maaßen, Das Herz will brechen mir Doch will ich gerne sterben Und trauen meinem Gott, Er läßt sie nicht verderben Und hilft aus aller Noth. 8. Was wollt ihr denn verzagen, Seid ihr auch früh verwaist? Sollt' der die Hilf' versagen, Der doch die Raben speist? Den Wittwen und den Waisen Will er in seiner Treu' Sich immerdar erweisen, Das glaubet ohne Scheu! 9. Gott segne euch, ihr Lieben, Behüt' euch Gott, der Herr! Und laßt euch nicht betrüben Mein Scheiden allzusehr. Steht fest im Gottvertrauen, Bis wir nach kurzer Zeit Einander wiederschauen Dort in der Ewigkeit. 10. Und wenn ich ganz mich wende Zu dir, Herr Christ, allein: Gieb mir ein selig Ende, Send' mir die Engel dein; Führ' mich in's ew'ge Leben, Das du erworben hast, Da du dich hingegeben Für meine Sündenlast. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke Von dir, Herr Jesu Christ, 25* 388 Sterbe- und Begräbnißlieder. Den schwachen Glauben stärke| Es muß ja durchgedrungen, In mir zu aller Frist. Es muß gelitten sein; Hilf ritterlich mir ringen, Sp Wer nicht hat wohl gerungen, Halt' mich durch deine Macht, Geht nicht zur Freude ein. Daß ich mög' fröhlich singen: Gott Lob, es ist vollbracht! Christoph Knoll( 1563-1621). Mel. Herzlich thut mich verlangen. 6. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die Welt; Doch denk' ich nicht zu bleiben In diesem fremden Zelt. Ich wand're meine Straße, 586. Ich bin ein Gaft auf Die zu der Heimath führt, in Mein Vater trösten wird. 7. Mein' Heimath ist dort oben, Da aller Engel Schaar Den großen Herrscher loben Und preisen immerdar, Der Alles kräftig träget Und für und für erhält, Auch Alles hebt und leget, Wie es ihm wohlgefällt. Und hab' hier keinen Stand; Der Himmel soll mir werden, Da ist mein Vaterland. Hier wall' ich bis zum Grabe; Dort in der ew'gen Ruh' Ist Gottes Gnadengabe, Die schließt all' Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen Von meiner Jugend an Als Müh' und Noth gewesen? So lang' ich denken kann, Hab' ich so manchen Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen Manch harter Sturm erschreckt, Manch Wetter kam entgegen Und hat mir Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, Ob ich's gleich nicht verschuld't, Hab' ich doch müssen leiden Und tragen mit Geduld. 4. So ging's den lieben Alten, An deren Fuß und Pfad Wir uns noch täglich halten, Wenn's fehlt an gutem Rath. Sie zogen hin und wieder, Ihr Kreuz war immer groß, Bis daß der Tod sie wieder Legt' in des Grabes Schooß. 5. Ich habe mich ergeben In gleiches Glück und Weh'; Was will ich besser leben, Als ich an ihnen seh'? 8. Zu ihm steht mein Verlangen, Da wollt' ich gerne hin; Die Welt bin ich durchgangen, Daß ich's fast müde bin. Je länger ich hier walle Je wen'ger find' ich Freud', Das Meist' ist Herzeleid. Die meinem Geist gefalle; 9. Die Herberg' ist zu böse, Der Trübsal ist zu viel; Ach, komm', mein Gott, und löſe komm', mach' ein selig Ende Mein Herz, wenn dein Herz will! Mit meiner Wanderschaft, Durch deines Armes Kraft. Und was mich kränkt, das wende 10. Was ich bisher besessen Ist nicht mein rechtes Haus; Wenn meine Zeit durchmessen, So tret' ich dann hinaus; Und was ich hier gebrauchet, Das leg' ich Alles ab, Und wenn ich ausgehauchet, So senkt man mich in's Grab. 11. Du aber, meine Freude, Du meines Lebens Licht, Du ziehst mich, wenn ich scheide, Sterbe- und Begräbnißlieder. Hin vor dein Angesicht, In's Haus der ew'gen Wonne, Da ich stets freudenvoll, Gleichwie die helle Sonne, Mit Andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein Gast Bei denen, die mit Kronen Du ausgeschmücket hast; Da will ich herrlich singen Von deinem großen Thun, Und frei von eitlen Dingen In meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt( 1606-1676). Mel. Herzlich thut mich verlangen. 389 und stell' in meinen Schmerzen Mir nichts, als Jesum, für! 5. Ihr Engel, nehmt die Thränen 587. Mein Sinn geht aus der Welt, Ich sehne mich mit Freuden Nach Zions Rosenfeld. Weil aber uns die Stunde Des Abschieds Keiner nennt: So aus meinem Munde Mein letztes Teſtament. 2. Gott, Bater, meine Seele Befehl' ich deiner Hand: Aus dieser dunklen Höhle Führ' sie in's Vaterland. Du hast sie mir gegeben, So nimm sie wieder hin, Daß ich im Tod und Leben Nur dein alleine bin. Von meinen Wangen an: Ich weiß, daß euer Sehnen Sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, Tragt mich in Jesu Schooß: So bin ich voller Freuden Und aller Thränen los. im tor 6. Euch aber, meine Lieben, Die ihr mich dann beweint, Euch hab' ich was verschrieben: Gott, euren besten Freund. D'rum nehmt den letzten Segen: Es wird gewiß geschehn, Daß wir ch habe Lust zu Einander wiedersehn. 7. Zulegt sei dir, o Erde, Mein blasser Leib vermacht, Damit dir wieder werde, Was du zu mir gebracht: Mach' ihn zu Asch' und Staube, Bis Gottes Stimme ruft: Denn dieses sagt mein Glaube: Er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille: Gott drückt das Siegel d'rauf. Nun wart' ich in der Stille, Bis daß ich meinen Lauf Durch Christi Tod vollende: So geh' ich freudig hin Und weiß, daß ich ohn' Ende Des Himmels Erbe bin. Benj. Schmold( 1672-1737). 3. Was werd' ich, Jesu, finden, Das dir gefallen kann? Ach, nimm du meine Sünden Als ein Vermächtniß an! Wirf sie kraft deiner Wunden In's Meer der Gnad' hinein; 588. Ich hab' mich Gott So hab' ich Heil gefunden Und schlafe selig ein. Mel. Herzlich thut mich verlangen. ergeben, 4. Dir, o du Geist der Gnade, Laß ich den letzten Blick: Zieh' ich des Todes Pfade, So sieh auf mich zurück. Ach, fleh' in meinem Herzen, Wenn ich kein Glied mehr rühr', Dem liebsten Vater mein: Hier ist kein ewig Leben, Es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, Er ist nur mein Gewinn: In Gottes Fried' und Gnaden Fahr' ich mit Freud' dahin. 390 Sterbe- und Begräbnißlieder. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber:| D'rum schreib' ich stets in meine O Welt, was acht' ich dein? Der Himmel ist mir lieber: Da trachte ich hinein, Darf mich nicht mehr beladen, Weil ich wegfertig bin; In Gottes Fried' und Gnaden Fahr' ich mit Freud' dahin. Brust: Bedenke, daß du sterben mußt. 3. Wie Mancher ist vorangegangen! Wer weiß, wenn ich ihm folgen muß? Der Tod giebt oft den frischen Wangen Ganz unverhofft den kalten Kuß. D'rum weg, mein Herz, mit eitler Lust: 3. Ach, sel'ge Freud' und Wonne Hat mir der Herr bereit't, Da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nur schaden, Weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried' und Gnaden Fahr' ich mit Freud' dahin. 4. Gesegn' euch Gott, ihr Meinen, Vedenke, daß du sterben mußt. 4. Wohlan, so will ich täglich sterben, Joh. Leon( gest. um 1597). Daß ich nicht ewig sterben muß. Ein Weiser fliehet das Verderben Und macht sich diesen festen Schluß: O Mensch, in Allem, was du thust, Bedenke, daß du sterben mußt. Benj. Schmold( 1672-1737). Ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen: Ich weiß von feiner Qual. Den rechten Weg noch heute Nehmt Alle wohl in Acht: Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. In Gottes Fried und Freude 590. Ich lieg' und ſchlafe Fahrt mir bald Alle nach. im Frieden, Wenn einst mein Stündlein kommen ist; Was mich gedrückt, beschwert Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. Das Alles dann mein Herz verhienicden, ch steh' 589. hint Grabe, Ich lieg' und schlafe fröhlich ein, Um droben bei dem Herrn zu sein. Es ist um einen Schritt gethan, So sinkt die Hütte, die ich habe, Die nichts, als Schwachheit, bergen fann. D'rum sei mir stets ein Wort bewußt: Bedenke, daß du sterben mußt. 2. Dem Menschen ist ein Biel gesetzet Und kommt nichts Anderes heraus, Wenn man am sichersten sich schäzet, 100 So ist der Lebensseiger aus. 2. Ich lieg' und schlafe ganz im Frieden, Mir ist das Grab nicht schauerlich; Ich bleibe nicht von dem geschieden, Der durch sein Blut erkaufte mich. In Grabesnacht ist er mein Licht; Zu ihm steht meine Zuversicht. 3. Ich lieg' und schlafe ganz im Frieden, Wie laut auch Stürme mich umweh'n. Sterbe- und Das höchste Glück ist mir beschieden, Kein Sterblicher kann es versteh'n. Der Himmel ist mir aufgethan, Begräbnißlieder. 391 Ach, Bater, ach, noch eins ist noth: Ein guter Schluß, ein sel'ger Tod. 3. Du hast mich je und je geliebet, Ich schau' und bete Jesum an. 4. Ich lieg' und schlafe ganz Versorgt, gestärkt, beschüßt, im Frieden, Wie süß wird doch die Ruhe sein Dem Herzen, das sich oft hienieden Gemüh't, der Ruhe sich zu freu'n, Dem, der gehofft und sich gefehnt, Das Aug' im Stillen oft gethränt! 5. Wann lieg' und schlaf' ich ganz im Frieden? Wann nimmst du mich, mein Jesus, hin? Wann wird der Tag mir sein beschieden, - Da ich darf in die Heimath zieh'n? O Jesu, komm', und führe du Mich bald hinein zur ew'gen Ruh'! Emanuel Langbecker( 1792-1843). Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c. 591. Jh werfe mich in ( ch Ach, treuer Vater, halt' mich fest, Verlaß den nicht an seinem Ende, Der ewig sich auf dich verläßt. Du bist mein Gott von Jugend auf, Beschließ' auch meinen Lebenslauf. 2. Du hast nach deiner Vatergüte brat Beständig wohl an mir gethan. Erhör' auch meine letzte Bitte: Nimm, Gott, mich dort zu Ehren an. regiert, Mit Lust erquickt, mit Kreuz geübet, Oft wunderbar, stets wohl geführt. Wohin ich ging, wohin ich sah, Gingst du mit mir, warst du schon da. 4. Tritt jetzt zu meinem Sterbebette, Sieh meine Noth erbarmend an, Verbinde, lindere, errette! Du bist es, der mir helfen kann. Beschüßze den, der an dich glaubt, Daß deine Treu' im Tode bleibt. 5. Komm', Heiland, komm', vertreib' das Bangen, Besiege meinen letzten Feind! Jm Tod laß meinen Blick ich hangen An deinem Opfer, Seelenfreund. Sprich' mir Trost, Muth und Freude zu, Mach' Ende, Herr, bring' mich zur Ruh'. nomb 6. Ihr todten Güter dieser mdi on Erden, Ihr machet mir den Tod nicht schwer, Zurück! Jetzt will ich selig werden, Jch brauch' und acht' euch nun nicht mehr. Wer droben Alles erben kann, Sieht schlechte Dinge nicht mehr an. 7. Ich übergebe dir die Meinen, Du Vater der Barmherzigkeit; Laß ihnen stets dein Trostlicht scheinen 392 Sterbe- und Und bleib' ihr Gott zu aller dron Beit. Beschüße sie vor Ungemach Und bringe sie mir selig nach. Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 592. Ich will dich noch im Noch nah' am Grabe preis' ich no en dich; n Zum Segen gabst du mir das Leben; Du segnest auch im Sterben od och mich. Mein Leben sucht' ich dir zu weih'n; Mein Tod auch soll dir heilig ſein. Begräbnißlieder. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, Wie du, so werd' ich auferstehn. 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen Und mir die letzten Schrecken un droh'n; Du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, Durch dich darf ich den Tod e di nicht scheun, So nah' dem Lohn', den Gott so verspricht, So nah' dem Ziele sink' ich nicht. 6. Ich will dich noch im Tod' erheben, Noch nah' am Grabe preis' ich dich, Denn ewig werd' ich vor dir leben. 2. Gott, welche feierliche Stunden, Wenn du mich nun der Erd' entziehst, Auf mich, den du getreu beog funden, Voll schonender Erbarmung siehst; Allmächtiger, in dein Gericht Gehst du mit mir Erlöstem nicht. 3. Der Leib wird schwach, die ird'sche Hütte, Der Glieder morscher Bau zerpildilt fällt; Schon gehen meine müden Schritte Den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getrost und zage nicht; Denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode tro beben, Da du für mich, Erlöser, starbst? Er ist durch dich der Weg zum Leben, Das du am Kreuze mir ernani warbst; Wie segnest du, mein Bater, mich! O Tod! o Sterben mein Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin. Johann Eschenburg( 1743-1820). Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens. n Christi Wunden. 593. ein, Die machen mich von Sünden rein; Ja, Christi Blut- Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; 2. Damit will ich vor Gott bestch'n, Wenn ich zum Himmel werd' eingehn; Mit Fried' und Freud' fahr' ich ope? ou no dahin, Ein Gottestind ich all'zeit bin. 3. Dank hab', o Tod, du förderst mich; In's ew'ge Leben wand're ich, Durch Christi Blut von Sünden grein. Herr Jesu, stärk' den Glauben mein! Paul Eber( 1511-1569). Sterbe- und Begräbnißlieder. Eigene melobie. 3. Starter Jesu, laß mich nicht, 594. Laßt ihm Weil ich doch an die nur hangel gehn, Mich erschredt zwar das Gericht Und die Sünde macht mir bange; Aber dein Verdienst und Huld Decket alle meine Schuld.com 4. Süßer Jesu, laß mich nicht, Wenn du siehst, ich soll gesegnen; Führe mich, du bist mein Licht, Laß die Engel mir begegnen, Daß sie mich zur süßen Ruh' Tragen nach dem Himmel zu! 5. Treuer Jeju, laß mich nicht! Denn ohn' dich will ich nicht sterben. in- gam möge sehn! Meine Seel' ist voll Verlangen, Ihn auf ewig zu umfangen Und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht,:,: Sonne, die durch Wolken bricht! O, wann werd' ich dahin kommen, Daß ich dort mit allen Frommen Schau' dein holdes Angesicht? 3. Ach wie schön:,: Ist der Engel Lobgetön'! Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel, Flög' ich über Thal und Hügel Heute noch nach Zions Höh'n. 4. Wie wird's sein,:,: Wenn ich zieh' in Salem ein, In die Stadt der gold'nen Gassen, Herr, mein Gott! ich kann's nicht de fassen, Was das wird für Wonne sein. 5. Paradies,:: d Wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen Wird uns sein, als ob wir träumen: Bring' uns, Herr, in's Paradies. ed Guft. Knat( 1806-1878). Mel. Meinen Jefum laß ich nicht. 595, fiebster Jeju, laß mich nicht, da an Schau' auf mich, wie ich muß streiten; Wenn der Tod die Glieder bricht, Laß mich deine Liebe leiten Und durch deinen Kreuzestod Ueberwinden alle Noth! 2. Treuer Jesu, laß mich nicht! Denn du bist ein Arzt der din Schwachen; Ja, du hast dich mir verpflicht't, Daß du willst mich selig machen. Meine Kräfte neigen sich: O mein Jesu, stärke mich! 393 Niemand, wie dein Mund selbst spricht, Kann ohn' dich den Himmel erben; Darum bleib', ach, bleib' in mir, Daß ich selig sterb' in dir. 6. Jesu, laß' auch diese nicht, Die dann bitter um mich weinen; Laß dein gnädig Angesicht Ihnen stets mit Trost erscheinen; Zieh' sie aus dem Ungemach Endlich in den Himmel nach! zachar. Herrmann( 1643-1717). Mel. O Jesu, mein Bergnügen. 596. Nein, nein, das iſt 3u seinem Gott zu gehn, Der dunkeln Erd' entfliehen Und zu der Heimath ziehen In reine Sternenhöhn! 2. Nein, nein das ist kein Sterben, Ein Himmelsbürger sein, Beim Glanz der ew'gen Kronen In süßer Ruhe wohnen, Erlöst von Kampf und Bein. 3. Nein, nein, das ist kein Sterben, Der Gnadenstimme Ton Voll Majestät zu hören: 394 Sterbe- und Begräbnißlieder. ,, Komm', Kind, und schau' mit| Der auch für mich gestorben, Des Vaters Huid erworben, Und der mein Mittler worden ist. 5. Die Sünd' mag mir nicht schaden, Ehren Mein Antlig auf dem Thron." 4. Nein, nein, das ist kein Sterben, Dem Hirten nachzugehn! Er führt das Lamm zu Freuden Und wird dich ewig weiden, Wo Lebensbäume stehn. 5. Nein, nein, das ist kein Sterben, Mit Herrlichkeit gekrönt Zu Gottes Volk sich schwingen Und Jesu Sieg befingen, Der uns mit Gott versöhnt. 6. Onein, das ist kein Sterben, Du Heil der Kreatur! du Dort strömt in ew'gen Wonnen Der Liebe voller Bronnen; Hier sind es Tropfen nur. Cäsar Malan( 1786-1864). Erlöst bin ich aus Gnaden Umsonst durch Christi Blut. Nicht Werkdienst kann mir frommen, Will ich zu Gnaden kommen. Der wahre Glaub' allein es thut. 6. Ich rede nicht vom Lohne, Sag' nur: zu deinem Throne Kommt ein unnüßer Knecht. Das ew'ge, sel'ge Leben Willst du umsonst mir geben Nicht nach Verdienst, nach Wahl, noch Recht. 7. D'rauf will ich fröhlich sterben, Das Himmelreich ererben, Das Jesus mir erwarb; Hier mag ich nicht mehr weilen, Mel. Nun ruhen alle Wälder. 597. Welt, ich muß dich Mit Freuden will ich eilen D Hinauf zu dem, der für mich starb. Ich ziehe meine Straßen In's ew'ge Vaterland, Den Geist will ich aufgeben, Dazu sei Leib und Leben Gesetzt in Gottes gnäd'ge Hand. 2. Mein Lauf ist nunvollendet, Der Tod das Leben endet: Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ew'ge muß mir werden, Mit Fried' und Freud' fahr' ich dahin. m 8. Damit fahr' ich von hinnen. O Welt, du mußt zerrinnen, Darum besinne dich: Auf! Dich zu Gott bekehre Und von ihm Gnad' begehre, Daß er auch dein erbarme sich. 9. Die Zeit ist schon vorhanden: Laß ab von Sünd' und Schanden Und richt' dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen; Laß alle ird'sche Sachen Und fang' ein göttlich Leben an. 10. Fahr wohl! In Gottes Hände 3. Ob mich die Welt betrogen Und oft von Gott gezogen Durch Sünden mancherlei: Will ich doch nicht verzagen, Ich will im Glauben sagen, Daß meine Schuld vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, Sein Antlitz will ich schauen, Ich hoff's durch Jesum Christ, Befehl' ich dich am Ende, Dahin steht mein Begehr. Hüt' dich vor Bein und Schmerzen, Nimm meinen Tod zu Herzen; Mein's Bleiben's ist jetzt hier nicht mehr. Joh. Heß( 1490-1547). Sterbe- und Begräbnißlicder. Eigene Melodie. 598. Valet will ich dir geben, Du arge, falsche Welt; Dein sündlich böses Leben Durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen. Hinauf steht mein Begier: Da wird Gott ewig lohnen Dem, der ihm dient allhier. 2. Rath' mir nach deinem Herzen, all Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon! Verkürz' mir alles Leiden, Stärk' meinen blöden Muth, Laß selig mich abscheiden, Se' mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam' und Kreuz allein Funkelt all' Zeit und Stunde, D'rauf kann ich fröhlich sein: Erschein' mir in dem Bilde Zum Trost in meiner Noth, Wie du dich, Herr, so milde Geblutet haft zu Tod'. 4. Verbirg mein' Seel' aus Gnaden Bei dir vor allem Leid! Rück' sie aus allem Schaden Zu deiner Herrlichkeit. Der ist hier wohl gewesen, Wer kommt in's Himmels Schloß, Und ewig ist genesen, Wer bleibt in deinem Schooß. 5. Schreib' meinen Nam'n auf's Beste In's Buch des Lebens ein Und bind' mein' Seele feste In's schöne Bündelein Der'r, die im Himmel grünen Und vor dir leben frei: So will ich ewig rühmen, Daß treu dein Herze sei. Valerius Herberger( 1562-1627). 395 Eigene Melodie. 599. We ein vorhanden iſt, Daß ich fahr' meine Straße, Geleit' du mich, Herr Jesu Christ, Mit Hilf mich nicht verlasse! Die Seel' an meinem letten End' Befehl' ich dir in deine Händ': Du woll'st sie mir bewahren. 2. Die Sünde wird mich tränken sehr, Mich mein Gewissen nagen; Denn ihr'r ist viel, wie Sand am Meer, Doch will ich nicht verzagen, Will denken, Herr, an deinen Tod, An deine heil'gen Wunden droth: Die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib', Deß tröst' ich mich von Herzen; Von dir ich ungeschieden bleib' In Todesnoth und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb', so sterb' ich dir: Ein ewig Leben hast du mir Durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, Werd' ich im Grab nicht bleiben; Mein höchster Trost dein' Auffahrt ist, Kann Todesfurcht vertreiben; Denn wo du bist, da komm' ich hin, Daß ich stets bei dir leb' und bin: D'rum fahr' ich hin mit Freuden. Nit. Hermann( geſt. 1561). 396 Sterbe- und Begräbnißlieder. onspite III. Sieder beim Tode Angehöriger, Begräbnißlieder. Mel. Nun tomm', der Heiden Heiland. eder: Jesu, komm' boch selbst zu mir. 600. Aller Gläubigen Ist da, wo ihr Herz und Schay, Wo ihr Heiland Jesus Christ, Und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das And're dort In die ew'ge Heimath fort, Ungefragt, ob die und der Uns nicht hier noch nüßlich wär'. 3. Doch der Herr kann nichts versehn; Mel. Christus, der ist mein Leben. 601. Am Grabe stehn wir 4. Ihn hat nun als den Seinen Der Herr dem Leid entrückt, Und während wir hier weinen, Ist er so hoch beglückt. 5. Er trägt die Lebenskrone Und hebt die Palm' empor, Und singt vor Gottes Throne Ein Lied im höhern Chor. Läßt er etwas denn geschehn, Mel. Der lieben Sonne Licht und Bracht. Hat man nichts dabel zu thun, 602. Die Christen gehn von Ort Durch mannichfalt'gen Jammer, Und kommen in den Friedensport zu und zu 4. Manches Herz, das nicht dil mehr da, Geht uns freilich innig nah'; Doch, o Liebe, wir sind dein, Und du willst uns Alles sein. V. 2 von Christian Gregor( 1723-1801), die übrigen von Nik. Gr. Zinzendorf. Und säen Thränenfaat, Des lieben Pilgers Hülle, Der ausgepilgert hat. 2. Er ist mun angekommen, Wir pilgern noch dahin; Er ist nun angenommen, Der Tod war ihm Gewinn. 3. Er schaut nun, was wir glauben, Er hat nun, was uns fehlt; Ihm kann der Feind nichts rauben, Der uns versucht und quält. 6. Wir armen Pilger gehen Hier noch im Thal umher, Bis wir ihn wieder sehen Und selig sind, wie er. Karl Spitta( 1801-1859). Und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf In seinen Armen auf; Das Weizenkorn wird in sein Beet Auf Hoffnung schöner Frucht ge jä't. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sei'n eure Schritte, Du friedevoll befreiter Geist, Du jest verlaß'ne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, Dir glänzt der Morgenstern; Euch, Glieder, deckt mit sanfter Ruh'u Der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freu'n uns in Geplaihia laffenheit Der großen Offenbarung; Indessen bleibt das Pilgerkleid In heiliger Berwahrung. Wie ist das Glück jo groß Sterbe und Begräbnißlieder. In Jesu Arm und Schooß! Die Liebe führ' uns gleiche Bahn, So tief hinab, so hoch hinan! Nit. Gr. Zinzendorf( 1700-1760). ogon Eigene Melodie. 603. Chab ich Einen guten Kampf 397 Und liegst nun da in süßer Ruh' In deines Heilands Hand! 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht Von aller Angst und Pein; Sein lettes Wort: ,, es ist vollbracht!" Auf der Welt gekämpfet: Denn mein Gott hat gnädiglich All' mein Leid gedämpfet, Daß ich meinen Lebenslauf Selig nun vollendet Und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt Der Gerechten Krone, Die mir wahre Freud' erregt In des Himmels Throne; Nun geschieht, daß jenes Licht, Dem ich hier vertrauet, Nämlich Gottes Angesicht, Meine Seele schauet. 3 Dieser schnöden, bösen Welt Kummervolles Leben Mir nun länger nicht gefällt, Hab' mich drum ergeben Meinem Herrn, bei dem ich bin Jetzt in lauter Freuden; Denn sein Tod ist mein Gewinn, Und mein Trost sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr, meine Freund', Das singt dich lieblich ein. 3. Du läß'st dich zur Verwandelung In dies Gefilde sä'n, Mit Hoffnung und Versicherung: Viel schöner aufzustehn. 4. Verbirg dein liebes Angesicht 3m fühlen Erdenschooß! Wer hier gelebt in Christi Licht, Der erbt ein selig Loos. 5. Wir hoffen, daß dein Seelenfreund, Der ewig treue Hirt, Der's hier mit dir so wohl gemeint, Dich schön empfangen wird. 6. Er führe, was ihm lieb und werth, Und was sich zu ihm hält, Als seine auserwählte Heerd' Auch vollends durch die Welt! Gottfried Neumann( 1688-1782). Mel. Nun ruhen alle Wälder. 605. H crr, wenn wir in den Särgen Die Unsern klagend bergen, Wenn Gram das Herz uns bricht, Alle meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, Laßt cuch nicht betrüben Diesen Schritt, den ich jeßt thu' In die Erde nieder: Schaut, die Sonne geht zur Ruh', Kommt doch morgen wieder. Heinr. Alberti( 1604-1650). Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 2. Die Liebsten, die wir haben, Die süß'sten Himmelsgaben Sind ein verlöschend Licht. 604. i wie so fanft doch Die wir noch heut umfangen, schlummerst du Sind morgen schon gegangen, Nach manchem schweren Stand, Wir suchen sie und finden nicht. Wie sollten wir's ertragen, Und wie nicht ganz verzagen, Wenn du nicht sprächest: weine nicht. Sterbe- und Begräbnißlieder. 398 3. Das thut der Sold der Sünde, Auf daß er uns verkünde Dein zürnend Strafgericht. Der Menschheit traurig Erbe, Es wäre allzuherbe, Wenn du nicht sprächest: weine nicht. 4. Weint nicht, euch ist vergeben, Die Todten sollen leben Vor meinem Angesicht. Laßt sie die Gruft bedecken: Ich werde sie erwecken Und euch mit ihnen. Weinet nicht. 5. Herr, über Tod und Leben, Dein Wert hat kundgegeben, Daß dein Mund Wahrheit spricht. Du sprachst, und Todt' erstanden, Du selbst, aus Todesbanden Ausfahrend, sagst uns: weinet nicht. 6. Das präg' in uns're Herzen, Vertreib' die bittern Schmerzen Und stärk' uns zum Verzicht; Du gabst und nahmest wieder, Du nimmst und giebst uns wieder. Wir glauben, Herr, und weinen nicht. 7. Fahrt wohl, ihr Herzgeliebten, Um die wir uns betrübten, Weil ihr so früh verblicht; Ruht aus in euern Kammern Von allen Erdenjammern, Der Herr, der Herr sagt: weinet nicht. Victor v. Strauß( geb. 1809). 606.morgen bir! Mel. Jesus, meine Zuversicht. eute und So hört man die Glocken klingen, Wenn wir die Verstorb'nen hier Auf den Gottesacker bringen. Aus den Grüften ruft's herfür: Heute mir und morgen dir. 2. Heute roth und morgen todt! Unser Leben eilt auf Flügeln, Und wir haben täglich Noth, Daß wir uns an Andern spiegeln. Bald ergeht des Herrn Gebot: Heute roth und morgen todt. 3. Einer folgt dem Andern nach. Keiner kann den Andern retten; Wird in's Grab uns Alle betten. Und was Adam einst verbrach, Jedem wird sein Schlafgemach, Einer folgt dem Andern nach. 4. Mensch, es ist der alte Bund, Ach, der Tod zählt keine Jahre; Bist du heute noch gesund, Denk' an deine Todtenbahre. Morgen fällt, wer heute stund, Mensch, es ist der alte Bund. 5. Ach, wer weiß, wie nah' mein Tod! Ich will sterben, eh' ich sterbe: So wird mir die lette Noth, Wenn sie kommt, doch nicht so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott, Ach, wer weiß, wie nah' mein Tod. 6. Selig, wer in Christo stirbt! Denn ihm wird der Tod zum Leben. Wer in Christo Gnad' erwirbt, Kann den Geist getroft aufgeben, Weil er nicht im Tod' verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt. Benj. Schmold( 1672-1737). Mel. Christus, der ist mein Leben. 607. Ich weiß, an wen ich glaube, Sterbe- und Begräbnißlieder. Tief ist der Seelen Wunde; Ach, fast erliegt der Geist, Wenn Alles nun verschwindet, Was Herz an Herzen bindet, Das letzte Band der Tod zerreißt. 5. Doch konnt' es ewig dauern? Es mußte Einer trauern; Denk', daß dich Gott erfor'. Gehorsam seinem Willen Fühl' deinen Schmerz im Stillen Und schaue gläubig dann empor. 6. Sprich: Was du mir gegeben, Herr über Tod und Leben, Es war mein höchstes Glück; Doch blicb' es ja das Deine; Ob ich auch klag' und weine, Geb' ich's doch willig dir zurück. 7. Bum Himmel früh erkoren, Seid ihr uns nicht verloren, Um die die Thräne fließt. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 608, Mein banges Herz, Hier trübten eure Freuden sei stille! Es war des Vaters Wille; Der Vaters Will' ist gut. Was seine Hand gelichen, Darf sie das nicht entziehen? Und darfst du tadeln, was sie thut? Doch Sorgen oft und Leiden; Wir suchen noch, was ihr genießt. 8. Wer weiß, wie bald zum Scheiden Denn mein Erlöjer lebt, Der, wird der Leib zu Staube, Den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, Wenn Alles wankt und weicht, Der, wird dem Herzen bange, Die Rettungshand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue; Und, wenn das Auge bricht, Daß ich ihn ewig schaue, Ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Thränen So tröstend und so mild, Und mein unendlich Sehnen Wird nur durch ihn gestillt. Auguft Niemeyer( 1754-1828). MIST 2. Wer wohl den Lauf vollbrachte, Der kommt oft, eh' er's dachte, An seiner Wallfahrt Ziel. Er ruht in Vaterhänden; Ihn herrlich zu vollenden, Entrückt ihn Gott dem Weltgewühl. 399 4. Schwer ist der Trennung Stunde, 3. Des Lebens Freud' und Kummer Löst sich im sanften Schlummer Des Todes endlich auf. Der Tod kommt, uns zu retten Von allen unsern Ketten; Frei steigt der Geist zu Gott hinauf. Von allen Erdenfreuden Für uns die Stunde schlägt! D'rum trocknet, Wehmuthszähren! Es wird nicht lange währen, Daß man auch uns zur Ruhe trägt. August Niemeyer( 1754-1828). Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 609. un bringen wir den Leib zur Ruh' Und decken ihn mit Erde zu, Den Leib, der nach des Schöpfers Schluß 3u Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch' und Staub, Nicht immer der Verwesung Raub, Sterbe- und Begräbnißlieder. 400 Er wird, wenn Christus einst erscheint, Mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; Schau' hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Noth Kommt endlich noch zulegt der Tod. 4. Schnell schwindet uns're Lebenszeit; Auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. Es währen Reichthum, Ehr' und Glück, Wie wir selbst, einen Augenblick; So währt auch Kreuz und Traurigkeit, Wie unser Leben, turze Zeit. 6. Ofich'rer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In Allem, was du denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, Soll Jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt', o Gott, durch Christi Blut, Mach's doch mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereu'n, Vor unserm Gott uns findlich scheu'n. Wir sind hier immer in Gefahr; Nehm' Jeder seiner Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, So sei uns nah', Herr Jesu Christ! Mach' uns das Sterben zum Gewinn, Bieh' unf're Seele zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, Die Gräber mächtig öffnen wirst, Dann laß uns fröhlich auferstehn Und dort dein Antlig ewig schn. Ehrenfried Liebich( 1713-1780). Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 610. un ist der Kreuzberg überstiegen, Mein Tabor hab' ich nun erlangt, Nachdem in schmerzlich langem Liegen Ich hingesiechet und gefrankt. Jetzt werde ich in einer Stund Auf einmal frisch und ganz gefund. 2. Zuvor stieg ich auf schwachen Füßen Mühselig nur empor zur Höh', Mein Gott, wie hab' ich klimmen müssen! Gottlob, daß ich nun oben steh'! Nun ist der Kreuzberg hinter mir: Ach Gott, wie schön ist Alles hier. 3. Ihr, meine Liebsten auf der Erde, Die ihr mich herzlich habt geliebt, Ihr wist am besten die Beschwerde, Die mich gedrücket und betrübt, Bis mir im Tod das Herze brach, Kommt, seht mir jetzt mit Freuden nach. 4. Beschet doch mein Grabgeschmeide, Hier ist kein Gold, kein Diamant, Hier fragt man nicht nach Sammt und Seide, Das Jrd'sche ist nur Staub und Sand. Ich habe jenen Schmuck ererbt, Den ihr erst schauet, wenn ihr sterbt. 5. Die Seel' ist in dem Hochzeitsfaale, Sterbe- und Begräbnißlieder. hier auf Erden, Da sind die Tafeln schön gedeckt,| 10. Schaut mein Begräbniß Da setzt man sich zum Abendmahle, d Da Alles nach dem Himmel schmeckt. Die ihr mit mir zu Grabe geht, Denkt, daß ihr auch müßt Asche werden, Da seh' und hör' ich stimmen an, Was auch kein Paulus sagen kann. 6. Wer rechnet mir es nicht zum Glücke, Daß ich nun darf bei Jesu sein! Denkt, meine Lieben, nur zurücke, Wie ich nur Haut noch und Ge- 611. Gott hat an dich Mel. Es ist genug. o ruhe bein; Kein Arzt, kein' Heilung war für mich, gedacht, Bis Jesus sprach: ich heile dich. 7. Ich konnte fast kein Wort mehr sprechen, Doch rief ich immer: Jesus! aus, Es wollten mir die Augen brechen, Da sah ich schon in's Hochzeitshaus, Und Alles wohl gemacht. Schlaf, müder Leib; Schlaf' wohl zu guter Nacht, Weil Jesus dich bewacht. Verschlafe die erlittnen Schmerzen, Wir schließen dich in uns're Herzen. :: So ruhe wohl!:,: Wie schön war da der Freudenort, 401 Die ihr bei meinem Grabe steht, Und folget endlich Alle nach In dieses tühle Schlafgemach. Verfasser unbekannt. Als daß ich schneller sterben könnt', Doch machte mich im Tod erfreut Der Vorschmack meiner Seligkeit. 9. Ihr Lieben, die ich hier verlasse, Lebt wohl, ich treff' im Himmel an Den Heiland, den ich nun umfaffe, Und Jesus war mein lettes Wort. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 8. Nun ist's erfüllt, ich bin 612, o tragen wir den genesen: Wie wohl ward mir an meinem End'! Staub zum Staube, Dies ist des Erdenlauf's Geschick; Doch aus dem Staube hebt der Glaube Nichts ist mein leßter Wunsch gewesen, Bei dem ich selig leben kann. Bei Gott werd' ich für's Kreuz ergößt. Bleibt All' im Glauben unverlegt. Benj. Schmold( 1672-1737). Bu seinem Himmel auf den Blick, Wo das jetzt selig liebt und lebt, Was hier im Staub so oft gebebt. 2. Dort über Särgen, über Grüften Ruft uns der Glaube zu: empor! Empor zu heitern Sternenlüften, Wo der Erlösten Jubelchor Sein heilig! heilig! heilig! singt, Das in die Gräber niederflingt. 3. Von dort bringt einst unsterblich Leben uns unser Gottesheld herab, Der uns das höchste Pfand geGiom geben, Der Sieger über Tod und Grab. 26 Sterbe- und Begräbnißlieder. 402 Er spricht: von dem, was hier zerstäubt, Schaut hin auf das, was ewig bleibt. 4. Zum Licht empor! in's Reich der Frommen, In's Heimathland emporgeschaut! Bon oben wird die Freude kommen, Wenn's auch hier unten bebt und graut. Zu mir empor! Empor zum Licht! Empor das Herz, das Angesicht! 5. So decken Erde wir mit Erde Und wanken in dem Glauben nicht, Daß Alles Wahrheit sei und werde, Was unser Heiland zu uns spricht! O weint um das nicht, was zerstäubt, Freut euch mit dem, was ewig bleibt! Ernst Mor. Arndt( 1769-1860). Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott zc. 613. Wohlauf, wohlan zum letzten Gang, Kurz ist der Weg, die Ruh' ist lang, Gott führet ein, Gott führet aus: Wohlan hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg' in der Wanderzeit, Du gabest Freuden, gab'st auch Leid, Schließ' nur getrost die Pforte zu, Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ew'gen Ruh'! | Nun gute Nacht! der Tag war non schwül 3. Tragt ihn fein sanst in's Schlafgemach, Ihr Lieben, folgt ihm segnend nach, Im Erdgewühl; Nun gute Nacht! die Nacht ist kühl. 4. Ein Schmuck ist auch das per Leichentuch, Ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn, Sein Kreuz voran: Das winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken, tönt hochfestlich d'rein Und läutet hell den Sabbath ein, Der nach des Werktags kurzer Frist Durch Jesum Christ Für Gottes Volk vorhanden iſt. 6. O selig, wer das Heil erund in dem Herrn, dem Mittler, wirbt, stirbt! selig, wer vom Laufe matt Die Gottesstadt, Die droben ist, gefunden hat. 7. Was such'st du, Mensch, bis in den Tod? Du such'st so viel, und Eins ist Die Welt beut ihre Güter feil:- noth. do Dent' an dein Heil Und wähl' in Gott das beste Theil! in 8. Was sorg'st du bis zum legten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz. Schau' himmelwärts, Da wo dein Schatz, da sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell' dein Haus bei Zeit, Eh' dich der Tod an Todte reiht, Sie rufen: gestern war's an mir. Sterbe- und Begräbnißlieder. Heut ist's an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Bom Freudenmahl' zum Wanderstab, Aus Wieg' und Bett in Sarg und Grab, Wann, wie und wo? ist Gott bewußt! Schlag' an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch! du mußt. 11. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, Kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, Da blüht zu schön kein Wangenroth: Im Finstern droht Der Tod und überall der Tod. 12. Ach banges Herz, im Thränenthal, Wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist's, Herr, der mit Gottesmacht Aus Gräbernacht Das Leben hat an's Licht gebracht. 13. Dein Wort, Herr, klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr. Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Dein Himmelgehn Läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der sich, mit dir vertraut, 403 Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Schon hier die ew'gen Hütten baut! Ihr Schlafendenim Friedensreich, Gönnt allzugleich Auch ihm ein Räumlein neben euch. Er sieht das Kleinod in der Fern' Und tämpfet gern Und harrt der Zukunft seines Herrn. 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, Viel Wohnungen im Himmel dort, Bereitet ist die Stätte schon Am Gnadenthron, Bereitet uns durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; Er zeugt und spricht: ich komme bald. Ja, komm', Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein. Christian Sachse( 1785-1860). Beim Tode der Gattin. Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden. Gott, ich 614. in Traurigkeit Ad Mein Leben nun beschließen, Weil jetzt der Tod von meiner Seit' So eilends hat gerissen Mein treues Herz, der Tugend Schein, Deß muß ich num beraubet sein, Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit Gedenk' in meinem Herzen, Die sie mir doch zu jeder Zeit In Freud' und auch in Schmerzen Erwiesen unveränderlich, Dann mehrt mein Kreuz und Weinen sich, Vor Weh' möcht' ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt 26* Sterbe- und Begräbnißlieder. 404 Rechtschaffne Liebe finden? Der größte Theil nicht Glauben hält, Die Treu' will gar verschwinden. Ich glaub' und red' es ohne Schen: Die best' ist doch getraute Treu', Der muß ich jetzt entrathen. 4. Fürwahr, es geht ein scharfes Schwert Mir jetzt durch meine Seele, Die abzuscheiden oft begehrt Aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, In solchem Kreuz mein Tröster biſt, Muß ich in Leid verzagen. 5. O treu geliebtes, selig Herz, Zu dir will ich mich wenden In diesem meinem großen Schmerz, Will die Gedanken senden Zu dir und deinem jetz'gen Stand, Wie Gott dir alles Kreuz gewandt In höchste Freud' und Wonne. 6. Kein' Angst und Trübsal, Weh' und Noth Kann jetzt dich noch verlegen. Im Himmel wird der liebe Gott Mit Liebe dich ergößen. Die Seele schaut mit Lust und dup Freud' Die heilige Dreifaltigkeit Mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir In dies betrübte Leben, Ich aber komm' hinauf zu dir.. Da werd' ich mit dir schweben In höchster Freude, Wonn' und Lust, Die deiner Seele stets bewußt, D'rauf ich mich herzlich freue. 8. D mit wie großer Freudigfeit Woll'n wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit Der bitt're Tod mehr trennen. Ach, welche Freude wird das sein, Wann ich dich, die ich jetzt bewein', Mit Freuden werd' umfangen. 9. Das will ich stets in meinem Leid Mir zu Gemüthe führen, Erwarten in Geduld die Zeit, Wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes, steh' zu mir Und mich durch deinen Geist regier' Zu deines Namens Ehren. Johann Heermann( 1585-1647). Beim Tode von Kindern. Mel. Es ist genug. 615. jamas Mägdlein schläft; mert nicht. Gönnt ihm die süße Ruh'. Sein blasser Mund, Sein friedevoll Gesicht Es spricht euch tröstlich zu: Ein lieblich Loos ist mir beschieden, Ich lieg' und schlafe ganz in Frieden; :: Das Mägdlein schläft.:: 2. Das Mägdlein schläft; Wie selig schlief es ein In seines Hirten Arm; Noch war sein Herz Vom Gift der Sünde rein, D'rum starb es ohne Harm; Ein schuldlos Herz, ein gut Gewissen Das ist ein ruhig Sterbekissen. :,: Das Mägdlein schläft.:: 3. Das Mägdlein schläft; All' Erdenweh' und Noth Verschläft's im sichern Zelt; Wißt, Eltern, ihr, Was Bitt'res ihm gedroht Sterbe- und In dieser argen Welt? Jest mag der rauhe Winter stürmen, Der schwüle Sommer Wetter thürmen; :,: Das Mägdlein schläft.:: 4. Das Mägdlein schläft; Nur eine kurze Nacht Verschläft's im Kämmerlein; O wenn es einst Begräbnißlieder. 405 5. Ihr Neß mag sie nurstellen, Mich wird sie nun nicht fällen, Und wird mir thun kein Leid. Denn wer kann den verletzen, Den Christus will versetzen In's Schloß vollkommner Sicherheit? Vom Schlummer auferwacht, Das wird ein Morgen sein! Der eintrat in Jairus' Kammer, Der stillet dann auch euren Jammer. :,: Das Mägdlein schläft.:,: Nach Karl Gerok( geb. 1815). Da ich werd' aufgenommen In's schöne Paradies! Ihr Eltern, dürft nicht klagen; Mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr' und Preis! 6. Zuvor bracht' ich euch Freude, Jeht, da ich von euch scheide, Betrübt sich euer Herz; Doch wenn ihr's recht betrachtet Und, was Gott thut, hochachtet, Wird sich bald lindern aller Schmerz. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 616. Gott Lob, die Stund' Was er nicht vorgesehen, kommen, Und was er thut, ist wohlgethan. 8. Wenn ihr mich werdet finden Vor Gott, frei aller Sünden, In weißer Seide stehn, Und tragen Siegespalmen In Händen und mit Psalmen Des Herren Ruhm und Lob erhöhn: 2. Kurz ist mein irdisch Leben; Ein besser's wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd' ich nicht mehr sterben, In keiner Noth verderben; Mein Leben wird sein lauter Freud' 3. Gott eilet mit den Seinen, Läßt sie nicht lange weinen In diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben Heißt schnell und glücklich erben Des schönen Himmels Ehrensaal. 7. Gott zählet alle Stunden, Er schlägt und heilet Wunden, Er kennet Jedermann. Nichts ist jemals geschehen, 4. Wie oft wird doch verführet Manch' Kind, an dem man spüret Rechtschaff'ne Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke Legt heimlich ihre Stricke Bei Tag und Nacht zu jeder Zeit. 9. Da werdet ihr euch freuen; Es wird euch herzlich reuen, Daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen Gedenket zu erfüllen Und ihm sich in Geduld ergiebt! 10. Lebt wohl nun, seid gejegnet! Was euch zur Stund' begegnet, Jst Andern auch gescheh'n. Viel' müssen's noch erfahren. Nun Gott woll' euch bewahren! Dort wollen wir uns wiederseh'n. Joh. Heermann( 1585-1647). 406 Sterbe- und Begräbnißlieder. Eigene Melodie. Mel. O Gott, du frommer Gott. 617. Ihr Eltern gute Nacht! 618. Jhr Eltern, gute Nacht! Mein allzuschneller Tod es an ein Scheiden. Hat freilich euch gemacht Viel Schmerzen, Angst und Noth, Doch laßt das Trauern fahren; Mein Gott hat mich gebracht Zu auserwählten Schaaren. :,: Ihr Eltern, gute Nacht!:: 2. Betrübt euch nicht zu sehr, Daß ich entrissen bin; Bedenket nur vielmehr, Es sei so Gottes Sinn, Der mich für euch geliebet Und sogar wohl bedacht, Daß mich dort nichts betrübet. :,; Ihr Eltern, gute Nacht!:,: 3. Ich war zwar eure Lust, So lang' ich weilt' bei euch, Nun hab' ich fort gemußt In Gottes Freudenreich Und kann dafür dort oben In voller Zier und Pracht Stets meinen Jesus loben. :,: Ihr Eltern, gute Nacht!:,: 4. Die Welt hat nichts als Bein. Es muß hier durch den Tod Doch einst geschieden sein; Und hätt' auch gleich mich Gott Noch lassen jetzt genesen Und mich gesund gemacht, Was wär' es mehr gewesen? :,: Darum nur gute Nacht!:,: 5. Befehlt nur in Geduld Dem Höchsten euer Leid, So wird desselben Huld Einst cure Traurigkeit Mit lauter Lust bedecken, Wenn von des Todes Macht Mich Jesus wird erwecken. :: Indessen gute Nacht!:,: Verfasser unbekannt. Ich fahr' zu Jesu hin In seine Himmelsfreuden, Zu Jesu, welcher mich So freundlich stets anlacht. Ach, weinet, weinet nicht, Ihr Eltern, gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, Da jeßt mein zarter Leib Wird in das Grab getragen. Wißt, daß die Seele ist Zur Himmelsruh' gebracht. Ach weinet, weinet nicht, Ihr Eltern, gute Nacht! 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ist's, zu wohnen Im schönen Himmelschloß, Wo prangend stehn viel Kronen, Die Gott den Frommen hat Aus Gnaden zugedacht. Ach weinet, weinet nicht, Ihr Eltern, gute Nacht! 4. Ihr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, So werdet ihr mich doch Mit Herzenslust umfassen, Wenn eurer Wallfahrt auch Gott einst ein Ende macht. Ach weinet, weinet nicht, Ihr Eltern, gute Nacht! 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst und Marterstunden, Sie sind in dieser Welt Nun völlig überwunden. Mein Leib schläft sanft im Grab', Indeß mein Geist erwacht. Ach weinet, weinet nicht, Ihr Eltern, gute Nacht! Gotthard Schuster( geb. 1673). Sterbe- und Begräbnißlieder. So werfet hin das Leid Und sprecht: Gott hat's gegeben, Mel. Herzlich thut mich verlangen. 619. er To hab' ich obgesieget; 407 Bei ihm steht Tod und Leben; Der Mensch ist Gottes Knecht. 7. Daß ich mein Grab muß sehen, Zeigt unsern schwachen Stand. Daß es sobald geschehen, Thut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen; Ich sterbe nicht zu jung; Wer stirbt nach Gottes Willen, Der stirbt schon alt genug. Gottfried Sacer( 1635-1699). vollbracht. Ich bin gar wohl vergnüget; Zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, Sollt nicht so traurig stehn. Was wollt ihr euch betrüben? Mir ist gar wohl geschehn. 2. Fahrt hin, o Angst und Schmerzen! Fahrt immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, Daß ich erlöset bin. Ich leb' in tausend Freuden In meines Schöpfers Hand, Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. Mich trifft und rührt kein Leiden, 620. So sei denn dem zurückgegeben, dieser Welt bekannt. 3. Die noch auf Erden wallen In irrthumsvoller Zeit, Vermögen kaum zu lallen Von froher Ewigkeit. Viel besser, wohl gestorben, Als in der Welt gelebt; Die Schwachheit ist verdorben, Worinnen ich geschwebt. 4. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, Wie sonst ein Sieger prangt. Aus jenen Himmelslenzen Hat meine Seel' erlangt Die ewig grüne Krone; Die werthe Siegespracht Rührt her von Gottes Sohne, Der hat mich so bedacht. 5. Noch nezet ihr die Wangen, Ihr Eltern, härmt euch nicht, Euch hat das Leid umfangen, Daß fast das Herz euch bricht. Des Vaters treue Liebe Sieht sehnlich in mein Grab; Die Mutter siehet trübe Und kehrt die Augen ab. 6. Ich war euch nur geliehen Auf eine kurze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, Der dich, du holdes Kind, uns gab! Dein Tod ist Uebergang in's Leben, Und frühes Heil dein frühes Grab. Das ist es; bricht uns gleich der Schmerz Um deinen Tod das treue Herz. 2. Nach wenig heißen Thränenstunden Entfloh' dein unbefleckter Geist, Von Schmerz und Sterblichkeit entbunden, Zu dem, der Todte leben heißt; Ein Engel küßte deinem Mund Das Leben weg; du wardst gesund. 3. Er trug mit himmlischem Gefieder Dich, sanfte Unschuld, froh empor Zu Gottes Throne, zu der Brüder Und Schwestern unschuldsvollem Chor, Wo man der Erde Leid vergißt, Rein und unsterblich Alles ist. 4. Dort wird das Aug' dich wieder finden, 408 Sterbe- und Begräbnißlieder. Das Thränen hier um dich ver-| 5. 3war, wer in seiner Jugend Den Beg zu wahrer Tugend Durch Jesum Christum find't Und sich den ersten Glauben Hat niemals lassen rauben, Der lebt und stirbt auch wie ein Kind. gießt. Da werden alle Schatten schwindiado den, Wo Licht von Gottes Stuhle fließt; in Dann drückt dich mit der reinsten Lust, Wer Gott und dich liebt, an die Brust. 5. Dort wirst du mir entgegen gehen, Gereift an Einsicht und Verstand; Erstaunend werd' ich vor dir stehen Dort, in der Allvollendung Land. Da beten wir dann ewig an Die Liebe, die nur lieben kann. Johann Lavater( 1741-1801). Mel. Nun ruhen alle Wälder. 621.menn fleine Simmelserben In ihrer Unschuld sterben, So büßt man sie nicht ein; Sie werden nur dort oben Beim Vater aufgehoben, Damit sie unverloren sei'n. 2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Für Christum eingeweiht Und noch bei Gott in Gnaden: Was sollt' es ihnen schaden, Daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. Der Unschuld Glück verscherzen, Stets kämpfen mit den Schmerzen, Mit so viel Seclennoth, Im Angstgefühl der Sünden Das Sterben schwer empfinden: Davor bewahrt ein früher Tod. 4. Ist einer alt an Jahren, So hat er viel erfahren, Das ihn noch heute kränkt Und unter so viel Stunden Oft wenige gefunden, An die er mit Vergnügen denkt. 6. Allein wo sind die Reinen, Die jeßt noch so erscheinen, Wie sie das Wasserbad Vor Gottes Augen stellte Und die die Welt nicht fällte, Nicht schon in ihrem Neße hat? 7. Sich Jesu ganz verschreiben Und in der Welt zwar bleiben, Doch von der Welt nicht sein, Erfordert höh're Kräfte Als menschliche Geschäfte: Das muß allein uns Gott verleih'n. 8. Wie leicht geht nicht bei Kindern Von uns erwachs'nen Sündern Das sünd'ge Wesen an! Sind sie der Welt entrissen, Dann können wir erst wissen, Daß sie kein Tod mehr tödten m gre kann. 9. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zieh' hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen Und bleibest bei den Schafen, Die ewig unsers Jesu sind. Joh. Rothe( 1688-1758). Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 622. Wie kurz ist doch der Leben; Wie eilend wird es hingerafft! Wir sind mit Sterblichkeit umgeben. Wie bald verwelkt des Lebens Kraft! Wir blühen auf und fallen ab, Wir steigen aus der Wieg' ins Grab. Sterbe- und Begräbnißlieder. 2. Wohl aber dem, der also ftirbet, Daß ihn sein Sterben nicht betrübt, Den Gott entrückt, eh' er verdirbet Und ihm ein besser Leben giebt, Ein Leben in der Herrlichkeit, Von Jammer und von Noth befreit. 3. Ach, weinet nicht, daß ich geſtorben, Ich habe ja nun ausgekrankt; Was mir mein Jesus hat erworben, Das hab' ich in dem Tod erlangt; Ich bin an einen Ort gebracht, Da mir das Herz vor Freude lacht. 4. Wie lieblich wohnt sich's in dem Himmel, Wie süß spricht mir mein Jesus zu! blichen, FXX₂ Ich schlafe nur und bin nicht todt. Hier schrecket mich kein Weltgetümmel, Ich wohne hier in stolzer Ruh' Und habe für ein kurzes Leid Erlangt den Schatz der Ewigkeit. 5. Je weiter ich von euch gewichen, Mel. Es ist genug. Je näher bin ich nun bei Gott, 623. Denn Gott jelbſt 3 ich' hin, mein Kind! Bin ich auch jung und früh ver= defordert dich Aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, Gott hat mir Sicherheit ver schafft 409 7. Wie wohl bin ich doch auf gehoben! Wie wohl hat mich doch Gott versorgt! Ich will dafür ihn ewig loben, Denn ich war euch doch nur geborgt: Mein Gott hat mich der Welt entwandt Und mich vor'm Unglück weggerafft. Und mir den Himmel zuerkannt. 8. Verwelkt der Leib gleich in an der Erden, Er wird doch künftig wieder blühn, Von Jesu schön verkläret werden, Der wird ihm seinen Glanz anziehn; Da werd' ich als ein Engel sein Deß wird sich euer Herz erfreun. 9. Ich bin der bösen Welt entflogen, In welcher ihr euch noch betrübt; Mich hat der Herr zu sich gezogen, Der mich viel mehr als ihr geliebt; Ich schaue Jesu Angesicht, Daran gedenkt und weinet nicht. Bach. Herrmann( 1643-1717). 6. O gönnt mir, daß ich leb' im Glücke, Das größer ist, als ihr es denkt; Enthaltet euch der Thränenblické Und eure Herzen aufwärts lenkt! Ach, mäßigt doch das bittre Leid. Ich bin in großer Herrlichkeit. Dein Tod betrübet mich; Doch weil es Gott gefällt, So unterlaß' ich alles Klagen Und will mit stillem Geiste sagen: :,: Zieh' hin, mein Kind!:,: 2. Zich' hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir Nur für die Zeit gelieh'n. Die Zeit ist weg, Darum befiehlt er dir Nun wieder fortzuzieh'n. 410 Lieder vom Zieh' hin! Gott hat es so versehen; Was dieser will, das muß geschehen: :: Zieh' hin, mein Kind!:,: 3. Bich' hin, mein Kind! Im Himmel findest du, Was dir die Welt versagt; Denn nur bei Gott Ist wahre Freud' und Ruh', Kein Schmerz mehr, der uns plagt. Hier müssen wir in Alengsten schweben, Dort kannst du ewig fröhlich leben: :: Zich' hin, mein Kind! 4. Zich' hin, mein Kind! Wir folgen Alle nach, IV. Auferstehung Eigene Melodie. 624. Auferstehn, ja auferstehn wirst du, Mein Staub, nach furzer Ruh'! Unsterblich Leben ewigen Leben. Sobald es Gott gefällt. Du eilest fort, Eh' dir das Ungemach Verbittert diese Welt. Wer lange lebt, ist lang' im Leide; Wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude: :: Zieh' hin, mein Kind!:,: 5. 3ich' hin, mein Kind! Die Engel warten schon Auf deinen frommen Geist! Nun sichest du, Wie Gottes lieber Sohn Dir schon die Krone weis't. Vorüber sind die Leidensstunden, Du hast im Herren überwunden: :: Zieh' hin, mein Kind!:,: Gottfried Hoffmann( 1658-1712). und ewiges Leben. 5. Ach, in's Allerheiligste führt mich Mein Mittler. Dann leb' ich Im Heiligthume Zu seines Namens Ruhme. Halleluja. Friedr. Gottlieb Klopstod( 1724-1803). Wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder auszublühn werd' ich gesät. Der Herr der Grite geht 625. Du fichit, merich o Und Garben, Dwie fort und fort Uns ein, die in ihm starben. Halleluja! Der Eine hier, der And're dort Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 3. Tag des Dank's, der Freu- Uns gute Nacht muß geben. denthränen Tag, Der Tod hält keinen andern Du, meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erwedst du mich. Lauf. Er sagt zuletzt die Wohnung auf Uns Allen, die wir leben. 4. Wie den Träumenden wird dann uns sein; Mit Jesu gehn wir ein Zu seinen Freuden; Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr. 2. Bedenk' es weislich in der Zeit. Flieh' allen Schlaf der Sicherheit Und bleibe stündlich wacker! Wie's jetzt ist, also bleibt es nicht, Lieder vom ewigen Leben. 411 Mel. Valet will ich dir geben. 626. Ermuntert euch, ihr Dich auf den Gottesacker. Frommen, 3. Wir werden aus den Gräbern gehn Und Alle vor Gericht einst stehn, Das Christus selbst wird hegen, Wann auf der Engel Feldgeschrei Die Glut das große Weltgebäu Wird in die Asche legen. Zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, Die finst're Nacht bricht ein; Es hat sich aufgemachet Der Bräutigam mit Pracht; Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig 4. Alsdann wird erst der ganzen Welt Ew'ge Vergeltung zugestellt, Die Sünder werden büßen Und sich ohn' allen Trug und Schein Und füllet sie mit Oel, Und seid des Heils gewärtig, Bereitet Leib und Seel', Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah'! Selbst Kläger und auch Richter Begegnet ihm in Reihen sein, Verdammt durch ihr Gewissen. Und singt: Halleluja! 3. Ihr flugen Jungfrau'n alle, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zum frohen Engelchor! Die Thür ist ausgeschlossen, Die Hochzeit ist bereit: Auf, auf, ihr Reichsgenossen! Der Bräut'gam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang' verziehen, Bald trägt man, wo dir scheint fein Licht, 5. Stell' ich, Herr, mir das Urtheil vor, So steigen mir die Haar' empor, Mein Herz faßt Angst und Schrecken! Ihr hohen Hügel, heb' ich an, Ihr Berg' und was da stürzen kann, Fallt nieder, mich zu decken! 6. Ach Jesu, meine Zuversicht, Laß mir dein strenges Endgericht An jenem Tag nicht schaden; Bereit' mich wohl auf jenen Tag, Damit ich selig hören mag Den süßen Spruch der Gnaden. D'rum schlafet nicht mehr ein. Man sieht die Bäume blühen, Der schönste Frühlingsschein Verheißt Erquicungszeiten, Die Abendröthe zeigt Den schönen Tag von Weitem, Davor das Dunkel weicht. 7. Gieb, daß ich mich bei klarem Sinn, So lang' ich noch bei Kräften bin, Zum Sterben fertig halte Und nicht, verstrickt in Sünden- Es sind die Freudenstunden Gekommen, und der Braut Wird, weil sie überwunden, Die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen Und mit gestorben seid, luft, Des ew'gen Heiles unbewußt, Zum andern Tod erkalte. Simon Dach( 1605-1659). 5. Begegnet ihm auf Erden, Ihr, die ihr Zion liebt, Mit freudigen Geberden Und seid nicht mehr betrübt! 412 Lieder vom Sollt nun nach Kreuz und Plagen In Freuden sonder Leid Mitleben und regieren Und vor des Lammes Thron Mit Jauchzen triumphiren In curer Siegestron'. 7. Hier sind die Siegespalmen, Hier ist das weiße Kleid, Hier singt man Freudenpsalmen Im Frieden nach dem Streit; Hier schweigen alle Klagen, Hier grünen die Gebein', Die dort der Tod erschlagen; Hier schenkt man Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freude, Jerusalem, der Ort, Der Schäflein grüne Weide, Und hier der sich're Port; Hier sind die gold'nen Gassen, Hier ist das Hochzeitsmahl, Hier soll sich niederlassen Die Braut im Rosenthal. 9. O Jesu, meine Wonne, Komm' bald und mach' dich auf! Geh' auf, ersehnte Sonne, Und förd're deinen Lauf! Jesu, mach' ein Ende Und führ' uns aus dem Streit! Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti( 1660-1722). Eigene Melodie. 627. Es ist gewißlich an der Zeit, Daß Gottes Sohn nun komme In seiner großen Herrlichkeit, Zu richten Bös' und Fromme, Wer wird alsdann vor ihm bestehn, Wenn Alles wird durch's Feuer gehn, Wie uns sein Wort bezeuget? 2. Posaunen wird man hören dann ewigen Leben. An aller Welten Ende; Da werden alsbald auferstehn Die Todten gar behende; Die aber noch am Leben dann, Die wird der Heiland von Stund' isti fuis oran Verwandeln und erneuen. 3. Ein Buch wird man verlesen bald, Darinnen steht geschrieben Von allen Menschen, jung und alt, Ob sie Gott treu geblieben. Da wird dann hören Jedermann, Was Alles er zuvor gethan In seinem ganzen Leben. 4. O weh' dem Menschen, der hier hat Des Herren Wort verachtet Nach großem Gut getrachtet, Und nur auf Erden früh und spät Der wird fürwahr gar schlecht des bestehn Und mit den Bösen müssen gehn Von Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit Durch deine heil'gen Wunden, Daß ich im Buch der Seligkeit Werd' eingezeichnet funden, Woran ich denn auch zweifle nicht, Denn du hast ja den Feind gericht't 195 Und meine Schuld bezahlet. 6. Herr Jesu, mein Fürsprecher sei, Wenn du nun wirst erscheinen Und lies mich aus dem Buche frei, Darinnen stehn die Deinen, Auf daß ich sammt den Brüdern mein Mit dir geh' in den Himmel ein, Den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang' Mit deinem jüngsten Tage, Lieder vom ewigen Leben. Den Menschen wird auf Erden bang' Ob vieler Noth und Plage. Ach komm', ach komm', du Richter groß, Und mache uns in Gnaden los Von allem Uebel! Amen. oben: Barth. Ringwaldt( 1530-1598). Miel. Wie wohl ist mir, o Freund. Ob Sünde, Welt und Teufel toben, 628. Es ist noch eine Ruh' Seid nur getrost und gehet ein! vorhanden; Auf, müdes Herz, und werde licht! 4. Wie labend ist es einem Kranken, Du seufzest hier in deinen Banden, Und deine Sonne scheinet nicht. Sieh' auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird vor seinem Stuhle weiden; Wirf hin die Last und eil' herzu. Bald ist der heiße Kampf geendet, Bald, bald der schwere Lauf vollendet, 413 Ihr habt des Tages Last getragen; Dafür läßt euch der Heiland sagen: So gehst du ein zu deiner Ruh'. 2. Die Ruhe hat Gott auserforen, Die Ruhe, die kein Ende nimmt; Es hat, da noch kein Mensch geboren, Die Liebe sie uns schon bestimmt. Der Heiland wollte darum sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Er ruft, er locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, Versäumet nicht, heut einzukommen Ich selbst will cure Ruh'statt sein. Ihr seid sein Volk, gezeugt von Zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, Die manche Last und Bürde hou drückt; Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, Geht nicht mehr traurig und gebückt! Wenn seine Ruheſtatt er hat! Wie wird der Wanderer es danken, Wenn er, von langem Wandern matt, Am Ziele sich darf niederseßen, Am frischen Trunk die Lippen nchen, Wie ist er dann so hoch vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden: Es wird noch eine Ruh' gefunden, Da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen, Denn uns're Thränensaat iſt aus. O, welch ein Jubel wird erklingen Und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Tod und alle Leiden, Sie müssen flichen und uns meiden; Wir werden unsern Heiland sehn. Er wird beim Brunnquell uns erfrischen, Die Thränen von den Augen wischen: Wer weiß, was sonst noch wird geschehn! 6. Kein Durst, noch Hunger wird uns schwächen, Denn die Erquickungszeit ist da, Die Sonne wird uns nicht mehr stechen, 414 Das Lamm ist seinem Volke nah'. Lieder vom ewigen Leben. Es will selbst über ihnen wohnen Und ihre Treue wohl belohnen Mit Licht und Trost, mit Ehr' und Preis. Der Baum des Lebens grünet ihnen, Der große Sabbath ist erschienen, Da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden Und leben ewig sorgenlos; Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, Legt euch dem Heiland in den Schooß! Ach, Flügel her! wir müssen eilen, Nicht länger mehr hienieden weilen, Dort wartet schon die frohe Schaar: Fort, fort, mein Geist, zum Jubiliren, Umgürte dich zum Triumphiren, Auf, auf, es kommt das Ruhejahr. Joh Kunth( 1700-1779). Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 629. Es mag dies Haus, das von der baut: Gott selbst will diesen Bau vollführen, Mit ew'ger himmelsklarheit zieren, Erden, Mel. Jesus, meine Zuversicht. Nun immerhin zerbrochen werden; 630. Ewig, ewig! heißt D'ran man nichts Unvollkomm'nes schaut. Hinweg, was irdisch heißt! Mein Herz und ganzer Geist Flieht von hinnen, 1 Ergreift dies Wort 2. Da wird kein Vorhang Das Allerheiligste steht offen: angetroffen, Und ist schon dort An jenem sel'gen Freudenort. seligste Zufriedenheit! Hier läßt sich inniglich begrüßen, Die heiligste Dreieinigkeit. Giebt sich in Wonne zu genießen Der Engel schöne Zier; Es schenkt sich uns allhier Alle Frommen Umfassen sich Recht brüderlich; O Herz und Seele, freue dich! 3. Hier ist nur lauter Licht und Freude, Die Seele prangt im weißen Kleide Der allerreinsten Heiligkeit: Wir tragen alle gold'ne Kronen, Wir sigen hier auf gold'nen Thronen, Hier ändert sich nicht mehr die Hör auf, mein blöder Sinn, Zeit. Wo willst du endlich hin? Stille, stille, Geh' ruhig ein, Wo Gott allein Wird Alles und in Allem sein. Jat. Baumgarten( 1668-1722). das Das wir wohl bedenken müssen. Zeitlich hier und ewig dort: Das ist, was wir Alle wissen; Denn nach dieser kurzen Zeit Folgt die lange Ewigkeit. 2. Es wird endlich alle Zeit Von der Ewigkeit verschlungen: Diese bringet Freud' und Leid, Wie man hier danach gerungen. Was wir in der Zeit gethan, Schreibt die Ewigkeit uns an. 3. Ewig wird das Erbe sein Derer, die an Christum glauben Lieder vom ewigen Leben. Und ohn' allen Heuchelschein Treu in seiner Liebe bleiben: Für das Leiden dieser Zeit Krönet sie die Ewigkeit. 4. Ewig aber ist verflucht, Wer die Zeit in seinem Leben Zu verschwenden nur gesucht Und sich eitler Lust ergeben: Diesem bringt die Ewigkeit Endlich ein unendlich Leid. 5. Mein Gott, laß mich in der Zeit 415 Ich bin noch nicht genug gereinigt, :,: Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:, Ewig, ewig! Schreckenshall, Wenn man Gott hat widerstrebet, Steh' mir, Gott, in Gnaden bei, Daß das Wort mir Jubel sei! Benj. Schmold( 1672-1737). An die Ewigkeit gedenken Und durch keine Sicherheit Mir das rechte Ziel verschränken, Daß mich, eh' die Zeit verläuft ,, Nicht die Ewigkeit ergreift! 6. Ewig, ewig! Süßer Schall, Wenn man hier hat fromm ge= lebet! 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben :: Und dich zeitlebens inbrünstig lieben.:,: 5. Jch bin zufrieden, Daß ich die Stadt gesehn, Und ohn' Ermüden Will ich ihr näher gehn und ihre hellen goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen.:,: Joh. Hermes( 1738-1821). Eigene Melodie. 632. Jerusalem, du hochWollt' Gott, ich wär' in dir! Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat 631. Ja, einen Chron Schwingt es sich über alle Mel. Nun preiset Alle. ch hab' von ferne, erblickt Und eilt aus dieser Welt. Und hätte gerne Mein Herz vorausgeschickt, Und hätte gern mein müdes Leben, :,: Schöpfer der Geister, dir hingegeben.:,: 3. Nur bin ich sündig, Der Erde noch geneigt: Das hat mir bündig Dein heil'ger Geist gezeigt. 2. Das war so prächtig, Was ich im Geist gesehn! Du bist allmächtig, D'rum ist dein Licht so schön. Könnt' ich an dieſen hellen Thronen :,: Doch schon von heute an ewig wohnen!:: Und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg' und Thale, über 2. O schöner Tag und noch viel schön're Stund', Wann wirst du kommen, wann? Da ich mit Lust, mit freiem freud'gen Mund Die Seele geben kann In Gottes treue Hände Zum auserwählten Pfand, Daß sie mit Heil anlande Bei jenem Vaterland! 3. Im Augenblick wird sie erheben sich Bis an das Firmament, Wenn sie so sanft, so stark, entringet sich Der Stätt' der Element, Fährt auf Elias Wagen 416 Mit heil'ger Engel Schaar, Die sie in Händen tragen, Umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, nun sei gegrüßet mir, Thu' auf die Gnadenpfort'! Wie lange Zeit hat mich verlangt nach dir, Eh' ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit, Und mir Gott hat gegeben Das Erb' der Ewigkeit. 5. Was für ein Volf, welch eine edle Schaar Kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, Trägt nun die Ehrenkron', Die Jesus mir entgegen Vom Himmel hat gesandt, Da ich auf fernen Wegen Noch war im Thränenland. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, Auch Christen insgemein, Die einst getragen treu des Kreuzes Joch Und der Tyrannen Pein, Schau' ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klarheit hell umgeben, Mit sonnenlichtem Strahl. Lieder vom 7. Wenn dann zuleht ich angelanget bin Im schönen Paradies, Von höchster Freud' erfüllet wird der Sinn, Der Mund voll Lob und Preis. Das Halleluja singet Man dort in Heiligkeit, Das Hosianna klinget Ohn' End' in Ewigkeit. 8. Mit Jubelklängen und mit Harfen schön In Chören ohne Zahl, ewigen Leben. Daß von dem Schall und lieblichen Getön' Sich regt der Freudensaal, Mit hunderttausend Zungen, Mit Stimmen noch viel mehr, Wie von Anfang gesungen Des Himmels selig Heer. Joh. Meyfart( 1590-1642). Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. 633. Nach einer Prüfung turzer Tage Erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die In göttliche Zufriedenheit. Klage Hier übt die Tugend ihren Fleiß, Und jene Weltreicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen sel'gen Augenblick; Doch alle Freuden, die ihm Sind nur ein unvollkomm'nes werden, Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt, Bald kämpft in seinem eignen Ein Feind, der öfter siegt als fällt, Herzen Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet Und des Bekümmerten vergißt: Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eig'ner Schwachheit sein. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden! Dort werd' ich, heilig und verklärt, Der Tugend ganzen Werth empfinden, Den unaussprechlich großen Werth: Den Gott der Liebe werd' ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger . Lieder vom ewigen Leben. Wille Mein Will' und meine Wohlfahrt ſein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreu'n. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, 417 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu millionen Malen Noch segnen, daß er mir ihn wies; Da find' ich in des Höchsten Hand Ten Freund, den ich auf Erden fand. Was ich auf Erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! Vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreu'n, Der Retter einer Seele sein! 12. Was seid, ihr Leiden dieser Erden, Doch gegen jene Herrlichkeit, Die offenbart an uns soll werden Bon Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein Augenblick voll Müh'! Christ. Fürchteg. Gellert( 1715-1769). Eigene Melodie. Die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne 634. A Ewigkeit, du dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart. Ein Heilig, Heilig, Heilig singen Dem Lamme, das erwürget ward: Und Cherubim und Seraphim Und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren Mich ihnen gleich und heilig ſehn; Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm um= zugehn. Da wird in jedem Augenblick Ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. O Schwert, das durch die Seele bohrt, Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, Wenn mir dies Wort dem Sinn vorschwebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, Das mit der Zeit nicht endlich fällt, Das sich nicht müßte wenden. Die Ewigkeit nur hat kein Ziel; 27 418 Lieder vom ewigen Leben. Ihr mächt'ger Strom steht nimmer| Nimm du mich, wenn es dir gestill Und wird auch niemals enden. Nie stirbt ihr Wurm, wie Jesus spricht, Erlöschen wird ihr Feuer nicht. fällt, Herr Jesu, in dein Himmelszelt. Johann Rist( 1607-1667). 3. Ewigkeit, du machst mir bang'! O ewig, ewig ist zu lang'! Hier gilt fürwahr kein Scherzen. D'rum, wenn ich diese lange Nacht Zusammt der großen Pein betracht', Erschreck' ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit So schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, Wie strafest du den bösen Knecht Mit unerhörten Schmerzen! Auf kurze Lüste dieser Welt Hast du so lange Pein bestellt. Ach, nimm dies wohl zu Herzen Und merke d'rauf, o Menschenkind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind! 5. Wach' auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, Ermunt're dich, verlornes Schaf, Und beff're bald dein Leben! Wach' auf, denn es ist hohe Zeit, Es kommt heran die Ewigkeit, Dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag: Wer weiß, wie man noch sterben mag! 6. Ewigkeit, du Donnerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Ende! OEwigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. 635., wie felig Mel. Jesu, der du meine Seele. wie fröhlich, o, sein! Werden wir im Himmel Droben ernten wir unzählig Uns're Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, Dorten wird die Sonne scheinen; Dort ist Tag und keine Nacht, Dort, wo man nach Thränen lacht. 2. Es ist doch um dieses Leben und die Noth, die uns umgeben, Nur ein jämmerliches Thun, Von dem Abend bis zum Morgen Lässet uns gar selten ruhn. Kämpfen wir mit lauter Sorgen, Und die überhäufte Noth Heißet unser täglich Brot. 3. Ach, wer wollte sich nicht sehnen, Dort in Zion bald zu stehn Und aus diesem Thal der Thränen Wo das Kreuz sich einst in An den Freudenort zu gehn, Palmen, Unser Klagelied in Psalmen, Und das Jauchzen ewig währt! Uns're Last in Lust verkehrt 4. Da wird unser Aug' erblicken, Was ganz unvergleichlich ist, Da wird unsern Mund erquicken, Was aus Gottes Herzen fließt, Da wird unser Ohr nur hören, Was die Freude kann vermehren, Da empfindet unser Herz Lauter Labsal ohne Schmerz. 5. O, wie werden wir so schöne Bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird uns das Lobgetöne Seiner Engelschaar erfreu'n, Lieder vom ewigen Leben. Wie wird uns're Krone glänzen,| Was wir hier kennen, Bei so vielen Siegeskränzen, Wie wird unser Kleid so rein, Heller als die Sonne sein! 6. Manna wird uns dorten thauen, Wo Gott selbst den Tisch gedeckt, Auf den immergrünen Auen, Die kein Gifthauch mehr befleckt; Wonne wird, wie Ströme, fließen, Und wir werden mit den Füßen Nur auf lauter Rosen gehn, Die in Edens Garten stehn. 7. Ach, wann werd' ich dahin kommen, Daß ich Gottes Antlig schau'! Werd' ich nicht bald aufgenommen In den schönen Himmelsbau, Dessen Grund den Berlen gleichet, Dessen Glanz die Sonne weichet, Dessen wundervolle Pracht Alles Gold beschämet macht? 8. Nun, so stille mein Verlangen, GO O du großer Lebensfürst! Laß mich bald dahin gelangen, Wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß' auf Erden Schon mein Herze himmlisch werden, Bis mein Loos in jener Welt Auf das Allerschönste fällt. Benj. Schmolt( 1672-1737). 419 Ist nur Müh' und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer: Kein Kreuz und Leiden Ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus trocknet alle eure Thränen, Ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen; Euch wird gesungen, Was in Keines Ohr hier ist gedrungen. Ihr seid entgangen Aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerter leben, Da mur Sorge, Furcht und Schrecken schweben: 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben! Wer hier noch weilen Und nicht freudig zur Vollendung eilen! 6. Komm', o Jesu, komm', uns auszuspannen, Lös' uns auf und führ' uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, Ist der frommen Seelen Freud' und Wonne. Simon Dach( 1605-1659). Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden. 637. Schon ist der Tag Eigene Melodie. von Gott bestimmt, 636. wie jelig seid ihr da, wer auf Erden wandelt, doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Sein Loos aus Gottes Händen nimmt, Nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn! Er kommt, und Wolken sind sein Thron, Den Erdenkreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, 420 Lieder vom Hier stehn die Millionen, Die seit dem ersten Tag der Zeit Auf dieser Erde wohnen, Nur dem Allwissenden bekannt, Unzählbar wie am Meer der Sand: Hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt Der Wahrheit unterliegen; Hier, wo das Recht die Wage hält, Wird keine Sünde siegen! Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, Hier gilt nicht mehr Betrug und Lift, Hier gilt fein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, Und alle Völker hören Erwartungsvoll und tiefgebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar, So, wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an: ewigen Leben. Daß Glaub' und Lieb' das höchste Glück O welch ein froh Getümmel! Nun sehn sie mit erstauntem Blick, Aus Gottes Gnad' ererben. 7. Sie gehn nun in das sel'ge Reich, Das Gott für sie bereitet, Und sehn auf ewig, Engeln gleich, Ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; Doch die, die widerspenstig war, Heißt er nun von sich weichen. 5.0 Herr, mit welcher Majeſtät Wirst du dies Urtheil fällen! Die am Ende wohlbestehn Und mit welchen Gottes Boten, Engel, selbst zu Grabe gehn, Die von Christo, wenn sie sterben, Wohnung, Heil und Leben erben. 2. Ihre Seligkeit und Freude Die Sünder, die dich hier ver- Hat den Anfang, wenn der Geist Von dem Leibe, von dem Leide Zu den reinen Geistern reist, Wenn er auf Elias Wagen Wird in Abrah'ms Schooß getragen. 3. Arbeit, Elend, Angst und Klagen, Jammer, Wehmuth, große Noth, Alle Morgen neue Plagen, Kreuz, das schwerer als der Tod, Drohet hier nur Christi Schafen, Doch die Todten ruhn und schlafen. schmäht, Gehn dann gewiß zur Höllen. Dort trifft sie unerforschte Pein: Wer wird dann noch ihr Retter ſein? Ihr Warten ist verloren. 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann Kein Kummer, keine Traurigkeit Stört ihre ew'ge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht Oft und mit Ernst bedenken! Es stärke meine Zuversicht, Wenn mich die Leiden fränken, Es reize mich, gewissenhaft Und eingedent der Rechenschaft Nach deinem Wort zu wandeln. Joh Sam. Dieterich( 1721-1797). Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 638. Helig, jelig sind die Lieder vom 4. Nur die Leiber ruhn im Grabe, Doch den Seelen schafft Gott Lust, Schenkt den Frommen das zur Gabe, Was kein Aug' und Ohr gewußt Und belohnt ihr Kämpfen, Ringen, ewigen Leben. Alle Thränen! Er hat's vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht Wird an des Lammes Throne ſein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne Scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, Der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, Nun bist du, Heil, uns aufgegangen, Nicht mehr im Dunkel, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr; Das Alte ist nicht mehr. Halleluja! Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Er sank hinab, 639. Helly find des Him- Wie wir, in's Grab, mels Erben, Die Todten, die im Herren ſterben, Das er selber half vollbringen. 5. Selig, selig sind die Todten, Die am Ende wohl bestehn Und mit welchen Gottes Boten, Engel, selbst zu Grabe gehn, Die von Christo, wenn sie sterben, Wohnung, Heil und Leben erben. Christian August Freyberg( 1684-1743). Entzücken: Folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie, Los von der Erden Müh'. Hosianna! 421 Zur Auferstehung eingeweiht. Eigene Melodie. Nach den letzten Augenblicken 640.Machet auf, ruft uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Binne, Wach' auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde! Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräut'gam kommt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Vor Gottes Thron Zu seinem Sohn Begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre Sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre, Bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre Dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir, in's Grab, Wischt uns're Thränen ab, Er ging zu Gott, wir folgen ihm. Fr. Gottl. Klopstock( 1724-1803). Macht euch bereit Zu der Hochzeit: Ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen, Das Herz will ihr vor Freuden springen, Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, 422 Lieder vom ewigen Leben. Von Gnaden stark, von Wahr-| Der Fluch der Sünde nieder. heit mächtig: Der Herr erleichtert mir mein Ihr Licht wird hell, ihr Stern Joch; geht auf. Es stärkt durch ihn mein Herz Nun komm', du werthe Kron', sich doch, Herr Jesu, Gottes Sohn! Glaubt und erhebt sich wieder. Hosianna! Ane Jesus biebe Wir folgen All' Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen und mit Engelszungen, Mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt: wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug' hat je geſpürt, Kein Ohr hat je gehört Solche Freude; D'rum jauchzen wir Und singen dir Das Halleluja für und für. Philipp Nicolai( 1556-1608). Christus, Laß mich sterben, dir zu leben, Dir zu sterben, Deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Grau'n, Mein Geist! er ist ein Weg zum Schau'n, Stärke, tröste dich, Erlöste, Mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch: So drückt mich meines Elends Joch, Der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; In's Allerheiligste führt dich Der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist Unvergänglich, überschwänglich; Die Erlösten Wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wenn nun mein Auge bricht, Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Zu deinen Todten sammelt. 641. Wie wird mir dann, Bielleicht umgiebt mich ihre Nacht, o dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, Eh' ich dies Flehen noch vollbracht, Mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Bater, In ihm entschlafen werde, Von feiner Sünde mehr entweiht, Entladen von der Sterblichkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde. Freu' dich, Seele, Ich befehle meine Seele Deinen Händen, Deinen treuen Vaterhänden. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, Ich bin vielleicht noch fern vom Biel, An dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, Die Hütte meiner Sterblichkeit, Wird sie erst spät zertrümmert: Laß mich, Vater, Reiche Saaten guter Thaten Dann begleiten Vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach, dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, Lieder vom ewigen Leben. Ihn dort anbeten werde, Von keiner Sünde mehr entweiht, Ein Mitgenoß' der Ewigkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, Heilig, Heilig fingen wir dir, bringen Preis und Ehre Dir, der war und sein wird, Ehre! Fr. Gottlieb Klopstock( 1724-1803). 423 2. Wird das nicht Freude sein, Wenn, was der Tod genommen, Uns wird entgegen kommen Und jauchzend holen ein; Wenn man wird froh umfassen, Was thränend man verlassen? Wird das nicht Freude sein? 3. Wird das nicht Freude sein, Wenn Alles liegt bezwungen, Womit man hier gerungen? Gott dienen engelrein, Von Schmerzen, Leid, Verdrießen Nicht das Geringste wissen? Wird das nicht Freude sein? 4. Wird das nicht Freude ſein? Eigene Melodie. 642. Wird das nicht Freude sein, Nach gläubigem Vertrauen Dort selbst den Heiland schauen In Salems gold'nem Schein, Mit seinen holden Blicken Und Worten sich erquicken? Wird das nicht Freude sein? Was unaussprechlich, hören, Des Höchsten Lob vermehren, Mit Engeln stimmen ein, Wenn sie mit süßem Klingen Ihr dreimal heilig, fingen, Wird das nicht Freude sein? 5. O, das wird Freude sein! Weg Güter dieser Erden, Ihr Ehren voll Beschwerden, Ihr Freuden auf den Schein! Gehabt euch wohl, ihr Lieben; Muß ich euch jetzt betrüben, Denkt, dort wird Freude sein! Hans von Schweinik( 1645-1722). 7857 425 The mg 0301 27 buline ndol DHC mndo Dichter- Verzeichnik. * Gottlob Adolph, geb. 1685 zu Niederwiese in der Oberlausit, seit 1727 Prediger in Hirschberg, starb 1745.) Heinrich Alberti, geb. 1604 zu Lobenstein im Fürstenthum Reuß, feit 1631 Organist zu Königsberg, Musiker und Dichter, Mitglied des Königsberger Dichterbundes( s. Simon Dach), dort gest. 1650. Johann Albinus, geb. 1624 in Unternessa bei Weißenfels, seit 1657 Pastor in Naumburg, dort geſt. 1679. Johann Allendorf, geb. 1693 zu Johbach in Hessen, unter Francke in Halle gebildet, Hofprediger in Köthen, dann Consistorialrath von Wernigerode, gest. 1773 als Pastor in Halle. Johann Altenburg, geb. 1584 in Alach bei Erfurt, Prediger zu Erfurt, gest. 1640 daselbst. Hieronymus Annoni, geb. 1697 in Basel, starb als Prediger in Muttenz bei Baſel 1770. Ernst Moritz Arndt, geb. 1769 auf Rügen, bekannter Patriot und Sänger aus den Freiheitskriegen, Professor der Geschichte in Greifswald und Bonn, wo er 1860 starb. Wilhelm Arends, gest. als Pastor in Halberstadt 1721. Gottfried Arnold, geb. 1666 in Annaberg im sächsischen Erzgebirge, Kirchengeschichtsschreiber und Verfasser mystischer Schriften, gest. 1714 als Pfarrer zu Berleberg( Brandenburg). Christoph Achenfeldt, geb. 1792 in Kiel, Probst und Consistorialrath zu Flensburg, dort gest. 1856. Christian Baehr, geb. 1795 in Atterwasch bei Guben, Pfarrer in Oppach und Weigsdorf bei Baußen, gest. 1846 zu Weigsdorf. Jonathan Bahnmeier, geb. 1774 zu Oberstenfeld bei Marbach ( Würtemberg), von 1815 Professor der Theologie in Tiibingen, seit 1819 Decan in Kirchheim unter Teck, daselbst geft. 1841. Karl Johann Barthel, geb. 1817 zu Braunschweig, Privatlehrer in Braunschweig, daselbst gest. 1853. Jacob Baumgarten, geb. 1668 zu Wollmirstedt bei Magdeburg, Inspector des Halleschen Pädagogiums, von 1701 Pfarrer zu Wollmirstädt, 1713 Prediger in Berlin, dort geſt. 1722. Cornelius Becker, geb. 1561 in Leipzig, Professor der Theologie in Leipzig, dort gest. 1604. * Martin Behemb( Behm), geb. 1557 zu Lauban, Oberpfarrer daselbst. gest. 1622. 30 Anmerkung: Die mit einem Sternchen versehenen Dichter find Schlefter. 28 426 Dichter- Verzeichniß. Johann Betichius, geb. 1650 zu Steckby in Anhalt, Pfarrer in Zerbst, dort gest. 1722. Johann Daniel Bidel, geb. 1737 zu Altweilnau in Hessen- Nassau, gest. 1809 als Consistorialrath in Usingen bei Nassau. Caspar Bienemann, geb. 1540 zu Nürnberg, als Generalsuperintendent in Altenburg gest. 1591. Sigmund v. Birken, geb. 1626 zu Wildenstein bei Eger, Mitglied und später Leiter des Nürnberger Dichterbundes, genannt Blumenorden, vom Kaiser Ferdinand III. wegen seiner hise Gedichte in den Adelstand erhoben, gest. 1681 zu Nürnberg. * Carl Heinr. v. Bogatzky, geb. 1690 zu Jankowe bei Militsch ( Schlesien), studirte in Halle unter Herm. A. France Theologie, war aber durch Kränklichkeit am Predigen verhindert. Verfaßte das goldene Schatzkästlein und andere Erbauungsschriften; lebte meist in Schlesien, gest. 1774 in Halle. Hantera * David Behme, geb. 1605 zu Bernstadt( Schlesien), seit 1638 Consistorialrath zu Bernstadt, wo er 1657 gestorben ist. Albrecht Markgraf zu Brandenburg, geb. 1522, bekannt aus den Kriegen der Reformationszeit, an der Seite Moritz v. Sachsen und dann im Kriege gegen ihn, in der Verbannung geſt. 1557. Louise Henriette Kurfürstin von Brandenburg, geb. Prinzessin von Oranien, geb. 1617, Gemahlin des großen Kurfürsten, gest. 1667. David Bruhn, geb. 1727 zu Memel, seit 1754 Prediger an der Marienkirche in Berlin, dort gest. 1782. Johann Buchka, geb. 1705 zu Arzberg( Oberfranken), Conrector und Hülfsprediger zu Hof, daselbst gest. 1752. * Samuel Bürde, geb. 1753 zu Breslau, starb als preußischer Hofrath und Kanzleidirector in Berlin 1831. Franz Joachim Burmeister, geb. zu Lüneburg, Freund und Gehülfe Joh. Rist's, von diesem zum Dichter gekrönt. Todesjahr unbekannt. Matthias Claudius, geb. 1740 zu Reinfeld( Holstein), Verfasser des Wandsbecker Boten, gest. 1815 in Hamburg. Tobias Clausnitzer, geb. 1618 zu Thum bei Ännaberg( Königr. Sachsen), schwedischer Feldprediger, zuleht Pfarrer in Bergs stein und Weyden( Oberpfalz), gest. 1684. Johann Andreas Gramer, geb. 1723 in Jöhstadt( sächs. Erzgebirge), Freund Gellerts und Klopstocks, Hosprediger in Kopenhagen, wegen seines Freimuths entsetzt, später vom igoro Könige v. Dänemark nach Kiel als Professor der Theologie berufen, hier gest. 1788. 031.fiop Bartholomaeus Craffelius, geb. 1677 zu Wernsdorf bei Glaucha ( Königr. Sachsen), seit 1708 Pfarrer in Düsseldorf, daselbst co gest. 1724.2 Dichter Verzeichniß. 427 Simon Dach, geb. 1605 zu Memel, erst Conrector an der Domschule zu Königsberg, dann Professor der Poesie eben das. Haupt der Königsberger Dichterschule, gest. 1659. Christian Dann, geb. 1758 in Tübingen, gest. als Stadtpfarrer zu Stuttgart 1837. Hermann Daniel, geb. 1812 zu Köthen, Inspector am Bädagogium in Halle, Hymnologe und Herausgeber eines Gesangbuchs, gest. 1871 zu Leipzig. Nicolaus Decius, ursprünglich Mönch, evangelisch geworden, wirkte er als Lehrer in Braunschweig und Prediger in Stettin, hier gest. 1541. David Denice, geb. 1603 zu Bittau, Jurist und Consistorialrath in Hannover, das. gest. 1680. Vgl. Just. Gesenius. Wolfgang Dessler, geb. 1660 zu Nürnberg, ursprünglich Juwelier, dann Theologe, wegen Kränklichkeit am Predigen gehindert wurde er Lehrer in Nürnberg, dort geſt. 1722. Johann Diterich, geb. 1721 zu Berlin und dort als Pastor an der Marienkirche gest. 1797. = Adam Drese, Kapellmeister erst in Weimar und Jena, dann in Arnstadt, wo er mit Speners Schriften bekannt wurde, seit dem viel verfolgt wegen seines Pietismus, gest. 1718. Carl Döring, geb. 1783 zu Alvensleben bei Magdeburg, Mitbegründer des Vereins für Verbreitung von Erbauungsschriften im nördlichen Deutschland, gest. als Prediger in Elberfeld 1844. Paul Eber, geb. 1511 zu Kitzingen( Unterfranken), Freund Melanchthons, nach dessen Tode sein Nachfolger, starb 1569 als Generalsuperintendent in Wittenberg an gebrochnen Herzen. Johann Eschenburg, geb. 1743 zu Hamburg, Schüler Gellerts, Professor der schönen Wissenschaften zu Braunschweig, dort gest. 1820. 102.3m Friedrich Fabricius, geb. 1642 in Stettin, dort gest. 1703 als Senior an St. Nicolai. Jacob Feddersen, geb. 1736 zu Schleswig, Prediger an mehreren Orten, zuletzt in Altona, wo er 1788 starb. Ludwig Eberhard Fischer, geb. 1695 zu Aichelberg bei Schorn-. dorf( Württemberg), Oberhofprediger und Consistorialrath in Stuttgart, Vertheidiger der politischen Freiheiten gegen die Willkühr des Herzogs Carl, gest. 1773. Paul Flemming, geb. 1609 zu Hartenstein im Kgr. Sachsen, Dichter aus der Schule von Opiß, erlag 1640 den Beschwerden einer Reise nach Persien. Johann Frand, geb. 1618 zu Guben und daselbst erst Rechtsanwalt, dann Bürgermeister, Schüler Simon Dachs, gest. 1677. Salomo Frand, geb. 1659 in Weimar und dort Nachfolger Georg Neumarks als Bibliothekar und Hofpoet, geſt. 1725. 28* 428 Dichter- Verzeichniß. Hermann August Frande, geb. 1663 zu Lübeck, neben Spener Hauptvertreter des Pietismus, deshalb aus Leipzig und Erfurt vertrieben, seit 1692 in Halle als Prediger und Professor, Gründer des Halleschen Waisenhauses, gest. 1727. Christian Freyberg, geb. 1684 zu Stolpen bei Dresden, deutscher opad Schulmann, Rector der Armenschule zu Dresden, gest. 1743 puns zu Dresden. Johann Freylinghausen, geb. 1670 in Gandersheim( Braunodro schweig), Francke's Gehülfe und Nachfolger in Halle, gest. 1739. Johann Freystein, Hof- und Justizrath in Dresden, dort mit Spener in Verbindung, gest 1720. Johann Ludwig Frickert nicht näher bekannt. Gottfried Funf, geb. 1734 zu Hartenstein im Kgr. Sachsen, Erzieher im Hause Johann Cramers, mit diesem, so wie mit Gellert und Klopstock in regem Verkehr; eine Berpflichtung auf die symbolischen Bücher scheuend, wird er Rector in Magdeburg, dort gest. 1814. Carl Garbe, geb. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, verwaltet zuerst eine Lehrerstelle am Pädagogium zu Niesky, von dort abgerufen, weil er Kautsche Zweifel der Jugend mittheilte; dann an verschiedenen Brüdergemeinden als Prediger thätig, zuletzt in Herrnhut gest. 1841. Als Dichter angeregt durch Klopstock. Lampertus Gedicke, geb. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, Theologe aus der Schule H. A. Franckes, gest. 1735 als Feldprobst in Berlin. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1785 zu Hainichen bei Leip zig, Professor der Philosophie zu Leipzig, beliebter Fabeldichter, giebt 1757 seine geistlichen Oden und Lieder hersolletort! aus, gest. 1769. Paul Gerhardt, geb. 1606 zu Gräfenhainchen bei Halle, 1651 Probst in Mittenwalde bei Berlin, 1657 Diaconus in Berlin, vom großen Kurfürsten 1667 abgesetzt, weil er sich nicht Vorschriften über den Kanzelgebrauch( olemik gegen die Reformirten) gefallen lassen will, seit 1668 in Lüben, dort geft. 1676. Carl Gerot, geb. 1815 zu Stuttgart, durch Gustav Schwab in der Poesie angeregt, seit 1849 Prediger, jetzt Prälat und Oberhofprediger in Stuttgart, am bekanntesten durch seine Lieder Palmblätter." 21 Justus Gesenius, geb. 1601 zu Esbeck im Lauenburgschen, Schüler Georg Claligt's, wegen seiner Vermittlungstheologie in erbitterte Streitigkeit verwickelt, Domprediger in Hildesheim, dann Generalsuperintendent in Hannover, gab ein Reformgesangbuch heraus, wo zuerst die alten Lieder überarbeitet find, gest. 1673. tadion mit gros meng Dichter- Verzeichniß. 429 Ludwig Gotter, geb. 1661 zu Gotha, Hofrath zu Gotha, Dichter aus der Franckeschen Schule, geſt. 1735. Johann Graumann,( Poliander) geb. 1487 zu Neustadt an der Haardt, Rector in Leipzig, bei der Disputation Luthers mit Ec des letzteren Schreiber trat bald darauf zur Reformation über und wurde neben Speratus Pfarrer in Königsberg in Preußen, dort geſt. 1541. Johann Greding, geb. 1676 zu Weimar, Rector in Hanau( Hessen), später Prediger in Altheim bei Hanau, gest. 1748. * Christian Gregor, geb. 1723 zu Dirsdorf bei Nimpisch( Schlesien), jeit 1742 im Dienst der Brüdergemeinde erst als Organist, später in mehreren geistlichen Aemtern, zuleßt Bischof, gest. 1801. * Andreas Gryphius, geb. 1616 zu Groß- Glogau, dort als Syndicus gest. 1664, berühmter weltlicher Dichter, der nur einige geistliche Lieder gedichtet hat, Freund Johann Heermann's. Cyriacus Günther, geb. 1649 zu Goldbach bei Gotha, Lehrer am Gymnasium zu Gotha, dort gest. 1704. Johann Häntschel, geb. 1707 zu Seifhennersdorf bei Zittau, Prediger zu Zittau, geſt. 1748. Michael Hahn, geb. 1758 zu Altdorf( Württemberg), unstudirter Laienprediger von theosophischer Geistesart, gest. 1819. Friedrich v. Hardenberg( Novalis), geb. 1772 zu Wiederstedt ( Prov. Sachsen), gleich begabt für philosophische Speculation als Poesie, der geistliche Dichter der Romantik, geſt. 1801 an der Schwindsucht. Claus Harms, geb. 1778 zu Fahrstedt( Holstein), hervorragender Prediger, seit 1816 in Kiel, dort zuletzt Kirchenprobst bis 1849, wo er in Folge von Erblindung sein Amt niederlegte, gest. 1855.390 Carl Harttmann, geb. 1743 zu Adelberg( Württemberg), tiefsinniger Theologe, aus der Schule Detingers, Lehrer Schillers an der Karlsschule, zuletzt Prediger in Lauffen am Neckar, gest. 1815 in Tübingen. Louise v. Hayn, geb. 1724 zu Idstein( Hessen- Nassau), Mitglied der Brüdergemeinde, gest. 1782 zu Herrnhut. Heinrich Hecker, geb. 1699 zu Hamburg, Pfarrer in Meuselwiz in Sachsen- Altenburg, daselbst gest. 1730. * Johann Heermann, geb. 1585 zu Raudten bei Wohlau, be= deutendster geiſtlicher Dichter der ersten schlesischen Dichterschule), erfuhr in der Jugend den Einfluß von Valer. Herberger, seit 1611 Prediger in Köben bei Steinau, 1636 wegen Kränklichkeit in den Ruhestand getreten, gest. 1647 in Liſsa. * Heinrich Held, aus Guhrau( Schlesien), dort Rechtsanwalt, gest. gegen 1659. 430 Dichter Verzeichniß. Christian Henrici, geb. 1770 zu Stolpen bei Dresden, Oberposts commissarius in Leipzig, gest. 1764. Valerius Herberger, geb. 1562 zu Fraustadt, Prediger in seiner Vaterstadt, dort gest. 1627. Nicolaus Hermann, Cantor in Joachimsthal am Erzgebirge ( Mgr. Böhmen), wirkte daselbst neben dem Prediger Mathesius, gest. 1561. Johann Gottfried Herrmann, geb. 1707 zu Alt- Jeßniß( gr.. Sachsen), 45 Jahr lang Oberhofprediger in Dresden, als solcher gest. 1791. * Zacharias Herrmann, geb. 1643 zu Namslau, Pastor in Lissa und Generalsenior über die ev. Kirchen Großpolens, gest. 1717. * Johann Hermes, geb. 1738 zu Peßnit bei Stargard( Pommern), beliebter Romanschriftsteller, Pastor prim. der Reihe nach an den 3 Haupt- und Pfarrkirchen zu Breslau, geft. 1821. Johann Herrnschmidt, geb. 1675 zu Bopfingen( Württemberg), seit 1715 Prof. der Theologie in Halle und Subdirector des Waisenhauses, France's Mitarbeiter, gest. 1723. Johann Herzog, geb. 1647 zu Dresden, Rechtsanwalt in seiner Vaterstadt, daselbst gest. 1699. Johann Heß, geb. 1490 zu Nürnberg, erster evangel. Prediger in Schlesien und Reformator Breslaus, dort seit 1523 an Maria Magdalena, gest. 1547. Wilhelm Hey, geb. 1789 zu Leina bei Gotha, beliebter Jugendschriftsteller, seit 1827 Sofprediger in Gotha, gest. als Superintendent in Jchtershausen 1854. Philipp Hiller, geb. 1699 zu Mühlhausen( Württemberg), Pres diger in Steinheim bei Nördlingen, verlor 1751 die Stimme, seitdem um so thätiger als Schriftsteller, gest. 1769. * Gottfried Hoffmann, geb. 1658 zu Löwenberg( Schlesien), in Leipzig mit France bekannt, 1688 Rector in Lauban, hier gest. 1712. Ernst Homburg, geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, Rechtsconjulent zu Zeiz( Pr. Sachsen), schon als weltlicher Dichter bekannt, bevor er durch geistliche Liederdichtung sich einen Namen machte, gest. 1681. Wilhelm Hülsemann, geb. 1781 zu Soest( Westphalen), zuerst Prediger in der Grasschaft Mart, dann Pfarrer und Superintendent zu Elsen bei Jserlohn, dort gest. 1865. * Christian Reimann, geb. 1607 zu Pantraß( Böhmen). Sein Vater ein Schlesier. Erst Conrector, dann Rector des Gymnasiums zu Zittau, Verfasser von Schulcomödien und gereimten Pericopen, gest. 1662. Christian Kern, geb. 1792 zu Söhnstetten( Württemberg), 1824 Professor am theol. Seminar in Schönthal, 1829 Pfarrer zu Dürrmenz bei Pforzheim, dort 1835 gestorben. Dichter- Verzeichniß. 431 * Abraham Klejel, geb. 1636 zu Fraustadt( Posen), Brediger in der Nähe von Fraustadt und Steinau, zuletzt Oberpfarrer in Jauer, gest. 1702. Friedrich Klopstod, geb. 1724 in Quedlinburg, berühmter Dichter des ,, Messias" und der Oden, gest. 1803 zu Hamburg. Gustav Knaf, geb. 1806 in Berlin, jeit 1850 Gossners Nachfolger in der Bethlehemkirche zu Berlin, daselbst gest. 1878. Albert Knapp, geb. 1798 zu Tübingen, Freund Ludwig Hofackers, von 1836 ab Prediger an verschiedenen Kirchen Stuttgarts, daselbst gest. 1864. * Christoph Knoll, geb. 1563 zu Bunzlau, Diaconus in Sprottau, gest. 1621 daselbſt. * Christian Knorr, Freiherr v. Rosenroth, geb. 1636 zu Alt- Raudten bei Wohlau, Minister beim Pfalzgrafen zu Sulzbach, von Kaiser Leopold in den Freiherrnstand erhoben, zur jüngeren schlesischen Dichterschule gehörig, gest. 1689 zu Sulzbach( Oberpfalz). Christian Koitsch, Inspector am Pädagogium in Halle, feit 1705 Rector des Gymnasiums zu Elbing, daselbst gest. 1735. Michael Kongehl, geb. 1646 zu Kreußburg( Pr. Preußen), Dichter aus der Schule Simon Dach's, gest. als Bürgermeister von Königsberg 1710. Moritz Kramer, geb. 1646 zu Ammerswurth( Holstein), Pfarrer zu Marne, daselbst gest. 1702. * Jonathan Krause, geb. 1701 zu Hirschberg, Pfarrer an der Peter Paulkirche in Liegniß, daselbst gest. 1762. Friedrich Adolf Krummacher, geb. 1768 zu Tecklenburg( Westphalen), am bekanntesten durch seine Parabeln, ein Theologe von Herderschem Geist, 1800 Professor der Theologie zu Duisburg, 1812 Oberhofprediger in Bernburg( Anhalt), seit 1824 an der Ausgarikirche zu Bremen, das, geſt. 1845. Elieser Küster, geb. 1732 zu Waßum( Braunschweig) als Generalsuperintendent von Braunschweig gest. 1799. Johann Kunth, geb. 1700 zu Liegniz, 1737 Pfarrer zu Löwen bei Brieg, 1743 Pfarrer in Dorf Baruth( Ngr. Sachsen), daselbst gest. 1779. Peter Ladmann, Schüler Franckes, Oberpfarrer zu Oldenburg ( Holstein), daselbst gest. 1713. * Friedrich Lampe, geb. 1683 zu Detmold( Lippe), hervorragender reformirter Theologe, eine Zeit lang Prof. der Theol. zu Utrecht, gest. als Prediger in Bremen 1729. Emanuel Langbeder, geb. 1792 zu Berlin, Hofstaatssecretair des Prinzen Waldemar, gest. 1843. Joachim Lange, geb. 1670 zu Gardelegen( Altmark), Freund und College H. A. Franckes, 1698 Rector in Berlin, dann Pastor daselbst, 1709 nach Halle als Professor der Theologie berufen, dort gest. 1744. 432 Dichter- Verzeichniß. Laurentius Laurenti, geb. 1660 zu Husum( Schleswig), zum Spenerschen Dichterkreis gehörig, 1684 Musikdirector am Dom in Bremen, daselbst gest. 1722. Johann Lavater, geb. 1741 zu Zürich, zur Poesie durch Bodmer und Breitinger angeregt, seit 1769 Brediger in Zürich, go starb an einer von einem französischen Soldaten erhaltenen Verwundung 1801. Johann Lehmus, geb. 1707 zu Rothenburg a. d. Tauber, daſelbst seit 1762 Superintendent, gest. 1788. Johann Leon, aus Ohrdruff( bei Gotha), Pfarrer in Königsee ( Schwarzb. Rudolstadt), später Groß- Mühlhausen, zulegt in Wölfis bei Ohrdruff gest. 1597. * Ehrenfried Liebich, geb. 1713 zu Probsthayn( Liegnit), Mitherausgeber der Hirschberger Bibel, von Gellert zum Dichten ermuntert, seit 1742 Pfarrer in Lomniß bei Hirschberg, daselbst gest. 1780. * Salomon Liscob, geb. 1640 zu Niemitsch( Niederlausig), gest. 1689 als Diaconus in Wurzen. Valentin Löscher, geb. 1673 zu Šonderhausen( Schwarzburg), eifriger Gegner des Pietismus, seit 1709 Superintendent in Dresden, daselbst geſt. 1749. * Matthäus Appelles v. Löwenstern, geb. 1594 in Polnisch- Neustadt( Oppeln), Staatsrath des Herzogs von Münsterberg, vom Kaiser Ferdinand III. in den Adelstand erhoben, gest. 1648 zu Breslau. Martin Luther, geb. 1483 zu Eisleben, daselbst gest. 1546. Von ihm theils Ueberarbeitung älterer Gesänge, theils Originaldichtungen. Joachim Magdeburg, geb. 1525 zu Gardelegen( Altmark), Prediger an vielen Orten, 1581-1583 in Efferding in Oesterreich, späterer Aufenthaltsort unbekannt. Cajar Malan, geb. 1786, Prediger in Genf, daselbst gest. 1864. Johannes Mathesius, geb. 1504 zu Rochlitz bei Leipzig, erst Rector, dann Bastor zu Joachimsthal( Böhmen), daselbst geft. 1565. Samuel Marot, geb. 1771, Oberconsistorialrath, Prediger an der Neukirche in Berlin, geſt. 1865. Christoph Meister, geb. 1738 zu Halle, gest. 1811 als Pastor und Gymnasialdirector in Bremen. * Johann Mentzer, geb. 1658 zu Jahmen bei Görlig, Freund Schwedlers( j. D.) seit 1696 Pfarrer in Kemniß, daselbst geſt. 1734. Johann Meyfart, geb. 1590 in Jena, Director des Gymnasiums in Coburg, dann Prof. der Theol. zu Erfurt, wegen seiner Schriften über Sittenreform auf den Universitäten viel angefeindet, gest. 1642. Dichter Verzeichniß. 433 Friedrich de la Motte Fouqué, geb. 1777 zu Brandenburg, roold mantischer Sänger aus dem Freiheitskriege von 1813, gest. 1843 in Berlin. * Johann Georg Müller, geb. 1651 zu Jauer( Schlesien), 47 Jahr Pfarrer in Limbach bei Chemniß, von Kaiser Carl VI. zum Dichter gekrönt, gest. 1743 in Limbach. Johann Mülmann, geb. 1573 zu Pegau bei Leipzig, Prof. der Theologie und Prediger zu Leipzig, gest. 1613. Balthasar Münter, geb. 1735 zu Lübeck, Prediger in Gotha, Sidseit 1765 in Copenhagen, hier in Verkehr mit Klopstock und Cramer, gest. 1793. ing gra Caspar Nachtenhöfer, geb. 1624 zu Halle, Pastor in Coburg, daselbst gest. 1685. 30 fund Joachim Neander, geb. 1650 zu Bremen, früh mit Spener bekannt, erster bedeutender Dichter der deutsch- reformirten Kirche, zuerst Rector in Düsseldorf, hier wegen der von ihm gehaltenen Privaterbauungsstunden viel verfolgt, seit 1679 Prediger in Bremen, hier gest. 1680. Christoph Neander, geb. 1724 zu Eckau( Kurland), Dichter der Aufklärung, Anhänger der Kantschen Philosophie, Probst in Gränzhof( Kurland), hier gest. 1802. David Nerreter, geb. 1649 zu Nürnberg, erst Prediger in Bayern, gest. als Consistorialrath in Stargard 1726. * Caspar Neumann, geb. 1648 zu Breslau, daselbst seit 1679 Diaconus bei Maria Magdalena, gest. 1715 als Pfarrer zu Elisabeth, Kirchen- und Schuleninspector und Professor der Theologie zu Breslau. Gottfried Neumann, geb. 1688, von dem pietistischen Separatismus, dem er anfangs zugethan war, durch Graf Zinzendorf geheilt, wirkte er in der Brüdergemeinde, gest. 1782. Georg Neumark, geb. 1621 zu Langensalza( Pr. Sachsen), unter der Einwirkung Simon Dachs in Sönigsberg, Bibliothekar und Hofpoet in Weimar, daselbst gest. 1681. Erdmann Neumeister, geb. 1671 in Uechteriß bei Weißenfels ( Pr. Sachsen), eifriger Gegner des Pietismus, Oberhofprediger in Sorau( Brandenburg), seit 1715 Pastor in Por Hamburg, daselbst gest 1756. * Johannes Neunherz, geb. 1653 zu Waltersdorf bei Kupferberg ( Schlesien), Pfarrer in Lauban und seit 1709 in Hirschberg, daselbst geſt. 1737. Heinrich Neuß, geb. 1654 zu Elbingeroda( Harz), seit 1690 Prediger in Wolfenbüttel, von dort wegen pietistischer BestreCydbungen verdrängt, fand er in Wernigerode 1696 Zuflucht, dort gest. als Superintendent 1716. Philipp Nicolai, geb. 1556 in Mengeringhausen( Waldeck), Verfasser polemischer Schriften gegen die Calvinisten, Prediger im Waldeckschen, in Westphalen, zuletzt in Hamburg, das. gest. 1608. 434 Dichter Verzeichniß. August Niemeyer, geb. 1754 zu Halle, Entel Freylinghausens, Oberconsistorialrath und Prof. der Theol. in Halle, daselbst geft. 1828. Johannes Olearius, geb. 1611 zu Halle, Superintendent in Quer furt( Pr. Sachsen), wurde 1643 Oberhofprediger in Halle, gest. 1684 in Weißenfels( Pr. Sachsen). Johann Gottfried Olearius, geb. 1635 zu Halle, ein Sohn von dem Bruder des Johannes Olearius, Diaconus in Halle, o feit 1668 Superintendent in Arnstadt, daselbst gest. 1711. Johann Patzke, geb. 1727 zu Frankfurt a. D., seit 1762 Prediger in Magdeburg, daselbst gest. 1787. Joachim Pauli, geb. um 1636 zu Wilsnack( Mark), Freund Paul Gerhardts, ein Theologe, über dessen Lebensgang wenig bekannt. Christoph v. Pfeil, aus einem altschlesischen Rittergeschlecht, geb. 1712 zu Grünstadt bei Worms, Staatsmann erst in Württembergschen Diensten, dann im Dienst Friedrich des Großen, gest. 1784. Michael Praetorius, geb. 1571 zu Kreuzburg( Eisenach), Hofkapellmeister zu Wolfenbüttel, daselbst gest. 1621. Samuel Breiswert, geb. 1799 zu Rümlingen( Basel), Prediger zu Basel, Antister der Basler Kirche. Christian Buchta, geb. 1808 zu Cadolzburg( Mittelfranken), mit dem Dichter v. Platen befreundet, von Schleiermacher und Schelling angezogen, 1839 Prof. der Phil. und Thcologie zu Speyer, nach kurzer Krankheit( Trübsinn) Pfarrer in Eyb bei Ansbach, seit 1852 Pfarrer in Augsburg, das. gest. 1858. Johann Jacob Rambach, geb. 1693 zu Halle, Prof der Theol. und Prediger daselbst, aus der Franckeschen Schule, doch unter Einwirkung der Wolffchen Philosophie, später in Gießen, dort gest. 1735. Johann Reche, geb. 1764 zu Lennep( Rheinprovinz), Pfarrer in Mühlheim am Rhein, der kantischen Philosophie zugethan, gest. 1835. Andreas Rehberger, geb. 1716 zu Nürnberg, Mitglied des Nürnberger Dichterordens, als Prediger in Nürnberg gest. 1769. * Reichart Reiber, geb. 1744 zu Bernstadt( Schlesien), gest. als Pfarrer zu Dirsdorf bei Nimptsch 1778. • Eleonore Füritin Reus, geb. Gräfin Stolberg Wernigerode, 1835 zu Gedern am Vogelsberge geb., lebt in Jänkendorf bei Niesty. Christian Friedr. Richter, geb. 1676 zu Sorau( Br. Brandenburg), Arzt am Halleschen Waisenhause, Dichter, Componist und Erbauungsschriftsteller, gest. 1711. Bartholomaeus Ringwaldt, geb. 1530 zu Frankfurt a. D., Pfarrer in Langfeld in der Neumark, gest. um 1600. Dichter- Verzeichniß. 435 Martin Rinfart, geb. 1586 zu Eilenburg in Br. Sachsen, daselbst als Prediger gest. 1649, Freund und Trübsalsgenosse Joh. Heermanns. Johann Rist, geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, Stifter des Elbschwanenordens, von Kaiser Ferdinand III. zum Dichter gekrönt und in den Adelstand erhoben, 32 Jahre lang Pfarrer in Wedel bei Hamburg, dort gest. 1667. Samuel Rodigast, geb. 1649 zu Gröben( Thüringen), unter Georg Neumark gebildet, Rector an dem Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin, dort gest. 1708. Johann Andreas Rothe, geb. 1688 zu Lissa bei Görlik, durch Binzendorf 1722 nach Berthelsdorf berufen, wirkt in der Brüdergemeinde bis 1737, von da ab Gegner des Herrnhutianismus, erst Pfarrer zu Hermsdorf bei Görlig, dann zu Thommendorf bei Bunzlau, daselbst gest. 1758. # Karl Rothe, geb. 1812 zu Marienwerder, erst Prediger an der Elisabethkirche zu Berlin, dann Irwingianerprediger das. Johann Rothen, geb. 1797 zu Neueneck( Bern), Lehrer in Basel. Friedrich Rüdert, geb, 1789 in Schweinfurt( Kgr. Bayern), berühmter Dichter, Prof. in Erlangen und Berlin, gest. 1866 zu Neusen bei Coburg. Johann Ruopp, Adjunct der theol. Facultät in Halle, daj. gest. 1708. Martin Rutilius, geb. 1550 zu Düben( Pr. Sachsen), gest. als Archidiaconus in Weimar 1618. Gottfried Sacer, geb. 1635 zu Naumburg, Mitglied des Elbschwanordens( s. Rist), vom Kaiser zum Dichter gekrönt, Rechtsgelehrter zu Braunschweig und Wolfenbüttel, daselbst gest. 1699. Christian Sachse, geb. 1785 zu Eisenberg( Sachsen Altenburg), Consistorialrath und Hosprediger zu Altenburg, gest. 1860. Christian Scriver, geb. 1629 zu Rendsburg, Prediger in Stendal, Magdeburg und Quedlinburg, Verfasser des Seelenschaßes," gest. 1693. " 1 Johann Schade, geb. 1666 zu Münsdorf( Reuß Schleiz), durch Francke für den Pietismus gewonnen und deshalb in Leipzig hart angefeindet, erhielt er einen Ruf an die Nicolaikirche zu Berlin, dort der College Speners, gest. 1698. Martin Schalling, geb. 1532 in traßburg, Schüler Melanchthons, Hofprediger in Amberg, wegen Verweigerung der Unterschrift unter die Concordienformel abgesetzt, zuletzt Prediger in Nürnberg, daselbst gest. 1608. Johann Scheffler, geb. 1624 zu Breslau, durch Jacob Böhme's Schriften zur Mystik hingezogen, geräth in Folge seiner mystischen Anschauungen als Hofmedicus in Oels in Conflict mit der lutherischen Kirche und tritt 1653 zur fath. Kirche über. Bedeutendster tiefsinniger Dichter der 2. schlefischen Dichterschule. In Breslau gest. 1677 als kath. Priester. 436 Dichter- Verzeichniß. Hartmann Schent, geb. 1634 zu Ruhla bei Eisenach), Prediger in Ostheim vor der Rhön, daselbst gest. 1681. Mar v. Schenkendorf, geb. 1784 zu Tilsit, Dichter der Freiheits2012 friege, gest. als Regierungsrath zu Coblenz 1817. Daniel Schiebeler, geb. 1741 zu Hamburg, dort Canonicus beim Domcapitel, gest. 1771. Michael Schirmer, geb. 1606 zu Leipzig, seit 1636 Subrector, seit 1651 Conrector am Gymnasium zum grauen Kloster in non Berlin, Freund P. Gerhardts, gest. 1673 in Berlin. Levin Schlicht, geb. 1681 zu Kalbe a. d. Milde( Altmark), unter Franckes Einfluß, Prediger an mehreren Orten der Mark, zuletzt an der Georgenkirche zu Berlin, gest. 1723. * Johann Schlipalius, geb. 1719 zu Dels( Schlesien), gest. als Prediger zu Dresden 1764. Johann Adolf Schlegel, geb. 1721 zu Meißen, Freund Gellerts und Kramers, Vater der bekannten Dichter August Wilhelm und Friedrich v. Schlegel, gest. als Generalsuperintendeut in Kalenberg( Hannover) 1793. Ludwig Schlosser, geb. 1663 zu Darmstadt, Lehrer und Prediger in Fraukfurt a. M., dort gest. 1723. Johann Eusebius Schmidt, geb. 1669 zu Hohenfelden bei Erfurt, befreundet mit H. Francke, Pfarrer in Siebleben b. Gotha, daselbst gest. 1745. * Benjamin Schmold, geb. 1672 zu Brauchitschdorf( Liegniß), durch Gottfr.Hoffmann zum Dichten angeregt, s. 1704, wo seine ,, heil. Liederflammen" erscheinen, bewunderter und über Schlesiens Grenzen beliebter Dichter, durchlief in Schweidnitz die kirchl. Aemter, vom Diaconus bis Pastor prim., dort geſt. 1737. Johannes Schneesing, geb. zu Frankfurt a. M., Pfarrer in Frie mar bei Gotha, dort gest. 1567. Johann Schrader, geb. 1684 zu Hamburg, Probst zu Tondern ( Schleswig), Herausgeber eines Gesangbuches, das wegen der Weitherzigkeit seines Standpunktes ihm viel Verfolgungen zuzog, gest. 1737. Johann Schröder, geb. 1666 zu Hallerspringa( Hannover), durch Francke erweckt, seit 1696 Pfarrer zu Möseburg( Magdeburg), nach 3jähriger Amtsthätigkeit geſt. 1699. Christian Schubart, geb. 1739 zu Obersontheim( Württemberg), begeisterter Anhänger Klopstocks, nach einem wüsten, unsteten Leben wegen eines Spottgedichts auf den Herzog Carl v. Württemberg auf Hohenasperg 10 Jahr gefangen gehalten, starb 1791 als Hof- und Theaterdichter in Stuttgart. Gotthard Schuster, geb. 1673, Prediger zu Zwickau, dort noch 1736. Aemilie Juliane Reichsgräfin von Schwarzburg- Rudolstadt, geb. 1637 auf der Heidecksburg bei Rudolstadt, Gemahlin des Grafen Albert Anton von Schwarzb. Rudol., in Verkehr mit dem Dichter Ahasverus Fritsch, gest. 1706. Dichter Verzeichniß. 437 * Johann Schwedler, geb. 1672 zu Krobsdorf bei Friedeberg a. D., Prediger in Niederwiese bei Greiffenberg, stand in Verbindung mit der Brüdergemeinde, von Zinzendorf hochgeschäßt, gest. 1730. 171 * Hans v Schweinitz, geb. 1645 zu Crain bei Liegniß, Landesältester im Görlißer Kreise, gest. 1722 in Laube. Johann Schüßz, geb. 1640 zu Frankfurt a. M., Advocat daselbst, treuer Anhänger Speners, gab den Anstoß zu den pietistischen Privaterbauungsstunden, zulegt aus der Kirche ausgeschieden, geſt. 1690. Julins Sinz,( um 1799) soll Candidat d. Predigtamts gewesen sein. Paul Speratus( von Spretten), geb. 1484 in Schwaben, kommt nach vielen Verfolgungen in Würzburg, Salzburg, Wien und Iglau zu Luther nach Wittenberg, der ihn nach Königsberg empfiehlt, gest. 1551 in Marienwerder als Bischof v. Pomesanien. Carl Spitta, geb. 1801 zu Hannover aus einer französischen Familie( de l'Hôpital), an verschiedenen Orten in Hannover Prediger, zuletzt Superintendent in Burgdorf, das. geſt. 1859. Johann Stegmann, geb. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, Prof. der Theol. zu Rinteln( Pr. Hessen) und Ephorus der Grafschaft Schaumburg, nach dem Restitutionsedict durch Benedictinermönche zu Tode gekränkt, geſt. 1632. Johannes Steuerlein, geb. 1546 zu Schmalkalden, Stadtschultheiß zu Meinungen, daselbst gest. 1613. Ewald Stier, geb. 1800 zu Fraustadt( Posen); eine Lehrerstelle in Basel giebt er wegen Kränklichkeit auf, wird Pfarrer in Frankleben bei Merseburg, darauf in Wichlinghausen bei Barmen, legt 1847 sein Amt nieder, tritt 3 Jahre später wieder in das kirchliche Amt ein, zulett Superintendent in Eisleben. Geistvoller theol. Schriftsteller, gest. 1862.UN Heinrich Stockfleth, geb. 1643 zu Alefeld bei Hildesheim, Generalsuperintendent zu Mönchsberg( Königr. Bayern), dann Gymnasialdirector zu Bayreuth, Mitglied des Nürnberger Dichterordens, Herausgeber eines Reformgesangbuchs mit Textveränderung, gest. 1708. Victor v. Strauß, geb. 1809 zu Bückeburg, dort Archivrath, Bundestaggesandter zu Frankfurt, in den österreichischen Adelsstand erhoben, kirchlicher Schriftsteller und Dichter. Christoph Sturm, geb. 1740 zu Augsburg, Prediger in Halle, Magdeburg und Hamburg, hier Hauptpastor an der Petrifirche, beliebter Erbauungsschriftsteller, Gründer des Hamburger Krankeninstituts, wegen freier Ansichten von Pastor Spin Göße in Hamburg angegriffen, geſt. 1786. Julius Sturm, geb. 1816 zu Köstriß( Fürstenthum Reuß), zuerst Pfarrer in Göschitz b. Schleiz, seit 1857 zu Röstriß, zum Dichten angeregt durch des Knaben Wunderhorn," die ersten Gedichte erschienen 1850. OOT] m nost0. " 1 16 438 Dichter- Verzeichniß. Christian Taddel, geb. 1706 zu Rostock, Hofrath daf., gest. 1775. Gerhard Tersteegen, geb. 1697 zu Mörs( Rheinprovinz), größter Dichter der reformirten Kirche, von dem Kaufmannsberuf abgehend führt er als Bandweber in Mühlheim ein einsiedlerisches Leben, mystischer Beschaulichkeit ergeben, aus der seine Lieder und Erbauungsschriften hervorgingen, er hielt auch Erbauungsstunden, in denen er die Leute der Kirche zuführen wollte, gest 1769. Valentin Thilo, geb. 1607 zu Stönigsberg, Prof. der Beredsamkeit zu Königsberg, Dichtergenosse von Sim. Dach, geſt. 1662. * Christoph Titius( Tieße), geb. 1641 zu Wilkau( Breslau), erhält seine Bildung in Nürnberg, im Nürnberger Gebiet Prediger, zulegt in Hersbruck Oberpfarrer, gest. 1703. Heinrich Tode, geb. 1733 zu Zollenspeicher bei Hamburg, Pfarrer zu Prizier bei Wittenberg( Mecklenburg), dann Hofprediger zu Schwerin, hier gest. 1797. * Gottfried Tollmann, geb. 1680 zu Lauban, gest. als Pfarrer zu Leube 1769. Joh. Mich. Uhlich, geb. 1713 zu Gelenau( Königr. Sachsen), gest. als Superintendent in Bitterfeld( Pr. Sachsen) 1774. * Caspar v. Warnsdorf, schlesischer Landeshauptmann zu Schweiniß und Jauter, gest. 1634. Johann Weber, geb. 1768 zu Barby( Pr. Sachsen), gest. als Pastor zu Barby 1851. Carl Wehrau,( 1761-1808). Josua Wegelin, geb. 1604 zu Augsburg, daselbst Prediger, in Folge des Restitutionsedicts zweimal aus der Stadt vertrieben, das zweite Mal siedelt er nach Preßburg( Ungarn) über, wo er 1640 starb. Wilhelm II. Herzog zu Sachsen- Weimar, geb. 1598 zu Altenburg, heldenmüthiger Vorkämpfer der Evangelischen im 30 jährigen Kriege, Beförderer der Dichtkunst,( f. Georg Neumark), gest. 1662. Sigismund Weingärtner, Prediger in Franken um 1600. Christian Weise, geb. 1642 zu 3ittau, einflußreicher Lehrer der Poesie, erst Prof. zu Weißenfels, dann Rector zu Zittau, dort Lehrer von Gottfried Hoffmann( f. o.), gest. 1708. Johannes Weißzenborn, geb. 1644 zu Camburg( Thüringen), Gymnasialdirector in Hildesheim, dann Oberpfarrer zu Erfurt, zuletzt Superintendent und Kirchenrath zu Jena, daselbst gest. 1700. Georg Weiffel, geb. 1590 zu Domnau( Preußen), Pfarrer in Königsberg, Borläufer von Simon Dach, gest. 1635. Georg Berner, geb. 1589 zu Preußisch-Holland( Pr. Preußen), Diaconus zu Königsberg, gest. 1643. Johann Wilhelmi, Regierungsadvocat und Stadtsyndicus zu Gießen um 1700. Dichter Verzeichniß. 439 Johann Winkler, geb. 1670 zu Lucka( Sachsen Altenburg), aus der Franceschen Schule, Domprediger in Magdeburg, wegen seiner Förderung der Unionsabfichten Friedrichs I. von Preußen viel angefeindet, geft. 1722. Ernst v. Wobeser, geb. 1727 zu Luckenwalde( Brandenburg), ursprünglich Major zu Neuwied, durch die Eindrücke der Brüdergemeinde bewogen, tritt er aus dem Militairdienst aus und wird Diaconus der Brüderkirche, dann Director der Unitätsanstalten zu Niesky, gest. 1795. Jacob Wolf, geb. 1684 zu Greifswalde, Prof. der Rechte zu Halle, daselbst gest. 1754. = Ernst Woltersdorf, geb. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, Stifter des Bunzlauer Waisenhauses, gest. 1761 als Prediger in Bunzlau. Ernst Albert Zeller, geb. 1804 zu Heilbronn, practischer Arzt zuerst in Stuttgart, dann Director der Irrenanstalt zu Winnenthal( Württemberg), gest. 1877. Johann Zimmermann, geb. 1702 zu Langenwiesen bei Ilmenau ( Weimar), Superintendent zu Uelzen( Hannover), Ueberarbeiter der alten Kirchenlieder aus der Gottsched'schen Schule, gest. 1783. Nicolaus Graf v. Zinzendorf, geb. 1700 zu Dresden, im Pädagogium in Halle unter Francke gebildet, Hof- und Justizrath in Dresden, später im Dienst der von ihm gegründeten Brüdergemeinde, gest. 1760 zu Herrnhut. Christian Renatus Graf v. Zinzendork, Sohn des Nicolaus G. Z., geb. 1727 zu Herrnhut, gest. 1752. Johannes Zwid, geb. 1496 zu Constanz, reformirter Dichter, erst Jurist, dann eifriger Prediger der evangel. Sache, seit 1526 in Constanz, gest. 1542. ( padidn and bindnil bildnerin comed midsins md and 2012 mad obrihodin thog Isgunun Offred 3312 507 1018) En Colimming Anhang 112 zum aligid, Gefangbuch für evangelifdie Gemeinden Sdilefiens. paniidi stis Hino 58 Breslau. Verlag von Wilh. Gottl. Korn. 1879. eldnoz 1. Liturgic 2. Litanei. 1. Morgen- und Abendgebete. 2. Fest- Gebete. 3. Buß-, Beicht- und Communiongebete 4. Gebete für Kranke und Sterbende.. emaine . punane Inhalt. . Erste Abtheilung. Zweite Abtheilung. 3. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi 4. Verzeichniß der Evangelien und Episteln.. 5. Katechismus Luthers. . .. . ● . 3 11 24 35 38 39 40 59 63 1610 Erste Abtheilung. I. Morgen- und Abendgebete. Dr. Luthers Morgensegen.| Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht über mich habe. Amen. Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen: Sonntag Morgen. Ich ch danke dir, mein lieber danke dir, gütiger Gott und hater unfers Herrn Jeſu himmlischer Bater, durch Jesum Christum, deinen lieben Christi, daß du mich diese Nacht Sohn, daß du mich diese Nacht so gnädig und väterlich behütet vor allem Schaden und Gefahr und bewahret und mich aberbehütet hast, und bitte dich, du mals diesen Tag haft erleben wollest mich diesen Tag auch be- lassen, an welchem ich von aller hüten vor Sünden und allem Arbeit meiner Hände ruhen, Uebel, daß dir all mein Thundeine schönen Gottesdienste beund Leben gefalle. Denn ich suchen, dein seligmachendes Wort befehle mich, meinen Leib und anhören und dich mit der GeSecle, und Alles in deine Hände. meine rühmen und preisen soll. Dein heiliger Engel sei mit mir, Wie freue ich mich dessen, daß daß der böse Feind keine Macht wir werden in's Haus des Herrn über mich habe. Amen. gehen, wo du uns weidest auf grüner Au und hinführst zum Dr. Luthers Abendsegen. frischen Wasser. Ach, Gott! Laß J danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jemich diesen Tag nicht allein heilig anfangen, sondern auch heilig fortseßen und heilig vollenden. Mein Gott und Vater, thue Allen, die heut dein Wort hören, das Herz auf. Gieb den Lehrern und sum Christum, deinen lieben Dienern deines Amtes die Gabe Sohn, daß du mich diesen Tag deines Geistes, und salbe die gnädiglich behütet hast, und bitte Lippen, die deines Namens Ehre dich, du wollest mir vergeben alle verfündigen. Laß das Wort meine Sünde, wo ich unrecht der Predigt nicht wieder leer gethan habe, und mich diese Nacht zurückkommen, sondern ausrichauch gnädiglich behüten. Denn ten, wozu du es sendest. Mehre ich befehle mich, meinen Leib und die Zahl deiner Gläubigen aller Seele, und Alles in deine Hände.| Orten, insonderheit in dieser 1* Das walte Coff Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Morgen- und Abendgebete. Gemeinde. Laß allen den lieben| Barmherzigkeit, die du an mir 4 einem ewigen Segen werden. meine Glieder zur Ruhe legen, Tröste die, so heut in Einsamkeit so tritt du, o mein Hüter, mir und Traurigkeit leben müssen, zur Seiten; hab' Acht auf mich deren Seele vergeblich sich sehnet und schließe mich in deinen Schutz nach deinen Vorhöfen. Bringe ein. Wende Feuers- und Wasserssie und Alle, die einen Namen noth und alles Unglück von mir lieb haben, dahin, daß wir dein und den Meinigen ab, und laß Angesicht ewiglich schauen und alle Betrübten, Kranken und mit den Engeln immerdar singen: Sterbenden deine reiche Gnade Heilig, heilig, heilig ist der Herr genießen: so soll morgen früh Zebaoth, alle Lande sind seiner unser aller Mund deines Ruhmes Ehre voll! Amen. In Jesu Na- voll sein, und wir wollen erzählen, men, Amen. antones was du Gutes uns an Leib und Verzeihe, Seele di the Sonntag Abend. wenn ich nicht mit solchem Cifer Herit thofe and hird dir heute gedienet, wie ich billig Gerr, bleibe bei mir, denn es gesollt, und nimm deßwegen will Abend werden und der deine Gnade nicht von mir. Tag hat sich geneiget. Odu Laß in der neuen Woche Alles lebendiger, allmächtiger Gott, neu an mir sein, schenke mir wie unbegreiflich sind deine neue Liebe und Verlangen nach Werke, wie unaussprechlich ist dir, neuen Trieb, dir zu dienen deine Güte, welche du den und zu gehorchen: laß mich die Menschenkindern erzeigest! Jch in der vorigen Woche begangenen kann von Gnade und Wahrheit, Sünden meiden und fliehen, da von Liebe und Barmherzigkeit mit Jedermann erkenne, daß ich sagen, indem du den vergangenen den Sonntag nicht vergebens Tag mir viel Gutes an Leib hingebracht habe. Hilf, daß ich und Seele erwiesen hast. Du fleißig erwäge, daß ich eine unhast meine Seele gespeiset mit sterbliche Seele habe, damit ich dem Brod des Lebens, und mir mehr um die Seele, als 18 um den aus der lebendigen Quelle zu Leib bekümmert sei. Ich sehe trinken gegeben; dein Wort ist mich, mein Gott, nach meiner meinem Munde süßer gewesen, Ruhestatt um, ich liege und schlafe als Honig und Honigseim. Ach, ganz mit Frieden, denn allein laß dein Wort mein ganzes Leben du, Herr, hilfst mir, daß ich sicher hindurch ein Licht auf meinen wohne. Also werd' ich auch ruhen Wegen bleiben, daß ich darnach in meinem Grabe, bis du mich meinen Gang richte, so werde an dem frohen jüngsten Tage ich nicht straucheln oder aus deiner Gnade fallen. Du bist auch mein Erretter, mein Beistand im Leiblichen gewesen, daß ich gesund diesen Abend erreicht habe. Ich bin nicht werth aller zum ewigen Leben erwecken wirst. Dahin, zu dieser Ruhe, die du deinem Volke bereitet hast, wollest du mich vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen, um deiner Gnade willen. Amennal Morgen- und Abendgebete. am Montag Morgen, Kerr 5 die du täglich an mir thust. Ich ich danke dir durch Jesum Christum deinen lieben Sohn, für allen Schuß und Schirm und für alle Wohlthaten, die du mir haft bisher angedeihen lassen, und befehle mich für diese Woche, die ich jeßt antrete, mit Leib und Seele und alle dem, darin zu wirken du mich geseßzet hast in meinem Berufe, in deinen Schuß und gnädige Obhut. Sei du der Anfang meines Sinnens und Trachtens und alles Thuns, und wirke du in mir, daß ich Alles zum Lobe deines Namens beginne und, dem Nächsten zu dienen, in deiner Liebe vollbringe. Erhalte mir deine Gnade Christo, und gieb mir ein fröhliches Gemüth, deinen Willen zu Dein heiliger Geist regiere mich nun im Anfange dieser Woche und immerdar bis an mein letztes Ende, und sei in mir das Wollen, Wirken und Vollbringen. Amen. in treiben. Segne dung des Bösen, das mir diesen Tag hätte begegnen können; ich bitte dich herzlich und kindlich: vergieb mir alle meine Sünde, die ich diesen Tag begangen habe mit Gedanken, Borten und Wer ken. Ach sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädigt des Erzmeinen Schlaf, wie den vaters Jakob, da er im Traum die Himmelsleiter sah und die heiligen Engel, und den Segen empfing; daß ich von dir rede, wenn ich mich zu Bette lege, an dich denke, wenn ich erwache; daß dein Name und Gedächtniß in meinem Herzen bleibe, ich wache oder schlafe. Siehe, der uns behütet, schläft nicht; siehe, der Hüter Israel schläft, noch schlummert nicht! Sei du, o Gott, mein Schatten über meiner rechten Hand. Laß deine heiligen Wächter mich behüten, und deine Engel sich um mich lagern. Wecke mich morgen zu deinem Lobe und Preise, daß ich mit neuen Kräften dir dienen möge. armherziger, gnädiger Gott Wenn aber diese Nacht nach und Bater, ich lobe und deinem unerforschlichen Rath preise dich, daß du mich durch schluß die letzte sein sollte, und deine göttliche Gnade und Schuß mein Stündlein vorhanden ist, den vergangenen Tag haft voll- so verleihe mir einen seligen enden, und seine Last und Plage Schlaf und eine selige Ruhe in haft überwinden lassen. Du Jesu Christo, meinem Herrn. pro ind hilfst ja immer eine Last nach Amen. nat, nisonnes 8 der andern ablegen, bis wirbni Dienstag Morgen. glof endlich zur Ruhe und zu dem alle der du 108 sdgre Montag Abend. Plage und Roth aufhören wird. Schlummer der Nacht den Ich danke dir von Herzen für uns verscheucht, nimm an unser alles das Gute, das ich diesen Gebet und Flehen, und schenke Tag von deiner Hand empfangen uns Glauben, der nicht zu Schanhabe. Ach Herr, ich bin zu ge- den wird, zuversichtliche Hoffnung ringe aller deiner Barmherzigkeit, und ungeheuchelte Liebe; segne 6 unsern Eingang und Ausgang, unsere Gedanken, Worte und Werke, und laß uns diesen Tag beginnen unter Lob und Preis deiner unaussprechlichen Güte. Geheiliget werde dein Name: Dein Reich komme, das Reich des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Morgen- und Abendgebete. Alles aus deiner Hand annehmen. Regiere mich durch deinen guten Geist, daß ich auf dem Wege des Glaubens und der Gottseligkeit dem himmlischen Vaterland zueile, und einst nach dieser Prüfungszeit bei dir mit den reinen Freuden der vollendeten Gerechten ewig erquickt werde! Amen. Dienstag Abend. Job und Preis sei dir gesagt, und mein gütigster Wohlthäter und Vater, für den Reichthum deiner Gnade, womit du mich bisher erfreuet, und in diesem mühevollen Erdenleben so oft erquicket hast. Wie wenig kann alles Irdische und Vergängliche meine Seele befriedigen, wenn ich dich nicht liebe, mein Gott, und mich deines gnädigen Wohlgefallens nicht erfreuen darf. Alles, was auf Erden ist, ist hinfällig; auf dich nur kann ich mich gänzlich verlassen; du bist mein Trost, du bist mein höchstes Gut. Bei dir suche ich denn auch in dieser Abendstunde Ruhe für meine Seele, und gelobe dir auf's neue, mein ganzes Leben nach deinem Willen einzurichten. Bin ich auch heute in Gedanken, Worten und Werken von deinen Wegen abgewichen, so verzeih', allgütiger Bater! Befestige selbst in mir den Vorfaß, unsträflicher vor dir zu wandeln, treuer in der Nachfolge meines Heilandes zu werden, und mich ernstlicher auf Laß das rechte göttliche, geistliche und himmlische Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnaden in mir neu werden, damit nicht ich lebe, sondern Christus in mir, und ich im Glauben des Sohnes Gottes stets erneuert werde, als eine Pflanze der Gerechtigkeit zu grünen und zu blühen, dir zum Preise, und auszubrechen in lebendige und dir wohlgefällige Früchte des Geistes, meinem Nächsten zu Nuß und Dienst. Ich ergebe mich dir auf's Neuc, o Vater: mache mit mir, was dir wohlgefällt. Reinige, läutere und bewähre mich, daß ich ein rechtschaffener Christ sei und zu dem Israel Gottes gehöre, über welchem ist Friede und Barmherzigkeit. Ich begehre keine Ehre, als deine Kindschaft, keinen Reichthum, als die Gerechtigkeit Jesu Christi, keine Freude, als die die Ewigkeit vorzubereiten. Laß gnadenreiche Einwohnung des mich in deiner Liebe, und in| heiligen Geistes. der Gemeinschaft mit dir und deinem Sohn Jesu Christo mein höchstes Glück suchen und mit zufriedenem und gelassenem Sinn Für mein Leibliches wirst du wohl sorgen, denn du hast ge= sagt: Ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Bewahre Mittwoch Morgen. ieber himmlischer Vater, ich lobe und preise dich auch für diese Nacht, die du mich überleben und für diesen Tag, den du mich hast erleben lassen. Morgen- und Abendgebete. 7 mich vor Müssiggang. Laß diesen Tag unter deinem väterlichen Schuß und Segen hast Herr, deine vollenden lassen. Güte ist groß, und deine Barmherzigkeit hat kein Ende. Der fürchtigen begehren, er höret ihr Schreien und hilft ihnen. mich arbeiten, nicht aus Geiz, sondern aus herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. Laß beine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen, die Herr ist nahe Allen, die ihn anauf dem ganzen Erdboden woh- rufen, Allen, die ihn mit Ernst nen, und deine Güte über alle anrufen; er thut, was die Gottesdeine Geschöpfe Gedenke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes verbunden sind als lebendige Glieder an ihrem hochgelobten Oberhaupte Jesu, Christo. Laß unser aller Gebet Ein Gebet sein vor dir durch Christum, in welchem du uns dir selbst angenehm gemacht hast. Sei du selbst eine ewige Vergeltung allen denen, die mir Liebe beweisen. Meine Beleidiger siehe mit erbarmenden Augen an und vergieb ihnen, gleich wie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Anverwandte lege ich in deine Liebesarme. Kirchen und Schulen, Obrigkeit und Unterthanen befehle ich dir, mein Gott. Ach, siehe an den elenden Zustand in allen Ständen, mache dich auf und hilf uns, daß deine Ehre gerettet und des gottlosen Wesens ein Ende werde. Hilf den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Herr, mein Gott, verschmähe mein Gebet nicht, sondern erhöre mich um Jesu Christi willen. Ach mein Gott, wie geschwind gehet doch ein Tag dahin; wie ein Pfeil wird abgeschossen, so geschwind verfließen unsere Jahre. Darum lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Siehe meine Tage sind eine Hand breit vor dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wir müssen ja alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, daß ein Jeder empfahe, nachdem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei Gutes oder Darum richte ich mich Böjes. selbst und frage: Meine Seele, wie hast du heute den Tag hingebracht? Hafst du auch etwas Gutes gedacht? Ist Gott heute mit dir vereinigt geblieben, oder hast du ihn mit vorsäglichen und wissentlichen Sünden von dir gestoßen? Mein Mund, was hast du heute geredet? Hast du gesprochen, was ehrbar, was keusch ist, was wohl lautet? Ist das Lob Gottes von dir ausgebreitet worden, oder bist du von schandbaren Worten übergeflossen? Welchen Weg ist heut dein Fuß gewandelt? Was habt ihr verrichtet und verübet, ihr Hände? Was habt ihr gehöret, ihr Ohren? Ihr Augen, wonach habt ihr gesehen? Was ist heute Amen. Mittwoch Abend. er Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht, was können mir Menschen thun? Also spreche ich jetzt, du gnädiger und liebreicher Gott, in dieser Abendstunde, und sage dir demüthigen Dant, daß du mich 8 dein Verlangen, Dichten und Trachten gewesen, mein Herz? Donnerstag Abend. elobet ſei Gott, der Vater, Uch mein Gott! wenn ich auf alle diese Fragen antworten soll, wie werde ich bestehen? Ach heiligen Geiste, der durch seine im Herr, nimm weg mit dem ent- mannigfaltige Güte und Barmweichenden Tage meine Ueber- herzigkeit mich wieder heut tretungen. O Jesu! tilge meine diesen Tag gnädig bewahret Sünden mit deinem heiligen hat. Herr, deine Güte reichet, Blut. Oheiliger Geist! ver- so hoch der Himmel ist, und sichere mich der Vergebung aller deine Wahrheit, so weit die Wolmeiner Sünden, ehe ich noch fen gehen. Du bist gnädig und einschlafe, daß ich nicht, wenn barmherzig; alle deine Werke diese Nacht die letzte sein sollte, sind löblich. Ich bitte dich, huldverloren werde. Amen. reicher Gott, du wollest mir aus Gnaden verzeihen Alles, was ich heut wider dich gethan habe, es sei mit Werken, Worten oder Gedanken. Wollest auch deine Barmherzigkeit auf mich richten Morgen- und Abendgebete. Donnerstag Morgen. Herr, unser Gott, der du das aus Finsterniß, der du uns erquickt schlafen und ruhen, daß ich dich, durch den nächtlichen Schlaf und der du bist die ewige Ruhe, nun wieder aufgeweckt hast, deinen und nimmermehr verlasse, sonRuhm zu preisen und deinen dern in dir bleibe durch den Namen anzurufen: nimm jetzt Glauben und unter deinem von uns an nach deiner grund- Schirm sicher wohne, auf daß losen Barmherzigkeit das Opfer sich ein Feind nicht dürfe zu unserer Anbetung und unsers mir nahen und mir keinen Dankes und gewähre uns alle Schaden könne zufügen. Herr, uns heilsamen Bitten. Richte du bist mein Licht und mein uns zu, o Herr, zu Kindern des Heil; vor wem sollte ich mich Lichts und des Tages und zu fürchten? Du bist meines Lebens Erben deiner ewigen Güter. Kraft; vor wem sollte mir Gedenke, Herr, nach der Menge grauen? Auf dich verlässet sich deiner Erbarmungen deines gan- mein Herz, und mir ist geholfen. zen Volkes, Aller die mit uns Du bist mein Trost und gewalbeten, und aller unserer Brüder, tiger Schuß, deine rechte Hand die zu Lande oder zu Wasser stärke mich, deine Rechte tröste deiner Gnade und Hülfe bedürfen, mich. Siehe, mein Gott, des und schütte über sie alle aus den Tages rufe ich, so antwortest du Reichthum deiner Barmherzigkeit; mir, und des Nachts schweige auf daß wir, erlöset nach Seel' ich auch nicht, und du erhörest und Leib, unwandelbar in festem mich. Wenn ich mich zu Bett Glauben, deinen heiligen und lege, so denke ich an dich; wenn wunderbaren Namen rühmen ich erwache, so rede ich von dir; mögen. Amen, denn du bist mein Helfer, und Morgen- und Abendgebete. 09 unter dem Schatten deiner Flügel| deine grenzenlose Liebe. Verruhe ich; meine Seele hanget dir nimm in deiner Herrlichkeit das an, deine rechte Hand erhält mich. Stammeln unseres Mundes und Wenn ich im Finstern size, so ist die schwachen Seufzer unserer doch der Herr mein Licht und Seele, die wir dir darbringen mein Heil. O gütiger Gott, für alle deine Erbarmungen, verleihe mir Gnade, daß, wenn wodurch du uns in deinem Sohne, mein Sterbeftündlein herzunahet, unserm Heilande, zu Hilfe kamst. und ich ins Todtenbett zur ewigen Du starbst für unsere Sünden, Ruhe mich soll niederlegen, daß Herr Jesu, und standest auf zu ich durch deine Hilfe im rechten, unserer Rechtfertigung, und festen Glauben getrost und un- herrschest nun in Ewigkeit zur verzagt möge selig zum ewigen Rechten deines Vaters und bittest Dir ist alle Gewalt Leben einschlafen. Je für uns. gegeben, daß in deinem Namen sich alle Knice beugen, und alle Zungen bekennen sollen, daß du der Herr feiest, zur Ehre Gottes des Vaters. Gelobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! mind Amen. Sun int Indeß stärke mich, Herr, daß ich allezeit wache, nüchtern und mäßig lebe, und in christlicher Bereitschaft erfunden werde, sintemal ich nicht wissen kann, zu welcher Stunde du, unser Gott, kommen wirst und mich von hinnen abfordern, auf daß ich würdig werde, zu stehen vor des Menschen Sohn, und nicht zu Schanden werde in seinem Gericht, der da sei hochgelobet in Ewigkeit! Amen. us Jo uil compris di din Freitag Morgen. er Tag, den wir durch deine Gnade, himmlischer Bater, beginnen, erinnert uns vor allem an das große Werk der Erlösung des ganzen sündigen Menschengeschlechts, das du durch deinen Sohn Jesum, Christum, ausgeführt hast. unendliche Liebe, also liebtest du die Welt, daß du deinen eingebornen Sohn dahingabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Was können wir dir vergelten, o Gott, für deine Barmherzigkeit? Wie sollen wir dich loben und dir danken? Erhaben über alles Erkennen ist Freitag Abend. allow it gerührtem Herzen erinnern wir uns auch am Abend dieses Tages an deine Liebe, womit du, Herr Jesu, unser göttlicher Erlöser, uns bis zum Tod am Kreuz geliebet hast. An diesem Tag hast du uns sterblichen Sündern durch deinen Versöhnungstod Trost, Licht und Hoffnung im Leben, Leiden und Sterben errungen. Gesegnet sei uns das Andenken an dein göttliches Mittlerverdienst, an dein Leiden und Sterben. Du hast es um uns verdient, daß wir dich als unsern Heiland und Herrn, als unsern Retter und Versöhner, als den Urheber des Friedens und der ewigen Seligkeit, mit dankbarem Herzen verehren. Ja dich wollen wir von ganzer Seele lieben, auf dich unser Vertrauen scßzen, denn du bist uns alles in allem. Deiner 8 dein Verlangen, Dichten und Trachten gewesen, mein Herz? Uch mein Gott! wenn ich auf alle diese Fragen wie werde ich bestehen? Ach Herr, nimm weg mit dem entweichenden Tage meine Uebertretungen. Jesu! tilge meine Donnerstag Abend.m elobet sei Gott, der Bater, heiligen Geiste, der durch seine mannigfaltige Güte und Barmherzigkeit mich wieder heut diesen Tag gnädig bewahret Sünden mit deinem heiligen hat. Herr, deine Güte reichet, Blut. Oheiliger Geist! versichere mich der Vergebung aller meiner Sünden, ehe ich noch einschlafe, daß ich nicht, wenn diese Nacht die letzte sein sollte, verloren werde. Amen. so hoch der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolten gehen. Du bist gnädig und barmherzig; alle deine Werke sind löblich. Ich bitte dich, huldreicher Gott, du wollest mir aus Gnaden verzeihen Alles, was ich heut wider dich gethan habe, es sei mit Werken, Worten oder Gedanken. Wollest auch deine Barmherzigkeit auf mich richten Morgen- und Abendgebete. Donnerstag Morgen. err, unser Gott, der du das Finsterniß, der du uns erquickt schlafen und ruhen, daß ich dich, durch den nächtlichen Schlaf und der du bist die ewige Ruhe, nun wieder aufgeweckt hast, deinen und nimmermehr verlasse, sonRuhm zu preisen und deinen dern in dir bleibe durch den Namen anzurufen: nimm jezt Glauben und unter deinem von uns an nach deiner grund- Schirm sicher wohne, auf daß losen Barmherzigkeit das Opfer sich ein Feind nicht dürfe zu unserer Anbetung und unsers mir nahen und mir keinen Dankes und gewähre uns alle Schaden könne zufügen. Herr, uns heilsamen Bitten. Richte du bist mein Licht und mein uns zu, o Herr, zu Kindern des Heil; vor wem sollte ich mich Lichts und des Tages und zu fürchten? Du bist meines Lebens Erben deiner ewigen Güter. Kraft; vor wem sollte mir Gedenke, Herr, nach der Menge grauen? Auf dich verlässet sich deiner Erbarmungen deines gan- mein Herz, und mir ist geholfen. zen Volkes, Aller die mit uns Du bist mein Trost und gewalbeten, und aller unserer Brüder, tiger Schuß, deine rechte Hand die zu Lande oder zu Wasser stärke mich, deine Rechte tröste deiner Gnade und Hülfe bedürfen, mich. Siehe, mein Gott, des und schütte über sie alle aus den Tages rufe ich, so antwortest du Reichthum deiner Barmherzigkeit; mir, und des Nachts schweige auf daß wir, erlöset nach Seel' ich auch nicht, und du erhörest und Leib, unwandelbar in festem mich. Wenn ich mich zu Bett Glauben, deinen heiligen und lege, so denke ich an dich; wenn wunderbaren Namen rühmen ich erwache, so rede ich von dir; mögen. Amen. denn du bist mein Helfer, und Morgen- und Abendgebete. 09 und unter dem Schatten deiner Flügel| deine grenzenlose Liebe. Verruhe ich; meine Seele hanget dir nimm in deiner Herrlichkeit das an, deine rechte Hand erhält mich. Stammeln unseres Mundes und Wenn ich im Finstern sige, so ist die schwachen Seufzer unserer doch der Herr mein Licht und Seele, die wir dir darbringen mein Heil. O gütiger Gott, für alle deine Erbarmungen, verleihe mir Gnade, daß, wenn wodurch du uns in deinem Sohne, mein Sterbeftündlein herzunahet, unserm Heilande, zu Hilfe kamst. und ich ins Todtenbett zur ewigen Du starbst für unsere Sünden, Ruhe mich soll niederlegen, daß Herr Jesu, und ständest auf zu ich durch deine Hilfe im rechten, unserer Rechtfertigung, festen Glauben getrost und un- herrschest nun in Ewigkeit zur verzagt möge selig zum ewigen Rechten deines Vaters und bitteſt Leben einschlafen. für uns. Dir ist alle Gewalt gegeben, daß in deinem Namen sich alle Knice beugen, und alle Zungen bekennen sollen, daß du der Herr seiest, zur Ehre Gottes des Vaters. Gelobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! Amen. Indeß stärke mich, Herr, daß ich allezeit wache, nüchtern und mäßig lebe, und in christlicher Bereitschaft erfunden werde, sintemal ich nicht wissen kann, zu welcher Stunde du, unser Gott, kommen wirst und mich von hinnen abfordern, auf daß ich würdig werde, zu stehen vor des Menschen Sohn, und nicht zu Schanden werde in seinem Gericht, der da sei hochgelobet in Ewigkeit! Amen. int a Freitag Abend. llo Mit érinMnen wir uns auch am Abend dieses Tages an deine Liebe, womit du, Herr Jesu, wid its Jo vid comprin di ist unser göttlicher Erlöser, uns bis den Freitag Morgen. zum Tod am Kreuz geliebet haſt. er Tag, den wir durch deine An diesem Tag hast du uns Gnade, himmlischer Vater, sterblichen Sündern durch deinen beginnen, erinnert uns vor allem Versöhnungstod Trost, Licht und an das große Werk der Erlösung Hoffnung im Leben, Leiden und des ganzen sündigen Menschen- Sterben errungen. Gesegnet sei geschlechts, das du durch deinen uns das Andenken an dein göttSohn Jesum, Christum, ausge- liches Mittlerverdienst, an dein führt hast. O unendliche Liebe, Leiden und Sterben. Du hast also liebtest du die Welt, daß es um uns verdient, daß wir du deinen eingebornen Sohn dich als unsern Heiland und dahingabst, auf daß alle, die an Herrn, als unsern Retter und ihn glauben, nicht verloren wer- Versöhner, als den Urheber des den, sondern das ewige Leben Friedens und der ewigen Selighaben. Was können wir dir keit, mit dankbarem Herzen ververgelten, o Gott, für deine ehren. Ja dich wollen wir von Barmherzigkeit? Wie sollen wir ganzer Secle lieben, auf dich dich loben und dir danken? Er- unser Vertrauen setzen, denn du haben über alles Erkennen ist bist uns alles in allem. Deiner 10 Morgen- und Abendgebete. Leitung wollen wir uns hingeben, und unter demselben so mächtig denn du bist der treueste Führer, bewahret werden. Ich schaue die kräftigste Stüße. Gieb uns nach der Finsterniß wiederum Gieb mir ſelbst eine recht innige Liebe zu das Sonnenlicht. dir in's Herz, und hilf uns deinen Gnade, daß ich diesen ganzen Geboten, die nur auf unsere Tag in deinem Lichte wandle Zufriedenheit und Seligkeit ab- und alle Werke der Finsterniß zwecken, willig gehorchen. Gieb, fliehe. Ich achte den Tag für daß unser Wandel dein Evangelium in allen Stücken ziere; lehre uns auf dein Vorbild unser Auge unverrückt heften und in dem Bestreben, dir mit jedem Tage ähnlicher zu werden, nicht ermüden.indddere verloren, an welchem ich der Welt gedient und mich nach der Welt Gewohnheiten und Thorheiten gerichtet habe, wofür ich einst vor deinem Gericht eine schwere Rechenschaft geben muß. Ich opfere mich hingegen dir ganz zu deinem Dienst mit Leib und Seele. Laß mich nichts wollen, nichts vornehmen und gedenken, als was dir gefällt, auf daß der ganze Tag dir möge geheiligt sein. Ja, laß mich allezeit so leben, reden und thun, als ob ich heute noch sterben müßte. Und da ich nach der finstern Nacht, darin ich als ein Kind in deinen Armen gelegen, nun wiederum von neuem lebe, so weiß ich nirgends hin als zu dir. Ich klopfe an deine Gnadenthür, ich wende mich wieder zu der Segensquelle, aus welcher ich nehme einen Segen nach dem andern, eine Hülfe nach der andern; denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich; wenn du deine Hand aufthust, so wird Alles gesättigt mit Wohlgefallen. Gieb mir guten Rath, wenn ich Rath bedarf, richte meine Anschläge und Bornehmen nach deinem Willen. Entzünde in mir die Flamme deiner göttlichen Liebe, daß ich diesen Tag meinen Glauben in den Werken zeige, und in wahrer Liebe gegen dich und den Nächsten verharre, auf daß ich ohne Gewissenswunden Dein guter Geist befestige in uns alle guten Vorsäge und Gesinnungen. O du, der du im Himmel lebst, du, den Engel und Menschen anbeten, blicke vom Throne deiner Herrlichkeit herab auf uns, laß uns deine segenvolle Nähe empfinden; laß uns fühlen, wie selig wir sind, wenn wir mit dir in Gemeinschaft stehen. Verleihe uns, Vater Jesu Christi, und durch ihn auch unser Vater, in dieser Nacht deinen gnädigen Schuß! Amen. Sonnabend Morgen. wa ache auf, der du schläfft, und stehe auf von den Todten, so wird dich Christus erleuchten. O du barmherziger Gott, dessen Güte und Treue alle Morgen neu ist: ich sage dir mit Herz und Mund Lob und Dank, daß du mich diesen Morgen wiederum gesund hast lassen von meinem Lager aufstehen und meinen Leib vor Schaden und meine Seele vor Sünden bewahret hast. Wie groß ist deine Güte, Herr, daß Menschen unter dem Schatten deiner Flügel trauen Festgebete. 11 den Abend erreiche. Wenn ich| retten. Darüber bin ich betrübt rufe zu dir, Herr, mein Gott, und traurig, verzage ganz an so schweige mir nicht. Höre die mir und meinem Vermögen, und Stimme meines Flehens, wenn kann nichts, als daß ich mich dir ich die Hände aufhebe zu deinem ganz und gar ergebe und bitte, heiligen Chor. Laß das Gebet du wollest mich nach deiner Zuder Elenden, Traurigen, Kran- fage aufnehmen, und erquicken ken und auch das Gebet der mit deinem Geist und Trost. Meinigen und aller Frommer vor deinem Gnadenstuhl Erhörung finden. Amen. Sonnabend Abend. gütiger, barmherziger Gott, ich danke dir, daß du mich den letzten Tag dieser Woche hast erreichen lassen und in meinen Sünden mich nicht hast weggerafft. Denn ich muß mich schuldig geben, daß ich viel Gutes unterlassen, viel Böses begangen, dir und dem Nächsten nicht, wie ich sollte, gedienet habe. Ich sehe das Uebel und den Gräuel der Sünde neben der Strafe, kann mich aber selbst nicht davon er- enden. Amen. # 1000 TË Home Edi II. inst Oheiliger Gott, erwecke in mir cin herzliches Verlangen nach dem heiligen Ruhetag, damit ich dein Wort als die wahre Ruhe und Freude unserer Seelen betrachte und in Gebet und Andacht mich recht übe. Zeige mir die Wonne deines Hauses; laß mich Jesu Stimme hören, und bereite du mein Herz durch Demuth, Glauben und Liebe, ihn zu empfangen und alle meine Lust an ihm zu haben, und also den bevorstehenden Feiertag in lauter göttlicher Freude, dir zu Ehren und mir zum Wachsthum in der Gottseligkeit nach deinem Willen anzufangen und zu vollII. fest- Gebete. 30030 Am Anfange des Kirchen und deiner theuer erlösten Gejahres. meinde durch die heiligen SacraVa- aus dem deiner hei- herrlichen Gnade göttliche Kraft und göttliches Leben dargereicht wird. Du hast nach deiner großen Treue und Barmherzigkeit auch in der verflossenen Zeit nicht aufgehört, dein Evangelium reichlich unter uns wohnen zu lassen ter! Wir loben deinen ligen Namen, daß du uns heute ein neues Kirchenjahr in Frieden antreten läsfest. Deiner Güte haben wir es zu danken, daß der Leuchter deines heiligen Wortes unter uns noch aufrecht steht, 12 Festgebete. in aller Erkenntniß und Weis- O du Gott des Friedens! heit, und hast uns durch deine Gottestraft gestraft und gezüchtiget, aber auch getröstet, gestärkt und erbauet. O vergieb uns um Jesu Christi willen, daß wir noch so wenig rechtschaffene Früchte der Buße gebracht haben, und erwecke uns heute zu einem neuen Eifer und Ernst im Werke des Glaubens und der Gottseligkeit. Segne uns auch fernerhin mit allerlei Segen in Heilige uns alle durch und durch, damit unser Geist ganz, fammt Seele und Leib, unsträflich behalten werde auf die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. Getreu bist du, der du uns berufen hast, du wirst es auch thun, zum Preise deines heiligen Namens, um Jesu Christi willen! Amen. sdn Advent. himmlischen Gütern durch Chri- Herr Gott, himmliſcher Vater, stum. Rüste unsern Kaiser aus daß du uns deinen Sohn gesandt mit Kraft aus der Höhe, deine haft und ihn gesetzt zum König Kirche zu schirmen und ihr Ge- der Gerechtigkeit, und zu unserm deihen zu fördern. Salbe die Heilande und Erlöser, der uns Diener deines Wortes mit dem aus dem Reiche der Finsterniß erGeiste der Weisheit und der Liebe rette und uns Gerechtigkeit, Heil und hilf ihnen, mit freudigem und Seligkeit verleihe. Wir bitten Aufthun ihres Mundes dein Heil dich aber auch: erleuchte uns in verkündigen. Laß unter uns seiner Erkenntniß und stärke uns immer mehrere zu der Zahl der- im rechten, wahren, christlichen jenigen hinzukommen, die da Glauben, daß wir ihn für unsern glauben und selig werden. Becke König und Seligmacher halten, auf, die im Schlafe der Sicher- annehmen und loben, und mit heit liegen und die geistlich unsern Gaben und Kräften, mit Todten rufe zum Leben. Laß Allem, was wir von dir Gutes denen, die sich reich und satt zu haben und vermögen, ihm untersein dünken, ihre Armuth und than sein und dienen mögen, und Blöße offenbar werden. Führe er seine Wohnung unter uns und wieder herzu die untreu gewor- in uns habe, und wir allezeit in denen Seelen, die die Kräfte der seinem Reiche und in seinem zukünftigen Welt geschmecket, aber Gehorsam und Dienste bleiben. diese Welt wieder lieb gewonnen Neige der Fürsten und Gewalhaben. Bollende dein Werk in tigen Herzaller Könige und und Willen, denen, in welchen deine Gnade dem König einen Anfang der Buße und des Herrn der Herrlichkeit aufthun Glaubens gewirkt hat. Stärke igre Pforten und Thore, laß ihn die Schwachen, tröste die Trau- einziehen in ihre Lande, Städte rigen, gieb Sieg den Kämpfenden, und Kirchen, daß er seine Her bewahre die Treuen und bereite berge bei ihnen habe, und mit zu einem seligen Sterben, die seinem Wort und Geist regiere das Ende dieses Kirchenjahres und herrsche. Steure dagegen nach dem Rathe deiner Weisheit und wehre allen denen, die nicht erleben sollen. Christo die Pforten zuschließen Festgebete. 13 und ihm den Eingang wehren, und Schatten des Todes; da oder ihn gar vertreiben und von bist du uns die Sonne der sich stoßen. Mache ihr böses Gerechtigkeit geworden, haft uns Bornehmen und ihre Anschläge zugewendet die herzliche Barmzunichte. Beweise deine Macht herzigkeit Gottes; hast Frieden. und Barmherzigkeit an den ar- und Freude herniedergebracht, men Menschen, die noch in den und läsfest uns Gnade um Gnade Banden des Aberglaubens und nehmen aus deiner Fülle. Darin der Trostlosigkeit des Un- um frohlocket auch meine Seele glaubens, in Abgötterei und und singet: Ehre sei Gott in allerlei gottlosem Wesen und fal- der Höhe und Friede auf Erden scher Lehre gefangen sind, daß und den Menschen ein Wohlge Christus auch zu ihnen komme, fallen! O lieber Herr und Heiund sein Reich des Lichts, der land! Ziehe nun ein in mein Wahrheit und Gerechtigkeit bei Herz, das nach dir verlangt, und ihnen aufrichte, und du ewiger erfülle es mit allen Gaben deiner Bater, sammt demselben, deinem Güte und Barmherzigkeit. Reeiuigen Sohn, und dem heiligen giere mich mit deinem heiligen Geiste mit Lob und Preis und Geiste, und heile mich vom Elende Anbetung deines heiligen Na- der Sünde. Verleihe mir Trost mens gerühmet und geehrt wer- in allem Leide, Hilfe in aller dest. Amen. omne monind i Noth, Kraft zum Widerstande in 30 allen Anfechtungen des bösen Weihnachten. suisd Feindes, Beständigkeit in allen unsers Herrn Jesu Christi, gelobt sei dein heiliger Name immer und ewiglich! Du hast Großes an uns gethan, deß bin ich fröhlich; denn uns ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr. Ich danke dir von Herzen, daß du solche Liebe und erzeigt und deinen eingebornen Sohn gegeben haft, nicht werden, sondern das ewige Leben haben. Preis und Ehre sei dir, Herr Jesu! Du bist ein Menschen find geworden, auf daß wir Gottes Kinder würden; du bist arm geworden, auf daß wir reich würden; du hast dich zur Knechts, gestalt erniedriget, auf daß wir zum Bilde Gottes erneuert und zum Himmel erhoben würden. Wir saßen Alle in Finsterniß und meines sündlichen Fleisches, und endlich Sieg im letzten Kampfe. Erbarme dich mit deiner Heilandsliebe über mich und alle, die dein eigen sind, und gieb uns deinen Frieden, o Jesu! Amen. Am Jahresschluſſe. Allmächtiger Gott, himmliſcher Vater! von Herzen Lob und Dank, daß du uns durch deine väterliche Güte und Treue dieses zu Ende eilende Jahr haft überleben und uns in demselben deine Wohlthaten an Leib und Seele reichlich hast widerfahren lassen. Ach, Herr, wir sind zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an uns gethan. Aber mit herzlicher Reue bekennen wir dir, daß wir 14 Festgebete. den Reichthum deiner Liebe nicht worden, auf daß du über Todte immer nach Gebühr erkannt, und Lebendige ein Herr feiest. sondern vielfältig mißbraucht, So erhalte uns in der Gemeinund mit Gedanken, Worten und schaft des Geistes mit Allen, die Werken schwer und mannigfaltig in dir selig entschlafen sind und wider dich in diesem Jahre ge- bewahre uns fest bis an's Ende, fündiget, und dadurch deine gerech. daß weder Tod, noch Leben uns ten Strafen wohlverdienet haben. aus deiner Hand reißen dürfe. Darum bitten wir dich mit Leben wir, so laß uns dir leben, tiefer Demuth um Vergebung sterben wir, so laß uns dir steraller unserer Sünden; und weil ben, damit wir dein seien, todt wir morgen nach deinem Willen oder lebendig. Mach' uns, o Jesu, ein neues Jahr beginnen, so ewig selig! Amen. wollest du deine väterliche Huld und Treue gegen uns erneuern, und deinen uns Neujahr. Allmächtiger, ewiger Gott, ſchenken, damit wir mit dem alten Jahre alle alten Sünden, bösen wir haben jetzt abermals ein barmherziger, lieber Vater, Lüste und Begierden ablegen, Jahr unseres Elends und Pilgerund mit dem neuen Jahr ein schaft in diesem irdischen Leben neues christliches Leben anfangen zu Ende gebracht und fangen und dir darin mit neuer Willig- in deinem Namen ein neues an. keit dienen. Segne uns, Herr, Ach Herr und Gott, wie groß ist unser Gott, und hilf uns die deine Güte, dice du uns bisher flüchtigen Tage unserer Wallfahrt aus väterlichem Herzen so unin deiner Furcht hinbringen. zählig bewiesen hast, da wir doch Wir wissen nicht, wann du auch mit unsern Sünden Nichts als uns von unserm Tagewert ab- Strafe bei dir verdienet haben. rufen und der Zahl derer an- Dein heiliges Wort hast du uns reihen wirst, die in diesem Jahre sammt dem rechten Gebrauch der ihren Lauf vollendet haben. Laß heiligen Sakramente rein erhaluns mit heiligem Ernst ihr Ende ten, friedliches Regiment beschert, anschauen und nur um so mehrtägliche Nahrung gegeben, unsre was wir mit noch leben im Fleisch, zu leben erfüllt, allerlei Unglück von uns im Glauben deines Sohnes, der gnädiglich abgewendet, unser uns geliebet hat und sich selbst Haus und Hof vor Feuersnoth für uns dargegeben. Rufe aber und mancherlei Ulebel behütet. auch den Betrübten und Leid- Und wie können wir alle deine tragenden unter uns das Wort große väterliche Wohlthat erzähdes Trostes und der Hoffnung len! Du hast uns zwar gezüchzu, daß selig sind die Todten, tiget um unserer vielfältigen die in dem Herrn sterben, denn Sünden willen, aber deine Gnade sie ruhen von ihrer Arbeit, und hast du nicht von uns gewendet; ihre Werke folgen ihnen nach. für solche deine Barmherzigkeit sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich demüthig: rechne Herr Jesu! du bist dazu ge storben und wieder lebendig ge Festgebete. uns nicht zu unsre vorige und alte Sünde, damit wir dich so oft erzürnet haben, sondern vergieb sie uns um unsers Herrn Jesu willen. Regiere uns, daß wir keine alte Missethat in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus- und den neuen anziehen, der nach Gott geschaffen ist; fange an, lieber Vater, uns auf's neue zu segnen. Gieb uns neugeborne Herzen, verneuerc deine väterliche Liebe und Treue an uns, gieb heiligen Muth und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid und wohlverdiente Strafen, und halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Barmherziger Gott und Vater, erhöre unser Gebet, erbarme dich aller Menschen, erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger, erbaue Kirchen und Schulen! 15 deinen lieben Sohn, unsern Heiland und Erlöser. Amen. Epiphanias. ob und Dank sei dir, Herr Jesu Christ, daß du dich unsern heidnischen Vorfahren durch das Licht deines Evangelii so gnädig geoffenbaret hast, also daß deine Herrlichkeit nun helle scheinet über uns. Du wollest uns auch ferner das theure Geschenk deines Wortes unverdorben erhalten und den Leuchter dessel. ben nimmer von seiner Stätte wegnehmen lassen. Gleichwie es die Weisen aus dem Morgenlande herbeizog, dich anzubeten und ihre Gaben dir darzubringen, also ziehe es nun auch mich weg von der Welt, die fern von dir ist, hin zu deiner Klarheit, daß ich dir allein dienen und mich mit Allem, was ich habe und bin, Behüte uns vor falscher Lehre, dir zu eigen gebe. Verschmähe stärke alle treue Regenten, fördere nicht mein geringes Opfer, du guten Rath und That, segne König der Ehren! Siehe, ich Vater und Mutter, regiere Kin- bringe dir dar mein Herz in der und Gesinde, bewahre uns Buße, in Glauben, in Liebe. vor Krieg und Blutvergießen, Heilige es dir zum ewigen Eigenwende ab Pest und Theuerung, thum; wenn ich es behalten kröne das Jahr mit deinem Gut, wollte, würde es verderben zeitlich gieb Frieden im Lande, unserm und ewig. Weil wir dir aber Herzen Freude, unserm Leibe dienen sollen an den Geringsten Gesundheit, unserer Gemeinde deiner Brüder, so mache mich Einigkeit, segne unsre Nahrung, willig und gern bereit, meine fördere das Wert unserer Hände, Hände aufzuthun, um jeder Noth, bekehre die Sünder, bekräftige insonderheit der geistlichen, nach die Frommen, bringe zurecht die Kräften abzuhelfen. Breite dein Irrigen, erleuchte unsre Feinde, Reich immer weiter aus, und wehre allen Verfolgern, schüßze laß alle Heiden und Juden an Wittwen und Waisen, versorge der Welt Enden und in Mitten die Armen, speise die Hungrigen, deiner Christenheit recht bald erlöse die schuldlos Gefangenen, dein seligmachendes Licht schauen pflege die Kranken, bewahre die und fröhlich werden in dem Reisenden, sei bei den Sterben- Glanze, der über ihnen aufgeht. den, durch Jesum Christum, Sei Schuß und Schirm, Stärke 16 Festgebete. und Hilfe derer, die den Leuchter| Dornenkrone, die du uns zu gute deines Wortes hierhin oder da- getragen, auf daß du uns die hin tragen, und gieb ihnen einen Krone der Ehren erwürbest. Wir Sieg über die Finsterniß nach danken dir für deine willige dem andern. Mich selbst behalte Kreuzigung, da du ein Fluch gefest in deinem Wort und Glau- worden am Holz, auf daß du von ben bis an mein Ende, und bringe mich dahin, wo wir deine Herrlichkeitschauen werden, die dir der Vater gegeben hat, ehe die Welt war. Das verleihe mir um deiner ewigen Liebewillen! Amen. uns den ewigen Fluch nähmeſt. Du heiliges Opfer, du unbefleckter Leib; du reines, zartes Herz, wie haben dich unsere Sünden zerschlagen und gefränket! Du ehrwürdiges Haupt, wie bist 1. Paffionszeit. id Insch du von Dornen zerrissen! Du minds heiliges Angesicht, wie bist du ad entſtellet! Ihr sonnenklaren err Jesu Christ, du heiliges Augen, wie seid ihr so matt. unbeflecktes Lamm Gottes, Ihr Ohren, welche Lästerworte der du trägst die Sünde der müsset ihr vernehmen! Ihr hülfWelt! Wir danken dir von Herzen reichen, gebenedeiten Hände, wie für dein heiliges Leiden und seid ihr durchgraben! Jhr Füße Sterben, für deine große Traurig- des Friedens, wie seid ihr durchkeit, da deine Seele betrübt war bohrt! Du reiner, zarter Leib, bis in den Tod. min aid hi heiliger Tempel Gottes, wie bist Wir danken dir auch für dein du entblößet und voll blutiger kräftiges Gebet, da du in Gethse- Wunden! Ja, heiliger, gerechter mane auf dein Angesicht fielest, Vater, du hast deines eingeund dich dem Willen deines bornen Sohnes nicht verschonet, himmlischen Vaters opfertest. Wir auch nicht mit dem geringsten danken dir für deine Bande, da Schmerze, auf daß er vollkommen du dich um unseretwillen als eineintrat an uns'rer Statt. D Gott, Uebelthäter binden ließest, auf wie ist dein Ernst wider die daß du uns von den Banden Sünde so groß! O Christe, wie des ewigen Todes erlösetest. Wir ist deine Liebe so groß, daß du danken dir für die Schläge, die an uns'rer Statt mit Leib und du um unserctwillen gelitten, für Seele schmecktest des Todes und die Geißelung, für die große der Hölle Bitterkeit. Dafür danGeduld, Sanftmuth und Demuth, ken wir dir von Herzens Grund. damit du unsern Ungehorsam, Herzlich danken wir dir auch für Hoffahrt und Ehrgeiz, Zorn und deine liebreiche Fürbitte für die, Rachgier gesühnet hast. Wir welche dich gekreuziget haben. danken dir, daß du dich um Ach, wir haben dich ja gekreuziget unseretwillen zum schmählichen mit unsren Sünden, und du Kreuzestode hast verurtheilen haft für uns gebetet. Wir danken lassen, und uns dadurch von dir für das tröstliche Wort: dem strengen Gerichte Gottes und Heute wirst du mit mir im schrecklichen letzten Urtheil erlöset Paradiese sein!" Wir bitten dich hast. Wir danken dir für deine| Herr, gedenke auch an uns in Festgebete. 17 deinem ewigen Reiche; eröffne| für wen er leidet. Ist nicht das, und zeige uns das aradies in ach treuester Vater, dein Sohn, unserer letzten Noth. Wir danken das unschuldige Lamm Gottes, dir für das Wort, da du sprachest das du für den Knecht gegeben zu Johanne: ,, Siehe, das ist hast? Ist nicht das der Herr deine Mutter." Du wirst ja auch der Ehren und des Lebens, der für uns sorgen und uns in un- wie ein Lamm zur Schlachtbank ferm Kreuz trösten. Nimm unsern geführet und dir bis in den Tod herzlichen Dank für die Nacht in gehorsam gewesen, ja den allerdeiner Seele, da du riefest: schmählichsten Tod auf sich ge,, Mein Gott, mein Gott, warum nommen hat? Ach gedenke doch, hast du mich verlassen!" Ach, o Gott, der du der Welt Leben verlaß uns nicht in uns'rer letzten begehrest, dein geliebter und Noth, sondern laß es uns em- einiger Sohn ist's, den du aus pfinden, daß du unser Gott seist deinem Herzen geboren und meiauch in den größten Nöthen. ner Schwachheit theilhaftig geWir danken dir für deinen heiligen macht hast, und welcher unsere Durst, da dich nach unserer Selig- Sünden getragen hat. Ach Herr, keit gedürstet hat. Stille unsern wende deine Augen auf dieses Durst mit dem Wasser des Le- große Werk deiner Gnade und bens, und sei uns ein Brunn, Gütigkeit. Siehe an deinen lieben der in das ewige Leben quillet. Sohn, wie er an seinem ganzen Wir danken dir inniglich, für das Leibe ausgedehnt und ausgetröstliche Wort: Es ist voll- spannt ist. Siehe an seine Hänbracht!" dadurch" Alles erfüllet de, wie das Blut daraus wie worden ist, was zu unserer Selig- aus einer Quelle fließet, und feit gehöret. Wir danken dir für vergieb mir gnädiglich die Missedein letztes Wort am Kreuz: that, die meine Hände begangen ,, Vater, in deine Hände befehl haben. Siehe an, Herr, wie ich meinen Geist!" befiehl seine Seite durchstochen ist, und du selbst auch unsern Geist auf erquicke mich mit dem Blute, ewig in deine Hände! Wir danken das daraus geflossen. Siehe an dir für die Wunde in deiner Seite, seine Füße, die doch nicht auf daraus der theure Schatz deines dem Wege der Sünde gegangen heiligen Blutes geflossen, welches sind, sondern allezeit in deinem ist das Lösegeld und die voll- Geseg gewandelt sind, wie diekommene Bezahlung für unsere selben mit Nägeln durchgraben Sünde. Amen. 2. sind, und verleihe mir Gnade, daß meine Füße in deinen Wegen gehen; thue weg von mir den Weg der Bosheit, und laß mich ch Herr, du ewiger und güA Bahn deln. Amen. doch an deinen lieben Sohn, was er für große Schmerzen meinethalben hat müssen leiden! Ach Vater, doch, wer solches Am Charfreitage.p himmlischer Vater, allleidet, und gedenté, doch gnädig, H mächtiger, ewiger Gott, der Neues Gesangbuch. Anhang. 2 18 Festgebete. du der armen fündhaften Welt| ohne Buße sterben oder mit undich erbarmet und um ihretwillen serem sündhaften Leben dich von deines eingebornen Sohnes nicht Neuem kreuzigen und durch unverschonet, sondern ihn für Alle gläubige Verachtung dein Blut in den Tod gegeben hast, auf mit Füßen treten, welches uns daß wir durch ihn wiederum reinigen soll von unseren Sünmöchten ewig leben und selig den. Vielmehr aber verleihe werden: Dank sei dir für diese uns, daß wir mit geängstetem deine wunderbare Gnade und Geiste und zerschlagenem Herzen Barmherzigkeit, daß du den, der dein Leiden und Sterben täglich von keiner Sünde wußte, für uns betrachten, in wahrem und festem zur Sünde gemacht hast, auf Glauben unsere Zuflucht nehmen daß wir in ihm würden die zu deinen heiligen Wunden und Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. durch dieselben dermaleinst möO liebster Heiland, Jesu Christ, gen eingehen zum ewigen Leben. du warest der Allerverachtetste, Im Uebrigen bescheere uns alleund Unwertheste, voller Krankheit zeit ein geduldiges Herz nach und Schmerzen. Denn der Herr deinem Vorbilde, unser Kreuz warf unser aller Sünde auf dich, auf uns zu nehmen und dir und also trugest du unsere Krank- willig nachzufolgen, auf daß, so heit und ludest auf dich unsere wir mit dir leiden, wir auch mit Schmerzen; du bist um unserer dir zur Herrlichkeit mögen erhoMissethat willen verwundet und ben werden. Amen. um unserer Sünde willen zerschlagen worden. Die Strafe lag auf dir, auf daß wir Frieden hätten und durch deine Wunden Löwe vom Stamm Juda, sind wir geheilet. Darum, so sei du unüberwindlicher Held, du nun auch gelobet immer und mächtiger Siegesfürst, du Sünewiglich, daß du uns zu Gute dentilger, Ueberwinder des Todes, dies Alles gethan und deinem du Zerstörer der Hölle! Ich sage himmlischen Vater gehorsam ge- dir herzlichen Dank für deine worden bist bis zum Tode, ja sieghafte, fröhliche Auferstehung, bis zum Tode am Kreuze. Er- dadurch du dem Tode die Macht barme dich noch ferner über uns, genommen und ewiges, unverdeine Erlöseten, und hilf, daßgängliches Wesen wieder an's Licht unser Keiner verloren werde. Hast gebracht. Du hast dich bewiesen du doch dein Leben für uns zum als ein allmächtiger Herr, der da Schuldopfer gegeben; so gieb nun hat die Schlüssel der Hölle und auch deinen heiligen Geist zu des Todes, der da aufschließt unserer Bekehrung, und mache und Niemand zuschließt. Du uns gerecht durch deine Erkennt- warest todt, und siehe, nun lebest niß, nachdem du unsere Sünde du von Ewigkeit zu Ewigkeit. getragen. Wir haben dir Arbeit Du hast dein Volk vom Tode gemacht in unseren Sünden und errettet und aus der Hölle erlöset. Mühe in unseren Missethaten. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, Hilf aber nun, daß wir nicht wo ist dein Sieg? Dir sei Dank, Ostern. err Jesu Christ, du starker 19 stehung Jesu Christi: komm' in mein Herz, erfreue meine Scele. Denn über diesen Frieden wird man sich freuen, wie man sich freuet in der Ernte; wie man fröhlich ist, wenn man Beute austheilt. Festgebete. daß du uns den Sieg gegeben hast. Du hast den Tod verschlungen ewiglich, und alle unsere Thränen von unsern Augen abgewischet. Darum freuet sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich. Denn Gott hat deine Seele nicht in der Hölle gelassen und nicht Laß uns auch, Herr, mit dir zugegeben, daß sein Heiliger die durch wahre Buße auferstehen. Verwesung sehe. Du bist eine Stehe du in uns auf, lebe du in kleine Zeit von Gott verlassen uns, siege und überwinde in uns gewesen, aber nun mit Ehren die Welt, Sünde, Tod, Teufel und Schmuck gekrönet. Du bist und Hölle. Tröste uns're Seele aus der Angst und Gericht hin- in Angst und Traurigkeit durch weggerissen, wer will deines Le- dein Wort und den Geist des bens Länge ausreden? Der Friedens. Erwecke auch am jüngStein, den die Bauleute verworfen sten Tage durch die Kraft deiner haben, ist zum Eckstein worden; Auferstehung meinen Leib zum und das ist vom Herrn geschehen, ewigen Leben. Ja, Herr, da und ist ein Wunder vor unsern wirst du sagen: Wachet auf und Augen. Man singet mit Freuden rühmet, die ihr schlafet unter der in den Hütten der Gerechten: Erde! Denn mein Thau ist ein die rechte Hand des Herrn ist Thau eines grünen Feldes. Alserhöhet, die rechte Hand des dann wird mein nichtiger, verHerrn behält den Sieg. Ich weslicher, sterblicher Leib anwerde nicht sterben, sondern lezichen Unverweslichkeit, Unsterbben, und des Herrn Werk ver- lichkeit, Kraft und Ehre, und wird kündigen. Du bist wahrhaftig ähnlich sein deinem verklärten die Auferstehung und das Leben. Leibe; denn unser Leben ist in Wer an dich glaubt, wird leben, dir verborgen. Wenn du aber, ob er gleich stirbt. Du bist der unser Leben, wirst offenbar werGläubigen Leben, darum können den, so werden wir auch mit dir sie nimmermehr sterben. Denn offenbar werden in der Herrlichdu, ihr Leben, stirbst nicht, da- feit. Amen. rum können sie ihr Leben nicht verlieren. Ach, mein Herr, du bist hervorgebrochen, wie die schöne Morgenröthe. Nun giebst du deinen Gläubigen deinen ewigen Frieden, welcher alle himmlischen Güter in sich begreift, Gottes Huld und Gnade, Bergebung der Sünden, Gerechtigkeit, Sieg, Trost, ewige Freude, ewiges Leben. Oliebreicher, holdseliger, tröstlicher, lebendiger, ewiger Frie - Bus- und Bettag. armherziger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, du Herr Himmels und der Erden: wir arme, elende Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten Angesichte, daß wir leider mit unsern Vätern gesündigt, daß wir mißgehandelt und gottlos gewesen mit unsern vielfältigen schweren Sünden. Unsere de, du edle Frucht der Aufer- Sünden reuen uns von Herzen, 2* 20 Festgebete. denn es ist dein Werk. Erhalte uns und unsere lieben Nachkommen bei reiner, gesunder Lehre und bei gewünschtem Frieden. Verschone unser, o treuer Gott und Vater, mit Krieg, Aufruhr und Empörung, mit Bestilenz und anderen gefährlichen Seuchen. und weil du unser Aller Vater und liebreicher Gott bist, der dich in deinem Worte also erklärt hast: So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen!" so fliehen wir zu deiner inbrünstigen und herzlichen Barmherzigkeit mit demi thiger Bitte: du wollest nicht Wende ab alle Theuerung, Mißgedenken der Sünden unserer wachs, schädliches Gewitter und Jugend, noch aller unserer Ueber- andere Plagen. Erleuchte unsere tretung, sondern vielmehr ein- Herzen, daß wir rechtschaffene, gedenk sein deiner grundlosen wahre Buße thun, alle wissentGüte, Gnade und Barmherzigkeit. liche und vorsätzliche Sünde flichen Ach Vater und Herr! strafe uns und meiden, hingegen dich und nicht in deinem Zorn, züchtige dein heiliges Wort stets vor uns nicht in deinem Grimm. Augen haben, und also dem Ach, Herr, sei uns gnädig! ver- wohlverdienten Verderben zeitlich stoß' uns nicht von deinem An- und ewiglich entgehen mögen. gesicht, und laß es nicht mit uns Das alles wollest du thun, gar aus sein: sondern wie sich o treuer, barmherziger Gott und ein Vater über seine Kinder er- Vater, um des theuern Verdienstes barmet, also erbarme du dich und der kräftigen Fürbitte deines auch über uns. Erweise uns geliebten Sohnes Jesu Christi, deine wunderbare Güte, du Hei- unsers Herrn und Heilandes land derer, die auf dich hoffen, willen. und laß uns nicht zu Schanden werden. Sei du unsere Hülfe in den großen Nöthen, die uns betroffen. Ach, Herr Gott Zebaoth, sei du mit uns; ach Gott, fei du unser Gott! Mache dich auf zu richten, und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden. Gestatte ja nicht, getreuer Gott und Vater, daß dein Weinberg, den du unter uns gepflanzet hast, verwüstet werde. Stehe auf, Herr, und hilf uns mit deiner starken Hand und allmächtigem Arm, thue wohl diesem und allen anderen Landen, in welchen du Wir danken dir, Herr Jesu, mit deinem Wort deine Wohnung daß du durch deine Himmelfahrt hast. O lieber Herr und Gott, uns den Weg zum Himmel gesei und bleibe du bei und unter bahnt und deines Vaters Herz uns. Stärke und erweitere dein uns aufgeschlossen hast. Du sizest Reich, das du aufgerichtet hast, zur Rechten der Kraft Gottes, Amen. Himmelfahrt. Heiland, der du aus Liebe zu uns dich aller deiner Herrlichkeit entäußert und Knechtsgestalt angenommen hattest, und gehorsam worden warest bis zum Tode am Kreuz, dem aber auch Gott einen Namen gegeben hat, der über alle Namen ist, o laß die Kraft deiner Herrlichkeit unsern Herzen bekannt werden, damit auch wir in deinem Namen uns beugen und dir, unserm Könige, dienen und anhangen. Festgebete. 21 damit dir alle Herzen als ihrem| mögen ermuntert werden, dir rechtmäßigen Könige unterthan getrost nachzuwandeln, wie du uns werden sollen. Siehe, hier sind vorangegangen bist und das Ziel Herzen, worüber du als Herr, crreicht hast. Erhöre unser schwaals triumphirender König, herr- ches Seufzen, o großer Hoherschen und regieren sollst; ach, sende priester zur Rechten Gottes; erwirb einen Blick deiner Freundlichkeit uns kraft deiner Verdienste ein auf uns herab. kräftiges Ja und Amen. Amen. Pfingsten. Herr Jesu, gieb uns ein himmlisches Herz, und laß uns durch deine Gnade bewahret werden vor allen eitlen irdischen Gedan- Gott, der du die Herzen ken; sammle uns in deiner deiner Gläubigen so gnädig Gegenwart; stille unser Gemüth und reichlich mit deinem heiligen durch deine gnadenreiche Mit- Geiſste am Feste der Pfingsten theilung; laß uns vor deinem besucht und begabet hast; geuß Angesichte gesegnet sein. Herr, der auch diesen deinen Geist und du den rechten Schlüssel der gnädigen Regen über unsere Erkenntniß hast, schließze durch dürre, verschmachtete Herzen, erdie Salbung deines heiligen quicke doch dein Erbtheil und Geistes unsere Augen auf, daß labe die Elenden. Komm', o hei= wir sehen mögen die Größe deiner liger Geist, und ziere uns mit Herrlichkeit und die Ueberschweng- deinen so vielfältigen Gaben, daß lichkeit deiner Liebe; damit wir wir auch die großen Thaten Gotanfangen mögen, mit ganzem tes, die durch Jesum Christum Herzen, Sinn und Gemüthe gen geschehen, wahrhaftig erkennen Himmel zu wandeln, vor deinem und preisen, daß wir mit neuen Angesichte heilig zu leben und Zungen dein Wort reden, rühmen dich zu lieben, der du uns so und ausbreiten mögen. Enthoch geliebt haft und unendlich zünde uns mit dem Feuer deiner liebenswürdig bist. heiligen Liebe, brenne aus allen sündlichen Willen, sammt allen anderen fleischlichen Lüsten und Begierden: zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir im Geist und Glauben inbrünstig mit rechtem Ernst und Eifer unserm Gotte dienen mögen. Odu Gott des Friedens, verbinde unsere Herzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmuth und Demuth, in Friede und Einigkeit bei einander bleiben und leben. Odu Gott der Geduld, gieb uns Geduld in Leidenszeit und bis an's Ende Beständigkeit. O du Geist des Herr, vergieb um deiner Liebe willen, daß wir so oft von dir und von deiner Auffahrt zur Herrlichkeit gehört und noch so wenig ihre Kraft in unseren Herzen erfahren haben. O daß wir dir die Ehre geben und uns deinem allmächtigen Scepter unterwerfen möchten! Verherrlichter Jesus, verherrliche dich an unseren Herzen. Werde erkannt in deiner Größe, werde geehrt und geliebt von uns, und ziehe ein in unsere Herzen. Laß sie deine Werkstatt sein; schleuß sie auf, daß wir 22 Festgebete. Gebets, erwecke unsere Herzen, Kind, daß du dich seiner also damit wir sie, sammt heiligen Händen, zu Gott mögen erheben und dich in allen Nöthen anrufen: und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, noch wie fich's gebühret, ach, so vertritt du uns als unser treuer Fürsprecher mit unaussprechlichem Seufzen. Sei unser Schußz und Schatten in der Noth, unsere Hülfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Komm', dustarker Gott, und stärke die Schwachen, lehre die Elenden deinen Weg, hilf auf denen, die gefallen sind, bringe zurecht die Frrenden und erhalte sie bei deiner rechten Hand. Amen. annimmst! Dich sollen wir finden und fühlen in deinen Wohlthaten; aber mit tiefer Beschämung müssen wir bekennen, daß wir deiner Gaben nicht werth sind, daß wir deiner oft vergessen, oft ängstlich gesorgt und gezagt, oft den Reichthum deiner Güte verachtet oder mißbraucht haben. Vergieb uns, o Bater, unsere Sünden! Bewahre uns vor dem Leichtsinn, der deine Gebote vergißt, vor der Trägheit, die deine Gnade versäumt, vor der Unmäßigkeit, die deine Güter mißbraucht, vor dem Geiz, der Herz und Hand dem Bruder verschließt. Dein Segen allein machet reich, und Niemand lebet davon, daß er viel Güter hat. Wenn du unsere Seele von uns forderst, weß wird sein, das wir gesammelt haben? Oso hilf uns reich werden in Am Erntefest. a. Nach reicher Ernte. Gnade! Wir bringen heute vor deinen Thron unsern demüthigen Dank für deine ewig reiche Liebe, womit du auch in diesem Jahre deine milde Hand über uns aufgethan und Alles, was da lebet, mit Wohlgefallen gesättiget hast. Deine Güte Du machest fröhlich, was da reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Du hast vom Himmel uns Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, den Segen unserer Felder uns treulich behütet und unsere Herzen erfüllet mit Speise und Freude. Du hast Großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich und sagen dir von Grund unseres Herzens Lob und Dank dafür. Herr, was ist der Mensch, daß du fein gedenkest, und des Menschen uns zur Buße leiten und höre nicht auf, uns zu fegnen Gieb ferner fruchtbare Zeiten; bewahre uns väterlich vor Mangel und Theurung und laß uns deinen Segen in Frieden und guter Gesundheit genießen. lebet: o so erfreue nach dem Reichthum deiner Liebe auch die Herzen aller Armen, Verlassenen und Betrübten und laß sie inne werden, daß keins vergessen sei von dir. Hilf uns durch deine Gnade, daß wir nicht auf das Fleisch säen, sondern auf den Geist, damit wir vom Geiste das ewige Leben ernten und in der himmlischen Freudenernte dich reiner und freudiger loben durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.nld on Festgebete. 23 Erde und die Welt geschaffen b. Nach Mißernte. Ach gnädiger Gott, lieber Ba- worden, bist du, Gott, von Ewigter in dem Himmel, der du reich keit zu Ewigkeit, der du die bist über Alle, die dich anrufen, Menschen läsfest sterben und wir demüthigen uns vor dir in sprichst: Kommtwieder Menschenwahrer Buße über den Schaden, kinder! Wir gedenken heute derer, der die Frucht unserer Felder welche du im vergangenen Kirchenund Bäume dieses Jahr betroffen jahre aus diesem Leben abgeund so viele Dürftige unter uns rufen hast. Du hast dich, so in großen Jammer geseßet hat, lange sie auf Erden wandelten, wobei wir uns einig und allein an Keinem unter ihnen unbezeugt deiner Erbarmung überlassen. gelassen, sondern Großes an Dank sei deiner ewigen Treue, ihnen Allen gethan; nun aber die uns immer noch so viel der hast du Jeden an seinen Ort Güter übrig gelassen, auch so gehen lassen und giebst ihm nach vielen Armen bisher durchge- seinen Werken. Ach, lehre uns holfen hat, daß sie nicht ver- doch, daß auch unser Leben ein schmachtet sind. Ach, hilf noch Ende hat, daß du auch uns gar ferner um Jesu Christi willen bald vor dein Gericht stellen wirst. und gieb, daß wir nur allesammt Denn unser Leben fährt schnell durch deine Güte und Ernst zu dahin, als flögen wir davon. dir gezogen werden. Behüte uns Unsere Jahre sind wie ein Schatvor Sünde und Undank, in- ten, der bald vergehet. Der sonderheit vor Untreue in dem Mensch ist in seinem Leben wie Zeitlichen und vor Mißbrauch Gras, er blühet wie eine Blume deiner Gaben, dadurch wir deinen auf dem Felde, wenn der Wind Segen von uns stoßen, und thue darüber gehet, so ist sie nimmer uns auch wieder Gutes, daß das da, und ihre Stätte kennet sie Land sein Gewächs gebe. Laß nicht mehr. Wir sind wie ein keine Theuerung, auch die Un- Gras, das da frühe blühet und barmherzigkeit der Menschen nicht bald welk wird und des Abends überhandnehmen. Gieb uns Ge- abgehauen wird und verdorret. duld und stärke unser Vertrauen Es ist nur ein Schritt zwischen auf dich, unsern himmlischen uns und dem Tode. Ach, lehre Vater, der gesagt hat: Ich will uns doch das bedenken und zeige dich nicht verlassen, noch versäu- uns täglich unsere Vergänglichkeit Vermehre unsern Eifer und laß dein Gericht allezeit vor nach dem einzig Nothwendigen, unsern Augen stehen, auf daß davon man lebet, und laß uns im Himmel ewiglich gesättiget men. werden. Amen. wir flug werden und nicht leben, als ob wir allezeit hier auf Erden zu bleiben hätten, und kein Tag der Rechenschaft wäre. Die Seelen derer, die im vergangenen Jahre in dir und deiner Gnade gestorben sind, sind nun in der auf dem Meere dieser Welt, umTodtenfest. err Gott, der du bist unsere denn die Berge waren, und die 24 Festgebete. geben allezeit und überall von| Mache uns Alle zu treuen Knechten Wellen und Klippen. Führe uns und Mägden, die auf ihren sicher hindurch und laß uns auch Herrn warten. Laß dann, o Gott, zu dir gelangen. Gedenke nicht deinen heiligen Geist unserer unserer Sünde, sondern vergieb Schwachheit aufhelfen und uns uns um Jesu Christi willen und vertreten auf's Beste mit unausmache unsere Herzen solcher deiner sprechlichem Seufzen, der du es Gnade gewiß, auf daß wir dir Alles verstehest, denn du erforschest dienen ohne Furcht unser Leben die Herzen. Dein Licht erleuchte lang in Heiligkeit und Gerechtig- uns, deine Barmherzigkeit führe keit, die dir gefällig ist. Be- uns, deine Hand schüße uns, wahre uns vor dem Ende der deine Gnade helfe uns und schenke Ungläubigen und Unbekehrten uns den Eingang zu deiner Herrund laß uns nicht aussäen auf lichkeit. Sei mit uns, o Jesu, das Fleisch, sondern auf den wenn der letzte Augenblick nun Geist, denn wer auf das Fleisch da ist, und erscheine unsern Seelen, säet, der wird von dem Fleische wie du für uns gelitten, und das Verderben ernten: wer aber unsre Sünden getragen hast. auf den Geist säet, der wird vom Hilf uns, daß wir einen guten Geiste das ewige Leben ernten. Kampf kämpfen und Glauben Verleihe, o barmherziger Vater, halten, auf daß wir die Krone daß Reiner unter uns ohne Buße des Lebens empfangen. Erhalte sterbe und ohne den seligmachen- uns im Glauben an dich und in den Glauben an Jesum Christum, der Liebe zu dir und stärke uns deinen Sohn, der sein Leben zum auch, gern um deines Namens Lösegelde für un gegeben hat willen in der Welt zu leiden, so und unser Friede ist. Reinige wirst du uns auch mit dir herruns durch deinen heiligen Geist lich sein lassen. Mache uns treu von allen Werken des Fleisches und erfülle dann an uns die und erwecke und stärke uns täg- Verheißungen, die du den Deinen lich zu neuem Eifer in der Heili- gegeben hast, daß sie sein sollen, gung, auf daß wir, wenn du wo du bist, und deine Herrlichkeit uns rufest, bereit sein mögen.sehen. Amen. III. Buß, Beicht und Communiongebete. Buße und Beichte. 1. erecht bist du, o Herr, und recht ist dein Gericht. Alle deine Gerichte sind gerecht und dito Fins wahr. Darum flehe ich zu dir in Demuth, daß du mir nicht thuest nach meinen Sünden, die Buß-, Beicht- und Communiongebete. deine Strafe verdienen, sondern nach deiner großen Barmherzigkeit, die allen Reuigen verzeihen will. Erbarme dich meiner und hilf mir nach der Liebe, womit du mich in Jesu, deinem Sohne, geliebet hast, und würdige mich deiner Gnade in dem Verdienste meines Heilandes. 25 Doch du, o Herr, willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Du sandtest Jesum Christum, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. In seinem Tode sollen sie aufleben und Verföhnung empfangen und der VerDarum gebung gewiß sein. fomme ich zu dir und setze meine Zuversicht auf dich und hoffe auf deine helfende Gnade. Dich soll ich suchen, o Herr, und du willst dich von mir finden lassen. Wenn ich dich rufe, haſt du Erhörung zugesagt. Siehe, ich klopfe an, daß du mich aufnehmest und mir dein Angesicht leuchten lasſest. Sei mir gnädig, wenn ich mich deiner Hand übergebe. Wenn ich mich dir nahe mit allen meinen Sünden, so verwirf mich nicht. Nimm mich auf und ziehe mich zu dir, daß ich dein sei und bleibe, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Dir, o Vater, befehle ich mich und dem gnädigen Walten deines heiligen Geistes. Wache über meine Sinne und Gedanken, vertilge alle Hoffahrt in mir und gieb mir Demuth und Beugung des Herzens. Lehre mich thun nach deinem Willen und laß mich erkennen die Tiefe deiner Güte. Stehet deine Kraft bei mir, so lebe ich, denn ohne dich kann ich nichts thun. Heilest du mich, so wird meine Seele gesund, und sendest du mir dein Licht, so wird mich die Finsterniß nicht überwinden. Ich bekenne dir meine Unge rechtigkeit und verschweige nicht, wie die Sünde auf mir lastet. Meine Fehltritte kann ich nicht zählen, und meiner Bergehungen sind viel. Wo soll ich hingehen, mein Gott, wenn du dich nicht zu mir wendest? Wo soll ich mich verbergen, wenn du mir nicht gnädig bist und dich meiner annimmst? Züchtige mich, aber vergieb mir; strafe mich, aber laß mich nicht verloren gehen. Kann auch eine Mutter vergessen des Sohnes ihres Leibes, so willst du, o Vater, doch mein nicht vergessen. Darum rufe ich zu dir, und komme vor dein Angesicht, und meine Klage hofft Erhörung. Ich habe gesündigt und mein Gewissen verdammet mich, und meine Reue kann nicht genug thun deiner Gerechtigkeit. Ich kann nicht bestehen an jenem Tage, da du alle Werke der Menschen vor Gericht bringest und einem jeglichen geben wirst nach seinen Werken. Dann werde ich verstummen müssen, und meine Sünde wird wider mich zeugen, und meine Ungerechtigkeit wider mich aufstehn. Dann ist all' mein Rühmen eitel, und wollte Schaue herab auf mich, o Herr, ich mich selbst rechtfertigen, so von der Wohnung deiner Herrwürde das Zeugniß deiner All- lichkeit und laß alles Dunkel wissenheit mich verdammen. meiner Seele vor dem Strahl 26 Buß-, Beicht- und Communiongebete. deines Glanzes verschwinden.| die ich bei der Welt nicht verErfülle mich mit heiliger Liebe lieren wollte, was mich leitete und thue mir auf die Schäße und bewog, scheinbar aufzuopfern deiner Erkenntniß. Alle meine oder zu vollbringen, was doch Begierde ist dir bekannt; darum nur mit Unmuth und Widervollende, was du begannst, und willen meiner Seele von mir was du mich durch die Erweckung gemieden oder geübt ward. Es deines Geistes bitten ließest. Ich war nicht Liebe zu dir, nicht suche dein Angesicht: wende dein Liebe zu meinem Heilande, nicht Angesicht zu mir und enthülle lautere, uneigennüzige Liebe zu mir deine Herrlichkeit. Dann den Brüdern. Dagegen wohnte wird meine Sehnsucht gestillt, Lohnsucht und brennende Bedann wird meine Freude voll- gierde nach irdischem Besitz in kommen sein. Amen. meiner Brust. Die Tugend, die christliche Frömmigkeit, war oft auf meinen Lippen, aber nicht ir2. dischen Begierden angefüllt war. Ach, vergieb, lieber himmlischer Bater, vergieb die tiefe Selbsttäuschung, vergieb die schnöde Heuchelei, zu der ich mich verBater: mit tiefer Beschämung und reuerfülltem Herzen trete ich vor dein heiliges Angesicht, um allein in der Gnade Jesu Christi Trost und Kraft zu suchen. Ach, wie vergeblich wähnte führen ließ. Nun erkenne ich ich, durch meine eigene Gerechtig- die Wahrheit von dem, was dein keit in den Himmel und zu deinem Wort sagt: ,, In mir, in meinem Wohlgefallen zu gelangen. Wie Fleisch wohnet nichts Gutes; thöricht glaubte ich, durch die Wollen habe ich wohl, aber VollReinheit meines Gewissens und bringen das Gute finde ich nicht." durch ernstliches Streben vor dir Nur dein Geist, nur du, mein gerecht zu erscheinen. Wohl Heiland und mein Gott, kannſt mochte ich von der Welt recht mir die wahre Liebe geben, ohne schaffen und tugendhaft gepriesen die nichts wahrhaft Gutes vollwerden, und mein Leben mochte bracht werden kann; nur du den den Schein des Guten in der himmlischen Sinn, der dir wahräußern That zeigen, mancherlei haft und mit Freuden nachfolgt. Liebe, Aufopferung, Pflichttreue Aber mein eignes Wort ist nichdem Namen nach von mir ge- tig, meine Kraft ohnmächtig, übt werden. Aber, erbarmender was Tugend scheint, nur Böses, Vater, wenn ich im Lichte deines denn es ward von der SelbſtWortes, wenn ich nach den in- sucht erzeugt. Bange daher und nersten Triebfedern meines Her verloren, kann mein Herz allein zens mein Thun prüfe, o wie in deiner Gnade, allein in deiner sieht's da gar anders aus! Es Gerechtigkeit, o mein Jesu, Ruhe war oft nur eitle Selbstsucht, die finden. Darum laß mich von mich leitete; es war der Drang nichts rühmen, als nur von äußerer Nothwendigkeit; es war deiner Gnade und deinem Verder gute Ruf und die Ehre, dienst. Laß mich, wie Paulus, Buß-, Beicht- und Communiongebete. 27 von nichts wissen, denn allein von| nüßem Geschwätz, so schläfrig jo dir, meinem gekreuzigten Heizu frommer Betrachtung; lande. Sei du allein mir Kraft, schnell zerstreut, so selten ganz ge= Heiligung und Gerechtigkeit. De jammelt;- so plößlich zum Zorn müthige mein Herz. Laß nicht bewegt, so vorschnell zum Verab, mich von allem eignen Ver- dammen, so schwer im Vergeben; dienst zu entblößen, bis allein so übermüthig im Glück, so so voll dein Name, dein Leben meine verzagt im Unglück; Kraft, meine Liebe, mein Trost frommer Entschlüsse und so arm ist. Erbarme dich deines ver- an guten Werken. Schaff' in irrten Kindes. Der du dich ja mir, Gott, ein reines Herz und stets der Sünder so freundlich gieb mir einen neuen gewissen und gnädig angenommen, du Geist, verwirf mich nicht von kannst, du wirst auch mein Flehen deinem Angesicht und nimm nicht unerhört lassen, du mein deinen heiligen Geist nicht von Herr, mein Licht, meine Wahr- mir. Heilige mich, reinige mich heit, mein ewiges Heil. Amen. und schaffe den neuen Menschen, der in Gerechtigkeit und Heiligkeit vor dir wandle. Das thue um deiner Güte willen. Amen. - 1 3. He err mein Gott, ich seusze und klage zu dir, daß ich noch immer so fleischlich und weltlich gesinnt bin, so wenig frei von Leidenschaften, so voll von Regungen der bösen Lust, so unbewacht der 1. Sinne, so ergeben vielen eitlen Herr Jesu Christ, mein gewer treuer Bischof so sehr geneigt meiner Secle, der dur gesagt hast: zum Neußern, so nachlässig in Ich bin das Brod des Lebens; Rücksicht auf das Innere; so wer von mir isset, den wird nicht an mich schnell aufgelegt zur Freude und hungern; und Zerstreuung, so schwer zu bewegen glaubet, den wird nimmermehr zur Reue und Zerknirschung; dürsten. Ich komme zu dir und so bereit zur Gemächlichkeit und bitte dich demüthig, du wollest Fleischeslust, so träge zur Ver- mich durch wahren Glauben beleugnung meiner selbst und zur reiten und zum würdigen Gast Tugendübung; so begierig machen dieser himmlischen MahlNeues zu hören und Schönes zu zeit. Du wollest mich, dein armes sehen, so wenig bereit, das Ge- Schäflein, heute weiden auf deiner ringe und Verachtete mir gefallen grünen Aue und zum frischen zu lassen; so begierig, viel Wasser des Lebens führen. Du zu haben, so karg im Geben, so wollest meine Seele erquicken hartnäckig im Behalten; so und mich auf rechter Straße unvorsichtig im Reden, so wenig führen, um deines Namens willen. bereit, zu schweigen; so schnell Du wollest mich würdig machen zur Ruhe, so langsam zur zu deinem Tisch und mir voll Arbeit; so munter zu un- einschenken den Becher deiner - - - Vor dem heiligen Abendmahl. 28 Buß-, Beicht- und Communiongebete. 2. Gieb mir ein demüthiges, verföhnliches Herz, daß ich meinen Feinden von Herzensgrund vergebe. Tilge aus meinem Herzen die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit. Pflanze dagegen in meine Seele Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Nächsten, ja alle Menschen in dir lieb habe. Liebe und Gnade. Ich armes Schäflein komme zu deiner Weide, zum Brod des Lebens, zum le- err, in Einfalt meines Herzens, bendigen Brunnen. Ach, du in freudigster fester Zuver H wahres, süßes Himmelsbrod, ersicht und auf dein Geheiß nahe wecke in mir einen geistlichen ich mich zu dir. Du willst, daß Hunger und heiligen Durst, daß ich dich empfangen und in Liebe ich nach dir schreie, wie ein Hirsch mich selbst und dir vereinigen schreiet nach frischem Wasser. soll. Darum rufe ich deine Güte an und erflehe mir dazu deine besondere Gnade, daß ich von dir ganz durchglühet und mit Liebe zu dir erfüllet werde und um keinen andern Trost mich weiter fümmere. Ach, von sich selbst sind unsere Herzen kalt, hart und ohne Andacht; durch dich aber erlangen sie glühenden Ach mein Herr, du hast ja Eifer, Frische des Geistes und selbst gesagt: die Starken be- andächtigen Sinn. Denn wer dürfen des Arztes nicht, sondern könnte der Quelle allen Trostes die Kranken. Ach, ich bin krank, sich nahen, ohne einigen süßen ich bedarf deiner, als meines Trost hinwegzutragen? Wer himmlischen Seelenarztes. Du könnte der himmlischen Glut hast ja gesagt: kommt her zu sich nahen, ohne erwärmt zu mir Alle, die ihr mühselig und be- werden? Und du bist der Quell, laden seid, ich will euch erquicken. du bist das Feuer. Wenn es Ach Herr, ich komme mit vielen mir auch nicht vergönnt ist, die Sünden beladen, nimm sie von Fülle der Quelle auszuschöpfen, mir, erledige mich dieser großen so will ich doch an den Saum Bürde. Ich komme als ein Un- derselben meinen Mund legen reiner, reinige mich; als ein und wenigstens einige Tropfen Blinder, erleuchte mich; als ein daraus trinken, um meinen Durst Armer, mache mich an meiner zu stillen und nicht ganz zu verSeele reich; als ein Verlorner, schmachten. Und wenn ich auch suche mich; als ein Verdammter, mache mich selig. Ach, Jesu, treuester Freund meiner Seele, führe mich von mir selber ab, und nimm mich auf zu dir, ja in dich. Denn in dir lebe ich; in mir selber bin ich todt. Jn dir bin ich gerecht; in mir bin ich eitel Sünde. In dir bin ich selig; in mir bin ich lauter Berdammniß. In dir habe ich volle Genüge, du bist mir Alles. Amen. noch nicht ganz himmlisch gesinnt und von Feuer der Liebe zu dir durchdrungen bin, so will ich mich doch bemühen, inbrünstig zu sein und mein Herz vorzubereiten, daß ich wenigstens einen Funken göttlichen Feuers durch demüthigen Genuß deines Sacramentes erlange. Was mir aber fehlt, heiligster Erlöser, das thue du hinzu nach deiner Güte und Gnade, der du alle Mühseliger Buß-, Beicht- und Communiongebete. 29 150 und Beladenen zu dir rufft.| Liebe und Demuth und mit zuAch ich bin mühselig und finde versichtlicher Hoffnung, und erKeinen, der mir helfen könnte sebze, was daran noch fehlt, dich als dich, Herr, mein Gott und würdig zu empfangen, durch Erlöser. Darum will ich mich deine Gnade; und vermehre alle dir befehlen mit Allem, was ich diese Stücke in mir durch dein bin und habe, damit du mich geistliches Kommen im heiligen beschirmest und zum ewigen Mahle. Denn wie kann mein Leben leitest. Nimm mich auf Glaube besser gestärket werden, zum Lobe und Ruhme deines als wenn mir Vergebung der Namens. Amen. Sünden durch Christi Blut versiegelt und in's Herz geschrieben wird? Wie kann in mir die Liebe Gottes und des Nächsten besser vermehrt werden, als dadurch, daß mich mein Herr und Heiland durch seinen Leib und Blut mit allen Gläubigen vereinigt, und Einen Leib aus uns machet? Wie kannst du mir, o lieber Herr, meine Hoffnung besser stärken und bekräftigen, als indem du mich mit einer unvergänglichen Speise zum ewigen Leben speisest? 3. A% ch, mein Herr und Gott, was bin ich, daß du dich mir giebest zur Speise und Trank? Ich bin Erde und Asche und ein unrein Gefäß, und du legest so einen edlen Schatz in mich. O wie groß ist deine Liebe, daß du mir ein solches Pfand derselben giebst, das nicht größer sein kann im Himmel und auf Erden! Das Pfand des Geistes hast du mir zwar gegeben, daran ich erkenne, Ach Herr mein Heiland, ich daß ich ein Kind Gottes bin. bitte dich demüthig, weil du mein Aber im Abendmahl giebst du mir das Pfand deines Leibes Fleisch und Blut angenommen und Blutes; daran erkenne ich, hast, so laß mich auch Alles, was dir wohlgefällt, lieben; deinen daß du mein Bruder bist, mein Willen laß meinen Willen sein; Fleisch und Blut. Welch einen was dir zuwider ist, laß auch herrlichen und großen Zeugen mir zuwider sein. Laß mich meiner Erlösung giebst du mir auch durch Kraft deines Fleisches im heiligen Abendmahl, nämlich und Blutes williger und stärker dein Blut, welches auf Erden werden, mein Kreuz zu tragen, zeuget von uns'rer Erlösung. geduldig sein in Trübsal, deDenn in deinem Leiden und Tode ist Alles, was meine Seele müthig in Verachtung, sanftmüthig in Beleidigung, brünstig erquicken und wonach sie hungern und beständig in der Liebe, anund dürsten kann. Ach, bercite dächtig im Gebet, daß ich die mein Herz würdiglich durch Kraft deines Leibes und Blutes wahren Glauben, durch wahre in meinem Leben, und die Frucht Buße, Liebe und Demuth, zu deiner Erlösung in meinem Glauempfangen diesen großzen Schaß. ben allezeit empfinden möge. Ach, so schmücke meine Seele Amen. mit Andacht, mit Glauben, mit 30 Buß-, Beicht- und Communiongebete. 4. He err, mein Heiland, o wie dankt dir mein Herz, daß du im Abendmahl ein Gedächtniß gestiftet haft deiner Wunder. Wie stellt das gesegnete Brot mir deinen Leib vor Augen, den du unter bittern Todesqualen für mich am Kreuze dahingabst. Und in dem gesegneten Kelch sah ich des Herrn. das Blut, das du zur Versöh- Beim Hinnahen zum Tische nung meiner Sünden vergossen haft und gedenke so deines schweren Leidensganges, auf dem jedern Schritt mit Schmerz, Schmach, und verbunden war. O was hast du für mich gethan, wie theuer bin ich erkauft durch dein kostbares Blut, wie wunderbar errettet durch deinen Opfertod. Aber noch mehr hast du gethan, ich soll Vergebung aller meiner Sünden und ewiges Leben erlangen. Olaß diese Absicht deiner Liebe auch heute ganz in Erfüllung gehen! Sprich an deinem Gnadentische mich los von aller Schuld und Strafe und mache mich auch innerlich gewiß, daß ich als ein versöhntes und begnadigtes Kind nichts mehr zu fürchten, Alles zu hoffen habe. Mache mir so ein Abendmahl auch zu einer neuen Vereinigung mit dir und mit allen Gliedern deines Leibes, daß wir in herzlicher Liebe und Gemeinschaft zusammen hangen als ein Leib und ein Geist. Thue mir nach deiner Verheißung ,, wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm." mit deiner Gerechtigkeit, Liebe und Wahrheit, daß ich immer mehr dir ähnlich werde, von allen Sündeu ablasse und in deiner Nachfolge fortfahre mit der Heiligung in der Furcht Gottes. Ja heilige mich durch und durch, daß mein Geist, sammt Seele und Leib, unsträflich behalten werden bis auf den Tag deiner Zukunft. Herr hilf, Herr laß wohlgelingen! Amen. 1. Herr Jesu Christ, ob es wohl wahr ist, daß ich nicht würdig bin, daß du unter mein Dach gehest, so bin ich doch bedürftig deiner Hülfe und begierig deiner Gnaden, daß ich möge selig und fromm werden. Nun komme ich in keiner anderen Zuversicht, denn daß ich deine süßen Worte gehöret habe, damit du mich zu deinem Tische ladest und sagest mir Unwürdigen zu, ich soll Vergebung der Sünden haben durch deinen Leib und Blut, so ich esse und trinke in diesem Sacrament. O lieber Herr, ich weiß, daß deine göttliche Zusage und Wort wahrhastig sind, daran zweifle ich nicht, und darauf esse und trinke ich mit dir. Mir geschehe nach deinen Worten. Amen. 2. Ho err so du willst, kannst du mich reinigen. Wahr ist es, übel steht der Schade, den Niemand heilt als du allein. Ach aber, Erfülle mich ach, gieb Gnade, Gnade, laß mich doch nicht verloren sein. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Buß-, Beicht- und Communiongebete. 31 könntest du mir doch ein höheres Pfand geben deiner Liebe und eine größere Versicherung meiner Erlösung, der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens? Gieb, daß ich deine große Liebe nimmermehr vergesse, deines heiligen Todes stetiglich gedenke. Dein heiliger Leib und dein theures Blut heilige und segne meinen Leib und meine Seele, und behüte mich vor allen Sünden. Ach, mein Erlöser und Seligmacher, lebe du in mir und ich in dir, bleibe du in mir und ich in dir. Vertreib' aus meinem Herzen alle Untugend; behalte und besitze du allein das Haus meines Herzens. 4. Herr, dein heiliger Leib, der für mich gebrochen wurde, heilige mich in der Kraft deines Todes an Leib und Secle und nähre mich an dem inwendigen Menschen zum ewigen Leben. Dein heiliges Blut, für mich verMeine arme Seele hat sich gossen, mache mir zu einem stets mit dir verbunden als deine offenen Zugang den Gnaden- Braut, und du hast dich mit ihr thron deines Vaters. verlobet und vereiniget in Ewigkeit, und ist nun eine Königin worden, weil du selbst, der König Rónige, mählet hast. Wie sollte sie sich wieder zur Dienstmagd erniedrigen so vieler Sünden und Unſauberkeit? Wie sollte sie sich ihres Adels wieder verlustig machen durch die Eitelkeit und Nichtigkeit der Sünden, und sich selbst unwürdig einer so hohen Ehre? Ach, schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit himmlischer Schönch, du freundlicher, liebreicher heit, mit starkem Glauben, feuHerr Jesu Christ! dir sage riger Liebe, brennender Hoffnung, ich von Herzen Dank, daß du mit tiefer Demuth, heiliger Gemich mit der köstlichen und theu- duld, brünstigem Gebet, holdren Speise und dem Trank dei- seliger Sanftmuth, sehnlichem nes heiligen Leibes und Blutes Verlangen nach dir allein und gespeiset und erquicket hast. Ach, nach dem ewigen Leben, daß ich wer bin ich, daß du mich Un- mit dir allein Gemeinschaft habe, würdigen gewürdiget hast, von ich esse oder trinke, schlafe oder deinem Tische zu essen! Ach, wie wache, lebe oder sterbe; daß du 1. 3. err unser Heiland, du bist das Brod des Lebens; mit tiefer Empfindung meiner Unwürdigkeit komme ich zu dir. Stärke und erquicke mich durch dein heiliges Mahl. Es sei mir ein Mahl des Lebens, des Trostes bei der Menge meiner Sünden, der Heiligung zur Besserung meines Lebens. 5. err Jesu Christ, dein Brot mich. Vom bösen Feinde errette mich, im wahrem Glauben erhalte mich, auf daß ich sammt allen Auserwählten dich lobe und preise hier zeitlich und dort ewiglich. Nach dem heiligen Abendmahl. 32 Buß-, Beicht- und Communiongebete. 2. bei mir und in mir, und ich bei| Gerechtigkeit und Heiligkeit. Redir und in dir ewig bleibe, mit giere mich, o Vater, mit deinem dir esse und trinke, von dir rede, heiligen Geiste, daß ich mich hinsinge und sage, ohne Unterlaß fort nicht mehr verunreinige mit an dich gedenke; daß ich möge allerlei Sünden und Lastern und in diesem Glauben einschlafen, dadurch mich selbst verwerflich am jüngsten Tage fröhlich auf- mache, sondern daß ich solche erstehen und in die ewige Freude Greuel von deinem Angesicht eingehen. Amen. wegthue, meine Hand vom Unrechten kehre und nach deinen Geboten wandle. Gieb, daß ich allmächtiger, barmherziger hinfort nicht mir selbst lebe, sonGott und Vater, der du mich dern dir und deinem lieben nun abermal um deines Sohnes Sohne Jesu Christo, der für willen zu Gnaden angenommen mich gestorben und auferstanden und deiner Huld und aller ist und jetzt wiederum mich mit himmlischen Gnadenschäße von seinem Fleisch und Blut zu neuem im heiligen Abendmahl einem neuen Leben geſpeiset und versichert hast: wie soll ich doch getränket hat. Gieb, daß ich an diese hohen Wohlthaten vergelten meinem Leib und in meinem und mich gegen dich dankbar Geist dich preise und dir diene erzeigen? Liebster Vater, du die ganze Zeit meines Lebens in forderst ja nichts von mir, als Heiligkeit und Gerechtigkeit, die daß ich dich fürchte und in allen dir gefällig ist. Dazu verleih' deinen Wegen wandle, daß ich mir deine göttliche Gnade und dich liebe, dir von ganzem Her- Kraft um Jesu Christi willen. zen und von ganzer Seele diene, Amen. deine Gebote halte und dir anhange, auf daß es mir wohlgehe; denn es ist mir ja deutlich gegut Gebet für Confirmanden. Abba mein Bater! Dein Herr, von mir forderst: nämlich dein Wort halten, Liebe üben und demüthig sein vor dir. Gieb mir, o Herr, dein Gesetz und deine Furcht in mein Herz, daß ich nicht mehr von dir abweiche, sondern deinem Wort und deiner Stimme gehorche, dir treulich und rechtschaffen diene und dir allein anhange. Hilf, daß ich den alten Menschen ablege, unendliche Barmherzigkeit! des Fleisches Geschäfte tödte, hin- die mich aus einem Kinde der gegen im Geist meines Gemüths Sünde zu einem Kinde der mich erneuere und den neuen Gnade gemacht hat. Du hast Menschen anziehe, der nach dir mir alle meine Sünden vergeschaffen ist in rechtschaffener geben und sie in die Tiefe des schwaches Kind erhebt seine Stimme und will zu dir beten. Du hast mich in Christo, deinem Sohne, schon geliebt, ehe der Welt Grund gelegt ward, und haft zu deinem Kinde mich erwählet. Du haft meinen Namen in das Buch des Lebens geschrieben. Das Loos ist mir auf's Lieblichste gefallen; mir ist ein schön Erbtheil geworden. Buß-, Beicht- und Communiongebete. 33 2. um erstenmal soll ich heute, Meeres geworfen. Du hast| deiner Gnade. Habe Geduld das geistliche Leben in mir angezündet. Ich darf dich meinen Vater nennen, und weil du mein Vater bist, so werde ich ewiglich dein Kind und Erbe sein. Deß freuet sich mein Herz und meine Seele ist fröhlich über deine Güte. Aber, mein Vater! siehe, wie ich schwach bin! Ach! du hast ein gar schwaches Kind an mir. Ich bin schwach an Erkenntniß und Erfahrung. O mein Vater! wie leicht ist es geschehen, daß ein schwaches Kind fällt und umkommt. Ach! darum leite mich mit deinen Augen, und zeige mir den Weg, den ich wandeln soll. Vergieb mir doch alle meine Uebereilung und allen Leichtsinn, der mich so rasch in Sünde fortreißt. o allerheiliger Gott, vor Wie sich ein Vater über Kinder dein Antlig treten an heiliger erbarmt, so erbarmest du dich Stätte, vor deinen Altar, um über die, so dich fürchten. Darum die größten Segnungen deiner erbarme dich auch über mich, Liebe zu empfangen, um mich dein Kind; denn ich fürchte deinen dir anzugeloben, um mit dir Namen. Wasche und reinige selbst, mein Erlöser, um mit der mich durch das Blut Jesu Christi, Kraft deines Lebens verbunden und pflanze immer mehr in zu werden. Welche heilige Stunde, mein armes, schwaches Herz welches Vorgefühl des Himmels, findliche Furcht, kindlichen Ge- welche unendliche Gnade willst horsam, kindliche Liebe und kind- du, mein Heiland, mein Gott, liches Vertrauen. Befördere das mir gewähren! In mir willst Wachsthum deines göttlichen du leben und ich soll in dir sein. Lichtes und alle Gnadenkräfte in Ach, aber wie fühl' ich meine meiner Seele, damit ich munter Unwürdigkeit! Wie kann ich fortgehe von Licht zu Licht, von sündiges Herz zu dir nahen? Kraft zu Kraft, von Gnade zu Wie oft war ich undankbar gegen Gnade. Mache mich zu dem dich; wie oft vergaß ich dein Ende recht begierig nach der ver- Wort und dein Gebet zu dir, nünftigen, lautern Milch des mein Vater, mein Heiland voll Evangelit, und laß mir dein Liebe und Treue! Wie waren Wort süßer werden, denn Honig deine Ermahnungen, deine Geund Honigseim. Speise mich, bote, deine Lehren mir zu ernst, mein Jesu, mit deinem Leib zu heilig; forderten, wie ich und Blut im heiligen Abend- meinte, zu viel von mir! Wie mahl, damit ich stark werde in vergaß ich der wahren Liebe gegen Neues Gesangbuch. Anhang. 8 mit deinem schwachen Kinde, wenn ich mich bei deiner Gnadentafel nicht so verhalte, wie ich sollte. Laß mich eine zarte Rebe sein in dir, dem lebendigen Weinstock, damit ich reich an Früchten des Glaubens werde. O heiliger Geist! rufe du das Abba in mir und gieb beständig meinem Geiste Zeugniß, daß ich ein Kind Hilf und Erbe Gottes fei. meiner Schwachheit auf und stärke mich nach deinem Wort. Abba, mein Vater! erhöre dein armes Kind; so will ich dich preisen in alle Ewigkeit. Amen. 34 Buß-, Beicht- und Communiongebete. Tilge meine Eltern; wie vergaß ich oft| Dank erhebe ich an dem Tage, alle Mühe, alle Sorge, allen Kummer, den ich ihnen gemacht! Wie war es bald nur Ehrgeiz, bald Stolz, Neid, Misgunst gegen Andere, vor denen ich mich hervorthun wollte, was mich zu Thätigkeit und Fleiß aufregte; wie leicht riß mich Muthwillen und Sinnlichkeit hin, deinen heiligen Willen ganz zu versäumen, wohl gar eitler Lust zu fröhnen! Erbarmender Vater, Herr, mein Heiland, gedenke nicht der Sünden meiner Jugend, sondern gedenke mein nach deiner großen Barmherzigkeit. die Macht meiner sinnlichen Lust, laß mich allein im Gehorsam gegen dein Wort meine wahre Ehre, darin mein Lebensglück, im Gefühl durch dich geheiligter Kraft meine wahre Freude, in dir den Führer, den Leitstern meiner Jugend, meines ganzen Lebens erkennen. Stärke mich, denn du kennst ja am besten meine Schwachheit bei Verführung, bei der Täuschung vermeinter Freunde, die dich nicht kennen. Leite meine Wege in einer Welt voll Gefahren, voll Reize für das wankende Herz des Jünglings, mit der ganzen Kraft deiner Weisheit, deiner Treue; zerstöre mir die Freude, die mich von dir abführen könnte. Deine Herrlichkeit, die Woune vor deinem Antlig sei mein größtes, mein höchstes Ziel. Allmächtiger Erlöser, ziehe deine Hand nicht von mir ab, um deines Namens willen. Amen. Am Confirmationstage. err Gott, lieber himmlischer Bater. Mit Rührung und Her an dem ich meinen Taufbund erneuern soll, meine Seele zu dir. O Gott, ich bin nicht werth der Barmherzigkeit und Treue, die du mir von meiner frühsten Kindheit an erwiesen hast. Schon als schwaches hülfloses Kind, als ich von dir und deinem heiligen Walten nichts wußte, hast du dich meiner liebreich angenommen und mich mächtig beschirmt. Tausend Gefahren drohten meinem Leben, du hast sie gütig von mir gewandt. Viele ließest du sterben in frühen Jahren, aber mich ließest du leben und unter treuer Pflege aufwachsen, in der ich dich meinen Schöpfer und Herrn, meinen Gott und Vater und den du gesandt, Jesum als den Christ und meinen Erlöser kennen gelernt. Nun weiß ich, an wen ich glaube und auf wen ich schon in den ersten Tagen meines Lebens getauft bin. Nun weiß ich, wer mich selig macht und in wessen Nachfolge ich wahres Glück und Seelenfrieden finde. Du bist es, Jesus mein Heiland und mit dir schließe ich Heut den Bund, dir Treue zu geloben bis in den Tod, dir nachzufolgen auf dem schmalen Wege, deiner Stimme zu gehorchen unter allen Versuchungen und Lockungen der Welt. Stärke mich, das schwache, strauchelnde Kind, das sich so vieler Schwächen bewußt ist, das nur die stete Obhut und Fürsorge der Eltern vor Zügellosigkeit bewahrt hat und das mit Furcht und Zittern daran denkt, daß es bald auf sich selbst gestellt sein soll, in eigener Selbstständigkeit und Freiheit die Pfade seines Lebens Gebete für Kranke und Sterbende. 35 zu gehen. Herr du weißt, wie werden, denn es ist ein köstlich wenig rechter Ernst und wie viel Ding, daß das Herz fest werde, leichter Sinn noch in mir wohnt, welches geschieht durch Gnade. deine wie Thorheit und Eitelkeit, Un Deine Gnade stärke mich, wahrheit und Troß oft mächtig Gnade behüte mich und mache in mir sind. Lehre mich hinan- den heutigen Tag zu einem Tage kommen zu dem rechten Mannes- bleibenden Segens. Amen. alter in Christo, laß mich fest IV. Gebete für Kranke und Sterbende. fest im christlichen Glauben und wahrer Erkenntniß bis an mein Ende. Laß mich von dir nimabgeſchieden werden, In Krankheit. 1. Allmächtiger Gott, himmlischer mermehr Vater, ge- nimm zu boten hast und gesprochen: ,, Rufe mich an in der Noth, so will ich dich erhören und du sollst mich preisen," deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner dir in dein Reich, durch deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 2. großen Noth, durch Jeſum Unendlich gütiger und barmdeinen lieben Sohn, und bitte dich, du wollest mich Arzt der Kranken, der Trost der armen fündigen Menschen nicht Betrübten und die Zuflucht der verlassen. So nun diese meine Verlassenen bist! Ich bekenne Krankheit nicht zum Tode ist, sound klage dir mit innigster Reue hilf mir auf, daß ich genese, um das Verderben meines Herzens, deiner Barmherzigkeit willen, welches sich bei meiner anhalauf daß ich deine Macht und tenden Krankheit so oft durch Kraft an mir verkündige und Ungeduld, Mißtrauen und KleinVergieb es preise. Wo es mir aber nüßz- müthigkeit reget. licher ist, zeitlich zu sterben, denn mir um Christi willen, wo ich allhier in diesem Jammerthal irgend durch ängstliches Zagen und elenden Leben zu bleiben, so geschehe, Herr dein göttlicher Wille, wie im Himmel also auch auf Erden. Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich und Murren mich an dir verfündiget habe, und schenke mir die Geduld, die mir so nöthig ist. Laß mich oft an deine Verheißungen gedenken, und laß mich die Kraft derselben an meinem Herzen erfahren, damit ich mit 3° 36 Gebete für Kranke und Sterbende. fester Ueberzeugung glaube: ,, Du| vid, erbarme dich mein! Ach, werdest meiner nicht vergessen, du Lamm Gottes, das der Welt du werdest mich nicht verlassen, Sünde trägt und wegnimmt, noch versäumen." Du willst sei mir gnädig und gieb mir nicht, daß ich mein gegenwärtiges deinen Frieden! Ach, thue mir Leiden gering schätzen, oder un- auf die Thüre der Gnaden. Ach, empfindlich dagegen sein soll. schließ auf dein Paradies, das Aber gieb auch, daß ich dasselbe durch die Sünde verschlossen ist, nicht als ein Zeichen deines und nimm mich aus Gnaden Bornes und deiner Ungnade an- ein, wie den bekehrten Schächer, sehe, sondern solches als eine denn du hast die Schlüssel der weise und väterliche Züchtigung, Hölle und des Todes. so von deiner Hand kommt, ver- Ach löse du, o mein Erlöser, ehre. Laß mich fest überzeuget alle Bande meiner Sünden auf, werden, daß diese Krankheit nach daß ich ritterlich ringe und mit deiner weisen Fügung meindir frei und getrost eindringe durch den Tod ins Leben. wahres Seelenheil und den christlichen Borsaß befördern muß, am meisten nach dem zu trachten, was droben ist. Gieb mir aber auch den freudigen Trost, daß du zwar Wunden schlägst, sie aber auch wieder heilest, und daß der Lohn derer, die in Trübsal aushalten, groß sein wird. Erwecke mich dabei, immer auf das Vorbild meines Erlösers zu sehen, der dir gehorsam war bis zum Tode, ja bis zum Tod am Kreuz: damit ich nach seinem Erempel wahre und Gebete dem Sterbenden vorzusagen. 1. barmherziger, gütiger Geduld beweiſe, und von bir Agott, bilf mir in meinem und deiner Huld nicht geschieden werde. Amen. Ich weiß sonst keine Zuflucht, noch Rath im Himmel und auf Erden, als deine lautere Gnade, o Gott, mein Erlöser. Auf diese laß mich allein leben und sterben in ernster Buße. Ja, laß mich an dich, o Jesu, glauben, damit ich den Tod nicht sehe ewiglich. Amen. In Todesnoth. Zwiger Gott, du barmherziger Leid und in meiner Todesstunde; o mein Gott, du bist ja allezeit mein gnädiger Gott und mein Beistand gewesen, ach, bleibe es auch jetzt. Jesu, bleibe bei und getreuer Schöpfer, mir, es will Abend werden, siehe, ich stehe nun vor der Pforte und der Tag meines Lebens hat der Ewigkeit. In wenig Stunden sich geneigt. O werther, heiliger oder Augenblicken bin ich viel- Geist, stärke mich, erhalte mich leicht schon aus dieser sichtbaren in festem Glauben bis an mein Welt geschieden. Ach, verlasse Ende, erleuchte mich zum ewigen mich doch nicht in diesem schweren Leben. Ich will auf Jesu Blut Durchgang. Ach, sei mein Ge- und Wunden sterben: dem lebe leitsmann auf dem Wege zu ich, dem sterbe ich; auf sein Verdir! Ach, Jesu, du Sohn Da- dienst verlasse ich mich. Amen. 37% meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rath und nimmst mich endlich zn Ehren Durch deinen Todeskampf an. und blutigen Schweiß hilf mir, mein Heiland und Herr, ich weiche nicht von dir, ach, bleibe du auch bei mir. Jesu, wenn mein Kampf angeht, so hilf mir ringen, so hilf mir siegen und überwinden; wenn die Angst meines Herzens groß wird, so führe mich aus meinen Nöthen. Ich bin ja dein Eigenthum, darum führe mich durch alle Angst hindurch zur Freude, zur Wonne, zur Herrlichkeit. Bist du mit mir, so fürchte ich mich nicht, so bin ich selig, so werde ich zur Freude eingehen. Amen. Gebete für Kranke und Sterbende. 2. Wie ie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir, meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott; wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Jesu, du Licht meiner Seelen, wenn meine Augen wollen dunkel werden, so laß in meiner Seele aufgehen die himmlische Klarheit; weiche nicht von mir, wenn meine Augen brechen; zeige mir alsdann deine Gestalt und laß mich sehen dein Bild, wie du dich am Kreuz zu Tode geblutet hast. Ob ich schon wandre im finstern Thal, fürchte ich doch kein Unglück, denn mein Jesus ist bei mir. Ja, mein Jesu, bleibe bei mir, stärke mich im Glauben und laß mich dein 4. Eigenthum sein, hie zeitlich und Herr Jesu, dir leb' ich, Herr 3. dir, denn du hältst mich bei Jef. 28. Math. 10. 2. Tim. 2. Ebr. 12. - Sprüche für Leidende. 1. Sam. 2. Der Herr tödtet und machet lebendig, führet in die Hölle und wieder heraus. Sein Rath ist wunderbar und führet es herrlich hinaus. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist mein nicht werth. Jesu, dein bin ich todt und lebendig. Amen. Leide dich als ein guter Streiter Jesu Christi. So Jemand auch kämpfet, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht. Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind. 88 Zweite Abtheilung. - 1. Siturgie. Geistlicher: Geistlicher: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Unsere Hilfe sei im Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: All- Amen. Amen. Amen. Und Friede auf Erden und Namen des Herrn, der Himmel den Menschen ein Wohlgefallen; und Erde gemacht hat. barmherziger Gott und Vater! In tiefer Demuth erkennen und bekennen wir vor dir unsere vielfachen Sünden und Vergehungen. Siehe erbarmend auf uns nieder und vergieb uns Rcuigen alle unsere Sünden, um des Verdienstes deines lieben Sohnes, unsers Heilandes, Jesu Christi willen. Amen! Chor: Amen. Geistlicher: Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Oder einen ähnlichen Amen! Spruch. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. Amen. Geistlicher: Herr erbarme dich unser und sei uns gnädig! Chor: Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison. Geistlicher: Der Herr sei mit Euch! Chor: Und mit deinem Geiste. Geistlicher: Spricht ein Gebet als Einleitung zur Sonntagsepistel. Chor: Amen. Geistlicher: mang Verliest die Sonntagsepistel. Halleluja. Chor: Halleluja. Geistlicher: lobt seist du, o Christus. Verliest das Evangelium. GeChor: Amen. Geistlicher: Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden und an Jesum. Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geiste; geboren von der Jungfrau Maria; gelitten unter Pontio Die Litanei. 39 Pilato; gekreuziget, gestorben| Ich glaube an den heiligen Geist; und begraben; niedergefahren zur Hölle; ain dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel; fizet zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. eine heilige allgemeine christliche Kirche; die Gemeinschaft der Heiligen; Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. II. Die Litanei. Christe, eleison! Kyrie, eleison! Christe, erhöre uns! Herr Gott, Vater im Himmel, Erbarm' dich über uns! Herr, Sohn Gottes, der Welt Heiland, Erbarm' dich über uns! Herr Gott, heiliger Geist, Erbarm' dich über uns! Sei uns gnädig! Verschon' uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig! Hilf uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem, schnellen Tod, Vor Pestilenz und theurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Feu'r- und Wassersnoth, Vor Hagel und Unwetter, Vor dem ewigen Tod. TS Chor: Amen. Amen. Amen. Behüt' uns, lieber Herre Gott! Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blut'gen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt, In unserer letzten Noth, Am jüngsten Gericht Hilf uns, lieber Herre Gott! Wir armen Sünder bitten, du woll'st uns erhören, lieber Herre Gott, Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Bischöfe, Pfarrherren und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten, Allen Rotten und Aergernissen wehren, Alle Irrige und Verführte wiederbringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und trösten: Erhör' uns, lieber Herre Gott! 40 Allen cheistlichen Königen und Fürsten Fried' und Eintracht geben, Die Litanei. Unserm König steten Sieg wider seine Feinde gönnen, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, MO Unsern Rath und Gemeine segnen und behüten: Erhör' uns, lieber Herre Gott! Allen, so in Noth und Gefahr sind, mit Hilf' erscheinen, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangenen Los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Verleih uns steten Fried'! Christe, erhöre uns! Kyrie, eleison! Christe, eleison! Aller Menschen dich erbarmen, Kyrie, eleison! Amen! Die Früchte auf dem Lande segnen und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. Erhör' uns, lieber Herre Gott! O Jesu Christe, Gottes Sohn, Erhör' uns, lieber Herre Gott! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt. III. Geschichte des Leidens und Sterbens Jeſu Christi nach den vier Evangelisten zur täglichen Erbauung für die gesammte Pafsionszeit sind dangeordnet. I. Es war aber nahe das Fest der süßen Brote, das da Ostern heißet. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, Erste Woche. und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gekreuziget werde. Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Aeltesten im Volk in dem Palast des Hohenpriesters, Passion. 41 der da hieß Caiphas, hielten einen| Lasset sie mit Frieden, was betümmert ihr das Weib? Rath und sprachen: Was thun wir? Dieser Mensch thut viel Zeichen. Lassen wir ihn also, so werden sie Alle an ihn glauben. So kommen dann die Römer und nehmen uns Land und Leute. Einer aber unter ihnen, Caiphas, der desselben Jahrs Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts; es ist uns besser, Ein Mensch sterbe für das Volk, denn daß das ganze Volk verderbe. Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern dieweil er desselbigen Jahrs Hoherpriester war, weissagte er. Denn Jesus sollte sterben für das Volk; und nicht für das Volk allein, sondern daß er die Kinder Gottes, die zerstreuet waren, zusammen brächte. Von dem Tage an rathschlagten sie, wie sie Jesum mit Listen griffen und tödteten; denn sie fürchteten sich vor dem Volk. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, daß nicht ein Aufruhr werde im Volt. Sie hat ein gut Werk an mir gethan. Ihr habt allemal Arme bei euch; und wann ihr wollet, könnet ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie gekonnt. Denn daß sie das Wasser hat auf meinen Leib gegossen, damit ist sie zuvorgekommen, meinen Leichnam zu salben zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch, wo dies Evangelium gepredigt wird, in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jetzt gethan hat. II. Und da nun Jesus war zu Bethania im Hause Simonis, des Aussäßigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit ungefälschtem köstlichen Nardenwasser, und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da er zu Tisch saß. Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath? Man könnte das Wasser mehr denn um dreihundert Groschen verkauft haben und dasselbe den Armen geben. Und murreten über sie. Da das Jejus merkete, sprach er zu ihnen: III. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe. Und der ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn verriethe, und sprach: Waswollt ihr mir geben? Jch will ihn euch verrathen. Da sie das höreten, wurden sie froh und sie boten ihm dreißig Silberlinge, und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. IV. Aber am ersten Tage der süßen Brote, auf welchem man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte Petrum und Johannem und sprach: Gehet hin in die Stadt; siche, wenn ihr hineinkommt, wird euch ein Mensch Passion. 42 begegnen, der trägt einen Wasserkrug: folget ihm nach in das Haus, da er hineingehet, und faget zu dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen, meine Beit ist herbei kommen; ich will bei dir Ostern halten! wo ist das Gasthaus, darinnen ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen; daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Østerlamm. V. Und am Abend kam er, und setzte sich zu Tisch mit den zwölf Aposteln, und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide; denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon effen werde, bis daß erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denselbigen und theilet ihn unter euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächse des Weinstocks bis an den Tag, da ichs neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. VI. Und indem sie aßen in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jesus das Brot, dankete und brachs und gabs den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket Allé daraus; dieser Kelch ist das neue Testa= ment in meinem Blut, das für euch und für Viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Und sie tranken alle daraus. VII. Vor dem Feste aber der Ostern, das ist, auf denselbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte Alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro; und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißest du jeßt nicht; du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße alleine, son Passion. 43 dern auch die Hände und das| euch gegeben, daß ihr thut, was Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht Alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht ich euch gethan habe. Bahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. alle rein. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's thut. Nicht sage ich von euch allen; ich weiß, welche Da er nun ihre Füße gewaschen ich erwählet habe, sondern daß hatte, nahm er seine Kleider und die Schrift erfüllet werde: Der segte sich wieder nieder und sprach mein Brot isset, der tritt mich abermal zu ihnen: Wisset ihr, mit Füßen. Jetzt sage ich's euch, was ich euch gethan habe? Ihr ehe denu es geschiehet, auf daß, heißet mich Meister und Herr wenn es geschehen ist, ihr glaubet, und saget recht daran; denn ich daß ich's bin. Wahrlich, wahrbin's auch. So nun ich, euerlich, ich sage euch, wer aufnimmt, Herr und Meister, euch die Füße so ich jemand senden werde, der gewaschen habe, so sollet ihr auch nimmt mich auf; wer aber mich cuch unter einander die Füße aufnimmt, der nimmt den auf, waschen. Ein Beispiel habe ich der mich gesandt hat. Zweite Woche. I. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch, einer unter euch, der mit mir isset, wird mich verrathen. Siche, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, sahen sich unter einander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie fingen an, zu fragen unter sich selbst: Welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde, und sagten zu ihm, einer nach dem andern: Herr, bin ich's? und der andere: Bin ich's? Er antwortete und sprach zu ihnen; Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie es beschlossen und von ihm geschrieben ist; doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird. Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ich's Rabbi? Er sprach zu ihm: Du ſagst es. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus licb hatte. Dem winkete Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn derselbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen Und er eintauche und gebe. tauchte den Bissen ein, und gab ihn Juda Simonis Ifcharioth. 44 Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Passion. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Das selbige aber wußte niemand über dem Tische, wozu er's ihm sagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns Noth ist auf das Fest; oder, daß er den Armen etwas gebe. Da er mun den Bissen genommen hatte, ging er so bald hinaus. Und es war Nacht. noch Liebe Kindlein, ich bin eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen; und wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt. III, II. Da aber Judas hinausgegans Herr, wo gehest du hin? Jesus Spricht Simon Petrus zu ihm: gen war, erhob sich ein Zant antwortete ihm: Da ich hingehe, unter ihnen, welcher unter ihnen kannst du mir für diesmal nicht follte für den Größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: folgen; aber du wirst mir herDie weltlichen Könige herrschen, nachmals folgen. Petrus spricht und die Gewaltigen heißt man dir diesmal nicht folgen? Ich zu ihm: Herr, warum kann ich gnädige Herren; ihr aber nicht will mein Leben für dich lassen. also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, du dein Leben für mich lassen? Jesus antwortete ihm: Solltest und der Vornchmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehrt, daß er Größte? der zu Tische sitzt, oder der da dienet? Ist's nicht also, euch möchte sichten wie den Weizen. daß der zu Tische sizt? Ich aber ich aber habe für dich gebeten, bin unter euch wie ein Diener, auf daß dein Glaube nicht auf Ihr aber feid's, die ihr beharret dich bekehrest, so stärke deine höre. Und wenn du dermaleinst habt bei mir in meinen Anfech tungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir's mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt übermeinem Tische in meinem Reich, und sizen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israel. Brüder. Er sprach aber zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir in's Gefängniß und in den Tod zu gehen. wahrlich, Petrus, ich sage dir, der Er aber sprach: Wahrlich, Hahn wird heute nicht krähen, Da spricht aber Jesus: Nun ehe denn du dreimal verleugnet ist des Menschen Sohn verkläret, hast, daß du mich kenneſt. und Gott ist verkiäret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn auch Gott verklären in ihm selbst und wird ihn bald verklären. IV. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Passion. Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Siesprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. V. Und als sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit, über den Bach Kidron an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle an mir ärgern. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber aufstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch Alle sich an dir ärgerten, so will ich doch mich nimmermehr ärgern; Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich mit dir auch sterben müßte, wollt ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen sagten auch alle Jünger. 45 VI. Solches redete Jesus und hob seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist hier, daß du deinen Sohn verflärest, auf daß dich dein Sohn auch verkläre; gleichwie du ihm Macht hast gegeben über alles Fleisch, auf daß er das ewige Leben gebe Allen, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, daß du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum erkennen. Ich habe dich verkläret auf Erden und vollendet das Werk, das du mir gegeben hast, das ich thun sollte. Und nun verkläre mich du, Va= ttr, bei dir selbst, mit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. VII. Ich habe deinen Namen offenbaret den Menschen, die du mir von der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort behalten. Nun wissen sie, daß Alles, was du mir gegeben hast, hab ich ihnen gegeben; und sie habens angenommen und erkannt wahrhaftig, daß ich von dir ausgegangen bin, und glauben, daß du mich gesandt hast. Ich bitte für sie, und bitte nicht für die Welt, sondern für die, so du mir gegeben hast; denn sie sind dein. Und Alles was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verklärt. Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt; und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie Passion. 46 in deinem Namen, die du mir gegeben hast, daß sie Eines feien, gleichwie wir. Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt ich sie in deinem Namen. Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahret, und ist keiner von ihnen verloren, ohne das verlorene Kind, daß die Schrift erfüllet würde. Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der Welt, auf daß sie in ihnen haben meine Freude vollkommen. Ich habe ihnen gegeben dein Wort, und die Welt hasset sie; denn sie sind nicht von Dritte der Welt, wie denn auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem Uebel. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Gleichwie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt. Ich heilige mich selbst für sie, auf daß auch sie geheiliget seien in der Wahrheit. Woche. ich habe ihnen deinen Namen kund gethan und will ihnen kund thun, auf daß die Liebe, damit du mich liebest, sei in ihnen, und ich in ihnen. I. II. Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie Alle Eines feien, gleichwie du, Vater, in mir, und ich in dir; daß auch sie in uns Da kam Jesus mit ihnen zu Eines seien, auf daß die Welt einem Hofe, der hieß Gethsemane. glaube, du habest mich gesandt. Da war ein Garten, darin ging Und ich hab' ihnen gegeben die Jesus und seine Jünger. Judas Herrlichkeit, die du mir gegeben aber, der ihn verrieth, wußte hast, daß sie Eines seien, gleich- den Ort auch; denn Jesus verwie wir Eines sind. Ich in ihnen sammelte sich oft daselbst mit und du in mir, auf daß sie voll- seinen Jüngern. Da sprach Jesus kommen seien in Eines, und die zu ihnen: Sezzet euch hier, bis Welt erkenne, daß du mich ge- daß ich dorthin gehe und bete. fandt hast und liebest sie, gleich- Und er nahm zu sich Petrum wie du mich liebest. Vater, ich und Jacobum und Johannem, will, daß, wo ich bin, auch die die zween Söhne Zebedäi, und bei mir seien, die du mir gege- fing nun an zu trauern und zu ben hast, daß sie meine Herrlich- zittern und zu zagen. Und sprach keit sehen, die du mir gegeben zu ihnen: Meine Seele ist behast. Denn du hast mich ge- trübt bis an den Tod; bleibet liebet, ehe denn die Welt gegrün- hier und wachet mit mir; betet, det ward. Gerechter Bater, die auf daß ihr nicht in Anfechtung Welt kennet dich nicht; ich aber fallet. kenne dich; und diese erkennen, Und er riß sich von ihnen bet daß du mich gesandt hast. Und einem Steinwurf und kniete Passion. nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelches: doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend. Und sprach zu Petro: Simon, schläfest du? vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. 47 überantwortet in der Sünder Hände; stehet auf und laßt uns gehen; siehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Zum andernmal aber ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschehe dein Wille. Und er kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlaf's, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie und ging abermal hin und betete zum drittenmal dieselben Worte und sprach: Bater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit. Und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Siehe, die Stunde ist kommen, und des Menschen Sohn wird III. Und alsbald, da er noch redete, siehe Judas, der Zwölfen einer, da er nun zu sich genommen die Schaar, und Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Aeltesten und Schriftgelehrten, ging er zuvor der Schaar, und kommt dahin mit Fackeln, Lampen, Schwertern und Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's: den greifet. Als nun Jesus wußte Alles was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bin's. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich hab's euch gesagt, daß ich es sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast. Und Judas nahte sich zu Jeſu, ihn zu küssen, und alsbald trat er zu ihm und sprach: Gegrüßet seiest du, Rabbi, und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? 48 Passion. Juda, verräthst du des Menschen| erfüllet würde. Das ist aber Sohn mit einem Kuß? Da Alles geschchen, auf daß erfüllet traten sie hinzu und legten die würden die Schriften der ProHände an Jesum und griffen ihn. pheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. IV. Und es war ein Jüngling, der folgete ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet, auf der bloßen Haut; und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren und floh bloß von ihnen. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein recht Ohr ab; und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferne machen. Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer das Schwert nimmt, der soll durch's Schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn. VI. Die Schaar aber, und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesum und banden ihn, und führeten ihn auf's erste zu Hannas; der war Caiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß Ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führten ihn zu dem Hohenpriester Caiphas( das ist, zum Fürsten der Priester), dahin alle Hohepriester und Schrift gelehrten und Aelteſten sich ver sammelt hatten. VII. Simon Petrus aber folgte Jesu nach von fern und ein anderer Jünger bis in den Palast des V. Zu der Stunde sprach Jesus Hohenpriesters. Derselbige Jün zu den Hohenpriestern und Haupt- ger war dem Hohenpriester be leuten des Tempels und den fannt, und ging mit Jesu hinein Aeltesten, die über ihn kommen in des Hohenpriesters Palast. waren: Jhr seid, als zu einem Petrus aber stand draußen vor Mörder, mit Schwerter und mit der Thür. Stangen ausgegangen, mich zu fahen; ich bin doch täglich gesessen bei euch und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß, auf daß die Schrift Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin und führte Petrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlfeuer Passion. 49 gemacht mitten im Balast; denn| sprach: Und du warst auch mit es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber stand auch bei ihnen und wärmete sich, auf daß er sehe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrum bei dem Licht, da er sich wärmete, und sahe eben auf ihn und dem Jesu von Nazareth aus Galiläa. Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Erleugnete aber vor Allen und sprach: Weib, ich bins nicht. Ich kenne ihn nicht, weiß auch nicht, was du sagest. Vierte Woche. I. sahe ihn und hob abermals an zu sagen zu denen, die dabei standen: Dieser war auch mit Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein Anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermal und schwor dazu und sprach: Mensch, ich bin's nicht, und ich kenne auch den Menschen nicht. Und der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt. Ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Und über eine kleine Weile, Frage die darum, die gehöret bei einer Stunde, bekräftigte ein haben, was ich geredet habe. Anderer mit denen, die da stanSiehe, dieselben wissen, was ich den, und sprach: Wahrlich, dit gesagt habe. Als er aber solches bist auch der einer, denn du bist redete, gab der Diener einer, die ein Galiläer, denn deine Sprache dabei standen, Jesu einen Backen- verräth dich. Spricht des Hohenstreich und sprach: Sollst du priesters Knechte einer, ein Gedem Hohenpriester also antwor- freundeter deß, dem Petrus das ten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es böse sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Caiphas. II. Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhofe, frähete der Hahn. Und eine andere magd Neues Gesangbuch. Anhang. Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andernmal. Und der Herr wandte sich und sahe Petrum an. Da gedachte Petrus an das Wort Jesu, das er zu ihm gesagt hatte: Ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinete bitterlich. 50 Passion. III. Die Hohenpriester aber und Aeltesten und der ganze Rath suchten falsch Beugniß wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hälsen, und fanden keins, wiewohl viel falsche Zeugen herzu traten; denn ihre Zeugnisse stimmten nicht überein. Zulegt standen auf und traten herzu zwei falsche Beugen, und gaben falsch Zeugniß wider ihn und sprachen: Wir haben es gehört, daß er gesagt: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen einen anderen bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Aber ihre Zeugnisse stimmten noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter sie und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, daß diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille und antwortete nichts. dünkt euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. V. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und speieten aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ihn und schlugen ihn in's Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist's, der dich schlug? Und viele andere Lästerungen sagten sie wider ihn. VI. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohepriester, Schrift gelehrte und die Aeltesten des Bolts, dazu der ganze Rath, und hielten einen Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hälfen, und führten ihn hinauf vor ihren Rath, und sprachen: Bist du Christus? sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich's euch, so glaubet ihr's nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir haben's selbst gehöret aus seinem Munde. IV. Da fragte ihn der Hohepriester abermal und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes. Jesus sprach: Du sagst es; ich bin's. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolten des Himmels. Da zerriß Und der ganze Haufe stand der Hohepriester seine Kleider auf, und banden Jesum, führten und sprach: Er hat Gott ge- ihn von Caipha vor das Richtlästert; was bedürfen wir weiterhaus, und überantworteten ihn Zeugniß? Siehe, jegt habt ihr dem Landpfleger Pontio Pilato. seine Gotteslästerung gehört. Was Und es war noch frühe. VII. Passion. 51 Da das Judas sahe, der ihn| Sie sprachen: Was gehet uns verrathen hatte, daß er verdammt das an? Da siche du zu. war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte herwieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Aeltesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon, ging hin und erhängte sich selbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet. Fünfte Woche. I. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskaften legen, denn es ist Blutgeld. ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Geseß. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen Niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Sie hielten aber einen Rath und kauften um die Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, einen Töpfersacker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist kund worden allen, die zu Jerusalem wohnen, daß also derselbe Acker genannt wird auf ihre Sprache: Hakeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten FJeremias, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit be- Da ging Pilatus wieder hinein zahlet ward der Verkaufte, wel- in's Richthaus und rief Jesus, und chen sie kauften von den Kindern Israel; und haben sie gegeben um einen Töpfersacker, als mir der Herr befohlen hat. fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst? oder haben dir Andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet; was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht über4* II. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern effen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr für eine Slage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu III. Da fingen an die Hohenpriester und Aeltesten ihn hart zu vertlagen und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet, und verbeut den Schoß dem Kaiser zu geben und spricht: Er sei Christus, ein König. 52 Passion. antwortet würde; aber nun ist| hoffete, er würde ein Zeichen von mein Reich nicht von dannen. ihm sehen. Und er fragte ihn Da sprach Pilatus zu ihm: So mancherlei; er antwortete ihm bist du dennoch ein König? aber nichts. Die Hohenprieſter Jejus antwortete: Du sagst es. aber und Schriftgelehrten standen Ich bin ein König. Jch bin dazu und verklagten ihn hart, aber geboren und in die Welt kommen, Herodes mit seinem Hofgesinde daß ich die Wahrheit zeugen soll. verachtete und verspottete ihn, Wer aus der Wahrheit ist, der höret legte ihm ein weiß Kleid an und meine Stimme. Spricht Pilatus zu sandte ihn wieder zu Pilato. An ihm: Was ist Wahrheit? den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde miteinander; denn zuvor waren sie einander feind. Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm: IV. Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermals und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen? Hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk ererregt, damit daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hierher. V. Da aber Pilatus Galiläa hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit gehörete, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselben Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehört und VI. Pilatus aber rief die Hohenpriester und Obersten und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende. Und siehe, ich hab' ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, der ihr ihn beschuldiget; Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt; und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei. Darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger, nach Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen los geben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern; nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war in das Gefängniß geworfen; welcher in dem Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt Passion. 53 zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursach des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrien noch vielmehr und sprachen: Kreuzige ihn. Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gekreuziget würde Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. waren, antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Ostern. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder Jesum, den König der Juden, den man nennet Christum? Denn er wußte wohl, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heut viel erlitten im Traum um seinetwillen. VII. Da nahm Pilatus Jesum und geisselte ihn. Die Kriegsknechte Aber die Hohenpriester und aber des Landpflegers führeten Aeltesten überredeten und reizeten ihn hinein in das Richthaus und das Volk, daß sie um Barrabas riefen zusammen die ganze bitten sollten und Jesum um- Schaar; und zogen ihn aus und brächten. Da antwortete nun legten ihm einen Purpurmantel der Landpfleger und sprach zu an und flochten eine Krone von ihnen: Welchen wollt ihr unter Dornen und setzten sie auf sein diesen zweien, den ich euch soll Haupt und gaben ihm ein Rohr los geben? Da schrie der ganze in seine rechte Hand und beugten Haufe und sprach: Hinweg mit die Knie vor ihm und spotteten ihn diesem und gieb uns Barrabam und fingen an, ihn zu grüßen und los. Da rief Pilatus abermals sprachen: Gegrüßet seiest du zu ihnen und wollte Jesum los König der Juden, und schlugen lassen und sprach: Was soll ich ihn in's Angesicht und speieten denn machen mit Jesu, den man ihn an und nahmen das Rohr Christum nennt? Sie schrieen und schlugen damit sein Haupt abermal: Kreuzige, kreuzige ihn. und fielen auf die Kniee und Er aber sprach zum drittenmal| beteten ihn an. Sechste Woche. I. schrien sie und sprachen: Kreut= Da ging Pilatus wieder heraus zige, freuzige ihn! Pilatus spricht und sprach zu ihnen: Sehet, zu ihnen: Nehmet ihr ihn und ich führe ihn heraus zu euch, daß freuziget ihn; denn ich finde keine Die Juden ihr erkennet, daß ich keine Schuld Schuld an ihm. an ihm finde. Also ging Jesus antworteten ihm: Wir haben ein heraus und trug eine Dornen- Geseßz, und nach dem Geset soll krone und Purpurkleid. Und er er sterben; denn er hat sich selbst sprach zu ihnen: Schet, welch zu Gottes Sohn gemacht. ein Mensch! Da Pilatus das Wort hörete, priester und die Diener sahen, I fürchtete er sich noch mehr, und Da ihn die Hohen 54 Passion. ging wieder hinein in das Richt-| sehet ihr zu. Da antwortete das haus und spricht zu Jesu: Von ganze Volk und sprach: Sein wannen bist du? Aber Jesus Blut komme über uns und unsre gab ihm teine Antwort. Da Kinder. sprach Pilatus zu ihm: Redeſt du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu kreuzigen, und macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn loß ließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läsfest du diesen los, fo bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißet Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war der Rüsttag in Ostern um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König. Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, freuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König freuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mordes willen war in das Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. III. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an, und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Kyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater war Alexandri und Rufi; den zwangen sie, daß er ihm ſein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß er's Jesu nachtrüge. IV. II. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks, und Weiber, die flageten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit Da aber Pilatus sahe, daß er kommen, in welcher man sagen nichts schaffete, sondern daß ein wird: Selig sind die Unfruchtviel größer Getümmel ward, ge- baren und die Leiber, die nicht dachte er dem Bolt genug zu geboren haben, und die Brüste, thun, und urtheilte, daß ihre die nicht gesäuget haben. Dann Bitte geschähe, nahm Wasser und werden sie anfangen zu sagen wusch die Hände vor dem Volk zu den Bergen: Fallet über uns, und sprach: Ich bin unschuldig und zu den Hügeln: Decket uns. an dem Blut dieses Gerechten; Denn so man das thut am grünen Passion. 55 V. der Juden König. Diese Ueberschrift lasen viele Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gefreuziget ist. Und es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die HohenUnd sie brachten ihn an die priester der Juden zu Pilato: Stätte, die da heißet auf Hebräisch Schreibe nicht: Der Juden KöGolgatha, das ist verdolmetscht nig; sondern, daß er geſagt habe: Schädelstätte. Und sie gaben ihm Ich bin der Juden König. PiEssig und Myrrhen im Wein zulatus antwortete: Was ich getrinken, mit Gallen vermischet; schrieben habe, das habe ich geund da er's schmeckte, wollte er schrieben. nicht trinken. Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführet zween andere Uebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. VII. Und sie freuzigten ihn an der StätteGolgatha, und zween Uebel- Die Kriegsknechte aber, da sie thäter mit ihm, einen zur rechten| Jesum gekreuzigethatten, nahmen und einen zur linken Hand, Jc- sie seine Kleider und machten vier fum aber mitten inne. Und die Schrift ist erfüllet, die da saget: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach:( 1) Bater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Theile, einem jeglichen Kriegsknecht einen Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht zertheilen, sondern da rum loosen, weß er sein soll; auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget: Sie haben meine Pilatus aber schrieb eine Uleber- Kleider unter sich getheilet und schrift, was man ihm Schuld gab, haben über meinen Rock das die Ursache seines Todes, und Loos geworfen. Und sie saßen septe sie auf das Kreuz oben zu allda, und hüteten sein. Solches seinem Haupte. Es war aber thaten die Kriegsknechte, und das geschrieben: Jesus von Nazareth, Volk stand da und sahe zu. VI. Siebente Woche. I. sahe und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht Es stand aber bei dem Kreuze er zu seiner Mutter:( 2) Weib, Jefu seine Mutter und seiner siehe, das ist dein Sohn. DarMutter Schwester, Maria, Cleo- nach spricht er zu dem Jünger: phas Weib, und Maria Mag- Siehe, das ist deine Mutter. dalena. Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Da nun Jesus seine Mutter 56 Passion. Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus II. Die aber vorüber gingen, sprach zu ihm:( 3) Wahrlich, ich lästerten ihn und schüttelten die sage dir, heute wirst du mit mir Köpfe und sprachen: Pfui dich, im Paradies sein. wie fein zerbrichst du den Tempel und bauest ihn in dreien Tagen. Hilf dir nun selber. Bist du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuze. Desjelbigengleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und Aeltesten, sammt dem Volk, und sprachen: Er hat Anderen geholfen und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christus, der König in Ifrael, der Auserwählte Gottes, so helf er ihm selber, und steige nun vom Kreuze, daß wir es sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertraut, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbe rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gekreuziget waren, und schmäheten ihn. Es versvotteten ihn auch die Kriegs- stand ein Gefäße voll Effiges, knechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir felber. V. Darnach, als Jesus wußte, daß schon Alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, ipricht er:( 5) Mich dürstet. Da und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig und legte ihn um einen Ysop und steckte ihn auf ein Rohr und hielt es ihm dar zum Munde und tränkete ihn. Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. IV. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß über das ganze Land, bis um die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das ist verdolmetscht: ( 4) Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen sie: Er rufet den Elias. III. Aber der Uebelthäter einer, die da gehenket waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafete ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind billig darinnen; denn wir empsahen, was unsere Thaten werth sind; dieser Hände. Und als er das gesagt, aber hat nichts Ungeschichtes ge- neigte er das Haupt und gab handelt. Und sprach zu Jesu: seinen Geist auf und verschied. VI. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er:( 6) Es ist vollbracht. Und abermals rief er laut und sprach:( 7) Vater, ich befehle meinen Geist in deine Passion. 57 Und siehe da, der Vorhang im| den. Da kamen die KriegsTempel zerriß in zwei Stücke, von knechte und brachen dem ersten oben an bis unten aus. Und die Beine und dem andern, der die Erde erbebte und die Felsen mit ihm gekreuzigt war. Als sie zerrissen und die Gräber thaten aber zu Jesu kamen, da sie sahen, sich auf, und standen auf viel daß er schon gestorben war, Leiber der Heiligen, die da brachen sie ihm die Beine nicht, schliefen und gingen aus den sondern der Kriegsknechte einer Gräbern nach seiner Auferstehung öffnete seine Seite mit einem und kamen in die heilige Stadt Speer, und alsbald ging Blut und erschienen vielen. und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen, und abermals spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. Aber der Hauptmann, der dabei stand, ihm gegenüber, und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben und was da geschahe, erschraken sie sehr und preiseten Gott und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch und Gottes Sohn gewesen. Und alles Volk, das dabei war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandten von ferne, und die Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget und sahen das alles. Unter welchen war Maria Magdalena, und Maria, des kleinen Jacobi und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget waren, da er in Galiläa war, und gedienet hatten, und viel andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbath über( denn desselbigen Sabbaths Tag war groß), baten sie Bilatum, daß ihre Beine gebrochen und abgenommen würVII. Darnach am Abend, dieweil es der Rüsttag war, welcher ist der Vorsabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter, frommer Mann; der hatte nicht gewilligt in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich aus Furcht vor den Juden. Der wagte es und ging hinein zu Pilato und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre. Und als er erfundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu und befahl, man sollte ihm denselben geben. Und 58 Passion. Joseph kaufte eine Leinwand. gelegt war. Daselbst hin legten Es kam aber auch Nicodemus, fie Jesum, um des Rüsttags der vormals bei der Nacht zu willen der Juden, da der SabJesu gekommen war, und brachte bath anbrach, und das Grab Myrrhen und Aloen unter nahe war. Und wälzeten einen einander, bei hundert Pfunden. großen Stein vor die Thür des Da nahmen sie den Leichnam Grabes und gingen davon. Es Jesu, der abgenommen war, war aber allda Maria Magdalena und wickelten ihn in eine reine und Maria Joses, die seßten sich Leinwand, und banden ihn in gegen das Grab. Auch andere leinene Tücher mit Specereien, Weiber, die da Jesu waren wie die Juden pflegten zu be- nachgefolget von Galiläa, begraben. schaueten, wohin und wie sein Leib gelegt ward. Sie kehreten aber um und bereiteten Specerei und Salben; und den Sabbath über waren sie stille nach dem Gesez. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten, und im Garten ein neu Grab; das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Fels, in welches Niemand je IV. Verzeichniß der Sonn- und Festtäglichen Episteln und Evangelien. Am 1. Sonntage des Advents. Epist. Röm. 13. v. 11 bis v. 14. Evang. Matth. 21. v. 1 bis v.. 9 Am 2. Sonnt, des Advents. Ep. Röm. 15. v. 4 bis 13. Ev. Luc. 21. v. 25 bis 36. Bm 3. Sonnt. des Advents. Ep. 1. Cor. 4. v. 1 bis 5. Ev. Matth. 11. v. 2 bis 10. Am 4. Sonnt. des Advents. Ep. Philipp. 4. v. 4 bis 7. Ev. Joh. 1. v. 19 bis 28. Am heil. Chrifttage. Ep. Tit. 2. v. 11 bis 14. Jes. 9. v. 2 bis 7. Ev. Luc. 2. v. 1 bis 14. eder Am 2. Weihnachtsfeiertage od. am Tage Steph. des Märtyrers. Ep Tit. 3. v. 4 bis 7. oder Apost. 6. v. 8. bis c. 7 v. 2. und folg. v. 51 bis 59. Ev. Luc. 2. v. 15 bis 20. oder Matth. 23. v. 34 bis 39. Am 3. Weihnadits feiertage, oder am Tage Johannis, des Apoftels. Ep. Ebr. 1. v. 1 bis 12. od. Sir. 15. v. 1 bis 8. oder 1 Joh. 1. ganz. Ev. Joh. 1. v. 1 bis 14. oder Joh. 21. b. 20 bis 24. 59 Am Sonnt. nach dem Chrifttage. Ep. Gal. 4. v. 1 bis 7. Ev. Luc. 2. v. 33 bis 40. Am neuen Jahrstage. Ep. Gal. 3. v. 23 bis 29. Ev. Luc. 2. v. 21. Am Sonn. uadi dem neuen Jahr. Ep. 1. Betr. 4. v. 12 bis 19. oder 1 Petr. 3. v. 20 bis 22. oder Tit. 3. v. 4 bis 7. Ev. Matth. 2. v. 13 bis 23. Oder am feft der Taufe Chrifti. Ev. Matth. 3. v. 13 bis 17. Am Tage der Erscheinung Chrifti, oder Epiphanias. Ep. Jes. 60. v. 1 bis 6. Ev. Matth. 2. v. 1 bis 12. Am 1. Sonn. nach Epiphanias. Ep. Röm. 12. v. 1 bis 6. Ev. Luc. 2. v. 41 bis 52. Am 2. Sonnt. nadhi Epiphanias. Ep. Röm. 12. v. 7 bis 16. Ev. Joh. 2. v. 1 bis 11. Am 3. Sonnt. nach Epiphanias. Ep. Röm. 12. v. 17 bis 21. Ev. Matth. 8. v. 1 bis 13. Am 4. Sonnt. nach Epiphanias. Ep. Röm. 13. v. 8 bis 10. Ev. Matth. 8. v. 23 bis 27. 60 Am 5. Sonnt. nach Epiphanias. Ep. Col. 3. v. 12 bis 17. Ev. Matth. 13. v. 24 bis 30. Verzeichniß der Episteln und Evangelien. Am Tage Maria Reinigung, Ep. Maleach. 3. v. 1 bis 4. Ev. Luc. 2. v. 22 bis 32. Am 6. Sonnt. nach Epiphanias. Ep. 2. Petr. 1. v. 16 bis 21. od. Col. 3. v. 18 bis cap. 4. v. 1. Ev. Matth. 17. v. 1 bis 9. Am Sonnt. Septuagefimä. Ep. 1 Cor. 9. v. 24 bis cap. 10. v. 5. Ev. Matth. 20. v. 1 bis 16. Am Sonnt. Seragefimä. Ep. 2 Cor. 11. v. 19 bis cap. 12. v. 9. Ev. Luc. 8. v. 4 bis 15. Am Sonnt. vor der faften, Quinquagefima, oder Efto Mihi. Ep. 1 Cor. 13. von Anfang bis zum Ende. Ev. Luc. 18. v. 31 bis 43. Am 1. Sonnt. in der Faften, Invocavit. Ep. 2 Cor. 6. v. 1 bis 10. Ev. Matth. 4. v. 1 bis 11. Am 2. Sonnt. in der Saften, Reminifcere. Ep. 1 Thess. 4. v. 1 bis 7. Ev. Matth. 15. v. 21 bis 28. Am 3. Sonn. in der faften, Oculi. Ep. Ephes. 5. v. 1 bis 9. Ev. Luc. 11. v. 14 bis 28. Am 4. Sonnt, in der faften, Lätare. Ep. Gal. 4. v. 21 bis 31. Ev. Joh. 6. v. 1 bis 15. Am 5. Sonnt. in der faften, Judica. Ep. Ebr. 9. v. 11 bis 15. Ev. Joh. 8. v. 46 bis 59. Am Tage der Verkündig. Maria. Ep. Jef. 7. v. 10 bis 16. Ev. Luc. 1. v. 26 bis 38. Am 6. Sonnt. in der faften, Palmarum. Ep. Phil. 2. v. 5 bis 11. oder 1 Cor. 1. v. 23 bis 32. Ev. Matth. 21. v. 1 bis 9. Am grünen Donnerstage. Ep. 1 Cor. 11. v. 23 bis 32. od. 2 Mos. 12. v. 1 bis 13. Ev. Joh. 13. v. 1 bis 15. Am Charfreitage. Jef. 53. ganz. Die Passionshistorie. Am heiligen Offertage. Ep. 1 Cor. 5. v. 6. 7. 8. Ev. Marc. 16. v. 1 bis 8. Am Oftermontage. Ep. Apost. 10. v 34 bis 41. Ev. Luc. 24. v. 13 bis 35. Am Ofterdienflage. Ep. Apost. 13. v. 26 bis 33. Ev. Luc. 24. v. 36 bis 47. Am 1. Sonnt. nadhi Offern, Quasimodogeniti. Ep. 1 Joh. 5. v. 4 bis 10. Ev. Joh. 20. v. 19 bis 31. Am 2. Sonnt. nadhi Offern, Mifericordias Domini. Ep. 1 Petr. 2. v. 21 bis 25. Ev. Joh. 10. v. 12 bis 16. Am 3. Sonnt. nachi Oftern, Jubilate. Ep. 1 Petr. 2. v. 11 bis 20. Ev. Joh. 16. v. 16 bis 23. Verzeichniß der Episteln und Evangelien. Am 4. Sonnt. nadh Oftern, Cantate. Ep. Jac. 1. v. 16 bis 21. Ev. Joh. 16. v. 5 bis 15. Am 5. Sonnt. nach Offern, Rogate. Ep. Jac. 1. v. 22 bis 27. Ev. Joh. 16. v. 23 bis 30. Am Tage der Bimmelfahrt Chrifti. Ep. Apost. 1. v. 1 bis 11. Ev. Marc. 16. b. 14 bis 20. Am Sonnt, nach der Bimmelfahrt Chrifti, Eraudi. Am heiligen Pfingfittage. Ep. Apost. 2. v. 1 bis 13. Ev. Joh. 14. v. 23 bis 31. Am Pfingstmontage. Ep. Apost. 10. v. 42 bis 48. Ev. Joh. 3. v. 16 bis 21. Am 6. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Röm. 6. v. 3 bis 11. Ep. 1 Petr. 4. v. 8 bis 11. Ev. Joh. 15. v. 26 b. cap. 16. v. 4. Ev. Matth. 5. v. 20 bis 26. Am Sonntage Trinitatis. Ep. Röm. 11. v. 33 bis 36. Ev. Joh. 3. v. 1 bis 15. Am 1. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Joh. 4. v. 16 bis 21. Ev. Luc. 16. v. 19 bis 31. Am 2. Sonn. nadi Trinitatis. Ep. 1 Joh. 3. v. 13 bis 18 Ev. Luc. 14. v. 16 bis 24. Am 4. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Röm. 8. v. 18 bis 23. Ev. Luc. 6. v. 36 bis 42. Am 3. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. 1 Petr. 5. v. 6 bis 11. Ev. Luc. 15. v. 1 bis 10. 61 Am Tage Johannis des Täufers. Ep Jef. 40. v. 1 bis 5. Ev. Luc. 1. v. 57 bis 80. Am Tage Mariä Heimfuchung. Ep. Röm. 12. v. 9 bis 16. oder Jef. 11. v. 1 bis 5. oder Hohel. 2. v. 8. bis 17. Ev. Luc. 1. v. 39 bis 56. Am Pfingstdienftage. Am 9. Sonnt. nadhi Trinitatis. Ep. Apost. 8. v. 14 bis 17. oder Ep. 1 Cor. 10. v. 6 bis 13. Ap. 2. v. 29 bis 36. Ev. Luc. 16. v. 1 bis 9. Ev. Joh. 10. v. 1 bis 11. Am 5. Sonnt. nadhi Trinitatis. Ep. 1 Petr. 3. v. 8 bis 15. Ev. Luc. 5. v. 1 bis 11. Am 7. Sonnt. nadi Trinittias. Ep. Röm. 6. v. 19 bis 23. Ev. Marc. 8. v. 1 bis 9. Am 8. Sonnt nach Trinitatis. Ep. Röm. 8. v. 12 bis 17. Ev. Matth. 7. v. 15 bis 23. Am 10. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Cor. 12. v. 1 bis 11. Ev. Luc. 19. v. 41 bis 48. Am 11. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Cor. 15. v. 1 bis 10. Ev. Luc. 18. v. 9 bis 14. Am 12. Sonnt. nadhi Trinitatis. Ep. 2 Cor. 3. v. 4 bis 11. Ev. Marc. 7. v. 31 bis 37. Am 13. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Gal. 3. v. 15 bis 22. Ev. Luc. 10. v. 23 bis 37. Am 14. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Gal. 5. v. 16 bis 24. Ev. Luc. 17. v. 11 bis 19. 62 Am 15. Sonnt, nach Trinitatis. Ep. Gal. 5. v. 25 b. cap. 6. v. 10. Ev. Matth. 6. v. 24. bis 34. Verzeichniß der Episteln und Evangelien. Am 16. Sonnt. nach Trinitatis, Ep. Eph. 3. v. 13 bis 21. Ev. Luc. 7. v. 11 bis 17. Am Michaelistage. Ep. Offenb. Joh. 12. v. 7 bis 12. Ev. Matth. 18. v. 1 bis 11. Am 17. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Eph. 4. v. 1 bis 6. Ev. Luc. 14. v. 1 bis 11. Am 18. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Cor. 1. v. 4 bis 9. Ev Matth. 22. v. 34 bis 46. Am 19. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Eph. 4. v. 22 bis 28. Ev. Matth. 9. v. 1 bis 8. Am 20. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Eph. 5. v. 15 bis 21. Ev. Matth. 22. v. 1. bis 14. Am 21. Sonnt. nadh Trinitatis. Ep. Eph. 6. v. 10 bis 17. Ev. Joh. 4. v. 47 bis 54. Am 22. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. Phil. 1. v. 3 bis 11. Ev. Matth. 18. v. 23 bis 35. Am 23. Sonnt. nadh Trinitatis. Ep. Phil. 3. v. 17 bis 21. Ev. Matth. 22. v. 15 bis 22. Am 24. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. Coloff. 1. v. 9 bis 14. Ev. Matth. 9. v. 18 bis 26. Am 25. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 1 Thess. 4. v. 13 bis 18. Ev. Matth. 24. v. 15 bis 28. Am 26. Sonnt. nach Trinitatis. Ep. 2 Petr. 3. v. 3 bis 14. oder 2 Theff. 1. v. 3 bis 10. Ev. Matth. 25. v. 31 bis 46. Am 27. Sonnt. nadi Trinitatis. Ep. 1 Theff. 5. v. 1 bis 11. oder 2 Teff. 1. v. 3 bis 10. oder 2 Petr. 3. v. 3 bis 7. oder Röm. 3. v. 21 bis 28. Ev. Matth. 25. v. 1 bis 13. oder Matth. 24. v. 37 bis 51. oder Matth. 5. v. 1 bis 12. V. Der kleine Katechismus Luthers. www3 Erstes Sauptstück. Die zehn Gebote Gottes. wie sie ein Hausvater seinen Kin- best auf Erden. dern und Gesinde einfältiglich vorhalten soll. Das erste Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben nében mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Das andere Gebot. Du sollst den Namen deines Gottes nicht unnüßlich führen; denn der HErr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen. 63 Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohlgche und du lange leWas ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth haben. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht tödten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sonden ihm helfen und fördern in allen Leibesnöthen. Das sechste Gebot. Du sollst nicht chebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein Jeglicher sein Gemahl lieben und Ehren. Das fiebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten 64 Erstes Hauptstück. Geld oder Gut nicht nehmen, der über die, so mich hassen, die noch mit falscher Waare oder Sünde der Väter Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen und Gutes von ihm reden, und alles zum Besten kehren. Das nenute Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm, dasselbe zu behalten, förderlich und dienstlich sein. Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder alles, was sein ist. ditt Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern diefelben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig find. Was faget nun Gott von diesen Geboten allen? Er saget also: Ich der HErr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, heimsucht an den Kindern bis in's dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Ges bote halten, thue ich wohl in tausend Glied. Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darseinem Zorn und nicht wider um sollen wir uns fürchten vor solche Gebote thun. Er verheißet die solche Gebote halten; darum aber Gnade und alles Gute allen, sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach einen Geboten. 3weites Hauptstück. Der diriftliche Blaube, wie ein Hausvater denselbigen seinen Kindern und Gesinde auf's einfältigste vorhalten soll. Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott, den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat fammt allen Creaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Bernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält, dazu Triuken, Haus und Hof, Weib Kleider und Schuh, Essen und und Kind Acker, Vieh und alle Güter, mit aller Nothdurft und Nahrung dieses Leibes und Lebens reichlich und täglich versor get, wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem Uebel behütet und bewahret;- und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn alle mein Verdienst und Würdigkeit; des alles ich ihm danken und zu loben, und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr.. zu - Zweites Hauptstück. Der andere Artikel. Von der Erlösung. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern HErrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gefreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sißend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Baters, von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten. 1 65 schuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regierct in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. 11 Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Bernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen HErrn, glauben oder zu ihm kommen tann;- sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammelt, erleuchtet, heiliget und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich verJch glaube, daß Jesus Christus, giebt, und am jüngsten Tage wahrhaftiger Gott vom Bater in mich und alle Todten auferEwigkeit geboren, und auch wahr- wecken wird, und mir, sammt haftiger Mensch von der Jung- allen Gläubigen in Christo, ein frau Maria geboren, sei mein ewiges Leben geben wird. Das HErr, der mich verlornen und ist gewißlich wahr. verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen, von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, theuren Blut und mit seinem unschuldigen LeiWas ist das? den und Sterben, auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reiche unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, UnNeues Gesangbuch. Anhang. Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine, heilige, christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. - -- Drittes Hauptflück. Das Gebet des Herrn oder das heilige Vater Unser, wie ein Hausvater dasselbige seinen Kindern und Gesinde auf's einfältigste vorhalten soll. Die Anrede. Vater unser, der du bist im Himmel. 5 66 Drittes Hauptstück. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben. Des hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes. Da behüte uns vor,( lieber) himmlischer Vater! Die andere BitteDein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohn unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Bater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben, und göttlich leben hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohn unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist, des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unſer Ende. Das ist sein gnädiger, guter Wille. Die vierte Bitte. heute. Unser täglich Brot gieb uns Was ist das? Gott giebt täglich Brot auch wohl ohn unsre Bitte allen bösen in diesem Gebet, daß er uns erMenschen; aber wir bitten kennen lasse und mit Danksagung empfahen unser täglich Brot. Was heißt denn täglich Brot? Alles, was zur Leibes- Nahrung und Nothdurft gehört, als: Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vich, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und treue Oberherrn, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergieb uns unsere Schuld als wir vergeben unsern Schuldigern. Viertes Hauptstück. Was ist das? Wie lautet der Beschluß? Wir bitten in diesem Gebet, Denn dein ist das Reich und daß der Vater im Himmel nicht die Kraft und die Herrlichkeit, ansehn wolle unsere Sünden und in Ewigkeit. Amen. um derselben willen solche Bitten nicht Bersagen: denn wir sind der keines werth, das wir bitten, haben's auch nicht verdienet; sondern er wolle es uns alles aus Gnaden geben: denn wir täglich viel sündigen und wohl eitel Strafe verdienen; so wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohlthun denen, die sich an uns versündigen. 67 Was ist das? Gott versucht zwar Niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schanden und Laster, und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Biertes Hauptstück. Die sechsle Bitte. Das Sakrament der heiligen Taufe, Und führe uns nicht in Ver- wie dasselbige ein Hausvater seisuchung. nen Kindern und Gesinde soll einfältiglich vorhalten. Die firbente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Was ist das? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret; denn er jelbst hat uns geboten also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also geschehen. Bum Ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset, und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes. Matthäi am letzten: Gehet hin Da unser HErr Christus spricht, in alle Welt, lehret alle Heiden, und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Bum Andern: Was giebt oder nüßet die Tause? Was ist das? Sie wirket Vergebung der Wir bitten in diesem Gebet, Sünden, erlöset vom Tode und als in der Summa, daß uns Teufel, und giebt die ewige Seder Vater im Himmel von aller- ligkeit Allen, die es glauben, wie lei Uebel Leibs und Scele, Guts die Worte und Verheißungen und Ehre erlöse, und zulett, wenn Gottes lauten. unser Stündlein kommt, ein seliges Ende bescheere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal Da unser HErr Christus spricht, zu sich nehme in den Himmel. Marci am letzten: Wer da glauWelche find solche Worte und Verheißungen Gottes? 68 Fünftes Hauptstück. bet und getauft wird, der wird| sammt Christo durch die Taufe felig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den Todten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Bum Dritten: Wie kann Waffer folche große Dinge thun? Wasfer thut's freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Wort Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist; wie Sankt Paulus saget zu Tito im dritten Kapitel: Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich, durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben sein des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Bum Vierten: Was bedeutet denn solch Wasfertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auferstehn ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Sankt Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind Fünftes Hauptstück. Don der Beichte und dem Amt der Scilüffel. Wie man die Einfältigen soll lehren beichten. Was ist die Beichte? Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifele, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man denn beichten? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welche find die? nach den zehn Geboten, ob du Da siche deinen Stand an Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht, Magd seiest: ob du ungehorsam, untreu, unfleißig gewesen seiest, ob du je mand Leid gethan haft mit Wor ten oder Werken, ob du gestohlen, versäumet, verwahrlost oder Schaden gethan haſt. Sechstes Hauptstück. Wie pflegest du zu beichten? Dallmächtiger Gott, barm Sechstes Hauptstück.*) herziger Vater! ich armer elen. der, fündiger Mensch bekenne dir Das Sakrament des Altars, alle meine Sünde und Missethat, nen Kindern und Gesinde einfältiglich vorhalten soll. womit ich dich jemals erzürnet wie ein Hausvater dasselbige seiund deine Strafe zeitlich und ewig wohlverdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich, durch deine grundlose Barmherzigkeit und durch das heilige, unschuldige, bittere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, Jesu Christi, du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein. Amen. Darauf spricht der Beichtiger die Abfolution. Auf solch ein Bekenntniß verkündige ich dir die Gnade Gottes, und aus dem Befehl unsers HErrn Jesu Christi vergebe ich dir deine Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Gehe hin in Frieden! Wo ist die Lehre von der Absolution oder den Schlüsseln des Himmelreichs begriffen? Matth. 16 spricht Christus zu Petro: Ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben. Allles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los sein. 69 Joh. 20. Jesus blies seine Jünger an und spricht zu ihnen: Was ist das Sakrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers HErrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinten von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evans gelisten: Matthäus, Markus, Lukas und St. Paulus: Unser HErr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brot, dankete und brach's, und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin, und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergoffen wird, zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr trinkt, zu meinem Gedächtniß. Katechismus zählt dieses Hauptstück als *) 3n mehreren Ausgaben des luth. das fünfte, indem das Hauptstück von der Beichte ungezählt bleibt, obwohl es Nehmet hin den heiligen Geist. euther selbst verfaßt und bereits im Welchen ihr die Sünden er- Jahre 1531 zwischen Taufe und Abend= lasset, denen sind sie erlassen, mahl gestellt hat. Nur die Schlußfrage: und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Wo ist die Febre zc. und die hier auf genommene Beichtformel find späteren Ursprungs. 70 Was nütet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns die Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden;" nämlich daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird, denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Sechstes Hauptstück. Sakrament; und wer denselbigen Worten glaubet, der hat, was sie sagen, und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden." Wer empfähet denn solch Sakrament würdiglich? reiten ist wohl eine feine, äußerFasten und leiblich sich beliche Zucht; aber der ist recht Wie kann leiblich Essen und Trinken würdig und wohl geschickt, wer folche große Dinge thun. den Glauben hat an diese Worte: Essen und Trinken thut's frei- Für euch gegeben und verlich nicht, sondern die Worte, so gossen zur Bergebung der Sünda stehen: Für euch gegeben den". Wer aber diesen Worten und vergossen zur Vergebung der nicht glaubet oder zweifelt, der Sünden;" welche Worte sind ist unwürdig und ungeschickt; neben dem leiblichen Essen und denn das Wort Für euch" forTrinken als das Hauptstück im dert eitel gläubige Herzen. Druck von W. G. Korn in Breslau. Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. A. Ach bleib' bei uns, Herr Jesu 335 Ach bleib' mit deiner Gnade 134 Ach, Gott, ich muß in Traurigkeit 614 Ach Gott und Herr, wie groß 261 Ach Gott, verlaß mich nicht 449 Ach Gott vom Himmel sieh' 336 Ach, Jesus lebt in mir! 178 Ach, mein Herr Jefu, dein 256 Ach, mein Jesu, sieh' ich trete 486 Ach, sagt mir nichts von Gold und Schätzen 229 Ach, sieh ihn dulden, bluten, 45 Ach, wär' ich schon dort oben 572 Ach, wiederum ein Jahr Ach, wie die Jahre schwinden 30 Ach, wie heilig ist der Ort 369 Ach, wundergroßer Siegesheld Am Grabe stehn wir stille Am Kreuz erblaßt, der 100 Ade, ich muß nun scheiden 573 Allein Gott in der Höh' sei 126 Allein zu dir, Herr Jesu 262 Alle Menschen müssen sterben 574 Aller Gläub'gen Sammelplatz 600 Alles ist an Gottes Segen 371 Allgenugsam Wesen, das ich 199 Allmächtiger, ich hebe mein 459 Amen! Amen! lauter Amen 200 Amen! deines Grabes Friede 75 Am Ende ist's doch gar nicht schwer 263 1 Anbetungswürdiger Gott An dein Bluten und An dir allein, an dir hab' ich gefündigt Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf Christi Himmelfahrt Auf diesen Tag bedenken wir 102 Auferstanden, auferstanden Auferstehn, ja auferstehn Auf Gott und nicht auf meinen Rath 101 80 624 Aus meines Herzens Grunde 460 29 Aus tiefer Noth schrei ich 264 372 601 373 306 Auf, ihr Streiter, 374 Auf meinen lieben Gott Auf schicke dich recht feierlich 15 Aus irdischem Getümmel 230 Nr. 201 247 B. 375 Bedente, Mensch, das Ende 560 Befiehl du deine Wege Bei dir, Jesu, will ich Bescheer' uns unser täglich Brot 167 Betgemeinde, heil'ge dich Bis hierher hat mich Gott Bleibt bei dem, der euretwillen Bleibt, Schäflein, bleibt, Brich an, du schönes Morgenlicht a 510 135 35 461 Bringt her dem Herren Lob 414 Bringt Preis und Ruhm 81 74 Brunn alles Heils, dich 136 168 169 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine 337 Christe, du Lamm Gottes 46 Christi Blut und Gerechtigkeit 284 Christ ist erstanden 82 Christus, der ist mein Leben 575 Chrift, wenn die Armen 444 36 Dank sei Gott in der Höhe 462 Danke dem Herren, o Seele 513 Das alte Jahr vergangen ist Das äuß're Sonnenlicht ist da 463 Das Jahr geht ftill zu Ende 31 Das Jahr ist nun zu Ende 32 Das ist eine sel'ge Stunde 137 Das ist ein theuer werthes Wort 285 Das Mägdlein schläft; ihr 615 Das walte Gott, der helfen Dein Jesus rufet dich Dein König kommt in niedern Hüllen 464 265 2 Dein Wort, o Herr, bringt 138 Dein Wort, o Herr, ist milder Thaut 139 83 Dem Herrn sei Ehre, Preis Dennoch bleib' ich stets an dir 376 Dennoch ist ein schönes Wort 377 Der am Kreuz ist meine Liebe 47 76 Der du das Loos von meinen 415 Der du, Herr Jesu, Ruh' Der du noch in der letzten 338 Der du uns als Vater liebest 108 Der du zum Heil erschienen 356 Der heil'ge Christ ist kommen 16 Der Herr, der aller Enden 202 Der Herr, der einst auf Erden 248 Der Herr ist gut, in dessen 203 Der Herr ist mein getreuer Hirt Nr. 487 Der Leib verlangt nach seiner Ruhe Der Mond ist aufgegangen 488 Der Sabbath ist vergangen 504 Der Tag ist hin: mein Geist 489 Des Jahres schönster Schmuck 558 Dich, dich, mein Gott will 465 Dich, Jesu, laß ich ewig nicht 416 Dich preis' ich lauten Schalles 378 Dich seh ich wieder Morgenlicht 286 466 Die auf der Erde wallen 561 Die Christen gehn von Ort 602 Die Ernt' ist nun zu Ende 551 Die Gnade sei mit Allen Die Gnade wird doch ewig 287 Die gold'ne Sonnevoll Freud' 467 Die helle Sonn' leucht' jetzt 468 Die Herrlichkeit der Erden 562 Die schönen Sonntagsstunden 505 Dies ist der Tag, den Gott 17 Dies ist die Nacht, da mir erschienen 18 490 Die stillen Abendstunden Die Sünden sind vergeben 288 Die wir uns allhier 140 508 Die Woche geht zu Ende Dir, dir Jehovah will ich 417 418 fingen Du, bester Trost der Armen 550 Du bist das Licht von Gott 231 Du, dem ich angehöre Du, deß sich alle Himmelfreun 450 Du, deß Zukunft einsterflehten 3 Du gehest in den Garten beten 48 Du großer Zionskönig 357 Du, Herr von meinen Tagen 531 Du flagst und fühlest die Beschwerden 534 49 Du, meines Lebens Leben Du siehst, o Mensch, wie 625 Du sollst glauben, o du Armer 289 Du Vater deiner Menschen205 finder 204 Du weineft um Jerusalem 50 Alphabetisches Lieder- Berzeichniß. Nr. 19 379 358 603 Ehre sei Gott in der Höhe Ein Christ kann ohne Kreuz Eine Heerde und ein Hirt Einen guten Kampf hab' ich Einer ist's, an dem wir Einer nur ist ewig werth 232 Eines wünsch' ich mir vor 249 Ein' feste Burg ist unser Gott 359 339 Ein Lämmlein geht und trägt 51 Ein neuer Tag, ein neues 485 Ein neues Jahr ist ange37 576 fangen Ein reines Herz, Herr, schaff' 307 Eins hätten wir von Herzen 141 Eins ist noth! Ach, Herr 233 Eitle Welt! ich bin dein Ei wie so sanft doch Empor zu Gott, mein Endlich bricht das Kreuz Endlich, endlich muß es doch 881 Ergrünt, ihr Siegespalmen 103 Erhalt uns deine Lehre Erhalt' uns, Herr, bei Erhebe dich, o meine Seel' Erhör', o Gott, das heiße Erinn're dich, mein Geist, Erlöser, der du selbst uns 179 Ermuntert euch, ihr Frommen 626 Erneu're mich, o ew'ges Licht 308 Es baut, o Gott, auf dein 548 Es eilt der letzte von den Tagen 340 341 469 170 84 Es ist noch Raum in Jesu Es ist noch Raum! mein 563 309 Es glänzet der Christen Es hat uns heißen treten 470 Es ist das Heil uns kommen 290 Es ist ein' Ros' entsprungen 21 Es ist genug, so nimm Herr 577 Es ist gewißlich an der Zeit 627 Es ist in keinem Andern 234 Es ist nicht schwer, ein Christ 310 Es ist noch eine Ruh' Nr. Es ist vollbracht das Opfer 52 Es ist vollbracht! Gott Lob 578 Es kennt der Herr die Seinen 257 Es kostet viel ein Christ zu 311 Es mag dies Haus, das 629 Es saß ein frommes Häuflein 109 Es wird mein Herz mit 604 Freu' dich, Seele, rühm' 20 Freu' dich sehr, o meine 380 628 291 292 Freuden wach 479 Es wolle Gott uns guädig 360 Ew'ge Liebe, mein Gemüthe 206 Ewig, ewig bin ich dein Ewig, ewig! heißt das Wort 630 171 Fahre fort, Zion, fahre fort 342 Fall' auf die Gemeinde Fortgekämpft und fortge53 rungen 382 180 579 Seele Freuet euch der schönen Erde 546 Fröhlich soll mein Herze Für alle Güte sei gepreist 491 22 547 207 580 110 Geb' aus mein Herz und Geht hin, ihr gläubigen Geht nun hin und grabt Geist der Wahrheit, lehre Geist vom Vater und vom 111 Gefreuzigter! zu deinen Füßen 54 Gelobet jei der Herr, mein 127 Gelobet jeist du Jesu Christ 23 Geschlossen ist nun unser Bund 521 Gesegn' uns, Herr, die Gaben 511 Gieb deinen Frieden uns, Gieb dich zufrieden und sei 383 Gieb Frieden, Herr, gieb 113 Gott, deine Güte reicht so 451 Gott, der du mich als Vater 208 Gott der Tage, Gott der Gott des Himmels und der 471 Gott, du läsfest Treu' und 545 112 492 Alphabetisches Lieder- Berzeichniß. Nr. Gottes Stadt steht feſt 343 Held Gottes, ach um unGott, gieb einen milden unfertwillen Herr, auf Erden muß ich leiden Regen 114 Gott ist gegenwärtig; lasset 142 Gott ist getreu! sein Herz 209 Gott ist mein Hort und auf 143 Gott, ist mein Lied, er ist 210 559 Gott ist und bleibt getreu 384 Herr, dein Wort, die edle 144 Gott lebt, wie kann ich 385 Herr, der du mir das Leben 493 Gott Lob, die Stund' ist 616 Herr, der durch der Liebe 517 Gott Lob! die Zeit der Ernt' 552 Herr, der du vormals haft 539 Gott Lob! ein neues Kirchen- Herr, der mit so viel jahr Gottlob! ein Schritt zur Ewigkeit 4 33 514 5 Gott Lob! es geht nunmehr 581 Gott Lob! ich schließe meine 5 27 Gott Rob! nun ist erschollen 538 Gott rufet noch; sollt' ich Gott ruft der Sonn' und Gott Schöpfer aller Dinge Gott sei Dank durch alle Welt Gott und Vater, nimm zur 163 Gott Vater, aller Dinge 370 Gott Bater, höre uns're Bitt' 164 Gott, vor dessen Angesichte 211 Gott will's machen, daß die 386 Gott woll' uns hoch beglücken 543 Größter Morgen, der die Erde Großer Gott, von alten Großer Gott, wir loben dich Großer Mittler, der zur 266 38 85 480 419 258 §. Habe deine Lust am Herrn Halleluja! Jesus lebt Halleluja, Lob, Preis und 128 Halleluja, schöner Morgen 481 Halt' an mein Herz in 387 Halt' im Gedächtniß Jesum 235 Harre, meine Seele Heiland deine Menschenliebe 250 Heil'ger Jesu, Heil'gungsquelle 388 251 212 86 Nr. 55 104 Herr, deine Kirche danket dir 344 Herr, dein Name sei gepriesen Herr Jesu Christ, du höchftes Gut Schmerzen 56 Herr, du blickst in meine 181 Herr, du haft für alle Sünder 182 Herr, du hast in deinem Reich 133 Herr, es ist ein Tag erschienen 482 Herr, es ist von meinem Leben 494 Herr Gott, dich loben wir für 540 Herr Gott, dich loben wir! 420 Herr höre! Herr, erhöre 145 Herr Jesu Christ! dein 293 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend' 146 183 366 312 Herr Jesu! der du selbst Herr Jesu, Gnadensonne Her Jesu, Licht der Heiden 42 Herr Jesu, wahrer Mensch 582 Herr! meine Leibeshütte 583 584 Herr nun laß in Frieden Herr, öffne mir die Herzens147 thür Herr stärke mich, dein Leiden 57 Herr, unser Gott, laß nicht 345 Herr von dir hab' ich mein Leben 533 Herr, von unendlichem Erbarmen 213 Herr, vor deinem Angesicht 148 Herr, wenn wir in den Särgen Herzenskündiger, du mein Gott und Herr Herzlich lieb hab' ich dich, 421 605 267 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. Herzlich thut mich verlangen 585 Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen 58 Herz und Herz vereint 149 Heute mir und morgen dir 606 Hier ist der Herr zugegen Hier ist mein Herz! mein Hier legt mein Sinn sich Hier liegt vor deiner Majeftät 184 Hilf Herr Jesu, laß gelingen Himmelan geht uns're Bahn Hindurch, hindurch mit Freuden 268 313 3. Ja fürwahr! uns führt mit sanster Hand Jauchzet, ihr Himmel, 185 39 314 315 495 496 Hinunter ist der Sonne Hirte deiner Schafe Hochheilige Dreieinigkeit, die 129 Höchster Tröster, komm' 115 Hoffe Herz nur mit Geduld 407 Hosianna, Davids Sohn 6 Hüter, wird die Nacht der 269 214 24 Ich armer Mensch, ich armer 270 Ich bete an die Macht der 422 Ich bin bei Gott in Gnaden 294 Ich bin ein Gast auf Erden 586 Ich bin ein kleines Kind Ich bin getauft auf deinen 529 Namen Nr. Ich komme, Heil der Welt 186 Ich komme, Herr, und suche 187 Jch komme vor dein Angesicht 452 ch komm' jetzt eingeladen 188 Ich lieg' und schlafe ganz in Frieden 590 Jch preise dich, o Herr, 189 Ich sag' es Jedem, daß er lebt 88 Ich singe dir mit Herz und Mund 216 Sch steh' mit einem Fuß im Grabe 589 Ich sterbe täglich und mein 564 Jch und mein Haus, wir 523 Jch weiß, an wen ich glaube, denn mein 607 240 Jch weiß, an wen ich glaube, 296 Ich weiß, mein Gott, daß 535 Ich weiß nicht, was ich Ich weiß von feinem andern 297 Ich werse mich in deine Hände 591 Ich will dich lieben, meine 423 Ich will dich noch im Tod 592 Ich will von meiner Missethat Je größer Kreuz, je näher Jerusalem, du hochgebaute Jesu, deine Passion Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, Freund der Menschenfinder 271 391 632 60 61 190 316 43 Jesu, geh' voran auf der Jesu, großer Wunderstern Jesu, hilf singen, du Fürste 317 Jesu, meine Freude Jefu, meines Lebens Leben 62 Jesn, Seelenfreund der Deinen 424 172 59 150 25 Ich danke dir für deinen Tod Ich folge dir, mein Führer 243 Ich geh zu deinem Grabe 87 Ich habe Lust zu scheiden 587 Ich habe nun den Grund 295 Jesus ist kommen, Grund Ich hab' in Gottes Herz Jesus lebt, mit ihm auch ich 89 Ich hab' in guten Stunden 389 Jesus meine Zuversicht Ich hab' mich Gott ergeben 588 Jesus nimmt die Sünder an 298 Ich hab' von ferne, Herr, 631 Jesus schwebt mir in GeIch halte Gott in Allem stille 390 Ich klopfe an zum heiligen Advent 215 90 danken 1425 Jesus soll die Loosung sein 40 7 Jhr armen Sünder, kommt 272 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. Liebster Jefu, wir sind hier, 154 105 Lobe den Herren, den mächtigen König 617 426 Nr. Jhr aufgehob'nen Jesushände 392 Ihr Eltern, gute Nacht! Ihr Eltern, gute Nacht! nun 618 Immer muß ich wieder lesen 256 In allen meinen Thaten In Christi Wunden schlaf 593 In Gottes Namen fang' ich 536 In unsers Königs Namen 318 Ist Gott für mich, so trete 393 St. 361 9 Kehre wieder, kehre wieder, König, dem tein König König der Könige, sei uns König Jesu, streite, fiege Komm', du werthes Lösegeld Komm', heiliger Geist, Komm' herein, Haupt der 191 Komm' mein Herz! in Jesu 192 Komm' o komm', du Geist Kommt, Kinder, laßt uns gehen 116 117 Kommt, laßt euch den Herren Kommt, laßt uns Gott lobfingen Kron' und Lohn beherzter Ringer Laßt mich gehn, daß ich Licht, das in die Welt gefommen 273 259 8 319 244 553 245 L. Lasset nns mit Jefu ziehen 252 Laß dich, Herr Jesu Christ 522 Laß mich dein sein und bleiben Laß mir die Feier deiner Leiden 151 63 594 152 Licht, vom Licht, erleuchte 483 Liebe, die du mich zum Bilde 253 Liebster Heiland, nahe dich 153 Liebster Jesu, hier sind wir, 165 Liebster Jesu, in den Tagen 299 Liebster Jesu, laß mich nicht 595 Lobe den Herren, o Christgemeinde 427 Lobe den Herren, o meine Seele Lobsinge, meine Seele, dem 91 Lobt Gott, ihr Christen 26 346 M. 10 Mache dich, mein Geist, bereit 320 Macht hoch die Thür', die Macht weit die Pforte in Mag über uns dein Eifer Man lobt dich in der Stille 428 362 274 Mein banges Herz, sei stille 608 Meine Lebenszeit verstreicht 565 395 Meine Seele senket still Meinen Jesus laß ich nicht 429 Mein erst Gefühl sei Preis 472 Meine Seel' ist stille Meines Herzens reinste 394 Freude 397 Meine Sorgen, Angst und 396 Mein Gott, ich klopi' an 453 Mein Gott, ich weiß wohl, 566 Mein Gott, wie bist du so verborgen Mein Herz, gieb dich zufrieden 398 Mein Jesu, dem die Seraphinen 217 300 Mein Jesu, der du vor dem Scheiden 193 64 Mein Jesus lebt! wie kann 92 Mein Jesus stirbt, was soll Mein Leben ist ein Pilgerstand Menschenfreund, nach deinem Bilde 321 Mir ist Erbarmung widerfahren 445 301 mir nach, spricht Christus 322 Mit Ernst, o Menschenkinder 11 Mit Gott will ich's anfangen 473 Mphabetisches Lieder- Berzeichniß. Nr. Nr. Mitten wir im Leben sind 567 O daß ich tausend Zungen 434 Morgenglanz der Ewigkeit 474 O bu allersüß'ste Freude N. 119 O du Liebe meiner Liebe 69 O Durchbrecher aller Bande 325 O Ewigkeit, du Donnerwort 634 O Gott, du frommer Gott 455 Nach einer Brüfung furzer Tage 633 Nach meiner Seelen Seligkeit 323 Gott! es steht dein milder Segen Nein, nein, das ist kein 596 O Gott, o Geist, o Licht O Gott, von dem wir Alles haben Sterben Nicht eine Welt, die in ihr 173 Nichts vergeht Nicht Opfer und nicht Gaben 446 Nicht um ein flüchtig Gut 454 Nie bist du, Höchster, von 218 Nimm hin mein Herz, Gott, 275 Noch läsfest du dich sehen Nun bitten wir den heil'gen Geist 541 118 Nun bricht die finst're Nacht 506 Nun bringen wir den Leib 609 Nun danket Alle Gott Nun geh' uns auf, du Nun gingst auch du zur Sabbathsruh 302 155 77 347 430 Jesu, dir sei ewig Dank 194 Jesu, einig wahres Haupt 348 Nun danket All' und bringet 431 Jesu, Herr der Herrlichkeit 367 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn Nun O Jesu, meine Wonne O Jesu, süßes Licht OKönig, dessen Majestät 236 freut euch lieben Christeng'mein 195 476 276 O komm', du Geist der Wahrheit O großer Gott, du reines Wesen 610 12 549 120 515 326 70 Haupt voll Blut und Wunden Oheil'ger Geist, kehr' bei uns 121 O heilige Dreifaltigkeit 475 Jesu Christe, wahres Licht Nun ist der Kreuzberg überstiegen Nun jauchzet all' ihr Frommen Nun laßt den Herrn uns preisen 554 Nun laßt uns gehn und 41 327 Nun lob', o Seel', den Herren 432 Nun, matter Leib, gieb dich 497 Vater der Barmherzigkeit 277 433 498 166 Nun preiset Alle Gottes Nun ruhen alle Wälder Nun sich der Tag geendet 499 Nur frisch hinein! es tann 399 O Vater, sieh mit Wohlgefallen Welt, ich muß dich lassen 597 Welt, sich hier dein Leben O wie fröhlich, o wie selig O wie selig seid ihr doch 72 D. O Christ, erhebe Herz und 324 B. O daß doch bald dein Feuer 363 O daß doch bei der reichen 555 Preis dem Todesüberwinder 93 O Lehrer, dem kein and'rer O Liebesglut wie soll ich O selig Haus, wo man dich aufgenommen 122 O Lamm Gottes, unschuldig 71 246 219 524 O Traurigteit, o Herzeleid 78 O Ursprung des Lebens 635 636 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. N. Reich des Herrn, brich hervor 349 Ringe recht, wenn Gottes 328 Rüstet euch, ihr Christenleute Ruhe ist das beste Gut 329 220 S. Schaffet eure Seligkeit Schaffet, schaffet Menschenfinder Rlog Schatz über alle Schätze Schmücke dich, o liebe Seele 196 Schmückt das Fest mit Maien 123 Schönster Herr Jesu 237 278 330 435 Schon ist der Tag von Gott 637 Seele, geh auf Golgatha 65 Seele, mach' dich heilig auf 66 Seelenbräutigam, Jesu, 331 Seele, was ermüd'st du dich 238 Seht, welch ein Mensch ist das 67 Seid eingedenk! o theure Sei Lob und Ehr' dem höchsten- Gut 174 436 Sei mir tausendmal gegrüßet 68 Selig find des Himmels 639 Selig, selig sind die Todten, 638 Selig, wer dich ewig liebet 175 Sende, Bater, deinen Geift 130 Siegesfürst und Ehrenkönig 106 Sieh', es will schon Abend 500 Sieh', hier bin ich EhrenSollt' ich meinem Gott nicht fingen Sollt ich meinem Gott nicht So Jemand spricht: Ich liebe 447 So ist die Woche nun geschlossen 509 So lange Jesus bleibt der 350 Sollt' es gleich bisweilen 400 Nr. trauen 401 Sorge doch für uns're Kinder 528 So ruhest du, o meine Ruh' 79 So ruhe wohl! Gott hat an 611 So sei denn dem zurückge= geben 221 620 612 279 So tragen wir den Staub So wahr ich lebe, spricht Speise, Bater, deine Kinder 512 Stark ist meines Jesu Hand 402 Steil und dornicht ist der 332 Pfad Strahl der Gottheit, Kraft 124 Such', wer da will, ein ander Ziel 239 11. Ueberwinder, nimm die Palmen Z. Theures Wort aus Gottes 158 Thut mir auf die schöne Pforte 157 Tretet her zum Tisch des Herrn 197 456 fönig Sieb' uns fertig, gegenwärtig 156 Urquell aller Seligkeiten Sint' ich einst in jenen 23110 Schlummer 501 So fliehen uns're Tage hin 5024 So hab' ich obgesteget 94 Umgürte die, o Gott, mit 368 Unsern Ausgang segne Gott 162 Unser Sabbath geht zu Ende 507 Unter tausend frohen Stunden 240 Unwiederbringlich schnell entfliehn 34 457 V. 598 619 Valet will ich dir geben Bater kröne du mit Segen 544 Vater, meine Seele tennet 222 Vater unser im Himmelreich 458 Verlaß mich nicht, mein Gott, 403 Verleih uns Frieden 542 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. Nr. Wenn mein Stündlein vorVerwirf mich nicht im Alter 532 Wenn kleine Himmelserben 621 Verzage nicht du Häuflein 351 Verzage nicht du kleine Schaar 352 Vom Himmel hoch, da komm' 27 Von des Himmels Thron' 176 Von dir, du Gott der Einigkeit Vor dir, Todesüberwinder W. Wach' auf, du Geist der ersten Zeugen Wach' auf, mein Herz, die Nacht ist hin Wach auf, mein Herz, und finge Wachet auf, ruft uns die Stimme Walte, walte nah' und fern Wand'le leuchtender und 518 177 364 95 477 640 365 96 404 131 405 schöner Warum sollt' ich mich denn grämen Was freut mich noch, wenn Was Gott thut, das ist wohlgethan! es Was Gott thut, das ist wohlthan, so denken 537 254 Was Gott zusammenfügt Was macht ihr, daß ihr Was mein Gott will, gescheh' 406 Was wär' ich ohne dich Was willst du dich betrüben 407 Weicht, ihr Berge, fallt ihr Hügel 223 Weil ich Jesu Schäflein bin 530 Weine nicht! Gott lebet noch 408 Wenn Alle untreu werden 437 Wenn Christus seine Kirche 353 Wenn der Herr, der aus dem Grab' erwachte Wenn doch alle Seelen Wenn ich einst von jenem Schlummer 557 519 handen ist 599 73 Wenn mich die Sünden Wenn uns die Feinde kränken 448 Wenn wir in höchsten Nöthen 280 Wer das Kleinod will er333 97 303 478 Wenn ich ihn nur habe 438 Wenn ich, o Schöpfer, deine 224 langen Wer Gott vertraut, hat wohlgebaut Werde munter, mein Gemüthe 503 Wer ist wohl wie du, Jesu, 439 Wer nur den lieben Gott 410 läßt walten Wer weiß wie nahe mir mein Ende 409 568 Wie fliegt dahin der Menschen Zeit 569 Wie Gott mich führt, so will 411 Wie groß ist des Allmächt'gen 225 Wie hat's die Seele doch 412 Wie herrlich ist's ein Schäfb 260 lein Chrifti werden Wie herrlich strahlt der Morgenstern 241 Wie könnt' ich sein vergessen 198 Wie kurz ist doch der Men622 schen Leben Wie schön ist's doch, Herr 525 Wie schön leucht't uns der Morgenstern 242 Wie selig, wer von Sünde frei 334 Wie's Gott gefällt, das ist 413 Wie ficher lebt der Mensch, 570 Wie Simeon verschieden 44 Wie soll ich dich empfangen 13 Wie sollt' ich meinen Gott 440 Wie wird mir dann, o dann 641 Wie wohl ist mir, o Freund 441 Wir danken Gott für seine Gaben 516 Wir danken, treuer Heiland, 159 Wird das nicht Freude sein 642 Wir glauben All' an einen Gott 132 Alphabetisches Lieder- Verzeichniß. Nr. Wir kommen, deine Huld Wunderanfang, herrlich Ende 226 zu feiern Wir liegen hier zu deinen Füßen Wir Menschen sind zu dem, o Gott Wunderbar ist Gottes Schicken Wunderbarer König, 227 Herrscher Wir singen dir, Immanuel Wo findet die Seele, die Heimath Wohlauf, wohlan zum letzten Gang' Nr. Womit soll ich dich wohl loben Wo soll ich fliehen hin Wo willst du hin, weil's Abend ist 556 281 613 Wohl dem Menschen, der nicht wandelt 161 Wohl einem Haus, da Jesus 526 Wo ist göttliches Erbarmen 255 Wollt' ihr wissen, was mein Preis 304 160 28 571 442 282 443 3. 228 Baget nicht, wenn Dunkelheiten Zeige dich uns ohne Hülle 484 3ieh' ein zu meinen Thoren 125 Zieh' hin mein Kind! denn 623 3ieh' uns nach dir, so eilen 107 Zion, gieb dich nur zufrieden 354 3ion flagt mit Angst und Schmerzen -355 3ions König ist erschienen 14 Zu dir, Herr Jesu, komme 283 3u dir ist meine Seele stille 305 3ween Jünger gehn mit Sehnen 98 3wei Hände wollen heute 99 520 Druck von W. G. Korn in Breslaut. Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 6 17 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow GIGN 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black