Go Gb 3205 39 Gesangbuch für den öffentlichen Gottesdienst mondom der evangelisch- protestantischen Gemeinden der freien Stadt Frankfurt. Frankfurt am Main. J. D. Sauerländer's Verlag.a ( Ausgabe auf weißem Druckpapier 48 fr.) divin inese) ៦- ត ថា ៖ 9 3205 nednim nobiitallatora= dojilogiends rotund Lasset das Wort Christi reichlich unter euch wohnen, in aller Weisheit; lehret und ermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen, lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Univ.- Bibl Giessen Col.III.V. 16. Inhalt. Einleitung. Die christliche Religion. 1. Der heilige Gesang. 2- 6. 08 Erster Haupttheil. Lieder über die christliche Glaubenslehre. I. Von Sott. 1. Gottes Wesen. Offenbarungen Gottes. 7- 12. Einheit Gottes. 13. Vater, Sohn und heiliger Geist. 14- 20. 2. Vollkommenheiten Gottes. Gott, der Inbegriff aller Vollkommenheiten. 21-23. Unerforschlichkeit Gottes. 24. 25. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. 26. 27. Allmacht Gottes. 28-30. Allwissenheit und Allgegenwart Gottes. 31-36. Weisheit Gottes. 37. 38. Liebe und Güte Gottes. 39- 43. Barmherzigkeit und Gnade Gottes. 44. Langmuth und Geduld Gottes. 45. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. 46-48. Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. 49- 51. Seligkeit Gottes. 52. * 3 IV Inhalt. 3. Gottes Schöpfung. Das Weltall. 53-56. Die Geisterwelt. 57- 59. Die Erde und ihre Bewohner. 60. 61. 4. Gottes Vorsehung. Welterhaltung. 62- 65. Weltregierung. 66-70. Versorgung der Geschöpfe. 71. 72. Gottes Schutz. 73-75. Hülfe Gottes in der Noth. 76- 79. Erziehung der Menschen. 80-84. Gottes Gesetzgebung. 85. Gottes richtende Vergeltung. 86. 111 II. Von dem Menschen. 1. Fähigkeiten und Vorzüge des Menschen. Der Mensch, Gottes Ebenbild. 87. 88. Empfindung und Gefühl. 89. 90. i Denkkraft. 91. Willensfreiheit. 92. 93. Gewissen. 94. 95. Leibesvorzüge. 96. Sprachfähigkeit. 97. 2. Bestimmung des Menschen. Vollkommenheit. 98. Seligkeit. 99. 100. Astiat 3. Sündhaftigkeit des Menschen. Allgemeine Verdorbenheit. 101. 102. 107. Schwäche des Willens. 103 Wirkliche Sünden. 108 110. 81 Bol gilid on ngo - Neußere Noth. 111. Gewissensqual. 112. 113. Todesangst. 114. 4. Elend des Sünders. chrichrotron if Gass Muttig 2 Inhalt. III. Von dem Erlöser Jesus Christus. 1. Namen, Würden und Verdienste des Erlösers. Jesus. 115. 116. is Christus. 117. Sohn Gottes. 118. 119. Herr und Heiland. 120- 126. 2. Sendung, Ankunft und Geburt des Erlösers. Sendung Jesu. 127-132. Se on drar omd 13 Ankunft Jesu. 133-143. Johannes der Täufer. 144. Geburt Jesu. 145- 155. Die Weisen aus Morgenland. 156. Simeon. 157. V 3. Leben, Lehren und Thaten Jesu Christi. G Jesu Leben als Vorbild. 158-162. Die Lehren Jesu. 163. 164. Jesu Wunderthaten. 165. 166. 4. Jesu Leiden und Tod. Gesegnete Betrachtung der Leiden Jesu. 167. 168. Jesu Leiden am Delberge. 169-172. Jesu Gefangennehmung. 173. 174. Die Flucht der Jünger Jesu. 175. Petri Verläugnung und Reue. 176. 177. Verurtheilung Jefu. 178-181. Jesu Geduld unter Mißhandlung. 182. 183. Kreuzigung Jeju. 184 186. Jesu Worte am Kreuze. 187- 193. Tod Jesu. 194. 195. 2002 08 Jesu Begräbniß. 196. 197. Dank für Jesu Aufopferung. 198-203.5 Bitten um Stärkung und Trost aus Jesu Leiden und Tode. 204- 207. VI Inhalt. 5. Jesu Auferstehung. Ermunterung zur Feier der Auferstehung Jesu. 208— 212. Stärkung und Trost aus Jesu Auferstehung. 213 219. Erweckung zur Besserung aus Jesu Auferstehung. 220- 222. Gewißheit des ewigen Lebens aus Jesu Auferstehung. 223-228. 6. Jesu Erhöhung zur Herrschaft im Himmel. Ermunterung zur Feier des Himmelfahrtsfestes. 229. 230. Lob des erhöheten Heilandes. 231— 233. 2009 Lob der himmlischen Regierung Christi. 234. 235. Stärkung und Trost aus Christi Erhöhung. 236-240. IV. Von den Heilsanstalten der Erlösung. 1. Der Beistand des heiligen Geistes. Die Ausgießung des heiligen Geistes über die Apostel.( Pfingstlieder.) 241 247. Die Gaben des heiligen Geistes. 248-259. 11 2. Das Wort Gottes in der heiligen Schrift. Lob des göttlichen Wortes. 260 265. Dank für die Zurückgabe des göttlichen Wortes durch die Reformation. 266-268. - Bitten um die Erhaltung des göttlichen Wortes. 269-273. Nechter Gebrauch des göttlichen Wortes. 274. 275. 3. Die christliche Kirche und das Lehramt. Lob der christlichen Kirche. 276-278. Die vollendeten Glaubenshelden. 279. Bitten um das Wohl der Kirche. 280-283. Dank für die wiederhergestellte Freiheit der Kirche. 284. Der Kirche Vertrauen auf Gottes Schuß. 285-287. Einweihung einer Kirche. 288. Feier der Kirchweihe. 289. 290. Ermunterung zur Glaubenstreue in Verfolgung. 291. Ermunterung zur Eintracht. 292. 293. Fürbitten für das Lehramt. 294. 295. Ordination. 296. 297. Inhalt. Einführung eines Lehrers. 298. bil Fürbitte für die Schulen. 299. prawa? 4. Die heilige Taufe Fürbitte bei der Taufe. 300- 303. . Erinnerung an die Taufe. 304-307. 5. Die Confirmation. Bitten der Confirmanden. 308- 310. Fürbitten bei der Confirmation. 311. 312. Wechselgesänge bei der Confirmation. 313-318. 6. Das heilige Abendmahl. Vorbereitung zur Feier des heiligen Abendmahls. 319. 320. Lieder zur Feier des heiligen Abendmahls. 321-328. Nach der Feier des heiligen Abendmahls. 329. 330. - VII V. Von den Heilsgütern der Erlösung. 1. Trost der Sündenvergebung auf Buße und Bekehrung. Aufforderungen zur Buße. 331-334. Bitten um Hülfe zur Buße. 335-337. Sündenbekenntniffe. 338 340. Bitten um Vergebung und Beistand zur Bekehrung. 341-355. Trost der Vergebung. 356- 362. 2. Freudigkeit des Glaubens an Gottes Gnade in Chrifto. Ermunterung zum Glauben. 363. 364. Bitten um Stärkung des Glaubens. 365- 369. Freudigkeit des Glaubens. 370-377. 3. Erneuerung zu heiligem Sinn und Wandel. Aufforderung zur Heiligung. 378-383. Bitten um Hülfe zur Heiligung. 384-394. Lob und Dank für die Erneuerung. 395 398. Inhalt. 4. Seligkeit der Christen in diesem Leben. Gewissensruhe und Friede der Kinder Gottes. 399- 406. Seliger Liebesverein mit Christo. 407-410. Weltverachtung, Himmelssinn und Hoffnung der Herrlichkeit. 411- 417. VIII VI. Von Tod, Auferstehung und ewigem Leben. 1. Von dem Tode. Die Gewißheit des Todes und die ungewisse Todeszeit. 418-421. Der Tod, das Ende aller irdischen Vorzüge. 422— 425. Der Tod, Erlösung aus allen irdischen Leiden. 426 429. 2. Von der Unsterblichkeit und Auferstehung, dralf Gründe des Glaubens an Unsterblichkeit und Auferstehung 430. Trost des Glaubens an Unsterblichkeit und Auferstehung. 431 436. - 3. Von dem Gericht und der Verdammniß der Gottlosen. Schilderung des Gerichts. 437- 440. Das Gericht, Aufruf zur Bekehrung und Heiligung. 441-446. 4. Von der Seligkeit der Frommen im Himmel. Allgemeine Schilderung der Herrlichkeit des ewigen Lebens. - 453. 447 Trost der Erlösung von Erdenleiden. 454. 455. Hoffnung der Vereinigung mit Engeln und unsern Geliebten. 456. 457. Frohe Zuversicht auf Belohnung. 458. Erweckung zu heiligem Sinn und Wandel durch die Hoffnung der ewigen Seligkeit. 459 462. Inhalt. Sunt sistateme Zweiter Haupttheil. Lieder über die christliche Sittenlehre. I. Von der Gottseligkeit und ihren Erweisungen. 1. Liebe zu Gott mit ihren Erweisungen. Ermunterung, Gott zu lieben. 463-466. Freude im Andenken an Gott. 467 470. Verlangen nach Erkenntniß Gottes. 471 473. Trachten nach Gottähnlichkeit. 474. Williger und treuer Gehorsam gegen Gott. 475-478. I - - 2. Ehrfurcht vor Gott mit ihren Erweisungen. Erweckungen, Gott kindlich zu fürchten. 479-481. Heiligung des göttlichen Namens. 482. Warnung vor Fluchen. 483.000 Heilighaltung des Eides. 484-486. 800 3. Vertrauen auf Gott und Ergebung in Gottes Willen mit ihren Erweisungen. IX Ermunterung zu ergebungsvollem Vertrauen auf Gott. 487-505. Zufriedenheit. 506-512. Sorgenfreiheit. 513-518. Geduld in Leiden. 519- 532. Getroster Muth. 533- 538. Hoffnung. 539-544.ahm 4. Anbetung Gottes. Ermunterung zum Gebet. 545-551. Bitte um Beistand zum Gebet. 552. 553. Allgemeine Bitten. 554563. Allgemeine Fürbitten. 564-566. Ermunterung zu Gottes Lob und Dank. 567- 570. Allgemeine Lob- und Danklieder. 571-579. Inhalt. 5. Sonntagsfeier und öffentlicher Gottesdienst. Preis der Sonntagsfeier. 580 585. Ermunterung zur Theilnahme an dem öffentlichen Gottesdienſte. 586-588. X Lieder zum Anfange des Gottesdienstes. 589-592. Lieder zum Schlusse des Gottesdienfics. 593. 594. 6. Fromme Gesinnungen gegen Jesum Chriftum. Dankbare Liebe gegen Jesum Christum. 595 597. Freudiger Muth zum Bekenntniß Jesu Chrifti. 598. Ergebung zur Nachfolge Jesu Christi. 599-601.1 Treue in der Nachfolge Jesu Christi. 602 605. golad II. Von der christlichen Selbstliebe und weisen Vorsorge für unsere wahre Wohlfahrt. 1. Christliche Selbstliebe. Gerechte Selbstschäßung. 606. Selbsterkenntniß. 607. Demuth. 608-612. Weise Sorge für wahre Wohlfahrt. 613. 614. 2. Christliche Sorge für das Heil der Seele. Werthschäzung des Seelenheils. 615. Trachten nach Weisheit. 616-619. Bewahrung eines guten Gewissens. 620- 622. Fleiß in der Heiligung. 623-626. Standhaftigkeit im Kampfe mit Versuchungen. 627. 628. Himmlischer Sinn. 629. Treue im Guten. 630. Wachsamkeit und Gebet. 631. Selbstprüfung. 632. 633. Selbstbeherrschung. 634. Weltbetrachtung. 635. Einsamkeit. 636. Frommer Umgang. 637. Inhalt. 3. Christliche Sorge für Leben und Gesundheit. Pflicht der Lebenserhaltung. 638641. Mäßigung. 642. Keuschheit. 643. 644. 4. Chriftliche Sorge für äußern Wohlstand. Erwerbfleiß. 645. Genügsamkeit. 646 648. Sparsamkeit. 649. 650. - 5. Christliche Sorge für Ehre und guten Namen. Ehrbarkeit und Redlichkeit. 651. Bescheidenheit. 652. 653. 6. Christliche Benutzung der Lebenszeit.. Nützliche Thätigkeit. 654. 655. Arbeitsamkeit in Berufe. 656-658. Schuldloser Lebensgenuß. 659 661. Bildung für die Ewigkeit. 662-667. III. Von der christlichen Nächstenliebe und ihren Erweisungen. 1. Menschenfreundliche Gesinnungen. Liebe überhaupt. 668-670. Theilnahme ohne Neid und Schadenfreude. 671-673. Wohlwollen ohne Eigenmuß. 674. 675. Demüthige Werthschätzung. 676. Vertrauen ohne Argwohn. 677. XI 2. Erweisungen der christlichen Nächstenliebe. Serechtigkeit. 678. 679. Aufrichtigkeit. 680. 681. Redlichkeit und Treue. 682. 683. Liebevolle Sorge für des Nächsten Seelenheil. 684. 685. Liebevolle Sorge für des Nächsten Leben und Gesundheit. 686. Inhalt. Liebevolle Sorge für des Nächsten Eigenthum. 687. Liebevolle Sorge für des Nächsten Ehre und guten Namen. 688. Liebreiche Güte und Wohlthätigkeit überhaupt. 689. 690. XII Dienstfertigkeit. 691-693. Barmherzigkeit gegen Nothleidende. 694 697. Friedfertigkeit. 698. 699. Sanstmüthige Nachsicht mit den Fehlern des Nächsten. 700. 701. Feindesliebe und Versöhnlichkeit. 702 706.immons Dankbarkeit gegen Wohlthäter. 707. 708. Freundschaft. 709. 710. Liebevolle Vorsorge für das Wohl der Nachwelt. 711. 712. IV. Von christlichem Sinn und Wandel in den besonderen Verbindungen und Lagen des Lebens. 1. Christlicher Sinn und Wandel im Hausstande. Fromme Häuslichkeit und Verwandtenliebe. 713. 714. Eheliche Liebe und Treue. 715. 716. Fürbitten bei Trauungen. 717--719. Einsegnung eines Jubelpaares. 720. 721. Pflichten der Eltern gegen ihre Kinder. 722-724. Pflichten der Kinder gegen die Eltern. 725. Pflichten gegen Wittwen und Waisen. 726. 727. Pflichten der Herrschaften gegen Dienende. 728. Pflichten der Dienenden gegen ihre Herrschaften. 729. 2. Christlicher Sinn und Wandel im Staate. Vaterlandsliebe und Gemeinsinn. 730. 731. Pflichten der Obrigkeiten. 732. Pflichten der Bürger gegen die Obrigkeiten 733. interst Fürbitte für Gemeinwohl. 734. 735.0 Fürbitte für alle Stände. 736. Fürbitte für die Obrigkeit. 737. Fürbitte für den Handel und Gewerbe. 738, 739. s Inhalt. 3. Christlicher Sinn und Wandel nach Verschiedenheit der Lebensalter. XIII Frömmigkeit in der Jugend. 740- 742. Weiser Gebrauch des jugendlichen Alters. 743.story! Gottvertrauen im Alter. 744. Fürbitte für alle Lebensalter. 745. 4. Christlicher Sinn und Wandel nach Verschiedenheit der Glücksumstände. Demuth und Wohlthätigkeit der Beglückten und Reichen. 746-749. Zufriedenheit, Muth und Hoffnung der Armen und Leidenden. 750-756. Dritter Haupttheil. Sation dol Lieder für die besonderen Bedürfnisse der Christen in verschiedenen Zeiten, Umständen, Vorfällen des Lebens und bei'm Tode. Ho da? obratur vonia ben for pr I. Lieder zur christlichen Feier verschiedener Zeiten. 790972 11 1. Morgenlieder. pal Allgemeine Danksagungen und Bitten am Morgen. 757-761. Bitten um Gottes Beistand zur Erfüllung unserer Pflichten. 762-764. dit die molla al mattie I alle 16 i Hinblick auf den Morgen der Auferstehung. 765. 766. Morgenlied am Sonntage. 767..met manisn 2018 80% 2. Abendlieder. Allgemeine Danksagungen und Bitten am Abend. 768- 770. Lob Gottes am Abend. 771.ibid Gottvertrauen bei einbrechender Nacht. 772. 773. Bitte um weise Benutzung der Lebenszeit. 774. Todesbetrachtung am Abend. 775. ulouse viil pelin@ Inhalt. 3. Lieder zur Feier des Jahreswechsels... Allgemeine Danksagungen und Bitten zun: Anfange des neuen Jahres. 776. 777. XIV Lob Gottes am Morgen des neuen Jahres. 778. 779. Gottvertrauen zum Antritt des neuen Jahres. 780. 781. Bitten um Gottes Segen zum neuen Jahre. 782. Abbitte am Schlusse des Jahres. 783. Bitte am Jahreswechsel um weise Benutzung der Lebenszeit. 784- 786. Neujahrslied in Kriegsnöthen. 787. Wechsel des Kirchenjahres. 788. 789. 4. Lieder zur Feier der Jahreszeiten. Lob Gottes um den Wechsel der Jahreszeiten. 790. Lob Gottes im Frühling. 791. 792. Lob Gottes im Sommer. 793. Lob Gottes im Herbst. 794. 795. Lob Gottes im Winter. 796. Lob Gottes zur Saatzeit. 797. Lob Gottes zur Erntezeit. 798-801. dolla Trost nach einer Mißernte. 802. 803. II. Lieder zur Erweckung und Aeußerung christlicher Gesinnung in besonderen Zeitumständen und außer= -TOT ordentlichen Vorfällen. 1. Bitten in allgemeinen Nöthen überhaupt und Dank: fagungen nach Errettung aus denselben.hildni Bitten in allgemeinen Nöthen. 804- 807. Danksagung nach Errettung aus Noth. 808-810. g 2. Bitten in Kriegsleiden und Danksagungen nach hergestelltem Frieden. Bitten in Gefahren und Leiden des Kriegs. 811-813 Danksagung nach hergestelltem Frieden. 814. 815. Danksagung für Bewahrung vor Kriegsnöthen. 816. Inhalt. 3. Bitten und Danksagungen in und nach außerordentlichen allgemeinen Unglücksfällen. Gebet bei Theuerung und herrschendem Mangel. 817. Dank nach Errettung aus Hungersnoth. 818. Gebet bei herrschenden Seuchen. 819. Dank nach Abwendung herrschender Seuchen. 820. Gebet bei gefährlicher Ueberschwemmung. 821. Gottvertrauen in Wassersgefahr. 822. Danksagung nach Errettung aus Wassersnoth. 823. Gebet nach erlittenem Brandschaden. 824. Dank für Errettung aus Feuersgefahr. 825. 4. Bitten in Noth und Gefahr drohender Witterung, und Danksagung nach Abwendung derselben. Gebet bei ungünstiger Witterung überhaupt. 826. Gebet bei anhaltender Dürre. 827. XV Dank für einen fruchtbaren Regen. 828. Gebet bei anhaltender Nässe. 829. Dank für erhaltenen Sonnenschein. 830. Gebet bei strenger Kälte. 831. Vertrauen auf Gottes Schutz in Gewittern. 832. 833. III. Bieder zur christlichen Vorbereitung auf unsern Tod und zur Erweisung christlicher Gesinnung bei dem Tode der Unsrigen. 1. Christliche Vorbereitung auf unsern Tod. Heilsame Erinnerung an den Tod. 834-840. Willige Ergebung zum Sterben nach Gottes Willen. 841. 842. Getroste Erwartung des Todes. 843-845. Frohe Hoffnung auf die Erlösung von allen Leiden im Tode. 846. Bitten um einen seligen Tod. 847— 849. Inhalt. 2. Christliches Verhalten nach dem Tode der Unfrigen. Mäßigung der Trauer um die Verstorbenen. 850. Ehrendes Andenken der verdienten Todten. 851. 852. XVI 3. Begräbnißlieder. Allgemeine Begräbnißlieder. 853-856. Am Grabe eines früh Verstorbenen. 857. Am Grabe eines selig Vollendeten. 858. 859. Am Grabe eines verdienten Lehrers. 860. Register über sämmtliche Lieder. S. 629. aptie Melodien- Register. S. 652. Lon ban 103 # namis #gifalf and do mod 6.L ste ug ghusgre sell Short Short grob gibt no and and thigno do? ést dors peos@ mojihnd Gojquin d. He comp da si boso Einleitung. du Tun Religion. Die christliche Mel. Wer nur den lieben 2. 1. Religion, von Gott gegeben, sei ewig meinem Herzen werth! Wie traurig ist das Erdenleben für den, der ihren Trost entbehrt! Wo find' ich außer ihr das Licht, das durch des Lebens Dunkel bricht? 2. Sie ist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getroft ihn Vater nennen, darf sicher sein, daß er mich hört. Sie ruft mir zu: dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut! 3. Sie treibt mein Herz, sich selbst zu richten, ste schärfet meines Geistes Blick, be lchrt mich über meine Pflichten, und schreckt vom Bösen mich zurück; fie stärket des Gewissens Tricb, und macht mir jede Tugend lieb. 4. Sie leitet mich auf allen Wegen, sie zeiget mir das höchste Gut, sie macht mir jedes Glück zum Segen, und gibt im Unglück frohen Muth. trösten kann, da hebt ihr Wo Nichts, sonst Nichts mich hoher Trost erft an. 5. Sie läßt mich ew'ges Leben hoffen, verkündigt mir Unsterblichkeit. Durch sie steht mir der Himmel offen, und mein ist seine Seligkeit. Entschwinge dich der Erde Tand, mein Geist, empor in's Vaterland! Der heilige Gesang. mel. Erschienen ist der herrl. 2c. 2. Erwacht, Gefänge! preift den Herrn! Es tönt sein Lob von Stern zu Stern. Bei aller Wesen Harmonie verstumm' auch unsre Lippe nie von seinem Ruhm. 2. Weih' unsre Lippen, Geist des Herrn! Vernehmen laß das Ohr von fern der Engel- Chöre hohes Lied! Von Lieb' und Dank und Sehnsucht glüht das volle Herz. 3. Wir blicken auf zu jener Schaar, die, nun verklärt, einst sterblich war. In ihres 1 2 Der heilige Gesang. Kampfes heißem Drang erhob Gebet sie und Gesang zu kühnem Muth. 4. Auch unsre Seelen hebt der Chor des Heiligthums vom Staub empor, wenn heil'gerLieder Allgewalt in Gottes Tempel wiederhallt, empor zum Thron. 5. O süße Wehmuth, heil'ge Lust, wie stärkst, wie reinigst du die Brust! Mit Kraft von oben angethan, schickt sie zu jedem Kampf sich an, des Siegs gewiß. tes Lob entzückt:: den dankdurchdrungnen Geist.:,: 3. Erschwingt sich über Erdenlust und Spiel der Eitelkeit; und Vorgefühl glüht in der Brust:,: der nähern Ewigkeit.:,: Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 3. Dem Herrn, dem Herrn singt unser Chor; erwache, o Gesang! Er schuf auch dich, gab Sinn dem Ohr für Hohen Lieder- Klang.:;: 2. Wir fühlen froh uns und beglückt, wenn Gott die Zunge preist, sein unerreich4. Zwar stammeln wir, es bebt der Ton, so warm das Herz auch glüht. Dich, Vater, und den hohen Sohn:: erreicht kein sterblich Lied.:,: 5. Doch ist es HimmelsSeligkeit, dich singen, dich, den Herrn; du, Vater der Barmherzigkeit,:;: hörst unser Stammeln gern.:;: 6. Einst singen wir in höherm Ton ihm unsrer Seele Dank; einst tönt dem Vater und dem Sohn:,: ein beff'rer Preisgesang.:,: 6. Des Lebens Schmerz, sein treulos Glück flieht vor dem Ewigen zurück; ein unaussprechliches Gefühl verkündet uns die Ruh' am Ziel, des Himmels Ruh'. xx 7. So töne heiliger Gesang, wie einst in ZionsHarfenklang, bis, wenn der Mund sich sterbend schließt, sein letzter Ton mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. hinüberfließt zum höhernChor. 4. Laßt uns mit Danken treten vor unsern Gott; mit Preis und Ruhm, mit freudigen Gebeten lobt ihn in seinem Heiligthum! Ihn, der mit ew'ger Treue, was er erschuf, erhält, der, daß die Welt sich freue, begnadigt alle Welt, trägt mit Geduld die Sünder, hilft seinem Volke gern. Lobt ihn, ihr seine Kinder, ihr Christen, dankt dem Herrn! Der heilige Gesang. 3 2. Jhr, unsers Hauptes Mel. Dir, dir Jehovah will 2c. Glieder, vereinigt liebreich Herz und Mund; als Erben und als Brüder macht eures Vaters Gnade kund. Durch Sanftmuth überwindet euch selbst, und Haß und Neid; versöhnt euch, und empfindet der Liebe Seligkeit! Zu einem Heil berufen, habt Allegleichen Sinn! So tretet zu den Stufen des Throns anbetend hin. 3. O pflanze selbst die Liebe, mit aller ihrer Him melslust, pflanz' jeden ihrer Triebe, o Gott, in unser Aller Brust! Hilf, daß wir, als die Deinen, uns lieben lebenslang, und so vor dir erscheinen mit Dank und Lobgesang. Dann steigt aus unsern Chören der Eintracht Lied empor, und dieses Lied zu hören, neig', Herr, zu uns dein Ohr! 4. Wenn wir dann vor dir flehen, erhöre gnädig dies Gebet! Laß uns zum Heil geschehen, was unsre Seele glaubend fleht! Wenn wir mit frohem Herzen für Nettung aus der Noth, für Linderung der Schmerzen dir danken, unserm Gott, für so viel Huld uns Alle dir weihen lebenslang: o Vater, so gefalle dir deiner Kinder Dank! 5. Wir singen hier der Andacht Lieder, von Erdenlast und Erdentande fern; verbunden, als des Leibes Glieder, wir, frohe Unterthanen Eines Herrn. stärkt, geweiht erhebet sich der Geist, der Gott in der Gemeinde feiernd preiſt. Ge2. O Preis dir, Vater in der Höhe! Du nährst den Wurm, du zählst des Menschen Haar; und wägest Arbeit, Glück und Wehe mit Weisheit, Macht und Güte Jedem dar. Auf dich zu schauen mit Vertrau'n und Dank', erwecke uns der fromme Lobgesang. 3. Wir schmachten, ach! wir kämpfen, ringen, aus unsers Staubes irrer Dunkelheit zu hellerm Licht empor zu dringen, zu Gottes Frie den, zur Vollkommenheit. Zu kämpfen nimmer matt und nimmer bang, begeistre uns der weihende Gesang. 4. Wir forschen hier, was kann auf Erden, was soll der Gotteshauch im Staube hier? Wir wünschen heiliger zu werden, und immer ähnlicher, o Vater, dir. Des Herzens Sehnsucht macht im Lied der 1* Der heilige Gesang. Mund, sie mit erweckend, stille Freude, Himmelsruh' unsern Brüdern fund. strömt aus dem frommen Lied Om C mir zu. 5. Des Saatkorns Hüllen nur vergehen, die Keime dringen siegend in die Luft. So steigt der Geist zu reinern Höhen, sinkt einst der Leib hin in die Modergruft. E3 feiert triumphirend unser Ziel das Todeslied mit HimmelsVorgefühl. 4 6. So faltet betend eure Hände; so preist auch für des Lied's Geschenk den Herrn; und mahnt es an des Lebens Ende, so hört auch dann das Lied des Ernstes gern. Vollendet einst, o Gott des Lebens, preist dich herrlicher im Engel chor der Geist. Mel. Dir Gott, dir will ich 2c. 6. Noch sing' ich hier aus dunkler Ferne, Gott meines Lebens, dir mein Lied. Wenn einst noch, jenseit aller Sterne, dich mein verklärtes Auge sieht; dann schallet dir im Jubelflang der Ueberwinder mein Gesang. 2. Wohl mir indeß! du schaust hernieder, steigt mein Gebet zu dir hinan; du hörst den Dank der heil'gen Lieder mit Vaterliebe gnädig an, und 3. Froh wall' ich hin mit meinen Brüdern zu deines Tempels Heiligthum; da tönt in andachtsvollen Liedern des Dankes Stimme dir zum Ruhm; und dann durchdringet meine Brust schon hier die reinste Himmelslust. 4. Die Kraft von Jesu Himmelslehren erhebt und stärket meinen Geist, wenn er, vereint mit heil'gen Chören, dich, Gott, den Vater Aller, preist, Anbetung dir und Ehre bringt, und würdevoll dein Lob besingt. 5. Wie fühlt' ich, Gott, mich stets erhoben, wenn meiner Miterlösten Schaar, dich öffentlich mit mir zu loben, in deinem Tempel eifrig war, sich bis zu deinem Throne schwang, und dir in vollen Chören sang. 6. Drum will ich mit der Frammen Schaaren, Herr, gern in deinen Tempel geh'n, wo einst auch die versammelt waren, die nun vor deinem Throne steh'n, bis dir in hohem Jubelklang auch dort erschallt mein Siegsgefang. sa mgando Erster Haupttheil..8 or til land #f Lasined Lieder über die christliche Glaubenslehre. on Sun Hort du 1770 my motion si I. Von Gott. 1. Gottes Wesen. 1671500 Offenbarungen Gottes. Mel. Herzliebster Jesu c. wie der Mond durch seine Laufbahn eilet, und wie durch beide Jahr und Tag der Erde re7. Ist wohl ein Gott? Wer gieret werde! big 100 darf noch also fragen? Hört man nicht laute Stimmen, die es sagen? Sieh'! rufen Schrift, Vernunft und Kreaturen, der Gottheit Spuren. 5. Was macht's, daß diese Ordnung stets vorhanden, und unverrückt Jahrtausende bestanden? Kannst du der Gottheit Dasein, Kraft und Wesen darin nicht lesen? 2. Schau' um dich her; sieh' Himmel, Länder, Meere; sieh' der Geschöpfe unzählbare Heere! Schließ' von dem Bau' und vom Verstand der Geister auf ihren Meister. 6. Sieh', Mensch! du Edler unter Kreaturen, sich' an dir selbst der Gottheit lichte Spuren! Kannst du mit Wahrheit dich verständig nennen, und Gott verkennen? 3. D sieh' hinauf zu den gestirnten Höhen, wo Welten sich in festen Kreisen drehen, wo von gemess'ner Bahn ste nimmerweichen, ihr Ziel erreichen! 4. Sieh', wie die Sonne Jahr' und Tage theilet; sieh', 7. Laß dich sein Wort den Weg der Wahrheit lehren; es zeiget dir, wie du ihn sollst verehren, bis er dich einst zum Himmel wird erheben, bei ihm zu leben. 6 Offenbarungen Gottes. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 8. Es ist ein Gott! o fühl' es, Herz! Flieht, zweifelnde Gedanken! Im höchsten Glück, im tiefsten Schmerz soll nie mein Glaube wanken. Was gibt mir im Geräusch der Welt die Hoffnung, die mich froh erhält, wenn ich an Gottnicht glaube? 2. Bestimmt zum Himmel leb' ich hier, sehn' mich nach höhern Freuden. Wer stillt die heiße Sehnsucht mir? Wer rettet mich vom Leiden? Wenn sich mein Herz der Tugend weiht, wer knüpft an sie die Seligkeit? Wer reicht mir Siegeskronen? 3. Du bist es, Gott! Du bist und lebst! Gleich Felsen steht mein Glaube. Du Lohnst der Tugend, du erhebst sie mächtig aus dem Staube. Du bist und lebst! Ich seh' es ja an deinen Werken fern und nah; du schufft und trägst sie alle. 4. Da steht die Welt, der Allmacht Bild; dort funkeln deine Sterne; da leuchtet mir so sanft und mild dein Mond aus jener Ferne; da flicht vor deinem Glanz die Nacht; die Sonn' entsteigt in voller Pracht dem Schooß der Morgenröthe chur 5. Du Schöpfer, du mur zogst sie an mit diesem Strahlenkleide; du wälzest sie durch ihre Bahn zu deiner Kinder Freude. Nur du hast dort mit starker Hand das Zelt so herrlich ausgespannt, worin die Welten kreisen. 6. In tausend Stimmen rauscht und tönt dein Leben durch die Wälder; dein Segen, Herr, verjüngt und krönt mit Schmuck die reichen Felder. Wie lieblich ruft die Nachtigall, wie laut des Donners Wiederhall: ein Gott, ein Gott schuf Alles! 7. Und sollt auch Alles, Alles hier vor meinem Blicke schwinden; doch würd' ich den Beweis in mir von deinem Dasein finden! Ich bin, ich bin, wie könnt' ich sein, wär ich, o Herr der Welt, nicht dein, nicht dein Geschöpf, o Vater! 8. Der mich aus seiner Quelle tränkt, mich speist von seinem Gute, deß Kraft in meiner Seele denkt, und wallt in meinem Blute, und fühlt und wirkt in Herz und Sinn, o du, durch den ich ward und bin, Gott, du mußt sein und leben. 9. Drum blick' ich, Gott, mit Zuversicht empor zu deiner Höhe. Du bist und lebst; ich zweifle nicht, ob ich dich Offenbarungen Gottes. gleich nicht sehe. Stets müsse dieser Glaube rein, und stets durch Werke thätig sein; dann freu' ich dein mich ewig! 8. Nur du, den Gott ich nenne! Wohl mir, daß ich dich intenne! Wohl mir, wenn ich dich preise, Verehrung dir beweise! Mel. Wach auf, mein Herz zc. 9. Gott, aus deinen Werken kann ich dein Dasein merken. In allen Kreaturen find' ich der Allmacht Spuren. 2. Das große Weltgebäude, voll Anmuth und voll Freude, ruft in viel tausend Chören: Gott ist! ihn sollst du ehren! 3. Wer sprach zum Him mel: Werde! Wer sprach es zu der Erde? Wer rief dem Sternenheere? schuf Sonnen, Wolken, Meere? bi 4. Wer hieß zu Lustgefilden sich Au' und Hügel bilden? Hieß all' die Millionen Luft, Erd' und Meer bewohnen? 7 zum Streben nach einem höhern Leben? 5. Und wer hat mir das Leben, mir diesen Leib gegeben, mir diesen Geist geschenket, der fühlt, erkennt und denket? 6. Wer gab mir das Gewissen, mich in den Finster nissen des Lebens früh zu lehren, die Tugend zu verehren? 7. Wer mir zu Erdenlei den die Hoffnung neuer Freuden, und Sinn und Kraft 9. Laß Alle, die dich kennen, und die dir fest vertrauen, die dich mit Ehrfurcht nennen, dein Antlit ewig schauen! Mel. Herzliebster Jesu 2c. 10. Ich weiß, daß Gott ist, Gott hat mich erschaffen! Wer gäbe wider Furcht und Gram mir Waffen, wenn diese Welt kein Werk zu seiner Ehre, wenn er nicht wäre? 2. Jch, ohne Vater auf der weiten Erde, ging' trostlos durch ein Leben voll Beschwerde, wüßt' keine Heimath, schlich am Pilgerstabe nur bang zum Grabe. 3. Wär' ich nicht elend, wär' ich nicht verloren? Ach besser wär's, ich wäre nicht geboren, wenn ich, wo Täuschung herrscht und Trug der Lüste, von Gott Nichts wüßte! 4. Jm Menschen wohnte darum eine Seele, damit er sich mit bangen Zweifeln quäle? Er sehnte nach dem Offenbarungen Gottes. 8 Ziel des bessern Lebens sich nur vergebens? d? 5. Flieht, lästernde Gedanfen! Ihr entehret die Seele, deren Himmel ihr zerstöret. Flieht! Nur der unglücksel'ge Wahn der Thoren hat euch geboren. 6. Ich weiß, daß Gott ist, weiß, an wen ich glaube, weß Hauch mein Geist ist, wer den Leib vom Staube so kunstvoll schuf, mich trägt, mich unter stützet, mich täglich schützet. 7. Ich weiß, auf welchen Grund mein Glück ich baue, wen ich verehre, wem ich kindlich traue. Stets will ich dankbar mich im Guten üben, ihn ewig lieben. 196 Mel. Allein Gott in der Höh' c. 11. Die Himmel preisen Gottes Macht mit allen ihren Heeren! Und aller ihrer Wunder Pracht strahlt, Schöpfer! dir zu Ehren. Was deine Weisheit, Gott, vermag, lehrt jeder Tag den andern Tag, und jede Nacht die andre. lockend zu: Der Herr ist Gott! wem läsfest du dich, Schöpfer, unbezeuget? 3. Preist dankbar den, der euch erschuf! so schallt's in allen Landen; in allen Sprachen tönt dein Ruf, Natur! und wird verstanden. Ja, deiner Saite Ton erklingt, so weit der Erdkreis reicht, und dringt bis zu dem Sonnenzelte. 4. Wer ist's, der ihren hohen Gang die Sterne Gottes lehret? Der Herr! den unser Lobgesang vor allen Völkern ehret. Durch ihn allein vermögen sie, in Ordnung und in Harmonie die Bahnen zu durchlaufen. 5. Gleich einem Bräutigam geschmückt, geht aus des Morgens Pforten die Sonn' hervor, erfreut, entzückt die Menschen aller Orten. Sie freut sich, rüstig wie ein Held, die Bahn zu laufen um die Welt, die ihr ber Schöpfer zeiget. 6. Doch seiner Schöpfung Unterricht verstehen selbst die Weisen mit allem ihrem Forschen nicht und lernen Gott nicht preisen. Was wüßten wir, wenn deinen Ruhm, o Gott! dein Evangelium uns 2. Das lante Loblied der Natur ertönet, dich zu preisen, und uns, vernähmen wir es nur, von dir zu unterweisen. Wem ruft es nicht froh nicht verfündigt hätte? Offenbarungen Gottes. 9 7. Nur Jesu Weisheit, Kraft getrieben, was dir,( diese nur, gibt Blinden Vater! wohlgefällt, getreu Kraft, zu sehen, und lehrt, und eifrig lieben. Dies ist die Weisheit der Natur, der mein Wille; laß ihn dir ge Schöpfung Ruf verstehen. fallen und erfüll' an mir, Sie macht der Heiden Au- was uns dein Wort vergen hell; von ihr bestrahlet, heißet. seh'n sie schnell den Schöpfer in der Schöpfung. i Hoz g Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. 8. Was o Wort des Herrn, in unser Herz 12. Gott, deiner Werle für Wonne! Mehr Schimmer, als der Morgenstern, mehr Strahlen, als die Sonne. Wie strahlst, wie heiligst du, wie schmückst du unsre Seelen, wie beglückst du sie mit deinen Lehren! jedes ist von dir uns Pfand und Siegel; das kleinste ruft uns, daß du bist, und ist von dir ein Spiegel. Ein jeder Punkt in der Natur trägt deiner weisen Allmacht Spur, ist Ausfluß deiner Güte. 9. Wie lieblich bist du, wie so hold, Gesetz der ew'gen Wahrheit! Du bist viel köstlicher als Gold, in deiner hohen Klarheit. Bist süßer mir, als Honig ist und Honigseim; dein Segen fließt auf die, die dich verehren. 10. Gott! was mein Herz vor dir verhehlt, entdeckst du meiner Seele! Vergib, wer merkt, wie oft er fehlt? wo ich unwissend fehle! Bewahre vor den Spöttern mich, die deinen Sohn, dein Wort und dich bestreiten und verleugnen. 11. So werd' ich durch dein Wort erhellt. durch seine 2. Ein jeder Zeitpunkt, jeder Ort, ist Offenbarung deiner, und dennoch fand dich, ohne Wort von dir, der Menschen keiner. Erscheinen, dasteh'n mußtest du; du riefft dem ersten Menschen zu: Sieh', hier bin ich, dein Schöpfer! 3. Wie menschlich machtest du dich kund, du Gott, den Menschenkindern! Voll Ernst und Gnade sprach dein Mund mit Heiligen, mit Sündern. Vernommen wur de, bald mit Luft, dein Wort, bald mit beklemmter Brust, verewigt dann durch Schriften. Einheit Gottes. 12 10 4. Unschätzbar ist uns, Gott, dies Wort voll Geist und reich an Gnade! Wie hilft's dem Schwachen mächtig fort durch rauhe Dornenpfade. Wie ist's uns Licht in Finsterniß! Wie macht's den Wahrheitsfreund gewiß von Ewigkeit und Himmel! 5. Anbetung, Dank dir für dies Licht, dem alle Schatten weichen! Nein, was nur Menschenweisheit spricht, kann beinem Wort nicht gleichen. Anbetung, Dankdir, daß du kamst, die Binde von dem Aug' uns nahmst, dich, Vater, zu erkennen! Einheit Gottes. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 13. Nur Einer, Einer bist du Gott, im Himmel und auf Erden. Nur dein allmächtiges Gebot hieß Erd' und Himmel werden. 2. Ja, du bist Gott, und Keiner mehr. Herr, wo ist deines Gleichen? Du schufst und lenkst der Welten Heer. Wer dürfte von dir weichen? 3. Hinweg mit Göttern neben mir! hast du uns zugerufen; drum will ich beten nur vor dir, an deines Thrones Stufen. 4. Nie sollen meine Kniee sich vor eiteln Gößen beugen. Ich soll und kann allein durch dich zu höhern Freuden steigen. 5. So sei's dann ewig auch allein der Herr, an dem ich hange. Drückt dann mich Sorge, Schmerz und Pein, um Trost ist mir nicht bange. 6. Mein Leben sei dir ganz geweiht, dir, Gott, dem ich vertraue, bis ich, gereift zur Ewigkeit, einst deine Größe schaue. Vater, Sohn und heiliger Geist.ud pil In eigener Melodie. 14. Wir glauben an den ein'gen Gott, Schöpfer HimEr, mels und der Erden. aller Bater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh' wir waren, unsre Nettung in Gefahren. Er ist's, der für uns sorgt und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu Vater, Sohn und heiliger Geist. theu'r für uns zu geben. Er erstand, herrscht hoch erhöhet in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer. Der in Trübsal seine Christen weiß mit Kraft und Muth zu rüsten, der uns lehrt Vergebung finden und der Tugend Werth empfinden; und flößt uns selbst im Todesschmerz des ew'gen Lebens Ruh' in's Herz. In eigener Melodie. 15. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' und Dank für seine Gnade! Er sorget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohlzuthunist er bereit; sein Nath ist unsre Se ligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe; du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 11 3. O Jesus Christ, des Höch-: sten Sohn! dich, seinen Einge bornen, dich sandte Gott vom Himmelsthron, zur Nettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod; erbarm' dich unser Aller! 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! erleuchte, beff're, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod zum Dienst des Herrn erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir; verlaß uns nicht, so sind wir hier und einst auch ewig selig. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. 16. Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrei'n. Halleluja! S 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern; du hast durch deines Wortes Macht uns Allen Licht und Heil gebracht. Halleluja! Vater, Sohn und heiliger Geist. 12 Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. 17. Mein Glück im kurzen Raum der Zeit ist gegen ew'ge Seligkeit nicht werth, daß ich's erwähle. Du riefst mich, BaVater, aus dem Nichts zum frohen Anschau'n deines Lichts: dies dankt dir meine Seele. Nicht zu der Freude dieser Welt, die so viel Mängel noch enthält; zur Wonne jener Ewigkeit bestimmt mich deine Gütigkeit. Bater, Gott, wie O liebst du mich! wie liebst du mich! Dein freuet meine Seele sich! 2. O Sohn, vom Vater uns gesandt, Erlöser, der mit sanfter Hand zu Gott die Seinen leitet! Für mich auch gabst du dich dahin, und hast, wenn ich dir folgsam bin, mir ew': ges Heil bereitet! Zwar seh' ich jetzt mit schwachem Blick von ferne mur des Himmels Glück, noch dunkel ist mir jene Welt, die Gott dem Glau ben vorbehält; doch preis' ich rich, o Gottes Sohn, o Got tes Sohn! im Licht dereinst auf deinem Thron.& 3. Geist Gottes, unsre Zuversicht, verlaß, verlaß uns Arme nicht, und gib uns Kraft zum Glauben! Zeuch uns zu Gott und seinem Sohn, und laß nicht unsern Gnadenlohn Lenk von des Lebens Eitelin jener Welt uns rauben! feit uns auf das Heil der Ewigkeit! Ach unsre Seel empfehlen wir im Leben und im Sterben dir! O Geist aus Gott, zeig' uns im Tod das Heil des Herrn; dann sterben freudig wir und gern! du ditollis 4. Dreieiniger! wie groß sind wir durch dich, wie selig werden wir! Lehr' uns dies Glück recht achten! Der Erde Scheingut sättigt nicht, und ihre Weisheit tröstet nicht, lehr' uns dies recht betrachten! Dir, Schöpfer und Erlöser, dir, und dir, Geis Gottes, bringen wir, mit Freuden hier im Heiligthum vereinigt, Preis und Dank und Ruhm! Dreieiniger, in Ewigkeit, in Ewigkeit sei unser Herz dir ganz ge weiht. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 18. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Bater, Sohn und heiliger Geist.o 13 Weisheit, Güt' und Stärke. und wir sterben dir. Gelobt Singet, bringet frohe Lieder! sei Gott!) se Fallet nieder! Rufet fröhlich: Chor. Gott ist herrlich, groß und jelig! 2. Preis ihm er liebt von Ewigkeit, wird ein Mensch, stirbt in der Zeit. Gemeinde.nl Erlöst, erlöst hast du uns dir; dir leben und dir sterben wir. Gelobt sei Gott! dut hot.dodat r. 3. Preis ihm! Er führt die schmale Bahn, führt zum Himmel uns hinan.OTS aemeinde. or Geheiliget hast du uns dir; dir leben und dir sterben wir. Gelobt sei Gott! 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen! Du, Mittler zwischen uns und Gott, hast durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heilig, selig ist die Freund schaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! Du Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst und glaubig, weise, rein, hilfst uns getrostund siegreich sein im Streit mit unsern Lüsten. Leit' uns, stärk' uns in der Freude wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben! 19. Preis ihm! Er schuf und er erhält seine wundervolle Welt. Chor. 4. Singt, Psalter! Freudenthränen, fließt! Heilig, heilig, heilig iſt Mel. Nun danfet alle Gott 2c. 130 Mel. Gelobet seist du Jesus 2c. 20. Gelobet sei der Herr, Chor. Gemeinde. Du sprachst, da wurden, Herr, auch wir; wir leben Gemeinde. Gott, unser Gott. O Höchster! dir, dir leben und dir sterben wir. Halleluja! und ist to mein Gott, mein Licht und Leben, mein Schöpfer, der mir hat den Leib, die Seel' gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Gut's an mir gethan. 14 Gott, der Inbegriff aller Vollkommenheiten. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters ew'ger Sohn, der sich für mich gegeben und mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, der meinem Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben; der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den Alles lobt und preist, was ist, was lebt und webet! Gelobet sei der Herr, deß Name Heilig heißt, der einig wahre Gott: Gott, Vater, Sohn und Geist. 5. Dem wir, mit Dank erfüllt, Gebet und Opfer bringen, und mit der Engel Schaar das dreimal Heilig singen; ihn preise ehrfurchtsvoll die ganze Christenheit! Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! 2. Vollkommenheiten Gottes. Gott, der Inbegriff aller erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Vollkommenheiten. Kreise, zu seinem ew'gen Preise, mit Herrlichkeit erfüllt! 3. Die Sonn' in hoher Ferne mag strahlenreicher glüh'n; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr ge gen ihn? Ihr seid mit eurer Pracht, in eurem schönsten Lichte, vor seinem Angesichte nur Schimmer seiner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich, Vater der Natur? Was wissen wir? Wir kennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharfsinn steigt mel. Beuch ein zu deinen 2c. 21. Schwingt, heilige Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Lobsinget Gott, lobsingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher Verstand. Was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz Gott, der Inbegriff aller Vollkommenheiten. 15 nie zur Natur der Geister. 2. Er will und spricht's; Hier staunt der flügste Meister; so sind und leben Welten. er glaubet nur und schweigt. Und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel nieder in ihr Nichts. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft gegeben dem Engel, der dich preist. In deinem Heiligthum ertönen Lobgesänge in seiner Brüder Menge, zu deines Namens Nuhm. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste; er herrscht als Gott, und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 6. Stimm' in der Engel Chöre, o meine Seele auch; sei voll von Gottes Ehre, du, seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf! widme beine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet' ihn, Seele, bet' ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie selig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit und Seligkeit und Leben; das Alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. Mel. Singt unserm Gott 2c. 22. Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; Herr ist sein Nam', und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten; Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd'und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder geheft; ob du an's Meer, ob du gen Himmel flöhest; so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Fleh'n und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes gnädig beizusteh'n. thu' und fehle, und eilt, mir 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb in sein Buch, wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 16 Gott, der Inbegriff aller Vollkommenheiten. 10. Nichts, Nichts ist mein, alle Frommen! Wer ist ihm das Gott nicht angehöre; Herr, gleich? Wer ist wie er, so immerdar soll deines Namens herrlich, so vollkommen? Der Ehre, dein Lob in meinem Herr ist groß, sein Nam' ist Munde sein! groß, er ist unendlich, gränzenlos in seinem ganzen Wesen. di d 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer setnes Lebens? Wir Menschen sind von gestern her. Eh' noch die Erde war, war er, noch eher als die Himmel. B 151 12. Der kleinste Halm ist seiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 113. Du tränfft das Land, führst uns auf grüne Wei den; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. od 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen. Sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 3. Des Ew'gen Thron umgibt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen, und nur offenbar in seiner Werke Wun1171964-816 11 insig dern. 7 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke; seine Hand regieret Erd' Himmel. und 5. Er ist uns nah, ist niemals fern, weiß unser Aller Wege. Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden; so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. pidong Theat Mel. Es ist das Heil uns ac. 23. Der Herr ist Gott und Keiner mehr. Frohlockt ihm, Unerforschlichkeit Gottes. 17 Die Finsterniß ist vor ihm wer, ach! wer begreifet dich? Licht; Gedanken selbst entflieh'n ihm nicht in unsers Herzens Tiefen. this l 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Aufseh'n über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Bater, ein Verschoner. Niemand war und Niemand ist, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? Span 2. Unerschaff'ner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur! Du, der höhern Geister größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! Du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewigkeit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 7. Unsträflich bist du, hei lig, gut, und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du ver- 3. Du, der Ursprung aller giltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist 4. Ja, du wohnst in einem Gott und keiner mehr. Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Gaben, und Beherrscher jeder Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hält; du bist unveränderlich, Alles, Alles bloß durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen seh'n wir deine Wunder glänzen. rs 1000 a Unerforschlichkeit Gottes. Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. 24. Höchster, wer ist's, der dir gleichet? Was sind Engel? Was bin ich? Du, an den kein Seraph reichet, Lichte, das kein Mensch durchdringen kann. Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. Kein Erschaffner siehet ganz deiner Hoheit vollen Glanz; stets wird neue Tiefen ergründen. finden, wer's versucht, sie zu 5. Dennoch soll mir meinen Glauben, daß du bist und auch für mich, nie der Thor und 2 18 Unerforschlichkeit Gottes. Spötter rauben, der vom Pfad mir dein Wort des Glaubens des Glaubens wich. Sei gleich Richtschnur sei. unerforschlich mir; dennoch bleib' ich stets an dir. Welten sind's, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch' ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so g'nüge * mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge; gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe! Begreif' ich's nicht, wie du die Welt regierst; so sei mir's g'nug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; einst werd' ich mehr von deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. Mel. Dreieinigkeit, der Gotth. sc. 25. Erhabner Gott, was reicht an deine Größe? Denk ich an dich, so fühl' ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kommen. Was ist's, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von deiner Majestät, die über Alles dich, o Gott! erhöht. 3. Dein ew'ges Sein, dein ganz vollkommnes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand; von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt' ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher! dich völlig zu ergründen? O mache mich von solchem Dünkel frei! daß 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle, in allem Thun nach deinem Willen handle, zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd' ich dich im hellern Lichte sehen, und, froh in dir, dein ewig Lob er höhen! Herr, du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. 19 Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. 26. Unendlicher, undenkbar ist die Zahl von deinen Jahren! Du warst, o Schöpfer, was du bist, ch' alle Sonnen waren. Schon eh' dein Arm die Welten trug, warst du dir, ohne ſie, genug, und keiner Welt bedürftig. 2. Ja, Ew'ger, tausend Jahre sind dir weniger als Stunden, viel schneller, als ein Tropfen rinnt, begonnen und verschwunden; sie, längst entfloh'n, sind immerdar, mit dem, was ist, was wird und war, dir, Schöpfer, gegenwärtig. 3. Was bin ich, Gott, vor dir? ich Staub, ich bald verblühte Blume; ich, ach! wie bald des Grabes Raub, mit allem Glanz und Ruhme! Wie ein Geschwätz des Tages fleucht mein Pilgerleben hin, es gleicht kaum einem Morgentraume. 4. Und dennoch zeigst du mir von dir so Viel in Augenblicken; entdeckest deinen Rath schluß mir, mich ewig zu beglücken. Nun macht mir keine Zukunft bang; dies Leben ist ein Uebergang in ein vollkommner's Leben. 5. Unwandelbar und ewig ist, Herr, deine Gnad' und was du bist, der Gott, deß ich Treue. Du bleibst auf immer, mich freue. Ob Erd' und Himmel untergeh'n; wohl mir! dein Wort bleibt ewig steh'n: ,, du wirst mich nicht verlassen." mel. Dreieinigkeit, der Gotth. 2c. 27. Herr Gott, du biſt die Zuflucht aller Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh' Erd' und Himmel ward, eh' noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden wie ein Gewand von dir verwandelt werden; du bleibest wie du bist; denn welche Zeit umgränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 2* Univ.- Bibl. Giessen Allmacht Gottes. 20 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßzest sie mit deiner starken Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freu'n, und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott! von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. Allmacht Gottes. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 28. Unser Gott ist groß und mächtig, und seine Schöpfung reich und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, seiner Allmacht Heere, hoch in den Himmeln, tief im Meere, verkündigt seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht; er hält im Gleichgewicht alle Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an, sie bebet; er rührt den Berg an, und er raucht, speist den Vogel, nährt die Heerde, er neuert die Gestalt der Erde, erfreut, was in ihr lebtund haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Allen Speiſe, schmückt und erhält Wald, Flur und Feld; ihm dankt, ihm jauchzet alle Welt. 3. Sonnen glänzen, Mond und Sterne in unermeßlich hoher Ferne als Zeugen seiner Herrlichkeit. Gott ist gnädig, Gott regieret, Gott ist's, der alle Welten führet und alle segnet und erfreut. Der Blüthenduft, der Sturm, der Wallfisch wie der Wurm zeugt vom Höchsten. Der Tag, die Nacht, rühmt Gottes Macht, rühmt, daß er stets allmächtig wacht. 4. Gott der Weisheit, Gott der Stärke! Wie groß, wie schön sind deine Werke, wie voll von Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weiten Meeren; da wimmelt es von frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der Sand. Mit Ordnung und Genuß, mit Reiz und Ueberfluß prangt die Erde, wohin entzückt mein Auge blickt, mit Wundern Gottes ausgeschmückt. 5. Der des Feldes Blumen kleidet, den Vögeln Nahrung zubereitet, Gott sorgt als Vater auch für mich. Auch mein Loos in fernen Tagen hat er geordnet; sollt' ich zagen? Allmacht Gottes. n Nein, meine Seele, fasse dich! Trau' deinem Gott! Auf ihn wirf alle Sorgen hin! Er wird sorgen, er, der mich nährt, mein Flehn erhört, des Guten mir so viel gewährt. 6. Dank und Ehre Gott zu bringen, ihm, dem Allmächt'gen, zu lobsingen, soll ewig meine Wonne sein! Laut soll ihm mein Lied erschallen; mit väterlichem Wohlgefallen sieht er's, wenn wir uns seiner freu'n. Sein Lob ist Seligkeit! Ihm sei mein Herz geweiht! Ihm nur leben will ich, will rein und heilig sein; dann werd' ich sein mich ewig freu'n. 21 ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, daß Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihmi. Er will, und Blizze zünden Gebirg' an, sie vergehn. Er spricht und ruft den Winden; schnell wird sein Himmel schön. 3. Nur er gebeut den Wellen: bis hierher! ihm gehorchen sie; er legt in Felsen Quellen; sie riesſeln und versiegen nie. Er füllt auch Wüsteneien mit seinen Wundern an, heißt Thiere da sich freuen, wo Niemand wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer weiß, als Gott allein, das Weltall zu regieren, die Erde zu erneu'n? 4. Herr, dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott, ist dein! Dich preisen deine Werke, die deiner Kraft allein sich freu'n. Auch wir erfreu'n uns ihrer; ihr Lob sei uns're Pflicht! O Vater, o Negierer! wen hält, wen schützt sie nicht? Du lebst, du wirkst in Allen; dir, dir vertrauen wir! Allmächt'ger, wer kann fallen, beschützt, gestärkt von dir? Mel. Nun lob' mein' Seel' 2c. 29. Kommt, Menschen, Gott zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That; den Mächtigen, den Weisen, der feinen seines Gleichen hat! Der Herr thut große Werke; wer hindert seine Kraft, wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, die weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drängt daß Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zuſammen, und 30. Herr, deine Allmacht Mel. Mir nach, spricht Christ. sc. 22 Allwissenheit und Allgegenwart Gottes. reicht so weit, so weit dein versicht, Gott! deiner Macht Wille reichet, vor dessen All- zu trauen, und laß, Algügenugsamkeit die Kraft des tiger! mich nicht auf andre Weltalls weichet; Nichts ist so Hülfe bauen, als auf die groß, Nichts ist so schwer, das Hülfe deiner Kraft, die Alles dir zu thun unmöglich wär'. kann und Alles schafft. 2. Du sprichst, und es geschieht sofort, was dein Rath außersehen. Nichts hindert dein allmächtig Wort; wie sollt es nicht geschehen? Und Mel. Gott, du frommer 2c. was auch nie zuvor geſchah, 31. Herr, du erforschest gebieteſt du, 3. Du riefst der Welt, als sie nicht war; auf dein allmäch: tig: Werde! trat aus dem Nichts der Wesen Schaar im Himmel, auf der Erde. Durch dich auch nur besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. mich; dir bin ich unverborgen. Du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch im meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich. 4. Dich fürchten müsſe, Gott und Herr! was auf dem Erdkreis wohnet, vor dir sich scheu'n, Allmächtiger, wen deine Langmuth schonet; denn dein allmächtiges Gericht erträgt ja ein Erschaff'ner nicht. 5. Doch deine Allmacht, Herr, gewährt auch Schutz und reichen Segen dem Frommen, der dich findlich ehrt, drum wall' auf deinen Wegen ich im Vertrau'n auf deine Macht, daß sie mich segnet und bewacht. 6. Vermehr' in mir die ZuAllwissenheit und Allgegenwart Gottes. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief' hinab, auch hier bist du mir nah. Allwissenheit und Allgegenwart Gottes. 23 4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb' ich dir nicht Irrweg naht, und leite mich zurück auf sichern Tugendpfad. Mel. Ich dank' dir schon zc. verborgen. Auch da umschlösse 32. Dir, Gott! ist Alles mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch' ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht' ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinent Angesicht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott! deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh' ich war, schon väterlich gedacht. 7. Was für Erkenntnisse! für köstliche Gedanken! Unzählbar sind sie mir; denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, seh'n, dir fol gen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöh'n. 8. Erforschemich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich's von außen scheine. Sieh', ob vielleicht mein Fuß sich einem offenbar im Himmel und auf Erden, was jetzt noch ist, was vormals war, was künftig noch wird werden. 135 2. Du schauest, Vater alles Lichts, durch alle Finsterniſse; in deiner ganzen Welt ist Nichts, das dein Verstand nicht wisse. 3. Mein blödes Auge siehet nur, so weit dein Licht mir glänzet. Nichts ficht es ganz, denn von Natur ist stets sein Blick begränzet. har spanf 4. Nur dir ist alles aufgehellt; vor dir liegt ohne Hülle das Innere der Körperwelt und jedes Geistes Wille. 5. Gedanken kennst du, ehe sie in uns'rer Seel' entstehen, und du vergissest ihrer nie, wenn sie auch uns entgehen. 6. Nur nach und nach, und Wenig nur, kann unser Geist hier lernen; dein Blick durchschauet die Natur im Wurm, wie in den Sternen. 7. Auch mich, und was ich hab' und thu', mein Streben und mein Sorgen, das Alles, Höchster, kennest du, vor dir ist Nichts verborgen. Allwissenheit und Allgegenwart Gottes. 24 8. Du weißt, was mir zum Wohl gebricht, noch eh' ich's kann erflehen; siehst Alles deutlich, irrest nicht; wer kann dich hintergehen? 9. Dich, den ich nicht erreichen kann, in ehrfurchtsvoller Stille bet' ich, Allwissender, dich an, denn heilig ist dein Wille. 10. Wohl mir, daß du mein * Vater bist! Ich traue deinen Wegen. Aus dem, was jetzt mir Unglück ist, quillt einst mir Heil und Segen. 11. Selbst in der finstern Todesnacht darf ich nun nicht erbeben. Du kennest mich, dein Auge wacht, du führest mich zum Leben. th Mel. Wie groß ist bes 2c. 33. Auwissender, dein Blick durchschauet die Tiefen der Unendlichkeit, der Welten Naum, die du gebauet, der Zeiten Strom, die Ewigkeit. O du, der Alles weiß und kennet, was ist, was werden soll und war, erforschet und mit Namen nennet, wie bist du groß und wunderbar! danken von der Schöpfung her; so wär' ich weiser, als auf Erden, und weiser, als am Strom des Lichts erschaff'ne Geister jemals werden; doch wüßt' ich gegen dich doch nichts. 3. Gott, dich verehren, dir vertrauen, sei meines Geistes erste Pflicht. Ergebungsvoll auf dich zu schauen, wo Licht und Einsicht mir gebricht, dies heißen mich die engen Schranten, die meinem Wissen sind gesteckt, und Zuversicht zu dem Gedanken, der über Alles sich erstreckt. 2. Könnt' ich das Heer der Sterne zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und kennt' und wüßt' ich aller Seelen Ge4. Allwissender, du fannst ergründen, was tief in Nacht verborgen ist. Dies schrecke mich zurück von Sünden, von Heuchelei, Betrug und List. Nichts fann vor deinem Blick mich decken, kein falscher Schein betrüget ihn. Dem Sünder folgen deine Schrecken, und könnt' er aus der Welt entfliehn. 5. Wer kennet seines Herzens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber trau'n? Hilf mir, Allwissender, mich prüfen und meines Herzens Grund durchschau'n. Ach! siehst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf rechte Bahn! Dann werd' ich hier schon deinen Segen und dort ein ew'ges Heil empfah'n. 25 Allwissenheit und Allgegenwart Gottes. Mel. Allein Gott in der Höh' ac. Seele nicht der Freundschaft Trost empfindet; wann Nichts mehr mich erfreuen kann: o Gott, mein Vater, auch alsdann bist du mir gegenwärtig. 34. 3u Gott, o Seele! schwing' dich auf, und werde Dank und Wonne! Er, der voll Huld der Sterne Lauf, den Lauf von Mond und Sonne, er, der die ganze Schöpfung lenkt, dem Weltall Sein und Leben schenkt, er ist allgegenwärtig. 2. Wenn betend in der Einsamkeit mein Geist zu ihm sich hebet, im Vorgenuß der Seligkeit hier seinem Gott nur lebet: dann sieht des Höchsten Vaterblick mit Wohlgefallen CA mel. Mir nach spricht Christ. c. dies mein Glück; er steht's 35. Nie bist du, Höchster, allgegenwärtig. 3. Wenn ich, zu thun, was ihm gefällt, den from men Vorsatz fasse; wenn ich die Eitelkeit der Welt und jede Sünde hasse: dann mangelt mir nie Licht und Kraft; denn er, der das Vermögen schafft, Gott ist allgegenwärtig. 4. Wenn er mir heit're Tage gibt und dieses Lebens Freuden; und wenn er meine Tugend übt durch Prüfungen und Leiden: so trau' ich ihm und zage nicht, denn er kennt Finsterniß und Licht; er ist allgegenwärtig. 5. Wann einst mein Auge sterbend bricht, wann jeder Sinn mir schwindet, und meine bange 6. Führt mich der Tod zu dir hinauf, zu deines Himmels Freuden; beginn' ich meinen höhern Lauf, nun ewig frei von Leiden; dann seh' ich dich, der Alles lenkt, hier Trost und dort mir Wonne schenkt, seh' dich mir gegenwärtig. von uns fern, du wirkst an allen Enden; wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nurleb' und athme ich; du siehst, du hältst, du führest mich. 2. Du weißt es, was ich Gutes thu', du weißt es, wenn ich fehle; auch den Gedanken siehest du im tiefsten Grund der Seele; Nichts, Nichts kann deinem Aug'entflieh'n, und Nichts mich deiner Hand entzieh'n. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer ſei. 26 Allwissenheit und Allgegenwart Gottes. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verheh let: du weißt um sie, undväterlich bestrafest du zur Bess'rung mich. 5. Erbarmend, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine, hörst liebreich meinen Seufzern zu, schaffst, daß mir Hülf' erscheine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit reichem Trost mein Herz. 6. O drück', Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele; daß, wo ich bin, nur dich, o Herr! mein Herz zur Zuflucht wähle. Daß überall du um mich seist, dies stärk' und tröste meinen Geist. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln; verleihe überall mirKraft, getrost vor dir zuwandeln, voll Zuversicht und heil'ger Scheu', mit froher Hoffnung undgetreu. Mel. Nun lob' ein' Seel' 2c. 36. Der Herr ist in den Höhen, auch in den Tiefen ist der Herr; wo Menschen zu ihm flehen, wo ihn die Engel schau'n, ist er, ist, wo ich in Gedanken mich denken mag, mir nah, ist, frei von allen Schranken, in jedem Raume da; umfaßt mit seinen Händen die Welten, und umspannt an allen ihren Enden, was je durch ihn entstand. 2. Allgegenwärtig schauet sein allumfassend Aug' umher; und wer nur ihm vertrauet, den schützet, den versorget er; hört das Geschrei der Raben, hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Gaben, und Schmuck für Thal und Feld. Zagt nicht! für uns zu sorgen, fehlt ihm nicht Rath und Macht; ihm, der, wiewohl verborgen, uns nah' ist, uns bewacht. 3. Wie könnt ihr denn, Verbrecher, ihm, der so nah euch ist, entgeh'n? könnt wähnen, er, der Rächer, werd' euer finstres Werk nicht seh'n? Eh' noch Gedanken werden, von ferne sieht er sie, und alle Nächt' auf Erden verhüllen ihm euch nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse; mit seinem Schrecken füllt er selbst die Finsternisse, in welche ihr euch hüllt. 4. Doch ist er nah' auch denen, die willig thun, was er gebot, hört sie, zählt ihre Thränen, kennt die Gefahr, die sie bedroht. Wohl mir! Mir ist zur Rechten, zur Lin Die Weisheit Gottes. 27 ken mir mein Gott! In meines Weg erwählt, muß doch den Kummers Nächten und wo ich feufz', ist Gott! Wo keinen Freund ich habe, wo Niemand hilft, ist Gott! Jm Todeskampf, im Grabe und überall ist Gott! mi deinen stets erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt. Was du beschließzest, das beſteht, was dir mißfällig ist, vergeht. 5. Weisheit! decke meiner Secle des Eigenwillens Thorheit auf, damit ich dich zum Führer wähle für meinen ganzen Lebenslauf. Den Weg des Friedens find' ich nicht, führt mich nicht deiner Weisheit Licht. 6. Du hast mich durch dies Erdenleben bisher nach weisem Rathgeführt; ich muß dir, Gott! die Ehre geben, auf's beste haft du mich regiert. O leite mich durch Welt und Zeit zu jener frohen Ewigkeit! Die Weisheit Gottes. Mel. Dir Gott, dir will ich c. 37. Du weiser Schöpfer aller Dinge, nach dessen Rath die Welt besteht, Nichts ist so groß, Nichts so geringe, das nicht nach deinem Willen geht, und herrlich ordnet deine Wahl der Wesen unermess'ne Zahl. 2. Wie viele wundervolle Werke steh'n, unsern Augen fern und nah, zum Denkmal deiner Macht und Stärke und deiner höchsten Weisheit da! Unendlich, Herr! ist dein Verstand, der ganze Weltbau macht's bekannt. 3. Mit eben diesen Meister händen, durch welche diese Welt entstand, vollführst du auch an allen Enden, was deine Weisheit heilsam fand; du brauchst, o unerschaffnes Licht! der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Die Menge so verschiedner Willen, wo jeder seinen Mel. Ermunt're dich, mein 2c. 38. Daß du, o Gott! allweise bist, kann täglich ich empfinden; doch deiner Weisheit Abgrund ist für mich nicht zu ergründen. Wer dringt in diese Tiefen ein? Wem leuchtet hier ein sichrer Schein, durch Nacht und Dunkelheiten den Forscher zu begleiten? 2.Wer kann, o Gott! was du erschufst, in seinem Ursprung sehen, wie du das nichts zum Dasein rufft, erkennen und verstehen? O wer erforscht der Kräfte Gang und schaut sie im 28 Liebe und Güte Gottes. Zusammenhang? Wer weiß, wie du sie bindest, und Welt auf Welten gründest? 3. Jch blicke still zu dirhinauf; nur du bist der Allweise; dugibst den Sternen ihren Lauf und ordnest ihre Kreise, und auch die Erde leitest du und wägst ihr Schmuck und Segen zu; du kannst nur Gutes wählen und nie des Zwecks verfehlen. 4. Wohin mein forschend Auge sieht, auf Thiere, Steine, Pflanzen, fügt Alles, Alles, Glied an Glied, sich weisheitsvoll zum Ganzen; hier zielt Verlust und dort Gewinn auf höh'res Wohl des Ganzen hin; es frommt, was hier entstehet; es frommt, was dort vergehet. 5. Gott! welche Mannichfaltigkeit schau' ich in deinen Werken! Doch herrschet Ordnung weit und breit; die Hand ist wohl zu merken, die Alles fest zusammenhält, und allen Wechsel in der Welt nach weisem Nath regieret, und Alles herrlich führet. in jenen Welten nach Weisheit uns vergelten. 6. Selbst was die freie Seele denkt, hast du, Gott, vorgesehen; durch dich wird Menschenthun gelenkt, Nichts kann dir widerstehen. Gerecht und weise führest du der Ewigkeit uns Alle zu, und wirst 7. Dir will ich denn voll Zuversicht mein Schicksal überlassen. Du weißt ja, Gott, was mir gebricht: drum will ich Hoffnung fassen, du wirst mein Rath und Helfer sein; in aller Noth, in aller Pein auf deine Weisheit schauen und dir getrost vertrauen. Liebe und Güte Gottes. In eigener Melodie. 39. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langndmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Jst's nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in Liebe und Güte Gottes. 29 jenes Leben, zu welchem du und sie besieg' in meinem Hererschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig seh'n wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte zen die Furcht des letzten Augenblicks. sind sie dein. Sieh', darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 40. Cs lebt ein Gott, der Menschen liebt: ich seh's, wohin ich blicke; am Nebel, der den Himmel trübt, so wie am Sonnenblicke.outor 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Güte nicht erhöh'n? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht geh'n? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten, gleich als mich. 5. Dies sei mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er. Je mehr ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so stärkt sie mich zu jeder Pflicht; und wenn ich gleich aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott! laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor. Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weih'n; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glück's; 2. Ich seh's an jeder dunfeln Nacht, wo kein Gestirn mir leuchtet; am Mond, wenn er in stiller Pracht mir meinen Pfad beleuchtet. 3. Ich seh's, wenn Donnerwolken glüh'n und Berg und Wald bewegen; ich seh's, wenn sie vorüber flich'n, am fruchtbar sanften Regen. 4. Ich seh', wenn Frühlingslüfte weh'n durch Laub und junge Blüthe; ich seh', wenn reife Saaten steh'n, des Schöpfers reiche Güte. 5. Jch seh' sie auch, wenn tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und brausend von des Himmels Höh' der Nord den Wand'rer schrecket. id 6. Ich sehe sie nicht nur im Glück und bei des Lebens Freuden; ich seh' sie mit bethräntem Blick auch in des Lebens Leiden. 7. Einst seh' ich ohne Thränen sie, noch heitrer als die Liebe und Güte Gottes. 30 Sonne; und frei von dieser Erde Müh', sing' ich in ew'ger Wonne. 5. Wir sinken, Ew'ger, vor dir hin, zu Kindern dir Erwärme du den falten Sinn, der deine Spur verloren. Wir weih'n uns erforen. dir zu neuer Treu'; und unser Aller Wandel sei ein Spiegel deiner Liebe! Mel. Es ist das Heil uns 2c. 41. Gott, der aus Liebe Leben schuf, der du auch mir das Leben, in ihm den seligen Beruf zur Liebe mir gegeben! Ich jauchze dir, ich preise dich; dein Segen, Vater, senket sich Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. in Strömen auf uns nieder! 42. Flammet, ihr, des 2. Der reiche Lebensstrom entquoll des Vaterherzens Tiefen. Er winkt, und Segensfülle schwoll, wo starre Kräfte schliefen. Es werde, sprach der Herr, das Licht! und sieh', die Frühlingssonne bricht aus düstern Winternächten! 3. Da grünt das Land, der Vogel singt; es schwärmt in Meer und Lüften; die Schaar des Wildes jauchzt und springt; es wiederballtin Klüften: Was lebt, erschuf der Herrzu Luft!Doch legt'er nur in deine Brust, o Mensch, das höh're Leben! 4. Den Tropfen senkt er dir in's Herz der schöpferischen Liebe, das Mitgefühl fürFreud' und Schmerz, des Wohlthuns rege Triebe; so stehst du da, der Gottheit Bild; so lang' dein Herz von Liebe schwillt, bleibst du in seiner Liebe. Dantes Triebe! Der Gott des Weltalls ist die Liebe; er ist's in alle Ewigkeit! O, wo kann ich Worte finden, die Liebe Gottes zu verkünden, die ewig segnet und erfreut! Wer bin ich, Herr, vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja selbst der Engel faßt es nicht. 2. Freundlich riefst du mich in's Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, und Freuden um mich her zu streu'n. Stets wird deine Güte währen. Vergieß' ich gleich oft Kummerzähren, sie wird zuletzt mich doch erfreu'n. Gott, was dein weiser Rath mit mir beschlossen hat, bringt mir Segen; du gibst mir Kraft, gewissenhaft den Pfad der Tugend fortzugeh'n. Liebe und Güte Gottes. 31 3. Nie will ich dir treulos 3. Ist ihm auch sein Sohn zu werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, mein Gott, mich liebt? Liebend will ich deinen Willen auch unter Leiden treu erfüllen, bis meinen Leib das Grab umgibt. Dann lieb' ich dich, o Herr! noch weit vollkommener mit den Deinen. O, gib mir Theil an ihrem Heil! dir will ich ewig dankbar sein! In eigener Melodie. 43. Sollt' ich meinen Gott nicht singen? Sollt'ich ihm nicht dankbar sein? Seh' ich doch aus allen Dingen, wie er gütig wal tet, ein. O die reinsten, wärm sten Triebe, die ein Mutterherz nur hegt, welches für den Säuglingschlägt, reichen nicht an seine Liebe. Alles währt nur seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie der Aar, die Brut zu schirmen, über sie die Schwingen streckt, hat in allen Le bensstürmen mich des Höchsten Arm bedeckt. Seit zu erst im Mutterleibe mir sein Wink das Dasein gab, bis zum Schlaf' im fühlen Grab', weiß ich, daß er bei mir bleibe. Alles währt nur seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. theuer? Nein, er gibt ihn selbst dahin, daß der ew'gen Liebe Feuer hell' und läut're meinen Sinn. O der wundervollen Güte, welche mir mein Gott erweist! Nicht sie fassen kann mein Geist; nur empfinden mein Gemüthe. Alles währt nur seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Mich auf dunklem Pfad zu leiten, gibt er mir im Wort' den Geist, der, wo leicht die Tritte gleiten, stets die sich're Dämmerungen leuchtet mir des Bahn mir weist. In des Lebens Glaubens Licht. Grabesnacht, du schreckst mich nicht! Tod, du bist in Sieg verschlungen! Alles währt nur seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 5. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich hin mein Auge kehre, find' ich, was mich nährt und hält, Thiere, Kräuter und Getraide; in den Thälern, in der Höh', in den Bächen, in der See, überall ist meine Weide. Alles währt nur seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 6. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen, scheucht von mir Gefahr und Weh', daß ich neu an jedem Morgen seiner Güte Wunder seh'. Wär'st Barmherzigkeit und Gnade Gottes. 32 nicht du, mein Gott, gewesen; hätte nicht dein Angesicht mein gewahret: wär' ich nicht aus so mancher Noth genesen. Alles währt nur seine Zeit, Barmherzigkeit und Gnade Gottes Lieb' in Ewigkeit. Gottes. distr 7. Wie ein Vater seinem Kinde nimmer ganz sein Herz entzieht, ob es gleich durch manche Sünde kränkt sein liebendes Gemüth: so wird auch durch mein Versehen Gott von mir nicht abgewandt; züchtigt mich mit sanfter Hand, sich rer seinen Weg zu gehen. Alles währt nur seine Zeit, Gottes Lich' in Ewigkeit. 8. Selbst des Schicksals härt'ste Schläge, wie so bitter sie auch sein, wenn ich ihren Zweck erwäge, bringen sie mir Segen ein; zeugen, daß Gott mein gedenke, mir die Fesseln eitler Welt, die uns hart gefangen hält, lös', und frei zu ihm mich lenke. Alles währt nur seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. od 9. Das weiß ich fürwahr, und lasse mir's nicht reden aus dem Sinn: Christenkreuz hat seine Maße; eh' man's denkt, ist's ganz dahin! Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles währt nur seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 44. Singt unserm Gott mit dankendem Gemüthe! Er ist barmherzig und von großer Güte. Er zürnt nicht ewig, will mit seinen Knechten nicht ewig rechten. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschuldet haben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde; so groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Antlitz, wenn er's sucht, verbor gen? So weit der Abend sich entfernt vom Morgen, ent fernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unsern Herzen. 5. So herzlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sün der, wenn sie mit Ernst Langmuth und auf seine Stimme hören und fich bekehren. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen; er weiß: der Mensch ist ein gebrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf von Erde bald Asche werde. 7. Wir sind wie Gras, wir blüh'n, wie Blumen blühen; die Winde weh'n darüber, sie verblühen; und ihre Stätte wird nach wenig Stunden nicht mehr gefunden. 8. Von Ewigkeit zu Ewigkeiten währet die Güte Gottes Jedem, der ihn ehret. So leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! Langmuth und Geduld Gottes. Hi And Mel. Ein Lämmlein geht und 2c. 45. Getrener Gott! wie viel Geduld erzeigest du uns Armen! Wir häufen täglich unfre Schuld; du häufest dein Erbarmen. Was ist des Men schen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf und dem Gesetz entgegen; und doch, o Vater! suchst du ihn von feinem Irrweg abzuzieh'n, zur Beff'rung zu bewegen. 2. Der Menschen Elend jamre all Geduld Gottes. 33 mert dich; wenn sie sich gleich verstocken, willst du sie dennoch väterlich durch Güte zu dir loken. Wie lange sah'st und riefest du nicht eh'mals deinem Volke zu, daß sich sein Herz bekehrte! Wie trugst du nicht so lange Zeit die erste Welt mit Gütigkeit, eh' sie die Fluth verheerte! 3. So gibst du Sündern Zeit und Raum, der Strafe zu ent gehen; du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen; du wartest sein, du suchest Frucht; und wenn du gleich umsonst gesucht, hörst du nicht auf zu bauen. Du schonest sein von Jahr zu Jahr; dein Vaterherz wünscht immerdar noch Frucht von ihm zu schauen. 4. Langmüthiger! so große Huld bezeigest du den Sünund Geduld hast du mit deidern; und wie viel Nachsicht nen Kindern! Sie werden ja, wenn Fleisch und Welt und Satan ihnen Netze stellt, leicht sicher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergehen sich, sie fallen oft, verlassen dich und deine heil'gen Wege. 5. Du warnest sie vor der Gefahr, so oft sie irre gehen, reichst ihnen deine Rechte dar, vom Falle aufzustchen. Du lockest sie, voll Lieb' und Huld, 3 34 Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. verheißest, ihre Sündenschuld herrlicht sei! Laß mich dir zur durch Christum zu vergeben; schenkst ihnen deines Geistes Kraft und, nach vollbrachter Pilgerschaft, ein ewig selig Leben. Ehre leben, laß mich, treu und fromm und rein, dir mich ganz zum Dienste weih'n, jeder Sände widerstreben; laß mich stets dein Auge scheu'n, und mich deiner Gnade freu'n. 6. Laß deine Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Bater huld zurSicherheit uns führen! mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Trag' uns erbarmend ferner 47. Gott! vor dessen Angehin; doch gib uns auch dabeiden Sinn, daß wir die Sünde has sen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum dei ner Gütigkeit zur Buße leiten lassen. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 46. Heiliger! dem Engel dienen, dem in ewig heitrem Licht himmlisch reine Seraphinen mit verdecktem Angesicht Lob und Dank und Ehre bringen, dir, dem herrlich großen Gott, unserm Herren Zebaoth: heilig, heilig, heilig! singen! Heilige du auch durch mich deinen Namen ewiglich! 2. Nimm mich auf in jene Chöre, Herr! mein Herz stimmt ihnen bei; hilf, daß deines Namens Ehre auch durch mich versichte nur ein reiner Wandel gilt, ew'ges Licht! aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt! Heilig und gerecht bist du; und uns allen rufst du zu: ich bin heilig; heilig werde jeder Mensch schon auf der Erde! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkomm'ne Werke. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sei'n. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Huld und Gnade freu'n. Wer be harrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O! so laß uns nicht ver Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. 35 scherzen, was dein Rath uns ner Rechte hohen Werth; o zugedacht! Schaff' in uns hilf uns treu sie halten! stets reine Herzen! Tödt' in uns der Sünde Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt; und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O! so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaff'ne Heiligkeit! Mach' uns deinem Bilde gleich! denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. 2. Wie wohl ist dem, o Herr, zu Muth, der treu in deinen Wegen nach deinem heil'gen Willen thut; ihm wird der beste Segen, ein Segen, den kein Sünder kennt; sein höchstes Gut der Fromme nennt: die Ruhe des Gewissens. 3. Auch das ist seine Zuversicht: du werdest einst vergelten; und wer sie hegt, den täuschet nicht die Hoffnung beff'rer Welten. Groß wird dereinst vor deinem Thron der hier geprüften Tugend Lohn, reich ihre Ernte werden. 4. Der Sünder prange, gleich dem Baum voll grüner, frischer Blätter, beschatte stolz den weiten Raum und troße jedem Wetter. Bald braus't der Sturm; der Stolze fällt; entwurzelt liegt er und entstellt: dies ist der Lohn der Sünder. Suwalind 5. Gerechter Gott! dies warne mich, wenn mich die Sünde locket, daß nicht mein Mel. Es ist gewißlich an der zc. 48. Du bist, o Gott, gerecht; du gibst uns heilige Gesetze, und willst, weil du das Gute liebst, daß Keiner Herz sich wider dich und dein Gebot verstocket. Der Tugend Lohn erweck in mir stets Lust und Muth, mit Freuden dir, sie verletze. Dein Wort und Gerechter zu gehorchen. die Vernunft erklärt uns deild 3 3* 36 Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. Treue und Wahrhaftigkeit stets sein Herz gesinnt gegen Gottes. mich, sein liebes Kind. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört. Ihre Liebe mag erkalten, bleib' ich meinem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Sonn' und Schild. Mel. Gott des Himmels und 2c. 49. Weicht, ihr Berge; fallt, ihr Hügel; brecht, ihr Felsen; stürzet ein! Fester wird, als Berg' und Hügel, Gottes Vatertreue sein, unbewegter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie.be 2. Gnade hat er mir versprochen; das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür. Erd' und Himmel mag vergeh'n; was er zusagt, muß gescheh'n. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen; wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heu d le salid chelei, ist wahrhaftig, ist getreu. 4. Mag die Welt mich immer hassen und verfolgen; doch will ich mich auf Gottes Treu' verlassen; Gott erbarmt auch meiner sich. Denn er bleibet immer dar, was er ist und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten, und verbirgt sein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten; so vergißt er mich doch nicht. Treu bleibt 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt. Welch' ein Treft! nun werd' ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht sein; sollte nicht mein Herz sich freu'n? 8. Jhm allein will ich ver trauen, will auf diesem Felsen ruh'n, will mein Glück auf ihn nur bauen; was er sagt, wird er auch thun. Erd und Himmel mag vergeh'n! Ewig wird sein Bund besteh'n. mel. Es ist genug, so nimm 2c. 50. Gott ist getren! Sein Herz, sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Jm Wohlsein und im Schmerz erfreut und trägt er ste. Mich decken seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge! Fallt, ihr Hügel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treu'ster Freund. Dies Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. 37 weiß, dies hoff' ich fest; ich weiß tragen, und endlich stillt er gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Erstärfet mich nach seinem Bunde in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott iſt getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist; so irr' und gleit' ich nicht. Das Laster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und, was er that, ist gut. Die Trübsal auch; mein Vater bessert mich durch Alles, was er thut. Die Trübfal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 5. Gott ist getreu! Er, dem 51. Noch nie hast du dein ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan im Wechsellauf der Dinge, zum Gewinn des ew'gen Heils hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden, und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ihr irdisch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er alle Klagen. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freu'n? Sei Gott getreu und fürchte Nichts! Mag doch die Welt voll Ärglist sein! Selbst falscher Menschen Neid und Tücke gereichen mir zum wahren Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Vergiß, o Seele, nicht, wie zärtlich treu er ist! Gott treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt fest an Gott; sei treu im Glauben! Laß Nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott! verletzt. Du hältst getreu, was du verspro chen; vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel gleich vergeh'n, wird ewig doch dein Wort besteh'n. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheißen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Er Eeligkeit Gottes. 38 füllung gleich noch weit; so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Wie du unfehlbar das verleihest, was deine Güte uns verhieß; so trifft die Strafe, die du dräuest, den Sünder endlich auch gewiß. Die deine Langmuth, Gott, verschmäh'n, wie wollen sie vor dir besteh'n? besteh'n? 4. O pflanze, Herr, in mein Gemüthe die Ehrfurcht, die dich findlich scheut! Gib, daß ich mich vor Leichtsinn hüte, vor aller Ungerechtigfeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Gesetz mir untersagt! Seligkeit Gottes. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 52. Wie selig bin ich, wenn mein Geist empor zu Gott sich hebtund, weil er seinen Schöpfer preist,:,: des EngelsLeben lebt!:,: 6. Gib, Herr, daß ich die Wahrheit liebe, und allen meinen Pflichten treu, durch Falschheit keinen je betrübe, und ferne sei von Heuchelei! Dann bin auch ich des Gottes Kind, dem Treu' und Wahrheit heilig sind. 2. Wer gleicht ihm? wer ist so geschmückt mit Herrlichfeit und Licht? Des Himmels Geister seh'n entzückt sein herrlich Angesicht.:,: 3. Ein voller Strom von Wonne quillt aus seiner Wis senschaft; denn er ist selig und erfüllt:,: mit Freuden, was er schafft.:,: 4. Der Herr ist selig, nicht allein; denn er will in der Zeit und Ewigkeit auch uns erfreu'n durch seine Seligkeit.:,: 5. Er wollt's und schuf; und nun umringt den Seligen ein Heer, das selig ist und ihm lobsingt,:,: das Niemand zählt, als er.:,: 6. Auch ich entstand auf seinen Ruf, auch ich soll se lig sein. Heil, Seele, dir! die Gott erschuf, um ſeiner dich zu freu'n... 7. Schon fich'st du durch ein dämmernd Licht, was Engel mehr versteh'n; dort wirst du ihn von Angesicht zu Angesichte seh'n.;;; 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte: deiner Gnade trau'n. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen bau'n? Du bist ein Fels; dein Bund steht fest. Wohl dem, der sich auf dich verläßt. Das Weltall. 3. Gottes Das Weltall. Mel. Wachet auf, ruft 2c. 53. Betet an! laßt uns lobfingen, und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen, dem Gott voll Weisheit, Güt' und, Macht! Was da ist, hieß er entstehen, die Erde und des Himmels Höhen. Ihm werde Lob und Preis gebracht! Wer ist dem Höchsten gleich? Er hat sein weites Reich sich bereitet, er schuf die Welt, die er erhält. Es rühm' und preis' ihn seine Welt! Schöpfung. Lauf; enthüllt steigt nun heraufseine Erde, sein Eigenthum, sein Preis und Ruhm, und seines Sohnes Eigenthum. 4. Er gebeut: der Erde Felder und Hügel, Thäler, Berg' und Wälder blüh'n fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Seine Sonn' in hoher Ferne regiert den Tag; und Mond und Sterne regieren stiller in der Nacht. Er spricht: da füllt das Meer ein tausendfältig Heer, ihm zum Preise. Auch singt und ruft das Volk der Luft zu ihm, der es zum Leben rust. 5. Und wie wimmelt's im Ge filde von Thieren! wie sein Wald vom Wilde! von Freuden hallen Berg' und Thal. Wer bevölkerte die Erde mit dieſer lebensfrohen Heerde, so mannichfaltig ohne Zahl? Was sich auf Erden regt, sich fühlet, sich bewegt, schuf der Höchste. Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Er ist der Schöpfer, er ist Gott! 6. Tiefer betet an und bringet des hohen Lobes mehr und singet erhab'ner euren Preisgesang! Laßt uns, sprach er, Menschen schaffen, ein Bild von uns, nach uns geschaffen! 2. Seiner Seligkeiten Fülle auch mitzutheilen, war sein Wille; und, was er wollte, das geschah. Er gebot allmächtig: Werde! da ward der Himmel, stand die Erde zum Preise seiner Güte da. Der Allmacht erster Sohn, der Engel, jauchzte schon seinem Schöpfer; doch war's noch nicht auf Erden Licht. Er sprach: es sei! da ward es Licht. 39 3. Alles ordnet'er auf's Beste, und wölbte oben eine Feste, und unter ihr der Wolken Heer. Wasser deckt der Erde Höhen; er donnert, seine Winde wehen; es flieht, und decket sie nicht mehr. So bricht er seinen 40 Das Weltall. und Adam ward und jauchzte 4. Seht, der Vögel muntDank! Dank, rief er, Schöpfer, Gott! ich ward auf dein Gebot. Preis dir, Schöpfer! Du, Herr, bist Gott! Du, Herr, bist Gott! Esist kein andrerHerr, alsGott! 7. Ewig wollen wir lobsingen, und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen. Sein, sein ist Weisheit, Güt' und Macht. Jauchzt! er hat auch uns erschaffen, nach seinem Bild auch uns erschaffen! Ihm werde Dank und Preis gebracht! Wir sind, o Gott, von dir. Frohlockend rufen wir: Preis dem Schöpfer! Er schuf die Welt, die er erhält. Es rühm', es preis' ihn seine Welt! mel. Allein Gott in der Höh' 2c. 55. Wenn ich, o Schöpfer, su Mel. Nun kommt der Heiden 2c. deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend über 54. Himmel, Erde, Luftund lege; so weiß ich, von Bewund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 10 3. Wer mißt dem Winde Meer zeugen von des Schöpfers Ehr'; meine Seele, singe du, bring' auch jetzt dein Lob herzu. 2. Jhn erhebt das Sonnenlicht, wenn es durch die Wolken bricht; auch der Sterne Lauf und Pracht jauchzet Gott bei stiller Nacht. rer Chor schickt ihm frohen Dank empor! Ihn verkündigt überall seines Donners lauter Schall.bb.GG 15. Seine starke Schöpferhand macht das weite Meer bekannt. Auf sein Drohen schweigt vor ihm selbst der Wellen Ungestüm. mies 6. Ach, mein Gott! wie sichtbarlich zeigst du meiner Seele dich! Drücke stets in meinen Sinn, wer du bist und wer ich bin. h 3. Seht, wie er das Land beglückt und mit reichem Segen schmückt! Jedes Kraut und jedes Thier ist ein Zeuge, Gott! von dir. Das Weltall. seinen Lauf? Wer heißt die Wolken regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Himmel reichen! and 41 Mel. Ich dank' dir schon 2c. 56. Mit heil'gem Schauer blick ich hin, Herr, zu des Himmels Höhen, wo Sonn' an Sonne, Welt an Welt, so schön geordnet stehen. 2. Auf deine Erde strahlt herab aus weiter, hoher Ferne des Mondes sanfter Silberglanz, das milde Licht der Sterne. 4. Dich predigt Sonnens schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere; bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist selbst der herrlichste Beweis von deiner Güt' und Größe. i to jail 3. Vom Staube wag' ich's hinzuschau'n, wo deine Sonnen glänzen, und forschend sucht mein Auge dort, Herr! deines Reiches Gränzen. 4. Umsonst! den gränzenlosen Raum der fernsten Son nenheere mißt kein Erschaffner, zahllos sind sie, wie der Sand am Meere. id bil 5. Du zählst, o Unermeßlicher, der Sterne Millionen, und herrschest hier, und segueſt dort, wo nur Geschöpfe wohnen. 6. Auch dort ist deines Reichs Gebiet erfüllt mit höhern Wesen, und sie, wie ich, sind, Herr! durch dich zur Ewigkeit erlesen. ubi f03 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist! Erhebe seinen Namen! Gott, unser Bater, sei gepreist, und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt 7. Frei werd' ich einst mit fürcht' ihren Herrn, und ihnen mich von Sonn' zu hoff' auf ihn, und dien' ihm Sonne schwingen; mit ihnen, gern! Wer wollte Gott nicht Weltenschöpfer, dir Dank, dienen? s and no Preis und Ehre singen! gibi smo jo po 42 Die Geisterwelt. ner Hülle hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. Die Geisterwelt. Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 57. Wer er zählt, Unendlicher! die Reih'n der Geister, Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. die sich deiner freu'n, hinauf zu 58. Diwerzählteuch, Mildir als Vater seh'n, aus allen Welten zu dir fleh'n? 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einst an Staub gefesselt war, und jetzt in einer höhern Welt anbetend vor dir niederfällt. du 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die jetzt und einst noch wunderbar du mit der Mensch heit Hülle zierst, und durch den Tod zum Leben führst. lionen, die in der Himmel Fernen wohnen, und unsers Gottes Ruhm erhöh'n? Herrlich ist der Herr! so rufen sie, tief anbetend an den Stufen des hohen Throns, um den sie steh'n. Ihr Heer, umstrahlt von Licht, bedeckt das Angesicht vor dem Schöpfer. Hallelujah! tönt's fern und nah' durch alle Himmel Gottes hin. 4. Doch hier auf Erden nicht allein sind Wesen, die sich deiner freu'n, hinauf zu dir als Vater seh'n, dich lieben, betend dich erhöh'n. 5. Dein Reich ist unermeßlich groß, ist, wie du selbst bist, gränzenlos; es lebt in deinem Weltenmeer ein ungezähltes Geister- Heer. 6. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesfeln hier entreißt, dann stimm' auch ich in ihren Reih'n als Mitanbeter Gottes ein. 7. Dann preis' ich dich, deß Allmachtsruf mit ihnen mich verschwistert schuf, nur mei2. Hohe Seligkeit ist's ihnen, dem Gott, der sie er schuf, zu dienen, von niedern Sinnenlüften fern. Voll von Eifer und vollkommen gehorchen sie, schau't hin, ihr Frommen! ihm, ihrem Gott, dem Weltenherrn. All' ihre Herr lichkeit, all' ihre Seligkeit ist Gehorsam. Sie zögern nie, er sende sie, wohin sein Wink sie senden mag.( G) 3. Gott! mit allen Engel heeren soll, wer hier heilig wird, dich ehren, und ewig sich mit ihnen freu'n; soll, wenn hier er siegend streitet, von ihnen einst zu dir geleitet, wie sie bei dir dort selig 43 4. Dir, Gott, sei Dank! Sei hochgelobt! Wir können's nun, wie sehr er tobt; mit dir soll's uns gelingen. Dein Sohn hat Satans Reich zerstört, zerstört sein Werk, und uns gelehrt, die Sünd' und ihn bezwingen. Wer kämpft und treu an Jesum glaubt, zertritt mit ihm des Mörders Haupt. 5. Verführen kann er nun bloß den, der schlummern will, nicht widersteh'n, nicht nüchtern sein, nicht beten; doch den, der, stark durch deine Macht, Psich selbst erkennt und weislich wacht, wird er nicht untertreten. Der Glaube siegt und zwinget ihn, bedeckt mit Schande zu entflieh'n. 6. Er reiz' uns, oder reiz' uns nicht zur Uebertretung uns'rer Pflicht; wer frevelt, wird sein Sklave! Wer seiner Missethat sich freut, gewarnt und mit Beharrlichkeit, verdient auch gleiche Strafe. Verschuldet ist sein Untergang; er sündigt frei und nicht aus Zwang. 6 mie 7. Hilf uns in unserm Kampf, o Gott! Dann soll kein Leiden und kein Tod von deiner Lieb' uns trennen. Erscheint uns auch ein täuschend Licht, doch täuscht, o Herr! do Die Geisterwelt. sein. Heil mir! ich bete dann froh dich, o Vater, an mit den Engeln; in ihren Dank tönt mein Gesang dann hin durch alle Ewigkeit. Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. 2c. 59. Selbst Engel fielen einst, o Herr! weil sie nicht dir, Allmächtiger! sich unter werfen wollten. Durch Ungehorsam nun entweiht und fern von jener Herrlichkeit, die sie bewahren sollten, erfreut sie nie dein Angesicht, sie sind behalten zum Gericht. 2. Sie fühlen's und versuchen doch, wie Satan, ihr Verführer, noch, dir, Herr! zu widerstreben. Der erste Mensch, gereizt durch ihn, sich dem Gesetze zu entzieh'n, verschmähte Heil und Leben. Die Lust gebar die Sünd', o Gott! und sie, ach! sie gebar den Tod. 3. Wenn wir nicht deiner Wahrheit Licht, wenn wir dich selbst, o Vater! nicht zu unserm Schutze hätten; wer widerstände seiner Macht? Nun können wir's, von dir bewacht; wir können uns nun retten, wir können seine Schlin gen seh'n, und seiner Bosheit widersteh'n.nl 44 Die Erde und dein Feind uns nicht; wir werden ihn erkennen. Getrost! wir kämpfen nicht allein. Du hilfst; wir werden Sieger sein. Die Erde und ihre Be wohner. Mel. Sollt ich meinem Gott 2c. 60. Gott! aus deinen Schöpferhänden ging die herr liche Natur. Solchen Bau so schön vollenden konnte solch ein Schöpfer nur. O wie könnt' ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, Pracht und Mannichfaltigkeit, wie die Zeugen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit seh'n, und doch stumm vorübergeh'n? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: gut und groß ist, der uns schuf! Betend werf auch ich mich nieder; Herr, dein Preis fei mir Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preisen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer kenne, und, von hohem Eifer voll, mehr dich kennen lernen soll! 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten, will ich deine Schöpfung seh'n, und durch ihre Herrlichkeiten stets mit off'nem ihre Bewohner. Herzen geh'n. Alle steh'n ja unverschlossen, sind dem Nermsten ja bekannt; näher werd' ich dir verwandt, hab' ichschuldLos sie genossen; still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh' noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für meine Freuden vor dem ersten Athemzug. Zum Genuß für Leib und Seele hast du, Herr, mit Freundlichkeit so viel Gaben hingestreut, daß ich im Ge nuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o! der zeigt, daß er mich liebt. 5. Und wer wollte je vermessen, mitten in der schönen Welt, deiner Macht und Huld vergessen und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Vater sorge weih't, du bist's, der auch mich erfreu't in der Stille wie im Sturme. Herr, dir will ich ganz vertrau'n, und mein Heil auf dich nur bau'n! mel. Schmücke dich, o liebe zc. 61. Schmücke dich, mein Herz, zu preisen den, der bir hat wollen weisen, wie durch Werke seiner Hände seine Lieb Welterhaltung. er dir verpfände, wie die Liebe sei beflissen, deines Schauens zu genießen, daß du süß gelocket kämest, und um Lust die Liebe nähmest. 2. Wo ich mein Gesicht hinschicke, leuchten mir der Liebe Blicke; und wo ich mein Ohr hinkehre, tönet mir die Freudenlehre: Liebe läßt sich nicht verhehlen, die die Himmel zu erzählen und die Feste zu verkünden, nie sich lassen müßig finden. r 3. Himmel, Erde, Luft und Meere preisen ihres Schöpfers Ehre, da man sichet, schmeckt und fühlet, wie der Güte Reichthum spielet. So zur Rechten, so zur Linken sieht man Gottes Finger winken: Komm und siehe meine Werke, meine Weisheit, Lieb' und Stärke. 4. Großer Gott! ach! meine Sinne werden ihrer Schwachin 4. Gottes 1918 t Tim Welterhaltung. 45 heit inne. Großer Gott! in engen Schranken bleibet meines Herzens Danken. Wem kann ich dich denn vergleichen? Wie kann dich mein Lob erreichen? gäb ich auch mein ganzes Leben, großer Gott! dich zu erheben. 5. Doch erweckt in mir das Sollen stets ein fühnes gerne Wollen, daß ich im Gefühl der Schwäche voll Bewunderung ausbreche: Herr, wie groß sind deine Werke! deine Weisheit, deine Stärke! und mit dankendem Gemüthe: Herr, wie groß ist deine Güte! Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 62. Die Sonne schmücket Berg und Thal; es wärmet uns ihr milder Strahl; und schon hat manch Jahrhundert 6. Laß aus Sonne, Mond und Sternen deine Macht uns kennen lernen! Laß die Wunder auf der Erden uns zu klaren Spiegeln werden, deine Liebe brin zu schauen, daß wir freudig dir vertrauen, uns durch Sorgen nicht betrüben, dich nur fürchten, ehren, lieben! Vorsehung. ihr mildes Feuer überall empfunden und bewundert. 2. Doch ist sie nur dein der die Welt erfüllt! du bist schwaches Bild, o Schöpfer, die wahre Sonne. Aus deiner Vatergüte quillt Licht, Leben, Heil und Wonne. Welterhaltung. 46 3. Dein Auge, das für Alles wacht, hat auch auf unser Wohlsein Acht, und wird nie matt und trübe. Selbst in bewöltter Mitternacht umstrahlt uns deine Liebe.dor das 4. Du bist's, der die er schaff'ne Welt vom Engel bis zum Staub erhält; du siehest uns're Sorgen. Kein Blättchen, das vom Baume fällt, bleibt deinem Blick verborgen. 5. O Wahrheit, Himmels glanz vom Herrn, sei mir zu meinem Heil nicht fern, geh' auf in meiner Seele, daß ich mein Ziel hier kennen lern', und sich're Wege wähle! 6. Ja, Herr, dein Wort sei stets mein Licht! o laß mich deiner Leitung nicht muthwillig widerstreben! 3u treuer Uebung meiner Pflicht gib Wärme, Licht und Leben! Mel. Vater uns. im Himmelr. 2c. 63. Gott! deine weise Deine Macht erhält die ganze lebensvolle Welt; und Aller Augen freuen sich, und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie Alle liebst, und Je dem seine Speise gibst. sättigt sie dein Aufseh'n und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. bol 2. Du öffnest deine Hand, so fließt herab, was Jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bestimmtes Theil, gabst mir's mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rech ter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. is dit mo 4. Ich bin gewiß, du kannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! ich bin gewiß, du thust mir wohl, so lang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; was ich bedarf, das gibst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; doch nährt ihn deine milde Hand. Die Blume schmückt nicht selber sich; doch Fleidest du sie königlich. Vergif es, meine Seele, nie: weit mehr bist du vor Gott, als sie! 6. Mich schuf Gott nicht für diese Zeit; mein Ziel ist in der Ewigkeit; er gab mir Freiheit und Verstand, und machte selbst sich mir bekannt; Nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von Gott, der das an mir gethan, werd' ich auch Welterhaltung. Speis und Trank empfah'n. Selbst dem, der seine Huld verschmäht, gibt er sie ohne sein Gebet. Gewiß wird er, bei Fleiß und Fleh'n, mich väterlich damit verseh'n. 47 tränkt. Du bist es, der durch seine Kraft im Frühling Alles neu erschafft. Mel. Dir Gott, dir will ich 2c. 64. Gott, den alle O Himmel ehren, von dir kommt aller Welten Pracht! Was wir empfinden, seh'n und hören, hat, Herr! dein Wort hervor gebracht; und deiner tiefen Weisheit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bist es, der die Thiere weidet, dem Baume seine Schönheit schenkt; du bist's, der Berg und Thäler kleidet, und sie mit mildem Regen 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen, und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld mit tausend Farben spielt: das Alles kommt von dir, o Herr! du willst, so wird's, Allmächtiger! 8. Laß, Gott! mich nur genügsam sein, mich dankbar deiner Gaben freu'n; und mehr noch deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der 4. Wie Viel vermag dein du des Segens Quelle bist, aus welcher alle Wohlthat fließt. 9. Bei deiner Gaben Ueber fluß erhalt' mich mäßig im Genuß. Bewahre mich in Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du sorgst doch für mich lebenslang; dies rühme stets mein Lobgesang! schaffend: Werde! daß einst dem Nichts zu sein gebot! Dein Bob verkündet schon die Erde; doch herrlicher und stärker, Gott! verkündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht. 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes! fließt auch der Sonne feurig Meer. Ja, großer Schöpfer des Gesichtes! von dir kommt auch das Wunder her, daß mir die Schönheit dieser Welt so strahlend in die Augen fällt. 6. Was lehrt das Heer von taufend Sternen, das selbst die Nächte reizend macht? Von ihnen soll ich hier schon lernen, wie groß, o Schöpfer, deine Pracht! Gott! du bist Nichts als Heiterkeit; nur Licht und Strahlen sind dein Kleid. 7. Ach, Schöpfer! heil'ge mein Gesichte, wenn ich so Welterhaltung. 48 voll Verwund'rung steh', daß ich in deines Geistes Lichte nachdenkend dich, den Ursprung, seh'. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenluſt. d 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehest Mel. Nun sich der Tag geend. c. 65. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Her zens Lust! Ich mache deine 9. Du trägst uns Sünder Güte fund aus danferfüllter Brust. biemos uns auch in Gefahr und Nöthen treulich bei.is bou mitGeduld, und züchtigst väterlich; und bitten wir: erlaß die 2. Ich weiß, daß du von Schuld! erbarmst du unser dich. Ewigkeit die reiche Quelle bist, 10. Die Thränen die der aus der uns Allen jederzeit viel Heil und Gutes fließt. Fromme weint, bemerkst und zählest du, und sprichst ihm tröstend als ein Freund in seinem Kummer zu. 3. Was sind wir doch, was haben wir von Gütern aller Art, daß uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben ward? 4. Wer hat des Himmels schönen Bau so prächtig aus geschmückt? Wer ist's, der unser Feld mit Thau und Regen mild erquickt? 7. Ach, Herr und Gott! das kommt von dir, du, du mußt Alles thun! dein Aufseh'n wachet für und für, und läßt uns sicher ruh'n. 5. Wer sorgt für uns im Winterfrost und unter Sturm und Wind? Wer macht's, daß jährlich Korn und Most für uns vorhanden sind? 12. DI Seele, die du zaghaft lebist, wohlauf! und fasse Muth! der alles Guten Urquell ist, Gott macht es mit dir gut. 13. Er ist dein Schatz, dein bestes Theil, in Finsterniß dein Licht, in aller Noth dein Schirm und Heil; dein Gott verläßt dich nicht. 6. Wer gibt dem Leibe Stärt und Kraft? wer ist es, dessen Hand den werthen Frieden hält und schafft in unserm Vaterland? Glück gebricht; wie herrlich wird's ersetzt, wenn einst vor deinem Angesicht, ihn ewig Heil ergötzt!#s 14. Ei nun, so laß' ihn ferner thun und red' ihm nicht darein; so wirst du Weltregierung. 49 hier in Frieden ruh'n, dort Wo Menschen zu ihm flehen, ewig selig sein.in da eilt er beizustehen. bilo Weltregierung. Mel. Was Gott thut, daß zc. 66. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, wer macht ihn dir verdächtig? Wenn Meeresfluth, wenn Feuersgluth uns schon ereilet hätten; so kann er doch noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott weiß alle Dinge. Selbst was der Mensch für kleinlich hält, ist ihm nicht zu geringe. Sein Auge sieht in dein Gemüth. Die Bitte, die du thatest, vernahm er, eh' du batest. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist der Allweise. Einst weckt dich, was dir jetzt mißfällt, zu seines Namens Preise. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch jede Nacht der Leiden zum Lichte reiner Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich hält, ist seines Heil's gewärtig. Oglaub' cs gern! Gott ist nicht fern. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und ist er nicht die Liebe? Nichts ist, Quell des Elends bliebe. O was dem, der ihm gefällt, ein fasse Muth! Selbst Jesu Blut sagt dir bei jedem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt, ist gnädig und geduldig. 3war, wenn er vor Gericht uns stellt, sind selbst die Frommen schuldig; doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Er schonet als Erbarmer; was wärst du sonst, du Armer? 7. Drum, Gott, weil du die Welt regierst, wie könnt' ich je verzagen? Ich folge dir, wie du mich führst. Nichts soll mich niederschlagen. Ich Hoff' auf dich; du segnest mich, wenn ich auf dich nur schaue und freudig dir vertraue. O Mel. Gott, du frommer 2. 67. Nichts ist von ungefähr! Ein großer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt.mit reichem Segen zieret. Und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. D wohl mir, daß mein Glück in seinen Händen ruht.** 4 Weltregierung. 50 2. Wie dürft' ich mißvergnügt in meinem Stande le ben? Kann jemals böse sein, was Gott mir hat gegeben? Der Thor nur flagt und murrt, und tadelt Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 3. Wer wahre Weisheit licbt, der liebt auch den Gedanken: ,, mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken." Ich sollte, was ich bin, nicht etwas Anders sein, und mein besond'res Loos stimmt mit dem Ganzen ein. In tno 13 4. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch, folg' ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerzi 68. Preist, macht, denn, was mich elend ist immer nur mein Herz. 5. Wie thöricht würd' ich sein, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich, und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Leidens Bitterkeit. 6. Jm Leiden lern' ich mich und meinen Gott erkennen, und mich mit edlem Sinn von falschen Freunden trennen. Wie kann mir schrecklich sein, was mich vollkommner macht? Die Tugend ist mir mehr, als Neichthum, Glück und Pracht. 7. Ja, Tugend wird bald schwach im Schooße nied'rer Freuden, und stark erscheinet sie, umringt von herben Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt, und überlebt die Zeit. Gdy 8. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, und auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! Ostehe du mir bei, daß selbst in Noth und Tod mein Herz dir folgsam sei! Mel. Was mein Gott will 2c. Menschen, preist den Herrn der Welt! Seht seiner Vorsicht Spuren in Berg und Thal und Wald und Feld, in Wiesen und auf Fluren! Durch seine Kraft, die Nichts erschafft, was er nicht auch regieret, steht Alles da, wird fern und nah sein Rathschluß ausgeführet.a 2. Nichts läßt er durch ein Ungefähr, Nichts ohne Zweck geschehen. Sein Wink ruft die Weltregierung.profes Geschöpfe her, sein Wink läßt sie vergehen; und was er thut, ist immer gut, kann nie des Zwecks verfehlen. Ihm mangelt's nicht an Macht und Licht, das Beste zu erwählen. 3. Nur er vertheilt der Kräfte Gang; in Menschen, Thieren, Pflanzen herrscht Ordnung und Zusammen hang zum sichern Wohl des Ganzen. der feinste Staub, und Wasser, Luft und Erde zeugt, daß die Welt, die er erhält, nie leer an Segen werde.ind 4. Die dürren Felder tränket er mit Thau und mildem Regen; der Berge Grund, das weite Meer erfüllet er mit Segen. Wir seh'n erfreut den Reiz erneut, der unsre Erde schmücket; und daß die Saat Gedeihen hat, wirkt er, der gern beglücket. 5. Der Herr, der Welten Herr allein, läßt unsern Plan gelingen, gibt Kraft, der Tugend treu zu sein, und Gutes zu vollbringen. Was uns gebricht, versagt er nicht; er will uns gern erfreuen, wenn wir nur gern ihm, unserm Herrn, hier unser Leben weihen. 6. Gott, was dein Rath mir nützlich fand, mag immer 51 mir begegnen! Mein Schicksal steht in deiner Hand; ich weiß, du willst mich segnen. Ja, selbst im Schmerz soll nie mein Herz an deiner Huld verzagen. Ich kenne dich; du kennest mich: wie könnt' ich jemals klagen? mit Mel. Allein Gott in der Höh' zc. 69. Dir, unserm Gott, ist Niemand gleich im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über Alle dich erhöht, die Kron' und Zepter tragen. id blo 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wer kennet seine Gränzen? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh' ich Welten glänzen. Weit, über alle Himmel weit, geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrscheft über Alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach heiligen Geseßen. Du pflegst auch dei ner treuen Hut das Kleinste werth zu schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ist's dein liebstes Werk, zu segnen, zu beglücken. 4. Wie recht ist, Höchster! 4* 526 Versorgung der dein Gericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig Maaß hält dein Gewicht, wenn du Vergeltung übest! Du handelst stets nach Billigkeit, in dieser und der fünft'gen Zeit, beim Strafen und Belohnen. 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über Alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Jch, dein ge ringster Unterthan, Herr! bete doch getrost dich an, und traue deiner Gnade. 6. Herr! ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Luft will ich bis in den Tod, nach deinem heiligen Gebot, durch deinen Beistand wandeln. Geschöpfe. 3. Und ohne seinen Willen fällt kein Sperling nieder; denn er hält den Wurm, der sich im Staube nährt, des Schußes, wie den Engel werth. 4. Und so forgt auch sein Vatersinn für mich und was ich hab' und bin. Leib, Seele, Geist, Herz und Verstand verdank' ich seiner Vaterhand. mel ausgespannt, umfasset ihn mit starker Hand, und seines Reiches Herrlichkeit ist ohne Grenzen, Maaß und Zeit. 2. Doch für das Ganze sorgt nicht nur der weise Vater der Natur; er, der den kleinsten Staub beseelt, hat jedes Haupthaar auch gezählt. 5. Er wog, nach meiner Fähigkeit, mir meine Wohlfahrt und mein Leid, mein ganzes Schicksal bis in's Grab und meine Lebensdauer ab. 6. Erhalte den Gedanken mir: o Gott! was fommt, das kommt von dir! Was deine Vorsicht an mir thut, ist herrlich, weise, heilig, gut. Versorgung der Geschöpfe. Mel. Alle Menschen müssen zc. Mel. Vom Himmel hoch zc. 71. Bester, weisester Re 70. Gott, der den Him- gierer! Aller Welten Preis sei dir! Du mein Beistand, du mein Führer! Gott, mein Gott, wie dank' ich dir! Unter vielen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich und versorgst mich väterlich. 2. Kann ich dich genug erheben? Du, der Alles wer Versorgung der Geschöpfe. 53 den heißt, gabst mir mit des gen, wenn mir Leiden widerLeibes Leben auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit stau nendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. fahren oder dräu'n? Nein, o Herr! dich lass' ich walten; du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz: dankvoll nimmt's von dir mein Herz. 3. Auf der Menschheit hohe Stufen stellte, Herr, mich deine Hand, wo ich deiner Stimme Rufen früh schon hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Baterarmen in der Kindheit schon zu dir. O wie preif' ich dich dafür! 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Vater, dich. Ja, du kamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Baterhuld verlieh? Nein, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt' ich za7. Flöh'n mich auch die besten Freunde; fehlt auch andre Freude mir; wären viel auch meiner Feinde: dennoch bleib' ich stets an dir; dennoch will ich nicht verzagen, will auf's Ende aller Klagen, auf die bess're Zukunft schau'n, und von Herzen dir vertrau'n. 8. Besser noch, als selbst das Leben, ist, o Vater, deine Huld. Was mir nützt, wird sie mir geben, und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester, immer inniger und fester hier mit dir vereinigt sein, deiner Gnade mich zu freu'n. 9. Oder seligen Verbindung, Allergütigster, mit dir! Gib, o Vater, stets Empfindung deiner Vaterliebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einst noch deiner sich in deinem Himmel freu', und in dir ganz selig sei! 1509 19.8 ndogog v mnis)( dis) Versorgung der Geschöpfe. 54 Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. 72. Auf! laßt uns Gottes Güte uns führen zu Gemüthe! Kommt, lasset uns erwägen des Vaters Huld und Segen! 2. Noch eh' er sprach: es werde der Himmel und die Erde! sind wir, die wir ihn lieben, in's Lebensbuch geschrieben. 3. Als wir noch ohn' Bewegen in Finsterniß gelegen, ohn' Menschenhülf' und Sorgen, der Mutter selbst verborgen; 4. Hat er uns schon gegeben die Glieder und das Leben; hat das, was uns genähret, uns wundervoll gewähret. 5. Durch ihn, der uns bereitet, sind wir an's Licht geleitet; daß wir's gesund gesehen, ist nur durch ihn geschehen. 6. Und da wir's kaum erblicket, hat er uns schon beglücket, zum Christenthum erforen, durch Taufe neugeboren. 7. Er gibt uns zu erkennen sein Wort, daß wir ihn nennen den gütigen Ernährer und freundlichen Bescherer. 8. Er hat für unser Leben selbst seinen Sohn gegeben, zu wirken, ja, zu dulden zur Tilgung unsrer Schulden. 9. O lasset uns bedenken, wann uns die Sorgen frän ken, daß der auf's Höchste liebet, der auch den Sohn uns gibet. 10. Er kann uns nicht versagen, wenn wir ihm gläubig klagen, was wir von seinen Gaben hier täglich nöthig haben. 11. Die Vögel in den Lüften, die Thiere in den Klüften, die Blumen an den Wegen beweisen seinen Segen. 12. Der sie so treulich heget und ihrer treulich pfleget, kann keinen Himmels- Erben verlassen zum Verderben. 13. Vater, deine Liebe lass' uns aus heil'gem Triebe doch allezeit betrachten, und nie gering sie achten! 14. Verleih' uns und ge währe, zu deines Namens Ehre, daß wir auf dich nur schauen, und dir allein ver trauen! 15. Wenn wir dich, Höchster, haben, so werden uns die Gaben, der wir in diesem Leben bedürfen, wohl gegeben. 16. Die Erde mag ver gehen, der Himmel nicht be stehen: du, Gott, kannst nicht Gottes Schutz. verlassen, die dich im Glauben fassen. Con 55 uns regierst, und uns zu dem Ziele führst, wo wir deine Gnade schauen? Selig, wer sich felsenfest auf dein VaterGottes Schuß. herz verläßt. Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 73. Mächtig kannst du uns bewahren, Höchster, du ermatteft nie. Schweben wir gleich in Gefahren! du gebeutst, so fliehen sie. Alles wechselt rings auf Erden; Alles, was die Sinne rührt, und das Herz oft irre führt, kann uns leicht entrissen werden; du nur stehest ewig treu deinen frommen Freunden bei. in 2. Gott, wer deiner Macht und Liebe immer glaubensvoll gedenkt, fühlt sich durch des Glaubens Triebe von Verzweiflung weggelenkt. Niemals sorglos und verwegen, doch auch fern von Aengstlich keit, sieht er, wenn Gefahr ihm dräut, deiner Hülfe still entgegen. Stürmt auch Alles auf ihn los: dieser Glaube macht ihn groß. e 63. Hast du nicht verborgne Leiden tausendmal schon abgewandt? nicht schon tausend Lebensfreuden unerwartet uns gesandt? Ach, wer wollte dir nicht trauen, der du gnädig 4. Friede ruht auf deinen Wegen; Weisheit leitet deinen Gang. Du verwandelst Noth in Segen, Angstgeschrei in Preisgesang. Oft schon beugte Gram uns nieder, doch im Stillen führtest du hier und dort uns Hülfe zu und der Frohsinn hob sich wieder. Ja, der Kampf sei noch so heiß, du bist's, der zu retten weiß. 5. Alle Weisheit unsrer Seele ist oft nichts als Wahn vor dir. Wir bestimmen, was uns fehle, und aus Dünfel irren wir. Herrlicher, als wir verstehen, ordnest du den Lauf der Welt, und was deine Hand erhält, kann und wird nicht untergehen! Der ist weise, der dich liebt, und dir Alles übergibt. 6. Soll der Erde Glück entschwinden: dennoch zagt kein edler Geist. Herr, bei dir wird Ruhe finden, wer der Weltlust sich entreißt. Freudig ruft er dir entgegen: mir geschehe, wie du willst! Der du allen Jammer stillst, du haft tausendfachen Segen. Gottes Schutz. 56 O wie muthvoll ist ein Christ, der dir stets ergeben ist! 7. Reine Christentugend stehet, wenn auch Alles kracht und fällt; Jesus, der sie einst erhöhet, zeiget ihr die bess're Welt. Dort verschwinden die Gefahren, dort ist alle Furcht entfloh'n; Dulder jauchzen dort am Thron, die hier treu und standhaft waren. Herr, es gehe, wie es soll! Unser Herz bleibt Hoffnungsvoll. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. 74. Ich weiß, mein Gott, daß all' mein Thun in deinem Willen nur kann ruh'n, von dir kommt Glück und Segen. Was dir gefällt, das steht und geht auf rechten, guten Wegen. duck 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß das gescheh', was er bedacht, und er sich dessen freue; dein Beistand, Höchster! macht allein, daß Menschenwerk gedeihe. b 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, Dies oder Jenes sei ihm gut; und ist doch weit gefehlet. Oft sieht er auch als schädlich an, was Gott doch selbst erwählet. 4. Dann ist er schon in seinem Sinn wohl über Berg und Höhen hin, und eh' er sich's versiehet, so liegt er da; sein schneller Fuß hat sich umsonſt bemühet. 5. Drum, lieber Vater, der du Kron' und Zepter und Zepter trägst auf deinem Thron, von deinem Angesichte laß leuchten mir ein helles Licht, daß all' mein Thun es richte. 6. Gib du mir Weisheit aus der Höh', daß ich ja nicht mit Trotz besteh' auf meinem eignen Willen. Sei du mir Freund und treuer Rath, den deinen zu erfüllen. 7. Was dir gefällt, was recht und gut, das gib mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre: mein höchster Zweck, mein bestes Theil sei deine Lieb' und Ehre. 8. Ist's Werk von dir, so hilf zu Glück; ist's Menschen. thun, so treib's zurück, und steure dem Beginnen. Was du nicht willst, das lasse schnell in eitel Nichts zerrinnen. 9. Sollt' aber dein und unser Feind auf das, was treu und gut gemeint, die Höllenmächte richten; so sei mein Trost, daß deine Macht die seine wird vernichten. 10. Steh' du mir bei und, Hülfe Gottes in der Noth. 57 mache leicht, was mir sonst Macht, die diese Welt hervorfast unmöglich däucht; die gebracht. Werke meiner Hände, die ich mit dir begonnen hab', bringst du zum guten Ende. 11. Sei auch der Anfang etwas schwer: dies treibe mich nur um so mehr, zu dir um Kraft zu beten; dann werd' ich aus der Sorgenfluth auf festen Grund bald treten. di 12. Sei auch der Weg zum Guten wild, mit Dorn und Disteln angefüllt: mit dir kann ich ihn gehen; du führest, Herr! mich doch dahin, wo reife Ernten stehen. 2. Getrost, mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht; in Finsterniß ist er dein Licht. Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 75. Mein Auge sieht, Gott, nach dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner 3. Kein Uebel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßzet dich. Durch seine treue Vaterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schutz gewährt dir Sicherheit; sein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit! Site the 13. Wer fleißzig betet und dir traut, wird alles das, wovor ihm graut, mit tapferm Muth bezwingen. Du hilfft ihm durch, du hilfft ihm, Gott! sein gutes Werk vollbringen. 14. Dir trau' ich, Vater! h als dein Kind; was ich bei mir nicht hab' und find', hast du doch zur Genüge! O! hilf du mir! durch deine Kraft hilf mir, mein Gott, zum Siege! Hülfe Gottes in der Noth. mer. Ach Herr, mich armen 2c. 76. Wenn dich in dunkeln Tagen geheimer Kummer drückt, und unter stillen Klagen dein Auge aufwärts blickt; wenn dann kein Licht hernieder in deine Seele fällt; so zage nicht, du Müder! Dein Gott regiert die Welt. 58 Hülfe Gottes in der Noth. 2. Er hat auch deinen ein! Ihr Rath wird sich ent Leiden ein weises Ziel be- hüllen, ihr Licht wird dich stimmt; sie wandeln sich in erfreu'n. Du segnest einst die Freuden, wann er dich zu Pfade, auf denen Gott dich sich nimmt. Dann lernst du führt, und dankest seiner Gnaheller sehen, was hier dem de, die deinen Lauf regiert. Blick entschwand, schaust von entwölkten Höhen auf dieses Prüfungsland. mel. Was Gott thut, das ist x. 3. Dann sind die Finster 77. Ein Gott regiert! Was zagen wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Drud uns hier. Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit! Es mag uns übel gehen; wir werden's überstehen. 1 nisse durch Gottes Licht zerstreut; die Weisheit seiner Schlüsse entdeckt die Ewigkeit; dann fließt die Freudenzähre, dann tönt Dir froher Dank; der Erde Schmach wird Ehre, die Klage Lobgesang. 4. Bollbracht ist, Gott zum Preise, dein kurzer Leidenslauf. Du wurdest gut und weise, d'rum nahm der Herr dich auf. Nun schwinden dir die Freuden bewährter Tugend nie; Gott prüfte sie durch Leiden, und nun belohnt er sie. 5. Dies hemme deine Sor gen, erleuchte deine Nacht, und zeige dir den Morgen, der einst dich fröhlich macht. Dies lehre mit Vertrauen auf Gott, den Herrn der Welt, dich dann noch aufwärts schauen, wenn ganz dein Glück zerfällt. 200 6. So sammle denn im Stillen den Trost der Vorsicht 2. Wir werden, was am Herzen nagt, o Christen, über leben, und über Alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vergeht; der Geist besteht. O laßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen und zerstäuben; es nah'sich Schmerz und Tod und Grab; des Schöpfers Huld wird bleiben! Er segnet gern und ist nicht fern von Allen, die ihn lieben, und sich im Dulden üben. 4. Wir zagen nicht; du, Gott, regierst, und wenn du Hülfe Gottes in der Noth. Menschenherzen durch Leiden hin zum Guten führst; so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mag's uns übel gehen: wir werden's überstehen. Mel. O Gott, du frommer 2c. 78. Oft blüh'n Verbrecher auf, und Gottes Fromme leiden. Omöchten sie doch nie der Sünder Glück beneiden! Wie lang' es währt, währt's doch nur einen Augenblick. Wie leicht verwelkend Graß verwelft ihr eitles Glück. 2. Jhr, die ihr Gott verehrt, vertraut nur seiner Güte! Er wachet über euch; das Unglück braus' und wüthe. Er bleibet euer Heil; habt nur Geduld und Muth; denn Gott ist euer Gott; cinst macht er Alles gut. 3. Befehlt ihm enern Weg; der Herr kommt euch entgegen; er ist an Gnade reich; zum Lohn wird euch sein Segen. Auch eure Tugend strahlt, der hohen Sonne gleich, einst alle Wolken durch; erst aber prüft er euch. 59 borgen her, sich herrlich euch zu zeigen. Hofft; zürnet nicht auf den, dem seine Bosheit glückt; denn selbst durch sie wird er in seinem Fall verstrickt. 5. Bald wird durch sein Gericht der Frevler umgekehret. Wer, trotzig durch sein Glück, sich wider Gott empöret, ertrotzt den Untergang; wird eh' er's wähnt, vergeh'n, wie leichter Rauch verfliegt. Die Frommen werden's seh'n! 6. Ja, mancher Frevler stieg; sie haben's angesehen; er wuchs empor und stand, als würd' er nie vergehen. Mit seinem Schatten füllt er einen weiten Raum, tief eingewurzelt, fest, grün, wie ein Lorbeerbaum. 4. Seid stille vor dem Herrn! laßt alle Seufzer schweigen! Gott kommt ver7. Man ging vor ihm vorbei, und siehe, der Verruchte, der Stolze war nicht mehr! Man sah sich um und suchte, wo seine Stätte wär', allein man fand sie nicht; denn mächtig ist und schnell des Heiligen Gericht. 8. Durch Widerwärtigkeit gewinnt die Tugend Stärke zum Muthe, zur Geduld, zu jedem edlen Werke. Das weiß ihr Vater, Gott, und darum prüft er sic; er läutert sie wie Gold, verläßt sie aber nie. Hülfe Gottes in der Noth. 60 9. Des Frommen Auge weint bei seines Nächsten Thränen; er hilft, wenn Arme sich nach seiner Hülfe sehnen; meint ihr, daß euer Gott nicht gütiger noch sei? er, der so mächtig ist, als liebreich und getreu? 10. Wo ist ein Greis, und fah seit seiner erften Jugend, daß unser Gott vergaß den wahren Freund der Tugend? Doch leidet er auch hier; so ist noch eine Welt, in der Gott herrlicher, was er verheißt, uns hält. 11. Sei denn ein Freund des Rechts, verlaß den Weg der Sünden, und wandle treu vor Gott: dein Weg wird Gnade finden. Denn Gott liebt auch das Recht; den, der es liebt wie er, und jeden Frevel haßt, den liebt, den schützt der Herr. 12. Thu', selbst im Leiden, nur der Tugend edle Werke! Sei muthig, wanke nicht; der Herr ist deine Stärke! daß Elend, daß dich drückt, und das dich noch bedroht, verwandelt dir in Glück dein Helfer in der Noth. 13. Der Herr erscheinet einst in Macht und Huld gefleidet, vergilt, und segnet den, der, fromm auch, Unrecht leidet. Der Tugend Lohn ist groß; Gefahr und Elend flieh'n. Der Herr ist Gott und hilft; hoff und vertrau' auf ihn. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 79. Gott! ber an allen Enden viel große Wunder thut! Du bist's, in dessen Händen ja auch mein Schicksal ruht; du zählst die Zahl mir zu der wechselvollen Tage, mit Frohgenuß und Plage, mit Unruh' und mit Ruh'. 2. Dir will ich stille halten; vom ersten Lebenstag war liebevoll dein Walten; o Vater! wie vermag mein endlicher Verstand zu zählen, zu erhe ben, was du in meinem Leben mir Gutes zugewandt! 3. Läßt du mich Noth empfinden: dein Wort, Herr! tröstet mich; dann muß der Kummer schwinden, getrost hoff' ich auf dich: du bleibst doch mitleidsvoll, hilfft tragen und hilfft lindern die Last, die deinen Kindern zur Prüfung dienen soll. 4. Auch ich, auf meinen Wegen, trug schon des Lebens Müh'; doch ward sie mir zum Segen, und du verließ'st mich nie. Wenn ich bekümmert war, so fleht' ich und war Erziehung der Menschen. stille, und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei gepriesen, der sich so oft an mir gar herrlich hat bewiesen. Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, des Dankes Opfer bringen, von deiner Güte singen, so jezt und immerdar. 6. Du hast mich wohl berathen, viel Gutes mir gethan; daß deiner Liebe Thaten ich gar nicht zählen kann. Hilf, Vater! daß ich dort mit allen sel'gen Frommen, verklärt und ganz vollkommen, dich preise, Herr! mein Hort. Erziehung der Menschen. Mel. Dir Gott, dir will ich 2c. 61 deinen Rath nicht wissen, kein Ausgang ist uns aufgedeckt. Chor. 2. Dein Weg ist oft in Finsternissen vor unsern Augen ganz versteckt; wir können Gemeinde. Gott, führe du 2c. Chor. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen der Weisheit und Auwissenheit; nie sind die Wege auszufinden der ewigen Gerechtigkeit! Gemeinde. Gott, führe du 20 Chor. 4. Hinweg die ängstlichen Gedanken! Gott hilft, wo wir nicht Hülfe seh'n. Bleib, Seele! in der Demuth Schranken. Einst wirst du Gottes Nath versteh'n. Gemeinde. Gott, führe du 2c.. Shor. Chor. 5. Was du, o Seele, nicht o 80. Fürwahr, du bist, kannst fassen, vertraue dem, Gott! verborgen, du führest oft uns wunderbar; umsonst sind alle unsre Sorgen; du forgtest, eh' die Welt noch war! Gemeinde. der ewig ist, dich gänzlich ihm zu überlassen mit Allem, was du hast und bist! Gott, führe du uns immerdar; nur selig, wenn gleich wunderbar! Gemeinde. Gott, führe du. ( Shor. 6. Daß unser Glaube stets sich mehre, in Glück und Unglück, Freud' und Leid; schick Alles, Gott, zu deiner Ehre und unsrer Seelen Seligkeit! 62 Erziehung der Menschen. glück ist oft nur die Quelle der Leiden. Bedenk' es, und jauchze, daß Gott dich regiert! Sei folgsam, auch wenn er auf Dornen dich führt! biltis Mel. Eins ist Noth, ach Herr 2c. 4. Nicht das sinnliche Vergnügen wird von Edeln hoch 81. 3aget nicht, wenn geehrt. Schäße nur, die nimmer Dunkelheiten auf des Lebens Pfade ruh'n! Gott ist gut, er wird euch leiten; ihm ist's Freude, wohlzuthun. Sind seine Gedanken nicht eure Gedanken, laßt dennoch, o Christen, den Glauben nicht wanken, daß er, der des Wurmes im Staube gedenkt, auch sorgsam und freundlich durch's Dunkel euch lenft! trügen, sind des heißen Stre bens werth. Hinweg denn, ihr bangen, entehrenden Sorgen! Die Schätze des Edeln sind in ihm verborgen. Hier tilgt sie fein Unfall, tein tobender Schmerz; auch traurige Stunden bereichern das Herz. 5. Dulden wir gleich manche Plage: der Allweisewägt ſie ab; er durchschauet unsre Tage von der Wiege bis an's Grab. Was jetzt uns betrübet, soll einst uns entzücken; o selige Hoffnung, wie kannst du erquicken! Nun ängsten die künftigen Tage uns nicht; der Ewige spricht, und das Dunkel wird Licht. nig uts Gemeinde.id Gott, führe du uns immer dar; nur selig, wenn gleich wunderbar! 1900 2. Alles Dunkel dieses Lebens glänzt vor Gott, wie Sonnenlicht; wir durchforschen's oft vergebens; seinen Blick beschränkt es nicht. Er kennet das Große, das Kleine, das Ferne, die Thränen der Armen, die Schaaren der Sterne. Mit mächtiger Liebe verfolgt er den Plan, den seine unendliche Weisheit erfann. 3. Ach), erkenne dich, o Seele! fühle, wie so schwach du bist; blicke still zu Gott, und wähle was von ihm verordnet ist! Dem Unglück entströmen geheiligte Freuden, und Schein6. Hebe dich empor vom Staube! Fasse Muth, verzagter Geist! Siegen, siegen wird der Glaube, der den Herrn des Lei dens preist. O laß dich das Dunkel der Erde nicht tüm mern! Schon sieht ja dein Glaube die Herrlichkeit schim mern, die jenseit der Sterne dir Jesus enthüllt. Da rufft Erziehung der Menschen. du einst jauchzend: mein Wunsch ist erfüllt. Mel. Gott des Himmels und 2C. 82. Unerforschlich sei mir immer meines Gottes Wegund Nath, und die Nacht sei ohue Schimmer, die mich hier umschattet hat: ich vertrau' ihm; weis' und gut ist doch Alles, was Gott thut. 2. Gott will ich mit Freuden loben, wenn ich seine Weizheit seh'; doch, wenn er das Licht von oben, daß ich seinen Nath versteh', mir auch jezzo noch versagt, bleib' ich d'rum doch unverzagt. 3. Sollte Gott wohl unterlassen, was mir unbegreiflich ist? Selten kann das Kind ja fassen, was des Vaters Sinn ermißt: lernen muß es erst vertrau'n, dann gelangt es einst zum Schau'n. 4. Sollt' er meine Wünsch' erheben zu Beherrschern seiner Welt? sollt' der Heilige mir geben, was den Lüsten nur gefällt? Wohl mir, daß er nicht gewährt, was mein thöricht Herz begehrt. 5. Hier in meinem Pilger stande sei mein Theil Zufrieden heit; dort in meinem Vaterlande 63 reifet volle Seligkeit; führt mich nur mein Weg dahin, Gott beføhlen wandl' ich ihn. 6. Auch auf dunkeln Dornenwegen murre und verzag' ich nicht; was hier schmerzet, wird dort Segen, was hier Nacht ist, wird dort Licht; und ich fasse Gottes Sinn, wann ich dort vollendet bin.star mida Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 83. Nie kann ich meines Gottes Wege mit meinen Blikken überseh'n, noch, wenn ich Alles überlege, vollkommen ſeinen Rath versteh'n. Er herrscht als Gott; d'rum bleibet mir sein Thun stets unerforschlich hier. 2. Doch kann ich g'nug von ihm erkennen, ihn zu bewundern und für ihn in frommer Liebe zu entbrennen, ihn jedem Gute vorzuzieh'n; genug, unt ihm mich ganz allein, mich seinem Dienste gern zu weih'n. 3. Er ist, was brauch' ich mehr zu wissen? mein Vater; thut vergebens Nichts! Selbst in des Lebens Finsternissen bedarf ich keines hellern Lichts. Was er hier werden läßt, ist ja zum Besten euch, ihr Frommen, da. 7d stored 4. Es ist, o glaubt ihm, Univ.- Bibl. Giessen Erziehung der Menschen. 64 Alles euer, die Welt, das Leben und der Tod; er führt durch Ströme, führt durch Feuer; Nichts kann euch schaden, wie's auch droht. Jn Trümmer falle selbst die Welt! was zaget ihr, da er euch hält? 5. Der Wolken Sturm, des Meer's Getümmel braust oder ruht, wie er's beschließzt; er, welcher höher als der Himmel und tiefer, als der Abgrund ist, erquickt selbst durch den Sturm, was lebt, obgleich der Erdkreis schaudernd bebt. 6. Was brauch' ich Alles zu ergründen, was er beschlossen hat und macht? Genug, ich kann den Vater finden im Sonnenglanz und in der Nacht. Was er für seine Kinder thut, ist Alles recht, ist Alles gut 7. Kenn' ich den Weg des Lichts und Regens, des Blitzes und der Winde Gang? kenn' ich die Quelle alles Segens? versteh' ich's, wie das Meer entsprang? sah' ich's, wie er die Berge wog und seiner Erde Gränzen zog? 8. Wer trägt die Himmel, die nicht wanken? wer hält uns, daß wir nicht vergeh'n? wer schenket unserm Geist Gedanken, der Weisheit Lehren zu versteh'n? Er gibt sie, er, der nur beschließt, nur thut, was gut und heilsam ist. 9. Ihm will ich folgen, Alles hassen und meiden, was er mir verbeut; ihm will ich kindlich überlassen mein Glück in Zeit und Ewigkeit. Er führe mich! Er führt gewiß zum Lichte aus der Finsterniß. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 84. Oft hält dein Antlitz sich verborgen, als sähest du mein Elend nicht. Oft fang' ich ängstlich an zu sorgen, weil Trost und Freude mir gebricht. Mein thränenvolles Auge sieht nach Hülfe hin, und sie verzieht. 2. Und doch will ich von dir nicht lassen. Dir, Vater! eil' ich nicht lassen. Dir, Vater! eil' ich flehend nach. Nur fester noch will ich dich fassen, dich, der noch nie sein Wort uns brach. Ver birgt sich auch dein Antlitz mir doch blick' ich hoffend auf zu dir. 3. Ein Vater sorgt für seine Kinder; und wer ist Vater, so wie du? Dein Regen träufelt selbst dem Sünder, und deine Sonne strahlt ihm zu. O wohl mir, Gott! Ich bin dein Kind, und du bist väterlich gesinnt. 4. Ihr Zweifel, flieht, die Gottes Gesetzgebung. ihr vermessen imbangen Her zen euch empört; mein Gott hat meiner nicht vergessen, obgleich er mich nicht schnell erhört. Er kennet mich und meinen Schmerz. So sei denn ruhig, o mein Herz! 5. Von jeher stellte deinem Blicke die ganze Zukunst, Herr, sich dar. Du warst bekannt mit meinem Glücke und meinem Leid, noch eh' ich war; denn du, du bist es, dessen Nath mein Schicksal selbst geordnet hat. 6. Und du, Herr, sollteſt, was mir fehlet, nicht deutlicher noch seh'n, als ich? Du, der des Hauptes Haare zählet, du wärest unbesorgt für mich? Nein! aller deiner Kinder Schmerz bewegt dein väterliches Herz. 7. Wenn dir mein Elend Freude machte, du hättest Jesum nicht gesandt. Er war es ja, der Segen brachte, er, der mit dir, Gott, uns verband. Er ruft mir zu: Verzage nicht, obgleich dir jede Stüße bricht! 8. Ja, hülle dich in finst're Wetter: du bist mir doch mit Gnade nah'. Uns helfen wirst du, starker Retter! nur deine Stund' ist noch nicht 65 da. Dein Licht geht auf, das Elend weicht, sobald es seinen Zweck erreicht. h Spo62 lands Gottes Gesetzgebung. Mel. Aus tiefer Noth schrei' 2c. 85. Du hast, o allerhöchster Gott, Herr über Tod und Leben! dein heilig Recht und dein Gebot uns nicht umsonst gegeben. Du willst, daß wir aus aller Kraft, die deine Gnade in uns schafft, gewissenhaft es halten. 2. Wen Sündenluſt gefesselt hält, der wird sich nicht bequemen, dein Joch, das seinem Sinn mißfällt, mit Freuden aufzunehmen. Ein Sinn, bethört von eitelm Wahn, ist dem Gesetz nicht unterthan; er haffet dessen Bande. 3. Wenn aber, Gott, dein guter Geist uns lehrt, belebt, regieret; so thun wir gern, was er uns heißt, und geh'n, wohin er führet. Des Geistes Kraft erweiset sich in treuer Liebe gegen dich und gegen unsern Nächsten. 4. O Herr! so mache dein Gebot mir angenehm und süße. Dein Wille sei bis in den Tod die Leuchte meiner 5 Gottes richtende Vergeltung. 66 Füße! Schreib' dein Gesetz in meinen Sinn, auf eb'nem Wege führ' mich hin dein Geist zum ew'gen Leben! PHNO Gottes richtende Vergel- Gemeinden tung. Gerechter Gott! du liebest was ungerecht ist, nicht; du wägst die Schuld und übest apartheilos dein Gericht. Wenn dich die Menschen schmähen 86. Der Herr hat zum so trifft sie selbst der Spott; du schiltst, und sie vergehen; du bist und bleibest Gott. Mel. Ach Herr, mich armen 2c. i giochor. wenn er das Urtheil spricht. Die Wage sinkt und steiget, wie sein Gesetz gebeut, und jedes Land bezeuget Richters Heiligkeit. des rög Gerichte sich seinen Thron erhöh't. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, wer widerſteht. Verweg'ne Sünder, zittert, bereuet euren Spott! Nie wird sein Thron erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. me Gemeinde. Gott, meine ganze Seele macht deinen Ruhm bekannt; dir dank' ich, und erzähle die Wunder deiner Hand. Du sigest auf dem Throne als Richter aller Welt, der Jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Chor. 2. Ihr Knechte Gottes, preiset des Ewigen Gericht, der sich als Gott erweiset, Chor. 3. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Noth. Sie trau'n auf sein Erbarmen, wenn ihnen Un fall droht. Die Thränen, di sie weinen, sind ihm bekann und werth, und er versäu met Keinen, der seinen Schu begehrt. Gemeinde. Herr, sei mir gnädig, schaue voll Huld auf meine Noth Du bist's, dem ich vertraue du rettest selbst vom Tod Nach überwund'nen Leider in geh' ich in's Heiligthum; i Fülle ew'ger Freuden erhes ich deinen Ruhm. Der Mensch, Gottes Ebenbild. II. Von dem Menschen. 1. Fähigkeiten und Vorzüge des Menschen. Der Mensch, Gottes Eben- da ich dir sonst Nichts schenken kann. So preisen bis in Ewigkeit dich Leib und Seele allezeit. bt me bild. Mel. Dir Gott, dir will ich zc. 87. Was ist vor deinem Angesichte der Mensch, daß Mel. Mein erst Gefühl sei zc. du, Gott, sein gedenkst, und 88. Du schufft mich, Gott, einen Strahl von deinem Lichte auf ihn, den Staub, hernieder senkst? Zu deinem Bilde schufst du ihn, zum Bilde Gottes schuf'st du ihn. 2. So wundervoll hast du aus Erde den Leib des Men schen auferbaut; daß er des Geistes Werkzeug werde, ihm Sinn und Sprache anvertraut. Ja, zu dem Herrn der Erdenwelt hast du den Menschen, Gott! bestellt. 3. Das Größte, daß du ihm geschenket, sein edlerer, sein beff'rer Theil ist, Herr, der Geist, der in ihm denket; und ihm hast du ein ew'ges Heil, noch ehe er nach dir gefragt, in deinem Worte zugesagt. 4. D'rum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, 67 dein Bild zu sein; dafür will ich dich preisen, und des Berufs, ein Mensch zu ſein, mich würdig stets erweisen. 2. Für meinen Leib, Gott, dank' ich dir, doch mehr noch für die Seele. Vernunft und Freiheit gabst du mir, durch die ich denk' und wähle. 3. Und was ich denke, spricht mein Mund, und thut im Wort' der Lehre des Men= schengeistes Kräfte kund, dir, unser'm Gott, zur Ehre! 4. Du schufst mich zur Geselligkeit; du gabst mir sanfte Triebe zum Mitgefühl, zur Menschlichkeit, zur Freundschaft und zur Liebe. 5. Dich, meinen Schöpfer, meinen Gott, erkenn' ich, deine Werke, dein Wort, dein heiliges Gebot, und deine Lieb' und Stärke. 5* Empfindung und Gefühl. 68 6. In stiller Andacht kann mein Geist empor zu dir sich heben, und dir, den Erd' und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. 7. Bom Himmel tam, gesandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er ward ein Mensch, ein Mensch wie wir, der Menschen Heil zu werden. 8. Heil mir, bei meiner Zuversicht, die ich durch Jesum habe! du rufft zur Ewigkeit an's Licht mich wieder aus dem Grabe. 9. Gott, solchen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch belebt, beseelt von dir, auf deiner Erde wohnen. 10. O welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Mein Gott, dich will ich preisen, und des Berufs, dein Bild zu sein, mich würdig stets erweisen. wohlgemacht; für Alles sei dir Preis gebracht. 2. Wohl mir, daß ich für tausend Freuden durch dich, mein Gott, empfänglich bin! Und fließen auch, in herben Leiden, des Kummers Thränen reichlich hin; so dank' ich, Vater, doch dafür selbst mit bethräntem Auge dir. Mel. Wer nur den licben Gott 2c. 89. Augütiger! du gabst dem Herzen Gefühl für Wohl sein, Glück und Lust; du goffest auch für Gram und Schmerzen Empfindungen in unsre Brust. So hast du Alles 3. Nur laß in meinen fro hen Tagen dies leicht bewegte Herz mir nie für unerlaubte Freuden schlagen; gib, daß ich nied're Lüste flieh'! Ach! sie berauschen nur das Herz und enden sich mit tiefem Schmerz. 4. In dicht belaubten Schattenwäldern, auf bunter Au', auf grüner Flur, auf segensreichen Erntefeldern, im großen Tempel der Natur, bei der Geschöpfe Jubelchor: da schlage hoch mein Herz empor! 5. Wenn ich erblick der Tugend Saaten, zum Wohl Empfindung und Gefühl. der Menschen ausgestreut, und wenn, erhöht durch edle Thaten, vollendet für die Ewig keit, der Menschheit Würde vor mir schwebt: dann gib, daß sich mein Herz erhebt! 6. Und wird des Lebens kurze Reise durch treue Freunde mir versüßt, und 69 seine Ehre und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. fühl' ich es in ihrem Kreise, wie groß der Werth der Freundschaft ist: auch dies 3. Wie sie so herrlich sind, Gefühl sei dir geweiht, und so schön, einträchtig alle Gott würdig der Unsterblichkeit.is erhöh'n, und seine Größe Empfindung und Gefühl. preisen! Wie Alles Jubel ist und Dank, ein hoher, lauter Lobgesang dem Gütigen und Weisen! O wie könnt' ich fühllos schweigen, solcher Zeugen Lob vernehmen, und doch seines Ruhm's mich schämen? 7. Mit tiefempfundenem Erbarmen durchdringe mich des Nächsten Schmerz; es breche bei der Noth des Armen mir immer mitleidsvoll das Herz; mein Mitleid werde Trost und Rath, und die Empfindung Hülf' und That! in stb Mel. Wie schön leucht't uns der zc. 90. Erhebe dich, mein Lobgesang, Anbetung Gott, und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Lieder gern, wenn gleich die Engel ihrem Herrn im höh'ren Chore singen. Darum hat er, mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Thron's auch dich gerufen. 4. Er hat der Sonne hohes Zelt, die Himmel über seine Welt für mich auch ausgebreitet. Wer nützt die Erde mehr als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich gegründet und bereitet? Lächeln mir nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! Zu jeinem Erdkreis: Werde! Gleich standen da voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Flam5. Wem blüht das Thal, für wen erhebt sich das Gebirg'? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf segenreichen Triften? Quellen rieſeln; Winde wehen; Flüss' und Seeen werden Meere, mir zum Segen, ihm zur Ehre. 6. So hat mein Gott an mich gedacht; hat über sie mend priesen Sonnenheere durch seine Macht zum Herr Denkfraft.de 70 scher mich erhoben. Er gab mir meinen Leib und auch die Seele, seines Odems Hauch, gleich Engeln, ihn zu loben. Nühm' ihn, Seele! Und es halle von dem Schalle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder. d midoll 7. Das Kind, der Jüngling und der Mann, die ganze Schöpfung bet' ihn an und seiner Wunder Menge. Strömt hin, aus meiner vollen Brust strömt hin, Empfindungen voll Lust, in hohe Dankgesänge! Schöpfer! Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! Denkkraft. Mel. Es ist gewißlich an der 2c. 91. Viel Gutes ist, Allliebender, von dir auch uns gegeben! Beseligt hast du uns, o Herr, schon hier im ErdenLeben. Doch ist zum würdigen Gebrauch der tausendfachen Güter auch uns die Vernunft verliehen. heit hohen Gang zu seh'n in deinen Werken.org si 3. Führt sie uns auf des Lebens Bahn, so wird es um uns helle; vor ihr zerrinnt des Irrthums Wahn; sie schöpft aus reicher Quelle der Wahrheit, tilget Zweifelsucht, und Üeberzeugung ist die Frucht, die sie im Herzen schaffet. int 4. Jhr heiliges Gesetz ge beut, der Tugend nachzustreben und uns dadurch zur Aehnlichkeit mit dir, Gott, zu erheben. ZumGlauben anUnsterb lichkeit, zur Hoffnung ew'ger Seligkeit belebt sie unsre Seele. 65. Sie ist es, die nicht muthlos bebt, wenn's ringsumher auch stürmet; im kampfe muthvoll sich erhebt, der Menschen Rechte schirmet; sich nimmer furchtsam täuschen läßt, und unerschütterlich und fest für Pflicht und Wahrheit kämpfet. 6. Sie ist die wahre Lehrerin der Demuth, macht bescheiden, gibt uns des Christen hohen Sinn und festen Muth im Leiden. Sie zeiget uns der Menschheit Werth, und sie be lohnt den, der ihn ehrt, mit freudigem Gewissen. sibait 2. Sie ist's, die uns zu dir erhebt, du Wesen aller Wesen; die unser Auge schärft, belebt, in der Natur zu lesen; Zweckt, Ordnung und Zusammenhang, und deiner Gott7. Durch Jesum, unsern Herrn, erschien sie einst in Willensfreiheit. 71 Auf steiler Bahn kannst du durch ihn empor, zu bess'rer Welten Chor muthig streben. Durch ihn eilst du dem Ziele zu, zu welchem Gott, dein Gott, dich ruft. Himmelsklarheit. Wir sehen in der Hülle von Erd' erbaut. nun, belehrt durch ihn, das reine Licht der Wahrheit. Er liebte stillen Prüfungsgeist, der sich dem Vorurtheil entreißt, und haßte blinden Glauben. 8. Dem Herrn sei Preis! sein mildes Licht erleuchtet 3. Der du Sonnen Licht unfre Seelen; dem Herrn sei Preis! was uns gebricht, kann nie bei ihm uns fehlen. Von ihm gebildet und gelenkt, wird Jeder, der vernünftig denkt, zur Geisteßruh' erhoben. gegeben, dem Wurm' sein früh erlöschend Leben, uns Freiheit und Unsterblichkeit; Vater, der du Welten schufest, der du zur Tugend Geister rufest und bildest für die Ewigkeit. Das große Werk iſt dein, dem wir das Leben weih'n. Mel. Wachet auf, ruft uns sc. Laß uns muthig, durch Tugend frei, den Pflichten treu, der ** Willensfreiheit. 92. Sonnen leuchten, Er- Palme der Vollendung nah'n. den wallen hin durch des Weltalls weite Hallen, und gränzenlos ist die Natur. Alle Welten jubeln Psalmen; in Sonnen schau'n wir, wie in Halmen, der ew'gen Weisheit lichte Spur. Doch ohne Willen nur gehorchet die Natur dem Gesetze. Mensch! du bist mehr, als selbst ein Heer von willenlosen Welten ist. Mel. Ach was soll ich Sünder 2c. 93. Freiheit gabſt du meinem Willen; durch dich, o allweiser Gott, ward ich fähig, dein Gebot zu verlegen, zu erfüllen. Tod und Leben, Heil und Qual: beides steht in meiner Wahl.. 2. Freiheit hat dir Gott gegeben; sie reicht dir Flügel, aufzuschweben, und Kraft, 2. Nur das Thier ist in die Schranken seiner Sinnlichkeit gebannt; ihm ist keine Pflicht bekannt; nie geleitet von Gedanken, immer knechdem Bessern dich zu nah'n. tisch, folgt es nur blinden Himmlisch wohnt ein freier Trieben der Natur. Wille, der Menschheit Adel, 3. Aber mir ist mehr ver 72 Gewissen. liehen. Ohne Zwang und sam ihn auf den Weg der Sklaverei kann ich wählen, handeln frei, Gutes thun und Böses fliehn, bin mir über nied're Lust meiner Uebermacht bewußt.blogr Tugend hin; willig soll er selbst ihn gehen. Zwar geseg net ist sein Gang, doch dein Ruf ist ohne Zwang.b 4. Regen sich unreine Triebe; sie verdrängen mich doch nicht von dem Pfade meiner Pflicht, wenn ich Gott von Herzen liebe. Kostet es gleich Kampf und Müh'; ich kann siegen über sie. THE 5. Wenn Verführer sich erheben, und ich denke redlich nach: werden höh're Kräfte wach, ich vermag zu wider streben. Stark durch den, der mich erhält, trotz' ich jedem Reiz der Welt. 9. Menschenwürde, Menschenwürde! Ja, du sollst mir heilig sein! Leichter wird, ge denk' ich dein, mir des niedern Lebens Bürde. Stiller duld' ich Hohn und Schmerz, und den Himmel hofft mein Herz. 10. Stärke, Gott! mich in dem Streben, meines Geistes freie Kraft über wilde Leidenschaft immer siegend zu erhe ben. Mich begleite jederzeit Fassung und Besonnenheit. 11. Wenn ich frei und ungezwungen, und mit christlich frohem Sinn dir, o Vater, folgsam bin; welches Heil wird dann errungen! Mag die ganze Welt vergeh'n; ewig wird mein Heil besteh'n. 6. Fesseln kann man meine Glieder, aber nie den regen Geist; mächtig bleibt er und zerreißt, wenn er will, die Bande wieder. Hier wird jeder Zwang zu Spott: Geistes- P freiheit kommt von Gott. d Gewissen. Mel. Schwing dich auf zu sc. 7. Alles, was mein Auge siehet, selbst das Sternenheer der Nacht, nöthigst du mit 94. Welche Stimme weiser Macht, daß es dein Gebot vollziehet. Nur dem Menschen redest du warnend und ermunternd zu. 8. Seine Freuden zu erhöhen, drängst du nicht gewaltspricht in mir, spricht zu meiner Seele, bei der Lo ckung der Begier, daß ich Gutes wähle? ist es Stimme der Natur? Stimme bet Erfahrung? Nein! so wun Gewissen. derbar spricht nur Gottes Offenbarung. som b 2. Aus dem Reich der Geister spricht Gott in meine Seele, daß im Sinnenland' ich nicht meines Ziels verfehle; ruft mir Muth im Kampfe zu, daß ich überwinde, lohnt den Sieg mit Himmelsruh', straft mit Qual die Sünde. 3. O, sei immer heilig mir, heilig, wo ich lebe, Stimme Got tes, daß ich dir niemals widerstrebe; mich auch in verschwiegner Nacht nie vermessen freue; auch da, wo kein Zeuge wacht, jedes Unrecht scheue! 73 hend Herz! Du gabst mir Sinn für Freude, gabst mir Gefühl für Schmerz; und Wohl und Wehe bilden, im Wechsellauf der Zeit, mich zu dem höhern Leben in deiner Ewigkeit. 4. Sei mir heilig, daß ich treu meine Kräfte übe, für die Menschheit thätig sei, nie ein Herz betrübe; daß ich auf der Pilgerbahn jeden Kampf bestehe, und von Sieg zu Sieg hinan zu dem Ziele gehe! 5. Einst zerrinnt mein Erdenglück; alle meine Habe nimmt die Erde einst zurück an dem dunklen Grabe. Und doch komm' ich reich zu dir, Gott, aus Finsternissen; hört'ich dich, und folget mir nur ein gut Gewissen. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 95. Wie schlägt voll Dank und Liebe dir, Gott, mein fle2. Was fühl' ich, wenn die Sonne wie neugeschaffen glüht, und auferstand'nes Leben auf Erden grünt und blüht! Was, wenn am Friedensstrahle die schön're Saat gedeiht, die mild umher die Weisheit und Menschenhuld gestreut! 3. Sanft hebt, was ich empfinde, mich zu der Geisterwelt, wenn mir das Licht der Wahrheit das Leben mehr erhellt; wenn ich die Lust besiege, die bald die Neue trübt, und des Gewissens Stimme mir stillen Beifall gibt. 4. Wie ist so wohl dem Herzen nach jeder Edelthat! Wenn ich den Kummer stillte, eh' mich der Dulder bat; wenn ich die Unschuld schützte, die Hand dem Feinde bot; wie süß ist dann die Ruhe im sanften Abendroth! 5. Schlingt in des Freundes Leben sich freundliches Geschick; fällt selber mir zum Loose ein unverhofftes Glück; lohnt mir des Tages Mühe 74 Leibesvorzüge. ein edles Herz mit Lust; Freuden und nie der Neue welch' heilige Gefühle erfüllen meine Brust! Schmerz. 10 6. Ob mir auch fremdes Leiden als eig'ner Schmerz Leibesvorzüge. erscheint; wohlthätig ist die Zähre, die frommes Mitleid weint. Faßt Kummer selbst mein Leben; getrost! es löst der Schmerz von dieser Erde Banden, von Sinnlichkeit Mel. Es ist das Heil uns 2c. 96. Dir, Gott, sei Preis Dich und Dank gebracht! rühmen meine Lieder! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Herz. si mein Schöpfer, mein Ge bieter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv' an mir ist Denkmal deiner Größe. but 7. Wenn einsam meine Seele, zu dir, dem Retter, fleht, wie stärkt mich hoher Friede im findlichen Gebet! Und preis'tdes Dankes Thräne dich an des Leidens Ziel: o, dann ist mein Entzücken des Himmels Vorgefühl! se 2. Jch jauchze, daß ich sehen kann, und hören und empfinden. Dich, Vater! bet ich staunend an, dein Lob will ich verkünden. Mein Mund sei voll von frommem Dank! Mein Herz, vernimm den Lobgesang der ganzen weiten Schöpfung! 3. O pries' ich dankbar immer dich, wenn ich die Sinne brauche, geh', liege, ruhe oder mich bewege, ath me, hauche! Gib, daß ich nie mich selbst entweih', und daß mein Herz ein Tempel sei, von deinem Geist be wohnet. 8. Es flieh'n die Erdgedanken; ich athme Seligkeit, wenn dir im Heiligthume die Andacht Opfer weih't. Da tnie' ich mit den Frommen vor deinem Thron, und du sieh'st freundlich uns're Rührung und lohnst mit Him melsruh'. shos 9. Preis dir, deß Vatergüte ein fühlend Herz mir gab! Nie zieh' es zu der Erde die nied're Lust herab. Nie schlag' es für die Sünde! Nein, dieses zarte Herz fühl nur der Unschuld Unschuld mot schil dall Sprachfähigkeit. Sprachfähigkeit. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 97. Laut und freudig dir lobsingen, und dir Dank zum Opfer bringen, Vater! das ist mein Beruf. Wer vermag von dir zu schweigen? Meine Worte selbst sind Zeugen, daß auch mich dein Wort erschuf. 2. Du nur gabst mir Kraft, zu sprechen, Wünsche, Sorgen und Gebrechen meinen Brüdern zu gesteh'n, und mit geistigen Gedanken aus des Körpers engen Schranken in die Welt hervorzugeh'n. 75 der Wahrheit Licht; sanfter fließt des Lebens Stunde, wenn in treuem Freundschaftsbunde sanft das Herz zum Herzen spricht. KS. 5. Nimmer könnt' ich hier auf Erden weise, froh und glücklich werden, müßt' ich ohne Sprache sein. Schwerer fühlt' ich jede Bürde, unbefannt mit meiner Würde sänk ich einst in's Grab hinein. 6. Wohl mir! Du hast nicht nur Leben, haft auch Sprache mir gegeben; o mein Gott, wie freu' ich mich! Schon des Kindes frohes Lallen schafft mir süßes Wohlgefallen, es verkündigt, Vater! dich. 3. Was ich fühle, weiß und wähle, alle Schätze meiner Seele kann ich weithin um 7. Laut und freudig dir mich streu'n, und die Menschen, die mich hören, kann ich warnen und belehren, und durch Trost und Rath erfreu'n. 4. Süßer wird mir das Vergnügen, schneller muß der Gram verfliegen, höher strahlt solid ut m lobsingen, und dir Dank zum Opfer bringen, Vater! das ist mein Beruf. Wer vermag von dir zu schweigen? Meine Worte selbst sind Zeugen, daß auch mich dein Wort erschuf. DIME por Good 2. Bestimmung des Menschen. CHINE Isle Vollkommenheit. nr mein Gott, auch mich schon hier auf Erden, dir an Voll98. Bestimmt hast du, werden. Die Sünde soll ich kommenheit stets ähnlicher zu Mel. O Gott, du frommer 2c. Seligkeit. 76 flieh'n, soll gut und weise sein, um einst im höhern Licht mich deiner Huld zu freu'n. 2. Sollt' ich der Sinnenluft zum Dienste mich ergeben, und, niedern Wesen gleich, am Erdenstaube kleben? Du gabst mir einen Geist, der dich, o Schöpfer, denkt, und den der Wahrheit Kraft zur Pflicht und Tugend lenft. thun nach deinem Wohlgefallen, und auf der Tugend Bahn zu meinem Ziele wallen! Beseelt mich frommer Sinn im Elend wie im Glück; dann seh' ich ruhevoll einst auf die Welt zurück.id asjad un Seligkeit. Mel. Es ist das Heil uns 2. 3. deinen Sohn, hast du dahin gege- 99. Wie wichtig ist doch ben, damit ich eifrig sei, nach Heiligung zu streben. Sein Licht erleuchtet mich, sein Muster glänzt mir vor; er steht am hohen Ziel, ruft mich zu sich empor. der Beruf, den uns der Herr gegeben! Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben; zum Leben, welches ewig währt, daß weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 4. Wie ist die Welt so schön, wo Menschen menschlich handeln! Wie sehr wird sie entstellt, wenn Menschen thierisch wandeln! Wie schnell zer reißt das Band, das sie zusammenhält, wenn Jeder zügellos nur thut, was ihm gefällt. 5. Ja, heilig soll ich sein, dies sagt mir mein Gewis sen; mich lehrt mein eig'nes Herz, daß Frevler zagen müssen. Und reine Seligkeit durch strömt, Herr, meine Brust, bin ich mir einer That nach deinem Sinn bewußt. 6. O lehre, Gott, mich dar and ols 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir Gott, droben; da ist der Ort wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt; hier sind wir nur von dir bestimmt, zum Himmel uns zu bilden. 3. O, laß mir doch dies große Ziel durch Nichts ver rücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden von Ehre, Geld und Lust gewinn', wenn ich dabei nicht Jisdad Seligkeit. tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier: laß mich dies nie vergessen! Nur wenig Tage hast du mir zur Wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein Traum, sind sie voll bracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben, und mich in meiner Prüfungszeit um jene beff'ren Gaben, die mir im Tode nicht entflieh'n, am ersten und mit Ernst bemüh'n, daß ich dort selig werde. 77 auf Erden mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, weckt wieder aus dem Staube mich, den er einst aus Staub erschuf. 2. Die Erde, da wir wallen, oft straucheln, steh'n und fallen, ist nur ein Pilgerland, das uns zum Himmel leitet, zur Ewigkeit bereitet, der Frommen kurzer Prüfungsstand. 3. Drum soll nicht Luſt noch Leiden von meinem Gott mich scheiden, mich, der ich Was ist mein ewig bin. irdisch Leben? wozu ist mir's gegeben? Wie lange währt's, so ist's dahin! Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 101. Du, der kein Böses thut, du schufft den Menschen gut. Du, Höchster, gabst 4. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Drum sei all' mein Beleben, der mich zur Ewigkeit streben, ganz heilig ihm zu Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 100. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt erschuf. 3. Sündhaftigkeit des Menschen. Allgemeine Verdorbenheit. ihm Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu Handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir ge 78 fallen! Wo ist jetzt unter Allen ein Mensch, ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied; dein helles Auge sieht auf alle Menschenkinder und sieht in allen Sünder; ach! heilig, Gott, ist Reiner, unschuldig auch nicht Einer. Allgemeine Verdorbenheit. 4. Verderbt ist Aller Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur was dein Wille wollte, zu wählen und zu lieben, und freudenvoll zu üben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt, leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Ach! können wir wohl zählen, wie oft und wann wir fehlen? 7. Gewähr' uns, Gott, dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir erkennen und vor Begierd' entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Bess'rung nachzujagen! 8. Wohl dem, der sie ge* 00 winnt! Denn so verderbt wir sind, so willst du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, daß wir schon hier auf Erden dir gleichgesinnet werden. 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich verscherzen; erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. HORES mel. Wie groß ist des Allm. 2. 102. Gott! welch ein Kampf in meiner Seele, welch' steter Widerspruch in mir! Mein Geist gebeut, daß ich dich wähle, mein Herz sehnt innig sich nach dir; allein das Fleisch ver führt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt ihre Lüsternheit zu stillen; und schmiegt sich an's Ver bot'ne an. 2. Ein doppeltes Geset regieret mein Wesen, o wie räthselhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, empfind' ich Seligkeit und Kraft: doch schnell entzieht der Sinne Schimmer mir dieses himmlisch reine Licht Mein Geist will zwar das Gute immer, allein mein Fleisch vollbringt es nicht. Schwäche des Willens. 3. Der gute Vorsatz, den ich fasse, entweicht oft wie ein Traumgesicht. Das Böse thu' ich, das ich hasse; das Gute, daß ich liebe, nicht. Getrieben wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 4. Wer löst mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade g'nüget zur seligen Genesung mir; o send' ihn, daß die Tugend sieget! Nimm mich mir selbst, und gib mich dir! Schwäche des Willens. Mel. Vater unser im Himmelr. 2C. 103. Der Hang zum Bösen wohnt in mir, mit Schmerzen flag' ich, Gott, es dir. Wie oft, wie oft versucht er mich zur Sünde noch, und stärket sich durch Reizungen der Sinnlichkeit zur schnöden Pflichtvergessenheit. 79 nicht Sünde thut und seine Pflichten nicht vergißt, hier ruhig und dort selig ist. 3. Doch bald erwacht in meiner Brust die unterdrückte böse Lust, und locket mich zur Sicherheit, zu eitler Selbstgefälligkeit; gelingt es ihr, so glaub' ich dann gar leicht, daß ich nicht fallen kann. 2. Jch seh's, die Tugend, Gott, ist schön; ich will auf ihrer Bahn auch geh'n, betrete sie voll Lust und Muth, gewiß, daß wer 4. Dann bin ich bald verführt, denn, ach! wer stolz und sicher wird, ist schwach, vergrößert seine Kräfte sich, verläßt sich mehr auf sich, als dich, verachtet Feinde, die ihm dräu'n, wird träg' und laß, und schlummert ein. 5. Wie nah', wie nah' ist dann sein Fall, wenn er, versuchet überall, durch sein bethörtes eignes Herz, durch Lust, Gewinn und Furcht und Schmerz, wie leicht verliert er alle Kraft nun kämpfen soll! Wie leicht, und weicht! on tun 6. Jch fühle meine Schwachheit, Gott! mich schrecken leicht Gefahr und Spott. Zerstreuung und Vermessenheit, des Beispiels Reiz, die Weichlichteit, des Fleisches Lust, der Seele Schmerz: wie leicht verderben sie mein Herz. 7. Wer kann mir beisteh'n? Du allein sollst meine Hülf Schwäche des Willens. 80 und Stärke sein! Laß meine Schwachheit immer mir vor Augen sein, daß ich von dir nie weiche, daß ich standhaft sei und bis zum Tode dir getreu. 8. Dann kommt die Zeit, wo, Herr, von dir die Luft zum Bösen ganz in mir vertilgt und ausgerottet wird, wo nie Verstand und Herz mehr irrt. Wie heilig werd' ich dann, wie rein, wie herrlich und wie selig sein! mehr reu'n; wann nicht mehr meine Sinnlichkeit mich hin dern an der Heiligkeit? 4. O Vater, bilde meine Seele nach deinem Willen, und verleih', daß ich nur dich zum Führer wähle, und mache mich dir stets getreu! Dann werd' ich für die Ewigkeit stets reifer zur Vollkommenheit. d Mel. Alle Menschen müssen 2c. 105. Bater! heilig möcht ich leben, Rechtthun wäre meine Lust; aber Lüfte wider streben dem Gesetz' in meiner Brust. Ach! der Sünden trieb im Herzen ist noch oft ein Quell der Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. Mel. Wer nur den lieben 2c. 104. Schön ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth! Ihr fest und standhaft anzuhangen hat meine Seele oft begehrt; ach könnt' ich's, wie würd ich mich freu'n! Wer heilig ist, muß selig sein. 2. Doch blenden schnell mich Finsternisse, wenn ich auf rechtem Wege bin! Dann flieh'n die heiligsten Entschlüsse, gleich Morgenträumen, schnell dahin. Bald wähl' ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 2. Sieh' um Kraft mich Schwachen beten; meinem Vor satz trau' ich nicht. Lockende Begierden treten zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den süßen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt ent schwunden, ich zu dir von Tugend sprach, folgten Sün dentage nach. 3. Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann werd' ich fest im Guten sein? O wann 3. O wie oft hab' ich ge erfreut mich inn'rer Friede? Wann wird mich keine That weinet, schmerzlich meinen Fall bereut, gläubig mich mit Schwäche des Willens. 81 106. Herr, du kenneſt meine dir vereinet, und mich deiner Mel. Zeuch mich, zeuch mich zc. Huld gefreut! Gnädig sah'st tid Asis du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht Wege, du erforschest meinen und, Vater! dich, und die Sinn, weißt es, wie so kalt und Welt besiegte mich.dträge ich dir zu gehorchen bin; wie von eitelm Schein geblendet sich von dir das Herz abwendet. 4. Vater, du nur fannst mich retten, wenn mich Nie mand retten kann. Beten will ich, brünstig beten: schau mich mit Erbarmen an! Neiß' die Wurzel meiner Schmerzen, reiß' die Sünd' aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt' ich dich: leite selbst zur Tugend mich! 2. Deinen Willen zu vollbringen, wird mir oft so drückend schwer; soll es mir mit Luft gelingen, mußt du selbst von oben her mir die Kraft dazu verleihen, ganz mein träges Herz erneuen. 3. Schaffe dann in meinem Herzen den gewissen neuen Geist! Laß mich nicht das Heil verscherzen, das mir die Berheißung weist! Hilf der Trägheit widerstehen und auf Hoffnung freudig fäen! 1100 145. Sieh' mich dürsten nach dem Guten! Früh und spät ruf' ich zu dir. Laß mein Herz nicht länger bluten! Deinen Geist verleihe mir! Hilf mir, böse Luft bezwingen, und nach deinem Beifall ringen! Stärke mich mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft! i 6. Ja! du hörst mein kindlich Flehen! Du erquickst mein Herz mit Ruh'! Leben werd' ich, nicht vergehen; meine Stärke, Gott, bist du! Ueber winden, überwinden werd' ich durch dich alle Sünden. wie steigt mein froher Muth! Endlich werd' ich fromm und gut! d dasga 4. Unter Wachen, Beten, Ringen hilf mir wacker Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen, denn dein Wille, Herr, ist gut! Treu erfüllte Pflichten geben reiche Ernt' in jenem Leben. 5. Schauen will ich auf die Krone, die der Treu' ist beigelegt, daß ich meiner nieOmals schone, wenn sich Un lust in mir regt. Unter Wachen, Beten, Ringen hilf die Trägheit mir bezwingen. nism 6 Wirkliche Sünden. 82 6. Sollt' ich dennoch ihr erliegen, hilf mir eilig wieder auf! Hilf mit deiner Kraft mir siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen gut und selig möge enden. osir no di Mel. Alle Menschen müssen 2c. 107. Ach, wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater! völlig frei; daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohlgefällig sei? Noch nicht, ich gesteh's mit Thränen, kann ich mich von ihr entwöhnen; nur zu oft noch regt sie sich, und versucht zum Bösen mich. 2. In der Andacht sel'gen Stunden, wo mein Geist die Wahrheit hört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt; habe Nichts so sehr hienieden mir gewünscht, als innern Frieden, als ein Herz, dir ganz geweiht, als der Tugend Seligkeit. andet 3. Voll von heiligen Entschlüssen schwur ich dann, dir treu zu sein, und mit wachendem Gewissen meiner Treue mich zu freu'n; willig wollt' ich da mein Leben dir, mein Gott! zu eigen geben, aller Sünde widersteh'n, standhaft deine Wege geh'n. alu 4. Aber nur zu schnell empöret sich der Leidenschaften Macht; sie verdunkelt, schwächt und störet, was ich sonst so gut bedacht. Plötzliche Gelegenhei ten, Beispiel, Reiz der Eitelkei ten, eh' ich's merte, ziehen sie mich zur Sünde, die ich flich. 5. Ach mir Armen! dem zur Treue feste Seclenstärke fehlt, den so oft aufricht'ge Reue, und so oft doch fruchtlos quält! Ach! wer wird mich doch vom Bösen, von der Sünde ganz erlösen? Elend bin ich! wer befreit mich von meiner Sündlichkeit? id sodhi 6. Wenn ich falle, laß mich's merken, laß mich streben aufzusteh'n! Eile, mich, dein Kind, zu stärken; lehre selbst mich sicher geh'n! Warne mich, sei mein Begleiter; führe, Gott! mich täglich weiter, bis ich in der Ewigkeit dringe zur Vollkommenheit! dasar 91448 tim g si Wirkliche Sünden. mel. Zeuch mich, zeuch mich 20. 108. Sollt ich meiner Herzen schmeicheln, Sünde thun und sicher sein! Sollf ich falsche Tugend heucheln Wirkliche Sünden. und dann sagen: ich bin rein? D, wie würden Furcht und Schrecken endlich mein Gewissen wecken! 2. Nein, dies Blendwerk sei verachtet! Gott, du sieh'st das Herz nur an. Wer nach innerm Frieden trachtet, fliehet heuchlerischen Wahn. O hilf mir mein Herz ergründen, und entdeck' mir meine Sünden. 83 Neu' und Thränen, aber nicht an Ruhm gebricht; zählt die Welt mich zu den Frommen, darum bin ich nicht vollkommen. 7. Keine Sünde müss' ich lieben, auch den Wunsch der Sünde nicht! Nein in allen meinen Trieben, frei von falscher Zuversicht, müsse Nichts mein Herz verblenden, mich vom wahren Heil abwenden. 8. Gott, du weißt, wie oft ich fehle auf der Bahn der Heiligung. Ach! verhilf du meiner Seele zu der vollen Reinigung; nimm mich in die 3ahl der Deinen, die es sind und nicht bloß scheinen! 3. Bin ich, wenn ich das nur hafse, was schon Menschen hassen, rein? wenn ich das nur unterlasse, was auch Heiden nicht verzeih'n? Ist's genug schon, Nichts verbrechen, was schon Menschenstrafen rächen? 4. Bin ich darum fromm und besser, darum Gottes Kind und Freund, weil des Nächsten Schuld noch größer Mel. Aus tiefer Noth schrei' 2c. als die meinige mir scheint? darum, weil von mancher Sünde ich mich rein und schuldlos finde? to nism 5. Oder weil durch äuß're Werke, und oft bloß durch ihren Schein, ich mich in dem Wahne stärke, angenehm vor Gott zu sein? oder weil ver- 2. Du weißt, wie oft wir hehlte Sünden Menschenblicke nicht ergründen? 109. Kein Mensch, o Gott! ist sündenfrei! Wer dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heuchelei? Du kennst ja Herz und Leben. Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles! si 6. Nein! ich will nicht thöricht wähnen, Besserung bedürf' ich nicht, weil es mir an frevelhaft uns böser Thaten freuen, und unsers Geistes edle Kraft dem Sündendienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, verscherzen wir 6* 84 oft unsre Zeit und unfres Herzens Ruhe. 3. Wir sollen stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken; wir können's auch, denn du, o Gott! willst gern die Schwachen stärken. Und den noch unterdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr! vor dir, und folgen unsern Lüsten. Wirkliche Sünden. stehen wir, verklagt von unsern Sünden! Vor dir, Allheiliger, vor dirist Keiner rein zu finden! Wie grämet unsre Seele sich! wir Alle fehlten wider dich und uns und unsre Brüder. uns vereint, die dir, Gott! angehören; wir sollen, aller Bosheit feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll, sorgt immer gern für fremdes Wohl? wer hilft, so viel er könnte? 6. Oft führet unsers Beispiels Macht auch Andre zum Verderben. Ihr Herz ist nie mit Ernst bedacht, sich Tu gend zu erwerben. Gleich uns, verschmäh'n sie deine Huld, und häufen nun auch unsre Schuld durch ihre Lasterliebe. 7. O großer Gott, hier 8. Ach Herr, wir sinken vor dir hin und flehen: hilf uns Armen! Verkläre deinen Batersinn! bei dir ist vid Erbarmen. Du gabst uns Jesum, deinen Sohn; o lehr' uns auch, der Sünd' ent floh'n, im Glauben an ihn leben! 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir im Schmerz, dir kindlich zu vertrauen! Wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 5. Du haft mit Menschen 110. Ich blick empor zu e Mel. O Gott, du frommer 20. dir, du Ewiger! der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Ziele wallen, Bergelter, Richter ist, und fleh' voll Innigkeit: Gedent der Sünden nicht, die tief mein Herz bereut! Soldling 2. Wie oft gelobt' ich dir in ernster Andacht Stille: ,, dein heiliges Gesetz, o Gott, sei stets mein Wille!" Du kennst mein Herz, du weißt es war der Vorsatz rein: dir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu sein. 3. Und dennoch fehlt' ich oft! Wer kennt des Herzens Neußere Noth. Tiefen? Ach! seine Schwächen, bie so tief verborgen schliefen, erwachten, aufgereizt vom Sturm der Leidenschaft; betäubt und überrascht erlag bald meine Kraft. 4. Nun blick' ich prüfend hin auf die durchlebten Tage; sie bringt kein Mensch zurück, fie fesselt keine Klage. Doch ihre Bilder führt, mit richterlichem Blick, mir ernst und warnend oft Erinnerung zurück. 5. Der Edle, der sein Herz schon früh' der Tugend weih'te, fühlt Engelseligkeit, sieht er an ihrer Seite auf die durchlauf'ne Bahn mit stiller Heiterkeit; er hat gesä't in ihr für eine Ewigkeit. 6. Und diese Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, das A 4. Elend des 85 höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht zum bleibenden Gewinn, gab es, vom Schein getäuscht, für kurze Lust oft hin. Neußere Noth. Mel. Herzliebster Jesu zc. Sünders. sam deinem Willen, gut und weise; was würden wir, bei 111. Wo ist, o Gott, ein genießen! fine lanter ruhigem Gewissen für Glück 3. Wie würde jede wahre Lust auf Erden erhöh't, und jede Laft erleichtert werden, wenn unser Herz den Täuschungen der Sünde fteta widerstündeln d 2. O wären wir, vom Kinde bis zum Greise, gehor= 4. Doch, ach! sie herrscht, Elend auf der Erde, das von der Sünde nicht erzeuget werde? Stets enden sich der Uebertretung Freuden mit herben Leiden. 7. Vergaß die große Pflicht, die Reizungen der Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt, zu überwinden; ergebungsvoll und still, mit ruhigem Vertrau'n, auf dornenvollem Pfad zu Gott empor zu schau'n. 8. Verzeih', Allgütiger! Du siehst der Neue Zähren; du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern gewähren. Mit neuer Treue will ich deine Wege geh'n; laß einst am großen Ziel, o Gott, dein Heil mich seh'n! Gewissensqual. 86 um Alles zu zerrütten, er schüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht jedem Tage mit neuer Plage. 5. Wie können Sünder froh zum Himmel schauen; wie an den Todgedenken ohne Grauen; wie an Vergeltung in dem fünft'gen Leben, ohn' zu erbeben? Hogs 4 6. O Höchster, diese Aussicht soll mich schrecken, und zu dem ernsten Vorsatz mich erwecken: mit Unschuld auf des Lebens Bahn zu wandeln und recht zu handeln. 7. Laß uns dann immer mehr geheiligt werden, und dir stets folgsam, dir getreu, auf Erden thun, was du willst, bis wir, zu dir erhoben, dich ewig loben! Gewissensqual. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 112. Dwie sanft ist dein Gebot, Herr! wie leicht dein guter Wille! Sorg' entflieh't und Erdennoth, wenn Gewissensruh' und Stille in der Seele friedlich wohnt und den Fleiß der Tugend lohnt. 2. Aber, ach! ist er entfloh'n, des Gewissens sanfter Friede, dann wird Qual der Sünden Lohn, und ihr Dienst machtlebensmüde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flicht. d armine 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer sind seine har ten Bande; und ihr Sclave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande; bei der tiefsten Sclaverei dünk der Thor sich groß und frei 4. In der ungestümen Brust weilet keine Freude lange, Unmuth folgt auf Sin nenlust, angstvoll bebt das Herz und bange, sucht ver gebens Fried' und Ruh', und eilt neuen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reih'n wandelt er mit tri bem Blicke, will, und kann nicht fröhlich sein, wünscht vergangne Zeit zurücke; denn das Herz voll Gram und Neid störet seine Fröhlichkeit. 6. Gottes schön geschmück Welt ist umsonst für ihn ge schmücket; Blumenflur und Nehrenfeld, und was sonst das Herz entzücket und der Seele Kummer bricht, rüht die stumpfe Seele nicht. 7. Niedre Lust und eitles Spiel locken ihn zu wilden Scherzen; edler Freundschaft sanft Gefühl bannt er weg 87 läßt den Herrn, durch den wir sind und leben; er bleibt von jenem Reiche fern, nach dem die Frommen streben. Wie thöricht, und wie undankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! Herr, er- 5. Wer Gott verläßt und Sünde thut, bringt sich um reine Freuden, verzagt in Noth, hat keinen Muth in Prüfung, Schmerz und Leiden. Gott, mache mich durch deine Kraft Indmel. Mir nach, spricht 2c. 113. Wer Sünde thut, behutsam und gewissenhaft! nährt argen Wahn, liebt 6. Wer Sünde thut, sieht Träume, die nur trügen; er wandelt auf des Irrthums Bahn, und lernt sich selbst belügen. O hilf mir, Gott, schreckensvoll des Lebens Ende kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Tugend nun droh'n daß ich dir treu, und fern zu Tod und Weltgericht. vom Selbstbetruge 7. So täuscht die Sünde, so bestraft sie selbst sich schon Cast: auf Erden. Einst wird zur strengern Rechenschaft ihr Knecht gezogen werden. Lehr' uns, o Gott, die Sünde flich'n; noch ist uns Zeit dazu verlieh'n! ommi Joj Todesangst. aus seinem Herzen, übt in dunkler Einsamkeit, was der Unschuld Auge scheut..bi 8. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich hassen; theuer sei mir meine Pflicht; nimmer will ich sie verlassen. Herr, erhalt mich ihr getreu; steh' mir in Versuchung bei! 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenträfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. Vater! gib, daß nie mein Geist sich seiner Würde selbst entreißt! 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns angezündet; erkennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. Olehre, Gott, mich weise sein, und stets den Reiz der Sünde scheu'n! 4. Wer Sünde thut, vermolligrninn tim and dr Todesangst. od stil mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 114. Wie qualvoll sind die Schrecken, die einst den Sünderwecken in seiner Todes Jesus. 88 noth! Mit schauervollem Blicke bemerkt er seine Tücke und seinen Frevel wider Gott. 2. Der Herr, den er verhöhnte, als er dem Laster fröhnte, kommt, wie die Wetternacht, zu des Gerichtes Schrecken den Sünder zu erwecken; denn seine Laufbahn ist vollbracht. 3. Gott sah' ihn trotzig handeln, den Weg der Bosheit wandeln; nun hält er bald Gericht, wägt auf gerechter Wage nun bald des Frevlers Tage; er wäget sie, und schonet nicht! 4. Nun sind die Bess'rungsstunden der Gnadenzeit ver schwunden; sie kehren nie zu rück. Nun hilft kein banges Fle hen; der Sünder muß vergehen; es kommt sein letzter Augenblick. 5. Mit nagendem Gewissen irrt er in Finsternissen, von keinem Licht erhellt; sucht auf des Todes Pfade zu spät des Höchsten Gnade, will sich er mannen, sinkt und stirbt. och Jesus. Mel. O Gott, du frommer 2c. 115. Dein Name, Jesu! soll, im Himmel und auf Erden, mit dankerfülltem Sinn, stets hochgepriesen werden. So lieblich ist kein Trost, als den dein Name gibt, der Name deß, der uns bis in den Tod geliebt. 2. Wie leicht, wie schnell 6. O jammervolles Endel Mein Heiland, sieh', ich wende schon jetzt mich hin zu dir Laß mich einst so nicht sterben! Ach, laß mich nicht verderben, eröffne deinen Himmel mir. III. Von dem Erlöser Jesus Christus. L. Namen, Würden und Verdienste des Erlösers. 07201 wird nicht mein banges Herz gestillet, wenn mich mit sei nem Trost dein süßer Nam' erfüllet! Dein Name kündigt mir, hab' ich des Trauerns viel, den theuern Heiland an der selig machen will. 3. Will des Gesetzes Fluch will Tod und Grab mich schrecken; so soll dein Name, Herr! mich schüßen und be decken. Er sei mir Trost und Christus. Hülf' in aller Angst und Noth; so bin ich unverzagt im Leben und im Tod. 4. Er sei mein Licht, wenn ich im finstern Thale walle; er sei mein fester Stab, daß ich nicht gleit' und falle; in Gluth mein Schatten mir, ein Schirm vor Satans Wuth; mein Reichthum, Ehr' und Ruhm, mein allerhöchstes Gut! 5. Er sei mir stets der Weg, die Wahrheit und das Leben! Er wolle mir zuletzt aus Gnaden dies auch geben, daß ich, erscheinet nun auch mir mein Sterbetag, mit vol ler Freudigkeit in ihm entschlafen mag. 6. Dir leb ich, und in dir, in dir will ich auch sterben. O, hilf durch dein Verdienst, aus Gnaden mir ererben das ew'ge Himmelreich, das du mir, Herr! erwarbst, als du zu meinem Heil den Tod am Kreuze starbst! 89 Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht Jesus nur, du bist auch, der du heißest, da du die menschliche Natur aus allem Elend reißest. Die That stimmt mit dem Namen ein; du kannst mir, was du heißest, sein: Erlöser, Seligmacher. 3. Auch ist in keinem Andern Heil; kein Name ist gegeben, durch den der Sünder hätte Theil an Seligkeit und Leben; du bist's allein, der Jedermann das ew'ge Leben geben kann; gelobet sei dein Name! famst, uns're Schuld und uns'rer Strafe Plagen, o unerhörte Lieb' und Huld! freiwillig zu ertragen; du, der Gerechte, licßest dich zur 4. Dein Name, Jesu, werd' in mir durch Gottes Geist verkläret, auf daß mein Herz, vereint mit dir, was er verheißt, erfähret. Laß mich empfinden seine Kraft, die Trost und neues Leben schafft, daß ich den Himmel erbe. Christus. Mel. Nun danfet Alle Gott 2c. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 116. Mein Jesu! du 117. Erschienen ist der Christ, auf den die Väter harrten, und länger dürfen wir nun keines Andern warten. Erkennet Jesum an, bringt Preis und Lob ihm her! Er 90 Sohn ist der wahre Christ; Immanuel ist er. 2. Er ist's! Der Arme hört der frohen Botschaft Lehren, und auch der Taube kann, von ihm geheilt, sie hören; der Blinde sieht und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße geh'n, und Todte stehen auf. 3. Gott ist mit uns; wir seh'n des Vaters Eingebornen, den Glanz der Herrlichkeit, den Netter der Verlornen. Er, der Propheten Wunsch, den Könige so gern seh'n wollten, er ist da in Jesu Christ, dem Herrn. 4. Er ist gekommen, uns dem Vater zu versöhnen, und mit Barmherzigkeit die Gläubigen zu krönen; er ist es, der allein uns selig machen kann. Frohlocke, Sünderwelt, und nimm ihn gläubig an! Sohn Gottes. Mel. Ein Lämmlein geht 2c. 118. Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für: wer kann dich g'nug erheben! Noch eh' die Welt war, warst du schon, o eingebor'ner GottesGottes. Sohn, und Erbe seiner Ehre! Du bist der Herr der Herrlich keit, und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch deine Kraft ward Himmel, Meer und Erde. Du haft das Leben uns verschafft; du sprachst zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Allmachts ruf die ganze Welt aus Nichts erschuf. Du bist's, der Alles träget, was sichtbar und un sichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekom men; hast willig unser Fleisc und Blut, o Herr! an dich ge nommen. Ja, aus der schreck lichsten Gefahr zu retten, was verloren war, kamst du zu uns auf Erden. O Huld, die sonst nichts Gleiches hat! Du starbst für uns're Missethat, ein Her land uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und bist es noch jetzt auf des Him mels Throne; suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne, die ihr noch dienen, zu befrei'n; reuvoller Sünder Trost zu sein, ist dek nes Herzens Freude. Wer z dir kommt, der findet Ruh, Sohn Gottes.. und wer dich liebt, den stärkest du, daß ihn von dir Nichts scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet; du stillest ihre Klage, und bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, o Herr! noch alle Tage bei uns, bei deinem Eigenthum. Dir, dir sei ewig Dank und Ruhm für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; hilf, daß ich mich nach deinem Sinn in guten Werken übelim rir 3. Dir Ehre zu erzeigen, dies ist des Vaters Will'; es soll vor dir sich Alles beugen, dir dienen, deines Lobes voll. Du trägest alle Dinge, allmächtig durch dein Wort; das Große, das Geringe geht, wie du wolltest, fort; bei dir steht Tod und Leben; es wird einst jede Gruft die Todten wieder geben, wenn deine Stimme ruft. Mel. Nun lob' mein' Seel' zc. 119. Mein Heiland, tief 4. Wie herrlich ist dein Name, schon jetzt, o Herr, in dieser Welt! Dich preist der Frommen Same, der gläubig vor dir niederfällt. Dort preisen Seraphinen, dich, großer Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen, steh'n sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm von aller Welt zu nehmen; sie ist dein Eigenthum. Woldvild ratin!! im Staube bet' ich als Gottes Sohn dich an. Ich weiß, an wen ich glaube: als Gott hast du dich kund gethan. Du bist der Erstgeborne vor allerkreatur, famst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; ein Volk dir zu erlesen, erschienst du in der Zeit: doch eh' die Welt gewesen, warst du von Ewigkeit. 91 höher'n Himmelsgeister, und liebtest uns noch mehr; die Strafen unsres Falles nahmst du am Kreuz auf dich; regierst nun über Alles, und Herrschest ewiglich. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräftig Wort gemacht; auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister, du schufft uns, wie das Heer der 5. Sohn Gottes! ich ver ehre, ich bete dich in Demuth an. Beschäme und bekehre, die dir noch nicht sind zugethan! die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die Herr und Heiland. 92 schuld'ge Ehre rauben, theil' ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen, und, welche dich erkannt, die laß von dir Nichts trennen; erleuchte jedes Land! 5. Lobsingt! So ist er hin nach Golgatha gegangen. Ein Opfer für die Welt, hat er am Kreuz gehangen. Lobsingt! wir sind versöhnt; er hat das Werk der Macht, der Liebe größtes Werk, er hat's, er hat's vollbracht! 120. Beginnt ein Lied voll Dank mit freudigem Gemüthe, Erlöste Gottes, singt dem Vater aller Güte! Dem Allgewaltigen, dem, welcher groß von Rath, selbst seinen eignen Sohn der Welt gegeben hat! de 0012 6. Der Tod hat keine Macht an ihm, er ist erstanden; er löst sind wir mit ihm, o Tod! aus deinen Banden. Erhöht zum Himmelsthron, gießt er den heil'gen Geist auf seine Jünger aus, der ihn durch Wunder preist. 2. Gefallen waren wir, und Niemand konnte retten, kein Mensch, kein Engel selbst, 7. Gestürzt sind weit und uns aus des Todes Ketten; er Lösen konnte nur die abgefalln'e Schaar der eingeborne Sohn, der auch ihr Schöpfer war. breit des Heidenthums Al täre. In Geist und Wahrheit bringt, bringt Gott dem Vo ter Ehre! bringt Ehre seinem Sohn; der Erdkreis bet' ihn an, und mache überall dem Himmelreiche Bahn! ned id 3. Er hat's gethan! Er hat die Sünderwelt erneuert, vom Tode sie erweckt. Erlöste, feiert, feiert! Er hat errettet, Er; durch seiner Liebe Macht hat er Unsterblichkeit für uns an's Licht gebracht. do Herr und Heiland. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. bis zum Tod' am Kreuze, war und blieb er dennoch wahrer Gott. 4. Wie es verheißen war, er sollt' geboren werden; ward er ein Mensch, wie wir, erfunden in Gebärden. Doch selbst in Knechtsgestalt, erniedrigt Mel. Wie schön leucht't uns 2. 121. Wie herrlich ſtrahlt der Morgenstern! o welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! du bringst in fin Herr und Heiland. st're Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu! ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben. Wer kann dich genug erheben! Inputs qu 2. Du, hier mein Trost und dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! Von ganzem Herzen preis' ich dich! Hab' ich dein Heil; so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm' ich; wahrlich, Keiner tröstet deiner sich vergebens, wenn er dich sucht, Herr des Lebens! 3. Durch dich nur kann ich selig sein. Geuß tief mir in das Herz hinein die Flamme deiner Liebe; damit ich ganz dein eigen sei, aus Weltsinn deinen Dienst nicht scheu' und dein Gebot gern übe! Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele! 93 de, Frieden, Trost und Leben der gebeugten Seele geben. 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich! Von Ewigkeit her hast du mich in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich mit dir vereint, er selbst, mein König, ist mein Freund; was ist's, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde! Und dann fürchte keine Feinde! 6. Jhm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müffe froher Lobgesang mit jedem Tag erschallen! ihm, unserm Lamme, das erwürget ist, zum Heiland Jesu Christ, dem Ruhm und Wohlgefallen! Tönet, tönet, Jubellieder! Schallet wieder! daß die Erde voll von seinem Lobe werde. Jesu Christ, daß du der Erst 7. Wie freu' ich mich, o und Letzte bist, der Anfang und das Ende! du schließest selig meinen Lauf; du weckst mich auch vom Tode auf; deß freu' ich mich ohn' Ende. Ewig werd' ich, Herr! dort oben hoch dich loben, dir vertrauen, und dein Antlitz freudig schauen. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht: die Hoffnung, daß dein Angesicht ich einstens soll erblicken. Du kannst indeß durch deine Kraft, die Ruh' in müden Seelen schafft, mich stärten, mich erquicken. Du kannst, Mel. Wie schön leucht't uns 2c. Heiland! schon hienieden Freu- 122. Wie groß, wie an 94 Herr und gebetet ist dein Nam', o Heiland Jesu Christ! wie theuer deinem Volte! Wie hell ward's in der Finsterniß durch deine Lehre! wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du kamest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken; Stumme fangen, dir zu danken. ang 2. Geringe waren's, die dein Licht verbreiteten; die Weisen nicht. Wo sind sie? wo die Hohen und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Götzendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht; deine Gaben, Mittler! haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelehret. Heiland. Sünde Gräuel hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben, und uns Allen helfen, daß wir dir gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgefang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Jhrer mehr noch, Jesu! werden stets auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Heiland! Jesu Christ! wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einft zur stillen Ruh'; o wie weit herrlicher wirst du den From men dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durc die Himmel wiederhallen! 3. Wir werden deinen Ruhm erhöh'n, wir werden deinen Himmel seh'n, den Preis von deinen Leiden; genießen, was du uns er warbst, als du für uns am bail Kreuze starbst: der Engel hohemel. Herzliebster Jesu 2c. Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! bi ti 123. Nie tann ich, Jeful dich genug erheben. Du bist der Weg, die Wahrheit und 4. Du hast dich deiner das Leben; durch dich kann Herrlichkeit entäußert, eine ich, der Sündenlast entnom kurze Zeit, für uns, von Gott men, zum Vater kommen. verlassen; und nun, mit Ruhm und Ehr' gekrönt, nun machst du selig, die. versöhnt, der 2. Du, Gottes Sohn! du kamst zu uns auf Erden, und gabst dich hin in Marter und Herr und Heiland. 95 Beschwerden, um Trost und len, schien dem Herzen in Heil für Zeit und Ewigkei- seinen Schmerzen. ten mir zu bereiten. d 19. Du aber, großer Mittler! bist mein Leben, willst aus dem Tod zum Himmel mich erheben, mir ew'ges Heil für meinen Geist gewähren, den Leib verklären. 10. Mit tief gerührtem, dankbarem Gemüthe, verehr' ich, Jesu! deine große Güte. In Himmelswonne preis' ich deinen Namen einst ewig! Amen! 3. Nun liegt sie vor mir, deine Segensfülle, daß ich daraus den Durst der Seele stille, den Durst nach Gütern, die mein Herz erquicken, mich ganz beglücken. To 4. Mir fehlte Licht, Gott richtig zu erkennen, froh zu verehren, Vater ihn zu nennen; du aber bist zum Lichte mir er schienen, Gott recht zu dienen.) 5. Vor deinem Glanz entflieh'n die Todesschatten, die Mel. Wie groß ist des Allm. 2c. mich Verblendeten umgeben 124. Von Christus Jeſus hatten; ich sehe nun, erhellt vom Licht der Wahrheit, des Höchsten Klarheit. o 6. Verschlossen hatt' ich mir durch meine Sünden den Weg zu Gott, um Trost an ihm zu finden; ich sehnte mich, durch Schuld von ihm geschieden, umsonst nach Frieden. 7. Das große Elend hast du weggenommen, bist mir der Weg, in Gottes Reich zu kommen; dein Opfer schafft mir der Vergebung Freuden, und Trost in Leiden. 8. Die beff're Zukunft war vor mir verhüllet; kein Strahl der Hoffnung, welche Seelen füllet, die sich unsterblich fühlaßt uns singen! Er ist das Licht, das Heil der Welt. Die Wahrheit flog mit lichten Schwingen ihm, göttlich strahlend, beigesellt. Als Finsterniß gleich Todesschatten noch über allen Völkern lag, und kaum die Weisen Dämm'rung hatten, fam er, und mit ihm lichter Tag. 2. Er kam, vom Himmel sie zu lehren; seh't, wie vor ihm die Erde schweigt; die Heiden nahen, ihn zu hören, wie er den Weg der Wahrheit zeigt. Er lehret sie das Leben kennen, ermuthigt Sündern Herz und Mund, daß sie Gott ihren Vater nennen, und ladet sie zum neuen Bund. Herr und Heiland. 96 3. Zum Heil dem menschlichen Geschlechte, das schwer mit Schuld beladen war, stellt sich der einzige Gerechte zum Opfer der Versöhnung dar. Verloren waren Adam's Kinder; da gibt sich hin zum Kreuzestod und stirbt für uns verlorne Sünder der Sohn des Gottes Zebaoth.indd 4. Verehrt, verehrt ihn, alle Lande! Er, Jesus, der im Grabe liegt, zerbricht des Todes eh'rne Bande, lebt ewig, und der Glaubesiegt. Der Glaube, diese Himmelspflanze, grünt aus verströmtem Blut hervor; mit ewig ungeschwächtem Glanze hebt sie im Sturm ihr Haupt empor. 5. Vergeblich lehnen Nationen sich wider den Messias auf; Gewaltige auf Erdenthronen, sie hemmen nicht des Glaubens Lauf. Bald sind die Feinde all' verschwunden; daß Menschen Gott nicht widersteh'n, und Jesus Christ hat überwunden, wird bald der ganze Erdkreis seh'n. bornen sei froh, ein Mensch zu sein! und jeder der Verlornen rühm' es, erlöst zu sein! Zum Heiland uns gegeben, erschienst du, Gottes Sohn. Mit dir er schien das Leben, mit dir des Himmels Lohn.md sh Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. 125. Vom Grab, an dem wir wallen, soll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor zum Himmel schallen! dir opf'rejede Seele Dank, und jeder der Ge2. Kommt, laßt uns nieder fallen vor unserm Mittler Je fus Christ, und danken, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist! Er, gleich der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl, verbreitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er segnet unsre Pfade durch's Leben bis in's Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitge nossen der Sünden und der Sterblichkeit! Nicht länger ist verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu uns're Erd' hernieder kam Gottes ew'ger Sohn; nun hebt er seint Brüder empor zu Gottes Thron. Er war das Heil der Sünder und der Verlornen Hort; hier sind sie Gottes Kin der und Gottes Erben dort. 4. O du, dem jetzt die Menge der Engel und Ver klärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Voll im Staube bringt! Auch bu Herr und Heiland. warst einst auf Erden, was deine Brüder sind: ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wann sie, entrückt der Erden, sich deines Anschau'ns freu'n. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah' sind wir dann dem Throne, und schauen deine Majestät; nicht mehr aus dunk ler Ferne dringt dann der Dank zu dir; erhaben über Sterne, dir näher, jauchzen wir. Dann schallt durch jede Sphäre, Herr! unser Lobgefang: dem Ewigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dant! Mel. Wie groß ist des Allm. 2C. 126. Was wär'ich ohne dich gewesen, und ohne dich, was würd' ich sein? Von Furcht und Angst noch nicht genesen, stünd' ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt' ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär' ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät' ich meinen Kummer fund? 97 den Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh' im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus; wie hielt' ich's ohne Freund im Himmel, wie hielt' ich's hier auf Erden aus? 3. Haft aber du dich fund gegeben, ist ein Gemüth erst dein gewiß; wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! Mit dir bin ich erst Mensch geworden; mein Schicksal wird verklärt durch dich, und selbst im rauhen, kalten Norden blüh'n Paradiese froh um mich. 4. Das Leben wird zur Feierstunde; die Welt spricht Liebe mir und Lust; ein heilend Kraut wächst jeder Wunde, und frei und voll klopft meine Brust. Für solche Güte, solche Gaben, ergibt sich ihm mein ganzes Herz; ihn muß zu meinem Freund ich haben; die Seele strebet himmelwärts. 2. Allein, verzehrt von Lieb' und Sehnen, säß' ich in Nacht bei hellem Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wil5. O! suchet mir auf allen Wegen, und holt die Irrenden herein; streckt jedem eure Hand entgegen, und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns werden, auch ihnen ist er aufgethan. 7 Sendung Jesu. 98 6. Ein alter, schwerer Wahn der Sünde war sonst an unser Herz gebannt; wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Lust und Neu' zugleich entbrannt; ein jedes Leid schien uns Verbrechen, der Mensch der Gottheit Feind zu sein; und schien der Himmel uns zu sprechen, so sprach er nur von Tod und Pein. 7. Das Herz, des Lebens reinste Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und ward's in unserm Geiste helle, so war nur Unruh' der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes- Engels Schwerdte verschlang der Hoffnung Ueberrest. 8. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschensohn voll Lieb' und Macht; durch ihn ward ein belebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahen wir den Himmel offen, als unsrer Seele Vaterland; wir konn ten glauben, durften hoffen, und fühlten uns mit Gott ver wandt. 9. Seitdem verschwand in uns die Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt; man gab, damit sie früh ihn finde, der Jugend seinen Namen mit Durch ihn geheiligt, zog dai Leben vorüber, wie ein sel'ger Traum, und, ew'ger Lieb' und Lust ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. 10. Noch steht in hehrem Gottesglanze der heilige Ge liebte hier; gerührt von se nem Dornenkranze und seiner Treue, weinen wir; ein jede Mensch sei uns willkommen, der seine Hand mit uns er greift, und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. per robit of 27 2. Sendung, Ankunft und Geburt des du pse Erlöſers. Ented for Sendung Jesu. die Sünden Noth ist Rettung un erworben; der Herr will nicht des Sünders Tod. Was Adam's Fall verdorben, hat 127. Heil uns! aus unsrer er aus Gnaden uns ersett Mel. Es ist das Heil uns 2c. Sendung Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! wie groß iſt sein Erbarmen! 2. Selbst seinen eingebornen Sohn sandt' er zu uns auf Erden; von aller Sünd und ihrem Lohn ein Retter uns zu werden. Er kam; mit ihm kam unser Heil; er kam, am ew'gen Leben Theil uns wieder zu erwerben. dan 3. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn, der Netter unsrer Seelen! Nun kann uns, auch auf Erden schon, das wahre Glück nicht fehlen: getrost und froh in Gott zu sein, wenn wir uns nur dem Heiland weih'n, den Gott für uns verordnet.psd te Jesu. ( 99 Mel. Werde munter, mein 2c. 128. Mit bewunderndem Gemüthe wag' ich, Höchster! einen Blick in die Tiefen deiner Güte, und er kehrt erstaunt zurück; tief anbetend preis' ich dann, wie die Gottheit liebene kann, und, daß Sünder ewig leben, ihnen will die Schuld vergeben. ha poon) mi 4. Herr! laß uns diese Seligkeit doch über Alles schätzen! Nie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersetzen, wenn uns das höchste Gut gebricht: ein reines Herz voll Zuversicht zu dir, Gott, unserm Vater! 2. Dank sei dir, o Gott der Liebe! für den ew'gen Friedensrath! für das, was aus freiem Triebe dein Erbarmen für uns that; für das theure Lösegeld, der verlornen Sünderwelt, durch des Eingebornen Ster ben, Heil und Leben zu er werben.. 3. O! ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns schuldbelad'nen Armen deiner Gnade Trost verleiht! da der Sohn sich für uns gab in den Tod und in das Grab; soll ich und nicht verloren gehen, soll ich 5. O lent' auf dies erhab'ne. Heil und Leben sehen..omot Glück der Seele stärkste Triebe! Zeuch mächtig unser Herz zurück von schnöder Sündenliebe! Der Herr erschien auch uns zum Heil; laßt uns in wahrem Glauben Theil an 4. Ewig sei mit Dank besungen, was dein Nath beschlossen hat! Mit uns preisen Engelzungen, Gott der Licbel deinen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die seiner Gnade nehmen. da Vernunft mit Staunen hört; 7* Sendung Jesu. 100 wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 5. Doch du hast in deinem Rathe, Herr! die Ordnung auch bestimmt, wie der Sünder an der Gnade der Erlösung Antheil nimmt. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Undanks Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Vater! hilf mir darnach streben, meines Heils gewiß zu sein; richte selbst mein ganzes Leben ganz nach deinem Willen ein! daß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist im Herzen schafft, mir das sich're Zeugniß geben: ich sei auf dem Weg zum Leben. 7. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens steh'n; dann kann ich auch ohne Grauen meinem Tod entgegen geh'n. Halt ich fest im Glauben nur, dann wird keine Creatur mich von deiner Liebe trennen, Gott! mich dir entreißen können. barmt so väterlich, uns zu helfen ewiglich. 2. Also hast du uns geliebet! willst, daß wir von aller Pein frei und selig sollen sein, daß dein Sohn sich selbst hingibet, und beruft uns allzumal zu dem großen Abendmahl. 3. Ja, dein werther Geist bezeuget uns durch Tauf' und Abendmahl deiner Gnade heil'ge Wahl; der die Herzen zu dir neiget, der uns Kraft zum Glauben schenkt, daß uns Höll' und Tod nicht kränkt. 4. Weil die Wahrheit nicht kann lügen, will ich ihr ver trauen fest; weil du keinen je verläss'st, weil dein Wort nicht kann betrügen, bleibt mir deine Seligkeit unver rückt in Ewigkeit. 5. Lob sei dir für deine Gnade, du getreues Vater herz! daß dich meine Noth und Schmerz, daß dich auch mein Seelenschade hat er barmt so väterlich; darum lob' ich ewig dich. Mel. Ach was soll ich Sünder 2c. Mel. Wachet auf, ruft uns 129. Ach, wie groß ist deine Gnade, du getreues 130. Herr! wir singen Vaterherz! daß der Menschen Noth und Schmerz, daß dich aller Sünde Schade hat er deiner Ehre, erbarm' dich uns'rer und erhöre, nimm gnädig unser Roblied an! Herr, wir danken Sendung Jesu. 101 voll Entzücken! Wo ist ein und starb der Sünder Tod. Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Gott! den wir erhöh'n, du, dessen Heil wir seh'n, bist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit, warst du Christus hat den Tod bezwungen; ein neues Lied werd' ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt. Ihr Lobgesänge, tönt! tönt zum Himmel! erdie Liebe, wirst sie sein. schallt schon hier! Einst knieen 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schentest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entzieh'st du unsrer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott! Du sendest uns den Tod nur zum Segen, bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade; da war es, Gott! als deine Gnade erbarmend uns vorüber ging. Da rief dein Vaterblick durch Jesum uns zurück von der Sünde; von ihrer Nacht sind wir erwacht, dein Licht, o Gott, dein Heil zu seh'n. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch, wir an seinem Thron und beten an. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. 131. Atso hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland gibt; wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Nath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünden, an. 4. Ich freue mich, mein Heil! in dir; du wirst ein Mensch, wie ich. Was fehlt mir nun? Ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten! wirst auch mir Rath, Kraft und Held, wirst Vater mir und Friedensfürst; du wirst das Heil der Welt. Ankunft Jesu. 102 66. Was mir zum Heiligsein gebricht, das, Herr! erwarbst du mir. Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab' ich nur von dir. 7. Dein Mangel bringt mir reiches Heil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch dich, Erlöser, hab' ich Theil an deiner Herrlichkeit. 8. Gelobt fei Gott; gelobt sein Sohn, durch den er Gnad' erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb' ihn auch, mein Geist! Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. Der ihn gegeb'nen Macht enthielt erfit mit Freuden, bis er durd Todesleiden sein großes Wer vollbracht. sid id 5 4. Er hat's vollbracht! bringet Gott euren Lobgesang Erlöste Menschen, singet den Mittler ewig Dank! Wo Nie mand helfen kann, da hilf er gern aus Gnaden, unsrer Seele Schaden! nehmt ihn gläubig an. 0 Mel. Von Gott will ich nicht sc. 5. Du, Freund der Mer schenkinder, verwirf uns, Jesu nicht! dein Name: Heil de Sünder, ist unsre Zuversicht Drum kommen wir zu di 132. Erhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er Hilf uns, die Macht der Sün verspricht. Der Heiland ist ge- den allmächtig überwinden kommen, der Völker Trost und denn dein, o Herr, sind wir Licht. Gott, der uns nicht ver- 6. Bei dir steht unser Leben stößt, hat, uns zum Heil und Leben, selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! O welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! Von seiner Himmel Thron kommt Rettung vom Verderben uns Sündern# Ankunft Jesu. zu erwerben, sein eingeborner mel. Nun kommt der Heiden Sohn! 20 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt; voll 133. Gott sei Dank in alle Welt, der sein Wort beständ zu unserm ew'gen Heil haft dich hingegeben. Gib uns an Himmel Theil! Laß uns d folgsam sein! Was wird un Herr, dann fehlen? Dann wer den unsre Seelen sich Gotte ewig freu'n. Ankunft Jesu. hält; und der Sünder Trost und Nath in die Welt gesendet hat. 2. Was der alten Väter Echaar höchster Wunsch und Schnen war, was ihr Glaube dunkel sah, Heil uns! ist im Lichte da. 3. Hier ist mehr als David's Sohn; unvergänglich ist sein Thron; Licht der Seelen, ew'ges Heil, wird durch Jesum uns zum Theil. 4. Sei willkommen! jauch zen wir; Alles finden wir in dir; richte du dir eine Bahn auch zu meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein; es gehöret dir allein; weih' es dir, und mach' mich frei von der Sündensklaverei! 7. Stärk' und tröste meinen Sinn, wenn ich schwach und zaghaft bin; wenn der Hölle Macht und List wider mich geschäftig ist! 103 9. Laß mich, wenn du, Lebensfürst! herrlich wieder kommen wirst, einst zu deiner Rechten steh'n, und mit dir zum Himmel geh'n! 8. Dank dir, Held! der für mich stritt, der der Schlange Kopf zertritt; gib mir Kraft, damit ich frei von der Macht des Bösen sei. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 134. Er kommt, er kommt, der starke Held, voll göttlich hoher Macht; sein Arm zerstreut, sein Blick erhellt:,: des Todes Mitternacht!:,: 2. Wer kommt zu uns, wer ist der Held voll göttlich hoher Macht? Der Heiland ist's! Lobsinge Welt!:: Dir wird dein Heil gebracht.:,: 6. Und wie du voll Sanftmuth kamst, jedes Sünders dich annahmst; so erscheine sanft auch mir, und vereine mich mit dir! 3. Dir, Mensch geword'ner! singen wir Anbetung, Preis und Dank. An deiner Krippe schalle dir:,: der Erde Lobgejang!:,: mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 135. Der du uns das Heil errungen, Mensch geword'ner Gottessohn! ewig sei dir Lob gesungen, daß du von des Himmels Thron bist zu dieser Welt gekommen, und uns Sterblichen zu gut, wie die Kinder, Fleisch und Blut hast so willig angenommen, und mein Brus der worden bist; sei gelobt, Herr Jesus Christ! 2. Du, du bist der Völker 104 Segen; uns vom Elend zu befrei'n, tamst du liebend uns entgegen, wolltest unser Heiland sein. Hat die Sünd' uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu sein. Ankunft Jesu. 3. Du, der Mittler deiner Brüder, schenktest uns ein ew'ges Heil; dein Verdienst erwarb uns wieder an dem Himmelreiche Theil, und wir werden, wenn wir sterben, nach vollbrachter Prüfungszeit, Leben, Wonn' und Herrlichkeit dort zu deiner Rechten erben; diese frohe Zuversicht hält ein Anker, der nicht bricht. 4. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch immer mein Gemüthe voll von deinem Lobe sein! Deine Huld ist unermessen; dir will ich mich ganz vertrau'n, freudig folgsam auf dich bau'n, deiner nimmermehr vergessen. Gib, daß ich für deine Treu' ewig dir ergeben sei! dankt ihm, daß er kam; daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm. Mensch wie wir, erschien et hier, seines Vaters gnäd'gen Willen an uns zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, dankex, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Weld ein Heil, am Sohne Theil, Theil durch seiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben. 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden. E bleibt ewig treu! Dort wird a vom Bösen völlig uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen, noch sie hülflos lassen. die 4. Wann wir einst ermi den, führt er uns zum Frie den, in des Grabes Nacht Unsre todten Glieder gibt Erde wieder, ihm, der sic bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst be Tod einst schmeckte, den einst Staub bedeckte. Mel. Jesu, meine Freude zc. 5. Auf dem Nichterthrone werden wir im Sohne unsern Leben wird er Allen geben, Bruder schau'n. Heil und ewig 136. Jesus ist gekommen! Dankt ihm, seine Frommen! die ihm hier vertrau'n. Er Ankunft Jesu. ward hier versucht, wie wir. Ueberschwänglich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. 105 um Gnade fleh't, wiſs't, daß ihr hier sie findet; denn wer sein Nichts empfindet, der wird von ihm erhöh't. 6. Eilt nun, eilt, ihr Sünder, werdet Gottes Kinder, glaubet an den Herrn! Eilet doch, ihr Frommen, seid, wie er, vollkommen, und gehorcht ihm gern! Preiset ihn, daß er erschien, preist ihn ewig, ihm gegeben, durch ein göttlich Leben! 4. Wer wahre Demuth liebet, und seine Mängel fühlt, darüber sich betrübet, nicht mit der Sünde spielt; wer ganz voll Glauben ist, dabei sein Fleisch bestreitet, nur der ist recht bereitet; zu ihm kommt Jesus Christ. 5. Ach! mache du mich Armen in meiner Gnadenzeit, Mel. Von Gott will ich nicht sc. aus Güte und Erbarmen, 137. Mit Ernst, o Men- seufzt das Herz nach dir! Bald mein Jesu! selbst bereit. Wie schenkinder, macht euer Herz jauchzt es dir entgegen! bereit! Er kommt, das Heil der Komm, komm mit deinem Sünder, der Herr der Herr Segen, und wohne stets in lichkeit! Er kommt von seinem mir. Thron, voll Huld, zu uns herid nieder, wird Einer unsrer Brüder, er, Gottes liebster Sohn. 2. Er eilet voll Verlangen, uns Armen sich zu nah'n. Ihn würdig zu empfangen, macht eilig eb'ne Bahn! Der einst im Fleisch erschien, der will auch nicht verschmähen, bei euch jetzt einzugehen; drum auf! empfanget ihn! 13. Die ihr gerecht euch düntet, legt euern Dünkel ab! Erniedrigt euch, und sinket von euerm Stolz herab! Die ihr In eigener Melodie. 138. Wie soll ich dich empfangen, und wie begeg'n ich dir? o aller Welt Verlangen, du meiner Seele Zier! O Jesu, mich regiere, und deinen Geist verleih', damit, was dir gebühre, mir kund und wissend sei! 2. Dein Zion streut' dir Palmen und grüne Zweige hin; ich will zu Freudenpsalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herz soll willig bringen Anbetung, Dank und Ankunft Jesu. 106 Preis; mein Mund dir froh lobsingen, so viel ich kann und weiß. Alb 3. Was hast du unterlassen zum Trost mir und zur Freud', als tiefgebeugt wir saßen in Sünd' und großem Leid? Als mir das Reich genommen, wo Fried' und Freude lacht, bist Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. 4. Jch lag in schweren Banden, du kommst, und machst mich los; ich war in Spott und Schanden, du kommst, und machst mich groß; du hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie ird'scher Reichthum thut. 5. Nichts, Nichts hat dich getrieben zu mir, vom Himmelszelt, als dein unendlich Lieben, womit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großer Noth und Last, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib' dir in die Herzen, du tiefbetrübtes Heer! bei welchem Gramund Schmerzen sich häufen mehr und mehr. Seid unverzagt! ihr habet die Hülfe vor der Thür! der cure Herzen labet und tröstet, stehet hier. 7. Jhr dürft euch nicht be mühen, noch sorgen Tag und Nacht, ihn zu euch hinzuziehen mit eurer Bitten Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb' und Lust, all' Angst und Noth zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sünden Schuld; nein! Jesus will sit decken mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er kommt, den Sündern zu wahrem Treft und Heil; schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib' ihm Erb' und Theil. 9. Laßt nun die Feind bräuen; weicht darum nicht zurück! Der Herr wird sit zerstreuen in einem Augen blick. Er kommt, er komm ein König, dem auch ein zahllos Heer von Feinde viel zu wenig zum Wider stande wär'. 10. Er kommt zum Welk gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht; mit Gnad' und Holdem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm ach komm, o Sonne! und hol' uns allzumal zur ew'gen Lebenswonne in deinen Fre densaal! Trade in Ankunft Mel. Dir Gott, dir will ich zc. Chor. 139. Er kommt! er kommt! geht ihm entgegen! der Heiland aller Welt erscheint! Er bringt euch Leben, Heil und Segen, und stillt die Thränen, die ihr weint; er führt euch aus des Irrthums Nacht, befreit euch von der Sünde Macht. Gemeinde. Wir kommen, Freund verlorner Sünder! lobsingen dir, Rath, Kraft und Held! dir Friedensfürst und Ueberwinder, der unsern Feind zu Boden fällt; lobsingen dir; du heißt, du bist der treue Mittler Jesus Christ. 2. Er kommt, der Schöpfer aller Dinge, mit sanftmuthsvoller Majestät; kein Sünder ist ihm zu geringe, der ihn um Gnad' und Hülf' anfleht. Auf! nah't euch ihm mit Zuversicht; der Sünderfreund verstößt euch nicht. Gemeinde. Wir kommen, Herr! laß uns empfinden, wie sehr du haft die Welt geliebt; daß Furcht und Gram und Sorgen schwinden, und sich das Herz dem Trost ergibt: daß Jesu. 107 deine Niedrigkeit erhebt zu Gott, was in dem Staube lebt. Chor. 3. Ergebt dem Heiland eure Herzen, und huldiget ihm heute gern! Wollt ihr die Gnadenzeit verscherzen; so sehet ihr dereinst den Herrn als Richter kommen, und er spricht: weicht, weicht von mir: euch kenn' ich nicht! Gemeinde. Herr! unsre Herzen stehen offen; zeuch, sanftmuthsvoller König, ein! Was außer dir die Menschen hoffen, ist Eitelfeit und leerer Schein. Du schenkst allein Gerechtigkeit und göttliche Zufriedenheit. Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. 140. Kommſt du, kommſt du! Licht der Heiden! Ja, du kommst und säumeſt nicht, bringest uns, was uns gebricht, rettest uns aus allen Leiden. Heiland! meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir. 2. Ja, du bist bereits zugegen, hier auf Erden, Gottessohn! und mein Herz empfindet schon deinen gnadenvollen Segen, deine wundervolle Kraft, die der Menschheit Heil verschafft. Ankunft Jesu. 108 3. Herr, erwecke mein Gemüthe, öffne selber mir den Mund, daß ich jetzt aus Herzensgrund dankbar preise deine Güte; weil du auch, Herr Jesu Christ! mir zu gut gekommen bist! 4. Able mich durch deine Liebe, die dem Eiteln mich entreißt, und gib Kräfte, daß mein Geist sich, dir zu gefallen, übe! Dich zu lieben, stark und treu, steh' mit Kraft mir Schwachem bei. 5. Schenk' mir deines Geistes 4. In der Welt ist Alle Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, bis ich einst, durch deine Huld über Sünd' und Welt erhaben, mit den Engeln dir alsdann: Hosianna! singen nichtig, Reichthum, Lustbarke und Ehr'! Hab' ich Hohet die ist flüchtig; hab' ich Reich thum, was ist's mehr, al ein Glück der armen Erd Alle Lust, was ist sie werth! Oft, daß morgen mich g was mich heute hod kann! finge fassen mich, Furcht und Schre cken regen sich vor dem Nich ter meiner Sünden. Ach! w soll ich Tröstung finden? 3. Flieh' ich, um die Angst zu lindern, zu erleichtem meine Pein, zu der Well und ihren Kindern, fall' id nur noch tiefer drein. Daif Trost, der mich betrübt Freude, die mein Unglüc liebt; da sind Freunde, d mein lachen; Helfer, die mit Wehmuth machen.m 11 Mel. Werde munter, mein 2c. 141. Warum willst du erfreuet. draußen stehen? du Gesegneter des Herrn! eile, zu mir einzu gehen, bleibe doch nicht länger fern! Jesu, Herr der Herrlich keit, Helfer in der rechten Zeit, heile du in meinem Herzen alle Wunden, die mich schmerzen! 2. Mein verwundetes Gewissen, das so schwer verschuldet ist, blutet wie von Schlangenbissen, deren Gift das Herz zerfrißt; Schaam und Abschen 5. Aller Trost und all Freude ruht in dir, per Jesu Christ! Hirte, du allein gibst Weide, die dem Geit genügend ist. Leuchte mir, Freudenlicht, ch' vor Gra das Herz mir bricht! Jesu komm, laß dich erblicken! kommt, o komm, mich zu erquicken 6. Jesu, Helfer, Tröster! tehre du in meinem Herze ein!: diese Bitte nur erhör Ankunft Jesu. 109 laß dein Eigenthum mich sein! geliebten hat er schon längst Du bist's, der es treulich meint; was mir noch so schädlich scheint, Alles dient gedacht. Wir sollen Kinder sein des Vaters aller Gnaden; was kann uns dann zu meinem Frommen, wenn wohl schaden der Trübsal du, Herr, mich angenommen. Angst und Pein?! tod 7. Was ich Böses hab' begangen, Alles ist dann abgeschafft; deine Liebe nimmt ge fangen meiner Sünden Macht und Kraft; und bleib' ich nur dir getreu, o so bleibt es fest dabei, daß ich mit den Engeln droben dich dann werde ewig Loben. 4. Und wenn gleich Krieg und Flammen uns Alles rauben hin! stürz' auch die Welt zusammen, uns ist es doch Gewinn. Wenn gleich ein früher Tod, die wir geliebt, genommen; getrost! fie sind gekommen in's Leben aus dem Tod. Mel. Von Gott will ich nicht 2c. 142. Auf, auf! ihr Reichsgenossen! der König kommt heran! empfangetunverdrossen ihn, der euch helfen kann! Mit heiliger Begier laßt uns ihm Ehre bringen, ihm: Hostannal singen; das Heil der Welt ist hier! 2. Seid fromm, ihr Unterthanen! der König ist gerecht; eilt, ihm den Weg zu bahnen, und machet Alles recht! Für wahr, er meint es gut; drum laffet uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Muth. 3. 3. Faßt Muth, ihr Tiefbetrübten! euch hilft des Königs Macht; an seine Vielzen! der König ist euch nah'! 5. Auf, auf, betrübte HerHinweg mit Angst und Schmerzen; schon ist der Helfer da! Auf, tretet froh heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Leid versüßen, der uns erlösen kann! 6. Auf dann und hofft, ihr Armen! der König sorgt für euch; er machet, voll Erbarmen, die Seinen groß und reich. Er, der sich selbst uns gibt, wie wird er den bedenken mit köstlichen Geschenken, der ihn von Herzen liebt! O Mel. Jesu Christ, dein Kripp. 2c. 143. Wirf, blöder Sinn, den Kummer hin! Gott iſt Johannes der Täufer. 110 für dich; was will dich ferner tränken? Halleluja! sein Sohn ist da! Wie sollt' er uns mit ihm nicht Alles schenken? 2. Schlägt dir das Herz vor Angst und Schmerz, empfindest du, wie sehr die Sünden fränken; dein Heil ist hier. Wie? sollte dir nicht Gott mit ihm auch Gnad' und Frieden schenken? 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken; er, der dir gibt das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um heilig hier zu wandeln, Böses nicht einmal zu denken; verzage nicht! Gott ist dein Licht, er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir bald da, bald hier; sorgst du, wer dich noch speisen wird und tränken; o fasse Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. Johannes der Täufer. Mel. Gott, du frommer. 144.3m Dunkel lag die Welt, mit Elend schwer bela den. Gott sprach: es werde Licht! Die Fülle seiner Gnaden erweckt den Mann voll Krast; er kommt, er bricht die Bahn, und kündigt Jsrael den lang Verheiß'nen an. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich in's Meer der Traurigkeit versenken! Dein Heil ist da. Halleluja! Wie? sollt' uns Gott mit ihm nicht Alles schenken? 2. Johannes, Gottes voll wird Führer, Warner, Lehrer; am Geiste stark, ein Licht, ein mächtiger Bekehrer, ein heil'ger Eiferer, der ohne Schoner straft; auf seinem Geiste rub Elia's Geist und Kraft. 3. Des Herolds Stimm ruft laut an der Tauf Flusse: das Himmelreich i nah'; bereitet euch, thut Buße der Allbarmherz'ge hat sein seufzend Volk besucht; Ge will erlösen; eilt, und trag der Besf'rung Frucht! 4. Es zeugt von Jesu Hel der höhern Wahrheit Lehrer er weist zu Jesu hin die heil begier'gen Hörer; seht, b ist Gottes Lamm, das, der Schuld belegt, für uns geopfert wird, und unst Sünden trägt. mit 5 Wohl dem, der ihn, de Herrn, auf den Johannes Geburt Jesu. weiset, mit festem Glauben sucht und durch sein Leben preiset! Wer, seinem Taufbund tren, sich Jesu ganz ergibt, der wird in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 6. Das jei auch unser Trost! Johannis Amt und Lehre verherrlich auch bei uns, Gott, deines Namens Ehre! Wer Buße thut und glaubt, hat Trost schon in der Zeit, und, endet er den Lauf, dort Himmelsseligkeit. inl Inapalioal to Geburt Jesu. dgl 111 4. Er, der im Himmel Herrlich thront, hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmelreich. and staff 5. Er leitet auf des Himmels Bahn uns, seiner Brü der Schaar, hinan; und wandelt unser Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Engel Lied erklang! der hohe Freudentag ist da! Lobsinget, Gottes Heil ist nah'! Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 145. Empor zu Gott, Mel. Vom Himmel hoch, da 2c. Chor. mein Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel klang, 146. Dies ist der Tag, der hohe Freudentag ist da! Lobfinget, Gottes Heil ist nah'! den Gott gemacht; sein werd' in aller Weltgedacht! ihn preiſe, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! Gemeinde. 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns des Lebens Licht gebracht; nun leuchtet uns ein milder Strahl wie Morgenroth im dunkeln Thal. ale aankd 13. Er kam, des Vaters Ebenbild, vom armen Pil gerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, in's Vaterland. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit er füllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. ibsit im Chor. Chor. 15 ano 2. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er Geburt Jesu. 112 betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. indour Gemeinde. ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmſt selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. in Gemeinde. Herr! der du uns den Tag gemacht, der uns so großes Heil gebracht, dich preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! tes dist Chor. 3. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst! auf den die Väter hoffend sah'n, dich, Mel. Warum sollt' ich mich. Chor. Gott, mein Heiland! bet'ich an. 147. Fröhlich laßt uns and Gemeinde. Gott lobsingen! Hocherfreut laßt uns heut' Dant und Preis ihm bringen! Unser Heiland hier zu werden, kommt vom Thron Gottes Sohn, wird ein Gast auf Erden. Gemeinde. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir, Chor. 4. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das Herz erhöht; Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut.co In des Himmels ho Chöre stimm' ich ein: Go allein in der Höh' sei Ehr Denen, die auf Erden wal len, Friede hier! Mensch! und dir Gottes Wohlgefallen! Chor. die Welt; Ein Mittler ist's, 2. Eilt im Geist na der sie erhält. Was zagt Bethlems Hütten; seht, was der Mensch, wenn der ihn dort euer Hort schon für schützt, der nun zur Rechten euch erlitten! Lernt den Men Gottes figt? bi 12 schenfreund erkennen! Gno nish chor. denreich will er euch sein 5. Jauchzt, Himmel! die Brüder nennen. hd Gemeinde. Durch Eines Sünde fielté Geburt Jesu. Gemeinde. Gottmensch! du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll, freudevoll, sie mein Herz empfinden. Chor. 3. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist geboren. Wenn euch eure Sünden kränken, eilt herzu, suchet Ruh'! er will sie euch schenken. Gemeinde. Herr! mich reuen meine Sünden; Schaam und Schmerz fühlt mein Herz; laß mich Gnade finden! Deiner will ich mich erfreuen; zum Gericht kommst du nicht, sondern zu verzeihen. Chor. 4. Jhr, o Dulder schwerer Tage, euern Schmerz fühlt sein Herz; kein Erlöster zage! Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen! mehr als ihr litt er hier, selig euch zu machen. Gemeinde. 1156 Dir mein göttlicher Befreier! folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so viel trener. Keine Creatur, kein Leiden, keine Noth und 113 kein Tod soll von dir mich scheiden! Mel. Bom Himmel hoch zc. 148. Vom Himmel kam der Engel Schaar, erschien den Hirten offenbar, und große Freude that ihr Mund, nach kurzem Schrecken, ihnen fund. 2. Heil allem Volk, geboren ist der Herr und Heiland Jesus Christ, zu Bethlehem in David's Stadt, wie Micha dies verkündet hat. 3. Deß wollen wir denn fröhlich sein, daß Gott mit uns ist im Verein, geboren unser Fleisch und Blut und Bruder ist das ew'ge Gut. 4. Was kann uns schaden Sünd' und Tod? Mit uns ist nun der wahre Gott. Laßt mit uns, mit uns ist Gottes Teufel, Welt und Hölle droh'n; Sohn! 5. Er will und kann uns lassen nicht; auf ihn ſteht unſre mag fechten an: Troß dem, Zuversicht; wer immer uns der es nicht lassen kann! wir doch Recht; wir sind von 6. Zulett behalten göttlichem Geschlecht, geduldig, fröhlich; allezeit sei Gott gedankt in Ewigkeit! 8 114 Geburt Jefu. Mel. Wachet auf! ruft uns ic. gefallen wird dem zu Theil, der Gottes Heil mit dank 149. Christen! hört die erfülltem Herzen ehrt. frohe Kunde des Festes aus des Engels Munde, der zu ven frommen Hirten spricht: Fürchtet nicht des Himmels Klarheit, sie strahlet euch in Gnad' und Wahrheit; o zaget und erschrecket nicht! Sieh', ich verkünde nicht Jehovah's Strafgericht. Große Freude für alle Welt, die sie erhält, verkündet Gottes Engel euch! 2. Sünder, die ihr war't verloren, euch ist der Heiland heut' geboren, in David's Stadt, der Herr, der Christ, der dort in der Krippe lieget, er, der einst Sünd' und Tod besieget, und euer Mittler worden ist." Se that mit frohem Mund die Weihnachtsbotschaft kund Gottes Engel, und mit ihm war die Heeresschaar der Himmlischen und lobte Gott: Mel. Wie schön leucht't uns x. 150. O stimm' auch du mit frohem Dank, mein Geist! in jenen Lobgesang, davon der Himmel tönte, als der zur Welt hernieder kam, und unse Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte. Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer kam zur Erden, Licht und Heil auch dir zu werden 2. Ja, Preis und Ehr Gott, sei dir! Wie gnader voll bist du auch mir in deiner Sohn erschienen! Du sand test aus Erbarmen ihn, un die dem Elend zu entzieh'n, die schnöden Lüsten dienen. Preis dir, daß mir neue Pfad zu der Gnade offen stehen, mid der Sünd' entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt' ich 3. Ehre sei Gott in der Heiland, dir die große Treue, Höhe! und falscher Götter die du mir schon eh' ich war, Ruhm vergehe! Der Sohn bewiesen? Du bahntest unter kommt von des Höchsten Schmerz und Leid auch mit Thron. Friede wohne nun den Weg zur Seligkeit; st auf Erden; die Menschen hoch dafür gepriesen! Durch sollen selig werden durch dich kann ich nun hienieder Gottes eingebornen Sohn. Gottes Frieden schon em Und wer sich ihm ergibt, der pfangen, und einst volles wird von Gott geliebt; Wohl- Glück erlangen. Geburt Jesu. 4. O gib, daß ich an diesem Heil nun auch von ganzem Herzen Theil im wahren Glauben nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh', die Wege deiner Wahrheit geh', und deiner nie mich schäme, bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen einst auch mich seh' aufgenommen! 5. Dir bring ich, Herr! ein dankbar Herz, bereit, in Freuden und in Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln! Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben und einst droben wonnevoll dich ewig loben! 115 nie umschloß, er liegt in Mariens Schooß; er wird ein Kind, so zart und klein, der alle Ding' erhält allein. Hallelujah! 1899 dr 4. Daß ew'ge Licht strahlt da herein, gibt der Welt ein'n neuen Schein; es leuchtet mitten in der Nacht, zu Lichtes Kindern es uns macht. Hallelujah! antol 5. Der Sohn, des Vaters Ebenbild, naht sich zu uns sanft und mild, und führt durch dieses Erdenthal uns ein in seinen Freudensaal. Hallelujah! 6. Er lebt' so arm und niedrig hier, der so reich konnt' sein, daß wir durch seine Armuth würden reich, an Seligkeit den Engeln gleich. Hallelujah! 7. Dies Alles macht uns offenbar, wie groß Gottes Liebe war! Dein freue sich die Christenheit, und dank In eigener Melodie. 151. Gelobet feist du, Jesus Christ, daß du Mensch geboren bist! Da eine Jungfrau dich gebar, frohlockte es dir in Ewigkeit! selbst der Engel Schaar. Hallelujah! didelis In eigener Melodie. 2. Des ew'gen Vaters ein'ger Sohn steiget von des Himmels Thron; es kleidet sich in Fleisch und Blut, zu unserm Heil, das höchste Gut. Hallelujah! 3. Den selbst der Weltkreis 152. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich! Es kommt von seinem Thron', und schließt uns in sein Himmelreich, der eingeborne Sohn, der eingeborne Sohn. 8* 116 Geburt Jesu. 2. Er kommt aus seines s In eigener Melodie. Vaters Schooß, ein Kind, so schwach und klein, liegt in 153. Ermuntre dich, mein der Krippe, arm und bloß, und Alles ist doch sein, und Alles ist doch sein. 13. Jhn nähret an der treuen Brust die Mutter, fromm und mild, ihn, aller Engel Lob und Lust, des Vaters Ebenbild, des Vaters Ebenbild. 4. Entäußert seiner Allgewalt, gehüllt in Niedrig feit, so stiftet er in Knechtsgestalt sein Reich, die Christenheit, sein Reich, die Christenheit. 5. Er wechselt mit uns wunderlich, nimmt unsre Menschheit an, und hebet sie, vereint mit sich, zur Göttlichkeit hinan, zur Göttlichfeit hinan. schwacher Geist! die Gnade zu erheben, die aller Himmel Lob lied preist; sie schafft uns Heil und Leben. Dent' an die Nacht da Jesus kam, und unsre Menschheit an sich nahm, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 7. Der Sohn schloß wieder auf das Thor zum Himmels- Paradeis; der Cherub flammt nicht mehr davor; Gott sei Lob, Ehr' und Preis! Gott sei Lob, Ehr' und Preis! 2. O großer Tag! Er wünschte Nacht, von Engel selbst besungen! du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen! J dir erschien der starke Helb der Retter einer Sünderwelt der Freund der Menschentin der, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns g sandt vom Herrn, aus der nem Himmel famest, un 6. Wir werden Herrn, unser Fleisch und Blut durch ihn, den Knecht; das gern in Demuth an dich mag ein Wechsel sein! Onahmest, Sohn Gottes! o wie fren' dich, menschliches Ge- hast du dich so tief ernie schlecht, die Herrlichkeit ist brigt auch für mich! Wi dein! die Herrlichkeit ist dein! arm bist du erschienen, mir zum Heil zu dienen! um 4. O lehre mich den großen Werth von solcher Liebe fat sen! Was reizte dich auf dieser Erd', dich so herab zu lassen! Hier traf dich tausendface Noth, Verachtung, Kummer, Geburt Jesu. 117 Schmerz und Tod, und doch Herr! alle deine Frommen. kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. Dann seh' auch ich, o Jesu Christ, dich so verherrlicht, wie du bist; dann wirst du mich zum Leben, das ewig ist, erheben. 5. Dich führten, Herr! zu Schmerz und Tod nur dei nes Mitleids Triebe; uns half aus unsrer Sündennoth das Opfer deiner Liebe. Du ſtimmtest, unser Heil zu sein, in deines Vaters Rathschluß ein; wardst Mensch, und kamst, mit Freuden den Tod für uns zu leiden. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. 154. Wir singen dir, 8. Zwar sieht dich hier mein Auge nicht; doch du wirst wieder kommen; dann schauen dich von Angesicht, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelslicht und Morgenstern, du Gottes Sohn, Herr aller Herrn. Hallelujah! 2. Wir singen mit des Himmels Heer von Herzen dir Lob, Preis und Ehr', daß du, o lang gewünschter Gast, dich endlich eingestellet 6. Sohn Gottes! deiner freu' ich mich! du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, hast. Hallelujah! Besf'rungskraft, ein unvergänglich Leben will deine Huld mir geben. 7. Was soll ich dir, mein Seelenfreund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint; du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin. Ich will dich stets verehren; auf deine Stimme hören. 3. Von Anfang, da dich Gott versprach, hat immer, wenn's an Trost gebrach, auf dich gehofft so manches Jahr der Väter und Propheten Schaar. Hallelujah! 4. Nun bist du da, du Menschenfreund; doch sind dir so viel Menschen feind. Du bringest nichts als lauter Heil, und Mancher doch verschmäht sein Theil. Hallelujah! 5. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag' es frei und mein' es recht. Ich liebe dich, doch nicht so viel, als Geburt Jesu. dir, wie dir's beliebt. Halle en lujah! or two and 12. Dir will ich Halle lujah hier mit Freuden singen für und für, und dorten ohne Maaß und Zahl soll's schallen in dem Himmelssaal: Halle lujah! 118 ich dich gerne lieben will. Hallelujah! 6. Der Will' ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du mit Güte nehmen an. Hallelujah! 7. Hast du doch selbst dich klein gemacht, erwähltest, was die Welt veracht't, warst arm und dürftig, nahmst fürlieb, wohin dich dein Erbarmen trieb. Hallelujah! 8. Drum bin ich guter Zuversicht: Auch mich, auch mich verwirfst du nicht! O Jesu Christ! dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Hallelujah! 9. Bin ich auch schwach und fehlervoll, hab' nicht gelebt, so wie ich soll, so kommst du ja deßwegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr'. Hallelujah! 10. So faff' ich dich nun ohne Scheu; du machest mich von Sünden frei; du trägst die Schuld, besiegst den Tod, verkehrst in Freud' all' Angst und Noth. Hallelujah! 11. Du bist mein Haupt, mein Heil und Ruhm, ich bin dein Glied und Eigenthum; und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen Mel. Es ist das Heil uns x. 155. Laßt uns mit ehr furchtsvollem Dank den Gott der Lieb' erhöhen, mit feier lichem Lobgesang des Heiland Fest begehen! Preis sei dem Vo ter, der ihn gab, Preis sei dem Sohn, er kam herab, und ward das Heil der Menschen. 2. Wie liebt uns Gott s väterlich! Für uns, für uns Verlorne erniedrigt bis zum Tode sich sein Sohn, der Ein geborne: durch ihn sind wit sein Eigenthum. O singt seines Namens Ruhm: Preis sei Gott in der Höhe! 3. Doch mehr als euer Lobgesang preis' ihn ein from mes Leben! Dies ist sein Wille, dies der Dank, durch den wir ihn erheben. Wer liebevoll wie Jesus Christ, ein Helfe seiner Brüder ist, der bringt ihm würdig Ehre. 4. In Dürft'gen laßt uns ihn erfreu'n, bekleiden, speisen Die Weisen aus Morgenland. Simeon. 119 tränken; ja, laßt uns frohe 3. Und wäre nicht dein Geber sein, und Jesu Wort Licht, o Gott! auch unserm bedenken: Was ihr den Armen Volk erschienen, wir würden, habt gethan, das, spricht er, der Vernunft zum Spott, habt ihr mir gethan, und noch heut' den Götzen dienen. ich, ich will's vergelten. Nicht eig'ne Weisheit dieſer Welt hat unsern dunkeln Geist erhellt; es ist das Licht von oben. du me 5. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, der darf sich seiner trösten. Von ihm errettet und belehrt, lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es freu' sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit! Dir, dir sei ewig Ehre! Die Weisen aus Morgen land. Mel. Nun freu't euch, lieben 2c. 156. Dem finstern Erdkreis ist vom Herrn ein helles Licht erschienen; es leuchtet nah', es leuchtet fern; zahllose Völker dienen den tod ten Gößen nun nicht mehr, im Lichte wandeln sie einher; Gott sei dafür gepriesen! 2. Kaum sandte Gott durch der Erde und Freuden, da sammelt' er sich selber schon die Erstlinge der Heiden; zu ihrem neu gebornen Herrn führt sie von Morgen her ein Stern; sie kommen, anzubeten. 4. Hilf, Gott! mit frommer Dankbarkeit in diesem Licht uns wandeln, und in dem Schooß der Christenheit auch christlich denken, handeln! Verächtern droht dein Strafdas Himmelslicht von Frevgericht; du nimmst zurück lern, die es schmähen. 5. Erhalt' dein Licht uns siegen, wo noch auf Völkern allezeit, und laß es da auch Dunkelheit und Todesschatten liegen. Es geh' in stetem Siegeslauf dem ganzen weiten Erdkreis auf, zum Preise deines Namens. Ide ali Simeon. Mel. Christus, der ist zc. 157. Komm, pilger, zu dem Grabe! Komm, armer Erdensohn! an deinem Wanderstabe; betrachte Simeon. 2. Er betet in dem Tempel hinauf zu seinem Gott, 120 moont Jesu Leben als Vorbild.si und blickt, dir zum Erempel, getrost auf seinen Tod. Leben, und Sterben mein Gewinn." dan thi 3. Ihn hatte Gott geleitet, 7. ,, Nun ist kein Glück hie der Tugend Bahn zu geh'n. Der Trost war ihm bereitet, den Heiland noch zu seh'n. nieden mehr reizend für mein Herz: ich fahre hin in Frie den, ich sehe himmelwärts." 4. Er sah' ihn mit Ent zücken, drückt ihn an seine Brust; und aus des Heilands Blicken strahlt' ihm des Himmels Lust. 5. ,, Die Fülle seiner Freu den, das Heil aus Gottes Höh'n, das Licht der blinden Heiden," spricht er ,,, hab' ich geseh'n." 6. ,, Nun blick ich ohne Beben auf meine Heimfahrt hin: denn Christus ist mein 8. Herr, soll ich, alt an Jahren, nach mancher Erden noth, zu meinen Vätern fah rer, so gib mir solchen Tod! 9. Zwar werd' ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Simeon: doch in des Himmels Höhen erwartet er mich schon. 10. Dann tönen mein Lieder: Heil mir! nun se ich ihn. Der Himmel töne wieder: Heil dir! nun siehst du ihn. 3. Leben, Lehren und Thaten Jefu Chrifti. Jesu Leben als Vorbild, durch deinen Wandel, Herr! verklärt. Mel. Wie groß ist des 2c. 158. Gedenk' ich, Heiland, an das Leben, daß du auf Erden hast geführt, wie innig fühlt, dich zu erheben, sich meine Seele dann gerührt! Beschämt von meiner eignen Blöße, seh' ich der wahren Tugend Werth, in aller ihrer Füll' und Größe, 2. Nur wohlzuthun war deine Freude, Erbarmen deine Seligkeit; du wehrteſt gern dem Menschenleide, und wart zum Helfen stets bereit; be frei'test Menschen gern von Sünden, brachst Hungrigen so gern das Brod; verschaff test das Gesicht den Blinden, und halfft von Krankheit, halfft vom Tod. Jesu Leben als Vorbild. 121 3. Zum Heil der Welt ein Christ, nein, in der That gabst du in Schmerzen dich auch sei! Nie laß mich von dem hin, und fühltest ihr Gewicht; Pfade weichen, den du mir vordu flehtest laut, doch deinem gegangen bist; hilf mir, dein Herzen entwich Vertrau'n hohes Bild erreichen; dann zum Vater nicht. ,, Laß diesen seh' ich einst dich, wie du bist. Kelch vorübergehen!" riefstbl du in deiner Seelenpein, mel. O Gott, du frommer 2c. jedoch dein Wille soll geschehen, der meine nicht! ganz 159. Preis dir, Herr Jeſu bin ich dein!" 4. Und o mit welcher sanften Seele trugst du die Schwachen in Geduld! wie groß muthsvoll vergabst du Fehle, ja selbst die allergrößte Schuld! Selbst unter deiner Mörder Händen riefst du für sie voll Mitleid noch, von ihnen Elend abzuwenden: ,, Bergibes ihnen, Vater, doch!" 5. Wer kann dies wissen, und nicht fühlen, wie werth du unsrer Ehrfurcht bist; dran denken und mit Dank gefühlen dein Lob nicht singen, Jesus Christ? Doch Herr! dein gottgeweihtes Leben soll nicht bloß unser Loblied sein; es soll uns wecken, soll uns heben, nur Gottes Willen uns zu weih'n. 6. Verleihe mir, dir nachzuahmen, Erlöser! Stärke, Muth und Treu', damit ich nicht bloß nach dem Namen Christ! Dem Alter, wie der Jugend, warst du, als Pilger hier, ein Vorbild ächter Tugend. Von früh'ster Kindheit an betrat'st du ihren Pfad, und chrtest deinen Gott mit Herz und Mund und That. 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unbefleckt von Sünde, floh deine Jugend hin! wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon das nur, was Gott gefiel! Jhm angenehm zu sein, war deines Strebens Ziel. 3. Du bliebest immerfort bereit, des Vaters Willen, selbst bis zum Kreuzestod, mit Freuden zu erfüllen. Du frugest mit Geduld Verlust und Müh' und Schmerz; sah'st die Beglückteren, und neidlos war dein Herz. 4. Wie edel war dein Herz, wer kann die Güte fassen, die göttliche Geduld, so scho 122 Jesu Leben als Vorbild. nend, so gelassen! Stets hast Mel. Liebster Jesu, wir find x. du Irrende gewarnt, belchrt, gerührt, und sie mit Freun- 160. Niedrig und in Dürk des Hand auf bessern Weg geführt. mate 5. Versuchung ohne Zahl; hier Ruhm und Schmeicheleien, dort lockenden Gewinn, hier bitt'rer Feinde Dräuen umga ben immer dich; doch immer gingest du dem hohen Ziele nach, mit Festigkeit und Ruh'. tigkeit lebte Jesus einst auf Erden, ihn, den Herrn der Herrlichkeit, drückten Mangel und Beschwerden; aber still und ohne Klagen wußt' a seine Last zu tragen. 2. Er entäußerte sich gern seiner göttlich hohen Rechte, und von eitelm Glanze fern, trat er in den Kreis der Knechte denn er war hier nur erschienen, um in Demuth uns zu dienen. 6. Voll hoher Seelenruh' bliebst du bis an dein Ende; empfahlest still den Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war dein Lauf; am Ziele deiner Bahn sahst du mit heiter'm Blick den großen Lohn dir nah'n. 7. So kann auch ich dereinst, o Jesu! ohne Beben in deines Vaters Hand die Seele übergeben, wenn unbefleckt und rein von des Gewissens Schuld, sie dir, Herr! ähnlich ist an Tugend und Geduld! 3. Das Geräusch der großen Welt, Nang und Pracht und schnöde Freuden, und was The ren sonst gefällt, konnte nie sein Herz beneiden. Seine Wonne war's, im Stillen Ge tes Rathschluß zu enthüllen. er 4. Nur der Ehre werth zu sein, aber nie sich zu Heben; nur die Menschen zu erfreu'n, war sein heiliges Bestreben. Ach! er liebte fie wie Brüder, und sein Vater liebt ihn wieder. 5. Willig ließ er sich herab zu den Sündern, zu den Schwachen; trug sein Kreuz und ging in's Grab, um sit glaubensvoll zu machen, um mit Gott sie zu versöhnen und zur Tugend zu gewöhnen mg 8. Blick', o mein Geist, auf ihn! Verschmäh' des Lasters Freuden! Der Sünde Lohn ist Tod, und ihre Frucht ist Lei den. Wie er, so weih' auch du Gott deine Lebenszeit; dann geh'st du auch, wie er, in's Reich der Seligkeit. Jesu Leben als Vorbild. 123 6. Immer soll dein holdes zu entsagen allen Freuden, Bild, Heiland, mir vor Augen schweben! Immer will ich, sanft und mild, meine Zeit, gleich dir, durchleben, und, wenn Andre mich betrüben, dennoch sie als Brüder lieben. was nur kränken kann, zu leiden. O wer faßt die starten Triebe deiner treuen Menschenliebe! 7. Weise, fromme Thätigteit will ich stets für Ehre achten, und, entfernt von Gram und Neid, niemals meinen Stand verachten. Nur auf Sünden ruhet Schande, aber nicht auf niederm Stande. 8. Herr! mein Reichthum sei ein Herz, das den Armen nie verachtet, und, auch unter Hohn und Schmerz, stets nach höhern Gütern trachtet! Solch ein Herz wird schon auf Erden deinem Herzen ähnlich werden. 9. Aus der Tiefe schwangst du dich zu des Himmels Freudenhöhe. Heil mir ewig, wenn auch ich dort vor deinem Throne stehe! O! dann schau' ich, fern vom Staube, was ich hier nur hoff' und glaube. Mel. Schmücke dich 2. 161. Heiland! deine Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, selbst ein Mensch für uns zu werden, tief erniedriget auf Erden; 2. Ueber seine Feinde weinen, Jedem helfend zu erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen, mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren: o wie voll von solcher Güte war, Erlöser, dein Gemüthe! 3. O du Zuflucht der Elenden! wer hat nicht von deinen Händen Segen, Licht und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! o wie pflegtest du zu eilen, das Gebct'ne zu ertheilen! 4. Kinder an dein Herz zu drücken, Kummervolle zu erquicken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, die Verstockten zu er zu wecken, selbst den Niedschrecken, und zur Buße sie rigsten zu dienen; dazu wareſt du erschienen. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler! von uns Armen Gottes Stra Jesu Leben als Vorbild. 124 fen abzuwenden, unter frecher Sünder und unerhörte Schmerzen litteſt mit gelaff'nem Herzen; als cin Missethäter starbest, ew'ges Leben uns erwarbest! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Feinde zu vertreten, und für Mörder selbst zu beten. 7. Demuth war, bei Spott und Hohne, deines Lebens Schmuck und Krone; nie haft du nach Glanz getrachtet, und auf Menschenlob geachtet. Deines Vaters heil'gen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, und uns Trost und Heil zu geben, opfertest du selbst dein Leben. 2. Nicht schrecklich waren deine Werke, du kamst nicht Sündern zum Gericht; du warst der blöden Seelen Stärke und der Bedrängten Zuversicht. Dein Blick war so, wie dein Gemüthe, voll Mit leid, Freundlichkeit und Güte, und deine Huld gab Armen Brod. Du sah'st die Thränen der Betrübten, die Sehnsucht derer, die dich liebten; auf der nen Wink entfloh der Tod. 3. Du fühltest deiner Freun de Leiden mehr, als du eigne Noth empfandst. Du dachte nicht an Ruh' und Freuden, so oft du Menschen leidend fandst. Auch selbst mit Schw chung deiner Kräfte, war dein tägliches Geschäfte, als C Mel. Wie wohl ist mir zc. 02.10 162. 3u dir erhebt sich mein Gemüthe, du Freund der Menschen, Jesu Christ! der du durch Wohlthun und durch Güte, der Welt ein Vor bild worden bist. Du lebteſt Sündern nur zum Besten; sie zu befreien, sie zu trösten, ent sagtest du der Herrlichkeit. Nur wohlzuthun war dein Bestre ben; der Zweck von deinem ganzen Leben war: deiner Menschen Seligkeit. 8. Laß mich, Herr! zu meinem Segen deinen Wandel oft erwägen! laß mich, in der Angst der Sünden, Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige du meine Triebe zu rechtschaff'ner Men schenliebe; laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Die Lehren Jesu. 125 Menschenfreund umherzu- der Sanftmuth und der Menzich'n. Eh noch ein Leidender es wagte, und dir sein Elend thränend klagte, erquickte schon bein Beistand ihn. schenliebe, und gib mir deinen milden Sinn! So zeigt mein Leben deine Lehre; so krönt vor dir mich einst die Ehre, daß ich dein Freund und Jünger bin. 4. Herr! wo du gingst, mit jedem Schritte, da folgten Lieb und Mitleid nach; sie folgten in des Kranken Hütte, und unter des Verlass'nen Dach. Die Tempel, wie die stillen Wälder, die Städte, wie die freien Felder, empfingen deine Thätigkeit. Wo Kummer war, warst du zugegen; dein milder Zuspruch und dein Segen vertrieb des Leidens Bitterfeit. 5. So gingst du still auf deinem Pfade dem Tod, den du erforest, zu. Noch war in deinen Blicken Gnade, in deiner Seele Himmelsruh'. Auch dann, als Schrecken und Gefahren von allen Seiten nahe waren, verließ dich nicht dein edler Muth. Dubliebst Beschüßer deiner Freunde, bliebst ein Erbarmer deiner Feinde; du liebtest fie trotz ihrer Wuth. 6. O Jesus! wäre doch mein Leben dem deinen gleich; wär' ich wie du, so ganz der Menschenlieb' ergeben, so sanft, so mitleidsvoll, wie du! O stärk in mir die edeln Triebe Die Lehren Jesu. Mel. Vater uns. im Himmelr. 2c. 163. Kein Lehrer ist dir, Jesu! gleich. An Weisheit wie an Liebe reich, ertheilst du, Herr! durch Wort' und That Belehrung, Trost und sichern Rath. Mein Geist erfreuet deiner sich, du Licht der Welt! und preiset dich. 2. Die hohen Wunder deiner Hand sind Gottes Werk und Unterpfand, daß Gott die Welt durch dich belehrt, und, wer dich ehrt, den Vater ehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 3. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dies Evangelium! 4. Du zeigtest uns in hellem Licht den Weg des Lebens, Die Lehren Jesu. 126 unsre Pflicht; und auf der reinsten Tugend Bahn gingst du uns leuchtend, Herr! voran. O gib, daß ich in steter Treu dir nachzufolgen standhaft sei! 5. Du bist es, Herr! von dem das Amt, daß die Versöhnung predigt, stammt; du machst durch treuer Lehrer Mund noch stets dein Heil den Menschen kund. Begleite denn mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Segen schafft! 6. Hilf, Welterlöser! dei nem Wort in seinen Siegen mächtig fort, und sende, wie dein Wort verheißt, den hei ligen, den guten Geist, der Jedem, welcher Wahrheit liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 7. Auch mir steh' er mit Hülfe bei, daß ich, von Wahn und Zweifel frei, den Glauben fest und treu bewahr', und Tugend reich' im Glauben dar; bis einst im Licht der Ewigkeit des Schauens Wonne mich er freut. entflammt; dazu erschienst du, Jesus! hier, von Gott gesandt, zum Heil auch mir. 2. Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie emfig hast du Zeit und Kräfte, befeelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehre hellen Schein der Menschenseelen Licht zu sein. 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusch'n; ihr Licht, auf diesem sel'gen Pfade mit sicherm Schritt einherz geh'n; ihr Licht, mit freudigen Vertrau'n hin in die Ewig keit zu schau'n. and Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 164. Auf Erden Wahrheit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, und, uns zum ew'gen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb' 4. Und um der Welt die 4.8 Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Beschwerden und drückte dich gleich i Gewicht; so trugst du doch voll Güt' und Huld sie gern mit himmlischer Geduld. 5. Fürwahr! noch imm ist das Leben, das du au Erden hast geführt, ein Segen den uns Gott gegeben, dafü ihm ew'ger Dank gebührt; ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut und dich, Er löser! preist. 6. Ja, Preis sei dir, du be ster Lehrer, auch mir zum Hel 127 pört das Meer, die Woge schäumt und steigt; er dräut: da wird es still umher,:,: und Sturm und Woge schweigt.:: 7. Wer ist der Mann, voll großer Kraft, der solche Thaten thut, der jedem Dulder Hülfe schafft,:,: und nimmer säumt und ruht.:: Jesu Wunderthaten. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 8. Das ist der Mittler Jesus 165. Wer ist der Mann, Christ, der hoch vom Himmelsvon großer That, voll wunderbarer Kraft, der jedem Dulder, welcher naht,:: im Elend Hülfe schafft?:: of 9. Dem hat der Vater Macht zelt aus Gottes Schooß gekommen ist:: zum Heiland aller Welt.:: stodgori Jesu Wunderthaten.nos von Gott gesandi! O würde Jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Gib, daß ich deiner Wahrheit treu, und durch sie ewig selig sei. 2. Wie drängt zu ihm die Menge sich, voll Glaubens nah und fern, und Alles ruft: erbarme dich!:,: und Allen hilft er gern.:,: 3. Den Siechen, der um Heilung fleht, heilt sein gewaltig Wort, der Lahme hebt sein Bett und geht: ver jüngt an Kräften fort.: 4. Dem Tauben öffnet er das Ohr, der Stummgeborne spricht; dem Blinden fällt des Auges Flor, und seine Nacht wird Licht.:,: 196 5. Der Todte richtet, wo er ruft, empor den starren Blick; auf sein Gebot gibt selbst die Gruft:: alsbald den Raub zurück.:: bigs 6. Ein wilder Sturm em nodis? verlieh'n, daß fromm und ehrfurchtsvoll an seine Lehren und an ihn:;: die Menschheit glauben soll.:,: God m 10. Den hat er durch den Geist geweiht, und als den Sohn bewährt, und mit des Himmels Herrlichkeit auf Erden schon verklärt.:,: 11. Von dir, o Gottessohn! von dir kommt Wahrheit uns und Licht; drum wollen deinem Werte wir:: vertrau'n voll Zuversicht.:: 12. Wir glauben und bekennen nun: du bist der rechte Christ; denn Niemand kann die Thaten thun,:,: wenn Gott nicht mit ihm ist.:,: -2.501 128 Gesegnete Betrachtung der Leiden Jesu. Mel. Dir Gott, dir will ich c. Nauh 166. Was sollen uns die Thaten lehren, die Jesus Christus hat vollbracht? Als Gottgesandten ihn zu ehren; sie zeugen ja von Gottes Macht, und zeugen liebevoll dabei, daß er der Welterlöser sei. 2. Die Herrlichkeit war vol ler Gnaden, die man aus seinen Wundern sah; er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vor's Gericht. 63. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör; der Aussak mußte vor ihm schwinden; der Stumme sang ihm Dank und Ehr'. Sein Machtwort hieß die Lahmen geh'n, und felbst die Todten aufersteh'n. 4. Kaum schalt er Satans Legionen, kaum schauten böse Geister ihn: so mußten sie der Menschen schonen, und plötzlich in den Abgrund flieh'n! Berie er seiner Engel Schaar, so stellten sie sich dienstbar dar 5. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es doch an Brod gebrach; und kaum bedräut' e Wind' und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. S sahe man in allem Thun au ihm der Gottheit Fülle ruh 6. Wir danken, Höchster deiner Stärke, die Jefum vo der Welt verklärt; der dur so große Wunderwerke al dein Gesandter sich bewähr Wir nehmen solchen gläubig an, und sind ihm willig u terthan. 7. Erfüll', o Herr! unsre Herzen mit seiner Lehren Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscherzen, das uni dein Sohn allein verleiht und schaffe, daß ihm uns Treu bis in den Tod bestän dig sei! 4. Jesu Leiden und Tod. Gesegnete Betrachtung der Feierzeiten nicht fruchtlos mit o Herr! entflieh'n; ich will Leiden Jesu. dich an dein Kreuz begleiten Mel. Wie groß ist des Allm. sc. mich ganz der Luft der Wel entzieh'n; vor Allem seien 167. Laß deines Leidens mir jetzt theuer Gethſema Gesegnete Betrachtung der Leiden Jesu. 129 Statt gemartert und zerschla gen, die Sünde tragen. und Golgatha, wo einst dich, Herr! die Welt in treuer, in heil'ger Liebe dulden sah. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich sehe und empfinde den Fluch der Sünde. will, tief gerührt, die Huld 4. Gott ist gerecht, ein ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und bis zum Tode nie vergessen, was du für mich erduldet haſt. Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 2. In stillen, Gott geweihten Stunden will ich dich, Jesu! leiden seh'n, und dich mit deinen Todeswunden durch heißen Thränendank erhöh'n; 3. O! laß die Feier deiner Leiden mir reichlich, Herr, gesegnet sein! sie helfe mir, die Sünde meiden, und ganz mich dir in Liebe weih'n, dir, dessen Blut für mich geflossen, der meiner Sünden Strafe trug, deß Herz, im Lieben unverdrossen, für mich im Tod noch liebend schlug. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. 168. Herr! stärte mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es beugt mich tief und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück; macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil! an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Dein höchstes Werk ist Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen; zu seh'n, wie hoch, wenn Gott uns 9 130 Jesu Leiden am Delberge. Gnab' erzeiget, die Gnade siegt der Glaube; dich faßte steiget. Todesgrauen, doch bliebst du voll Vertrauen. Preis sei di ewig, o Jesu! 9. So sei dann ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland! auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Duliebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben. Ogib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte. 4. Nur uns zum Heil und Leben hast du in Angst und Plagen dich willig hingege ben, des Kreuzes Last getragen. Nicht Glück, nicht Schmach und Leiden, soll nun von dir uns scheiden. Preis sei dir ewig, o Jesu! Jesu Leiden am Delberge. Mel. Lamm Gottes 2c. 169. Erlöser! sich, wir fallen anbetend vor dir nieder; zu deinem Himmel schallen die Jubel unsrer Lieder. Du hast den Sieg errungen, für uns den Tod bezwungen. Preis sei dir ewig, o Jesu! 2. Du sah'st von fern die Bande, womit die Frevler droh'ten; sah'st vor dir Qual und Schande, und dich schon unter Todten: doch du, voll Huld und Gnade, gingst gern die Marterpfade. Preis sei dir ewig, o Jesu! 3. Von heißer Angst erschüttert, lagst du vor Gott im Staube; doch, ob dein Herz erzittert, die Furcht beMel. Alle Menschen müssen x. 170. Laß, o Helfer unfur Seelen, Jesu! deine Seelen noth, wenn Gewissensbijke quälen, und des Richters Strafe droht, wenn der Gei in dem Gedränge vor der Sin den schwerer Menge nirgend weiß, wo aus noch ein, u sern Seelen tröstlich sein. 2. Dich, mit so viel Ang umgeben, Quell der Freuden trauern seh'n; dich dann u ter Furcht und Beben hören. um Erlösung fleh'n: dieses schütz' in Leidensnächten uns vor finstern Höllenmächten! Laß, o laß in aller Pein un dein Zagen tröstlich sein! 3. Uns als Mittler zu ver treten, übernahmst du unser Weh', kämpftest unter Fleht Jesu Leiden am Delberge. und Beten für uns in Gethsemane; stilltest des Gesetzes Dräuen, halfft uns kindlich: Abba! schreien. O laß in des Zweifels Pein uns dein Beten tröstlich sein! 4. Nicht nur Marter, Hohn und Wunden, Leid selbst, das dein Herz dir bricht, hast du, Gottessohn! empfunden, und die Menschen jammert's nicht; und man läßt dich bis zum Scheiden, Tröster! ohne Tröstung leiden! Sprich mir, durch dein Trostlossein, Trost in meinen Nöthen ein. 131 2. ,, Laß, Vater!" flehst du, diese Pein vor mir vorübergehen; doch, muß mein Tod das Opfer sein: dein Wille soll geschehen!" Indem dein Herz in Aengsten bebt, ermannt die Seele sich und hebt sich auf vom Staub der Erde. 5. Habe Dank, o Freund der Seelen! daß du das für uns gethan; dir, Erlöser! dir befehlen wir nach Leib und Seel' uns an. Laß für Leibespein und Schmerzen, laß für Angst und Leid der Herzen! Heiland! uns bei dir allein Hülf' und Trost bereitet sein! Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 171. Ich seh' in deiner tiefsten Noth dich, Jeſul zittern, zagen; ich höre dein Gebet zu Gott, dein jammervolles Klagen. Du liegst auf deinem Angesicht; die Erde nicht, der Himmel nicht hat Trost für deine Seele. 3. Ach! spräch auch ich, wenn Noth mir dräut: Herr! es gescheh' dein Wille! ging' ich, wie du, wenn Gott gebeut, zum Kreuz in frommer Stille; blieb' ich, wenn alle Hoffnung fleucht, ihr letzter Strahl in Nacht entweicht, auch dann noch Gott ergeben! 4. Ach! möcht' ich, Herr, dein Jünger sein! befreie du mich Schwachen von düstrer Kleinmuth Schmach und Pein, und hilf mir beten, wachen, daß ich getrost zu Leid und Noth, Gefahren, Schmerz und Martertod, dem Vater mich ergebe! nd Mel. Wenn meine Sünd' mich 2c. 172. In heißem Angstgebete, o Mittler! kämpftest du; und deine Seele fleh'te um Milderung und Ruh'. Doch Trost und Hülfe sah'st du nicht; du dürstetest vergebens nach Freudigkeit und Licht. 9* Jesu Gefangennehmung. 132 2. Auch sie, die so entschlossen, so männlich dich bekannt, sind muthlos, sind verdrossen, von Schlummer übermannt; sie kennen deiner Seele Schmerz, doch keiner deiner Freunde hat Labsal für dein Herz. 3. Wie trägst du, Herr! die Schwachen mit göttlicher Geduld; du cilst, sie stark zu machen, und milderst ihre Schuld. Erbarmend sprichst du: ,, Freunde, wacht! o wacht mit mir und betet! nah' ist des Feindes Macht." 4. O Tröster schwacher Brüder, nimm dich auch meiner an! leicht fall' auch ich darnieder, verführt durch falschen Wahn! Ach! oftmals schlummr' ich sorglos ein; bin ruhig bei Gefahren, die meiner Seele dräu'n. 5. Herr! rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdrossen machen; gib Kraft und Muth im Streit! Hilf mir, getrost mit Vorsicht sein, zu wachen und zu beten; dann ist die Krone mein. dar Wille! gern duld' ich jeden Schmerz; nur gib mir Muth und Stille und Freudigkei in's Herz. Laß mich, wenn mir Versuchung droht, wie du, mein Heiland! leiden; so tre sein bis zum Tod. Jesu Gefangennehmung. Mel. Wenn meine Sünd' mich 2. 2. Ein Heer von Martem schwebte vor deinem trüben Blick; zwar deine Seele bebte, doch wich sie nicht zurück; ge stärkt von Gott, voll Geistes ruh', erhobst du dich vom Starbe, und gingst dem Kreuze 3. Dich schreckte das G tümmel der Mörderwaffen nicht; in deinem Blick wa Himmel, und Muth im Ar gesicht. Schon stürzt auf di der Feinde Schaar, doch bott du deine Hände den Banden willig dar. 4. O wär' ich doch in Leiden, wie du, so sanft und still! o litt' ich so mit Freuden, was Gott, mein Vater, will! Laß mich mit Ehrfurcht und Vertrau'n, Geduld von bi zu lernen, auf dich, Erlöser schau'n. 5. Gibst du mir deinen Frieden, so schreckt mich keine Noth, nicht Schmerz, nit ein Martertod. Durch di Tod hienieden, wär's aud 173. Herr, es gescheh' dein Herr! überwind' ich weit Jesu Gefangennehmung. 133 denn deine Gnade tröstet mit von dir dein Leben; du willst Ruh' und Seligkeit. selbstes für uns geben, und, vom Fluch uns zu befrei'n, weder Schmach noch Bande scheu'n. 5. Treuer Bürge! unsertwillen streckst du deine Hände dar; Gottes Rathschluß zu erfüllen, schonest du der frechen Schaar; wehrst dem Schwerte deines Freundes, heilst die Wunde deines Feindes, nimmst die Bande willig an, du, der Böses nie gethan. 6. Edel sind sie, deine Bande, Zeichen sind sie deines Ruhms; deinen Feinden sind sie Schande, dir ein Schmuck des Heiligthums; denn du trugst sie unverschuldet. Alles, was du, Herr! erduldet, littest du, uns zu befrei'n, und ein Netter uns zu sein. 3. Du bist selbst ja reich an Stärke, die auch hier sich nicht verlor; aber im Erlösungswerke geht Geduld der Allmacht vor. Wolltest du ein Wort nur sprechen; deine Banden würden brechen, und der Feinde große Zahl stürzte deiner Gottheit Strahl. 7. Dank dir für so große Güte! Zeige sie an mir auf's neu', und befreie mein Gemüthe von der Sünden Sklaverei, daß die Welt mich nicht verstricke, böse Lust mich nie berücke, des Versuchers Arglist nie mich in Strick' und Netze zieh'. 4. Doch, sie liegen schon zur Erden hingestürzt durch dein: " Ich bin's;" daß sie selbst die Zeugen werden deines edeln Heldensinns. Niemand nimmt Leiden mich dein Geist, der 8. Soll ich einst den Ruhm erlangen, daß ich, deines Gei stes voll, in Bekenner- Fesseln prangen, deinetwegen leiden soll; o dann stärk' in meinen Mel. Alle Menschen müssen 2c. 174. Jesus Christus, def sen Wunden Heil und Leben uns gebracht! ach, wie hart wirst du gebunden und Verbrechern gleich gemacht! Deiner bittern Feinde Tücke kennst du, und weichst nicht zurücke, gibst mit edelm Heldensinn dich in ihre Bande hin. 2. Mehr als zwölf der Legionen, die um deines Vaters Thron in dem Licht des Himmels wohnen, steh'n bereit, o Menschensohn! wenn duwinkst, dich zu befreien, und die Feinde zu zerstreuen; aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht. Univ.- Bibl. Giessen 134 Die Flucht der Geist der Freuden, daß ich, meinem Glauben treu, immer unerschrocken sei! Jünger Jesu. 6. Wer dich bekennt, der fürchte, Jesu! Alles von seiner Schwachheit; eingedenk de Falles der bessern Jünger, Die Flucht der Jünger streb' er, sein Vertrauen auf Jesu. dich zu bauen. Mel. Herzliebster Jesu zc. 7. Dein Bild soll stets ver meine Seele treten; mit dir 175. Bekenner Jesu, werdet Herr, will ich wachen, kämpfen, beten; dann werd' ich nicht im Kampfe unterliegen; ich werde siegen! nie vermessen! Der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse nur Frrlichtfackeln, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vergehen, wie sie entstehen. 3. Die Jünger stärkten in der Prüfungsstunde durch Wachen und Gebet sich nicht im Bunde mit ihrem Herrn, und fielen, schwach von Kummer, in tiefen Schlummer. 4. Als der Verräther kam mit seinen Schaaren, erbebten sie vor drohenden Gefahren; hin ist ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden. 5. Uneingedenk des Hirten, flieh'n die Schafe; er wird verlassen, er, der unsre Strafe so willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. Petri Verleugnung und Reue. Mel. Auf meinen lieben Gott z. 176. Mein Jesu, welch ein Schmerz für dein so treues Herz! ihn hast du mehr empfun den, als Bande, Schmach und Wunden; die kleine Zahl der Freunde kränkt bittrer bid, als Feinde. 2. Kaum nah't sich die Gefahr, so bebt der Jünger Schaar; die erst sich hoch vermessen, der Treu' nie zu ver gessen, den Tod gar vorzuzie hen, verlassen dich und flichen. 3. Der fühn sein Schwert gezückt, dein Petrus selbst er schrickt; er flicht, eh' Bande drohen, schämt sich, daß a geflohen, kehrt um und eilt Petri Verleugnung und Reuc. verwegen dem tiefern Fall entgegen. mal 4. Dahin ist Petri Treu'; er, welcher Jeſum frei für Gottes Sohn bekannte, für ihn voll Eifer brannte, läßt sich durch Furcht bethören, ihn treulos abzuschwören. 5. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach, liegt er doch bald im Staube, erloschen ist sein Glaube, sein hoher Muth gedämpfet; ach, Christen, wacht und kämpfet! 135 Verurtheilung Jesu. ** Mel. Ach Herr, mich armen 2c. 178. Ach! seht das Necht gebenget, entweih't das Richteramt, dort, wo die Lüge zeuget, und Bosheit frech verdammt! Von Lästerern umgeben, steht vor dem hohen Rath der Heil'ge, dessen Leben rein war in Wort und That. 2. Entweihet ist die Stätte, geschändet das Gericht, in dem man Jesum schmähte: doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es that sein Schweigen und selbst der Läst'rer Mund, die wider ihn dort zeugen, laut seine Unschuld kund. 3. Doch eilen sie, die Frechen, die längst schon ihn gehaßt, das Urtheil ihm zu sprechen; ihr Rathschluß ist gefaßzt. Die Unschuld zu verdammen, beschlicßet ihre Wuth; denn ihrer Rachsucht Flammen löscht nur der Unschuld Blut. 4. O würde nie mit Nänken der Ungerechtigkeit, der Unschuld Recht zu kränken, ein Richterstuhl entweiht! Es siz' an heil'gem Orte das Recht nur zu Gericht; es wach' auch über Worte der Wahrheit strenge Pflicht! 5. O, möchten Lästerungen Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 177. Herr! dein Liebesblick bringt Petrum bald zurück. Er fühlet sein Verbrechen, er kann vor Schaam nicht sprechen und weinet bitt're Thränen, die sich nach Gnade sehnen. 2. Er sucht und findet sic. Verzagt, Gefall'ne, nie! Laßt euch zur Reu' erwecken; doch nie durch Zweifel schrecken; so groß sind keine Sünden, sie können Gnade finden. 3. Besieget Menschenscheu, Herr Jesu! meine Treu', und trennt mich von den Deinen: laß mich mit Petrus weinen, vergib mir meine Sünden, und laß mich Gnade finden. 136 Verurtheilung Jesu. die Unschuld nie bedroh'n; und Lästerworten dem Feind und sprächen falsche Zungen doch nie dem Rechte Hohn! Mein Mund soll niemals trügen; ich will, von Falschheit rein, Herr! stets ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit sein. 6. Auch will ich nicht vergelten; wenn ich gescholten werd', nicht zornig wieder schelten: so hast du mich gelehrt. Das Böse will ich meiden; und muß ich, ohne Schuld, doch Lästerung erleiden, so schweig' ich in Geduld. ndt in blinder, toller Naserei zu eig'nem Schimpf und Schaden ähnlich sei. nd 4. Nichts müsse je aus meinem Munde gehen, als was vor dir mein Heiland! kann bestehen: kein schandbar Wort, kein faul Geschwätz der Welt, kein Spott und Scherz der meinem Gott mißfällt. 5. Dagegen gib mir Kraft, dich zu bekennen, mit Herz und Mund dich meinen Herm zu nennen; der Wahrheit nur und deiner Ehr' allein foll meine Rede stets geweihet sein. Mel. Dreieinigkeit, der Gotth. 2c. mel. Alle Menschen müssen*. 179.Berstummtes Lamm, das vor dem Scheerer schweiget! 180. Als des Volkez Zürdein Schweigen in Geduld und Sanftmuth zeiget, wie still und ruhig, auch in Schmerz und Pein, ein Herz voll frommer Unschuld könne sein. 2. Ach! steh' mir bei, wenn böse, gift ge Zungen auch mich verfolgen frech mit Lästerungen, und sich der Zorn im Herzen regen will, daß ich, gleich dir, mit Sanftmuth schweige still. the 3. Komm, stilles Lamm! schließ meines Mundes Pforten, damit ich nie mit Fluch nen drohte, spricht Pilati Unbestand: ,, Nehmt ihn hin zum Kreuzestode, Jesum, den ich schuldlos fand." Und es fließt der Wehmuth Zähre dem Verurtheilten zur Ehre; mit Berachtung blickt der Sinn auf den feigen Richter hin 2. Doch woher dies ernste Schweigen? diese Unruh, Herz! woher? Mußt du eigne Schuld bezeugen? bist du feig und schwach, wie er? Ach, du bist es! selbst der Freunde nahmst du gegen ihre Feinde pul Verurtheilung Jesu. 137 oft dich nicht so eifrig an, als sollst du die Ehre geben in dem Fremden er gethan. der streng erfüllten Pflicht, wie es dein Gewissen spricht. Justin bt the 3. Du auch magst gern von dir weisen Schweres, was die Pflicht gebeut, flug und mild dich Mel. Herzliebster Jesu zc. Ungerechtigkeit; reizest selbst 181. Unschuld'ger Jeſu! des Hasses Nache gegen fremder UnschuldSache durch den Mißbrauch deiner Macht, durch des Leichtsinns Unbedacht. Nichts hast du verbrochen, doch wird das Todesurtheil dir gesprochen; du, rein und frei von sündlichem Verderben, sollst schmachvoll sterben. 4.Furcht vor And'rer Droh'n und Schmähen, schwache Allgefälligkeit für Bethörter Wunsch und Flehen: sündigen sie nicht noch heut? Selbstsucht, die nur sich will hören, nimmer dulden, Nichts entbehren, sie entscheidet, ach, wie oft! wo die Pflicht ein Opfer hofft. 5. Seine Schuld dann selbst bekennen, wähnt der Mensch, das tilge sie; schwach und fehlerhaft sich nennen, spare ihm der Bess'rung Müh'! Wenn Pilatus wäscht die Hände, meinst du, daß den Fluch er wende? Wenn du fündigst wissentlich, trifft die Strafe doppelt dich. 6. Was dir Recht und Pflicht gebieten, daß nur achte, dies allein; sei es, daß die Bösen wüthen, sei es, daß die Thoren dräu'n. Koste dir's auch Gut und Leben: Gott 2. Nun wirst du frech geschlagen und verhöhnet, gegeißelt und mit Dornen gar gekrönet, zulegt, erschöpft von unnennbaren Plagen, an's Kreuz geschlagen. 3. Wer hat die Schuld von deinen Todesschmerzen? O Herr! ich fühle sie in meinem Herzen; ich, ich, Herr Jesu! habe das verschuldet, was du erculdet. 4. Welch gnadenvoller Rath! Der Sünden Strafe ertrugst du, treuer Hirte! für die Schafe, sonst hätten wir den Lohn der Sünde müssen im Tode büßen. 5. O große Lieb', o Liebe, nie zu fassen! dein Leben hast du, Herr! für mich gelassen; es kann ja solche Treue sonder Gleichen kein Sinn erreichen. 6. Ach, großer König! Herrscher aller Welten! könnt' 138 Jesu Geduld unter Mißhandlung. ich doch deine Liebe dir ver- Jesu Geduld unter Mi gelten! Was soll ich aber finden und erdenken, es dir zu schenken? handlung. u Mel. Ach Herr, mich armen 2. 7. Nichts weiß ich, als mich selbst dir hinzugeben, nimm hin zum Dant, o Herr! mein ganzes Leben. Den Sünden, die dich an das Kreuz geschlagen, will ich entsagen. 8. Dics Opfer, welches ich dir außersehen, wirst du, wie klein es sei, doch nicht verschmähen; du wirst, o Sünderheiland! dich nicht schämen, mich anzunehmen. = 9. So gib denn zu dem Heiligungs Geschäfte mir Schwachen deines guten Geistes Kräfte, und stärke mich, mit Freuden deinen Willen stets zu erfüllen. 10. Hilf mir zu deiner Ehre Alles wagen, das Kreuz mit Muth und mit Geduld ertragen, daß mich auch selbst des bangsten Todes Leiden nicht von dir scheiden. 11. Werd' ich mit dir, Herr Jesu! leiden, sterben; so werd' ich auch durch dich den Himmel erben; du reichst mir selbst von deinem Richter throne die Ehrenkrone. 182. Haupt, vell Blut und Wunden, voll Schmerzen, Schmach und Hohu; o Haupt, zum Spott umwunden mit einer Tor nenfron'! o Haupt, sonst schön geschmücket mit höc ster Anmuth Zier, jetzt tief vom Leid gedrücket; gegrüße seist du mir! 2. Du Abglanz der Ver klärung, du heil'ges Ange sicht, der Himmlischen Ver ehrung, der Menschen Trost und Licht! wie bist du so verbli chen, wie ist der Augen Glanz, dem selbst die Sterne wichen, nunmehr erloschen ganz! des 3. Die Farbe deiner Wa gen, der rothen Lippen Pracht ist ganz und gar vergangen; blassen Todes Macht hat Alles weggenommen, hat Alles hingerafft; du bist herabgekommen von aller Leibeskraft. 4. O Herr! was du erbul det, ist meiner Sünden Laft; ich, ich hab' es verschuldet, was du getragen hast. Schau her! hier steh' ich Armer, det dies verdienet hat, und schenke Jesu Geduld unter Mißhandlung. 139 mir, Erbarmer! den Anblick am allerbängsten wird um das deiner Gnad'. Herz mir sein, so reiß mich aus den Aengsten, kraft deiner Angst und Pein! 10. Erscheine mir zum Schil de, zum Trost in meinem Tod, und laß mich seh'n im Bilde dich, deine Kreuzesnoth! Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! 5. Erkenne mich, mein Hüter! Mein Hirte, nimm mich an! Die Fülle deiner Güter sei mir auch aufgethan! Du woll'st auch mich begaben mit deinem Himmelsbrod, und meine Seele Laben mit Trost in aller Noth. 6. Ich will hier bei dir stehen; verwirf, o Herr! mich nicht! ich will nicht von dir gehen, bis daß das Herz dir bricht; o laß dein Haupt, erblasset und aller Marter los, Mel. Aus tiefer Noth 2c. vom Liebesarm umfaſſet, dann 183. Seht, welch ein ruh'n in meinem Schooß! 7. Es gibt mir sel'ge Freuden, es thut mir herzlich wohl, daß ich an deinen Leiden mein Heil nun finden soll. Ach! könnt ich Blut und Leben für dich am Kreuze hier, o mein Erlöser! geben; wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund! für deine Todesschmerzen; wie treu hast du's gemeint. Ach! gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu', und, bis ich einst erfalte, ganz nur der Deine sei! 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt zu mir herfür; wenn dann Mensch! was duldet er, der unsre Schuld getragen; wie liegt auf unserm Herrn so schwer die Last der größten Plagen! Als ein Verbrecher steht er da, verklagt, verdammt, dem Tode nah, den wild die Mordlust fordert. 2. Erfind'risch war der Frevler Wuth, den Heiligen zu plagen; sie hatten ihn bedeckt mit Blut, gegeißelt und zerschlagen; mit einem Dornenkranz gekrönt, von wilder Krieger Spott verhöhnt, stand so der Sohn des Höchsten. 3. Den Heiden, der sein Nichter war, ergriff ein menschlich Schrecken, er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr 140 guld Kreuzigung Mitleid zu erwecken: ,, Seht, welch ein Mensch! die Un schuld spricht aus seinem Blick; ich kann ihn nicht, ihn kann ich nicht verdammen!" 4. Vergeblich, ach vergeblich war die Menschlichkeit des Heiden; die aufgebrachte wilde Schaar sah Jesu Schmach mit Freuden; sein Tod befriedigt sie allein; sie stürmten auf den Richter ein, und schrie'n: ,, er sterb' am Kreuze!" 5. Ach! ohne Schauber dent ich nie an jene Schreckensstunden, und fester fühl' ich mich durch sie mit dir, mein Heil! verbunden. Aus Liebe starbst du ja für mich; wie sollte meine Seele dich nicht ewig, ewig lieben? 6. Jch schwöre Weltversöhner! dir, und ewig will ich's halten: So wahr du lebest, soll in mir die Liebe nie erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, so lang' ich lebe, stets an dich und deine Lieb' erinnern. 7. O hochgelobter Gottessohn! du Tilger meiner Sünden, erhöh't auf deines Vaters Thron, ach laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Bein Gerechtigkeit und Heil mir sein, um deiner Liebe willen! Jesu. 8. Lockt mich die Welt, lodt Fleisch und Blut mich auf der Weg der Sünde, und fehlt es mir an Kraft und Muth, daß ich sie überwinde, dann rufemir vom Himmel zu: Denk', welch ein Mensch ich war, und du, du wolltest mich nicht lieben? Kreuzigung Jesu. Mel. Dreieinigkeit, der Gotth. 1. 184. Betrübter Gang den jetzt mein Jesus wallet; zur Stadt hinaus, wo Mordgeschrei erschallet! er gehe hin als ein verstummtes Lamm, zum Tod' für mid am blut'gen Kreuzesstamm. 2. Was ich verdient für meine schwere Schulden, daß will jetzt er, mein Heiland, für mich dulden; was dem gebührt, der ein Verbrecher ist, das leidet der Versöhner Jesus Christ. 3. Du Lebensquell von dem ich habe Leben, willst in den Tod als Opfer hin dich geben, daß durch dein Blut den Sündern würde Heil, und Lebenskraft den Sterblichen zu Theil. 4.O Seelenfreund, zum Hei land mir erkoren, der mich ge liebt, noch eh' ich war geboren, Kreuzigung Jesu. hilf, daß ich stets an deinen Todesgang, von Dank erfüllt, gedente lebenslang! 5. Will mich die Luft zum breiten Weg verführen, laß deinen Schmerz mich tief, mein Heiland! rühren, wenn ich dich seh' auf deinem Todessteg, daß ich entflieh' dem breiten Sünderweg'. 6. Soll ich das Kreuz dir nach, mein Heiland! tragen; bewahre mich vor Murren und Verzagen; wenn ich dich seh', wie du mir gingst voran so sanft und still die schwere Kreuzesbahn. 7. Und muß ich einst verlassen dieses Leben, in's finstre Thal des Todes mich begeben, so schenke Licht und Trost der Glaube mir: ich folge dir, im Tode folg' ich dir. 8. Bis endlich du von allen Erdenleiden wirst Ruhe mir im Himmel einst bereiten, wohin du mir vorangegangen bist, und wer dir folgt, einst ewig selig ist. 141 du hier gefühllos sein, härter wärest du als Stein. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 185. Schwing' dich auf gen Golgatha! sieh' den Hei land hier am Kreuze, und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize! Kannst 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd' und Himmel hangen, wie das Blut in Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Schau, ach schau!( erschrickst du nicht?) wie sein Herz im Tode bricht. 3. O Lamm Gottes, ohne Schuld! Alles das hatt' ich verschuldet; und du hast, aus freier Huld, Pein und Schmach für mich erduldet. Mich zu retten aus der Noth, starbst du, Herr! den Kreuzestod. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, o wie groß ist deine Liebe! Schau' von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schuldig; aller Schmerz, der dich trifft, durchbohrt mein Herz. 5. Herr! was kann ich dir dafür, daß du so mich liebest, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, nur dir gehört mein Leben. Wie du mein, so will ich dein, lebend, leidend, sterbend sein. 6. Nur bei dir allein such' ich Hülf' in meinen bangen Stunden; schmachtend, lechzend sehn' ich mich nach dem Trost aus deinen Wunden, wie 142 ein Hirsch nach Wasser schrei't, bis er meine Seel' erfreut. Kreuzigung Jesu. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut; lehre mich die Welt verschmähen! laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen! und im Kreuze führe mich selig, wenn schon wunderlich! 8. Endlich laß mich alle Noth freudig sterbend überwinden! Nirgends müsse mich der Tod, als bei dir, mein Heiland, finden! Wer nur dich zur Zuflucht macht, spricht getrost: Es ist vollbracht! Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 186. Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! dein Heil sinkt in den Tod. Der große Herr der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Er nimmt auf seinen Rücken die Lasten, die mich drücken, bis zum Erliegen schwer; er wird ein Fluch, dagegen erwirbt er mir den Segen; und o wie gnadenreich ist der! 3. Er gehet meinetwegen der Todesnacht entgegen mit starkem Heldenmuth; er stirbt, um vom Verderben mir Rettung za erwerben; j Alles thut er mir zu gut. 4. So bin ich hoch verbun den, mein Hort! in allen Stunden zu deinem Eigen thum. Dies thätig zu beweisen, muß Seel' und Leib dich preisen; mein ganzes Leben sei dein Ruhm! 5. Was kann in diesem Leben ich sonst dir wieder geben? was dir zum Danke thun? Drum soll dein Tod und Leiden, bi Leib und Seele scheiden, mit stets in treuem Herzen ruh'n. 6. Dein Beispiel soll mich lehren, des Höchsten Nath zu ehren, auch wenn a Trübsal schickt. Ich will be Lebens Plagen getroft und willig tragen, bis Gottes Hülfe mich erquickt. 7. Nie will ich wieder schel ten, nie Haß mit Haß ver gelten; nie, wenn ich leide drau'n. Das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, pon Herzensgrund verzeih'n. 8. Gerührt von deinem Le den, will ich die Sünde meiden, die dir, mein Heil! mißfällt; was deine Augen hassen, das will ich flieh'n und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 9. Und soll ich endlich ster Jesu Worte am Kreuze. ben, so laß dein Reich mich erben; laß mich getrost, wie du, den Geist bei meinem Ende in meines Vaters Hände befehlen zu der ew'gen Ruh'! To End or Jesu Worte am Kreuze. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich c. 187. Ilm Gnade für die Sünderwelt rufst du, mein Heil! am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten; dir blutet das bedrängte Herz, wenn deiner, bei dem herben Schmerz, die Bösewichter spot ten. Doch siehst du mit erhab'nem Sinn von ihnen weg zum Vater hin, den ihre Wuth indir entehrt; rufst, daß es Erd' und Himmel hört: ,, Vergib, o Gott! und führe nicht sie in's Gericht, denn was sie thun, sie wissen's nicht." 2. Erstaunend seh' ich diese Huld, die gegen Mörder noch Geduld, Gnad' und Erbarmung heget. Jhr, die ihr euern Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht; er sagt auch uns, zu unsrer Nuh', Erbarmen und Vergebung zu. 143 Herr Jesu Christ, gelobt seist du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott! 3. Den sanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine Seele. Gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' empfehle! Besänftige mein reges Blut, und flammt des Zornes wilde Gluth mein Herz zur Rachbegierde an, o so erinn're mich daran, Herr Jesu Christ! wie du am Kreuz, durch dein Gebet, selbst deinen Mördern Gnad'erfleht! 4. Jm Sterben tröste mich dein Tod! Im Leben leit' mich dein Gebot, daß ich dir ähnlich werde! O zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Als Borbild gingst du uns voran, ich folge dir auf deiner Bahn. Und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärke mich mit Himmelstraft zum letzten Kampf. Herr Jesu Christ! o selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! Mel. Werde munter, mein 2c. 188. Heute," sprach mein Heiland, heute," an 11 Jesu Worte am Kreuze. 144 sein blutig Kreuz erhöht, als cin Sünder ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht: ,, heute, so betheur' ich dir, heute noch sollst du mit mir, in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben!" 2. Theures Wort aus Jesu Munde, fest versiegelt durch sein Blut! in der finstern Todesstunde gibst du Freudigkeit und Muth. Wenn der Christ nun scheiden soll, bleibt er fester Hoffnung voll, sieht die Nacht in Licht verwandelt, weiß gewiß, wohin er wandelt. 3. Ohne Zagen kann er sterben; seine Seele stirbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben; auch kein Schlaf betäubet sie, wo sie erst aus langer Nacht, nach Jahrhunderten erwacht: nein, sie soll zu neuem Leben, scheidend noch, empor sich heben. 4. Theures Wort des ew' gen Lebens! tröstest du mein brechend Herz, o! dann ängstet ganz vergebens meinen Geist der Trennung Schmerz. Er sinkt nicht in Finsterniß; denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen! Hier muß jeder Zweifel schweigen. 5. Herr! nun fühl' ich, abzuscheiden, eine heil'ge Luft in mir. Dort sind unbeflect Freuden; aber Müh' und Elend hier. Kein auch noch so frühes Grab kürzet mit das Leben ab! es soll nur, frei von Beschwerden, zei ger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Mängeln, ja von num an selig ist, brüderlich be grüßt von Engeln, der in Herrn entschlaf'ne Chrift. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Werk folgt dann se ner Seele von der Erden, hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun auch ich, o Herr! befehle, wenn ich kaum no lallen kann, die durch dich erlöste Seele deinen treuen Händen an. Und du, ho he land! stärkest mich, rufet mir auch zu, daß ich noc am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. 8. Ja, noch an demselben Tage geh' ich in den Himmel ein, los von aller Furcht und Plage, Herr! bei dir daheim zu sein. Hier genieß' ich de nes Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch die Nacht des Grabes endet, volle Se ligkeit mir spendet. Jesu Worte Mel. O Jesu Christ, mein's 2c. 189. Du denkst auch in der tiefsten Noth, ergriffen, Herr! von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Mel. Wer nur den lieben Gott 20. Schmerz, und flößeft ihnen 190. Es rief der Herr vor Trost in's Herz. dem Erblassen: Mein Gott) mein Gott! hast du denn mich, o warum hast du mich verlassen?" so kraft- und trostlos fühlt' er sich. Doch gottverlas sen war er nicht; er ging durch Finsterniß zum Licht. 3. Du eilst, ihr Stärkung zu verleih'n: ,, Sieh," sprichst 2. Verlaß, o Gott! auch du, ,, dieser Sohn ist dein! was ich dir war, wird er dir sein, und dich mit Trost und Hülf' erfreu'n." meine Seele dann nicht, wann Noth und Tod mich schreckt! sei du mir nah', wenn ich mich quäle, daß unsichtbar dein Arm mich deckt; führ' mich durch Finsterniß zum Licht, mein Gott! mein Gott! verlaß mich nicht. 2. Du sieh'st die Mutter, sieh'st den Freund; die Thränen, die ihr Auge weint, verwunden dein so edles Herz; ganz fühlst du deiner Mutter Schmerz. 4. So innig bis zum Tod, so treu, sei meine zärtlichfeit; ich sei so willig, Andern beizusteh'n, und ihnen Beistand zu erfleh'n! 5. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde! einst mein Tod betrübt, dann über geb' ich euch dem Herrn; er hört, er hilft, er segnet gern. am Kreuze. 145 ich dir; du brachtest ihn von Himmel mir. Du hast verheißen: ihr seid mein; wo ich bin, sollt ihr ewig sein!" gil 6. Froh geh' ich, wenn es ihm gefällt, den Weg zu jener bessern Welt; euch sag' ich, die ihr um mich weint: ,, Getrost! bald werden wir vereint." 7. Den Trost, o Jesu! dank Mel. Mitten wir im Leben 2c. Chor. birind 191. Ach! mich dürftet!" hört am Kreuz den Erlöser Élagen; ihn, der Tausende erquickt in des Lebens Tagen. Solo. Ach, seht ihn sterbend schmachten! Ach, weh' uns Armen! furchtbar droht Qualen einst der bittre Tod. 10 Jesu Worte am Kreuze. 146 * Chor. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Hei liger, barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Gemeinde. Laß uns nicht verschmachten in der letzten Todesnoth! Erbarm' dich unser! im Chor. Hie Chor. 2. Stärke, die zu dieser Zeit, 4. Ach! weil Jesus Christus dawir, Herr! dir singen, müde, stumm, im falten Schweiß mit dem Tode ringen! selbst diesen Kelch getrunken, und von viel mehr Qual um ringt, in das Grab gefunken. Pie Solo. Nur du kannst sie erquicken. Sie liegen da und seh'n hinab in das schauervolle Grab. Chim Chor. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Hei liger, barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Gemeinde. Laß sie nicht versinken in des Todes letzter Angst! Erbarm' dich ihrer! Chor. 3. Wer mit einem Wassertrunk der Geringsten Einen deiner Treuen labt, soll froh im Gericht erscheinen. Solo. Chor. 2.2.4. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! He liger, barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! du my Gemeinde. Laß sie nicht erliegen i dem heißen Todeskampf! Gr barm' dich ihrer! Wir labten, Herr! sie ger ne, allein fein Trunk mehr tühlet sie, darum beten wir für sie. Solo. Erhör' um seinetwillen, Herr! unser thränenvoll Gebe das für alle Menschen fleht Chor. Heiliger mittler, Gott! He Heiliger Schöpfer, Gott! figer, barmherziger Tröster! Du ewiger Gott! Gemeinde. uns Hilf uns überwinden Trock'ne dann in jener Well all' unsre Thränen! Met. Wer nur den lieben Gott 192. Es ist vollbracht!" 3 fo ruft im Scheiden des fer benden Erlösers Mund. theures Wort! O Quell bet Freuden, welch frohe Bot schaft thust du tund! Da Jesu Worte am Krenze. 147 Opfer, das zum Heil erseh'n, Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich sc. das große Opfer ist gescheh'n. Bongo 3od 2. Du hast es, Herr, mein Heil! vollendet, als dir das Herz im Tode brach; der Fluch ist nun hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Zum Gnadenthron ist Bahn gemacht, das hast du, Herr, mein Heil! vollbracht. 193. ,, Mein Vater, ich be fehle dir den Geist in deine Hände!" riefft, Jesu! du, zum Troste mir an deinem Lebensende. Bin ich in diesem Leben dein, werd' ich auch dorten bei dir sein im Reiche der Erlösten. 2. Des Todes Schmerzen, Herr! will ich, wie er auch komm', verachten, und, meinen Blick gewandt auf dich, nach meinem Ziele trachten; dem Tode will ich freudig nah'n, des Himmels Kleinod zu empfah'n, das jenseits meiner wartet. 3. Wenn dann mein sterDir bend Auge bricht, mein letzter Hauch entschwindet, mein Beib erstarrt, und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wenn um um mich, den Entschlummernden, voll Trauer meine Lieben steh'n, und meinen Tod beweinen: 3. O hilf mir treu nun auch vollbringen, was dich, du Weltversöhner! ehrt; hilf mir die Heiligung erringen, dazu dein Tod uns Kraft gewährt! Mich halt und stärke deine Macht bis meine Heil'gung ist vollbracht! 4. Soll ich, bei dir ergeb'nem Herzen, dann auch durch manche Trübfal geh'n, und hat mein Gott des Leidens Schmerzen zu meiner Prüfung außerseh'n; so sei die frohe Hoffnung mein: Vollbracht wird einst mein Leiden sein! 5. Auch in des letzten Kampfes Schrecken, wenn mich des Todes Grauen faßt, laß sterbend mich den Trost noch schmecken, daß du den Tod besteget hast; dann grüß' ich selbst des Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 4. Dann, Vater! nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der Erdenhülle sich entreißt, und Tod und Grab nicht siehet. Es schweige jede Klag' um mich; wer wohl mir will, der freue sich! Mein Geist geh't hin zum Vater 10* 148 Tod Jesu. Tod Jesu. Mel. Ich hab' mein' Sach 2c. 194. Mein Jesus ruft: Es ist vollbracht! Nunmehr ist Alles wohl gemacht. Er neigt sein Haupt, der für uns stirbt, und uns erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit Keiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht, und sinstre Nacht verhüllt der Sonne Glanz und Pracht! 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt, es birst der Fels, man sieht erschreckt der Todten Gräber offen steh'n. Was hier gescheh'n, läßt deutlich Gottes Finger seh'n! 4. Sieh! die Natur entsetzet sich. Was sie bewegt, beweg' auch dich! Der Fels zerreißt; und du wirst nicht durch dies Gericht erinnert, daß Gott selbst hier spricht? 5. Sein Tod, o nimm es wohl in Acht! hat Trost und Heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis zum Grab sich für dich gab, und stirb dem Sündenleben ab! 6. Ja, Vater! unter Schmerz und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn; nun ist kein Zweifel, deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt fort hin mit mir Geduld. 7. Hin auf sein Kreuz will ich stets seh'n, und dankvoll seine Treu' erhöh'n; Trost soll er mir im Sterben sein, mich dann erfreu'n, so schlaf ich sanft und selig ein. 8. Und nun dient' ich der Sünde noch? Fern sei von mir ihr schimpflich Joch. Auf, Seele, daß du dich erhebst, nur Jesu lebst, nur Jesu zu gefallen strebst! 9. Ertödte selbst in meiner Brust, mein Heiland! jede böse Lust. Dein Tod, der mir das Leben schafft, verleih' mir Kraft und Muth im Kampf der Leidenschaft. 10. Gestärkt von dir besieg ich sie, und scheue dabei keine Müh'; ich setze freudig auf dein Wort den Kampf hier fort, und du führst mich zum Siege dort. 11. Wie dank' ich dir, Herr Jesu Christ! daß du für mich gestorben bist; dich preis'ich hier schon hocherfreut, doch nach der Zeitnoch würd'ger in der Ewig feit. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2. 195. Jesu Christi Sterbe tag sei euch, Christen, ewig Jesu Begräbniß. 149 theuer! Weih't was Lieb' und mels Glück uns lenken, brinDank vermag, ihm bei dieses Tages Feier! Eure Seele, still vor Gott, denke des Erlösers Tod. 2. Dieser Welt und ihrer Müh', dieses Lebens kurze Freuden, alles Tands vergesse sie, und erwäge nur die Leiden, die, nach seines Vaters Rath, unser Herr erduldet hat. 3. Staunt ihn an, den Menschenfreund, den sein Volk an's Kreuz erhöh'te, der auch da für seinen Feind blutend noch um Gnade fleh'te, und der in des Todes Nacht freudig rief: ,, Es ist vollbracht!" 4. Hocherhab'ner! Ewiger! vor dir wirft mein Geist sich nieder. Preiz dir, Unerforschlicher! daß für mich und meine Brüder er, dein Sohn, mein Heiland, starb, und uns Trost und Ruh' erwarb. gen wir nur frommen Sinn dir und ihm zum Opfer hin. 7. O wie hoch beglückt sind wir, welches Heil ist uns erwor ben! Gott! wir sind versöhnt mit dir; Jesus ist für uns gestorben! Nun erschreckt uns kein Gericht; deine Huld verwirft uns nicht. 8. Sieh', wirweihen dir das Herz; heilig sei dir unser Leben! Jedes Glück und jeder Schmerz soll uns, Gott! zu dir erheben. Solcher Dant, er wird allein solches Opfers würdig sein. 5. Ja, du gabst ihn für uns hin, weil du Sündern gern vergibest; du versicherst uns durch ihn, daß du uns als Vater liebest. O wie rührend ruft sein Tod: Weg mit Furcht und Angst vor Gott! 6. Alles, was das Herz erfreut, willst du uns mit Jesus schenken, willst durch ihn zur Herrlichkeit, zu des Him Jesu Begräbniß. Mel. O Traurigkeit, o Herzel. 2c. 196. Du bist erblaßt, mein Heil! und hast nun ausgekämpft, und müde findet, Jesu! nun dein Leib in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz. Ach, Herr! was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüßest mich, und über dich geh'n aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hast's gethan. Dich bet' ich an, du könig der Er Begräbniß. 150 Jesu löften! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht!" riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner! göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig riefer, der entschlief, den Todten: sie erstanden; leicht entreißt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandern ohne Beben; denn durch dich, Erlöser! ist's mir der Weg zum Leben. 9. Ich preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ich's meine; ja, du sieh'st mich, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergess' ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr! ich will, so lang ich bin, deine Lieb' ermessen. Mel. O Traurigkeit, o Herzel. 2c. 197.3ur Grabesruh' entschliefest du, der du für uns gestorben, und am Kreuz uns schmerzenvoll ew'ges Heil erworben 2. Du bist erblaßt, o Herr! und hast doch in dir selbst das Leben; gleich den Sterblichen hielt dich einst das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sei mir! du konntest hier nicht die Verwe sung sehen; bald hieß dich des Höchsten Kraft aus dem Grab: gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Le bensfürst! dereinst auch mich er wecken; könnt' ich jetzt noch hoffnungslos vor der Gruft er schrecken? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frie den liegen; denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Jhr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwe sung; ich, ich hoff' durch Christum einst aus dem Grab Er lösung. 7. Nein, Nichts verdirbt selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen; und zum Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. 8. So sink' in's Grab, mein Leib, hinab! Ich will mich doch nicht fränken. Ich will, Jefu! mir zum Trost an dein Grabge denken 18 Dank für Jesu Aufopferung. Dank für Jesu Aufopfe= rung. 2798 305 Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 198. Meine Seel'! ermunt're; dich, Jesu Liebe zu bedenken; auf sein Kreuz hin müsse sich jetzt dein Blick voll Andacht lenken, daß dein Herz der großen Treue deines Jesu sich erfreue. 151 Angst und Schmerz gern ertrug, der gern gestorben. Mit der reinsten Treu' und Liebe weihe du ihm deine Triebe! 6. Ja, Herr! ewig preis' ich dich; hätt' ich nur dich stets ge liebet, nicht so oft mit Sünden mich selbst befleckt und dich betrübet. Ach! laß mich doch Gnade finden, und vergib mir meine Sünden! 2. Sieh'! der wahre Gottes Sohn ist für dich an's Kreuz geheftet; sich', wie Schmerz und Schmach und Hohn ihn, den Blutenden, entkräftet. Er läßt sich für dich verwunden; wo wird größ're Lieb gefunden? 3. Du, du solltest Schmach und Pein als den Lohn der Sünde leiden, und von Gott verstoßen sein, von der Quelle aller Freuden; aber Jesus, der Gerechte, starb, daß er dir Friede brächte. 4. Durch ihn steht zu Gottes Huld dir nun freier Zutritt offen. Tilgung deiner Sündenschuld, Recht, ein ewig Glück zu hoffen, Kraft, der Sünder Weg zu meiden, ist der Segen seiner Leiden. 5. Fühl' es, mein beglücktes Herz! welches Heil er dir erworben; danke dem, der dut 7. Künftig will ich dir zum Ruhm leben, jede Kraft dir weihen; stärke mich, dein Eigenthum, laß mich deinen Geist erneuen; dann soll weder Lust noch Leiden mich von deiner Liebe scheiden! 8. Du willst, daß die Schwachen hier Ruhe für die Seele finden, segnest Alle, die mit dir sich durch Glauben fest verbinden. Schenkst du schon uns Viel auf Erden; wie weit mehr wird dort uns werden! 9. Dort im Himmel stimm' ich ein in die frohen JubelChöre. O wie wohl wird dann mir sein! Welche Wonne, welche Ehre find' ich einst bei dir dort oben! da will ich dich ewig loben. b 10. Nun, im voraus freu' ich mich auf dies freudenvolle Leben. Jesu! dir sei Dank! durch dich wird es mir dereinst Dank für Jesu Aufopferung. 152 gegeben. Hilf nur, Herr! an den ich glaube, daß mir Nichts dies Kleinod raube! In eigener Melodie. 199. bu Liebe meiner Liebel du erwünschte Seligkeit! die du dich aus edelm Triebe in das jammervolle Leid deines Todes, mir zu Gute, als ein Lamm haft eingestellt, und bezahlt mit deinem Blute für die Missethat der Welt. Del2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem berg sich betrübt; Liebe, die mit Angst und Sehnen treu und unverbrüchlich liebt; Liebe, die den eignen Willen in den Staub der Erde legt, und ergebungsvoll im Stillen aller Welten Sünden trägt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Spott und Hohn und Schmähung hört; Liebe, die in Qual und Schmerzen noch des Baters Willen ehrt; die, bis Kraft und Athem endet, liebend sich, nur liebend zeigt; erst, nachdem das Werk vollendet, sich zur Todesruhe neigt. 4. Liebe, deine Todeswunden haben mich dir anvertraut; ewig bin ich dir verbunden, wie dem Bräutigam die Braut. Ewig Heil mir zu erwerben, starbst du, Jesu Christ! für mich; dir zu leben, dir zu sterben, über geb' ich mich an dich. 402 801 Mel. Alle Menschen müssen 2. 200.Jesu, meines Lebens Leben! Jesu, meines Todes Tod! der du dich hast hingege ben in die tiefste Seelennoth von der Höllenmacht des Bsen meine Seele zu erlösen: liebster Jesu! Dank dafür. tausend, tausendmal sei dir, 2. Fälschlich ließest du ver flagen dich, o Herr! und warst so rein; daß ich müßte nicht verzagen, daß ich könnte mu thig sein, wenn sich mein Ge wissen rühret, meiner Schuld mich überführet: tausend, tau sendmal sei dir, liebster Jefu! Dank dafür. 3. Wunden ließest du dir schlagen, unter Läst'rung, Spott und Hohn, Schmerz und Schmach hast du ertragen, ein geborner Gottes Sohn! haft der Strafe mich entrissen, die mich hätte treffen müssen! tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu! Dank dafür. 4. Frevler krönten dich zum Lohne, deine Stirne Dank für Jesu Aufopferung. 153 blutete unter einer Dornen Sünder; der Seligste betrone, König aller Könige! ach! um mir in jenem Leben einst die Siegestron' zu geben: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu! Dank dafür! 5. Du betratst, für mich zu sterben, endlich gar die Todesbahn; stiegst, mir Leben zu erwerben, zu der Schädelstätt' hinan. Dir, der sich dem Tode weih'te, daß er mich vom Tod befrei'te: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu! Dank dafür. 6. Ruh' im Leben, Trost am Grabe; o welch seliger Gewinn, den ich dir zu danten habe! nimm zum Dank mein Leben hin! Dir will ich mich ganz ergeben, dir nur, Jesu! will ich leben: tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu! Dank dafür. Mel. Herzliebster Jefu 2c. 201. Gott, der du deinen Sohn für uns gegeben, wer kann doch würdig deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Liebe Stärke. 2. Dein Eingeborner stirbt für Menschenkinder; der Heilige tritt an die Statt der gibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Was ist der Mensch, daß seiner du gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Erlöser schenkest? Was findeſt du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? 4. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung unschätzbarer Schätze, verdient gehäuste, sträfliche Verschuldung so viele Duldung? 5.Owelche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott! die Größe ihrer Triebe? Du thust weit mehr zu unferm Wohlergehen, als wir verstehen. 6. Ach! lehre recht mich deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben! 7. Ich flich', o Herr! zu und bitte Nichts als dein deinen Liebesarmen, ich such' Erbarmen; verstoß' den nicht, der seine Sünden haffet, und dich umfasset. 8. Zeuch mich, o Gotteslamm! zu deinem Kreuze, damit dein Blut die Seele dräng' und reize, dich, den Erwerber aller guten Gaben, recht lieb zu haben. Dank für Jesu Aufopferung. 154 9. Was du auch mir, da du für mich gestorben, aus Gnaden haft durch deinen Tod erworben, das werde mir, zu einem ew'gen Heile, nun auch zu Theile. 10. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 11. Dir, Jesu! leb' ich, dir will ich auch sterben, dann werd' ich einst das Himmelreich ererben, wenn ich mit dir die Noth der letzten Stunden hab' überwunden. Mel. Werde munter, mein 2c. 202. Der am Kreuz ist meine Liebe! Meine Lieb' ist Jesus Christ! Ferne sei es, daß ich liebe, was vergänglich, eitel ist! Solche Lieb' ist nicht von Gott; solche Lieb' ist gar der Tod; der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mit verhaßt. Weh mir! wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt. Kreuzig' ich nicht Gottes Sohn? sprech' ich seinem Blut nicht Hohn? Da am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist met ne Liebe! Was ist dir noch fürchterlich, mein Gewissen! er, die Liebe, Jesus opfert fi für mich. Schaue, wie er blu tend ringt mit der Sünd', und sie bezwingt! Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mig im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Nichts, wie mächtig es auch ist, Hunger, Blöße Sündentriebe, reißt von dir mich, Jesu Christ! nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, fein Fürstenthum! Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befrem- 6. Der am Kreuz ist meine det's dich, daß ich mich im Liebe! Komm, o Tod, bu Glauben übe? Jesus gab bist mein Freund! Wenn ich sich selbst für mich; so ward wie ein Staub zerstiebe, wird er mein Schirm und Schild, mein Geist mit Gott vereint. aber auch mein Lebensbild. Da, da schau' ich Gottes Bitten um Stärkung und Trost aus Jesu Leiden 2c. 155 Sohn, ernte seiner Leiden Lohn! aus der mich bald der Herr Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. des Lebens weckt in neuer Schöpfungspracht. Ich ruh, werd' ich in's Grab getragen, nur von den schwülen Prüfungstagen: ich bin erlöst! Mel. Es ist genug, so nimm 2c. 203. Ich bin erlöst! 5. Ich bin erlöst! in Friede Es floß des Mittlers Blut, fahr' ich hin, ist meine Stunde er starb den Kreuzestod. da. Der Tod wird mir zum Mit Gott versöhnt, empfind' seligsten Gewinn; mein Netich Glaubensmuth; ich fürchte ter ist mir nah, den Geiſt, teinen Tod. Die Weisheit beim Abschied von dem Lehat mein Heil erfunden, die ben, in's Land der Engel Liebe glorreich überwunden: zu erheben: ich bin erlöst! ich bin erlöst! 2. Ich bin erlöst! es trifft des Donners Spruch vom Sinai mich nicht; mein Heiland nahm von mir den schweren Fluch, ich komm' nicht in's Gericht. Drum quält mich nicht, bereute Sünden; der Bater läßt mich Gnade finden: ich bin erlöſt! Bitten um Stärkung und Troft aus Jesu Leiden und Tode. 4. Ich bin erlöft! Was ist noch, das mich schreckt? Licht wird die Todesnacht, dng In eigener Melodie und 204. Lamm Gottes, unschuldig am Kreuz für uns geschlachtet! Stets bliebeſt du verachtet. Die Sünd' hast geduldig, wiewohl du wurd'st du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o Jesu! 3. Ich bin erlöst! Der Held zerriß das Band der Feinde meiner Ruh'! Zur Hölle hat den Schlüssel seine Hand; er schloß die Pforte zu. Nun können Feinde frommer Seelen mich nicht mit Mel. Werde munter, mein 2c. Furcht und Schrecken qua 205. Jesu! deine Schmach len: ich bin erlöst! und Wunden, deine Qual, dein bitt'rer Tod geben mir in trüben Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Noth. them 156 Bitten um Stärkung und Trost aus Jesu Leiden 2. Fällt mir etwas Arges ein, daran gedenket, ströme neuer denk' ich deiner Angst und Trost mir zu! Dieses Tro Pein; sie erlaubt nicht mei- stes Süßigkeit mildert jedes nem Herzen, mit der Sün- bitt're Leid; ewig Heil ist denlust zu scherzen. mir erworben, denn du bist für mich gestorben. 2. Will sich dann in Wolluft weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk' ich deiner Leiden, schnell verlöscht die wilde Gluth. Für die Pflicht lehrt mich dein Kreuz kampfen mit dem Sinnenreiz, um durch diesen Kampf auf Erden deinem Bilde gleich zu werden. 6. Laß auf deinen Too mich trauen, Jesu, meine Zuver sicht! Laß mich freudig darauf bauen, wenn mein Aug' im Tode bricht. Ja! dein Kamp und deine Pein soll mir Trost im Sterben sein. Herr! laj deinen Tod mir geben Aufer stehung, Heil und Leben. 7. Hab' ich dich in meinen Herzen, Quelle aller Selig keit! so besieg' ich Angst und Schmerzen selbst im letzten Kampf und Streit. Wenn des Leibes Hütte bricht, quält des Todes Furcht mich nicht. In dir hab ich Heil gefunden, durch dich Alles überwunden. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf des Lasters breite Bahn, wo so Viele sich verlieren, und sich dem Verderben nah'n, dann denk' ich der Leiden Last, die du, Herr! geduldet hast, mich von aller Schuld des Bösen, von der Sünde zu erlösen. 4. Hält mein schreckendes Gewissen mir der Sünden Menge vor; blick' in meinen Kümmernissen ich zu deinem Kreuz empor; fühl ich Reu' und innern Schmerz: ach! bin versöhnt in deinem dann stillest du mein Herz, rufft theuern Blute; du hast auth zum Troste mir und Leben: mir, da du für mich ge deine Sünden sind vergeben! storben, dies Heil erworben 5. Gib bei Allem, was 2. So bin ich denn schon mich kränket, mir durch deine selig hier im Glauben, so Leiden Ruh'; wenn mein Herz wird mir Nichts, Nichts Mel. Herzliebster Jesu! was 206. Gottes Sohn! du littest uns zu Gute, i Bitten um Stärkung und Trost aus Jesu Leiden 2c. 157 meine Krone rauben, so werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben! wachen, beten; so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 3. Mag dann das Kreuz den Klugen dieser Erden ein Nergerniß und eine Thorheit werden; mir sei es stets, trotz alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 9. So sehr mich, Herr! auch meine Sünden fränken, das Wort vom Kreuze wird mir Ruhe schenken; es schenket auch, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. 4. Das Gute thun, das Böse flieh'n und meiden, Herr! diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden; kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 5. Da du dich selbst für mich dahin gegeben: wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, da ich dir ange höre, zu deiner Ehre? 6. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Neize, so schrecke mich dein Wort, daß Wort vom Kreuze; und werd' ich matt in Uebung guter Werke, so sei mir's Stärke! 7. E3 helfe mir, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich drückt, gelaff'nes Herzens werden, da du so Viel für uns, das wir verschuldet, liebreich erduldet. 8. Werd' ich denn so der Tugend Pfad betreten, werd" ich im Glauben kämpfen, Mel. Herzliebster Jesu 2c. 207. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, das Opfer deiner Liebe so zu ehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich sie, sie, meine Brüder, hassen? Dein Beispiel lehrt, wenn sie mich niedertreten, für sie noch beten. 3. So will ich denn nicht Haß mit Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder! schalt'st auch nicht wieder. 4. Ein liebend Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies sei der Dank für deines Todes Schmerzen, und Gott gibt Muth und Kraft, in deinem Namen dir nachzuahmen. 158 Ermunterung zur Feier der Auferstehung Jesu. 5. Jefu Auferstehung. o snim den eilig, seit im Grabe Jesus lag. Jahre, Monden, Tage, Stunden, ach! wie schnell sind sie verschwunden, und es scheint ein ew'ger Tag! Mel. Vom Himmel hoch, da 2. 209. Erinn're dich, mein Geist! erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt' im Ge dächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! jong of Ermunterung zur Feier der Auferstehung Jesu. Cad 12.900 Mel. Alles ist an Gottes 2c. 208. Oftern, Ostern, Frühlingswehen! Ostern, Ostern, Auferstehen! aus des tiefen Grabes Nacht. Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen himmlisch glühen, denn der Heiland ist erwacht. 2. Trotz euch, höllische Gewalten! Hättet ihn wohl gern behalten, der euch in den Abgrund zwang. Mochtet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen dringt hinan sein ew'ger Gang. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien'; als spräch' er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir! 3. Schau über dich und bet ihn an! Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt, und herrscht, mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name ist ge benedei't von Ewigkeit zu Ewigkeit! 4. Alle Schranken sind entriegelt, alle Hoffnung ist versiegelt, und beflügelt jedes Herz; und es klagt bei Freundes leiche nimmermehr der kalte, bleiche, gottverlass'ne Heidenschmerz. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Ma jestät, wenn sie mein Geiſt mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 5. Alle Gräber sind nun 6. Vor seinem Thron, in heilig; Grabesträume schwin- seinem Reich, unsterblich, 3. Der im Grabe lag ge bunden, hat den Satan über wunden, und der dunkle Kerter bricht. Frühling wehet auf der Erden, Frühling soll's im Herzen werden, herrschen soll das ew'ge Licht. Ermunterung zur Feier der Auferstehung Jesu. 159 heilig, Engeln gleich, und ist die Kraft. Halt' im Geewig, ewig selig sein: Herr, dächtniß Jesum Christ, der welche Herrlichkeit ist mein! von dem Tod erstanden iſt. billgs 7. Mein Herz erliegtentzückt vor ihr; Lieb und Bewund'rung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall' ich, Gott! auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Him meln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertrau'n, in meinem Fleische dich zu schau'n! 9. Ich soll, wann du, o Lebensfürst! in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe geh'n und froh zu deiner Rechten steh'n. 10. Dann stimm' ich, ganz von Sünden rein, in deiner Engel Loblied ein. Mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freu'n in Ewigkeit. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn! sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin; damit ich mich, in Liebe tren, zu deinem Bilde stets ernen'. 13. Erist's, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 210. Gelobt sei Gott, daß Jesus lebt, und auferstanden ist, daß er in unsrer Mitte webt:: und ewig bei uns iſt!:,: 2. Jetzt ist die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin,:,: entzückt, aus seiner Hand.:,: Meer versank des Todes 3. Hinunter in das tiefe Grau'n; in seine Zukunft fröhlich schau'n.:: kann nunmehr:: ein Jeder 4. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus; und wer nur hört auf seinen Rath,:,: kommt auch in's Vaterhaus.:,: dei 5. Nun zagt auch keiner mehr allhier, wenn Eins die Augen schließt; vom Wiederseh'n, spät oder früh,:;: wird Trennungsschmerz versüßt.:,: 6. Es kann zu aller guten That ein Jeder neu erglüh'n, denn herrlich wird ihm seine Saat: in schönern Fluren blüh'n.:,: 160 Ermunterung zur Feier der Auferstehung Jesu. 7. Er lebt! Er wird auch bei uns sein, wenn Alles uns verläßt; und so soll dieser Tag uns sein:: der Weltbeglückung Fest!:,: vorüber geh'n, er bleibt bei ihnen, und sie seh'n den Herrn, als er das Brod nun bricht, sie seh'n den Herrn und zwei feln nicht. Lobsinget Gott! Mel. Erschienen ist der herrl. 2. 211. Erschienen ist der Sie gestag! Der Heiland, der im Grabe lag, Christ, unser Herr, hat triumphirt, ist auferstanden und regiert. Lobsinget Gott! 2. Die Jüngerinnen eilen früh zum Grabe; Jesum suchen sie, zu salben seinen Leib: doch er lebt wieder, und sein Grab ist leer. Lobsinget Gott! 3. Ein Engel spricht: Wen suchet ihr? Der hier geruht hat, ist nicht hier! Seht hier die Leichenhüllen; geh't, und sagt's den Jüngern, was ihr seh't. Lobsinget Gott. op trisdr 4. Die Jünger seh'n ihn, glauben nicht, daß er es sei, doch Jesus spricht: Ich bin'si und ihre Traurigkeit wird Jubel, Wonn' und Seligkeit. Lobsinget Gott! 5. Zween Jünger fragen, tief verirrt in Zweifel, was noch kommen wird. Er kommt und lehrt; ihr Herz entbrennt, obgleich ihr Aug ihn nicht erkennt. Lobsinget Gott! 6. Er will, so scheint's, 7. Sieh' meine Nägelmale hier, spricht er zu Thomas, glaube mir! und Thomas ruft: mein Herr und Gott! Du bist's, du bist's, mein Her und Gott! Lobsinget Gott! 8. Er lebt, er lebt, die Hölle liegt zu seinen Füßen; Jesus siegt! Der Löw' aus Juda über wand, der für uns starb und auferstand. Lobsinget Gott 9. Wie furchtbar auch da Grab uns droht, wir fürchten doch nicht Grab und Tob zerstört ist nun des Todes Macht, er hat das Leben wie derbracht. Lobsinget Gott! 10. Wie werden wir de Sieg's uns freu'n, wenn wir von allen Sünden rein, dir ewig jauchzen, Jesu Christ! daß du für unserstanden bist. Lobsinge Gott! Mel. Wachet auf, ruft uns 2. 212. Feiert, Chriſten! fing ihm Lieder, dem Heiligen er lebet wieder, und offen bart nun seine Macht. E litt namenlose Plagen; Pulse hatten ausgeschlagen, bie Stärkung und Trost aus Jesu Auferstehung. 161 und ihn umfing des Grabes Es werden nicht zu Staub, Nacht. Doch ward die Nacht bald Licht; verwesen sollt' er nicht. Nein! es decket dort sein Gebein nicht mehr der Stein; nicht der Verwesung Raub unsre Seelen. Denn dort am Grab legt mit dem Stab der Pilger seine Last nur ab. zum neuen Leben ging er ein. 5. Leben keimt aus Grabeshügeln. Der Glaube hebt auf seinen Flügeln uns von der Erde, Gott! zu dir. Gräber bergen uns nicht immer; des ew'gen Tages Morgenſchimmer fällt auch durch unsre Grabesthür. Der Fromme wird belohnt; du, der im Himmel wohnt, bist Belohner. Zur Herrlichkeit im Grab erneut, erhebt er sich zur Ewigkeit. 2. Aengstlich suchen die Betrübten im stillen Grabe den Geliebten; in Thränen schwimmt ihr sanfter Blick. Lieb, ach! lieb war ihrem Herzen im Tode noch der Mann der Schmerzen. Sein Leben war ihr Lebensglück. Er hatte sie bekehrt, er hatte sie gelehrt hohe Tugend. Des Todes Hand riß nicht das Band, das sich um ihre Seelen wand. 3. Und nun, welche Himmelswonne! wie eilen in der Morgensonne sie von der leeren Gruft zurück! Hoffnung, Jesu Auferstehung. Stärkung und Trost aus seliges Entzücken, verklären sich in ihren Blicken: erwacht war ihres Lebens Glück. Ihr sollt ihn wiederseh'n; er wird euch wiederseh'n," sprach ein Bote im Lichtgewand, von Gott gesandt ,,, er, den ihr sucht, der Herr erstand." 4. Freu't euch, Christen! Unserm Leben hat er den größten Trost gegeben, er, der zurück vom Tode kam. Wir auch werden auferstehen, und alle Guten wiedersehen, die hier des Todes Hand uns nahm. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 213. Frohlockt dem Herrn, bringt Lobgesang ihm, der des Todes Macht bezwang, und uns, den Staub, erhöhte! Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn und sie verschwand in Helle Morgenröthe. Bebet! gebet, stolze Spötter, unserm Netter Preis und Ehre! huldigt ihm und seiner Lehre! 2. Preis ihm! Heil uns! sein Grab ist leer. Fest stchet, wie ein Fels im Meer, das 11 162 Stärkung und Trost aus Jesu Auferstehung. 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Ja, deine Opfers hohen Werth hat er auf's herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Wort, daß er gesprochen. Ose lig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth zerbrochen. Seele! wähle ihn zum Führer und Regierer deines Lebens; auf ihn hoffst du nicht vergebens. 73. Zum höhern Leben führt er dich, und nimmt gewiß dich einst zu sich, sinkt deine Hülle nieder. Empfängt das Grab auch dein Gebein, in Gräber dringt einst Leben ein; ver klärt erstehst du wieder. Herr lich wird sich dann auf's neue seine Trene offenbaren; volles Heil wirst du erfahren. Mel. Allein Gott in der Höhe 214. Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar! Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sei hochgelobt, Herr Jesu Christ! daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden. 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöh't, uns nun den Trost grund rauben: daß du das Heil an's Licht gebracht, und von des ew'gen Todes Macht uns Sünder haft erlöset? 4. Erstand'ner! ich froh locke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir das ew'g Leben gebest; daß du mein Herr und König seist und neue Kräfte mir verleihst mit Freuden Gott zu dienen. 5. Mein Herr, mein Gottl hilf mir dazu; befreie mich von Sünden! Laß mich, mit Gott versöhnet Nuty fit meine Seele finden! und pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorb'ne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Torte nicht mehr decken; denn, wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Chrift! durch dich einst auferstehen. 7. Drum laß mich, weil ich hier noch bin, im Glanben treulich wandeln; un jederzeit nach deinem Sinn Stärkung und Trost aus Jesu Auferstehung. 163 rechtschaffen sein und han- mich erwecken. Was Sterbdeln; damit ich, wenn ich liche am meisten schreckt, der aufersteh', und dich, des To- Tod, kann mich nicht schre des Sieger, seh', vor dir dann cken; sein Stachel ist dahin, nicht erschrecke. da ich versöhnet bin. Der treue Zeuge spricht: wer glaubt, der stirbet nicht. Deß tröst' ich mich von Herzen. 8. Da, wo du bist, da soll auch einst mit dir dein Jünger leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud' erheben. Laß dieses auch mein Erbtheil sein; so werd' ich ewig deß mich freu'n, daß du vom Tod erstanden. Mel. Ein' feste Burg ist unser ac. 215. Er lebt, o Freudenmort! er lebt, der Heiland aller Sünder. Der Feinde Heer er schrickt und bebt vor seinem Ueberwinder. Er stritt mit Heldenmuth, und kämpfte bis auf's Blut; durch seinen Kreuzestod erwarb er uns bei Gott Vergebung unsrer Sünden. 2. Er lebt, des Vaters ew ger Sohn, erhöh't zu seiner Rechten. Er herrscht und hilft von seinem Thron auch seinen schwachen Knechten; er lebt nun ewiglich, und ewig schützt er mich; er thut mit starker Hand den Feinden Widerstand; fie können mir nicht schaden. 3. Er lebt, Gott hat ihn auferweckt; Gott wird auch 4. Er lebt, der unbezwungne Held! Besingt, ihr Engelchöre! besingt, ihr Völker in der Welt, des Mittlers Ruhm und Ehre! erhebt des Siegers Macht, der von dem Tod erwacht; der unsern Tod bezwingt, uns Leben uns streitet! wiederbringt, und mächtig für 5. Er lebt. Christen! laßt uns heut' frohlockend ihn erheben; laßt uns von nun an jederzeit ihm wohlgefällig leben! wir sind sein Eigenthum, erkauft zu seinem Ruhm; sein wollen wir allein, tødt und lebendig, sein, und sein auch ewig bleiben. mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 216. Auferstanden, auferstanden, ist der Herr, der uns versöhnt! O wie hat, nach Schmerz und Banden, Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort, zu seines Vaters Rechten, über Schmach und Tod erhöht, 11* 164 Stärkung und Trost herrscht er nun in Majestät. Freu't euch seiner, ihr Gerechten! und ihr, seine Feinde, bebt! Hallelujah; Jesus iebt! 2. Singt dem Herrn! er ist erstanden, er, der starb auf Golgatha! rühmt es, rühmt's in allen Landen: was sein Wort verhieß, geschah. Wer, wer kann ihm widerstreben? Mächtig dringt der Held empor, im Triumph bricht er hervor, und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Heil uns allen; Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu befreien, sant er in des Grabes Nacht. Uns zum Leben einzuweihen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod! durch ihn bist du bezwungen, deine Herrschaft ist bekämpft, deine Schrecken sind gedämpft, und das Leben uns errungen. Jauchzt, ihr, die man einst begräbt, jauchzt dem Höchsten; Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben; dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet, unter Lust und Leiden, im Gedächtniß Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist! Unvergänglich sind die Freuden deß, der aus Jesu Auferstehung. nach dem Himmel strebt. Sin get, preiset: Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Got tes Kinder; er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüber winder ewig Ehre, Lob und Dank! Rühmt's in der Ver suchung Stunden, wenn euch Sünd' und Elend droht, rühmt's in eurer Todesnoth: unser Herr hat überwunden! und wann er euch zu sich hebt, dann rühmt's exig: Jesus lebt! Mel. Nun lob' mein' Seel' 20. 217. Lobsinge meine Seele, dem Auferstandnen! bet' ihn an! Lobsing' ihm, und erzähle, was er zu deinem Heil ge than! Er hat für dich ge rungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht be zwungen; gestürzt der Hölle Heer. Nun liegt ihr Trotz dar nieder; sein Sieg hat uns be freit; uns Frönet Gott mun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein göttlicher Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt; Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt; des höhern Lebens Stärkung und Trost aus Quelle, mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbebet; die Wächter flieh'n; das Grab ist leer. Der todt war, sich, er lebet! er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie seh'n ihn, freu'n sich, danken dem Auferstandenen. Sie seh'n empor ihn steigen, und geh'n, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr! deine Boten sie gen, von dir und deinem Geist belehrt; die Götzentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudevoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ihn werd' ich ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen, er starb für mich, und lebt! Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 218. Dich bet' ich an, erstand'ner Held, Erretter einer Sünderwelt! du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir. Jesu Auferstehung. 165 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr! meine Seele preiset dich! erlöst auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmſt. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr, mein Heil! hab' ich an deinem Frieden Theil. 6. Zwar trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch o Erbarmer! sterben wir. Doch du regierst, und wir sind dein, und ewig werden wir es sein. 7. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost der meinen Geist erhebt, ich seh', durch dich gestärkt, auf's Grab mit unerschrock'nem Aug' hinab. 8. Welch' neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 9. Der du für unsre See 166 Erweckung zur Besserung aus Jesu Auferstehung. Jesus Christ ist in dem Him mel droben. len wachst, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freudigem Vertrau'n im Tod auf dich, Vollender schau'n! Mel. Erschienen ist der Herrl. 2. 219. Dein Heiland lebt, o Christenheit! Wohl dir in Zeit und Ewigkeit! Das Grab ist leer, der Sieg ist sein, und wir, o Jesu! wir sind dein. Hallelujah! 4. Da Salome und Mag 3. Drückt dich der Sorge schwerer Stein, getrost! er wird ihn heben, und mit der Hoffnung Freudenschein den trüben Muth beleben; wirf deine Sorgen auf den Herrn! er sorgt für dich, er iſt nicht fern, er ist ja auferstanden. 2. Geløbet seist du, Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist! Lob sei dir, Herr der Herrlichkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Hallelujah! dalen', mit frommer Liebes gabe, so forgenvoll zum Grabe geh'n; was sehn sie an dem Grabe? Der Stein ist weg geöffnet ist des Grabes Thür, und Jesus Christ ist von dem Tod erstanden. MID Erweckung zur Besserung aus Jesu Auferstehung. Mel. Allein Gott in der Höh' 2c. 220. Wach auf, mein Herz! die Nacht ist hin, die Sonn' ist aufgegangen; er muntre dich, mein Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen! Sieh', aus des Todes dunklem Thor, aus Grabesnacht bricht er hervor, und bringt uns neues Leben. 2. Stell aus dem Tod der Sünden auf, erwach' zum neuen Leben! Zu einem neuen Lebenslauf wird er dir Kräfte geben; nur suche, was bort oben ist, nicht was hienieden; 5. Drum auf, mein Herz, und zage nicht! mit ihm muß es gelingen, der Sünde Macht, die dich ansicht, zu brechen, zu bezwingen! Er, das erwürgte Gottes- Lamm, ist jetzt der Löw' aus Juda's Stamm, der Held, der Ueberwinder. 6. Geh' in den Streit, voll tühnen Muths, mit Satan, Welt und Sünden! denn mit den Siegen seines Blutes wirst du auch überwinden. Schen keinen Feind und keinen Tod, denn Jesus lebt; es hat nicht Noth, daß du erliegen werdest. 7. Ach, mein Herr Jesu! der du bist vom Tode auf Erweckung zur Besserung aus Jesu Auferstehung. 167 erstanden, hilf gegen Satans Macht und Lift, rett' uns aus seinen Banden! und stärk uns, daß wir insgemein zum neuen Leben gehen ein, mit dir vom Tod erwecket. 8 8. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch dein Blut. O gib uns, Jesu! Kraft und Muth, daß wir auch überwinden! Triebe, durch die man sich mit dir vereint: den Glauben und die Liebe. Ich will, o Herr! dein eigen sein; laß mich mit Ernst die Sünde scheu'n; gib ſelbst mir Muth und Kräfte zum Heiligungsgeschäfte. Mel. Ermunt're dich, mein 2c. 221. Das Grab ist leev; the des Höchsten Sohn verläßt der Todten Grüfte; es hallt der Jünger Jubelton froh lockend durch die Lüfte. Herr! den der Engel Loblied preist, entreiße jetzt auch meinen Geist den Lüsten dieser Erde, daß er dir heilig werde. 2. Soll ich dereinst, o Gottessohn! in deinem Reich dich sehen; so muß ich hier auf Erden schon vom Tode auf erstehen. Der lebt nicht, den die Lust der Welt und ihre Pracht gefesselt hält; nach Gott und Eugend streben, nur das heißt wirklich leben. 3. O auferstand'ner Men schenfreund! erweck' in mir die 4. So kann ich als ein wahrer Christ jetzt leben und einst sterben, und endlich da, wo du nun bist, vollkomm'ne Freuden erben. Dahin, mein Heiland! hilf du mir; so bring' ich, ewig froh in dir, mit deiner Frominen Menge dir Lob und Dankgesänge. Luule Mel. Dir Gott, dir will ich 2. 222. Ich weil an Jesn Siegesgrabe, der freudigsten Empfindung voll; nun weiß ich, wie des Lebens Gabe als weiser Christ ich nützen soll. Ich lebe, Bater, Preis fei dir! doch ich nicht: Christus lebt in mir! 2. Verherrlicht sind nun seine Lehren; an seiner Fel sengruft erschallt's: ,, dies ist mein Sohn, den sollt ihr hören!" der Christen Tempel wiederhallt's. Heil mir! ich leb' im Glauben hier; doch ich nicht: Christus lebt in mir! 3. Unsterblich Heil lohut dort dem Sohne; der Liebe, 168 Gewißheit des ewigen Lebens aus Jesu Auferst. stärker als der Tod, reichst du, Vergelter! ihre Krone, und rufft mir zu: ,, Sieh', Eins ist Noth!" O Tugend! dir nur leb' ich, dir; doch ich nicht: Christus lebt in mir! Gewalt und Macht; Preis ihm! Er hat's vollbracht! Hal lelujah! Er hat's vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. ib 2. Glorreich hat der Held 4. Sink' hin, du Erden- gerungen, hat mächtig Tod kleid, zum Staube! Der Geist, und Grab bezwungen, von der nach Vollendung strebt, ihrem Schrecken uns befreit. wird der Verwesung nicht zum Wir von Gott gefall'ne Sün Naube; so wahr, als mein der sind nun mit ihm versöhnt, Erlöser lebt! Der frohen sind Kinder und Erben seiner Hoffnung leb' ich hier; doch ich Seligkeit. Bald, bald entschla nicht: Christus lebt in mir! fen wir, entschlafen, Jesu! dir; 005. Heil mir! wenn er in mei- ruh'n im Frieden die kurzt nem Herzen durch Glauben, Nacht, bis deine Macht dem Lieb' und Hoffnung lebt; wenn Tage der Vergeltung ruft. unter Freuden, unter Schmer- 3. Unsern Staub mag zen, sein Bild mir stets vor Augen schwebt. Dann leb' ich, Vater! würdig dir; doch ich nicht: Christus lebt in mir! Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist! du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm ge Gewißheit des ewigen Leben, dem Staub', der dir gehei bens aus Jesu Auferste hung. ligt ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Hallelu jah! Tod und Gericht erschredt uns nicht: der Todesüberwinder lebt! Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 223. Hallelujah! jauchzt, ihr Chöre! singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er der Held, ist, von den Banden des Todes frei, nun auferstanden; er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Mel. Jesus, meine Zuversicht 2C. 224. Triumphirt! Es ist kein Tod! Jesus, unser Hei land, lebet! Schönern Le bens Morgenroth strahlt der Felsengruft; sie bebet. Her Gewißheit des ewigen Lebens aus Jesu Auferst. 169 gen, die ihr freudig bebt, habe, daß du mir zeigen wirst, jauchzet: Jesus Christus lebt! wie man kann fröhlich sterben und fröhlich aufersteh'n, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens geh'n. 2. Uebergang zum bessern Sein wird der letzte Schlaf auf Erden. Er, dem wir das Leben weih'n, läßt uns nicht vernichtet werden. Aus des Vaters Schooße kam, der die Macht dem Tode nahm. 2. Du liegest in der Erde, und hast sie eingeweiht; wenn ich begraben werde, daßß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch' und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Duschläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh' an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu. So soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite ſteht. 4. Unsre Lieben, klein und groß, die an unserm Herzen ruh'ten, sammeln sich im Vaterschooß, wo die Wun- 4. Dein Grab war wohl verden nicht mehr bluten, die des Scheidens Kampf uns schlug, als man sie zu Grabe trug. 5. Aus dem Scheidebecher trinkt Trost auf beff'res Wiedersehen! Euer Erdenleib nur sinkt, reinst verklärt hervorzugehen. Wenn euch Grab und Trennung droht, triumphirt: es ist kein Tod! siegelt, doch brichst du es entzwei: wenn mich mein Grab verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd' ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 3. Preist den Todessieger! Lebt treu in Liebe, fest im Glauben! Wer nach Jesu Reiche strebt, was kann dem das Grab noch rauben? Er, der Auferstand'ne, spricht: wer mir glaubt, stirbt ewig nicht. Mel. Valet will ich dir geben zc. 225. Ich geh' zu deinem Grabe, du großer Lebensfürst! weil ich die Hoffnung 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann; dort ist es sicher wohnen, und lauter Glanz um dich, da warten lauter Kronen in dei ner Hand auf mich. 6.O meines Lebens Leben! du weckst mich einst vom Tod! 170 Gewißheit des ewigen Lebens aus Jesu Auferst. Ich will mich dir ergeben in 4. Jesus lebt! Sein Heil meiner letzten Noth. Nie soll mich traurig machen des Todes düst're Grufst; denn auch ich werd erwachen, wenn deine Stimme ruft. ist mein. Sein sei nun mein ganzes Leben. Reines Her zens will ich sein, und den Lüsten widerstreben. Er ver läßt den Schwächen nicht; dies ist meine Zuversicht. 7. Und hab' ich ausgelit ten, so nimmst du, Herr! mich auf, in Salems Friedenshütten, nach müdem Pilgerlauf; dort tönen Freudenpsalmen, da heißt's: Victoria! da wehen Siegespalmen. Ach! wär' ich nur schon da. aid third 5. Jesus lebt! Jch bin gewiß Nichts soll nun von ihm mich scheiden, keine Macht der Fin sterniß, teine Herrlichkeit, ein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine 3 versicht. Sipas bou and Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 226. Jejus lebt! Mit ihm auch ich. Tod! wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt gegeben. Mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer mun verzagt, schmähet ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist ber Todmir der Eingang in daske ben. Welchen Trost in Todes noth wirdes meinerSeele geben, wenn sie gläubig zu ihmspricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! d 20 mel. Allein Gott in der Höh 227. Tod! wo iſt dein Stachel nun? O Grab! m ist dein Grauen? Was kann uns nun Verwesung thun? Wir werden Jesum schauen, der uns, nach schwerem Kampf und Krieg, gebracht hat Leben, Heil und Sieg durch seine Auferstehung. 2. Lebendig ging der Herr hervor, nahmjeden Feind gefan gen, schwang aus dem Grabe sich empor, trug weg den Raub Gewißheit des ewigen Lebens aus Jeju Auferst. 171 mit Prangen. Nichts hielt in Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. seinem Siegeslauf, ihn, unsern me ind i Herrn und Heiland, auf. Uch! 228. Chre, Lob und Preis laßt uns ihm lobsingen! 3. Er ward getödtet, Jesus Christ; doch seh't, er lebet wieder. Weil nun das Haupt er standen ist, ersteh'n auch wir, die Glieder. Wer an den Welterlöser glaubt, der lebt, ob er gleich stirbt, ihm raubt kein Tod das wahre Leben. si4. Und wer durch wahre Herzensreu' von Sünden auf erstehet, ist von des Nichters Strafe frei, der keiner sonst entgehet. Besieget ist des Todes Macht, das Leben an das Licht gebracht und unvergänglich's Wesen. 15. Dies ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden: Heil, Segen, Ruh', Zufriedenheit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn verklärtem Beibe. 6. Tod! woist dein Stachel nun? Grab! wo ist dein Grauen? Was kann uns nun Verwesung thun? Wir werden Jesum schauen! Die Schrecken dunkler Grabesnacht besiegen wir durch seine Macht. Ihm sei Bob, Preis und Ehre! der Stärke sei dem Vollender seiner Werke! dem Todesüberwinder Dank! Singt dem Auferstand'nen Lieder! in alle Himmel schall' es wieder; der ganze Erdkreis sei Gefang! Ihm, der vom Tod erstand, ihm, der einst überwand, HalleLujah! Sein ist die Macht! Er hat's vollbracht! Die Welt ist seiner Ehre voll! terb 2. Land der Gräber, düſt're Erde! empor aus deinem Staube! werde ein Land des Bebens und des Lichts! Er, der siegreich auferstanden, befreit uns von des Todes Banden, und von den Schrecken des Gerichts. Heil uns! das Grab ist leer; des Abgrunds Schreckenheer ist bezwungen; des Todes Nacht, der Hölle macht, der Gräber Grauen ist besiegt. didn't 3. Was vermag uns zu erschüttern! Der Sünde Stlaven mögen zittern vor ihm, der ewig, ewig lebt! Wir, des Auferstand'nen Brüder, wir Christen, unsers Hauptes Glieder, wir freu'n uns deß, der ewig lebt! Für uns litt er den Tod; für uns entrückte 172 Ermunterung zur Feier des Himmelfahrtsfestes. Gott ihn dem Grabe. Veräch steht Jesu Wort, bleibt Trost ter, bebt! der Sieger lebt! er und Heil in Ewigkeit. lebt, und stirbt hinfort nicht 5. Wir auch, wir auch wer mehr. motstriden bleiben! mag doch des 4. Unser Herz darf nun nicht wanken. Die bangen zweifelnden Gedanken besiegt des Glaubens Zuversicht. Wie ein Fels des Herrn im Meere, steht unerschüttert Jesu Lehre, umglänzt mit Seligkeit und Licht. Die Herrlichkeit der Welt, der Himmel Bau zerfällt, Alles schwindet; doch fort und fort Körpers Staub zerstäuben; verzehre Moder mein Gebein! Jesus lebt! und meine Gli der belebt einst seine Allmacht wieder! Wie er, werd' ich un sterblich sein. In der Verwe sung Grab dringt dann sein Ruf hinab; und ich lebe! un ich bin sein, auf ewig sein; wie wird mir dann, o dann mir sein! 6. Jesu Erhöhung zur Ermunterung zur Feier des Herrschaft im Himmel Herr! doch mit den Fro men verklärt zu deiner Red ten steh'n! Wann dereinst di Sünder beben, dann dürfe wir das Haupt erheber wann sie zu ihrer Straß geh'n, dann schenkst du, Gob tes Sohn! den Frommen ihre Lohn. Hosianna! Zur St Ligkeit mach' uns bereit dur Glauben und Gottseligkeit! Himmelfahrtsfestes. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 229. Jauchzet Gott mit Lautem Schalle! der ganze Weltkreis wiederhalle, und jauchz' ihm! Unser Herr fährt auf. Wir, im Staub anbetend, sehen dem Sieger nach, und zu den Höhen, zu wel chen er sich schwang, hinauf. O Jesu Christe! dir, dir, Heiland! folgen wir. Halle 230. Auf, Jünger Jeſu! lujah! Nicht zum Gericht, freuet euch! Der Herr fähr zum Erb' im Licht führst du auf zu seinem Reich. Er uns vor sein Angesicht. umphirt; lobsinget ihm! lob 2. Jesus! du wirst wie- singet ihm mit lauter Stimm'! derkommen. Ach, laß uns, 2. Sein Wert auf Erden Mel. Vom Himmel hoch, da Lob des erhöheten Heilandes. ist vollbracht, zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit; der Engel Schaaren dienen ihm; lobfinget ihm! lobsinget ihm! 4. Er schüßet seine Christenheit, erhält sic bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt; lobsinget ihm! lobsinget ihm mit froher Stimm'! 5. Ja, Heiland! wir er heben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöh't. 6. Wohl nun auch uns! denn, Herr! bei dir steht Kraft und macht; und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an, was ist, das uns noch fehlen kann? 173 zu dir! Hilf uns mit eifrigster Begier nur suchen das, was droben ist, wo du, verklärter Heiland! bist. 10. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk' uns in uns rer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu trau'n, bis wir verklärt dein Antlitz schau'n. illor Lob des erhöheten Heilandes. mel. Wie schön leucht't uns 2c. 231. O wundergroßer 7. In deiner Hand stehtunser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. 8. Du hältst die Stätte uns bereit, wo wir dich seh'n in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Pilgerlauf nimmst du uns in den Himmel auf. 9. O zich' uns immer mehr Eiegesheld! Versöhner einer ganzen Welt! du hast dich nun gesetzet zur rechten Hand der höchsten Kraft; dein Arm hat dir den Sieg verschafft, durch den du unverletzet, mächtig, prächtig, triumphirest und regierest. Tod und Leben sind dir nunmehr übergeben. 2. Die Engel alle dienen dir. Mit ihnen, Herr! vereinen wir uns fröhlich, dich zu loben. Du hast dein großes Werk vollbracht, mit Majestät und großer Prachtgen Himmel dich erhoben. Singet! bringet Ruhm ihm! ehret den, der fähret auf gen Himmel aus dem niedern Weltgetümmel! 3. Du, Herr! bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder, nur von dir kommt Lob des erhöheten Heilandes. 174 Licht uns, Trost und Leben; Heil, Friede, Freude, Stärk' und Kraft, und was uns sonst Erquickung schafft, wird uns von dir gegeben. Nühre, führe, ew'ge Güte! mein Gemüthe, daß dich's preise, dir Lob', Ehr' und Ruhm erweise. 4. Zeuch, Jesu! uns, zeuch uns zu dir! Hilf, daß wir künf tig für und für nach deinem Reiche trachten! Laß unsern Sinn und Wandel rein, und unser Herz voll Demuth sein, und eitle Luft verachten. Únart, Hoffahrt, laß uns meiden, christ lich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden! 5. Sei, Jesu! unser Schirm und Schatz, sei unser Ruhm und fester Platz, worauf wir uns verlassen! Laß suchen uns, was droben ist! Auf Erden wohnt viel Trug und List, sind Viele, die uns Hassen. Lügen, Trügen, Angst und Plagen: ach! wie nagen und wie quä len sie so viele Christenseelen! 6. Herr Jesul auf dem Gnadenthron! Du Siegesfürst, Held, David's Sohn! Komm, stille mein Verlangen! Du bist auch uns, auch uns zu gut, o Jesu! durch dein theures Blut ins Heiligthum gegangen. Da für soll dir von uns Allen Dank erschallen, bis wir droben dich vollkommen werden løben. mel. Mir nach, spricht Christ. x 232. Mitpreis und Ruhm getrönt hast du, o Herr! dein Werk vollendet, und gehst mun einzur sel'gen Ruh' bei dem, der dich gesendet. Dein ist der Sieg nachy Kampf und Streit, und dich empfängt die Herrlichkeit. 2. Nun erntest du den großen Lohn für deiner Leiden Menge Versammelt steh'n um deinen Thron, in festlichem Gedränge, die Schaaren, hoch durch dich beglückt, belehrt, geheiligt und erquickt. 3. Aus allen Völkern te men sie, mühselig und be laden, und suchten Nuh' und fanden sie, des schweren Jochs entladen; und, wohl bewährt in ihrem Lauf, nahm sie, wie dich, der Himmel aut 4. Noch rettest du, die sich ver irrt, in Finsterniß verloren. Welch eine Schaar von Kin dern wird dir durch dein Wort geboren; wie auf der frischen Morgenau auf Blu men ungezählt der Thaul 5. Es tönt der Himmels lehren Schall in allen Zu gen wieder. Wohin es blidt, sieht überall das Auge theure Lob des erhöheten Heilandes. 175 Brüder; sie leben dir, sie den unser Loblied preiſt, sterben dir; dein Eigenthum stärk" auch im Glauben unsind, Herr! auch wir. fern Geist! Gelobt sei Gott! 2. Du herrscheft auf des Vaters Thron, als Gottes und des Menschen Sohn; auch da schämst du dich unser nicht: drum bleibst du unsre Zuversicht. Gelobt sei Gott! 6. Auch wir! O schau von seinem Thron herab auf deine Kinder! Auch wir sind deiner Mühen Lohn, zwar sterblich noch und Sünder, doch das ist unsre Zuversicht, einst sündenfrei und sterblich nicht. 7. Vereint dann mit der sel gen Schaar, der Sterblichkeit entnommen, wird droben erst uns offenbar, zu welchem Heil wir kommen. Kein Ohr vernimmt, fein Aug' erblickt, was den verklärten Geift entzückt. 8. O, daß wir nie, Volfendeter! undankbar dich verkennen; uns vor der Welt nicht schämen, Herr! Erlöser dich zu nennen! Ach Keiner von uns Allen sei dir, seinem Heiland, ungetreu! 9. Vellenden hilf auch uns den Lauf, das Tagewerk' vollbringen, und, ist's vollbracht, zu dir hinauf den Geist empor zu schwingen! Nichts sind die Leiden dieser Zeit, Herr! gegen jene Herrlichkeit. Mel. Erschienen ist der herrl. Tag 20. 233. Wir freuen uns, Herr Jesu Christ! daß du zur Nechten Gottes bist. O du, 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich, wer ist an Majestät dir gleich? Kein Sterblicher, kein Engel ist, der deine Herrlichkeit ermißt. Gelobt sei Gott! 4. Umsonst, umsonst empörten sich der Feinde Heere wider dich; dein Thron steht fest und wanket nicht, wenn gleich der Frevler widerspricht. Gelobt sei Gott! 5. Du, unser triumphirend Haupt! wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schutz, sein ewig Heil. Gelobt sei Gott! 6. Herr! unsre Herzen frau'n auf dich, dein freuet unsre Seele sich; du, einst von unserm Fleisch und Blut, bist unser Heil und höchstes Gut. Gelobt sei Gott! dir bekannt, und Alles ist in 7. Was uns gebricht, ist deiner Hand; nie bist du von den Deinen fern, du sieh'st 176 Lob der himmlischen Regierung Christi. auf sie, beglückst sie gern. Gelobt sei Gott! deiner Ehre, dir, Herr! zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen; Fluch und Segen, Tod und Leben, Alles ist dir übergeben, und vor deinen mächt'gen Worten zit tern selbst der Hölle Pforten. 8. Sieh' gnädig auf uns allezeit, vom Throne deiner Herrlichkeit! Stärk' uns zum schweren Tugend- Lauf, hilf unserm schwachen Glauben auf! Gelobt sei Gott! 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held; als Herr und Nichter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis seh'n; hilf, daß wir dann vor dir besteh'n! Gelobt sei Gott! 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich, dann preisen wir dich ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! der du zur Rechten Gottes bist. Gelobt sei Gott! 3. Alles rühmet deine Ehre, wo man kennet deine Lehre, we so viele treue Seelen dich ihrem Haupte wählen, die nag deiner Vorschrift leben, dir nur zu gefallen streben, Alles gern für dich verlassen, und wie du, das Böse hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehre jauchzen dir der Engel Chöre; durch frohlockende Gesänge preist dich der Er lösten Menge, die, befrei't von Furcht und Grauen, dein ver klärtes Antlitz schauen, und in himmlisch hohen Weisen bis in Ewigkeit dich preisen. 5. Herr, in allen diesen Neichen ist' dir Niemand vergleichen, an dem Ueber fluß der Schäße, an der Weiß heit der Gesetze, an der U terthanen Menge, an der Herrschaft Macht und Länge, an Beseligung der Freunde und an Siegen über Feinde. 2. Himmel, Erde, Luft 6. O herrsch' auch in met nem Herzen, über Zott, und Meere müssen stets, zu Furcht, Lust und Schmerzen Lob der himmlischen Regierung Christi. Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. 234. König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der, zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt' offenbaren, als das Bild des Unsichtbaren; dir gebührt das Necht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne! Regierung Christi 177 und Kraft. Sünder macht sie, Gott zur Ehre, gläubig und. gewissenhaft. Alle lehret sie, den Sünden widersteh'n und überwinden. Straucheln sie in ihrem Lauf; hilfst du ihnen mächtig auf. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 5. Du gedenkest stets der 235. Großer Mittler, der treu; zählst die Thränen, die Deinen, bleibest ihnen ewig zur Rechten Gottes, seines sie weinen, stehest ihnen mächtig Vaters, thront, und der seinen bei, sorgst dafür, daß ihren treuen Knechten stets mit Huld Glauben keine Feinde ihnen und Gnade lohnt; dir lobsingen rauben, und bereitest ihnen zu froh zur Ehre aller deiner Engel Wohnungen der Himmelsruh'! Heere, und in ihren Lobgesang 6. Du vergissest auch der jauchzet aller Frommen Dank. 2. Was vollendet sollte werden, du, von Gott zum Heil gemacht, Herr! dein großes Werk auf Erden, die Erlösung ist vollbracht. Weil du gern für uns gestorben, ist uns Gnad' und Heil erworben, und dein siegreich Aufersteh'n ist zum Siegel uns gescheh'n. Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein brüderlich Erbarmen selbst des Nichters Strenge bricht; bittest Gott, daß er verschone, daß er nach Verdienst nicht Lohne, daß er ändre ihren Sinn, Alle zu dir ziehe hin. Lob der himmlischen Laß mich Gnad' und Hülfe finden, alle Sünden überwinden; dich im Glauben ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben; gib, daß ich hier muthig streite, und dort herrsche dir zur Scite! 3. Alles sollen wir empfangen, was uns noth ist; denn du bist in den Himmel eingegangen, der nun unsre Heimath ist. Da regierst du, da vollendest du dein großes Werk, und sendest deinen Geist auf die herab, die zum Erbe Gott dir gab. 4. Herrlich wirket deine Lehre; denn du gibst ihr Licht 7. So vertrittst du, so regierest du dein Erbe, bis du einst ganz dein großes Werk: vollführest, wenn du zum Gericht erscheinst. Dann ist Ernte! Heil den Christen, welche kämpften mit den Lüsten, daß sie deinem Throne nah'n, und die Ehrenkron' empfah'n! 8. Großer Mittler, dir nur weihe sich das Herz zum Eigenthum! Ewig währet deine 12 178 Stärkung und Troft aus Christi Erhöhung. Treue; ewig sei dir Dank und Ruhm! dein Verdienst mög' uns vertreten, wenn wir zu dem Vater beten! Wenn der Tod die Lippen schließt, sprich für uns noch, Jesu Christ! 4. Sei bei mir stets gegen wärtig, wann ich gehe ein und aus! mache meine Wohnung fertig droben in des Vaters Haus! bringe mich zu deiner Nuh'; du bist selbst der Wegdauzu; und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände! Stärkung und Trost aus Christi Erhöhung. Mel. Werde munter, mein 2c. 236. Heiland! warum willst du scheiden? warum fährst du in die Höh'? Ach, auf Erden muß ich leiden so viel Schmerzen, so viel Weh'! Nimm mich Armen doch mit dir, oder send' den Tröster mir, daß ich ihn und seine Gaben täglich möge bei mir haben. 2. Laß mir deinen Geist zu rücke, und nimm du mein Herz hinauf! Wenn ich Seufzer zu dir schicke, dann thu' mir den Himmel auf! Sende du mir deinen Geist, der im Beten unterweist; kräftig willst duja vertreten, die zu dir im Geiste beten. 3. Zeuch die Sinnen von der Erde über alles Eitle hin; daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin, und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit; bis wir auch zu dir gelangen, wie 3. Lente meinen Blick de hin, wo ich frei von allen Mängeln, selig und unsterb lich bin, und geliebt von Gottes Engeln! Führe mich an deiner Hand in's verheiß'ne Vaterland! 4. Welch ein herrlicher Ge winn für die Kämpfe kurzer Leiden, wenn ich ewig bei dir du bist vorangegangeng binim Genusse deiner Freuden! Mel. Jesus, meine Zuversicht* 237. Christus! du gehst himmelan nach Vollendung deiner Leiden, geh'st die hohe Sternenbahn zum Genus ew'ger Freuden; du, der uns mit Gott versöhnt, herrlich ward dein Werk gekrönt! 2. Auch für mich, für mic hast du eine Stätte dort be reitet, in den Wohnungen der Ruh', wohin deine Hand mich leitet; gib, daß ich dir ewig treu, und mein Wandel himmlisch sei! Stärkung und Trost aus Christi Erhöhung. 179 5. O Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! O Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! O Erbtheil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit: sei mein aus Jesu Gnaden! Deine Seligkeit wird mein, Herrlich meine Krone sein! Mel. Allein Gott in der Höh' c. 238. Herr Jesu! deiner Glieder Ruhm, du starkes Haupt der Schwachen! du haft ein ewig Priesterthum, kannst allzeit selig machen; du haft durch deine Himmel fahrt den Weg zum Vater offenbart, die Stätte uns bereitet. 2. Geh't unser Haupt zum Himmel ein; so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschlossen sein; du bringst sie Alle wieder. Sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ! dir ähnlich, ewig schauen. ein 3. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; laß uns himmlisch Besen in Worten, Werken und Begier von heute an erlesen! Zeuch unser Herz dem Himmel zu; daß unser Wandel, Schatz und Ruh' nur sei bei dir dort oben! 4. Was droben ist laß künftighin uns unablässig suchen; was eitel ift, das laßuns flieh'n; was sündlich ist, verfluchen! Dein Gut, o Welt! dein Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther. Mel. Zeuch ein zu deinen 2c. 239. Mein Jeſus triumphiret, schwingt himmelwärts sich auf. Sein Werk hat er vollführet, vollendet seinen Lauf; die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnem Leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns, die auf ihn hoffen! Seitdem er triumphirt, steht uns der Himmel offen, wo Jesus nun regiert. Er selbst macht uns die Bahn. Wer hier ihninnig liebet, sich stets im Buten übet, derwandelt himmelan. 3. Nur dort, nicht hier auf Erden, ist unser bestes Theil; damit wir selig werden, erwarb der Herr uns Heil. Erlöste, macht euch auf! wo Jesus hingegangen, dahin blickt mit Verlangen; dahin geht euer Lauf! 4. Herr! hilf uns eifrig ringen nach jener Herrlichkeit; laß unsern Fleiß gelingen und stärk' uns in dem Streit! 12* 180 Stärkung und Trost aus Christi Erhöhung. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie dir es wohlgefällt! Thränen des Guten eblen Samen aus; gestillt wird unser Sehnen, zur Ernte winkt das Vaterhaus! wenn wir im Frie den starben, geh'n wir zum Frie den ein; dort werden volle Gar ben der Lohn des Treuen sein! Scheint uns hier oft verborgen und dunkel Gottes Plan; einst bricht ein schöner Morgen mit vollem Licht uns an. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! hilf uns Alles mei den, was hier noch unsern Sinn vereitelt, und uns stört, auf deinen Ruf zu achten, und nur nach dem zu trachten, was ewig Heil gewährt! de 76. Du, Herr! woll'st stets uns leiten und durch die Prüfungszeit uns schützend selbst begleiten zu deiner Herrlich teit; bis diese Zeit vorbei, bis wir dich, Heiland! sehen, und freudig vor dir stehen, von allem Kummer frei! Badan 3. Voll heil'ger Rührung wallen wir an der früh Ent schlaf'nen Grab, und minder brennend fallen der Weh muth Thränen drauf hinab Du willst ja, daß die De nen dort ewig bei dir sei'n; mit dir uns zu vereinen, gingst du zum Himmel ein. Die hier von uns geschieden, sind dort im Vaterland; einst winkt zum ew'gen Frieden auch uns des Vaters Hand. Mel. Nun lob' mein' Seel' zc. 240. Dut u gingst zum höchsten Lohne, ins Haus des Va- 4. Vereint mit dir zu wer ters gingst du ein; nun ist des den, ist unser Ziel; denn wir Sieges Krone, und Ruhm und sind bein! O möchte schon Herrlichkeit ist dein! Ich blicke auf Erden im Himmel unser mit Erhebung, Vollendeter! zu Wandelt sein! Dir standhaft dir, und Hoffnung und Erge- anzuhangen, und nur auf bung gewährt dein Vorbild mir. dich zu sch'n; wie du voran Du trugst die schwerste Bür- gegangen, der Tugend Pfad de, Verfolgung, Schmerz und zu geh'n, soll heiliges Bestre Spott; doch welche Hohe Wür- ben und süße Lust uns sein; de gewährte dir dein Gott! so geh'n durch's Pilgerleben 2. Auch wir streu'n oft mit auch wir zum Himmel ein * 21 Die Ausgießung des heil. Geistes über die Apostel. 181 Je pin@ IV. Von den Heilsanstalten der Erlösung. 1. Der Beistand des heiligen Geistes. Die Ausgießung des heiz tränkt ein Brod, ein Wein: ligen Geistes über die laß denn, o Geist des Herrn! uns Eins in Liebe sein! pal Apoſtel. Gemeinde. Mel. Nun danket Alle Gott ze. Chor. bull a 241. Auf, Christen! die fer Tag werd' festlich froh befungen; sprecht Gottes Chaten aus mit neuerweckten Zungen, des heil'gen Geistes voll, wie der Apostel Schaar mit Gottes Geist erfüllt am heil'gen Pfingstfest war. Gemeinde. heil'ger Gottes Geist, du Tröster aller Frommen, du woll'st auch über uns mit deinen Gaben kommen! Erleucht' und stärke du mit Licht und Kraft den Geist, daß dich des Glaubens Frucht in That und Leben preist. & Chor. 2. Wir sind im Wasserbad: der Taufe neugeboren, zu Gliedern allesammt an Christi Leib erforen; uns speist an Christi Tisch und Du edler Liebesgeist! laß deiner Liebe Flammen durch aller Herzen geh'n, und füge sie zusammen. Bei Christi Liebesmahl woll'st du geschäftig sein, dann kehrt, was sich getrennt, zum herzlichen Verein. dios Chor. 3. Wen Gottes Geist beseelt, wen Gottes Kraft beweget, in wessen Herz sich heut das neue Leben reget: preise Gottes Treu; sie ist der stimme mit uns ein, und an diesem Fest und alle Morgen neu. og Conti Gemeinde. all Sein Wert ist angefangen, Gepriesen sei der Herr! er führt es auch hinaus, läßt uns an's Ziel gelangen, wo wir von Sünden rein, was hier wir glauben, seh'n, und heilig und gerecht zur Herrlichkeit eingeh'n. opore 182 Die Ausgießung des heil. Geistes über die Apostel. Mel. Komm', heil'ger Geist! 2c. 242. O Tag, den uns des Vaters Rath und Jesu Heil verkündet hat, sei nun von aller Christen Zungen zu Gottes Preise froh besungen! Die Erde lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gözendienst erfüllt; doch nun ist sie den Finsternissen durch's Licht des Christenthums entrissen. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! 2. Singt Jesu Dank! Er ward erhöh't auf Gottes Thron voll Majestät. Nun segnet gnädig seine Jünger der triumphirende Vollbringer. Er sendet den verheiß'nen Geist, der seine Zeugen unterweist. Nun predigen sie seine Lehre, daß sich die Welt zu ihm bekehre. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! 3. Gesandt von ihm, geh'n sie nun gern, und sammeln überall dem Herrn ein neues Reich, ein Volk von Christen, die sich mit Glaubenswaffen rüsten. Vergebens tobt der Feind mit Wuth; sie siegen, stark durch Gott an Muth, trotz aller Macht des Hohns und Spottes, und wirken große Thaten Gottes. Gelobt fei Gott! Gelobt sei Gott! 4. Apostel Jesu! Gott mit euch! Ihr bauet ihm sein neues Reich. Nun herrscht der Herr auch unter Heiden und Völker dienen ihm mit Freuden. Nun lernen sie, erhellt, und frei vom Joche der Abgötterei, den lang verkannten Schöpfer tennen und ihn durch Christum Vater nennen. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! 5. Auch uns hat seines Gei stes Kraft zu der beglückten Bürgerschaft in Jesu großes Reich geführet. Das preisen wir, von Dank gerühret! Uns dieses hohen Glücks zu freu'n, hilf uns, Gott! dessen würdig sein. Erheb' uns, die wir dir vertrauen, erheb vom Glauben uns zum Schauen! Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! Mel. Vom Himmel hoch, da 243. Anbetung jei dir, Gott! gebracht; du hast uns diesen Tag gemacht! Dich preise, was durch Jesum Christ er leuchtet und geheiligt ist! 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gözendienst erfüllt; d kam von deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahr heit Licht. Die Ausgießung des heil. Geistes über die Apostel. 183 3. Er, den des Vaters und in des Himmels Höh'n Gnad' uns gab, kam in der auch uns durch dich verherrJünger Herz herab; in frem- licht seh'n. den Sprachen macht ihr and do Mund die großen Thaten Gottes fund. 2017 4. Des Geistes voll, geh'n sie nun gern, und sammeln Jünger ihrem Herrn; vom Aufgang bis zum Niedergang wird Alles Licht und Lobgesang. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie siegen, stark durch dich, o Gott! Jhr Schuß ist Jesus, und ihr Ruhm sein theures Evangelium. 6. Und ihrer Predigt froh er Schall erfüllt den Erdkreis überall; es kennet deinen Sohn und dich das fernste Land und freuet sich. 7. Noch dauert dieser Segen fort; noch siegt, o Ewiger! dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt' uns deiner Wahrheit treu, mach' uns von Sünd' und Irrthum frei; dein Geist treib' uns zum Guten an, und leit' uns stets auf eb'ner Bahn. 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schau'n. Mel. O Ewigkeit, du zc. 244. Als unser Heiland, Gottes Sohn, empor sich hob auf seinen Thron, kamst du auf seine Zeugen, Geist Gottes! Mit dir kam die Gluth der Liebe, Kraft und Heldenmuth, die Welt zu überzeugen. Groß war die Ernte, schwer die Müh'; doch, Mächtiger! du stärktest sie. 2. Da that der Ungelehrten Mund die größten Thaten Gottes kund, sprach hohe Weisheitslehren; da sank der Gözzen finst're Macht mit ihrer Tempel Schmuck und Pracht, mit Opfern und Altären. Unüberwindlich war ihr Muth; verstummten sie, sprach laut ihr Blut. 3. Wie Gottes Blizze ging ihr Wort bis an der Erde Gränzen fort; die Nacht wich vor dem Lichte. Jhn beteten die Heiden an, von dem wir einst die Kron' empfah'n, wann er kommt zum Gerichte. Zu Aller Heil, zu Jesu Ruhm, schufst du die Welt, Geist Gottes! um. 184 Die Ausgießung des heil. Geistes über die Apostel. Mel. Ein Lämmlein geht sc. su one 245. Dir, Bater! dankt mein Herz und singt, daß du den Sohn gegeben; den Sohn, der Heil den Sündern bringt und unvergänglich Leben. Ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preist, vom Himmel haft gesendet. Der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Boten Stärke gab, daß sie dein Werk vollendet. Namen frei und preisen ihn im Tode dng do 4. Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, der Jesu treue Jünger schafft, del Sündenreichs Zerstörer. In Sündern wirkst du Neu' und Leid, in frommen Seelen Trof und Freud', und Muth in Kampf der Sünden. In ban gen Stunden schenkest du und noch im Tode Seelenruh', und Lehrst, ihn überwinden. 2. Erfüllt von seiner Wun- 5. Des Vaters und del derkraft, geh'n sie, die Welt zu lehren; der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen, sie bekehren. Die Völker hören hocherfreut die Botschaft ihrer Seligkeit; Vernunft und Wahrheit siegen; die Blindheit und das Laster flieh't, denn wo man Gottes Finger sich't, muß jeder Feind erliegen. 3. Umsonst, daß wilder Eifer tobt, Verfolgung zu erregen! der Name Jesu wird gelobt; sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jün ger schreckt nicht Pein noch Müh'; dein Geist, o Vater! stärket sie in Martern und im Tobe. Sie bleiben ihrem Herrn getreu, bekennen seinen Sohnes Geist, du Quell bes Lichts, der Liebe, den Gott dem Betenden verheißt, ach, heilg meine Triebel Schaff' du in mi ein neues Herz; es fühle tief der Sünde Schmerz, und ler im Glauben beten. In banget Stunden tröste mich, und deine Hülfe zeige sich mit einst in Todesnöthen! Mel. Erlöser, sieh' auf uns x. 246. Wer singt nach Würden deine Stärke, Geift Gottes! der durch Wunder werke in Jesu Boten sich er wies, und, daß man Jesu Hoheit merke, sich überschwäng lich sehen ließ. 2. Daß Jesu Lehre durch Die Ausgießung des heil. Geistes über die Apostel. 185 gedrungen, und an der Erden End? erklungen, verdankt dir, gründeten in wenig Jahren unüberwindlich Jesu Reich. wer sie sä't und hegt, weil du 8. Wer muß nicht hier in die Gaben neuer Zungen in seiner Zeugen Mund gelegt. 3. Was vor kein Auge je 3.254 gekommen, und nie ein sterblich Ohr vernommen, was keine Sceleje gedacht; daswardauf's Herrlichste den Frommen durch ihre Predigt kund gemacht. 4. Sie brauchten keiner Waffen Strenge, und stürzten doch der Götzen Menge selbst in den größten Rei chen um, und pflanzten ohne Kunstgepränge in aller Welt das Christenthum. 5. Kein Reiz der Lüste, noch der Ehren, kein Reich thum konnte sie bethören; sie waren elend, arm und bloß, und nur durch Thaten und durch Lehren und durch ein heilig Leben groß. 6. Anstatt um Menschen gunst zu werben, ermahnten sie die Himmelserben, dem Dienst der Welt sich zu ent zieh'n, den liebsten Sünden abzusterben, sie mehr als Schmerz und Tod zu flieh'n. 7. Sie blieben unter Satans Schaaren, bei allen Mühen und Gefahren, bei allen Martern, Felsen gleich, und allen Stücken, o allmachtsvolLer Geist! erblicken, daß du dies große Werk regierst, und, trotz der Hölle Wuth und Tücken, in Jesu Zeugen triumphirst? 9. Trum woll'st dumir Erleuchtung geben, zu wandeln hier den Weg zum Leben, in Glaube, Lieb' und Hoffnung fest, bis Gott mich dorthin wird erheben, wo er sich selber schauen läßt. M Mel. Komm', heil'ger Geist! 2c. 247. Sei, Welterlöser! hoch gepreist! Du sandtest deinen heil'gen Geist, daß er in alle Wahrheit leite, und zum Apostelamt bereite die außerwählte Jüngerschaft. stärket sie mit Gotteskraft, das Werk des Amtes zu vollbringen, die Siegerkronen zu erringen. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! Er O 2. Durch deines Geistes Kraft erfreut, wagt deiner Boten Schaar den Streit, kämpft gegen falscher Götter Heere, und siegt durch deines Kreuzes Lehre. Begabt mit Stärke, ging ihr Wort bis an der Erde Gränze fort, er 186 Die Gaben des heiligen Geistes.ul@ leuchtete die Nationen, drang zu den Hütten, zu den Thronen. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! bu daß wir mit Muth zum Himmel dringen, und so den letzten Sieg erringen. Gelett sei Gott! Gelobt sei Gott! p sin 3. O send' ihn auch zu uns, den Geist, der uns den Weg zur Wahrheit weist! Ach, duntel sind des Lebens Pfade; erleuchte sie durch deine Gnade! Er lehr' uns Gottes Heil versteh'n, er leit' uns, wenn wir irre geh'n; und wenn wir straucheln und ermüden, dann stärk' er uns durch Gottes Frieden. Gelobt sei Gott! Ge lobt sei Gott! Die Gaben des heiligen Geistes Mel. Freu' dich sehr, o meine 1. 248. Der du uns ob als Vater liebest, treuer Go und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest, ja uns um ihn bitten heißt; demuth voll fleh' ich zu dir: Vater! send' ihn auch zu mir, daß e meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe! 4. Hier in dem Heiligthum des Herrn, hier warten deiner, Geist des Herrn! wir Christen, unsers Hauptes Glieder. Komm' segensvoll auf uns hernieder! hilf uns, gib dem Verstande Licht, dem Herzen Muth und Zuver sicht, daß uns von ihm, den wir bekennen, hier weder Glück noch Leiden trennen. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! 25. O leit' uns, Herr! an deiner Hand hinauf in's 3. Auch dich kann ich nicht wahre Baterland. Entreiß erkennen, Jesul noch w uns mächtig dem Verderben, wahrer Treu' meinen Gott erhalt' uns gläubig, bis wir und Herrn dich nennen, stehet sterben; dann stärk' uns in mir dein Geist nicht be des Todes Schmerz das Darum laß ihn kräftiglich schwache, freudenleere Herz. in mir wirken, daß ich dich 2. Ohne ihn fehlt meinen Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und den Dienst der Welt geweiht wenn er nicht durch seine Kraft die Gefinnung in m schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. Die Gaben des heiligen Geistes 187 glaubensvoll als Mittler ehre, sie zu bessern, in mir neu; und auf deine Stimme höre. gib mir täglich neue Kräfte 4. Ew'ge Quelle heil'ger in dem Heiligungs- Geschäfte! Güter, hochgelobter Gottesd 8. Wenn der Anblick meiGeist! Der du menschliche ner Sünden mein Gewissen Gemüther besserst und mit niederschlägt; wenn sich ZweiTrost erfreust. Nach dir, fel in mir finden, die mein Herz Herr! verlanget mich! Ich mit Zagen hegt; wenn mein ergebe mich an dich. Mache Aug in Nöthen weint, ferne mich, zu Gottes Preise, hei- mir die Hülfe scheint; o dann lig und zum Himmel weise! gib, daß meiner Seele nimmer Trost und Stärkung fehle! 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu' stets vor seinen Augen wandle, und rechtschaffen denk und handle. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb haft du entzündet, daß mein Herz verlangt nach dir. O! so sebze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, daß mein Abschied von der Erde mir ein Ruf zum Himmel werde! Mel. Freu' dich sehr, o meine sc. 249. Geist vom Vater. und vom Sohne! der du unser Tröster bist, und von deines Vaters Throne huldreich auf uns Schwache sieh'st; stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei; o! so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich sier 6. Geist des Friedens und der Liebe! bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mir's rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleicht'rung der Beschwerden kann dem Nächsten nüßlich de werden. 7. Lehre mich, mich selbst erkennen, die verborg'nen Fehler seh'n, sie mit Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung fleh'n. Mache Vorsicht, Ernst und Treu, Die Gaben des heiligen Geistes. 188 erfreu'n. Lenke kräftig mei nen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen; werd' ich nie mein Heil verfehlen. gelass'nes Herz! Laß mich selbst im Todesschmerz, bi zum frohen Ueberwinden dei nen reichen Trost empfinden! mer mie Mel. Wie schön leucht't uns u 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich, meinem Gott getreu, 250. O heil'ger Geistl ihn stets über Alles liebe; daß mir Nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu steh'n. Sei nen Namen zu erhöh'n, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich ir gend mich verirrt; o! so strafe du mein Herz, daß ich unter Neu' und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Bess'rung neige. 5. Neize mich, mit Fleh'n und * Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenthron zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau', und auf ihn die Hoff nung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. .6. Stehe mir in allen Beiden stets mit deinem Troste bei; daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir cin daß sie sich hie recht bestreben, kehr' bei uns ein, und las uns deine Wohnung sein; sei unsers Herzens Sonne! Du Himmelslicht! laß d nen Schein in unsern Seelen kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Daß wir uns dir, recht zu leben, ganz er geben, oft, mit Beten dies erflehend, vor dich treten! 2. Gib Kraft und Nac druck deinem Wort; laff& wie Flammen, immerfort int unsern Herzen brennen! Daß wir dich, Vater, Sohn und Geist! den aller Himmel Himmel preist, als unser Gott erkennen. Bleibel treibe und behüte das Gemüthe, daß wir glauben. Lass' uns Nichts das Kleinod rauben! 3. Du Lehrer! dessen Wort und Kraft den Seelen Lid und Leben schafft, gib, daß wir stets dich ehren! Baf uns in Geisteseinigkeit aud And're in der Christenhe dein wahres Zeugniß lehren, Die Gaben des heiligen Geistes. 189 dir zu leben, dich zu preisen, sei wohl bewußt, wie eitel Brüdern Liebe zu erweisen! unsers Fleisches Lust, wie sündlich dessen Werke! Nühre, führe unser Sinnen und Beginnen so auf Erden, daß wir Himmelserben werden! mar Mel. Gott des Himmels und 2c. 4. Erleuchte uns durch deinen Rath, und führe uns den rechten Pfad, den wir von selbst nicht wissen. Gib uns Bestän digkeit, daß wir getreu dir blei ben für und für, wenn wir hier leiden müssen. Schenke, lente, still zu halten deinem Walten, das Vertrauen, nur auf dich allein zu bauen! Isd 5. Laß uns, Herr! deine Gotteskraft empfinden, und da ich so sündhaft bin, mein zur Ritterschaft dadurch ge- Verderben von mir hin. stärket werden; auf daß wir, 2. Ach! ich irr' in Finsterunter deiner Hut begegnen aller Feinde Wuth, so lang' wir sind auf Erden! Sende, spende uns im Leide, Geist der Freude, den wir loben! spende Trost und Kraft von oben! nissen, Geist der Wahrheit! ohne dich; von Begierden hingerissen, täuschet meine Seele sich, suchet Ruh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält. Gott und Jesu hilf mir leben, nicht den Lüsten dieser Welt. Lehre mich, von Sünden rein, hei lig und Gott ähnlich sein. 251. 251. Komm, o Geist, von Gott gegeben! Heilige und beff're mich! züchtig und gerecht zu leben, dies vermag ich nur durch dich. Nimm, 6. Du Geist des Friedens! senke dich in unsre Herzen kräftiglich, und schent uns deine Milde, daß unser Herz mit Lieb' und Treu' dem Nächsten stets ergeben sei, und sich nach dir nur bildel Kein Neid, kein Streit bich betrübel Sanfte Liebe woll'st du geben; demuthvoll sei unser Leben! id 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Le ben hin. Stärke mich durch deine Gnade, deine Gnade, wenn ich schwach und muthloß bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag! 7. Erfüll' uns, Herr! zu jeder Zeit mit Früchten der Gerechtigkeit; sei unsers Gei stes Stärke; daß uns hinfort 5. Gib zu jedem guten 190 Die Gaben des heiligen Geistes. Werke meiner Seele Kraft 4. Heiligung und Reinig und Lust, und im Kampfe keit und ein gottgefällig e flöße. Stärke mir in meine schwache Brust. Gib mir Trost in jeder Noth! Hilf mir treu sein bis zum Tod! ben, der Vollkommenheit ge weih't, kannst nur du, Geift Gottes! geben. Selig, die an deinen Gaben Theil durd Lieb' und Glauben haben. 5. Ich erflehe sie von dir Zur Bekämpfung meiner Triebe schenke höh're Kräfte mir, daß ich nur das Gut liebe! Dann wird mein Ohnmacht Stärke, und ic wirke Gottes Werke. 6. Sei mein Beistand, wenn ich sterbe; zeige meinem Geist von fern das mir aufbewahrte Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So, gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerschaft. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 252. Geist der Wahrheit! lehre mich Gott in Jesu Christo kennen. Nur belehrt, geweih't durch dich, kann ich meinen Herrn ihn nennen. Du nur kannst mir ihn verklären, du mein Herz zu Gott bekehren. 2. In des Irrthums Finsterniß müßt' ich ohne Führer wanken. Du nur machst das Herz gewiß und erleuchtest die Gedanken; offenbarest Gottes Pfade, zeug'st von Wahrheit und von Gnade. 3. Du, du stärkst uns zum Gebet. Jenes inbrunstvolle Sehnen, das mit stillem Seuf zer fleh't und uns Wonne gibt burch Thränen, Hoffnung und 3. Gib mir Muth un Geduld in Leiden, ist dein Kraft, den Willen meine Werk, du Gottes zu erfüllen; gib mir 2. Gib mir eifriges Ver langen, Jesu stets fest anz hangen; daß vom Sünder dienst ich frei, Gottes Kind in Christo sei. 6. Dir will ich mich an vertrau'n, bis geläutert is durch Leiden durchgedrungen bin zum Schau'n; du weih ein zu höhern Frenden. Folg ich, Führer! dir auf Erden, wi mir dort der Himmel werden. Mel. Sollt' es gleich bisw.. 253. Heil'ger Geist, Himmelslehrer! starker He fer und Bekehrer! mach mein Herz von Sünden rein; la es deine Wohnung sein! Die Gaben des heiligen Geistes. 191 Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Nath seinem Volk versprochen. heil'ge Lust dazu, daß ich ihn mit Freuden thu'. 4. Laß mit Ernst mich stets erwägen, Gott sei überall zugegen; er gewahre Wort und That, auch des Herzens stillen Rath. id O 5. Laß, so lang ich leb' auf Erden, wachsam mich erfunden werden; und, beschleicht mich Sicherheit, warne mich zu rechter Zeit! 6. Wenn ich aber irr' und fehle; so erweck' in meiner Seele über meinen Fehltritt Neu' und befest'gemeine Treu'. 7. Lehr' vor Allem mich, mein Denken auf des Him mels Erbtheil lenken; halt' im Irdischen dabei mich auch von Versäumniß frei. 8. Sei mit Beistand gegenwärtig, daß, zu jeder Tugend fertig, froh mein Geist und unverweilt seinem Ziel entgegen eilta 9. Selig, wer also geführet, so vom Geist des Herrn regieret, Vater, Sohn und heil'ger Geist! dich durch seinen Wandel preist. Mel. Warum sollt' ich mich zc. 254. Höchster Tröster, komm hernieder! Geist des Herrn, sei nicht fern; stärke 2. Jeden, der noch ohne Kummer seine Zeit Sünden weih't, weck aus seinem Schlummer! Zeig' uns den Betrug der Sünde, daßß das Herz tiefen Schmerz, Reu' und Leid empfinde. 3. Wenn dann unser Auge thränet, rufe du sanft uns zu: ihr seid Gott versöhnet! Lehr' uns, wenn wir zagend schmachten, in der Noth Jesu Tod glaubensvoll betrachten. 4. Geist der Weisheit! gib uns Allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr' uns freudig vor ihn treten; steh' uns bei, und verleih', daß wir gläubig beten! 5. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen; gib uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden! o com 6. Hilf uns nach dem Kraft, tugendhaft und gerecht Besten streben; schenk' uns zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen; treib' uns an, 192 Die Gaben des heiligen Geistes. froh die Bahn, die du zeigst, 3. Dich lieben, Gott! ist Se zu gehen! og tra ligkeit; gern thun, was dir ge 7. Sei in Schwachheit unsre fällt, wirkt edlere Zufrieden Stütze: steh' uns bei, mach'uns heit, als alles Glück der Welt. treu in der Prüfungshite! 4. Alsdann hab' ich Ver Führe, wenn nach kurzem Lei-, trau'n zu dir, dann schenket den Gott den Geist scheiden selbst der Geist das freudige heißt, ihn zu Himmelsfreuden! Bewußtsein mir, daß du mir Mel. Liebster Jesu, wir sind. gnädig seift.r 255. Komm' auf uns, o Geist des Herrn! lehr' uns zu dem Vater beten, und beleb' uns, daß wir gern und voll Glaubens zu ihm treten; 6. Er schaff' in mir ein so wird er um Christi willen unsre Bitten gern erfüllen. 2. O du Geist der Herrlichkeit! wohn' und wirke in uns Allen; jedes Herz sei dir geweih't, schmück' es auch nach Wohlgefallen! Reich sind wir verseh'n mit Gaben, wenn wir deine Salbung haben. 5. Er leite mich zur Wahr heit hin, zur Tugend start er mich; beweise, wenn ich traurig bin, auch mir ab Tröster sich. reines Herz, versiegle deine Huld; und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld! un bim mel. Wer nur den lieben Gott. 257. O Mel. Nun fich der Tag geendet zc. großer Gott! du reines Wesen, der du die reinen Herzen dir zu 256. Nicht um ein flüch- o schaff' ein reines Herz i steten Wohnung außerlesen; tig Gut der Zeit; ich fleh' mirt Ein Herz, das von um deinen Geist, Gott! den dem Sinn der Welt fich zu meiner Seligkeit dein rein und unbefleckt erhält. theures Wort verheißt. 2. Laß mich auf die be gangnen Sünden mit in ger Beschämung seh'n; durch Christum vor dir Gnade fin den, und willig deine We gehn! ich will forthin die 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater! lehr' er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. Die Gaben des heiligen Geistes. Sünde scheu'n, und deinem Dienst mein Leben weih'n. tid 3. Erhalt' in mir stets den Gedanken; gib meinem Vorsabz Festigkeit; und will mein schwaches Herz noch wanken, so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott! mit dir! nimm deinen Geist doch nicht von mir! ili 193 Armen Noth thut allermeist: Glaube, Hoffnung, Liebe, die wollst du geben uns zu Begleitern im irdischen Leben; gib sie uns, Geist Gottes! 2. Du werthes Licht! es leucht' uns dein Schein, der uns zeiget Jesum Chrift allein, daß in deinem Lichte wir ihn erkennen, unseren Heiland im Glauben ihn nennen; gründ' in uns den Glauben. 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich frommem Geiste dir bis zum Tod' ergeben sei! So sieg' ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 3. Du süße Lieb'! es zünde dein StrahlunfrekaltenHerzen allzumal, daß sie glüh'n und brennen in heil'ger Liebe, daß sie entflammen von himmlischem 5. Doch, wenn ich je aus Triebe; zünd' in uns die Liebe. Schwachheit fehle, mein Va- 4. Du höchster Tröster in ter! dann verwirf mich nicht. aller Noth! stärk uns, halt Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht; und mache in Bekümmerniß mich deiner Gnad' und Huld gewiß! uns aufrecht auch im Tod! daß wir freudig schauen den Himmel offen, zweifellos ewige Seligkeit hoffen: stärk in uns die Hoffnung! du 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff' ein getrostes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden; so halt ich mich, mein Gott! zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. In eigener Melodie. 258. Nun bitten wir dich, heiliger Geist! was uns dan e In eigener Melodie. 259. Zeuch ein zu deinen Thoren, zu deiner Christenheit, die Gott sich hat erkoren zum Dienst in Heiligkeit! Du heil'ger, guter Geist vom Vater und vom Sohne! komm von dem Himmelsthrone, wie Gottes Wort verheißt! 13 194 Lob des göttlichen Wortes. : 2. Zeuch ein! laß uns em- ja alle Welt, o Herrli pfinden und fühlen deine Kraft, deinen Händen, kannst all: die Kraft, die uns von Sünden Herzen wenden, wie es di Hülf und Errettung schafft: wohlgefällt. daß Jeder als ein Christ, in 6. Beschirm' die Obrigkeiten, gleichem Sinn und Geiste, auch treu und redlich leiste, was er Gott schuldig ist. s 3. Von allen wilden Reben mach' Christi Weinstock frei, daß jeder voller Leben und reich an Früchten sei, die jeder Fromme bringt, den, seinen Gott zu ehren und Menschenwohl zu mehren, die Liebe Christi dringt. 4. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit; willst nicht, daß uns betrübe Haß, Mißgunst, Zant und Streit; der Zwietracht bist du feind; willst, daß in Liebesflammen, was sich getrennt, zusam men schnell wieder sich vereint. 5. Erhebe dich, und wehre denn allem Krieg und Streit; erhalte uns und mehre den Sinn der Einigkeit. Du hast bau' guter Fürsten Thron; und schmücke sonder Streiten Je weden mit der Kron'; die M ten mit Verstand, mit Fröm migkeit die Jugend, mit Gottes furcht und Tugend das Voll in Stadt und Land. 7. Erfülle die Gemüth mit Glaubensfreudigkeit; g zum Genuß der Güter un auch Zufriedenheit. Bertreil den bösen Geist, der dir widersetzet, und das, was dich ergößzet, uns aus der Herzen reißt. 8. Nicht unser gang Leben nach deinem heilge Sinn, daß wir's einst m gen geben getrost und tu hin! Ist es hier mit uns au so hilf uns fröhlich sterber und ew'ges Leben erben in Gottes Baterhaus! 2. Das Wort Gottes in der heiligen Schrift Lob des göttlichen Wortes. Höchster! ist vollkommen es Lehret Jeden seine Pflicht es gibt dem Sünder und den Mel. Dir Gott, dir will ich*. 260. Dein Wort, o Frommen zum Leben fichent Lob des göttlichen Wortes, 195 Unterricht. O selig! wer es Mel. Dir Gott, dir will ich zc. achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, vertündigt Gnade, Heil und Segen und macht dann unser Herz gewiß; es lehrt uns, Höchster! was du bist und was dir wohlgefällig ist. 261. Der du dein Wort mir hast gegeben, wie preis' ich dich, o Gott! dafür? Nic kann mein Dank dich g'nug erheben; durch Christum schenktest du es mir. Kennt' ich die Gotteslehre nicht, mir fehlte ganz des Lebens Licht! 2. Auf ungewissen, finstern Pfaden würd' ich ein Raub des Irrthums sein; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt' ich des Rich ters Strafe scheu'n; ich hätte keinen Trost in Noth, und schrecklich wäre mir der Tod. 3. Herr! du hast mich den Finsternissen, des Irrthums und der Sünden Macht durch deines Wortes Licht entrissen; sein Glanz zerstreut des Zweifels Nacht. Du, Vater! zeigst mir deinen Rath und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 4. Ich weiß, wozu du mich erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod' entschlafen; einst kommt dein Sohn und hält Gericht; durch ihn versöhnt, werd' ich besteh'n, und ewig deine Huld erhöh'n. 5.D! laß mich deines Wortes Lehre befolgen mit stets 13* 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie Viel du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie so väterlich du liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott! dies bein theures Wort ist besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schatz, weit töstlicher und größer, als alle Schätze dieser Welt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen fstets bereit. 5. So laß mich denn mit Lust betrachten, was mich dein Wort, o Höchster! lehrt; laß mich auf das gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehrt: so fließen Trost und Seelenruh' auch mir aus deinem Worte zu! 196 Job des göttlichen Wortes. andächtig Geist und Herz dem Worte Gottes weih't! größ'rer Lust, und keines Spöt nach Licht und Frömmigkeit ters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust; mein ganzes Leben preise dich; dein Wort erfreu' im Tode mich! punt bid ah mel 5. So kann kein and'res Buch, Gott! deine Größe preisen, so faßlich rührend nicht den Weg zum Himmel weisen; durch Feine Nednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschid Mel. O Gott, du frommer 2c. 262. Von Herzen preis ich dich, Gott! für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verehre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 2. Wie kräftig ist dein Wort! Gott, wie viel tau send Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüften! im Leben frohen Muth, im Kreuz Gelassen heit, im Alter Trost und Kraft, im Tode Freudigkeit! 3. Der Frommewird gestärkt, der Sünder tief erschüttert; der Zweifler wird beschämt, des Spötters Seele zittert; es tröstet sich am Grab der Seini gen der Christ, dem Leben nach dem Tod' hier zugesichert ist. 4. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärke, wer nicht des Glaubens Kraft und Trieb zum guten Werke, der, mit dem lautern Wunsch 81 6. Zur Ehrfurcht für dies Buch laß deinen Geist mich rühren; mich seine ganze Kraft an meinem Herzen spüren! bis mich, mein Gott! bei dir in dek ner Herrlichkeit ein völlig helles Licht umleuchtet und erfreut st Mel. Freu' dich sehr zc. 263. Rede, Herr! beit Jünger höret. Voll Verlan gen merk' ich auf, daß ich durch dein Wort belehre meinen ird'schen Pilgerlan dir zur Ehre sezze fort; ach! daß stets dein heilig Wort in mein Herz sei eingeschlossen, dir zu folgen unverdrossen! 2. Ach! wer wollte di nicht hören, dich, du liebster Menschenfreund? Sind doch deine Wort und Lehren lie bevoll und wohlgemeint. Sie vertreiben alles Leid; selbst des Todes Bitterfeit muß Jld Lob des göttlichen Wortes. In 197 vor deinen Worten weichen. ser höchster Ruhm! Gottes Nichts ist ihnen zu vergleichen! Kraft, die Glauben schafft; frohe Botschaft, uns zum Leben von Gott selbst gegeben! 3. Auf dem dunkeln Weg' zum Grabe schreit' ich, durch dein tröstend Wort, wie der Wandersmann am Stabe, fest gestüzet, muthig fort; selbst durchs' finstre Todesthal leitet es mich ohne Qual; hält mich, daß ich nicht erliege, führet mich zum frohen Siege. 4. Jesu! dein Wort soll mich laben; deine trofterfüllte Lehr' will ich stets im Herzen haben. Ach! nimm sie doch nimmermehr von mir weg in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit, welches Heil, o welche Ehrel dich, Herr Jesu! selber höre. 5. Unterdeß vernimm mein Flehen; liebster Jesu, höre mich! laß mich fest bei dir bestehen, und mein Wandel preise dich! dann soll auch mein schwacher Mund dir, o Herr! zu jeder Stund' Ehr' und Dank in Demuth bringen und dein hohes Lob besingen! slim 400 2. Was dein Wohlgefallen, großer Gott! uns Allen längst bestimmet hat; was erst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Nath. Daß dein Eid dich nicht gereu't, zeigst du nun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen! 3. Alles ist vollendet. Gott hat den gesendet, der verheien war. Jesus, der sein Leben für uns wollte geben, stellt der Welt sich dar. Dankt! er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu Gottes Ehre. Welche theure Lehre! 4. Da uns Strafen drohten, thaten Friedensboten Heil von Gott uns fund. Was für frohe Lehren lassen sie uns hören! Welch ein theurer Bund: Gottes Huld tilgt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret! 5. Jesu! voll Vertrauen will ich auf dich bauen und in ich leben, dir mich ganz ergedir mich freu'n! Dir nur will ben, ewig treu dir sein! So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland! selig sterben und den Himmel erben. Mel. Jesu! meine Freude 2c. 264. Wort aus Got tcs Munde! Wort vom Friedensbunde! Evangelium! Quelle wahrer Freuden! Trost in allen Leiden! un 198 Dank f. d. Zurückgabe d.göttl. Wortes durch d. Ref. Mel. Ach Herr, mich armen 2c. ist Gottes Wort. Dies ist dein Stab und Stecken; halk' ihn, so kann dich nicht das Todes ithal erschrecken; du geh'st durch Nacht zum Licht! 2 265. Wohl dem! der Jesum liebet und Jesu Lebenswort; niemals wird er betrübet, denn Jesus ist sein Hort. Wo sich dies Wort befindet, da stehet Alles gut; das Leben drauf gegründet, gibt Ruh' und frohen Muth. Dank für die Zurückgabe des göttlichen Wortes dur die Reformation. Mel. Was mein Gott will 2. 2. Hast du dich lassen blenden und irrst im Dunkel fort, 266. Wie lang' ist, Gott! willst du zum Licht dicht wenden! komm! hier ist Gottes Wort! Dies hilft, daß auch die Blinden von ihrem Irreweg zurecht sich können finden auf hellen Lebenssteg. 3. Bist du vielleicht verirret vom sichern Lebensport; hat dich die Welt verwirret: komm! hier ist Gottes Wort. Dies wird dir klärlich weisen die rechte Tugendbahn, mit Sicherheit zu reisen von dannen himmelan. 4 Bist du vielleicht betrübet, und wirst du fort und fort in Noth und Kreuz geübet: komm! hier ist Gottes Wort. Dies wird dein Herz erquicken, daß, wenn die ganze Welt dich wollte unterdrücken, du doch behältst das Feld. 5. Undwirst du auch geführet an jenen dunkeln Ort, woselbst der Tod regieret: komm! hier dein Lebenswort der Welt ver borgen blieben! Kaum wußte man an manchem Ort, wa drinnen steht geschrieben. Nun aber ist's durch deine Macht, trotz allem Widerstreben, bo wieder an das Licht gebracht, den Christen neu gegeben. 2. Herr, unser Gott! wit danken dir dafür aus einem Munde, von ganzem Herzen froh, daß wir erlebt die sel'ge Stunde, da uns dein Wort ist stets zur Hand, und wer es wollt' vertreiben aus unsret Stadt, aus unserm Land, es müßte lassen bleiben. 3. Die deines Wortes Fein de sind, und es nicht wollen lehren, vom Trug der Men schenlehren blind, erbarme, Herr! dich deren, mach' ih nen doch des Worts Verstand, das sie nicht mögen lesen, Dank f. d. Zurückgabe d. göttl, Wortes durch d. Ref. 199 und seine edle Kraft bekannt, so weicht dies böse Wesen. Licht, und immer mehr ver schwindet Geistessklaverei; der Glaube und der Geist ist frei! Lobsingt dem Herrn! Schaß besitzen, daß wir durch 4. Bewahrt das Wort des redlichen Gebrauch zu unserm Heil ihn nüßen. Laß Glauben, Liebe, Hoffnung sich in unsern Herzen mehren, daß wir, des Wortes Thäter, dich durch unsern Wandel ehren. 5. Du wirst, o Herr! in Freud' und Leid den Christen nie verlassen, der sich bestrebt, mit Lauterkeit dein heilig Wort zu fassen, um fromm und züchtig und gerecht nach deinem Wort zu leben; du wirst dem frommen, treuen Kuecht des Himmels Erbtheil geben! 4. Doch uns, o Herr! hilf treulich auch, da wir den Herrn und seid verträglich! Liebe, Frömmigkeit und Tu gend sei der Wahrheit Zier; so sieget sie. Gott ist mit ihr, und bleibt ihr Schutz. Mel. Erschienen ist der herr. 2. 267. Lobsingt! denn Got tes Huld und Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht, des Wahns und Irrthums Finster niß, die uns sein göttlich Wort entriß. Lobsingt dem Herrn! 2. Verdunkelt war des Wortes Licht, viel Christenlehrer sahen's nicht; verblendet irrte, träg und bang, in Finsterniß und Glaubenszwang, das Volk des Herrn. 3. Lobsingt, lobfingt dem Herrn! denn er schafft neues 5. Zagt nicht, wenn seines Wortes Licht erst spät durch Nacht und Wolken bricht, wenn Spötter Gottes Wahrheit schmäh'n; die Lehre Jesu wird besteh'n; sie ist von Gott. 6. Seh't Gottes Sonne; sie erhellt nicht gleich auf einmal alle Welt. Wohl dem, der rein'res Licht genießt, wenn er ein Find des Lichtes ist! Das laß uns sein! and the 7. Lobsingt, lobsingt dem Herrn, und freut, ihr Christen! euch der Ewigkeit! Da wird kein Zwiespalt, wird allein Ein Hirt und Eine Heerde sein. Lobsingt dem Herrn! Mel. Alle Menschen müssen zc. 268. Hülfe kann dein Arm bereiten, Gott! am Tage der Gefahr, aus der Nacht zum Lichte leiten der Bekenner tapfre Schaar. Aus dem Dunkel 200 Dank f. d. Zurückgabe d. göttl. Wortes durch d. Ref. schaffst du Klarheit, ziehst hervor aus Wahn die Wahrheit; und der Väter Thränenblick gründet oft der Kinder Glück. euch nützen? vor der Wahr heit macht euch schützen, die je mehr ihr sie entehrt, herr licher nur sich verklärt? 2. Ewig weise, ewig milde waltest du, Allmächtiger! deckest, wie mit einem Schilde, die Gerechten um dich her, die mit fest entschloss'nem Muthe für das Wahre, für das Gute treu in heißem Kampfe steh'n, und auf dich voll Hoffnung seh'n. 6. Aus des Kampfes heißer Gährung tritt sie rein und un getrübt, wie des reinen Goldes Währung in der Flamme sich ergibt. Fruchtlos streben die Tyrannen, Licht und Wahrheit zu verbannen; was den Ge stern angehört, wird nicht mit dem Leib zerstört. 3. Siegen muß die gute Sache, unter deinem Schutz ist sie; mag der Frevler wilde Rache schnauben, er vertilgt sie nie. Nicht der Bosheit schlaue Plane, nicht der Mordgier blut'ge Fahne, nicht des Läst'rers gift'ger Zahn: Nichts ist, was ihr schaden kann! in 7. Drob't der Wahrheit nur mit Ketten: selbst gebun den ist sie frei! und von Fe seln sie zu retten, eilt ein Stärkerer herbei; der hot Nichts mit euern Waffen, Nichts mit Feu'r und Schwert zu schaffen. Wahrheit fiest durch inn're Kraft; Gett ist's, der ihr Sieg verschafft 4. Seit der Vorzeit grauen Jahren ist es herrlich oft erprobt: in den schrecklichsten 8. Ja! du hilfst ihr kämGefahren, wenn der Bösen Notte tobt, in den grauenvollsten Stürmen kannst du Necht und Wahrheit schirmen. Frevler! eure Macht ist Spott; eine feste Burg ist Gott! pfen, siegen; mag des Fre lers Macht und List, mag die Lüge sie bekriegen: der du selbst die Wahrheit bist, läſſt ihr Licht nicht untergehen; fet wird ihre Kraft bestehen; im merfort hat deine Macht sie in schwersten Kampf bewacht 5. Stirbt die Wahrheit in den Flammen? Sinkt sie unter in der Fluth? O, ihr könnt den nur verdammen, der die Wahrheit liebt und thut! Aber wird sein Blut 9. Auf denn! huldige: de Wahren, huldiget dem Gu ten gern; in den drohendsten Gefahren ist des Schüßers Bitten um die Erhaltung des göttlichen Wortes. 201 Mel. Erhalt uns, Herr! 2.5 Arm nicht fern. Liebt, Ge rechte! treu hienieden Gottes Wahrheit, ihren Frieden, bis 270. Der Spotter Strom euch in der bessern Welt ihre Sonne ganz erhellt! ung Bitten um die Erhaltung des göttlichen Wortes. In eigener Melodie. big 269. Erhalt uns, Herr! bei deinem Wort, und steure bald an jedem Ort, wo falsche Lehre deinen Sohn will stürzen von dem Herrscherthron. 2. Zeig' deine Macht, Herr Jesu Christ! daß du Herr aller Herren bist; beschirme deine Christenheit zu deinem Lob in Ewigkeit! 3. Gott, heil'ger Geist! kehr' bei uns ein, und laß uns eines Sinnes sein in Licht und Recht, in Freud' und Noth. Leit' uns in's Leben durch den Tod. 34. 3u nichte mache bösen Rath, und wehre jeder bösen That, die uns dein Wort zu brauchen wehrt, und deines Wortes Sinn verkehrt. 5. Laß alle Welt erkennen doch: du, unser Gott! du lebest noch und helfest mächtig aus Gefahr der frommen, außerwählten Schaar. reißt Viele fort. Erhalt uns, Herr! bei deinem Wort; laß unsern Glauben fest und rein nach deines Wortes Lehre sein! 2. Der Läst'rer Rotte wagt's, o Gott! mit frechem, ausgelass'nem Spott, den Sohn, den Mittler, den zu schmäh'n, durch den sie wurfie wi den und besteh'n. 3. Ach! ihrer Lehre Pest, o Herr! schleicht jetzt nicht bloß im Finstern mehr; am Mittag selbst bricht sie hervor, hebt kühn ihr tödtend Haupt empor. nudt 4. Sie herrscht verheerend in der Welt; Herr! wen dein Wort nicht aufrecht hält, den reißt sie schnell zum Tode fort; drum stärk' uns durch bein heilig Wort! 5. Und du, erhöh'ter Jesus Christ, der du zur Rechten Got tes bist, sei du der Deinen Schutz und Wehr! Was ist vor dir der Spötter Heer? 6. Was ist, wer gegen dich empört, des Aufruhrs wilden Frevel lehrt? was ist er? ach! vor dir nur Staub, des Todes und der Hölle Raubling 7. Du hast von Ewigkeit ge 202 Bitten um die Erhaltung des göttlichen Wortes. seh'n, wie lang der Spötter segne Vater, Sohn und Geist, Troß besteh'n und ungestrafet freveln soll; vielleicht ist, Herr! das Maaß bald voll. daß unser Heil sich mehre! Er unser Gott, sei hoch gepreiſt! ihn lob' und ihn verehre der ganze Weltkreis! Ament 8. Ach! wären sie dir auch verföhnt, sie, deren Spott dich, Herr! verhöhnt! Ach, gib, daß vor des Todes Nacht zur ernsteu Neu' ihr Sinn erwacht! les Mel. Wie schön leuchtet der. 272. Welch himmlisch Licht ist's, das der Welt so herr lich strahlt, so mild erhellt den dunkeln Pfad durch's Leben? Es ist das Wort dez Herr das Licht, von Gott gesende das uns nicht in Finsterniß läßt schweben. Seine reine, ew'ge Wahrheit strahl' in Klar heit dir, o Erde! daß der Her verherrlicht werde. 30 db In eigener Melodie.de 271. Es wolle Gott uns gnädig sein, und seinen Segen geben! mit seiner Wahrheit hellem Schein erleucht' er uns zum Leben! er lehr' uns, was ihm wohlgefällt, gern thun schon hier auf Erden; und lasse jedes Volk der Welt an Christum gläubig werden, und sich zu ihm bekehren. 2. So danken dir und loben dich, o Gott! die Völker alle; so freuet dein der Weltkreis sich und singt mit frohem Schalle! daß du sein Gott und Vater bist, nicht läsfest Sünder walten, und daß dein Wort der Segen ist, durch den wir Kraft erhal ten, aufrechter Bahn zu wallen. 2. Was führt uns hin zum höchsten Gut, was gibt Tugend Kraft und Muth und reinigt uns von Sünden? Es ist des Lebens Wort allein; dies lehrt uns treu und stand haft sein und glücklich über winden. Heil uns! laßt uns dann mit Freuden auch vers breiten Gottes Lehre, daß das Reich des Herrn sich mehre 3. An uns auch laß dein Wort gedeih'n, dein Wert an uns gelingen; uns gleich dem guten Lande sein, und reich3. Wo quillt dem Herzen Trost und Ruh'? wo strömt ihm sel'ge Hoffnung zu und hoher Gottes- Frieden? in des Erlö sers heil'gem Wort; es führt lich Früchte bringen. Uns zur Seligkeit uns dort und the Rechter Gebrauch des göttlichen Wortes. 203 stetuns hienieden. Diesen süßen hint i Choribus! Quell der Freuden soll kein 4. Komm, Sünder! voller Leiden, diesen Glauben keine Macht der Welt uns rauben! Neu' und Leid, komm hier zur Freudenstelle; dir bietet Trost und Seligkeit des Wortes Gnadenquelle. All deine Schuld tilgt Christi Huld; auf diesen Trost zusterben, stärkt allsofort dich Gottes Wort, macht dich zum Himmelserben.blo 5. Was, Gott, dein Wort verleiht und schafft, ist nimist nicht macht und Kraft von mermehr zu schätzen; dagegen Erdengnt zu setzen. Laß nicht nach Geld, und was die Welt sonst kostbar pflegt zu achten, nein, jederzeit in Freud und Leid nach diesem Schatz uns Mel. Was mein Gott will ac. Chor. ind 273. Gepriesen sei uns Gottes Wort; Gott hat es uns gegeben, daß wir darnach an jedem Ort gestalten Lehr' und Leben. Aus Gottes Mundward einst es kund den Boten, die, getrieben vom Geist des Herrn, es treu und gern in heilge Schrift geschrieben. Gemeinde. 2. Wie in der Schrift dein Wort nun steht, wird, Gott! es ewig stehen; und wenn trachten. die ganze Welt vergeht, deins Wort wird nicht vergehen. Kein Widerstand von mene schenhand kann, Gott! dein Wort vernichten. Am jüngsten Tag wirst du darnach so Freund' als Feinde richten. 13. Drum sei dein Wort uns immerdar die Quelle reiner Lehren. Es unterweis' ums, recht und wahr im Geiste dich verehren; in Züchtigkeit, Gerechtigkeit, gottselig hier zu leben, und unser Herz in Freud' und Schmerz zum Himmel zu erheben.and must Gemeinde. 6. Erhalt'uns, Herr! dein heil'ges Wort, und hilf es frei verkünden; den Feinden wehr'; an jedem Ort laß es Verehrer finden. So wollen wir dir für und für von ganzem Herzen danken, und an dem Wort, Herr, unser Hort! festhalten ohne Wanken. st Rechter Gebrauch des göttlichen Wortes. mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 274. Herr, mein Licht! er 204 Rechter Gebrauch des göttlichen Wortes. leuchte mich, daß ich mich und dich erkenne; daß ich vollVertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster! laß mich doch auf Erden weise für den Himmel werden. hin, wo ich ewig selig werde.Baß mich Erdenlust verachten und nach höhern Freuden trachten 7. O! verleihe mir die Kraft deinem Wortgemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft all dein treues Kind zu wandeln So wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort, lehre es mich recht verstehen; Hilf selbst meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Mel. Ach Gott und Herr Heil mich führet, und was 275. Gott ist mein Hor mir zu thun gebühret. noc3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen; laß mich, Herr! auch folgsam sein, den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd' ich bei dem Wissen doppelt Strafe leiden müssen. 4. Gib, daß ich den Unter richt deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Dann wird es in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Gib mir Eifer, allezeit meine Kenntnisse zu mehren. Find' ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; hilf mir, Zweifelsucht entfernen und in Demuth glauben lernen. 6. Lenke, Höchster! meinen Sinn von den Gütern dieser Er de durch dein Wort zum Himmel und auf sein Wort soll mein Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott! vor dir im Glau ben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laj immerdar mich seine Kräft schmecken. Laß keinen Spott bo Herr, mein Gott! mich, von dem Glauben schrecken.g 3. Wohätt'ich Licht, wojen mich nicht dein Wort die Wahr heit lehrte? Gott! ohne sie ver stünd' ich nie, wie ich di würdig ehrte! 4. Dein Wort erklärt be Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Zeit u Ewigkeit mir sei von dir gegeben 5. Den ew'gen Rath, bi Missethat der Sünder verfühnen, den kennt i nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen 6. Nun darf mein Herz i Lob der christlichen Kirche. 205 gibt mir die Kräfte.pics? Neu' und Schmerz der Sün- vermag ich's nie; dein Wort den nicht verzagen; nein, du verzeih'st, lehrst meinen Geist 8. Herr, unser Hort! laß im Glauben: Vater! sagen. dieses Wort mir Licht und 17. Mich zu erneu'n, mich Freude geben; es sei mein dir zu weih'n, ist meines Heils Theil, es sei mir Heil und Geschäfte. Durch meine Müh' Kraft zum ew'gen Leben. 3. Die christliche Kirche und das Lehramt. Lob der christlichen Kirche. fließt Allen schon auf Erden zu. Dein ist des Guten Fülle. ponu Mel. Nun freu't euch lieben 2c. 4. Mag auch der Spötter immerhin auf deinen Nuf nicht hören, und mancher in verkehrtem Sinn sich wider dich empören! es fällt doch deine Kirche nie; du hältſt und du beschüßzest sie durch deines Geistes Weisheit. 276. O Jesu, Licht und Heil der Welt! der du in diesem Leben dein Wort, das Gottes Rath enthält, zur Richtschnur uns gegeben, du bist der Herr der Christenheit, die du voll Huld und Freundlichkeit dir aus den Menschen ſammelst. i did 2. Du willst sie, als dein Eigenthum, zur wahren Weisheit leiten, und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du, Herr! bist groß von Rath und That; und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil. So viel nur an dich glauben, die haben an dem Segen Theil, den uns kein Feind kann rauben. Zufriedenheit und Himmelsruh 5. Dein ist das Reich und dein die Kraft; wer sollte dir nichttrauen? aufdich, der Alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt bekennen. 6. Zwar kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns selbst auf Erden; doch werden zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh'; dann krönest und belohnst du sie mit Preis und ew'ger Freude. 206 Lob der christlichen Kirche. 7. Dann seh'n wir dich in Mel. Wer nur den lieben Gott Majestät, und uns, gleich deinen Engeln, zu nie empfund'nem Glück erhöht, befreit von allen Mängeln. Dann preisen wir frohlockend dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht. Mel. Nun lob' mein' Seel' 2C. 277. Frohlockt zu Gottes Nuhme! Fest steht die ihm geweih'te Stadt, die ihm zum Heiligthume des Menschen Sohn erbauet hat. Auf Felsengrund erbauet, steht Gottes Stadt er höh't, die ihrem Herrn ver trauet, in seiner Macht besteh't. Oft, wie von Meereswogen, ward sie bestürmt von Krieg. Umsonst! die Feinde zogen hinweg. Ihr blieb der Sieg. 2. Erfüllt mit Licht und Klarheit, freut Gottes Stadt sich ihres Herrn; er wohnt mit seiner Wahrheit in ihren heil'gen Tempeln gern. Von ihren Sternen funkelt der Wahrheit Sonnenlicht, die kein Gewölk verdunkelt, der Wolke Nacht durchbricht. Dem falschen Wahn entrissen, strömt Gottes Volk ihr zu mit freudigem Gewissen, und findet Fried' und Nuh' 278. Wohl dem, der Christo angehöret! wer Chri stum liebt, der ist sein Freund mit jedem, der den Heiland ehret, ist er durch gleichen Sinn vereint; nicht einsan wandelt er den Pfad, auf den ihn Gott gerufen hat. 2. Verkennt die Welt ihn; es lieben, es kennen ihn doch die die sich mit ihm auf Gottes We gen üben aufrichtig, treu und brüderlich. Ein Sinn vereinig sie, Ein Geist; ein Band das keine Zeit zerreißt. 3. Kein Eigenmuts, fe Stolz, kein Leiden, kein Wet sel ihres Glücks, kein Schmet entzieht ihm ihrer Treue Fre den, ihr fest mit ihm verbund nes Herz. Sie haben aneinan der Theil durch Einen Tr Ein Glück, Ein Heil. 4. Ja, alle Christen auf de Erde, wie weit sie auch getren net sind, sind alle doch mu Eine Heerde, in Jesu Liebe gleichgesinnt; durch Glauben, Hoffnung, Liebe gleich, Früchten guter Werke reich. 5. Und welche Freunde, welche Brüder, hat nicht im Himmel dort der Christ, Jesus seines Leibes Glieder alt 100 Die vollendeten Glaubenshelden. 207 versammelt, wo er sichtbar ist! Die vollendeten GlaubensDa soll sein Diener nicht Helden. Mel. Ich dank' dir schon z. 6. Er sprach selbst: sie ſollen Leben; ich will, daß, 279. Scid uns gegrüßt allein, mit Allen soll er selig sein. wo ich bin, die sei'n, die, Bater! mir von dir gegeben, sich meiner hier im Glauben freu'n: einst dort, wie schon im Glauben hier, auch in der Herrlichkeit mit mir." 7. O Trost! zu Jesu Auserfornen zu kommen, zu der Bäter Schaar, zu unsers Gottes Erstgebornen, zu Jedem, der hier heilig war; wit denen dort am Thron zu steh'n, mit ihnen Allen Gott erhöh'n! 8. Mach' uns, o Jesu! dazu tüchtig, dein würdig Eigenthum zu sein. O mach daß Christenthum uns wichtig! denn was kann uns so sehr erfreu'n, wie hier in dieser Pilgerzeit, so dort einst in der Ewigkeit? 9. Schenk' uns den Geist der Bruderliebe, der Nachsicht und der Einigkeit. Gib, daß sich jeder eifrig übe in edler Dienstbeflissenheit, daß Alles, unserm Bunde treu, Ein Herz und Eine Seele sei! im Erdenthal, ihr Erben jener Freuden, ihr treuen Freunde unsers Herrn, Gefährten seiner Leiden! 2. Jhr zoget aus in alle Welt, die Wahrheit zu verkünden; kein Bann, kein Schwert, kein Blutgericht konnt' euern Freimuth binden. 3. Kein Glanz, kein Gold, kein Fürstenthron hielt euren Lauf zurücke; ihr spottetet der Lust der Welt, entſagtet ihrem Glücke. hid 4. Jhr gingt zum Sieg die Dornenbahn mit hohem Heldenmuthe; trugt eure Palmen himmelan, benetzt mit frontmem Blute! 5. Jetzt thronet ihr im Frieden dort nach eurem schweren Streite, erhaben über Tod und Welt, an eures Jesu Seite. 6. Sein Reich war nicht von dieser Welt: dort werdet ihr's verstehen, wo um der Wahrheit reinen Quell die Himmelspalmen wehen.com 7. In welcher hohen Seligkeit lebt ihr nun dort am 208 Bitten um das Wohl der Kirche. Throne! Mit welcher Wonne Finsternissen, und heile iht blicket ihr auf eure Siegeskrone! verwundetes Gewissen; schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder: so stärk sie wieder. 8. Was ist das Leiden dieser Zeit, wenn wir den Himmel erben? Die Welt vergeht mit ihrer Luft; die Tugend kann nicht sterben! 6. Herr! schüß' uns vor der List und Macht der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen; bis wir zum Bitten um das Wohl der Umgang der verklärten From Kirche. men frohlockend kommen! Mel. Herzliebster Jesu zc. 280. Laß doch, o Jesu! laß Me. Herzliebster Jesu. dein Reich auf Erden nie unter 281. Schütze bdie Deiner drücket, stets erweitert werden. Gib allen Sündern, deiner Leiden wegen, Licht, Heil und Segen! die nach dir sich nennen, und dich, o Jesu! vor der Well bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nicht sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden; mach' ihn Siege herrlicher auf Erden gib Muth und Weisheit de nen, die sie lehren, dein Neid zu mehren. 3. Du hast noch niemale Herr! dein Wort gebrochen Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe se endlich aus dem Kampf Die nieden zum ew'gen Frieden. 2. Gib ihnen Gnade, Herr, dich zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Heiland nennen; gib ihnen Eifer, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 3. Mit heil'ger Achtung laß die Schrift sie ehren; denn sie verkündigt deines Mundes Lehren; und ohne sie sucht man doch nur vergebens das Licht des Lebens. 104. Erbarmer! steure deiner Feinde Grimme. Deinen warne vor des Jrr 4. Ewig, o Heiland! sei bein thums Stimme. Bewahr' sie gnädig, daß sie nichts verblende, Nichts von dir wende. Nam' erhoben! Ewig frohle ckend müsse dich einst loben, odu Beherrscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde! 5. Sei du ihr Licht in ihren Bitten um das Wohl der Kirche. 209 Mel. Erhalt uns, Herr! 2c. Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. 282. Ach, bleib bei uns, 283. Gott! bu weißt, in Herr Jesu Christ! weil es nun Abend worden ist; dein welchen Zeiten deine liebe Kirche göttlich Wort, das helle Licht, schwebt, ob sie dir zu Willen laß ja bei uns erlöschen nicht! lebt; ach es nimmt auf allen 2. In dieser schwer betrüb- Seiten, überall, in jedem Stand, ten Zeit verleih uns, Herr! böses Unkraut überhand. Beständigkeit, daß wir dein 2. Wenn bei Hirten und bei Wort und Sacrament behalten rein bis an das End'. 3. Uch Gott! es geht gar übel zu! In dieser Welt ist keine Ruh', wo Irrthum ist und Schwärmerei, auch Bosheit, Trug und Heuchelet. 3. Hilf, daß deine Diener wachen, daß nicht Thorheit, Sünd' und Schand' gänzlich nehmen überhand. Hilf du selbst in allen Sachen; gib den Dienern früh und spat Trost 5. Erhalt uns, Herr! bei und Hülfe, Rath und That. deinem Wort, hilf es ver- 4. Laß uns beines Wortes tünden fort und fort, und stehe du doch denen bei, die es verkünden rein und frei. Samen, Lehr' und Leben halten rein, und ein guter Weizen sein, daß wir deinen großen Namen preisen hier in dieser Zeit und in alle Ewigkeit! 6. Herr Jesu! deine Kirch erhalt'; wir sind zu sicher, sind zu kalt. Gib uns, nach deiner Gnad und Huld, in Ewigkeit Muth und Geduld! 5. Wenn du endlich selbst wirft kommen, wenn die Ernte bricht herein; sammile uns mit Freuden ein, und laß uns mit allen Frommen, frei von Trug und falschem Schein, ewig bei bir felig sein! and gold its tro803 14 4. Den stolzen Geistern wehre boch, die sich mit Macht erheben hoch, und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine reine Lehr'. Schafen, leider! große Sicherheit herrscht in dieser lauen Zeit, sä't der Feind, indem sie schlafen, auf den Acker, wohlbestellt, Wahn und Trug der argen Welt. 7. Nicht unfre, deine Ehre ist der Kirche Heil, Herr Jefu Christ! Drum stehe Jebemkräftig bei, der sich auf dich verläfset frei. 11 210 Dank für die wiederhergestellte Freiheit der Kirche um rühmt der fromme Gla Nath! groß der Herr vo be: Wunderbar ist Gotts Rath und That! Dank für die wiederhergestellte Freiheit der Kirche. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 284. berbart Der Kirche Vertrauen a Gottes Schußz. Gottes Nath! singt es laut, befreite Brüder! rühint, was Gottes Nechte that! heil'ge In eigener Melodie. Hallen, tönt es wieder! schnöder Geistessflaverei har 285. Ein' feste Burg tes Joch brach sie entzwei. 2. In dem Joch der Sklaverei seufzte hülflos Jesu Heerde; mächtig schlug der Tyrannei Eisenstab die halbe Erde, sprach von ihrem Schreckensthron selbst Gefalbten Gottes Hohn. 3. Ganzer Nationen Blut trank des Frrwahns Ungeheuer, und des Aberglaubens Wuth zündete der Hölle Feuer; frommer Dulder Auge sah keinen Strahl der Hoff nung nah. dior 4. Trostlos schwanden Jahre hin, trostlos tamen Jahre wieder; da erhob voll Frei heitssinn, nennt des Edlen Namen, Brüder! da erhob die muth'ge Hand Luther, und die Noth verschwand. Doch auf Menschenworte schwieg nicht der Feind und lag im Staube; Gottes Wort erhielt den Sieg! dar unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen; er hilft uns fr aus aller Noth, die uns je hat betroffen: der alt' be Feind, mit Ernst er's jetzt meint groß' Macht und viel List sein grausam Nüstung ist; Erd'n ist nicht sein's Gleichen 2. Mit unsrer Macht ist nicht gethan; wir sind gar bali verloren. Es streit't für und der rechte Mann, den Gett hat selbst erkoren. Fragst wer der ist? Er heißt Jesu Christ, der Herr Zebaoth! und ist kein andrer Gott. Da Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollt' gar verschlingen; so find ten wir uns nicht so sehr. es soll uns doch gelingen Der Fürst dieser Welt, sau'r er sich stellt, thut uns doch nichts; daß ma, Der Kirche Vertrauen auf Gottes Schutz. 211 er ist gericht't; ein Wörtlein mag ihrwidersteh'n: wir halten kann ihn fällen. hand fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Das Wert sie sollen lassen stahn und kein'n Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: laß fahren dahin! sie haben's nicht Gewinn: das Neich muß uns doch bleiben! so? 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Droh'n erschrecken! der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken; der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, gibt ums Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod. Was will uns denn erschrecken? Mel. Ein' feste Burg ist unser c. 286. Wenn Christus seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Nechten Gottes sitt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülse nah; wenn er gebeut, ſteht's da; er schüßzet seinen Ruhm und hält daß Christenthum: mag doch die Hölle wüthen! 2. Es mögen Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; stets werden ihn, des Höchsten Sohn, zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; Nichts ist der Großen Macht und List; wie lange währt ihr Spott? Auch fie sind Staub vor Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmälyn: uns kann er fie nicht rauben; der Unchrist mel. Es ist das Heil uns 2. 287. Dein Gott, o Kirche! schüßet dich, schützt seines Sohnes Lehre. Umsonst empört die Hölle sich mit ihrem ganzen Heere. Sie spreche Hohn, sie schäume Wuth! Mit uns ist Gott! er gibt uns Muth, er schenkt uns Kraft zum Siege. 2. Wenn Tausende zu Schmach und Tod sich gegen dich verschwören: sei muthig! deines Glaubens Gott wird ihren Rath zerstören. Durch ihn, der einst mit starker Hand das Heer der Hölle überwand, wirst du den Sieg erhalten. 73. Jahrhunderte bekämpft 14* 212 du Einweihung einer Kirchebi es schon das Heiligthum der Christen, spricht troßend uns rer Kirche Hohn und droh't, sie zu verwüsten. Umsonst ist seines Frevels Müh': noch unerschüttert stehet sie auf ihrem Felsengrunde. 4. Wo sind mit ihres Armes Macht die wüthenden Zer störer? Wo sind sie? In des Grabes Nacht, da liegen die Empörer. Gott sah von seiner Allmacht Thron der Starten Troß, der Spötter Hohn, und stürzte sie zu Bodené 5. Auf ihrer Feinde Trümmern steht siegprangend Jesu Lehre. Sie steht, die Kirche Christi steht, wie ein Gebirg' im Meere! nicht wil der Wellen Ungestüm, nicht der erbosten Feinde Grimm vermag sie zu erschüttern. 6. Und Erd'undHimmel wird vergeh'n, doch Jesu Wort wird bleiben, wenn deine Feinde, die esschmäh'n, vor ihm wie Spreu zerstäuben. Wohl uns, wenn wir uns, Jefu! dein und dei ner Wahrheit gläubig freu'n! auch wir, wir werden bleiben. - geweihet, dir, unserm Gott, dein Tempel hier! dir wurde er geweihet, stets sei er auch beschirmt von dir. Wend' ab von ihm Gefahren; gib Pfleger, treu bemüht, daß noch in fernen Jahren hier tön' des Enkels Lied. Kein Frevelnder betrete daß theure Heiligthum; wohn' an dieser Stätte nur deines Namens Ruhm. his 2. Gib hier stets treue Leh rer, die rein dein Wort ver kündigen! gib hier stets from me Hörer, die reich des Glau bens Früchte seh'n! Es geh wer hierher komme, gebessert weg von hier; der Gläubige und Fromme fühl' sich ge stärkt in dir. Das zagende Gemüthe erheb hier muthig sich; gerührt von deiner Güte such' hier der Sünder dich! 3. Wen Sorg' und Mangel drücken, wer einsam un ter Menschen steht, wer mit des Kummers Blicken um sonst nach Hülf' und Hoff nung späht; dem komm' hier Trost von oben in das be Elomm'ne Herz; zu dir, o Gott, erhoben, vergess' er seinen Einweihung einer Kirche. Schmerz. Und jedes heiße Fle Mel. Nun lob' mein' Seel' c. hen, das hier dich findlich ehrt, 288. Dir bleibe, Herr! es uns Heil gewährt! de laß in Erfüllung gehen, wenn di Feier der Kirchweihe. 4. Die feiernd am Altare mit Andern froh verbunden, verkündigen des Heilands sich betend zu dirnah'n! Ja, das Tod, erwecke und bewahre sind sel'ge Stunden! Hier ist's, zur Heiligkeit dein Geist, od wounser Herz sich betend deiner Gott! Die in der Taufe Weihe freut; drum bleibe stets dies dir werden dargebracht, veredle Haus der Andacht nur geweiht. und erfreue des Christenglau- ho3. Mit Iautem Preisgebens Macht. Die hier vor dir sang dich ehrfurchtsvoll erbeschwören der Ehe heil'gen heben; dies heilige Geschäft Bund, laß treu im Wandel eh ist Seligkeit und Leben. Du, ren, was dir gelobt ihr Mund. Vater! gibst sie uns; in die5. Erhör' uns, Herr! so sem Tempel soll ertönen unser schauen als Himmelsvorhof Lied zu dir anbetungsvoll. wir dies Haus; noch in der Grä- 4. Wir sollen hier, welch ber Grauen strömt es dann sei Glück! die ächten Christennen Segen aus. E3 nah' nun lehren und ihren hohen Werth auch die Stunde, die uns von selbst fühlen, nicht bloß höhinnen ruft; die hier erhalt'ne ren. Auch dazu hast du uns Kunde folgt uns selbst in die dies Andachtshaus verlieh'n; Gruft: daß einstens höh're drum müsse unser Herz von Sonnen sich uns zum Tempel heißem Danke glüh'n. weih'n, daß reinern Prei- 5. Hier wird mit Dankses Wonnen uns ewig dort gebet das Kind in früher Juerfreu'n.is bad mgend geweih't dem Kinder213 Feier der Kirchweihe. Mel. Nun danfet Alle Gott 2c. 289. Vom heiligen Gefühl der Andacht tief durchdrungen, sei heute dir von uns Lob, Preis und Dank gesungen, da wir am Weihungsfest in diesem Tempel dich, vereint, o guter Gott! anbeten feierlich. 2. O! welch ein Glück ist es freund, dem Vorbild jeder Tugend; ein Wink zur großen Pflicht, daß man das Kind schon früh zur Herzensreinigteit, nach Jesu Šinn, erzieh! 6, Hier sollen wir vereint das Mahl der Liebe feiern, den Schwur der Lieb' und Pflicht andächtig zu erneuern, erinnern uns an den, der, auf der Liebe Bahn, im Leben wie im Tod uns muthvoll ging voran. Feier der Kirchweihe. 214 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater! stets erwägen, und dieses Ortes Zweck recht ernstlich über legen; dann wird uns dieses Haus ein Haus des Segens sein, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freu'n! Mel. Ein' feste Burg ist unser zc. 290. Herr! beine Kirche danket dir: noch wohnt dein Wort im Lande. Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar; dann, o Jesu Christ! besiege Macht und List, und herrsch in jedem Landel 2. Sei, Herrt mit uns; verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch und schütze sie, denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut; acht erhalt sie rein, und die den Bund ent weih'n, die heilige dir wieder. ein schwer Gericht den trägen, sichern Christen. 4. Und du, o Jesu! bist so treu! Ach, daß wir fröm mer wären! Mach' alle Her zen rein und neu, laß Alle fich bekehren! Gib uns Wissen schaft, Glauben, Lieb' und Kraft; gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren. 5. Entferne 3wietracht Krieg und Mord, erhalt uns Ruh' und Frieden! Laß uns, gestärket durch dein Wort, in Guten nie ermüden! Mach leicht, was drückt; gib uns, was beglückt; nach der Prüfungs zeit ruf' uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freudent 6. Herrt deine Kirche stre tet noch: hilf deiner Kirche stegent Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör' ihr kind lich Fleh'n. Eil' ihr beizu steh'n, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche siegen! 3. Eins ist, was deine Treuen kränkt: daß unter deinen Christen noch mancher dei ner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Nur auf's Eitle hin stehet Vieler Sinn; Ermunterung zur Gla benstreue in Verfolgung. mel. Wie groß ist des Allm. 2. sie bedenken nicht, es droh 291. Getrost! bes Glan Ermunterung zur Glaubenstreue in Verfolgung. 215 ein gefürchteter Tyrann ein Menschenalter durch verletzen, doch ewig nicht vertilgen kann. bens tapf're Zeugen, auf der Sie folget ewigen Gesetzen, die cuch angewief'nen Bahn! der heiße Kampf soll euch nicht beugen, nie müsse Kleinmuth sich euch nah'u; blickt hoffend 5. Wenn, vom Verhängauf zur Schaar der Treuen, niß losgerissen, der Hoff die Glauben hielt bis in den nung letzte Trümmer stürzt, Tod; auch euch wird hoher sollt ihr den Kelch zu trinken wirsi Lohu erfreuen nach über- wissen, der uns das Erdenstand'ner Erdennothweh' verkürzt. Das Recht, 2. Getrost, ihr edlen Un- verbannt, verschmäh't, er= terdrückten! wenn hier kein würget, erliegend im gerechten Hoffnungsstrahl mehr blinkt! Streit, ruft Gottes Spruch ihr mit dem Opferkranz Ge herbei, verbürget dem Kämpfer schmückten, die ihr an dem die Unsterblichkeit. Altare sinkt! Des Ruhmes Flitterkrone werde hier eures Unterdrückers Preis; euch keimt aus blutgedüngter Erde des ächten Ruhmes Lorbeerreis. 3. Die ihr, verpflanzt in arge Zeiten, mit Finsterniß zu kämpfen wagt, um Bahn dem Lichte zu bereiten; ihr bangt und trauert, eh' es tagt. Schaut ruhig an des Feinds Triumphe; bleibt ruhig, wenn die Schlange zischt, und wißt: das Jrrlicht aus dem Sumpfe nur trüg) lich aufglänzt und erlischt! Mel. Herzliebster Jefu! was 2c. 4. Die Wahrheit harrt mit 292. Des Herrn Gesetz Woltensich'rer Wage im zelt der Folgezeit; verweh't die Spren gedung'ner Sage und huldigt der Gerechtigkeit. verkündet den Gemeinen: Euch müsse Liebe, Friede hier vereinen, daß unter Einem 6. Dem Staub entflohy'n, wirkt eure Secte begeisternd auf der Christen Bund; daß ihrem hohen Muth Nichts fehle, thut euer Sinn sich ihnen kund. Behauptet eure Christenwürde, und dann vertraut dem Herrn der Zeit; tragt standhaft ihr des Druktes Bürde, wird euch am Ziel die Herrlichkeit. Ermunterung zur Eintracht. 216 ppl Grmunterung zur Eintracht Hirten Eine Heerde aus Allen werde. nis 8. Auch bazu müsse veint Lieb' uns leiten! Du wollest, Herr! uns Alle vorbereiten, daß unter Einem Hirten Eine Heerde aus Allen werde! 2. Wir sind mit Einem Opfer Gott erkaufet; wir Alle sind auf Einen Tod getaufet, daß jeder Christ, mit od n gleichem Ernst und Triebe, den Bruder liebe.dadi lof mel. Wer nur den lieben Gott 3. Nie müsse die, die Ei 293. Dir, Bater! Dani nen Herrn bekennen, der Streit um bessere Erkennt niß trennen; nie Herzen, die sich Eines Heilands freuen, der Haß entzweien.indd und Preis und Ehre von alle deiner Kinder Schaar! Dir, Herr der hohen Sternen Heere! bring jeder Mund Anbetung dar. Denn wer bi fromm und findlich ehrt, dej Flehen wird von dir erhött 4. Wenn wir, wie Brüder, bei einander wohnen, und, irrt ein Bruder, seiner 2. Bereit, dich dem zu offen Schwäche schonen: dann wer- baren, den Sehnsucht dräng den wir ihm ähnlich schon auf sich dir zu nah'n, nimmst du ven Erden, dann selig werden. allen Völkerschaaren Gebett, 375. Der danke, wer mehr Licht Lieder, Opfer an. Ganz ohne hat; er seiweise, nicht sich nur zu Strahl von deinem Licht ist gefallen: dir zum Preise sei er's feines Menschen Angesicht den Brüdern; und, an Ein- 3. Von Allen Keiner, welche ficht größer, sei er auch besser! leben, ist fern, Unendlicher 6. Er wisse, daß die Wahr- von dir. In dir, du Bater heit, gleich der Sonne, im Aller! weben wir Alle, find Morgenroth sich nah't, eh' und athmen wir; und die dich sie voll Wonne, wenn nun zu suchen, rufest du, voll ihr Mittagslicht die Erde schmücket, das Aug' cntzücket. Liebe, allen Herzen zu. 7. Er liebe mehr, damit wer irrt, aus Liebe sich freier in der Wahrheit Prüfung übe, und gern zum Lichte, frei vom Bruderhasse, sich leiten lasse! 4. Und wir, wir sollten strenge richten? wir lieblos sein, wo du verschonst? die Einfalt und die Tugend tich ten, die du vielleicht mit Chr Lohnst? den schmähen, der Fürbitten für dich anders ehrt, als uns der Väter Glaube lehrt? 5. Wer heilig deinen Namen nennet, dir ehrfurchtsvoll zu dienen meint, so gut dich ehrt, als er dich kennet, sei Bruder uns, mit uns vereint! O wehe dem, der sie verdammt, die Andacht, die zum Himmel flammt! in 6. Erwecke Fürsten, bilde Lehrer voll weiser Menschen freundlichkeit! Entwaffnemäch tig, Herr! den Störer der Eintracht und Verträglichkeit; und heller strahle bald dein Licht, wo noch an Duldung cs gebricht. annoid 356, nall no dod sin Fürbitten für das Lehramt.de Mel. Erhalt' uns, Herr! bei 2c. 294. Das Amt der Lehrer, Gott! ist dein; dein soll auch Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. das Lehramt. 217 er uns zeigt, zu geh'n, durch Frömmigkeit dich zu erhöh'n. 4. Ermahnen, warnen, strafen sie; so weig're, wer sie hört, sich nie, zu thun, was du durch sie begehrst, zu hassen, was du uns verwehrst. 5. Laß ihrer Fehler wegen nicht verachtet sein den Ünterricht, den sie uns geben; nimm dich dann auch ihrer Schwachheit gnädig an. 6. Der Frevel sei verbannt, o Gott! zu kränken sie durch Haß und Spott. Gib, daß ihr Herz von Seufzern frei und fern von bangen Sorgen sei. ni7. Laß Jeden, Herr! belohnt von dir, frohlocken: ,, Gott ist stets mit mir! Am Throne werd'ich wonnevoll die schau'n, die ich hier leiten soll." d sie erfreu'n, und ihnen im8. Ja, lehr' uns, Vater! mer dankbar sein! so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in des Himmels Reich. ami 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr! von dir gesandt, von Jahr zu Jahr dein heilig Wort, und mit ihm Licht und Tugend fort. Mel. Es ist das Heil uns 20. 295. Dein ist das Licht, das uns erhellt; von dir das Amt der Lehrer. Gott! welch Geschenk für deine Welt, für deines Worts Verehrer! Du 3. Ihr Unterricht soll uns erfreu'n; laß uns nur treue Hörer sein, den Weg, den thust durch deiner Boten 17 V Ordination. 218 into Mund den Segen deines Reiches kund, den Weg zum ew'gen Leben.down 12. Welch großes Amt, Betrug und Wahn und Laster zu bestreiten, und Seelen auf der Wahrheit Bahn zu dir, o Gott! zu Iciten! Wie edel, aber auch wie schwer! Laß alle Lehrer täglich mehr des Amtes Würde fühlen! in 3. Gib ihnen deiner Weisheit Licht; stärk' ihres Geistes Gaben, die sie zu And'rer Unter richt von dir empfangen haben. Laß ihre Lehren wahr und rein, fest ihren eignen Glauben sein, ihr Leben fromm und heilig. 4. An Sanftmuth und an Nachsicht reich, laß sie die Schwachen tragen, und, keimt der Same nicht sogleich, nicht an der Frucht verzagen. Laß sie mit Unverbrossenheit und ohne Haß und Bitterkeit vor Sünd und Laster warnen. 5. Gib, Herr! der alles Gute schafft, wenn sie uns unterweisen, daß sie, voll Geistes und voll Kraft, der Tugend Würde preisen; gib, daß nicht nur ihr Unterricht, uns Licht auf deine Wege leite. 6. Laß sie den Frrenden zurück zu deinem Pfade führen, besorgt für seiner Seele Glück, zur Besserung ihn rühren. Laß sie geduldig und gelind, nicht stolz nicht hart sein, stets gesint wie's Christi Dienern ziemet 7. Trifft sie Verfolgung oder Spott; o dann laß ſt mit Freuden, mit unerschrod nem Muth, o Gott! für deine Wahrheit leiden. Di fandtest sie; sie ehren dich. Um sonst empören Frevler sich, die Wahrheit zu vertilgen. 8. Belohne, Herr! sie and schon hier. Dein Segen f mit ihnen, wenn sie uneigen nützig dir und ihren Brüder dienen. Laß sie mit Vorsah nie betrübt, von allen Ne lichen geliebt, geschätzt von Allen werden. 9. Und wenn sie, ihrem Najt treu, durch deines Geistes ben, viel Seelen aus der Sklaverei der Sünd' errettet haben; so laß sie, Gott! in reinsten Licht des großen Lohns erfüllter Pflicht, b ew'gen Heils sich freuen! des Ordination. mel. Komm', heil'ger Geist!*. 296. Der du vom Himmel Licht uns gibst, und alle Men schenseelen liebst, sie alle schuft Ordination, di 219 fingen wir; hör' unsre Lieder, und neig' dein Ohr zu unserm Fleh'n. zum ew'gen Leben, sie Alle einigt vor bir stch'n! dir willst zu dir erheben, o segne, Vater! ihn, der heut der Wahrheit heil'gem Dienst sich weiht! auch er will Licht von dir verbreiten, auch er zum Himmel Seelen leiten: gib Weisheit ihm und Freudigkeit! 2. Erhöh't zu deines Vaters Nechten, gabst du den Jüngern, deinen Knechten, zum Beistand den verheiß'nen Geist, daß sie die Völker lehren möchten, wie man dich, Herr und Heiland! preist. 2. Gott! schwören will er, schwören dir, mit Muth und heiliger Begier, der Wahrheit Spur stets nachzugehen, um 3. Wie selig, welchen du erimmer mehr dein Licht zu se hen; dein göttlich Wort zu lchren rein, und Thäter selbst des Worts zu sein, um Alle, die sich ihm vertrauen, durch Lehr' und Leben zu erbauen. Laß diesen Schwur ihm heilig sein! wählet, zu deinen Boten du gezählet, wenn man von ihm dein Wort nur hört, und wenn er nie mit Vorsatz fehlet, selbst übet, was er And're lehrt! 3. Einst wird ihn richten dein Gericht, ihn richten nach der großen Pflicht, die er gelobt. Wir Alle hören ihn feierlich die Treue schwören. O wehe, weh ihm! wenn er bricht, was er so heilig dir verspricht! doch wohl ihm, wenn er, fromm bemühet, die du ihm gabest, dir erziehet! dann, Gott! verklärt ihn einst dein Licht. In eigener Melodie 297. Erlöser! sich auf uns hernieder! die Hirten und der Heerde Glieder siehst du ver4. So felig sei auch der zu halten, für den wir jetzt die Hände falten; sieh' ihn zu deinem Dienst bereit! getreu will er sein Amt verwalten; sein Mund, sein Herz sind dir geweih't. 5. O laß ihn, nur durch dich belehret, durch keines Frrthums Wahn bethöret, die Wahrheit, selbst gerühret, seh'n; und wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Wege standhaft geh'n! 6. Getreu zu lehren, fromm zu leben, nach dem, was Nothy thut, stets zu streben, dem Geiz, der Wollust Feind zu sein, sich nie der Ehrsucht zu # 220 Einführung eines Lehrers. ergeben: das präge du ibm Einführung eines Lehrer 7. Fräftig ein.pnimet. Wie schön leucht't uns z Mel. de rechter Stunde dein streng 298. Jesu! Herr& Gesetz aus seinem Munde Herrlichkeit, du König de die Sünde rüge, doch dabei ner Christenheit, du Hint das frohe Wort vom Lebens- deiner Heerde! du fichst a bunde gebeugten Sündern die erlöste Welt, regierst tröstlich sei! n. wie es dir gefällt, sorgst, da sie selig werde. Von d sind wir auch erwählet, gezählet den Erlösten, die segnen willst und trösten. 8. O laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämtem Angesichte nach treuem Fleiße rei fen seh'n; und, bei dem drückenden Gewichte des Amtes, Kraft von dir erfleh'n! utrog 9. Wenn dann auch Brüfungsstunden kämen, so laß ihn nicht sich ängstlich grämen; und unter Leiden, Schmach und Spott doch nimmer sich des Kreuzes schämen, stets deiner harren, trener Gott! mist flor 2. O wohl dem Volke! d du liebst, und dem du tra Hirten gibst, die es zum Hin mel führen; die auf des Leben rechter Bahn nach deinem Bo bild geh'n voran, und de Lehre zieren! Trene Hirten la den Seelen niemals fehla, und die Heerden mit d Hirten frömmer werden! 10. Erhalt' ihn, Herr! in deinen Schranken. In Wort, in Werken und Gedanken laß stets dein recht Gericht ihn schen'n. Laß seinen Vorsaß nimmer wanken, dir bis an's Ende treu zu sein! 11. O daß sein Herz der heut'gen Weihe sich einst im Tode noch erfreue! Steh' ihm mit deiner Gnade bei, daß das Gelübde seiner Trene ihm unverbrüchlich heilig sei! 3. Wir nehmen hier v deiner Hand den Lehrer, d du uns gesandt; Herr, seg sein Geschäfte! Die Seele die sich ihm vertrau'n, bur Lehr' und Leben zu erbau'n g Weisheit ihm und Kräft Mächtigsteh'ihm stets zur Seit daß er streite, bet' und wad, sich und And're selig mache 4. Herr! deinen Geist la auf ihm ruh'n, lehr' ihn sei Amt mit Freuden thun, scha Fürbitte für die Schulen. 221 weg, was ihn betrübet! gib, ihr zur Weisheit und zur wenn er deine Wahrheit Tugend noch immer treue lehrt, uns stets ein Herz, Führerschenkst! O guter das folgsam hört, und sich Gott! wie danken wir für im Guten übet. Stärke Leh- unsre Schulen würdig dir! rer und Gemeine; laß fici 2. Aus ihnen strömt, o deine Treue sehen, und auf Herr! dein Segen in Fülle deinen Wegen gehen 10 über alle Welt. Folgt nur die Jugend deinen Wegen, dann ist die Zukunft wohl bestellt; dann geht, nach unserm Tod, dein Wort und Werk durch unsre Kinder fort. nd 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegen führen! die Seelen sind ihm zugezählt; o gib, daß dort ihm keine fehlt! laß keine ihn verlieren! Vor dir, Nichter! wird der Lehrer und der Hörer dann sich freuen, und dir Jubellieder weihen. 3. O gib den Lehrern Licht und Kräfte und Trieb, die Kin der dir zu weih'n! laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte ihr Ruhm und ihre Freude sein! gib ihnen Liebe für ein Amt, aus dem das Heil so Vieler stammt! 4. D welch ein Amt voll Pflicht und Würde! Steh', Bater, jedem Lehrer beil er leicht're seines Amtes Bürde, daß er stets froh und heiter sei. Und immer zeig' er sich als Christ, der wirkt, so lang es Tag noch ist. i 19 5. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn Unmuth in die Seele schleicht, dann müß' er jenen Lohn erblicken, einst reicht; doch uns sei og den deine Hand ihm dort auch ein Herz gewährt, das dankbar ihn erfreut und ehrt! 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! du kommst im Namen unsers Herrn, in Jesu Christi Namen. O reich uns deine Freundeshand; führ'uns zum ew'gen Vaterland! Gott mit dir! Amen! Amen! Segne, Bater, diese Stunde! laß dem Bunde treu uns leben, bis wir uns zu dir erheben. Fürbitte für die Schulen. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 299. Preis dir! der du auch unsrer Jugend mit väterlicher Huld gedenkst, und 222 Fürbitte bei der Taufe. 6. Gott! laß jede Schule blühen, und reich an guten Früchten sein! Laß jedes Lehrers Eifer glühen, der und Führer war! NO MI Kinder Herzen dir zu weily'n einst segu' ihn die beglückte Schaar, der er hier Fremd 2c. 4. Die heilige Tanfe. Fürbitte bei der Taufe. Mel. Liebster Jefu, wir sind z. 300. Jesus Christ! dich bitten wir: laß dies Kind auf unfern Armen gnädig wohlgefal len dir, und erzeige dein Erbar men, daß es möge fromm auf Erden und im Himmel selig werden.nl kilisent gold and 2. Mach' es, o Herr Jesu! rein durch dein Blut von sei nen Sünden, laß es deinen Geist erneu'n, und mit dir genau verbinden; da wir ihm den Namen geben; schreib es in dein Buch zum Leben. 3. Hirte! nimm dies Schäf lein an; Haupt! mach' es zu deinem Gliede; Lehrer! zeig ihm deine Bahn; Friedesürst! sei du sein Friede; König! laß es deinen Willen künftig immer treu erfüllen! 4. Laß uns Alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben; endlich auch, wenn dir's gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, undimshimmel zu den Frommen mit der Siegeskrone kommen! Mel. Herr Jesu Christ, dich zu x 301. Du schufft dies Kin zur Seligkeit; dir sei's nab Leib und Geist geweih't! Al vater! nimm es gnädig auf regiere seinen Erdenlauf. 2. Du riefst die Kindlein einst zu dir; o Herr! ver trauend bringen wir hier die sen Säugling auch dir dar: g sell' ihn zu der Deinen Schaar 3. Und du der Lieb' Hoffnung Geist, der Fromm stärkt und unterweist: zarte Seele bilde du, führe sie dem Himmel zu! die 4. Uns Allen sei es heil'y Wahrheit Licht; daß wir Pflicht, zu wandeln in de wir ver eint dem Ziele nah'n, und ein der Treue Lohn empfah'n! mel. Jesus, meine Zuversicht 302. In den Bund Christenheit ist dies Kind aufgenommen; laß es d'u in früher Zeit, Gott! Nuh' des Glaubens kommen Diesem heil'gen Bund alle Erinnerung an die Taufe. müs' es Herz und Leben weih'n! 2. Es erkennt den Tag noch nicht, der sein Antlitz mild be scheinet, weiß noch nicht, was ihm gebricht, wenn es hülfsbedürftig weinet; sieht nicht, wer es sorgsam trägt, nicht, wer mütterlich es pflegt. 3. So umstrahlt uns höh' res Licht, ohne daß wir's jetzt noch sehen; wissen, was uns gut ist, nicht, wenn wir bang um Hülfe flehen; seh'n die Hand nicht, die uns schützt, und uns spendet, was uns nüßt. 4. Doch wir wissen, was du bist! Nichts diesen Trost uns rauben. Daß ein Gott stets nah' ihm ist, müss' auch dieses Kind einst glauben. Gib nun, daß es, fromm und treu, deiner, Gott! sich immer freu'! Mel. Nun lob' mein' Seel' z. 20. 223 vor des Mittlers Throne sich einst verherrlicht seh'.. 2 Geweiht zum Christenthume, sind Gott dem Herrn auch wir geweiht; nur ihm zum Preis und Ruhme zu führen unsre Lebenszeit. Dies stärk' uns zum Vertrauen, mit tindlich frohem Sinn zum Himmel aufzuschauen, zu unserm Vater hin! Es lehre uns ermessen, was uns dein Wort verspricht; es lass' uns nie vergessen die ihm gelobte Pflicht! His B Erinnerung an die Taufe. mel. Lobt Gott, ihr Christen zc. 304. Daß ich in deiner Christenheit, mein Gott! geboren bin, und durch die Taufe dir geweih't!:,: wie sehr ist's mir Gewinn! 2. In meiner Kindheit ward ich schon mit dir und dem bekannt, den du von deinem Himmelsthron, zum Heil der Welt gesandt.:;: 303. Geweih't zum Christenthume, ist dieses Kind dir, Gott! geweih't; erzieh' es dir zum Ruhme, zur Tugend und Gottseligkeit; gib, daß es deiner Liebe sich immer dankbar freu', und durch des Geistes Triebe dir stets gehorsam 4. Erleuchtet durch dein sei; daß fröhlich es dem Lohne der Treu' entgegengeh', und 3. Jch lernte da schon früh versteh'n, was dein allweiser Nath auch mir zum ew'gen Wohlergeh'n: voll Huld verordnet hat.:,: heilig Wort, fah' ich die sich're Bahn, auf welcher wir uns Erinnerung an 224 hier und dort: dem wahren Leben nah'n.:: di die Taufe. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tobe bod zurücke; nur ein wahre Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke; dadurc ist, auch nach dem Sterben, ew'ger Segen zu erwerben. 5. Du riefst vom Laster mich zurück, und gabst mir Trost im Schmerz; du zeigtest mir des Christen Glück :,: und bildetest mein Herz.: thn 6. Wie dank' ich dir, Alllie- 4. Laß mich drum, wie dir's bender! für diese Batertreu? Gib, daß dir immer inniger : mein Herz ergeben sei.:: two 7. Auch ich bin dir zum Eigenthum durch deinen Sohn erkauft; auch ich bin, dir zum Dienst und Ruhm,:: auf fein Gebot getauft. gefällt, deinem Dienst, Herr ganz ergeben, und entfernt von Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben, daß auch i einst, wenn ich sterbe, daß verheiß'ne Leben erbe! on Ja Met. Wer nur den lieben Gott :: * TOT 8. Dir will ich dann, o stärke mich! mein ganzes Leben weih'n: so freu't mein Geist auf ewig sich: des Glücks, ein Christ zu sein!:,: Tun siur Mel. Liebster Jesu! wir sind sc. 305. Mein Erlöser! der du mich dir zum Eigenthum erkaufet, als dein Jünger bin auch ich auf dein heilig Wort getaufet. Derwecke mich zum Fleiße, recht zu sein das, was ich heiße! 2. Gib, daß ich mit Achtsam keit meinen Taufbund oft be- auf dessen Tod ich bin getauft! trachte, und nur das zu jeder Zeit 3. Ich bin getauft; ich für Gewinn und Freude achte, hab' empfangen den schönsten daß ich, Jesu! deinen Willen Schmuck, das Ehrenkleid; treulich suche zu erfüllen. Gottes Preise soll ich prangen 306. Ich bin getauft; i steh' im Bunde mit meinem Herrn, mit meinem Gott! so sprech' ich stets mit frohem Munde in Kreuz und Trübfal, Angst und Noth. Jch bin ge tauft; deß freu' ich mich, deß freu't mein Herz auf ewig sich 2. Jch bin getauft, bin über geben dir, Vater, Sohn und heil'ger Geist! Geheiligt with mein Sinn und Leben, daß di mein Herz und Wandel preift, dich, der so theuer mich erkauft Erinnerung an die Taufe. 225 in Heiligkeit, Gerechtigkeit; imot 8. Ich bin getauft; ob ich Schmuck, der alle Erdenpracht zu Schanden und zu Nichte macht. auch sterbe, was schadet inir denn Tod und Grab? Ich weiß mein Vaterland und Erbe, das ich bei Gott im Himmel hab'. O dort ist mir schon bereit der Kinder Gottes Seligkeit. 4. Jch bin getauft; es steht geschrieben im Buch des Lebens, wohlbekannt dem, der mich zählt zu seinen Lieben, mein Name von des Vaters domovod mili( Mel. Wach', auf mein Herz ze Hand; und mehr bin ich, ich, 307. Noch ch' ich, Gott! Gottes Kind! als Könige der Erde sind. sid dir dich kannte, eh' ich dich Bater nannte, kamst du mit reichem Segen mir väterlich entgegen. 5. Ich bin getauft; weicht, Feinde! weichet! ich stche unter Gottes Schuß, der seinem Kind die Hände reichet, und biete eurem Zürnen Truß! Greift frevelnd Gottes Kind ihr an, so wißt, daß er mich schützen kann.$ 198 6. Jch bin getauft; was kann mir fehlen, wenn stets der Vater mein gedenkt? Wer kann die guten Gaben zählen, die er den Seinen huldreich schenkt? Er ist so reich, und liebt so sehr; drum schenkt er ihnen täglich mehr. 7. Ich bin getauft; ich bin zufrieden. Groß ist des Baters Lieb' und Treu'! Ich werde nie von ihm geschieden, sein Wohlthun ist ja täglich nen. Wie es mein Vater schickt und fügt, bin ich mit Allem wohl vergnügt. röd 20 2. Du ließest deine Gnade mir zu des Lebens Pfade schon in der Kindheit Jahren durch Christum offenbaren. s 3. Den Geist mir zuerhellen, steh't zu der Wahrheit Quellen auch mir der Zugang offen, im Glauben, Lieben, Hoffen. 4. Schon lange vor mir kamen, getauft auf Christi Namen, der Erdenwaller Viele durch deinen Geist zum Ziele. 5. D! laß zu allen Zeiten nur diesen Geist mich leiten; gelingen laß mein Streben, dem Netter treu zu leben.d 6. Mich soll im Tugendlaufe der Weih'bund meiner Taufe erheitern, wecken, stärken zumt Fleiß in guten Werken.g 7. Mein Höchster Wunsch auf Erden ist: frei von 15 226 Bitten der Confirmanden. Schuld zu werden, daß, wo Glauben auch Tod und Grab mein Fuß auch walle, ich nicht rauben. Wie sollte Lust dir, Herr! wohlgefallc. d, und Leiden mich je von Jesu scheiden? 8. Mir kanu den frommen 2.dal bumi mi Mob 5. Die Confirmation.dor Jul uns von Sünden frei, und tröst' uns, dir zur Ehre; daß wir dir hier, wie in Freuden, so in Leiden, leben, sterben, und die Seligkeit ererber! bit til Bitten der Confirmanden. Mel. Wie schön leucht't uns 2. 308. Mit heil'ger Freude nahen wir, Erlöser, Jesus Christus! dir, uns deinem Dienst zu weihen! wir naMel. Christus, der ist mein x. hen, Herr! mit Herz und 309. Antiebender! wir me ne hen uns betend deinem Thron erhör' uns, deine Kinder, durch Christum, deinen Sohn 2. Als seines Reiches Er ben und auf sein Wort ge tauft, hat er, der Welt- Erlo ser, uns theuer sich erkauft. reichen Bund als Christen zu erneuen. Und du, Jesu! woll'st zum Bunde dieser Stunde Segen sprechen; daß wir nimmermehr ihn brechen. 2. Heil uns! wir haben dich erkannt, Gott Vater! und das Baterland, im Himmel uns bereitet, und dich, Sohn Gottes, Jesus Christ! daß du der Sünder Heiland bist, der sie zum Himmel leitet. Laß bein uns sein; unser Leben, dir ergeben, soll dich loben! Gib uns dazu Kraft von oben. 3. O send' uns, wie dein 3. Nicht Silber, Gold und Schätze, vergänglich- ird sches Gut, bracht' er zum Lösegelbe es war sein theures Blut. 4. Für uns ward es vergo sen! Sich' uns von Dank er glüh'n, und nimm mit Leib und Seele zum Eigenthum uns hin. 5. Den Taufbund zu e Woct verheißt, den heil'gen, neuen, sind wir versammelt guten Gottesgeist, daß er uns Weisheit lehre! Er steh' uns in Versuchung bei, er mache Le hier, und weihen unser le dir! ben und unsre Herzen 6. Du hörst, was wir gele Fürbitten bei der Confirmation. 227 schweben; c3 führt zum Sieg, es führt zu dir, cs führt zum ew'gen Leben. ben, du siehst in jedes Herz, ach! laß uns treu dir bleiben in Freude, wie in Schmerz! 7. Laß uns von dir nicht wanken! Und straucheln wir im Lauf; dann reich uns deine Hände, und hilf uns wieder auf! 8. Und führ' uns bis zum Ziele, wo du des Sieges Kron' dem treuen Kämpfer reichest, vor deinem Gnadenthron! Ima Mel. Mein erst Gefühl sei c. 310. Heil uns! geschlos sen ist der Bund, der uns mit dir verbindet, Erlöser! dessen treuer Mund uns Heil und Trost verkündet. 2. Wirkennen nun den Weg, wohin du deine Jünger leitest, und was du denen, die ihn zieh'n, an seinem Ziel bereitest. 3. Ach! laß uns dieses hohe Ziel ans Leichtsinn nie verfehlen; nie durch ein sündliches Gefühl des Lasters Wege wählen! 4. Gib, daß die freie Seele nicht dem SündenJoch sich beuge, daß dieser Tag beim Weltgericht nicht gegen uns einst zeuge! 5. Dein Kreuz, das heilige Panier, laß uns vor Augen 6. Drum laß uns ewig treu dir sein im Leben und im Sterben; dann führst du in dein Reich uns ein, als deines Himmels Erben! Fürbitten bei der Confirmation. 9f7 Mel. Komm', heil'ger Geist! xc. 311. Erhöre, Bater! unser Fleh'n für sie, die hier entschlossen steh'n, den Bund der Taufe zu erneuern, und feierlich dir zu betheuern, in ihrem Glauben fest zu steh'n, in ihrem Thun auf dich zu seh'n, im Wandel rein und rein im Herzen, dein Heil nie sorglos zu verscherzen; erfülle sie dazu mit Kraft! 2. Gib ihnen, Vater! Freudigkeit; laß des Gelübdes Heiligkeit ihr zartes Herz so tief durchdringen, daß fie das Wollen treu vollbringen. Auch wir erneuern unsern Bund, dir treu zu sein mit Herz und Mund. Laß Alle, die hier betend stehen, mit ihnen einst zum Himmel gehen. Erhör'uns, Gott! Erhör uns, Gott! dime 15* 228 Wechselgesänge bei der Confirmation. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 312. Mittler! schau' auf sie hernieder, die sich dir im Glauben weih'n, und, als deiner Kirche Glieder, dir geloben, tren zu sein. Sie sind bein, Erbarmer! weihe du, der mit so großer Treue auch für sie dahin sich gab, weih sie dir bis an das Grab! 5. Keines, keines, ach! von Allen, die mit dir den Bunderneu'n, laß aus deiner Gnade fallen, und von dir geschieden sein! Herr, besiegle ihren Glaus ben; Keinem lass' die Krone rauben, die du Allen zugedacht, die sie ewig glücklich macht! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt sein, daß sie nie vom Pfad der Tus gend in die Frre sich zerstreu'n. Schütze sie vor allen Schlingen; laß es nimmermehr gelingen, daß bei Lockungen der Welt ihre Tugend wankt und fällt. 3. Laß sie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre Mel. Wachet auf, ruft uns 2. sein, und durch deines Geis Die Gemeinde stes Triebe Wunsch und That 6. Sammle sie einst Alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deiner Kirche Glieder; einst, den Engeln Gottes gleich, singen sie dir, Herr! zu Ehren, in der Sel'gen hohen Chören dann ihr Loblied, hocherfreut, laut durch alle Ewigkeit' Wechselgesänge bei der Confirmation, des Bösen scheu'n. Stärke sie 313. Bater, groß und durch deine Gnade, daß sie auf der Tugend Pfade, wie fie findlich zu dir fleh'n, stets den Weg zum Leben geh'n. gut und weise! vereint zu bei nes Namens Preise, betreten wir dein Heiligthum. Dafin gabst du uns und Leben; bod 4. Halte sic mit starken Ar- mehr noch hast du uns gege men, wenn sie straucheln wollen, ben: dein theures Evange test; laß sie fühlen dein Erbar- lium. Zum Christenthum ge men, das sie nimmermehr ver- weiht, für Zeit und Ewigkeit läßt. Und wenn eines sich ver- deine Kinder, Gott! welches O irrte, ach dann nimm dich, treu Heil ward uns zu Theil! er Hirte! des verirrten Kindes würd' es aller Welt Theil! an; führ' es auf die rechte Bahn: 2. Nimm u dieser sel'gen zu 110 Wechselgesänge bei der Confirmation. 229 Stunde zum freudenreichen Ziel hinan, wo wir des Christenbunde auch unsre Lebens Kron' empfah'n. Söhn' und Töchter auf. Unterrichtet in den Lehren des Hei lands, dem wir angehören, voll brachten sie der Kindheit Lauf! Nun steh'n vereint sie hier, sich, Welterlöser! dir ganz zu weihen. Steh ihnen bei, daß rein und frei ihr Schwur und reich gesegnet sei. Die Confirmanden din 3. Sei willkommen, sel'ge Stunde! die uns gesellt zum Christenbunde, uns weih't dem Evangelium. Herr! vernimm den Schwur der Treue, wir übergeben uns auf's neue zu deinem ew'gen Eigenthum. Die Confirmanden. Gott Bater, Sohn und Geist, 314. Wenn wir, Vater, dir den Erd' und Himmel preist; Gott der Christen! wir wolten dein auf ewig sein; du bist der wahre Gott allein. Die Confirmirten. 4. Vater! kindlich ergeben in Freud' und Leid sei unser Leben; nimm uns in deine Vaterhut. Sohn des Höchsten! dich zu ehren, und treu zu folgen deinen Lehren, sei unser Heil und höchstes Gut! Du heil'ger Gottesgeist! der Freund und Tröster heißt, sei uns Führer auf unsrer Bahn zum heil'gen Prüfungstag: Du hier auf Erden im Glauben treu erfunden werden, so ist dein Beifall unser Lohn. Wenn sich Licht unt uns verbreitet, wenn Tugend unsern Willen leitet, so nah'n wir freudig deinem Thron. Als Christen weihen wir den Sinn und Wandel dir! Sei uns gnädig; und gib uns Kraft, gewissenhaft dem Ziel zu nah'n, das Heil uns schafft. 2. Nur durch deines Geistes Gnade gelangten wir auf heiterm Pfade zu dieſem Die Gemeinde und die Con o firmirten.bilibil gi5. Herr! du haft für uns gelitten den Kreuzestod, uns dir erstritten zum Volke. deines Eigenthums; gründ' uns felsenfest im Glauben, laß Welt und Hölle dir nicht rauben die frohen Zeugen deines Ruhms: Hilf, wenn Versuchung droht, stärk' uns in Noth und Tod! Herr! bewahre vor Unbestand, die dich erkannt; nie laß uns los aus deiner Hand. all Mel. Wachet auf! ruft uns 20 230 Wechselgesänge bei der Confirmation. verlich'st den Fähigkeiten zur heit Macht! Die Pfade geh'n Bildung viel Gelegenheiten hinan; die Frucht entblüht und halfft den Schwachen dem Staube; die Furcht treulich nach. D! laß, von besiegt der Glaube, befreit Dünkel rein, uns ferner eifrig von Menschenwahn. sein! Unser Wissen ist Stück werk doch; es lastet noch auf unserm Geist des Irrthums Joch. Bol 3. Drückt schwerer Pflichten Bürde, sinkt matt ber Treue Hand, sicht sich die Die Gemeinde. reinste Würde des edlen 3. Gott! sie wollen dir Sinns verkannt; wenn bald geloben, zum Himmel Herz das Herz erliegt im Kampfe und Blick erhoben, dein nicd'rer Triebe, erhebet uns ew'ges Eigenthum zu ſein! die Liebe; der beff're Wille siegt. Ewig wollen sie dich lieben, in jeder Tugend früh sich üben, und stets sich deiner Güte freu'n. D! leite ihren Lauf den steilen Pfad hinauf zu dem Ziele, wo Seligkeit einst den erfreut, der treu sich seinen Pflichten weih't. 4. Wenn Alles nun ent fliehet, was uns die Erde gab, der Himmel sich um zichet, uns Schwermuth drängt hinab; was balt dann unser Herz, daß es in banger Schwäche nicht troft Los zag' und breche? Die Hoffnung heilt den Schmerz! nd Die Confirmanden. 5. Für Hoffnung, Liebe, Glauben, die unser Herz er rang, Nichts müsse sie uns ralben! nimm, Gott! den Dankges sang. Sie sind kein Traumge bild'! die Liebe ist Vertrauen, der Glaubeführt zum Schauen, die Hoffnung wird erfüllt. Mel. Von Gott will ich nicht sc. Die Gemeinde. 315. Drei Zengen deiner Gnade, unendlich Gütiger! erhellen unsre Pfade mit Segen ringsumher. Sie winken Muth uns zu, geh'n traulich uns zur Seite; ihr tröstendes Gelcite bringt liebend uns zur Ruh'. da lisd. 2. Will uns mit ihren Schrecken in banger Zweifel Nacht des Unmuths Woge 316. Wie bist du, den decken: uns schützt der Wahr- kein Auge sah, uns sichtbar, met. Wie schön leucht't uns Wechselgesänge bei der Confirmation. 231 Ewiger! und nah in ihm, der mel. Schmücke dich, o liebe 2c. uns versöhnet! Jm reinsten Die Confirmanden. Menschen- Angesicht strahlt 317. Gott und Bater! uns der Gottheit blendend Licht gemildert und verschö nert. Bater, Bater! ruft ver trauend, auf dich schauend, der Entzückte, der in Jesu der in Jeſu dich erblickte. 756 jaris 2007 Aus feinem dunkeln Kreuz erblüht für unser gläuKreuz erblüht für unser gläubiges Gemüth ein helles warmes Leben, das von der Erde will und kann sich hoch und höher himmelan in ew'ger Liebe heben. Selig! Selig! von den Sünden rein, empfinden die Gemüther ganz die Fülle deiner Güter. blbin Die Gemeinde. mnd 3. kämpften All' um diesen Preis! O schlössen sich an unsern Kreis auch dieser - Die Confirmanden. 2. In der Blüthe unsrer Altare, schwören, ganz uns Jahre nahen wir nun dem dir zu weihen; darum wollst du uns verzeihen, was des Kindes Thun befleckte, als den Kinder Seelen! Geist noch Blindheit deckte; laß, o Herr! uns Gnade finden. wir bereuen unsre Sünden, Die Gemeinde diá Sie bereuen ihre Sünden, laß, o Herr! sie Gnade finden. Die Confirmanden. 3. Vater, Sohn und Geist! wir nennen unsern Gott dich, wir bekennen freudig unfern Christenglauben, den die Welt Seid mit Freuden aufge- uns nicht soll rauben. Unsern Taufbund, Herr! erneuen wir Die Gemeinde. nommen! limi Die Confirmanden, o Gerufen, machen wir uns auf, schon in der frühen Jugend Lauf ein ewig Ziel zu wählen. Die Gemeinde. Heil euch! Heil euch! Auserforne! Gottgeborne! uns hast gegeben, uns verder du Leben, Sinn und Geist forget und bewahret, und dich selbst uns offenbaret; von des Daseins ersten Tagen hast du huldreich uns getras gen; höre, Gott! mit Wohlgefallen schwachen Dank, den wir dir lallen.d Die Confirmanden. Seh't, wir kommen! Die Gemeinde. fallen schwachen Dank, den Höre, Gott! mit Wohlgefie dir Lallen. Inso 232 Wechselgesänge bei der Confirmation. mit dir, dem ewig Treuen; o Mel. Jesus, meine Zuversicht x Dreieiniger dort oben! höre, Die Gemeinde. was wir dir geloben! 16 Die Gemeinde. O Dreieiniger dort oben! höre, was sie dir geloben! Die Confirmanden. 4. Vater! findlich auf dich schauen wollen wir und dir vertrauen; unsre Schuld soll stets uns lehren, Sohn und Mittler! dich zu ehren, und dir, Geist, von Gott gegeben! wollen nie wir wider streben. Laß denn, Urquell aller Gaben! Theil an dei nem Reich uns haben. Tiny Die Gemeinde. Laß, o Urquell aller Gaben! Theil an deinem Reich uns haben. Die Confirmanden.d 5. Stärke uns mit Him melskräften, nähre uns mit Lebenssäften, leite stets mit treuer Rechte durch des Erdenthales Nächte unsre schwachen, irren Schritte; o erhöre unsre Bitte: führ' uns, Herr! durch Freud' und Leiden zu des Himmels Scligkeiten! 318. 318. Gottes Gnade ſi mit euch! sie verleih' euch Kraft und Segen! Walle freudig, Engeln gleich, euerm hohen Ziel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Weltenrichters Thron. 2. Heilig sei euch dieser Tag, heilig, was ihr jetzt ver sprochen; was der Mund wr Gott versprach, werde nie von euch gebrochen; bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod. Die Confirmirten. 3. Ja, zu treuer Folgsamkel haben wir uns dir verpflicht! Dir sei unser Herz geweiht unser Geist auf dich gerichte D wie selig werden wir dur den Bund, o Gott, mit dir 4. Stärt uns, Herr, mi deiner Kraft! schütz' uns vor der Macht der Sünden! Gil, daß wir gewissenhaft jedem Fehler uns entwinden; hil daß unser Herz dir tre standhaft unsre Tugend sei $ 12 Herr! wit Alle. Die Gemeinde. Führuns, Herr! durch Freud' und Leiden zu des Alle fleh'n, stärke liebreid Himmels Seligkeiten. dud Gunsre Seelen; daß wir nic mals irre geh'n, nie die 5. Sich', o Vorbereitung zur Feier des heil. Abendmahls. 233 Bahn des Heils verfehlen! nur nicht wahre FrömmigAlles schwindet mit der Zeit; keit.dit nied lip -dolomi od dif nu gal IC bildwall www pod moj ni 1 ind a 6. Das heilige Abendmahl. idoff Vorbereitung zur Feier des Blut und Welt, hilf uns nach heiligen Abendmahls. der Tugendringen, die dein Vorbild dargestellt, daß, der Scham und Schuld entnommen, wir zu deiner Tafel kommen. Mel. Auf, ermunt're dich ic. Chor. e 1 Chor. Om sundore 5. Hier wird Heil und Kraft zum Leben, hier wird Gnad' und Seligkeit jedem Neuigen gegeben, der mit Demuth ist bereit, um mit gläubigem Verlangen Heil und Leben zu empfangen. 319. Auer Herren Herr und König stellt ein frohes Gastmahl an; er, dem alle Welt zu wenig, dem der Himmel unterthan, läßt uns Alle doch in Gnaden, auch den Allerärmsten laben. Die Communicanten 2. Auf! ermunt're dich, Gemüthe! Auf! mein Herz! und freue dich; trau auf deines Heilands Güte; deiner auch erbarmt er sich, und läßt dir sein Mahl bereiten; nahe dich mit den Geweih'ten. Die Communicanten. 6. Speis' undtränk'uns, daß wir leben, flöß' uns Kraft und Stärkung ein; wie dem Weinstock seine Neben, laß uns dir verbunden sein, Lebenssäfte uns durchdringen, daß wir reiche Früchte bringen. met. Wachet auf, ruft uns 2c. distro Chorn 3. Keiner wird hier außge schlossen, Alle haben gleiches Recht! er erwählt zu TischgeriDie Gemeinden nossen wie den Herrn, so auch 320. Herr, du wollest den Knecht, und der Sünder mit dem Frommen wird hier gnädig aufgenommen, in Die Communicanten. 4. Hilf uns, Herr! hilf uns bezwingen Sünde, Fleisch und uns bereiten zu deines Mahles Seligkeiten! sei mitten unter uns, o Gott! Geist und Leben zu empfahen, laß würdig unser Herz sich nahen, und sprich uns los von Sünd und Tod! Sind 234 Lieder zur Feier des heil. Abendmahls. 10 wir gleich nicht ganz rein, wir sind doch, Jesu! dein; sind unfterblich. D! laß uns seh'n in jenen Höh'n von fern der Ueberwinder Lohn! thor Smgil Chor. letzte Nacht, die Nacht voll Augst und Schmerzen, die dich dem Tode nah' gebracht, sei heilig unsern Herzen. An deiner le ten Stunden Qual laß uns bei dabeinem Abendmahl mit Dant 2. Nehmt und eßt zum ew'- und Rührung denken. gen Leben das Himmelsbrod, von Gott gegeben. Des Baters Gnade sei mit euch! Nehmt und trinkt zum ew'gen Leben des Bundes Kelch, von Gott gegeben. Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eure Seele sei bis in den Tod getreu! Wacht und betet! der Weg ist schmal, klein ist die Zahl der Sieger, die der Nichter krönt! Die Gemeinde. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen als Märtyrer dir nach getragen, verließen oft das Bundesmahl, um vor'm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Muths in aller Marterqual. Verleih' Beständigkeit auch uns! Nicht Lust noch Leid laß uns scheiden, o Herr! von dir; denn dein sind wir, im Leben und im Tode dein. 2. Versammelt hattest du um dich noch einmal deine Treuen, den Bund der Liebe feierlich mit ihnen zu er neuen; von Tod und Tren nung sprachest du; vernicht war der Deinen Nuh', ihr Muth und ihre Hoffnung 3. Da gabst du, sorgend für ihr Wohl, Erquickung ihr Herzen. Du tröstetest sit liebevoll bei deinen eignen Schmerzen. Du stiftetest de Liebe Mahl, und einer besser Hoffnung Strahl ging auf in ihrer Seele. 4. Auch wir erheben unser Blick, an deines Altars S fen zu jenem höhern ew'gen Glück, zu dem uns Gott be rufen durch dich, der du für Alle starbst, und Hoffnung uns, auch uns, erwarbst, des ew'gen Lebens Hoffnung. an Lieder zur Feier des heiligen 5. Hilf, daß aus Dankbar Abendmahls. Mel. Wenn mein Stündlein 2. feit wir nun die Sünde ernst lich meiden, mit Freuden Get tes Willen thun, und standhaft 321. Herr! deines Lebens sei'n im Leiden; gib, daß Lieder zur Feier des heil. Abendmahls. 235 gelobe dir mit Freuden, auch das Unrecht still zu leiden, ungedulbig nie zu klagen, nie im Unglück zu verzagen. 4. Zwar ich kenne meine Schwäche, da ich, Herr! dir dies verspreche. Was ich heute dir versprochen, ist oft morgen schon gebrochen; darum gib mir Muth und Stärke zu der Tugend ebel'm Werke! Komm, und eile, mich vom Bösen, das mir anklebt, zu erlösen! wir deine große Huld durch Liebe, Sanftmuth und Geduld und frommes Leben chren. 6. O schenke, Herr! uns Lust und Kraft, wenn wir dein Mahl genießen, daß wir alsdann, gewissenhaft von neuem fest beschließen: uns deiner Liebe stets zu weih'n, dir unverbrüchlich treu zu sein im Leben und im Tode. Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. 322. Herr! ich falle vor dir nieder; dir ertönen meine Lie der. Wer, o Tilger meiner Sünden! wer kann deine Huld ergründen? Ach! mit welchem edeln Herzen wolltest du die tiefsten Schmerzen, Schmach und Spott für meine Schulden, ja den Kreuzestod erdulden! 2. Meine Sünden willst du decken, willst mich Todten auferwecken, willst ein ewig frohes Leben, Menschenretter! einst mir geben. Nun so sei der Bund erneuet! Ganz sei dir mein Herz geweihet! was du hasfest, will ich hassen, stets von dir mich leiten lassen. 3. Ich gelobe dir von Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen immer brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich 5. Hilf den ersten Neiz der Sünden, hilf mir bald ihn überwinden! Wecke, rühre mein Gewissen, eh' der Geist wird hingerissen; laß der Sünden Sold mich schrecken, mich der Tugend Freuden schmecken; oft schon wurden sie empfunden, hatt' ich Sünden überwunden. 6. Laß mich deine Tren' ermessen, deine Liebe nicht vergeſsen; laß mich, weich' ich ab vom Guten, Herr! dich seh'n am Kreuze bluten; Liebe schlug dir deine Wunden: dies soll mich in dunkeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhab'nem Trost erquicken! 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zukunst rüsten, daß, wenn jetzt dein Tag schon käme, Herr! vor 236 Lieder zur Feier des heil. Abendmahls. dir sich keiner schäme. Schaff', o Heiland aller Sünder! dir viel Jünger, Gott viel Kinder, die da leben, leiden, sterben, deine Herrlichkeit zu erben. man Verehrung dir erweist; den heil'gen Eifer flöß' mir ein ein Zenge deiner Huld zu sein. 8. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils! wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören Jesum seh'n und ewig chren? Hallelujah! ewig leben Alle, 5. Doch laß mich auch die die sich ihm ergeben! Halle lujah! welche Frenden sind die Früchte seiner Leiden! 4. Es werde dann für mein Gewissen dein Mahl ein tro stend Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entrissen, durch dich bei Gott Vergebung fand; so freuet meine Seele sich in deinem Heil und preiset dich dnu Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbit; durch schnöden Mißbranch entweihen, was du so thene mir erwarbst. Nie führe mid zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleih't! 6. Ich übergebe mich aufs neue, mein treuer Heiland! jetzt an dich. Ich schwöre dir den Eid der Treue vor deinen Tische feierlich. Dir will ich ewig eigen sein; du starb für mich! drum bin ich dein! Mel. Wer nur den licben 2c. 323. Hier bin ich, Jesus! zu erfüllen, was du in deiner Lei densnacht, nach deinem gnaden vollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih)' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Bewundernd denk ich an die Liebe, mit der du unser Heil bedacht. Wie stark sind beines Mitleids Triebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! O gib von deinem Todesschmerz jetzt neuen Eindrück in mein Herz.ded 3. Nie will ich mich des Mahles schämen, das, Jesu! deine Liebe preist; mit frohem Herzen Antheil nehmen, wo 7. Gleich dir, will ich den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelt, was versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben; Herr! stärke da zu mein Gemüth, da du d Schulden schwere Last aud mir aus Huld erlassen hast 8. Wie selig macht mich dann der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Lieder zur Feier des heil. Abendmahls. 237 Grabes Staube mich deiner gegeben Lebensbrod, Gewächs Allmacht Ruf erhebt, wenn der Neben, weil in aller Berge du, o großer Lebensfürst! in Gründen doch der Schatz nicht Herrlichkeit erscheinen wirst. ist zu finden, der das Labsal dieser Schalen, der dies Manna kann bezahlen. und vid thi Igre 3n eigener Melodie.. vi 4. Ach! wen sollte nicht verlangen, solcheSpeisezu empfangen; ach! wen sollte, Herr! nicht dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten? Ach! wer sollte nicht mit Thränen sich nach solchem Mahle sehnen, wo du, Herr! dich mit den Deinen willst nach Leib und Seel' Seele! komm aus dunkler 5. Herr! ich freue mich mit Jolikay Trauerhöhle, komm an's helle Licht gegangen, froh und festlich sollst du prangen; denn der Herr, voll Huld und Gnaden, hat zum Nachtmahl dich geladen; deinen Bund sollst du er neuen und dich seiner Liebe freuen. 324. Schmücke dich, erlöste vereinen? 9. Hier lieg' ich, Herr! zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Fleh'n. Laß neue Gnade auf mich fließen, mein Heiland laß es doch gescheh'n, daß mir zur Stärfung meiner Treu' dein Abendmahl gesegnet sei! sind 301 701 2. Eile, wie Verlobte pflegen, dem Geliebten froh entgegen! eile, denn es ist sein Wille! mit der unerschöpften Fülle seiner theuren Liebesgaben will er deine Seele laben; eile zu den Gnadenpforten, red' ihn an mit frommen Worten! 3. Herr! wie köstlich ist die Gabe, die ich hier vor Augen habe, und umsonst wird mir Beben, daß du selbst dich mir willst geben, Lebenskraft mir zu gewähren, mich mit deinem Leben nähren, durch des heil gen Mahles Speise auf so wunderbare Weise! O wer darf sich unterwinden, dies Geheimniß zu ergründen! 6. Jesus! laß mich würdig nahen, Heil und Leben zu cmpfahen. Mir zum Heil, und nicht zum Schaden, hast du ja mich eingeladen. Hier fall' ich zu deinen Füßen, ach! laß würdig mich genießen dieſe deine Seelenspeise, mir zum Heil und dir zum Preise! 7. Herr! du hast dein theures Leben in den Tod für uns 238 Lieder zur Feier des heil. Abendmahls. gegeben; an dem Kreuz, für uns vergossen, ist des Bundes Blut geflossen; ewig ist dein treues Lieben! Herr! von Lieb' und Dank getrieben, will ich dir denn auch mein Leben ganz zum Opfer übergeben. 8. Laß für alle meine Sünden der Vergebung Troft mich finden; all' mein Denken, all' mein Sinnen, all' mein Wollen und Beginnen, lenke, Herr! durch deine Güte, daß mit dankbarem Gemüthe ich fortan auf alle Weise dich und deine Liebe preise! o Müh', ich suche Nuh' und finde sie im Glauben der Erlösten. 9. Der du zu des Lammes Mahle einst uns rufft im Himmelssaale, wo die Sieger herrlich prangen: laß auch mich dazu gelangen, daß ich dort vor deinem Throne mich im Schmuck der Ehrenkrone ewig deiner Lieb und Treue mit den Auserwählten freue! 2. Dich bet' ich zuversicht lich an; du bist das Heil der Sünder, hast ihre Schulden abgethan; nun sind sie Gottes Kinder. Ich dent' an deines Lei dens Macht, und an dein Wort: G3 ist vollbracht! Du haft mit Heil erworben; für mich haft du dich dargestellt; mit sich ver söhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. O freue dich, mein Herz! in mir; er tilget deine Sünden, und läßt bei seinem Mahle hier dich Gnad' um Gnade finden; du rufft, und er erhört did schon, spricht liebreich:„ seige trost, mein Sohn! die Schulb ist dir vergeben! Du bist auf meinen Tod getauft, vergis nicht, dem, der dich erkauft, zum Ruhme stets zu leben!" Mel. An Wasserflüssen 2c. 325. Ich komme, Herrlund suche dich, mühselig und beladen. O würdige, Erbarmer! mich des Trostes deiner Gna- steh' dir bei, ich stärke dich; und den! Zurückgekehrt auf deine durch die Liebe gegen mich 4. ,, Dein ist der Seele Selig keit! bewahre sie im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben! Sich ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib' an mir, ſ wirst du Früchte bringen! J wird dir der Sieg Bahn, will ich mich dem Altare nah'n, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden gelingen. 5. Ja, Herr! mein Heil ist dein Gebot; ich will es treu cr Lieder zur Feier des heil. Abendmahls. 239 nicht deine Huld und Liebe in deinem Angesicht; seh'n nicht das Brod dich reichen, des Bundes Kelch uns weih'n; uns schallt nicht deine Stimme: nehmt und gedenket mein! 5. Doch wir, auch wir empfinden, wie göttlich du uns liebst, wenn du in deinem Mahle der Gnade Pfand uns gibst. Wir seh'n den Himmel offen, und der entzückte Geist hört, wie der Sel'gen Menge dich, ihren Netter, preist! füllen. Verleihe mir durch deinen Tod die Kraft zu diesem Willen! Laß mich von nun an eifrig sein, mein ganzes Leben dir zu weih'n, und deinen Tod zu preisen! Laß mich durch wahre Besserung den from men Ernst der Heiligung dir und der Welt beweisen! 802 Inis ust Mel. Ach Herr, mich armen 2c. 01007 326. Voll Andacht, Dant und Freude versammelt, beten wir, gedenken deines Todes und singen, Jesu! dir. Erweckt bei deinem Mahle zu neuer, fest'rer Treu, empfinden wir, wie selig, wer dir sich weihet, sei. 2. Wie heilig ist die Stunde, da wir uns betend nah'n, und mit gerührtem Herzen dein heil'ges Mahl empfah'n; wenn dein verdienstlich Leiden vor unsern Blicken schwebt, und auf der Andacht Flügeln der Geist zu dir sich hebt. 3. Wie brennen unsre Seelen in heil'ger Dankbegier! Wie wallen unsre Herzen voll heißer Liebe dir! Dir, unserm Herrn, geloben wir, ewig treu zu sein, und uns und unser Leben ganz deinem Dienst zu weih'n. 4. Zwar sehen unsre Augen dich, unsern Heiland nicht; 6. Dort, wonach Kampf und Siegen die Kron' am Ziel uns Lohnt, wo Tod nicht ist, nicht Leiden, wo ew'ger Friede wohnt: dort werden wir, vereinet in eine Brüderschaar, dir danken! Herr! dich preisen, der unser Retter war. 7. Laß diesen Tag der Wonne uns, Herr! gesegnet sein, daß noch dereinst im Himmel wir seines Heils uns freu'n! und was wir dir geloben, dazu verleih' uns Kraft dann enden wir mit Freuden einst unsre Pilgerschaft! Mel. Werde munter, mein 2c. 327. Kommt, und eßt das Brod des Bundes; tommt, und trinkt von diesem Wein! 240 Lieder zur Feier des heil. Abendmahls. Herr! dem Worte deines Mundes soll mein Herz gehorsam sein. Du, du blute test für mich, starbst zu mei nem Heil, und ich sollte dei ner nicht gedenken? meinen Freund durch Undankkränken? le! was der Herr an dir gethan Lob' ihn ewig und erwähle die von ihm betretne Bahn. Erist's, der sie wandeln heißt. Wähle sie! sein guter Geist wird allen guten Werken dich bei deiner Schwachheit stärken. 2. Nein, dich soll mein 6. Das Gelübde will ich Mund bekennen vor der Welt bis in den Tod; Nichts soll je von dir mich trennen, weder Glück, noch Angst und Noth! Meiner Secle Ruhm bist du; durch dich kann ich Trost und Nuh', durch dich Reinigung von Sünden, Muth im Todeskampfe finden: 563. Unter meinen Miterlösten komm' ich, Herr! zu deinem Mahl, will mich dessen freuen, trösten, daß ich von der sel'gen Zahl derer bin, die du geliebt, bis zum Tod am Kreuz geliebt, sie vom Tode zu befreien, się zum Himmel einzuweihen.and 4. Herr! das Wort, das du gesprochen, glaub' ich fest und preise dich, daß für mich dein Leib gebrochen, daß dein Blut floß auch für mich. Soll ich Gott noch ängstlich scheu'n? Nein, ich darf mich seiner freu'n! Der den Sohn für mich gegeben, will, sein Leben sei mein Leben. dor 5. Nie vergiß es, meine Sechalten, ewig dir getreu zu sein! Laß den Eifer nie er kalten, mehr und mehr mich dir zu weih'n! Dir zu folgen ist mein Glück. Wich' ich von dir zurück, würd' ich doch nach kurzen Freuden, Sch den an der Seele leiden. 77. Das Gedächtniß deiner Liebe heilige mein ganzes Herz es belebe fromme Triebe, tröst mich in Noth und Schmerz. Hes land! ich gehöre dir! Stärkebu die Hoffnung mir: auf da kurzen Bahn der Leiden fil rest du zu Himmelsfreuden tour Mel. Freu' dich sehr, o meine 328. Voll von Ehrfurcht, Dank und Freuden, kommi Herr! auf dein Gebot zu den Denkmal deiner Leiden un betrachte deinen Tod. Mit fer! der du für mich starbſt, mir ein ew'ges Heil erwarb dir zu Ehren stets zu leben sei mein eifrigstes Bestreben Nach der Feier des heil. Abendmahls. 241 wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird ja mein Glaube schwach: o! so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlaufnimmerwanke, nieermüde; so erquicket mich dein Friede! 12. Ich empfind' es jetzt auf's neue, was ich, Herr! dir schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Segen hin, zeigtest mir den Weg zu Gott, und er trugst den Kreuzestod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. 7. Ewig will ich dir es danfen, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu' beständig ist. Herr! ich hoff' es froh und fest, daß sie niemals mich verläßt. Nach des Lebens kurzen Leiden führt sie mich zu Himmelsfreuden. mod box-- Nach der Feier des heiligen Abendmahls. mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 329. Nimm hin den Dank für deine Liebe, erhabner Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich, dir getreu, stets übe, was dir, Herr! wohlgefällig ist! es müsse deines Todes Pein mir immerdar vor Augen sein!! 2. Wie kann ich dich ges nug erheben? Jch, Sünder, und des Todes werth, ich soll nicht sterben, sondern leben! du hast das Leben mir gewährt; du starbst für Sünder, starbst für mich: wie preis und ehr' ich würdig dich? 16 3. Du verlieh'st zu Gottes Gnade Zutritt mir; du hast mir Kraft, auf der Tugend sicherm Pfade fest einherzugeh'n, verschafft. Und du rufft auf's nene mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme, und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt' ich, Jesu! denn ver gebens deinen Leib, dein Blut empfah'n? nicht zur Bess'rung meines Lebens mich zu deinem Tische nah'n? Ja! mit wahrem Ernst will ich mich vor Sünden scheu'n, und dich durch ein neues frommes Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 5. Diesen Vorsatz, den ich habe, thätig dankbar dir zu sein, präg'ihn, Jesu! bis zum Grabe tief in meine Seele ein. Gibmir Kraft, ihn zu vollzich'n, Muth, die Sünde stets zu flieh'n, ihre Lockungen und Freuden bis an meinen Tod zu meiden! 6. Geh' mir, wo ich bin und 242 ad Aufforderungen zur Buße. all 3. Heil mir! dein Brod ward mir gebrochen; ich trant, Herr! deines Bundes Wein. Von Herzen hab'ich dir versprochen, dir bis zum Tode tren zu ſein. Mel. Allein Gott in der Höh 330. O Jesul dir ſi Und nungelob' ich nochmals dir, und flehe: hilf, o Heiland, mir! ewig Dank für deine beste Gabe, für meiner Seele Spei und Trank, die ich empfangen habe. Daß du an deinen Tisch als Gast mich Armen nicht verschmähet haft; wi soll ich's, Herr! dir danken! 2. Laß mich nun bleiben ( mein bestes Theil! mag stets bei dir, mit dir ver 4. Bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht! Im Kampfe hilf mir überwinden, und stärke mich zu jeder Pflicht! Im Tode noch sei, Herr! dein Heil mein höchster Trost, 5. So soll denn weder Glück noch Leiden, noch Hohn und Ruhm und Lust der Welt, mich, Herr! von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält; du bist und bleiSHA1157 147 line wond best ewig mein; laß mich nur deiner würdig sein! dia dopl 1. Trost der vist ise nigt leben! Ach! leb' un wirke du in mir; ich will mit dir ergeben. So hab' ich, wa ich haben soll, Licht, Kraf und Trost, und freudevol will ich dir ewig danken! adal suiad a wonderii. Sundon thi V. Von den Heilsgütern der Erlösung. Sündenvergebung auf Bust und Bekehrung. Aufforderungen zur Buße. sich bekehr, sich beff're in br Gnadenzeit, und mit mir le in Ewigkeit!" Mel. Bater unser im Himmelr. sc. 331. So wahr ich lebe!" o Menschenkind! verzweile 2. Dies Wort bebent 11 spricht dein Gott, mir ist nicht in deiner Sünd'; no nicht lieb des Sünders Tod; findest du Trost, Heil un mein Wunsch und Wille ist Gnad', die Gott dir zug vielmehr, daß er von Sünden faget hat, und zwar mite Aufforderungen zur Buße. 243 nem theuern Eid! O selig, Ende übereilt, damit ich heut wem die Sünd' ist leid. und jederzeit zu meiner Heimfid fahrt sei bereit! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit! Dent' nicht: zur Bess'rung ist's noch Zeit; ich will mich mit der Welt erst freu'n, und werd' dr ich ihrer müde ſein, dann eil ich und bekehre mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. Mel. Mache dich, mein Geist 2c. 332. Sichrer Mensch, noch ist es Zeit, aufzusteh'n vom Schlafe! Nahe ist die Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hör', Gott spricht; säume nicht, seinen Ruf zu hören, und dich zu bekehren. 4. Wahr ist's: Gott ist wohl stets bereit zum Wohl thun, zur Barmherzigkeit! doch weh' dem, der mit fre chem Sinn auf Gottes Langmuth fündigt hin, und seiner Seele selbst nicht schont; dem wird, wie er verdient,' gelohnt. 5. Vergebung sagt dir zu dein Gott durch des Versöhners Blut und Tod; doch welchem Sünder sagt er wohl, ob er bis morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund; verborgen ist die Todesstund'. 16. Heut' lebst du, heut' befehre dich! eh's morgen wird, kann's ändern sich. Werjeszt gesund ist, stirbt vielleicht, ch' er den Abend noch erreicht; stirbst du nun ohne Buße hin, wie willst du dem Gericht entflieh'n? 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir! daß ich noch heute komm' zu dir, und mich bekehre unverweilt, eh' mich mein 2. Noch weckt der Posaunenschall nicht die Todten alle; noch bebt nicht der Erbenball, nahe seinem Falle: aber bald, bald erschallt Gottes Ruf: Es werde, Mensch, dein Leib zur Erde! 3. Kommt nun, eh' du es gedacht, unter Sündenfreuden, deines Lebens letzte Nacht; was wirst du dann leiden, wenn dein Herz, von dem Schmerz deiner Schuld zerrissen, wird verzagen müssen! 4. Wenn vor deinem Antliz sich jede Sünd' enthüllet; wenn dann eine jede dich ganz mit Grau'n erfüllet; Nichts dich dann stärken kann, keine deiner Freuden: was wirst du dann leiden! 5. Nah' dem Untergang wirst du an des Grabes Stu16* 244 Aufforderungen fen, bang um Trost und Seelenruh', dann vergebens rue fen: Nette, Gott! mich vom Tod! Nette noch im Sterben mich von dem Verderben! zur Buße. 4. Spar' beine Buße nicht, bist du gleich jung von Jah ren, hast du auch wenig noch von Lust und Leid er fahren; die Jungen sterben auch, und müssen vor Ge richt: drum ändre dich bei Zeit; spar' deine Buße nicht! 5. Spar' deine Buße nicht! dein Leben wird sich enden; drum laß die Sünde bed dich nicht noch ferner blen den. Wie kann, wer frevel haft verachtet Gott und Mel. O Gott, bu frommer 2c. Pflicht, einst im Gericht be steh'n? spar' deine Buße nicht! 333. Spar deine Buße nicht von einem Jahr zum andern; du weißt nicht, wann 6. Spar' deine Buße nicht! du mußt aus diesem Leben so lang du noch kannst beten, wandern. Du mußt nach dei laß ja nicht ab, vor Gott nem Tod vor Gottes Ange- bußfertig hinzutreten. Be sicht; ach! denke fleißig dran, reust du deine Schuld vor spar' deine Buße nicht seinem Angesicht, so nimmt er gern dich an; spar' dein Buße nicht! 2. Spar' deine Buße nicht auf ferne Lebenstage, du weißt ja nicht, wie lang dein Richter 7. Spar' deine Buße nicht! dich noch trage. Wie bald, wie bald verlischt der Menschen Lebenslicht; wie bald ist es geschch'n; spar' deine Buße nicht! 3. Spar' deine Buße nicht bis ach! ändre hent dein Leben; sei willig, deinem Gott be ganzes Herz zu geben. Auf Jesus Christus setz' du deine Zuversicht, so wirst du sel auf dein Sterbebette! Zerreiß sein; spar' deine Buße nicht! 6. Noch, Mensch! wandelst du allhier auf des Lebens Pfade; noch ist zur Errettung dir nahe Gottes Gnade. Eil ihr zu! dann wirst du ganz durch sie erneuet und mit Trost erfreuet. in mu in Zeiten doch die starke Sündenkette! Verzweifeln müßtest In eigener Meloble. du, wenn einst dein Auge bricht, 334. Sünder! willst b du der Sünd' entsagt; ch' du drum spar die Buße nicht! sicher sein, und befreit ve * 01 Bitten um Hülfe zur Buße. 245 Angst und Bein; schaffe, daß Bitten um Hülfe zur Buße. du dich bekchrest, da du GotMel. Traurigkeit zc. tes Stimme hörest. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, 335. Gott! störe du die und errette dich! 2. Auf! die Feinde dei ner Ruh', deine Sünden nehmen zu; dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 3. Deines Herzens Härtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! eitle Ruh' deß, der dein Wort nicht achtet, und nach Wollust, Ehr' und Gut, nicht nach Tugend trachtet.d Rid 2. Gib Neu und Leid, gib Traurigkeit dem, welcher frevelnd sündigt. Strafe werd' ihm und Gericht hier zum: Heil verkündigt. 3. Wenn schon der Tod dem Sünder droht; ist dann noch Zeit zur Buße? Jetzt, am Tage seines Heils, fall' er dir zu Fuße. bi ud doon 4. Erbarme dich, Gott! väterlich um deines Sohnes willen! hilf uns, deiner Gnade Ruf gern und früh erfüllen! mod 4. Eile! denn es kommt der Tod, und wie groß wird dann die Noth, wenn man aus der Welt soll gehen, und vor Gott nicht kann bestehen. Auf! Gott Mel. Wie groß ist des 2c. ruft dich noch zu sich: eile, 336. Wie fürcht' ich mich, und errette dich! mein Herz zu prüfen, mich zu erforschen, wer ich bin! Wie blick ich über seine Tiefen bald lässig, bald mit Vorsatz hin. Mich warnet heimlich mein Gewissen: betrüg', o Mensch, dich selber nicht! Geneigt, mein Unrecht nicht zu wissen, ver geß' ich Alles, was es spricht. 2. Ich wandle ruhig auf 5. Brauch', ach brauch' die Gnadenzeit! denn die Stund' ist nicht mehr weit, da du wirst von deinem Le ben Rechenschaft dem Richter geben. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! in jag 2462 Bitten um Hülfe zur Buße dem Pfade des Leichtsinns vor mir; dann treibe mache und der Eitelkcit. Eitelkeit. Gott! tig mein Gewissen zur Neue mich und, Gott! zu dir. durch den Mißbrauch deiner Gnade versinke ich in Sicher heit. Nach tausend gern vollbrachten Sünden denk' ich einmalan Jesum Christ, und hoffe, dich versöhnt zu finden, weil er für mich gestorben ist. 13. Ausschweifend bleiben meine Triebe, und unerleuchtet mein Verstand; mein Herz ist leer von deiner Lie be, mit meinen Pflichten unbekannt; mein Glaub' ist todt und ohne Früchte, mein Wandel ohne Besserung; und den noch hoff' ich im Gerichte, o Gott! von dir Begnadigung. 6. Der du die Herzen prüfft, bekehre, erleuchte, beff're, leite mich auf deiner eb'nen Bahn, und lehre mich dann Gehorsam gegen dich. Auf dich, o Heil'ger! laß mich sehen; vor dir sei Herz und Wandel rein! se werd' ich der Gefahr entgehen, betrogen von mir selbst zu sein. B mel. Sollt' ich meinem Gett 337. Gott! aus beffen deſſen Gnadenfülle lauter Segen auf uns fließt; Alles, was bein Nath und Wille fordert, ordne und beschließt, ist der Weg zu wahren Leben. Wahre Sinnes besserung, steter Fleiß der Heligung, soll uns immer mehr erheben, bis wir, ganz von Sünden rein, deines Heils uns ewig freu'n. hid 4. Ich Unbesonnener! wie lange werd' ich mich selber hintergeh'n? Ich nahe mich dem Untergange, und will doch die Gefahr nicht seh'n. Erwecke, Gott! mich aus dem Schlafe! Ach! groß ist freilich meine Schuld! doch 2. Von den Sterblichen eile nicht mit deiner Strafe, und hab', o Vater, noch Geduld! 5. Ob ich mich vor mir selbst verhehle, verhehl ich mich vor dir doch nicht; denn in der Tiefe meiner Seele ist Alles deinen Augen Licht. Neiß ist keiner deiner großen Gnade werth; unter Alle auch nicht Einer, der nicht oft von dir sich kehrt. Den noch willst du das Verder ben deiner schwachen Kin der nicht, rufest sie zu ihrer mich aus meinen Finsternis Pflicht, rufest: warum wollt sen! entfalte du mein Herz ihr sterben? Sünder! keht Sündenbekenntniſse. zu eurem Glück, kehrt auf meinen Weg zurück! 3. Laß, Herr! dieses Wort mich rühren, reuvoll dir mein Herz zu weih'n; laß es mich zur Tugend führen, um gefällig dir zu sein. Komm' ich mühvoll und beladen mit der Sündenlast zu dir: o! so nahe du dich mir mit dem Reichthum deiner Gnaden; sei Erbarmer! gehe nicht, Vater, mit mir in's Gericht! 4. Dein Erbarmen überwieget alle Schuld, die mich verklagt; deines Geistes Beistand steget, wenn mein Geist erschrocken jagt. O! wie soll mein Herz dich lieben, der du mich in Christo liebst, und mir neue Kräfte gibst, gern die Pflichten auszuüben, die das Wort der Seligkeit den Begnadigten gebeut. on 2472 don Sündenbekenntnisse. met. Freu' dich sehr, o meine zc. 338. Gott! ich will mich ernstlich prüfen, ob ich reds lich bin vor dir! du kennst meines Herzens Tiefen; ach, entdecke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu dir in meinem Wandel sei; ob ich, recht zu thun, mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Götzen dieser Welt; aber sie sind nicht die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, daß er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter! dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll uns zwingen, gute Werke zu vollbringen. A 5. Dich von ganzem Herzen lieben, deinem Wink gehorsam sein, auch am Nächsten Liebe üben, und mich seines Wohlseins freu'n, fromm bei allen meinen Pflichten, Gott! 4. Wie ein leichter Nebel auf deinen Willen seh'n, deine Wege folgsam geh'n, redlich, was du willst, ver richten, Sündenwege ernst lich flieh'n: dies sei täglich mein Bemüh'n! schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingssünden mich, o Heiligster! von dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich ver-. 248 Sündenbekenntnisse. gaß, an dich zu denken, ließ Mel. Freu' dich sehr, o meine x vom mich lenken. 5. Oft gehorcht' ich deinem Nechte nur, daß meine Folg samkeit mir bei Menschen Ehre brächte, und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie süß war mir dies Lob! nur von ihm ließ ich mich treiben, dem Gesege treu zu bleiben. 6. Ach! wie konnt' ich dich vergessen, wie so undankbar dir fein, deine Liebe nicht ermessen, deines Beifalls nicht mich freu'n! Meinen Lohn hab' ich dahin: eitler Nuhm ward mein Gewinn; aber ihn sollt' ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten.bie 339. Höchster! denk ich an die Güte, die du mir bisher er zeigt, o! so wird mein ganz Gemüthe tief beschämet und ge beugt, daß ich dich nicht so ver ehrt, wie mich deine Vorschrift lehrt, dich, der mich so sehr gelie bet, mit Bergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Diensts geheiligt sein; doch hab' ich der Eitelkeit un bedachtsam sie geweiht; ja ih ließ zum Dienst der Sünden nur zu oft mich willig finden. 13. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater! neu; von wie manchen schwe ren Sorgen machtest du mein Herz schon frei! Was mir nützte, gabst du mir; aber ach wie dankt' ich dir? Was du gabst, hab' ich vermessen eft gemißbraucht, oft vergessen. 7. Du, der jedes Herz voll Neue gern mit seinem Trost er freut, sei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lent ihn zu dem Einen hin: dich zu lieben und vor Allendir, o Höchster! zu gefallen. 4. Fromm, gehorsam deinen 8. Laß, Herrl alle meine Werke Früchte deiner Liebe sein; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Tugend mich zu weih'n! Ich bin, Gott! dein Eigenthum; Lehren, sollt' ich stets die Sünde flieh'n; dich durch Wort und That zu ehren, sollt ich freudig mich bemüh'n. Deine Güte lote mich oft zur Buße, aber ich blieb drum sei dies mein höchster verstockt beim Ruf der Gnade Ruhm, daß ich hier schon auf der aufdemschnödenSündenpfade ErbedeinerLiebewürdigwerde! 5. Ich erkenne meine Sün prudstu Sündenbekenntnisse. muotti 249 und Grauen an. isimani Ⓒ den, beuge mich, mein Gott! mich mit Recht Furcht, Angst vor dir. Laß vor dir mich Gnade finden, neige, Herr! dein Ohr zu mir! Ach! vergib, was ich gethan; nimm mich noch erbarmend an; führe mich durch deine Gnade schnell zurück zum Tugendpfadelbo 2. Gar oft hab' ich o Gott! an Sünden Theil genommen. zu mancher bösen That wär' es wohl nicht gekommen, hätt' ich, wo ich's vermocht, schnell Einhalt ihr gethan, und nicht mit faltem Sinn gedacht: was geht's dich an? him 6. Dir ergeb' ich mich auf's neue. Gib, daß mein beschwerter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb: innre Ruhe, Seelenfrieden, sei auch mir durch ihn beschieden! hin auttgard ipind 3. Noch schändlicher war es, daß ich darüber lachte, wenn über Tugend sich die Frechheit lustig machte; wenn sündliches Geschwätz vergnügte meine Brust. Und ach! ich hört' es oft mit frevelhafter Lust. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weih'n. Gib, daß mir's an Kraft nicht fehle, dem Gelübde treu zu sein! Stehe mir stets mächtig bei, daß ich ganz dein eigen sei! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein eif rigstes Bestreben! jört 4. Ich billigte wohl gar, was Andre Böses thaten, ich zeigte willig mich, zu helfen und zu rathen; verschwieg, was mir bewußt, was Sündliches geschehen. Wie kann ich Sündenfreund, o Gott! vor dir besteh'n? 5. Und hab' ich manchmal nicht das Böse selbst befohlen? Dir, der du Alles weißt, dir ist es nicht verhohlen; gedrohet hab' ich dort, geschmeichelt hab' ach leider, leider! mir. ich hier, und man gehorchete, 6. So trag' ich denn die Schuld von vielen, vielen Sünden, die Andere verübt. Ach! laß mich Gnade finden! sei gnädig denen auch, die Mel. O Gott, du frommer 2c. 340. Gott ist der Sünden Feind. Wenn ich dies recht be denke, und ohne Eigenlieb' mein Herz zur Prüfung lenke, ob ich sie nicht gepflegt, nicht Vorschub ihr gethan? so wandeln 250 Bitten um Vergebung u. Beistand zur Bekehrung deine Vaterhuld, oheil'ger Sündenfeind! verscherzt durch meine Schuld. theures Wort sagt mir sie zu; aus ihr fließt meine Seelen ruh' und aller Trost im Leiden. 7. Regiere mich dein Geist, daß ich durch Wort und Werke dem Bösen Einhalt thu', die Guten aber stärke. Mein Beispiel sei ein Licht für die, die auf mich seh'n, daß sie, gestärkt durch mich, nur Gottes Wege geh'n! Bitten um Vergebung und Beistand zur Bekehrung. In eigener Melodie. 341. Aus tiefer Noth ruf ich zu dir, o Gott, erhör' mein Flehen! Entzieh' nicht dein Erbarmen mir, laß' Gnad für Necht ergehen! Ach! siehest du als Richter an, was wir nicht recht vor dir gethan, wer kann, o Herr! bestehen? 2. Vor dir gilt Nichts, denn Gnad' allein, dem Sünder zu vergeben; nie ist ein Mensch von Fehlern rein, auch in dem besten Leben. Und, Herr! was ist er ohne dich? wie darf der Staub, der Sünder sich des Nuhms vor dir erkühnen? 53. Drum will ich nur allein auf dich, auf mein Ver dienst nicht bauen; auf dich verlassen will ich mich, und deiner Güte trauen. Dein 4. Und ob es währt bis in die Nacht, und wieder an den Morgen, soll doch mein Herz an deiner Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. Derwahre Glaube zweifelt nicht an dem, was uns dein Wort verspricht; er harret seines Gottes. 5. Ob bei uns sind der Sün den viel, bei dir ist doch mehr Gnade; denn dein Erbarmen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade! Du bist als lein der gute Hirt, der wieder bringt, was sich verirrt; bu hilfst aus allen Nöthen. Mel. Aus tiefer Noth 2. 342. Herr Jesu Chrift! du höchstes Gut, du Zufluct der Erlösten! Ich komme mi gebeugtem Muth zu dir, mich dein zu trösten; durch dich be Bater mich zu nah'n, von dir Vergebung zu empfah'n, und Kraft zum neuen Leben. 12. Wie drücket mich der Sünden Last! nimm sie von meinem Herzen, der du audy mich erlöset hast, erlöst mit To desschmerzen; damit ich nicht vor Angst und Weh bei dem Bitten um Vergebung u. Beistand zur Bekehrung. 251 Stunden, wenn sich mein Geist der Erd' entreißt, von Sünden ganz entbunden; und nimm mich, wenn es dir gefällt, des Himmels würdig, aus der Welt, zu deinen Auserwählten! 10 Bewußtsein ganz vergeh', daß ich so viel verschuldet. 3. Denk ich mit stillem Ernst zurück an mein geführtes Leben, an das von mir verscherzte Glück; was soll dann Trost mir geben? Bei dir Herr! find' ich ihn allein; ich würde ganz verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. dis 74. Dies ewig theure Wort verspricht Heil Allen, die dich ehren; die reuevoll zu ihrer Pflicht zurück, zu dir, Herr! kehren, und nun, vom Sündenjoch befreit, aus wahrer, frommer Dankbarkeit treu deine Wege wandeln. 5. Du rufft den Sündern liebreich zu: ,, ihr Neuerfüllten alle! fommt her zu mir, ich schenk' cuch Ruh', und richt' euch auf vom Falle; mein Jochist sanft, leicht meine Last; nehmt willig sie auf euch und faßt die Hoffnung, Nuh' zu finden." 6. Herr! dieser Zuruf tröst' auch mich, wenn mich die Sünden schrecken; du weißt es, ich vertrau' auf dich; laß seine Kraft mich schmecken! Vergib, o du, der gern vergibt! das Unrecht, daß ich oft verübt, nach deiner Lieb' und Gnade. 7. Es stärke mich dein Freudengeist einst in den letzten mi toin In eigener Melodie. 343. Ach, Gott und Herr! wie drückt so schwer die Last verübter Sünden! Gebeugt fühl' ich, sie drückt auch mich. Wo soll ich Hülfe finden? 2. Wohin ich flich', verfolgen sie mit ihrer Bein mich Armen; in dieser Noth kenn' ich, o Gott! kein Heil, als dein Erbarmen. 3. Erlaß die Schuld mit Vaterhuld, und rette meine Secle. Herr! stärke mich, daß künftig ich nie wissentlichy mehr fehle. jed 4. Mach' es mit mir, wie's dünket dir; geduldig will ich's leiden. Nur woll'st du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. Vid 856 5. Das thust du nicht! Mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen. Durch Christi Tod steht ja, mein Gott! auch mir dein Himmel offen. 6. Dies tröstet mich, und 252 Bitten um Vergebung u. Beistand zur Bekehrung. ob auch sich hier Leib und Seele scheiden; so werd' ich dort, bei dir, mein Hort! erGnade wär'; müßte, würdest du nur winken, hin in To desnacht versinken. erben ew'ge Freuden. bin 5. Mich für strafles zu er 7. Dir, Gott, sei Ruhm! klären, reicht nicht meine Neue Dein Eigenthum bleib' ich zu. Und zerflöß' ich ganz in in Jesu Namen. Ich zweifle Zähren, fänd ich darum doch nicht; mein Heiland spricht: nicht Ruh'. Können eines Wer glaubt, wird selig! Amen. Sünders Thränen dich, Heiliger! versöhnen? In eigener Melodie. Melobie- 76. Aber, Jeſu! dein Erbarthird ir men, dein für mich vergoff'nes 344. Herr! ich hab' nicht Blut und dein Tod erlöſt mich Armen, heilet mich und gibt mir Muth. Dein Verdienst ist, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. recht gehandelt; schwer drückt mich die Sündenlast; ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast. Wo werd' ichy Errettung finden? Wer wird mich der Straf'entbinden? 7. Rette mich von meinen Sünden, schaff' ein reines Herz in mir, laß bei dir mich Ruhe finden, zieh' mich immer mehr zu dir! Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser! dir zu leben. sid tijet da cu fu 2. Kann ich deinem Arm entflichen? Du bist allenthalben nah'; flöh' ich, dir mich zu entziehen, himmelan, so bist du da; stürzt' ich in die Tiefe nieder, deine Rechte faßt mich wieder. 3. Herr! ich flich' in deine Hände! Außer dir ist keine Mel. O Gott, du frömmer x. Ruh; dein Erbarmen hat kein Ende; wer ist gnädiger als du? Du bist Gott, und kannst vergeben; ach, vergib und laß mich leben! the 345. Herr! höre mein Ge bet um deiner Wahrheit willen Du bist an Gnade reich, un wirst mein Seufzen stillen. Ad geh' nicht in's Gericht mit d nem armen Knecht! Vor dit, 4. Groß sind meine Sündenschulden; ihre Last ist mir o Herr! ist ja kein Sterb zu schwer. Harte Strafen müßt' licher gerecht. ich dulden, wenn nicht deine 2. Die Größe meiner Bitten um Vergebung u. Beistand zur Bekehrung. 253 Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind' ich sie; o tröste du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt! Wer ist, der außer dir, mir wahren Trost gewährt? vor dein Angesicht, mit Sünden schwer beladen. Nimm von uns, Vater! unsre Schuld, bu Gott der Langmuth und Geduld! erhöre gnädig unser Fleh'n, daß wirdein Heil, Erbarmer! seh'n. Herr, unser Gott! verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh' mit uns nicht in's Gericht. 3. Zu dir, o treuer Gott! erheb' ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bei dir; o daß ich Hülfe fände! Für Recht laß Gnad'ergeh'n! Jch hoffe, Herr! auf dich; zeig' mir den rechten Weg; erleuchte, heile mich. 4. Jch will die Sündestets als meinen Todseind hassen; mit treuer Liebe dich, mein Gott und Heil! umfassen; nur das, was dir gefällt, werd' auch von mir gethan. Führ'mich durch deinen Geist auf sichrer, ebner Bahn! 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers willen. Laß seines Opfers Trost auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unveränderlich. Dein will ich ewig sein. Herr! erhöre mich! Mel. Herzlich lieb hab' ich zc. 346. Gott! der du unsre Zuflucht bist in unserm HeiLand Jesu Christ durch deinen Geist der Gnaden! Allgütiger! verwirfuns nicht; wir kommen 2. Ward Necht und Pflicht von uns entweih't, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieh'! wir kehren voller Neu' zurück zu dir; laß, Herr! auf's neu' und deine Gnade fassen! Sie leit' uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh'. Herr, unser Gott! groß von Geduld! vor aller Schuld behüt' uns deine Baterhuld! 3. Dein Segen komm' auf Stadt und Land! laß uns, beschützt von deiner Hand, des Friedens Ruh' genießen! wend' ab von uns der Flantmen Wuth, und die Verwüstung wilder Fluth, des unser Retter, wenn uns Noth Krieges Blutvergießen! Sei des Mangels und der Seuchen droht! Du, BVater! wolleft mit uns sein, daß wir uns deines Schutzes freu'n. Herr 254 Bitten um Vergebung u. Beistand zur Bekehrung. unser Gott! verleih' uns Muth; in deiner Hut sind wir; und was du thust, ist gut. Engel fleht, die Hölle zitternd weichet! In unumschränkter Herrlichkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, regierst du wunderthätig. Wie trüg' ich, Schwa cher, dein Gericht, erhörtest du mein Flehen nicht: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Vereine, was entzweietist, der du ein Gott der Liebe bist; laß Alle friedlich leben! Den Sinn der Herrscher lenke du, daß weise sie in sich'rer Nuh'der Länder Wohl erheben; laßstets in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes sein, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir die Irrenden zurück. Herr, unser Gott! mit starker Hand schütz'jedes Land; beglücke, segne jeden Stand! 2. Hier steh' ich, wie der Zöll ner that, gebeugt, beschämt, von ferne, und flety' um Hülfe, fleh um Gnad', o Gott! du hilfft j gerne. So groß, als meine Sündenschuld, war deine Lang muth und Geduld zu meinen Wohl stets thätig; ach, Bater, ich verdien' es nicht! ich schlag nieder mein Gesicht: Gott sei mir Sünder gnädig! 5. Vernimm der Leidenden Gebet! wer in der Noth um Nettung fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Linderung und Nuh'; die Sterbenden erlöse du, erhör' ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; sei Aller Schutz, sei Aller Rath, führ' Alle auf den rechten Pfad! Herr, unser Gott! durch alles Leid der Pilgerzeit führ' uns zu deiner Herrlichkeit! 3. So vieler Sünden mit bewußt, wie straft mich me Gewissen! ich schlage, Her an meine Brust, von Neu' un Schmerz zerrissen; wie hab' id dein Gesetz entehrt! Dein Kin zu sein bin ich nicht werth; dod du bist Sündern gnädig; dru wagt es mein zerknirschter G und fleht zu dir, der Vater heißt Gott, sei mir Sünder gnädig Mel. An Wasserbächen 2c. 347. OKönig! dessen Majestät hoch über Alles steiget, vor dessen Thron der 4. Also hast du die We geliebt, uns deinen Sohn geben, daß Jeder, der sich ihn ergibt, Vergebung fänd' un Leben. Kein Sünder soll ver loren geh'n; o laß auch mi Bitten um Vergebung u. Beistand zur Bekehrung. 255 Errettung seh'n, mach' aller scher aller Herzen! ſiehſt Schuld mich ledig! Jch lasse meine Neu'; ich trau, in tiefJesum Christum nicht, bis daß sten Schmerzen, auf deinen sein Geist zu mir auch spricht: Sohn, der Gnade mir verGott ist dir Sünder gnädig! fündigt, und mich entsündigt. 5. Negiere denn mein Herz und Sinn, daß ich mich dir ergebe, und dir, deß Eigenthum ich bin, zur Freud' und Ehre lebe. Ach! heilige mich ganz und gar! es sei mein Glaube immer dar in wahrer Liebe thätig; und sollt' ich wieder irre geh'n, erhör' auch dann mein reuig Fleh'n: Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Statt aller Opfer, Nichter aller Welten! soll Jesu Tod vor dir auf ewig gelten; um seinetwillen laß mich meiner Sünden Vergebung finden. 4. Stärt' mich), des Lasters falschen Reiz zu fliehen, ein rein Gewissen Allem vorzuziehen. Mit heil'ger Freude schwör' ich dir auf's neue den Eid der Treue. 6. Mein Erdenlos, o Herr! beruht allein auf deiner Gnade. Mir geh' es übel oder gut; gib, daß es mir nicht schade. Und kommt mein Ende dann heran, so sei auch auf der Todesbahn barmherzig mir und gnädig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an, und sei mir Sünder gnädig! 1979 vid Mel. Herzliebster Jesu zc. 348. Ich flehe, Gott von ewig großer Güte! zu dir mit heilsbegierigem Gemüthe. Wer auf dich hofft, der hoffet nicht vergebens, du Gott des Lebens! 2. Du Heiligster, ErforMel. Herzlich lieb hab' ich zc. 349. Ich komme, Heil der Welt! zu dir; erbarmend rufft du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer; o laß mein Herz von Trost nicht leer! o laß es Nuh'erlangen! die Ruhe, die dem bangen Geist dein tröstend Gnadenwort verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht! mein Trost und Licht! verwirf mich, ach! verwirf mich nicht! 2. Mühselig kam ich, Herr! zu dir. Wie leid sind meine 256 Bitten um Vergebung u. Beistand zur Bekehrung. Sünden mir; ach sei mir Sün- Verschuldete, zu mir! Sich', der gnädig! Sanftmüthiger, ich komme, Herr! zu dir. der gern verzeiht, o mache aus Barmherzigkeit mich meiner Schulden ledig! der du am Kreuz gelitten haft, du trugst ja, Herr! auch meine Laft, als duzum Heil der Sünderstarbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ! ich hoff' auf dich; ich hoff' auf dich! in meiner Hoffnung stärke mich. 82. Jch auch bin so voller Sünden, voller Ungerechtig feit; nirgends kann ich in mir finden Gutes, rein und unentweiht. Meine Lüfte zu be zwingen, was ich wollte, zu vollbringen; meistens, ach! vermocht' ich's nicht; geh' nicht mit mir in's Gericht! 3. Mein ganzes Leben preise dich! erlöst haft du, mein Mittler! mich; dir will ich mich ergeben. Gibst du mir, Herr! Beruhigung, so gib auch Kraft zur Heiligung, zum frommen Erdenleben. Auf meinem Weg zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand; in allen Kämpfen stärke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ! im Leben dein, im Sterben dein: so werd' ich ewig selig fein! 3.Laß mich trauern, laß mich weinen; aber für mein zagend Herz laß auch Licht und Heil er scheinen, lind're meines Kummers Schmerz! Du allein, Herr! fannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand! weicht! ich hab' euch nie erkannt! 4. Jesu! du hast weggenom men unfre Schulden burg dein Blut; laß, Erlöser! laß kommen mir auch bein Berdienst zu gut'; dies men Herz, von Gram bedränge, das dein theures Blut bespren dir; get, übergeb' ich, Jesu, bir nimm es gnädig an von mir! 350. Jeju, Nettermei 5. Hilf mir siegen, hilf Mel. Alle Menschen müssen zc. ner Seelel ber du für die Sünder starbst, der, daß sie mir siegen! wenn die Sünde mi ansicht, laß mich ja nicht um kein Tod mehr quäle, sie zum terliegen, thu' mir, wie bein Eigenthum erwarbst; du, du Mund verspricht; komm rufest allen Sündern, wie ein selbst, in mir zu leben, Kraft Bater seinen Kindern: kommt, zur Heiligung zu geben, daß, Bitten um Vergebung u. Beistand zur Bekehrung. 257 von Sünden rein und frei, ganz mein Herz dir eigen sei! 6. Steh' mir bei in allen Leiden, stärke mich in Noth und Schmerz; Nichts laß, Herr! mich von dir scheiden; gib, daß stets mein armes Herz höre, was bein Mund geschworen: Wer da glaubt, geht nicht verloren; ewig lebt er, in's Gericht kommt, wer an mich glaubet, nicht. dumein Heiland bist; kein Trost mag sonst mir werden. Es ist kein Heiland außer dir, fein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann. Dich ruf' ich an; du bist's, der helfen will und kann! 2. Ach! meine Sünden, schwer und groß, sie reuen mich von Herzen; derselben mach' mich frei und los durch deine Todesschmerzen. Hast du genug für mich gethan, so nimmt mich Gott in Gnaden an, so bin ich frei von Sündenlast, mein Glaub' umfaßt dich, der bu sie getragen hast. 7. Herr! ich glaube; hilf mir Schwachen, ohne dich ver mag ich Nichts; du nur kannst mich mächtig machen, Quell des Lebens und des Lichts! Ohne dich müßt' ich verzagen; mit dir kann ich Alles wagen; selbst in finst're Todesnacht hast du Lebenslicht gebracht. 8. Mit dem Tod hast du gerungen; steh auch mir im Tode bei; hilf, der du den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sei. Dir, Herrl will ich fest vertrauen, dort werd' ich dein Antlik schauen, mäch tig kämpf' ich; auf den Streit THEAT folgt des Himmels Seligkeit. 352.Jesu! sich mich an in Mel. Alle Menschen müssen 2c. Gnaden, rette mich aus meiner den, ach! erbringt mir ſonst ben Noth; heile meiner Seele SchaTod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod ent17 In eigener Melodie. 351. Allein zu dir, Herr Jesu Christ! steht mein Vertrau'n auf Erden. Ich weiß, daß 3. Gib, Herr! denn auch dem Glauben Kraft, sich thätig zu erweisen, und bis zum Ziel der Pilgrimschaft durch Liebe dich zu preisen; daß bich vor Allem liebe ich, und meinen Nächsten, so wie mich, und treu verbleibe je derzeit, in Freud' und Leid, dir, Helfer voll Barmherzige keit! 258 Bitten um Vergebung u. Beistand zur Bekehrung. der Sünde Ketten, daß, von Schuld und Sünden frei, ganz ich nur dein eigen sei. reißen? Heiland! sprich doch nur ein Wort; o so weicht mein Jammer fort! 6. Mach' auf ewig mich dir eigen, daß mein Herz nur bein begehrt; hilf mir meiden, dul den, schweigen, wie dein Mund die Deinen lehrt! Dir nur, Herr! nur dir ergeben sei mein ganzes Thun und Leben; nimm es ganz, nimm Herz und Sinn Leib und Seel' und Alles hin! 2. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, all' dein Leben, von der Krippen bis man dich am Delberg band, alles Dulden deiner Leiden, Schmach und Kreuz und Todesscheiden, Alles, von Gott vorgeseh'n, ist zu unserm Heil gescheh'n. 3. Wo sich deine Hände regten, warst zu helfen du Mel. Ein lämmlein geht 2. bereit, wo die Lippen sich 353.Verschuldet ist be bewegten, schallte Trost und Seligkeit. Nicht die Starken, Heil'gen, Frommen; Sünder riefest du, zu kommen. Allen, Herrl verhießest du Hilfe, Trost und Seelenruh'. 4. Jesu! sollt' ich denn verzagen, weil ich schuldbeladen bin? Nein, ich darf, ich will es wagen, glaubensvoll zu dir zu flieh'n. Du wirst meiner dich erbarmen; nie verstießest du die Armen. GröBer noch als meine Schuld ist doch deine Gnad' und Huld. ganze Welt dir, Heiliger, Gerechter! doch, wenn n dir zu Füßen fällt des ew'gen Heils Verächter; wie bist d dann an Gnaden reich, an Liebe nur dir selber gleich, unendlich im Erbarmen. D rufft durch deinen Sohn uns zu: Kommt her zu mir und suchet Ruh'; kommt her mir, ihr Armen! 2. Ich komm' auf diesen Ruf zu dir, laß mich Erbarmung finden! Ich komm' und sehe 5. Laß die Gnade mächtig Nichts vor mir, als lauter werden, wie die Sünd' es Schuld und Sünden. Sie ben worden ist. Herr! auch mich gen mich wie eine Last, und h laß inne werden, daß du mein ben sonder Ruh' und Rast mein Erlöser bist. Eile, Heiland! armes Herz beladen. Ich fühle mich zu retten, und zerbrich so mühselig mich: drum werf Bitten um Vergebung u. Beistand zur Bekehrung. 259 ich meinen Blick auf dich, und komm' zum Thron der Gnaden. 1963. Zu deinem Throndarf ich, erlöst durch Jesum Christ, mich wagen; durch ihn der Niemand von sich stößt, der krank ist und zerschlagen. Verwirf des Herzens Opfer nicht, wie mir dein theures Wort verspricht; laß es dir wohlgefallen! Von Allem, was man Opfer heißt, gefällt dir ein zerknirschter Geist, der sich verdammt, vor Allen. Theil, durch die wir Frieden fanden; durch deine Wunden sind wir heil und frei durch deine Banden. Was zage, was verzage ich? ich halte mich nur fest an dich, Erlöser, Freund der Armen! Du machst mich frei, du hilfest mir: denn viel Vergebung ist bei dir; bei dir ist viel Erbarmen! ngedn all's 4. Es tröſte mich dein Gnadenschein; er sei mir Licht und Sonne! Sprich nur ein Wort des Lebens ein; so hör' ich wieder Wonne. Mach'dumich wie der stark und froh, denn du allein zerschlägst mich so, du kannst mich wieder heilen. Verbirg, verbirg dein Angesicht vor meiner Schuld; und laß dein Licht 2. Zwar ich bin's nicht der Sünde Wolken theilen. mel. Schwing dich auf zu sc. 354. Liebster Vater, ich, dein Kind, falle vor dir nieder; siehe, was mein Herz empfind't, und erbarm' dich wieder! Groß ist meine Sündenschuld, die mich schmerzlich reuet; größer deine Vas terhuld, die mich noch erfreuet.s Pucce werth, zu dir kindlich aufzuseHen; doch du bleibst ein Vater mir, du vernimmst mein Flehen; kennst mein Herz, ermunterst mich, es vor dir zu stillen; du erhörst mich väterlich noch um Christi willen. 3. Dies, dies soll in jedem Schmerz mein Vertrau'n erwecken. Vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir, erschrecken; trauen, Vater! will ich dir, will die Sünde hassen, 17* 5. Ja tilg', Erbarmer! tilge sie, und laß mich nicht verderben! Laß, der durch Jesum stets verzieh', mich nicht in Sünden sterben! Ja, alle unsre Schmerzen hast, all' unsrer Krankheit schwere Last, mein Jesus! du getragen. Verwundet um der Missethat und um der Sünden willen hat man dich so hart geschlagen. 16. Die Strafe wurde dir zu 260 Bitten um Vergebung u. Beistand zur Bekehrung. nie vergessen, daß du mir so viel Schuld erlassen. bauen; deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. 4. Preis sei ihm, dem Gü- 3. Ach, gedenke, Herr! der tigen, der mein Seufzen kennet, der dem Gnade Suchenden freien Zutritt gönnet! Sing' es, Seele! vor dem Herrn, fließ vor Freuden über! Gott, dein Gott, verstößt nicht gern, er begnadigt lieber. Sünden meiner Jugendjahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden, geh nicht mit mir in's Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja ver zeihen. Oso höre denn auch mich! meine Seele hofft auf dich. 10 5. Ewig bist du so gesinnt, Vater meiner Seele! Auch wenn ich, dein strauchelnd Kind, noch aus Schwachheit fehle; so gedenkst du, der du weißt, daß mein Herz bich ehret, meiner Schwachheit, und verzeih'st dem, der wiederkehret. 4. Gott! du willst des Sün ders Leben, dir ist seine Seele werth; gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du mein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! dit verwirfst ihn nicht. Mel. Alle Menschen müssen 2c. PP 355. Ich erhebe mein Gemüthe sehnsuchtsvoll, mein Gott! zu dir, denn ich kenne deine Güte; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens! Nur Verächter 6. Dir will ich mich gern deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 5. Allen, die zu dir sich wen den, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemü the, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. ergeben, Gott, mein Gott! verlaß mich nicht! Laß mich 2. Lehre mich, Herr! deine immer heilig leben, Herr! Wege, zeige deinen Willen mir! vor deinem Angesicht. Keine Daß ich richtig wandeln möge, schnöde Lust der Sünden soll führe du mich selbst zu dir! mich ferner überwinden. Ach, Gott! du stehest mein Ver- bewahr, ich bitte dich, me trauen; sicher kann ich auf dich nen Geist, und stärke mich! 261: Her! kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder, hat den Himmel auf356. Jejus nimmt die gethan Jesus nimmt die Sünder an. Sagt doch die Sünder an.domnibd ses Trostwort Allen, welche, d Die Gemeinderdis fern von rechter Bahn, noch! 6. Ja, du nimmst dieSünder auf Sünderwegen wallen; hier ist, der sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. Trost der Vergebung. Trost der Vergebung. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. panood Chor. Die Gemeinde. 2. Jesus! sich', ich komme hier, ich bekenne meine Sünden; reuevoll komm' ich zu dir, laß mich Heil und Gnade finden, daß ich deß mich trösten kann: du, Herr! nimmst die Sünder an. od an; mich auch hast du angenommen, mir den Himmel aufge than, daß ich selig zu dir kommen und es ewig rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an. ird Chorus totale 7. Keiner Gnade sind wir werth; dennoch hat in seinem Worte Gott sich gnadenvoll erklärt, und des ew'gen Lebens Pforte dem, der glaubet, aufge= than. Jesus nimmt die Sünder an. Chor.deye 3. Wenn ein Schaf verLoren ist, suchet es ein treuer Die Gemeinde. Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich daßverirrte, zeiget ihm die rechte Bahn; Je fus nimmt die Sünder an. Die Gemeinde. 4. Nun so hab' ich guten Muth; auch von meinen schweren Sünden kann ich, Herr! in deinem Blut Reinigung und Hülfe finden; und geheiligt rühm' ich dann: du, Herr! nimmst die Sünder an. Chor. 5. Kommet Alle, kommet 8. Meine Seele zaget nicht; wer will mich vor Gott ver klagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat auch meine Schuld getragen, daß mich Nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an. oder Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 357. Gott! deine Gnad' ist unser Leben, sie schafft uns Heil und Seelenruh'; dein ist's, die Sünden zu vergeben, und wil Trost der Vergebung. 262 lig ist dein Herz dazu. Dem tief verschuldeten Geschlechtschenkst du zum Leben neues Recht. 2. Um uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Frieden hätten, für uns den Tod, der Sünden Lohn. Gott! wie hast du uns geliebt, welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sei dei ner Treute, die Niemand würdig preisen kann. Du nimmst, o Vater! unsre Reue um Christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, und gläubig seinen Mittler ehrt. 4. Den, Herr! befrei'st du von den Plagen, die dem Gewissen furchtbar sind; er kann getroft und freudig sagen: Gott ist für mich; ich bin sein Kind. Hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. macht getroft im bittern Tod; er ist schon in der Pilgerzeit ein Vorschmack jener Seligkeit. 4 7. Laß, Vater! denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruh'n. Auch mir hast du dies Glück be schieden, deß tröst ich mich und hoffe nun: der aller Menschen Sünden trug, that sterbend auch für mich genug 8. D! laß mich dies im Glauben fassen, und mich mit starker Zuversicht auf deine Bundestreu' verlaffen! wenn Alles wankt, wanki ſit doch nicht. Mit Neu' und De muth such' ich dich; gib mir den Trost: Gott ist für mich 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freu'n, und deinem Dienst mein ganzes Leben in findlichem Gehorsam weil Daß, Herr! bei dir Berge bung sei, das mach' in de ner Furcht mich treu. 5. Gott! welch ein Glück genießt die Seele, die deiner Gnade sich erfreut! ob alles Erdenglück ihr fehle, fehlt ihr doch nicht zufriedenheit. 2 mel. Jesus, meine Zuversicht Dein Friebe überwieget weit 358. Hätte nicht, o Gett! die Welt und ihre Herrlichkeit. dein Sohn unsrer Schwadh 6. Dein Friede stärkt zu heit Trost gegeben, hätt frohem Muthe das Herz auch zu der Gnade Thron nicht in der größten Noth, gibt Hoff- vermocht uns zu erheben; nung zu dem ew'gen Gute, und ach! wie wollten wir besteh'n, Trost der Vergebung. 263 wenn du in's Gericht wirst zu entladen. Der Glaube geh'n? blick auf Jesum Christ, der unser Mittler worden ist, der hat uns Gott versöhnet. 2. Aber Jesus kám herab, der, ein milder Arzt, uns Kranken seines Trostes Balsam gab, eh' wir trostlos niedersanten. Wenn die Neu' uns schmerzlich drückt, wer den wir durch ihn erquickt. 1 2. Vermiß' dich nicht, un tadelhaft nach dem Gesetz zu leben; kein Mensch vermag's aus eigner Kraft; Gott hat es uns gegeben zum hellen Spiegel, welcher zeigt, wie wir zur Sünde sind geneigt, wie viel und schwer verschuldet. 3. Wort voll Huld! wie herrlich bricht doch dein Strahl durch unsre Nächte: ,, mehr erfreu'n den Himmel nicht viel vollendete Gerechte, als wenn Einer wiederkehrt, den die Sünde lang bethört." 3. Doch schaue Jesum Christum an! Der Heilige, Gerechte, hat dem Geseß genug # gethan, und unserem Geschlechte durch sein Verdienst Gerechtigkeit, die Trost und Hoffnung uns verleih't, vor Gottes Thron erworben. 4. Ob auch eine Mutter sich nicht erbarmte ihrer Kinder; du, o Herr! erbarmest dich selbst der undankbaren Sünder; selbst die Thräne später Reu' 4. Dies glaube fest und fließt nicht ungeseh'n vorbei. 5. Dies befeu're meinen Muth, endlich aus der Thorheit Retten, aus der Leidenschaften Wuth, mich zu dir, mein Gott! zu retten. Sünde lohnet nur mit Leid; Neue Lohnt mit Seligkeit! zweifle nicht! Es wird niemals gebrochen, was der Wahrhaftige verspricht; und er hat ja versprochen: wer glaubt an mich und ist gefauft, dem ist die Seligkeit er kauft; er hat das ew'ge Leben! 5. Und wenn dein Glaube nur erzeugt die Früchte guter Werke; dein Herz zu Gottes Willen neigt, zum Eigene Melodie. 359. Es ist das Heil uns Guten dir gibt Stärke; so tommen her von Gottes freien Gnaden; die Werke helfen nimmermehr, der Schuld uns zweifle nicht, er ist audy ächt; er machet dich gewiß gerecht, ist er in Liebe thätig. Trost der Vergebung. 264 6. Kann auch, was dir der Glaube gibt, dein Herz, gebeugt von Sünden, durch sie erschrecket und betrübt, nicht alsobald empfinden; so harre nur der rechten Zeit, und trau' auf Gott, denn er erfreut zur besten Zeit und Stunde. let dich, und nimmt alle Schuld auf sich. 3. Ja, mein Heiland, Trost und Leben! meiner Seele be stes Theil! du bist's, der mir Ruh' gegeben, der mir bes verlorne Heil, Gottes Segen wieder brachte. Hilf, daß ich Nichts höher achte, weder hier, noch ewig dort, als dich, o mein Schuk, mein Hort! 4. Hilf, daß ich die Sünde meide; hilf, daß keine böse Lust, keine Macht mich von dir scheide; laß mich stets mit treuer Brust, Herr! auf de nen Wegen bleiben, beinen Geist zu dem mich treiben mich in deinem Dienſt erhält. was dir, Heiland! wohlgefällt, Mel. Alle Menschen müssen 2c. 360. Freu' dich, ängstliour mind ches Gewissen! Auf, und fasse neuen Muth! du bist aller Noth entrissen durch des Welterlösers Blut. Laß dein Trauern, laß dein Weinen! Gott läßt Gnade dir erscheinen. Du bist frei, und sollst allein ewig deines Jesu sein. 5. Herr! ich will für diese Güte und für deine große Huld stets mit dankendem Gemüth meiner ew'gen Liebe Schulb dir, o Jesu! gern entrichten. Nichts soll den Entschluß ver nichten: du sollst ewig und al Lein meines Herzens Freude sein! disinila tim 2. Drückten dich gleich deine Sünden, beugten das zerriss'ne Herz; könnte NieIn eigener Melodie. mand Hülfe finden, Nie- 361. Schwing' dich auf mand stillen deinen Schmerz; zu deinem Gott, du betrübte könnte von den Sündenketten Seele! Fürchte nicht, daß in dich kein Mensch, kein Engel der Noth dir ein Helfer fehle retten: freu' dich! Jesus hei- Zweifel nicht, nicht Drohn 7. Und ob's auch schien, als wollt' er nicht, so laß dich's doch nicht schrecken. Wie Gott uns liebt, im( hellen Licht will er's oft nicht entdecken. Sein Wort laß dir Gewißheit sein; dann bleibt des Zweifels bange Bein von deinem Herzen ferne. hard ofbolt Trost der Vergebung. und List sollen dir den Glauben und den Trost, den Jesus Christ dir erworben, rauben. 2. Auf, ermanne dich zum Streit! Sieh' die Palme wehen! Kämpf um's Glück der Ewigkeit! Gott will bei dir stehen. Sprich: nimm von mir, was mir dräut! ich bin durch das Leiden meines Heilands eingeweih't zu des Himmels Freuden. 265 dann zum Freund und Erlöser haben? 6. Sagt, was ist im Himmelszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, was für mich nicht wäre? Wer hat Sonn' und Sternenglanz für mich leuchten lassen? Gottes Huld umströmt mich ganz; sollt er mich denn haffen? 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringen Leiden auf mich ein, schwindet alle Freude; mun so kommt die Prüfung doch von geliebten Händen, und ein Tag muß endlich noch all' mein Unglück enden. 3. Was ich Böses je ge than, reuet mich von Herzen. Gläubig schau' ich Jesum an, ihn, den Mann der Schmerzen. Bater! dein geliebter Sohn starb für mich mit Freuden; nun darf ich der Sünde Lohn im Gericht nicht leiden. 4. Stürme Welt nur, stürme Tod! Wer ist, der mir schade? Deckt mich doch in jeder Noth Gott mit seiner Gnade. Sie, mein Schild im schwersten Streit, süßer noch als Leben, kann mir Trost in Traurigkeit, Ruh' in Stürmen geben. 35. Quält der Zweifel mich, es sei Gott mir nicht gewogen; Täuschung ist's, denn er ist treu; er hat nie gelogen. Wärest du, o Gott! mein Feind, könnt' ein Trost mich laben? Könnt' ich Jesum 8. Gottes Kinder säen zwar traurig und in Thränen; doch es kommt ein Freudenjahr einst nach langem Sehnen. Ja, sie kommt, die Erntezeit, wo der Schmerz der Erden, wo die Thränen dieſer Zeit lauter Jubel werden. PAR 9. O so fasse dich, mein Herz! wante nicht im Glauben; laß nicht Freude, laß nicht Schmerz dir die Krone rauben. Preis ihm, der den Lod bezwang! Seinem großen Namen tön auf ewig mein Gesang! er wird helfen! Amen! Ermunterung zum Glauben. 266 Mel. Gott, du frommer 2c. model 362. Ich freue mich, dein Heil, Herr Jesu! anzunehmen; mag auch der Spötter Heer sich deines Namens schämen. Dem, der verloren geht, dem ist dein Kreuz ein Spott: doch dem, der Glauben hat, dem ist es Kraft von Gott. märt 2. O wundervolle Huld! Wer kann, o Herr! sie fas sen? Als Sohn des Ewigen der Himmel Thron verlassen, sich selbst erniedrigen, einher in Demuth geh'n, der Wahrheit Herold sein, und sich verspottet seh'n. no nis 3. Die Wunder Gottes thun, und an das Kreuz geschlagen, mit himmlischer Gemismos bod siden 2. Freudigkeit des Glaubens an Gottes Gnade in Chrifto. duld der Menschen Schulben tragen, um der zu ſein, der uns ein ewig Heil erwirbt: wie groß ist dessen Herz, der selbst für Feinde stirbt! 4. Dies müsse meine Lieb o Herr! zu dir entzünden. zu schwach, den hohen Nath der Gottheit zu ergründen, bewundr ich deine Huld, die ich nicht fassen kann, und bete, Mittler! dich in tiefste Demuth an. 5. Herr! jene beff're Welt wird mehr Licht mir gewäh ren, und deine große Hull mir völliger erklären. Unend lich ist mein Heil. O Glan be, der erfreut! Gelobt st Jesus Christ, gelobt in Ewigfeit! hamin 10 2. Sammle den zerstreuten Glauben." Sinn, laß ihn sich zum Him stisnt Mel. Jesus, meine Zuversicht sc. 363. Seele, warum hängst du dich an die Dinge dieser Erden, die in Kurzem sicherlich 3. Du verlangest oft nad doch zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. mel schwingen; richt ihn nach dem Heiland hin, laß um seine Jesum und sein Licht; alles Gnad ihn ringen! Suche Andre hilft dir nicht. Nuh', dein betrübtes Herz laben: eil' der Lebensquelle da kannst du sie reichlich haben! Ermunterung zum an sic Ermunterung zum Glauben. Hi Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unsel'ge Pein, die der Weltlust Tand gebieret; laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreudeführet! Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 5. Däucht es dir nicht arg genug, daß du so viel Zeit verdorben, da du noch um schnöden Trug leeren Scheinglücks haft geworben? Suche Jeſum und ſein Licht; alles dir 6. Gely in Einfalt stets ein her, laß dir nichts das Ziel verrücken. Gott wird gerne aus dem Meer seiner Liebe dich erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ganz ein andres Wesen heget, als dem Höch sten wohlgefällt, und dein Ursprung in sich träget? Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 267 im Geist in des Himmels lichte Höhen, laß, was dich zur Erde reißt, fern von bei nem Herzen stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 8. Siege doch, du Bild nach Gott! du, aus Gottes Hauch geschaffen, über Lust, Versuchung, Spott, dieser Erbe eitle Waffen! Suche Jefum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht 9. Schwinge stündlich dich 10. Nahe dich dem Gnadenthron deines Jesu mit Bertrauen, denn auf sein Wort darfst du schon deiner Zukunft Segen bauen. Suche Jeſsum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 11. Hold ist seine Mafestät! Laß sie dir vor Augen schweben; laß dein brünstiges Gebet dich im Flug' zu ihr erheben. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. 5 somit noon 12.Halte seiner Leitung still, du wirst schon zum Ziel gelangen. Glaube! was die Liebe will, ist ihr niemals noch entgangen. Suche Jesum und sein Licht; alles Andre hilft dir nicht. Mel. Wie groß ist des 2c. 364. So Biele geh'n umher und suchen, und finden doch das Rechte nicht; sie nennen immer sich die Klugen, wie viel der Klugheit auch gebricht. Der Eine denkt: Ich hab's ergriffen! 268 Bitten um Stärkung des Glaubens. und was er hat, ist nichts als Gold. Der Andre will die Welt umschiffen; Nichts, als ein Name, ist sein Sold. 2. Der läuft nach einem Siegerkranze, und die nach einem Lorbeerzweig; und so wird von verschiednem Glanze getäuscht ein Jeder, Keiner reich. Habt ihr von Jesu Nichts 1 of 13 ged gelesen, von ihm tein einzig Wort gehört, wie himmlisch gütig er gewesen, und welch ein Gut er uns beschert? Bitten um Stärkung des # 105 3. Wie er vom Himmel hergekommen, so milde war und so gelind? Welch Wort die Welt von ihm vernommen, wie Viel' durch ihn genesen sind? Wie er, von Liebe nur beweget, sich ganz uns hingegeben hat, und in die Gruft sich hingeleget, zum Grundstein einer Gottesstadt? 4. Kann diese Botschaft euch nicht rühren, ist euch des Menschen Sohn nicht g'nug, zu öffnen ihm des Herzens Thüren, ihm, der der Welt Verschuldung trug? D! laßt doch willig Alles fahren, thut doch auf Alles gern Berzicht, um ihm die Seele zu bewahren, ihm, der euch so viel Huld verspricht! 5. Nimm ganz mich hin, du Held der Liebe! sei du mein Le ben, meine Welt! Wenn Nichis vom Irdischen mir bliebe, ich weiß, wer ganz mich schablos hält. Du giebst mir meine Lieben wieder; du bleibst in Ewigkeit mir treu. Dir, Heil'ger! singt der Himmel Lieder; ad daß mein Herz dir heilig sei! this idea 3 Glaubens. nänd mel. D Gott, du frommer x 365. Herr! ohne Glau ben kann kein Mensch vor dit bestehen, drum wend i mich zu dir mit demuthaveb lem Flehen; o zünde selbst in mir den wahren Glauben an in welchem ich allein dir wohlgefallen kann. N 2. Laß mich, daß du re gierst, mit Leberzeugung glan ben! Nichts müsse mir den Trost aus meinem Her rauben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter feit und hier und ewig ihn.m deinem Heil erfreu'st. 3. Wahrhaftig ist dein Wort. Gib, daß ich ihm ver traue, und meine Hoffnung fest auf deine Treue baut. Gib, daß ich dir im Glück un Unglück stets getreu, und Bitten um Stärkung des Glaubens. 269 dem, was du gebeutst, von 2. Ich glaube zwar an Herzen folgsam sei! 4. Auch hilf mir, daß ich den, den bu gesandt, erkenne, ihn meinen Herrn und Gott von ganzer Seele nenne, und dankbar für das Heil, das mir sein Tod gewährt, stets thue, was er mich in seinem Wort gelehrt. dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr! alLein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne sein! 5. Sein göttliches Verdienst sei mir beständig theuer; es fülle mich mit Trost, und mache mich stets freier vom schnöden Sündendienst; es stärke mich mit Kraft, zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgrimschaft. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Theil im Himmel werden. Dann schau' ich, was ich hier, Herr! auf dein Wort geglaubt, und meine Krone wird mir nimmermehr geraubt. Endo 3. O reiche du mir selbst aus Gnaden deine Hände! Hilf meiner Schwachheit auf, daß mich von dir nichts wende! Ach! wie ein Senfkorn ist mein Glaube noch sehr klein; du wollest täglich ihm mehr Licht und Kraft verleih'n! 4. Gib, daß ich stets in mir die Zuversicht vermehre, daß du mein Vater seist, daß ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sei, damit mein Herz sich dein, als seines Gottes, freu'! 5. Und diese Zuversicht sei standhaft, Gott! und kräftig, zu meiner Heiligung lebendig und geschäftig; dawas dir gefällt; dann hab' mit ich eifrig sei, zu thun, ich, Gott! in dir den HimGaben, für Zeit und Ewig- mel auf der Welt. feit, was wir bedürfen, ha- 6. Mein Heiland! der du ben! O steh' erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich nicht, wie ich will, dir fest vertrauen kann. Mel. O Gott, du frommer 2c. 366. Herr, allerhöchster Gott! von dem wir alle einst für deine Jünger bateſt, und, wenn sie wanketen, beim Vater sie vertratest; ach! unterstütz' auch jetzt mein sehnliches 270 Bitten um Stärkung des Glaubens. Gebet, und gib des Glaubens Gott! dein Zeugniß gelten; Kraft mir, der dich darum fleht. richte meinen ganzen Sinn nur auf deine Wahrheit hin! 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen: drum unterstütze mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seele Seligkeit erlangen mag, und dich erheb' in Ewigkeit! 112 dan bu Mel. Alle Menschen müssen 2c. 367. Oft noch will mein Glaube wanken; stärk' ihn, Gott! ich bitte dich, und von zweifelnden Gedanken, treuer Gott! erlöse mich. Nie laß mich an dir verzagen, immer fühn're Bitten wagen; sinkt mein Glaube, gieße du Del der düstern Lampe zu. 4. Wahren Glauben schenk vor allen andern Gaben Vater, mir! ohn' ihn müßt ich dir mißfallen, durch ihn bin ich eins mit dir. Glauben wie wenn ich dich sähe, gleid den Jüngern, in der Nähe flöße mir, mein Heiland! ein mit dir völlig eins zu sein 5. Unaussprechlich schwach und flüchtig ist mein tief ver dorb'nes Herz; heut' ist mir d Tugend wichtig, morgen mird Sünd' ein Scherz. Laß bei d die Kraft mich finden, nen Glauben fest zu gri den! Jesus, eile; stärk h dul ach, sonst find ich kein Ruh'! so 2. Wollen Zweifel sich erheben, blendet mich des Irr- mer. Sich', hier bin ich thums Schein; o so laß das Herz nicht beben, den Verstand nicht dunkel sein! Zeige du dein Licht mir wieder! ströme Glauben auf mich nieder! Deiner Wahrheit reiner Glanz, er enthülle mir sich ganz! 368. Jesus Christus! Tr der Deinen, meines Leben bie Kraft und Licht! laß Sonne wieder scheinen, m her dein Angesicht! Laß be finden, laß dich finden, 3. Nur auf dein Wort, nicht nes Lebens Trost und Licht! auf Lehren schwacher Menschen, 2. In der dunkeln Nach aß mich seh'n; deine Stimme der Erde sprich ein: Fried laß mich hören, deine Weisheit sei mit dir! daß mein Herz recht versteh'n! Mehr als Zeug- ermuthigt werde, zeige deine niß aller Welten laß mir, Liebe mir. Weiß ich bod Freudigkeit des Glaubens. durch Kreuz und Leiden folge man am besten dir. 3. Alle deine Liebeswege lehre mich, Herr! recht versteh'n, alle deine Leidensstege voll Vertrau'n und muthig geh'n! Wird es dunkel, währt es lange: du wirst mir zur Seite steh'n. 4. Will die Furcht in's Herz sich stehlen vor der bangen Zufunft Nacht: will ich deine Treu' erzählen, die bisher für mich gewacht. Was geschah, jei mir ein Siegel deiner Huld und deiner Macht. 5. Jesus Christus! Kraft der Schwachen, meines Lebens Trost und Licht! ich will flehen, ringen, wachen; deine Treue läßt mich nicht. Laß dich finden, laß dich finden, Herr, Herr! meine Zuversicht. Mel. Herr! ich hab' nicht 2c. Freudigkeit des Glaubens. Mel. Kommt Her zu mir ac. doar 370. Ich weiß und bin's Jah 369, Jesus! hilf mir standhaft glauben! Deine Selig feit ist mein. Laß mir Nichts die Krone rauben, die des Glaubens Lohn soll sein. Hilf, daß ich dir fest vertraue, bis ich dich dort ewig schaue. 271 Kräfte geben, daß ich richtig wandeln kann. Hilf mir, hilf mir deinen Willen wil= lig, freudig stets erfüllen. 3. Jesu, hilf mir willig leiden! mache mich im Kreuz dir treu; hilft mir Furcht und Kummer meiden, in Betrübniß steh' mir bei. Gib mir in den Leidensstunden Trost und Kraft aus deinen Wunden. 2. Jesu, hilf mir christlich leben! führe mich die Tugendbahn! du, Herr! kannst mir 4. Jesu, hilf mir selig sterben! Welt und Sünde sind mir Last. Laß mich dort aus Gnade erben, was du hier verdienet hast. Hilfe mir selig überwinden, laß mich ewig Ruhe finden! t mi gewiß, daß ich erlöst bin, Gottessohn, durch dich von aller meiner Sünde. Gelott sei Gott, ich bin's gewiß! Hilf, o mein Heiland! daß ich dies bis an mein End' empfinde. 2. Wenn meine Freudigkeit zu dir, mein Glaub' und meine Hoffnung mir, o Gott! entrissen würden; was könnte mir erfreulich sein? was meiner 1272 Seele Trost verleih'n, fühlt ich des Elends Bürden. Freudigkeit des Glaubens. S'nin 3. Wenn ich von meinem Glauben wich, wie würd' in 2. Hilf mir im Glauben le meiner Seele sich bald Angst ben! sollt' auch Verfolgung und Kummer häufen; und Angst und Pein mich auf der bräche dann der Tod herein, Welt umgeben, hilf treu mir so müßte mich in Sterbens- in dem Glauben sein! J pein Verzweifelung ergreifen. Glauben laß mich sterben, 4. In dieser glaubenslo= sen Zeit des Leichtsinns und der Sicherheit wach über meinen Glauben! O Menschenhüter! wache du, daß keine Feinde meine Ruh' und meinen Trost mir rauben. wenn hier mein Lauf si schließt, und mich den Himme erben, der mir verheißen ist. Nimm mich in deine Hände bei Leb'- und Sterbensze so ist des Glaubens Ende de Seele Seligkeit. 5, Den Spott der Frevler über dich und meinen Glauben, Herr! laß mich, wie er's verdient, verachten. Mit desto stärkerer Begier laß meine Seele stets nach dir und deinem Neiche trachten! Mel. Nun lob' mein' Seel' 2c. trauen, und bleib' mit mir ver eint; so laß ich mir nicht grauen, und fürchte keinen Feind. mel. Balet will ich dir geben z 372. Ich weiß, woran ih glaube, ich weiß, was fest be steht, wenn Alles hier in Staube wie Sand und Sta verweh't; ich weiß, was ewig bleibet, wo Alles wankt und bet, und Trug die Klugen h fällt, wo Wahn die Weisent 2. Das ist das Licht b Höhe, das ist der Jens Christ, der Fels auf dem i stehe, der diamanten ist; det nimmermehr kann wanken, der Heiland und der Hor die Leuchte der Gedanken, leuchtet hier und dort. 3. Drum weiß ich, was ich bie 371. Ich weiß, wem ich kann glauben, mein Jesus ist der Glaubensgrund, den soll kein Feind mir rauben, das schwör' ich, Herr! mit Herz und Mund. Wenn deine Hand mich führet, so werd' ich sicher geh'n; wenn mich dein Geist regieret, wird's selig um mich steh'n. Ach! segne mein Ver * Freudigkeit des Glaubens. 273 statt; glaube, ich weiß, was fest det kein Verdammen besteht, und in dem Erden hier findet, wer um Hülfe staube nicht mit als Staub verweht; ich weiß, was in dem Grauen des Todes ewig bleibt, und selbst auf seinen Auen des Himmels Blumen treibt. schreit, Barmherzigkeit, Barmherzigkeit. sabl ni 5. In diese will ich mich versenken, ihr will ich gläubig mich vertrau'n, und, wenn 2c. 373. Ich habe nun den Grund gefunden, der meiner Hoffnung Anker hält; er liegt Mel. Wer nur den lieben Gott 2 mich meine Sünden fränken, schau'n; hier find' ich ja zu getrost auf meinen Heiland aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. ein ne in des Erlösers Wunden, das 6. Muß ich in meinen lag er vor der Zeit der Welt. Ein Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd' und Himmel untergeht. besten Werken, wenn ich im Brüfen redlich bin, auch Mängel noch und Fehler merken, und fällt der Selbstruhm dann dahin; so bleibt mir doch der Trost bereit: bei Gott find' ich Barmherzigkeit. 2. Ihn legte ewiges Erbarmen, das alles Denken über steigt, des Vaters, der mit offnen Armen sich liebend zu dem Sünder neigt; des Vaters, der erbarmend spricht: ich will den Tod des Sünders nicht. 3. Wir sollen nicht verLoren werden; Gott will des Sünders Seligkeit. Drum sandt' er seinen Sohn auf Erden, der uns von aller Schuld befreit. Der Heiland ruft uns huldreich zu: kommt her zu mir; bei mir ist Ruh'! 7. Wird alles Andre mir entrissen, was Leib und Seel' erquicken kann, muß ich das Glück der Erde missen, nimmt hier kein Freund sich meiner an, ist keine Hülfe weit und breit: bei Gott bleibt mir Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wird des Herzens Sehnsucht stillen; der seine Kinder nie vergißt, der Vater bleibt in Frend' und Leid, ein Helfer voll Barmherzigkeit. 4. O Liebe! welche unsre Sünden durch Christi Tod getilget hat! bei dir nur kann ich Rettung finden; hier fin- d 18 Freudigkeit des Glaubens. 274 Mel. Alle Menschen müssen ic. ou dit ld 374. Schweiget, bange fen Schutze ich der Macht der Hölle trutze. War ich glei der Sünde Knecht; er, men Zweifel, schweiget! mein Er- Gott, macht mich gerecht. barmer ist getreu, und sein 5. Theuer bin ich ihm er Geist in mir bezeuget, daß ich Gott versöhnet sei. Mir droh'n keiner Rache Flammen; will mich auch mein Herz verdammen, fass' ich dennoch Muth im Schmerz: Gott ist größer als mein Herz. st 2. Er, der das Verborgne kennet, kennt auch mich, und weiß allein, wie dies Herz von Sehnsucht brennet, ganz sich seinem Dienst zu weih'n; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle; sieht nicht meiner Zweifel Wahn, sondern meinen Glauben an. in 13. Mir auch ist sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben, und in ihm einst selig sein. Mich sah Gott von seinem Throne; mich erwählt er in dem Sohne, eh noch seiner Allmacht Ruf worben. Heil mir! hier ist t sus Christ; er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist; der zur Recher Gottes fizet; auf mich sieht, mich mächtig schützet, mich be tritt, mich nicht verstößt, mi aus aller Noth erlöst. 6. Trotz der Welt und ihn Spottes, trotz der Höll' un ihrer Wuth, bleibt mir doch d Liebe Gottes, und hält mich treuer Hut. Was will je voni mich scheiden? Angst, Gefaht Verfolgung, Leiden? Nein der seinen Sohn mir gab, jie die Hand nicht von mir 7. Laßt denn rauhe Wei stürmen! Alles um mich herst Nacht; Gott, mein Gott, with mich beschirmen, der für mein Wohlfahrt wacht. Wenn i lang' auch hüflos bliebe, lett doch mich seine Liebe durch Nacht( drum fürcht' ich Nicht mich und alle Wesen schuf. in die Wohnungen des Licht 4. Wer will nun noch den8. Freilich weiß ich, esh verklagen, den Gott selber aus- thöre Reichthum leicht das Her erwählt? den noch zu verdam- zum Geiz; blendend iſt de men wagen, den er zu den Sei- Glanz der Ehre; stark der Wo nen zählt? Hier ist Gott, in des- lust süßer Reiz; schlüpfrig sin 81 275 des Glückes Pfade; schmei chelnd ist der Hohen Gnade; stol zes lob führt leicht von Gott; oft Schrecken Gottes schreckten, wann's ihm schien, als ob ihn Wetternächte deckten? und noch leichter bittrer Spott. 3. Mag mein Herz doch zitternd wanken! Jesus hat andern Rath, andere Gedanken. In des Gnädigen Gerichte hab' ich Theil an dem Heil, an dem Erb' im Lichte! 9. Dennoch weiß ich Schmerz und Freuden, Tod und Le ben, Lob und Schmach werden mich von Gott nicht scheiden; Gott ist stark, bin ich gleich schwach. Gunst der Großen, Haß der Feinde; Ueberredungen der Freunde; Nichts erschüttert meine Treu', Gottes Liebe steht mir bei. 4. Mannigfalt sind seine Pfade; großer Zahl seine Wahl, wenn er führt zur Gnade. Dieser Seele banges Leiden bringt zum Ziel; ist es viel, mehr noch sind der Freuden. 10. Jch beharr' in meinem Glauben! wenn man mir auch Alles raubt; Nichts kann Gottes Huld mir rauben, drum erheb' ich froh mein Haupt. Heil mir! Heil mir! mein gedenket, der mir seinen Sohn geschenfet, und mich nimmermehr verläßt. Dieser Fels bleibt ewig fest. Freudigkeit des Glaubens. Mel. Warum sollt' ich mich zc. 375. Warum sollte ich nicht erben? Floß nur dir, nicht auch mir, Rettung vom Verderben? dir nur, der mit freud'gem Muthe nimmt sein Theil von dem Heil in des Mittlers Blute? ald 2. Nicht auch mir, der oft mit Beben klomm hinan auf der Bahn zu dem höhern Leben? den Mel. Herzliebster Jesu zc. 376. Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, noch Engel, die des Höchsten Thron umgeben, noch Teufel, noch Gewalt, noch Freud' und Leiden von Gott mich scheiden. 2. Der Ewige, der über mich des Sohnes nicht verSonnen thronet, hat auch für schonet; voll Huld hat er, damit wir Alle leben, ihn hingegeben. 3. Wie sollt' er nun, wenn uns die Sünden kränken, mit Jesu uns nicht Alles, Alles schenken? Ja Alles, o des Wunders von Erbarmen! schenkt er uns Armen. 16 18* 276 Freudigkeit des Glaubens. 4. So knieet denn, Erlöste, war mein Gott, half mächtig theure Brüder! voll heißen Dants vor seinem Throne nie der, ihm Alles, was wir haben, unser Leben, ganz zu ergeben. mir in Noth, und gab mir seinen Frieden! 5. Hier sind wir, Gott! Du schenktest uns Verlornen das Liebste, Jesum, deinen Eingebornen, und wir, wir bringen dir voll reiner Triebe ein Herz voll Liebe. 3. Wenn meine ganze Se le fleht, erhoben aus dem Staube; wenn ich im freudigen Gebet, mein Vater! mächtig glaube: dann steig' ich empor zum Siegerchor, dann ru ich ganz in dir, dann ist mein Geist schon hier burd Hoffnung in dir selig! ang Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. 377. Auf ewig ist der Herr mein Theil, mein Führer und mein Tröster. Er ist mein Gott, mein Licht, mein Heil, und ich bin sein Erlöster. Du verwirfst mich nicht selbst im Gericht. Mit jenes Lebens Nuh' erquickst, beschattest du mich schon in diesem Leben. 5. Jch lebe dir, ich sterbe bit doch nicht durch meine Krist 2. Fern von der Welt, mit Bin ich des Herrn; so istit dir allein, o allerhöchstes We- mir sein göttliches Geschäft sen! wie ist von aller seiner Ja, ich lebe dir, ich sterbe di Pein, durch dich mein Herz Ja, Bater, Vater! dein genesen! Der die ganze Welt ich auf ewig sein, auf e schuf und erhält, half mir und dein Versöhnter. will 4. Allgegenwärtig haft mich, auch mich, den Staub umgeben. Du sieh'ſt mid ich empfinde dich, seh'n werd ich dich und leben. Hier un dort und da ist Gott nah'! Gedanke meiner Rub wie Reich an Heil bist du wie reich am Troste Gottl 3. Erneuerung zu heiligem Sinn und Wandel Aufforderung zur Heili nicht hält und spricht: ich ke Em upp Gott, der lüget; in Solchen ist die Wahrheit nicht, bi durch den Glauben fig 378. Wer Gottes Wort Wer aber sein Wort glatt * 81 Com gung. mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Aufforderung zur Heiligung. 27.7. und hält, der ist von Gott, Gottes Wege gehet in Hoffnung nicht von der Welt.d und Geduld? ob ihr mit 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Freundlichkeit und Liebe Je dermann zu dienen willig seid? Liebe zeugen. Je höher die Era 2. Es ist der Glaube selbst kenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' er Leuchtet nicht allein; er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Nath der Sünder, folgt Christi Beispiel als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 14. Alsdann bin ich Gott angenehm, wann ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 25. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Seraphim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die Lieb'; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. zwar in der Brust verborgen; doch bricht sein Licht hervor, gleich einem hellen Morgen; er zeiget seine Kraft, daß, Christo gleich gesinnt, wir hoffen mit Geduld, in Liebe thätig sind. 3. Der Glaube hofft, was Gott in seinem Wort geschrieben; dann muß die Sorge flieh'n, die Schwermuth wird vertrieben. So folgt dem Glauben stets die sich're Hoff nung nach; sie hält im Wetter aus, besteht im Ungemach. 4. Legt Gott auch väterlich ein Kreuz uns auf zu tragen: der Glaube bringt Geduld, erleichtertalle Plagen. Statt Murren und Verdruß wird das Gebet erweckt; der Glaube weiß, daß Gott der Noth ein Ziel gesteckt. 5. Gott gab uns seinen Sohn, da wir noch Feinde wa ren, die wir den Tod verdient, und läßt uns Gnad' erfahren. O Wort voll Lebenskraft! Hat dies der Glaub' erkannt, so wird die Lieb' erweckt und Mel. Gott, du frommer 2c. 379. Bersucht und prüft Haß und Zorn verbannt. euch selbst, ob ihr im Glauben 6. Und wie uns Gott gestehet, ob euer Glaube lebt, ihr liebt, so lieben wir die Brüder. 278 Aufforderung zur Heiligung. Wir geben, flucht man uns, sein, wenn er noch liebt, was dafür den Segen wieder, das dir mißfällt, und nicht bein Leben für den Tod; bei Wort von Herzen hält. Schimpf, bei Spott und Hohn 4. Nie kannst du dem die getrösten wir uns stets der ew'gen Ehrenfron'. ng Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. 7. Gib, Gott! daß sich in Der kann kein Herz zu Jeju mir der wahre Glaube mehre, fassen, der nur der Sünden daß ich, in Hoffnung start, an Wege läuft, der seines Herrn Liebe reich, dich ehre. Erhalte Verdienst erhebt, und doch mich getreu, daß ich nach dieser als Knecht der Sünde lebt. Zeit des Glaubens Ende seh': 5. Daß mit Gerechtigkeit der Seelen Seligkeit! mit auch Stärke durch Christum mir verliehen sei, will ich durch Uebung guter Werte beweisen. Mache du mich treu, Herr! in der Liebe gegen dich! sie leite, sie beseele mich! 6. Zu deiner Ehre will i leben, der du die Miffethat vergibst, das hassen, was du mir vergeben, das ewig lieben, was du liebst. Herr! macht mein Gewissen rein; laß heilig meinen Wandel sein! sid nnd Mel. Wer nur ben lieben Gott c. 150 380. Wie theuer, Gott! ist deine Güte, die jede Missethat vergibt, sobald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, bereut und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie turz ist meine Zeit auf Er den, die mir zum Heil gemel. Gott, du frommer O 2. geben ist! Gib, daß sie mir 381. Bewahre mich, stets wichtig sei, daß ich sie Herr! vor frevelndem Be meiner Beff'rung weih'! trauen, hilf mir auf dein Ber 3. Sind, deine Gnade zu ver- dienst mit festem Glauben dienen, gleich Neu' und Bess' bauen; doch nicht, als ob es rung viel zu klein; so darf mir, von Schuld und Straft sich doch kein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu frei, für Sünd' und Miſsethat ein sich'rer Schußbrief sei. Aufforderung zur Heiligung. 2. Der ist kein Gläubiger, der nur: Herr, Herr! dich nennet, dich mit dem Mund allein, nicht mit der That bekennet, am Bundestische dir den Eid der Treue schwört, und vom Altar zurück zu seinen Sünden kehrt.ubi 3. Weh' Allen, die der Wahn, ein Christ zu sein, betrüget, wenn der Vergebung Trost in sich're Nuh' sie wieget! Wel' ihnen, wenn vom Thron einst deine Stimme spricht: Ihr Uebelthäter! weicht; ich kenn', ich tenn' euch nicht! 279 schau', und daß den Nächsten auch mein Wandel stets erbau'. 7. So hilf mir nach dem Heil mit Furcht und Zittern trachten; und ja dein Bun desblut nicht frevelnd unrein achten. Verhüte, daß ich je den Geist der Gnade schmäh, und nicht in Sicherheit den Weg des Todes geh'. mot 8. Dich, Jesus! soll mein Herz den Herrn und Heiland nennen, und nicht der Mund allein, die That auch dich bekennen. Hilf, daß ich nicht der Welt, nein, einzig lebe dir; und du, mein Herrund Gott! o lebe du in mir! 4. Vergeblich werden sie, o Herr! nach Hülfe schreien. Nur solchen Gläubigen wirst du dein Reich verleihen, die Gottes Willen hier aus allen Kräften thun, und bis zum Tode nie vom Heilsgeschäfte ruh'n. 5. Drum gib, daß ich, o Herr! von ganzem Herzen glaube, daß Nichts des Glanbens Trost und seine Kraft mir raube, und daß, durch seine Kraft erwecket und be lebt, den Weg des Heils ich geh', der mich zu dir erhebt. 6. Erleucht' und stärke mich, daß ich den Reiz der Sünde, der sich im Herzen regt, bekämpf und überwinde; daß man dein Ebenbild in meinem Wandel Mel. mer. Fren dich sehr, o meine zc. 382. Kommt, laßt euch vom Herrn belehren; kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christen Zahl! die im Glauben fest besteh'n, freu dig Gottes Wege geh'n, und den Heiland frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst mit Stolz erhebet, sondern Jesu ähnlich ist; denn das Hims melreich ist sein: Gottes Huld wird ihn erfreu'n! Gott wird Aufforderung zur Heiligung. 280 dort zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. 6 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott be reut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeih'n, Kraft zum Guten ihm verleih'n, und er soll schon hier auf Erden und auch dort getröstet werden. 4. Selig ist, wer Sanft muth liebet, nicht dem Feinde wieder flucht, niemals Nache an ihm übet, sondern wohl zuthun ihm sucht. Wer des Zornes Flamme dämpft und das eigne Herz bekämpft; Solchen wird Gott Ehr' und Leben, ja der Erde Herrschaft geben. ol 5. Selig sind, die sehnlich streben, immer mehr von Sünden rein und gerecht vor Gott zu leben, ganz der Tugend sich zu weih'n. Gott ist's, der in ihnen wohnt, durch sich selbst das Gute Lohnt. Er wird ihren Wunsch erfüllen und denedlen Dursteinst stillen. 9 6. Selig ist, wer voll Erbarmen und aus Lieb' und Menschlichkeit jedem Leidenden und Armen Hülfe, Trost und Nettung beut; wer ihm nüßt mit treuem Rath, und auch wohlthut mit der That, wird bei Gott einst Hülf' empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind die Gottge weihten, die noch reines Her zens sind, fern von niedr Wollust Freuden, gleich dem unschuldsvollen Kind; die kein Lasternoch bestrickt, kein Gefühl von Schuld noch drückt. Nichts erschüttert ihr Vertrauen, daß sie Gott einst werden schauen. 8. Selig sind des Friedens Freunde, deren Herz, selbst fern von Streit, sich viel mehr, erzürnte Feinde wieder zu gewinnen, freut; welde stets, nach Gottes Bild liebe voll und sanft und mild sich des Friedens nur be fleißen, werden Gottes Kin der heißen. 9. Selig, die um Chrifi willen leiden und sich dessen freu'n, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Marter nicht scheu'n; Gott steht ihn mächtig bei, und wird sie für ihre Treu", herrlich mit de Sieges Kronen einst in seinen Reich belohnen. 10. Herr! du wollst mich selber leiten auf der rechten Tugendbahn, daß ich dieser Seligkeiten hier und do mich freuen kann. Gib, daß Aufforderung zur Heiligung. demuthsvoll ich sei, meine Schuld vor dir bereu', die Gerechtigkeit stets liebe und an Feinden Sanftmuth übe. 281 lässet sich in allem Leiden nicht von ihrem Jesu scheiden. 4. Hoffnung macht der Liebe Muth, alle Noth zu überwinden; sie kann in der Trübsal Fluth ihren Anker fest begründen. Reichlich wirdsie einst versüßen, was wir hier erdulden müſsen. 5. Jesu, du mein Herr und Gott, ach, bewahr' in mir den Glauben! mache du den Feind zu Spott, der dies Kleinod denkt zu rauben; der dies schwache Rohr will brechen, mich durch Furcht und Zweifel schwächen. Mel. Liebster Jefu, wir sind 2c. 6. Mache meine Liebe rein, 383. Glaube, Lieb' und Hoffnung sind der wahrhafte Schmuck der Christen. Hier mit muß sich Gottes Kind höchst bestreben auszurüsten. Wo man Gott will christlich dienen, muß dies Holde Kleeblatt grünen. Ro daß sie nicht im Schein be stehe! flöß' mir Kraft des Geistes ein, daß sie mir von Herzen gehe, daß ich aus rechtschaffnem Triebe dich und meinen Nächsten liebe. h 7. Gründe meine Hoffnung fest! stärke sie in allen Nö2. Glaube legt den ersten then, daß sie dich nicht fahStein zu des Heils bewähr- ren läßt, wolltest du den Leib tem Grunde; sieht auf Fe- auch tödten. Laß sie nach dem sum ganz allein, und bekennt Himmel schauen, und auf mit Herz und Munde sich zu ew'ge Güter bauen. ine bi seines Geistes Lehren, läßt 8. Glaub' und Hoffnung sich nie durch Trübsal stören. 3. Liebe muß des Glaubens Frucht Gott und auch dem Nächsten zeigen, unter wirft sich Christi Zucht, und gibt ihm sich ganz zu eigen, 11. Daß ich gern des Armen Thränen trockne, reines Her zens sei, mit dem Feinde mich versöhne, bis zum Tode sei ge treu. Vater hilf von deinem Thron, daß ich glaub' an dei nen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße guter Werke! hören auf, wenn wir zu dem Schauen kommen; doch die Liebe dringt hinauf, wo sie Ursprung hat genommen. Ach! dort werd' ich erst recht liebeit, mich im Lieben ewig üben! 282 Bitten um Hülfe zur Heiligung. übe, auf ihn zu seh'n, ihm nachzugeh'n, mich seiner zu schämen, und gern wie sei's noch so schwer, mein Kreuz auf mich zu nehmen. 384. Ach, höchster Gott! 5. Nie müsse Stolz und G telkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zom und Bitterkeit zur Nache mid verführen! Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe; gib, daß den Feind, so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe! 6. Nie soll nach Neichthun, Gut und Geld mein Herz be gierig trachten; nie Ruhm und Ehre dieser Welt mehr, als st werth sind achten; und nie nad Pracht, nach Hoheit, Mat und eitelm Lobe streben: la mich vielmehr zu deiner Ehr in wahrer Demuth leben Bitten um Hülfe zur Heidiligung. Mel. Was mein Gott will 2c. niano verleihe mir, daß ich nur dich begehre, mein ganzes Glück nur suchy in dir und dich allein verehre; in Glück und Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß Freud' und Leid zu keiner Zeit von dir, mein Gott, mich trenne. 2. Erfülle mich mit wahrer Neu' wenn ich dich je betrübe; gib, daß ich alles Böse scheu', und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr! meine Pflicht mit Vorsatz je verletzen; der Seele Heil, mein bestes Theil, laß mich nach Wür den schätzen.dmir To 7. Laß keine Ungerechtig keit, o Gott! mein Herz schweren; durch Mittel, b dein Wort verbeut, laß mein Gut mich mehren. neig' der Sinn zum Geize hin willst du mir Güter schenken so lasse mich stets brüderlic der Dürftigen gedenken! 3. Auch bitt' ich dich, mein Gott! verleih' mir einen festen Glauben, der standhaft, treu und thätig sei, den Nichts mir könne rauben. Gib, daß ich mich all'zeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod, dein Heil getrost umfasse. 4. Hilf mir, der ich erlöset 8. Gib, daß ich Trug und bin, daß ich den Heiland liebe, Heuchelei mit aller Sorgfalt und bilde mich nach seinem fliehe; mich nie durch nied'n Sinn; gib, daß ich stets mich Schmeichelei um Menschen Bitten um Hülfe zur Heiligung. 283 von der Erde, Gott! zu dir empor mich schwinge. Wer nach dem Ewigen vor allen Dingen strebt, erfährt, daß er zum Lohn schon hier glückselig lebt. 9. Schaff', Gott! ein reines 3. Hilf, daß ich von der Herz in mir, voll Glauben, Liebe, Güte; ein Herz, das, ganz geheiligt dir, vor böser Luft sich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. gunst bemühe. Laß Jaund Nein mir heilig sein; laß nie mich liebe losrichten, und ZankundStreit mit Freundlichkeit, mit Lieb' und Sanftmuth schlichten. Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte! Hilf, daß ich immer wach, int Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet feiben 14. Gib, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige, und achtsam stets mein Ohr zu seiner Lehre neige. Dein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt; dann geh' ich, Herr! vor bir den Weg, der dir gefällt. 10. Verleihe, Herr! mir dei nen Geist, daß er mich stets regiere, mich, wie es uns dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe: so wird mein Herz, in Freud' und Schmerz, dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott! einst bei dir, den Lohn der Treue geben! ma 5. Entflamme du mein Herz mit einer reinen Liebe, die idy sowohl an dir, als an den Nächsten übe! Verleihe mir Geduld, wenn Trübsal bricht Mel. Gott, du frommer sc. 5.Herzallerliebster herein, und hilf, daß ich im Glück demüthig möge sein. 385. Gott! der du mir dieses Le ben, Leib, Seele und Ver munft aus Gnaden haft gegeben; regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was, Gott! dein Wort mich heißt. 2. Verleih', daß ich zuerst nach deinem Reiche ringe. und 6. Haß, Falschheit, Uebermuth, und Heuchelei daneben, laß ja an mir nicht sein in meinem ganzen Leben; Lift, Unrecht, Frevel, Geiz und Unbarmherzigkeit sei ganz von mir entfernt, o Gott! zu aller Zeit! ang 284 Bitten um Hülfe zur Heiligung. 7. Mit deiner rechten Hand, wenn in meinem Stand ich Herr! wollest du mich leiten, daß reden soll und muß; so gib meine Tritte nicht vom rechten den Worten Kraft und Nach Wege gleiten; wirst du mir druck' ohn' Verdruß. Schutz und Burg in meinen Nöthen sein, so geh' ich ohn'Gefahrund furchtlos aus und ein. 68. Zulegt erlöse mich von allen meinen Leiden, und wenn ich soll einmal von dieser Welt abscheiden; so stehe du mir bei mit deiner Gnadenhand, und führe mich hinauf in's rechte Vaterland! 4. Droht mir Gefahr und Noth; so laß mich nicht ver zagen. Hilf mir, mit Heldenmuth die Laft des Kreuzes tragen. Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth über wind', und brauch' ich guten Nath, so hilf, daß ich ihn find. d 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft le ben, soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben von Reich thum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß ungerechtes Gut stets ferne von mir sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauern Tritt hindurch in's Alter dringen; so gib Geduld und Kraft; vor Schande mich bewahr', mit auf daß ich tragen mag Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi, Tod ab scheiden; die Seele nimm zu dir, hinauf zu deinen Freu den; dem Leib ein Raum lein gönn' bei andrer Chri sten Grab, auf daß er seine Ruh' an ihrer Seite hab'. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen. Und 8. Wenn du die Tobtent HID In eigener Melodie. stup 386. Gott, du frommer Gott! du Geber aller Gaben! Du Vater alles Lichts! von dem wir Alles haben; Gesundheit gib dem Leib, und hilf, daß auch dabei gesund die Seel und ftets rein das Gewissen sei. 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun ge bühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und dann gerathe mir's durch deinen Segen wohl. Bitten um Hülfe zur Heiligung. wirst an jenem Tag erwecken, und auch zu meinem Grab wirst deine Hand ausstrecken; wenn einst mein Leib erwacht, der Staub bei Staube war; so führ ihn schön verklärt zur auserwählten Schaar and Mel. Von Gott will ich nicht 2. and 387. Du Geber guter Gaben, Gott! unser höchstes Gut, den wir zum Vater haben, der lauter Gutes thut! duUrsprung alles Lichts! von dir muß deinen Frommen stets alles Gute kommen; du gibst: so fehlt uns Nichts. 2. Laß mein Gebet dich rühren, das angefang'ne Werk in mir auch zu vollführen, durch deines Geistes Stärk: auf daß ich lauter sei, fest in der Wahrheit stehe, im Wandel richtig gehe und ohne Heuchelei. 285 Triebe der Demuth und Geduld; den Geist, der mich ent zünd', daß ich recht kindlich bete, den Geist, der mich vertrete, daß ich Erhörung find'! 5. Gib, daß ich deinen Wil len von Herzen gerne thu'! denn dein Gebot erfüllen bringt einzig Seelenruh'! gib, daß mich deine Kraft befestige und gründe, bis ich das Leben finde, das Jesus mir verschafft. 6. Entflamme meine Triebe, daß, ohne Heuchelei, nur dir und deiner Liebe mein Herz gewidmet sei! Ja, bleibe lebenslang, auch mitten in dem Leide, mein Ruhm und meine Freude, mein Psalm und Lobgesang! clas 3. Gib, daß ich Welt und Sünde, und Satans Macht und List durch dich, Herr, überwinde, der du mein Helfer bist! gib, daß ich ritter lich um jene Krone ringe, daß mir der Sieg gelinge; denn Alles kommt durch dich. 4. Gib mir den Geist der Liebe, der Sanftmuth und der Huld; gib mir die reinen 7. Wir armen Pilger wallen hier, als in trüber Nacht. Ach hilf, daß wir nicht fallen; hab' immer auf uns Acht! wenn ich im Straucheln bin, halt mich in deinen Schranten! wenn meine Tritte wanken, gib du mich nicht dahin! 8. Gib, daß ich, wie die Müden, hinüberschlummern mag, und weck den Leib zum Frieden dereinst am jüngsten Tag! Mach' mich im Himmel froh; schenk' mir, o Lebenssonne! auf ewig deine Wonne! Ja, es geschehe so! 286 Bitten um Hülfe zur Heiligung. Mel. Fren' bich sehr, o meine 2c. laß auf die entwirrten Sinnen nd hand pahad Stärkungen herniederrinnen. 388. Laß in meinem Pilgerkleide wallen mich zu deinem Ruhm; und von fremder Herrschaft scheide dein erkauftes Eigenthum. Treue, Herr! gib deinem Knecht, gürte mich mit Gnad und Recht; mache rein die Lampe brennen, bis wir dich empfangen können. TUM Mmel. Herr Christ, du Eingeb. x. 389. Herr Jesu, Gnadensonne, wahrhaftes Lebenslicht! laß deines Lichtes Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad' erfreuen, und meinen Geist erneuen. Mein Gott! versag' mir's nicht. 2. Vor des Glaubens Aug' erhelle sich dein Bildniß ewig klar, und, gleich einem Spiegel stelle dich mein neues Leben dar. Einfalt leite mei nen Schritt, keine Schalk heit laufe mit. Werth nur sei mein stilles Handeln denen, die im Lichte wandeln. In 3. Der du bist der Thron der Gnade und des Vaters Freundlichkeit, wasche mich im Geistesbade zum Gefäß der Heiligkeit; so wie du mich selbst verlangst, wie du gern in Seelen prangst; nicht, was eigne Zier ist, wähle meine dir geweihte Seele. 4. Scheuche mit des Nichters Blicken, was von Trug sich um mich wälzt. Sollt' ich mich mit Flimmern schmücken, die der Tag des Zorns zerschmelzt? 5. chr' mich als einen Leite frei mich durch den Tand, und vom bessern Vaterland Christen, zu kreuzigen in mit das Fleisch mit seinen Lüften, 2. Vergib mir meine Sün den, und laß, Erlöser! mich der Gnade Trost empfinden, ich sei versöhnt durch dich; daß deine Friedensgaben mein Herz mit Hoffnung laben Ach, Herr! erhöre mich. 3. Nimm ganz aus mei ner Seele den Hang zur Sünde hin, daß ich nur dich erwähle, und ernstlich mich forthin zu deinem Dienst er gebe, und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkennt niß in mir, mein Seelenhort! und öffne mein Verständniß durch dein lebendig Wort; daß ich dich ganz erfasse und nimmer von dir lasse, bis ich dich schaue dort. Bitten um Hülfe zur Heiligung. 287 und laß mich für und für wie oft hat nicht mein Herz es der Sündenlust ersterben, sollt' auch das Fleisch verderben, wenn ich nur leb' in dir. inniger empfunden, daß dein Gesetz, mein Gott! dein größter Segen ist, daß der sein Heil verkennt, der dein Gebot vergißt. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus 3. Doch, ach! ich wante innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr! verleih' mir Stärke, verleih' mir Muth und Kraft; denn das sind Gnadennoch! die Macht betrog'ner Sinne zerstört nur allzuoft, was ich mit Fleiß beginne. Gewohnheit böser Lust kämpft mit der Bess'rung noch; daß Rechte kenn' ich wohl, daß Schlimme wähl' ich doch. werke, die dein Geist in uns 4. Gib, daß, von dir geschafft: hingegen ist mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen, dem Guten abgeneigt. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu'! wehr allem Seelen schaden, und mach' mich täglich neu. Gib, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh' mir kräftig bei! stärkt, der Sinn nicht länger wanke! Rein sei das Herz vor dir und heilig der Gedanke; zugänglich sei mein Ohr der Weisheit treuem Rath; rechtschaffen, ohne Falsch mein Wort, wie meine That. 5. Fest stehe mein Entschluß, wie Gottes Felsen stehen: stets auf der sichern Bahn der Frömmigkeit zu gehen. Auch wo kein Mensch mich sieht, auch wo kein Ohr mich hört, sei Tugend heilig mir, die Jesus mich gelehrt. 6. Nah't sich Versuchung mir; hilf du sie überwinden, und in beständ'ger Treu' die Ruh' der Seele finden! Wer standhaft kämpft und ringt, dem wird vor Gottes Thron die ew'ge Seligkeit, der Trene Preis zum Lohn. Mel. O Gott, du frommer 2c. 390. Vernimm, o Gott! mein Fleh'n! ich, Pilger hierauf Erden, ich möchte jeden Taggern weiser werden. Ich möchte deinen Weg, den oft mein Fuß verliert, mit sicherm Schritte geh'n, weil er zum Ziele führt. 42. Du mur bringst mich an's Ziel. In dirgeweihtenStunden, 288 Bitten um Hülfe zur Heiligung. Mel. Ein Lämmlein geht und 2c. nicht fernerhin so unvermi gend wanken; befestige den schwachen Sinn durch himmlische Gedanken! Wenn von dem Dienst der Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit so wird es mir gelingen; so werd' ich fest und standhaft sein, mich gänzlich deinem Dienste weih'n; werd' wollen und vollbringen. inni 391. Erbarm' bich, Herr! du kennst mein Herz, geneigt zu Eitelkeiten; bald kann die Freude, bald der Schmerz zu Sünden mich verleiten. Gleich einem Rohr, vom Wind bewegt, so wankt, von Leidenschaft er regt, oft meine schwache Seele. Herr! hilf mir, daß unwandelbar im Reich der Lust und in Gefahr ich stets das Gute wähle. 2. Umsonst such' ich der Tugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, mich nicht, befreit von eitelm Wahn, zu dei ner Wahrheit leitest; erleuchte mich und führe mich, ich über gebe mich an dich. Hilf, Herr! um Jesu willen. Erhebe den gebeugten Muth; hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 3. Mein Gott, mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht, wie rauhdieBahn der Tugend! und doch trugst du mich mit Geduld. Laß, Vater! laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil; o! laß mich's als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 4. Laß doch mein Herz d 5. Ein schwacher Mensch, Herr! bin ich, und schwach sind meine Kräfte; doch meine Seele hofft aufdich: zum Heiligungs geschäfte wirst du, mein Gott! mir Kraft verleih'n, mit deiner Hülfe mich erfreu'n, vor bir gerecht zu leben. Ich will dann als dein Eigenthum, Herr! deines großen Na mens Ruhm in Ewigkeit erhe ben! Mel. Erbarm' dich mein, o' 0 392.Jch Staub vom Starbe! wer bin ich, daß du, Gott! stets meiner dich er barmst, daß du noch meiner schonst, und mir nicht nach Ber diensten lohnst? Zum Glauben und zum Thun zu schwach, gibt oft mein Herz der Sünde nach; getäuschet durch der Lüste Trug, hält es der Thor heit Wahl für flug. Bitten um Hülfe zur Heiligung. 289 2. Wie schnell ist von der mir bei, daß ich des Kleinods rechten Bahn zum Irrweg oft würdig sei, das Christus mir der Schritt gethan! wie schnell! so theu'r erwarb, als er für mein ganzes Herz erschrickt, mich am Kreuze starb! wenn es in diesen Abgrund blickt. Wie nahe gränzt die Missethat an unsers Herzens bösen Nath! Wie bald wird Frevel selbst verübt, wenn man erst Schwachheit sich vergibt! 3. Vertreib', o Gott! des Irrthums Nacht, entreiße mich der Sünde Macht! Wie glänzet deinerStreiterSchaar, die einst, wie ich, auf Erden war! sie, i zim die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! Sie ist gekrönt; ich bin im Streit; o! gib auch mir Beständigkeit! omis 4. Schmal ist der Weg zu deinen Höh'n, und Wenige sind, die ihn geh'n; die Pfort' ist eng, und der nur dringt durch sie empor, der muthig ringt. Ich lieg auf meinem Angesicht, und fleh' und weine: laß dein Licht mir leuchten, Bater! laß mich dein im Leben und im Tode sein! 6. Ja Bater! du erbarmest dich voll Huld und Gnade über mich. Vom Leibe dieses Tod's befreit, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Tugend nicht mehr wankt, dir ewig meine Seele dankt, daß sie dein Gnadenlohn beglückt, und deiner Sieger Krone schmückt! 5. Der mir in Christo Alles gab, Gott! schaue doch auf mich herab; auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmelserben, und den Staub! Erbarm' dich mein, und steh' mel. Gott bes Himmels und zc. 393. Fern vom Ziel, wor nach ich ringe, fleh' ich, o mein Gott! zu dir. Hilf, daß ich den Lauf vollbringe; wirke Muth und Kraft in mir. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bessern in mir neu. 2. Ach, ich irr' in Finsternissen, Geist der Wahrheit! ohne dich. Von Begierden hingerissen, täuscht oft meine Seele sich, suchet Ruh', und findet sie in den Erdengütern nie. side hodil mu 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält; Gott und Jesu laß mich leben, nicht den Lüsten dieser Welt. Lehre 19 290 Bitten um Hülfe zur Heiligung. mich, von Sünden rein, eifrig nur im Guten sein. 74. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin; stärke mich durch deine Gnade, wenn ich schwach und muthloß bin, daß ich näher 3. Dein, Herr! dein is jeden Tag meinem Ziele kommen mag.in Barmherzigkeit; du liebest selbst die Sünder. Seid, rufst du, hei lig, mir geweih't, und meiner Gnade Kinder! Laßt euch erneu ern, werdet gut! Dort fließ der Versöhnung Blut, und macht euch rein von Sünden 4. Dein Sohn wird, Gott! ein Mensch und stirbt, und le det unsre Strafen; büßt für die Laster und erwirbt Befreiung ihren Sklaven. Wie könnt' id eines Andern sein? Ich bin j durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 5. Durch ihn versöhnt, und, dir zum Ruhm, erkauft mit seinem Leiden, will ich mich Gott! dein Eigenthum, vo dir nie wieder scheiden. Ge kreuzigt werde mir die Well, getödtet, was dir nicht ge fällt; damit ich dir nur lebe 6. Dies wirke, Gott! dein Geist in mir; ich habe keit Vermögen, die Sünd' und Al les, Gott! was dir verhaft ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin, 5. Gib zur Uebung guter Werke mir Erkenntniß, Kraft und Lust, und im Kampfe flöße Stärke mir in die verzagte Brust! Gib mir Trost in jeder Noth, hilf mir treu sein bis zum Tod. 6. Sei mein Beistand, wenn ich sterbe; zeige meinem Geist von fern daß mir aufbehalt'ne Erbe in der Herrlich feit des Herrn! Dann, ge stärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgrimschaft. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 394.Dein bin ich, Gott! dir will ich mich zum Opfer ganz ergeben; rechtschaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben! Wie könnt' ich eines Andern sein? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich Gott! zu mir mit deinem Angesichte. Oft hast du von der Lust zur Pflicht, oft von der Finsterniß zum Licht den Strauchelnden geführet. Lob und Dank für die Erneuerung. 291 und gib mir einen neuen dessen Willen noch handeln, Sinn, damit ich dir gefalle. 17. So werd' ich, der ich finfter war, ein Licht in deinem Lichte; besteh' einst mit der kleinen Schaar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und Lobe dich, daß deine Gnad' und Treue mich gerecht und selig machte. der mir gern vergibt? der mir Gebote zu erfüllen gegeben hat, weil er mich liebt? der die Erfüllung meiner Pflichten aus lauter Güte mir vergilt? und der, anstatt mich streng zu richten, mein Herz mit Trost und Freud' erfüllt? 4. Ihm zu gehorchen, gibt der Seele schon Freude hier, dort Seligkeit! Ich weine kindlich, wenn ich fehle, vor dir, o Vater! der verzeih't. Fühl' ich die Größe meiner Sünden: ich zage nicht; ich bin ein Chrift! Wic freudig kann ich dann empfinden, daß Christus mein Erlöser ist! plecarebn Simpsol Lob und Dank für die Erneuerung. Mel. Wie groß ist des Allm, 2. 395. Wie mächtig spricht in meiner Seele, Herr! deine Stimme vollerHuld! duschonest meiner, wenn ich fehle, hast väterlich mit mir Geduld! gibst 5. Den großen, tröstenden deinen Geist, mich zu regieren, sprichst meinem Herzen freundlich zu, wirst niemals müde, mich zu führen, und sorgst für meine Seelenruh'. Gedanken geb' ich für alle Wel ten nicht. Er bleibetwahr, wenn Berge wanken; er stehet feft, wenn Alles bricht. Es mögen schreckensvoll erzittern, die Kinder des Verderbens sind! Gott mag der Erde Grund erschüttern: ich bebe nicht; ich bin sein Kind. 2. Erbarmer deiner Kreaturen, liebreicher Herr der ganzen Welt, die deiner Güte reiche Spuren auch in dem kleinsten Staub enthält! Mit Dankgefühle denk' ich dessen, was du zu meinem Heil geMel. Kommt her zu mir zc. than; laß nie die Tröstung 396. O Gott! man kennet mich vergessen: du nehmest dich des Sünders an. 3. Sollt' ich nun wider dich nicht recht. Ein stolzer Sinn wähnt sich gerecht, und sucht dich nicht von Herzen; will hei19* 292 Lob und Dank für die Erneuerung. lig leben ohne dich, vergöttert thut er gelassen, was er thut, selbstgefällig sich, und erntet Schmach und Schmerzen. im Herzen Ruh' und Stille. 2. Ich bin nur selig, Gott! durch dich, was hätt' ich, und was könnte ich, wär' ich von dir geschieden? Du senkest in des Menschen Brust des ew'gen Lebens Kraft und Lust mit deinem Himmelsfrieden. 7. Weg ist der harte Eigensinn; ganz gibt er seinem Gott sich hin mit willenlosem Wesen; in seiner Seele ist kein Zwist, kein Widerstand und keine List. Wohl ihm! er ist genesen. 8. So findet sich in Gott mein Geist, der ohn' ihn in der Irre kreist, nach langem Suchen wieder. Bei dir, Gott! will ich ewig sein, genügend bist du mir allein. O komm' zu mir hernie der! 3. Was in des Frommen Herzen wohnt, was seine Demuth reichlich lohnt, man kann es niemals nennen; es ist der Gottheit Kraft ihm nah, ein überschwänglich Gut ist da, das Stolze gar nicht kennen. 4. Er ist in Gottes Heiligthum; er betet an, verehret stumm, was seine Seele füllet; er glaubet, was er nicht kann seh'n, bleibt ehrfurchtsvoll beschämet steh'n, und fühlt sich ganz gestillet.nur 5. Verändert ist sein Sinn so sehr, daß er sich kaum kennt selber mehr; denn er ist neu geboren; zum Guten braucht er keinen Zwang, ihn treibet frommer Liebe Drang; sein Joch hat er verloren. 6. Begierde herrscht nicht über ihn, sanft fließen die Gedanken hin, geschmeidig ist der Wille. Nicht mehr be stürmt von Fleisch und Blut, * er Mel. Jesu! meine Freude 2. 397. Jesu, du mein Hirtel als ich mich verirrte, ich verlor nes Schaf, kamst du mir ent gegen, eh' auf meinen Wegen mich das Unheil traf. Sied war ich, und du trugst mich doch zur Heerde, voll Erbarmen, Herr! in deinen Armen. 2. Du gabst mir das Leben; willst mir Alles geben, was mein Herz erfreut. Keine wahre Freude mangelt deiner Weide, keine Seligkeit. Voll und hell springt auch der Quell, ber mich, wenn ein Leid mich drücket, stärket und erquicket 3. Du, daß ich nicht falle, hältst mich, und ich walle sicher meine Bahn, folgsam deiner a Lob und Dank für die Erneuerung. 293 Nechten, selbst in finstern 2. Heiter fühlt sich meine Nächten stößt mein Fuß nicht an. Schreckt und droht sogar der Tod: du, wenn Furcht und Angst mich schrecken, bist mein Stab und Stecken! Seele, weil ich nun das, was gut ist, wähle, und Trieb dazu verleih'st du mir. Jeder Sieg, den ich erringe, wenn ich der Lüste Reiz bezwinge, zicht immer näher mich zu dir. Gott! welche Seligkeit, von Sklavensiun befreit, deinen Willen von Herzen thun, und freudig nun in deinen Vaterarmen ruh'n! 3. Bengt auch mancher Fehl mich nieder; so richtest du mein Herz doch wieder durch deines Sohnes Trost wort auf; und zum Heiligungsgeschäfte verstärkest du mir Muth und Kräfte, be schleunigst meinen Tugendlauf. Wie freut sich dann mein Geist, daß du so gern verzeih'st! reger Eifer wird in mir neu, daß ich dir tren, und Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 398. Herr! aus deiner achtsam auf mich selber sei. 4. Und wie könnt' ich ängstlich zagen, wenn nun in meinen Pilgertagen mein Fuß auf rauhe Wege stößt? Nein, auch auf dem rauh'ften Pfade bleibt mir die Hoff nung deiner Gnade, die vom Verderben mich erlöst. Des Lebens größte Bein kann mir nicht schädlich sein; denn dich Liebet mein kindlich Herz. Auch 4. Trauend meinem Freun de, fürcht' ich keine Feinde, Herr! von dir beschützt. Neich an allen Gaben, gibst du, mich zu laben, was mir ewig nüßt. Trost und Lust durchströmt die Brust; denn ich bete nie vergebens zu dir, Herr des Lebens! 5. Deine Lieb' und Gnade folgt mir auf dem Pfade meiner Wallfahrt hier. Wenn ich sie vollende, reichest du am Ende deine Krone mir. Herrlichkeit ist mir bereit; ewig selig und vollkommen leb' ich mit den Frommen! Gnadenfülle fließt meiner Secle sanfte Stille und Lust und Kraft zur Tugend zu. Seit ich dir mein Herz ergeben, so kenn' ich erst das rechte Leben und schmecke des Gewis sens Nuh'. Erbarmend gabst du mir den Frieden, Gott! mit dir. Hochgelobet sei deine Treu'! sie schuf mich neu; vom Sündendienste bin ich frei. Univ.- Bibl. Giessen 294 Gewissensruhe und unter Schmerz blick' ich ge trost nun himmelwärts! 5. Ja, ich seh' im Geist ihn offen! ihn, deinen Himmel, darf ich hoffen; ich weiß, daß ich sein Erbe bin. O wie lieblich ist dein Wille! dort lebt Friede der Kinder Gottes. in wonnevoller Stille einst selig mein verklärter Sinn; dort fühl' ich hocherfreut die volle Seligkeit deiner Gnade! Dann preis' ich dich, und schwinge mich zu höhern Stufent ewiglich! 01 1011 4. Seligkeit der Christen in diesem Leben. Gewissensruhe und Friede der Kinder Gottes, 4. Zum sichern Siege deine Stärke, und deinen Geist der Heiligung zu einem jeden guund Linderung; ja, schon in ten Werke, im Leiden Trost dieser Prüfungszeit den Vorschmack jener Herrlichkeit. 5. In seinem kindlichen Ge bete ist er der frohen Zuver sicht, daß du ihn hörst, wohin er trete, und gern ihm schenkst, was ihm gebricht. Ja, deine Vaterhuld gewährt ihn immer mehr, als er begehrt. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 399.Wer, o mein Gott, aus dir geboren, ein neues Herz von dir empfängt, und, dir zum Eigenthumerkoren, der Sünd'ent fagt und göttlich denkt und göttlich lebt; wie selig ist dein Kind, dein Eigenthum, der Christ! 2. Befreit aus seinen Finsternissen und von der Sünde Sklaverei, begnadigt, ruhig im Gewissen, vom Fluche des Gefeßes frei, sieht er in dir, mit dir vereint, den Vater und den treusten Freund. 13. Voll Zuversicht darf er verlangen, was ihm dein eigner Sohn erwarb; er wird es auch von dir empfangen, weil Jesus ihm zum Heile starb: Licht, wo er's braucht, und Muth und Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft. 6. Bereit, zu helfen und zu trösten lenkst du zum frohen Ziel mit Huld die Lebenspfade des Erlösten, erläsfest gnädig ihm die Schuld; hilfft gern von seinem Fall ihm auf, und förderst seinen guten Lauf. 7. Er wandelt gern auf deinen Wegen, liebt alle Menschen brüderlich, was er nur thut, wird Hell und Segen, erfreut er deines Beifalls sich). dit vind nesret Gewissensruhe und Friede der Kinder Gottes. 295 Mag doch der Sünder Heer ihn schmäh'n; er wird vor dir, o Gott! besteh'n. 8. Er, sicher, daß er selig werde, zufrieden hier mit seinem Loos, erhoben über Luft der Erde, fühlt seinen Werth, ist reich, ist groß; denn seiner Wünsche Ziel begränzt kein Glück der Welt, wie fehr es glänzt! ni 9. Er sieht den Tod von ferne kommen, und zittert nicht; er ist sein Freund: von dir zum Er ben angenommen, frohlockt er, wann der Tod erscheint. Er en det fröhlich seinen Lauf, und schwinget sich zu dir hinauf. Seele grauen, wenn du mir, Gott! nicht schrecklich bist? Kann ich getroft auf dich nur schauen, dem Alles unterwor= fen ist; so seh' ich auch mit heiterm Sinn auf alles Andre ruhig hin.di pro 3. Beschämt mich meiner Fehler Menge: du, Vater! du verzeihst sie mir; bringt eine d Noth mich in's Gedränge, so hab' ich reichen Trost an dir. Du lenkst die Leiden dieser Zeit doch stets zu meiner Seligkeit. 10. Wie selig, wer aus dir geboren, ein neues Herz von dir empfängt, und, dir zum Eigenthum erforen, der Sünd' entsagt und göttlich denkt und göttlich lebt! wie selig ist dein Kind, dein Eigenthum, der Christ! Mel. Wer nur den lieben Gott sc, 400. Mit dir, o Höchster! Friede haben und deiner Huld versichert sein, dies ist die größte aller Gaben, die je des Menschen Herz erfreu'n; dies bleibt selbst in der Ewigkeit die Quelle der Zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner 4. Froh seh' ich deinem höhern Segen, den deine Hand in jener Welt den Deinen aufbewahrt, entgegen, und wann mein Leib in Staub zerfällt, so zagt mein Herz doch darum nicht: denn du bist meine Zuversicht! 5. Mein Heil steht bloß in deinen Händen, und dein ist, Vater! alle Macht, mir jedes Gute zuzuwenden, daß deine Huld mir zugedacht. Nur du vollführst stets deinen Rath: wohl dem, der dich zum Freunde hat! 6. Dies ist das Glück der reinen Seelen, die sich mit Ernst vor Sünden scheu'n, nur dich zu ihrem Trost erwählen, vor dir zu wandeln, sich erfreu'n. Wer dich mit solchem 296 Gewissensruhe und Friede der Kinder Gottes. Sinn verehrt, der ist dein Freund, und deiner werth! 7. Der hat dich auch in allen Fällen gewiß zum Trost, und kann sein Herz in dir, o Gott! zufrieden stellen, bei jeder Sorg', in jedem Schmerz; den wird zum ew'gen Wohlergeh'n unfehlbar deine Lieb' erhöh'n. 8. So hilf denn, daß ich, weil ich lebe, um deiner Gnade mich zu freu'n, nach einem reinen Herzen strebe, und präg' es mir auf's ein: kein Glück sei auf der Welt, als wenn man dir, o Gott! gefällt. treu bewahren; es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh', und stärft uns in Gefahren. 18 4. Erhalte mir, o Herr! mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihu täglich mehr mein Herz erneu'n und mich mit Trost erfül len!) nad dosada Mel. Nun sich der Tag geendet. 402. Wohl, wohl dem Menschen, der dem Rath der Frevler sich entzieht; dem Menschen, der den frummen Pfad der Uebertreter flicht! Mel. Kommt Her zu mir 2c. 401. Ich hoff', o Gott! mit frohem Muth auf deine Gnad' und Christi Blut; ich hoff' ein ewig Leben! Du bist ein Vater, der verzeih't; hast mir das Recht zur Seligkeit durch 3. Er grünet, wie am deinen Sohn gegeben.& Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich hebt und einen weiten Raum mit sei nen Wipfeln füllt. 2. Herr! welchy' ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, und blei bet immer grün, erquicket den, der Schatten sucht; der Wan drer segnet ihn. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche 5. Das ist der Fromme; Zufriedenheit, wenn wir es was er macht, geräth ihm 2. Der, wo der falsche Spötter lacht, die fromme Seel' entfernt; sich Gottes Recht zur Wonne macht und Tag und Nacht es lernt! Gewissensruhe und Friede der Kinder Gottes. 297 und gedeih't. Staub ist der 3. Du deckest unsre SchulThor, der seiner lacht; Spreu, die der Wind zerstreut. bi 6. Wer frech sich gegen Gott empört, besteht nicht vor Gericht; in der Gemeine, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht.id fit 7. Dir, Höchster! dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht. Du schaust mit Ernst den Sünder an; bes Sünders Weg vergeht. den zu, schenkst unsern Seelen wahre Nuh', und stärkeſt uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sind dein theures Eigenthum, die Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unfre Seelen. Herr! was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns wi derfährt, verborgen hier auf Erden; doch wird er, wann vor aller Welt er, unser Haupt, Gericht einst hält, auch Allen sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Volk erklären. bird Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 403. Wie groß ist unsre Seligkeit, o Gott! schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden; wenn unser Herz sich dir ergibt, und treu in Jesu Dienst sich übt; doch größer wird sie werden, wenn wir zu dir uns erheben, dort zu leben, wo wir Freuden ernten aus der Saat der Leiden! 2. O! wie erhaben ist das Recht, das du uns schenkest: dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Va terland, und wer will deiner starten Hand, Allmächt'ger! uns entreißen? Ob wir auch hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du doch uns überwinden. 5. Wie wohl, o Gott! sind Christen dran! wie Viel haft du an uns gethan! O laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit; so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde! Hilf du, Jesu! unsern Seelen, dich nur wählen, und das Leben deinem Dienste ganz. zu geben. Mel. Ach Herr, mich armen 2c. 404.Ift Gott für mich, ſo trete gleich Alles wider mich. So oft ich zu ihm bete, stärkt 298 Gewissensruhe und Friede der Kinder Gottes. meine Seele sich. Hab' ich 6. Dies stärke mich, im Lei nur ihn zum Freunde: wie glücklich bin ich dann! Ver gebens droh'n mir Feinde: Gott nimmt sich meiner an. den dir, Höchster! treu zu sein; Nichts kann von dir mich scheis den, auch nicht die größte Pein. Du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah'; und wenn die Noth am größ ten, ist deine Hülfe da. 2. Wie ruhig und wie selig bin ich in Gott, als Christ! Ich weiß und glaub' es fröhlich, daß er mein Vater ist, der mir zu allen Zeiten die Vaterhände reicht, im Kampfe mir hilft streiten, in Noth nicht von mir weicht. 13. Wenn ich aus Schwachheit fehle, und nur aus Vorsaß nicht; so stärket meine Seele die hohe Zuversicht; ,, den, der, Herr! deinen Willen, so gut er immer kann, bemüht ist zu erfüllen, siehst du erbarmend an." 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen, und tröstet meinen Sinn; stillt alle meine Schmer zen, nimmt jeden Kummer hin; zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu vergleichen sei mit jenen Himmelsfreuden, dem Lohn bewährter Treu'. 5. Auf dies mein Heil und Erbe seh' ich voll Zuversicht; auch dann, wenn ich einst sterbe, sinkt meine Hoffnung nicht. Hier geh' ich unter Zähren wohl oft auf rauher Bahn: doch nimmst du mich zu Ehren dereinst auf ewig an. 7. Ist Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich. So oft ich zu ihm bete, stärkt meine Seele sich. Deß ist mein Herz voll Wonne. Was ist, das mir ge bricht! Der Herrist meine Son ne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht. mel. Wer nur den lieben Gott x. Mel. Wer nur den lieben Gott 2. 405. Wenn bittrer Neue Thränen fließen, mein Herz mit Angst und Schmerzen ringt; dann sink' ich, Herr! zu deinen Füßen und finde, was mir Tröstung bringt; dann wird der Glaube mit ein Licht, das meines Kum mers Nacht durchbricht. 2. Du, Heiland! bietest jedem Müden Erquickung, Muth und Hoffnung an, und gibst ihm jenen innern Frie den, den ihm die Welt nicht geben kann! durch dieses Friedens Kraft erfreut, wird ihm der Glaube Seligkeit. 3. Auch wenn wir zwei Gewissensruhe und Friede der Kinder Gottes. 299 felnd oft uns grämen, wenn ich in jener Welt den AußKleinmuth unsern Geist ver- erwählten zugesellt. 10 stimmt; willst du uns Schwache be nicht beschämen, so lang' ein Glaubens du 944 Mel. Schmücke dich, o liebe zc. fachſt ihn an, du nähreſt ihn, und bald wird er von neuem glüh'n. 4. Du stärkst die schon gesunknen Hände, stellst fest des matten Kämpfers Fuß, gibst der Versuchung solches Ende, daß unser Dank dich preisen muß, und führest durch die Prüfungszeit uns 406. Vom Geräusch der Welt geschieden, fühl' ich, Jesu! deinen Frieden und die Freude, schon auf Erden, Herr! mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sünden seh' ich unter mir verschwinden, und daß Heil aus jenem Leben den entzückten Geist umschweben. nur zu größ'rer Herrlichkeit. 2. O! was achten weise 5. Wir würden immer un terliegen im Kampfe mit der Leidenschaft; wir könnten keinen Feind besiegen, erfüllt' uns nicht des Glaubens Kraft; doch, wenn dein Geist nur auf uns ruht, so siegen wir mit Heldenmuth. i 6. Der Glaube, Herr! ist unsre Stärke; er überwindet eine Welt, und wirket in uns Gottes Werke, und Tugend, die ihm wohlgefällt; und jeder Sieg, den er verschafft, belebet uns mit neuer Kraft. 7. Verleih', o Herr! mir diesen Glauben, der mehr ist, als nur frommer Schein! Laß Nichts mir seine Freuden rauben, laß ihn durch Liebe thätig sein! Dann werd' auch Christen jenen Neiz von niedern Lüsten, jenen Glanz der eiteln Freuden, und des Lebens kurze Leiden; wenn sie schon im Geist am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblicken, der sie ewig wird beglücken? 3.Mag doch Trübsal mich um stürmen; deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Bürde zagen, sondern sie voll Hoffnung tragen! 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland! voll Geduld getragen, tausendfaches Leid gelitten, und den 300 Seliger Liebesvérein mit Christo. Christo. i schwersten Kampf gestritten. Gewissens Nügen. Drum muß Gib, wenn ich ermattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Durch dich wird es mir gelin gen, deinen Frieden zuerringen! 250 jub7 201 Jesus mit den Schätzen mich crgötzen, die bestehen, sich von Kraft zu Kraft erhöhen. 4. Ja, wer ihn fest im Glauben hält, der kann die Freuden jener Welt im Vorgenuß schon schmecken. Pflegt Jesus gleich zu mancher Zeit in Kümmernig und Traurigkeit sein Antlig zu verdecken; ist doch sein Joch frei von Plagen, welche nagen, welche quälen weltund fündergeb'ne Seelen. 5. Ich weiß nun auch aus deinem Wort, daß du, mein Heiland und mein Hort! dich ewig nicht verhüllest. Du zauderst, ew'ge Liebe! du, auf daß mit desto größ'rer Ruh du nachher mich erfüllest Wenn ich treulich in dir lebe, in dir leide, in dir sterbe; bin ich deines Himmels Erbe! Seliger Liebesverein mit dus Christo. ind Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 407. Mein Jesus, meines Herzens Luft! Nichts ist mir auf der Welt bewußt, das meine Seele stillet, als deine Huld, die köstlich ist, so daß auch seiner selbst vergißt, den du mit ihr erfüllet. Zeuch mich kräftig zu der Liebe reinstem Triebe von der Erde, daß ich ganz dir eigen werde! 2. Was hatt' ich doch für Trost und Licht, als ich dein holdes Angesicht, mein Jesu! noch nicht kannte! Wie blindundthöricht ging ich hin, da mein verkehrter Fleischessinn von Weltbegierden brannte! bis mir von dir Licht und Leben ward gegeben, dich zu kennen, dich mein höchstes Gut zu nennen. id 3. Die Lust der Welt hat wohl den Schein, als wär' ihr eitles Fröhlich sein ein herrliches Vergnügen. Allein wie eilend fleucht's vorbei, sich lohnend nur mit bitt'rer Neu' und des 6. Und also soll mich feine Noth, kein Jammer, keine Schmach, kein Tod von dir, mein Heiland! schrecken. Ich weiß, wie treu mein Herz dich liebt; wohlan! ich gehe unge trübt mit dir durch Dorn und Hecken. Plage, schlage; ich bin stille, ist's dein Wille. Prüfungsleiden wandelst du in Himmelsfreuden. 7. Und sollt' ich, als ein Bil Seliger Liebesverein mit Christo. 301 ster! zugetheilt; weil du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. in imur ger hier, den Trost der Ruh' nem treuen Herzen dir, Liebnoch nicht in mir in vollem Maaß empfinden: so will ich hoffend, unverwandt, hinschauen in mein Vaterland, wo ich ihn werde finden; wo ich ewig mit Entzücken soll erblicken und soll haben dich mit allen Himmelsgaben. 2. Laß, Liebster! mich erblik ken dein freundlich Angesicht; laß sich mein Herz erquicken an deinem Freudenlicht! Denn ohne dich zu leben, ist lauter Herzeleid; mit dir ist mir gegeben die höchste Seligkeit. 8. Du Gottes und des Menschen Sohn! ich kenne deine Liebe schon, wenn mich auch Dornen stechen; dein Herz, das mich in Trauer setzt, und sich verschleußt, muß doch zuletzt zu meinem Troste sprechen. D'rum sei stets neu mein Bestreben, dir zu leben, dich zu lieben, deinen Geist nie zu betrüben. 3. Ach, Freude meiner Freuden! du wahres Himmelsbrod! an dir kann ich mich weiden, und alle Seelennoth ist alsobald gestillet; auch in der Leidenszeit mein Herz sogleich erfüllet mit Trost und Süßigkeit. S 9. Der Glaube, der mich 4. Mit dir will gern ich dir verband, soll halten dich mit leiden, es soll mich feine starker Hand. Herr! mehre mir Bein von deiner Liebe schei den Glauben. ImGlauben kann den, noch mir beschwerlich mich Niemand dir, im Glau- sein. Dir bleib' ich treu er ben kann dich Niemand mir, geben, dir, Jesu! für und o mächt'ger Jesu rauben. Durch für, nur dir allein zu leben, dich werd' ich tapfer ringen zu sterben, Jesu! dir. e und bezwingen Welt und Sün- 5. O Herrlichkeit der Erden, und mit Ehren überwinden. und Mel. Ach Herr, mich armen 2c. 408. Schaß über alle Schätze; o Jesu! bester Schat, an dem ich mich ergöße, hier hab' ich einen Platz in meiden! dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden. Dort in das Reich schauet, da sehn' ich mich hinvoll Licht, wo Jesus wird geein; wo Jesus Hütten bauet, dort, dort ist gut zu sein. 6. O komm' denn, mein 302 Seliger Liebesverein mit Christo. Vergnügen! laß mich nicht länger hier. Hilf mir den Tod besiegen, und hole mich zu dir, wo mich kein Leid berühren, kein Tod mehr tödten kann. Wie werd' ich triumphiren! Wie selig bin ich dann! MR Bh and In eigener Melodie. and dnigro 09. Jesu! meine Frende! bester Trost im Leide, bestes Gut im Glück. Alle meine Triebe richten stets in Liebe nur auf dich den Blick. Hab ich dich, wie reich bin ich! so wie du soll Nichts auf Erden je mir theuer werden! 2. Weg mit eiteln Schäßen! Du bist mein Ergößen, Jesu! und dein Heil! Weg ihr eiteln Ehren! Nichts mag ich mehr hören von der Ruhmsucht Theil! Gute Nacht, du stolze Pracht! mich kannst du nicht mehr verblenden, nicht von Jesuwenden. 3. Gute Nacht, o Wesen! das die Welt erlesen sich zur Luftbarkeit. Nie, du eitles Leben! willst und kannst du geben mir Zufriedenheit. Gute Nacht! ich bin bedacht, fern geschieden von den Sünden, wahre Ruh' zu finden. 4. Unter Jesu Schirme können keine Stürme mir erschrecklich sein. Mag der Erdkreis zit tern, mögen Felsen splittern, und den Einsturz dräu'n: Gottes Macht nimmt mich in Acht. Unter aller Feinde Toben kann ich Gott noch loben. 15. Jesus will mich decken vor des Todes Schrecken, vor dem Weltgericht. Nichts kann meinem Glauben Trost und Hoff nung rauben; er verläßt mich nicht! Kreuz und Noth, Gefahr und Tod: Nichts kann, was ich auch muß leiden, mich von Jesu scheiden. 6. Schweigt denn bange kla gen! weichet, Sorg' und Zagen! Jesus ist ja mein! Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrü bet, doch zuletzt erfreu'n. Duld' ich schon hier Schmerz und Hohn; dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu! meine Freude. mel. Warum sollt ich mich. 410. Meines Lebens reinste Freude ist nur die, daß ich nie mich von Jefu scheide. Daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit, hoc erfreut, seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden, und erfüllt sanft und mild, ihren Geist mit Frie den. Seine Last ist leicht zu tragen. Er macht Bahn, geht Weltverachtung, Himmelssinn u. Hoffn. der Herrl. 303 Rauch, den jeder Wind verwebet, ist einem Schatten gleich, der alsobald vergehet. Mein Jesus aber bleibt, wenn Alles bricht und fällt. Er ist mein starker Fels; was frag' ich nach der Welt! 14 3. Die Welt sucht Ehr' und Ruhm, des Lobes Eitelkeiten; doch anders wird, als sie, der Richter einst entscheiden. Ich wähle Christi Schmach. Wenn ihm mein Herz gefällt, wenn mich mein Heiland ehrt; was frag' ich nach der Welt! 4. Die Welt sucht Geld und Gut, und kann nicht ruh'n noch rasten; sie häuft, sich selbst zur Qual, des Reichthums schwere Lasten. Ich hab' ein bess'res Gut zu meinem Ziel gestellt, denn Jesus ist mein Schatz; was frag' ich nach der Welt! Mel. O Gott, du frommer 2c. 5. Die Welt kann ihre Luft nicht hoch genug erheben, sie möchte wohl dafür selbst gar 411. Was frag' ich nach halt's mit ihr, der von sich selbst den Himmel geben. Ein And'rer der Welt und allen ihren Nichts hält! Jch liebe meinen Schätzen, wenn ich mich nur Gott; was frag' ich nach der an dir, Herr Jesul tann er Welt! mnthikast gößen! Dich hab' ich mir al- 6. Was frag' ich nach der lein zur Freude dargestellt; du, du bist meine Ruh'! Was frag' ich nach der Welt! Welt! mein Jesus ist mein Leben, mein Schap, mein Eigenthum, dem ich mich ganz ergeben. Ich weiß es, was 22. Die Weltluft ist wie voran, stärkt uns, wenn wir zagen. gar 3. Ja, er kennt die Leidens stunden. Größern Schmerz, als sein Herz, hat kein Herz empfunden; darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz vor Jammer brechen, ach! er trägt und verpflegt uns in unsern Schwächen. Selig, wer in bösen Zeiten, in Gefahr, immerdar sich von ihm läßt leiten! 5. Jesu! treuster Freund von Allen, mit dir will froh und still ich durch's Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; Lebensfürst! ja, du wirft einst mich auferwecken. Weltverachtung, Himmelssinn und Hoffnung der Herrlichkeit. 304 Weltverachtung, Himmelssinn u. Hoffn. der Herrl. er mir im Himmel aufbehält, was da mein Erbtheil ist. Was frag' ich nach der Welt! 5. Verfolgt ein Feind ihn bis auf's Leben, zieht List ihn in das Netz hinein; was kann in der Christ? er kann vergeben, Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 412. Cin Christ, der feige Furcht nicht kennet, für Gott und Tugend Alles wagt, und, wenn die Welt ihn hülflos nennet, an Gottes Hülfe nicht verzagt; wie groß, wie achtungswürdig ist ein solcher Mensch, ein solcher Christ! 2.Er bleibet ruhig, wenn von oben des Donners Stimme sich erhebt, wenn um ihn her die Meere toben, und unter ihm die Erde bebt. Er weiß, wenn nicht der Schöpfer spricht, so schadet ein Geschöpf ihm nicht. 3. Des Höchsten Wink zu widerstreben, des Vaters Huld nicht werth zu sein und selbst nicht Fehler zu verge ben, dies fürchtet er, und dies allein. Was sonst für schrecklich wird erklärt, das schreckt nie den, der Gott verehrt. 4. Bekannt mitihm, demstar ken Netter, dem Trostim widrig sten Geschick, gilt ihm der Zorn der Erdengötter so wenig, als ihr Gnadenblick. Der ist des Himmels Schuß nicht werth, wer Sterbliche wie Götter ehrt. und seinem Heiland ähnlich sein; kann seiner Haffer Tücke seh'n und Gott für sie um Gnade fleh'n. dilim ding 6. Ist Schmähsucht wider ihn beflissen, trifft seine besten Thaten Spott; was gibt ihm Trost? sein rein Gewissen. Wo hat er Ruhm? bei sei nem Gott. Ein Unfall, der dies Glück nicht stört, iſt keiner Christenthräne werth. 17. Und so durchlebt er seine Tage in ungetrübter Heiter keit! gleich fern im Leid von feiger Klage, als eitelm Sinn zu guter Zeit, beweist er stets, wie groß der Christ, wie start der Freund des Höchsten ist. 8. Der du so mächtig bist in Schwachen, belebe mich mit deiner Kraft! sie kann mich unbesiegbar machen, fic ist's, die Alles in uns schafft. Kommt's dann zu kämpfen; nun wohlan! so zeig' ich, was der Fromme kann. In sim thi mel. Ach wie nichtig, ach wie z. 413. O wie wichtig, wie erfreulich ist der Christen Le Weltverachtung, Himmelssinn u. Hoffn. der Herrl. 305 ben, wenn sie Gott von Her zen lieben, ihren nächsten nie betrüben, keine gute That ver= schieben! not Schäße! Mag die ganze Welt vergehen, mag im Sturm ihr Gut verwehen: Christenglück bleibt ewig stehen. di m 2. O wie wichtig, wie era 8. O wie wichtig, wie erfreulich ist der Christen Wissen! Jesus ist es, den sie ken nen und im Glauben Bruder nennen, weil sie nie von ihm sich trennen. freulich ist der Christen Hoffnung! Keine Sorge kann sie quälen, weil sie ganz sich Gott befehlen, und das höchste Gut erwählen. 3. O wie wichtig, wie erfreulich ist der Christen Streben! Sie, die allen Tand verachten, und nach Gottes Gnade schmachten, sieht man stets nach Tugend trachten. 4. O wie wichtig, wie er freulich ist der Christen Schön heit! Herz und Geist sind aus geschmücket mit der Pracht, die stets entzücket, und im Himmel noch beglücket. 5. O wie wichtig, wie erfreulich ist der Christen Stärke, Gott, der sie zum Kampfe leitet, ist es auch, der durch sie streitet, und den Siegern Lohn bereitet. 6. O wie wichtig, wie erfreulich ist des Christen Ehre! selbst von aller Welt verhöhnet, steh'n sie da, mit Gott versöhnet, und von ihm mit Ruhm gefrönet. 9. O wie wichtig, wie erfreulich ist das Loos der Christen! Ja, dem Christenthum ergeben, will ich fromm und weise leben! Vater, segne mein Bestreben! 7. O wie wichtig, wie erfreulich sind der Christen mel. Allein Gott in der Höh' 2C. 414. Ich bin ein Chriſt; Gott ist mein Freund. In dieser hohen Würde steh' ich, und fürchte keinen Feind, und scheue keine Bürde. Gestärkt von hoher Gotteskraft, vollend' ich meine Pilgerschaft; mein Vaterland ist droben! 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; start, fest ist er gegründet; er stützt voll froHer Zuversicht auf Christum sich und findet bei ihm nur Nath und Kraft und Heil; an allem Segen nimmt er Theil, den Jesus uns erworben. di 3. Wie könnten Güter dieser Welt, der Ehrsucht Eitel20 306 Weltverachtung, Himmelssinn u. Hoffn. der Herrl. teiten, und was dem Wollüstling gefällt, von meinem Gott mich scheiden? mit Himmels sinn und Glaubenskraft be sieg' ich jede Leidenschaft der niedern Erdenliebe. 2. Wohl euch! daß ihr mit wahrer Lust die Rechte Gottes lernt, und, eures Vorzugs euch bewußt, von Sünden euch entfernt! 4. Und was sind Leiden die ser Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? Kurz ist des Lebens Müh' und Streit; doch ewig währt die Seligkeit der treuen Ueberwinder. 3. Daß ihr dem folgt, was er gebeut, und, von ihm unter: stützt, Licht, Kraft, Gelegen heit und Zeit zu edeln Thaten nützt! 415. Wohl euch, ihr Gläubigen! Wohl euch, die 4. Daß ihr die Selbstver leugnung nicht, der Tugend Kampf nicht scheut; auch, wenn sie schwer ist, doch der Pflicht getreu zu sein euch freut! 5. Daß, wenn ihr für die Tugend hier auch duldet Schmach und Spott, ihr Recht thut ohne Ruhmbegier, und Niemand scheut, als Gott! 6. Wohl dem, der Glau ben hat und übt, und alles Gute bloß um seines Gottes Willen liebt! Wohl ihm, 5. So soll denn keines Glük kes Lust und keines Unglücks Leiden mich, meiner Würde mir bewußt, von meinem Heiland scheiden. Mich schrecket nicht des Todes Macht; er führt mich durch des Grabes Nacht zu meinem Vaterlande! 6. Gott sei Dank! ich bin ein Christ; ich weiß, an wen ich glaube. Mein Geist erkennet, wer er ist, und reißt sein Lohn ist groß! sich los vom Staube. Im Him- 7. Wo wohnet die Zufrie mel ist mein Vaterland dort- denheit, wo wohnen Nuh' hin führ' mich an deiner Hand, und Lust? Nur bei der wahren mein Heiland, mein Erlöser! Heiligkeit; nur in des From Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. men Brust! S 8. Zu dürftig ist die ganze Welt dem, der der Sünd entfloh'n, der fest am Unihr dem Herrn nur lebt, die sichtbaren hält; der Himmel ihr an guten Werken reich ist sein Lohn! zu werden euch bestrebt! 9. Er öffnet sich; vom Thre 02 Weltverachtung, Himmelssinn u. Hoffn. der Herrl. 307 ne schallt's: ,, Geh' ein! du frommer Knecht!" Der ganze Himmel wiederhallt's: ,, Geh' ein, du frommer Knecht!" 10. ,, Geh' ein! Geh' cin! du trittest gern; die Kron' ist dir bereit! empfange nun das Reich des Herrn und seine Seligfeit!" es still und heiter; Hoffnung sieht das Morgenroth schim mern hinter Grab und Tod. Mel. Jefus, meine Zuversicht 2c. 416. Steil und dornicht sei der Pfad, der uns zur Bollendung leitet! Selig ist, wer ihn betrat, und als Jünger Jesu streitet! Selig, wer den Lauf vollbringt, und das hohe Ziel erringt. 2. Ueberschwänglich ist der Lohn, der bis in den Tod Getreuen, die, der Lust der Welt entfloh'n, willig ihrem Gott sich weihen; deren Hoffnung unverrückt nach der Sieges- Krone blickt. och 3. Den wir lieben und nicht seh'n, er hat uns den Lohn errungen; von dem Kreuz zu Gottes Höh'n hat er sich empor geschwungen; Sieger in des Todes Nacht, sprach er selbst: es ist vollbracht! 5. Auf denn, Mitgenossen! geht hin zum Streite wider Lüste! seht auf Jesum, wachet, fleht, daß Gott selbst zum Kampf euch rüste! Der im Schwachen mächtig ist, gibt uns Sieg durch Jesum Christ! Mel. Allein Gott in der Höh' zc. 417. Ich weiß, was meine Hoffnung hält: kein Feind soll sie mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt leb' ich hier nun im Glauben; dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesu Händen! 2. Mein Leben ist ein turzer Streit; doch mit dem Tag des Sieges beginnt die frohe Ewigkeit, erwünschter Preis des Krieges; von dort winkt mir das Kleinod zu; dort find' ich nach dem Streite Ruh', des Himmels goldne Krone! 3. Herr! lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel! die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur kurze Zeit; im Himmel ist mein Wandel! 20* 4. Herrlicher Vollender! dir folgen wir, die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier, jenseits ist 308 Die Gewißheit des Todes u. d. ungewisse Tobeszeit. 4. Jeßt, da mich dieser Leib 6. Zu diesem Glück bin beschwert, ist mir noch nicht er- ich erkauft, o Herr! durch schienen, was jene bess're Welt deine Leiden. Auf deinen Tod gewährt, wo wir Gott heilig die bin ich getauft; wer will nen. Dann, wann mein Auge von dir mich scheiden? du nicht mehr weint, und mein zeichnest mich in deine Hand; Erlösungstag erscheint; dann Herr, du bist mir, ich bir werd' ich's froh empfinden. bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 5. Jm Dunkeln sch' ich 7. Wie groß ist meine es verkläret. Dort ist die Herrlichkeit! empfinde sie, o Schwachheit nicht mein Theil, Šeele! Vom Tand der Erde die hier der Einsicht wehret. unentweiht, erhebe Gott, o Hier ist mein Werth mir noch Seele! Der Erde glänzend verhüllt; dort wird er sicht- Nichts vergeht; nur des Gebar, wenn dein Bild, mich, rechten Ruhm besteht durch Gott! vollkommen schmücket. alle Ewigkeiten. MORDAN desit VI. Von Tod, Auferstehung und ewigem Leben. madd 1. Von dem Tode.datrs this Die Gewißheit des Todes mer reif zu Sarg und Grab. und die ungewisse Todes- Der Apfel, der den Wurm zeit. schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bunb schließt Keinen aus; mein Leib 418. Ich sterbe täglich, und ist auch ein Todtenhaus. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommt auch oft unangemeld't, und fordert uns in's Land der Todten; wohl dem! der Haus und Herz bestellt; denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. mein Leben eilt immer fort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her. Ach, wer nur immer fertig wär'! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist im Die Gewißheit des Todes u. d. ungewisse Todeszeit. 309 Schrei'n durch deinen Trost erhörlich sein. mont? 4. Herr aller Herren! Tod und Leben hast du allein in dei ner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, das ich jeden Seigerschlag an meinen Abschied denken mag. bi 5. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab' ich auf Erden, den andern auf der Todtenbahr'. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einz'ger Schlag kann Alles enden, und Fall und Tod beisammen sein; doch hilf mir nur mit Baterhänden, und flöß' mir Christenglauben ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel' an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet' ich bei gesunden Tagen: Herr, dir befehl' ich meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf! verkürze mir die Todesschmerzen, und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. a 8. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr, als ich. Wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster! so erbarme dich, und lasse der Verlass'nen Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 419. Noch leb' ich! ob ich morgen lebe, ob bis zum Abend, weiß ich nicht. Wohl mir! wenn ich mich Gott ergebe und treu erfülle meine Pflicht; dann bin ich durch des Geistes Kraft bereit zu meiner Rechenschaft. 2. Am Morgen blüht und prangt die Blume und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, eh' er's besorgt, in's Grab. Und, Seele! du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel! hier ist der Kampf, dort ist die Ruh'. Auf, streb' und ringe nach dem Himmel, eil' deiner bessern Heimath zu! Wie bald verfließt die Prüfungszeit! und dann, dann kommt die Ewigkeit. 310 Die Gewißheit des Todes u. d. ungewisse Todeszeit. äcker seh', und Alles könnte le sen, was der, auf dessen Grab ich geh', in seinem Sinn ge wesen, und was bei ihm die Todesnacht für Hoffnungen zu Nichts gemacht; so würd' ich oft mit Schrecken mein eignes Herz entdecken. 5. So sei denn, Vater meines Lebens! die Warnung: wachet, 4. Befrei' mich, Gott! von seid bereit! an meiner Seele nicht vergebens, verloren nicht der Gnade Zeit! Dann führt mich selbst ein schneller Tod zu deiner Seligkeit, o Gott! du Wahn und Dunst der Lüste dieser Erden, und lehre mich die große Kunst, bei Gräbern flug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, wie Viel von seinem Tod' abhängt, und der dazu in Zeiten sein Herz sucht zu bereiten. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten, wer weiß, ob's morgen möglich ist? Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wird's vielleicht nicht sein. Mel. Ermunt re dich, mein 2c. 420. Wie ungewiß ist, Herrl das Ziel der Wallfahrt auf der Erde! Ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißt's allein. Ich fann vielleicht der Nächste sein, vom abgekürzten Leben ein Beispiel abzugeben. 2. Bin mehr an Lebens fraft ich reich, als Andre, die an Jahren und Munterfeit mir völlig gleich des Todes Beute waren? Wie Manchem starrte schnell das Herz, eh'we der Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende droh'ten! 3. Wenn ich die Gottes 1.70 Mel. Alle Menschen müssen 2. 421. Noch bin ich ein Gast der Erde; Gott mehrt meiner Tage Zahl; daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, böse oder gut zu handeln. Doch, werd ich noch lange wandeln hier auf Erden oder droht balb vielleicht auch mir der Tod? 2. Herr! du weißt's; du hast die Tage meiner Lebenszeit gezählt, ihre Freude, ihre Plage sah dein Auge, das nie fehlt. Lange, eh' du mich auf Er den ließest einen Pilger werden, setztest du mir schon mein Ziel, wie es deinem Rath gefiel. Der Tod, das Ende aller irdischen Vorzüge. 311 3. Einst, wenn es dein der Sterblichkeit führt er dich nisi cndon Wille fordert, werd' ich der zur Ewigkeit. Verwesung Raub, mein erblaßter Leib vermodert und verwandelt sich in Staub. Wie die Blumen, wird mein Leben welken, wie ein Traum verschweben; Kraft und Odem nehmen ab, und der Leichnam sinft in's Grab. 7. Stärke mich auf diese Stunde, Jesu! der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir erwarbst; hilf, daß ich den Tod nicht scheue, seiner mich vielmehr erfreue, denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. 4. Immerhin werd' er zum Staube, wo er Staub und Erde mehrt, dennoch 2013 triumphirt mein Glaube, denn Der Tod, das Ende aller mein Leib wird einst verirdischen Vorzüge. klärt. Des verwesten Körpers mel. Gott des Himmels und zc. Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer so zerstäubt des Grabes Naub; neu befeelt wird einst mein Staub. 422. Mensch! was ist dein Erdenleben? Blüthe jetzt, bald dürres Laub. Sieh'st du dies im Winde schweben, und versinken in den Staub; denk': ich bin es, Menschenkind! weil wir Alle sterblich sind. 5. Durch dein Allmachtswort: es werde! rufst du, Herr! in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde werd' ich, dein Verklärter, sein. Zu den himmlischen Geschäften schmückst du mich mit neuen Kräften, und von Schmerz und Sterblichkeit werd' ich ewig dann befreit. 6. Hör', o Seele! einst mit Freuden jenen Ruf: Das Grab ist da! denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah)'. Der, der selbst den Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen. Durch den Weg 2. Seivomedelsten Geschlechte, was hilft hochgeboren ſein? Muß der Herr doch mit dem Knechte dulden gleiche Todespein. Kaiser, König, Edelmann, alle müssen sie daran. 3. Was ist Weisheit, was sind Gaben hoher Einsicht, seltner Kunst? und was hilft es, Ansehn haben, Ehre, Ruhm und Menschengunst? Drängt der Tod fich bei dir ein, 312 Der Tod, das Ende hilft nicht flug, noch vor nehm sein. 4. Was ist Reichthum? kann er schützen einen Reichen vor dem Tod? Nun, was werden denn dir nützen Schätze in der letzten Noth? Nimmt der Tod dich selbst dahin, raubt er auch den Weltgewinn. 5. Was vermögen junge Jahre? Die in frischer Blüthe steh'n, wie der Greis im Silberhaare, müssen mit dem Tode geh'n. Riesenkraft, Gebrechlichkeit machen keinen Unterscheid. 6. Was sind Zierlichkeit und Schöne, wenn das Aug' im Tode bricht, und der Stimme süße Töne? Ach! der Tod schont ihrer nicht; schnell zerfällt die Wohlgestalt, und der süße Ton verhallt. 7. Menschentöchter! Menschensöhne! laßt euch dies gefaget sein: prunket nicht mit eurer Schöne! sie bedeckt ein Todtenbein, und der Wangen Nosenschein wird der Würmer Nahrung sein. aller irdischen Vorzüge. im Haus, morgen trägt man euch hinaus. 9. Mensch! laß Hoffahrt, Neid und Hafsen: Lieb' und Demuth sei dein Sinn! Alles mußt du Andern lassen, wenn der Tod dich reißt dahin. Denke, daß du sterben mußt, so erstirbt die Sündenluft. In eigener Melodie. 423. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Men schen Leben! Wie sich auch und Wolken heben und den Blicken schnell entschweben, so ist unser Erdenleben. 2. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig sind der Menschen Freuden! So wie Nacht und Tageszeiten, wechseln stets mit bittern Leiden unsers Lebens Fröhlichkeiten. 3. Ach, wie nichtig, ad, ach, wie flüchtig ist der Menschen Schöne! wie ein Blümchen frisch bestehet, aber auch alsbald vergehet, wenn ein rauhes Lüftchen wehet. 4. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Menschen Stärke! der an Niesen sie erprüfte, stürzt vom Anhauch gift'ger Düste plötzlich hin 8. Stolze Herren! laßt's euch sagen: tropet nicht auf Rang und Stand, auf die Macht von Noss' und Wagen und das Gold in eurer Hand: heute seid ihr Herr in Todtengrüfte. Der Tod, das Ende aller irdischen Vorzüge. 313 5. Ach, wie nichtig, ach, hier ergößet, was man für wie flüchtig ist der Menschen ewig schätzet, wird als ein Ehre! Manchem, dem man leichter Traum vergeh'n. heut' hat müssen tiefgebeugt 2. Was sind doch alle Sadie Hände küssen, tritt man morgen gar mit Füßen. chen, die uns so trotzig machen, als Tand und Eitelkeit! Was ist der Menschen Leben! stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 6. Ach, wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schätze! Schnell kann Gluth und Fluth entstehen, cilig, eh' wir's uns versehen, Hab' und Gut zu Grunde gehen. 7. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Menschen Herrschen! Der in Macht von Sieg zu Siegen noch so Hoch emporgestiegen, muß doch endlich unterliegen. 3. Was hilft uns Kunst und Wissen? wird, wenn wir sterben müssen, dies noch ein Vorzug sein? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wäre? kann sie uns wohl alsdann erfreu'n? 8. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Menschen Würde! Keinen noch, wie hoch vermessen er auch auf dem Thron gesessen, hat der Tod noch je vergessen. 9. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig sind doch alle Sachen! Alles, Alles, was wir sehen, muß einst fallen und vergehen; Gottes Wort nur bleibet stehen. en. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 424. Die Herrlichkeit der Erden muß Staub und Asche werden, und Nichts bleibt ewig steh'n; das, was uns 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh' gewinnen, was unser Fleiß erwirbt! Kann wohl, was wir besitzen, uns vor dem Tode schützen? stirbt dies nicht Alles, wenn man stirbt?